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KA-Betriebsinfo 4/2014 - DWA

EinbettenHerunterladen
44. Jahrgang · Nr. 4 · Oktober 2014
Informationen für das
Betriebspersonal von Abwasseranlagen
Betriebs -Info
www.dwa.de/KA
4/14
Ernst-Kuntze-Preis
Rechengutwäscher
Online-Biomonitoring
Flusen am Gerinnerechen
Feuchttücher
Alleinarbeit auf Kläranlagen
Kläranlagen-Leistungsvergleich
Wärmebilanz einer Kläranlage
Abwasserteich mit Pendelbelüftung
Möwen auf Kläranlagen
Fremdfirmen in Kläranlagen
Prüfung elektrischer Anlagen
2262 Inhalt/Impressum
Betriebs-Info
Informationen für das Betriebspersonal
von Abwasseranlagen
Inhalt
Oktober 2014
„Kläranlage in bester Lage“ ist die treffende Beschreibung dieses
Fotos, denn die Anlage liegt im Etschtal mitten in Apfelhainen und
an den Hängen gepflegte Weingärten mit Trauben der Rebsorte
Lagrein. Konkret zeigt das Bild die Kläranlage Tramin in Südtirol
mit 138 000 EW. (Foto: Wilfried Furlan, Sprecher der Nachbarschaft
Bozen – Überetsch – Unterland)
Aus der Redaktion
Große und kleine Jubiläen
2263
Fachbeiträge
Ernst-Kuntze-Preis vergeben
2267
Was hat ein umgebauter Rechengutwäscher
mit einer Zahnspülung zu tun?
2268
Online-Biomonitoring in der Abwasserreinigung
2271
Änderung der Abwasserverordnung
2272
Gerinnerechen zur Flusenentfernung
im Zulauf der Belebung
2273
Erfahrungsaustausch zum mikroskopischen Bild
2276
Probleme mit Feuchttüchern
2281
Alleinarbeit auf Kläranlagen
2281
Der Leistungsvergleich der Nachbarschaften
2285
Wärmebilanz einer Kläranlage
2286
Abwasserteichanlage mit Pendelbelüftung
benötigt nach Umbau weniger Strom
2287
Haben Sie schon gewusst?
2289
Einsatz von Fremdfirmen in Kläranlagen (Teil 1)
2290
Wiederholungsprüfungen elektrischer Anlagen
und Betriebsmittel
2292
DWA-Leistungsvergleich kommunaler
Kläranlagen 2013 hat besonders den
Phosphor im Visier
2294
DWA-Veranstaltungskalender
2295
Impressum
Das Betriebs-Info erscheint jeweils im Januar,
April, Juli und Oktober eines jeden Jahres.
Für DWA-Mitglieder wird es der KA – Korrespondenz
Abwasser, Abfall als Beilage zugelegt.
Redaktion:
Dipl.-Ing. (FH) Manfred Fischer,
Unterbrunner Straße 29, D-82131 Gauting
Tel./Fax: +49 89 85058 95
E-Mail:
fischer.gauting@web.de
Herausgeber:
DWA Deutsche Vereinigung für
Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
in Zusammenarbeit mit dem ÖWAV und dem VSA
Postfach 11 65, D-53758 Hennef,
Tel.:
+49 2242 872-333
Fax:
+49 2242 872-135
Dr. Frank Bringewski, Hennef
(v. i. S. d. P.)
Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier
mit 100 % Recyclingfasern.
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
Anzeigen:
Christian Lange
Tel.:
+49 2242 872-129
Fax:
+49 2242 872-151
E-Mail:
anzeigen@dwa.de
Verlag:
GFA
Postfach 11 65, D-53773 Hennef
Tel.:
+49 2242 872-190
Fax:
+49 2242 872-151
E-Mail:
bringewski@dwa.de
Internet: www.dwa.de, www.gfa-news.de
Satz:
Christiane Krieg, DWA
Einsendungen erbeten an die Redaktion.
© GFA
Nachdruck nur mit Genehmigung des Verlages.
www.dwa.de
2263
Fachbeiträge
Aus
der Redaktion
Große und kleine Jubiläen
Liebe Leserinnen und Leser,
im Jahr 1954 beauftragte die ATV ein Gremium, ein Schulungsmodell für die Ausbildung des Betriebspersonals von Abwasseranlagen zu erarbeiten. 60 Jahre ist es demnach her,
dass erstmals erkannt wurde, Personen, die auf Abwasseranlagen arbeiten, sollten über ein Fachwissen verfügen. Und 30
Jahre ist es her, dass der Ausbildungsberuf des Ver- und Entsorgers in Deutschland gesetzlich eingeführt wurde. Diese
beiden Jubiläen sind von fundamentaler Bedeutung für die
Anerkennung der Arbeit des Betriebspersonals.
Schließlich gibt es noch ein kleines Jubiläum. Es ist zehn
Jahre her, seitdem ich die Schriftleitung des KA-Betriebs-Info
übernommen habe – eine Gelegenheit, die ich gerne aufgreife, um kurz zurückzublicken.
Viel hat sich in dieser Zeit verändert. Der Umfang unserer
Zeitschrift hat sich verdoppelt, und das Erscheinungsbild ist
durch die neu gestaltete Titelseite wesentlich attraktiver geworden. Die Leserbefragung im vergangenen Jahr hat gezeigt,
wie sehr Sie mit der Qualität der Zeitung zufrieden sind. Diese
positive Entwicklung ist natürlich nur dank einer guten Teamarbeit möglich, für die ich mich bei Dr. Frank Bringewski und
seinen Mitarbeiterinnen bedanken möchte. Wertvoll waren
auch immer die Anregungen des Redaktionsbeirates, in dem
DWA, ÖWAV und VSA gleichermaßen vertreten sind.
Bei den Vorbereitungen der nächsten Ausgabe – Manfred Fischer
mit Frank Bringewski (rechts)
Natürlich darf ich mich bei allen Autoren bedanken, denn ohne
ihre Beiträge gäbe es unser Blatt gar nicht. In den zehn Jahren
meiner Tätigkeit bekamen wir von 230 verschiedenen Autoren
Manuskripte zugesandt, und es war immer ein angenehmes Zusammenarbeiten, gemeinsam den Beiträgen den letzten Schliff
zu geben. Da macht die Arbeit auch Spaß. Fünf Autoren haben
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www.dwa.de
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2264
Fachbeiträge
Aus
der Redaktion
wir gebeten, ein kurzes Porträt über sich zu schreiben, denn sie
waren besonders aktiv und haben mehrfach über ihre Erfahrungen berichtet.
Name
Bundesland
Zahl der
Beiträge
Heumer Felix
Sachsen
7
Herzberg Waldemar
Schleswig-Holstein
6
Jilg Michaela
Bayern
6
Sickelmann Marc
Rheinland-Pfalz
5
Fimmel Christian
Tirol
4
In meiner Freizeit bin ich sportbegeistert, spiele in einem Verein Tischtennis, fahre gerne Ski und gehe angeln. Seit einem
Jahr bin ich verheiratet. Da ist es oft nicht so einfach, zwischen
Privatem und Engagement im Berufsleben abzuwägen. Doch
dank dem Verständnis und der Unterstützung meiner Frau haben wir das noch immer hinbekommen.
Die fleißigsten Autoren der letzten zehn Jahre
Bei dieser Aufstellung fällt auf, dass die Autoren über das gesamte Einzugsgebiet unserer Zeitschrift verteilt sind. Wir dürfen dies als Zeichen dafür werten, dass wir das Interesse der
Leser in allen Landesbereichen erreichen, und das ist doch eine schöne Erkenntnis. Denn immerhin wird unser Blatt im hohen Norden in Flensburg (Schleswig-Holstein) ebenso gelesen,
wie im Osten auf der Kläranlage Deutsch-Jahrndorf im österreichischen Burgenland, im Westen in Aachen (NordrheinWestfalen) sowie im Süden auf der ARA südlich von Tramin in
Südtirol; nicht zu vergessen auch die deutschsprachigen
Schweizer Kantone.
Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, dass wir Ihnen auch
in Zukunft eine Zeitschrift bieten können, die möglichst ausgewogen alle Landesteile anspricht. Natürlich geht das nur mit
Ihrer Unterstützung.
Ihr
Felix Heumer
In der Oberlausitz im östlichen Winkel von Deutschland ist die
SOWAG (Zittau) für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung verantwortlich. Hier ist mein Arbeitsplatz. Vor fünf
Jahren schloss ich meine Ausbildung zum Abwassermeister ab
und bin jetzt als Meisterbereichsleiter Abwasser für den Betrieb
der Kläranlage Zittau (85 000 EW), zwei weiterer mittelgroßer
Anlagen sowie für rund 120 Kleinkläranlagen und 80 Abwasserpumpwerke verantwortlich. Neben dieser Haupttätigkeit bin ich
als Gewässerschutzbeauftragter für unser Unternehmen tätig.
Schon lange habe ich einen engen Kontakt zum DWA-Landesverband Sachsen/Thüringen. So unterrichte ich im Klärwärter-Grundkurs und bin Lehrer in den Kläranlagen-Nachbarschaften. Auch bin ich als Gründungsmitglied des DWA-Netzwerks Hochwasserhilfe und im IHK-Prüfungsausschuss der Abwassermeister ehrenamtlich eingebunden.
Der Erfahrungsaustausch mit den Kollegen hat mir in meiner beruflichen Praxis oft weitergeholfen und die eigen
Kenntnisse vertieft und erweitert. Durch meine Beiträge in
der KA-Betriebs-Info möchte ich gern einen Teil meiner beruflichen Erfahrungen weitergeben.
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
Felix Heumer – Ist auch alles lupenrein?
Waldemar Herzberg
Dithmarschen ist eine Region und ein Kreis in Schleswig-Holstein ganz oben im Norden. Dort groß geworden und arbeitsmäßig immer in der Heimat geblieben, begann ich meine berufliche
Laufbahn als Lehrling auf einer Texaco-Raffinerie zum Messund Regelmechaniker. Auch nach der Ausbildung blieb ich auf
der Raffinerie. 1981 legte ich die Prüfung zum Elektroinstallateur-Meister ab und suchte jetzt einen neuen Wirkungskreis.
1983 bekam ich die Chance, an meinem Wohnort die Leitung der Meldorfer Kläranlage (72 000 EW) zu übernehmen.
Das war eine große Herausforderung! Keine Ahnung von der
Abwassertechnik und gleich ein kompletter Umbau der Faulung vom normalen Faulbetrieb zum Reaktorbetrieb. Für mich
hieß das, sich in eine Materie reinknien, die ich und auch meine Kollegen nicht kannten. Denn das Abwasser einer Sauerkrautfabrik sollte über die Faulstufe abgebaut werden. Doch
schnell hatte ich mich mit der neuen Fachrichtung vertraut gemacht, sodass ich vier Jahre später bei der Erweiterung der
Faulung schon von den Planern und Firmen zu Rate gezogen
wurde. 1988 belegte ich in Essen erfolgreich einen Kurs zum
Klärmeister und 1989 zum Abwassermeister.
1996 wurde ich von den Kollegen der Kläranlagen-Nachbarschaft zum Obmann gewählt, und seit 2003 bin ich Lehrer für
die Dithmarscher Nachbarschaft. Diese Tätigkeit macht mir
großen Spaß, denn ich kann meinen Kollegen oft mit Rat und
Tat zur Seite stehen und dabei auch mein eigenes Fachwissen
erweitern. Natürlich will ich diese Erkenntnisse nicht für mich
behalten und gebe gerne meine Ideen durch Fachbeiträge im
KA-Betriebs-Info den Kollegen weiter.
2008 übergab die Stadt Meldorf die komplette Abwasserreinigung an den Wasserverband Süderdithmarschen, und seit 2012
bin ich für alle Kläranlagen im Verbandsgebiet zuständig; zurzeit sind es 18 Kläranlagen mit insgesamt 186 000 EW.
Es ist aber nicht so, dass ich mich nur auf Räumerbrücken
aufhalte. Gerne bin ich mit meiner Familie unterwegs und fühle mich auch auf anderen Brücken wohl.
www.dwa.de
2265
Fachbeiträge
Aus
der Redaktion
Waldemar Herzberg – Mit Enkelkind Tommy auf der Hängebrücke in Bristol
Michaela Jilg
Bei meiner letzten Führung über unsere Kläranlage kamen einige Besucher am Schluss zu der Aussage: „Die Begeisterung
für Ihren Beruf nach so vielen Jahren ist faszinierend!“ Aber
wie soll es auch anders sein, wenn man das Glück hat, in solch
einer tollen Kläranlage arbeiten zu dürfen. An den altersbedingten Schäden der Schwabacher Kläranlage merke ich, wie
www.dwa.de
alt ich selber werde. Die Anlage war gerade ein halbes Jahr in
Betrieb, da durfte ich hinzukommen, und somit werden wir gemeinsam alt.
Zu meinen Beruf bin ich ohne Girl´s Day gekommen. Diesen hatte es zu dieser Zeit noch nicht gegeben. Mir wurde mein
Beruf in die Wiege gelegt. Mein Vater war Gas- und Wassermeister, und es gab nichts Schöneres, als ihm im Wasserwerk
zu helfen und das schon ab fünf Jahren. Die Begeisterung hat
er mir mitgegeben für meinen Beruf. Meine Ausbildung absolvierte ich bei einer Sondermüllanlage. Dort lernte ich viel über
die chemische Abwasserreinigung. Durch Zufall kam ich zur
Kläranlage und entdeckte meine Liebe zur biologischen Abwasserreinigung. 1997 machte ich dann meinen Abwassermeister.
1999 war mein Jahr! Hier habe ich als erste Nachbarschaftslehrerin in Bayern drei Nachbarschaften übernommen. Außerdem durfte ich im Mai die Leitung der Kläranlage übernehmen,
mein erster Sohn erblickte das Licht der Welt und meinem
Mann habe ich das Ja-Wort gegeben.
Wenn ich nicht gerade mit meiner beruflichen Berufung beschäftigt bin, dann bin ich mit meiner Familie unterwegs. In
unserem Generationenhaus leben sieben Personen und ein
Hund. Meine Familie besteht aus meinem Mann, der mich immer tatkräftig unterstützt, meinen vier Erdenkindern (15, 12,
7 und 6 Jahre) und meinen zwei Sternenkindern (8 Jahre). Somit brauche ich mir keine Gedanken machen, was ich in meiner Freizeit tun möchte. Meine Freizeit ist mit meiner Familie
ausgeplant.
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2266
Fachbeiträge
Aus
der Redaktion
Michaela Jilg – Nur mein Mann fehlt – einer muss ja fotografieren.
Dank meiner Sternenkinder habe ich zur Trauerbewältigung
ein Buch geschrieben „Wenn zwei Sterne leuchten“, und das ist
mein drittes Steckenpferd. Ich versuche, das totgeschwiegene
Thema „Todgeburt und Trauer“ der Bevölkerung näher zu bringen. Ich helfe anderen, mit ihrer Trauer umzugehen, um wieder positiv zu denken und am Leben teilzunehmen.
Vor diesem Schicksalsschlag hatte ich drei Nachbarschaften.
Eigentlich wollte ich zwei abgeben. Doch Hardy Loy, unser
Nachbarschaftsleiter in Bayern, hatte mich umgestimmt, so
dass ich zwei Nachbarschaften behalten habe. Die Lehrertätigkeit ist eine sehr vielseitige, interessante, informative und kontaktvolle Ehrenamtstätigkeit. Man ist als Lehrerin immer einen
Schritt voraus, wenn es um Neuigkeiten geht. Natürlich ist aber
auch ein großer zeitlicher Aufwand nötig, um die Nachbarschaftstage gut vorzubereiten. Doch meine beiden Obmänner
sind mir dabei eine große Hilfe. Ohne ihre Unterstützung
könnte ich diese Aufgabe nicht bewältigen. Sie stehen mir immer mit Rat und Tat zur Seite.
Leider hat der Tag nur 24 Stunden. Ich hätte noch so viele
Ideen und Visionen, aber es fehlt einfach an Zeit, sie zu verwirklichen. Viele Grüße aus dem schönen Frankenland.
werkstätte, wo neben dem Wickeln von Motoren die Reparatur
von diversen Geräten und Maschinen sowie ein Verteilerbau
betrieben wurden. Nebenbei musste ich auch die zu den Stadtwerken gehörende Kläranlage in Sachen Mess-, Steuer und Regeltechnik warten und betreuen.
Durch diese Arbeiten entdeckte ich die Liebe zu der interessanten und vielseitigen Tätigkeit eines Klärwärters. Der Anlass
war zwar tragisch, als 1985 durch eine Klärgasexplosion der
damalige Klärwärter ums Leben kam, doch ich wechselte in das
Klärwerk und machte dort die Ausbildung zum Klärfacharbeiter. Im Jahr 1989 wurde beim neu errichteten Klärwerk des Abwasserverbands Achental-Inntal-Zillertal die Stelle des Betriebsleiters ausgeschrieben, die ich dann auch bekam.
Eine neue Herausforderung war es dann, als mir der ÖWAV
anbot, zuerst die Tätigkeit als Sprecher und später als Betreuer von drei Tiroler Kläranlagen-Nachbarschaften zu übernehmen. Schließlich habe ich in den zurückliegenden Jahren eine
Menge an praktischen Erfahrungen sammeln können, die ich
gerne an meine Kollegen in den Nachbarschaften weitergebe.
Es ergab sich auch die Gelegenheit, in diversen ÖWAV-Ausschüssen bei der Erstellung von Arbeitsbehelfen und Regelwerken mitzuwirken.
Durch mein privates Interesse an der EDV-Technik ergab
sich 1996 die Gelegenheit, mit einem ehemaligen Klärwärterkollegen die Firma DIGILOG Steuerungstechnik zu gründen,
mit der wir das Betriebsdatenerfassungsprogramm DIGIPROT
entwickelten und in ganz Tirol auf den Kläranlagen installierten. Nun besteht die Firma seit 18 Jahren und hat weitere drei
Personen beschäftigt. Die jüngste Softwareentwicklung ist eine
Web-Portal-Lösung für Kläranlagen, wo diverse Anwendungen,
wie die Betriebsdatenerfassung nach Regelblatt-13, der Kläranlagenzustandsbericht, eine Abfallbilanzerfassung usw. zur Verfügung stehen.
Natürlich habe ich auch ein Privatleben, denn schließlich bin
ich seit 28 Jahren verheiratet und habe drei Kinder. Wenn es die
Zeit erlaubt, betreibe ich diverse Sportarten wie Laufen und
Radfahren. Als Tiroler bin ich natürlich gerne in den Bergen, besonders im Winter bin ich ein leidenschaftlicher Skitourengeher.
Marc Sickelmann
Der 46 Jahre alte Abwassermeister ist auf der Kläranlage Rülzheim beschäftigt. Er war in den ersten Jahren ein eifriger Artikelschreiber. Jetzt ist es etwas still um ihn geworden; er möchte auch nicht über seine Person berichten. Bei aller Bescheidenheit wissen wir aber, dass er 2008 den Ernst-Kuntze-Preis für
eine innovative Idee zur Trocknung von Rechengut erhalten
hat. Er wünscht allen Leserinnen und Lesern auf diesem Wege
alles Gute.
Christian Fimml
Ich bin seit 25 Jahren Betriebsleiter des Abwasserverbands
Achental-Inntal-Zillertal. Meine Ausbildung begann ich mit einer Lehre zum Elektromechaniker und Maschinenbauer bei
den Stadtwerken Schwaz. Nachdem ich mit 22 Jahren die
Meisterprüfung in diesem Beruf abgeschlossen hatte, übernahm ich bei den Stadtwerken Schwaz die Leitung der Elektro-
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
Christian Fimml – Hier wird der Kopf wieder frei.
www.dwa.de
2267
Fachbeiträge
DWA zeichnet praktische Verbesserungen für die Abwasser- und Reststoffentsorgung aus
Ernst-Kuntze-Preis vergeben
Christian Drothler (59) aus Haiming (Bayern) und Stefan
Schrowange (49) aus Brilon (Nordrhein-Westfalen) wurden in
diesem Jahr zu gleichen Teilen mit dem Ernst-Kuntze-Preis ausgezeichnet. Das hat das Preisgericht bei der DWA beschlossen.
Vergeben wurden die Preise auf der DWA-Bundestagung am
30. September 2014 in Baden-Baden. Mit dem Ernst-KuntzePreis zeichnet die DWA Arbeiten und Erfindungen aus, die zu
praktischen Verbesserungen auf den Arbeitsgebieten der Vereinigung führen. Der Preis ist mit insgesamt 5000 Euro dotiert.
Christian Drothler, ausgebildet als Maschinenschlosser, arbeitet seit 1985 als Klärwärter, zunächst im Markt Marktl, seit
September 2004 bei der Stadt Burghausen. Er wird für die Arbeit „Druckluftspülung für Rechengut“ ausgezeichnet. Auf der
Kläranlage Burghausen war eine neue Anlage zur Entfernung
gröberer Stoffe (bis herunter zu drei Millimeter Durchmesser)
und zur Wäsche des dort anfallenden Rechenguts in Betrieb genommen worden. Christian Drothler hatte Ideen zur Verbesserung dieser Anlage, die er auch in die Praxis umsetzte. Vor allem ersetzte er das Wasser, das zur Wäsche des Rechenguts verwendet wird, durch eine Mischung aus Wasser und Druckluft.
Einzelheiten dazu werden in dem nachfolgenden Beitrag „Was
hat ein umgebauter Rechengutwäscher mit einer Zahnspülung
zu tun?“ beschrieben.
Christian Drothler mit einem wesentlichen Teil seiner
technischen Entwicklung
Stefan Schrowange, ursprünglich ausgebildet als Stahlbauschlosser, arbeitet seit 1996 als Betriebsmeister der Kläranlagen Warstein, Belecke und Möhnesee sowie Völlinghausen beim Ruhrverband. Schrowange schloss später eine weitere Ausbildung als Verund Entsorger an und absolvierte drei Meisterprüfungen erfolgreich: als Kraftfahrzeugmechanikermeister, Metallbauermeister
und Abwassermeister. Er wird ausgezeichnet für die Konzipierung
und den Bau eines Schlammwärme-Rekuperators, der den Wärmeaustausch zwischen Schlammströmen unterschiedlicher Temperatur auf Kläranlagen ermöglicht. Nach dem von Stefan Schrowange entwickelte Verfahren übernimmt „kalter“ Rohschlamm
die Wärmeenergie von „warmem“ ausgefaultem Schlamm, die
sonst in die Atmosphäre abgegeben worden wäre. Die vorhandene Wärmeenergie verbleibt so weitgehend im System und wirkt
sich energiesenkend für den Kläranlagenbetrieb aus. Die beiden
Schlammströme, die einen Temperaturunterschied von deutlich
über 10 °C aufweisen, werden im Gegenstrom zueinander über eine Kontaktfläche geführt. Einen „Schlamm-Schlamm-Wärmeaustauscher“ in dieser Form gab es bisher nicht. Diese Erfindung birgt
ein beträchtliches ökonomisches Potenzial: Eine überschlägige
Rechnung ergibt, dass in Deutschland bei einer Erwärmung von
einem Drittel des Rohschlamms um 10 °C unter der Annahme eines Energiepreises von 0,07 €/kWh sich theoretisch eine Einsparung von 19 Millionen Euro jährlich ergibt.
Stefan Schrowange vor der von ihm entwickelten Anlage
(Foto: Ruhrverband)
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2268
Fachbeiträge
Was hat ein umgebauter Rechengutwäscher mit einer Zahnspülung zu tun?
1
Einleitung
Nach der Sanierung der mechanischen Anlagenteile unserer
Kläranlage in Burghausen (Oberbayern) sowie der Nachrüstung
der Schlammfaulung um ein Blockheizkraftwerk haben wir
überlegt, wie der Betrieb noch weiter optimiert werden kann.
Durch den neuen, feineren Rechen war der Rechengutanfall
erwartungsgemäß gestiegen. Natürlich haben sich damit die
Kosten für die Rechengutentsorgung erhöht. Gleichzeitig hatten
wir aber auch seit dem Betrieb des BHKW ein starkes Interesse,
möglichst viel Vorklärschlamm zu erhalten, um damit eine große Faulgasproduktion in den Faulbehältern zu erzielen.
Eine Verbesserung beider Bedingungen wäre zu erzielen,
wenn der Rechengutanfall zwar reduziert wird, aber nur soweit,
dass die organischen Bestandteile wieder aus dem Rechengut
ausgewaschen werden. Denn diese organischen Stoffe können
wir gut im Faulbehälter verwerten. Alle fasrigen und sonst störenden Bestandteile sollten also möglichst im Rechengut verbleiben. Im Jahr 2010 wurde an der Kläranlage Burghausen ein
Rechen der Fa. Huber mit einer Rechengutwäsche WAP 4 neu
eingebaut (3 mm Stababstand). Der Rechengutwäscher (Abbildung 1) wurde mit Trinkwasser betrieben (unsere Kläranlage
verfügt über keinen eigenen Brauchwasserbrunnen, das Grundwasser steht zu tief unter dem Gelände).
Abb. 1: Rechengutwäscher
rung klar, dass das beste Spülergebnis bei der Zahnhygiene mit
einer Mischung aus Wasser und Luft erzeugt wird. Von dieser
Überlegung war es nicht weit zur nächsten. Würde sich das
Waschergebnis unserer Rechengutwäsche nicht verbessern lassen, wenn auch hier nicht nur Wasser, sondern eine Mischung
aus Wasser und Luft eingesetzt würde?
Im Grunde baut die Konstruktion auf den zwei bereits vorhandenen Spülanschlüssen des Rechengutwäschers auf. Anstatt Wasser wird jetzt aber ein Wasser/Luft-Gemisch eingedrückt (Abbildung 2).
Abb. 2: Ergänzter Spülanschluss am Rechengutwäscher
Zusätzlich wurde auch die Spülwasserquelle umgestellt. Bislang musste für den Betrieb des Rechengutwäschers Trinkwasser eingesetzt werden. Mit dem Umbau wurde anstatt Trinkwasser auf Abwasser aus dem Gerinne im Rechenhaus (direkt
nach dem Rechen) umgestellt. Wir haben eine 2˝ - Pumpe mit
eingesetzt. Je Spülintervall wird von der Pumpe eine Wassermenge von etwa 40 Liter Wasser in das Rechengut gedrückt.
Ein vollständiger Spülvorgang besteht aus acht Spülintervallen
von jeweils 90 Sekunden Dauer.
Die Düse für das Wasser/Luft-Gemisch wurde vollständig erneuert (Abbildung 3). Die im Original eingebaute Düse mit einer sehr feinen Öffnung wurde ausgebaut. Die ursprünglich sehr
feine Öffnung war vermutlich der Grund für den benötigten
Trinkwasseranschluss. Abwasser aus dem Gerinne nach dem Rechen hätte diese Düse innerhalb kürzester Zeit verstopft.
Das Ergebnis des Rechengutwäschers erschien uns noch verbesserungsfähig. Denn durch die erheblichen Anteile an organischen Bestandteilen im Rechengut war die Geruchsbelastung im
Rechenhaus erheblich. Dazu kam der starke Anfall von Kondenswasser aus dem in Faulung übergegangenen Inhalt des Rechengutcontainers. Insbesondere im Winter war der erhebliche
Kondenswasseranfall nicht zu übersehen.
2
Idee zur technischen Ausführung
Wie jede gute Idee wurde auch diese nach langem Brüten plötzlich gefunden. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass beim morgendlichen Zähneputzen beim Spülen der Zähne der Mund
nicht vollständig mit Wasser gefüllt wird? Jedem ist aus Erfah- Abb. 3: Neue Düse für das Wasser/Luft-Gemisch
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
www.dwa.de
2269
Fachbeiträge
3
Betriebserfahrungen
Der Umbau erfolgte Ende 2011, sodass nun ein vollständiges Betriebsjahr mit der neu konzipierten Rechengutwäsche hinter uns
liegt. Eine Veränderung ist aus den Daten des Jahres 2012 deutlich feststellbar. Wie zu erwarten, ist der Trinkwasserbedarf an
der Kläranlage deutlich gesungen. Lag dieser vor der Modifikation des Rechengutwäschers bei etwa 600 bis 700 m3/Monat, natürlich mit entsprechenden Betriebskosten, ist nach dem Umbau
nur noch ein Trinkwasserbedarf von 50 bis 100 m3/Monat notwendig. Seit der Inbetriebnahme der Spülung mit Brauchwasser hatten wir noch keine Probleme mit verstopften Düsen und
erwarten diese jetzt auch nicht mehr.
Der Rechengutanfall ist um etwa 25 % gesunken (Abbildung 4). Messtechnisch nicht so erfassbar, aber deutlich wahrzunehmen – es stinkt nicht mehr so, und auch der Kondenswasseranfall im Winter ist kleiner.
gerung der Waschleistung kann an dieser Stelle deutlich abgelesen werden. Der Faulgasanfall im Faulturm ist seit der
Inbetriebnahme des Rechengutwäschers um etwa 10 % gestiegen. Das führen wir auf die organischen Bestandteile zurück,
die jetzt besser ausgewaschen werden und sich in der Vorklärung zusätzlich absetzen.
Während der Optimierungsphase haben wir Luft mit unterschiedlichem Druck dem Waschwasser beigemengt. Letztlich hat
es sich als optimal erwiesen, die Luft mit einem Druck von 4 bar
dem Waschwasser beizufügen (Abbildung 5). Auch das Waschwasser wird mit etwa 4 bis 5 bar in den Wäscher gedrückt. Ein
höherer Luftdruck brachte kein besseres Waschergebnis.
Abb. 5: Druckluftversorgung für den Rechengutwäscher
Abb. 4: Rechengut gewaschen
In der Höhe von uns nicht erwartet, aber eigentlich ein Beleg
für die deutliche Verbesserung des Waschergebnisses – der
Sandanfall ist um 100 % gestiegen. Vor dem Umbau wurde eine erhebliche Sandmenge mit dem Rechengut aus dem Abwasser entnommen. Jetzt dagegen wird der Sand durch das Waschen wieder aus dem Rechengut entfernt. Die deutliche Stei-
Die Verbesserung der Waschleistung beruht auf dem großen
Dichteunterschied zwischen Wasser und Luft. Wird nur mit
Wasser gewaschen, ist die Kraft, die auf das Rechengut wirkt,
zwar hoch, aber nahezu konstant. Bei dem Waschen mit einem
Luft/Wasser-Gemisch ist die maximale Kraft, die auf das Rechengut wirkt, zwar auch nicht höher, schwankt aber in kleinen Zeitabständen sehr stark. Dieses Schwanken löst die Stoffe aus dem Rechengut deutlich besser. Seit dem Umbau erreichen wir einen TS-Gehalt von 30 bis 33 % im ausgewaschenen
Rechengut.
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2270
Fachbeiträge
In der neuen Konstruktion ist auch noch ein Anschluss vorhanden, der es uns ermöglichen würde, statt mit Abwasser wie
bisher mit Trinkwasser zu spülen. Diesen Anschluss zu benutzen, war bisher noch nicht notwendig.
Natürlich stellt sich die Frage, ob durch das verbesserte
Auswaschen nicht nur der Anfall an Vorklärschlamm und damit
Faulgas steigt, sondern ob damit nicht auch die Ablaufkonzentration in der Vorklärung steigt. Das hätte die Konsequenz, dass
die ausgewaschenen Stoffe auch vermehrt bis in die Biologie
getragen würden. Letztlich hätte das zur Folge, dass die gesteigerte Gasproduktion und damit der Mehr-Strom gleich wieder
verbraucht würden, um den gesteigerten Strombedarf in der
Biologie zu decken. Wir untersuchten eine Reihe von Stichproben direkt am Ablauf der Waschpresse.
Erwartungsgemäß schwanken die Analysenwerte aus dem
Wäscher. Im Schnitt konnte aber durch die Beigabe der Druckluft eine Steigerung des CSB-Werts im Waschwasser um 70 bis
80 %, bezogen auf den CSB-Wert ohne Luft, erreicht werden.
Nach einer Absetzdauer von zwei Stunden, was der Aufenthaltszeit in unserer Vorklärung entspricht, war der CSB-Wert
noch etwa 30 bis 40 % höher als bei dem Rechengutwäscher
ohne Druckluftunterstützung. Nach unseren Untersuchungen
erreichen somit etwa 50 % des ausgewaschenen CSB somit die
Belebung (Tabellen 1 und 2).
CSB – nicht abgesetzt
[mg/l]
ohne Luft
mit Luft
10170
14440
5490
11830
6580
9670
3950
7860
CSB – 2 h abgesetzt
[mg/l]
ohne Luft
mit Luft
5840
7550
3760
4530
2890
4330
2140
2830
Tabelle 2: CSB im Waschwasser – 2 h abgesetzt
Wir haben auch untersucht, wie sich der Wäscher auf den Parameter Stickstoff auswirkt. Wie zu erwarten, konnte im Waschwasser so gut wie kein Stickstoff gefunden werden. Die Messwerte lagen im ein- und zweistelligen Bereich. Kein Stickstoffmesswert lag über 15 mg/l. Die Rechengutwäsche verbessert
nach unserer Erfahrung immer das C/N-Verhältnis. Der Wäscher
mit Druckluftunterstützung noch deutlich stärker als der normale Wäscher. Kläranlagen mit einem ungünstigen C/N-Verhältnis,
etwa weil viel Stickstoff aus der Schlammbehandlung in die Belebung zurückkommt, können mit dem verbesserten Wäscher
kostenlos zusätzlichen Kohlenstoff gewinnen.
Autor
Dipl.-Ing. Peter Raunecker
Ing.-Büro Raunecker GmbH
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Konstruktion
Christian Drothler
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Tabelle 1: CSB im Waschwasser – nicht abgesetzt
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
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2271
Fachbeiträge
Online-Biomonitoring in der Abwasserreinigung
1
Situation
In der Gemeinde Dietikon, vor den Toren der Stadt Zürich, betreibt die Interkommunale Anstalt Limeco eine der modernsten
Abwasserreinigungsanlagen (ARA) Europas. Die Abwasserreinigungsanlage heißt offiziell Limeco ARA Limmattal und hat
eine Ausbaugröße von 110 000 EW (Abbildung 1).
Mit physikalischen und chemischen Messmethoden überprüfen wir die Qualität des Abwassers online – im Zulauf, in
den vier Reinigungsstufen und im Ablauf, bevor es in die Limmat eingeleitet wird. So lässt sich die Anlage ökologisch und
ökonomisch steuern.
zeugte mich schnell. Es ist zeitnah und ergänzt die konventionelle Messtechnik ideal. Der Platzbedarf ist klein und der Aufwand gering. Deshalb hat Limeco das Biomonitoring ins Prozessleitsystem integriert, für die ganzheitliche Überwachung
der Abwasserqualität.
3
So funktioniert es
Ein Teil des gereinigten, belüfteten Abwassers fließt durch den
Biomonitor. In 24 Messkammern lebt je ein Bachflohkrebs für die
Dauer von acht Wochen. Die Sensorzellen sind groß genug, damit
sich die Tiere stressfrei bewegen können. In der freien Natur verstecken sich die Tiere zwischen Steinen. Sie merken nicht, dass sie
statt in einer Höhle in einem kleinen Rohr leben (Abbildung 3).
Abb. 1: Die ARA Dietikon
2
Ganzheitliche Überwachung
Als weltweit erste kommunale ARA setzt Limeco auch auf biologische Indikatoren: Gammariden aus der Limmat kontrollieren das gereinigte Abwasser, bevor es zurück in den natürlichen Kreislauf fließt. Gammariden sind winzige Bachflusskrebse (Abbildung 2).
Abb. 2: So sieht der Bachflusskrebs aus.
Ein Jahr lang testete Limeco mit Erfolg das Online-Biomonitoring mit dem sogenannten Multispecies Freshwater Biomonitor, das von der deutschen Limnologin und Ökotoxikologin Dr.
Almut Gerhardt entwickelt wurde. Als Betriebsleiter der ARA
war ich natürlich zuerst sehr skeptisch. Doch das System über-
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Abb. 3: Die neue Behausung der Bachflusskrebse
Die Wände der Messkammern bestehen aus vier Edelstahlplatten, die ein hochfrequentes Wechselstromfeld erzeugen. Es ändert sich, sobald sich die Tiere bewegen. Dieses nicht-optische
Prinzip der vierpolaren Impedanzwandlung ist speziell entwickelt für Messungen in trübem, unbehandeltem Wasser, im Boden und in Sedimenten. Wie andere sensitive Tiere auch, haben die Bachflohkrebse einen spezifischen Verhaltensfingerabdruck. Verändert sich ihr Verhalten außerhalb der erlaubten
prozentualen Abweichung, schlägt das System Alarm, zum Beispiel weil die Aktivität der Tiere plötzlich ansteigt (Flucht) oder
rapide sinkt (Tod) – zwei typische Indikatoren für belastetes
Abwasser oder eine Betriebsstörung.
Voraussetzungen für das Biomonitoring
Da lebende Organismen die Wasserqualität prüfen, müssen
mehr Bedingungen erfüllt sein als bei konventionellen Messmethoden:
• Sauerstoffkonzentration im gereinigten Abwasser zwischen
3 und 5 mg/l
• zusätzliche organische Nahrungsquellen
• Ersatztiere aus eigener Zucht
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2272
Fachbeiträge
Die wichtigsten Voraussetzungen fürs Biomonitoring sind:
• Testtiere, die empfindlich auf Verschmutzungen reagieren
(zum Beispiel Gammariden)
• ein Messsystem, das die Reaktionen registriert
• ein Alarmsystem, das bei Normabweichungen anschlägt
4
Trinkwasseranalytik diskutiert werden. In beiden Bereichen
sind biologische Monitoringsysteme, kombiniert mit chemischen und physikalischen Messsystemen, schon seit längerer
Zeit im Einsatz. Der Dialog könnte zum besseren Verständnis
beitragen über Auswirkung von gereinigtem Abwasser auf die
Gewässer und die Beeinflussung der Wasserressourcen.
Fazit
Abwasserreinigungsanlagen (ARA) setzen standardmäßig chemische und physikalische Messmethoden ein, um die Wasserqualität im Ablauf zu überwachen. So lassen sich Betriebsstörungen erkennen und Nährstoffgehalte wie zum Beispiel Nitrat
(NO3-N), Ammonium (NH4-N) und gelöster organischer Kohlenstoff (DOC) ermitteln. Unmöglich sind aber Aussagen über
die Toxizität des gereinigten Abwassers auf die Lebewesen in
den Gewässern. Die Frage bleibt somit unbeantwortet: Ist es
für die im Gewässer lebenden Organismen problematisch,
wenn der DOC-Gehalt von 4,5 auf 5,0 mg/l ansteigt? Eine gezielte Aussage ist nur mit dem Biomonitoring möglich.
Die Kombination von chemischen und physikalischen
Messparametern mit biologischen Indikatoren ist zukunftsweisend und ganz im Sinne eines ganzheitlichen Konzepts zur Qualitätsüberwachung: Die lebenden Tiere zeigen an, welche Auswirkungen das Einleiten des gereinigten Abwasser in ein Gewässer hat (Abbildung 4), und die konventionellen Messungen liefern Hinweise auf die Ursache (Betriebsstörung oder Einleiter).
In der Praxis wird bei der Detektion eines toxischen Ereignisses durch das Biomonitoring automatisch eine Rückstellprobe entnommen, die ein spezialisiertes Labor auf unterschiedliche Inhaltsstoffe analysieren kann. Ergänzend analysiert die
ARA die Daten der konventionellen Online-Messung im Ablauf.
Ziel ist, Muster zwischen Ereignissen und Ursachen zu erkennen. Für eine ganzheitliche Betrachtung sollten aber auch die
Messdaten aus dem Zulauf in die Analyse einfließen – dies bedingt jedoch, dass der Rohzulauf entsprechend ausgerüstet ist.
Die biologisch-ökotoxikologische Überwachung ist doppelt sinnvoll: Erstens sind die für Wasserlebewesen gefährlichen Spurenstoffe (zum Beispiel Rückstände von Medikamenten und Pestiziden,
hormonaktive Substanzen) mit konventionellen Messmethoden unsichtbar. Und zweitens ist nicht jede Betriebsstörung durch physikalische und chemische Basisparameter erkennbar. Deshalb ist unser
langfristiges Ziel die Steuerung einer zusätzlichen Reinigungsstufe
für die Elimination von Mikroverunreinigungen.
Die Erfahrungen aus der kombinierten Analyse von chemischen, physikalischen und biologischen Daten sind noch gering, aber das Potenzial für die umfassende Beurteilung der
Wasserqualität ist groß. Weil die Abwasserreinigungsanlage
von Limeco die Wasserqualität vom Zulauf bis zum Ablauf
durchgehend online misst, ist sie prädestiniert, um zukunftsweisende Ansätze zu entwickeln. Die gewonnenen Erkenntnisse sollten auch fachübergreifend mit Experten der Fluss- und
Abb. 4: Die Kleinlebewesen prüfen die Wasserqualität.
Autoren
Christian Bühler, Betriebsleiter
Limeco ARA Limmattal
Reservatstrasse 5, 8953 Dietikon, Schweiz
E-Mail: Christian.Buehler@limeco.ch
Dipl. Ing. FH/MAS Martina Hofer
Geschäftsführerin der Unimon GmbH
Eichstrasse 11, 8306 Brüttisellen, Schweiz
Dr. Almut Gerhardt
Geschäftsführerin der LimCo International GmbH
Technologiezentrum
Blarerstraße 56, 78462 Konstanz, Deutschland
BI
Änderung der Abwasserverordnung
Kurz vor Redaktionsschluss wurde die Verordnung zur Änderung der Abwasserverordnung im Bundesgesetzblatt (BGBl. I, Nr. 42
vom 5. September 2014, S. 1474–1487) bekannt gemacht. Neu ist unter anderem im Anhang 1 die Anforderung, dass kommunale Abwasseranlagen so errichtet, betrieben und benutzt werden, dass eine energieeffiziente Betriebsweise ermöglicht
wird. Die geänderte Verordnung trat am 6. September 2014 in Kraft.
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
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2273
Fachbeiträge
Gerinnerechen zur Flusenentfernung
im Zulauf der Belebung
In den Jahren 1995 bis 1998 wurde die Kläranlage Meldorf
(Schleswig-Holstein) komplett für die Stickstoffelimination
umgebaut. Wir bekamen damals auch eine neue Vorreinigung,
mit neuen Siebschnecken und einem neuen unbelüfteten Sandfang. 2002 haben wir die beiden Siebschnecken in Reihe geschaltet, um einen noch besseren Reinigungseffekt zu erzielen
(siehe KA-Betriebs-Info 3/2004).
Um die Belebungsbecken zu reinigen, nahmen wir im Jahr
2004 zum ersten Mal der Reihe nach alle drei Becken außer Betrieb. Auf dem Beckengrund befanden sich große Mengen an
Schlamm und Sand. Das Schlimmste dabei waren die riesigen
Verzopfungen an jeder Notausstiegsleiter, an den Aufhängungen
der Mammutrotoren sowie an den Rührwerken (Abbildung 1).
Die Funktion der Siebschnecken war nicht so gut, wie wir
erwartet hatten. Offenbar sind viele Kleinstflusen durch die
2-mm-Löcher durchgeflutscht oder durchgebürstet worden
und haben sich dann zu Zöpfen aufgewickelt. Da wir schon seit
dem Umbau Probleme mit Flusen an den Redoxelektroden hatten, war uns klar, dass wir hier etwas ändern müssen.
Abb. 1: Verzopfungen am Notausstieg
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2274
Fachbeiträge
Die Elektroden hatten wir vorher in PE-Rohre gesteckt, damit
die Elektrodenspitzen nicht mehr im fließenden Strom lagen,
sondern durch das Rohr im verwirbelten Wasser. Die Änderung
bewirkte zumindest, dass wir nicht mehr täglich die Elektroden
reinigen mussten.
Trotzdem war das keine Dauerlösung. Ich besprach die Situation mit unserem Schlosser und fragte ihn, ob er in der Lage ist, einen Handrechen für das Gerinne im Ablauf des Anaerobbeckens zu bauen. Da es keinen Umlauf bzw. Überlauf gab,
musste der Rechen so angebracht werden, dass bei voller Belegung des Rechens das Abwasser noch an ihm vorbeiströmen
konnte.
Er machte sich an die Arbeit und fertigte aus stabilem Flachstahl einen hochklappbaren Handrechen (5 mm Flacheisen, 3 mm
Spaltenbreite). Mit der entsprechenden Rechenharke konnte
man recht viele Flusen abharken. Die Sache hatte nur einen
Nachteil. Wir mussten mehrmals am Tag den Rechen abharken,
sonst lief das Abwasser am Rechen vorbei (Abbildung 2). Darüber hinaus gab es natürlich auch Zeiten, an denen niemand
auf der Kläranlage war (nachts, Wochenende usw.). In dieser
Zeit lief das Abwasser mit Flusen immer am Rechen vorbei. Das
war natürlich nicht befriedigend.
Im Jahr 2005 bekamen wir neue Siebtrommeln RO2 der Fa. Huber mit 3 mm Siebabstand. Sie arbeiten sehr gut, aber hinsichtlich der Flusen gab es leider keine erkennbare Verbesserung. Es
sind wohl zu viel kleine Flusen in unserem Abwasser, die auch
durch diese neue Siebanlage hindurchströmten. Wir kamen da-
her zu der Erkenntnis, dass es ohne fortlaufende Reinigung nicht
geht, dass also der Rechen automatisiert werden muss.
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2275
Fachbeiträge
Mit dieser Aufgabenstellung wandte ich mich an mehrere namhafte Hersteller von Rechen- und Siebanlagen. Der Winkel des
Rechens musste so schräg sein wie der jetzige Handrechen, um
überhaupt vernünftig belegt werden zu können. Dazu kam
noch die geringe Belegungshöhe. Keine der angefragten Firmen konnte diese beiden Probleme abdecken. Wir waren also
keinen Schritt weiter.
Da ich gelernter Mess- und Regelmechaniker bin, kam mir
der Gedanke, das Ganze mit einem Pneumatikzylinder anzutreiben. Ich hatte nur keine Vorstellung, wie die Umlenkung
funktionieren sollte.
Da erinnerte ich mich, dass ein Freund in Heide (SchleswigHolstein) die Firma Jaster-Hydraulik betreibt, und schilderte
ihm mein Problem. Er teilte meine Meinung, dass hier nur eine pneumatische Lösung erfolgsversprechend sein kann, denn
ein Hydraulikantrieb würde bei einer Betriebsstörung alles zerdrücken. Er wollte sich darüber mal Gedanken machen.
Nach einigen Wochen besuchte ich seine Werkstatt, um den
Prototyp zu besichtigen. Der Antrieb hatte einige Umlenkungsklappen, aber er funktionierte hervorragend. Das sah sehr viel
versprechend aus, und ich bestellte den Rechen. Als dieser geliefert wurde, war die Umlenkung ganz anders, sie war sehr
einfach, um nicht zu sagen primitiv.
Der Rechen besitzt für den Bewegungsablauf drei Rollebenen, die unterste ist immer mit den hinteren Rollen des Harkenwagens belegt. Wenn der Harkenwagen nach unten geschoben wird, rollen die vorderen Rollen über Umlenkbleche auf
die obere Rollebene. Unten angekommen fällt der Harkenwagen in den Rechen und wird dann in der mittleren Rollebene
nach oben gezogen. Oben heben die Laufrollen die Umlenkbleche an, die anschließend sofort wieder herunterfallen; der Harkenwagen geht sodann in Ruhestellung und wartet auf den
nächsten Reinigungsgang (Abbildung 3).
Das Niveau messen wir mit einem Vibrationsgrenzschalter
der Fa. VEGA, der eine Schalthöhe von ca. 15 cm hat. Es fallen
täglich ca. zwei bis drei volle Putzeimer (norddeutsch Feudeleimer) an Rechengut an (Abbildung 4), die wir in die Waschpresse am Zulauf kippen.
Der Gerinnerechen ist nun seit über drei Jahren in Betrieb. Probleme gibt es eigentlich nur im Winter, wenn die Umlenkbleche einfrieren und nicht wieder herunterfallen. Gewisse
Schwierigkeiten gab es auch bis zum Sommer 2013 mit der
Steuerung und Überwachung. Nun aber betreiben wir den Gerinnerechen über das Prozessleitsystem, und seitdem funktioniert die Anlage hervorragend.
Abb. 3: Der Harkenwagen
Abb. 4: Das Rechengut
Autor
Waldemar Herzberg, Abwassermeister
Wasserverband Süderdithmarschen, Kläranlagen
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2276
Fachbeiträge
Erfahrungsaustausch zum
mikroskopischen Bild
Am 25. Juni 2014 haben sich die Fachleute des mikroskopischen Bildes von den Kläranlagen Fürth, Feucht, Roth und
Schwabach getroffen. Elke Zahner-Meike und Dr. Wilfried Pinther vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) hatten zu
dieser Veranstaltung auf die Kläranlage Schwabach eingeladen.
Der Erfahrungsaustausch dauerte von 9 bis 13.30 Uhr. Ziel
dabei war es,
• im theoretischen Teil zu erörtern, welche Arbeitsmittel verwendet werden, wie oft die Analyse des mikroskopischen
Bildes durchgeführt wird und in welcher Form die Auswertung erfolgt. Welche Bedeutung hat das mikroskopische
Bild bei den Kläranlagenmitarbeitern? Wird danach auch
etwas gesteuert? Hat es überhaupt eine Aussagekraft? Wie
glaubhaft sind die Auswertungen? All diese Fragen wurden
in den Raum geworfen, und jeder konnte seine Meinung
dazu äußern.
• im praktischen Teil (Abbildung 1) die Anwendung der mikroskopischen Untersuchungen zu vergleichen. Alle Teilnehmer hatten von ihren Kläranlagen eine Belebtschlammprobe mitgebracht, und diese wurde gemeinsam am Mikroskop angeschaut und ausgewertet.
nig, dass unsere fleißigen Mitarbeiter in der Belebung viel
mehr beachtet werden müssten. Denn ohne diese kleinen Lebewesen würde keine biologische Reinigung stattfinden. Meist
wird erst ins Mikroskop geschaut, wenn sich eine Einbuße der
Abbauleistung abzeichnet, und da ist es oft zu spät, denn hier
kann man keine Veränderung mehr erkennen. Dann sieht man
nämlich nur noch das Chaos unterm Deckglas.
Wie wir alle wissen, ist das mikroskopische Bild ein sehr guter Indikator, um bestimmte Störungen schon im Vorfeld zu erkennen und somit zeitnah gegen Störungen ansteuern zu können. Dies setzt aber voraus, dass das mikroskopische Bild regelmäßig untersucht wird.
Dr. Wilfried Pinther hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Informationsbericht 1/99 „Das mikroskopische Bild bei der biologischen Abwasserreinigung“ des LfU (das sogenannte „Blaue
Buch“) zu überarbeiten. Hierfür sucht er nach möglichst vielen
Meinungen, wie dieses Buch so aktualisiert werden kann, dass
sowohl der Geübte als auch der wenig Erfahrene weiterhin damit arbeiten kann.
Abb. 2: Die Teilnehmer mit Wilfried Pinther (zweiter von links):
Abb. 1: Die praktische Anwendung am Mikroskop
Bei der praktischen Auswertung war schnell zu erkennen, wie
wichtig es ist, dass die mikroskopische Auswertung immer von
der gleichen Person und regelmäßig durchgeführt wird. Denn
schon hier gibt es sehr unterschiedliche Ansichten, zum Beispiel ob die Schlammflocke, groß oder klein, kompakt oder
doch eher locker ist. Doch wichtig dabei ist vor allem zu erkennen, ob sich die der belebte Schlamm verändert hat. Diese Veränderung ist aber nur sichtbar, wenn die Untersuchung regelmäßig und von der gleichen Person durchgeführt wird.
In der bayerischen Eigenüberwachungsverordnung ist festgelegt, dass jede Kläranlage ab einer Ausbaugröße von 5000
EW das mikroskopische Bild durchführen muss. Leider wird
diese Anforderung immer noch sehr stiefmütterlich behandelt.
Es wurde deshalb auch darüber diskutiert, wie die Attraktivität
dieser Methode gesteigert werden könnte. Alle waren sich ei-
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
Es war daher unser dritter Schwerpunkt, Wilfried Pinther Verbesserungsvorschläge an die Hand zu geben. Hierzu möchte
ich auch alle anderen Kläranlagenmitarbeiter aufrufen, die mit
dem mikroskopischen Bild arbeiten (Anregungen an: E-Mail:
wilfried.pinther@lfu.bayern.de). Schließlich geht es ja um eine Anleitung, die unsere Arbeit erleichtern soll.
Autorin
Michaela Jilg, Abwassermeisterin
Lehrerin der Kläranlagen-Nachbarschaften in Bayern
Kläranlage der Stadt Schwabach
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Tel. +49 (0)91 22/7 60 16
E-Mail: michaela.jilg@schwabach.de
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2,50 €
Plakat Fachkraft für Kreislauf - und Abfallwirtschaft
2,50 €
8
9
10
11
Plakat Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice
2,50 €
Alle DIN A1, offizieller Ausbildungsrahmenplan inklusive Spalten zum freien Eintragen von
Zeitraum, Ansprechpartner und Notizen
Ausbildungsbeginn:
Abschnitt 1: Gemeinsame Kernqualifikation
12
Fertigkeiten und Kenntnisse, die unter Einbeziehung selbständigen Planens, Durchführens und Kontrollierens zu vermitteln sind
1. - 15. Monat
a) Aufbau und Aufgaben des ausbildenden Betriebes erläutern
b) Grundfunktionen des ausbildenden Betriebes, wie Beschaffung, Fertigung, Absatz und Verwaltung, erklären
c) Beziehungen des ausbildenden Betriebes und seiner Belegschaft zu Wirtschaftsorganisationen, Berufsvertretungen und Gewerkschaften nennen
d) Grundlagen, Aufgaben und Arbeitsweise der betriebsverfassungs- oder personalvertretungsrechtlichen Organe des ausbildenden Betriebes beschreiben
Sicherheit und
a) Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz feststellen und Maßnahmen zu ihrer Vermeidung ergreifen
Gesundheitsschutz
b) berufsbezogene Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften anwenden
bei der Arbeit
c) Verhaltensweisen bei Unfällen beschreiben sowie erste Maßnahmen einleiten
(§ 10 Nr. 3)
d) Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes anwenden; Verhaltensweisen bei Bränden beschreiben und Maßnahmen zur Brandbekämpfung ergreifen
Zur Vermeidung betriebsbedingter Umweltbelastungen im beruflichen Einwirkungsbereich beitragen, insbesondere
a) mögliche Umweltbelastungen durch den Ausbildungsbetrieb und seinen Beitrag zum Umweltschutz an Beispielen erklären
Umweltschutz
b) für den Ausbildungsbetrieb geltende Regelungen des Umweltschutzes anwenden
(§ 10 Nr. 4)
c) Möglichkeiten der wirtschaftlichen und umweltschonenden Energie- und Materialverwendung nutzen
d) Abfälle vermeiden; Stoffe und Materialien einer umweltschonenden Entsorgung zuführen
a) Wirtschaftlichkeit betrieblicher Leistungen beachten
b) Kostenarten und -stellen unterscheiden
Betriebswirtschaftliche
c) die eigene Arbeit kundenorientiert durchführen
Prozesse, Arbeitsorganisation
d) Arbeits- und Organisationsmittel sowie Arbeitstechniken einsetzen
(§ 10 Nr. 5)
e) Aufgaben im Team planen, bearbeiten und abstimmen; Ergebnisse auswerten, kontrollieren und darstellen
f ) an Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung mitwirken
a) Informationen beschaffen, bearbeiten und bewerten; Informations- und Kommunikationssysteme nutzen
Information und
b) technische Unterlagen und Pläne lesen, Skizzen anfertigen
Dokumentation,
c) organisatorische Anweisungen anwenden
qualitätssichernde
d) Arbeitsprotokolle und -berichte erstellen
Maßnahmen
e) rechtliche Regelungen zum Datenschutz einhalten
(§ 10 Nr. 6)
f ) qualitätssichernde Maßnahmen durchführen, dokumentieren und kontrollieren
a) ökologische Kreisläufe beschreiben
b) Ursachen und Wechselwirkungen von Umweltbelastungen der Luft, des Wassers, des Bodens und der Umgebung kennenlernen und beschreiben
Umweltschutztechnik,
c) Grundsätze und Regelungen der Hygiene beim Betreiben von Netzen, Systemen und Anlagen beachten
ökologische Kreisläufe
d) Risiken durch Krankheitserreger in Rohwasser, Abwasser, Schlämmen und Abfall beschreiben
und Hygiene
e) Netze und Anlagen beschreiben
(§ 10 Nr. 7)
f ) Möglichkeiten zur Vermeidung und Minimierung von Umweltbelastungen durch Anlagen und Techniken beschreiben
g) Rechtsvorschriften und Regelwerke anwenden
a) Methoden zum Vereinigen von Stoffen und zum Trennen von Stoffgemischen anwenden
b) Methoden zur Förderung von Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen anwenden
Grundlagen der Maschinen- c) Armaturen montieren und demontieren
und Verfahrenstechnik,
d) Aggregate, insbesondere Pumpen, Gebläse, Verdichter und Elektro- und Verbrennungsmotoren, sowie Geräte zum Heizen, Kühlen und Temperieren ein
Mess-, Steuerungsund
setzen und bedienen
Regelungstechnik
e) Methoden des Messens, Steuerns und Regelns unterscheiden, Aufbau und Funktion betriebsspezifischer Geräte erläutern
(§ 10 Nr. 8)
f ) Mess-, Steuerungs- und Regelungsprozesse unter Anleitung durchführen
g) Energieträger und Energiearten unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit, des Wirkungsgrades und des Gefährdungspotentials einsetzen
h) Methoden der Energieumwandlung beschreiben
a) Grundgrößen und deren Zusammenhänge beschreiben
Umgang mit elektrischen
b) Gefahren des elektrischen Stromes an festen und wechselnden Arbeitsplätzen erkennen
Gefahren
c) Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Gefahren durch Strom ergreifen und veranlassen
(§ 10 Nr. 9)
d) Verhaltensweisen bei Unfällen durch elektrischen Strom beschreiben und erste Maßnahmen einleiten
a) physikalische Größen messen und auswerten, Stoffeigenschaften bestimmen
b) Proben nach unterschiedlichen Verfahren nehmen, vorbereiten, kennzeichnen, konservieren und aufbewahren
Anwenden
c) Zusammenhänge von Aufbau und charakteristische Eigenschaften von Stoffen erläutern
naturwissenschaftlicher
d) Stoffgemische berechnen, herstellen und trennen; Ergebnisse kontrollieren
Grundlagen
e) Reaktionsverhalten von Stoffen, insbesondere Fällungs-Reaktionen, Säure-Base-Reaktionen und Redox-Reaktionen, beschreiben
(§ 10 Nr. 10)
f ) qualitative und quantitative Bestimmungen durchführen und Ergebnisse bewerten
g) Aufbau, Arten und Lebensbedingungen von Mikroorganismen erläutern sowie ihre Bedeutung für die Arbeit im Betrieb beschreiben
h) Stoffkreisläufe darstellen und mikrobiologische Untersuchungsmethoden beschreiben
a) Werk- und Hilfsstoffe unter Berücksichtigung ihrer Eigenschaften und Verwendbarkeit auswählen und einsetzen
Werk-, Hilfs- und
b) Gefahrstoffe und gefährliche Arbeitsstoffe erkennen und unter Beachtung der Sicherheitsvorschriften und Schutzmaßnahmen einsetzen
Gefahrstoffe, gefährliche
c) Werkzeuge, Maschinen und Geräte zur Werkstoffbearbeitung handhaben
Arbeitsstoffe,
d) Werkstücke aus Metall und Kunststoffen fertigen
Werkstoffbearbeitung
e) Verbindungstechniken beschreiben
(§ 10 Nr. 11)
f ) Metalle und Kunststoffe spanend und spanlos verformen, verbinden und trennen
a) Stoffe und Güter entsprechend ihres Zustandes und ihrer Eigenschaften lagern und befördern
Lagerhaltung, Arbeitsgeräte b) Bestandskontrollen durchführen und Korrekturen einleiten
c) Hebezeuge und Transporteinrichtungen bedienen
und Einrichtungen
d) Arbeitsgeräte und Einrichtungen einsetzen, inspizieren, warten und reinigen
(§ 10 Nr. 12)
e) Störungen an Arbeitsgeräten und Einrichtungen feststellen, sowie Maßnahmen zu ihrer Beseitigung ergreifen
Aufbau und Organisation
des Ausbildungsbetriebes
(§ 10 Nr. 2)
Zeitraum
Ansprechpartner
Notizen
16. - 36. Monat
während der gesamten
Ausbildung zu vermitteln
4
4
8
19
4
10
12
4
Abschnitt 2: Berufsspezifische Qualifikationen
13
14
15
16
17
18
a) persönliche Schutzausrüstungen auswählen und handhaben
b) Sicherheitseinrichtungen am Arbeitsplatz bedienen und ihre Funktionsfähigkeit erhalten
c) Explosionsgefahren beschreiben und Maßnahmen zum Explosionsschutz ergreifen
d) Gefährdungen durch Krankheitserreger in Abwasser und Schlamm berücksichtigen und die Regeln der Arbeitshygiene anwenden
e) Verhaltensregeln beim Arbeiten in umschlossenen Räumen einhalten
a) Entwässerungssysteme beschreiben
b) Einrichtungen, insbesondere Sonderbauwerke und Pumpwerke, bedienen und unterhalten
c) Betriebsabläufe mit Hilfe der Leittechnik überwachen, steuern und regeln
Betrieb und Unterhalt von
d) Reinigung, Inspektion und Dichtheitsprüfung unter Berücksichtigung der Werkstoffe und der Sanierungsmaßnahmen planen, durchführen und
Entwässerungssystemen
kontrollieren
(§ 10 Nr. 14)
e) Störungen feststellen und Maßnahmen zur Behebung ergreifen
f ) Netzinformationssy
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steme nutzen
Netzinformationssysteme
g)) Sicherung
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Arbeitsstellen
Straßenbereich
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Betriebsbegehungen
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Betrieb
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durchführen
Indirekteinleiterüber
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g
Indirekteinleiterüberwachung
Probenahmen
und
durchführen
b) Indirekteinleitungsstellen überwachen; mobile Probena
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b
be
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ena
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n
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u
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Messungen vor Ort d
urchführen
(§ 10 Nr. 15))
c) Indirekteinleiterkataster anwenden
bedienen und unterhalten
a) Verfahren der mechanischen Abwasserreinigung beschreiben und
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E
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Einrichtungen
unterhalten
Betrieb
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un
u Unterhalt
b) Verfahren der chemisch-biologischen Abwasserreinigung beschreiben
en
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un
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deren Einri
chtungen bedienen und unterhalte
berücksichtigen
von Abwasservvo
c) Zusammenhänge der Verfahrensstufen bei der Abwasserbehandlung berüc
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ksic
ks
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behandlungsanlagen
b
ehandlungsanlagen
d) Sonderverfahren der Abwasserreinigung beschreiben
(§ 10 Nr. 16)
e) Störungen feststellen und Maßnahmen zu deren Beseitigung ergreifen
f ) Betriebsabläufe mit Hilfe der Leittechnik überwachen, steuern und regeln
a) Einrichtungen zur Schlammbehandlung bedienen und unterhalten
Klärschlammbehandlung
b) Einrichtungen zur Gasaufbereitung und -verwertung bedienen und unterhalten
und Verwertung von Abfällen
c) Betriebsabläufe überwachen, steuern und regeln
aus Abwasseranlagen
d) Abfälle der Verwertung und Beseitigung zuführen
(§ 10 Nr. 17)
e) Störungen feststellen und Maßnahmen zu ihrer Beseitigung ergreifen
a) Sinnesprüfungen an verschiedenen Abwasser- und Schlammarten durchführen
Untersuchungen
einschließlich
Probenahme
durchführen und auswerten, ins
b) in der Abwasserableitung und Abwasserreinigung übliche physikalische Untersuc
suchungen einschlie
eß
ßlic
ßli
liliich
ch
ch Pro
P
benahme durc
b
Trübung
besondere absetzbare Stoffe, Schlammtrockensubstanz, Glühverlust, Schlammindex,
Schlamm
mmindex, Sichttiefe und
dT
Trü
rrü
üb
ü
bu
b
ung bestimmen
bes
b timmen
Probenahme und
c) Mengen, Füllstände, Durchflüsse und Konzentrationen messen
Untersuchung
Qualitätskontrolle
Summenparameter,
d) Abwasser- und Schlammuntersuchungen zur Betriebs- und Qualitätskon
ontrolle durchführen; Einzel
Einzel un
und
u d Sum
S
Su
ummenparamete insbesondere Phosphor,
von Abwasser
Kohlendioxid,
Stickstoff,
S
tick
ck
ck
Kohlendiox
id, Methan, TOC, BSB5, CSB und Säurekapazität,
t, b
bestimmen
und Schlamm
Untersuchungen
e)) mikr
mikrobiologische
ro
ro
Untersuchungen durchführen
(§ 10 Nr. 18)
unterscheiden, ausf ) die
die zur
zu Untersuchung
zu
Untersuchung von Abwasser und Schlamm erforderlichen
hen Laborgeräte nach Einsatzmöglichkeitenund
Einsatz
Ein atzm
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e
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einsetzen
g)) Online-Messgerät
Online-Messgeräte
Online
li Messgeräte
ätte einset
tzen
tz
z und instand halten
Sicherheitsvorschriften
und Betriebsanweisungen
(§ 10 Nr. 13)
Dokumentation,
Qualitäts
ntation,
n
i
Q
Qualitäts und a)) rechtliche
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h
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riebsbezogene
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Vorgabe
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Umweltmanag
nag
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me
ents anwenden
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betriebsbezogene
Vorgaben
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w
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weltmanag
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b) Arbeitsabläufe
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Umweltmanagement
kontrollieren,
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0 Nr.
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e
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(§ 10
insbesondere
Betriebstagebüchern
Datenbanken,
dokumentieren
und
aa)) Messgeräte
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e
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Arbeitsmittel
b)) betriebsspe
b
betriebsspezifisch
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etriebsspezifische
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e
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Schaltpläne
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betriebsspezifische
Elektrische
ektrische
e
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Anlagen
Anlage
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cherungen
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Sensoren,
Messeinrichtungen,
Beleuchtungsmittel
und
Signallampen
prüfen
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Abwassertechni
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B
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Abwassertechnik
Anlagenteile,
insbesondere
Pumpen
austauschen
wieder
Betrieb
nehmen
(§
§1
0 Nr. 20)
e) unmittelbar
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mittelbar freis
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rische Bauteile
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von Schaltschränken
S
Schaltschr
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10
freischaltbare
elektrische
austauschen
f ) Ersatzstromerzeuge
Er
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s
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und bedienen
Ersatzstromerzeuger
g) Ba
g)
Bat
B
Batterieanlagen einsetzen,
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prüfen und warten
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und
fachbezogene Rechtsvorsch
chriften und technische
he Reg
egel
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anwenden
Rechtsvorschriften
und
Rechtsvorschriften
Regelwerke
21
technische Regelwerke
(§ 10 Nr. 21)
Vertiefungsphase Kanalbetrieb Zur Fortsetzung der
de Berufsausbildung sollen
sol
solle
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Fe
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mern 14 und
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und 15 für den Kanalbetrieb oder 16 und 17
laufenden
Nummern
22
oder Kläranlagenbetrieb
für den Kläranlag
Kläranlagenbetrieb
nlagenbetrieb unter Berü
Berücksichtigung
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betriebsbedingter
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werde
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den.
en.
(§ 10 Nr. 22)
*) Im Zusammenhang mit anderen Ausbildungsinhalten zu vermitteln.
19
20
Preise inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten. Preisänderungen und Irrtümer vorbehalten.
*) Preis für fördernde DWA-Mitglieder.
Zeitliche Richtwerte in Wochen
im Ausbildungsmonat
a) Bedeutung des Ausbildungsvertrages, insbesondere Abschluss, Dauer und Beendigung, erklären
b) gegenseitige Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsvertrag nennen
c) Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung nennen
d) wesentliche Teile des Arbeitsvertrages nennen
e) wesentliche Bestimmungen der für den ausbildenden Betrieb geltenden Tarifverträge nennen
2
18
3
20
6
14
2*)
16
2*)
8
Entnommen aus d
der
er Verordnung
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er die Berufsausbildung
Be
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ausbildung
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den umwelttechnischen
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mwelttechnischen Berufen vom 17. Juni
J
2002 - Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik
© ACHIM
ACHIM
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2014 - V02.
V
V02.2014
02.20
.2014
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
Theodor-Heuss-Allee 17 · 53773 Hennef · Deutschland
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Ich bin damit einverstanden, über Angebote der DWA/EWA/GFA per E-Mail
informiert zu werden.
DWA . Theodor-Heuss-Allee 17 . 53773 Hennef . Deutschland . Tel.: +49 2242 872-333 . E-Mail: info@dwa.de . Internet: www.dwa.de
09/14
DWA
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft,
Abwasser und Abfall e. V.
Kundenzentrum
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
2281
Fachbeiträge
Probleme mit Feuchttüchern
In letzter Zeit häufen sich Klagen über verstopfte Pumpen und
Probleme bei den Rechenanlagen. Ursache dafür ist der zunehmende Gebrauch von Feuchttüchern, die in Toiletten landen
und für Schwierigkeiten im Kanal- und Kläranlagenbetrieb sorgen. Diese Art der Entsorgung bereitet dem Betriebspersonal
große Sorgen, denn die Nasstücher sollen zwar grundsätzlich
abbaubar sein, aber leider nicht in kurzer Zeit. Außerdem sind
sie extrem reißfest. Spätestens im Pumpensumpf des nächsten
Kanalhebewerks gibt es Verzopfungen, die zu erheblichen Betriebstörungen führen. In Kleinkläranlagen zersetzen sich die
Tücher nicht und sind dadurch in großen Mengen im Fäkalschlamm zu finden. Wird dieser Schlamm zur Kläranlage
gebracht, führt das unweigerlich zu Problemen im Faulbehälter oder im Belebungsbecken.
Eine schnelle Lösung dieser neuen Herausforderung ist kaum
zu erwarten. Wir können nur an die Verbraucher appellieren:
Die Feuchttücher sind Abfall und gehören nicht in die Toilette,
sondern in die Restmülltonne.
Alleinarbeit auf Kläranlagen
1
Vorbemerkungen
Der Arbeitgeber hat entsprechend der Art der Arbeitsstätte und
Tätigkeit der Beschäftigten Maßnahmen zu treffen, die zur Ersten Hilfe erforderlich sind. Ferner hat er dafür zur sorgen, dass
im Notfall die erforderlichen Verbindungen zu außerbetrieblichen Stellen, insbesondere in den Bereichen der Ersten Hilfe
eingerichtet sind. So schreibt es der § 10 des Arbeitsschutzgesetzes vor.
Dies zeigt schon, dass wir uns mit dem Thema des Ablaufs
der Ersten Hilfe für die Mitarbeiter beschäftigen müssen. Ebenso mit der Organisation zum Absetzen eines Notrufs.
In der BG-Vorschrift „Unfallverhütungsvorschrift Grundsätze der Prävention“ (BGV A1) wird in § 8 „Gefährliche Arbeiten“
in Absatz 2 über die Durchführung von gefährlichen Arbeiten
durch eine Person alleine Bezug genommen.
Wenn eine gefährliche Arbeit von einer Person allein ausgeführt wird, so hat der Unternehmer über die allgemeinen
Schutzmaßnahmen hinaus für geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen zu sorgen.
Alleinarbeit ist generell nicht verboten!
So sind bei Arbeitsplätzen mit alltäglichen Gefährdungen, die
dem allgemeinen Lebensrisiko entsprechen und bei denen zu
erwarten ist, dass die Person im Notfall selbst handlungsfähig
bleibt (zum Beispiel Büroarbeit) keine besonderen Personenschutzmaßnahmen zu treffen.
Achtung! Unabhängig von den nachstehenden Ausführungen sind jedoch auch die BG-Regeln zu beachten zum Beispiel
BGR 126 (4.1.6.1 Sicherungsposten).
Für den vorgesehenen Einzelarbeitsplatz oder die Alleinarbeit ist eine Risikobeurteilung durchzuführen, um gegebenenfalls geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen
zu treffen. Die nachfolgenden Ausführungen sollen helfen, dieses Risiko zu beurteilen.
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2282
Fachbeiträge
2
Alleinarbeitsplatz
Was ist Alleinarbeit oder sind Alleinarbeitsplätze?
Einzelarbeitsplätze sind Arbeitsplätze, an denen eine Person allein außer Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen Arbeiten
ausführt (Alleinarbeit).
Dies trifft somit bei Arbeiten auf Kläranlagen öfters zu, auch
wenn sich mehr als eine Person auf der Kläranlage aufhält, zum
Beispiel bei größerer Ausdehnung des Betriebsgeländes (Abbildung 1). Besonders jedoch auf kleinen Anlagen, bei Rufbereitschaftseinsätzen und bei Wochenendeinsätzen ist Alleinarbeit
ein Thema.
Die Gefährdungsfaktoren können aus der „Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation“ in Anhang 2 „Übersicht
der Gefährdungsfaktoren“ entnommen werden. Die Risikobeurteilung erfolgt nun anhand der Einordnung in Gefährdungsstufen sowie der Notfallwahrscheinlichkeit und der Zeit bis
zum Beginn von Hilfsmaßnahmen.
Zur Ermittlung dienen die Tabellen 1 bis 3. Mit den entsprechenden Ziffern wird dann das Risiko ermittelt und festgestellt,
ob Alleinarbeit zulässig ist oder nicht.
Bei der Gefährdungsermittlung und der Risikobeurteilung
der Arbeitsbedingungen wird empfohlen, die Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt, Sicherheitsbeauftragte sowie
die betroffenen Mitarbeiter hinzuzuziehen.
4
Risikobeurteilung
4.1
Beurteilung der Gefährdungsstufen
(Ziffern)
Gefährdungs- Erläuterungen
stufen
Gefährdungsziffern (GZ)
gering
Gefährdungsfaktoren (siehe
Gefährdungsbeurteilung), die bei
der allein arbeitenden Person
geringe Verletzungen bzw. akute
Beeinträchtigungen der
Gesundheit bewirken können.
Die Person bleibt handlungsfähig.
1–3
erhöht
Gefährdungsfaktoren, die bei der
allein arbeitenden Person
erhebliche Verletzungen bzw.
akute Beeinträchtigungen der
Gesundheit bewirken können.
Im Notfall bleibt die Person
eingeschränkt handlungsfähig.
4–6
kritisch
Gefährdungsfaktoren, die bei der 7–10
allein arbeitenden Person
besonders schwere Verletzungen
bzw. akute Beeinträchtigungen
der Gesundheit bewirken können.
Im Notfall ist die Person nicht
mehr handlungsfähig.
Abb. 1: Proben holen – Alleinarbeit
3
Gefährdungsermittlung
Als Grundlage dient die Gefährdungsbeurteilung (§§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz). Nach der Gefährdungsermittlung ist es erforderlich, den Einzelarbeitsplatz speziell hinsichtlich des Risikos zu beurteilen. Die Gefährdungsfaktoren ergeben sich aus
der Gefährdungsbeurteilung, zum Beispiel:
• mechanische Gefährdungen
• ungeschützt bewegte Maschinenteile
Tabelle 1: Festlegung der Gefährdungsziffer
Die Spezialisten gegen
Geruch
biogene Korrosion
Fremdwasser
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
FRK
Bamberg
Stuttgart
Bei der Festlegung der Gefährdungsziffern muss die Handlungsfähigkeit von allein arbeitenden Personen nach einem
möglichen schädigenden Ereignis betrachtet werden. Die exakte Zuordnung ergibt sich aus der individuellen Gefährdungsbeurteilung. So kann unterstellt werden, dass zum Beispiel eine
handlungsfähige Person sich selbst aus dem Gefahrenbereich
begibt und einer Erstversorgung zuwendet.
Bei der Beurteilung hinsichtlich der Notfallwahrscheinlichkeit wird bewertet, wie hoch ein Notfall überhaupt konkret
auftreten kann. Kommen zwei oder mehr Gefährdungsfaktoren
zusammen, ist generell davon auszugehen, dass die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines Notfalls höher einzustufen
ist. Bei mehr als einem Gefährdungsfaktor der Gefährdungsbeurteilung oder bei einer bestimmten Tätigkeit ist die Bewertungsziffer NW um mindestens 1 Ziffer zu erhöhen.
GVS-K
Köln
www.dwa.de
2283
Fachbeiträge
4.2
Wahrscheinlichkeit eines Notfalls
Notfallwahr- Erläuterungen
scheinlichkeit
Bewertungsziffer NW
gering
Es sind grundsätzlich keine
Notfälle zu erwarten, unter
ähnlichen Arbeitsbedingungen ist
ein Notfall bisher kaum
aufgetreten oder vorstellbar.
1–3
mäßig
Erfahrungsgemäß sind Notfälle
möglich. Unter ähnlichen
Arbeitsbedingungen sind Notfälle
gelegentlich aufgetreten.
4–6
hoch
Es ist auch unter normalen
Umständen mit Notfällen zu
rechnen. Unter ähnlichen
Arbeitsbedingungen sind Notfälle
wiederholt aufgetreten.
7–10
Tabelle 2: Notfallwahrscheinlichkeit
4.3
Einleitung von Hilfsmaßnahmen
Zeit [Minuten]
Bewertungsziffer (EV)
weniger als 5
0
5 bis 10
1
10 bis 15
2
Tabelle 3: Bewertung der Zeit bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen am Einzelarbeitsplatz
Unter der Zeit bis zum Einleiten von Hilfsmaßnahmen ist die
Zeit zwischen dem Auslösen des Personen-Alarms und dem Beginn von Hilfsmaßnahmen vor Ort zu verstehen.
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4.4
Beurteilung des Risikos anhand der
Bewertungsziffern
Risiko [R] = (GZ + EV) • NW
mit:
GZ = Gefährdungsziffer
EV = Zeit für Hilfsmaßnahmen
NW = Notfall-Wahrscheinlichkeit
Das Risiko darf die Zahl 30 nicht überschreiten, sonst ist Alleinarbeit nicht zulässig!
Um im Alarmfall die oben genannten Zeiten einhalten zu
können, müssen betriebsbezogene organisatorische Maßnahmen bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen gewährleistet sein
(zum Beispiel Erstversorgung).
Beträgt die Zeit bis zum Beginn von Hilfsmaßnahmen mehr als
15 Minuten, ist die Effektivität der Rettungskette nicht gewährleistet und Alleinarbeit bei gefährlichen Arbeiten nicht zulässig.
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2284
Fachbeiträge
5
Zusätzliche Konsequenzen durch die
Gefährdungsstufen
Gefährdungsstufe gering:
Grundsätzlich ist eine Überwachung der Einzelarbeitsplätze
nicht erforderlich.
Gefährdungsstufe erhöht:
Überwachung des Einzelarbeitsplatzes, zum Beispiel durch
Kontrollgänge oder Kontrollanrufe erforderlich, wenn die Notfallwahrscheinlichkeit (nach Tabelle 3) nicht höher als mäßig
einzustufen ist. Möglichkeit, durch Meldeeinrichtungen Hilfemaßnahmen einzuleiten. Ein Beispiel zeigt Abbildung 2.
Ergibt die Einstufung der Gefährdung, dass der Einsatz einer Personen-Notsignal-Anlage nicht erforderlich ist, dann gibt
die BG-Information 667 (BGI 667) weitere Hinweise für Alarmierungsmöglichkeiten an Einzelarbeitsplätzen.
Gefährdungsstufe kritisch:
Eine ständige Überwachung ist erforderlich zum Beispiel
durch:
• eine zweite Person,
• Personen-Notsignal-Anlage
• Monitor
Allerdings: Alleinarbeit ist unzulässig, wenn zusätzlich die Notfallwahrscheinlichkeit „Hoch“ ist.
6
Ausblick
Der Grundsatz sollte gemäß § 1 BGV A1 sein:
(1) Der Unternehmer hat die erforderlichen Maßnahmen
zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie für eine wirksame
Erste Hilfe zu treffen.
Sollten Maßnahmen zur Alleinarbeit erforderlich sein, so ist eine zweite Person einer Personen-Notsignal-Anlage vorzuziehen.
Bei zeitlich befristetem Engpass der Personallage ist zumindest zu
überdenken, ob sich Nachbarschaften nicht im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit aushelfen können.
Bei geplanter Zuhilfenahme von Fremdpersonal, ob Bauhofmitarbeiter oder Feuerwehr, sei darauf hingewiesen, dass gegebenenfalls die arbeitsmedizinischen Untersuchungen und notwendigen Unterweisungen durchzuführen sind.
Bei Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen sollten die Benutzer frühzeitig in den Ablaufprozess mit eingebunden werden. Nur wenn die Geräte ordnungsgemäß benutzt werden,
tragen diese zu einem Schutz bei. Die Benutzer, vor allem neue
Mitarbeiter, sollten über den Einsatz dieser Geräten unterwiesen werden. Vor jeder Inbetriebnahme muss durch Funktionstest und Sichtprüfung der einwandfreie Zustand der Geräte
kontrolliert werden.
Ansprechpersonen, die zu diesem Thema helfen können,
sind die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt und
die zuständige Unfallkasse.
Literatur
DGUV (Hrsg.): Leitlinie: Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen bei gefährlichen Alleinarbeiten, Juli 2007
HVBG (Hrsg.): BGI 667, Auswahlkriterien für Einrichtungen
zur Einleitung von Rettungsmaßnahmen an Einzelpersonen, Januar 1996
GUV (Hrsg.): BGI/GUV-I 5032 Notrufmöglichkeiten für allein
arbeitende Personen, September 2009
HVBG (Hrsg.): BGR 139, Einsatz von Personen-Notsignal-Anlagen, Januar 2004
Abb. 2: Rinnenreinigung im Nachklärbecken – Gefährdungsstufe erhöht
Autor
Christian Schweizer, Abwassermeister, Betriebswirt (VWA)
AZV Breisgauer Bucht, Klärwerk Forchheim
79362 Forchheim, Deutschland
Tel. +49 (0)76 42/68 96-224
E-Mail: schweizer.ch@azv-breisgau.de
BI
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
7HO
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2285
Fachbeiträge
Belastung oder doch sinnvoll?
Der Leistungsvergleich der Nachbarschaften
Die zum Teil sehr kontrovers geführte Diskussion über Sinn
und Zweck des Leistungsvergleichs der kommunalen Kläranlagen in den DWA-Nachbarschaften gibt uns Anlass zu berichten, wie wir mit diesem Thema umgehen.
„Wir“, das sind die Kollegen von sechs Kläranlagen im oberen Kreis der „Nachbarschaft 714 Lindau“. Die gesamte Nachbarschaft umfasst 17 Kläranlagen, wobei die größten Anlagen
Lindenberg und Lindau nicht im „oberen“ Kreis sind. Seit der
Einführung des bundeseinheitlichen Leistungsvergleichs im
Jahr 1988 setzen wir uns auf einer Anlage zusammen, um uns
gegenseitig bei der Erstellung des Leistungsvergleichs zu unterstützen. Aus diesem Anfang heraus ist nun seit Jahren Folgendes entstanden:
Wir treffen uns nach dem 6. Januar auf der Kläranlage in
Grünenbach/Westallgäu an einem Nachmittag zu einem netten
kollegialen Zusammensein. Jeder bringt seine Ergebnisse aus
dem vergangenen Jahr mit und wir diskutieren über alles Mögliche rund um den Leistungsvergleich:
• Gab es größere Veränderungen?
• Hatte jemand größere Betriebsprobleme mit seiner Anlage?
• Haben die Messtechnik und das Auswerten gut
funktioniert?
• Sind die Ergebnisse nachvollziehbar oder gibt es größere
Abweichungen zum letzten Jahr?
• Benötigt jemand Hilfe in irgendeiner Richtung?
Nicht zuletzt blicken wir auch auf das kommende Jahr und diskutieren über Planung, angedachte Vorhaben oder Anschaffungen auf den einzelnen Anlagen.
Eingerahmt wird dieses Zusammensein natürlich von Kaffee
und Resten aus der vorangegangenen Weihnachtsbäckerei, in
der Regel hat eine unserer Ehefrauen auch noch einen leckeren
Kuchen spendiert. Das Ganze läuft mit viel Humor und Lachen
ab, auch das berühmte bayerische „Frotzeln“ unter den Kollegen kommt dabei nicht zu kurz.
Abb. 1: Leistungsvergleich in fröhlicher Runde
Und das Ergebnis des Ganzen: Die Daten des Leistungsvergleichs
ermöglichen es, uns miteinander zu vergleichen und vor allem
Veränderungen und Ursachenforschung zu betreiben. Dabei geht
aus diesem Zusammensein keiner als Bester oder Schlechtester
mit seiner Leistung hervor. Die Kollegialität, die Zusammenarbeit und die Motivation werden vertieft, was jedem im Rahmen
seiner Möglichkeiten auf seiner eigenen Anlage hilft, um weiterhin das Beste zu geben. Das sehen auch unsere Bürgermeister so,
die uns in dieser Sache gerne unterstützen.
Sinnvoll ist der Leistungsvergleich natürlich auch, um der
DWA die Möglichkeit zu geben, die Daten statistisch zu verwerten. Es ist wichtig, die Gesamtergebnisse zu präsentieren, um
der Öffentlichkeit und nicht zuletzt auch der Politik die Leistungen der Betreiber für den Umweltschutz zu verdeutlichen.
Auf den Geschmack gekommen? Wir würden uns freuen,
wenn auch in anderen Nachbarschaften der Leistungsvergleich
in dieser oder einer ähnlichen Form ablaufen würde.
Autor
Anton Echensperger
Obmann Nachbarschaft 714 Lindau
Happach 22, 88167 Maierhöfen, Deutschland
E-Mail: t.echensperger@web.de
BI
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2286
Fachbeiträge
Wärmebilanz einer Kläranlage
Die Wärmeversorgung von Kläranlagen rückt bei der energetischen Optimierung ins Blickfeld, nicht nur weil die Preise für
Fremdenergie (Gas, Heizöl) steigen, sondern auch weil die
Energieerzeugung mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) als
Folge der EEG-Reform 2014 unwirtschaftlicher wird. Die Einsparung und Rückgewinnung von Wärme gewinnen hingegen
an Attraktivität.
Die Wärmebilanz ist erfahrungsgemäß geprägt von Fremdenergiebedarf im Winter und hohen Überschüssen im Sommer.
Der Wärmebedarf wird von der Schlammfaulung dominiert
(ca. 70 bis 80 %); eine Berechnungsmöglichkeit ist daher von
großem Interesse.
Der Bedarf für die Schlammaufheizung kann zuverlässig
aus der Schlammmenge und der Temperaturdifferenz zwischen Faulbehälter und Abwasser berechnet werden. Hingegen
sind die Transmissionsverluste nur schwierig zu bestimmen,
weil der Aufbau der Isolierung nicht bekannt ist und weil diese beschädigt sein kann (Feuchtigkeit). Außerdem kann die
Wirkung des Grundwassers bei dem im Erdreich stehenden Teil
nicht eingeschätzt werden kann. Durch die Unterbrechung der
Wärmezufuhr für ca. 12 bis 36 Stunden kann aus der resultierenden Temperaturabsenkung ein mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient auf experimentellem Wege bestimmt werden.
Aus den verfügbaren Monatswerten für die Schlammmenge,
der Abwasser-, Außen- und Erdreichtemperatur sowie dem Volumen, der Oberfläche des Faulbehälters und dem berechneten
Koeffizienten lässt sich dann die Jahresganglinie des Wärmebedarfs berechnen. Diese ist eine solide Grundlage zur Auslegung von Heizungs- und BHKW-Anlagen sowie von Wärmetauschern und vor allem neuen Rückgewinnungsanlagen.
Die erarbeiteten Methoden werden bis Ende des Jahres an
etwa zehn Kläranlagen betrieblich erprobt. Darüber wollen wir
im Laufe des nächsten Jahres berichten. Über Anregungen zu
diesem Thema würden wir uns freuen.
Autoren
Leyah Eschemann (Praktikantin)
Dr.-Ing. Gerhard Seibert-Erling
Setacon GmbH
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Lutz Naue
Berufstaucher / Meisterbetrieb
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
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2287
Fachbeiträge
Abwasserteichanlage mit Pendelbelüftung benötigt nach Umbau weniger Strom
1
Situation
In der Verbandsgemeinde Vordereifel in Rheinland-Pfalz leben
etwa 16 500 Einwohner. Sie wohnen in 27 Ortsgemeinden auf
einer Fläche von 167,7 km². Eine geordnete Abwasserbeseitigung ist bei diesen Gegebenheiten nicht einfach zu lösen. Das
anfallende Abwasser wird in neun Kläranlagen und in einer
Reihe von Kleinkläranlagen behandelt.
Eine unserer großen Kläranlagen ist die Anlage Karbachtal
mit einer Ausbaugröße von 2500 EW. Sie liegt etwa 2 km unterhalb des malerischen Ortes Monreal an der Elz (Abbildung 1).
Sie wurde 1985 als Simultanteichanlage mit Linienbelüftung geplant, aber nie verwirklicht. Denn 1990 wurde die Planung geändert, und stattdessen wurden Pendel- bzw. Kettenbelüfter vorgesehen. Damit sollte es möglich sein, Belüftung, Umwälzung
und das Absetzen des entstehenden Klärschlamms räumlich voneinander zu trennen. Gebaut wurden drei nacheinander durchflossene, belüftete Teiche und ein Nachklärteich. Die Anlage
wurde 1993 offiziell in Betrieb genommen. Angeschlossen sind
heute fünf Dörfer mit zusammen etwa 2300 Einwohnern.
2
Verbesserungsmaßnahmen
Während eines Besuchs der IFAT 2010 nutzten wir die Gelegenheit, mit Ausstellern, die Belüfter für Abwasserteiche anbieten, unser Problem anzusprechen. Ein Hersteller aus
Mayen erklärte sich bereit, die Möglichkeiten einer Verminderung des Stromverbrauchs zu prüfen. Bei der Bestandsaufnahme vor Ort zeigte sich folgendes Bild:
• Zur Drucklufterzeugung stehen insgesamt fünf Drehkolbenverdichter mit einer Nennleistung von jeweils 5,5 kW
zur Verfügung, sodass der mögliche Lufteintrag fein abgestuft war.
• Alle fünf Verdichter waren an ein großes Luft-Sammelrohr
angeschlossen, von dem aus drei Rohrleitungen zu den
einzelnen Teichen führten. Deshalb war es nicht möglich,
den Lufteintrag in den einzelnen Teichen individuell an
den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Bei ausreichenden
Sauerstoffgehalten in Teich 1 waren die Sauerstoffgehalte in den Teichen 2 und 3 viel zu hoch.
• Die Schlauchbelüfter steckten, insbesondere in Teich 1, im
abgesetzten Schlamm fest. Dadurch konnten sie weder
pendeln, noch die Luft feinblasig verteilen.
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x
Abb. 1: Die Kläranlage Karbachtal
Eigentlich waren wir mit der Reinigungsleistung der Anlage in
all den Jahren zufrieden, denn die Anforderungswerte wurden
eingehalten. Durch die ständig steigenden Stromkosten in den
letzten Jahren sahen wir uns jedoch veranlasst, uns intensiver
mit den Betriebskosten zu befassen. Sie waren nämlich ungewöhnlich hoch. So lag der Stromverbrauch im Jahr 2009 bei
177 300 kWh. Der auf die abgebaute Schmutzfracht bezogene
Energiebedarf war mit 3,5 kWh/kg BSB5 mehr als doppelt so
hoch wie in anderen vergleichbaren belüfteten Teichanlagen.
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2288
Fachbeiträge
Auf der Grundlage dieser Beobachtungen führte die Firma klärtechnische Berechnungen durch, bevor wir uns zusammensetzten. Nach intensiver Erörterung der möglichen Verbesserungen, beschlossen wir folgende Maßnahmen:
• Das Luft-Sammelrohr soll so umgebaut werden, dass drei Verdichter nur noch Teich 1 und die beiden anderen Verdichter
abwechselnd die Teiche 2 und 3 mit Druckluft versorgen. So
kann die Sauerstoffzufuhr viel besser an den tatsächlichen Bedarf in den einzelnen Stufen angepasst werden. (Abb. 2)
• Entsprechend der möglichen Luftzufuhr sollte die Anzahl
der Belüfterketten und Schlauchbelüfter neu geordnet werden. So ist es sinnvoll, in den Teichen 1 und 2 jeweils drei
Belüfterketten mit Pendelbelüftern (zweimal je 14 Stück
und einmal 12 Stück) zu installieren und in Teich 3 zwei
Belüfterketten mit jeweils neun Pendelbelüftern.
• Die Tiefe der Teiche beträgt 3,0 m. Damit die Pendelbelüfter
nicht in der Schlammschicht am Boden hängen bleiben, sollte
die Einblastiefe durch Verkürzung der Fallrohre von 2,65 m
auf 2,10 m vermindert werden. Dadurch steht unterhalb der
Schlauchbelüfter ein ausreichendes Speichervolumen für den
Klärschlamm zur Verfügung. Trotzdem sollte Teich 1 zukünftig häufiger entschlammt werden als in der Vergangenheit.
Der Umbau der Anlage brachte schnell die erwartete Wirkung,
denn der Stromverbrauch war erheblich gesunken. Im Jahr
2012 betrug er 105 800 kWh. Er lag damit 40 % niedriger als
2009 bzw. bei brutto etwa 2,1 kWh/kg BSB5.
ausreichendes Speichervolumen für den sich absetzenden Klärschlamm geben. Nach unseren Erfahrungen sollten die Belüfter mindestens 1 m über der Teichsohle angeordnet werden.
Für einen wirtschaftlichen Betrieb ist es erforderlich, die Teiche unabhängig voneinander mit Druckluft zu versorgen. Weiter,
dass im zweiten und gegebenenfalls im dritten Teich intermittierender Betrieb möglich ist. Auf unserer Teichanlage werden über
70 % des insgesamt erforderlichen Sauerstoffs im Teich 1, etwa
20 % im Teich 2 und nur etwa 5 % im Teich 3 benötigt (Abb. 3).
Abb. 3: Der belüftete Teich 1
Nach dem Umbau der Anlage, der Erneuerung der Schlauchbelüfter und der Optimierung des Sauerstoffgehalts in den Teichen ergibt sich aus den Betriebsdaten, dass der Sauerstoffertrag der Pendelbelüfter bei 0,8 kg O2/kWh liegt.
Der Nachklärteich hat eine Wassertiefe von 3,0 m. Er wird
als Absetz- und Stapelteich für Klärschlamm nicht benötigt. In
Schönungsteichen sollte die Wassertiefe 0,8 m bis 1,2 m betragen. Der Nachklärteich wurde mit einem Pendelbelüfter nachgerüstet, der für eine sanfte Umwälzung und aerobe Verhältnisse im gesamten Volumen sorgt (Abbildung 4).
Abb. 2: Die umgebaute Druckluftverteilung mit Elektro-Absperrorganen im Gebläsekeller
Ende 2012 wurden im nächsten Schritt auch die Schlauchbelüfter erneuert. Außerdem wurde der Sauerstoffeintrag durch eine
entsprechende Mess- und Regeltechnik in allen drei belüfteten
Teichen optimiert. So konnte der Stromverbrauch nochmals um
gut ein Viertel vermindert werden. Im Jahr 2013 betrug er etwa
78 300 kWh. Er konnte gegenüber dem Jahr 2009 mehr als halbiert werden und liegt jetzt bei brutto 1,6 kWh/kg BSB5.
3
Erkenntnisse
Bei belüfteten Abwasserteichen für häusliches Abwasser setzt
sich der meiste Schlamm in der ersten Stufe ab. Er kann auch
mit einer Pendel- oder Kettenbelüftung nicht in Schwebe gehalten werden. Für den sicheren Betrieb einer Druckbelüftung
muss es unterhalb der Schlauchbelüfter bzw. Luftverteiler ein
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
Abb. 4: Der Nachklärteich mit einem Pendelbelüfter
Autoren
Reinhard Schmitt, Abwassermeister
Verbandsgemeinde Vordereifel
E-Mail: KA-Vordereifel@web.de
Frank Emmerich
Abwasserteichanlage Karbachtal
Dipl.-Ing. Leonhard Fuchs
Fuchs Enprotec GmbH
E-Mail: info@fuchs-germany.com
BI
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2289
Fachbeiträge
Haben Sie schon gewusst?
Liebe Leserinnen und Leser,
sicher haben Sie schon davon gehört, dass sich Möwen oft auf
Kläranlagen aufhalten. Vielleicht sind Sie sogar selbst mit Ihrer
Anlage davon betroffen und klagen über verschmutzte Geländer usw. Aber was kann man dagegen tun? Ein bewährtes Gegenmittel gegen Möwenanflug ist der sogenannte Möwendraht, der verhindert, dass Möwen anfliegen und sich auf Beckenränder oder Geländer setzen können (Abbildung 1).
Abb. 1: Möwendraht
Abb. 2: Geländer mit Vierkantprofil
Aber wussten Sie, dass sich Möwen nur auf Geländer setzen,
wenn diese ein Rohrprofil haben? Wird dagegen ein Vierkantprofil verwendet, haben diese Vögel offensichtlich Probleme,
sich festzuhalten. Wir konnten dies auf der Kläranlage in Zittau beobachten. Dort wurden beim Umbau eckige Profile verwendet und siehe da, seit diesem Zeitpunkt ist es mit dem Möwenanflug vorbei.
Natürlich ist damit noch lange nicht sicher, dass sich die Möwen nicht andere Anflugstellen aussuchen. Uns würde interessieren, ob Ihre Kläranlage auch davon betroffen ist und was Sie
dagegen unternehmen. Schreiben Sie uns, wenn Sie einen Rat
geben können, jede Information darüber kann für unsere Leser
hilfreich sein.
E-Mail: fischer.gauting@gmx.de
www.dwa.de
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
2290
Fachbeiträge
Einsatz von Fremdfirmen in Kläranlagen
(Teil 1)
1
Einführung
Der Einsatz von Fremdfirmen birgt ein mehrfach erhöhtes Unfallrisiko gegenüber Kläranlagenmitarbeitern. Trotzdem nimmt
der Einsatz von Fremdfirmen in Kläranlagen stetig an Bedeutung zu, weil
• in der Abwassertechnik immer anspruchvollere Technik
zum Einsatz kommt,
• der Automatisierungsgrad der Kläranlagen stetig steigt,
• die Mitarbeiterzahlen für den Betrieb wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sinken,
• deshalb immer mehr Wartungsarbeiten durch externe Spezialisten erledigt werden müssen,
• weil die vorhandenen Bestandsanlagen „in die Jahre kommen“ und damit der Sanierungsbedarf der Bauwerke und
maschinellen Ausrüstungen steigt.
Dieser Beitrag zeigt, worauf im Umgang mit Fremdfirmen zu
achten ist, und gibt Praxisempfehlungen für die Organisation
der Arbeitssicherheit.
2
Grundlagen
2.1
Rechtliche Grundlagen
(Anm.: sinngemäß gekürzte, nicht wörtliche Textwiedergabe)
2.2
Begriffe
Aufsichtsführender ist der von der Fremdfirma benannte Vorgesetzte der Fremdfirmen-Mitarbeiter. Er ist gegenüber „seinen“ Mitarbeitern weisungsbefugt. Er ist verantwortlich für die
Unterweisung „seiner“ Mitarbeiter unter Beachtung der bei der
Einweisung durch den Auftraggeber erhaltenen Hinweise und
verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Vorschriften und Hinweise. Er ist der verantwortliche Ansprechpartner der Fremdfirma.
Fremdfirmen-Mitarbeiter arbeiten unter Anweisung, Aufsicht und in Verantwortung der Fremdfirma.
Abb. 1: Fremdfirma bei der Demontage eines BHKW
Vorschrift
Inhalt
ArbSchG, § 8
Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber
(1) Pflicht zur Zusammenarbeit der Arbeitgeber zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten
(2) Pflicht des Arbeitgebers, sich zu vergewissern, ob Beschäftigte andere Arbeitgeber angemessene Anweisungen
erhalten haben
ArbSchG, § 12
Unterweisung
(1) Unterweisungspflicht des Arbeitgebers gegenüber seinen Beschäftigten
(2) Unterweisungspflicht des Entleihers bei Arbeitnehmerüberlassung
BaustV, § 3
Koordinierung
(1) Pflicht des Bauherren zur Bestellung eines Koordinators, wenn auf der Baustelle Arbeitnehmer mehrerer Arbeitgeber
tätig werden
(1a) Der Bauherr wird durch die Bestellung eines Koordinators nicht von seiner Gesamtverantwortung entbunden
(2) Koordinatorenpflicht während der Planung
(3) Koordinatorenpflicht während der Ausführung
BaustV, § 5
Pflichten der Arbeitgeber
(1) Wechselwirkungen zwischen den Arbeiten auf der Baustelle und anderen betrieblichen Tätigkeiten
GefStoffV, § 15
Zusammenarbeit verschiedener Firmen
(1) Tätigkeiten mit Gefahrstoffen dürfen nur von Firmen mit Fachkenntnissen und Erfahrungen ausgeführt werden.
(2) Bei möglicher gegenseitiger Gefährdung haben sich alle betroffenen Arbeitgeber bei der Durchführung der
Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Schutzmaßnahmen abzustimmen(4) Pflicht zur Bestellung eines
Koordinators bei möglicher Gefährdung von Arbeitnehmern anderer Arbeitgeber
BGV A1, § 5
(1,2) Pflicht des Unternehmers, den Auftragnehmer bei Auftragsvergabe über zu beachtende Vorgaben zu informieren
(3) Pflicht des Auftraggebers, das Fremdunternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung zu unterstützen, Abstimmung
Aufsichtspersonen für gefährliche Arbeiten zu
BGV A1, § 6
Zusammenarbeit mehrerer Unternehmer
(1) Pflicht der Unternehmer zur Zusammenarbeit, wenn Beschäftigte mehrerer Unternehmer an einem Arbeitsplatz tätig
werden und zur Benennung einer weisungsbefugten Person
(2) Pflicht des Unternehmers sich zu vergewissern, ob alle in seinem Betrieb tätig werdenden Personen angemessene
Anweisungen erhalten haben
KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
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2291
Fachbeiträge
Koordinator ist die nach § 6 (1) BGV A1 vereinbarte Person,
welche die Arbeiten mehrerer Unternehmen aufeinander abstimmt, um gegenseitige Gefährdungen zu vermeiden. Er ist
verantwortlich für die Organisation der Zusammenarbeit und
ist der Ansprechpartner für die Fremdfirma / den Auftraggeber.
Hinweis: Der Koordinator sollte möglichst vom Auftraggeber gestellt werden.
Einweisen ist zum Beispiel die Information eines Betriebsfremden über die Umgebungsgefahren eines für ihn neuen, unbekannten Arbeitsumfelds. Hierzu gehören auch Hinweise
über betriebsspezifische Details (Was-Vorgaben), die Fremdfirmenmitarbeiter kennen müssen, damit der der Fremdfirma erteilte Auftrag von dieser in eigener Regie und Verantwortung
selbstständig und sicher erfüllt werden kann [1].
Unterweisen ist durch ArbSchG, § 12 und BGV A1, § 7 geregelt. Mitarbeiter sind über die bei ihren Tätigkeiten auftretenden Gefahren sowie über die Maßnahmen zu ihrer Abwendung verständlich zu informieren (belehren), und zwar mindestens einmal jährlich [1].
2.3
Grundsätze/Merksätze
• Verkehrssicherungspflichtig ist, wer eine Gefahrenquelle
schafft (der Auftraggeber).
• Jeder Unternehmer trägt die Verantwortung für die Unterweisung und die Arbeitssicherheit seiner Beschäftigten
(Fürsorgepflicht). Leiharbeitnehmer sind wie eigene Beschäftigte zu unterweisen.
• Der Aufsichtsführende der Fremdfirma ist einzuweisen,
• der Aufsichtsführende der Fremdfirma hat dann „seine“ Beschäftigten zu unterweisen.
• Möglichst keine aus Auftraggeber und Fremdfirma gemischten Arbeitsgruppen bilden (weil dadurch unklare Verantwortungsabgrenzungen entstehen).
• Kommunikation mit Fremdfirmen grundsätzlich über den
Dienstweg Koordinator Aufsichtsführender Fremdfirmenmitarbeiter. Eingriffe in fremde Verantwortungsbereiche (sogenanntes „Durchregieren“) nur bei „Gefahr in Verzug“ zur unmittelbaren Abwehr von akuten Gefährdungen.
• Für die Verantwortlichkeit gilt der juristische Grundsatz
„die Treppe wird von oben nach unten gekehrt“.
2.4
Die Verantwortung des Auftraggebers
Abb. 3: Garantenpflichten des Auftraggebers nach [2]
Im Teil 2 werde ich mit konkreten Beispielen auf die Beauftragung und den Einsatz der Fremdfirmen eingehen.
Literatur
[1] Wikipedia
[2] J. Schliephacke: Führungswissen Arbeitssicherheit, Erich
Schmidt Verlag, Berlin, 2000
[3] P. Stürk: Wegweiser Arbeitsschutzgesetz, Erich Schmidt
Verlag, Berlin, 2000
[4] BGFE (Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik): Die Pflichten des Unternehmers in der Arbeitssicherheit, 1999, sowie die unter Punkt 2.1 aufgelisteten rechtlichen Grundlagen
Autor
Dipl.-Ing. (FH) Günter Beckermann
Städtische Werke Magdeburg GmbH & Co. KG
Bereich Abwasserentsorgung
Postfach 3628, 39011 Magdeburg, Deutschland
Tel. +49 (0)391/587-1400
E-Mail: beckermann@sw-magdeburg.de
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Abb. 2: Baustellenabsperrung
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KA Betriebs-Info (44) · Oktober 2014
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Fachbeiträge
Wiederholungsprüfungen elektrischer
Anlagen und Betriebsmittel
1
Einführung
Damit ein gefahrloses Arbeiten an elektrischen Anlagen und
Betriebsmitteln für die Beschäftigten eines Unternehmens ohne Gefahr für sich selbst oder andere stattfinden kann, ist die
Instandhaltung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel zwingend erforderlich. Dazu gehören allgemeine Anforderungen.
Diese sind die Dokumentation, Qualifikation des Personals,
Prüfungen, regelmäßig wiederkehrende Prüfungen, ständige
Überwachung durch fachkundiges Personal und die Anforderung an die Wartung und Instandsetzung.
2
Gesetzliche Vorschriften
Für die Sicherheit elektrischer Anlagen sorgen zwingende
gesetzliche Vorschriften. Diese sind verankert im Energiewirtschaftsgesetz, Arbeitsschutzgesetz, in der Arbeitsstättenverordnung, Betriebssicherheitsverordnung, im Gerätesicherheitsgesetz, in Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften und Unfallverhütungsvorschriften der Gemeindeunfallversicherungsverbände.
In allen diesen Gesetzen und Verordnungen wird gefordert,
dass hinsichtlich der Sicherheit elektrischer Anlagen und Betriebsmittel die anerkennten Regeln der Technik, also DINVDE-Bestimmungen, zu beachten sind.
Nach der Unfallverhütungsvorschrift „Elektrische Anlagen
und Betriebsmittel“ (BGV A3) ist der Unternehmer (Betreiber)
verpflichtet, für regelmäßige Wiederholungsprüfungen zu sorgen. Gegenstände der Prüfungen im Sinne der UVV sind:
• ortsfeste elektrische Betriebsmittel (z. B. Waschmaschine,
Elektroherd, Industriemaschinen)
• ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel (z. B. Bohrmaschine, Winkelschleifer, Fön)
• stationäre Anlagen (z. B. Installationen von Gebäuden)
• nicht stationäre Anlagen (z. B. Karusselle, Baustellen)
Prüffristen und Art der Prüfung von elektrischen Anlagen und
Betriebsmitteln sind in der UVV BGV A3 § 5 Prüfungen geregelt.
• Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen
Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen
Zustand geprüft werden.
• Die Fristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel,
mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt
werden.
3
Wiederholungsprüfungen
Voraussetzung zur Durchführung von Wiederholungsprüfungen an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln ist es, dass die
verantwortliche Elektrofachkraft die anzuwendenden elektrotechnischen Regeln, insbesondere die DIN VDE 0105 „Betrieb
von elektrischen Anlagen“ und die DIN VDE 0701/0702 „Instandsetzung, Änderung und Prüfung elektrischer Geräte/Wiederholungsprüfungen an elektrischen Geräten“ zur Verfügung
hat, diese kennt und anwenden kann.
Die Prüfung zur Feststellung der elektrischen Sicherheit an
Anlagen und Betriebsmitteln darf von der Befähigten Person,
der Elektrofachkraft, der Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten und der Elektrotechnisch unterwiesenen Person durchgeführt werden (Abbildung 1). Prüfungen durch elektrotechnisch unterwiesene Personen setzen allerdings die Verwendung
geeigneter Prüfgeräte sowie die Leitung und Aufsicht einer
Elektrofachkraft voraus.
Das Sicherheitssystem
Technischer Brandschutz GmbH
SECURUS 90
Für mehr
Anlagensicherheit
Rauch- und
Brandfrühesterkennung
Damit Gefahren so früh
wie möglich erkannt werden
Abb. 1: Anlagenwiederholungsprüfung
Die Prüffristen und die Art der Prüfung der elektrischen Betriebsmittel sind nach der BGV A3 § 5 Prüfungen festgelegt:
Automatische Löschung
bei Alarm
Damit ein Brand erst gar
nicht entsteht
Industriestraße 2 I 97947 Grünsfeld I Tel 09346/9207-0 I info@eas-tb.de
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2293
Fachbeiträge
3.1
Wiederholungsprüfung ortsfester elektrischer Anlagen
und Betriebsmittel
Anlagen/Betriebsmittel
Prüffrist
Art der Prüfung
Prüfer
elektrische Anlagen und
ortsfeste Betriebsmittel
4 Jahre
auf ordnungsgemäßen Zustand nach
(DIN VDE 0105-100)
Elektrofachkraft
elektrische Anlagen und
ortsfeste elektrische
Betriebsmittel in
„Betriebsstätten, Räumen
und Anlagen Besonderer
Art“ (DIN VDE 0100
Gruppe 700)
1 Jahr
auf ordnungsgemäßen Zustand nach
(DIN VDE 0105-100)
Elektrofachkraft
Schutzmaßnahmen mit
Fehlerstrom- Schutzeinrichtungen
1 Monat
auf Wirksamkeit
(Messung der
Fehlerspannung und
des Auslösestroms,
Erdungswiderstandsmessung)
Elektrofachkraft oder
elektrotechnisch
unterwiesene Person
bei Verwendung
geeigneter Mess- und
Prüfgeräte
Fehlerstrom-, DifferenzStrom- und Fehlerspannungs-Schutzschalter
6 Monate
auf einwandfreie
Funktion durch
Betätigen der
Prüfeinrichtung
Benutzer
in stationären Anlagen
in nichtstationären
Anlagen
arbeitstäglich
in nichtstationären
Anlagen
3.2
6ORSPRUNG¬DURCH
BGU4ECHNOLOGIE
3TROMGEWINNUNG
G
AUS¬!BWASSER¬
Wiederholungsprüfung ortsveränderlicher elektrischer
Betriebsmittel
Anlagen/Betriebsmittel
Prüffrist
Art der Prüfung
Prüfer
ortsveränderliche
elektrische Betriebsmittel
(soweit benutzt)
Richtwert
6 Monate, auf Baustellen 3 Monate.
Wird bei den
Prüfungen eine
Fehler-Quote
< 2 % erreicht,
kann die Prüffrist
entsprechend
verlängert werden.
auf ordnungsgemäßen Zustand
(Inaugenscheinnahme)
• Prüfung auf
mechanische Beschädigung
• Prüfung der
angewendeten
Schutzmaßnahmen zum Schutz
bei indirektem
Berühren und
Isolationswiderstandsmessung
• im Einzelnen
wie in der DIN
VDE 0701/0702
gefordert
Elektrofachkraft,
bei Verwendung
geeigneter
Mess- und
Prüfgeräte auch
elektrotechnisch
unterwiesene
Person
Verlängerungs- und
Geräteanschlussleitungen
mit Steckvorrichtungen
Anschlussleitungen mit
Stecker
bewegliche Leitungen mit
Stecker und Festanschluss
Auf Baustellen, in
Fertigungsstätten
und Werkstätten
oder unter
ähnlichen
Bedingungen
mindestens
jährlich. In Büros
oder unter
ähnlichen
Bedingungen
mindestens alle
2 Jahre
BGU7!+¬4URBINE
7ASSERKRAFTMASCHINE¬FàR
!BmUSSKANËLE¬UND¬+LËRANLAGEN
Q
Speziell konzipiert für
Abwassersysteme.
Q
hoher Wirkungsgrad bei
kleinstem Gefälle.
Q
Einbau ohne jegliche Veränderungen bestehender
Bauwerke möglich.
Q
maximaler Energiegewinn
durch innovative Radialstauklappe.
Q
Notumfahrung im Aufbau
integriert.
bgu - Umweltschutzanlagen GmbH
Schwabenstr. 27∙ D-74626 Bretzfeld
Telefon +49(0)7946 - 9120 - 0
Telefax +49(0)7946 - 9120 - 19
E-Mail info@bgu-online.de
www.bgu-online.de
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Fachbeiträge
Wiederkehrende Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel in Ex-Bereichen sind geregelt in der
• Betriebssicherheitsverordnung §15
• DIN EN 60079-17
• VDE 0165 Teil 1-10
4
Bestandsschutz im Allgemeinen
Eine bestehende elektrische Anlage, die nach früher geltendem
Recht errichtet wurde, dem heutigen Recht aber nicht mehr
entspricht, darf weiter genutzt werden.
Aber nur dann,
• wenn die Nutzung der Anlage erhalten bleibt,
• keine Mängel bestehen, die eine Gefahr für Gesundheit, Leben oder Sachen bedeuten und
• eine Anpassung an den aktuellen Stand der Technik in der
Folgenorm nicht gefordert wird.
Natürlich liegt es aber grundsätzlich in der Verantwortung des
Nutzers, über die Anpassung der Anlage an heutige Nutzungsgewohnheiten oder an den Stand der Technik nachzudenken.
Autor
Klaus Heinl, Abwassermeister
Kommunalbetriebe Neustadt a. d. Aisch
Markgrafenstraße 24, 91413 Neustadt a. d. Aisch, Deutschland
E-Mail: heinl@kommunalbetriebe.info
Abb. 2: Prüfung ortsveränderlicher Geräte
Nach § 15 der BetrSichV muss alle drei Jahre eine Wiederholungsprüfung auf ordnungsgemäßen Zustand der elektrischen
Betriebsmittel in Ex-Bereichen durch eine anerkannte Befähigte Person Grad A erfolgen.
DWA-Leistungsvergleich kommunaler
Kläranlagen 2013 hat besonders den
Phosphor im Visier
Auch im Jahr 2013 konnten in Deutschland die Anforderungen
der Europäischen Kommunalabwasserrichtlinie im bundesweiten Mittel erfüllt oder deutlich übertroffen werden. Die Ergebnisse der Kläranlagen in Österreich und Südtirol zeigen keine
signifikanten Unterschiede in der Ablaufqualität auf.
Größere Unterschiede zwischen den einzelnen DWA-Landesverbänden in der Ablaufqualität und in den Abbaugraden
sind vor allem auf die Kanalisationssysteme (Misch- oder
Trennverfahren) und den unterschiedlich hohen Fremdwasseranfall zurückzuführen.
Die Pges-Zulaufkonzentrationen weisen weitgehend unabhängig von der Kläranlagen-Größenklasse (GK) eine große
Bandbreite zwischen 2 und 20 mg/l Pges auf. Im Gegensatz dazu sind bei den Pges-Ablaufkonzentrationen deutliche Unterschiede bei den verschiedenen Größenklassen festzustellen. In
der Größenklasse 5 liegen die Ablaufkonzentrationen bei allen
Anlagen unter 1,0 mg/l Pges, in der Größenklasse 4 im Regelfall
unter 2,0 mg/l. Da es in Deutschland keine generellen gesetzlichen Vorgaben zur Phosphorelimination für Anlagen unter
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10 000 EW (Größenklassen 1 bis 3) gibt, liegen bei diesen Anlagen die Pges-Ablaufwerte häufig höher.
Näheres dazu im Sonderdruck „26. Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen“.
Bestellung bzw. Download:
DWA-Bundesgeschäftsstelle, E-Mail: kundenzentrum@dwa.de
Download: http://de.dwa.de/nachbarschaften.html
www.dwa.de
2295
Fachbeiträge
DWA-Veranstaltungskalender
Termin
Thema
Ort
Baden-Württemberg, E-Mail: info@dwa-bw.de, Tel. 0711 8966310
13./14.10.2014
Der Gewässerschutz-Beauftragte: Aufbaukurs zur Vertiefung und Aktualisierung der Fachkunde Stuttgart
im Sinne des § 66 WHG
22.10.2014
Workshop der QU-zertifizierten Betriebslabore
Stuttgart
11.11.2014
Training zur Rettung von Personen aus abwassertechnischen Anlagen
Stuttgart
17.–21.11.2014
Sachkunde – Dichtungsprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen
Stuttgart
28.11.2014
Expertenforum – Kläranlage
Stuttgart
Bayern, E-Mail: info@dwa-bayern.de, Tel. 089 233 62590
8.–10.2014
Kurs – Kleinkläranlagen – Betrieb und Wartung in Bayern
Bad Kohlgrub
21./22.10.2014
Aufbaukurs – Mikroskopische Untersuchung
Augsburg
23.10.2014
Seminar – Kleine Hochwasserrückhaltebecken
Augsburg
25.–28.11.2014
Kurs – Grundlagen für den Kanalbetrieb
Schwarzenbruck
4.12.2014
1. Bayerischer Fachdialog zur Sanierung von Grundstücksentwässerungsanlagen
– Wege zum Erfolg
Markt Schwaben
Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland, E-Mail: info@dwa-hrps.de, Tel. 06131 604712
November
Diverse EuP-Auffrischungskurse
mehrere
Veranstaltungsorte
10.–13.11.2014
Fit for work – Betriebsabläufe und Verfahrenstechnik auf Kläranlagen
Budenheim
18.11.2014
Explosionsschutz in abwassertechnischen Anlagen
Frankenberg
24./25.11.2014
Kanal-Aufbaukurs (Modul I + II)
Mainz
24.–26.11.2014
Mikroskopier-Grundkurs
Lollar-Stauffenberg
8.–12.12.2014
Grundlagen für den Kläranlagenbetrieb
Mainz
Nord (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen), E-Mail: info@dwa-nord.de, Tel. 0 51 21/509-800
9.10.2014
Management der Kanalreinigung
Osnabrück
20.–24.10.2014
Kurs zur Erlangung der Fachkunde für die Wartung von Kleinkläranlagen
Nienburg
25.11.2014
Praxisseminar zum Betrieb von Abwasserteichen und kleinen Kläranlagen in Norddeutschland
Neumünster
3.12.2014
Analytikkurs für Wartungsunternehmen von Kleinkläranlagen
Wedemark
Beratung - Planung - Ausführung
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Tel.: +49 (0) 9374 - 90171
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speziell Kläranlagen
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DWA-Veranstaltungskalender
Nord-Ost (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Berlin), E-Mail: dwa@dwa-no.de, Tel. 0391 7348815
13./14.10.2014
Sachkunde – Dichtheitsprüfung von Kleinkläranlagen und Abwassersammelgruben
Magdeburg
3.–7.11.2014
Fachkunde für die Wartung von Kleinkläranlagen
Dorf Mecklenburg
11.11.2014
Geruch und Korrosion im Kanal
Rostock
27.11.2014
Tag des Abwassermeisters 2014
Neubrandenburg
9./10.2.2015
Sachkunde – Dichtheitsprüfung von Kleinkläranlagen und Abwassersammelgruben
Magdeburg
Nordrhein-Westfalen, E-Mail: info@dwa-nrw.de, Tel. 0201 1042144
3.–5.11.2014
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Training zur Rettung von Personen aus abwassertechnischen Anlagen
Düsseldorf
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Kurs zur Erlangung der Fachkunde für die Wartung von Kleinkläranlagen
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5.2.2015
Fallbeispiele aus der Praxis zum Thema Wartung von Kleinkläranlagen
Dresden
2.3.2015
Sachkundekurs – Schlammentnahme aus Kleinkläranlagen
Dresden
2.–6.3.2015
Fachkunde – Betrieb und Wartung von Kleinkläranlagen
Dresden
3./4.3.2015
Aufbaukurs – P- und N-Elimination – Kurs 1 der modularen Kursreihe
Dresden
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