close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Keine Kamele mehr im Büro - Deutsches Ärzteblatt

EinbettenHerunterladen
AKTUELL
ELEKTRONISCHER ARZTBRIEF
Projekt in Westfalen-Lippe
RANDNOTIZ
Rund 300 niedergelassene Ärzte
und fünf Klinikverbände hat die
Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Bochum,
Herne und dem Ennepe-Ruhr-Kreis
miteinander vernetzt. Das Projekt
„eArztbrief“ soll die Vernetzung und
Kommunikation von Ärzten fördern
und vereinfachen. „Durch die Nutzung und Erprobung von innovativen Telematikanwendungen wollen
wir darüber hinaus auch den Arztmangel in ländlichen Gebieten kompensieren“, beschreibt Thomas Kriedel, Vorstandsmitglied der KVWL,
ein weiteres Projektziel.
Die Koordinatoren des Projekts
haben dabei eine technische Besonderheit eingeführt: Ärzte können die Arztbriefe zwischen Praxisverwaltungssystemen (PVS) unterschiedlicher Hersteller austauschen.
Damit dies möglich ist, hat die KV
zusammen mit PVS-Herstellern um-
Michael Schmedt
fangreiche Funktionstests vorgenommen. Der elektronische Arztbrief
läuft jetzt in den Systemen der
CompuGroup sowie von Duria, Interdata und Visus.
„Der elektronische Arztbrief
spart uns vor allem Zeit und Kosten. Zudem können wir den Briefen
problemlos Bilder anhängen und
die Daten anschließend archivieren“, erläuterte der Projektkoordinator Eckhard Kampe. Die KV kündigte an, das Projekt kontinuierlich
zu evaluieren. Ziel sei es, die in der
Modellregion Bochum gesammelten Erkenntnisse in den Aufbau landesweiter Telematikstrukturen einfließen zu lassen, meinte Kriedel.
Zudem soll das Projekt stufenweise
wachsen. So will die KV es 2015
auf das Einweisungs- und Entlassmanagement in Zusammenarbeit
mit den teilnehmenden Krankenhäusern ausdehnen.
hil
MANNHEIMER UNIKLINIKUM
Dänzer zurückgetreten
Foto: DKG
Im Zuge des Hygieneskandals am
Universitätsklinikum Mannheim hat
Geschäftsführer Alfred Dänzer in
einer Krisensitzung des Aufsichtsrats seinen Rücktritt eingereicht. Das
Uniklinikum war wegen des Hygieneskandals in den vergangenen Tagen immer mehr unter Druck
geraten. Dänzer war
seit 2009 Klinikchef in
Mannheim und ist auch
Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG).
Der Stein kam durch
eine anonyme Anzeige
ins Rollen, in der von
schmutzigem OP-Besteck die Rede war. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte
dann bei einer Überprüfung Hygienemängel festgestellt: Reinigungsmaschinen waren zu lange
nicht überprüft worden, und es
fehlten Nachweise über die Qualifikation von Reinigungskräften. Vom
Rücktritt: Alfred
Dänzer ist nicht
mehr Geschäftsführer der
Mannheimer
Uniklinik.
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 111 | Heft 44 | 31. Oktober 2014
Klinikum hieß es, es gebe erheblichen Nachschulungsbedarf. Das OPProgramm ist schon seit einigen Wochen drastisch zurückgefahren. Mitarbeiter sollen bereits seit längerem
auf Probleme hingewiesen haben.
Vor allem bei der Sterilisation sind
nach Medienberichten in einem Programm für anonyme Beschwerden
Defizite vermerkt. Ob die Ursachen
für die Mängel in Sparzwängen liegen, darüber wird intern heftig gestritten. Die Fakultätsleitung hatte in
einem offenen Brief den Kostendruck angeprangert. Der Aufsichtsrat des Klinikums hat eine Mitverantwortung zurückgewiesen.
Auf sein Amt als DKG-Präsident hat Dänzers Rückzug in
Mannheim zunächst keine Auswirkungen. Der Rücktritt sei Angelegenheit des Klinikums Mannheim, erklärte ein DKG-Sprecher
auf Anfrage des Deutschen Ärzteblattes. Dänzer sei für die Periode
Anfang 2012 bis Ende 2014 gewählter Präsident der DKG.
JF
Von 2015 an dürfen Mitarbeiter der
R. J. Reynolds Tobacco Company in
den USA nicht mehr in der Firma
rauchen. Büros, Konferenzräume,
Flure und Aufzüge sind dann tabu.
„Wir müssen unsere Regeln für das
Rauchen an der gesellschaftlichen
Realität ausrichten“, sagte ein Sprecher des Camel-Produzenten.
Man kann einwenden, dass es
dem Industriekonzern nur um Eigen-
Keine Kamele
mehr im Büro
marketing geht, um vor dem Hintergrund der zunehmenden Ächtung
des Rauchens seinen Ruf aufzupolieren. Bemerkenswert ist aber dennoch, dass der Tabakkonzern dies
ohne staatlichen Zwang macht.
Seit in Deutschland 2007 das
erste Nichtraucherschutzgesetz in
Kraft trat, reißen die Diskussionen
um den Eingriff des Staates in die
Konsumgewohnheiten der Bürger
nicht ab. Wirtschaftliche Gründe
(Stichwort Eckkneipen) und der Eingriff des Staates in die Privatsphäre
des mündigen Bürgers (Stichwort:
Rauchen in Wohnungen oder auf
Balkonen) führen die Raucher ins
Feld. Über Letzteres kann man trefflich streiten: Wie weit darf der Staat
eingreifen, um die Gesundheit seiner
Bürger zu schützen? Schnell ist man
hier in der Diskussion um Alkoholkonsum, „Zuckersteuer“ oder Risikosportarten.
Unbestritten ist allerdings inzwischen, dass überall dort, wo Nichtraucherschutzgesetze erlassen wurden, die Zahl der Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt (siehe Circulation
2012; 126: 2177–83). Daher ist
die Entscheidung von R. J. Reynolds
eine gute – Marketing hin oder her.
Es ist ein weiteres Zeichen, dass der
Nichtraucherschutz sich immer mehr
durchsetzt. Und das ohne staatlichen
Zwang. Der gesellschaftliche Druck
schützt in diesem Fall Raucher und
vor allem unbeteiligte Nichtraucher.
A 1881
Document
Kategorie
Bildung
Seitenansichten
2
Dateigröße
155 KB
Tags
1/--Seiten
melden