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Masterplan Handwerk 2020 Fortschreibung 2014 - Hamburg

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©jörn buchheim/fotoila.com
Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Vorwort
Zum dritten Mal haben Senat und Handwerkskammer Hamburg den „Masterplan Handwerk 2020“ – erstmals beschlossen im September 2011 – fortgeschrieben. Die Partner haben damit ein weiteres Jahr bearbeitet, was sich der Senat im Rahmen seines Arbeitsprogramms vorgenommen hat: Für die über 15.000
Betriebe und 129.000 Beschäftigten des Hamburger Handwerks gemeinsam mit der Handwerkskammer
eine Strategie zu entwickeln und umzusetzen, die den Wirtschaftszweig Handwerk mittel- und langfristig
stärkt und so zugleich zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlergehen der Stadt Hamburg beiträgt.
Nach dem Muster „Gesagt – Getan“ haben die Partner bilanziert, was vereinbart wurde und was bisher
erreicht werden konnte. Sie halten daran fest, alljährlich Rechenschaft über die Ergebnisse der Hamburger
Handwerkspolitik abzulegen und den aktuellen Stand in einer Pressekonferenz zum Tag des Handwerks im
September eines jeden Jahres vorzustellen.
Im dritten Jahr der Fortschreibung tritt der strategische Charakter des „Masterplans Handwerk 2020“ noch
deutlicher als bisher hervor. Geförderte Maßnahmen, wie es sie vor allem in den Handlungsfeldern „Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ und „Umwelt“ gibt, haben langfristige Ziele nicht nur im Blick, sondern
werden auch mit entsprechender Weitsicht in ihren Ansätzen optimiert und fortgeführt. In anderen Handlungsfeldern, wie „Flächen für Handwerksbetriebe“ oder „Öffentliche Vergabe“, zeigen sich jetzt verstärkt die
Erfolge der mehrjährigen gemeinsamen Bearbeitung komplexer Anforderungen. Darüber hinaus wollen die
Partner in den beiden kommenden Jahren systematisch diejenigen Herausforderungen und Chancen erkunden, denen sich das Handwerk vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Strukturwandels speziell am Standort Hamburg gegenüber sieht. Senat und Handwerkskammer haben daher im Handlungsfeld „Handwerksförderung und Innovation“ eine Situations- und Potenzialanalyse zum Hamburger Handwerk vereinbart, um
auch für die Zukunft die strategische Ausrichtung des Masterplans und der Handwerkspolitik zu sichern.
Vor dem Hintergrund der Konsolidierung des Landeshaushalts waren die Partner zuletzt übereingekommen,
zur Finanzierung von Maßnahmen im Rahmen des Masterplans verstärkt Bundesmittel einzusetzen. Für
die Fortführung der Maßnahmen zur Nach- und Anpassungsqualifizierung im Handlungsfeld „Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ konnte ein vielversprechendes Konzept im Rahmen eines Bundesprogramms
entwickelt und damit auch ein gewichtiger Beitrag zur Fachkräftestrategie des Senats vorbereitet werden.
Die Fortschreibung 2014 fällt in die Zeit der Erstellung und Verabschiedung des Landeshaushalts. Wo im
„Masterplan Handwerk 2020“ eine finanzielle Förderung durch den Senat beziffert wird, stehen diese Zahlen
deshalb unter dem grundsätzlichen Vorbehalt des Beschlusses der Hamburgischen Bürgerschaft zum Doppelhaushalt 2015/2016.
Der Masterplan umfasst folgende Handlungsfelder:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Fachkräftesicherung und Qualifizierung
Flächen für Handwerksbetriebe
Handwerksförderung und Innovation
Existenzgründung und Betriebsnachfolge
Öffentliche Vergabe
Qualitätspolitik
Umwelt
Stadt als Partner im Rahmen der Imagekampagne des Handwerks
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
1. Fachkräftesicherung und Qualifizierung
1.1 Hintergrund
Konkurrenzfähige Dienstleistungen und Produkte setzen gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Der demografische Trend macht die Sicherung des Fachkräftebedarfs darum zu einem entscheidenden
Wettbewerbsfaktor – für den Standort Hamburg insgesamt ebenso wie für das Hamburger Handwerk. Dort ist
der Fachkräftemangel bereits Realität: In vielen Handwerksbranchen können offene Stellen inzwischen erst nach
vier bis fünf Monaten besetzt werden, wie eine aktuelle Engpassanalyse der Agentur für Arbeit Hamburg zeigt.
Für die weitere positive Entwicklung des Wirtschaftszweigs Handwerk sind darum die betriebliche Ausbildung und die Fort- und Weiterbildung von entscheidender Bedeutung. Das Hamburger Handwerk hat diese
Herausforderungen erkannt und steigert sein Engagement in Aus- und Weiterbildung. Über familienfreundliche Maßnahmen wollen die Unternehmen zudem mehr Frauen als Mitarbeiterinnen gewinnen. Zugleich
beschäftigen und qualifizieren sie gezielt mehr Personen mit Migrationshintergrund und setzen darauf, ältere
Beschäftigte länger im Betrieb zu halten.
Die Partner des „Masterplan Handwerk 2020“ haben die besonderen Belange des Handwerks in der Fachkräftestrategie der Stadt verankert und werden die Unternehmen und ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
bei der Entwicklung eigener Strategien unterstützen. Dazu sollen Fachkräftebedarfe identifiziert sowie bestehende, erfolgreich evaluierte Initiativen der Kammer, geeignete Förderprogramme und Projekte bedarfsgerecht und im Rahmen verfügbarer Finanzmittel entwickelt beziehungsweise weiterentwickelt werden. Dies
gilt insbesondere für die Förderung der individuellen Weiterbildung der Handwerkerinnen und Handwerker.
Im Handlungsfeld „Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ wurden in den Jahren 2011 bis 2014 für Maßnahmen
im Handwerk insgesamt 6,559 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Davon wurden 2,529 Millionen Euro vom
Land Hamburg, 2,438 Millionen Euro durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und 1,592 Millionen Euro (einschließlich Bundesmittel) über das Handwerk aufgebracht. Für 2015 sind – vorbehaltlich der abschließenden Prüfung und Bewilligung der von der Handwerkskammer beantragten Zuwendungen – Mittel in Höhe von insgesamt
2,055 Millionen Euro veranschlagt. Davon werden 0,465 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt, 0,688 Millionen Euro durch den ESF und 0,902 Millionen Euro (einschließlich Bundesmittel) über das Handwerk bereitgestellt.
1.2 Maßnahmen
1.2.1 ESF-Projekt „Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“
Das Handwerk bietet beste Ausbildungs-, Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten, die aber bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften oft nicht hinreichend bekannt sind. Sehr viel mehr Jugendliche,
insbesondere mehr junge Frauen, könnten eine betriebliche Ausbildung im Handwerk beginnen.
Das zum 1. Januar 2014 gestartete ESF-Projekt „Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ (INa) verbindet erfolgreiche Ansätze der ausgelaufenen ESF-Projekte „Serviceagentur Anschluss Handwerk“ und
„MIAH – Mehr Integration durch Ausbildung im Handwerk“. Für den Projektzeitraum vom 1. Januar 2014 bis
31. Dezember 2016 stehen 1.993.160 Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes bereit.
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Fortschreibung 2014
Ziel ist es, in enger Kooperation mit den Innungen und der Jugendberufsagentur die Zahl der Auszubildenden
im Hamburger Handwerk zu erhöhen, den Ausbildungserfolg zu sichern und den beruflichen Aufstieg von
Frauen im Handwerk zu fördern.
Zur Nachwuchsgewinnung soll das Projekt
• Kooperationen zwischen Schulen und Handwerksbetrieben vermitteln,
• Praxiskurse anbieten, in denen insgesamt 2.500 Schülerinnen und Schüler Erfahrungen im Handwerk sammeln,
• 300 Multiplikatoren/-innen und Lehrer/-innen an Fortbildungen und Veranstaltungen zur Berufswelt Handwerk teilnehmen lassen,
• 400 Jugendliche bei der Berufswahl begleiten und von diesen 150 in Ausbildung vermitteln (falls das Projekt „Perspektive Handwerk“ (siehe 1.2.2) nach 2014 keine Bundesförderung mehr erhält),
• ausbildungsunterstützendes Coaching für 60 Auszubildende und deren Betriebe leisten,
• 20 Gesellinnen bei ihrer Vorbereitung auf die Meisterprüfung begleiten,
• 500 Mütter und Väter über das Berufsfeld Handwerk informieren.
Das aus Bundesmitteln und Eigenmitteln der Handwerkskammer finanzierte Projekt „Perspektive Handwerk“ (siehe 1.2.2) erbringt mindestens bis Ende 2014 die Leistung des Moduls „Beratung und Vermittlung
in Ausbildung“ und senkt damit die Gesamtkosten des neuen Vorhabens, für das der Senat insgesamt rund
2 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Sozialfonds bereitstellt.
Sofern der Ansatz des Projekts „Perspektive Handwerk“ auch in den Jahren 2015 und 2016 über Bundesmittel fortgeführt werden kann, können die für das Modul „Beratung und Vermittlung in Ausbildung“ im Projekt
„Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ vorgesehenen Mittel für neue, noch näher zu bestimmende Module zur Unterstützung der Nachwuchssicherung im Handwerk genutzt werden. Hierzu treffen Senat
und Handwerkskammer eine gesonderte Vereinbarung.
1.2.2 Projekt „Perspektive Handwerk“
Jugendliche, die Interesse an einem Handwerksberuf haben oder eine entsprechende Eignung erkennen lassen, brauchen eine möglichst handwerksnahe Beratung und Unterstützung, um eine tragfähige Berufswahl
zu treffen und umzusetzen. Dies gilt besonders für diejenigen Jugendlichen, die im Rahmen der schulischen
Berufsorientierung oder nach ihrem Schulabschluss noch keine feste Anschlussperspektive entwickelt haben.
Seit dem 1. September 2012 berät das Projekt „Perspektive Handwerk“ (PHW) Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Jugendliche bis 24 Jahre in enger Abstimmung mit Lehrerinnen und Lehrern, Eltern und Betrieben.
Dabei orientiert sich die Beratung konsequent am Stand des individuellen Berufswahlprozesses und setzt am persönlichen Bedarf des einzelnen Jugendlichen an. Das Angebot ist modular gegliedert und reicht von der Berufsinformation über Stärken-Schwächen-Analysen, Betriebsbesuche, Praktikumsvermittlung und Bewerbungstraining
bis zur Vermittlung auf eine Lehrstelle. Zentraler Kooperationspartner des Projekts ist die Jugendberufsagentur.
Gesagt
Ein besonderer Schwerpunkt der Projektarbeit liegt in der Betreuung von jungen Frauen und von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien. Insgesamt soll das Projekt 800 Jugendliche informieren, beraten und beglei-
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
ten, davon 60 Prozent mit Migrationshintergrund. 480 Jugendliche sollen mit Hilfe des Projekts eine konkrete
berufliche Perspektive entwickeln und 160 von ihnen eine betriebliche Ausbildung aufnehmen.
Getan / Ergebnisse
Die Angebote des Projekts (www.perspektivehandwerk.de) werden sowohl von Jugendlichen wie von ihren Eltern stark nachgefragt. Für beide Zielgruppen wurde deshalb zuletzt eine wöchentliche BeratungsSprechstunde in der Handwerkskammer eingeführt. Das Projekt hat außerdem eine Online-Praktikumsbörse
aufgebaut (www.hwk-hamburg.de/nc/ausbildung/praktikumsboerse.html).
Bis zum Ende des Schuljahrs 2013/14 hat das Projekt
•
•
•
•
354 Jugendliche zu ihrer Berufswahl beraten (häufig mehrfach), davon 64 Prozent mit Migrationshintergrund,
220 Mütter und Väter auf Veranstaltungen oder in der Sprechstunde zur Berufswahl ihrer Kinder beraten,
67 Jugendliche in Praktika vermittelt,
120 Jugendliche in Ausbildung vermittelt.
Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2014 und wird über das Bundesprogramm XENOS gefördert. Über
die gesamte Laufzeit stellen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 200.000 Euro, der Europäische Sozialfonds 400.000 Euro und die Handwerkskammer Hamburg 200.000 Euro zur Verfügung.
Die Handwerkskammer strebt an, den Projektansatz nach Ende der Laufzeit im Rahmen eines neuen Bundesprogramms weiterzuführen.
1.2.3 Gewinnung von Studienabbrechern für die Berufsausbildung im Handwerk
Der steigende Fachkräftebedarf im Handwerk und der Mangel an qualifizierten Führungskräften sowie Betriebsnachfolgerinnen und -nachfolgern wirken sich auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und das
Angebot an handwerklichen Dienstleistungen aus. Künftig will das Hamburger Handwerk darum verstärkt
um junge Menschen werben, die eine Alternative zum Studium suchen und sich auf die Übernahme von
Fach- und Führungsaufgaben in Handwerksbetrieben vorbereiten wollen. Denn das Handwerk bietet hervorragende Perspektiven für Berufsstart und Karriere auch ohne Hochschulabschluss.
Bisher sind Studienabbrecherinnen und -abbrecher als potenzielle Auszubildende für die Betriebe allerdings
nicht systematisch zu erschließen. Deshalb soll geprüft werden, wie die Zielgruppe in größerem Umfang als
bisher angesprochen und für eine berufliche Qualifizierung im Handwerk gewonnen werden kann. Entsprechende Initiativen und Maßnahmen werden im Rahmen des Aktionsbündnisses für Bildung und Beschäftigung Hamburg – Hamburger Fachkräftenetzwerk entwickelt und umgesetzt.
1.2.4 ESF-Projekt „Die Chance – Berufsabschluss im Handwerk“
Während in Teilen des Hamburger Handwerks schon heute Fachkräftemangel herrscht, steigt der prozentuale
Anteil junger ungelernter Erwachsener unter den Arbeitslosen in Hamburg. Das Arbeitsprogramm des Senats sieht deshalb vor, ungelernten Arbeitslosen Chancen auf eine Ausbildung zu eröffnen.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Die Handwerkskammer hat zum 1. Mai 2012 in enger Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und jobcenter team.arbeit.hamburg das Projekt „Die Chance – Berufsabschluss im Handwerk“ gestartet. Der Senat hat
hierfür zunächst über eine Laufzeit von zwei Jahren Mittel in Höhe von 596.494 Euro aus dem Europäischen
Sozialfonds und dem Landeshaushalt bereitgestellt.
Gesagt
Die Zielgruppe wird in Bildungseinrichtungen des Handwerks durch den Erwerb fachlicher und überfachlicher
Kompetenzen in Lernmodulen und Betrieben qualifiziert und auf die Externenprüfung vorbereitet. Senat und
Handwerkskammer streben an, im Anschluss an die Maßnahme ein Folgeprojekt aufzulegen, das die Nachqualifizierung den individuellen Voraussetzungen entsprechend weiter flexibilisiert und damit Teilnehmerinnen und Teilnehmer besser erreichen kann.
Getan
Nach knapp zwei Jahren Laufzeit hat das Projekt 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgenommen (Zielzahl
für die zunächst zweijährige Laufzeit: 120) und qualifiziert sie für einen Berufsabschluss im Handwerk. Die
bisherigen Erfahrungen wurden für die kontinuierliche Verbesserung des Angebots genutzt und das Spektrum der Abschlüsse auf sieben Handwerksberufe ausgeweitet. Darüber hinaus wurde das Volumen der
bereitgestellten Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Landeshaushalt auf 684.448 Euro erhöht
und das Projekt bis zum 31. Dezember 2014 verlängert.
Ergebnisse
Das Qualifizierungsangebot trägt dazu bei, den Fachkräftemangel im Hamburger Handwerk zu entschärfen und Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Senat und Handwerkskammer arbeiten am Entwurf eines Folgeprojekts. Nach gemeinsamer Einschätzung der Partner erscheint es dabei
aussichtsreich, den Ansatz auf ungelernte Beschäftigte auszuweiten und damit Teilnehmerinnen und Teilnehmer für das Programm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer
in Unternehmen) zu gewinnen. Der Ansatz des Projektes „Die Chance – Berufsabschluss im Handwerk“
soll damit auch über den 31. Dezember 2014 hinaus in geeigneter Weise aufrecht erhalten werden (siehe
das für 2015 geplante neue Vorhaben 1.2.6 „Mission Zukunft – Nach- und Anpassungsqualifizierungen in
Hamburg“).
1.2.5 ESF-Projekt „Anpassungsqualifizierung im Handwerk“
Seit dem 1. April 2012 ermöglicht das Anerkennungsgesetz Menschen mit im Ausland erworbener Berufsqualifikation, deren Gleichwertigkeit mit einem deutschen Referenzberuf feststellen zu lassen und damit
adäquaten Zugang zum Arbeitsmarkt zu bekommen. Senat und Handwerkskammer betrachten das Anerkennungsgesetz deshalb als wichtiges Instrument gegen den Fachkräftemangel. Soweit die ausländische
Berufsqualifikation wesentliche Unterschiede zum angestrebten deutschen Referenzberuf aufweist, stellt
der Bescheid die fehlenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse fest.
Diese wesentlichen Unterschiede können in praxisorientierten Lehrgängen des ESF-Projekts „Anpassungsqualifizierung im Handwerk“ ausgeglichen werden, das vom 1. Mai 2012 bis zum 31. Dezember 2014 läuft.
Wegen der hohen Bedeutung für Arbeitsmarkt und Integration stellt der Senat für diese Maßnahme 870.000
Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes bereit.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Gesagt
Mit Abschluss der Konzeptphase und Beginn der Implementierungsphase wurde die Zielzahl der in Qualifizierung zu führenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 70 auf 100 erhöht. Die Handwerkskammer Hamburg
und der Senat vereinbaren, das kommende Bundes-ESF-Programm zur Qualifizierung von Migrantinnen und
Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes zu nutzen, um die Ziele der Fachkräftestrategie und des
„Masterplan Handwerk 2020“ zu unterstützen. Als künftige Erstzuwendungsempfängerin des Bundesprogramms wird die Handwerkskammer Hamburg im Dialog mit dem Senat geeignete Teilprojekte auswählen
und vergeben.
Getan
Derzeit werden 38 Personen im Projekt zur Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses geführt. Senat und
Handwerkskammer haben gemeinsam ein Konzept entwickelt, um auf Basis des künftigen Bundesqualifizierungsprogramms das Angebot für Nach- und Anpassungsqualifizierungen in Hamburg weiter zu verbessern
(siehe das für 2015 geplante neue Vorhaben 1.2.6 „Mission Zukunft – Nach- und Anpassungsqualifizierungen
in Hamburg“).
Ergebnisse
Rund 80 Prozent derjenigen Antragstellerinnen und Antragsteller, deren ausländische Berufsqualifikation nur
teilweise anerkannt werden kann, nutzen das Projekt, um die volle Qualifikation für den jeweiligen deutschen
Referenzberuf im Handwerk zu erlangen. Sieben Teilnehmende haben bisher die volle Anerkennung durchlaufen. Das Angebot wird damit von der Zielgruppe als wertvolle Perspektive wahrgenommen und trägt dazu
bei, das Fachkräftepotenzial zugewanderter Menschen zu heben.
1.2.6 Projekt „Mission Zukunft – Nach- und Anpassungsqualifizierungen in Hamburg“ (neu)
Vorbehaltlich der konkreten Ausgestaltung des geplanten Bundes-ESF-Programms zur Qualifizierung von
Migrantinnen und Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes streben Senat und Handwerkskammer
in diesem Zusammenhang gemeinsam an, ein zentrales Serviceangebot für Nach- und Anpassungsqualifizierungen – auch außerhalb des Wirtschaftszweigs Handwerk – in Hamburg aufzubauen. Da in dem geplanten
Bundesprogramm Menschen mit Migrationshintergrund im Fokus stehen werden, prüft der Senat, über die
Weiterführung des Ansatzes der Nachqualifizierungen mit eigenen Mitteln eine entsprechende Angebotsstruktur auch für Menschen ohne Migrationshintergrund vorzuhalten.
1.2.7 Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“
Die nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Handwerks setzt gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voraus. Weiterbildung ist für die Betriebe eine zielführende Strategie, den
künftigen Fachkräftebedarf zu sichern. Trotz des gestiegenen Bewusstseins für die Notwendigkeit, sich den
Anforderungen des Marktes durch entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu stellen und sich so im
Wettbewerb zu behaupten, ist die Weiterbildungsbeteiligung insbesondere von Kleinbetrieben jedoch noch
unbefriedigend.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Damit das Hamburger Handwerk wettbewerbsfähig bleibt, haben Senat und Handwerkskammer bereits in
2012 ein Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ vereinbart, das am 1. Januar 2013 im Rahmen des
ESF-Programms „Weiterbildungsbonus“ mit einer Laufzeit von zunächst einem Jahr gestartet ist. Dabei wurde
über den Förderhöchstbetrag (bis maximal 2.000 Euro) und die anteilige Kostenübernahme (bis zu 75 Prozent)
ein besonderer Anreiz für Weiterbildungsinteressierte im Handwerk geschaffen. Der ESF-„Weiterbildungsbonus“ wurde hierfür zunächst bis Ende 2013 verlängert und um zwei handwerksspezifische Qualifizierungsberaterinnen oder -berater ergänzt, die am Elbcampus präsent sind und durch aufsuchende Beratung von Betrieben die Weiterbildungsbeteiligung von Handwerksbetrieben erhöhen. Verbindliche inhaltliche Förderschwerpunkte des Programmjahres 2013 waren die Qualifizierungsbereiche „Umwelttechnik“ und „Qualitätspolitik“.
Gesagt
Im Lichte der Ergebnisse aus der Ende 2013 auszuwertenden Evaluation wird das Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ im Jahr 2014 weitergeführt werden.
Getan / Ergebnisse
Bis zum 31. Juli 2014 förderte das Programm 228 Handwerkerinnen und Handwerker, für deren Weiterbildungsmaßnahmen rund 210.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds sowie knapp 150.000 Euro Eigenmittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgewendet wurden. Aufgrund dieser erfolgreichen Bilanz haben
Handwerkskammer und Senat vereinbart, das Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ im Rahmen
des für die ESF-Förderperiode 2014 bis 2020 zwischenzeitlich neu aufgelegten Weiterbildungsbonus (1. Januar 2014 bis 31. Dezember 2016) zunächst bis Ende 2014 zu den gleichen Konditionen wie bisher weiterzuführen und die Förderschwerpunkte um den Bereich „Technische Innovation“ zu erweitern. Bis Ende 2014
verständigen sich Senat und Kammer darüber, in welchem Umfang und mit welchen Schwerpunkten das
Programm fortgeführt wird. Für das Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ werden im Rahmen
des ESF-„Weiterbildungsbonus“ bis zu 300.000 Euro bereitgestellt.
1.2.8 Projekt „Lüüd – Personalberatung für Handwerk und Mittelstand in Hamburg“
Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels ist professionelles Personalmanagement auch für die Handwerkswirtschaft zu einem Schlüsselthema geworden. Kleine und mittlere Betriebe können diese Aufgabe
allerdings häufig nicht aus eigener Kraft bewältigen.
Die Handwerkskammer Hamburg hat deshalb im Juni 2013 im Verbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit Hamburg und jobcenter team.arbeit.hamburg, der IKK
classic und der Stiftung Berufliche Bildung das Projekt „Lüüd – Personalberatung für Handwerk und Mittelstand in Hamburg“ gestartet. Der Senat betrachtet Lüüd als wichtigen Beitrag des Handwerks zur Fachkräftestrategie der Stadt und begleitet das Projekt im Beirat.
Gesagt
Lüüd bietet im Elbcampus der Handwerkskammer fachkundige Beratung und konkrete Lösungsangebote
aus einer Hand zu allen Fragen rund um die Themen Personal und Qualifizierung. Das Serviceangebot richtet sich gleichermaßen an Unternehmerinnen und Unternehmer und Beschäftigte und wird das Hamburger
Handwerk im Fachkräftewettbewerb kompetent unterstützen.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Getan / Ergebnisse
Das Projekt (www.lüüd.de) hat bis Juni 2014 rund 230 Beratungen durchgeführt. 90 Prozent der Beratungsfälle entfielen auf Handwerksbetriebe, weitere 10 Prozent auf andere kleine und mittelständische Unternehmen sowie auf Arbeitnehmer. Nachdem Lüüd in seinem ersten Jahr überwiegend bei der Personalfindung
unterstützt hat, fokussiert sich das Projekt künftig stärker auf Hilfe bei der Personalbindung und der Personalentwicklung.
Das Projekt Lüüd wird im Rahmen der „Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)“ des BMAS bis zum März
2016 gefördert. Dafür stellen das BMAS 577.000 Euro und die Handwerkskammer 305.000 Euro zur Verfügung.
2. Flächen für Handwerksbetriebe
2.1 Hintergrund
Senat und Handwerkskammer Hamburg vereinbaren, mit verschiedenen strategischen Ansätzen auf ein
ausreichendes Angebot an qualitativ und preislich für Handwerksbetriebe geeigneten Flächen hinzuarbeiten.
Senat und Handwerkskammer sind sich einig, dass Wohnungsbaupolitik und die Bereitstellung von Gewerbeflächen im Gleichklang laufen und im Rahmen eines integrierten, auf alle Belange der Stadt ausgerichteten
strategischen Flächenmanagements betrachtet werden müssen. Insbesondere in verdichteten Stadtteilen
mit großer Einwohnerzahl soll darauf hingewirkt werden, dass eine quartiersbezogene Versorgung der Bevölkerung durch ansässige Handwerksbetriebe sichergestellt wird.
2.2 Maßnahmen
2.2.1 Strategisches Flächenmanagement
Gesagt
Im Rahmen der Fortschreibung der Gewerbeflächenkonzepte sind die Konzepte intensiver auf die zukünftige
Gewerbeflächenentwicklung auszurichten, insbesondere durch Gegenüberstellung vorhandener Flächenpotenziale und der anzunehmenden zukünftigen Flächennachfrage. Hierbei werden die Ergebnisse der Studie
„Spezifikation / Typologie der Gewerbeflächennachfrage bis 2025 in Hamburg“ Berücksichtigung finden.
Getan / Ergebnis
Die 2013 erstmals aufgestellten Gewerbeflächenkonzepte der Bezirke haben zu einer stärkeren Wahrnehmung des Themas in den Bezirksgremien beigetragen. In der Folge wurde die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) in drei Bezirken zu Diskussionen über den Gewerbeflächenbedarf gebeten.
Die Gewerbeflächenkonzepte der Bezirke sollen in 2015 / 2016 fortgeschrieben werden. Bei den Fortschreibungen erfolgt eine Verschränkung mit der Typologisierung und dem Flächeninformationssystem. Die Gewerbeflächenentwicklung sowie mögliche Potenzialflächen finden stärkere Beachtung. Zudem enthalten die
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Gewerbeflächenkonzepte eine Aufstellung der in der Zwischenzeit erfolgten Neuausweisung, planerischen
Qualifizierung, Umwidmung oder Umwandlung von Gewerbeflächen.
Die in 2013 überarbeiteten Wirtschaftsförderkriterien, die eine erleichterte Vergabe für Handwerksbetriebe
vorsehen, haben sich bewährt; für die ersten Handwerksbetriebe konnten neue Gewerbeflächen disponiert
werden.
Die Bezirke werden durch Senatsbeschluss ermächtigt, Flächen von nicht gesamtstädtischer Bedeutung selber oder über die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH zu veräußern. Dadurch soll
die Flächenvergabe insbesondere an Handwerksbetriebe schneller erfolgen. In den Bezirken Harburg und
Bergedorf wird das Verfahren bereits Ende 2014 starten.
Die BWVI hat eine Gewerbeflächenbedarfsanalyse „Spezifikation / Typologie der Gewerbeflächennachfrage
bis 2025 in Hamburg“ im letzten Jahr fertiggestellt.
Anschließend sind alle städtischen Gewerbeflächen nach der in der Studie erarbeiteten Gewerbeflächentypologie den entsprechenden Typen und dem Muster der Studie zugeordnet beziehungsweise kategorisiert
worden. Damit ist die methodische Voraussetzung für einen künftigen, regelhaften Abgleich der Nachfrage
mit dem Flächenangebot durch die BWVI geschaffen worden, was im Idealfall zu einer größtmöglichen quantitativen und qualitativen Übereinstimmung führt.
Eine der Typologien weist Flächen für Handwerksbetriebe aus; damit kann der Bestand der städtisch verfügbaren Gewerbeflächen für Handwerksbetriebe exakt ermittelt werden.
Derzeit wird ein IT-System „Gemeinsame Datengrundlage zu Flächen und Unternehmen im Rahmen der
Wirtschaftsförderung“ entwickelt. Nach dem anschließenden Roll-Out des Systems wird neben dem Abgleich von Nachfrage und Bestand und der Kartendarstellung des Flächenbestands auch eine gezielte Suche
beziehungsweise eine maßgeschnittene Auskunft möglich. Die Handwerkskammer wird einen geeigneten
Zugriff auf die Daten erhalten.
Alle handwerksgeeigneten Wirtschaftsförderungsflächen wurden in die Online-Immobiliendatenbank des
Landesbetriebs Immobilienmanagement und Grundvermögen eingepflegt. Hierdurch erhalten Handwerksbetriebe die Möglichkeit, bei einem Grundstückskaufinteresse gezielt flächenbezogen an die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH heranzutreten.
Um die noch vorhandenen handwerksgeeigneten Flächenreserven gezielt für das Handwerk zu erschließen
und die Flächenversorgung zu entspannen, haben die Handwerkskammer Hamburg und die HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH eine weitgehende Kooperation vereinbart. Hierdurch erhalten die suchenden Handwerksbetriebe die Möglichkeit, über die HDB – Hamburger Immobiliendatenbank
der HWF auf ein größeres Angebot zurückzugreifen. Die Handwerkskammer hat sich in die Entwicklung der
Hamburger Immobiliendatenbank eingebracht, und es wurden einige handwerksspezifische Funktionen entwickelt, die Handwerksbetrieben die Suche nach einer geeigneten Fläche erleichtern sollen.
Als nächster Schritt ist die Ausweitung der Kooperation auf die Handelskammer und die Integration der HDB
– Hamburger Immobiliendatenbank der HWF in deren Online-Auftritt geplant.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
2.2.2 Gewerbehöfe als Baustein zur Versorgung des Handwerks mit geeigneten Flächen
Gesagt
Auf Grundlage des Handlungskonzepts für Handwerks- und Gewerbehöfe prüft der Senat im Dialog mit der
Handwerkskammer weitere konkrete Schritte zur Realisierung. Senat und Handwerkskammer haben vereinbart, dass ein städtischer Handwerks- und Gewerbehof nach Vorbild der Gewerbehöfe in München unter der
Voraussetzung erstellt wird, dass bis zum Abschluss des Baugenehmigungsverfahrens eine 80-prozentige
Vorvermietung durch die Handwerkskammer nachgewiesen wird. Als Standort haben sich beide Seiten auf
die städtische Fläche am Offakamp in Eimsbüttel verständigt.
Getan
Der Bericht zu Handwerks- und Gewerbehöfen in Hamburg ist am 22. Mai 2014 in der Senatskommission für
Stadtentwicklung und Wohnungsbau beschlossen worden und soll als Grundlage für die zukünftige Entwicklung städtischer Handwerks- und Gewerbehöfe dienen.
Im Bericht wird die Sprinkenhof GmbH beauftragt, einen Kompetenzbereich „Gewerbehöfe“ einzurichten.
Der Kompetenzbereich wird mit der Erstellung des Gewerbehofs am Offakamp beginnen und im weiteren
Verfahren die Verwaltung aller weiteren Gewerbehöfe der Sprinkenhof GmbH übernehmen.
Im Auftrag der BWVI hat der Architekt des Gewerbehofs in München-Laim eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Danach kann die Planung mit leichten Modifikationen grundsätzlich übernommen werden.
Die Handwerkskammer hat parallel in Zusammenarbeit mit einer Agentur ein Kommunikations- und Vermarktungskonzept vorgestellt, um möglichst viele Handwerksbetriebe für den Handwerks- und Gewerbehof am
Offakamp zu gewinnen. Im September 2014 wird die Handwerkskammer mit ihren Vermarktungsaktivitäten
beginnen.
Weitere Flächenpotenziale für zukünftige Gewerbehöfe sind im Bericht aufgeführt (Huckepackbahnhof / Dulsberg 6 / Krausestraße).
2.2.3 Modell zur Sozialgerechten Bodennutzung / Kostenbeteiligung in der Bauleitplanung
Gesagt
Eine Neuregelung der Kostenbeteiligung ist vorgesehen. Dabei wird zu entscheiden sein, ob – entsprechend
dem Münchener Modell zur Sozialgerechten Bodennutzung – auch eine Regelung betreffend die Kosten eines
Ausgleichs für die Umwandlung von Gewerbeflächen aufgenommen werden soll, um dadurch auch in Hamburg
einen sinnvollen Beitrag zum Ausgleich von Beeinträchtigungen der Flächenversorgung der Wirtschaft infolge
der Umnutzung von gewerblichen Bauflächen zu sogenannten höherwertigen Nutzungen leisten zu können.
Getan / Ergebnisse
Die Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnungsbau hat neue „Regelungen zur Kostenbeteiligung
in der Bauleitplanung“ beschlossen, die ab Herbst 2014 im Internet zugänglich sein sollen. Für die Umwandlung von Gewerbe- zu beispielsweise Wohnbauflächen hat die Senatskommission für Stadtentwicklung und
Wohnungsbau am 29. Juni 2012 Verfahrenswege vorgezeichnet, die auch für die Regelungen zur Kostenbetei-
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
ligung gelten – unter anderem auch den Weg der angemessenen Kostenbeteiligung von Planungsbegünstigten. Zur Konkretisierung der Verfahrenswege wird die BWVI ein Prüf- und Entscheidungsverfahren abstimmen.
Darüber hinaus werden derzeit die rechtssichere Erhebung von Gewerbeausgleichsbeträgen und ihre rechtssichere Zuordnung zu städtischen Maßnahmen, Gewerbeersatzraum zu schaffen, geklärt. Die Prüfungen
betreffen insbesondere folgende Fragen:
• Welche bauplanungsrechtlichen gewerblichen Bauflächenkategorien dürfen rechtssicher für Gewerbeausgleich in Betracht kommen?
• Bei welchem Nutzungszustand (noch nie genutzt oder noch nie gewerblich genutzt, seit einiger Zeit nicht
mehr gewerblich genutzt, genutzt etc.) sind Ausgleichsforderungen zulässig?
• Können Ausgleichsbeträge nur Ersatzvornahmen, bei denen es um den Bau eines städtischen Gewerbehofs geht, zugeordnet werden oder darf auch die staatliche finanzielle Förderung privat zu errichtender Gewerbehöfe, wie sie der Bericht der BWVI zu Handwerks- und Gewerbehöfen als wesentliche Maßnahme
vorsieht, als Ersatzvornahme gelten?
• Wenn ja: Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Ersatzmaßnahmekonzepte (städtischer Gewerbehof oder finanzielle Förderung eines privat entstehenden Gewerbehofs) auf die rechtssichere Berechnungsmethode des Ausgleichsbetrags?
• Wie lange dürfen Ausgleichsbeträge gesammelt und „Ausgleichsobjekten“ zugeordnet werden? Gibt es
auch die Möglichkeit, noch nachträglich nach Errichtung des Gewerbehofs Beträge zu sammeln und sozusagen rückwirkend zuzuordnen?
Nach Abschluss der Klärungen werden die Ergebnisse in einer Handreichung zusammengefasst. Unabhängig
von der Konkretisierung der oben genannten Verfahrenswege und Klärungen können in relevanten Einzelfällen auf der Basis der §§ 11 und 12 Baugesetzbuch Regelungen zur Kostenbeteiligung bei Gewerbeausgleich
jedoch schon jetzt in Form von kostenrelevanten Bindungen für reale Kompensationsmaßnahmen des Planungsbegünstigten im Planungsumgriff aufgenommen werden. Die derzeitige Praxis zeigt, dass in den wenigen aktuellen Umwandlungsfällen die Bezirke diese Überlegungen auch bereits anstellen.
2.2.4 Zusammenführen von Wohnen und Arbeiten im Stadtteil
Gesagt
Bis Ende 2012 werden die planungs- und baurechtlichen Instrumente in der Arbeitsgruppe mit dem Ziel
behandelt, weitere Sicherungsmöglichkeiten im Flächenangebot für Handwerksbetriebe zu ermitteln. Alle
identifizierten Ergebnisse werden bis Mitte 2013 in einer Arbeitshilfe zusammengefasst.
Getan
Um Handwerk in Gemengelagen zu sichern, vor Verdrängung zu schützen und die Nachbarschaft zum Wohnen nachhaltig zu gestalten, hat sich die Unterarbeitsgruppe „Wohnen und Arbeiten im Stadtteil“ unter Einbeziehung von Experten mit planungs-, bau- und relevanten fachrechtlichen Instrumenten befasst.
Ergebnis
Die Unterarbeitsgruppe „Wohnen und Arbeiten im Stadtteil“ hat zu einer größeren Sensibilisierung der beteiligten Akteure für die Belange der produzierenden Handwerksunternehmen beigetragen. Dabei ist offen-
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
kundig geworden, dass eine stärkere Mischung von Wohnen und Arbeiten, gerade im Hinblick auf produzierende Handwerksbetriebe mit Störpotenzial, konfliktbehaftet sein kann und daher maßgeblich von Initiativen
zur Änderung einschlägiger Bundesgesetze, insbesondere des Immissionsschutzrechts, abhängt. Der Senat
stellt sich dieser Herausforderung auf Bundesebene und wird dieses Thema im Rahmen einer neuen Strategie für Großstädte und Metropolen aufgreifen. Eine Arbeitshilfe auf Basis bestehender Rechtsgrundlagen,
die nur geringes Potenzial zur Vermeidung von Nachbarschaftskonflikten bietet, wäre daher nicht zielführend.
Vielmehr verfolgt der Senat für die derzeitige Praxis und die Zukunft folgende Ziele:
• Bei der Entwicklung von Überlegungen zur Überplanung von Bestandsgebieten werden ansässige Betriebe unter Einbeziehung der Handwerkskammer Hamburg frühzeitig berücksichtigt, um Verdrängungsprozesse möglichst zu vermeiden.
• Mit der Ausweisung von Mischgebieten wird zurückhaltend umgegangen, da für die dauerhafte Steuerung
der grundsätzlich vorgesehenen Funktionsmischung in diesen Gebieten keine durchschlagenden Instrumente zur Verfügung stehen.
• Die Auswirkungen von Planungsprozessen auf die Veränderung der Bodenwerte und daraus resultierend
auf den Besatz mit Handwerksunternehmen werden bewusst berücksichtigt.
Der Senat verfolgt auch über einzelne Planverfahren hinaus weiterhin das Zielbild einer nutzungsdurchmischten Stadt, bei der eine engere räumliche Verflechtung von Wohnen und Arbeiten gerade für kleinere, stadtversorgende Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, wie sie für das Handwerk typisch sind, möglich ist. Der
Senat erprobt in Modellquartieren, wie im Rahmen des geltenden Planungsrechts Lösungen zur Vereinbarung einer engen Nachbarschaft von produzierendem Kleingewerbe und Wohnen möglich sind (Kolbenhof,
Rothenburgsort südlich des ehemaligen Huckepackbahnhofs). Die Handwerkskammer wird an diesen Prozessen frühzeitig beteiligt und bringt dabei die Belange des Handwerks ein.
Der Senat setzt sich darüber hinaus für eine Änderung bundesgesetzlicher Regelungen ein, die noch im
Geiste der Trennung der Funktionen verhaftet sind, um vielfältige Nutzungsmischungen in den Quartieren
und Stadtteilen zu ermöglichen. Im Vordergrund stehen dabei Änderungsbedarfe innerhalb der Baunutzungsverordnung, des Baugesetzbuches sowie des Immissionsschutzrechts, insbesondere bei Bestimmungen
zum Lärmschutz.
Die Gebiete, die sich für eine Ansiedlung von insbesondere „nicht wesentlich störenden“ Handwerksbetrieben zur wohnortnahen Versorgung eignen, werden im Rahmen der Fortschreibung der Gewerbeflächenkonzepte 2015/2016 in den Bezirken identifiziert. Den Gemengelagen soll bei der Fortschreibung der Konzepte
eine stärkere Bedeutung zukommen (siehe 2.2.1).
3. Handwerksförderung und Innovation
3.1 Hintergrund
Der gesamtwirtschaftliche Innovationsprozess ist der Motor für die Dynamik sowie für den Erhalt und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. In diesem Kontext spielt das Handwerk eine bedeutende Rolle.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Handwerksbetriebe entwickeln zahlreiche neue Produkte und Dienstleistungen und sind auf vielen Innovationsfeldern – etwa der Umwelttechnik – Schnittstelle zwischen Industrie und Endkunden. Zugleich können Handwerksbetriebe als zumeist kleine Unternehmen Innovationsprozesse oft nicht ohne Unterstützung bewältigen.
Senat und Handwerkskammer haben darum vereinbart, das Handwerk als Ideengeber und als Umsetzer von
Innovationen zu stärken.
3.2 Maßnahmen
3.2.1 Betriebsberatungsförderung
Die Betriebsberatung der Handwerkskammer ist die wichtigste Ansprechpartnerin für Handwerksbetriebe
in allen Themenfeldern der betrieblichen Weiterentwicklung, wie zum Beispiel Fragen zur betriebswirtschaftlichen Entwicklung, zur Innovation und Technologie oder zur Betriebsnachfolge. Da die Handwerksbetriebe
aufgrund ihrer Größe auf das Betriebsberatungsangebot der Handwerkskammern angewiesen sind, unterstützt der Bund die Kammern hierbei mit einer anteiligen Förderung.
Der Senat hat darüber hinaus für 2013 und 2014 erneut eine anteilige Landesförderung in Form eines jährlichen Zuschusses von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.
Gesagt
Der Senat strebt an, die Bundesförderung über diesen Zeitpunkt hinaus weiterhin zu ergänzen.
Getan
Der Senat strebt im Verfahren der „Haushaltsaufstellung 2015 und 2016“ auch für diese Jahre eine Landesförderung der Betriebsberatung in Höhe von 40.000 Euro an.
3.2.2 Hamburgische Investitions- und Förderbank: Förderung für Handwerksbetriebe
Gesagt
Der Senat beabsichtigt, mit der Einrichtung der Hamburgischen Investitions- und Förderbank Hamburg (IFB
Hamburg) insbesondere auch die Finanzierungssituation für kleine und mittlere Unternehmen in Hamburg
zu verbessern. Die Kammer kann sich bei den Gremien, der Förder- und Finanzierungsberatung einbringen.
Ein Regeldialog zwischen den Beraterinnen und Beratern der Kammer und den Förderlotsen und eine Hospitation der Förderlotsen in der Betriebsberatung der Kammer sowie weitere gemeinsame Veranstaltungen
mit dem Schwerpunkt Finanzierung beziehungsweise Förderung sind in Planung.
Getan / Ergebnisse
Die Zusammenarbeit zwischen der IFB Hamburg und der Handwerkskammer Hamburg ist sukzessive ausgebaut und verstetigt worden, indem
• der Präsident der Handwerkskammer Hamburg durch den Senat in den Verwaltungsrat berufen wurde;
15
Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
• sich die relevanten Geschäftsbereiche von IFB Hamburg und Handwerkskammer in regelmäßigen Arbeitstreffen unter anderem über die handwerksseitige Nachfrage bei Förderprogrammen austauschen und
Maßnahmen zur Bewerbung und Erhöhung der Inanspruchnahme erarbeiten;
• die Schnittstelle zwischen dem Beratungscenter Wirtschaft und der Betriebsberatung bei der Bearbeitung
des Gründungsprogramms für Meisterinnen und Meister ausgestaltet wurde, Aktivitäten zur Vermarktung
des Programms gemeinsam umgesetzt werden und die IFB-Förderlotsen in der Betriebsberatung hospitiert haben;
• die Veranstaltungen der IFB Hamburg zu thematischen Förderprogrammen beworben werden;
• gemeinsame Veranstaltungen oder Veranstaltungsreihen zum Themenfeld „Finanzierung & Förderung“,
zum Beispiel im Rahmen der Gründerwoche Deutschland, durchgeführt werden;
• die Innovationsberatung, die Betriebsberatung und eine ausgewählte Innung als Pilotprojekt ein gewerkespezifisches Netzwerk mit dem Ziel aufbauen werden, die teilnehmenden innovations- und technologienahen Handwerksbetriebe an die Angebote der Innovationsförderung heranzuführen.
Zum 1. August 2013 wurde der Hamburg-Kredit eingeführt, der auch für Handwerksbetriebe ein sinnvolles,
zinsvergünstigtes Darlehen ist. Der Kreditbetrag ist auf 500.000 Euro begrenzt und deckt die üblichen Finanzierungsbedarfe von existierenden Handwerksbetrieben ab. Bis zum 30. Juni 2014 wurden bereits sieben
Handwerksunternehmen mit einem Gesamtkreditvolumen von 915.000 € unterstützt.
Seit dem 15. August 2014 unterstützt die IFB Hamburg mit dem „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“
kleine und mittlere Existenzgründungen, Unternehmensübernahmen und Gründungen in der Phase der Existenzsicherung mit einem zinsvergünstigten Darlehen. Dabei werden Bürgschaften der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH regelhaft für eine Haftungsfreistellung mit einbezogen. Zielgruppe dieser Maßnahme
sind insbesondere auch Gründerinnen und Gründer sowie Übernehmer und Übernehmerinnen aus dem
Handwerksbereich.
Im Rahmen der Innovationsförderung werden auch in Zukunft Mittel für beantragte Projekte aus dem Handwerk bedarfsgerecht bereitstehen. Die Handwerkskammer ist im Innovationsausschuss und der Vergabekommission innerhalb der IFB Hamburg vertreten.
3.2.3 Überprüfung der Programme der Wirtschaftsförderung
Gesagt
Der Senat wird die Programme der Wirtschaftsförderung überprüfen und sich dabei an strategischen Zielen
der Mittelstandspolitik orientieren.
Die Auswertung der Maßnahmen der anderen Länder hat über die bereits bekannten, eigens recherchierten
Förderprogramme hinaus keine neuen Erkenntnisse erbracht.
Damit ist die Recherchephase abgeschlossen. In einem zweiten Schritt erfolgt zurzeit eine nähere Betrachtung des Materials in Form einer systematischen Auswertung.
Die vertiefende Prüfung und Bewertung jedes erfolgreichen und bedarfsgerechten Förderangebots jedes Bundeslandes wird gemeinsam anhand eines einheitlichen Bewertungsschemas bis Mitte 2014 vorgenommen.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Getan / Ergebnis
Die Überprüfung der Wirtschaftsförderungsprogramme hat ergeben, dass Hamburg im Bundesvergleich gut
aufgestellt ist. Zur Entwicklung zukünftiger Strategien für das Handwerk werden die bisherigen Erkenntnisse
in eine Potenzialanalyse (siehe 3.2.4) für das Hamburger Handwerk einfließen.
3.2.4 Situations- und Potenzialanalyse Handwerk in Hamburg (neu)
Mit dem „Masterplan Handwerk 2020“ haben sich Senat und Handwerkskammer auf eine langfristig angelegte handwerkspolitische Strategie für Hamburg verständigt. Damit in diesem Rahmen – und darüber
hinaus – gut abgesicherte Entscheidungen und Weichenstellungen in Politik und Handwerk getroffen werden
können, bedarf es belastbarer standortspezifischer Informationen über die konkreten Stärken, Herausforderungen und Entwicklungschancen des Wirtschaftsbereichs Handwerk in Hamburg.
Die Partner beabsichtigen daher, in einem zweijährigen Projekt (2015 bis 2016) gemeinsam die gegenwärtige
Situation des Hamburger Handwerks und handwerksrelevante Trends zu untersuchen mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen für die Politik, aber auch für die Handwerksorganisation und die Betriebe vorzulegen. Die
für diese Studie anfallenden Kosten werden je zur Hälfte von der Handwerkskammer und von der Behörde
für Wirtschaft, Verkehr und Innovation übernommen.
3.2.5 Förderung des Handwerks im Zukunftsfeld Elektromobilität
Gesagt
Um den heutigen Anforderungen in der Aus- und Weiterbildung zu genügen, ist ein Neubau beziehungsweise eine Modernisierung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätte der Kfz-Innung erforderlich. Gleichzeitig
soll das Angebot der Innung zu einem Kompetenzzentrum Elektromobilität (KOMZET-e) weiterentwickelt
werden. Der Senat und der Bund fördern die Aktivitäten der Kfz-Innung, die sich mit einer hohen Eigenbeteiligung in Höhe von bis zu 2 Millionen Euro in den jeweiligen Projektphasen engagiert. Hierfür gewährt der
Senat aus Mitteln zur Förderung innovativer Strukturpolitik und der Berufsbildung eine Zuwendung in Höhe
von 1,258 Millionen Euro für die Innung des Kfz-Handwerks in Hamburg.
Derzeit wird die Vorentwurfsplanung des Vorhabens geprüft. Die Entwicklung der überbetrieblichen Berufsbildungsstätte zum Kompetenzzentrum wird vorbereitet.
Getan / Ergebnis
Auf Initiative des Senats sind die Ausstattungsplanung und die bauplanerischen Vorarbeiten so weit vorangetrieben worden, dass im Juli 2014 der vollständige Bauantrag eingereicht werden konnte. Voraussichtlich
im Herbst 2014 werden die Baugenehmigung und die baufachliche Vorab-Begutachtung vorliegen. Damit
sind die wesentlichen Voraussetzungen für die Förderung erfüllt, sodass sowohl die Erteilung der Förderbescheide als auch die Grundsteinlegung für das neue KOMZET-e zum Jahreswechsel 2014/2015 realisiert
werden können.
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Fortschreibung 2014
3.2.6 Unterstützung der Initiative „1.000 E-Fahrzeuge für das Handwerk“
Senat und Handwerkskammer sind in 2014 bei der Unterstützung der Elektromobilität weiter vorangekommen. In keiner anderen deutschen Großstadt fahren heute mehr E-Mobile als in Hamburg. Gerade in
Ballungsräumen können diese Fahrzeuge einen signifikanten Beitrag zur Minderung umwelt- und klimaschädlicher, verkehrsbedingter Emissionen (Luftschadstoffe, Kohlendioxidausstoß) leisten. Im Zusammenhang mit dem mit Bundesmitteln geförderten Verbundvorhaben „Hamburg Wirtschaft am Strom“ wurde ein
Großteil der mindestens 740 batterieelektrischen Fahrzeuge bereits an die Fuhrparks von Hamburger Wirtschaftsunternehmen sowie bei Behörden, Landesbetrieben und städtischen Unternehmen vermittelt oder
reserviert.
Gesagt
Die Handwerkskammer unterstützt die Bemühungen Hamburgs auf dem Gebiet der Elektromobilität mit der
Initiative „1.000 E-Mobile für das Handwerk“. Bis Ende 2015 plant die Kammer, 1.000 Absichtserklärungen
von Hamburger Handwerksbetrieben einzuwerben, um deren Nachfragen und Bedarfe an Elektrofahrzeugen
für Verhandlungen mit namhaften Anbietern zu bündeln.
Der Senat will die Chancen und Hemmnisse im Hinblick auf die konkreten Bedarfe und tatsächliche Nutzung
von E-Mobilitäts-Lösungen bei Handwerksunternehmen näher beleuchten und – soweit möglich – Hindernisse beseitigen. Es soll eine auf zunächst zwei Jahre befristete Stelle zur „Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, insbesondere Handwerksbetrieben, zur Anschaffung von Elektro-/Brennstoffzellenfahrzeugen“ eingerichtet werden.
Getan
Bis Mai 2014 konnten von 113 Handwerksbetrieben Absichtserklärungen für die Beschaffung von 466 Fahrzeugen gesammelt werden. In Kooperation unter anderem mit der Hamburger Sparkasse wurden dezentrale
Informationsveranstaltungen mit Probefahrten durchgeführt. Gemeinsam mit der Handelskammer wird nun
eine Beschaffungsinitiative gestartet. Erarbeitet werden sollen Rahmenverträge, aus denen sich interessierte Mitgliedsbetriebe Fahrzeuge sowie Ladesäulen kaufen können.
Die Handwerkskammer hat in 2013/2014 das Verbundvorhaben „Hamburg Wirtschaft am Strom“ unterstützt,
so dass ein Teil des Kontingents bereits von Hamburger Handwerksbetrieben in Anspruch genommen wurde.
Die Projektleitstelle für Elektromobilität, hySOLUTIONS GmbH, wird zum 1. Januar 2015 eine Beratungsstelle einrichten, um die Nutzung von E-Mobilitäts-Lösungen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen,
insbesondere Handwerksbetrieben, zu unterstützen. Ziel ist es, das Potenzial für E-Mobile und Brennstoffzellenfahrzeuge im Hamburger Handwerk durch Beratungsmaßnahmen noch weiter zu erhöhen. Die Stelle
ist zunächst auf zwei Jahre befristet und wird von der Handwerkskammer durch eine enge informationelle
Einbindung unterstützt.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
4. Existenzgründung und Betriebsnachfolge
4.1 Maßnahmen
4.1.1 Gründungsprogramm für Meisterinnen und Meister des Handwerks
Der Senat und die Handwerkskammer wollen Existenzgründungen für Handwerksmeisterinnen und Handwerksmeister in Hamburg erleichtern.
Gesagt
Das Gründungsprogramm wurde am 1. Oktober 2012 eingeführt. Es wird intensiv beworben durch die Betriebsberatung der Handwerkskammer, im Rahmen von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Informationsveranstaltungen und Netzwerktreffen sowie durch die Beratung der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt
beziehungsweise der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg). Im Sommer 2014 sollen
die Konditionen des Programms vor dem Hintergrund der neuen Förder- und Beratungsangebote der Hamburgischen Investitions- und Förderbank überprüft werden.
Getan / Ergebnisse
Bis zum 30. Juni 2014 wurden 30 Darlehen bewilligt, mit denen 91 Arbeits- oder Ausbildungsplätze geschaffen oder gesichert werden.
Mit dem neuen „Hamburg-Kredit Gründung und Nachfolge“ (siehe 3.2.2) stellt die IFB Hamburg ein umfassenderes Programm zur Unterstützung von Existenzgründungen und Betriebsübernahmen zur Verfügung, in
das das Gründungsprogramm für Meisterinnen und Meister überführt werden könnte. Diese Option wird bei
der anstehenden Evaluierung des Gründungsprogramms berücksichtigt, weil sie dem strategischen Ziel des
Senats entspricht, die Förderlandschaft zu vereinfachen und Leitprogramme zu nutzen.
Senat und Handwerkskammer haben mit dem erst vor zwei Jahren aufgelegten Gründungsprogramm für
Meisterinnen und Meister allerdings auch einen förderpolitischen Akzent gesetzt, der – wie in anderen Bundesländern – der Qualität und Bedeutung des Gründungsgeschehens im Handwerk Rechnung trägt. Der
Senat wird deshalb zudem prüfen, ob die besondere Qualitätskomponente, die eine Meisterausbildung bietet, innerhalb des „Hamburg-Kredits Gründung und Nachfolge“ mit einer gesonderten Förderkomponente
berücksichtigt werden kann.
4.1.2 Weitere Maßnahmen
Gesagt
Senat und Handwerkskammer setzen sich gemeinsam dafür ein, verstärkt Frauen, Ältere und Menschen mit
Migrationshintergrund für die Chancen einer Existenzgründung im Handwerk zu sensibilisieren. Dabei soll
insbesondere die Chance einer Existenzgründung durch Übernahme eines bestehenden Betriebs kommuniziert werden. Dazu werden Handwerkskammer und Senat die bestehenden Beratungsangebote fortlaufend
überprüfen, um sie noch stärker auf die genannten Zielgruppen auszurichten oder in Kooperation mit weiteren Partnern zu bündeln.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Getan / Ergebnisse
Personen, die einen bestehenden Betrieb führen, sowie Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund werden über das von der Handwerkskammer getragene IQ Netzwerk Hamburg – NOBI und die Betriebsberatung in Kooperation mit migrantischen Organisationen regelmäßig über zielgruppenspezifische
Veranstaltungsformate zum Thema Gründung und Betriebsübernahme angesprochen.
Durch eine weitere Veranstaltung mit dem türkischen Unternehmerverein HAMLE e.V. in Kooperation mit der
Handelskammer Hamburg zum Thema „Betriebsnachfolge im Handwerk“ wurden im April 2014 50 Teilnehmende türkischer Herkunft erreicht. Auf Initiative des Generalkonsulats der Republik Türkei findet auch 2014
die Wilhelmsburger Reihe mit einer Vielzahl türkischer Vereine statt. Am 24. September 2014 ist beim Türkischen Kulturverein e.V. der Termin „Integration durch Selbstständigkeit und Betriebsübernahme“ geplant.
Seit Anfang 2014 ist die Handwerkskammer Hamburg Partner im ESF-Projekt „LokalChance“ (Träger: Unternehmer ohne Grenzen e.V.).
In den RISE-Gebieten in Altona, Mitte, Harburg und Nord werden Personen mit Migrationshintergrund, die
ein Unternehmen führen oder gründen, mit dem Ziel beraten, Gründungen im Handwerk zu fördern und Betriebe und damit die lokale Wirtschaft zu stärken.
In Kooperation mit der Behörde für Wissenschaft und Forschung fand Anfang Mai 2014 erstmals in der Handwerkskammer die Veranstaltung „Studienabschluss in Hamburg. Und wie geht’s weiter?“ statt. Bei dieser
Veranstaltung für Personen aus Nicht-EU-Ländern, die ihr Studium abgeschlossen haben, wurden von der
Handwerkskammer Angebote zur Aufnahme einer Selbstständigkeit und einer beruflichen Tätigkeit im Handwerk präsentiert.
Wie in den vergangenen Jahren wird die jährliche Meisterfeier im Michel genutzt, um Jungmeisterinnen und
Jungmeister mit Informationen zu Gründung und Betriebsübernahme auszustatten und vor Ort zu beraten.
Im Rahmen des ESF-Projekts „Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ (INa) werden seit Anfang
2014 über eine Aufstiegsberatung Gesellinnen gezielt angesprochen und dabei unterstützt, die Meisterprüfung
abzulegen, um anschließend eine Führungsposition oder eine Existenzgründung im Handwerk anzustreben.
Darüber hinaus beteiligt sich die Betriebsberatung regelmäßig mit einem Beratungsangebot am jährlichen
bundesweiten Aktionstag „Nachfolge ist weiblich“.
5. Öffentliche Vergabe
5.1 Maßnahmen
Die Gespräche des Senats mit der Handwerkskammer Hamburg über vergaberechtliche Belange verlaufen
regelmäßig. Neben der Arbeitsgruppe „Entwicklung des Vergaberechts und der Vergabepraxis“, die halbjährlich stattfindet, treffen sich die Partner bei Bedarf zu Einzelthemen.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
5.1.1 Mittelstandsorientierte Vergabepolitik
Gesagt
Der Senat wird auf öffentliche Unternehmen einwirken, ihre Vergaben ebenfalls mittelstandsorientiert auszurichten. Bei konkreten Hinweisen auf Missachtung dieser Grundsätze bei Behörden oder öffentlichen Unternehmen wird die jeweils zuständige Behörde tätig und mittelstandsgerechte Vergabewege aufzeigen.
Getan
Einzelne Auftragsvergaben bewertete die Handwerkskammer nicht als mittelstandsfreundlich. Die zuständige Fachbehörde nahm Kontakt zu den Vergabestellen auf, diskutierte mit ihnen den Sachverhalt und beriet
sie hinsichtlich geeigneter Verfahren.
Ergebnis
Die von der Handwerkskammer monierten Fälle wurden in ihrem Sinne gelöst; eine Ausschreibung verlief
mit Aufteilung des Auftrags in Teillose, auf eine andere Ausschreibung konnte verzichtet werden. Ein Gespräch mit einer weiteren Vergabestelle steht noch aus. Eventuelle künftige Fälle werden in bewährter Weise
behandelt.
5.1.2 Vermeidung von Korruption
Gesagt
Der Senat wird bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen kleine und mittlere Unternehmen vor unseriösen
Anbietern und Lohndumping schützen.
Getan
Das „Gesetz zur Einrichtung eines Registers zum Schutz des fairen Wettbewerbs“ (GRfW) wurde am 13.
September 2013 von der Hamburgischen Bürgerschaft beschlossen und ist am 1. Dezember 2013 in Kraft
getreten. Mit der Landesregierung Schleswig-Holstein war ein gemeinsames Register vereinbart; dazu unterzeichneten beide Länder ein Verwaltungsabkommen am 13. Januar 2014.
Ergebnis
Die Handwerkskammer ist bestrebt, ihre Mitglieder über die Auswirkungen des Gesetzes zu informieren.
Die federführenden Fachbehörden werden sie darin unterstützen und an entsprechenden Veranstaltungen
teilnehmen. Dabei legen sie den Schwerpunkt auf die Prävention.
5.1.3 Ökologische Kriterien im Vergaberecht
Gesagt
Die Änderung des Hamburgischen Vergabegesetzes beinhaltet die Ausweitung ökologischer Kriterien im
hamburgischen Vergaberecht, zum Beispiel den Einsatz von emissionsfreien Fahrzeugen bei geeigneten
Aufträgen (§ 3b Absatz 9 Hamburgisches Vergabegesetz). Vor dem Hintergrund der hohen Bedeutung der
Förderung von elektrobetriebenen Fahrzeugen wird eine Handreichung für Vergabestellen zum Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge erarbeitet.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Getan
Die Handreichung für Vergabestellen zum Einsatz emissionsfreier Fahrzeuge wurde erarbeitet. Auf den Einsatz von E-Fahrzeugen soll in den Fällen hingewirkt werden, in denen eine Anfahrt unter Vermeidung von
Lärm sinnvoll ist, wie zum Beispiel bei Wartungsarbeiten in Schulen oder anderen lärmempfindlichen Einrichtungen oder Anfahrten zur Nachtzeit.
Ergebnis
Senat und Handwerkskammer unterstützen die E-Mobilität unter anderem im Rahmen des Forschungsprojekts „Wirtschaft am Strom“. Firmen, die einen Zuschlag auf Angebote von SBH Schulbau Hamburg erhalten,
werden jeweils darüber informiert, dass bei Bedarf auf Baustellen von SBH Schulbau Hamburg mobile Ladesäulen errichtet werden können.
5.1.4 Elektronische Ausschreibungsverfahren
Die Europäische Kommission hat neue Richtlinien zum Vergaberecht erlassen, unter anderem über die Einführung elektronischer Verfahren. Spätestens im April 2016 müssen alle Unterlagen digital abrufbar sein.
Getan
Die Handwerkskammer informiert ihre Mitglieder regelmäßig über Erfahrungen mit der elektronischen Auftragsvergabe im Baubereich bei der Hamburg Port Authority und der Hochbahn und stellt die Vorteile auch
aus Bietersicht dar.
Ergebnis
Senat und Handwerkskammer sind sich bewusst, dass Auftraggeber und Auftragnehmer gleichermaßen bei
der Umstellung der Prozesse berücksichtigt und informiert werden müssen. Die Handwerkskammer wird in
Kooperation mit den betroffenen Innungen die Handwerksbetriebe intensiv beraten und im Prozessverlauf
begleiten. Die zuständigen Fachbehörden werden ihre Unterstützung geben und im engen Dialog Detailfragen klären.
5.1.5 Vergabestatistiken
Gesagt
Der Senat wird statistische Daten bei den öffentlichen Auftraggebern abfragen und in die Arbeitsgruppe
einbringen.
Getan
Der Senat hat von ausgewählten Vergabestellen Daten erhalten und in die Arbeitsgruppe mit der Handwerkskammer eingebracht.
Ergebnis
Der Senat verbreitert die Datenbasis und tauscht sich hierüber mit öffentlichen Auftraggebern aus. Handwerkskammer und Senat behandeln dieses Thema dann in der gemeinsamen Arbeitsgruppe „Entwicklung
des Vergaberechts und der Vergabepraxis“.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
6. Qualitätspolitik
6.1 Hintergrund
Kundinnen und Kunden erwarten von ihren Hamburger Handwerkern eine umfassende und auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Qualität. Dazu gehören insbesondere kompetente Beratung, durchgehende Kundenorientierung, Verlässlichkeit, fachliche Qualität, guter Service, problemlose Gewährleistung und bei gewerkübergreifenden Leistungen „Steuerung aus einer Hand“. Diese werden damit zu den entscheidenden
Erfolgsfaktoren im Qualitätswettbewerb der Zukunft. Um diese Qualität liefern zu können, brauchen die
Handwerksbetriebe fachlich, aber vor allem auch überfachlich auf den neuesten Stand qualifizierte Fachkräfte. Die Handwerkskammer Hamburg will ihre Mitglieder durch die in ihrem „Handlungsprogramm 2014“
festgelegte Qualitätspolitik auf diesen Feldern nach Kräften unterstützen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Handwerks nachhaltig gestärkt werden. Der Senat begrüßt diese Initiative der Kammer.
6.2 Maßnahmen
6.2.1 Projekt allerhand!werk – Gesellschaftliche Verantwortung im Handwerk (CSR)
Im Rahmen der weltweiten ökonomischen Vernetzung wird auch die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen neu gestellt. Die Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleistungen und die
Werte, für die ein Unternehmen steht, werden für Verbraucherinnen und Verbraucher immer wichtiger.
Traditionell engagieren sich viele Handwerksbetriebe für soziale und ökologische Belange und übernehmen
damit Corporate Social Responsibility (CSR). Im Unterschied zu Großunternehmen integrieren bisher aber
nur wenige Betriebe ihr gesellschaftliches Engagement strategisch in ihre Geschäftstätigkeit und machen es
öffentlich sichtbar.
Das Projekt allerhand!werk unterstützt seit Januar 2012 Hamburger Handwerksbetriebe bei der Entwicklung
und Umsetzung betriebsspezifischer CSR-Konzepte, um sie wettbewerbsfähiger und attraktiver für Fachkräfte zu machen. Es wird von der Handwerkskammer Hamburg mit 200.000 Euro finanziert sowie mit Mitteln
des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des ESF gefördert.
Gesagt
Der Senat wird das Projekt in seine Gemeinwohl-Politik einbinden und im Interesse von Handwerk und Stadt
zum Projekterfolg beitragen. Gemeinsame Veranstaltungen und die Zusammenarbeit in Fachkreisen werden
helfen, das vielfältige bürgerschaftliche Engagement der Freien und Hansestadt Hamburg zu stärken und mit
dem Hamburger Handwerk zu vernetzen.
Getan / Ergebnisse
Das Projekt läuft planmäßig zum 31. Dezember 2014 aus. Es hat die Entwicklung der Hamburger Freiwilligenstrategie seit April 2013 kontinuierlich begleitet und die Perspektive engagierter Betriebsinhaberinnen und
-inhaber des Handwerks in das neue Konzept zum bürgerschaftlichen Engagement in Hamburg eingebracht.
Zur Entwicklung und Umsetzung unternehmensspezifischer CSR-Konzepte wurden insgesamt 18 Veranstaltungen mit knapp 300 Teilnehmenden aus Handwerksbetrieben durchgeführt. Zudem begleitet das Projekt
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
35 Betriebe individuell. Als Projektteilnehmer erhielt die Hamburger Goldschmiede Thomas Becker – Atelier
für Schmuck den CSR-Preis der Bundesregierung 2013.
Auch nach Projektende steht mit der neuen CSR-Fortbildung im Hamburger Handwerk ein Angebot für CSRinteressierte Betriebe zur Verfügung. Die Berufsakademie Hamburg bietet seit 2013 einen Fortbildungskurs
„CSR – verantwortungsvolles Unternehmertum“ an. Unternehmer, Führungskräfte und Studierende der dualen Bachelor-Studiengänge erwerben zunächst die Grundlagen und bereiten danach CSR-Projekte vor, die
sie anschließend im eigenen Betrieb umsetzen. Danach ist es zudem unter bestimmten Voraussetzungen
möglich, an einer Fortbildungsprüfung der Handwerkskammer Hamburg teilzunehmen und das offizielle
Kammerzertifikat „Corporate Social Responsibility-Expert für kleine und mittlere Unternehmen (HWK)“ zu
erwerben.
6.2.2 Zusammenarbeit mit dem Leitprojekt der Metropolregion Hamburg „Aus der Region –
für die Region“ (AdR – fdR)
Das Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher an glaubwürdigen regionalen Produkten steigt. Sie verbinden mit diesen Produkten Ehrlichkeit in Bezug auf die Herkunft der Rohstoffe, kurze Transportwege und
Qualität. Regionale Produkte weisen dann eine besondere Qualität auf, wenn sie authentisch und glaubwürdig sind. Gerade hier liegen die Stärken des regionalen Ernährungshandwerks.
Gesagt
Gemeinsames Ziel von Handwerkskammer und Senat bleibt es, das Leitprojekt „AdR – fdR“ und seine Konzeption mit interessierten Betrieben des Ernährungshandwerks weiterhin zu unterstützen und praxistauglich
umzusetzen.
Getan / Ergebnis
Das Leitprojekt „AdR – fdR“ ist in eine stärker praxisbezogene Phase übergetreten und konzentriert sich nun
darauf, mit Partnern aus der Wirtschaft tragfähige Vermarktungskonzepte zur Ausweitung der Absatzmärkte
für regionale Produkte zu entwickeln. Ein Grundansatz hierbei ist, Plattformen zu schaffen, auf denen einerseits die Erzeuger und andererseits die gewerblichen Abnehmer (Verarbeitung) von Produkten miteinander
Vereinbarungen über Marketing und konkrete Absatzwege und -mengen treffen können.
Die Innungen des Bäcker- und des Fleischer-Handwerks haben im Juli 2014 gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Hamburg ein entsprechendes Konzept für eine „Regionalkonferenz Ernährungshandwerk“
vorgestellt und mit Senat und Handwerkskammer abgestimmt. Die Auftaktveranstaltung soll im Oktober
2014 stattfinden.
6.2.3 Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels
Die langfristigen Veränderungen im Altersaufbau der Gesellschaft werden dazu führen, dass sich das Arbeitskräfteangebot verringert. Dies kann mittelfristig nur durch eine erhöhte Erwerbsbeteiligung wettgemacht werden.
In Hamburg gibt es hierfür insbesondere bei Frauen, älteren Personen und Menschen mit Migrationshintergrund
erhebliche Potenziale. Weil gut qualifizierte Fachkräfte erste Voraussetzung für die Qualitätspolitik des Hand-
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
werks sind, unternimmt das Handwerk besondere Anstrengungen, um Frauen, Ältere und Migrantinnen und
Migranten sowohl als Beschäftigte wie auch als Unternehmerinnen und Unternehmer für sich zu gewinnen.
Gesagt
Um die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen, hat der Senat die Erstellung eines
ressortübergreifenden Demografiekonzepts beschlossen. Es soll Anfang 2014 fertig gestellt werden.
Getan
Der Senat hat am 11. März 2014 das ressortübergreifende Demografie-Konzept „Hamburg 2030: Mehr. Älter.
Vielfältiger.“ beschlossen. Es bildet den Auftakt für einen gesellschaftlichen Diskurs über die längerfristigen
Ziele und daraus abzuleitenden Handlungsbedarfe, um die Attraktivität der Stadt für alle Generationen vor
dem Hintergrund demografischer Veränderungen zu sichern und weiter zu verbessern. Die Ergebnisse der
Diskussionen werden im Rahmen der Weiterentwicklung des Konzepts berücksichtigt. Hier wird das Handwerk insbesondere beim Thema Fachkräfte einbezogen werden, das im Konzept einen breiten Raum einnimmt. Darüber hinaus ist das Handwerk im Hinblick auf die Entwicklung altersgerechter Produkte beteiligt.
Frauen
Frauen sind in der Berufswelt des Handwerks außerordentlich erfolgreich. Weibliche Auszubildende bestehen die Gesellenprüfung häufig mit überdurchschnittlich guten Noten und qualifizieren sich zunehmend über
die Aufstiegsfortbildung weiter. Heute werden bereits rund 20 Prozent aller Meisterprüfungen von Frauen
abgelegt, womit sich ihr Anteil seit 1996 verdoppelt hat. Trotzdem stellen sie nur rund 25 Prozent der Auszubildenden und Beschäftigten und sind damit im Handwerk deutlich unterrepräsentiert. Senat und Handwerkskammer Hamburg teilen das Anliegen, den Frauenanteil im Handwerk weiter zu steigern.
Gesagt
Das Hamburger Handwerk arbeitet zum einen daran, überkommene Rollenmuster der Berufswahl aufzubrechen und junge Frauen auch für vermeintliche Männerberufe zu gewinnen.
Zum anderen engagiert sich die Handwerkskammer gemeinsam mit Handelskammer und Senat in der Hamburger Allianz für Familien für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ziel ist es, noch mehr Betriebe für die Zertifizierung mit dem Familiensiegel zu gewinnen und damit insbesondere flexible Modelle der Arbeitsorganisation und den Wiedereinstieg nach der Elternzeit zu unterstützen. Zur wirksameren Verbreitung
des Angebots planen die Geschäftsstelle der Hamburger Allianz für Familien und die Handwerkskammer
eine gemeinsame Informationsbroschüre, die bereits zertifizierte Handwerksbetriebe vorstellt.
Getan / Ergebnis
Mädchen und junge Frauen werden in allen Berufsorientierungsmaßnahmen der Handwerkskammer geschlechtersensibel beraten (siehe 1. Fachkräftesicherung und Qualifizierung).
Ein Schwerpunkt des Projekts „Perspektive Handwerk“ (siehe 1.2.2) ist es, Mädchen für eine Ausbildung im
Handwerk zu gewinnen: 50 Prozent der beratenen Jugendlichen sollen weiblich sein. Derzeit sind bereits ein
Drittel der Beratenen Mädchen. Für 2014 ist ein Workshop geplant, in dem Mädchen unter anderem weibliche Vorbilder (Gesellinnen oder weibliche Auszubildende) kennenlernen werden. Um junge Frauen zu einer
Teilnahme an diesem Workshop anzuregen, intensiviert das Projekt seine Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr und dem Hamburger Fußballbund.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Vom 11. bis 13. Februar 2014 besuchten über 1.200 Schülerinnen der Klassen sieben und acht die 21. BerufeRallye „Mädchenwirtschaft“ der Handwerkskammer (gemeinsam veranstaltet mit der Agentur für Arbeit,
Dolle Deerns e.V., Innungen, weiteren Einrichtungen und Betrieben). Am 27. März 2014 beteiligte sich die
Kammer außerdem zum fünften Mal am bundesweiten „Girls’ Day“.
Im April 2014 haben die Geschäftsstelle der Hamburger Allianz für Familien und die Handwerkskammer die
geplante Informationsbroschüre „Familienfreundliches Handwerk in Hamburg“ vorgelegt, die am Beispiel
fünf bereits zertifizierter Handwerksbetriebe für das Hamburger Familiensiegel wirbt. Am 15. Mai 2014 wurde die Broschüre im Rahmen einer Informationsveranstaltung von „Lüüd – Personalberatung für Handwerk
und Mittelstand in Hamburg“ (siehe 1.2.8) erstmals interessierten Handwerksbetrieben vorgestellt. Es sind
weitere Maßnahmen geplant, um mehr Handwerksbetriebe für das Hamburger Familiensiegel zu gewinnen.
Das Modul „Gesellinnen zu Meisterinnen – Karriere im Handwerk“ des am 1. Januar 2014 gestarteten ESFProjekts „Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ (siehe 1.2.1) fördert weibliche Fachkräfte im
Handwerk, die berufliche Entwicklungsschritte anstreben. Ziel dieses Teilprojekts ist es, den Anteil der Meisterinnen im Handwerk weiter zu steigern. Bis Ende August 2014 erklärten sich bereits sechs Gesellinnen
bereit, sich auf dem Weg zur Meisterprüfung besonders unterstützen und anschließend sechs Monate lang
im Beruf begleiten zu lassen.
Während das gleichstellungspolitische ESF-Projekt „Mit Frauen an die Spitze“ am 30. Juni 2014 endete, wird
„Die Hamburger Karriereschmiede“, die hoch qualifizierten Mitarbeiterinnen den Weg in Führungspositionen
ebnet, weiter gefördert. Die Handwerkskammer strebt eine Kooperation der „Karriereschmiede“ mit dem
Projektmodul „Gesellinnen zu Meisterinnen – Karriere im Handwerk“ des ESF-Projekts „Integrierte Nachwuchsgewinnung im Handwerk“ (siehe 1.2.1) an.
Als Kooperationspartner des ESF-Projekts „Servicestelle Ausbildung in Teilzeit“ (Träger: Beschäftigung und
Bildung e.V.) wirbt die Handwerkskammer bei jungen Frauen für eine zeitlich gestreckte handwerkliche
Erstausbildung. Seit Beginn des Projekts am 1. März 2010 konnten bereits 136 Teilnehmerinnen – in der
Regel Mütter – dabei unterstützt werden, eine betriebliche Teilzeitausbildung im Handwerk aufzunehmen.
Koordiniert vom IQ Netzwerk Hamburg – NOBI fand am 25. November 2013 eine Fachveranstaltung zum Thema „Frauen mit Migrationshintergrund – stille Reserve für den Arbeitsmarkt?“ in der Handwerkskammer statt,
die integrationspolitische Fragestellungen insbesondere auch mit der Perspektive der Wirtschaft vermittelte.
Ältere
Die Bedeutung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für die Handwerksbetriebe wird in den kommenden Jahren wachsen, weil das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigen wird. Für Betriebe wird es
wichtiger denn je, die Beschäftigungsfähigkeit jedes einzelnen Beschäftigten bis zum Rentenalter zu erhalten. In diesem Zusammenhang müssen auch die fachlichen Kompetenzen der älteren Beschäftigten verstärkt
gepflegt und entwickelt werden. Handwerksbetriebe, die aufgrund ihrer geringen Größe meist keine eigene
Personalabteilung besitzen, benötigen hier Unterstützung auf den Feldern Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement und Weiterbildung.
Gesagt
Das Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ (siehe 1.2.7) ist am 1. Januar 2013 gestartet und erreicht auch die ältere Zielgruppe.
26
Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Das Serviceangebot des Projekts „Lüüd – Personalberatung für Handwerk und Mittelstand in Hamburg“
(siehe 1.2.8) im Elbcampus der Handwerkskammer umfasst auch das betriebliche Gesundheitsmanagement.
Im Rahmen des „Pakts für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg!“ unterstützt der Senat in
diesem Jahr unter dem Motto „Gesund leben und arbeiten!“ eine Veranstaltungsreihe der Handwerkskammer Hamburg, die zeigt, wie Beschäftigte vor Gefahren geschützt werden und ihre Gesundheit erhalten wird.
Senat und Handwerkskammer wollen diese Veranstaltungen 2014 fortsetzen.
Senat und Handwerkskammer prüfen, inwieweit eine für das zweite Halbjahr 2014 geplante Sozialpartnerrichtlinie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für ein Modellprojekt zur Qualifizierung älterer
Beschäftigter im Handwerk genutzt werden kann.
Getan / Ergebnis
Das Landesprogramm „Qualifizierung im Handwerk“ (siehe 1.2.7) wurde zunächst um ein Jahr bis zum
31. Dezember 2014 verlängert. Auch im laufenden Jahr profitierte die ältere Zielgruppe von seinem Angebot:
Weiterhin ist jeder vierte Beschäftigte beziehungsweise Selbstständige aus dem Handwerk, dessen Weiterbildung im Rahmen des Landesprogramms gefördert wurde, über 45 Jahre alt.
Das Projekt „Lüüd – Personalberatung für Handwerk und Mittelstand in Hamburg“ hat seit Projektbeginn im
März 2013 263 Betriebe in relevanten Personalfragen beraten und unterstützt. Zur Sensibilisierung der Betriebe für das immer wichtiger werdende Thema Gesundheit im Betrieb fand im Mai 2014 ein „Lüüd Forum“
statt. Die individuelle Vor-Ort-Beratung von Betrieben zu diesem Thema wird intensiviert. Insgesamt hat Lüüd
bisher 30 Betriebe bei der Einführung gesundheitsfördernder Maßnahmen unterstützt und begleitet.
Im „Pakt für Prävention – Gemeinsam für ein gesundes Hamburg!“ haben Senat und Handwerkskammer
die Aktion „Lüüd on Tour“ aufgelegt: Zwei Wochen lang hat das Projekt „Lüüd – Personalberatung für Handwerk und Mittelstand in Hamburg“ (siehe 1.2.8) Handwerksbetriebe vor Ort besucht und den Beschäftigten
kostenlose Gesundheitsprüfungen im Gesundheitsmobil angeboten. Währenddessen wurden Inhaber und
Personalverantwortliche zu gesundheitlichen Präventionsmaßnahmen beraten.
Die neue ESF-Sozialpartnerrichtlinie „weiter bilden und Gleichstellung fördern“ des Bundesministeriums für
Arbeit und Soziales wird voraussichtlich auch auf die Zielgruppe der älteren Beschäftigten abstellen. Sie wird
allerdings frühestens im Herbst 2014 veröffentlicht und dann von Senat und Handwerkskammer auf ihre Eignung für ein Modellprojekt zur Qualifizierung älterer Beschäftigter im Handwerk geprüft.
Migrantinnen und Migranten
Das Handwerk ist bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund bereits sehr erfolgreich, und
zwar sowohl bei Auszubildenden, Beschäftigten wie auch bei Unternehmerinnen und Unternehmern. So
haben aktuell 25 Prozent der Inhaberinnen und Inhaber von Hamburger Handwerksbetrieben eine ausländische Staatsangehörigkeit, was den Ausländeranteil von 14 Prozent an Hamburgs Bevölkerung übersteigt.
Der Anteil der Lehrlinge mit Migrationshintergrund liegt der jährlichen Auszubildenden-Befragung zufolge
bereits bei rund 30 Prozent. Wegen des vergleichsweise niedrigen Durchschnittsalters der migrantischen
Bevölkerung stammen allerdings bereits etwa 35 Prozent der Jugendlichen im ausbildungsfähigen Alter
(18 bis 24 Jahre) aus einer Zuwandererfamilie. Bei den Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre sind es rund
45 Prozent.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Damit das Handwerk mit dieser Entwicklung Schritt halten kann, setzt die Handwerkskammer auf gezielte
Maßnahmen zur verstärkten Integration von Migrantinnen und Migranten.
Gesagt
Das IQ Netzwerk Hamburg – NOBI (Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten,
finanziert von den Bundesministerien für Arbeit und Soziales sowie für Bildung und Forschung im Rahmen
des Förderprogramms IQ) unterstützt unter anderem die Umsetzung der Anerkennungsgesetze des Bundes
sowie der Freien und Hansestadt Hamburg und entwickelt Anpassungsmaßnahmen und Strategien zur Gewinnung von Unternehmerinnen und Unternehmern mit Migrationshintergrund für das Ehrenamt.
Das ESF-Projekt „Anpassungsqualifizierung im Handwerk“ (siehe 1.2.5) ermöglicht Menschen mit ausländischen Berufsabschlüssen, im Rahmen des Anerkennungsverfahrens festgestellte Kompetenzdefizite auszugleichen und die volle Anerkennung der Gleichwertigkeit ihres Berufsabschlusses zu erlangen. Das Angebot
wird von der Zielgruppe als wertvolle Perspektive wahrgenommen und trägt dazu bei, das Fachkräftepotenzial zugewanderter Menschen zu heben.
Das NOBI-Teilprojekt „Mission Zukunft – Geh Deinen Weg“ bietet Menschen mit Migrationshintergrund
berufliche Aktionswochen in den Bereichen Metall / Schweißen / Elektro, Erneuerbare Energien, Gesundheitsberufe und Bau. An fünf Tagen lernen die Teilnehmenden unterschiedliche Tätigkeitsbereiche und Qualifizierungen sowie mögliche Arbeitgeber kennen und erhalten dann eine fundierte Empfehlung für die Weiterbildung und den Berufseinstieg.
Das neue Projekt „Perspektive Handwerk“ berät und unterstützt Hamburger Schülerinnen und Schüler und
Jugendliche bis 24 Jahre bei der Berufswahl und der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk. Ein
besonderer Schwerpunkt liegt in der Betreuung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die 60 Prozent
der Teilnehmenden ausmachen sollen.
Getan / Ergebnisse
Mit Unterstützung des IQ Netzwerks Hamburg – NOBI hat sich die Beratung zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse quantitativ und qualitativ gut weiterentwickelt. Bis zum 30. Juni 2014 beriet
die Handwerkskammer 871 Menschen zur Anerkennung ihrer ausländischen Abschlüsse. 231 Anträge
wurden gestellt und bisher 215 Bescheide erteilt, von denen 102 die volle Gleichwertigkeit und 103 eine
teilweise Gleichwertigkeit feststellten. Am 3. September 2014 fand erstmals ein Seminar der Akademie des
Ehrenamts für ausländische Betriebsinhaber und junge Meisterinnen und Meister statt, das über ehrenamtliche Tätigkeiten im Hamburger Handwerk informierte. Bereits im Frühjahr 2014 wurden dazu Vorbilder in NordHandwerk sowie die Aktivitäten der Innungen der Textilreinigung und der Gebäudereinigung
vorgestellt.
Das ESF-Projekt „Anpassungsqualifizierung im Handwerk“ (siehe 1.2.5) ist zum regulären Folge-Modul für
die Klientel der Anerkennungsberatung geworden, die zunächst mit einer teilweisen Anerkennung ihrer Qualifikation beschieden wurde: In Kooperation mit den Innungen haben im Hamburger Handwerk bis zum
30. Juni 2014 schon 88 Personen eine Anpassungsqualifizierung im Projekt begonnen. 14 Personen haben
diese Anpassungsqualifizierung bereits abgeschlossen und im Folgeantrag eine volle Gleichwertigkeit ihres
Berufsabschlusses bescheinigt bekommen. Neun von ihnen wurden im Anschluss an die Qualifizierung vom
Betrieb übernommen.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Das NOBI-Teilprojekt „Mission Zukunft – Geh Deinen Weg“ hat von Anfang 2013 bis zum 30. Juni 2014
sechs Aktionswochen zu den Berufsfeldern Metall / Schweißen / Elektro, Energie, Umwelt sowie Pflege und
Gesundheit durchgeführt und damit bisher 160 Migrantinnen und Migranten erreicht und in Qualifizierung,
Praktikum, Sprachkurs oder Beschäftigung vermittelt.
Die Anerkennungsberatung und die drei genannten Projekte bilden damit eine folgerichtige Angebotskette, die
qualifizierte, gering qualifizierte und noch unqualifizierte Migrantinnen und Migranten in den Arbeitsmarkt integriert. Da die Projekte „Anpassungsqualifizierung“ und „Mission Zukunft“ zum 31. Dezember 2014 auslaufen, ist
als Folgeprojekt ein zentrales Serviceangebot für Nach- und Anpassungsqualifizierungen geplant (siehe 1.2.6).
Im Projekt „Perspektive Handwerk“ (siehe 1.2.2), das Hamburger Schülerinnen und Schüler und Jugendliche
bis 24 Jahre bei der Berufswahl und der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk unterstützt, liegt
der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund inzwischen bei 55 Prozent der Teilnehmenden.
Die „Wilhelmsburger Reihe“ (in Zusammenarbeit mit dem türkischen Generalkonsulat und türkischen Vereinen aus Wilhelmsburg) wurde fortgesetzt: Im zweiten Halbjahr 2014 informierte die Handwerkskammer in
fünf Veranstaltungen über Aus- und Weiterbildung, Bewerbungsverfahren, die Anerkennung ausländischer
Berufsabschlüsse sowie unternehmerische Selbstständigkeit und Betriebsübernahme im Handwerk.
Senat und Handwerksvertreter prüfen fortwährend, inwieweit Möglichkeiten zur Kooperation im Rahmen der
Gleichstellungs- und Integrationspolitik beziehungsweise der Fachkräftestrategie der Stadt bestehen.
7. Umwelt
7.1 Hintergrund
Hamburg ist ein wichtiger Standort und Vorreiter im Bereich der Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.
Das Handwerk ist hierin ein wesentlicher Partner, der mit der Gründung des ZEWU bereits vor etwa 30 Jahren
in diesem Feld Verantwortung übernommen hat. Im Bereich der Qualifizierung unterstützt die Handwerkskammer aktiv den weiteren Ausbau des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg. Bei der Energieeffizienz
im Gebäudebestand sorgen die Betriebe dafür, dass Hamburg seinen Beitrag zur Erreichung der nationalen
Klimaschutzziele erfüllen kann. Aber auch beim Ausbau der Erneuerbaren Energien kommt dem Handwerk bei
Bau, Einrichtung und Unterhalt eine wichtige Rolle zu. Das wichtigste Dach für die Zusammenarbeit zwischen
Behörden und Handwerkskammer ist die UmweltPartnerschaft Hamburg. Vor diesen Hintergründen werden
die folgenden Maßnahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen Senat und Handwerk weitergeführt.
7.2 Maßnahmen
7.2.1 Masterplan Klimaschutz
Der Senat setzt seit Frühjahr 2013 den Masterplan Klimaschutz um. Im ersten Teil zeigt der Masterplan mit
Blick auf 2050 den Weg auf zum Leben, Wohnen und Arbeiten in einer klimafreundlichen Stadt. Bezogen
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
auf die Zielvorstellungen zur „Bildung“ sollen Kindertagesstätten, Schulen, Berufsbildung, Hochschulen, die
Allgemeine und Politische Weiterbildung sowie das sogenannte „Informelle Lernen“ der Gesellschaft klimaschutzbezogene Handlungsoptionen vermitteln, damit Hamburg bis 2050 zu einem Exzellenz-Standort
für die klimabezogene Aus- und Weiterbildung geworden ist. Der zweite Teil richtet sich auf die konkrete
Umsetzung. Im Aktionsplan 2020 wird beschrieben, was Hamburg getan hat und wo in den nächsten Jahren
Schwerpunkte des Klimaschutzes gesetzt werden.
Gesagt
Die Handwerkskammer wird auch bei der Umsetzung des Masterplans Klimaschutz und bei den geplanten
neuen, zielgruppenspezifischen Mitwirkungsformaten beteiligt. Hierbei können weitere Anregungen berücksichtigt werden.
Getan
Die Handwerkskammer hat an mehreren Veranstaltungen zum Masterplan Klimaschutz aktiv mitgewirkt.
Zudem vermittelt sie über zahlreiche Fachfortbildungen am Elbcampus Klimaschutz und Energieeffizienz an
Handwerks- und Planungsbetriebe.
Um die Umsetzung der Ziele des Masterplans Klimaschutz im Bereich Bildung zu unterstützen, wurde zusammen mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung das Projekt „Schulbaustelle Klima“
an den Masterplan Klimaschutz angepasst. Schulen und Berufsschulen mit Lehrerfortbildungen und Beratungsmöglichkeiten werden in 2015 und 2016 gezielt unterstützt. Hierbei werden Schulbaustellen weiterhin
als wichtiges Querschnittsthema der Bereiche Bildung und Gebäude aktiv einbezogen.
Die Förderung des Projekts „Schulbaustelle Klima 3.0“ in 2015 und 2016 aus Mitteln des Masterplans Klimaschutz wird derzeit geprüft.
7.2.2 Umweltberatungsangebote
Um die CO2-Reduktionsziele bis 2020 zu erreichen, ist ein gutes Angebot an bürgernahen Informationen zum
Klimaschutz in Hamburg erforderlich. Senat und Handwerkskammer sehen in den durch den Senat geförderten und seit mehreren Jahren erfolgreich betriebenen Umweltberatungsangeboten EnergieBauZentrum,
SolarZentrum und ZEWUmobilplus weiterhin zentrale Bausteine der Klimaschutzpolitik Hamburgs und der
UmweltPartnerschaft Hamburg.
Als unabhängiges Informations- und Beratungszentrum Hamburgs zum Thema Neubau und energetische
Sanierung hat das EnergieBauZentrum 2013 fast 2.300 energetische Beratungen für private und gewerbliche
Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer durchgeführt. Schwerpunkte der Beratung liegen bei Dämmung,
Heizung, Lüftung und den entsprechenden Förderprogrammen, die von Bund und Land zur Verfügung gestellt
werden. Zusammen mit der ZEBAU GmbH (Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH) und
DR Architekten wird die unabhängige Beratung mittlerweile in sechs Bezirken dezentral angeboten. Zuletzt
wurde die Beratung auf den Bezirk Hamburg-Nord ausgeweitet.
Das SolarZentrum leistet seine Netzwerkarbeit zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie. Im Jahr 2013 hat es mit seiner unabhängigen Beratung eine wertvolle Hilfe bei der Beantwortung von
30
Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Fragen und Lösungen von Problemen der Solartechnik geleistet. Unter anderem durch internationale Kontakte
konnten neue Trends wie die zukunftsfähige systemische Einbindung von Solarenergie in die Gebäudetechnik
berücksichtigt werden. Mit seinen Beratungen, Projektierungsunterstützungen und Veranstaltungen wurden im
Jahr 2013 insgesamt 4.700 Personen aus dem privaten und gewerblichen Bereich angesprochen. Allein mit den
Expertenkreisen und Seminaren wurden 2013 550 Fachkunden erreicht. Über 3.100 Telefon- und Mailkontakte
in 2013 zeigen weiterhin das Bedürfnis nach Fachberatung. Da das Förderprogramm für Erneuerbare Wärme
seit Anfang 2014 von der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) durchgeführt wird, arbeitet das SolarZentrum bei der Bewerbung des Förderprogramms auch intensiv mit der IFB Hamburg zusammen.
ZEWUmobilplus hat seit Beginn der Tätigkeit in 2008 rund 2.300 Betriebe vor Ort über innerbetriebliche
Energieeffizienz beraten und viele davon an die UmweltPartnerschaft herangeführt. Seit 2014 wird intensiv
mit der IFB Hamburg zusammengearbeitet, um die Nutzung der Förderprogramme von Bund und Land durch
die Betriebe weiter zu stärken.
Gesagt
Der Senat strebt die Fortsetzung der Projekte an. Senat und Handwerkskammer vereinbaren konkret, das
Beratungsangebot ZEWUmobilplus in den Jahren 2015 und 2016 mit zwei Stellen, gefördert aus Haushaltsmitteln, fortzuführen.
Getan / Ergebnis
EnergieBauZentrum
• Beratungsangebot für Eigentümerinnen und Eigentümer
Im Auftrag des Senats führt die Handwerkskammer das Beratungsangebot für Personen mit Gebäudeeigentum und andere Interessierte wie Fachleute weiter. Gemeinsam mit der ZEBAU GmbH und DR Architekten konnte die Beratung des EnergieBauZentrums und der Partner auf sechs Bezirke ausgeweitet werden.
Technische Fragen und die detaillierte Beratung zu Förderprogrammen ergänzen sich gut. Themen wie
Wärmedämmung, neue Fenster und der Austausch von Heizungsanlagen werden weiterhin stark nachgefragt. Die Finanzierung durch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) ist bis Ende 2015
gesichert. Es gibt eine Verlängerungsoption für 2016/2017. Darüber wird im Frühjahr 2015 entschieden.
• Informations- und Fachveranstaltungen zur Energieeffizienz
Der Senat hat die ZEBAU GmbH beauftragt, ab 2013 das Informations- und Weiterbildungsangebot zur
energetischen Gebäudesanierung für Eigentümer, Architekten und Fachplaner umzusetzen. Einen Teil der
Veranstaltungen führt das EnergieBauZentrum durch.
SolarZentrum
Der Senat fördert die erfolgreiche Beratung im SolarZentrum – vorbehaltlich der Mittelbewilligung – für 2015
und 2016 weitere zwei Jahre, damit die branchenübergreifende, neutrale Solarberatung weiterhin die unterschiedlichen Zielgruppen erreicht sowie Zukunftsaufgaben wie die Quartiersentwicklung fachlich begleitet
werden können. Das vom SolarZentrum selbst durchgeführte Solarmonitoring wird für schon errichtete Anlagen bis Herbst 2015 fortgesetzt. Bei neuen Anlagen führen die Investorinnen und Investoren beziehungsweise die von ihnen damit beauftragten Unternehmen das Solarmonitoring durch. Das SolarZentrum unterstützt
sie auch hierbei durch neutrale Beratung.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
ZEWUmobilplus
Das laufende Arbeitsprogramm der UmweltPartnerschaft wird bis 2018 von den Trägern aus der Wirtschaft
und dem Senat umgesetzt. Die aufsuchenden Betriebsberatungen durch die Handels- und Handwerkskammer spielen in dem Gesamtkonzept weiterhin eine zentrale Rolle, um die Unternehmen an möglichst viele
freiwillige Umweltleistungen heranzuführen. Zentrale Beratungsthemen sind Energieeffizienz, Erneuerbare
Energien, Umweltmanagement, Ressourceneffizienz und schadstoffarme Mobilität.
Das erfolgreiche Beratungsangebot für Handwerksbetriebe ZEWUmobilplus wird – vorbehaltlich der Mittelbewilligung – mit zwei Stellen, gefördert aus Haushaltsmitteln in 2015 und 2016, fortgesetzt. Darüber hinaus
stellt die Handwerkskammer Eigenmittel zur Finanzierung dieser Einrichtung zur Verfügung. Der Austausch
mit der IFB Hamburg wird weiter intensiviert.
Alle drei zielgruppenspezifischen Beratungsprojekte sollen weiterhin dazu beitragen, die städtischen Förderprogramme zum Erfolg zu führen und gezielt Mittel aus Förderprogrammen des Bundes nach Hamburg zu
lenken.
7.2.3 Fachkräfte und Qualifizierung für die Erneuerbare Energien-Branche
Hamburg hat sich zu einem führenden Standort im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen entwickelt. Die Standortvorteile Hamburgs für die Erneuerbare Energien-Branche werden durch
die Arbeit des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg weiter gestärkt. Angesichts der Bedeutung der Energiewende unterstützt die Handwerkskammer weiterhin den Senat bei der Umsetzung der Strategien. Fachkräftesicherung und Qualifizierung sind für die Unternehmen hierbei von zentraler Bedeutung.
Gesagt
Das Clustermanagement unterstützt Bildungsträger dabei, bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote für den
gewerblich-technischen Bereich zu schaffen. Mit der Etablierung des neuen Lehrgangs „Fachkraft Windenergie Onshore / Offshore“ wurde 2013 bereits eine Maßnahme gegen den Fachkräftemangel umgesetzt. Über
Cluster-Website (www.eehh.de) und Newsletter werden die neuen Angebote den Mitgliedsunternehmen
vorgestellt.
Gemeinsam mit Unternehmen der Branche, dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) sowie
den Gewerbeschulen hat die Handwerkskammer intensiv an einem Realisierungsplan für den Aufbau eines
„Bildungszentrums Windenergie“ auf dem Nachbargrundstück des Elbcampus gearbeitet. Das gemeinsam
von Handwerkskammer und HIBB entwickelte Konzept sieht ein durchgängiges Bildungsangebot im Windenergiebereich von der Erstausbildung bis zu berufsbegleitenden Bachelor-Studiengängen vor.
Derzeit loten Handwerkskammer und HIBB Optionen der Zusammenarbeit mit weiteren Partnern aus. Der
Senat unterstützt weiterhin die Ziele dieses Vorhabens und prüft eine geeignete Beteiligung.
Getan / Ergebnis
Um den zu erwartenden Mangel an Fachkräften für die Bereiche Montage, Service und Wartung im Norden
abzumildern, hat der Elbcampus seinen Basislehrgang Fachkraft Windenergie erfolgreich modularisiert. Die
Praxisanteile wurden mit neuen Partnern ausgeweitet. Zudem beteiligt sich der Elbcampus im Rahmen des
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Clusters in 2014 am in der Umsetzung befindlichen Handbuch „Personalmanagement Erneuerbare Energien“. Als Teil einer vertieften Zusammenarbeit zwischen dem HIBB und der Handwerkskammer ist unter
anderem das gemeinsame Angebot einer Zusatzqualifikation zur Fachkraft für Solartechnik für die leistungsstarken angehenden Gesellen der Staatlichen Gewerbeschule Energietechnik – G 10 in Planung.
Der Bau eines Bildungszentrums Windenergie auf dem 11.000 Quadratmeter großen Grundstück direkt neben dem Elbcampus zur strategischen Stärkung der gewerblich-technischen Weiterbildung in Hamburg wurde in Abstimmung mit dem HIBB zunächst zurückgestellt, da zuvor die Auswirkungen der EEG-Novelle auf
den Personalbedarf zur Installation und Wartung von Windenergieanlagen abgeschätzt werden müssen.
Der Senat unterstützt weiterhin die Ziele dieses Vorhabens und prüft eine geeignete Beteiligung.
8. Stadt als Partner im Rahmen der Imagekampagne des Handwerks
8.1 Hintergrund
Das Handwerk hat 2010 eine bundesweite Imagekampagne gestartet, die zunächst für vier Jahre konzipiert,
aufgrund des großen Erfolgs aber um weitere fünf Jahre bis 2019 verlängert wurde. Zukünftig wird der Fokus
dabei noch stärker auf der Zielgruppe der Jugendlichen liegen, die bei ihrer Berufswahl auf die vielfältigen
Karrierechancen im Handwerk hingewiesen werden. Die Kampagne richtet sich gleichfalls an die allgemeine
Öffentlichkeit, um hier das Bewusstsein für das Handwerk zu schärfen und eine zeitgemäße Wahrnehmung
des Wirtschaftszweigs zu erreichen.
8.2. Maßnahmen
Gesagt
Die Handwerkskammer Hamburg ergänzt die bundesweite Imagekampagne durch eigene, auf Hamburg
bezogene Aktivitäten. Der Senat unterstützt die Handwerkskammer im Sinne eines „intelligenten Netzwerks“
durch die Vermittlung von Kontakten und Kooperationen zu Institutionen der Freien und Hansestadt Hamburg.
Getan / Ergebnis
Die erfolgreiche Ausstellung „Wir in Hamburg: das Handwerk“, die 2013 in der Diele des Rathauses erstmalig
präsentiert wurde, wurde in 2014 fortgesetzt. Weitere Ausstellungsorte waren der Elbcampus und die Handwerkskammer Hamburg. Im November 2014 wandert die Ausstellung in die Europapassage. Die Ausstellung
porträtiert Hamburger Handwerkerinnen und Handwerker sowie ihre Produkte und Dienstleistungen. Dabei
stehen zentrale Themenfelder im Mittelpunkt – von Ausbildung und Fachkräftesicherung über Integration
bis hin zu Umwelttechnik, Zukunftstrends und nachhaltiger Produktion in der Region. Ziel ist es, die breite
Öffentlichkeit, aber auch wichtige Multiplikatoren der Hansestadt zu erreichen und über wichtige Aspekte
des Hamburger Handwerks zu informieren. Die Botschaften werden durch eine emotionale Ansprache, die
Motive der Imagekampagne integriert, verdeutlicht. Die Inhalte der Ausstellung wurden 2014 zusätzlich als
Informationsbroschüre präsentiert.
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Das Handwerk nutzt weiterhin Netzwerke und Institutionen der Hansestadt, um anlassbezogen und zielgruppengerecht über bestimmte Themen des Handwerks und der Imagekampagne zu informieren. So werden PR-Maßnahmen für den Tag des Handwerks am 20. September 2014 aktiv unterstützt. Zudem ist eine
Zusammenarbeit mit dem „Faszination Technik Klub“ angedacht, einem Projekt der Stadt Hamburg unter
Federführung der HWF Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH.
8.2.1 Nachwuchswerbeveranstaltung „Handwerkswelten“
Gesagt
Schon heute besteht in bestimmten Handwerksberufen erheblicher Mangel an Nachwuchskräften. Das Hamburger Handwerk hat diese Herausforderung erkannt und begegnet ihr mit wachsendem Engagement.
Getan
Am 24. und 25. September 2013 fand im Ehrenhof zwischen Rathaus und Handelskammer zum zweiten Mal
die Berufsorientierungsmesse „Handwerkswelten“ statt – gleichzeitig und in unmittelbarer Nähe zur etablierten „Hanseatischen Lehrstellenbörse“.
Die Veranstaltung war mit einer Steigerung der Besucherzahlen von 25 Prozent ein voller Erfolg: Rund 10.000
Schülerinnen und Schüler nahmen die Informationen über die duale Ausbildung mit Interesse auf. Elemente
der bundesweiten, insbesondere aber der auf Hamburg bezogenen Imagekampagne waren tragender Bestandteil der „Handwerkswelten“.
Ergebnis
Der Senat unterstützt das erfolgreiche Veranstaltungsformat zur Nachwuchswerbung im Handwerk; daher
stellt er den Handwerkswelten den „Ehrenhof“ zur Verfügung, der regulär nur für senatsbezogene und parlamentarische Zwecke vergeben wird. Die Handwerkswelten finden auch im Jahr 2014 wieder im Ehrenhof
des Rathauses statt – am 23. und 24. September.
8.2.2 Zusammenarbeit mit dem Leitprojekt der Metropolregion Hamburg „Aus der Region –
für die Region“ (AdR – fdR)
„So schmeckt Hamburg“ ist eine Initiative der Fleischer- und Bäckerinnung zusammen mit den Landwirten
sowie der Imagekampagne des Hamburger Handwerks. Die Initiative soll die Hamburger Verbraucherinnen
und Verbraucher über das Ernährungshandwerk informieren und dessen Betriebe als wichtige Nachbarn in
den Stadtteilen präsentieren. Themenschwerpunkte sind Frische, Qualität, Regionalität und Handwerkskunst.
Mit Unterstützung der Imagekampagne haben die Innungen des Bäcker- und Fleischer-Handwerks im Juli
2014 gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Hamburg einen Entwurf für ein regionales Vermarktungskonzept in Weiterentwicklung der Initiative „So schmeckt Hamburg“ erarbeitet. Ausgehend von diesem Konzept soll ein Projekt auf Grundlage des Agrarpolitischen Konzepts erarbeitet und umgesetzt werden, um es
zu einem geeigneten Zeitpunkt mit dem neu ausgerichteten Leitprojekt „AdR – fdR“ der Metropolregion zu
verzahnen (siehe 6.2.2).
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Masterplan Handwerk 2020
Fortschreibung 2014
Hamburg, den 24. September 2014
Olaf Scholz
Frank Horch
Erster Bürgermeister
Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation
Josef Katzer
Henning Albers
Präsident
Hauptgeschäftsführer
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