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Hauptreferat von Prof. Dr. Rainer Schönweiler - BBW-Leipzig-Gruppe

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Die Behandlung
g von AVWS
im Spiegel von Leitlinien
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
www.uksh.de/phoniatrie-luebeck
30.09.2014
4
R. Schönweiler
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Jährlich hinzukommende
Publikationen in PubMed 1973-2014
250
200
(auditory processing disorder) or (hearing and (apd or capd))
Σ = 6428
150
100
50
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
www.uksh.de/phoniatrie-luebeck
30.09.2014
4
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
0
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Medizinische Leitlinien
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ In Deutschland durch die „Arbeitsgemeinschaft
g
der
Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften“
(AWMF) organisiert
ƒ Systematische Suche, Bewertung und Aktualisierung
ƒ wissenschaftlicher Erkenntnisse, praxisnaher Verfahren
und ökonomischer Aspekte
ƒ Zur Entscheidungsfindung in spezifischen Situationen
ƒ Rechtlich nicht bindend, d.h. weder haftungsbegründend
noch -befreiend, Gesetzen und Richtlinien untergeordnet
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
„Über-S
Über-S“
Richtlinien und Gesetze
Evidenz und politisch gewollt
„S nix“
Eigenes bestes Wissen
und Gewissen
In der Ausbildung Gelerntes,
zufällig Gelesenes und Gehörtes
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4
Hintergrund
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Publikationen in ISI Web of Knowledge
Herkunft der Autoren 1981-2010
1981 2010
450
400
(auditory processing disorder) or (hearing and (apd or capd))
350
300
250
200
150
100
50
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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0
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
ƒ American Speech Language Hearing Association, ASHA,
Technical Report 2005 – Ausschluss kognitionsnaher Leistungen
ƒ Californian Speech Language Hearing Association, CSHA,
Guideline 2007 – Befunde müssen zur Anamnese passen,
p
qualitative Bewertung mit einbeziehen
ƒ American Academy of Audiology, AAA, Guideline 2010
– Akustische
Ak ti h M
Maßnahmen
ß h
h
haben
b hö
höchste
h t E
Evidenz
id
ƒ Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie, DGPP,
Leitlinie 2012
2012, gültig bis 2015 – Argumente gegen Technical Report
ƒ British Society of Audiology, BSA, Position Statement 2013
– 3 Ursachen
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
Aktuelle Leitlinien USA, GB, D (1)
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Aktuelle Leitlinien USA, GB, D (2)
ƒ British Society of Audiology, BSA, Position Statement 2013
– There are three categories off APD:
2.
3.
Developmental APD: Cases presenting in childhood with normal hearing
(i e normal audiometry) and no other known etiology or potential risk
(i.e.
factors. Some of these people may retain their APD into adulthood.
Acquired APD: Cases associated with a known post-natal event (e.g.
neurological trauma, infection) that could plausibly explain the APD.
Secondary APD: Cases where APD occurs in the presence, or as a
result of peripheral hearing impairment
result,
impairment. This includes transient hearing
impairment after its resolution (e.g. glue ear or surgically corrected
otosclerosis).
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1.
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Stellungnahme und Richtlinie
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4
ƒ Stellungnahme der DGPP, DGHNO KHC, ADANO und GNP zum
Hörtraining nach Tomatis und „Klangtherapie
Klangtherapie“ (einschl.
(einschl der
Methoden von Kjeld Johansen, Claudia Nyffenegger,
Fred Warnke,, Fa. Audiva),
), aktualisiert 2011
– keine Rationale, keine wissenschaftliche Methodik der
Entwicklung der Methode, keine Methodik der Evaluation,
daher keine Evidenz der Ergebnisse
ƒ G-BA, Aktualisierung der Hilfsmittelrichtlinien 2012
– FM als Regelversorgung erlaubt
erlaubt, andere Hörgeräte aber nicht
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Risiken
ƒ Überschätzung
Üb
hät
der
d zugrundeliegenden
d li
d Evidenz
E id
der
d O
Originalliteratur
i i llit t
ƒ Gleichsetzen mit Richtlinien (BÄK, G-BA) oder Gesetzen (BMG)
ƒ Ungerechtfertigte medikolegale Konsequenzen
ƒ Verlust des Spielraums für eine individuelle Behandlung
Nutzen
ƒ Entscheidungshilfe für spezifische schwierige Fragen
ƒ Verbreitung eines hohen Standards
Standards, Fehlervermeidung
ƒ Bessere Compliance, Abbau kostspieliger „2. Meinung“
ƒ Abbau von und Schutz vor „Wildwuchs“
„Wildwuchs und „Kostenexplosion
„Kostenexplosion“
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Leidlinien oder Leitlinien?
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Publikationen in ISI Web of Knowledge
Untersuchte Themen 1981-2010
1981 2010
250
200
150
Komorbiditäten
Diagnostik
Einschlusskriterien
Therapie
(wenig!)
100
50
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4
0
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Leitsätze für die Therapie
ƒ
ƒ
ƒ
ƒ
Behandlung beobachteter und durch Tests nachgewiesener
auditiver
diti
Auffälligkeiten
A ffälli k it (k
(kein
i „Schrotschuss“)
S h t h
“)
Verbesserung funktioneller und tatsächlich beobachtbarer
D fi it ((vermutete
Defizite
t t oder
d nicht
i ht messbare
b
D
Defizite
fi it iirrelevant)
l
t)
Hierarchische Struktur und physiologische Begründung
(nicht zufällig oder angebotsorientiert)
Wirksamkeit regelmäßig als Effektstärke kontrollieren
(z B in Anzahl von Standardabweichungen)
(z.B.
Behandlungsziele regelmäßig überprüfen und ggf. anpassen
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ƒ
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
a) Erkennen der Schallrichtung in der Horizontalen
(interaurale LaufzeitLaufzeit und Intensitätsunterschiede)
und Vertikalen (richtungsbestimmende Frequenzbänder),
keine systematischen
y
Übungsprogramme
g p g
bekannt
b) Auditive Figur-Grund-Unterscheidung
(Konzentration auf eine bestimmte Schallrichtung),
Übungen des Verstehens von Sprache aus der Medianebene bei
Störgeräuschen aus einer anderen Richtung
c)Auditive Unterscheidungsfähigkeit für Tonhöhe
Tonhöhe, Lautstärke oder
ähnliche Sprachlaute, Gap Detection,
Übungen der Unterscheidung ähnlich klingender Sprachlaute
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4
Zu verbessernde Fähigkeiten
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Zu verbessernde Fähigkeiten
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
d) Auditive Ergänzung, Übungen mit fehlendem Sprachelement,
z B /k/ im Wort Scho-olade
z.B.
Scho olade (wie im PET-WE)
PET WE)
e) Initiierung spezifischer „Reparaturmechanismen“ für
qualitätsverminderte Sprachsignale
Sprachsignale, Übungen mit verrauschter
Sprache oder erhöhter Sprechgeschwindigkeit
f) Phonologische Bewusstheit, Übungen zur Lautanalyse,
Lautsynthese und Silbensegmentation
g) Auditives Arbeitsgedächtnis, Übungen mit Nachsprechen,
i
innerem
Wi
Wiederholen,
d h l
Bild
Bildung von Blö
Blöcken
k sprachlicher
hli h
Information („chunking“), multimodaler Darbietung
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Zu verbessernde Fähigkeiten
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
h) Dichotisches Hören und Verstehen (interhemisphärischer
Informationsaustausch über den Balken);
Übungen unimodal, rein auditiv (z.B. Kombinieren prosodischer
und linguistischer
g
akustischer Merkmale)) oder multimodal,, d.h.
auditiv und visuell (z.B. nach Diktat schreiben oder gleichzeitig
verbal ein Bild beschreiben und malen)
i) Auditive Aufmerksamkeit auf eine sprechende Person,
Übungen, in einem gesprochenen Text auf ein bestimmtes Wort
zu achten und dies zu zählen
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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4
Übungstherapie
„klassisch
klassisch“ oder „modern
modern“?
?
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Computerprogramme u.a. Medien mit
weitgehend festgelegtem Ablauf einer Übung
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ƒ Für Prophylaxe (Schüler) und Therapie (Patienten) entwickelt
ƒ Jedes
J d P
Programm nach
h wissenschaftlichen
i
h ftli h P
Prinzipien
i i i vor
Verordnung beurteilen und testen
ƒ Rationale ist vielfach wissenschaftlich und daher eine
Wirksamkeit prinzipiell möglich
ƒ Die individuellen Trainingseffekte mit Tests kontrollieren
ƒ American Speech-Language-Hearing Association (ASHA):
Auditory Integration Training (AIT) trotz wissenschaftlich
fundierter Rationale ohne ausreichende Evidenz (Methoden,
(Methoden
die in „Fast ForWord“ und „Earobics“ implementiert sind)
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Computerprogramme u.a. Medien mit
weitgehend festgelegtem Ablauf einer Übung
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30.09.2014
4
ƒ Für Prophylaxe (Schüler) und Therapie (Patienten) entwickelt
ƒ Jedes
J d P
Programm nach
h wissenschaftlichen
i
h ftli h P
Prinzipien
i i i vor
Verordnung beurteilen und testen
ƒ Rationale ist vielfach wissenschaftlich und daher eine
Wirksamkeit prinzipiell möglich
ƒ Die individuellen Trainingseffekte mit Tests kontrollieren
ƒ American Speech-Language-Hearing Association (ASHA):
Auditory Integration Training (AIT) trotz wissenschaftlich
fundierter Rationale ohne ausreichende Evidenz (Methoden,
(Methoden
die in „Fast ForWord“ und „Earobics“ implementiert sind)
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
ƒ Zuhören
ƒ Reimen
R i
ƒ Silben segmentieren
ƒ Laute
L t erkennen
k
ƒ Lautunterscheidung
Eingebettet in eine übergreifende
Geschichte
Hilfsmittel: Handpuppe
Entwickelt für Vorschulkinder
Zur Verwendung in Kindergärten
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Material zu „Fördesprache“
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Nonverbales Training
JNDs und Ordnungsschwellen
Vor Therapie
p
(alle)
Nach
Therapie
(alle)
ƒ
Nach
Therapie
(Responder,
% von allen)
ll )
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PR 50 =
Durchschnitt
der Kontrollen
((n=377))
ƒ
ƒ
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Nonverbales Training
JNDs und Ordnungsschwellen
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ƒ Signifikante
g
Verbesserung
g einzelner
Verarbeitungs- und Wahrnehmungsleistungen
bei den meisten Kindern,, zumindest kurzfristig
g
ƒ Kein Transfer von nonverbalen zu verbalen
Erfolgen
ƒ Keine „Heilung“
(keine dauerhafte Beseitigung der Symptome)
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Sprachtherapie SP2 oder SP1?
Bei komorbider expressiver, rezeptive oder
globaler Sprachentwicklungsstörung:
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ƒ AVWS (ICD 10 F80.20) ggf. in übergeordneter
Diagnose
g
„globale
g
Sprachentwicklungsstörung“
p
g
g
(F80.2) einbezogen
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
ƒ Sensorische Strategien
ƒ Mitbenutzung intakter auditiver Fähigkeiten
(z.B. der Lautunterscheidung und des auditiven
Arbeitsgedächtnisses
g
für p
phonologische
g
Bewusstheit))
ƒ Visuelle Kompensation
(z.B. Lippenlesen, phonembestimmtes Manualsystem,
l t
lautsprachbegleitende
hb l it d G
Gebärden)
bä d )
ƒ Nutzung taktil-kinästhetischer und motorisch-rhythmischer
Hilfen (z
(z.B.
B Silbenklatschen)
ƒ Wechsel auf kleinere Informationseinheiten
((z.B. Silben statt Wörter,, Laute statt Silben))
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Kompensatorische Strategien (1)
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Kompensatorische Strategien (2)
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ƒ Metakognitive Strategien, d.h. Bewusstmachung und
Anwendung eintrainierter mentaler Techniken durch die
Betroffenen selbst
ƒ Keine Panik, erst einmal in Ruhe eine Aufgabe verstehen,
dann in Ruhe zu lösen versuchen
ƒ Identifikation der Hauptidee des Gesagten,
Erkennen von Redundanz
ƒ Realisierung komplizierter Hörsituationen, dann
Anwenden erlernter Strategien zur Vermeidung von Fehlern
ƒ Reparaturstrategien, Problemlösungen
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Kompensatorische Strategien (3)
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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ƒ Kompensatorische metakognitive Strategien
durch die Lehrer/Erzieher/Eltern
ƒ Visualisierung akustischer und/oder sprachlicher Information
ƒ Kompensatorische metalinguistische Strategien
ƒ Erkennen linguistischer Strukturen
ƒ Generieren von Vokabular in Abhängigkeit vom Kontext
ƒ Linguistische Segmentation
p
prosodischer Information,, von
p
ƒ Interpretation
Silbenbetonungen oder von anderen Suprasegmentalia
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Verstehen im Klassenraum:
das Problem mit dem SNR
Abstand Sprecher-Hörer, Störgeräusche, Echo+Nachhall von Nutzschall+Störgeräusch
Vortragslautstärke
eines Lehrers ca. 80 dB
Ca. -6 dB
bei doppeltem
Abstand
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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4
Normaler Störschallpegel
einer Grundschulklasse
ca. 60 dB
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Verstehen im Klassenraum:
das Problem mit dem SNR
Abstand Sprecher-Hörer, Störgeräusche, Echo+Nachhall von Nutzschall+Störgeräusch
Vortragslautstärke
eines Lehrers ca. 80 dB
90 100 %
90-100
50 %
Normaler Störschallpegel
einer Grundschulklasse
ca. 60 dB
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Modifikation der
akustischen Umgebung
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Akustische Struktur der Störgeräusche entscheidend
ƒ Bei
B i gleichem
l i h
P
Pegell reduzieren
d i
b
besonders
d
b
beii Ki
Kindern
d
„andere Sprecher“
das Sprachverstehen signifikant stärker als
„Fahrzeuggeräusche“ (hier: Autos, Züge)
„Fahrzeuggeräusche
ƒ Nachhall reduziert besonders bei Kindern und bei Erstklässlern
etwas stärker als bei Drittklässlern das Sprachverstehen im
Stö
Störgeräusch
ä
h
ƒ Katalog von Maßnahmen im Anhang D der Leitlinie, einschl.
Informationen zur Beschaffung geeigneter Baumaterialien und zu
deren ökonomischer Verwendung
ƒ Erste Anwendung in allen Schulen der Städte Köln und Lübeck
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
Modifikation der
akustischen Umgebung
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Modifikation der
akustischen Umgebung
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Akustische Struktur der Störgeräusche entscheidend
ƒ Bei
B i gleichem
l i h
P
Pegell reduzieren
d i
b
besonders
d
b
beii Ki
Kindern
d
„andere Sprecher“ das Sprachverstehen signifikant stärker als
„Fahrzeuggeräusche“ (hier: Autos, Züge)
„Fahrzeuggeräusche
ƒ Nachhall reduziert besonders bei Kindern und bei Erstklässlern
etwas stärker als bei Drittklässlern das Sprachverstehen im
Stö
Störgeräusch
ä
h
ƒ Katalog von Maßnahmen im Anhang D der Leitlinie, einschl.
Informationen zur Beschaffung geeigneter Baumaterialien und zu
deren ökonomischer Verwendung
ƒ Erste Anwendung in allen Schulen der Städte Köln und Lübeck
Behandlung
„Akustik-Decke“
Ak tik D k “
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
(FM-) Übertragungsanlagen
Indikation und Verordnung
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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4
ƒ Indikation und erstattungsfähige Bauarten in Deutschland geregelt
d h Heilmittelrichtlinien,
durch
H il itt l i htli i
di auff den
die
d Leitlinien
L itli i b
beruhen
h
ƒ Zusätzliche, in den Richtlinien nicht enthaltene Empfehlungen
ƒ strukturiertes Interview (Fragebögen) mit Klassenlehrer
vor Beginn
ƒ Training der Lehrer z.B. durch den mobilen Dienst der
pädagogisch-audiologischen
äd
i h di l i h Ei
Einrichtungen
i ht
ƒ strukturiertes Protokoll nach 30 oder 45 Tagen der Nutzung
ƒ Nachweis der Verbesserung mit FM-Anlage,
FM Anlage, Fragebögen und
Kosten-Nutzen-Abwägung vor der endgültigen Verordnung
ƒ Verlaufskontrollen der Technik und der Hörleistungen des Kindes
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
ƒ Evidenz übender Therapiemaßnahmen unklar
ƒ Etwa gleich viele Studien weisen Effekte nach oder nicht
ƒ Unklar ist auch ein Transfer nicht-sprachlicher
Übungserfolge auf sprachliche oder kognitionsnahe
Leistungen (wahrscheinlich nicht)
ƒ Die Prognose von AVWS mit und ohne Therapie kann
ebenfalls noch nicht abschließend beurteilt werden
ƒ Betroffene erleben im Lauf ihres Lebens bei anspruchsanspruchs
vollen Hörsituationen immer wieder Einschränkungen
ƒ AVWS gibt es auch bei Erwachsenen!
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
Prognose
Hintergrund
AWMF--LL 049AWMF
049-012
Richtlinien
Fazit
Eingliederungshilfe nach
§ 35 SGB VIII und § 53 SGB XII
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Wenn die seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als 6
Monate von dem für ihr Lebensalter typischen Zustand abweicht und daher
ihre Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft beeinträchtigt ist oder eine
solche Beeinträchtigung zu erwarten ist
ƒ Fachärztliche
F hä tli h St
Stellungnahme:
ll
h
bi h nur Ärzte
bisher
Ä t für
fü KinderKi d und
d
Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Kinder- und Jugendpsychotherapeuten oder eines ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten
ƒ Nach Auffassung der AG AVWS der DGPP ist im Fall einer AVWS und/oder
einer Sprachentwicklungsstörung eine zusätzliche fachärztlichpädaudiologische
p
g
Stellungnahme
g
notwendig,
g, um den Krankheitswert der
zugrunde liegenden Störung (AVWS mit oder ohne Sprachentwicklungsstörung) nachzuweisen und zu bewerten
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Heilmittelrichtlinien: Wann darf SP2
im Regelfall verordnet werden?
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Zumindest “Eingangsdiagnostik”, Screening reicht nicht!
ƒ Oft ist rechtzeitig eine “weiterführende Diagnostik” zu
planen (gemeint ist bei Phoniatern und Pädaudiologen,
Neuropädiatern ggf
Neuropädiatern,
ggf. Kinder
Kinder- und Jugendpsychiatern)
ƒ Bei (überwiegender) medizinischer Indikation,
zur Krankheitsbekämpfung”!
Krankheitsbekämpfung !
“zur
ƒ Wenn die Behandlung (vom Inhalt, nicht nur Erfolg her!)
ärztlich überwacht werden kann (ist bei pädagogischen,
musischen und sportlichen Inhalten nicht gegeben!)
ƒ Wenn der Nutzen nachgewiesen ist (Evidenz!)
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Heilmittelrichtlinien: Wann darf SP2
im Regelfall nicht verordnet werden?
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Bei (überwiegend) sozialpädiatrischer Indikation
(z.B. bei Problemen des sprachlichen Vorbilds)
ƒ Zur sozialen Eingliederung (z.B. bei mangelnden
Deutschkenntnissen)
ƒ Wenn sonder- oder heilpädagogische Maßnahmen
geboten sind (z.B. bei globalen Entwicklungsstörungen)
ƒ Wenn sprachheilpädagogische Maßnahmen geboten
sind (meint auch die “Umetikettierung” von LRS in AVWS)
ƒ Wenn diese z.B. aus organisatorischen Gründen nicht
durchgeführt werden (z.B. wegen Personalmangel)
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Hilfsmittelrichtlinien 2012
§ 25 „Übertragungsanlagen
Übertragungsanlagen“
ƒ Bisher stets FM-Übertragungsanlagen im MHz-Bereich,
zunehmend digital im GHz-Bereich (z.B. Phonak „Roger“)
ƒ Für AVWS (bei peripher Normalhörenden),
sofern
ƒ HdO
HdO-Systeme
Systeme u.a. Hörsysteme für AVWS nicht sinnvoll
(alle Richt- und Leitlinien: HMR, ASHA, CSHA, AAA,
BSA,, DGPP))
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
1. fachärztlich pädaudiologisch festgestellt
2 Einsilberverstehen im Störschall eingeschränkt
2.
3. Satzverstehen im Störschall eingeschränkt (OlKiSa)
Hintergrund
AWMF-LL 049-012
Richtlinien
Fazit
Fazit
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
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30.09.2014
4
ƒ Keine Angst vor Leitlinien
ƒ In
I vielen
i l h
hochentwickelten
h t i k lt St
Staaten
t etabliert
t bli t
ƒ Deutsche LL im Konsens mit LL aus den USA und GB
ƒ Besser eine S1
S1-Leitinie
Leitinie als gar keine
ƒ Werden durch Richtlinien und Gesetze übertrumpft
ü c e Entscheidungshilfen
sc e du gs e für
ü sc
schwierige
e ge Themen,
e e ,
ƒ Nützliche
für die es keine Richtlinien und Gesetze gibt
ƒ Aber rechtlich nicht bindend
ƒ Therapie AVWS: Üben,
Ü
Klassenraumakustik optimieren,
Übertragungsanlagen, visuelle/mentale Kompensation
Die Behandlung von AVWS
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
www.uksh.de/phoniatrie-luebeck
30.09.2014
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im Spiegel von Leitlinien
Korrespondenzadresse und Urheberrecht
Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie
www.uksh.de/phoniatrie-luebeck
30.09.2014
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Prof. Dr. med. Rainer Schönweiler
L it d
Leiter
der S
Sektion
kti fü
für Ph
Phoniatrie
i t i und
d Päd
Pädaudiologie
di l i
(Sprach- ,Stimm- und kindliche Hörstörungen)
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160, D-23562 Lübeck
Tel. +49-(0)451-500-3485, Fax +49-(0)451-500-6792
Homepage Klinik: www
www.phoniatrie-luebeck.uk-sh.de
phoniatrie luebeck uk sh de
Homepage Lehrbuch: www.schoenweiler.de
E-Mail rainer.schoenweiler@phoniatrie.uni-luebeck.de
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Kunst und Fotos
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