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8. Kongress der Deutschen
Alzheimer Gesellschaft
Selbsthilfe Demenz
„Demenz – jeder kann etwas tun“
PROGRAMM
www.demenz-kongress.de
Schirmherrschaft:
Manuela Schwesig,
Bundesministerin für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend
Barbara Steffens,
Ministerin für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und
Alter des Landes NordrheinWestfalen
Bildnachweis: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.; Stadthalle Gütersloh © Volker Zimmermann
Gütersloh
23.–25. Oktober 2014
gefördert vom
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ist der Bundesverband von Alzheimer Landesverbänden sowie von regionalen und örtlichen
Gruppen. Sie ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation, die die Interessen Demenzkranker und ihrer Angehörigen vertritt.
Sie hat 137 Mitgliedsgesellschaften in ganz Deutschland, die u. a. Beratung, Information und Gruppen vor Ort anbieten.
Wir engagieren uns für folgende Ziele
• Die Bevölkerung zu mehr Verständnis und Hilfsbereitschaft für die von der Alzheimer-Krankheit und anderen
Demenzerkrankungen Betroffenen anregen.
• Gesundheits- und sozialpolitische Initiativen für diesen Personenkreis anregen und dessen Interessen vertreten.
• Die Möglichkeiten der Krankheitsbewältigung bei den Betroffenen und die Selbsthilfefähigkeit bei den Angehörigen
unterstützen.
• Die Betreuenden entlasten, indem Fachinformation, emotionale Unterstützung und öffentliche Hilfen angeboten werden.
• Die Zusammenarbeit und den fachlichen Austausch der regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und
Gruppen für Menschen mit Demenz festigen.
• Die wissenschaftliche Forschung über Demenzerkrankungen und Versorgungsmöglichkeiten unterstützen
(Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft).
• Neue Betreuungs- und Pflegeformen für Demenzkranke entwickeln.
Beratung und Information
Das bundesweite Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, das Beratung und Information anbietet, ist unter
der Telefonnummer 030-259 37 95 14 oder 01803-17 10 17 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) zu erreichen. Es
wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.
Die Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt eine Reihe von Büchern und Broschüren heraus und bietet umfangreiche Informationen im Internet unter www.deutsche-alzheimer.de sowie speziell für junge Menschen unter www.alzheimerandyou.de.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Grußworte............................................................................................................................................................................ 2
Allgemeine Informationen.................................................................................................................................................... 7
Informationen zur Hotelbuchung / Presse............................................................................................................................. 11
Rahmenprogramm............................................................................................................................................................... 12
Programmübersicht.............................................................................................................................................................. 13
Programm
Donnerstag, 23. Oktober 2014.......................................................................................................................................... 14
Freitag, 24. Oktober 2014.................................................................................................................................................. 19 Samstag, 25. Oktober 2014............................................................................................................................................... 25
Posterausstellung.................................................................................................................................................................. 26
Standplan der begleitenden Ausstellung............................................................................................................................... 28
Aussteller und Sponsoren....................................................................................................................................................... 30
Abstractverzeichnis
(in alphabetischer Reihenfolge der Erstautoren).................................................................................................................... 31
Referenten, Posterautoren und Moderatoren......................................................................................................................... 88
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
1
Grußworte
Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
der 8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft findet vom 23. bis 25. Oktober 2014
in Gütersloh statt. Wir laden Menschen mit Demenz und Angehörige, alle die haupt- und
ehrenamtlich in Beratung, Betreuung, Pflege und Therapie tätig sind, sowie alle, die sich informieren möchten, herzlich ein.
Heute leben etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland, und 2050 werden es
voraussichtlich 3 Millionen sein, jedenfalls sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie
gelingt. Ungefähr zwei Drittel leiden an der Alzheimer-Demenz.
Unser 8. Kongress steht unter dem Motto „Demenz – jeder kann etwas tun“. Damit möchten wir auch den Kerngedanken der
Selbsthilfe betonen, der die vor 25 Jahren gegründete Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre Mitgliedsgesellschaften bewegt. Damals haben Angehörige gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Medizin, Pflege und Therapie sich aufgemacht,
Unterstützung für Demenzkranke und ihre Familien zu organisieren und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Seit den späten
1980er Jahren hat sich vieles verbessert, doch immer noch gibt es viel zu tun.
Demenz ist ein Thema, das früher oder später fast jeden berührt: in der Familie, im Gesundheitswesen, im Sportverein, im Supermarkt… Deshalb können alle etwas tun, um das Leben für Menschen mit Demenz und ihre Familien lebenswerter zu machen. Das beginnt im Alltag damit, sich und andere zu informieren und Verständnis zu entwickeln, mit Menschen mit Demenz
zu sprechen und ihnen Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Es geht weiter mit der Gestaltung von Wohnen und
Leben zu Hause, in Heimen und Wohngemeinschaften und der Ausrichtung von Betreuung, Pflege und Therapie. Nicht zuletzt
ist auch die Politik gefordert, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen und die Forschung zu fördern.
Stets geht es darum, die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien zu verbessern. Über praktische Erfahrungen, neue
Ideen und Konzepte wollen wir uns auf dem Kongress austauschen, sowohl in den Veranstaltungen als auch in den persönlichen Begegnungen. Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir alle werden heute mithilfe guter medizinischer Versorgung und gesunder Lebensweisen
deutlich älter als viele Generationen vor uns. Mit steigender Lebenserwartung erhöht sich jedoch auch das Risiko krank zu werden. Demenzielle Erkrankungen, insbesondere Alzheimer,
sind besonders tückisch, da sie nach und nach das zu Gedächtnisverlust führen und bis heute
nicht heilbar sind.
Menschen mit Demenz hilft vor allem ein stabiles und verständnisvolles soziales Umfeld dabei, mit den Folgen besser umzugehen. Die wertvolle Arbeit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft setzt genau hier an. „Jeder kann etwas tun“ – das Motto Ihres diesjährigen Kongresses
soll Mut machen, Solidarität gegenüber Erkrankten und ihren Angehörigen zu üben und aktiv
zu werden. Menschen mit Demenz in frühen und mittleren Stadien wollen meist selbst noch zum Zusammenhalt unserer
Gesellschaft beitragen. Sie mit ihren Anliegen wahrzunehmen, ihnen Möglichkeiten zur Teilhabe einzuräumen und sie nicht
alleine zu lassen, gehört zu unseren zentralen Aufgaben.
Jeder kann dafür etwas tun und es bieten sich vielfältige Möglichkeiten: Kontakte in der Nachbarschaft oder gemeinsame
sportliche sowie kulturelle Aktivitäten mit Betroffenen sind eine große Hilfe. Es gibt auch die Möglichkeit Demenz-Patin oder
Pate zu werden oder Pflegebegleiter bzw. -begleiterin. Das Bundesfamilienministerium hat darüber hinaus in Mehrgenerationenhäusern, Lokalen Allianzen und Anlaufstellen Knotenpunkte für neue soziale Netzwerke eingerichtet, die diejenigen
unterstützen, die auf familiäre Hilfen nicht zurückgreifen können. Gemeinsam mit Ihnen möchte ich auch weiterhin dazu beitragen, dass Alzheimer-Patientinnen und Patienten so lange es geht
am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und die Hilfe erhalten, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. In
diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Veranstaltung, interessante Gespräche und neue Erkenntnisse.
Manuela Schwesig
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Wir freuen uns, Sie in Gütersloh begrüßen zu können.
Heike von Lützau-Hohlbein
1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
2
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
3
Grußworte
Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sehr geehrte Damen und Herren,
der demografische Wandel mit immer mehr alten Menschen stellt uns vor grundlegende Fragen: Welchen Platz haben in unserer Gesellschaft ältere Menschen und Menschen, die mit
Einschränkungen leben? Was sind die sinnstiftenden Aufgaben und Tätigkeiten, die Verantwortlichkeiten, für die wir uns auch dann noch begeistern dürfen und können. Kurz: Was
ist uns wichtig im Alter? Wie wollen wir im Alter leben, im Krankheitsfall, gerade auch bei
Demenz?
der 8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft findet in diesem Jahr unter dem Motto
„Demenz – jeder kann etwas tun“ statt. Dazu begrüße ich Sie alle ganz herzlich in Gütersloh.
Sie alle, damit meine ich die Menschen mit Demenz und deren Angehörige, die, die hauptund ehrenamtlich in der Beratung, Betreuung, Pflege und Therapie tätig sind, sowie diejenigen, die sich informieren möchten.
Eine Gesellschaft, die sich im Wesentlichen an Leistungsfähigkeit und Funktionalität orientiert, tut sich mit diesen Fragen besonders schwer. Doch wir täten gut daran, es zu ermöglichen, Demenz als „Normalität“ leben zu können statt Parallelwelten zu schaffen. Dazu ist es
notwendig, ein Bewusstsein und eine Kultur der Akzeptanz und Achtsamkeit für Menschen mit Demenz in unserer Gesellschaft
zu fördern, zumal Demenz als Folge einer sehr hohen Lebenserwartung, als Teil des Alterns und des Übergangs in die Sterbephase uns in Zukunft immer stärker begleiten und herausfordern wird. Es geht darum, Menschen mit Demenz anzunehmen,
sie ernst zu nehmen, in ihren Besonderheiten, in ihrer Würde. Es geht darum, Teilhabe in unserer Gesellschaft zu ermöglichen.
Wir sollten jedenfalls nicht darauf warten, bis die medizinische Forschung einen Durchbruch in der Behandlung erzielt. Wir alle
wissen nicht, ob und in welcher Form dies jemals der Fall sein wird.
Das Kongress-Motto „Demenz – jeder kann etwas tun“ bringt es auf den Punkt: Weil Demenz ein Thema ist, das die Gesellschaft insgesamt fordert, ist es gut, für alle deutlich sichtbar zu machen, was getan werden kann. Erst dann kann jede, kann
jeder erkennen, wo der persönliche, sei es noch so bescheidene Beitrag liegen kann. Das breit angelegte, dem ganzheitlichen
Denken verpflichtete Programm beleuchtet Demenz aus verschiedenen Perspektiven – eben als ein Phänomen in der Mitte
unserer Gesellschaft.
Ein Beispiel: Demenz zwingt zur Anpassung hergebrachter Strukturen im Krankenhaus (eines der zentralen Themen des Kongresses). Manche Klinik hat sich schon auf den Weg gemacht, ihre Versorgung anzupassen. Dabei hat sich gezeigt, dass die
Vermeidung eines perioperativen Altersdelirs nicht nur dementiellen Erkrankungen vorbeugt, sondern auch einen positiven
ökonomischen Effekt für das jeweilige Krankenhaus haben kann. Es gibt viele weitere Handlungsfelder. Ich denke etwa an die
Palliativ- und Hospizversorgung. So wird es in Zukunft immer wichtiger sein, diese Angebote stärker auf dementiell Erkrankte
zuzuschneiden.
Fast 25 Jahre sind inzwischen vergangen seit die Deutsche Alzheimer Gesellschaft gegründet wurde. Zu dem Bundesverband gehören heute 135 regionale Alzheimer-Gesellschaften,
Angehörigengruppen und Landesverbände. Sie als Aktive in der Deutschen Alzheimer Gesellschaft unterstützen etwa 1,5 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Sie geben persönliche
Beratungen, bieten Entscheidungshilfen und Unterstützung. Sie vermitteln aber auch Wissen, sodass noch mehr Menschen
aktiv werden können. Ganz nach dem Motto „Jeder kann etwas tun“. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen. Besonders in Zeiten der immer älter werdenden Bevölkerung, die auch
den Kreis Gütersloh betrifft, wird ihr Einsatz immer bedeutsamer.
In Symposien, Workshops und Vorträgen werden Sie sich mit Themen wie Diagnose und Behandlung von Demenzerkrankungen, der Gesundheitspolitik, dem Leben, Wohnen und Pflegen in der Kommune sowie Bewegung, Sport und Kreativität
als Therapie beschäftigen. Sie haben also ausführlich die Möglichkeit Neues, aus Theorie und Praxis, kennen zu lernen und
persönliche Erfahrungen auszutauschen. Der Kongress stellt damit einen Treffpunkt für alle Menschen dar, für die das Thema
Demenz von Bedeutung ist.
Ich wünsche Ihnen zwei informative, aufschlussreiche und konstruktive Tage hier in der Stadthalle Gütersloh. Sie tragen dazu
bei, die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Familien zu verbessern – denn jeder kann etwas tun.
Sven-Georg Adenauer
Landrat des Kreises Gütersloh
Differenzierte Konzepte für Menschen mit Demenz sind Merkmale, an denen sich eine Gesellschaft messen lassen muss, die
für sich den Anspruch erhebt, den demografischen Wandel gestalten zu wollen. Eine Gesellschaft, die Teilhabe und Selbstbestimmung ermöglicht, bis ins hohe Alter, auch im Krankheitsfall. Ich wünsche dem 8. Kongress der Deutschen Alzheimer
Gesellschaft spannende Diskussionen!
Barbara Steffens
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
des Landes Nordrhein-Westfalen
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich willkommen in Gütersloh! Sie haben eine gute Wahl getroffen – nicht nur, weil Sie
in unserer Stadthalle die besten Voraussetzungen für die Durchführung eines großen Kongresses finden, sondern weil Gütersloh ein besonderer Ort ist, wenn es um die Betreuung,
Beratung und Therapie von Demenzerkrankungen geht. Als Standort einer großen Klinik des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe mit einem gerontopsychiatrischen Schwerpunkt sind
in Gütersloh bereits sehr früh Netzwerke entstanden, die Betroffene und Angehörige auffangen und begleiten. Eher als in vielen Städten vergleichbarer Größe sind hier Tagesgruppenund andere individuelle Betreuungsangebote eingerichtet worden, konnten Erkrankte und
ihre Familien auf umfassende Information und Beratung setzen.
Demenz – und hier vor allem die Alzheimer-Erkrankung – bleibt ein Schicksalsschlag, mindestens so lange es keinen Durchbruch bei der Vorbeugung oder Heilung gibt. Es ist ein Schicksal, das immer mehr Menschen betreffen wird, nicht zuletzt, weil
wir immer älter werden. Aber es ist auch ein Schicksal, das wir annehmen können, wenn wir sicher sein dürfen, dass wir nicht
allein bleiben mit all der Angst und dem Verlust, der mit dieser Krankheit einhergeht.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft stellt sich seit 25 Jahren diesem Schicksal – kraftvoll, aktiv und mit einer Stimme, die gehört wird. Was sie zu sagen hat, macht Mut, obwohl es – noch – keine Ausfahrt zu geben scheint auf der Straße des Vergessens.
Das Motto des 8. Kongresses weist darauf hin: „Jeder kann etwas tun.“ Er kann vor allem dazu beitragen, dass Betroffene nicht
ausgegrenzt werden – weil wir vergessen, dass sie uns so brauchen, wie sie sind.
Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass der Kongress in Gütersloh dazu beiträgt, neue Impulse zu geben, mit guten Beispielen
zu werben und dafür zu sensibilisieren, dass Demenz und ihre Folgen ein Thema aus der Mitte unserer Gesellschaft ist.
Maria Unger
Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh
Allgemeine Informationen
Text
Allgemeine Informationen
Veranstalter
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236 | 10969 Berlin
Telefon: +49 30 2593795-0
Telefax: +49 30 2593795-29
e-Mail: info@deutsche-alzheimer.de
URL:
www.deutsche-alzheimer.de
Programmkomitee
Beyreuther, Prof. Dr. Dr. Konrad
Brauer, Dr. Harald
Freter, Hans-Jürgen
Gutzmann, Prof. Dr. Hans
Hirsch, Prof. Dr. Rolf-Dieter
Kaus, Monika
Kurz, Prof. Dr. Alexander
Nübel, Dr. Gerhard
Schönhof, Bärbel
Staack, Swen
Tesch-Römer, Prof. Dr. Clemens
Teschauer, Dr. Winfried
Tschainer, Sabine
Alzheimer-Telefon: 01803 171017
(9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz)
Schirmherrschaft
Organisation
Barbara Steffens
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
des Landes Nordrhein-Westfalen
Kongress- und
Kulturmanagement GmbH
Frau Franka Kümmel
Postfach 36 64 | 99407 Weimar
Telefon: +49 3643 2468-145
Telefax: +49 3643 2468-31
Manuela Schwesig
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Tagungsort
Stadthalle Gütersloh
Friedrichstraße 10 I 33330 Gütersloh
Tagungszeit
Beginn: Donnerstag, 23. Oktober 2014, 09:00 Uhr
Ende: Samstag, 25. Oktober 2014, 12:30 Uhr
e-Mail: franka.kuemmel@kukm.de
URL:
www.kukm.de
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Allgemeine Informationen
Allgemeine Informationen
Öffnungszeiten Teilnehmerregistrierung
Donnerstag, 23. Oktober 2014 Freitag, 24. Oktober 2014 Samstag, 25. Oktober 2014 08:00 bis 18:00 Uhr
08:00 bis 18:00 Uhr
08:30 bis 13:00 Uhr
Ruhebereich
Allen Kongressteilnehmern steht ein separater Ruhebereich im Erdgeschoss zur Verfügung.
Betreuung für Menschen mit Demenz
Bei Bedarf wird versucht, eine Betreuung zu organisieren.
Verpflegung
Während der Kaffee- und Mittagspausen befinden sich verschiedene Cateringstationen im Tagungsbereich. Diese Verpflegung
ist in der Kongressgebühr enthalten.
Hinweise für Moderatoren und Vortragende
Zertifizierung
Bitte achten Sie mit Rücksicht auf die nachfolgenden Vortragenden auf die strikte Einhaltung der im Programm genannten
Redezeiten. Für 30minütige Vorträge sind 20 Minuten Rede- und 10 Minuten Diskussionszeit geplant. Vorträge von 22 Minuten
Dauer gliedern sich in 15 Minuten Rede- und 7 Minuten Diskussionszeit.
Donnerstag, 23. Oktober 2014 Freitag, 24. Oktober 2014
Samstag, 25. Oktober 2014 Als Vortragstechnik werden nur PowerPoint-Präsentationen akzeptiert. Alle Vortragsräume sind mit Projektionstechnik und
Notebook ausgestattet. Bitte bringen Sie Ihre Präsentationen auf USB-Stick oder CD-ROM zum Kongress mit. Ihre Präsentationen werden an der Medienannahme im Bereich der Registrierung vor Sitzungsbeginn auf das Notebook gespeichert,
durch ein zentrales Vortragsmanagementsystem in die entsprechenden Vortragsräume überspielt und nach der Veranstaltung.
gelöscht.
Die Ärztekammer Westfalen-Lippe hat die Teilnahme am 8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. | Selbsthilfe
Demenz als Fortbildungsveranstaltung anerkannt und die folgenden Fortbildungspunkte bewilligt:
6 Fortbildungspunkte der Kategorie B
6 Fortbildungspunkte der Kategorie B
3 Fortbildungspunkte der Kategorie B
Bitte tragen Sie sich einmal täglich in die ausliegenden Teilnehmerlisten ein.
Bitte geben Sie Ihre Präsentationen rechtzeitig (spätestens in der vorgelagerten Pause, gern bereits am Vortag) ab und.
wenden sich bei Fragen an das Saalbetreuungspersonal.
Die Registrierung beruflich Pflegender (RbP) hat den Kongress wie folgt zertifiziert:
Teilnahme über die gesamte Kongressdauer (3 Tage) 12 Punkte
Teilnahme an 2 Tagen
10 Punkte
Teilnahme an 1 Tag 6 Punkte
Eine Teilnahmebescheinigung erhalten Sie an der Teilnehmerregistrierung.
Wichtig:
Jeder Teilnehmer wird gebeten, sich einmalig in die ausliegende Teilnehmerliste des Bundesministeriums für Familie,.
Senioren, Frauen und Jugend einzutragen.
Hinweis
Während des gesamten Kongresszeitraumes werden Journalisten und Fotografen erwartet. Es besteht die Möglichkeit, dass
Film- und Fotoaufnahmen der Anwesenden gemacht werden.
Haftung
Für Verluste, Unfälle oder Schäden, gleich welchen Ursprungs, an Personen und Sachen haften weder der Veranstalter noch die
Kongress- und Kulturmanagement GmbH. Teilnehmer und Begleitpersonen nehmen auf eigene Verantwortung an der Tagung
und allen begleitenden Veranstaltungen teil.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Allgemeine Informationen
Informationen zur Hotelbuchung / Presse
Teilnahmegebühren
Hotelbuchung & Anreise
Frühbucher bis 5.9.2014
Mitglieder1 Dauerkarte
Tageskarte 23. Oktober 2014
Tageskarte 24. Oktober 2014
Tageskarte 25. Oktober 2014
Nichtmitglieder Dauerkarte
Tageskarte 23. Oktober 2014
Tageskarte 24. Oktober 2014
Tageskarte 25. Oktober 2014
Studenten2, Auszubildende 2
Dauerkarte
Menschen mit Demenz
80,00 €
120,00 €
45,00 €
45,00 €
Anmeldungen ab 6.9.2014 und
vor Ort
120,00 €
55,00 €
55,00 €
30,00 €
150,00 €
75,00 €
75,00 €
35,00 €
55,00 €
55,00 €
Mitglieder sind persönliche Mitglieder der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sowie Mitglieder der regionalen Alzheimer-Gesellschaften. Für juristische Personen gilt diese Ermäßigung nicht.
Bitte legen Sie dem Anmeldeformular eine entsprechende Bescheinigung bei oder reichen den Nachweis bei der Kongress- und Kulturmanagement GmbH per Fax unter +49 (0)3643–24 68-31 oder
per E-Mail an juliane.schorcht@kukm.de ein.
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2
Die Teilnahmegebühr enthält die Teilnahme am Kongressprogramm, am Begrüßungsabend sowie Verpflegung und Kongressunterlagen. Der Veranstalter gewährt keine Sitzplatzgarantie in den einzelnen Vortragsräumen.
Teilnahmebedingungen
Die Gebühren für die Kongressteilnahme werden im Namen und auf Rechnung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
erhoben. Die Gebühren sind umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 22a UStG. Die Umsatzsteuer-ID Nr. der Deutschen Alzheimer.
Gesellschaft e.V. lautet DE 207539852.
Anmeldungen vor Ort sind ab dem 23.10.2014 möglich. Teilnehmer, die sich bis zum 8.10.2014 angemeldet haben, bekommen die Teilnehmerunterlagen vorab postalisch zugesendet. Bei Anmeldungen ab dem 9.10.2014 werden die Teilnehmerunterlagen vor Ort an der Teilnehmerregistrierung ausgegeben. Ermäßigte Preise können nur in Anspruch genommen werden,
wenn ein entsprechender Nachweis bei der Kongress- und Kulturmanagement GmbH vorliegt.
Stornierung der Anmeldung
Änderungen und Stornierungen bedürfen der Schriftform. Im Falle der Stornierung einer Leistung bei der Kongress- und.
Kulturmanagement GmbH werden bis zum 25.9.2014 50 % der Teilnahmegebühr erstattet, danach kann leider keine Rückerstattung mehr erfolgen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, einen Ersatzteilnehmer zu benennen. Die Kosten für diese und
andere Umbuchungen wie Rücklastschriften betragen 15,00 €, werden im Namen und auf Rechnung der Kongress- und.
Kulturmanagement GmbH (KUKM) erhoben und beinhalten 19 % MwSt. Die Steuernummer von KUKM lautet 162/112/00484.
Haftung
Der Teilnehmer erkennt mit dieser Anmeldung den Vorbehalt an, dass er/sie dem Veranstalter gegenüber keine Schadenersatzansprüche stellen kann, wenn die Durchführung des Kongresses durch unvorhergesehene politische, wirtschaftliche oder
natürliche Gewalt erschwert oder verhindert wird sowie wenn Programmänderungen wegen Absage von Referenten usw.
erfolgen müssen. Für Verluste, Unfälle oder Schäden, gleich welchen Ursprungs, an Personen und Sachen haften weder der
Veranstalter noch die Kongress- und Kulturmanagement GmbH. Teilnehmer und Begleitpersonen nehmen auf eigene Verantwortung an der Tagung und allen begleitenden Veranstaltungen teil.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Bezüglich der Hotelreservierung arbeiten wir mit einem externen Partner zusammen, über den wir Kontingente in Gütersloher
Hotels für Sie reserviert haben. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, entspannt und kostengünstig mit der Deutschen Bahn
anzureisen. Mit dem speziellen Angebot können Sie Ihre Hotel- und Bahnreservierung bequem über die Wedgewood Germany
GmbH vornehmen.
Bei Fragen, Wünschen und Anregungen zur Hotelbuchung und den Reisepaketen wenden Sie sich bitte direkt an:
Ansprechpartner: Cindy Huyer
Wedgewood Germany GmbH
Willhelm-Theodor-Römheld-Straße 14 | 55130 Mainz
Telefon: +49 6131 270 66 69
Fax: +49 6131 270 66 19
E-Mail: events@wedgewood.de
Presse
Pressebüro
Raum:
Raum 316
Ansprechpartner: Hans-Jürgen Freter
Susanna Saxl
.
Astrid Lärm.
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Friedrichstraße 236 | 10969 Berlin
Öffnungszeiten:
Donnerstag, 23. Oktober 2014 Freitag, 24. Oktober 2014
Samstag, 25. Oktober 2014 Pressekonferenz
Datum:
Uhrzeit:
Raum:
Moderation:
08:30 bis 17:30 Uhr
08:30 bis 17:30 Uhr
08:30 bis 12:30 Uhr
23.10.2014
12:30 – 13:30 Uhr
Raum 214 „VIP-Raum“
Sabine Jansen
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Anmeldelisten werden ausgelegt am Infostand der
Alzheimer Gesellschaft Kreis Gütersloh e.V.
Freitag, 24. Oktober 2014
Flashmob „Generationen bewegen“
13.15 Uhr Berliner Platz in Gütersloh
Die bundesweite Initiative„Wir tanzen wieder!“ (Köln), Stefan
Kleinstück (Alexianer Köln) und die Alzheimer Gesellschaft
Kreis Gütersloh laden gemeinsam zu dieser Veranstaltung
ein. Eine Gruppe beginnt mit Bewegungen zu Musik, andere
schließen sich an, bis der ganze Platz „in Bewegung“ gerät. Es
soll deutlich gemacht werden, dass eingefahrenes Verhalten
und das Bewegungsverhalten auch im Alter noch nachhaltig
verändert werden können.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Samstag, 25. Oktober 2014
Stadtführung für Menschen mit Demenz
14:30 Uhr Treffpunkt am Alten Kirchplatz
Diese bereits mehrfach im Stadtgebiet und Umfeld von Gütersloh durchgeführte Führung richtet sich ursprünglich an Angehörige und Menschen mit Demenz. Im geführten Rundgang mit dem bekannten Stadtführer Settertobulte werden
Erinnerungen gepflegt und Kontakte geknüpft. Diesmal jedoch exklusiv für Besucher des Kongresses in Gütersloh.
Die Führung wird von Mitgliedern der Alzheimer Gesellschaft
Kreis Gütersloh begleitet.
Selbsthilfe Demenz
Medizinisches Forum
Kaffeepause
Versorgung und Betreuung
im Kreis Gütersloh
14:00 – 15:30
15:30 – 16:00
16:00 – 17:30
Demenz in der ambulanten
Versorgung
Konferenzraum 1
Nicht-medikamentöse
Therapien
Konferenzraum 4
Demenz-Netzwerke
Konferenzraum 5
Kaffeepause
Politik für Menschen mit
Menschen mit Demenz in
Demenz
der Gesellschaft I
Mittagspause und Posterbegehung
Menschen mit Demenz im
Menschen mit Demenz in
Krankenhaus I
der Gesellschaft II
Kaffeepause
Menschen mit Demenz im
Workshop „Wir tanzen
Krankenhaus II
wieder“
10:30 – 11:00
11:00 – 12:30
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Verleihung der Forschungsförderung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
11:00 – 12:30
Schlusswort
Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
Theater „Portrait einer alzheimerkranken Frau“, Theatergruppe Heinsberg
Kaffeepause
10:30 – 11:00
Ehrung von Ehrenamtlichen
Vortrag Mit Demenz leben, Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales a. D.
Samstag, 25. Oktober 2014, Großer Saal
Rechtliche und finanzielle
Aspekte
Technik und Gestaltung
Kommunikation bei
Demenz
Sport, Bewegung, Teilhabe Spezielle Probleme in der
und Demenz – Symposium medizinischen Praxis
in Kooperation mit Demenz
Support
Frontotemporale Demenz
09:00 – 10:30
Freitag, 24. Oktober 2014
Wohnen im Heim II
Demenz in der letzten
Lebensphase
Begleitung von
Angehörigen
Angehörige unterstützen
Demenz im Spielfilm
Wohnen im Heim I
Wo und wie wohnen?
Demenzfreundliche
Gemeinden
Symposium gemeinsam mit
Demenz und geistige
Demenz und Migration
Unterstützung von MenDEVAP „Demenzfreundliche
Behinderung
schen mit beginnender
ambulante Dienste“
Demenz
Willkommensabend in der Ausstellung Preisverleihung gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) e.V.
Kleiner Saal
Großer Saal
09:00 – 10:30
im Stadtmuseum Gütersloh, Kökerstraße
15:30 – 16:00
16:00 – 17:30
Termine und Orte werden vor Ort mitgeteilt
19 Uhr Tilman Jens liest aus seinem Buch .
„Demenz – Abschied von meinem Vater“
12:30 – 14:00
14:00 – 15:30
Exkursionen in naheliegende Einrichtungen
Kinotage Demenz im bambi Filmkunstkino Gütersloh,
Bogenstraße, Gütersloh
ab 18:00
Lesung im Stadtmuseum
12:15 – 14:00
Donnerstag, 23. Oktober 2014
Diskussionsmöglichkeiten und Informationsstand der
Alzheimer Gesellschaft Kreis Gütersloh
10:30 – 11:00
11:00 – 12:15
20:00 Uhr „Vergiss mein nicht“.
Ein Film von David Sieveking (2012)
Diskussionsmöglichkeiten und Informationsstand der
Alzheimer Gesellschaft Gütersloh
20:00 Uhr „Und wenn wir alle zusammenziehen“.
Ein Film von Stéphane Robelin (2011)
09:40 – 10:30
Kinotage Demenz im bambi Filmkunstkino Gütersloh,
Bogenstraße, Gütersloh
Eröffnung & Grußworte
Bärbel Schönhof, 2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
Dr. Matthias von Schwanenflügel, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Maria Unger, Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh
Dr. Christine Disselkamp, 1. stellv. Landrätin des Kreises Gütersloh
Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen
Vorträge Alois Alzheimer und die aktuelle Forschung, Prof. Dr. Alexander Kurz
Menschen mit Demenz im Gespräch, Moderation: Dr. Harriet Heier (Minden)
Kaffeepause
Vorträge Mein Vater, das Krankenhaus und ich, Bericht einer Angehörigen
Musizieren als Neurostimulans: Mit Musik der Demenz vorbeugen?, Prof. Dr. Eckart Altenmüller
25 Jahre Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Heike von Lützau-Hohlbein
Mittagspause
Mittwoch 22. Oktober 2014
09:00 – 09:40
Rahmenprogramm
organisiert von der Alzheimer
Gesellschaft Kreis Gütersloh e.V.
Donnerstag, 23. Oktober 2014, Großer Saal
Rahmenprogramm
Programmübersicht
Alzheimer Gesellschaft
Kreis Gütersloh e.v.
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Programm | Donnerstag, 23. Oktober 2014
Donnerstag, 23. Oktober 2014
09:00 – 09:40 Eröffnung, Grußworte
Großer Saal
Moderation: Bärbel Schönhof (Bochum)
Bärbel Schönhof
2. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
Dr. Matthias von Schwanenflügel
Abteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend
Maria Unger
Bürgermeisterin der Stadt Gütersloh
Dr. Christine Disselkamp
1. stellv. Landrätin des Kreises Gütersloh
Barbara Steffens
Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes
Nordrhein-Westfalen
09:40 – 10:30 Vorträge
Großer Saal
Moderation: Dr. Harriet Heier (Minden)
Alois Alzheimer und die aktuelle Forschung
Prof. Dr. Alexander Kurz (München)
Menschen mit Demenz im Gespräch
10:30 – 11:00 Kaffeepause
11:00 – 12:15 Vorträge
Großer Saal
Mein Vater, das Krankenhaus und ich
Bericht einer Angehörigen
Musizieren als Neurostimulans: Mit Musik der Demenz vorbeugen?
Prof. Dr. Eckart Altenmüller (Hannover)
25 Jahre Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Heike von Lützau-Hohlbein (Berlin)
12:15 – 14:00 Mittagspause
14:00 – 15:30 Medizinisches Forum
Großer Saal
Moderation: Dr. Gerhard Nübel (Gütersloh)
14:00 Diagnostik von Demenzen
Prof. Dr. Hans Georg Nehen (Essen)
14:30 Therapie der Demenzen
Dr. Wilhelm Stuhlmann (Erkrath)
15:00 „Beipackzettel Demenzdiagnose“ – eine Handreichung für Hausund Fachärzte: Von der Brisanz einer Demenzdiagnose und deren
Übermittlung
Sylvia Kern (Stuttgart)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Donnerstag, 23. Oktober 2014
14:00 – 15:30 Selbsthilfe Demenz
Kleiner Saal
Moderation: Stefan Kleinstück (Köln)
14:00 Selbsthilfe im Kontext Demenz – Was ist zu tun? Was muss sich ändern?
Gerlinde Strunk-Richter (Köln), Jutta Meder (Bochum)
14:30 Mehr Teilhabe für Menschen mit Demenz ermöglichen
Helga Schneider-Schelte (Berlin)
15:00 TrotzDemenz© Ein Seminar für Menschen im frühen Stadium einer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen
Christine Zarzitzky (München)
14:00 – 15:30 Demenz in der ambulanten Versorgung
Konferenzraum 1
Moderation: Hans-Dieter Mückschel (Nürnberg)
14:00 Mobile Demenzberatung – Hilfe vor Ort für Ratsuchende und
Angehörige. Ein Praxisbeispiel aus dem Rhein-Erft-Kreis
Sarah Hampel (Dortmund), Verena Reuter (Dortmund),
Angelika Vosen (Bergheim)
14:30 Mit Herz für Demenzkranke da sein - das Potenzial ehrenamtlicher
Unterstützung in der ambulanten Versorgung am Beispiel des Projektes „Paten für Demenz“
Dorothea Petrich (Jena)
15:00 Wie nehmen Angehörige niedrigschwellige Betreuungsangebote
wahr? Studie über Inanspruchnahme und Effekte des ambulanten
Leistungsangebotes
Birgit Wolff, Sven Brandes (Hannover)
14:00 – 15:30 Nicht-medikamentöse Therapien
Konferenzraum 4
Moderation: Swen Staack (Norderstedt)
14:00 Häusliche Ergotherapie bei Demenz - Interventionsprogramm (HED-I)
Wiebke Flotho (Hannover)
14:30 An der Vergangenheit festhalten, mit den Händen „Be-Greifen“
Nadja Busch (Bremen)
15:00 Künstlerisch-neurologische Musiktherapie - Aktives instrumentales
Musizieren mit Demenzpatienten
Julia Alexa Kraft (Berlin)
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Programm | Donnerstag, 23. Oktober 2014
14:00 – 15:00 Demenz-Netzwerke
Konferenzraum 5
Moderation: Hartwig von Kutzschenbach (Nürtingen)
14:00 Regionale Demenznetzwerke in Deutschland - Wer sind Nutzer/innen
und was sind Versorgungsoutcomes? Erste Ergebnisse der DemNetD-Studie
Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (Bremen), Johannes Gräske (Bremen),
Saskia Meyer (Bremen), Bernhard Holle (Witten), Rene Thyrian (Rostock/
Greifswald), Susanne Schäfer-Walkmann (Stuttgart)
14:22 Sensibilisierung und Netzwerkbildung – Die Rolle der Demenzbeauftragten der Ärztekammer Westfalen-Lippe
Stefanie Oberfeld (Münster)
14:44 Demenz – jeder kann etwas tun. Regionale Netzwerke aufbauen,
moderieren und stärken
Christiane Dumke (Dresden)
15:06 Eine Angehörigengruppe lädt ein und die Stadt tanzt mit. Netzwerkarbeit der Alzheimer Gesellschaft ganz praktisch mit Doodle
Tanja Berz (Rüsselsheim)
15:30 – 16:00 Kaffeepause
16:00 – 17:30 Versorgung und Betreuung im Kreis Gütersloh
Großer Saal
Moderation: Dr. Bernd Meißnest (Gütersloh)
16:00 Die Entwicklung der ambulanten Versorgungslandschaft für an
Demenz erkrankte Menschen im Kreis
Gütersloh
Dr. Bernd Meißnest (Gütersloh)
16:22 Altenhilfeplanung – eine lohnende Aufgabe der Kommunen
Monika Nopto (Gütersloh)
16:44 Ambulant vor stationär; und es geht doch! Ambulante Hausgemeinschaften als Alternative zur stationären Altenhilfe
Burkhard Kankowski (Gütersloh)
17:06 Demenzerkrankte Menschen im Allgemeinkrankenhaus begleiten –
eine Aufgabe nicht nur für den Demenzcoach
Katja Plock (Gütersloh)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Donnerstag, 23. Oktober 2014
16:00 – 17:30 Unterstützung von Menschen mit beginnender Demenz
Kleiner Saal
Moderation: Sylvia Kern (Stuttgart)
16:00 Nach der Diagnose I: Praktische Handlungsfelder zur Unterstützung
von Menschen mit beginnender Demenz in der Kommune
Ute Hauser (Stuttgart), Frank Kruse (Ludwigsburg)
16:30 Nach der Diagnose II: Menschen mit Demenz ernst nehmen – neues
Beratungskonzept für Betroffene
Frank Kruse (Ludwigsburg), Ute Hauser (Stuttgart)
17:00 Begleitung von Anfang an – Unterstützung für Alleinlebende mit beginnender Demenz
Eva Helms (Dresden)
16:00 – 17:30 Symposium gemeinsam mit dem DEVAP
Konferenzraum 1
Demenzfreundliche ambulante Dienste
Moderation: Ralf Labinsky (Norderstedt)
16:00 Hilfen aus einer Hand – mit ROMEO und JULIA –
dem Ehrenamt sei es gedankt!
Ute Hopperdietzel, Margit Mühl (Rehau)
16:30 Bewegung und mehr für Menschen mit Demenz
Grit Ohler, Stephanie Johnke (Recklinghausen)
17:00 Vom Sozialraum Rietberg/Mastholte zum Netzwerk Pflege LebensNah
mit Schwerpunkt Demenz
Brigitte Voß, Norbert Schmelter (Rendsburg)
16:00 – 17:30 Demenz und geistige Behinderung
Konferenzraum 4
Moderation: Andrea Ackermann (Berlin)
16:00 Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz – Bericht eines
Angehörigen
Michael Busse-Bekemeier (Bielefeld)
16:30 Demenz UND geistige Behinderung – Blick auf ein Praxisprojekt der
Behindertenhilfe mit der Altenhilfe
Julia Middelhauve (Gelsenkirchen)
17:00 Geistig behindert, alt und dann noch dement – Was tun? Personenzentrierte Beobachtung und Expertengespräche im Team helfen weiter.
Gisela Gehrmann (Potsdam)
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Programm | Donnerstag, 23. Oktober 2014
16:00 – 17:30 Demenz und Migration
Konferenzraum 5
Moderation: Hinnerk Einhorn (Königs Wusterhausen)
16:00 Beratung von Angehörigen mit Migrationshintergrund
Mathilde Schmitz (Rüsselsheim)
16:30 Das Projekt NASCH DOM: Ein partizipativer Ansatz zur Verbesserung
der Versorgung russischsprachiger Demenzkranker
Dr. Claudia Kaiser (Bonn), Ekaterina Suslina (Köln)
17:00 „EduKationTÜRKISCH“ – ein Interventionsprogramm für Angehörige
von Menschen mit Demenz
Semra Altinisik (München)
ab 18:00 Willkommensabend
in der Ausstellung
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
Freitag, 24. Oktober 2014
09:00 – 10:30 Frontotemporale Demenz
Großer Saal
Moderation: Dr. Tilman Fey (Münster)
09:00 Frontotemporale Demenzen – Überblick über die Einteilung und
Erkrankungsformen Dr. Gerthild Stiens (Bonn)
09:30 Sehnsucht nach dem ganz normalen Leben
Jutta Kindereit (Wieda)
10:00 Frontotemporale Demenz – die ganz andere Demenz, mit Filmbeispielen
Bodo Beuchel, Dirk Bahnen (Köln)
09:00 – 10:30 Sport, Bewegung, Teilhabe und Demenz –
Symposium in Kooperation mit DemenzSupport Kleiner Saal
Moderation: Peter Wißmann (Stuttgart)
09:00 Sport und Bewegung: Wie Teilhabe von Menschen mit Demenz funktionieren kann
Peter Wißmann (Stuttgart), Hartmut Schilling (Stuttgart/Minden)
09:22 Sport und Bewegung: Wie sich Sportvereine auf das Thema Demenz
einstellen
Olaf Wittkamp (Minden)
09:44 „Dass der/die das noch (so gut) kann!“ Wie Angehörige von Sport,
Bewegung und Demenz profitieren können
Monika Sander (Minden)
10:06 Hinaus in Wald und Wiesen! Bürgerschaftlich engagierte Wanderbegleiter ermöglichen Teilhabe von Menschen mit Demenz
Klaus Stumm, Peter Wißmann (Stuttgart)
09:00 – 10:30 Spezielle Probleme in der medizinischen Praxis Konferenzraum 1
Moderation: Nina Lauterbach-Dannenberg (Düsseldorf)
09:00 Beginnende Demenz und Fahreignung
Dr. Dirk K. Wolter (Haderslev)
09:30 Konzept zur Behandlung von Menschen mit Demenz in der Zahnarztpraxis und in der aufsuchenden Betreuung
Claudia B. Ramm, Maren Kropf- Nimtz (Kiel)
10:00 Diabetes-Versorgung bei Demenz: Evaluation anhand von Krankenkassendaten
Michaela Schunk, Larissa Schwarzkopf, Rolf Holle (Neuherberg)
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
09:00 – 10:30 Angehörige unterstützen
Konferenzraum 4
Moderation: Christel Schulz (Bochum)
09:00 Subjektive Belastung und Benefits pflegender Angehöriger eines
Menschen mit Demenz - erste Ergebnisse einer bundesweiten
Befragung
Prof. Dr. Elmar Gräßel, Uta Graf (Erlangen)
09:30 „Ohne psychosoziale Beratung geht es nicht!“
Grundzüge psychosozialer Angehörigenberatung in der Praxis
Wilma Dirksen (Münster)
10:00 DemenzDolmetscher – Angehörigenwissen nutzen
Lina Sommer (Hamburg)
09:00 – 10:30 Demenzfreundliche Gemeinden Konferenzraum 5
Moderation: Verena Rothe (Gießen)
09:00 Initiative „Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken“ – zur Förderung der Integration und Inklusion von Menschen mit Demenz in die
Gesellschaft
Elfi Ziebell (Nürnberg)
09:22 „Dabei und mittendrin“ – Gaben und Aufgaben demenzsensibler
Kirchengemeinden
Antje Koehler (Köln)
09:44 GemeindeLeben mit Demenz – eine Initiative der Kirchenkreise
Hamburg-Ost und Hamburg-West/Südholstein Antje Stoffregen, Ingrid Kandt (Hamburg)
10:06 Aktion POLIDEM oder die Polizei, dein Freund und Helfer selbst bei
Demenz
Sabine Henry-Gössing (Liège)
10:30 – 11:00 Kaffeepause
11:00 – 12:30 Politik für Menschen mit Demenz
Großer Saal
Moderation: Sabine Jansen (Berlin)
11:00 Allianz für Menschen mit Demenz: Von der Agenda zur Umsetzung
Petra Weritz-Hanf (Bonn)
11:30 Lokale Allianz für Menschen mit Demenz – wieviel ehrenamtliche Unterstützung und Hilfe ist notwendig und möglich?
Gudrun Gille (Hemer)
12:00 Demenz in der Europäischen Politik
Heike von Lützau-Hohlbein (Berlin)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
11:00 – 12:30 Menschen mit Demenz in der Gesellschaft I Kleiner Saal
Moderation: Uschi Wihr (Trier)
11:00 Das Projekt FrühLInk für Menschen mit Demenz in der frühen Lebensphase. Potenziale der Inklusion und quartiersnahen Unterstützung
durch Selbsthilfe.
Dr. H. Elisabeth Philipp-Metzen, Dr. Tilman Fey, Prof. Dr. Bernd Fischer
(Münster)
11:30 ALZHEIMERMOZARTLIEBERMANN – Kulturelle Teilhabe für Menschen
mit Demenz.
Jochen Schmauck-Langer (Köln)
12:00 Vergiss die Lieder nicht – Chor für Menschen mit und ohne Demenz
Ursula Blaschke (Bielefeld)
11:00 – 12:30 Kommunikation bei Demenz Konferenzraum 1
Moderation: Eva Helms (Dresden)
11:00 „Bei uns geht‘s bunt zu, nich?“ Kommunikation in Demenz-WGs
Dr. Svenja Sachweh (Bochum)
11:30 Sehen und Gesehen-Werden – Strategien gegen das Trauma
Ursula Becker (Alfter)
12:00 Gewalt & Aggressionen
Nicole Osterholz (Hamburg)
11:00 – 12:30 Begleitung von Angehörigen
Konferenzraum 4
Moderation: Christa Matter (Berlin)
11:00 Die Begleitung der Angehörigen von Menschen mit Demenz unter
Beachtung der transgenerationalen Traumatisierung
Sabine Tschainer (München)
11:22 Neues Gruppenangebot für ehemalige Angehörige
Johanna Koßmann (Lünen), Mirko Pelzer (Dortmund)
11:44 Kommunikationsbarrieren abbauen mit Lebensbildern
Bianca Bork (Henstedt-Ulzburg)
12:06 „Ich komme nur zu zweit.“ Stationäre psychosomatische Rehabilitationsbehandlung von pflegenden Angehörigen Demenzkranker unter
Mitaufnahme der Erkrankten
Synan Al-Hashimy (Ratzeburg)
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
11:00 – 12:30 Wo und wie wohnen? Konferenzraum 5
Moderation: Heidemarie Hawel (Erfurt)
11:00 Inklusion und Demenz – Orte nur für Menschen mit einer Demenz?
Michael Busse-Bekemeier (Bielefeld)
11:30 Planen und Gestalten für Menschen mit Demenz
Gudrun Kaiser (Aachen)
12:00 Kommunale Gestaltungsmöglichkeiten bedürfnisorientierter
Pflegestrukturen – Ergebnisse einer bundesweiten qualitativen
Untersuchung
Michael Plazek, Moritz Schnitger (Potsdam)
12:30 – 14:00 Mittagspause und Posterbegehung
14:00 – 15:30 Menschen mit Demenz im Krankenhaus I Großer Saal
Moderation: Hartmut Emme von der Ahe (Minden)
14:00 Demenz im Akutkrankenhaus in Bayern – Herausforderndes Verhalten
im Fokus
Winfried Teschauer (Ingolstadt)
14:30 Der akut internistische Patient mit der Nebendiagnose Demenz im
Krankenhaus
Eckehard Schlauß (Berlin)
15:00 SET basierte psychosoziale Behandlung in der akuten Gerontopsychiatrie
Dr. Barbara Romero, Eckehard Schlauß (Berlin)
14:00 – 15:30 Menschen mit Demenz in der Gesellschaft II Kleiner Saal
Moderation: Ute Hauser (Stuttgart)
14:00 Multimedia Storytelling mit Menschen mit beginnender Demenz
Andrea Ackermann (Berlin)
14:22 Modellprojekt „Sport für Menschen mit Demenz“ – Entwicklung von
Sportangeboten in und mit Sportvereinen in NRW
Georg Schick (Duisburg), Veronique Wolter (Dortmund)
14:44 Wir haben Spaß – Freude an Bewegung und Rhythmik
Brunhilde Peil (Gütersloh)
15:06 Blickrichtungswechsel Lernen mit und von Menschen mit Demenz
Brigitta Schröder (Essen)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
14:00 – 15:30 Technik und Gestaltung
Konferenzraum 1
Moderation: Swen Staack (Norderstedt)
14:00 Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein „Erste Musterwohnung nicht nur für Menschen mit Demenz“
Antje Holst (Norderstedt)
14:30 eHealthMonitor: ein webbasiertes Unterstützungssystem zur zielorientierten Hilfe für pflegende Angehörige von Demenzpatienten
Sandra Schaller, Velislava Marinova-Schmidt, Jasmin Gobin,
Veronika Stein, Martina Schmidhuber, Wladimir Lesyuk, Sabine Engel,
Andreas Frewer, Elmar Gräßel, Peter Kolominsky-Rabas (Erlangen)
15:00 PIA – Technischer Assistent im Alltag: Ergebnisse der Fokusgruppen
Anna Zirk, Dr. Eva Schulze (Berlin)
14:00 – 15:30 Demenz in der letzten Lebensphase
Konferenzraum 4
Moderation: Helga Schneider-Schelte (Berlin)
14:00 Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase
Nadine Gruschinski (Braunschweig)
14:45 Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz in der stationären
Altenhilfe
Holger Schmidt , Yvonne Eisenmann, Klaus Maria Perrar, Raymond Voltz
(Köln)
14:00 – 15:30 Wohnen im Heim I Konferenzraum 5
Moderation: Michael Busse-Bekemeier (Bielefeld)
14:00 Positive Alltagssituationen gestalten, Sinnerfahrung fördern –
Die Implementierung des DEMIAN-Konzepts in einer stationären
Pflegeeinrichtung
Dörte Poppe (Rotenburg/Wümme), Dr. Marion Bär (Heidelberg)
14:22 Projekt „Mitarbeiter als Bewohner – Lebenswelten dementiell
veränderter Menschen besser verstehen“
Annika Kron (Köln)
14:44 „EduKationPFLEGEHEIM“ – Studie zur Qualitätsverbesserung im Heim
durch Fortbildung und Integration der Angehörigen
Prof. Dr. Sabine Engel (Erlangen)
15:06 Das Qualitätssiegel Demenz zur Pflege und Betreuung von Menschen
mit Demenz
Hans-Dieter Mückschel (Nürnberg)
15:30 – 16:00 Kaffeepause
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Programm | Freitag, 24. Oktober 2014
16:00 – 17:30 Menschen mit Demenz im Krankenhaus II Großer Saal
Moderation: Winfried Teschauer (Ingolstadt)
16:00 Interdisziplinäre Behandlung an Demenz erkrankter Menschen im
Zentrum für Altersmedizin am LWL Klinikum Gütersloh
Dr. Bernd Meißnest (Gütersloh)
16:30 Ein Konzept zur demenzgerechten Versorgung im Krankenhaus
Anja Siegle, Karin Schmidt, Annette Riedel, Reinhold Wolke (Esslingen)
17:00 Demenzsensible Gestaltung von Akutkrankenhäusern
Kathrin Büter, Tom Motzek, Gesine Marquardt (Dresden)
16:00 – 17:30 Workshop „Wir tanzen wieder“ Kleiner Saal
„Wir tanzen wieder!“ – The move goes on!
Stefan Kleinstück, Hans-Georg Stallnig (Köln)
16:00 – 17:30 Rechtliche und finanzielle Aspekte Konferenzraum 1
Moderation: Dr. Klaus Perrar (Köln)
16:00 Pflegeversicherung – vor der Reform ist nach der Reform
Sabine Jansen (Berlin)
16:30 Mit Demenz durch den Paragraphendschungel
Bärbel Schönhof (Bochum)
17:00 Entwicklung eines Schulungsprogramms für Betreuer:
Gesundheitssorge bei Menschen mit Demenz
Tanja Richter, Julia Lühnen (Hamburg)
16:00 – 17:30 Wohnen im Heim II
Konferenzraum 4
Moderation: Monika Kaus (Wiesbaden)
16:00 Keine Zeit Mensch(lich) zu sein
Grit Petzold (Osdorf)
16:30 Ressourcen nutzen bei schwerster Demenz. Sinnesfreuden wecken
Eva Hartmann (Neustadt)
17:00 „Und immer hört ich’s rauschen, du fändest Ruhe dort“ –
Das auditive Milieu in Altenheimen
Katharina Nowack (Münster)
16:00 – 17:30 Demenz im Spielfilm Konferenzraum 5
Moderation: Hans-Jürgen Freter (Berlin)
Zwischen Autonomie und Fürsorge. Die Darstellung der Kommunikation mit Demenzkranken im Spielfilm. Eine medizinethische Analyse
Lisa Frebel (Göttingen)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Programm | Samstag, 25. Oktober 2014
Samstag, 25. Oktober 2014
09:00 – 10:30 Vortrag
Großer Saal
Mit Demenz leben
Franz Müntefering, Bundesminister für Arbeit und Soziales a. D.
Ehrung von Ehrenamtlichen
10:30 – 11:00 Kaffeepause
11:00 – 12:30 Abschlussveranstaltung Verleihung der Forschungsförderung der
Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.
Großer Saal
Theater
„Portrait einer alzheimerkranken Frau“
Heinrichs-Gruppe in Kooperation mit der
Alzheimer Gesellschaft Kreis Heinsberg e.V.
Koordination: Birgit Kerski, Björn Cranen
Schlusswort
Heike von Lützau-Hohlbein,
1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Posterausstellung
Posterausstellung
Die Posterausstellung findet im Obergeschoss Sektbar Foyer während des gesamten Kongresses statt. Material für das Anbringen der Poster wird in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Bitte hängen Sie Ihr Poster am Donnerstag, 23. Oktober
bis 11:00 Uhr auf und nehmen Sie es spätestens Samstag, 25. Oktober bis 11:00 Uhr wieder ab. Nicht abgenommene Poster
können nicht aufgehoben, erhalten oder nachgeschickt werden. Für jedes Poster ist eine eigene Posterwand vorgesehen, die
an der oberen linken Ecke die Posternummer trägt.
P01 Herausforderungen meistern – auf dem Weg zum alters- und demenzsensiblen Krankenhaus
Attanasio, Annette; Bühler, Simone; Bakker, Christina (Stuttgart)
P02 DeREACH: Deutsche Adaptation der “Resources for Enhancing Alzheimer´s Cargiver Health II” – eine randomisiert
kontrollierte Studie
Berwig, Martin; Gertz, Hermann-Josef (Leipzig)
P03 Validierung der deutschen Version der Revised Memory and Behavior Problems Checklist
Berwig, Martin; Heinrich, Stephanie; Hallensleben, Nina; Spahlholz, Jenny; Gertz, Hermann-Josef (Leipzig)
P04 Ehrenamtlich Engagierte in der Betreuung von Menschen mit Demenz wirkungsvoll begleiten
Bolz, Cordula (Hemmingen)
P05 Innovation in der Beschäftigung mit Menschen mit Demenz
Colak, Cem (Passau)
P06 Förderung der Inanspruchnahme niederschwelliger Betreuung – Qualitätskriterium: zugehende Hausbesuche und
Inside-Experten
Dumke, Christiane (Dresden)
P07 Verbesserte Früherkennung von Demenzen bei stationären geriatrischen Patienten durch ein multimodales
Diagnoseunterstützungssystem
Estrella, Melanie; Mäurer, Anja; Roberts, Anna; Buchert, Ralph; Steinhagen-Thiessen, Elisabeth (Berlin)
P08 Konditionierung und Stabilisierung pflegender Angehöriger
Frank, Andreas (Winterberg)
P09 Gesundheitliche Situation pflegender Angehöriger eines Menschen mit Demenz – erste Ergebnisse einer
bundesweiten Befragung
Graf, Uta; Gräßel, Elmar (Erlangen)
P10 Angebote für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz – nicht nur „Entlastung“ ist gefragt!
Haas, Birgit; Schönemann-Gieck, Petra (Wiesbaden)
P11 Verändern im Bestand – vom Wohnbereich zur Wohngruppe„Alte Zöpfe unter neuen Hüten“
Kalkhoff, Sabine (Hamburg)
P12 Projekt GIA: Kompetenzzentren für gehörlose Menschen im Alter, insbesondere Menschen mit Demenz
Kaul, Thomas; Gelhardt, Anne; Menzel, Frank (Köln)
P13 DYADEM Brandenburg – Studie zur Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Partnern im ländlichen
Versorgungsgebiet
Krause-Köhler, Kerstin (Potsdam); Nordheim, Johanna (Berlin)
P14 Lüneburger Stolpersteine – der lange Weg der Wohngemeinschaft Schildsteinweg
Löding-Blöhs, Kerstin; Benecke, Kathrin (Lüneburg)
Posterausstellung
Text
P16 Mangelernährung bei Menschen mit Demenz in der eigenen Häuslichkeit
Meyer, Saskia (Bremen); Gräske, Johannes (Bremen); Thyrian, Jochen René (Greifswald); Wolf-Ostermann, Karin (Bremen)
P17 Demenzfreundliche Architektur in der stationären Pflege: Der Einfluss Grundlegender Architekturmerkmale
Motzek, Tom; Marquardt, Gesine (Dresden)
P18 „Was hat Oma?“ – Ein Lernspiel für Kinder zum Thema Demenz
Motzek, Tom; Marquardt, Gesine (Dresden)
P19 „Sing ein Lied…!“ ein innovatives und inklusives Chorprojekt für Menschen mit Demenz und deren Angehörige aus
Nürnberg
Mückschel, Hans-Dieter (Nürnberg)
P20 Grenzen der stationären Versorgung wahrnehmen und ausbauen – für Menschen mit Demenz
Osterholz, Nicole (Hamburg)
P21 Doppelte Stärke für Menschen, die sich für die Rechte von Menschen mit Demenz einsetzen
Osterholz, Nicole (Hamburg)
P22 Informationsbedarf zur Mundgesundheit und zahnärztlicher Versorgung bei Demenz – eine Telefonhotline in
Schleswig-Holstein und deren Umsetzung im Praxisalltag
Ramm, Claudia B. (Kiel)
P23 RHAPSODY – ein Europäisches Kooperationsprojekt zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit früh
beginnender Demenz
Saxl, Susanna (Berlin); Dubois, Bruno (Paris); Gage, Heather (Guildford, UK); Graff, Caroline(Stockholm); Jansen, Sabine (Berlin);
Kurz, Alexander (München); de Mendonça, Alexandre (Lissabon); Schmidt, Michael (Saarbrücken); de Vugt, Marjolein E. (Maastricht)
P24 DemenzNetz Städteregion Aachen: Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation
Schirra-Weirich, Liane; Schmitt, Christine; Wiegelmann, Henrik
P25 Postoperatives Delir bei älteren Menschen: Ergebnisse einer empirischen Studie
Schlauß, Eckehard (Berlin)
P26 Ein Pflegerischer Ansatz für Patienten mit Delir im Akutkrankenhaus (Postoperatives Delir bei älteren Menschen)
Schlauß, Eckehard (Berlin)
P27 Qualifizierung ehrenamtlicher Betreuungshelfer/innen heute für morgen auf dem Prüfstand!
Sdun, Brigitte (Essen)
P28 „4 Pfoten für Sie“ – Hunde-Besuchsdienst für Menschen mit Demenz. Ein Konzept macht Schule
Türke, Änne (Köln)
P29 15 Jahre Stationäre Rehabilitation für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen – Erfahrungen aus dem
Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling
Wenz, Michael (Bad Aibling)
P30 Für uns soll’s rote Rosen regnen – Ein Chorprojekt zur Inklusion demenzerkrankter Menschen
Wihr, Uschi; Schwemmlein, Friederike (Trier)
P31 „Wo stehen meine…? Demenz – Das Leben vergessen?“ Eine Hör-CD des Demenzzentrums e.V., Trier
Wihr, Uschi (Trier)
P32 „Farbenfroh in der Ardèche“ – Eine Wanderausstellung
Wihr, Uschi (Trier)
P15 Entwicklung einer Computer-gestützten Selbst-Testung von milder neuro-kognitiver Störung
Loef, Martin; Walach, Harald (Frankfurt/Oder)
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Standplan der begleitenden Ausstellung
Standplander begleitenden Ausstellung
EBENE 1
Konferenzraum 5
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Raum
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Pressebüro
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Saalfoyer
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
29
Aussteller und Sponsoren
Abstractverzeichnis
Aussteller
Ort
aktivierungen.de
Alzheimer Gesellschaft Kreis Gütersloh e. V.
Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg
Röpersbergklinik Ratzeburg GmbH
AW Kur- und Erholungs GmbH
BiograVision
BuchReiz
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
COMPASS Private Pflegeberatung GmbH
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V.
Deutscher Verband der Ergotherapeuten e. V.
ELSEVIER GmbH
Klavierklang GbR
Kreis Gütersloh, BIGS
Landesinitiative Demenz-Service NRW | .
Kuratorium Deutsche Altershilfe
Landesverband der Alzheimergesellschaft NRW e.V.
Lilly Deutschland GmbH
Nutricia GmbH
Tamonda – Senioren & Speziel Bedarf
Weisse Liste, Bertelsmann Stiftung
83626 Valley
33330 Gütersloh
23909 Ratzeburg
A-12
A-02
A-11
44139 Dortmund
79232 Hugstetten
58256 Ennepetal
10117 Berlin
50968 Köln
10969 Berlin
76307 Karlsbad
80335 München
58313 Herdecke
33330 Gütersloh
50677 Köln
B-02
C-02
A-04
A-01
A-06
A-09
B-01
A-10
C-01
C-03
A-03
Sponsoren
Ort
ars Edition GmbH
Friedrich Verlag GmbH
Pfizer Deutschland GmbH
Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
83626 Valley
30926 Seelze
10785 Berlin
70191 Stuttgart
40629 Düsseldorf
61352 Bad Homburg
91052 Erlangen
25785 Nordhastedt
33311 Gütersloh
Stand-Nr.
A-02
A-05
A-07
C-04
A-08
Abstractverzeichnis
Inhalt
A............................................................................................................................................................................................................................... 32
B............................................................................................................................................................................................................................... 34
D............................................................................................................................................................................................................................... 37
E............................................................................................................................................................................................................................... 38
F............................................................................................................................................................................................................................... 39
G............................................................................................................................................................................................................................... 40
H............................................................................................................................................................................................................................... 41
J................................................................................................................................................................................................................................ 44
K............................................................................................................................................................................................................................... 44
M.............................................................................................................................................................................................................................. 49
N............................................................................................................................................................................................................................... 51
O............................................................................................................................................................................................................................... 51
P............................................................................................................................................................................................................................... 52
R............................................................................................................................................................................................................................... 56
S............................................................................................................................................................................................................................... 57
T............................................................................................................................................................................................................................... 65
V............................................................................................................................................................................................................................... 66
W.............................................................................................................................................................................................................................. 67
Z................................................................................................................................................................................................................................ 70
Poster...................................................................................................................................................................................................................... 72
Unser besonderer Dank gilt dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend für die finanzielle Förderung:
30
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
31
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
A
A
„Multimedia Storytelling“ mit Menschen mit beginnender
Demenz
Ackermann, Andrea1
1
Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V., Berlin
Im Workshop „Multimedia Storytelling mit Demenzkranken“
erzählt jeder Teilnehmer eine persönliche Geschichte, die dann
ausgearbeitet und mit Sprache, Geräuschen, Musik, Fotos,
Zeichnungen, Filmaufnahmen, Animationen, etc. am Computer
zu einem kurzen Film montiert wird. So entsteht das individuelle
Dokument einer Geschichte aus dem Leben eines Betroffenen.
Wir haben im Januar 2014 in einer Gruppe für Menschen mit
beginnender Demenz der Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V. einen
solchen Workshop erfolgreich durchgeführt. Am Beispiel dieses
Workshops möchten wir beschreiben, wie es gelingt, auf besondere
Art Kommunikation mit Demenzkranken zu fördern und durch das Angebot zum kreativen Selbstausdruck das Selbstbewusstsein
und das Selbstwertgefühl der Erkrankten zu steigern. Das Ergebnis
ist ein persönliches, künstlerisches Werk, das die Identität stärkt
und konturiert.
Wir werden einige der entstandenen (etwa zweiminütigen)
Kurzfilme zeigen und erklären
– wie Multimedia Storytelling Workshops mit Demenzkranken
umgesetzt werden können,
– wie die Reaktionen der Teilnehmer und ihrer Angehörigen
waren.
„Ich komme nur zu zweit“. Stationäre psychosomatische
Rehabilitationsbehandlung von pflegenden Angehörigen
Demenzkranker unter Mitaufnahme der Erkrankten
Al-Hashimy, Synan
Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg, Ratzeburg
Beschrieben werden die besondere Problematik der
Pflegebeziehung und die im Krankheitsverlauf steigenden
Belastungen für pflegende Angehörige. Um die Pflegenden
seelisch und körperlich wieder zu stabilisieren, hat das
Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg eine besondere stationäre
psychosomatische Rehabilitations- bzw. Präventionsbehandlung
32
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
entwickelt – das RATZEBURGER MODELL. Das Besondere daran
ist die Möglichkeit für Reha-Patienten, ihr demenzkrankes
Familienmitglied mitzunehmen. So bleiben sie im Kontakt und
sind gleichzeitig von der Pflege entlastet.
Vorgestellt wird das multimodale Behandlungskonzept im Rahmen
exemplarischer Fallbeispiele. Aufgeführt werden die Erstellung
eines individuellen Rehabilitationsplans in Übereinstimmung
mit den persönlichen Behandlungszielen der Patienten sowie
die fast regelhaft auftretende Ablösesymptomatik bei den
Patienten, deren demente Familienmitglieder in der Zeit der
Rehabilitationsmaßnahme in unserem Pflegeheim untergebracht
sind. Nicht zuletzt ist die Auswirkung dieser Unterbringung auf die
psychotherapeutische Behandlung zu benennen.
Die Behandlung dieser Patientengruppe bedarf eines
besonderen, personell aufwendigen Behandlungssettings,
um die unterschiedlichen Ziele wie psychische und physische
Stabilisierung, Verbesserung der Bewältigungsstrategien,
Minimierung des Neuerkrankungsrisikos, zu erreichen. Der Patient
wird in die Lage versetzt, eine zunehmende sensible Distanzierung
von seinem dementen Angehörigen zuzulassen und sich mit
therapeutischer Unterstützung dem eigenen Konfliktgeschehen
zu widmen. Dabei müssen auch besondere Versorgungsaspekte
für den demenzkranken Angehörigen mit berücksichtigt werden.
Die therapeutische Bearbeitung der auftretenden Ablöseproblematik ist neben den individuellen Behandlungszielen der
Patienten zentraler Bestandteil der psychotherapeutischen Arbeit.
Musizieren als Neurostimulans: Mit Musik der Demenz
vorbeugen?
Altenmüller, Eckart
Hochschule für Musik, Theater und Medien, Hannover
Es ist bewiesen, dass Üben und Musizieren die Entwicklung
des Gehirns in allen Lebensaltern fördert. Musizieren gilt
dabei als starker Anreiz für plastische Veränderungen des
Zentralnervensystems. Unter dem Begriff der Neuroplastizität
versteht man die funktionelle und strukturelle Anpassung des
Nervensystems an Spezialanforderungen, wie sie das Musizieren
mit sich bringt. Plastische Anpassungen treten dann auf, wenn
relevante und komplexe Reize über einen längeren Zeitraum
meist unter Zeitdruck verarbeitet werden müssen, und wenn der
verarbeitende Organismus – in unserem Fall das musizierende
Individuum – hoch motiviert ist und unter Umständen sogar
Glückshormone ausschüttet. Neuroplastizität kann in allen
Zeitbereichen und Lebensaltern beobachtet werden und begleitet
kurz- und langfristige Lernvorgänge.
Nachdem positive Effekte des Musizierens auf Denkfertigkeiten
nachgewiesen wurden, stellt sich nun die wichtige Frage, ob
Musizieren einer Demenz vorbeugen kann. Diesbezüglich konnte
in einer Langzeitstudie überzeugend nachgewiesen werden,
dass gemeinsames Musizieren sich hinsichtlich der kognitiven
Leistungsfähigkeit von Senioren positiv auswirkt (Verghese et al.
2003). Insgesamt reduzierte Instrumentalspiel das Risiko einer
Demenzerkrankung signifikant. Das Musikmachen ist somit
neben dem Schachspielen und dem Tanzen für das erfolgreiche
kognitive Altern eine außerordentlich förderliche Aktivität.
Hirnphysiologische Hintergründe für diesen Effekt dürften in
neuroplastischen Anpassungen liegen, wie sie oben schon
erwähnt wurden.
Wie steht es nun mit den Auswirkungen des Musizierens
bei Patienten, die bereits unter einer Demenz leiden? Hier
zeigt sich, daß Musizieren das biographische Gedächtnis und
implizite handlungsorientierte Fertigkeiten bei Demenzkranken
unterstützt. Insgesamt gibt es also zahlreiche Argumente, um
Musiktherapie bei Alzheimerpatienten einzusetzen.
„EduKationTÜRKISCH“ – ein Interventionsprogramm für
Angehörige von Menschen mit Demenz
Altinisik, Semra
Klinikum Neuperlach, Zentrum für Akutgeriatrie und
Frührehabilitation, München
Ältere Migranten sind eine schnell wachsende Bevölkerungsgruppe,
in der sogenannte „Arbeitsmigranten“ aus den ehemaligen
Anwerbeländern und darunter vor allem Migranten aus der
Türkei den größten Teil bilden. Der Gesundheitszustand und die
sozioökonomische Lage der Arbeitsmigranten sind im Vergleich
zur inländischen Bevölkerung oft schlechter. Sie altern ca. fünf bis
zehn Jahre früher und sind häufiger und früher von geriatrischen
und chronischen Erkrankungen betroffen als gleichaltrige
Deutsche. Hinzu kommen die multiplen psychischen Belastungen,
die die Migrationserfahrung nach sich zieht.
Da Demenzerkrankungen Erkrankungen des höheren Alters
sind und die Zahl älterer Migranten in der Bevölkerung schnell
wächst, ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren
Demenzerkrankungen auch in dieser Bevölkerungsgruppe
zunehmen werden. Deshalb ist es notwendig Konzepte zu
erarbeiten, die auf die kulturspezifischen Bedürfnisse von älteren
Migranten eingehen. Ausgehend von dieser Überlegung wurde
das Interventionsprogramm EduKationTÜRKISCH entwickelt, das
pflegende Angehörige von türkischen Menschen mit Demenz
unter Berücksichtigung migrationsspezifischer Themen und
in türkischer Sprache im Pflegeprozess unterstützen soll. Die
Entwicklung dieses Programms wurde durch die Deutsche
Alzheimer Gesellschaft gefördert.
Da sich die Bedürfnisse von deutschen und türkischen
pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz aufgrund
der unterschiedlichen kulturellen und biographischen Prägung
unterscheiden können, stellte sich die Frage, inwieweit das
Schulungsprogramm, das bereits seit mehreren Jahre in deutscher
Sprache angeboten wird (EduKation) modifiziert und angepasst
werden muss bzw. ob eine Anpassung überhaupt notwendig ist.
Auf der Basis der Ergebnisse von qualitativen Fokusgruppeninterviews mit Angehörigen und Expertinnen
aus dem Bereich der interkulturellen Arbeit wurde das
Interventionsprogramm
EduKationTÜRKISCH
entwickelt
und zunächst in einer Einrichtung pilotierend durchgeführt,
evaluiert und modifiziert. Nach einer weiteren Schulung wurden
abschließende qualitative Interviews mit den Teilnehmern
durchgeführt und das Interventionsprogramm wurde daraufhin
erneut evaluiert und modifiziert. Die endgültigen Inhalte der
Schulung wurden schließlich mit einer Expertengruppe diskutiert.
Danach wurde das Interventionsprogramm ein letztes Mal
modifiziert.
Es konnte gezeigt werden, dass die türkischen Angehörigen
von Menschen mit Demenz sehr von der Schulung profitierten,
und dass das Belastungsempfinden zum Teil deutlich nachließ.
Die migrationsspezifischen Themen und das türkischsprachige
Angebot wurden durchweg als positiv und wichtig empfunden.
Es ist dringend notwendig, das Thema Demenz im Bewusstsein der
türkischen Bevölkerung in Deutschland zu verankern. Dafür ist eine
intensive Zusammenarbeit mit Beschäftigten aus dem Bereich der
interkulturellen Arbeit notwendig. Das Interventionsprogramm
EduKationTÜRKISCH soll schließlich durch die Ausbildung von
türkischsprachigen Multiplikatoren weiter bekannt gemacht
werden.
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Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
A
33
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
B
B
Sehen und Gesehen-Werden – Strategien gegen das
Trauma
Becker, Ursula
Training – Coaching – Therapie, Alfter
Alte, zum Teil längst vergessen geglaubte Traumata, können
in der Demenz wieder lebendig werden und die Betroffenen
stark beeinträchtigen. Neben der krankheitsbedingt stärkeren
Wahrnehmung alter und damit möglicherweise traumatischer
Erinnerungen ist es auch die Lebenssituation selber, die
aufgrund der damit verbundenen Erfahrungen von Hilflosigkeit,
Ausgeliefertsein und subjektiver Bedeutungslosigkeit das Risiko
sowohl für das Wiederauftauchen traumatischer Erfahrungen in
Form verzögerter posttraumatischer Belastungsstörungen als
auch für Re-Traumatisierungen erhöht.
Aus diesem Grund ist es für Menschen mit Demenz von
großer Bedeutung, dass der Alltag von einem hohen Maß an
persönlicher Wertschätzung, Sicherheit, Vorhersehbarkeit und
Handlungsfähigkeit geprägt ist. Der Vortrag zeigt auf, wie es
gelingen kann, Menschen mit Demenz solche Gegen-Erfahrungen
zu ermöglichen; d.h. sich wertgeschätzt, bedeutsam, sicher und
kompetent zu erleben im Sinne eines salutogenetischen Ansatzes.
Auf diese Weise kann der brüchig gewordene Schutzwall gegen
die bedrohlichen Erinnerungen immer wieder gestärkt werden.
Das Risiko sowohl für das Wiederaufleben alter Traumata als auch
für neue (Re)-Traumatisierungen reduziert sich.
Neben bekannten Maßnahmen wie Vermeidung möglicher
Triggersituationen, klarer Gestaltung des Umfelds, Ritualen usw.
kommt der Alltagskommunikation hier eine hohe Bedeutung zu
und steht im Mittelpunkt des Vortrags. Wie kann es in den vielen
kleinen Momenten des Alltags gelingen, einem Menschen mit
Demenz zu vermitteln, dass er „gesehen“, d.h. wertgeschätzt wird
und sich als bedeutsam und wirksam erleben kann, und dass er in
die Lage versetzt wird zu „sehen“, d.h. zu verstehen, was sich um
ihn herum ereignet, was er tun kann; dass das, was passiert, für
ihn einen Sinn ergibt?
Antworten auf diese Fragen gibt das videobasierte Marte MeoKonzept mit seinem alltags- und handlungsorientierten Ansatz.
Anhand von Videos wird deutlich, welche meist intuitiven
kleinen Gesten, Worte, Handlungen es sind, die letztlich darüber
entscheiden, ob diesem Menschen neue, dem alten Trauma
entgegengesetzte Erfahrungen vermittelt werden oder nicht.
Konsequent umgesetzt ermöglicht ein solches Vorgehen nicht nur
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Stabilisierung sondern ist auch geeignet, Menschen mit Demenz
durch potentiell retraumatisierende aber notwendige Situationen
wie z.B. Waschen sicher zu begleiten. Die Inhalte des Vortrags
werden anhand von Videobeispielen illustriert.
Eine Angehörigengruppe lädt ein und die Stadt tanzt mit.
Netzwerkarbeit der Alzheimer Gesellschaft ganz praktisch
mit Doodle
Berz, Tanja
Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft Rüsselsheim e.V.,
Rüsselsheim
Die Idee für ein Tanzcafé entstand bei einem Ausflug der
Angehörigengruppe. Es sollte ein neues Aktiv-Angebot für
Betroffene und Angehörige in Kelsterbach geschaffen werden und
zwar für Menschen mit und ohne Demenz und das für die ganze
Stadt. Ein ganz niedrigschwelliges Angebot mit möglichst wenig
Kosten und wenig Aufwand für Teilnehmer und Organisatoren.
Der Name war schnell gefunden „Kaffee trinken bei Livemusik“, da
ja nicht jeder gleich tanzen wolle.
Außerdem war es einem Betroffenen ganz wichtig auf dem
Einladungsplakat nicht das Wort Demenz zu nutzen, denn sonst
käme ja keiner.
Einige Vorarbeiten waren nötig: Ein Organisationsteam aus
Angehörigengruppe, Stadt, Generationenhilfe, Pflegeheim und
Alzheimer Gesellschaft tat sich zusammen. Es gab zwei Vortreffen
und eine Fortbildung beim Deutschen Sportbund. Ein Raum und
Musiker wurden organisiert, bei der GEMA die Kosten angefragt,
ein Helferteam, das Kuchen- und Getränkeangebot organisiert.
Zur Bekanntmachung wurden Zeitungsartikel angestoßen,ein
Plakat kreiert und verteilt
Das erste Tanzcafé war ein voller Erfolg, es wurde zwei Stunden am
Stück geschwoft. Über vierzig Personen kamen: Rollstuhlfahrer,
Betroffene, Ehrenamtliche und Hauptamtliche. Inzwischen findet
das Tanzcafé vier mal jährlich statt und weitere Kelsterbacher
Institutionen haben sich angeschlossen: die Baugenossenschaft,
ein Pflegedienst, das Rote Kreuz, die Demenz-WG und weitere
Interessierte. Über 90 Tanzbegeisterte kommen zusammen und
verbringen einen tollen Nachmittag miteinander.
Um die Organisation zu erleichtern, gibt es keine Vortreffen mehr,
sondern Doodle-Listen im Internet.
Ohne großen Zeitaufwand finden die Absprachen über diese
Internetplattform statt. Wie kann Netzwerkarbeit mit zehn
verschiedenen beteiligten Gruppen und Institutionen gelingen?
Warum und wie wird die Internetplattform Doodle genutzt? Auch
hierzu wird der Vortrag Antworten liefern.
Frontotemporale Demenz – die ganz andere Demenz, mit
Filmbeispielen
Beuchel, Bodo; Bahnen, Dirk
www.demenzfilm.de, Köln
Der Betroffene wird aggressiv, verwahrlost, entwickelt Ticks und
Kontrollzwang. Die Diagnosestellung gleicht einer Odyssee, weil
sich auch Neurologen oft nicht auskennen und nicht die richtigen
Untersuchungen veranlassen. Die FTD kann schon sehr früh
beginnen, manchmal bereits ab Mitte 40. Der Vortrag geht auf
Hilfestellungen für Angehörige ein. Die FTD führt zwangsläufig zu
Konflikten und Überforderung. Symptome, Verlauf und mögliche
Strategien werden erläutert. Die FTD verliert ihren Schrecken,
Angehörige bleiben handlungsfähig und wissen, wie eskalierende
Situationen entschärft werden können.
Vergiss die Lieder nicht – Chor für Menschen mit und ohne
Demenz
Blaschke, Ursula1,2
1
Alzheimer Gesellschaft Bielefeld e.V., Bielefeld
2
Das Tageshaus gem. GmbH – Selbstbestimmt Leben im Alter,
Bielefeld
Unter dem Titel „Vergiss die Lieder nicht“ startete im November
2012 ein Chor der besonderen Art. Besonders insofern, dass hier
alte und junge Menschen, Menschen mit und ohne Demenz,
Angehörige, Bekannte und Freunde miteinander singen und
musizieren.
Das gemeinsame Singen ermöglicht neue Begegnungen und stärkt
alte Verbindungen. Lieder wecken häufig Kindheitserinnerungen
und begleiten uns das ganze Leben hindurch. Durch Zuhören und
besonders durch das gemeinsame Singen können Erinnerungen
wieder aufgespürt werden und eine Verbindung zur Gegenwart
hergestellt werden. Auch wenn im Verlauf einer Demenzerkrankung
das Gedächtnis nachlässt und viele Erinnerungen schwinden,
sind die Lieder und auch die Liedtexte noch bekannt und können
gesungen werden. Auch Menschen, deren Sprachvermögen schon
sehr eingeschränkt ist, können bekannte Lieder noch sehr lange
Zeit mitsingen.
Das gemeinsame Singen im Chor unterstützt Menschen mit
Demenz, ihre Angehörigen, Freunde und Nachbarn dabei aus
der sozialen Isolation herauszukommen und trägt somit zur
Enttabuisierung von demenziellen Erkrankungen bei
Auch für Menschen mit einer Demenzerkrankung bedeutet
Lebensqualität mehr als gute Betreuung und Pflege. Um einer
neuen Generation von Demenzkranken gerecht zu werden,
muss eine kulturelle Teilhabe in vielen Bereichen ermöglicht
werden. Ein Chor steht für Normalität, ermöglicht Teilhabe an
gesellschaftlichen Prozessen und schafft soziale Kontakte.
Die Chorproben finden zweimal monatlich nachmittags statt.
Die Chorleitung liegt bei einem ausgebildeten Musikgeragogen,
die Projektleitung bei einer ausgebildeten Kulturgeragogin mit
langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Menschen mit einer
Demenzerkrankung.
Zu den Proben kommen jeweils um die 30 singfreudige Menschen,
und zwar sowohl Menschen mit einer dementiellen Erkrankung,
Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung,
pflegende Angehörige, hauptamtliche und ehrenamtliche
MitarbeiterInnen aus der Altenarbeit und Menschen, die
nicht dementiell erkrankt sind und die auch nicht in einer
Pflegebeziehung stehen.
Die Chorproben bieten gemeinsame Erlebnisse von Menschen mit
und ohne Demenz. Menschen mit Demenz erleben einen normalen
Choralltag, sie fühlen sich gleichberechtigt und wertgeschätzt.
Im Chor können die Teilnehmenden ein für alle fruchtbares
Zusammensein und einen anregenden Austausch erleben.
B
A
Kommunikationsbarrieren abbauen mit Lebensbildern
Bork, Bianca
Hospital zum Heiligen Geist, Henstedt-Ulzburg
Kümmerer mit Erfahrungen über einen längeren Zeitraum haben
ein umfangreiches Wissen über Verhaltensmuster und Strategien
der Erkrankten und nutzen dies jeden Tag in Kontakt mit ihnen.
Doch wie können wir dieses Wissen anderen Pflegenden im
Alltag zukommen lassen? In der „gelebten“ Biografiearbeit
werden Angehörige auf eine völlig neue Art und Weise mit der
Biografiearbeit in Kontakt gebracht. Die biografischen Ergebnisse
werden für Pflegende sichtbar, verstehbar und sind unmittelbar an
den Bewohnern anwendbar. Kommunikationsbarrieren zwischen
Pflegenden, Angehörigen und Besuchern werden langfristig
abgebaut.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
35
Abstractverzeichnis
An der Vergangenheit festhalten, mit den Händen „BeGreifen“
B
Busch, Nadja
EbeDe.net – Forum für Ergotherapie bei Demenz, Bremen
Mit dem Voranschreiten der Demenz nehmen die motorischen
und kognitiven Defizite zu. Der erkrankte Mensch erinnert sich
zunehmend an seine Vergangenheit, taucht zum Teil in diese
Lebensphase ein, und Probleme in der Alltagsbewältigung sind
vorhanden. Auffallend ist, dass im Verlauf der Krankheit die Hände
immer öfter geschlossen sind. Gegenstände werden nicht mehr
erkannt. Es liegt eine Wortfindungsstörung und oftmals eine
Objektagnosie vor. Erst wenn die Hände zum Einsatz kommen
werden Erinnerungen wach, Handlungen können abgerufen
werden und zum Teil kann der Erkrankte den Gegenstand
benennen. In der ergotherapeutischen Behandlung demenziell
erkrankter Menschen werden stetig Aufgaben mit den Händen
umgesetzt. Der Betroffene kann somit seine Umwelt „BeGreifen“, nimmt aktiv am Leben teil und der Abbauprozess wird
herausgezögert.
Die Referentin lädt zu einem Ausflug in die Welt des „Be-Greifens“
ein. Anhand von Fotos, aus der ergotherapeutischen Behandlung,
wird die Problematik der geschlossenen Hände vorgestellt. Im
Vortrag geht es um die Bedeutung der Hände in Bezug auf die
Lebensqualität, die Möglichkeiten des „Be-Greifens“ und um
praktische Tipps für die Aktivierung Demenzkranker im Alltag.
Inklusion und Demenz – Orte nur für Menschen mit einer
Demenz?
Busse-Bekemeier, Michael
Alzheimer Gesellschaft Bielefed e.V., Bielefeld
In Pflegeheimen, wie auch in ambulanten Wohngruppen sind
immer häufiger Bereiche anzutreffen, die speziell für Menschen
mit Demenz gedacht sind. Jedes Heim hat mindestens einen
speziellen Wohnbereich für Menschen mit Demenz. Es wird dabei
sogar noch weiter differenziert entsprechend den Stadien der
Demenz, wie etwa beim drei Welten Konzept aus der Schweiz. In
Zukunft werden wir wahrscheinlich noch weiter differenzieren,
z.B. nach Demenzformen oder nach Verhaltensauffälligkeiten.
Bei diesen Ansätzen stellen sich jedoch eine Reihe von Fragen:
Möchten Menschen mit einer Demenz gerne mit anderen Menschen
mit einer Demenz zusammen leben? Welche Vorteile kann das
Zusammenleben von Menschen mit einer Demenz haben und für
36
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
wen? Warum werden separierte Lebenswelten für Menschen mit
Demenz geschaffen? Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen?
Gibt es andere Wege und andere Orte des Zusammenlebens?
Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz –
Bericht eines Angehörigen
Busse-Bekemeier, Michael
Alzheimer Gesellschaft Bielefed e.V., Bielefeld
Meine ältere Schwester ist durch Sauerstoffmangel bei ihrer Geburt
geistig und körperlich schwerstbehindert. Sie ist heute 62 Jahre
alt, seit 2008 Rentnerin, lebt seit dem Tod unserer Mutter vor 17
Jahren in einer Wohneinrichtung. Seit einigen Jahren entwickelte
sich zusätzlich eine Demenz bei ihr. Welche Auswirkungen hatte die Demenz für meine Schwester,
welche Veränderungen traten bei ihr auf? Wie reagierte das Umfeld
auf diese Veränderungen, was änderte sich an der Betreuung in
der Einrichtung und in wie fern veränderte ihre Demenz auch die
Wohneinrichtung? Wie stellten Ärzte die Diagnose Demenz bei
ihr fest – welche Schwierigkeiten ergaben sich dabei? Welche
Auswirkungen hatte die Demenz auf die Familie, auf die Besuche
von Verwandten?
Eine Reihe von Fragen die sich durch die Demenz meiner Schwester
stellten und stellen und die Auswirkungen auf ihre Lebenswelt
sollen besprochen werden.
Demenzsensible Gestaltung von Akutkrankenhäusern
Büter, Kathrin; Marquardt, Gesine
Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Dresden
Krankenhäuser stehen vor der Herausforderung immer mehr
ältere Patienten und auch Patienten mit einer Demenz versorgen
zu müssen. Die meisten Krankenhausstationen sind jedoch weder
personell noch baulich auf die Anforderungen und Bedürfnisse
dieser Patienten ausgerichtet. Menschen mit Demenz sind im
Krankenhaus oftmals desorientiert, neigen zur Fehlinterpretation
ihrer eigenen Situation und verfügen womöglich über wenig
Einsicht in die Behandlungserfordernisse. Auch sind sie im
komplexen Gebäude des Krankenhauses in Gefahr, wenn sie
unbegleitet das Haus verlassen oder sich in Technikbereiche
verirren. Die oftmals anregungsarme Krankenhausumgebung
und die erzwungene Passivität der Patienten können weiterhin zu
einer Verschlechterung ihrer Alltagskompetenzen führen.
Die Emmy Noether-Nachwuchsgruppe„Architektur im demografischen
Wandel“ der TU Dresden geht der Frage nach, welche baulichen und
gestalterischen Maßnahmen in Krankenhäusern umgesetzt werden
müssen, um ein demenzsensibles Umfeld zu schaffen. Ziel
des Vortrages ist es, ein aktuelles Forschungsprojekt zu dieser
Fragestellung vorzustellen und erste Ergebnisse zu präsentieren.
Das Projekt zielt darauf, die Beschäftigung und Orientierung von
Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus zu verbessern.
Die Studie untersucht unter anderen wie effektiv verschiedene
Kennzeichnungsformen von Möbeln sind, um eine verbesserte
Identifizierung des eigenen Schrankes und des eigenen Bettes
bei geriatrischen Patienten zu erreichen. Für die Studie werden
70 Patienten hinsichtlich verschiedener Kennzeichnungsformen
getestet.
Weiterhin werden Patientenbefragungen und Beobachtungen
durchgeführt, die Aufschluss über das Maß an Aktivität und
Beschäftigung während des Krankenhausaufenthaltes geben. Die
Wünsche bezüglich von Beschäftigungsmöglichkeiten werden
ermittelt und das Pflegepersonal wird zu ihren Ansprüchen
an die gebaute Umwelt zur Unterstützung bei pflegerischen
Aufgaben befragt. Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll die Station
umgestaltet und anschließend evaluiert werden.
Hauptkriterien für die Untersuchungen ist der Nachweis der
Wirksamkeit baulicher Umgestaltungen im Krankenhaus. Es soll
aufgezeigt werden, dass die Interventionen die Versorgung, die
Orientierung und das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz
im Krankenhaus verbessern. Wirksame Gestaltungsmöglichkeiten
sowie architektonische Empfehlungen für das Akutkrankenhaus
sollen entwickelt werden.
D
A
B
„Ohne psychosoziale Beratung geht es nicht!“ Grundzüge
psychosozialer Angehörigenberatung in der Praxis
A
D
Dirksen, Wilma
Gerontopsychiatrisches Zentrum der Alexianer,
Gerontopsychiatrische Beratung, Münster
Neben Aufklärung und Information ist die psychosoziale Beratung
ein notwendiger und unverzichtbarer Grundbaustein der Arbeit mit
psychisch erkrankten älteren Menschen und ihren Angehörigen.
Psychische Erkrankungen alter Menschen betreffen in der Regel
körperliche, seelische und soziale Dimensionen im Leben der
Betroffenen. Deshalb verfolgt die Gerontopsychiatrische Beratung
der Alexianer Münster seit 1992 mit ihrer Arbeitsweise einen
psychosozialen Beratungsansatz. Grundlage der Arbeit ist die
Überzeugung, dass durch mehr Wissen, verbessertes Verständnis
und veränderte Einstellungen Belastungen vermindert und
Bewältigungsvermögen vergrößert werden können. Eine
wertschätzende Haltung stellt den Erkrankten und seine Familie
in den Mittelpunkt der Beratung und knüpft an den Ressourcen
der Betroffenen an.
Ziel der Beratung ist es, die Bewältigungs- und Handlungskompetenz der Ratsuchenden zu verbessern. Neben
Informationen finden Betroffene und Angehörige Anregungen
zum Umgang mit der Erkrankung und der veränderten
Lebenssituation. Die Mitarbeiterinnen bieten Begleitung bei
psychischer Belastung in Pflege und Betreuung und Hilfestellung
bei der Suche nach Entlastungsmöglichkeiten. Häufig reicht das
Wissen über ein entlastendes Angebot allein nicht aus. Betroffene
und ihre Angehörigen benötigen persönliche Unterstützung
bei der Inanspruchnahme der Hilfen bis hin zur psychosozialen
Beratung und Begleitung während der Nutzung der Angebote.
Der konzeptionelle Ansatz der psychosozialen Beratung von
Angehörigen dementiell erkrankter älterer Menschen wird anhand
von Praxisbeispielen vorgestellt.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
37
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
Demenz – jeder kann etwas tun. Regionale Netzwerke
aufbauen, moderieren und stärken
Dumke, Christiane
Alzheimer Gesellschaft Dresden e.V., Dresden
D
E
Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gut zu begleiten,
ist kaum im Alleingang zu schaffen. Dazu braucht es Menschen,
die in Netzwerken arbeiten, die Hilfebedürftige auffangen und
begleiten, wenn die Kräfte nicht mehr reichen. Menschen in
Netzwerken, die in Landkreis, Kommune, Sozialraum oder Quartier
nach Bedingungen eines gelingenden Lebens mit Demenz fragen
und dabei gleichzeitig selbst Lernende sind.
Was kann jeder tun? Strukturen und Prozesse werden analysiert
und ggf. neu strukturiert, Prozesse angestoßen und begleitet.
Welche Hindernisse gilt es zu meistern? Welche Ergebnisse werden
angestrebt und welche tatsächlich erreicht?
Seit 2012 wird in Dresden ein regionales Netzwerk aufgebaut,
auch weil es im Freistaat Sachsen keine Pflegestützpunkte gibt.
Wer arbeitet mit, welche Anstöße konnten gegeben werden und
wurden umgesetzt? Ergebnisse der Arbeit mit unterschiedlichen
Netzwerkpartnern und Arbeitsgruppen im Netzwerk werden
vorgestellt und diskutiert. Ebenso werden Schlussfolgerungen und
Ergebnisse aus einem früheren Modellprojekt in Sachsen vorgestellt.
E
„EduKationPFLEGEHEIM“ – Studie zur Qualitätsverbesserung im Heim durch Fortbildung und Integration der
Angehörigen
Engel, Sabine
EduKation-DEMENZ, Erlangen
Etwa zwei Drittel aller Heimbewohner leiden an Demenz. Ihre
Angehörigen sind für das Heim oft wichtige Kooperationspartner.
So kümmern sich viele von ihnen um die Belange des
Heimbewohners und wollen trotz stationärer Versorgung an
dessen Pflege mitwirken. Dass die Angehörigen oft eine wichtige
Rolle spielen, wird spätestens dann deutlich, wenn Angehörige zu
„schwierigen Angehörigen“ werden, und Konflikte mit ihnen den
Pflegealltag erschweren. Dies geschieht nicht selten, denn die
Faktoren, die die Interaktion der Pflegenden mit den Angehörigen
stören können, sind vielfältig. Andererseits kann eine gelungene
38
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Integration der Angehörigen die Versorgung der Bewohner
verbessern und die Pflegenden entlasten. Die gelingt jedoch nur,
wenn Heime den spezifischen Anforderungen zweier „Kunden“Gruppen gerecht werden: den Bedürfnissen der Bewohner und
den Anliegen der Angehörigen. Dennoch wurde der Förderung
der Kooperation und Kommunikation von Pflegekräfte und
Angehörigen im stationären Altenhilfebereich bisher nur wenig
Aufmerksamkeit gewidmet.
Forschungsleitend für die vorgestellte Studie waren die
Fragestellungen, inwieweit Kooperation und Kommunikation
von Pflegekräfte und Angehörigen durch eine gezielte
Interventionsmaßnahme gefördert werden können, welche
Auswirkungen eine solche Intervention auf das Wohlbefinden
aller Beteiligten hat und inwieweit diese Intervention in den
Alltag eines Pflegeheims implementierbar ist.
Auf der Basis der Ergebnisse von qualitativen Fokusgruppeninterviews mit Angehörigen und Pflegekräften wurde das
Interventionsprogramm EduKationPFLEGEHEIM entwickelt und
zunächst in einer Einrichtung pilotierend durchgeführt, evaluiert
und modifiziert. Es handelt sich hierbei um ein gemeinsames
Fortbildungsprogramm für Angehörige und Pflegekräfte, das
sich über fünf Sitzungen erstreckt. Anschließend wurde es
im Rahmen einer kontrollierten Interventionsstudie auf zwei
Pflegeheimstationen durchgeführt und erneut evaluiert.
Es konnte gezeigt werden, dass sich auf den Stationen, in
denen die Intervention durchgeführt wurde im Vergleich zu
den Stationen der Kontrollgruppe, die Arbeitszufriedenheit der
Pflegekräfte, die subjektiv empfundene Qualität der Beziehung
zwischen Angehörigen und Pflegekräften und das beobachtete
Wohlbefinden der demenzkranken Bewohner signifikant
verbesserte.
Durch intensive Zusammenarbeit mit Verantwortlichen
der stationären Heimversorgung wurde die Intervention
so weiterentwickelt, dass sie in den Alltag und die Struktur
eines Pflegeheims implementierbar ist. Entstanden sind
zwei verschiedene Programme, ein Angehörigenkurs und
ein Fortbildungsprogramm, für deren Durchführung bereits
Multiplikatoren geschult werden. Die Studie wurde gefördert
durch das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales,
Familie und Integration.
F
Häusliche Ergotherapie bei Demenz – Interventionsprogramm (HED-I)
Flotho, Wiebke
Hannover
Mit HED-I stellen wir ein strukturiertes ergotherapeutisches
Programm für Menschen mit leicht bis mittelgradigen
Demenzerkrankungen und ihre pflegenden Angehörigen
vor. Das Interventionsprogramm ist inhaltlich angelehnt
an niederländischen Studien (Graff et al. 2006, 2007) zur
häuslichen Ergotherapie, sowie an die deutsche Studie ERGODEM
(Leuchtturmprojekt des BMG, 2011). Dabei stehen die individuell
relevanten Alltagsanliegen der Betroffenen im Mittelpunkt der
Behandlung. Eine betätigungsorientierte Diagnostik ermöglicht
das Identifizieren der förderlichen und hinderlichen Faktoren
sowohl bei den Menschen mit Demenz als auch den Angehörigen
und der Umwelt. Betroffene und Angehörige werden aktiv in den
Prozess der Anpassungen mit einbezogen. Das kleinschrittige
Vorgehen ermöglicht den Menschen mit Demenz in ihrem
Lebensalltag aktiv zu sein. Angehörige gewinnen an Kompetenz
in der Anleitung und im Umgang mit den Betroffenen.
Ergotherapeutinnen arbeiten vernetzt und vermitteln bei
Bedarf Hilfsangebote, wie z.B. niedrigschwellige Betreuung zur
Entlastung der Familien. Ausschnitte dieses Vorgehens werden im
Vortrag dargestellt.
Die Einbindung des Interventionsprogramms HED-I in das ModellProjekt FIDEM zur Vernetzung der Hilfsangebote für Menschen mit
Demenz mit der Hausarztpraxis wird aufgezeigt.
Zwischen Autonomie und Fürsorge. Die Darstellung der
Kommunikation mit Demenzkranken im Spielfilm. Eine
medizinethische Analyse
Frebel, Lisa
Universtitätsmedizin Göttingen, Institut für Ethik und Geschichte
der Medizin, Göttingen
Unter dem Eindruck des demographischen Wandels ist das
Thema Demenz in den vergangenen Jahren zunehmend zum
Gegenstand filmischer Darstellungen geworden. Spielfilme
spiegeln in gewissem Sinne das öffentliche Bewusstsein wider,
formen es gleichzeitig und leisten hier im Gegensatz zur Literatur
über die Botschaft der Bilder hinaus auch eine Lesart optischemotionaler Natur. Durch die Kombination von Bild und Sprache
wird die Vorstellungskraft angeregt (Betroffenenperspektive)
und ermöglicht so, Diskussionen um weitere relevante Fragen
zu erweitern. Daher ist es wichtig genauer zu verstehen, wie
diese filmische Behandlung die Möglichkeiten und Probleme
der Kommunikation mit Demenzkranken im Bereich der
psychosozialen und pflegerischen Betreuung darstellt.
Der Beitrag untersucht mit Methoden der PC-gestützten
Filmanalyse, in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse,
zwei aktuelle Spielfilme, deren Hauptnarration die Demenz ist.
Gerade im Film wird in verschiedenen Stadien der Krankheit
die Kommunikation zwischen Demenzkranken und ihren
Angehörigen äußerst vielschichtig dargestellt. Zur Identifikation
der deskriptiven ethischen Inhalte im Film liegt dem Beitrag das
bioethische Vier-Prinzipienmodell nach Beauchamp and Childress
zugrunde.
Aus ethischer Sicht sind die filmisch verhandelten Leitbilder
insgesamt ambivalent zu bewerten. So werden einerseits
Potenziale der Kommunikation eruiert, wie z.B. Validation, wo,
durch die Darstellung im Film Bewusstsein dafür geschaffen
wird. Andererseits werden auch mögliche Konflikte zwischen den
Angehörigen und den Betroffen betont und stehen daher schnell
im Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung von Demenz.
Es kommt bei der Darstellung der Kommunikation mit
Demenzkranken oft zu einem Dilemma: Durch die Krankheit
droht die Autonomie des Patienten immer mehr verloren zu
gehen. Zugleich entsteht ein, für die ethische Betrachtung
der Demenz charakteristischer Konflikt zwischen Autonomie
und Fürsorge: Die Angehörigen drängen dem Patienten aus
guten Gründen gegen dessen Willen ihren Willen auf, womit sie
ihre Fürsorge für das Wohlergehen des Patienten über dessen
ohnehin gefährdete Autonomie stellen. Die klassischen Rollen
von z.B. Vater und Sohn erscheinen somit vertauscht. Man kann
ein solches „paternalistisches“ Verhalten auch als Entmündigung
oder Bevormundung ansehen, was jedoch noch mit einem
Generationenkonflikt verschärft wird.
Gerade die Ambivalenz der Filmbeispiele ermöglicht eine fachlichdidaktische Diskussion zu emotionalen Einstellungen und
ethischen Konflikten bezüglich der Kommunikation. Werden Filme
mit entsprechende angeleiteter Reflexion vermittelt, können sie
einen Beitrag zur Verbesserung des gegenwärtigen Wissens und
zur Aufklärung über Demenz bzw. ihre Stereotypisierung in der
Öffentlichkeit leisten.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
F
A
39
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
G
Geistig behindert, alt und dann noch dement – Was tun?
Personenzentrierte Beobachtung und Expertengespräche
im Team helfen weiter
Gehrmann, Gisela
Freiberufliche Gerontologin, Potsdam
G
Seit wenigen Jahren schiebt sich ein weiteres Thema in den
Fokus der Pflege: Alte Menschen mit geistiger Behinderung, die
zusätzlich eine Demenz bekommen. Woran erkennt man das?
Welche Folgen hat das für die weitere Förderung, Pflege und
Betreuung der Betroffenen?
Einfache Antworten gibt es nicht, aber erste gute Erfahrungen
mit der Methode der Personenzentrierten Beobachtung
und anschließendem Expertengespräch im Team. Wie diese
Maßnahme vorbereitet und umgesetzt wird, welche Ergebnisse
daraus resultieren, wird an vier Fallbeispielen vorgestellt.
Beispiel 1: Herr B., 54 Jahre alt, geistig behindert seit Kindheit, lebt
seit vielen Jahren in der Einrichtung. Er war entsprechend seiner
Behinderung unauffällig im Verhalten und in seiner Wohngruppe
gut integriert. Seit einem halben Jahr hat er sich jedoch extrem
verändert. Rückzug aus der Geselligkeit, Ablehnung pflegerischer
Maßnahmen, lautes Schreien, Kneifen, nächtliches Umherirren
usw. Im Rahmen der Personenzentrierten Beobachtung unter
Zuhilfenahme des Entwicklungsberichtes wurden 11 Aspekte im
Team besprochen und 12 konkrete Maßnahmen vereinbart.
Beispiel 2: Frau G.P., 56 Jahre alt, seit 20 Jahren geistig behindert,
Diagnose Leucencephalopathie und schwere Epilepsie.
Situationskonformes Verhalten durch Fassadentechnik und Apraxie als markante Aspekte. Vier Maßnahmen vereinbart.
Beispiel 3: Frau A.P., 68 Jahre alt, Down-Syndrom, seit einem
Jahr auffälliges Verhalten. Verdacht auf Alzheimer Demenz bei
gleichzeitiger Multi-Infarkt-Demenz. Die Beobachtung zeigt das
Bild einer schweren Demenz. Sechs Maßnahmen vereinbart.
Beispiel 4: Frau N. Sie ist nicht geistig behindert, lebt im
Pflegeheim. Diagnose Subkortikale Hirnatrophie. Sie wehrt jedes
Angebot ab, kneift, spuckt und schreit. Die Personenzentrierte
Beobachtung macht deutlich, welche Verhaltensweisen durch
die Hirnatrophie bedingt und damit nicht beeinflussbar sind. Es
wurden aber auch mehrere Rahmenbedingungen als Auslöser
von schwierigen Verhaltensweisen identifiziert, welche durch die
Mitarbeiter selbst verursacht bzw. durch diese beeinflussbar sind.
Die jeweiligen konkreten Maßnahmen werden im Vortrag
erläutert und begründet. Fazit: Die Personenzentrierte
40
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Beobachtung mit Expertengespräch im Team bewährt sich sowohl
in Wohneinrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung,
als auch in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Kosten sind
denen eines Inhouse-Seminars vergleichbar, der Nutzwert ist
deutlich höher.
Graf und Elmar Gräßel: Gesundheitliche Situation pflegender
Angehöriger eines Menschen mit Demenz – erste Ergebnisse einer
bundesweiten Befragung).
Lokale Allianz für Menschen mit Demenz – wieviel
ehrenamtliche Unterstützung und Hilfe ist notwendig
und möglich?
Gruschinski, Nadine
Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e.V., Braunschweig
Gille, Gudrun
Netzwerk Demenz Hemer e.V., Hemer
In der Kleinstadt Hemer begannen die ersten Aktivitäten
zur ehrenamtlichen Arbeit 2009 mit Vorträgen und
Informationsveranstaltungen. Es folgten der Aufbau eines
häuslichen Besuchsdienstes nach § 45b SGB XI, ein Angehörigengesprächskreis und eine Selbsthilfegruppe für Menschen
mit einer beginnenden Demenz. Die Stadt nahm 2013 in ihr
Demographie-Konzept das Thema Demenz auf. Dies war die Basis
für das Förderprogramm des BMFSFJ zum Aufbau von Lokalen
Allianzen für Menschen mit Demenz. Schwerpunkte sind neben
den o.g. Aktivitäten stadtteilbezogene Unterstützungsangebote,
Wohnformen für Menschen mit Demenz und Präventionsangebote.
Die Bürger der Stadt sind interessiert, und es gibt Nachfragen zu
ehrenamtlichen Tätigkeiten. Sie kommen jedoch oft an Grenzen,
bedingt durch den Verlauf der Erkrankung und die zunehmende
Belastung der pflegenden Angehörigen. In dem Beitrag sollen
Chancen und Risiken des Ehrenamtes bzw. bürgerschaftlichen
Engagements thematisiert werden.
Subjektive Belastung und Benefits pflegender Angehöriger eines Menschen mit Demenz – erste Ergebnisse einer
bundesweiten Befragung
Gräßel, Elmar; Graf, Uta
Universitätsklinik Erlangen, Erlangen
In diesem Vortrag zur Situation pflegender Angehöriger eines
Menschen mit Demenz geht es darum, wie pflegende Angehörige
ihre Situation einschätzen. Wie sieht die Belastungssituation der
Angehörigen aus, und welche positiven Erfahrungen machen
die Angehörigen im Zusammenhang mit der Versorgung ihres
an Demenz erkrankten Familienmitglieds? Da die Befragung
noch nicht abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse der
Zwischenauswertung vorgestellt. (Siehe auch das Poster von Uta
Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase
Menschen mit Demenz in ihrer letzten Lebensphase sind
eine äußerst sensible Personengruppe. Die Frage nach der
Menschenwürde und Lebensqualität stellt sich bei ihnen in
besonderem Maße. Sterben soll unter würdigen Bedingungen
möglich sein und als Teil des Lebens auch bei Menschen mit
Demenz gebührende Aufmerksamkeit erhalten.
Wie eine adäquate palliative Versorgung und Sterbebegleitung
für Menschen mit Demenz gestaltet werden kann, soll Inhalt
des Vortrages sein. Folgende Fragenstellungen sollen behandelt
werden:
Sterben Menschen mit Demenz anders?
Was kann man als Begleiter für sterbende Menschen mit Demenz
tun?
Welche Besonderheiten gibt es bei der Sterbebegleitung und im
Umgang mit Menschen mit Demenz?
Wie können die Bedürfnisse von wahrnehmungseingeschränkten
Menschen erkannt werden?
Mit welchen Methoden findet man noch einen Zugang?
Können Menschen mit Demenz noch auf spirituellem bzw.
religiösem Niveau erreicht werden?
Wie kann man Angehörige von Menschen mit Demenz begleiten
und unterstützen?
H
Mobile Demenzberatung – Hilfe vor Ort für Ratsuchende
und Angehörige. Ein Praxisbeispiel aus dem Rhein-ErftKreis
Hampel, Sarah1; Reuter, Verena2; Vosen, Angelika3
1
TU Dortmund, Lehrgebiet Soziale Gerontologie, Dortmund
2
Forschungsgesellschaft für Gerontologie, Institut für Gerontologie an der TU Dortmund, Dortmund
3
Rhein-Erft-Kreis, Amt für Familien, Generationen und Soziales,
Bergheim
A
G
A
H
Angesichts sich verändernder Bevölkerungsstrukturen ist
künftig mit einem weiteren Anstieg an zu versorgenden und
zu betreuenden Demenzerkrankten zu rechnen. Insbesondere
ländlich geprägte Regionen sind vor die Herausforderung
gestellt, dezentrale Versorgungs- und Beratungsangebote zu
gewährleisten. Der Rhein-Erft-Kreis, eine ländlich geprägte
Region im südlichen Nordrhein-Westfalen, hat die Vernetzung
regionaler Versorgungsstrukturen für Demenzerkrankte und
ihre Angehörigen umfassend untersucht. Ein erhöhter Bedarf
nach einer Fachberatung wurde dabei ebenso deutlich wie die
Schwierigkeit für Angehörige, gezielte Informationen über
vorhandene Versorgungs- und Unterstützungsangebote zu
erhalten. Leicht zugängliche Beratung gilt jedoch als Schlüssel für
die Inanspruchnahme von Entlastungsangeboten und kann die
häusliche Pflege vielfach positiv beeinflussen. Die Kreisverwaltung
reagierte auf diesen Bedarf mit der Implementierung einer
mobilen gerontopsychiatrischen Beratung mit dem Schwerpunkt
Demenz. Multiprofessionelle und trägerübergreifende Teams,
bestehend aus haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen,
bieten in einem speziell ausgestatteten Bus an verschiedenen
Standorten im Rhein-Erft-Kreis kostenlose Beratungen an.
Interessierte Ratsuchende finden hier individuelle Beratung und
Information und werden gezielt in bestehende Strukturen des
Kreises vermittelt. Gleichzeitig soll die Präsenz des Busses zu einer
weiteren Enttabuisierung des Themas Demenz beitragen.
Die TU Dortmund, Lehrgebiet Soziale Gerontologie und das
Institut für Gerontologie an der TU Dortmund führen – im Auftrag
des BMG – die wissenschaftliche Begleitung dieser mobilen
Demenzberatung durch. Es wird insbesondere untersucht, wie
die mobile Beratung so konzipiert und implementiert werden
kann, dass sie den Bedarfen der Zielgruppe gerecht wird und
langfristig als Bestandteil der Regelversorgung etabliert werden
kann. Zu diesem Zweck wird in einem multimethodischen
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
41
Abstractverzeichnis
Vorgehen, das sowohl qualitative als auch quantitative Methoden
umfasst, die Perspektive aller Beteiligten einbezogen (pflegende
Angehörige und Demenzkranke, professionelle Akteure der
Demenzversorgung, freiwillig Engagierte). Im Beitrag werden
sowohl praktische Erfahrungen aus der Implementierung der
mobilen Beratung vorgestellt als auch empirische Ergebnisse aus
dem Beratungsalltag (insbesondere Nutzung der Beratung) und
zu den Bedarfen der Nutzer präsentiert. Zudem wird der Frage
nachgegangen, welche Handlungsempfehlungen sich aus diesen
Ergebnissen für die Umsetzung von mobilen Beratungsangeboten
ableiten lassen.
H
Ressourcen nutzen bei schwerster Demenz. Sinnesfreuden
wecken
Hartmann, Eva
Deutscher Verband der Ergotherapeuten, Fachausschuss Geriatrie,
Karlsbad
Der Anteil von immobilen, schwerst dementen Bewohnern in
Altenpflegeeinrichtungen steigt stetig an. Bei Bewohnern mit
schwerster Demenz beschränkt sich der Lebensraum auf das Bett,
den Liegesessel oder den Pflegerollstuhl. Umso mehr bedürfen
diese Menschen unserer Hilfe, um größtmögliche Lebensqualität
zu erhalten, insbesondere dann, wenn durch weitere körperliche
Einschränkungen, wie z.B. Bewegungsunfähigkeit, Ernährung
durch PEG etc. die „Sinnesfreuden des Lebens“ weiter minimiert
werden.
Stimulierende Angebote beschränken sich in der Regel auf die
Körperpfege im Bett, die Nahrungsaufnahme bzw. Beschäftigung
des Personals mit der PEG-Sonde und die regelmäßige Lagerung
der bettlägerigen Bewohner.
Der Vortrag verschafft mit vielen Praxisbeispielen einen Überblick
über verschiedene therapeutische Methoden, mit denen
Ressourcen von schwerst dementen Menschen gefunden und
genutzt werden können.
42
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Nach der Diagnose I: Praktische Handlungsfelder zur Unterstützung von Menschen mit beginnender Demenz in
der Kommune
Hauser, Ute1; Kruse, Frank2
1
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., Stuttgart
2
Landratsamt Ludwigsburg, Altenhilfe-Fachberatung,
Ludwigsburg
Im Rahmen des vom Sozialministerium Baden-Württemberg
geförderten und erfolgreich beendeten Projektes „Nach der
Diagnose – Unterstützung für Menschen mit Demenz“ hat die
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. gemeinsam mit
der Demenz Support Stuttgart gGmbH praktische Handlungsfelder
zur Unterstützung von Menschen mit beginnender Demenz in
der Kommune identifiziert und modellhaft umgesetzt. Zunächst
wurden in Interviews mit betroffenen Menschen deren Wünsche
und Bedürfnisse sowie der Unterstützungsbedarf nach der
Diagnose ermittelt (1. Phase: qualitative Erhebung, Demenz
Support Stuttgart). Die Auswertung zeigt, dass die befragten
Menschen mit Demenz Unterstützung vor allem in den Bereichen
Beratung, Mobilität und Selbsthilfe benötigen. Auf dieser Basis
entwickelte Handlungsempfehlungen setzte die Alzheimer
Gesellschaft Baden-Württemberg im Landkreis Ludwigsburg in
Zusammenarbeit mit der dortigen Altenhilfe-Fachberatung und
weiteren Kooperationspartnern innerhalb eines Jahres modellhaft
um (2. Phase: praktische Umsetzung).
Im Vortrag werden die Ergebnisse der Praxisphase des Projektes
bzw. der Zusammenarbeit im Landkreis Ludwigsburg vorgestellt.
Folgende drei Handlungsfelder standen im Mittelpunkt:
–Mobilität – Unterwegs im demenzfreundlichen Ludwigsburg?!
Einschränkungen der Mobilität erschweren die Teilhabe am
normalen Leben und begrenzen so die Handlungsfähigkeit
und die Bewältigung der Demenz als einschneidendes
Lebensereignis. Fast alle in der ersten Projektphase befragten.
Betroffenen berichteten von Mobilitätseinschränkungen
zum Beispiel durch Verlust der Fahrerlaubnis, Orientierungsschwierigkeiten im öffentlichen Nahverkehr (häufig
durch mangelnde Orientierungshilfen), Barrieren im Haus oder
im nahen Umfeld und mangelnde Begleitpersonen.
–Selbsthilfe – Teilhabe ermöglichen: in Gruppen, durch
ehrenamtliche „Unterstützer“
(Selbsthilfe-)Gruppen sind für Betroffene eine Möglichkeit,
sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen, sie ermöglichen
Teilhabe und soziale Kontakte. Genauso wichtig wie.
spezifische Angebote für Menschen mit Demenz ist aber auch
die Integration oder gar Inklusion in bestehende (Freizeit-)
Angebote z.B. von Vereinen. Hier kann ein Unterstützerkreis
individuell helfen.
–Beratung von Menschen mit Demenz – was heißt das, wie geht
das?
Immer mehr Menschen mit Demenz erhalten ihre Diagnose
bereits in einem frühen Krankheitsstadium. Zu diesem
Zeitpunkt brauchen viele Betroffene noch keine praktische Hilfe
oder Pflege. Suchen sie nach Informationen, finden sie vielfach
Materialien, Ratgeber oder Beratungsangebote, die sich
hauptsächlich an Angehörige richten. Dabei können Betroffene
v.a. im frühen Stadium auf viele Kompetenzen und Fähigkeiten
zurückgreifen und sind häufig noch gut in der Lage, Auskunft
zu geben und ihre Wünsche zu äußern. Eine Beratung von
Menschen mit Demenz nach der Diagnose kann dabei helfen,
das kritische Lebensereignis „Diagnose Demenz“ zu bewältigen
und neue Perspektiven zu entwickeln.
Begleitung von Anfang an – Unterstützung für Alleinlebende mit beginnender Demenz
Helms, Eva
Alzheimer Gesellschaft Sachsen e. V., Dresden
In dem Modellprojekt, das die Deutsche Alzheimer Gesellschaft
e.V. seit 2012 in Zusammenarbeit mit der Alzheimer Gesellschaft
Sachsen e.V. und der Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V.
durchführt, soll geklärt werden, wie alleinlebende Menschen, die
die Diagnose Demenz erhalten haben, bei der Bewältigung ihres
Alltags, bei Fragestellungen zu Diagnose und Krankheitsverlauf
sowie bei der Planung der persönlichen Zukunft unterstützt
werden können.
Dazu wurden an zunächst zwei Standorten je beteiligtem
Bundesland, ab 2014 je drei bis vier Standorten, freiwillige Helfer
und Helferinnen geschult, welche die individuelle Begleitung
der Betroffenen übernehmen. In Zusammenarbeit mit den
Krankenhäusern, Haus- und Fachärzten und Betreuungsvereinen
der Regionen wurde Kontakt zu den Betroffenen gesucht.
Es wurden Menschen in verschiedenen Lebenssituationen
angetroffen, die verschiedene Bedürfnisse haben, vom Wunsch
nach einem selbstbestimmten Leben zu Hause bis hin zur Suche
nach einer geeigneten Wohnform, wenn dies dem Betroffenen
nicht mehr bewältigbar scheint.
Das Projekt versucht weiterhin, Schnittstellen zu definieren: Wann
kann „Begleitung von Anfang an“ beginnen und wann sollte sie
ggf. beendet werden? Ist die Diagnose Demenz eine zwingende
Voraussetzung für die Unterstützung oder reicht schon der.
Verdacht auf eine Demenzerkrankung? Und wie erfolgt
eine Abgrenzung des Projektes zu niedrigschwelligen
Betreuungsangeboten?
Die Projektkoordinatoren bemühen sich um eine nachhaltige
Finanzierung des Angebotes. Hier werden mögliche Wege
aufgezeigt, die nach Ende der Modellphase und damit nach Ende
der Förderung durch die Deutsche Alzheimer Stiftung im Jahr 2015
in den verschiedenen Bundesländern denkbar sind.
Aktion POLIDEM oder die Polizei, dein Freund und Helfer
selbst bei Demenz
H
A
Henry-Gössing, Sabine
Ligue Alzheimer asbl, Liège
Die Alzheimer-Krankheit, verbunden mit der Verkennung von Ort
und Zeit, hat in Belgien zwischen 2010 und 2012 zum Verschwinden
von 426 Menschen mit Demenz geführt. Die polizeiliche Suche
kam in 24 Fällen zu spät. Bewegt und frustriert haben die lokalen
Polizeistationen und die Dienststelle für „vermisste Personen“ bei
der föderalen Polizei in Brüssel gemeinsam die Initiative ergriffen,
um diesem zahlenmäßig ansteigenden Phänomen besser gerecht
zu werden.
Eine schon seit Jahren funktionierende Zusammenarbeit mit
der Ligue Alzheimer, die Information und Mobilisation der
örtlichen Polizeieinheiten, der Alten- und Pflegeheime mit Hilfe
der Generalstaatsanwaltschaft führte zur Veröffentlichung des
praktischen Ratgebers „Vermisste Senioren? Das geht uns alle an!“
Darin werden in klaren Worten die Zuständigkeiten, die konkrete
Aufgaben und die Verantwortung aller beteiligten, einschließlich
der Familien erklärt. Um die Effizienz der Aktion zu erhöhen, werden
in dem Ratgeber Aufgabenlisten und Zeitpläne zur Verfügung
gestellt. Zur Optimierung der Suche und auch zur Prävention wird
empfohlen ein standardisiertes Personenprofil zu erstellen, das
nur noch mit einigen aktuellen Informationen (etwa zu Kleidung,
Stimmung, Richtung) der verschwundenen Person ergänzt wird.
Die Aktion „vermisste Senioren“, an der immer mehr Partner
freiwillig teilnehmen, wurde durch die Unterzeichnung einer
„Collaborationscharta“ offiziell besiegelt und durch die Medien
publik gemacht. Sie entspricht ganz der im Rahmen des
Programms „Demenzfreundliche Kommunen“ angestrebten
Initiativen (ViADem) der Ligue Alzheimer und wird vor Ort
begleitet. Ihr Beitrag ist dabei auch die Information über
demenzielle Erkrankungen und geplante Aktivitäten. Außerdem
bietet sie auf Anfrage einen dreistündigen Sensibilisierungskurs
für die lokalen Polizeieinheiten an.
Es ist vorgesehen diese gemeinsame Aktion jährlich zu evaluieren
und gegebenenfalls schnell anzupassen.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
43
Abstractverzeichnis
Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein „Erste
Musterwohnung nicht nur für Menschen mit Demenz“
Holst, Antje
Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein, Norderstedt
Die Musterwohnung des Kompetenzzentrums Demenz gibt
einen Einblick in die Möglichkeiten der Wohnrauanpassung von
der kleinen Lösung bis zur größeren baulichen Veränderung.
Daten und Fakten: Größe: 120 m², drei Zimmer, Küche, Bad, Flur;
Einrichtung „wie zuhause“.
In der Norderstedter Musterwohnung können Interessierte z.B. mittels eines Alterssimulationsanzugs, Gehhilfen,
Rollatoren und Rollstühlen die verschiedenen Barrieren und
Schwierigkeiten sowie die Umsetzungsmöglichkeiten erproben
und kennen lernen. Neben einer ausreichenden Beleuchtung
sind dabei das Bad bzw. die Sanitäreinrichtungen, Stolperfallen,
eingeschränkte Bewegungsfreiheit sowie Materialauswahl und
Orientierungshilfen, Schwerpunktthemen der Musterwohnung.
Auf diese Weise werden viel theoretisches Wissen und praktische
Möglichkeiten zur Umsetzung von Wohnraumanpassungen
weitergegeben.
Der ursprüngliche Gedanke, die Musterwohnung zur
Qualifizierung von ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und –
beratern einzusetzen und darüber ein flächendeckendes Netzwerk
zur Wohnberatung für Schleswig Holstein aufzubauen, wurde
im Laufe des abgelaufenen Projektes verändert. Es erschien
sinnvoller, die ehrenamtliche Wohnberatung in Kooperation
mit bestehenden Institutionen und Strukturen zu realisieren. So
konnte im Rahmen des Projektes eine nachhaltige Kooperation
aufgebaut werden.
Die Musterwohnung wird jetzt für Fortbildungen zum Thema
Demenz und Wohnen genutzt, aber auch als Qualifizierungsmodul
für Wohnberaterinnen und Wohnberater in bestehenden
Organisationen eingesetzt.
In dem Vortrag wird das Projekt kurz vorgestellt und dann
werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einen virtuellen
Rundgang durch die Musterwohnung mitgenommen. Bei diesem
Rundgang werden zentrale Aspekte der Wohnraumanpassung,
der Barrierereduzierung und Sicherheit sowie die Gestaltung
von Licht und Farbe und die Auswahl geeigneter Materialen zur
Milieugestaltung für Menschen mit Demenz dargestellt und
erläutert.
Anschrift: Musterwohnung für Menschen mit Demenz,
Alter Kirchenweg 33–41, 22844 Norderstedt
H
J
K
44
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
J
Pflegeversicherung – vor der Reform ist nach der Reform
Jansen, Sabine
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Berlin
In den vergangenen Jahren sind diverse Gesetze verabschiedet
worden, um die Pflegeversicherung insbesondere zu Gunsten der
Demenzkranken zu verbessern. Von 2006 bis 2009 und 2012 bis
2013 haben zwei Beiräte mehrere Jahre getagt und Berichte zur
Entwicklung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines
neuen Begutachtungsinstruments sowie deren Umsetzung an zwei
Gesundheitsminister übergeben. Der seit 2013 amtierende neue
Gesundheitsminister Gröhe hat nach seinem Amtsantritt anders als
in der vorigen Koalition ein neues Gesetzgebungsverfahren direkt
in Angriff genommen, so dass das Pflegestärkungsgesetzt zum
1.1.2015 in Kraft treten kann. Leider ist es auch diesmal nicht zur
großen Reform gekommen. Welche Änderungen das neue Gesetz
bringt, was die DAlzG sich gewünscht hätte und für den nächsten
Reformschritt fordert, soll in diesem Vortrag dargestellt werden.
K
Das Projekt NASCH DOM: Ein partizipativer Ansatz
zur Verbesserung der Versorgung russischsprachiger
Demenzkranker
Kaiser, Claudia1; Suslina, Ekaterina2
1
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V.,
Bonn
2
PHOENIX Köln e.V.
Die Zahl der über 65-jährigen Menschen mit Migrationshintergrund
betrug 2010 etwa 1,48 Millionen Personen und wird bis 2030 nach
Schätzungen auf 2,8 Millionen anwachsen. Russischsprachige
Migranten stellen mit über 500.000 unter allen über 65-jährigen
Migranten die mit Abstand größte Gruppe. Damit liegen sie noch
vor älteren türkischstämmigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern.
Die Erfahrung zeigt, dass der Zugang älterer Migranten
und deren Angehörigen zu den vorhandenen Versorgungsund Unterstützungsstrukturen im Falle von Hilfe- und
Pflegebedürftigkeit vielfach noch unzureichend ist. Besonders
problematisch stellt sich die Versorgung von Migrantinnen und
Migranten mit einer Demenzerkrankung dar. Ihre besondere
Situation und ihre speziellen Bedürfnisse werden bislang noch nicht
angemessen in der Demenzforschung und der Demenzversorgung
berücksichtigt.
Für einen gelungenen Transfer der bestehenden und zukünftigen
Maßnahmen für Demenzkranke in die Migrantenbevölkerung
ist die aktive Einbeziehung der älteren Menschen mit
Migrationshintergrund und ihrer Angehörigen unabdingbar.
Migrantenselbstorganisationen spielen dabei eine wichtige Rolle.
Sie können gemeinsam mit Akteuren der kommunalen Altenhilfe
die zielgruppenorientierte Ausgestaltung konkreter Angebote
für demenzkranke Migranten (z.B. Beratung, Wohnkonzepte,
ambulante und stationäre Pflege, niedrigschwellige Betreuung)
entwickeln und diese wenn möglich selbst übernehmen. Für diese
Aufgaben müssen sie jedoch befähigt und intensiv qualifiziert
werden.
Das Projekt NASCH DOM ist ein Kooperationsprojekt der
Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen BAGSO
e.V. und der bundesweit vernetzten Migrantenorganisation
PHOENIX-Köln e.V., das vom Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. Ziel ist die
Verbesserung der Versorgung russischsprachiger Demenzkranker
und ihrer Angehörigen. Dabei werden drei Bausteine bearbeitet:
• Bundesweite Vernetzung der Akteure aus Altenhilfe,
Seniorenarbeit und Migrationsarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit
zum Thema Demenz und Migration.
• Qualifizierung von Multiplikatoren aus den Migrantenorganisationen in einer vierteiligen Schulungsreihe.
• Unterstützung der Migrantenorganisationen bei der
Vernetzung und dem Aufbau von Versorgungsstrukturen in
Beispielkommunen.
Wohngruppen, Pflegeeinrichtungen und auch in Krankenhäusern
– erheblich gesteigert werden.
Der Vortrag sensibilisiert für die Wohnbedürfnisse und die
Wahrnehmung älterer, pflegebedürftiger und demenziell
erkrankter Menschen und verdeutlicht die Wirkung der
Wohnumgebung in den unterschiedlichen Stadien der Erkrankung.
Es wird aufgezeigt, wie die Gestaltung des Umfelds Symptome und
herausfordernde Verhaltensweisen von Menschen mit Demenz
positiv beeinflussen, die Orientierung fördern und persönliche
Kompetenzen unterstützen kann.
Anhand beispielhafter realisierter Projekte werden neue Wohnund Pflegemodelle, aktuelle Entwicklungstendenzen sowie
Maßnahmen der Planung und Gestaltung mit Licht und Farbe
vorgestellt, die verwirrten und pflegebedürftigen Menschen
Sicherheit, Orientierung und Geborgenheit geben. Aus dem Inhalt:
–neue pflegerische und bauliche Entwicklungstendenzen
–mit Demenz im Pflegeheim – ein Auslaufmodell?
–leben in Wohngruppen, Hausgemeinschaften, Quartiersprojekten
–Kleinteiligkeit, Normalität, Nachhaltigkeit
–Krankenhäuser demenzgerecht gestalten
–planerische Herausforderungen: Wandern, Verweilen,
Orientieren
–therapeutisches Lügen in der Architektur und Innenraumgestaltung
–nachlassende Sinnesleistungen und Orientierung kompensieren
–Gestalten der Wohnumgebung mit Licht, Farbe und Material
Planen und Gestalten für Menschen mit Demenz
Kern, Sylvia
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., Stuttgart
Kaiser, Gudrun
WiA Wohnqualität im Alter, Aachen
Demenz ist eine wachsende Herausforderung für Pflege und
für Architektur. Demenzerkrankungen sind unheilbar und
im fortgeschrittenen Stadium die häufigste Ursache für den
Umzug älterer Menschen in ein Pflegeheim. Mehr als 70% der
Heimbewohner sind bereits davon betroffen, die Tendenz ist
steigend.
Durch das Zusammenspiel qualifizierter pflegerischer
Betreuungskonzepte mit einer bedarfsgerechten Architektur
und Gestaltung des Wohnumfeldes kann die Lebensqualität von
Menschen mit Demenz – zu Hause, in Hausgemeinschaften, in
K
A
„Beipackzettel Demenzdiagnose“ – eine Handreichung
für Haus- und Fachärzte: Von der Brisanz einer Demenzdiagnose und deren Übermittlung
Eine Demenzdiagnose ist oft ein Erdrutsch für die Betroffenen und
ihre Angehörigen – ändert sie doch einen Großteil der bisherigen
Lebensperspektiven aller direkt und indirekt Betroffenen.
Entsprechendes Gewicht sollte auch einer differenzierten
Diagnosestellung und ihrer verantwortungsvollen und
menschlichen Übermittlung zukommen.
Auch ein Blick über den Tellerrand tut Not: Wie ist die
Lebenssituation des betroffenen Patienten, hat er ein Netz, das
ihn auffängt, wissen er und seine Familie über Hilfeangebote
ausreichend Bescheid? Es gibt viele Fragen zu klären und Hinweise
zu geben, die weit über die eigentliche Diagnose hinausgehen.
Menschen mit Demenz dürfen nicht mit einer – womöglich noch
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
45
Abstractverzeichnis
dazu unklaren – Demenzdiagnose allein gelassen werden, und
auch ihre Angehörigen brauchen in dieser Ausnahmesituation und
darüber hinaus Ansprache, Begleitung und Hilfestellungen.
Einen besonderen Stellenwert hat hier der Hausarzt als oft
langjährige Vertrauensperson. Er ist in vielen Fällen der erste
Ansprechpartner von Menschen mit einer Demenz, die eine sehr
verletzliche und schutzlose Patientengruppe darstellen. Von
daher hat er eine besondere Verantwortung und oft auch eine
hohe Autorität. Er muss überdies oft noch in einem sehr frühen
Verdachtsstadium eine möglichst differenzierte Diagnose stellen
und mitteilen – leicht gesagt und schwer getan!
Aber auch die zuständigen Fachärzte, also Psychiater und
Neurologen, sind hier gefordert, ebenso wie die jeweiligen
Praxisteams. Sie alle müssen mit einer Patientengruppe umgehen,
die oft anders reagiert als erwartet, keine oder nur wenig
„Compliance“ zeigt und auf dem Hintergrund ihrer in aller Regel
unheilbaren Demenzerkrankung eher „undankbar“ und nicht
gerade attraktiv ist.
Der „Beipackzettel Demenzdiagnose“ der Alzheimer Gesellschaft
Baden-Württemberg richtet sich vorrangig an Haus- und Fachärzte
und möchte zu einer gelingenden Begegnung zwischen Arzt und
demenzkrankem Patienten und dessen Angehörigen beitragen.
Aus dem Inhalt:
Checkliste rund um eine Demenzdiagnose
Ausgangssituation für die Betroffenen
Was macht die Diagnose oft so schwer?
Was brauchen und wünschen sich die Patienten?
Was gilt es bei der Diagnose zu beachten?
Was braucht es nach der Diagnose und über den medizinischen
Beistand hinaus?
Angehörige als Unterstützer, aber auch als Co-Patienten
Hilfreiche Links und Materialien
K
Sehnsucht nach dem ganz normalen Leben
Kindereit, Jutta1,2
Alzheimer Gesellschaft Harz e.V., Wieda
2
Seniorenheime Lamm, Zorge
1
In den letzten Jahren ist die Frontotemporale Demenz (FTD)
in meinen persönlichen Beratungen, am Alzheimer Telefon, in
unserer Selbsthilfegruppe, in der vierteljährlich stattfindenden
Angehörigengruppe der Gedächtnissprechstunde in Göttingen
und vermehrt in der Tagesbetreuung „Sternstunde“ ein äußerst
brisantes Thema geworden. Mutlos, machtlos, kraftlos, so
erlebe ich zumeist betroffene Familien und Partner in den
ersten Begegnungen. In meinem Vortrag möchte ich Wege
46
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
aufzeichnen, von traurigen Erlebnissen berichten, ebenso von
den kleinen Freuden, dem Suchen und Finden des Glücks, von
ganz individuellen Lösungen. Die Devisen sind: Nicht allein alles
durchstehen, die möglichen Hilfen kennen und einfordern, im
Austausch bleiben, an Schulungen teilnehmen, oder sich öfter ein
wohltuendes „Unter-vier-Augen-Gespräch“ gönnen! Weiterhin
gebe ich Einblicke in das schwierige Unterfangen, Menschen mit
FTD in eine Tagesbetreuung oder eine Gruppe gut zu integrierenn.
Geheimrezept? Man nehme ...? Lassen Sie sich überzeugen, es
geht, (meist) gut.
Weiterhin berichte ich von einem Fachtag FTD Ende März 2014,
organisiert von den Seniorenheimen Lamm in Zorge. Wir sind
mit Sozialarbeitern und den Ärzten der Uni-Klinik Göttingen
im intensiven Austausch und können somit den familien
unbürokratische schnelle Hilfe zu teil werden lassen. Ich möchte
denen Mut zusprechen, die verzweifeln, zweifeln und sich bisher
nicht trauten. Oft ist es ein kleines Risiko das man eingehen muss,
aber es lohnt sich.
„Wir tanzen wieder!“ – The move goes on!
Kleinstück, Stefan1; Stallnig, Hans-Georg2
1
Alexianer Köln, Köln
2
ADTV-Tanzschule Stallnig-Nierhaus, Köln
Die bundesweite Initiative „Wir tanzen wieder!“ – Tanzen für
Menschen mit und ohne Demenz in Tanzschulen, bewegt
generationsübergreifend seit dem Welt-Alzheimertag 2007
Menschen mit und ohne Demenz in Deutschland. Viele
Kooperationspartner in sozialen Netzwerken und Tanzschulen.
haben sich unserer Idee von Normalität und gesellschaftlicher
Teilhabe angeschlossen. Tanzschulen sind Mehrgenerationenhäuser und öffentliche Orte sind Begegnungs- und
Bewegungsräume. Wir bewegen uns außerhalb der institutionellen
Altenhilfe und haben Anfragen von Hamburg bis Lindau am
Bodensee und von Aachen bis Dresden. Unser Motto: „Begegnen.
Bewegen, Berühren“ haben wir bei zahlreichen Workshops,
Vorträgen, Veranstaltungen und Kongressen umgesetzt. Tanzen
ist Kommunikation und die schönste Form aktiv miteinander
etwas zu erleben. Hier steht nicht die Krankheit im Vordergrund
sondern Spass, Freude und Geselligkeit. Der Zauber der Musik ist
das Medium und der eigene Körper der Resonanzboden. Jeder
wie er kann und jeder kann tanzen. Wir möchten Sie an unseren
Erfahrungen teilhaben lassen und Sie zu einem aktiven Erlebnis
der besonderen Art einladen. „Let´s dance“ ohne Wertung und
ohne Krankenschein. Brennen Sie sich Ihre eigene Musik-CD und
bringen Sie sie mit – denn jeder kann etwas tun.
„Dabei und mittendrin“ – Gaben und Aufgaben demenzsensibler Kirchengemeinden
Koehler, Antje
Landesinitiative Demenz-Service NRW, Demenz-Servicezentrum
Region Köln und das südliche Rheinland, Köln
Kirchengemeinde? Da kann ja jede(r) kommen! Doch wie gelingt
es, dass die Sprache der Abgrenzung zu einem provokanten
Versprechen für alle wird? Längst ist das Thema Demenz spürbar
in vielen Kirchengemeinden angekommen. Verwundern tut
dies nicht, bedenkt man, dass die gesellschaftliche Zukunft
für die Kirchen schon längst Realität ist. Viele ev. und kath.
Kirchengemeinden in Deutschland sind in ihrer Alterstruktur der
Gesellschaft um bis zu 30 Jahre voraus.
Alte Menschen und ihre Angehörigen sind wesentlicher Teil der
Kirchen: Sie leben mitten in den Gemeinden, singen im Chor,
gehören zur Frauenhilfe, engagieren sich beim Kirchencafé und
besuchen Gottesdienste, bis sie sich mit dem beginnenden oder
fortschreitenden Auftreten einer Demenzerkrankung häufig mehr
und mehr aus dem aktiven Gemeindeleben zurückziehen. Nicht
selten brechen damit für die Erkrankten soziale Netze, Kontakte
und Zuwendung ein. Und auch für Angehörige wird die Teilhabe
am gemeinschaftlichen (Gemeinde-) Leben und dem Zugang zu
damit verbundenen religiösen Sinnhorizonten und Potentialen
erschwert.
Damit Menschen mit Demenz nicht nur formal, sondern spürbar
ein Teil des kirchlichen Lebens sind und bleiben, braucht es
Menschen und Strukturen in demenzsensiblen Kirchengemeinden,
in denen Betroffene und ihre Angehörigen sich gesehen und
willkommen fühlen und innerhalb des normalen Gemeindelebens
tragfähige und einladende Angebote der Gemeinschaft und
Unterstützung erfahren. Dieser Sensibilisierungsprozess wird im
Rahmen des Pilotprojekts „Dabei und mittendrin – Gaben und
Aufgaben demenzsensibler Kirchengemeinden“ seit Februar 2013
in mehreren katholischen und evangelischen Kirchengemeinden
des Kölner Stadtgebiets exemplarisch angestoßen und umgesetzt.
Dazu können zum einen in einer offenen Schulung Ängste und
Vorurteile, Ahnungslosigkeit und Gleichgültigkeit abgebaut und
überwunden werden. Zum anderen werden inklusive SonntagsGottesdienste für Menschen mit und ohne Demenz gefeiert
sowie die spezifischen Bedarfe demenzerkrankter Menschen
bei Geburtstags- und Krankenbesuchen durch ehrenamtliche
Besuchsdienste wahrgenommen.
Was braucht es, um auch für Menschen mit Demenz und deren
Angehörige eine einladende und aufgeschlossene Gemeinde zu
sein? Welche positiven Erfahrungen und/ oder Stolpersteine gibt
es auf diesem Weg? Alle Projektbausteine verfolgen das Ziel, dass
Menschen mit einer Demenz nicht als „notwendige Aufgabe“ einer
Kirchengemeinde gesehen werden, sondern sind in dem, was sie
sind und zu geben (!) haben, als ein lebendiger Bestandteil der
Gemeinschaft, aus dem für die Gemeinde Reichtum und Vielfalt
erfahrbar werden kann.
Künstlerisch-neurologische Musiktherapie – Aktives
instrumentales Musizieren mit Demenzpatienten
Kraft, Julia Alexa
Heilpraxis für Musiktherapie, Berlin
K
A
Menschen mit Demenz verfügen oft über ein großes kreatives
Potential, über das sie sich ausdrücken und kommunizieren
können, wenn die verbale Sprache schon versagt. Die künstlerischneurologische Musiktherapie verbindet die Möglichkeiten
eines nonverbalen, musikalischen Ausdrucks mit Methoden der
neurologischen Musiktherapie, die mit klaren rhythmischen
Strukturen Bewegungsabläufe trainiert. Im zweistimmigen
musikalischen Dialog werden zudem verschiedene Formen der
Aufmerksamkeit trainiert, die interessanterweise im Kontext der
Musik für den Patienten leichter zu bewältigen sind als sonst im
täglichen Leben.
Das aktive instrumentale Musizieren vernetzt praktisch alle
neuronalen Strukturen im Gehirn. Da die Auswahl der zu spielenden
Stücke auf jeden Patienten individuell zugeschnitten ist, kommt
neben dem sensomotorischen Training auch Kognitionstraining
sowie eine starke emotionale Komponente im Therapiekonzept
der künstlerisch-neurologischen Musiktherapie zum Tragen.
In meinem Erfahrungsbericht stelle ich meine Arbeit mit
einem Alzheimerpatienten vor, mit dem ich seit 3 1/2 Jahren
wöchentlich musiziere: Wir spielen zusammen Geigenduos.
Anhand von Videomaterial möchte ich einen Einblick in meine
musiktherapeutische Arbeit geben, und aufzeigen, wie wichtig es
ist, individuelle Ressourcen in Bezug auf instrumentale Fähigkeiten
bei Demenzpatienten zu nutzen.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
47
Abstractverzeichnis
Projekt „Mitarbeiter als Bewohner – Lebenswelten
dementiell veränderter Menschen besser verstehen“
Nach der Diagnose II: Menschen mit Demenz ernst nehmen – neues Beratungskonzept für Betroffene
Kron, Annika
Margaretha-Flesch-Haus, Marienhaus GmbH, Köln
Kruse, Frank1; Hauser, Ute2
1
Landratsamt Ludwigsburg, Altenhilfe-Fachberatung,
Ludwigsburg
2 Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., Stuttgart
In Einrichtungen der stationären Altenpflege treffen
unterschiedliche Lebenswirklichkeiten aufeinander. Für die
Bewohner ist das Heim zugleich Heimat und Lebensmittelpunkt.
Für die Mitarbeiter dagegen ist es der Arbeitsplatz und damit
ein wichtiges, jedoch nur einzelnes Element ihres Lebens.
Während die Bewohner ihre Lebensqualität überwiegend anhand
von heimspezifischen Kriterien bewerten – wie Qualität der
pflegerischenVersorgung, der Mahlzeiten oder des Freizeitangebots
– können die Mitarbeiter, auch bei Unzufriedenheit mit ihrer
beruflichen Situation, die Lebensqualität positiv beeinflussende
Elemente ihres Lebens abseits des Heims erleben. Dies ist nur einer
der Hintergründe, warum sich die Perspektiven von Bewohnern
und Mitarbeitern auf das Leben im Heim stark unterscheiden
können. Für Mitarbeiter ist es jedoch von herausragender
Bedeutung, die Perspektive derjenigen nachvollziehen zu können,
deren Lebensmittelpunkt das Heim ist.
Um stark routinierten Arbeitsprozessen entgegen zu wirken und
die Lebenswirklichkeit der Bewohner – besonders der demenziell
veränderten Menschen, die ca. 70 Prozent der Bewohner
ausmachen – kennen zu lernen, erklärten sich die Mitarbeiter
aller Berufsgruppen (Pflege, Verwaltung, Hausmeister etc.) einer
stationären Einrichtung bereit, für zwei Tage selbst die Rolle
eines Bewohners einzunehmen. Dazu gehörte die Teilnahme
an den Mahlzeiten, den Aktivitäten des Sozialen Dienstes, aber
auch die Erfahrung des Gepflegt-Werdens und der Abhängigkeit
vom Pflegepersonal. Besonders der Aspekt der Abhängigkeit
pflegebedürftiger Menschen wurde in den Vordergrund gestellt,
indem die Teilnehmer mit Hilfsmitteln wie Fixierungsgurten,
präparierten Brillen etc. tatsächlich in ihrer Handlungs- und
Bewegungsfähigkeit eingeschränkt wurden. Die Versorgung
der Teilnehmer wurde während des Projekts von ihren Kollegen
übernommen.
Resultat des Projekts war eine deutliche Verbesserung der
Arbeitsprozesse, eine Reflektion der eigenen Arbeit und eine
messbare Steigerung der Lebensqualität der Bewohner, auch wenn
es nur in Grenzen möglich ist, die Lebenswirklichkeit der Bewohner
authentisch zu erfahren. Insbesondere lässt sich natürlich eine
Demenz nicht simulieren, jedoch bot die intensive Zeit abseits der
Pflegeroutine ein vertieftes Verständnis der Lebenswirklichkeit
und der alltäglichen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz.
K
48
Abstractverzeichnis
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Menschen mit Demenz wünschen sich eine speziell auf ihre
Bedürfnisse abgestimmte Beratung. Der Bedarf an Beratung
ist in der Zeit nach der Diagnosestellung besonders hoch.
Das zeigen Interviews mit Betroffenen im Projekt „Nach der
Diagnose – Unterstützung von Menschen mit Demenz“ der
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg und der Demenz
Support Stuttgart, unterstützt vom Sozialministerium BadenWürttemberg.
Die Demenzdiagnose ist häufig ein Schock, ein „kritisches
Lebensereignis“, begleitet von Gefühlen der Verzweiflung und
Hilflosigkeit. Menschen mit Demenz wünschen sich in dieser
Situation eine Beratung, die sie dabei unterstützt ihre Situation zu
klären, neue Perspektiven zu entwickeln und Lösungsmöglichkeiten
zu erarbeiten. Außerdem brauchen sie zusätzliche Informationen
sowie Kontakte zu Gleichgesinnten, Fachleuten oder Institutionen.
Im Demenzbereich lassen sich bislang jedoch meist Angehörige
– und dann häufig zu einem Zeitpunkt, an dem die Erkrankten
bereits auf praktische Hilfe angewiesen sind – beraten. Menschen
mit Demenz wird viel zu selten Beratung angeboten.
In der Praxisphase des Projektes „Nach der Diagnose“ hat die
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg gemeinsam mit
der Altenhilfe-Fachberatung sowie den Pflegestützpunkten und
Demenzberatungsstellen im Landkreis Ludwigsburg ein spezielles
psychosoziales Beratungsangebot für Menschen mit Demenz
entwickelt und beispielhaft implementiert. Es basiert auf den
Wünschen und Bedürfnissen der Betroffenen. An der Entwicklung
waren insgesamt 14 Beraterinnen und Berater beteiligt.
Das so entstandene Beratungskonzept „Psychosoziale Beratung
für Menschen mit Demenz in der frühen Phase“ wird im Vortrag
vorgestellt: Welches Beratungsverständnis liegt zugrunde?
Welches Setting ist maßgeblich und welche Inhalte? Sollen bzw.
wie können Angehörige einbezogen werden? Darüber hinaus wird
erläutert, wie eine Kooperation mit (Fach-)Arztpraxen aussehen
kann und welche Unterstützungsangebote die Beratung sinnvoll
ergänzen können.
M
Ambulant vor stationär; und es geht doch! Ambulante
Hausgemeinschaften als Alternative zur stationären
Altenhilfe
Meißnest, Bernd
LWL Klinikum Gütersloh, Klinik für Gerontopsychiatrie und
Psychotherapie, Gütersloh
Über viele Jahre hinweg ist im Kreis Gütersloh ein ambulantes
Versorgungsnetz für die Betreuung älterer psychisch Kranker,
vor allem an Demenz erkrankter Menschen, entstanden.
Flächendeckend ermöglichen nun ambulante psychiatrische und
somatische Hilfen, Beratungsangebote, Tages-, Kurzzeit- und
stationäre Angebote, dass gerade demenzerkrankte Menschen
in ihrem Wohnumfeld so lange wie möglich leben können. Durch
die enge Kooperation und Koordinationsarbeit der einzelnen
Kommunen und dem Kreis Gütersloh gelingt es diese vielfältige
Angebotsstruktur stadtteil- und quartiersbezogen vorzuhalten
und weiter zu entwickeln. Im Bundesvergleich ist es im Kreis
Gütersloh gelungen überwiegend ambulante Alternativen zu
der klassischen stationären Altenfürsorge zu entwickeln mit
der Konsequenz, dass die Zahl der stationären Plätze seit Jahren
stagniert und das ambulante Netz immer dichter wird.
In dem Symposium wird die Entwicklung der Angebote in
Einzelbeiträgen vorgestellt, auf einzelne zukunftsweisende
Wohn- und Betreuungsformen eingegangen, die kommunale
Verantwortung und Planung erläutert und auch die spezielle
Begleitung Demenzkranker im Allgemeinkrankenhaus durch
ausgebildete Demenz Coaches vorgestellt.
Struktur des Symposiums: 4 Vorträge à 20 min.
1.Vortrag: „Die Entwicklung der ambulanten Versorgungslandschaft für an Demenz erkrankte Menschen im Kreis
Gütersloh“
Referent: Bernd Meißnest; Chefarzt der Klinik für
Gerontopsychiatrie und Psychotherapie am LWL Klinikum
Gütersloh
2.Vortrag: „ Altenhilfeplanung – eine lohnende Aufgabe der
Kommunen“
Referentin: Monika Nopto; Sachgebietsleiterin Pflege; Abteilung
Soziales des Kreises Gütersloh.
3.Vortrag: „ Ambulant vor stationär; und es geht doch! Ambulante
Hausgemeinschaften als Alternative zur stationären Altenhilfe“
Referent: Burkhard Kankowski; Geschäftsführer des Vereins
Daheim e.V., Gütersloh
4.Vortrag:„Demenzerkrankte Menschen im Allgemeinkrankenhaus
begleiten – eine Aufgabe nicht nur für den Demenzcoach“
Referentin: Katja Plock; Demenzcoach am Klinikum Gütersloh
Ergänzt wird die Vorstellung der Versorgungslandschaft für
an Demenz erkrankte Menschen im Kreis Gütersloh durch das
Angebot von Exkursionen zu einzelnen Projekten. Interdisziplinäre Behandlung an Demenz erkrankter
Menschen im Zentrum für Altersmedizin am LWL Klinikum
Gütersloh
Meißnest, Bernd
LWL Klinikum Gütersloh, Klinik für Gerontopsychiatrie und
Psychotherapie, Gütersloh
M
A
Das LWL-Klinikum Gütersloh hält als psychiatrisches
Fachkrankenhaus seit den 60er Jahren drei somatische
Abteilungen (Neurologie, Innere Medizin, Psychosomatik) vor.
Die Zahl der älteren somatisch und psychiatrisch erkrankten
Menschen, v.a. der an Demenz Erkrankten, ist in den letzten
Jahren stetig gestiegen und mit ihr die Anforderungen einer
engeren Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen
Disziplinen. Um diesem veränderten Bedarf gerecht zu werden,
wurde am LWL-Klinikum zunächst im Rahmen einer Pilotphase
(2005-2008) eine interdisziplinäre Station für multiple somatisch
und psychiatrisch erkrankte ältere Patienten geschaffen. Mit der
weiteren Einführung einer zentralen, interdisziplinären Aufnahme
und einem auf die Bedürfnisse älterer Menschen, besonders
Demenzerkrankter, abgestimmten Gebäudeumbau wurden die
Strukturen für ein Zentrum für Altersmedizin realisiert. In ihm wird
der ältere Patient von den Disziplinen Innere Medizin, Neurologie
und Gerontopsychiatrie diagnostisch und therapeutisch
gemeinsam begleitet, ohne dass eine Verlegung zwischen den
Disziplinen erforderlich ist.
Diese neue Struktur führt zu einer nachweisbar höheren
Zufriedenheit bei den Patienten, ihren Angehörigen und auch
bei den Einweisern. Gerade für an Demenz erkrankte Patienten
ist dieser interdisziplinäre Behandlungsansatz gewinnbringend.
Über einen intensivierten gerontopsychiatrischen Konsiliar- und
Liaisondienst wird er in die fünf somatischen Krankenhäuser des
Kreises Gütersloh getragen.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
49
Abstractverzeichnis
Demenz UND geistige Behinderung – Blick auf ein
Praxisprojekt der Behindertenhilfe mit der Altenhilfe
Middelhauve, Julia
Caritasverband Gelsenkirchen, Fachstelle Demenz, Gelsenkirchen
Menschen mit einer geistigen Behinderung altern in der Regel
schneller und kommen früher in ein biologisches Alter, in dem
weitere kognitive Einschränkungen oder eine Demenz auftreten
können. Auch die symptomatische Entwicklung verläuft anders
und meist schneller. Die psychosoziale Begleitung erfordert
erhöhte Sensibilität im Umgang, spezifische pädagogische
Konzepte und angepasste tagesstrukturierende Angebote.
Die MitarbeiterInnen in Einrichtungen der Behindertenhilfe,
Angehörige und auch die Betroffenen selbst stehen vor vielen
neuen Herausforderungen. Eine zentrale Fragestellung lautet: Wie
können Menschen mit geistigen Behinderungen, die zudem an
einer Demenz erkranken gut betreut werden? Antworten darauf
erarbeitet das seit März 2012 laufende, dreijährige Projekt der
Fachstelle Demenz des Caritasverbandes Gelsenkirchen „Demenz
UND geistige Behinderung“. Dieses durch die „Aktion Mensch“
geförderte Projekt ist darauf ausgelegt, neue Angebotsformen
für die Zielgruppe älterer Menschen mit geistigen Behinderungen
und kognitiven Einschränkungen praxisbezogen zu entwickeln
und zu erproben. Einen zentralen Ausgangspunkt bilden die
langjährigen Erfahrungen der Altenhilfe in der Betreuung von
Menschen mit Demenz. Lebensnah und alltagsbezogen sollen sie
mit Erfahrungen und Bedarfen der Behindertenhilfe verknüpft
werden. Durch die trägerübergreifende Kooperation von vier
Projektpartnern der Behindertenhilfe können unterschiedliche
Ideen, Methoden und Konzepte gemeinsam praxisnah erprobt
und auf die vielfältigen Bedürfnisse der Betroffenen Menschen
angepasst werden. Die bisherigen Projekterfahrungen zeigen
deutlich: Die Versorgungs- und Angebotsstruktur für Menschen
mit Demenz die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben und
arbeiten, sollten zukünftig um ausgewählte „niedrigschwellige“,
tagesstrukturierende Angebote erweitert werden. Exemplarische,
entsprechend angepasste Ideen werden derzeit in die Praxis
gebracht und mit der Zielgruppe erprobt. Die Erkenntnisse die
sich durch diese interdisziplinär angelegte Zusammenarbeit
ergeben, gepaart mit dem überregionalen Interesse und
dem hohen Diskussions-, Klärungs- und Schulungsbedarf
der MitarbeiterInnen und Leitungen von Einrichtungen der
Behindertenhilfe zum Thema Demenz verweisen auf die hohe
Aktualität des Themas. Die im Projekt genutzten Instrumente für
Netzwerkarbeit, regelmäßige Ideenkonferenzen zu verschiedenen
Themen, regelmäßiger Erfahrungsaustausch und moderierte
M
50
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Informationsweitergabe, erweisen sich als erfolgreiche
Maßnahmen. Die im Einrichtungsverbund entwickelte
Angebotsstruktur ist so angelegt, dass sie nach Projektabschluss
ab März 2015 auf weitere Einrichtungen übertragen werden
kann. Ein konzentrierter Blick auf die dazu geplante Arbeitshilfe
für MitarbeiterInnen der Behindertenhilfe und der Altenhilfe gibt
eine Übersicht zu den erprobten Angeboten und Möglichkeiten
der Übertragung.
Das Qualitätssiegel Demenz zur Pflege und Betreuung von
Menschen mit Demenz
Mückschel, Hans-Dieter
Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V., Nürnberg
Die Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V. hat ein
Prüfungsverfahren für Heime und stationäre Einrichtungen
entwickelt, um die besondere Eignung in der Betreuung und
Pflege von Menschen mit Demenz festzustellen. Seit Okotber 2013
wird dieses Verfahren auch bundesweit angeboten.
In einem eintägigen Prüfverfahren können sich interessierte
Einrichtungen dieser Zertifizierung stellen und werden beim
Erstantrag von zwei unabhängigen Prüfern begleitet. Unter
anderem werden die besonderen Angebote des Hauses, die
Kommunikation mit den Bewohnern, milieutherapeutische
Merkmale, die fachliche Eignung des Personals sowie weitere
spezielle demenzsensible Pflegemaßnahmen beurteilt und
bewertet. Durch die Methoden einer strukturierten Beobachtung,
eines Interviews mit den leitenden Pflegemitarbeitern sowie
einer schriftlichen Befragung von Angehörigen und Mitarbeitern
der Einrichtung wird ein Gesamtbild des Hauses entwickelt
und bewertet. Bei einer positiven Gesamtbeurteilung wird
der Einrichtung ein Zertifikat durch die Alzheimer Gesellschaft
Mittelfranken für drei Jahre ausgestellt.
Mit diesem Angebot will die Alzheimer Gesellschaft
Mittelfranken e.V. Anreize setzen, um erfolgreiche und bewährte
Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz und das
Bemühen von Einrichtungen um eine besondere Begleitung zu
wertschätzen.
Im Vortrag werden die Methoden sowie die Erfahrungen mit dem
bundesweiten Qualitätssiegel Demenz sowie ein Überblick über
die Inhalte und Anforderungen des Prüfverfahrens vorgestellt.
N
Diagnostik von Demenzen
Nehen, Hans Georg
Memory Clinic Essen, Geriariezentrum Haus Berge, Essen
Fast täglich wird in der Tagespresse über neue Verfahren zur
Diagnostik der Alzheimer-Demenz berichtet. Meistens geht es
um Laboruntersuchungen, und es wird eine größere Sicherheit
in der Früherkennung versprochen. Alzheimer-Krankheit und
Demenz werden dabei oft synonym verwendet. Sinnvoll ist es,
das Demenzsyndrom diagnostisch zu sichern und dann eine
nosologische Zuordnung zu versuchen. Dabei spielen das Gespräch
mit dem Patienten und seinen Angehörigen eine entscheidende
Rolle. Ein sinnvoller Untersuchungsgang wird dargestellt.
„Und immer hört ich’s rauschen, du fändest Ruhe dort“ –
Das auditive Milieu in Altenheimen
Nowack, Katharina
Musik auf Rädern, ambulante Musiktherapie, Münster
Wie genau ist das auditive Milieu in Altenheimen? Finden
Menschen mit Demenz dort die Ruhe, die sie brauchen? Es ist
bekannt, dass für Menschen mit Demenz eine hohe Lautstärke
sehr belastend sein kann. Sie können Geräusche teilweise nicht
verstehen oder zuordnen, sie werden verunsichert, unruhig und
nervös. Wie schätzen Mitarbeiter in Altenheimen das auditive
Milieu in ihrer Einrichtung ein? Gibt es konkrete Maßnahmen,
die Lautstärke zu reduzieren und eine wohnliche, lebenswerte
Atmosphäre für die Menschen mit Demenz herzustellen?
Bei einem Forschungsprojekt der Westfälischen WilhelmsUniversität Münster fanden 2013, aufbauend auf einer quantitativen
Fragebogen-Untersuchung, bei der alle Altenheime in Münster zu
musikalischen Angeboten befragt wurden, zwölf Experteninterviews
mit Mitarbeitern einzelner Altenheime statt. Neben Fragen zu
musikalischen und musiktherapeutischen Angeboten wurden
die Experten auch zu ihrer Einschätzung des auditiven Milieus
interviewt. Die Ergebnisse waren erschreckend: Fast alle Experten
sahen das auditive Milieu in ihrer Einrichtung sehr kritisch und
bemängelten die zu große Lautstärke. Ein Experte beschreibt:
„Klar, man muss auch oft Leute laut ansprechen, dann passiert
natürlich auch sehr viel hier, dann ist mal im Wohnzimmer der
Fernseher an, dann wird hier im Flur mit Rollstühlen oder mit dem
Lifter gerumpelt, dann wird die Tür auf und zu geknallt, dann läuft
die Waschmaschine, die schleudert, dann brummt der Trockner
im Hintergrund und in der Küche wird dann aber auch gerade ein
Kuchen gebacken, da läuft der Mixer oder die Kaffeemaschine
läuft und das Radio läuft. Ich denke manchmal, es ist schon arg
laut“ (Interview am 24.10.2013).
Einige Experten geben sogar zu, dass sie sich selbst durch die
Lautstärke belastet fühlen und dass das Thema des auditiven
Milieus häufig zu Auseinandersetzungen im Team führe. Viele
Experten beschreiben eine Ohnmacht: Sie wissen, dass die
Lautstärke in der Einrichtung zu groß ist und dies für die Bewohner
eine enorme Belastung darstellt, kennen jedoch keine konkreten
Maßnahmen, etwas an dieser Situation zu ändern.
Die Vermutung liegt nahe, dass das Thema des auditiven Milieus
in Alteneinrichtungen nicht nur in Münster, sondern auch in
andernorts zu wenig diskutiert wird. Es ist eine Notwendigkeit,
auf das Thema aufmerksam zu machen und Fortbildungen zu
organisieren. Viele Geräusche in Altenheimen lassen sich nicht
vermeiden, einige hingegen schon: Verändert werden können der
gezielte und nicht dauerhafte Einsatz von Radio oder Fernsehen,
das Verhalten der Mitarbeiter, sowie innenarchitektonische
Überlegungen zur Schalldämpfung. Das Ziel sollte sein, die
Gesamtlautstärke in Altenheimen zu reduzieren, unnötigen
Lärm zu vermeiden und angenehme Klänge zu kreieren, um eine
angenehme und lebenswerte Atmosphäre für die Bewohner
herzustellen.
A
N
A
O
O
Sensibilisierung und Netzwerkbildung – Die Rolle der
Demenzbeauftragten der Ärztekammer Westfalen-Lippe
Oberfeld, Stefanie
Ärztekammer Westfalen-Lippe, Demenzbeauftragte, Münster
Mit der Benennung einer Demenzbeauftragten will die
Ärztekammer Westfalen-Lippe Ärztinnen und Ärzte für das
Thema sensibilisieren und die Bildung von multiprofessionellen
Netzwerken vorantreiben. Ziel der Demenzbeauftragten
ist es, die Bedeutung des Themas Demenz in der ärztlichen
Patientenversorgung
besonders
herauszustellen
und
zukunftsweisende tragfähige Konzepte zu entwickeln.
Derzeit sind die Versorgungs- und Lebensbedingungen für
Menschen mit Demenz oft nicht so, wie sie sein sollten und müssten.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
51
Abstractverzeichnis
Deshalb müssen durch entsprechende Fortbildungsangebote,
Aufbau von vernetzten Strukturen und eine verstärkte
multiprofessionelle Zusammenarbeit von Medizin und Pflege
bessere Voraussetzungen für die Versorgung von Menschen mit
Demenz geschaffen werden.
zu entwickeln. Was brauchen wir, um mit existenter Gewalt &
Aggressionen GUT umgehen zu können? Tankstellen, Ventile und
Strategien zum Umgang mit den Herausforderungen des Alltags.
Menschen mit Demenz stellen eine besondere Herausforderung
an die medizinische und pflegerische Versorgung, aber auch an ihr
persönliches Umfeld. Deshalb ist es besonders wichtig, auch das
soziale Umfeld der Patienten mit einzubeziehen. Dabei sind gerade
niedergelassene Ärzte als „Einzelkämpfer“ darauf angewiesen,
neben ihrer persönlichen Strategie für den Umgang mit diesen
Patienten in der Praxis auch auf Unterstützungsangebote etwa der
Ärztekammer Westfalen-Lippe zurückgreifen zu können.
P
Daneben setzt sich die Demenzbeauftragte auch dafür ein, die
Beratung von Krankenhäusern weiter auszubauen. Aufgrund des
demographischen Wandels steigt die Zahl von Patienten in den
Krankenhäusern mit der Nebendiagnose Demenz. Dies bedeutet
längere Liegezeiten und dadurch auch höhere Kosten. Mit
speziellen Fortbildungsangeboten sollen daher insbesondere die
Ärztinnen und Ärzte in die Lage versetzt werden, dem speziellen
Versorgungsbedarf von Patienten mit Demenz gerecht werden
zu können. Nur so kann in Zusammenarbeit mit der Pflege ein
möglichst reibungsloser Ablauf bei der Versorgung von Patienten
mit Demenz sicher gestellt werden.
Aber auch die Angehörigen hat die Demenzbeauftragte im Blick.
Sie müssen aufgeklärt werden und benötigen Unterstützung. Dies
soll und kann durch regionalspezifische Strukturen und Angebote
und eine enge Zusammenarbeit mit der Landesinitiative DemenzService NRW sowie der Landesstelle für pflegende Angehörige
sichergestellt werden.
O
P
Gewalt & Aggressionen
Osterholz, Nicole
Hamburg
Jeder Mensch hat persönliche Grenzen, die nicht jeden Tag
an der gleichen Stelle stehen. Bestimmte Aktionen wissen
Reaktionen in uns auszulösen, uns vielleicht in Rage zu bringen.
Es wäre wenig lösungsorientiert, deswegen gleich an die Decke
zu gehen. Sämtliche Gefühle ausblenden können ist auch nicht
erstrebenswert. Besser ist es, auf sich zu achten, eigene Grenzen rechtzeitig zu
erkennen und kurzfristig um Hilfe zu bitten. Langfristig können
wir daran arbeiten, unsere Grenzen auszubauen und Strategien
52
Abstractverzeichnis
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Wir haben Spaß – Freude an Bewegung und Rhythmik
Peil, Brunhilde
Diakonie Gütersloh e.V., Seniorenfachberatung-Demenz, Gütersloh
Erprobt in den Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz seit
10 Jahren (Aktion Atempause) möchte ich Ihnen eine Auswahl von
Möglichkeiten der Bewegung für Menschen mit Demenz vorstellen.
Im Sitzkreis werden Lieder mit Bewegung, Klatschübungen,
Bewegung mit Jongliertüchern, der „Zauberschnur“ und
dem Schwungtuch sowie einem speziellen Ball und Säckchen
eingesetzt. Außerdem werden einfache gymnastische Übungen
durchgeführt. Besondere Freude macht den demenzkranken
Gästen das Musizieren mit Rhythmusinstrumenten, etwa laut
und leise, langsam und schnell. Dialoge mit der Trommel sind
besonders geeignet bei antriebsarmen Demenzerkrankten oder
bei Einschränkungen der sprachlichen Möglichkeiten. Durch
„angeleitete“ Bewegungen, rhythmisch- musikalische Einheiten,
und Einsatz geeigneter Materialien werden die Kontaktaufnahme
untereinander, die Konzentration und Beweglichkeit und das
Wohlbefinden sichtbar gesteigert.
müssen. Häufig fehlt die Kraft, aus eigener Initiative ein neues
Angebot aufzusuchen oder neue Kontakte zu knüpfen.
Für uns ist es wichtig, diese Personengruppe nicht aus den Augen
zu verlieren. Wir möchten mit ihnen in Verbindung bleiben und sie
nicht verlieren und wollen auch auf ihre wertvollen Erfahrungen
nicht verzichten. Sie sollen dort abgeholt werden, wo sie stehen
und Freude an unserem neuen Gruppenangebot finden.
Das neue Gruppenangebot des Projekts „Verwaiste Angehörige“
verfolgt das Ziel, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt zu
erhalten bzw. zu fördern. Geplant sind zunächst etwa fünf Treffen
im Jahr. Nach vorheriger Absprache werden folgende Aktivitäten
angeboten:
Ausflüge zu regionalen Ausflugszielen mit entsprechender
Begleitung (da zum Teil hochbetagte Menschen dabei sind)
• Unmittelbar nach dem Tod des Angehörigen Unterstützung in
der Trauerphase durch:
• Gesprächsangebote
• Friedhofs- oder Gottesdienstbesuche (falls gewünscht)
• Austausch mit anderen Angehörigen in gleicher Situation
• Spaziergänge mit „Erinnerungswert“
Workshop, z.B. drei Tage Schulungswochenende evtl. auch mit
Begleitung durch Betreuer, die aus der Pflegezeit noch vertraut
sind
• Gemeinsame Besuche kultureller Veranstaltungen
• Restaurantbesuche
• Gemeinsamer Videoabend (alternativ: Bilder, Dias o. ä.)
Neues Gruppenangebot für ehemalige Angehörige
Mit Herz für Demenzkranke da sein – das Potenzial ehrenamtlicher Unterstützung in der ambulanten Versorgung
am Beispiel des Projektes „Paten für Demenz“
Pelzer, Mirko
Alzheimer Gesellschaft Dortmund e.V., Dortmund
Petrich, Dorothea
Tausend Taten e.V., Jena
Die Alzheimer Gesellschaft Dortmund e.V. kümmert sich seit
vielen Jahren um die Belange demenzkranker Menschen und
deren Angehörige. Aber was passiert mit den Partnern, wenn der
Erkrankte verstirbt?
In Dortmund besuchen 10 bis 12 ehemalige pflegende
Angehörige weiterhin regelmäßig das Gruppenangebot am
Donnerstagnachmittag sowie den Angehörigengesprächskreis
am 1. und 3. Dienstag im Monat. Viele fühlen sich nach dem Tod
des erkrankten Angehörigen alleine und erleben zeitgleich einen
Rollenverlust, da sie nun niemanden mehr pflegen oder betreuen
Die meisten demenziell erkrankten Menschen werden zu Hause
von ihren Angehörigen gepflegt. Nicht selten müssen diese rund
um die Uhr für das erkrankte Familienmitglied da sein. Oft können
sie den Erkrankten nicht einmal für kurze Zeit alleine lassen. Die
damit verbundene Belastung ist auf Dauer sehr hoch. Demenziell
erkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen tragen
oft das Schicksal dieser Krankheit ganz allein. Fürsorgliche und
liebevolle Zuwendung wird so zu einer Belastungsprobe.
Mit dem Projekt „Paten für Demenz“ entlasten wir Familien mit
Demenzkranken in Jena stundenweise. Geschulte ehrenamtliche
Helferinnen und Helfer schenken Demenzkranken einige Stunden
ihrer Zeit und unterstützen die Betroffenen einmal wöchentlich
in deren häuslicher Umgebung. Diese Unterstützung bedeutet
für Angehörige von demenzkranken Menschen eine wertvolle,
ja oft dringend notwendige Entlastung. Ein Gang zum Frisör, ein
Einkaufsbummel, ein Kinobesuch u.a., vor allem ein kurzzeitiger
Abstand von der Pflegesituation wird für die Angehörigen seit
langem wieder einmal möglich.
Es mangelt nicht an Ehrenamtlichen, die diese Aufgabe
übernehmen möchten. Viel schwieriger ist es, die oft ein- und
festgefahrenen Muster der familiären Betreuung und Pflege
behutsam aufzuweichen und Hilfe von außen zu ermöglichen.
Viele Betroffene nehmen die Hilfe erst sehr spät in Anspruch.
Dann aber sind sie sehr dankbar über die Entlastung, die sie
erfahren. Nicht selten können Ehrenamtliche als Außenstehende Unterstützungen geben, die den Angehörigen nicht möglich sind.
Ehrenamtliche kommen unbelastet von familiären Spannungen
in die Familien, sie können den Betroffenen unvoreingenommen erreichen und bringen eine andere Lebenswelt in den Pflegealltag.
Ehrenamtliche schenken Zeit und Aufmerksamkeit, gewinnen
Erfahrungen und tragen diese in die Gesellschaft zurück. Mit nur
einer Betreuung beauftragt und zeitlich flexibel können sie ganz
auf die Bedürfnisse dieser einen Familie eingehen. So gelingt es,
dass die Wünsche, Vorlieben und persönlichen Gewohnheiten der
zu Betreuenden und deren Familien im Mittelpunkt einer jeden
Begleitung stehen. Durch einen steten, wöchentlichen Kontakt
können die Ehrenamtlichen zur Vertrauensperson werden, sowohl
für die erkrankte Person, als auch für deren Angehörige. Das
Projekt trägt so zur Sicherung des Verbleibs und der Pflege in der
vertrauten Umgebung bei.
P
A
Bürgerschaftliches Engagement bietet in der ambulanten
Versorgung demenziell erkrankter Menschen qualitativ andere
Möglichkeiten der Unterstützung als professionelle Hilfe. Das
Potenzial an Ehrenamtlichen für diese Aufgabe ist vorhanden, es
muss aufgegriffen und umgesetzt werden. Mit dem Projekt „Paten
für Demenz“ schaffen wir die dafür notwendigen Strukturen.
Keine Zeit Mensch(lich) zu sein
Petzold, Grit
Haus Dänischer Wohld, Osdorf
Jeder Mitarbeiter in der Pflege kennt die Schwierigkeit, die Balance
zwischen Beanspruchung im Beruf, wo oftmals eine zeitliche
Komponente eine Rolle spielt, und anschließender Erholung zu
bewahren. Kippt diese Balance, so kann sich eine schleichende
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
53
Abstractverzeichnis
Arbeitsunzufriedenheit entwickeln, die sich in eingeschränktem
Leistungsvermögen und sinkender Qualität widergespiegelt.
Warum und ab welchem Zeitpunkt kommen Mitarbeiter an ihre
Grenzen, werden gedankenlos und schätzen Zeitabläufe verzerrt
ein? Dazu wurde ein Experiment gestartet, um die gefühlte
Arbeitsleistung zu ermitteln. Zu diesem Zweck wurden zwei
Schichten eines Wohnbereiches mit überwiegend demenzkranken
Bewohnern miteinander verglichen, eine in Überbesetzung und
eine in normaler Mitarbeiterstärke. Die anschließende Befragung
sollte der Einordnung der subjektiv gefühlten „freien“ Zeit in
verschiedenen Phasen der Schicht dienen und wie diese genutzt
wurden, etwa für zusätzliche menschliche Zuwendung für die
Bewohner. Dabei zeigte sich, ob die Menschlichkeit von der Anzahl
der Mitarbeiter abhängt und welche Rolle die eigene Haltung,
Selbstorganisation und Organisation der Einrichtung spielt,
um adäquat Menschen zu helfen, ohne die eigenen Grenzen zu
überschreiten.
Das Projekt FrühLInk für Menschen mit Demenz in der
frühen Lebensphase. Potenziale der Inklusion und quartiersnahen Unterstützung durch Selbsthilfe
P
Philipp-Metzen, H. Elisabeth1; Fey, Tilman2; Fischer, Bernd3
1
Alzheimer Gesellschaft Münster e. V., Projekt FrühLInk, Münster
2
Alzheimer Gesellschaft Münster e.V., LWL-Klinik Münster,
Abteilung Gerontopsychiatrie, Münster
3
Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft,
Münster
Demenzen treten häufig im fortgeschrittenen Alter auf.
Sogenannte präsenile Demenzen mit einem Beginn vor dem.
65. Lebensjahr kommen weitaus seltener vor. Die Auswirkungen
auf die individuelle Lebensgestaltung sind bei einer Erkrankung
mit einem frühen Beginn bedeutend. Jüngere Erkrankte stehen
oft noch im Beruf, haben jugendliche Kinder und andere
familiäre Verpflichtungen. Häufig ist es ein langer Weg bis zur
Diagnosestellung und den nötigen Hilfemaßnahmen. Angebote
zur Beratung und Unterstützung bei Pflegebedürftigkeit und
Demenz richten sich in der Regel an ältere Betroffene. Jüngere
demenziell Erkrankte fühlen sich oftmals in dieser speziellen
Lebenssituation alleine gelassen und im Rahmen der vorhandenen
Angebote ungenügend berücksichtigt.
Bei der schwierig zu erfassenden Gruppe von Menschen mit einer
früh beginnenden Demenz kann man nach Bickel von einer Anzahl
Betroffener unter 65 Jahren von 20.000 Fällen in der BRD bzw.
4.500 Fällen in NRW ausgehen. Oftmals liegt bei Demenzen in der
früheren Lebensphase noch eine Berufstätigkeit vor. Fokussiert man
54
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
diesbezüglich angesichts des steigenden Renteneintrittsalters die
Altersgruppe 45 bis 69 Jahre, so erhöht sich die geschätzte Anzahl
demenziell Erkrankter, die im Fokus des Projekts FrühLInk stehen,
auf ca. 90.000 für die BRD bzw. mindestens 18.000 für NRW.
Das Projekt FrühLInk der Alzheimer Gesellschaft Münster
e.V. dient der Verbesserung der Versorgungssituation für
Menschen mit Beginn der Demenz im mittleren Lebensalter aus
sozialwissenschaftlicher Perspektive in ganz NRW. Es wird in
Kooperation mit der LWL-Klinik Münster und dem Landesverband
der Alzheimer Gesellschaften NRW durchgeführt und exklusiv
gefördert von der Techniker Krankenkasse NRW.
Das Projekt FrühLInk berücksichtigt vier Zielgruppen:
An Demenz Betroffene, soziale Bezugspersonen wie z.B.
Angehörige, professionell Tätige und freiwillig Engagierte, z.B.
in niedrigschwelligen Angeboten. Zur Ermittlung der Potenziale
und auch der Grenzen von Inklusion durch Selbsthilfe wird
eine Potenzialanalyse auf der Basis eines Mixed-MethodsForschungsdesigns durchgeführt und anschließend eine
Handreichung zur Information für die vier Zielgruppen erstellt.
Der hier vorliegende Kongressbeitrag schildert medizinische
und sozialwissenschaftliche Hintergründe zum Themengebiet
von FrühLInk. Die Potenzialanalyse mit dem Kernelement
einer standardisierten und aktivierenden Befragung sowie
erste Zwischenergebnisse werden vorgestellt. Typisierte
Fallbeispiele veranschaulichen die lebensweltlichen Bedarfe und
Problemlagen. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausführungen liegt
auf den Ressourcen und Lösungsansätzen der Selbsthilfe.
Kommunale Gestaltungsmöglichkeiten bedürfnisorientierter Pflegestrukturen – Ergebnisse einer bundesweiten
qualitativen Untersuchung
Plazek, Michael; Schnitger, Moritz
Universität Potsdam, Potsdam Centrum für Politik und
Management, Potsdam
Ein zentrales Instrument für eine stärkere Bedürfnisorientierung
des deutschen Pflegesystems stellt die Stärkung der häuslichen
Versorgung von Pflegebedürftigen dar, welche von der großen
Mehrheit der Bevölkerung gegenüber der stationären Versorgung
bevorzugt wird. Bei genauerer Betrachtung der kommunalen
Ebene, also der Landkreise und kreisfreien Städte, zeigen sich
erhebliche Unterschiede bei den Anteilen der Versorgungsformen
(Pflegegeld, ambulant, stationär), welche bislang nicht
systematisch untersucht wurden.
Ziel der derzeit laufenden Studie, die an der Universität Potsdam
im Auftrag der Bertelsmann Stiftung und mit Unterstützung
des Deutschen Vereins umgesetzt wird, ist es steuerbare
Erklärungsfaktoren für die kommunalen Unterschiede bei der
Inanspruchnahme von Versorgungsformen zu identifizieren. In
diesem Rahmen sollen in der Praxis erprobte und übertragbare
Ansätze zur Stärkung ambulanter Versorgungs-Settings
identifiziert sowie Handlungsempfehlungen für die verschiedenen
Pflegeakteure auf lokaler Ebene herausgearbeitet werden. Zu den
untersuchten Ansatzpunkten zählen beispielsweise Maßnahmen
zur Steigerung der Attraktivität des professionellen und
ehrenamtlichen ambulanten Angebots, der Aufbau hochwertiger
Pflegeberatungs- und Case-Management-Strukturen, ein
gemeinsames kommunales Care-Management, Maßnahmen zur
Stützung des familialen Pflegepotentials sowie Instrumente zur
Stärkung integrierter Versorgungsstrukturen.
Auf Basis der Ergebnisse des Kreisvergleichs der Pflegestatistik
sowie weiterer relevanter soziodemographischer Daten
wurden bundesweit 16 kreisfreie Städte und Landkreise für die
Studienteilnahme ausgewählt. Im Rahmen explorativer Fallstudien
werden derzeit die lokalen Pflegestrukturen und Akteursnetzwerke
dieser Kommunen analysiert. Als Erhebungsinstrumente
werden eine umfassende Literaturrecherche in Kombination
mit leitfadengestützten Experteninterviews mit den zentralen
Akteuren des kommunalen Pflegemarktes vor Ort genutzt.
Hierzu zählen neben dem Fachreferenten für Altenpflege/-hilfe
insbesondere der Sozialdezernent, ausgewählte ambulante
Pflegedienste und Pflegeheime, Vertreter lokaler ehrenamtlicher
Initiativen, die zentralen Beratungsstellen bzw. Pflegestützpunkte,
Regionalvertreter der Pflegekassen sowie die Sozialdienste der
örtlichen Krankenhäuser.
Bis spätestens September 2014 wird die Erhebungsphase
abgeschlossen sein. Auf dem Kongress können vorläufige
Studienergebnisse präsentiert werden. Nähere Informationen
zur Studie unter: http://www.uni-potsdam.de/pcpm/index.
php?article_id=352&clang=0
Hierzu bedarf es einer systematischen und zugleich flexiblen
Vorgehensweise, die neben den zu integrierenden Konzeptinhalten
auch Ziele und organisationale Rahmenbedingungen der
jeweiligen Pflegeeinrichtung berücksichtigt. Im Vortrag wird
eine solche Vorgehensweise exemplarisch mit Blick auf ein
Pflegekonzept und einen konkreten Implementationsverlauf
dargestellt.
Das Konzept DEMIAN (Demenzkranke Menschen in individuell
bedeutsamen Alltagssituationen) unterstützt Organisationen
der Altenhilfe dabei, das Wissen um die für einen Menschen mit
Demenz bedeutsamen Personen, Themen, Handlungen und
Dinge systematisch in den Pflegeprozess zu integrieren. Auf diese
Weise können positive Alltagssituationen für und mit Menschen
mit Demenz gestaltet werden. In Kontakt zu sein mit dem, was
einem Menschen persönlich wichtig und wertvoll ist, wird dabei
als zentrales Element von Lebensqualität verstanden. Die Arbeit
mit dem Konzept zielt auch darauf ab, auf Seiten der Mitarbeiter
eine achtsame, suchende Haltung im Umgang mit Menschen mit
Demenz zu fördern. Zugleich wird die Selbstwahrnehmung der
Organisation gestärkt, vorhandene Spielräume personzentrierter
Pflege und Begleitung zu nutzen und ihre Strukturen und
Arbeitsprozesse entsprechend anzupassen. Nach Abschluss der Entwicklung und empirischen Prüfung des
Konzepts (2004 bis 2010, gefördert vom Bundesministerium
für Bildung und Forschung) wurde ein Prozesskonzept für die
Praxisimplementierung entwickelt. Dabei wurden Modelle und
Erkenntnisse der Implementationswissenschaft einbezogen.
Das DEMIAN-Konzept und erste Erfahrungen mit seiner
Implementation werden im Vortrag aus der Perspektive der Praxis
(einer stationären Pflegeeinrichtung, die das Konzept anwendet)
und der wissenschaftlichen Prozessbegleitung (Institut für
Gerontologie) dargestellt.
P
A
Positive Alltagssituationen gestalten, Sinnerfahrung
fördern – Die Implementierung des DEMIAN-Konzepts in
einer stationären Pflegeeinrichtung
Poppe, Dörte1; Bär, Marion2
1
Matthias-Claudius-Heim gGmbH, Rotenburg/Wümme
2
Institut für Gerontologie, Heidelberg
Im Verlauf der letzten Jahre wurde eine zunehmende Zahl an
Konzepten für die Pflege von Menschen mit Demenz entwickelt
und wissenschaftlich geprüft. Doch wie gelingt es, solche Konzepte
nachhaltig in pflegerische Einrichtungen zu implementieren?
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
55
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
R
Konzept zur Behandlung von Menschen mit Demenz in
der Zahnarztpraxis und in der aufsuchenden Betreuung
Richter, Tanja; Lühnen, Julia
Universität Hamburg, Gesundheitswissenschaften, Hamburg
Ramm, Claudia B.; Kropf-Nimtz, Maren
Zahnarztpraxis, Kiel
Problematische Entscheidungen im Rahmen der fortschreitenden
Demenz sind z.B. die Ruhigstellung mit Neuroleptika,
freiheitseinschränkende Maßnahmen (FEM) oder die künstliche
Ernährung durch eine Ernährungssonde (PEG). Der Nutzen
dieser Maßnahmen ist fraglich, es gibt jedoch bedeutsame
Nebenwirkungen. Jeder Mensch hat einen rechtlichen und
ethischen Anspruch auf informierte Entscheidungen, unter
Berücksichtigung von bestverfügbarem Wissen über Vor- und
Nachteile aller Handlungsoptionen und der persönlichen
Ansichten und Wünsche. Aufgabe von Betreuern ist die
Umsetzung dieses Anspruchs. Etwa 1,2 Millionen Menschen
wurden 2005 in Deutschland gesetzlich betreut. In 20% der
Neubestellungen von Berufsbetreuern lag als Grund eine
Demenz vor. Der Anteil liegt bei ehrenamtlichen Betreuungen
wahrscheinlich höher. Für Betreuer gibt es derzeit keine gesetzlich
geregelten Ausbildungsvoraussetzungen. Ziel des Projektes war
die Entwicklung und Pilotierung eines Schulungsprogramms für
Berufs- und ehrenamtliche Betreuer zu Entscheidungssituationen
in der Betreuung von Menschen mit Demenz (Neuroleptika,
Entscheidung zu FEM, Anlage einer PEG). Das Projekt wurde
gefördert von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.
Der Versorgungsauftrag in Schleswig-Holstein sieht folgende
bedürftige Patienten vor: 77.500 Pflegebedürftige, davon 42 000
Menschen mit Demenz ( MmD). Von diesen 77.500 Betroffenen:
31.000 in stationären Einrichtungen lebend, 15.800 ambulant
versorgte Patienten, 30.700 zu Hause durch Angehörige betreute
Personen (Statistisches Amt für HH u S-H, 185/2012, 04.12.2012).
Das Bedürfnis, einen Zahnarzt zur Behandlung aufzusuchen,
rückt bei Menschen mit Demenz immer mehr in den Hintergrund,
da andere Probleme vorrangig werden.Das Fatale daran ist,
dass die meisten MmD noch voll- bzw. teilbezahnt sind und
vielfältige Schmerzen im Mund- oder Kieferbereich bekommen
könnnen, bis hin zur Notfalleinweisung in die Zahnklinik mit
Behandlung in Vollnarkose und Totalsanierung, die meistens
bedeutet „alle Zähne raus“ und eventuell Versorgung mit
Totalprothesen. Damit fangen die Probleme erst an, wie
postoperatives Delir, Oberschenkelhalsbruch etc. Häufig wird
eine neue Prothese im Mund nicht akzeptiert und das Essen kann
nicht mehr eingenommen werden, eine Malnutrition oder die
PEG sind unausweichlich, nachts wird nicht mehr geschlafen,
Grummeln, Schreien, Aggressionen dem Pflegepersonal
gegenüber, Verweigerung des Lieblingsessens sind nur einige
Punkte. In Schleswig- Holstein hat die Zahnarztpraxis Claudia
Ramm, in Zusammenarbeit mit der Angestellten Maren KropfNimtz (Prophylaxehelferin mit Schwerpunkt Geriatrie/ Demenz
im Team) ein Konzept entwickelt, um MmD in der Praxis und
mobil versorgen zu können und ihnen damit den Stress einer
veränderten Umgebung mit unbekannten Gerüchen, Geräuschen
etc. zu nehmen. Es wird auf die Hintergründe und Grundlagen zu
diesem Konzept eingegangen und das Konzept selber vorgestellt,
das 2012 mit einem Preis im Dental Innovation Award in Zürich
ausgezeichnet worden ist. Der Vortrag wird durch Kurzvideos
ergänzt.
R
56
Entwicklung eines Schulungsprogramms für Betreuer:
Gesundheitssorge bei Menschen mit Demenz
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Phase 1: Es wurden halbstandardisierte Interviews mit je 12
ehrenamtlichen sowie Berufsbetreuern und mit 14 älteren
Menschen mit Pflege- bzw. Betreuungsbedarf (55-91 Jahre, 11
Pflegeheimbewohner) geführt. Gegenstand waren Erfahrungen
und Wünsche zu Entscheidungsprozessen in der Gesundheitssorge
und zu den definierten Entscheidungssituationen.
Die Analyse ergab personen-, prozess- und inhaltsbezogene
Faktoren von Entscheidungen, die in wechselseitiger Beziehung
zueinander stehen. Aspekte, wie beispielsweise „emotionale
Komponente“ oder „Anteil an Entscheidungen“, wurden in
ihren verschiedenen Ausprägungen identifiziert („Die (Kinder)
würden mich nie leiden lassen.“; „Ich denke, dass [NeuroleptikaGabe] kann nur der Arzt entscheiden“). Die Vorstellung zu
Entscheidungsprozessen ist über alle Gruppen sehr heterogen,
Fachwissen spielt eine untergeordnete Rolle.
Phase 2: Unter Berücksichtigung der Interviewergebnisse wurde
ein Schulungsprogramm, bestehend aus vier Modulen, entwickelt:
1) Verordnung von Neuroleptika, 2) Freiheitseinschränkende
Maßnahmen, 3) Anlage einer Ernährungssonde, 4) Entscheidungs-
prozess und die Rolle des Betreuer darin. Das Schulungsmaterial
wurde in Fokusgruppen auf Verständlichkeit und Nutzbarkeit
untersucht. In Pilotschulungen wird die Akzeptanz und
Machbarkeit untersucht. Die Pilotierung und Überarbeitung wird
im September 2014 abgeschlossen.
Eine optimale Integration des sozialen Umfeldes in die stationäre
Behandlung dient der Stabilisierung der Kooperationsbereitschaft
und damit der Nachhaltigkeit der Wirkung der Behandlung. Die
SET basierte Behandlung ist interdisziplinär ausgerichtet. Beteiligt
sind vor allem Pflege, Medizin, Ergotherapie, Psychologie und
Sozialarbeit.
Schlussfolgerung: Betreuer nehmen eine bedeutende Rolle in
der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Demenz ein. Die
Erweiterung ihrer Kompetenzen durch ein Schulungsprogramm
führt zu einer Verbesserung der Versorgungsqualität für Menschen
mit Demenz.
SET basierte psychosoziale Behandlung in der akuten Gerontopsychiatrie
Romero, Barbara ; Schlauß, Eckehard
Gesellschaft für Selbsterhaltungstherapie (GeSET) e.V., Berlin
2
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Berlin
1
2
S
„Bei uns geht‘s bunt zu, nich?“ Kommunikation in
Demenz-WGs
Sachweh, Svenja
TalkCare, Bochum
1
Psychosoziale Behandlungsstandards bei Demenz sind erst in der
Entwicklung. Die kontroverse Diskussion betrifft vor allem die
Bestimmung der Schwerpunkte bzw. Ziel-Prioritäten, und damit
die Konsequenz bei der Integration des sozialen Umfeldes und
die Sicherung des Transfers in den Alltag. Diese Fragen werden
anhand der Anwendung der Selbsterhaltungstherapie (SET) auf
einer gerontopsychiatrischen Akutstation des Evangelischen
Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in Berlin
diskutiert. Das KEH ist ein Krankenhaus der Regelversorgung und
verfolgt in allen Fachabteilungen das Ziel, die Bedürfnisse der
Kranken mit (Nebendiagnose) Demenz zu berücksichtigen. Darüber
hinaus sollen spezielle Behandlungskonzepte für Menschen
mit Demenz – beginnend in der Gerontopsychiatrie – etabliert
werden (Diagnose Demenz als Indikation für medizinische und
psychosoziale Behandlung).
Das SET-Konzept stellt die Anpassung an die krankheitsbedingten
Veränderungen ins Zentrum therapeutischer Interventionen.
Mit der individuellen Anpassung von Beschäftigungen wie
auch Erlebnis- und Teilhabemöglichkeiten einerseits, und mit
der Anpassung des sozialen Umfeldes andererseits, soll die
Adaptationsfähigkeit der Kranken unterstützt werden.
In der akuten gerontopsychiatrischen Versorgung setzt die SET
sekundär-präventiv bei einer Zielgruppe an, bei der der Bedarf
an Unterstützung bereits evident geworden ist, und stellt die Weichen für die weitere Versorgung nach der Entlassung. Während
der stationären Behandlung wird mit den Patienten und/oder den
Angehörigen bzw. Betreuenden eine individuelle Versorgungsund Alltagsplanung erarbeitet.
Wird in Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz anders
kommuniziert als in Pflegeheimen? Wenn ja, wie? Was bedeutet
das für die Lebensqualität der Betroffenen? Um diese Fragen
beantworten zu können, wurden in fünf WGs ca. 40 Stunden
alltäglicher Gespräche aufgezeichnet und nach der Methode der
Angewandten Gesprächsforschung für die Analyse aufbereitet.
Erste Ergebnisse zeigen, dass das alltägliche Miteinander, sowie
die Bemühungen von Pflege- und Betreuungspersonal, sich voll
und ganz auf die Welt der Erkrankten einzulassen, deutliche
Auswirkungen auf die Qualität und Quantität der Gespräche
haben: Es geht dort wirklich bunt(er) zu.
A
R
A
S
„Dass der/die das noch (so gut) kann!“ Wie Angehörige
von Sport, Bewegung und Demenz profitieren können
Sander, Monika
Verein Leben mit Demenz, Minden
Der Verein Leben mit Demenz – Alzheimergesellschaft Kreis
Minden-Lübbecke e.V. hat 2009 damit begonnen, Sport- und
Bewegungsangebote für Menschen mit Demenz im Frühstadium
zu entwickeln und aufzubauen. An den Angeboten (Ballspiele/
Gymnastik, Radtouren und Kanutouren) nahmen zunächst nur
von Demenz Betroffene teil und die Angehörigen blieben außen
vor. Inzwischen ist die Teilnahme von Angehörigen bei Rad- und
Kanutouren eine Selbstverständlichkeit und im Rahmen des
Projektes „Was geht! Sport, Bewegung und Demenz“ wird zum
ersten Mal ein gemeinsames „Bewegungsangebot für Menschen
mit Demenz und Angehörige“ erprobt. Angehörige können hierbei
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
57
Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
Partner, aber auch Kinder und Enkel sowie Freunde sein. Das Ziel
lautet:„Sich gemeinsam bewegen und die Freude an der Bewegung
genießen“. Die Idee ist, ein wöchentliches Sportangebot zu
schaffen, das es den betroffenen Familien ermöglicht, sich wieder
gemeinsam regelmäßig zu bewegen. Der Sport soll Teil des Alltags
sein bzw. bleiben und/oder wieder Teil des Alltags werden: Sport
tut gut! Die gemeinsame Teilnahme an Bewegungsangeboten
bringt eine Abwechselung in den oft „grauen“ Alltag und stellt
eine Zeit dar, in der die Lebensfreude wieder im Mittelpunkt.
steht.
Die Referentin, deren Ehemann von einer Demenz betroffen ist,
berichtet über die Erfahrungen und Erkenntnisse, die Angehörige
im Rahmen von gemeinsamen Bewegungsangeboten gesammelt
bzw. gewonnen haben. Dazu gehört auch so manches AhaErlebnis. Zum Beispiel die Entdeckung verloren geglaubter
Ressourcen: „Dass der/die das noch (so gut) kann!“ Eine solche
Erfahrung verändert die Wahrnehmung und trägt dazu bei, das
Leben mit Demenz anders zu sehen und neuen Mut zu finden. Der
Blick ist darauf gerichtet, was geht!
eHealthMonitor: ein webbasiertes Unterstützungssystem
zur zielorientierten Hilfe für pflegende Angehörige von
Demenzpatienten
S
Schaller, Sandra ; Marinova-Schmidt, Velislava ;
Gobin, Jasmin1; Stein, Veronika2; Schmidhuber, Martina1;
Lesyuk, Wladimir1; Engel, Sabine2; Frewer, Andreas1;
Gräßel, Elmar3; Kolominsky-Rabas, Peter1
1
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,
Interdisziplinäres Zentrum für Health Technology Assessment
(HTA) und Public Health, Erlangen
2
Verein Dreycedern e.V., Fachstelle für pflegende Angehörige
und Demenzerkrankte, Erlangen
3
Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik,
Universitätsklinikum, Zentrum für Medizinische
Versorgungsforschung, Erlangen
1
1
Ziel ist es, durch das personalisierte Webportal eHealthMonitor
(eHM) eine Entlastung pflegender Angehöriger von
Demenzpatienten zu erreichen. Dies soll durch a) Bereitstellung
individualisierter Informationen im passenden Handlungskontext
sowie b) situationsspezifische Kommunikation mit Fachpersonal
(Beratungsstellen, Pflegekräfte, Ärzte) realisiert werden.
Im März 2014 wurde eHM im Rahmen eines Pretests mit
pflegenden Angehörigen von Demenzpatienten evaluiert. Nach
einer detaillierten Erläuterung und Präsentation des Webportals
durch geschultes Personal wurden Angehörige in strukturierten
58
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Einzelinterviews befragt. Das Erhebungsinstrument erfasste dabei
Angaben zur 1) Wahrnehmung und Akzeptanz des Webportals,
2) Entscheidungsunterstützung (Preparation for Decision Making
Scale) sowie 3) Empowerment pflegender Angehöriger (Carers‘
Needs Assessment for Dementia, CNA-D). Die Inhalte wurden
anhand einer fünfstufigen Likert-Skala abgefragt.
Insgesamt nahmen 20 pflegende Angehörige im Alter von 25 bis 76
Jahren am Pretest teil. Bei den pflegenden Angehörigen handelte
es sich um Partner (33%), Kinder (27%), Betreuungspatinnen
(27%) sowie Verwandte (13%) von Demenzpatienten. Ein Anteil
von 90% gab an, das Internet bereits einmal genutzt zu haben, um
sich über gesundheitsbezogene Fragen zu informieren. Insgesamt
gaben 83% der Teilnehmer an, dass sie das Webportal eHM zur
Versorgung von Demenzpatienten nutzen würden. Angehörige
werteten die Unterstützung und Vorbereitung durch eHM bzüglich
des Treffens von relevanten Entscheidungen im Krankheitsund Pflegekontext (Decision Support) als positiv (0.75 [Skala
0-1]). Des Weiteren gaben die Angehörigen an, dass eHM dazu
beiträgt, das eigene Wissen in relevanten Bereichen zu erweitern
(Median=4.0). Insgesamt betrachtet kann das Webportal in
hohem Maße zum Empowerment pflegender Angehöriger
beitragen (x=3.5; SD=0.9). Als größte Vorteile des Webportals
wurden Informationszuwachs, Vernetzung mit Fachstellen in der
Region sowie der detaillierte Überblick über den Krankheitsverlauf
(Pflegetagebuch, Symptomtagebuch) genannt. Rückmeldungen
der Studienteilnehmer werden in die weiteren Entwicklungen des
Webportals integriert.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass eHM die Bedürfnisse pflegender
Angehöriger von Demenzpatienten zielgerichtet adressiert.
Die hohe Akzeptanz und Bereitschaft das Webportal zu
nutzen, verdeutlicht das wachsende Potenzial personalisierter,
webbasierter Unterstützungsangebote.
Das Projekt wird gefördert durch das 7. Rahmenprogramm der
Europäischen Kommission (FP7), EU-Projekt eHealthMonitor
(eHM), Emerging Fields Initiative (EFI), Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg (FAU), Human Rights in Healthcare.
Modellprojekt „Sport für Menschen mit Demenz“ –
Entwicklung von Sportangeboten in und mit Sportvereinen in NRW
Schick, Georg1; Hampel, Sarah2
1
BSNW Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen e. V.,
Sportentwicklung, Duisburg
2
Technische Universität Dortmund, Institut für Soziologie,
Dortmund
Selbstständiges und zufriedenes Altern ist eng an den Erhalt und die
Verbesserung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit –
sprich an die Alltagskompetenz – geknüpft. Vor dem Hintergrund
demographischer Herausforderungen nimmt das Themenfeld
„Demenz“ seit einiger Zeit nicht nur im Kontext der pflegerischen
und sozialrechtlichen Absicherung einen immer größeren
Stellenwert ein. Vielmehr sollte eine ganzheitliche Betrachtung
der Lebenswirklichkeit von Menschen mit Demenz vorgenommen
werden. Sportangebote sind hier in den letzten Jahren immer
stärker in den Fokus des (wissenschaftlichen) Erkenntnisinteresses
gerückt. Gleichwohl hat sich gezeigt, dass sportliche Aktivitäten
sowohl für Menschen mit Demenz als auch für pflegende
Angehörige einen positiven Effekt aufweisen können.
Anknüpfend an diese Entwicklung sollen in einem dreijährigen
Modellprojekt (2014–2016) nun mindestens 40 neue und
unterschiedliche Sportangebote für Menschen mit Demenz (und
ihre pflegenden Angehörigen) vor Ort in Nordrhein-Westfalen
entwickelt und erprobt werden. Kooperationspartner des
Vorhabens auf Landesebene sind der Behinderten-Sportverband,
der Landessportbund, die Landesinitiative Demenz-Service sowie
die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege und der privaten Pflege.
Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der TU Dortmund,
Lehrgebiet Soziale Gerontologie, gefördert vom MGEPA NRW und
den Pflegekassen.
Die konzeptionellen Eckpfeiler des Projekts sind: Sportkonzept,
Angebotsentwicklung, Qualifizierungskonzept und Netzwerkentwicklung. Der innovative Charakter des Projekts besteht
nicht nur in einer strategischen Zusammenarbeit von Vertretern
aus den Bereichen des organisierten Sports und der Pflege,
sondern auch in der gemeinsamen lokalen, auf Nachhaltigkeit
angelegten, Netzwerk- und Angebotsentwicklung. Zielsetzung
der wissenschaftlichen Arbeit der TU Dortmund ist die Begleitung
und Evaluation der im Projekt entstandenen Sportangebote
für Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen.
Dabei soll untersucht werden, wie Sportangebote konzipiert
und implementiert werden können, so dass sie einerseits den
Bedarfen der Zielgruppe gerecht werden und langfristig als
Bestandteil des Regelprogramms von Vereinen etabliert werden
können. Hierzu wird ein multimethodisches Vorgehen, das sowohl
qualitative als auch quantitative Methoden umfasst, genutzt, um
unterschiedliche Perspektiven der Projektbeteiligten vorzustellen.
Im Beitrag werden erste praktische Erfahrungen und
Entwicklungen der Implementierungsphase der Sportangebote
und Qualifizierung der Beteiligten im Projekt sowie allererste
Ergebnisse der empirischen Erhebungen (insbesondere
aus den Ergebnissen der internationalen Aufbereitung des
Forschungsstandes) vorgestellt.
Der akut internistische Patient mit der Nebendiagnose
Demenz im Krankenhaus
Schlauß, Eckehard
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge,
Gerontopsychiatrie, Berlin
Im Jahr 2000 waren etwa 40% der Patienten auf der Abteilung
Innere Medizin im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth
Herzberge 70 Jahre und älter. Im Jahre 2010 waren es schon ca.
55%. Heute sind es fast 70%. Der größte Zuwachs betrifft die
Altersklasse der über 80-Jährigen.
S
A
Zwar findet sich häufig die Diagnose Delir bei Demenz o. ä.,.
aber spezifische Demenztherapien oder pflegerisch, therapeutische Umgangskonzepte, bis hin zu demenzsensiblen
Behandlungspfaden fehlen in der Regel im schnelllebigen DRGSystem. Die Reaktion auf herausfordernde Verhaltensweisen
spiegelt sich dann ggf. in ablehnendem Verhalten („diese Patienten
gehören nicht hier her!“) oder in freiheitseinschränkenden
Maßnahmen wider.
Das im Mai 2013 auf den Weg gebrachte pflegerische Konzept
„Demenz-Delirpflege“, das u.a. Demenz-Delir-Management für
jeden Bereich sowie pflegerische Konsiliar- und Liaisondienste
vorsieht wird im Vortrag dargestellt. Wir sind in diesem Prozess am Anfang und müssen uns noch
wesentlich stärker als bisher auf die Erwartungen der Patienten und
der Angehörigen einlassen. Hier gilt es auch, in vertrauensvollen
Gesprächen sowohl mit den Patienten als auch den Angehörigen
oder Betreuern zu klären, was wir können, aber auch was wir nicht
können.
In diesem Zusammenhang werden Ansätze von speziellen
Betreuungskonzepten sowohl für demenziell erkrankte Menschen
als auch für Menschen, die an Verwirrtheitszuständen leiden,
eingeführt. Auf folgende Aspekte wird hingewiesen, bzw. es
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
59
Abstractverzeichnis
Text
werden Vorschläge für mögliche Interventionen unterbreitet:
Frühmobilisation, Verbesserung der Sensorik z.B. mittels
Brille oder Hörgerät, Verbesserung des Ernährungszustandes,
nichtmedikamentöse Schlafverbesserung, kognitive Aktivierung,
validierender Umgang, Einbeziehung von Angehörigen bzw.
Betreuenden.
ALZHEIMERMOZARTLIEBERMANN –
Kulturelle Teilhabe für Menschen mit Demenz
Schmauck-Langer, Jochen
dementia+art, Köln
Das Bedürfnis nach Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe geht
nicht automatisch mit Demenz verloren. Im Gegenteil: ein
Museums- oder Theaterbesuch, Kino, Konzert, ein von Kunst und
Kultur geprägtes Umfeld können Schlüssel zur emotionalen Welt
von Menschen mit Demenz sein. Deshalb gilt es Barrierefreiheit
zu schaffen, um die Betroffenen und ihre Angehörigen an den
schönen Dingen des Lebens teilhaben zu lassen. Gerade Kunst,
Musik und Kultur öffnen dabei Welten.Doch was macht ein
Seniorenheim, das mit Menschen mit Demenz ein klassisches
Konzert besuchen will? Oder eine Angehörige, die mit ihrem an
Alzheimer erkrankten Mann in ein Museum gehen will, wie sie
es früher oft getan haben? dementia+art gestaltet die kulturelle
Teilhabe für Menschen mit Demenz – ressourcenorientiert,
barrierefrei, nachhaltig. Ein Stück Lebensqualität. Die Ergebnisse
eines Pilotprojekts für die Aktion Demenz, gefördert von der
Robert Bosch Stiftung, werden dargestellt.
S
Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz in der
stationären Altenhilfe
Schmidt, Holger; Eisenmann, Yvonne; Perrar, Klaus Maria;
Voltz, Raymond
Universitätsklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Köln
Über die Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz in ihrer
letzten Lebensphase ist neben dem intuitiven Erfahrungswissen
bisher wenig bekannt und wissenschaftlich erfasst. Zu dieser
Fragestellung wurde am Zentrum für Palliativmedizin der Uniklinik
Köln ein Forschungsprojekt durchgeführt. Zielsetzung der Studie
war die Identifikation der Bedürfnisse von Menschen mit schwerer
Demenz in der stationären Altenhilfe und die Überführung der
Ergebnisse in einen Katalog für die Versorgungspraxis.
Die Datenerhebung erfolgte mittels teilnehmender Beobachtung
60
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Text
von Bewohnern in Einrichtungen der stationären Altenhilfe.
Darüber hinaus wurden Gruppendiskussionen mit Angehörigen
und Versorgern durchgeführt. Die Auswertung der Daten erfolgte
angelehnt an die Grounded Theory. Der Bedürfniskatalog wurde
von Experten aus der Versorgungspraxis evaluiert.
Insgesamt wurden in sechs Einrichtungen teilnehmende
Beobachtungen von Bewohnern (n=30), Gruppendiskussionen
(n=9) und Einzelinterviews (n=3) durchgeführt. Neben physischen
Bedürfnissen (z.B. adäquate Ernährung, Schmerzfreiheit
und Bewegung) konnten unter anderem Selbstbestimmung,
Sicherheit, Teilhabe und Ruhe als zentrale Bedürfnisse identifiziert
werden. Die Erfüllung dieser Bedürfnisse erfolgte unter
möglichst hohem Einbezug der Individualität der Bewohner z.B..
durch unterschiedliche Konzepte der Sinnesansprache und
Kontinuität im Alltag sowie durch strukturelle und räumliche
Anpassungen.
Die Studienergebnisse vermitteln einen Überblick über
die Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz. Der
entwickelte Katalog soll es in der Praxis ermöglichen, die
Versorgung bedürfnisgerecht auszurichten und Hilfestellung
bei Entscheidungsprozessen in der letzten Lebensphase zu
geben. Somit kann die Studie insgesamt dazu beitragen, eine
Verbesserung der Versorgung von Menschen mit schwerer Demenz
zu erreichen.
Mehr Teilhabe für Menschen mit Demenz ermöglichen
Schneider-Schelte, Helga
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Selbsthilfe Demenz, Berlin
Die Möglichkeiten zur Diagnose einer Demenzerkrankung haben
sich in den letzten Jahren sehr verbessert, so dass Erkrankte früher,
d.h. in einem frühen Stadium der Erkrankung, eine Diagnose
erhalten können.
Menschen mit einer Demenz haben je nach Krankheitsstadium
unterschiedliche Ressourcen. Gerade in der frühen Phase der
Erkrankung können und wollen sie mitreden, vor allem, wenn
es um ihre Belange geht. Sie wollen ihr Leben so lange es geht,
selbstbestimmt leben. Sie wollen teilhaben und sich nicht aus
dem öffentlichen Raum zurückziehen.
Wie Menschen mit beginnender Demenz die Möglichkeit zur
Partizipation und Mitbestimmung eingeräumt werden kann,
wurde im Projekt „Mehr Teilhabe für Menschen mit Demenz
ermöglichen“ exemplarisch erprobt. Dieses Projekt der Deutschen
Alzheimer Gesellschaft (Laufzeit 1.09.2012 bis 31.12.2014) wird
vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
gefördert.
Im Vortrag werden die Hauptergebnisse des Projekts vorgestellt:
1) Informationsmaterial für Menschen mit Demenz. Gespräche
mit Menschen mit Demenz zeigen, dass sie sich Informationen
zu ihrem Krankheitsbild und dem Umgang damit wünschen. Im
Projektverlauf diskutierten wir mit Menschen mit Demenz, welche
Themen eine Broschüre aufgreifen sollte und wie die Informationen
aufbereitet sein sollten. Entstanden ist die Broschüre „Was kann
ich tun? Erste Informationen für Menschen mit Demenz“.
2) Gruppen für Menschen mit beginnender Demenz. In den letzten
Jahren sind an verschiedenen Orten Gruppen für Menschen mit
Demenz entstanden. Diese wollen nicht betreuen, sondern ein Ort
sein, wo Menschen mit der gleichen Krankheit sich austauschen
können, lernen können, mit der Krankheit besser zu leben und
gemeinsam aktiv zu sein. Der Ausbau der Gruppen wurde durch
Öffentlichkeitsarbeit und Seminare bundesweit gefördert. Ab
sofort erhalten Interessierte Informationen und Anleitung zum
Aufbau einer Gruppe in der neu entwickelten Broschüre „Gruppen
für Menschen mit beginnender Demenz“.
3) Partizipationsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz.
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft lädt einmal jährlich die
Teilnehmer und Moderatoren der bestehenden Gruppen zu einem
Erfahrungsaustausch ein. Diese Treffen dienen dem gegenseitigen
Austausch und der Vernetzung. Zudem werden sie auch genutzt,
um mit den Teilnehmern zu besprechen, wie mehr Partizipation
organisiert werden kann, z.B. bei der Erstellung von Materialien
oder bei der Interessensvertretung und Öffentlichkeitsarbeit.
Einige Erfahrungen hierzu werden abschließend vorgestellt.
Mit Demenz durch den Paragraphendschungel
Schönhof, Bärbel
Rechtsanwaltskanzlei Schönhof, Bochum
Die Diagnose Demenz bringt für die Betroffenen und deren
Angehörige viele Fragen mit sich. Wie geht es weiter? Kann ich mein
Leben noch selbstbestimmt gestalten? Welche Entscheidungen
muss ich treffen? Welche Schritte sind nötig?
Zur Führung eines möglichst selbstbestimmten Lebens sind
auch juristische Entscheidungen zu treffen und möglichst
schnell entsprechende Schritte in die Wege zu leiten. Dazu kann
die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises genauso
gehören, wie die die Entscheidung, ob eine ggf. noch ausgeübte
berufliche Tätigkeit fortgesetzt werden soll oder kann. Auch stellt
sich die Frage, wer künftig für den Betroffenen Entscheidungen
in dessen Sinne treffen soll, wenn dieser nicht mehr für sich
entscheiden kann. In diesem Zusammenhang gilt es auch zu
entscheiden, welche Vertretungsmöglichkeiten gewählt werden.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die juristischen
Schritte, die bei einer Demenzdiagnose erforderlich sind, um
ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu gewährleisten. Er
stellt insbesondere die Voraussetzungen für die Erteilung von
Vorsorge- und Generalvollmachten dar, geht auf den Status der
Schwerbehinderung ein, und stellt dar, wie die wirtschaftliche
Situation bei Ausscheiden aus dem Berufsleben möglichst
gesichert werden kann.
Blickrichtungswechsel Lernen mit und von Menschen mit
Demenz
Schröder, Brigitta
Essen
Das Thema Demenz geht uns alle an. Was benötigen Menschen
mit Demenz, was brauchen diejenigen, die sie begleiten, damit
es zu einem gegenseitigen Geben und Nehmen kommen kann?
Wachsende Herausforderungen sind Anlaß, neue Wege zu suchen,
zu gehen und einen Blickrichtungswechsel vorzunehmen, um ihn
auch in der Begleitung einfließen zu lassen. Das Schwere ist nicht
noch schwerer zu machen, sondern Leichtigkeit ist zu entfalten.
Das „halbleere“ Glas wird dadurch ein „halbvolles“ Glas.
Mein Anliegen ist eine praxisnahe Unterstützung anzubieten, um
individuell, prozessorientiert vorzugehen. Diese Haltung beginnt
bei jedem persönlich und führt durch Selbstreflexion zu mutigen
Schritten, um Menschen mit Demenz entsprechend zu begleiten.
In einfachen Skizzen wird der Blickrichtungswechsel dargestellt
(PPP) und durch praktische Beispiele ergänzt.
Wer bereit ist, sein Verhalten zu reflektieren, aufgeschlossen ist,
bei sich anzufangen und auf die Begriffe Demenzkranke, Hilfe,
Betreuung, Verstehen verzichtet, hat den Schlüssel, den Zugang zu
diesen Menschen gefunden.
Es ist faszinierend, was von diesen Menschen gelernt werden
kann. Sie leben in der Gegenwart, sind spontan, authentisch,
tragen keine Maske, sind wie Seismographen und können aus
meiner Erfahrung Gedanken lesen. Diese Haltung führt zu
einem belebenden, gegenseitigen Geben und Nehmen. Jede
Lebensphase ist einmalig und wertvoll.
Weitere Informationen: www.demenz-entdecken.de
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
S
A
61
Abstractverzeichnis
Diabetes-Versorgung bei Demenz: Evaluation anhand von
Krankenkassendaten
Schunk, Michaela; Holle, Rolf; Schwarzkopf, Larissa
Helmholtz Zentrum München, Institut für Gesundheitsökonomie
und Management im Gesundheitswesen, Neuherberg
Zur gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Demenz
gehört die adäquate Behandlung von Begleiterkrankungen wie
Diabetes. Grundlage für die Therapieplanung ist die regelmäßige
Kontrolle wichtiger Krankheitsparameter. Behandlungsziele
umfassen die Vermeidung von Hypoglykämien und diabetesbedingter Krankenhauseinweisungen sowie die Reduktion
kardiovaskulärer Risikofaktoren und Folgeerkrankungen. Da diese
Informationen Bestandteil der Abrechnungsdaten der gesetzlichen
Krankenversicherung sind, kann wie folgt anhand von Kassendaten
untersucht werden, inwieweit sich die diabetische Versorgung und
deren Kosten bei Menschen mit und ohne Demenz unterscheiden.
Anhand von Daten einer regionalen gesetzlichen Krankenkasse
wurden 2.792 Menschen (≥ 65 Jahre) identifiziert, die 2006
an Demenz und Diabetes erkrankt waren. Weitere 8.716
Menschen waren nur an Diabetes erkrankt. Für beide Gruppen
wurden die Indikatoren der Diabetes-Versorgung mit Hilfe
logistischer Regressionsmodelle vergleichend gegenübergestellt.
Alter, Geschlecht, kardiovaskuläre Begleiterkrankungen,
Diabetesmedikation und Pflegestufe wurden als Kontrollvariablen
berücksichtigt. Weiterhin wurden die Kosten der diabetischen
Versorgung im Rahmen einer Exzess-Kosten-Analyse ermittelt, in
die zusätzliche Kontrollgruppen einbezogen wurden. Alle Analysen
wurden auf geschlechtsspezifische Unterschiede hin überprüft.
Beim Vorliegen einer Diabeteserkrankung erhalten Menschen mit
Demenz deutlich seltener als Menschen ohne Demenz mindestens
eine jährliche Kontrolle von Blutzucker, Nierenfunktion, Augen
und Fettstoffwechselwerten. Auch das Risiko für diabetische
Folgeerkrankungen ist erhöht. Obwohl das Vorliegen von Diabetes
stets mit höheren Versorgungskosten assoziiert ist, erweist sich der
diabetische Zusatzaufwand bei Demenzerkrankten als geringer im
Vergleich zu Menschen ohne Demenz. Die geschlechtsspezifische
Auswertung zeigt bei Frauen eine insgesamt weniger intensive
Versorgung sowie deutlichere Versorgungsunterschiede.
In der vorliegenden Untersuchung wurde die Diabetes-Versorgung
von Menschen mit Demenz anhand von Krankenkassendaten
bewertet. Diese bieten die Möglichkeit, Versorgungsprozesse
umfassend und bevölkerungsbezogen zu untersuchen. Allerdings
muss berücksichtigt werden, dass Abrechnungsdaten den
Praxisalltag nur eingeschränkt abbilden. Die Ergebnisse weisen
auf große Versorgungsmängel zu Lasten der Menschen mit
S
62
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Demenz hin. Insbesondere Frauen mit Demenz werden bezüglich
ihrer Diabeteserkrankung unzureichend versorgt. Daraus lässt sich
ableiten, dass die Anwendung der bereits verfügbaren Leitlinien
und zielgruppenspezifischen Empfehlungen stärker als bisher
in der Praxis verankert und kontinuierlich evaluiert werden.
müssen.
Ein Konzept zur demenzgerechten Versorgung im
Krankenhaus
Siegle, Anja; Schmidt, Karin; Riedel, Annette;
Wolke, Reinhold
Hochschule Esslingen, SAGP, Esslingen
Ein Krankenhausaufenthalt stellt für kognitiv eingeschränkte
Personen oft eine erhebliche Belastung dar (vgl. Kirchen-Peters
2008; Kirchen-Peters 2012). Im Rahmen eines SILQUA-FH
(BMBF) geförderten Forschungsprojektes wurde ein Konzept zur
„Demenzgerechten Versorgung im Krankenhaus“ entwickelt.
Als Projektpartner aus der Praxis fungiert eine 40 Betten Station
einer Alterstraumatologie. Das Projekt begann im November
2012 und hat eine Laufzeit von insgesamt 2½ Jahren. Auf Grund
der Ausgangserhebung ist bekannt, dass auf der Projektstation
30 Prozent der Patientinnen und Patienten von kognitiven
Einschränkungen betroffen sind.
Ziel des theoretisch fundierten und praxisorientierten Konzeptes
ist, für kognitiv eingeschränkte Patientinnen und Patienten
eine verbesserte, demenzgerechte Versorgungssituation im
Krankenhaus zu realisieren. Das Konzept selbst, wie auch die
hierfür entwickelten Instrumente, greifen die besonderen
Bedürfnisse wie auch Verhaltensformen der Zielgruppe auf.
Ausgangspunkt für die Konzeptentwicklung waren die folgenden
Fragestellungen:
• Wie kann eine verbesserte Versorgung von kognitiv
eingeschränkten Patientinnen und Patienten im Krankenhaus
unter den gegebenen Bedingungen konzeptualisiert und
realisiert werden?
• Welche Effekte der Konzeptimplementierung lassen sich
erfassen und kriteriengeleitet evaluieren (patientInnenbezogen,
mitarbeiterbezogen, ökonomisch)?
Das Konzept zur verbesserten Versorgung von kognitiv
eingeschränkten Patientinnen und Patienten im Krankenhaus.
wurde im bottom-up Verfahren mit den Pflegenden der
Projektstation entwickelt und implementiert. Bezüglich des
Konzeptes erfolgt eine formative Evaluation im Zeitraum von
Mai bis August 2014. In einem Vorher-Nachher-Design wird auf
Seiten der betroffenen Patientinnen und Patienten deren Grad
der Selbstständigkeit, Wohlbefinden, gesundheitsbezogener
Lebensqualität
und
Schmerzen
untersucht.
Eine
gesundheitsökonomische Evaluation des Konzeptes erfolgt im
Februar 2015.
In der Problemanalyse im Rahmen der Konzeptentwicklung
zeigte sich, dass die meisten Unsicherheiten und Probleme
der Pflegenden im Umgang mit herausforderndem Verhalten
begründet liegen. Demzufolge greift das entwickelte Konzept
diese Verhaltenssituation explizit auf. Die wesentlichen Elemente
des Konzepts sind ein Teaminstrument zur Wertereflexion für
die Pflegenden und ein Instrument zum handlungsleitenden,
strukturierten Umgang mit herausforderndem Verhalten,
angelehnt an die Serial Trial Methode. Die Pflegenden wurden
zur demenzgerechten Versorgung und im Umgang mit den
Instrumenten an vier Terminen geschult und wenden die neuen
Instrumente seit Mai 2014 an.
DemenzDolmetscher – Angehörigenwissen nutzen
Sommer, Lina
Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V., Projekt DemenzDolmetscher,
Hamburg
Mit der steigenden Zahl demenzieller Erkrankungen mehren
sich auch die Diskussionen darüber, was auf politischer und
gesellschaftlicher Ebene verbessert werden muss, um die Situation
von Menschen mit Demenz, aber auch die ihrer Angehörigen,
nachhaltig zu verbessern. Es gibt zahlreiche Arbeitskreise und
Gremien, die sich damit auseinandersetzen, wie man den
Betroffenen den Alltag, wie man das „Leben mit Demenz“,
erleichtern kann. Doch die Menschen, die sich dort beteiligen,
haben etwas gemeinsam: Sie sind Profis und in ihrer Funktion
als Vertreter einer bestimmten Institution entsandt, nicht zuletzt
um die Interessen „ihrer“ Institution zu vertreten. Das Fachwissen
dieser Experten ist ohne Zweifel von enormer Wichtigkeit, doch
es stellt gleichzeitig nur einen Ausschnitt dar und kann weder
die praktischen Erfahrungen, noch die persönliche Betroffenheit
von Erkrankten und Angehörigen ersetzen. Dabei gibt es eine
Personengruppe, die sehr gut weiß, was es heißt mit Demenz zu
leben, was es heißt mit einem Menschen zu leben, der erkrankt
ist, ihn zu pflegen, für ihn zu sorgen: Pflegende Angehörige.
Personen, die einen Angehörigen mit Demenz versorgen, sind
beispiellose Experten auf dem Gebiet Demenz. Trotzdem bleibt
ihr Expertenwissen im organisierten öffentlichen Diskurs häufig
unberücksichtigt.
Diese Strukturen konnten wir im Rahmen des DemenzDolmetscherProjektes aufbrechen. Das Ziel des Projekts ist es, pflegende
Angehörige von Menschen mit Demenz einzubinden, ihnen
auf politischer Ebene ein Mitspracherecht zu sichern und ihrem
Erfahrungswissen Gehör zu verschaffen.
Jede/r kann etwas tun: Das spiegelt sich auch im Einsatz der
Angehörigen und dem Umgang mit den beteiligten Angehörigen
wieder: Es gibt keine feste Vorstellung davon, wie das Engagement
der Angehörigen auszusehen hat und über welchen Zeitraum es
sich erstreckt. Wir erwarten von unseren Angehörigen lediglich,
dass sie bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen – idealerweise
persönlich, in Arbeitskreisen und Veranstaltungen. Doch auch
Personen, die gerne mitwirken möchten, sich aber einen solchen
Auftritt vor Fachleuten nicht zutrauen, können sich einbringen.
Zum Beispiel, indem sie ihre Erfahrungen in Gruppentreffen an
Angehörige weitergeben, die Lust haben, sich auch vor größeren
Publikum zu äußern und die auch die Beiträge derjenigen
mitnehmen, die lieber im Hintergrund bleiben wollen.
Seit mehr als anderthalb Jahren sind die DemenzDolmetscher
Teil des öffentlichen Diskurses zum Thema Demenz/Leben mit
Demenz in Hamburg. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Projekt
zeigen deutlich, dass diese neue und bis jetzt einzigartige Form
der organisierten Zusammenführung – von Kompetenz und
Wissen auf der einen und Möglichkeiten zur Einflussnahme und
Teilnahme am öffentlichen Diskurs auf der anderen Seite – von
großer Wichtigkeit ist. Das Projekt wird von der Hamburger
Homann-Stiftung finanziell unterstützt.
S
A
Frontotemporale Demenzen – Überblick über die
Einteilung und Erkrankungsformen
Stiens, Gerthild
Behandlungszentrum St. Johannes-Hospital,
Gerontopsychiatrisches Zentrum, LVR-Klinik Bonn, Bonn
Früher hieß sie die Pick-Erkrankung – inzwischen unterscheidet
man verschiedene frontotemporale lobäre Dgenerationen.
Immer wieder ist über die Klassifikation und die Einordnung der
frontotemporalen Demenz diskutiert worden.
Was versteht man aktuell unter einer frontotemporalen Demenz?
Was zeichnet die verschiedenen Formen aus? Der Vortrag soll
einen Überblick dazu geben.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
63
Abstractverzeichnis
GemeindeLeben mit Demenz – eine Initiative der Kirchenkreise Hamburg-Ost und Hamburg-West/Südholstein
Stoffregen, Antje1; Kandt, Ingrid2
1
Kirchenkreis Hamburg-Ost, Leben im Alter, Hamburg
2
Kirchenkreis HH West/ Südholstein, Seniorenwerk, Hamburg
Demenz wird auch in Kirchengemeinden zunehmend ein Thema.
So liegt der Altersdurchschnitt hier deutlich über dem der
Gesamtbevölkerung. Für Hamburg wird aktuell von 26–30.000
Menschen mit einer Demenz ausgegangen. Zwei Drittel werden im
häuslichen Bereich von Angehörigen betreut. Entsprechend häufig
begegnen wir in unseren Kirchengemeinden Familien, in denen
Demenz zur Lebenssituation gehört. Um Betroffene und ihre Familien
mit ihren besonderen Anforderungen, ihrer Scham und ihrer Sorge,
vielleicht nicht mehr ‚richtig’ mitmachen zu können zu unterstützen
braucht es ein wissendes, verständnisvolles und sicheres Umfeld.
Nichtwissen und Verunsicherung im Umgang mit Betroffenen kann
zu Rückzug und Ausgrenzung von Menschen mit Demenz und ihren
Angehörigen – auch in Kirchengemeinden – führen.
Die Initiative „GemeindeLeben mit Demenz“ will dazu beitragen,
dass sich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen dort wo sie
leben, wo sie sich vielleicht über viele Jahre gemeindlich engagiert
haben weiterhin als gleichberechtigter Teil von Gemeinschaft
erleben und Wertschätzung erfahren.
Mit prozessbegleitenden und -unterstützenden Maßnahmen
sowie konkreten Fortbildungs- und Beratungsmodulen können
sich Kirchengemeinden dabei unterstützen lassen, Orte „gelebter
Inklusion“ zu werden, Orte an denen es sich auch mit Demenz „gut
leben lässt“.
Die Resonanz auf die im Herbst 2013 gestartete Initiative ist
erfreulich: Viele Kirchengemeinden/-Gemeinderäte nutzten die
Chance der Information und Beratung. Von einzelnen Gemeinden
werden auch maßgeschneiderte Fortbildungsangebote (Vorträge,
Seminare, Workshops) abgerufen.
Als Plattform für fachlichen Austausch und als ‚Ideenschmiede’
für Aktivitäten gibt es ein Forum, das in Form einer Werkstatt
Interessierte und erfahrene Multiplikatoren/innen aus
Kirchengemeinden einbindet und vernetzt und öffentlich
zugängliche Arbeitsmaterialien entwickelt, so z.B. eine Checkliste
für Gemeindeveranstaltungen/-feste, Materialien für die Arbeit
mit Kinder- und Jugendlichen sowie Konzepte für DemenzGottesdienste u.ä.
Eine Basis-Schulung für Mitarbeitende in Kirchengemeinden
„Demenz verstehen – Umgang und Kontakt zu Menschen mit
Demenz im (Gemeinde-)Alltag“ wird in diversen Kirchengemeinden
und Regionen durchgeführt und gut nachgefragt.
S
64
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Die Initiative „GemeindeLeben mit Demenz“ kooperiert mit dem
Diakonischen Werk Hamburg, dem Netzwerk Kirche Inklusiv der
Nordkirche, der Landesinitiative „Leben mit Demenz in Hamburg“,
der Alzheimer Gesellschaft Hamburg und dem Kompetenzzentrum
Demenz in Schleswig-Holstein.
Selbsthilfe im Kontext Demenz – Was ist zu tun?
Was muss sich ändern?
Strunk-Richter, Gerlinde1; Meder, Jutta2
1
Kuratorium Deutsche Altershilfe, Landesinitiative DemenzService NRW, Köln
2
Alzheimer Gesellschaft Bochum e. V., Demenz-Servicezentrum
Region Ruhr, Bochum
Menschen im frühen Stadium der Demenz äußern immer häufiger
ihre Bedürfnisse und tragen ihre Anliegen in der Öffentlichkeit laut
vor. Sie möchten ernst genommen und als Mensch wahrgenommen
werden. Sie möchten ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht
verlieren und Selbsthilfe für sich in Anspruch nehmen. Nicht die
Pflegebedürftigkeit steht im Mittelpunkt, sondern wie geht man
mit der eigenen Familie (Veränderung der Rollen) umgeht. Aber
auch wie mit der Erkrankung weiterhin der Beruf ausgeübt, Auto
gefahren, Hobbys nachgegangen und am gesellschaftlichen,
sozialen und am kulturellen Leben teilgenommen werden kann.
Die klassische Definition von Selbsthilfe schließt diese für Menschen
mit Demenz nahezu aus. Es gilt, das Verständnis von Selbsthilfe im
medizinischen und im politischen Bereich zu verändern. Darum
bemüht und damit beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Jüngere
Menschen im frühen Stadium der Demenz“ der Landesinitiative
Demenz-Service NRW intensiv mit diesem Thema. Was die
Arbeitsgruppe konkret tut, soll im Vortrag erörtert werden.
Therapie der Demenzen
Stuhlmann, Wilhelm
Klinische Geriatrie, Arzt für Psychiatrie und Neurologie –
Psychotherapie, Erkrath
In dem Vortrag geht es um den aktuellen Stand der medizinischen
Therapie der körperlichen und psychischen Begleiterkrankungen
von Demenzen sowie den aktuellen Stand der antidementiven
Therapie.
T
Hinaus in Wald und Wiesen! Bürgerschaftlich engagierte
Wanderbegleiter ermöglichen Teilhabe von Menschen mit
Demenz
Stumm, Klaus; Wißmann, Peter
Demenz Support Stuttgart gGmbH, Stuttgart
Bürgerinnen und Bürger werden bei ihren sport- und
bewegungsorientierten Interessen angesprochen und engagieren
sich freiwillig, um neben dem eigenen Spaß Menschen mit Demenz
die Teilnahme an Aktivitäten wie beispielsweise dem Wandern
oder dem Spiel und der Gymnastik in der Gruppe zu ermöglichen.
So die Idee der der Verantwortlichen im Projekt „Was geht! Sport,
Bewegung und Demenz“ (www.sport-bewegung-demenz.de).
Inklusion und Teilhabe sollen so Realität werden.
Bei einer Idee ist es nicht geblieben. So haben beispielsweise
in Stuttgart der Schwäbische Albverein und die Demenz
Support Stuttgart die Funktion des Wanderbegleiters/der
Wanderbegleiterin kreiert und Bürgerinnen und Bürger
aufgerufen, sich als Wanderbegleiter bei den regelmäßigen Touren
zu engagieren. Der Ruf wurde erhört und seitdem ermöglicht die
‚persönliche Assistenz“ der Wanderbegleiter alleinstehenden
Demenzbetroffenen das Wandern im Kreise anderer Menschen.
Die Wanderungen finden als „inklusive“ Angebote – also für
jedermann – statt. Sie stellen damit ein Stück Normalität dar und
schaffen keine neuen trennenden Angebote.
Die Qualifizierung und fachliche Unterstützung der Freiwilligen,
geleistet von der Demenz Support und dem Schwäbischen
Albverein, tragen zur Attraktivität dieses Engagements bei.
Doch ist es insbesondere auch die eigene Lust am Wandern und
an sozialen Kontakten, die Motivation schafft. Für Interessierte
eröffnet sich hier ein spannendes und neues Feld von
Engagement. Und es entsteht ein Begegnungsraum, der neue
Erkenntnisse und Erfahrungen ermöglicht und dazu beiträgt, den
oftmals beschworenen Bewusstseinswandel zum Thema Demenz
voranzutreiben.
Ob als Begleiter bei Wanderungen oder bei anderen Aktivitäten:
Freiwillige stellen einen zentralen Baustein bei dem Vorhaben dar,
demenzbetroffenen Menschen sport- und bewegungsorientierte
Teilhabemöglichkeiten zu eröffnen. Das Angebot der
Wanderbegleitung kann somit Modellcharakter für weitere
Aktivitäten haben. haben.
Klaus Stumm wird über seine Erfahrungen als Wanderbegleiter
berichten und gemeinsam mit Peter Wißmann Anregungen für
eine Übertragung dieses Ansatzes auf andere Aktivitäten geben.
Demenz im Akutkrankenhaus in Bayern –
Herausforderndes Verhalten im Fokus
Teschauer, Winfried
Ingenium-Stiftung, Ingolstadt
Der Landesverband Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
beschäftigt sich seit fünf Jahren intensiv mit dem Thema Demenz
im Akutkrankenhaus. Beginnend im Jahr 2010 wurden zwei
Modellprojekte in Bayern vom Landesverband durchgeführt
und wissenschaftlich begleitet, gefördert vom Bayerischen
Gesundheitsministerium, den Kostenträgern und der Robert
Bosch Stiftung.
Die Ergebnisse der Modellprojekte zeigen vor allem die
Bedeutung der Fortbildung von Mitarbeitern zur Demenz.
Etwa zwei Drittel der befragten Mitarbeiter der teilnehmenden
Kliniken hatten keine substanziellen Vorkenntnisse zum Thema
Demenz. In der zweiten Projektphase (2012-2014) ist auch das
Thema „herausforderndes Verhalten“ stärker in den Vordergrund
gerückt. Die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung zeigen,
dass zwar der überwiegende Anteil der Mitarbeiter entweder
täglich oder mindestens zweimal pro Woche mit den nicht
kognitiven Symptomen der Demenzerkrankung konfrontiert ist.
Die am häufigsten genannten Manifestationen waren hierbei
Hilferufe, zielloses Herumlaufen, körperliche Aggressionen und
Wahnvorstellungen. Die Untersuchung ergab auch, dass den
Mitarbeitern kaum Verhaltens- und Kommunikationsregeln oder
andere nichtmedikamentöse deeskalierende Maßnahmen wie
Validation bekannt sind. Als Folge wurden medikamentöse oder
körpernahe freiheitsentziehende Maßnahmen am häufigsten
angewandt.
Aufgrund dieser Erkenntnisse ist in den Jahren 2014 bis 2017
eine intensivere Behandlung des „herausfordernden Verhaltens“
in einem Folgeprojekt in Planung. Im Mittelpunkt der nun stark
überarbeiteten Projektkonzeption steht eine Operationalisierung
und Anpassung der „Rahmenempfehlungen zum Umgang mit
herausforderndem Verhalten bei Menschen mit Demenz in der
stationären Altenhilfe“ für den Bereich der Akutversorgung
in Krankenhäusern. In Kooperation mit den beteiligten
Krankenhäusern werden nicht allgemeine Empfehlungen
ausgesprochen, sondern zunächst in Fallbesprechungen mit den
Mitarbeitern vor Ort konkrete Handlungsstrategien erarbeitet. Die
Ergebnisse aus mehreren Settings werden gesammelt und daraus
eine Handlungsleitlinie zum Umgang mit den Verhaltensweisen
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
A
S
A
T
65
Abstractverzeichnis
erstellt, die dann vom Bayerischen Gesundheitsministerium an
alle Krankenhäuser als Empfehlung weitergegeben wird. An
den Schulungsmaßnahmen der Mitarbeiter, der Einführung
ehrenamtlicher Helferkreise und milieugestützter Methoden
wird weiter fest gehalten. Im Vortrag werden die Grundlagen, die
Projektkonzeption und erste Ergebnisse vorgestellt.
Die Begleitung der Angehörigen von Menschen mit
Demenz unter Beachtung der transgenerationalen
Traumatisierung
Tschainer, Sabine
Institut aufschwungalt München, München
„Demenz trifft immer auch die Familie.“ Dieser Leitsatz ist
inzwischen in der Fachwelt vielfach bekannt und akzeptiert. Eine
entsprechende professionelle Einbeziehung oder/und Begleitung
der Angehörigen wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
– in der Altenpflege und im Krankenhaus – tagtäglich geleistet
und häufig viel Empathie und Engagement investiert.
Doch immer wieder einmal geraten die professionellen Systeme
an ihre Grenzen, werden von Angehörigen – Töchtern und
Söhnen, aber auch Schwiegerkindern oder (Ehe-)Partnerinnen
und Partnern – herausgefordert. Kaum lösbare Konflikte, als
überzogen erlebte Anforderungen und Erwartungen, das Gefühl
„denen kann man es sowieso nie recht machen“ oder anstrengende
Kommunikations- und Kontaktformen prägen das Miteinander
der Profis und der Familienmitglieder. Bei diesbezüglichen
Lösungsbemühungen der professionellen Systeme in der
Altenpflege und im Krankenhaus wird dabei noch zu selten dem
Faktum der transgenerationalen Traumatisierung Beachtung
geschenkt. Es gilt im Blick auf den Umgang mit den Angehörigen,
die Auswirkungen nicht verarbeiteter traumatischer Erfahrungen
der Eltern- und Großelterngenerationen in professionelle
Sichtweisen einzubeziehen.
Die heutige Bindungsforschung geht davon aus, dass jeder
Mensch auf der seelischen Ebene in einem Geflecht von
Bindungsbeziehungen, die mehrere Generationen umfassen,
lebt. Es muss davon ausgegangen werden, dass Eltern/Großeltern
ihre eigenen nicht-bewältigten Verarbeitungsaufgaben der
traumatisierenden Erlebnisse unbewusst an ihre Kinder und
Enkelkinder delegierten. Aufgrund dieser transgenerationalen
Verstrickungen können betroffene Angehörige – auch und gerade
– in Krisensituationen (wie z.B. Krankheit, Pflegebedürftigkeit,
Lebensende nahestehender Menschen) mit Verhaltensweisen,
die für Außenstehende nicht immer leicht nachvollziehbar oder
auch aushaltbar sind, reagieren. Das kann z.B. die Unfähigkeit
T
V
66
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
zur Gestaltung von Sozialkontakten (zu den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern), die Abspaltung aller Gefühle und damit verquickt
massives/forderndes/aggressives Auftreten, die Unfähigkeit
(die Erkrankten) loszulassen oder die Demenzerkrankung zu
akzeptieren, betreffen. Für die Gestaltung des professionellen
Kontaktes mit dieser Gruppe der Angehörigen ist es notwendig,
entsprechend weitergehendes Fachwissen zu erwerben.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Altenpflege und der Kliniken
benötigen Handwerkszeug, um die eigene Arbeitszufriedenheit
und die Zufriedenheit aller Beteiligten verstärkt sichern zu können.
Eckpunkte entsprechenden Handelns sind z.B. die Erstellung
und Umsetzung klarer und durchschaubarer Regeln, eine
ausgewogene Balance zwischen Nähe und Distanz wie auch der
Verzicht auf Demütigungen, Bloßstellungen oder Beschämungen.
Ein respektvoller Umgang von beiden Seiten – Angehörigen und
Profis – sollte das zukunftsträchtige Endergebnis sein.
V
Demenz in der Europäischen Politik
von Lützau-Hohlbein, Heike
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Berlin
EU-Gesundheitspolitik als direktes Politikfeld gibt es nicht, sie
ist in der Verantwortung der EU-Mitgliedsstaaten, aber die
Einflussmöglichkeiten von Seiten der Europäischen Kommission
wie des Europäischen Parlaments und anderer EU-Organe sind
gegeben und werden vor allem in den Bereichen genutzt, in
denen die Mitgliedstaaten nicht allein oder besser im Verbund
tätig werden können.
Alzheimer Europe, als europäische Dachorganisation, hat
zusammen mit seinen nationalen Mitgliedsverbänden, den
Alzheimer-Selbsthilfeorganisationen wie auch der Deutschen
Alzheimer Gesellschaft, eine langfristige Strategie entwickelt, um
nachhaltig die Situation der Demenzkranken und ihrer Angehörigen
zu verbessern und der Demenz als gesellschafts­politischer
Herausforderung zu begegnen. Dazu gehört auch die European
Alzheimer Alliance, nun mit über 70 europäischen Parlamentariern
aus allen Mitgliedstaaten und allen vertretenen Parteien.
Laufende wie auch neue EU-Projekte, auch unter Mitwirkung
von Alzheimer Europe, im Rahmen der EU-Förderungen wie
HORIZON2020 und der Innovative Medicines Initiative (IMI) wie
auch des Erasmus-Programms machen die Bedeutung der Demenz
aus Sicht der EU deutlich.
W
Allianz für Menschen mit Demenz: Von der Agenda zur
Umsetzung
Weritz-Hanf, Petra
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend, Referat 303: Gesundheit im Alter, Hilfen bei Demenz,
Conterganstiftung für behinderte Menschen, Inklusion für
Menschen mit Behinderungen, Bonn
Der Arbeitsprozess der Allianz für Menschen mit Demenz, der
am 19. September 2012 mit Unterzeichnung der Gemeinsamen
Erklärung offiziell begonnen hat, ist nach nunmehr zwei Jahren an
einer entscheidenden Wegmarke angekommen. Die Mitglieder der
Arbeitsgruppe sollen das Papier mit Leben füllen. Sie müssen sich
an die Umsetzung der von Ihnen mitgezeichneten Vereinbarungen
machen.
Diese erfolgt in unterschiedlicher Trägerschaft und Verantwortung
in den folgenden Jahren und wird von der Geschäftsstelle der Allianz
im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
unterstützt. Das Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend begleitet und überwacht diese Entwicklung
gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit und
nutzt dazu geeignete Instrumente und Arbeitsstrukturen. Anfang
2016 wird die Allianz einen ersten Fortschrittsbericht vorlegen.
Auf der lokalen Ebene wird das Programm der Lokalen Allianzen für
Menschen mit Demenz unter Einbezug kompetenter Begleitung
und Evaluation fortgeschrieben.
Sport und Bewegung: Wie Teilhabe von Menschen mit
Demenz funktionieren kann
Wißmann, Peter1; Schilling, Hartmut2
1
Demenz Support Stuttgart gGmbH, Stuttgart
2
Leben mit Demenz – Alzheimer Gesellschaft Kreis MindenLübbecke e.V., Minden
Sich bewegen und sich sportlich betätigen: das ist gesund für
jedermann. Auch für Menschen mit Demenz. Bewegung und Sport
können aber noch ganz andere Chancen für Demenzbetroffene, ihr
Umfeld und die Gesellschaft bieten. Sie können Möglichkeiten
realer Teilhabe und Inklusion eröffnen. Wie das gehen kann,
erproben die Demenz Support Stuttgart und der Verein Leben
mit Demenz in einem Projekt mit dem Titel „Was geht! Sport,
Bewegung & Demenz“. Beteiligt daran sind Sportvereine und
bewegungsorientierte Vereinigungen (z.B. Wandervereine,
ADFC), Kommunen, engagierte Bürgerinnen und Bürger,
Demenzbetroffene und ihre Angehörigen.
Sportvereine lernen sich für das Thema Demenz zu öffnen. Neue
Angebote, seien es begleitete Radfahrten oder Kanutouren,
entstehen, bei denen ausgelotet wird, wie sie beschaffen sein
müssen, damit Demenzbetroffene von ihnen profitieren. In
„inklusiv“ ausgerichteten Settings – sei es beim Wandern, beim
Tanz oder in der Bewegungsgruppe in der Halle – lernen Menschen
mit und ohne kognitives Handicap tatsächliches Miteinander und
Begegnung. Bürgerinnen und Bürger bringen sich mit ihrer Lust
an Bewegung als Begleiter und Unterstützer von Menschen mit
Demenz ein.
Das Projekt will Entwicklungen anstoßen und Sportvereine und bewegungsorientierte Vereinigungen mit Organisationen und
Engagierten aus dem Bereich der Altenhilfe und des Sozialen
zu einem gemeinsamen Lern- und Entwicklungsprozess
zusammenbringen. „Was geht!“ demonstriert an zahlreichen
Beispielen, was alles bei Menschen mit Demenz möglich ist, wenn
die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Veranstaltungen und Austauschtreffen, Qualifizierungsangebote
für Sportbegleiter und andere, Praxishandreichungen sowie
Filme sind Mittel, um die im Projekt gewonnenen Erfahrungen
weiterzugeben.
Anhand von zwei Beispielen (Wandern, Radfahren) berichten wir
über das, was alles im Sinne von Aktivität und Teilhabe geht und
welche Erfahrungen und Lernprozesse dabei gemacht wurden.
Schließlich zeigen sie auf, wie diese und viele andere Erfahrungen
nutzbar gemacht werden können, um an möglichst vielen Orten
nicht nur Sport- und Bewegungsangebote zu initiieren, sondern in
der Praxis reale Teilhabemöglichkeiten für Menschen mit Demenz
zu eröffnen.
W
A
Sport und Bewegung: Wie sich Sportvereine auf das
Thema Demenz einstellen
Wittkamp, Olaf
Kreissportbund Minden-Lübbecke, Minden
„Bewegungsangebote für Ältere“, „Sport für fitte Fünfziger“,
„Krafttraining für junge Ältere“ – so oder ähnlich werden
bereits jetzt viele Angebote in Sportvereinen betitelt. Dass ältere
Menschen verstärkt eine immer größer werdende Zielgruppe im
Sport werden, kommt nicht von ungefähr. Bereits heute bewegen
sich deutlich mehr 70- und 80jährige mindestens ein Mal pro
Woche in Bewegungsangeboten in Sportvereinen als noch vor
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Abstractverzeichnis
zehn Jahren. Sport, Bewegung, Fitness sind für viele Menschen
auch mit hohem Lebensalter unverzichtbarer Bestandteil
des Alltags und die Gruppenangebote bieten dabei einen
wesentlichen Beitrag für soziale Kontakte und Gemeinschaft mit
Anderen. Ein wesentliches Merkmal vieler Bewegungsangebote
ist aber auch die Berücksichtigung von individuellen alters- und
krankheitsbedingten Einschränkungen der Teilnehmer/innen.
Sich gemeinsam bewegen und Sport treiben – dies bedeutet für
viele Menschen ein wichtiges Stück Lebensqualität. So auch für
Menschen mit Demenz. Diese Erkenntnis wird in den nächsten
Jahren auch vermehrt die Sportvereine beschäftigen. Im Kreis
Minden-Lübbecke sind in den letzten fünf Jahren durch Kooperation
des Vereins Leben mit Demenz – Alzheimergesellschaft Kreis
Minden-Lübbecke mit regionalen Sportvereinen und dem
Kreissportbund Minden-Lübbecke Bewegungsangebote für
Menschen mit (Früh-) Demenz erfolgreich eingeführt worden.
Der Referent zeigt an Beispielen aus Sportvereinen im Kreis
Minden-Lübbecke die Entwicklung demenzfreundlicher
Sportvereine. Am Anfang stand dabei nur der Wunsch der
Betroffenen nach Bewegung. Es gab keine Erfahrung im Aufbau
und in der Leitung von Gruppen. Schnell wurde aber auch die
Notwendigkeit einer Qualifizierung für Menschen, die sich als
Übungsleiter/innen im Feld Sport, Bewegung und Demenz (neu)
engagieren wollen, deutlich.
Im Rahmen des bundesweiten Modellvorhabens „Was geht!“
(www.sport-bewegung-demenz.de) wurde daher ein
entsprechendes Qualifizierungsangebot entwickelt und praktisch
erprobt. Dieses soll in seinen Grundzügen vorgestellt werden.
Zukünftig werden in bestehenden Sportvereinen immer mehr
demenziell veränderte Personen zu finden sein. Durch Aktivitäten
wie die im Vortrag vorgestellten können sie die Voraussetzungen
dafür schaffen, dass diese möglichst lange mit Freude am
sozialen Miteinander teilhaben können. Bestehende Angebote
in Sportvereinen verändern sich so durch das Wissen und die
praktische Umsetzung über Sport und Demenz automatisch zu
inklusiven Sportangeboten.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Abstractverzeichnis
Wie nehmen Angehörige niedrigschwellige Betreuungsangebote wahr? Studie über Inanspruchnahme und
Effekte des ambulanten Leistungsangebotes
Regionale Demenznetzwerke in Deutschland – Wer sind
Nutzer/innen und was sind Versorgungsoutcomes? Erste
Ergebnisse der DemNet-D-Studie
Wolff, Birgit; Brandes, Sven
Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin
Niedersachsen e. V., Hannover
Wolf-Ostermann, Karin1; Gräske, Johannes1;
Meyer, Saskia1; Holle, Bernhard2; Thyrian, Rene3;
Schäfer-Walkmann, Susanne4
1
Universität Bremen, FB 11, Human- und Gesundheitswissenschaften, Bremen
2
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
(DZNE), Witten
3
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
(DZNE), Rostock/Greifswald
4
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart
Niedrigschwellige Betreuungsangebote gemäß §§ 45a-c SGB XI
sind längst ein wichtiger Baustein in der ambulanten Versorgung
geworden. Doch wie werden diese von demenzkranken Menschen
und den Angehörigen angenommen? Gibt es Gruppen, die bislang
wenig oder gar nicht Niedrigschwellige Betreuungsangebote
nutzen? In welcher Weise erleben Angehörige Entlastung durch
die stundenweise Betreuung? Im Rahmen eines Modellprojektes
in Niedersachsen wurde diesen Fragen nachgegangen.
Das Projekt „Effekte, Weiterentwicklung und Inanspruchnahme
von Niedrigschwelligen Betreuungsangeboten“ (EWINA)
untersucht u.a. die Inanspruchnahme und die wahrgenommene
Wirkung Niedrigschwelliger Betreuungsangebote durch die
Angehörigen. Aus den Ergebnissen der qualitativen Auswertung
von Interviews lassen sich die von Angehörigen wahrgenommenen
Wirkungen in verschiedene Bereiche einteilen. Aus einer
Nutzeranalyse werden Gruppen identifiziert, die Niedrigschwellige
Betreuungsangebote wenig oder gar nicht in Anspruch nehmen.
Diese Ergebnisse sollen im Rahmen des Vortrags vorgestellt
und für die Arbeit mit Angehörigen, mit den zu betreuenden
Personen und den Ehrenamtlichen sowie für Trägerorganisationen
Schlussfolgerungen abgeleitet werden.
Ziel der Untersuchung war es, Ansatzpunkte für eine
Weiterentwicklung der Angebote durch die Anbieter
herauszuarbeiten, um so eine Verbesserung der Inanspruchnahme
von Niedrigschwelligen Betreuungsangeboten und der
Betreuungsqualität zu ermöglichen. EWINA wurde von 2010 bis
2013 vom Land Niedersachsen, den Pflegekassen und den privaten
Pflegeversicherungsunternehmen gemäß § 45c SGB XI gefördert.
Träger des Projektes ist die Landesvereinigung für Gesundheit und
Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.
In Deutschland erfolgt die Versorgung von hilfe- und
pflegebedürftigen Menschen mit Demenz (MmD) derzeit
vorwiegend in der eigenen Häuslichkeit – oftmals unterstützt durch
Angehörige. Jedoch ist das ambulante Versorgungssystem auf die
komplexen Bedürfnisse der Betroffenen (MmD und Angehörige)
nur unzureichend eingerichtet. Vor diesem Hintergrund haben sich
daher zunehmend regionale Demenznetzwerke als kooperative,
multiprofessionelle Versorgungsmodelle in der ambulanten
Versorgungspraxis herausgebildet, die sowohl verschiedene
Gesundheitsprofessionen als auch Unterstützungsangebote
für MmD koordinieren. Im Rahmen der multiprofessionellen,
multizentrischen Evaluationsstudie DemNet-D-Studie werden
Versorgungsoutcomes und Versorgungsverläufe von MmD
analysiert, die eine vernetzte Versorgung im ambulanten Bereich
durch regionale Demenznetzwerke erfahren.
Die Daten wurden im Rahmen der Baselineerhebung der
bundesweiten DemNet-D-Studie mittels face-to-face Interviews
mit MmD und deren Angehörigen im häuslichen Setting erhoben.
Es wurden soziodemografische Daten, die Demenzschwere
(FAST), herausforderndes Verhalten (CMAI), Depression (GDS)
sowie Alltagsfähigkeiten (IADL), die empfundene Lebensqualität
(QoL-AD) sowie die soziale Inklusion (SACA) aber auch die
Inanspruchnahme netzwerkbezogener Leistungen erfasst.
Es wurden bundesweit je 560 MmD und ihre pflegenden
Angehörigen in die Studie eingeschlossen. Etwas weniger als die
Hälfte der MmD sind Frauen (41,9%), das Durchschnittalter der
Teilnehmer/innen liegt bei 80 Jahren. Etwa zwei Drittel der MmD
(60,9%) wohnen mit Angehörigen zusammen Die teilnehmenden
MmD weisen im Mittel eine sehr schwere Demenz (FAST: Median
7) und deutlich eingeschränkt Alltagsfähigkeiten (IADL 21,9)
auf. Rund drei Viertel der MmD (76,9 %) zeigen mindestens eine
herausfordernde Verhaltensweise (CMAI), ein Drittel (34,1%) weist
zudem leichte bis schwere Symptome einer Depression (GDS) auf.
Trotz dieser Einschränkungen liegt die berichtete Lebensqualität
im moderaten Bereich (QoL-AD 28,6) und die MmD fühlen sich in
der Gemeinschaft überwiegend akzeptiert (SACA 24,4).
Die Ergebnisse tragen dazu bei, die Versorgungssiituation von MmD
im nichtstationären Setting zu charakterisieren, Erfolgsfaktoren
einer integrierten Versorgung zu identifizieren und Lücken in einer
regionalen wohnortnahen Versorgung zu schließen Die Ergebnisse
geben zudem Hinweise darauf, wie Angebotsstrukturen in
regionalen Netzwerken optimiert werden können, um so einen
längeren Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen.
Beginnende Demenz und Fahreignung
Wolter, Dirk K.
Haderslev
Im Zuge der demographischen Entwicklung sind immer mehr
alte und auch hochbetagte Menschen aktive Autofahrer. Im
Alter ändert sich das Fahrverhalten, wobei Leistungseinbußen
zumindest teilweise kompensiert werden können. Leistungstests
führen zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Fahreignung
älterer Autofahrer. Unfallentstehung und Unfallhäufigkeiten
weisen charakteristische Unterschiede im Vergleich zu jüngeren
Autofahrern auf, die häufig nicht beachtet werden. Eine
differenzierte Betrachtung ist aber notwendig, um eine voreilige
Überschätzung der Gefährdung zu vermeiden. Ältere Autofahrer
sind eher selbst gefährdet als dass sie andere gefährden.
Durchschnittlich erst jenseits des 75.-80. Lebensjahres wirken sich
gesundheitliche Beeinträchtigungen häufiger mobilitätsrelevant
aus.
Die kognitive Leistungsfähigkeit spielt für das Autofahren eine
zentrale Rolle. Das Fahrverhalten von Personen mit beginnender
Alzheimer-Demenz unterscheidet sich nur graduell von dem
älterer Autofahrer insgesamt. Während bei fortgeschrittener
Demenz Fahreignung sicher nicht mehr gegeben ist, kann sie in
leichten Demenzstadien noch eine zeitlang erhalten bleiben.
Die Beurteilung muss stets individuell und umfassend erfolgen. Es
gibt keinen Einzeltest, der für sich allein die Frage der Fahreignung
bei beginnender Demenz definitiv beantworten könnte. Wird eine
Demenzdiagnose gestellt, muss die Problematik zeitnah mit dem
Patienten besprochen werden, weil im Verlauf der Demenz die
Fahreignung zwangsläufig verloren gehen wird.
Ausreichendes Wissen um gesetzliche Grundlagen und Vorschriften
sowie praktische Durchführung der Fahreignungsuntersuchung ist
Voraussetzung dafür, dass Ärzte rechtzeitig mit ihren Patienten
über dieses Thema reden, denn der u.U. notwendige Verzicht auf
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Abstractverzeichnis
Abstractverzeichnis
den Führerschein stellt einen schwierigen Entscheidungsprozess
dar, bei dem der Arzt den Patienten und seine Angehörigen als
Gesprächspartner und Berater begleiten muss.
Z
TrotzDemenz© Ein Seminar für Menschen im frühen Stadium einer Demenzerkrankung und ihre Angehörigen
Zarzitzky, Christine
Alzheimer Gesellschaft München e.V., München
Eine Demenzdiagnose bewirkt bei den Betroffenen und ihren
Angehörigen meist eine tiefe Verunsicherung. Nach und nach gilt
es eine Menge Frage zu klären, für die ein Beratungsgespräch oft
nicht ausreicht.
Wird die Diagnose in einem frühen Stadium gestellt, möchten
und können sich viele betroffene Mensch aktiv mit den Folgen
der Erkrankung auseinandersetzen und lernen, damit zurecht zu
kommen. „Es ist ungerecht, wenn man nicht gesagt kriegt, was
auf einen zukommt. Man kann sich dann nicht darauf vorbereiten“, drückte es ein Betroffener aus.
Die meisten Schulungs- und Informationsangebote richteten sich
bisher ausschließlich an Angehörige, damit sie u.a. die Symptome
einer Demenzerkrankung besser verstehen können und lernen,
mit den betroffenen Familienangehörigen adäquater umzugehen,
sowie eine gesunde Balance zwischen Betreuung und Selbstpflege
zu entwickeln.
Das Seminar TrotzDemenz© richtet sich daher an Menschen mit
einer Demenzdiagnose im frühen Stadium, die sich intensiv mit
der Erkrankung auseinandersetzen wollen und deren Angehörige,
die in einer parallelen Gruppen die gleichen Inhalte vermittelt
bekommen. Es umfasst acht Module mit den vorrangigen Zielen:
Informationsvermittlung, Unterstützung beim Umgang mit der
Erkrankung und den emotionalen Auswirkungen der Diagnose. Das Schulungskonzept wurde von der Alzheimer Gesellschaft
München im Rahmen eines Modellprojektes entwickelt und vielfach
erprobt. Es kann mit Unterstützung der IKK- classic und dem
BKK Landesverband Bayern einem größeren Interessentenkreis
zugänglich gemacht werden. Sämtliche Inhalte werden in dem
Praxishandbuch TrotzDemenz© auf CD Rom festgehalten, an dem
Experten aus Gerontopsychiatrie, Pädagogik, Psychologie und
Medizin beteiligt sind. Die Fertigstellung des Handbuches ist bis
Ende September 2014 geplant. Im Vortrag werden die zentralen
Inhalte des Praxishandbuches TrotzDemenz© vorgestellt.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Initiative „Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken“
– zur Förderung der Integration und Inklusion von Menschen mit Demenz in die Gesellschaft
Ziebell, Elfi
Angehörigenberatung e.V. Nürnberg, Gerontopsychiatrische
Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken, Nürnberg
Bei der Initiative „Demenzfreundliche Kommune Mittelfranken“
handelt es sich um die Fortführung von drei erfolgreichen
Kampagnen zu Demenz und seelischer Gesundheit im Alter, die
2007, 2009 und 2011 im Bezirk Mittelfranken von der GeFa initiiert
und koordiniert wurden. Der Titel der Initiative ist entlehnt von der
Aktion Demenz e.V., die dazu ein bundesweites Projekt durchführt
und der GeFa für die Durchführung der Initiative dafür über die
Robert Bosch Stiftung Fördergelder zur Verfügung stellt.
Die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten oder zu fördern und
ihnen und den Angehörigen die Teilhabe am gesellschaftlichen
Leben zu ermöglichen, ist ein vordringliches Anliegen. Dabei wird
besonders der ambulante Bereich in den Blick gerückt: Der weitere
Aufbau alltagspraktischer Hilfen und innovativer, attraktiver
und lebensbejahender Projekte in den Gemeinden steht im
Mittelpunkt. Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Ausbau
der Netzwerkarbeit der Anbieter vor Ort in den Gemeinden sind
ebenfalls zentrales Anliegen bei den Bestrebungen um Integration
und Inklusion der Betroffenen und ihrer Angehörigen.
Die GeFa bietet den interessierten Gemeinden ein Ideenportfolio
und regt die Vernetzung vor Ort an. Sie berät vorrangig zu
ambulanten Versorgungsangeboten und steht für Vorträge und
Workshops zur Verfügung bzw. vermittelt diese neben weiteren
Fortbildungsangeboten an die zahlreichen Kooperationspartner.
Das Fördergeld der Robert Bosch Stiftung wird den teilnehmenden
Gemeinden anteilig für Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen und
Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.
Angesprochen sind die politischen Entscheidungsträger, d.h. die
Bürgermeister der 205 Gemeinden im Bezirk Mittelfranken, ohne
die fünf kreisfreien Städte. Bislang haben neun Gemeinden ihre
Teilnahme erklärt und sind mit diversen Aktionen tätig geworden.
Diese werden zumeist von einem Netzwerk verschiedenster
Akteure beschlossen und gemeinsam durchgeführt. Jeder
Gemeinde ist die Entscheidung über ihre Aktivitäten vor Ort und
die Inhalte ihrer Initiative freigestellt. Die GeFa gibt Anregungen
und Impulse, macht jedoch keine Vorgaben.
Auch nach Beendigung der Förderung durch die Aktion Demenz e.V.
/ Robert Bosch Stiftung soll die Initiative weitergeführt werden.
Weitere Gemeinden sollen für eine Beteiligung gewonnen werden.
Es wird nach weiteren Fördermöglichkeiten gesucht. Mit dem
Thema „Demenz im Krankenhaus“ wird ein neuer Schwerpunkt für
die Fortführung im Bezirk Mittelfranken gesetzt.
Ansprechpartnerinnen:
Elfi Ziebell und Nina Gremme
Angehörigenberatung e.V. Nürnberg /
Gerontopsychiatrische Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken,
Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nürnberg, Tel.: 0911 26 98 39,
E-Mail: gefa@angehoerigenberatung-nbg.de
PIA – Technischer Assistent im Alltag: Ergebnisse der
Fokusgruppen
Zirk, Anna; Schulze, Eva
Berliner Institut für Sozialforschung, Berlin
Das Projekt PIA (Personal IADL Assistant) konzentriert sich darauf,
die Alltagskompetenz älterer Menschen (mit und ohne kognitive
Beeinträchtigung) zu unterstützen. Dafür sollen Videoanleitungen
zur Ausführung von Alltagsaufgaben oder zur Bedienung von
Haushaltstechnologien zur Verfügung gestellt werden. Die
Anleitungen werden von Bezugspersonen produziert und über
einen Tablet-PC im Haushalt der Nutzer zugänglich gemacht.
Um die PIA-Idee vorzustellen, eine erste Mock-up Version zu
evaluieren und potentielle Probleme zu erfassen, wurden
Fokusgruppen mit 30 älteren Menschen (50+ Jahre) sowie 16
formellen und informellen Pflegern durchgeführt (zwischen 30
und 70 Jahren).
Die Teilnehmer waren sich einig, dass vor allem ältere Personen
von PIA profitieren können. Mögliche Probleme, die den Nutzen
von PIA beinträchtigen könnten beziehen sich u.a. auf die Qualität
und Verfügbarkeit der Videos. Zudem gilt es technische Barrieren
zu überwinden, um tatsächlich von PIA profitieren zu können.
Im Großen und Ganzen wird PIA als Chance gesehen, ein
selbständiges Leben so lang wie möglich aufrecht zu erhalten. Vor
allem ältere Menschen und Personen mit leichter Demenz sollen
davon profitieren. Um PIA so hilfreich wie möglich zu gestalten
muss es einfach zu nutzen sein und sollte so wenige wie möglich
Ansprüche an das technische Vorwissen des potentiellen Nutzers
stellen. Zudem muss PIA ein Gefühl von Sicherheit vermitteln,
indem es zuverlässig funktioniert und zur Verfügung stehende
Inhalte einfach abrufbar und von guter Qualität sind.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Poster
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Poster
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Herausforderungen meistern – auf dem Weg zum altersund demenzsensiblen Krankenhaus
DeREACH: Deutsche Adaptation der “Resources for Enhancing Alzheimer´s Cargiver Health II” – eine randomisiert
kontrollierte Studie
Attanasio, Annette; Bühler, Simone; Bakker, Christina
HWP Planungsgesellschaft mbH,
Unternehmensberatung und Betriebsplanung, Stuttgart
Mit dem Vortrag „Herausforderungen meistern – auf dem
Weg zum alters- und demenzsensiblen Krankenhaus“ stellt
das Kompetenzteam Alternde Gesellschaft/Demenz der
HWP Planungsgesellschaft mbH seinen interdisziplinären
Lösungsansatz vor.
Hierbei werden kurz die besonderen Charakteristika geriatrischer
Patienten sowie Patienten mit Demenzerkrankung aufgezeigt,
um im Folgenden die notwendigen prozessualen, medizinischen
und pflegerischen Anpassungen im Tagesablauf für diese
Patientengruppe zu erläutern. Außerdem werden architektonische
und innenarchitektonische Anforderungen beschrieben, die den
Bedürfnissen der Patienten nach Sicherheit, Geborgenheit und
Orientierung gerecht werden.
Im Hinblick auf diesen ganzheitlichen Ansatz wird ein besonderes
Augenmerk auf das Überleitungsmanagement der Patienten
gelegt. Denn mit der Aufnahme und der Entlassung des Patienten
gewinnt die alters- und demenzsensible Betreuung über die
Sektorengrenzen hinaus eine herausragende Bedeutung.
Die Einbettung des Patienten in einen funktionierenden
Versorgungsverbund ist unbedingt erforderlich.
Die HWP Planungsgesellschaft mbH unterstützt mit dem eigens
entwickelten Demenz-Check Krankenhäuser auf dem Weg
zur alters- und demenzsensiblen Einrichtung. Wie einzelne
Lösungen aussehen können, zeigen praktische, individuelle
Umsetzungsempfehlungen, abgeleitet aus den Ergebnissen des
Demenz-Checks.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Berwig, Martin; Gertz, Hermann-Josef
Medizinische Fakultät der Universität Leipzig,
Lehrstuhl für Gerontopsychiatrie, Leipzig
In den USA wurde ein umfassendes Programm zur Stärkung
der gesundheitlichen Ressourcen von zu Hause pflegenden
Angehörigen von Menschen mit Demenz entwickelt und evaluiert
(Resources for Enhancing Alzheimer’s Caregiver Health II). Das
Ziel der Studie ist die Adaption des Programms an den deutschen
Sprachraum bzw. an die Verhältnisse der Stadt Leipzig und dessen
Anwendung. Im Rahmen einer randomisiert, kontrollierten
Studie im Zeitraum Oktober 2012 bis Dezember 2014 wird die
Wirksamkeit der umgesetzten Intervention evaluiert.
Die Intervention besteht aus neun Hausbesuchen und drei
Telefonkontakten innerhalb von sechs Monaten. Es wird ein individuelles Risikoprofil der pflegenden Angehörigen erfasst,
welches als Grundlage für die folgenden Kontakte dient. Die
Hausbesuche fokussieren auf die Bereiche Sicherheit, soziale
Unterstützung, herausfordernde Verhaltensweisen der Menschen
mit Demenz, psychologisches Wohlbefinden, Selbstfürsorge und
präventives Gesundheitsverhalten der pflegenden Angehörigen.
Es wurde vorgesehen 138 pflegende Angehörige in das Projekt
einzuschließen, um einen praktisch relevanten Effekt (d=0,65)
statistisch nachzuweisen. Die Wirksamkeit der Intervention
wird anhand der Hauptzielgröße Belastungserleben beurteilt.
Außerdem wurden sekundäre Zielgrößen wie Angst und
Depression, Somatisierung, gesundheitsbezogene Lebensqualität
und soziale Unterstützung erhoben.
Bislang konnten 77 pflegende Angehörige in das Projekt
eingeschlossen werden. Eine Zwischenauswertung zeigt, dass die
Belastung der Angehörigen in der Interventionsgruppe abnimmt
und in der Kontrollgruppe zunimmt. Dieser Effekt ist statistisch
signifikant. Bei den sekundären Zielgrößen zeigt sich derzeit
eine positive Tendenz zugunsten der Intervention, jedoch keine
statistische Signifikanz.
Es ist davon auszugehen, dass die ersten Erkenntnisse bei
Vervollständigung der Stichprobe bestätigt werden können.
Derzeit laufen die Vorbereitungen, um das Angebot durch
verschiedene Einrichtungen zu verstetigen. Erste Mitarbeiter von
Ergotherapiepraxen sind bereits geschult. Die Intervention soll
als niedrigschwelliges Angebot pflegende Angehörige entlasten
und beratend unterstützen. Das Poster stellt die Intervention, die
Ergebnisse und das Fortschreiten der Verstetigung vor.
Validierung der deutschen Version der Revised Memory
and Behavior Problems Checklist
Berwig, Martin; Heinrich, Stephanie; Hallensleben, Nina;
Spahlholz, Jenny; Gertz, Hermann-Josef
Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Lehrstuhl für
Gerontopsychiatrie, Leipzig
Verhaltensprobleme sind ein häufig auftretendes Symptom bei
Demenzpatienten, welches großen Einfluss auf die Selbstfürsorge
und interpersonale Beziehungen hat. Sie sind in den meisten
Fällen für die pflegenden Angehörigen von noch größerer
Relevanz als für den Patienten selbst, da sie stark mit deren
Belastung zusammenhängen. Aufgrund dessen ist die Erfassung
von Verhaltensproblemen für jede Studie zur Situation pflegender
Angehöriger unerlässlich. Die Revised Memory and Behavior
Problems Checklist (RMBPC) ist ein Instrument mit 24 Items zur
Erfassung typischer Verhaltensprobleme bei Demenz. Diese sollen
hinsichtlich ihrer Auftretenshäufigkeit innerhalb der letzten
Woche (Häufigkeitsskala) sowie der jeweils damit verbundenen
Belastung (Distress-Skala) eingeschätzt werden. Die Validität der
RMBPC wurde bis jetzt noch nicht an einer deutschen Stichprobe
überprüft.
Die Konstruktvalidität der RMBPC wurde mittels Analyse der
Korrelation von Maßen zur Belastung der pflegende Angehörige
(Zarit Burden Interview, ZBI) und zum psychischen und
körperlichen Gesundheitszustand des pflegende Angehörige (SF12, PHQ-15, PHQ-4) sowie zur Lebensqualität (QoL-AD) und zur
depressiven Symptomatik (Geriatrische Depressionsskala, GDS)
des Demenzpatienten überprüft. Die Stichprobe besteht aus 63
Demenzpatienten und deren pflegende Angehörige, welche im
Rahmen des vom BMG geförderten Angehörigenprojekts DeREACH
(Deutsche Adaptation der Resources to Enhance Alzheimer’s
Caregiver Health) untersucht wurden.
62% der pflegenden Angehörigen sind weiblich (40% der
Patienten), das Alter der Angehörigen liegt im Mittel bei 72.4
Jahren (SD = 8.6; Patienten M = 76.8, SD = 8.7), die mittlere
Erkrankungsdauer beträgt 37.7 Monate (SD = 40.2). Die RMBPCWerte hängen weder mit Alter und Geschlecht der pflegende
Angehörige und der Patienten noch mit der Erkrankungsdauer
zusammen. Es bestehen signifikante Korrelationen zwischen der
Häufigkeits-Skala der RMBPC und dem ZBI (r = .50, p < .001), der
psychischen Subskala des SF-12 (r = -.26, p < .05), des QoL-AD (r
= -.26, p < .05) und der GDS (r = .35, p < .01) sowie zwischen
der Distress-Subskala der RMBPC und dem ZBI (r = .54, p < .001),
dem PHQ-4 (r = .32, p < .05), dem PHQ-15 (r = .30, p < .05),
der psychischen Subskala des SF-12 (r = -.36, p < .01), dem
QoL-AD (r = -.29, p < .05) und der GDS (r = .364, p < .01). Es
fanden sich zudem zufriedenstellende interne Konsistenzen für
die Häufigkeits- und für die Distress-Subskala (α = .76, α = .71).
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die deutsche Version
der RMBPC ein valides und reliables Instrument zur Erfassung
von Verhaltensproblemen und dem damit verbundenen
Belastungserleben der pflegenden Angehörigen bei Demenz ist.
B
A
Ehrenamtlich Engagierte in der Betreuung von Menschen
mit Demenz wirkungsvoll begleiten
Bolz, Cordula
Kompetenzzentrum Demenz Heinemanhof, ambulante Betreuung
und Beratung, Hemmingen
In den vergangenen zehn Jahren wurde mit der
Einführung des Begriffs „niedrigschwellige Betreuung“ im
Pflegeversicherungsgesetz das Freiwilligen Engagement in der
Betreuung u.a. von Menschen mit Demenz intensiv ausgebaut.
Durch die Abrechenbarkeit der ehrenamtlich erbrachten Leistungen
und die Möglichkeit, eine trägerbezogene Förderung in Anspruch
zu nehmen, wurde diese neue Engagementform sowohl für
Anbieter als auch für Engagierte zunehmend interessant. Seitdem
hat sich eine vielfältige Landschaft von Angeboten vor allem
für Menschen mit beginnender und mittelgradig ausgeprägter
Demenz entwickelt.
Nachdem viele Jahre der Aufbau und Ausbau im Vordergrund
stand, ist inzwischen der Focus auf die Qualitätsentwicklung
dieser Angebote zu richten. Die Laienhelfer/innen wurden von
den Fachkräften vor Ort zunächst sorgfältig ausgewählt und
geschult. Häufig entwickeln diese Laienhelfer/innen im weiteren
Einsatz eine beachtliche Fachkompetenz, was den Umgang mit
den Betroffenen betrifft. Daraus erwächst die Notwendigkeit,
dass die Fachkräfte in der Praxisbegleitung sich fachlich und
inhaltlich weiterentwickeln. Hinzukommt, dass eine zunehmende
Verselbständigung der Engagierten die Frage aufwirft, wie eine
lernorientierte Begleitung im Betreuungsalltag auch langfristig
gesichert werden kann.
Im Vortrag wird eine neue methodische Herangehensweise – das
Marte Meo Coaching – in der Betreuung von Menschen mit Demenz
vorgestellt. Auf der Basis dieser videogestützten Methode werden
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Poster
Poster
ressourcenorientiert insbesondere die gelungenen Augenblicke
des Kontakts herausgearbeitet. Ausgangspunkt ist der natürliche
Umgang der Personen, die Unterstützung geben. Mit Hilfe kurzer
Videoaufnahmen (5-10 Minuten) werden Szenen aus dem Alltag
gefilmt und analysiert. Kleinschrittig wird dabei besprochen:
„Was hilft wann und warum?“ Durch das Ansehen und positive
Kommentieren der Videoaufnahmen erleben sich die Helfenden
als Handelnde. Sie verinnerlichen die schönen Augenblicke des
Kontaktes – eine positive Leitung wird so möglich.
Die Freiwillig Engagierten erfahren durch das gemeinsame
Ansehen der Filmsequenzen in Einzelsitzungen oder im
Gruppengespräch, dass ihre Arbeit bedeutsam ist und profitieren
auf vielfältige Art und Weise. Deshalb hat sich dieser Ansatz in
der Zusammenarbeit mit Freiwilligen als besonders wertvoll
erwiesen. Videoaufnahmen machen es möglich, dass die so
förderliche Betreuungsarbeit mit den Erkrankten sichtbar wird. Ein
vielfältiges Miteinanderlernen und Austauschen wird durch den
Einsatz von Marte Meo Videoberatung umfassend gefördert. Die
ehrenamtliche Betreuungsarbeit erhält dadurch neue Impulse von
unschätzbarem Wert.
B
C
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Das Prinzip der materialgestützten Arbeit wurde bei der
Entwicklung der Nonna Anna Methode besonders herausgehoben.
Deshalb sind im Moment 21 verschiedene Materialien in Arbeit.
Alle Materialien arbeiten über die Aktivierung der verschiedenen
Sinne und dienen dazu, als Brücke zwischen dem Menschen mit
Demenz und seinem Kommunikationspartner zu fungieren. Über
diese Hilfsbrücken können die Informationen ausgetauscht werde
und so kann Kommunikation stattfinden.
Die Methode die Bianca Mattern vor 16 Jahren unter dem Begriff
„Montessori für Senioren“ evaluiert und in die Praxis getragen hat,
wird erstmalig im Lernfeldkonzept der Altenpflegeausbildung
in Kamp-Lintfort unterrichtet. Das städtische Fachseminar für
Altenpflege des Kreis Wesel hat die Methode Nonna Anna in
einem Curriculum für die gesamte dreijährige Ausbildungsdauer
aufbauend konzipiert.
Schüler werden beginnend mit den Theorien Montessori,
Rogers, Erikson und Kidwood vertraut gemacht und entwickeln
Beschäftigungsmaterialien nach dem Nonna Anna Materialprinzip
und evaluieren es in ihren Praxiseinsätzen. Die Schüler lernen zum
Ende Ihrer Ausbildung eine wissenschaftliche Abhandlung ihrer
entwickelten Materialien zu schreiben und verfügen ein breites
Wissensspektrum in der Kommunikation mit Demenz.
C
D
Innovation in der Beschäftigung mit Menschen mit
Demenz
Colak, Cem
Bildungsakademie Nonna Anna, Passau
Die Nonna Anna Methode arbeitet nach dem hermeneutischen
Ansatz und ist in der Welt der Gerontologie angesiedelt.
Hermeneutik heißt übersetzt: „Hebammenkunst“. Wie die
Hebamme einen Neugeborenen auf die Welt hilft, verhilft eine
pädagogische Methode, die nach dem hermeneutischen Prinzip
arbeitet den geistigen Kräften und den Wissensinhalten, die ein
Mensch Zeit seines Lebens gesammelt hat als symbolische Einheit
(vgl.Popp 2013).
Deshalb dient die Nonna Anna Methode unter anderem zur Abbau
von Kommunikationsblockaden. Der Nonna Anna Anwender
hat die Aufgabe, ähnlich wie ein Coach, dazu beizutragen, dass
der Mensch mit Demenz oder der Hochaltrige Zugang zu seiner
vorhandenen und vor allem zur Verfügung stehenden geistigen
Potenz erhält. Die Basis der Nonna Anna Methode ist den
Grundprinzipien der Montessori Pädagogik angelehnt.
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Förderung der Inanspruchnahme niederschwelliger Betreuung – Qualitätskriterium: zugehende Hausbesuche
und Inside-Experten
Dumke, Christiane
Alzheimer Gesellschaft Dresden, Dresden
Was verbirgt sich hinter Inside-Experten und was hat dies mit
zugehenden Hausbesuchen zu tun? Diese rücken seit einiger
Zeit in den Mittelpunkt zahlreicher Überlegungen. Vor allem,
wenn es sich um die Zunahme gerontopsychiatrisch erkrankter
alter und alleinlebender Menschen handelt, werden zugehende
Hausbesuche diskutiert. Außerdem steht im Raum, dass sie die
Inanspruchnahme von Leistungen durch Angehörige befördern.
Das Für und Wider wird dargestellt.
E
Verbesserte Früherkennung von Demenzen bei
stationären geriatrischen Patienten durch ein
multimodales Diagnoseunterstützungssystem
Estrella, Melanie1; Mäurer, Anja2; Roberts, Anna2;
Buchert, Ralph3; Steinhagen-Thiessen, Elisabeth1,4
1
Charité Universitätsmedizin Berlin, Forschungsgruppe Geriatrie,
Berlin
2
Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Berlin
3
Charité Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Nuklearmedizin,
Berlin
4
Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Berlin
Bislang beruht die Diagnose von Demenzerkrankungen
überwiegend auf der Erfassung von Symptomen. Da die frühen
Anzeichen der Erkrankung unspezifisch sein können, kann die
Abgrenzung einer neurodegenerativen Erkrankung von anderen
Ursachen schwierig sein. Für eine optimale Behandlung und
Versorgung ist es jedoch wichtig, die genaue Krankheitsursache
so früh wie möglich zu kennen. In dem Verbundprojekt „iDSS
– Integratives Decision Support System für die Diagnostik von
Demenzerkrankungen bei stationären geriatrischen Patienten“
soll daher ein Diagnoseunterstützungssystem entwickelt werden,
das die frühe Detektion von Morbus Alzheimer erlaubt, sowie die
Differenzierung von vaskulären Demenzen und Mischformen.
Das Diagnoseunterstützungssystem soll neben Daten aus
Anamnese, körperlicher und neurologischer Untersuchung,
Standardlabor und neuropsychologischer Testung auch Biomarker
berücksichtigen, die Evidenz für krankheitsspezifische Pathologie
liefern können. Zu diesen Biomarkern gehören bild-basierte
Biomarker, die mittels Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)
und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) erhoben werden,
wie MRT-basierte Morphometrie und Volumetrie der grauen
Hirnsubstanz, MRT-basierte Analyse von Läsionen der weißen
Hirnsubstanz, quantitative Charakterisierung des large scale
networks des Gehirns mittels funktioneller MRT in Ruhe sowie
PET mit dem Glukose-Analogon [F-18]-Fluorodesoxyglukose zum
Nachweis charakteristischer Änderungen synaptischer Aktivität im
Gehirn. Darüber hinaus wird die Konzentration spezifischer Proteine
im Liquor berücksichtigt. Ziel des Diagnoseunterstützungssystems
ist es, Ärzte bei der Beurteilung aller zur Verfügung stehenden
Daten zu unterstützen.
Das Diagnoseunterstützungssystem soll in einer klinischen
Prüfung mit 322 stationären geriatrischen Patienten mit unklarem
Verdacht auf eine Demenzerkrankung entwickelt werden. Die
Patienten werden an verschiedenen geriatrischen Zentren in
Berlin rekrutiert. Bei Einschluss werden alle zu berücksichtigenden
Untersuchungen durchgeführt. Danach erfolgen im Abstand
von je einem Jahr insgesamt drei Verlaufsuntersuchungen
mit körperlicher und neurologischer Untersuchung sowie
neuropsychologischer Testung. Ziel ist die Sicherung der
Diagnose im Verlauf als Goldstandard. Der Rekrutierungsstart
erfolgte am 20. Januar 2014. Bisher wurden 13 Patienten
eingeschlossen. Es wird über den aktuellen Stand der Studie und
erste Ergebnisse berichtet. Nach Abschluss des Projekts soll das
Diagnoseunterstützungssystem für die Patientenversorgung in
Berlin zu Verfügung stehen.
A
E
A
F
F
Konditionierung und Stabilisierung pflegender
Angehöriger
Frank, Andreas
AW Kur- und Erholungs GmbH, Landhaus Fernblick, Winterberg
Die Versorgung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen
stellt vor dem Hintergrund der steigenden Zahl älterer Menschen
zunehmend eine bedeutsame gesellschaftliche Herausforderung
dar und wird deutlich in den Hausarztpraxen spürbar werden. Dabei
wird die Versorgung von Menschen mit Demenz überwiegend
in Privathaushalten durch pflegende Angehörige, insbesondere
Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter sichergestellt. Die
Pflegesituation geht dabei für die betroffenen Familien häufig
nicht nur mit wirtschaftlichen, sondern vor allem psychischen und
physischen Belastungen einher.
Demenzerkrankungen betreffen so in der Regel auf unterschiedliche Art das gesamte Familiensystem. Um an Demenz
erkrankte Patienten und ihre Familien adäquat zu begleiten, bedarf
es detaillierten Wissens um deren jeweiligen Lebenssituation,
etwaiger Systemressourcen sowie der Koordination
unterschiedlicher Maßnahmen und Ansätze. Gleichzeitig kommt
den Angehörigen als Kooperationspartner/innen, ob vor Ort oder
auch bei räumlicher Distanz, eine große Bedeutung zu.
Kur- und Erholungsangebote bieten hier Ansätze, um
sowohl im Sinne des Demenzerkrankten, als auch der
Angehörigen beziehungsstärkend wirksam zu sein, und in der
interprofessionellen Zusammenarbeit zu einer Verbesserung der
Versorgungssituation und Lebensqualität beizutragen.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
75
Poster
Poster
Das Poster beleuchtet ein neues Kur- und Therapiekonzept für
pflegende Angehörige, welches seine Schwerpunkte auch in den
Bereichen Beratung und Schulung, physische Konditionierung
und psychische Stabilisierung setzt. So werden zum Beispiel auf
der psychosozialen Ebene die besonderen Konfliktsituationen
und schwierigen Beziehungen zwischen Pflegenden und
Pflegebedürftigen besprochen.
Die analytische Aufarbeitung der Ergebnisse aus 220
Beratungsgesprächen im Rahmen eines Kur- und
Erholungsaufenthaltes für Menschen mit Demenz und ihre
pflegenden Angehörigen zeigen auf Basis der zentralen
Bewältigungsanforderungen der Betroffenen in unterschiedlichen
Lebenssituationen die Notwendigkeit einer umfassenden
Unterstützung der Gruppe der pflegenden Angehörigen. Dabei
geht es um zentrale Themen wie finanzielle Absicherung,
Aufrechterhaltung der eigenen Rolle, Unterstützung im
Umgang mit der Diagnose bekommen und Akzeptanz von
Gesundheitsberufen gegenüber der eigenen körperlichen
Symptomwahrnehmung erhalten. Als besonders herausfordernde
Lebenssituationen werden das Arbeits- und das Familienleben,
Paarbeziehungen, Eltern-Kind-Beziehungen sowie dysfunktionale
Effekte im Bereich der Sozialen Teilhabe beschrieben.
F
G
H
G
Gesundheitliche Situation pflegender Angehöriger eines
Menschen mit Demenz – erste Ergebnisse einer bundesweiten Befragung
Graf, Uta; Gräßel, Elmar
Universitätsklinik Erlangen, Erlangen
Gegenwärtig wird mit Unterstützung der Deutschen Alzheimer
Gesellschaft e.V. und vieler regionaler Alzheimer-Gesellschaften
oder -Gruppen eine bundesweite Befragung pflegender
Angehöriger durchgeführt. Ziel ist es, die aktuelle Situation
der häuslichen Versorgung eines Menschen mit Demenz in
der Bundesrepublik Deutschland näher zu untersuchen. Die
Schwerpunkte sind (1) die gesundheitliche Situation der
pflegenden Angehörigen, (2) das subjektives Befinden der
pflegenden Angehörigen, insbesondere Belastung und Benefits
durch die Pflege sowie (3) Formen häuslicher Pflegearrangements.
Die „offizielle“ Befragung im Auftrag des Bundesministeriums
für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beschränkt sich auf
76
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
die soziodemographischen Aspekte der häuslichen Versorgung
Pflegebedürftiger. Unsere Untersuchung stellt eine sinnvolle
und notwendige Ergänzung dar, um mit den Ergebnissen den
Unterstützungsbedarf pflegender Angehöriger eines Menschen
mit Demenz und die damit verknüpften politischen Forderungen
mit Daten und Fakten begründen zu können. Da die Befragung
noch nicht abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse der
Zwischenauswertung vorgestellt. In diesem Poster geht es
insbesondere um die gesundheitliche Situation, vor allem um die
psychosomatischen körperlichen Beschwerden der pflegenden
Angehörigen.
Teil der Stichprobe wertgeschätzt und in Anspruch genommen.
Das Forum Demenz Wiesbaden, mit seiner Geschäftsstelle im
Amt für Soziale Arbeit, entwickelte seither zahlreiche Angebote,
um den individuellen Bedarfen und Bedürfnislagen der
pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz gerecht
werden zu können. Es wurde dabei darauf geachtet, dass nicht
nur die „Entlastung“ der Angehörigen im Vordergrund steht,
sondern ebenso auf positive Aspekte und somit Stärkung und
Stabilisierung der Pflegebeziehung eingegangen wird. Dem
Bedürfnis nach Beratung und Information kommt die Abteilung
Altenarbeit des Amtes für Soziale Arbeit unter anderem durch ihre
Beratungsstellen für selbständiges Leben nach, die insbesondere
durch pflegende Angehörige nachgefragt werden (vgl. Knaup,
2013).
–Erarbeitung der Neukonzeption mit veränderter Pflegekultur
und konkretem Vorgehen zur Umstrukturierung einer
stationären Wohngruppe
–Neuorganisation des Personalmix und der Arbeitsteilung der
unterschiedlichen Berufsgruppen
Die Umsetzung erfolgt in mehreren Projektphasen:
1.Stratgiephase,
2.Vorprojektphase
3.Interventionsphase
4.Evaluation
5.Nachhaltigkeit sichern, unter Begleitung von Demenz Support
Stuttgart und Fachexpertin Sandra Eisenberg, Rauhes Haus
Hamburg.
A
H
A
K
H
K
Angebote für pflegende Angehörige von Menschen mit
Demenz – nicht nur „Entlastung“ ist gefragt!
Haas, Birgit; Schönemann-Gieck, Petra
Amt für Soziale Arbeit, Altenarbeit, Forum Demenz Wiesbaden,
Wiesbaden
In der Diskussion zur Pflege und Betreuung von Menschen mit
Demenz steht zumeist die hohe Belastung der pflegenden
Angehörigen im Vordergrund (z.B. Zank, Schacke & Leipold,
2007; Schneekloth & Wahl, 2005). Demzufolge liegt der Fokus
bei Angeboten für pflegende Angehörige überwiegend auf dem
Entlastungsaspekt. Das Amt für Soziale Arbeit der Landeshauptstadt
Wiesbaden beauftragte das Institut für Gerontologie 2008 mit der
Durchführung einer Studie zur aktuellen Versorgungssituation von
Menschen mit Demenz und deren Angehörigen (SchönemannGieck & Ehret, 2011). Ziel der Untersuchung war es, die aktuelle
Situation zu erfassen und Vorschläge für eine Weiterentwicklung
der Angebote zu unterbreiten. Ein Studienteil befasste sich
explizit mit der Situation pflegender Paare. Diese wurden in
ihrem häuslichen Umfeld besucht und im Rahmen explorativer
Interviews zusammen mit ihren Partnern befragt. Die Ergebnisse
wiesen auf ein breites Spektrum von Bedürfnissen und Wünschen
der pflegenden Angehörigen hin. Der Wunsch nach Entlastung
in der Pflegesituation nahm dabei einen erstaunlich geringen
Stellenwert ein. Im Vordergrund standen andere Motive, wie
beispielsweise das Interesse, die gemeinsame Beziehung
möglichst lange aufrechterhalten und an gemeinsamen Erlebnisse
anknüpfen zu können. Klassische Angebote für Angehörige, wie
z.B. Selbsthilfegruppen, wurden dagegen nur von einem geringen
Verändern im Bestand – vom Wohnbereich zur
Wohngruppe„Alte Zöpfe unter neuen Hüten“
Kalkhoff, Sabine
Haus St. Johannis, Hamburg
Viele Neubau-Einrichtungen sind archetektonisch auf neue Ideen
„zugeschnitten“. Doch ein modernes Gebäude allein gewährleistet
nicht automatisch eine zukunftsweisende Betreuungs- und
Pflegekultur. Die Schlüsselpersonen für die Veränderung sind
die Mitarbeitenden. Sie müssen den Wandel verinnerlichen und
aktiv tragen, sonst ist auch in neuen Gebäuden keine nachhaltige
Veränderung möglich.
Eine bestehende stationäre Altenpflegeeinrichtung von innen
heraus zu verändern, ist eine komplexe Aufgabe und erfordert von
allen Beteiligten hohes Engagement großen Veränderungswillen
und Zeit. Die ausschließlich konzeptuelle Umgestaltung.
eröffnet die Möglichkeit, bisherige Selbstverständlichkeiten
infrage zu stellen, neue Lösungswege auszuprobieren und zu
erarbeiten. Der Projektansatz soll die praktische Ebene der
Begleitung und Unterstützung vor Ort, mit der theoriegeleiteten
Ebene der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation aktiv
verbinden.
Ziele des Projektes sind:
–„Ist“ Erfassung der Leistungsqualität, Wohlbefinden („Ist Stand“
Autonomie, Selbstständigkeit)
–Aktive Beteiligung der Betroffenen beim Veränderungsprozess
Projekt GIA: Kompetenzzentren für gehörlose Menschen
im Alter, insbesondere Menschen mit Demenz
Kaul, Thomas; Gelhardt, Anne; Menzel, Frank
Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Köln
In Deutschland leben schätzungsweise 80.000 gehörlose
Menschen, also Menschen die von Geburt oder früher Kindheit
taub sind. Da gehörlose Menschen Sprache nicht auf natürlichem
Weg über das Gehör erlernen können, weisen sie häufig in
der deutschen Laut- und auch Schriftsprache Defizite auf. Das
bevorzugte Kommunikationsmittel ist meist die Deutsche
Gebärdensprache (DGS), die eine vollwertige und anerkannte
Sprache darstellt. Lebensmittelpunkt der meisten gehörlosen
Menschen bildet die Gehörlosengemeinschaft, in der sie ihre
kulturelle und sprachliche Identität wahren.
Gehörlose Menschen mit Demenz sind vom bestehenden
Versorgungssystem für Menschen mit Demenz weitgehend
ausgeschlossen. Häufig sind Diagnosen unzuverlässig, da
geeignete Testinstrumente für diese Zielgruppe fehlen und
Ärzte aufgrund der kommunikativen Voraussetzungen den
Verlauf der Krankheit nicht angemessen beurteilen können.
Beratungsstellen und Pflegestützpunkte für Demenzerkrankte
sind für gehörlose Menschen meist nicht zugänglich. Spezifische
Versorgungsangebote wie z.B. tagesstrukturierende Maßnahmen
oder geeignete Wohnangebote gibt es für die Betroffenen in
Deutschland kaum.
Ziel des Projektes GIA ist die nachhaltige Verbesserung der
Versorgungssituation von gehörlosen Menschen mit Demenz.
Dazu wurden zwischen 2011 und 2014 an zwei Standorten,
in Essen (NRW) und Dresden (Sachsen) modellhaft zwei
Kompetenzzentren für gehörlose Menschen im Alter konzipiert,
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
77
Poster
erprobt und evaluiert. Die Kompetenzzentren unterstützen und
beraten sowohl ältere gehörlose Menschen mit Demenz und ihre
Angehörigen als auch Institutionen, die diese Zielgruppe versorgen
und unterstützen. Zusätzlich informieren die Kompetenzzentren
über die Bedürfnisse und Voraussetzungen gehörloser Menschen
mit Demenz und initiieren spezifische Angebote. Das Modellprojekt 2011-2014 wird gefördert vom
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Aufgrund der nachhaltigen Erfolge der Kompetenzzentren in
Nordrhein-Westfalen und in Sachsen wird ihre Förderung auch
nach der Modellphase fortgeführt.
Weitere Informationen: www-kompetenzzentren-gia.de K
DYADEM Brandenburg – Studie zur Unterstützung von
Menschen mit Demenz und ihren Partnern im ländlichen
Versorgungsgebiet
L
Krause-Köhler, Kerstin1; Nordheim, Johanna2
1
Universität Potsdam, Sozial- und Präventivmedizin, Potsdam
2
Charité, Medizinische Soziologie, Berlin
Die DYADEM-Studie Brandenburg ist ein gemeinsames
Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Sozial- und Präventivmedizin
der Universität Potsdam, des Instituts für Medizinische Soziologie
der Charité sowie des Zentrums für Qualität in der Pflege. Das
Programm soll Demenzerkrankten und ihren Partnern bzw.
Angehörigen dabei helfen, die persönlichen und gemeinsamen
Bewältigungsfähigkeiten zu stärken. Ziel des Angebotes ist es,
die mit der Erkrankung verbundenen Alltagsprobleme besser zu
meistern sowie damit einen längeren Verbleib demenzkranker
Menschen in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen.
Bei vielen Paaren, die sich erstmals mit diesem Thema
auseinandersetzen müssen, treten anfänglich Fragen auf zum
Umgang mit Gedächtnisverlust, Alltags- und Pflegeproblemen
oder Ängsten in Bezug auf den Verlust der eigenen
Selbstständigkeit. Die Studie untersucht die Effekte des Trainingsund Beratungsprogramms für Menschen mit beginnender bis
mittelschwerer Demenz und ihrer Partner im ländlichen Bereich
und vergleicht sie mit den Ergebnissen der Dyadem Studie Berlin
im Rahmen des AMA-Verbundes.
Das Angebot erfolgt im eigenen Zuhause und beinhaltet
paartherapeutische und sozialtherapeutische Anteile, es
umfasst neun Sitzungen (davon zwei telefonisch), die über
10 bis 12 Wochen durchgeführt werden. Eine ausführliche
Krankheitsaufklärung sowie das Trainieren eines demenzgerechten
Kommunikationsstils, der Aufbau von Aktivitäten, eine Stärkung
des sozialen Netzwerks, eine Einführung in Problemlösestrategien,
78
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Poster
die Förderung der Alltagskompetenz sowie das Trainieren von
Stressbewältigungsstrategien sind inhaltliche Schwerpunkte. Die
etwa zweistündigen Sitzungstermine vor Ort enthalten dabei
einerseits (psycho-) edukative Elemente, andererseits aber auch
praktische Übungen (z.B. Rollenspiele, Entspannungsverfahren)
und alltagspraktische Hilfen im Wohnumfeld des Paars, während
die beiden etwa halbstündigen Telefon-Termine der Festigung
der Inhalte dienen. Wenn nötig, werden Kontakte zu weiteren
Hilfsangeboten gebahnt.
Mitte 2014 werden die ersten Interventionen im ländlichen Bereich
durchgeführt, begleitet von einer Erhebung der Zielkriterien wie
Autonomie, Lebensqualität, dyadisches Coping etc. (vor sowie vier Wochen bzw. sechs Monate nach Intervention).
Die bisherigen Erfahrungen mit der Intervention zeigen, dass das
Trainings- und Beratungsprogramm sehr positiv angenommen
wird. Studienergebnisse der ersten Phase Dyadem Berlin werden
vorgestellt, sowie erste Erkenntnisse der zweiten Projektphase
Brandenburg.
L
Lüneburger Stolpersteine – der lange Weg der
Wohngemeinschaft Schildsteinweg
Löding-Blöhs, Kerstin; Benecke, Kathrin
Alzheimer Gesellschaft Lüneburg e.V., Lüneburg
Seit 18 Monaten plant die Alzheimer Gesellschaft Lüneburg
gemeinsam mit der Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft
eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit
Demenz. Seit September 2013 trifft sich regelmäßig auch eine
Gruppe Angehöriger, um die weiteren Schritte zu diskutieren,
Vereinbarungen zu erarbeiten, einen Pflegedienst auszusuchen
und den Einzug ihrer Erkrankten vorzubereiten. Diese
Angehörigengruppe hat die Alzheimer Gesellschaft beauftragt,
sie fachlich zu beraten und zu begleiten. In Niedersachsen ist es
zwar erklärter Wille der Politik und der Verwaltung, alternative
Wohnformen für Menschen mit Demenz zu fördern, die Realität
sieht für uns aber eher nach vielen Stolpersteinen aus. Mit
unserem Lüneburger (Stolper-) Weg möchten wir trotz aller
Schwierigkeiten auch Mut machen, sich bei der Umsetzung neuer
Wohnkonzepte in der Region nicht abschrecken zu lassen. Geplant
ist, dass die ersten BewohnerInnen im Mai 2014 einziehen.
Entwicklung einer Computer-gestützten Selbst-Testung
von milder neuro-kognitiver Störung
Loef, Martin; Walach, Harald
Europa Universität Viadrina, Institut für transkulturelle
Gesundheitswissenschaften, Frankfurt (Oder)
Die Diagnose von milder neuro-kognitiver Störung verläuft in der
hausärztlichen Praxis weder einheitlich noch ist sie verbreitet.
Das frühzeitige Wissen über das Vorliegen bzw. das Risiko für
eine kognitive Störung birgt jedoch sowohl therapeutische und
präventive Möglichkeiten als auch Vorteile für den individuellen
Umgang mit der Erkrankung. Projektziel ist die Validierung
eines Computer-gestützten, eigenständig durchzuführenden
Screening-Tests, der eine frühzeitige Diagnose durch den Hausarzt
unterstützt.
Tests und Test-Items zur Diagnose und Risiko-Einschätzung von
milder neuro-kognitiver Störung wurden selektiert, wenn ihre
Validität und Reliabilität durch klinische Studien belegt waren, sie
für eine eigenständig durchgeführte Testung geeignet waren und
zugleich verschiedene Dimensionen der milden neuro-kognitiven
Störung adressierten. Die Tests wurden in ein Manual eingebettet
und als online-Fragebogen mit automatischer Auswertung
umgesetzt.
Es wurdenTests zur kognitiven Leistungsfähigkeit (Aufmerksamkeit,
Arbeitsgedächtnis, Orientierung, verbale Flüssigkeit, Praxis), zu
Aktivitäten des täglichen Lebens, zur Eigen- und Fremdbeurteilung
und zur Lebensstil-basierten Risiko-Einschätzung integriert und,
ergänzt um die jeweiligen Auswertungs-Algorithmen, mit PHP
und HTML, als Web-basierte Test-Batterie entwickelt.
Mit dem entwickelten Test liegt erstmals ein multi-dimensionales
Instrument zur Computer-gestützten Selbst-Testung von milder
neuro-kognitiver Störung vor, das vom Hausarzt und Vertretern
anderer Heilberufe als Basis für eine Diagnose und weiterführende
Behandlung sowie der Beratung z.B. durch Selbst-Hilfegruppen
genutzt werden kann. Obwohl alle Komponenten des Instruments
unabhängig voneinander validiert worden sind, besteht die
Notwendigkeit, die Test-Batterie als Ganzes in einer klinischen
Studie im Vergleich zu standardisierten Verfahren zu prüfen, die
Anwendbarkeit für Personen unterschiedlichen Alters und mit
unterschiedlichen Graden an Bildung, Computer-Wissen und
kognitiver Einschränkung zu evaluieren und den Selbst-Test in
geriatrische Behandlungsalgorithmen zu integrieren.
M
Mangelernährung bei Menschen mit Demenz in der
eigenen Häuslichkeit
Meyer, Saskia1; Gräske, Johannes1; Thyrian, Jochen René2;
Wolf-Ostermann, Karin1
1
Universität Bremen, Human- und Gesundheitswissenschaften,
Bremen
2
DZNE Rostock/Greifswald, Greifswald
Menschen mit Demenz (MmD) leiden häufig an einer
Mangelernährung. Durch den progressiven Krankheitsverlauf und
den damit verbundenen fortschreitenden Verlust der kognitiven
aber auch körperlichen Fähigkeiten, können die erforderlichen
Mahlzeiten nicht mehr geplant und zubereitet werden. Nicht
selten entsteht dann eine Unterversorgung, welche zu einer
Mangelernährung führt. Ausreichend fundierte Erkenntnisse
über den Ernährungszustand von MmD im häuslichen Bereich in
Deutschland fehlen bislang.
In der Baselineerhebung der bundesweiten Studie DemNet-D
wurden mittels persönlichen Interviews mit den Angehörigen
der MmD Daten zum Ernährungszustand (MNA-SF; 0-14) im
häuslichen Setting erhoben. Neben den soziodemografischen
Daten wurden die Demenzschwere (FAST; 1-7), Depression (GDS;
0-15) und Alltagsfähigkeiten (IADL; 0-8) erfasst. Die Datenanalyse
erfolgte unter Einbezug multivariater Co-Varianzanalysen
(ANCOVA).
Daten von 403 MmD (59,3 % weiblich, 79,8 Jahre) zum
Ernährungszustand konnten erfasst werden. 18,9 % der MmD
weisen eine Mangelernährung auf und über die Hälfte (52,6 %)
haben ein Risiko für eine Mangelernährung. Die betrachtete
Studienpopulation weist einen hohen Demenzschweregrad
(Median 6,0), starke Einschränkungen in den Alltagsfähigkeiten
(Mittelwert 2,0) und eine geringe Ausprägung einer
Depression (Mittelwert 4,2) auf. In einer Varianzanalyse des
Ernährungszustand (MNA-SF) zeigt sich ein erster signifikanter
Erklärungsansatz (ANCOVA p = 0,009, R2 = 0,100). MmD, welche
über bessere Alltagsfähigkeiten verfügen, zeigen einen signifikant
besseren Ernährungszustand.
Das Risiko einer Mangelernährung ist im häuslichen Bereich stark
vertreten. Gezielte Interventionen sollten aus diesem Grund
bereits in der häuslichen Versorgung und Pflege zur Anwendung
kommen.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
LA
A
M
79
Poster
M
80
Poster
Demenzfreundliche Architektur in der stationären Pflege:
Der Einfluss Grundlegender Architekturmerkmale
„Was hat Oma?“ – Ein Lernspiel für Kinder zum Thema
Demenz
Motzek, Tom; Marquardt, Gesine
TU Dresden, Fakultät Architektur, Dresden
Motzek, Tom; Marquardt, Gesine
TU Dresden, Fakultät Architektur, Dresden
Seit mehr als 30 Jahren zeigen Studien auf, dass die Architektur
einen therapeutischen Effekt haben kann, indem sie das
Wohlbefinden, das Verhalten, die Selbstständigkeit und die
Funktionalität von Menschen mit Demenz positiv beeinflusst.
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Forschungsstand zum Thema
Architektur und Demenz in stationären Pflegeeinrichtungen
zu sichten und zu bewerten. Um eine Übersicht über den
aktuellen Forschungstand zu erhalten, wurde eine systematische
Literaturrecherche durchgeführt. Dazu wurden die elektronischen
Datenbanken MEDLINE, web of science, PSYNDEX, psycINFO,
academic search, EMBASE, CINAHL and TOC Premier nach Studien
durchsucht, welche zwischen 1980 und 2013 publiziert wurden.
Insgesamt wurden 169 Studien identifiziert. Diese stammen mit
130 Studien vorrangig aus dem englischsprachigen Raum. Wir
teilten die baulichen Merkmale in vier Gruppen ein (Grundlegende
Architekturmerkmale, Architektonische Raumgestaltung,
Atmosphäre, Umweltinformationen) und fassten deren
Auswirkungen in sieben Kategorien zusammen (Verhalten,
Kognition, Funktionalität, Wohlbefinden, soziale Fähigkeiten,
Orientierung und pflegerische Ergebnisse).
In der Gruppe „Grundlegende Architekturmerkmale“ zeigen
die Ergebnisse, dass kleine Gruppengrößen bzw. eine geringe
Bewohnerzahl in den Wohnbereichen sich deutlich positiv auf
soziale Fähigkeiten, eine höhere Funktionalität und ein erhöhtes
Wohlbefinden auswirken. Einen Einfluss kleiner Gruppengrößen
auf das Verhalten, die Kognition und die Orientierungsfähigkeit
der Bewohner konnte hingegen nicht eindeutig nachgewiesen
werden. Die Grundriss- und Erschließungsstruktur einer
Pflegeeinrichtung hat nur einen moderaten Einfluss auf das
Verhalten und die Funktionalität der Bewohner, beeinflusst jedoch
maßgeblich die Orientierungsfähigkeit der Bewohner.
Die Arbeit zeigt auf, dass im Bereich der baulichen Gestaltung
von Räumen für Menschen mit Demenz eine breite Wissensbasis
besteht. Durch entsprechend ausgebildete Architekten kann diese
zielgerichtet zum Nutzen der zu pflegenden Bewohner wie auch
zur Steigerung der Qualität und der Effizienz der Einrichtungen
umgesetzt werden.
Heutzutage erleben immer mehr Kinder, wie ihre Groß- oder
Urgroßeltern an Demenz erkranken. Der Umgang mit dieser
Situation kann nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Kinder
schwierig sein. Daher ist es wichtig das Krankheitsbild und die
damit verbundenen Veränderungen kindgerecht zu erklären.
Das Lernspiel „Was hat Oma?“ (www.was-hat-oma.de) macht
die Welt von Menschen mit Demenz für Kinder erlebbar und
nachvollziehbar. Es hilft Kindern, aber auch Erwachsenen, alles
Wichtige zu den Themen Demenz, Pflege und Altern zu erfahren.
Ziel der wissenschaftlichen Evaluation war es zu untersuchen
inwieweit das Spiel Kinder begeistert, die Beschäftigung mit der
Thematik fördert und in welcher Form das Spiel weiter entwickelt
werden kann. Außerdem wurde untersucht, inwieweit das
integrierte Rätselspiel geeignet ist, einen Interaktionsprozess
zwischen Kindern und Großeltern zu fördern.
Das Spiel besteht aus einer Lern- und Spielplattform und wurde
in enger Zusammenarbeit mit Kindern zwischen fünf und acht
Jahren entwickelt. Für die Evaluation wurden mehrere Kinder
beim Spielen softwaregestützt beobachtet und anschließend
befragt. Die Evaluation des Interaktionsprozesses erfolgte durch
qualitative Beobachtung und eine anschließende Befragung.
Die Ergebnisse der Befragung zeigen auf, dass das Spiel von
Kindern gerne gespielt sowie positiv bewertet wird. Kinder, welche
Großeltern mit einer Demenz haben, zeigen ein größeres Interesse,
dass Spiel auszuprobieren, als Kinder die keine Großeltern mit
Demenz haben. Für die Weiterentwicklung des Spieles wünschen
sich die Kinder vor allem weitere interaktive Elemente.
„Was hat Oma?“ vermittelt ein positives Bild über das Alter(n)
und erhöht die Aufmerksamkeit für das Thema Demenz. Das
Onlinespiel eignet sich dafür, Kinder, aber auch Erwachsene,
interaktiv und verständlich zu den Themen Demenz, Pflege
und Altern zu informieren. Konkrete Tipps für den Umgang
mit an demenzerkrankten Großeltern helfen, die Situation von
Menschen mit Demenz auch faktisch zu verbessern, sowie das
Miteinander der Generationen auch im gesellschaftlichen Kontext
zu fördern. Weitere interaktive Angebote, die unter anderen auch
den Themenkomplex Pflege stärker beleuchten, sind zukünftig
wünschenswert.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
„Sing ein Lied...!“ ein innovatives und inklusives Chorprojekt für Menschen mit Demenz und deren Angehörige aus
Nürnberg
Mückschel, Hans-Dieter
Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V., Nürnberg
Das Poster wird die Erfahrungen des 2013 begonnenen
„Demenzchors“ „Sing ein Lied ..!“ der Angehörigenberatung e.V.
Nürnberg anschaulich präsentieren. Dieses innovative Angebot,
dass auch im Rahmen des Projekts„Dialog: Kultur und Demenz“ seit
2014 fort geführt wird, ist ein konkreter Beitrag zu einem inklusiven
Miteinander von Menschen mit Demenz, deren Angehörige und
weiteren interessierten Sängern und Sängerinnen. Dabei steht
das zwanglose Singen unter der Leitung einer Musitherapeutin
im Vordergrund. Wesentlicher Effekt ist die erlebte gemeinsame
Kompetenz und der Spass der Teilnehmer sich unter anderem auch
bei öffentlichen Auftritten zu präsentieren. Dabei nimmt sich der
Chor auch durchaus anspruchsvoller Lieder an.
Fotos der bisherigen öffentlichen Auftritte und Chorproben
werden gezeigt, die auch die wertschätzenden Erfahrungen der
Teilnehmer verdeutlichen.
Das Chorprojekt soll anregen und Mut machen ähnliche Angebot
in anderen Städten und Regionen zu organisieren. Das Projekt
wird in Kooperation zwischen der Angehörigenberatung e.V.
Nürnberg und der Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V.
durchgeführt und finanziert und ist ein Teilprojekt des „Dialog:
Kultur und Demenz“ im Rahmen des Bundesmodellprogramms
„Allianz für Menschen mit Demenz“ des Bundesfamilien- und des
Bundesgesundheitsministeriums.
O
Grenzen der stationären Versorgung wahrnehmen und
ausbauen – für Menschen mit Demenz
Osterholz, Nicole
Hamburg
Wie würden wir das System der stationären Versorgung neu
konzipieren, wenn wir den Reset-Knopf drücken könnten – mit
dem heutigen Wissen, den vorhandenen Rahmenbedingungen
und dem anderen Klientel: Vor allem Menschen mit Demenz?
Ideen zur Anpassung institutioneller Strukturen, mit denen der
Versorgungsalltag für alle Beteiligten einfacher wird. Kleines
Manko: Ohne Veränderung kommen wir da nicht hin!
A
M
Doppelte Stärke für Menschen, die sich für die Rechte von
Menschen mit Demenz einsetzen
A
O
A
R
Osterholz, Nicole
Hamburg
Wie gehen wir mit Ängsten, Hindernissen und vermeintlich
höheren Mächten um? Was wäre die Alternative dazu? Ein kleines,
aber nachhaltiges Pflegestärkungsprogramm für die, die sich
kümmern – oder gerne mehr kümmern würden, sich aber nicht
trauen.
R
Informationsbedarf zur Mundgesundheit und zahnärztlicher Versorgung bei Demenz – eine Telefonhotline in
Schleswig-Holstein und deren Umsetzung im Praxisalltag
Ramm, Claudia B.
Zahnarztpraxis, Kiel
Anhand der Pflegestatistik kann man davon ausgehen, dass in
Schleswig-Holstein zur Zeit circa 42.000 Menschen an Demenz
erkrankt sind. Bedingt durch den demografischen Wandel ist
mit einer steigenden Anzahl von Patienten mit dementiellen
Erkrankungen zu rechnen. Durch die aufsuchende zahnärztliche
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
81
Poster
R
Poster
Betreuung in Pflegeheimen sind dort die Bewohner mit ihren
Mundgesundheits- und Zahnproblemen noch lange nicht
umfassend versorgt. Viele Menschen mit Demenz (MmD) leben in
der häuslichen Gemeinschaft und werden von ihren Angehörigen
versorgt, die sich um die Mund- und Zahngesundheit nicht
kümmern können. Seit 2012 wird in Schleswig-Holstein eine
Telefonhotline zu diesem Thema angeboten. Unterstützung
erfährt diese Hotline vom Ministerium für Gesundheit und
Soziales des Landes und dem Spitzenverband der Kassen
und der DGAZ. Träger ist das Kompetenzzentrum Demenz in
Norderstedt. Meine Praxis betreut sechs Alten- und Pflegeheime
und schult Pflegekräfte, Kollegen und Angehörige von MmD
in der Mundhygiene und dem Wissen rund um dieses Gebiet.
Desweiteren gibt es eine Spezialsprechstunde für MmD in der
Praxis, die nach speziellen Gesichtspunkten durchgeführt wird.
Das Poster stellt die speziellen Fragestellungen in der Hotline und
deren Bearbeitung und praktischen Umsetzung im mobilen Alltag
und in der Praxis dar.
kleine Kinder gehören. Passende Unterstützungsangebote gibt
es bisher kaum. Das internationale und multidisziplinär besetzte
Projekt RHAPSODY untersucht die Bedarfe der Betroffenen
und vergleicht die Angebote der Gesundheitssysteme für diese
Personengruppe in sechs Europäischen Ländern (Deutschland,
Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Portugal und
Schweden). Ziel ist die Entwicklung einer internetbasierten
Intervention in Form eines Schulungsprogramms für diese
besondere Zielgruppe.
RHAPSODY ist ein Projekt des EU Joint Programme –
Neurodegenerative Disease Research (JPND). Das Projekt wird
– unter Schirmherrschaft von JPND – durch folgende nationale
Geldgeber finanziert: Deutschland: Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF); Frankreich: The French National Research
Agency (ANR); Großbritannien: Economic and Social Research
Council (ESRC); Niederlande: The Netherlands Organization for
Health Research and Development (ZonMW); Portugal: Fundação
para a Ciência e a Technologia (FCT); Schweden: Swedish Research
Council (SRC). www.jpnd.eu
S
DemenzNetz Städteregion Aachen: Ergebnisse der wissenschaftlichen Evaluation
S
RHAPSODY – ein Europäisches Kooperationsprojekt zur
Verbesserung der Versorgung von Menschen mit früh
beginnender Demenz
Saxl, Susanna1; Dubois, Bruno2; Gage, Heather3;
Graff, Caroline4; Jansen, Sabine1; Kurz, Alexander5;
de Mendonça, Alexandre6; Schmidt, Michael7;
de Vugt, Marjolein E.8
1
Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Selbsthilfe Demenz,
Berlin
2
Assistance Publique-Hôpitaux de Paris, Paris, Frankreich
3
University of Surrey, Guildford, UK
4
Karolinska Institutet, Stockholm, Schweden
5
Psychiatrische Klinik der Technischen Universität München,
München
6
Universidade de Lisboa, Lissabon, Portugal
7
Information Multimedia Communication AG, Saarbrücken
8 Maastricht University, Maastricht, Niederlande
In der Altersgruppe von 45 bis 65 Jahren erkrankt etwa einer von
Tausend an einer früh beginnenden Demenz. In Deutschland
betrifft das rund 24.000 Menschen. Der Krankheitsbeginn in relativ
jungem Alter führt zu besonderen Belastungen, sowohl für die
Erkrankten selbst als auch für ihre Familien, zu denen nicht selten
82
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Schirra-Weirich, Liane; Schmitt, Christine;
Wiegelmann, Henrik
Katholische Hochschule NRW, Forschungsschwerpunkt
Teilhabeforschung, Aachen
Das DemenzNetz Städteregion (DNA_St) ist ein Netzwerk
zur Versorgung von Menschen mit Demenz (MmD) und ihren
versorgenden Angehörigen (vA), wobei ein Augenmerk auf
dem ländlichen Raum liegt. Ziel ist es, die Versorgung für MmD
und ihre vA sowohl auf individueller als auch struktureller
Ebene zu verbessern, um den Verbleib im häuslichen Kontext
möglichst lange gewährleisten zu können. Ein besonderer
Fokus des Netzwerkes liegt auf der Etablierung von Hilfsund Unterstützungsangeboten für vA. Angehörige sind als
zentrale Akteure des Versorgungsarrangements von MmD im
häuslichen Kontext mit besonderen physischen, psychischen und
sozioökonomischen Belastungen konfrontiert. Diese können einen
signifikanten Einfluss auf die persönliche Leistungsfähigkeit und
Lebensqualität haben. Unter Einbezug von Haus- und Fachärzten
und unterstützt durch Case ManagerInnen sollen im DNA_St ein
schneller Zugang zu Hilfe- und Unterstützungsstrukturen für
MmD ermöglicht und psycho-soziale Entlastungsstrukturen für vA
etabliert werden, auch um häusliche Versorgungsarrangements
nachhaltig zu stabilisieren.
Das Hauptaugenmerk der Evaluation liegt auf der
• Wissenschaftlichen Evaluation des Case-Managements in der
Versorgung von MmD und vA.
• Erarbeitung einer „Patienten-Angehörigen“-Typologie als Basis
für die Entwicklung eines passgenauen Case Managements.
• Identifikation von Herausforderungen an Versorgungsstrukturen
für MmD und vA in ländlichen Räumen.
Bei der Evaluationsstudie handelt es sich um ein mehrstufiges
Untersuchungsdesign:
• Basisdaten-Analyse: Quantitative Analyse pseudonymisierter
Patienten/innen-Daten (n=369),
• Verlaufsdokumentation: Analyse des Case-ManagementVerlaufs über ein Jahresintervall, Erhebungszeitpunkte: t0, t1,
t2 (n=100),
• Angehörigenbefragung: Standardisierte Erfassung der
Belastungssituation vA, Erhebungszeitpunkte: t0, t1 (n=67),
• Tandem-Studie: Entwicklung einer Patient-AngehörigenTypologie (n=40),
• Delphi-Befragung: Experten/innen-Befragung zum Thema
„Demenz in ländlichen Räumen“, Erhebungszeitpunkte: t0, t1,
t2 (n=7).
Im Rahmen der Tandem-Studie kann auf der Basis einer
hierarchischen Clusteranalyse eine Patient-AngehörigenTypologie entwickelt werden. Die Analyse der Case-ManagementLeistungen und der Angehörigenbelastungen belegen
die Notwendigkeit differenzierter zielgruppenspezifischer
Unterstützungsangebote für MmD und ihren vA unter besonderer
Beachtung der generationalen, intra- oder intergenerationalen
Prägung des informellen Versorgungsarrangements.
Postoperatives Delir bei älteren Menschen:
Ergebnisse einer empirischen Studie
Schlauß, Eckehard
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge,
Gerontopsychiatrie, Berlin
1. Zielsetzung/Fragestellung: Etablierung eines clinical pathway
durch Liaisonpflege im Rahmen der Prävention und Behandlung
älterer Patienten mit Delir auf Chirurgischen Stationen im
Allgemeinkrankenhaus. Das Delir bei älteren Patienten im
Allgemeinkrankenhaus ist ein Problem, das häufig in der täglichen
klinischen Praxis auftritt. Wir wollten wissen, ob die Anwendung
nicht-pharmakologischer Interventionen durch qualifiziertes
Pflegepersonal (Delirspezialisten) zu einer Verringerung der
Inzidenz von postoperativen Delirien führt.
2. Materialien/Methoden: 2-Jahres-Studie (2011–2012) mit
einer 1-Jahr-Nicht-Intervention-Phase: „Prävalenz-Phase“, in der
wir die Häufigkeit des Delirs auf zwei Chirurgischen Stationen
dokumentiert haben, gefolgt durch eine 1-Jahr-InterventionPhase auf einer der beiden Chirurgischen Stationen. Die andere
Chirurgische Station war Kontrollstation. Die verwendeten
Interventionen waren nicht-pharmakologische, wie z.B.
beschrieben in Hospital Elder Life Program (HELP).
3. Ergebnisse: Die Daten-Analyse zeigt eine Frequenz des Delirs auf
beiden Chirurgischen Stationen von 20% in der „Prävalenzphase“.
Während der„Interventionsphase“ blieb die Frequenz des Delirs auf
der Kontrollstation bei 20%, während auf der Interventionsstation
das Delir auf eine Frequenz von 6% sank.
4. Zusammenfassung/Schlussfolgerung: Unsere Daten zeigen, dass
nicht-pharmakologische Interventionen zu einer signifikanten
Reduktion der Inzidenz des Delirs führen. Der Einsatz von
Delirspezialisten und die Implementierung von clinical pathways
auf einer chirurgischen Station senkt das postoperative/stationäre
Delirrisiko.
Der Erfolg dieser intervenierenden Studie wurde durch das
Chirurgische Pflegepersonal erkannt. D.h. auch nach der
Studie, erfolgt eine Umsetzung einiger Strategien durch das
Pflegepersonal der Interventionsstation. Die Ergebnisse der
Studie führten zu einer entsprechenden Nachfrage, so dass ein
ähnliches Programm/Vorgehen (Demenz-Delir-Management]
entsprechend modifiziert auf den anderen somatischen Stationen
des Krankenhauses implementiert wird.
S
A
Ein Pflegerischer Ansatz für Patienten mit Delir im Akutkrankenhaus (Postoperatives Delir bei älteren Menschen)
Schlauß, Eckehard
Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge,
Gerontopsychiatrie, Berlin
1. Ziel der Studie/Fragestellung: Etablierung eines clinical pathway
durch Liaisonpflege im Rahmen der Prävention und Behandlung
älterer Patienten mit Delir auf Chirurgischen Stationen im
Allgemeinkrankenhaus. Wir wollten wissen, ob die Anwendung
nicht-pharmakologischer Interventionen durch spezialisiertes
Pflegepersonal (Delirspezialisten) zu einer Verringerung der
Inzidenz von postoperativen Delirien führt.
2. Methoden: 2-Jahres-Studie (2011-2012) mit einer 1-Jahr-NichtIntervention-Phase: „Prävalenz-Phase“, in der wir die Häufigkeit
von Delirien auf zwei Chirurgischen Stationen dokumentiert
haben, gefolgt durch eine 1-Jahr-Intervention-Phase auf einer der
beiden Chirurgischen Stationen. Die andere Chirurgische Station
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
83
Poster
S
war Kontrollstation. Die Interventionen, die verwendet wurden,
waren nicht-pharmakologische, wie z. B. beschrieben in Hospital
Elder Life Program (HELP).
3. Ergebnisse: Wir präsentieren qualitative Daten aus unserer
empirischen Untersuchung: An zwei Fällen geben wir Antworten
auf folgende Fragestellungen:
Wer kann ein Delir von einer Demenz unterscheiden?
Wie kann es differenziert werden, und wer beobachtet die
klinischen Anzeichen?
Wer hat die Zeit, um diese Beobachtungen zu machen? Haben
Krankenschwestern die notwendige Kompetenz?
Fall 1: Der Patient war am dritten Tag nach der Operation nicht
mehr delirant. Eine Behandlung mit Neuroleptika war nicht
erforderlich. Am zehnten Tag nach der Operation konnte er die
Gehhilfe (Rollator) autonom verwenden. Der Patient wurde
anschließend in eine Rehabilitationsklinik verlegt.
Fall 2: Die Patientin war am Nachmittag des Tages nach der
Operation nicht mehr delirant. Es erfolgte eine kurzzeitige
Behandlung mit Neuroleptika in niedriger Dosierung. Die Patientin
konnte nach einer Woche zur geriatrischen Rehabilitation verlegt
werden.
4. Schlussfolgerung: Der Einsatz von Delirspezialisten und die
Implementierung von clinical pathways auf einer chirurgischen
Station senkt das postoperative/stationäre Delirrisiko.
Aufgrund der gemachten Erfahrung als Absolventin der Schulung
zur Betreuungshelferin gem. § 45b SGB XI, mit mehr als 20 Jahren
Berufserfahrung als Fachkraft im Bereich der sozialen Betreuung
demenziell veränderter Menschen und als Schulungsleiterin
wurden von der Forscherin Schwachstellen innerhalb der
seit 2003 gültigen Verordnung über niedrigschwellige Hilfeund Betreuungsangebote für Pflegebedürftige (HBPfVO) der
Bezirksregierung Düsseldorf identifiziert.
Welche positiven Wirkungen und Nebeneffekte zeigen sich in
Bezug auf Schulungen für Ehrenamtliche (am Beispiel älterer
langzeitarbeitsloser Frauen und Männer), im Umfang von mehr
als 30 Stunden Theorie und die kontinuierliche professionelle
Begleitung, die Möglichkeit zur Reflexion der Tätigkeit und
Fortbildungen?
Der vermehrte Einsatz qualifizierter ehrenamtlicher
Betreuungshelfer/innen im erwerbsfähigem Alter, die möglichst
dauerhaft in dem Status „als Lückenbüßer verharren“ sollen (mehr
Armutsgefährdung), bei gleichzeitigem Wegfall hauptamtlicher
Stellen in dem Arbeitsbereich, wird kritisch hinterfragt. Eine
Aufwandsentschädigung für eine anspruchsvolle Tätigkeit, für die
nicht der von der Großen Koalition angestrebte Mindestlohn von
8,50 Euro gelten soll, gibt Anlass zur Diskussion. Handlungsbedarfe
und Handlungsempfehlungen werden formuliert, die im Rahmen
des Vortrags diskutiert werden können.
Qualifizierung ehrenamtlicher Betreuungshelfer/innen
heute für morgen auf dem Prüfstand!
[1]Die Schulung ist ein Bestandteil des Dissertationsprojektes
„Mobile GEsundheitsbotschafter für Senioren“. Die Initiatorin und
Leiterin der Studie ist die alleinige Urheberin des Projektes, des
Projektnamens und der Bezeichnung des Schulungsabschlusses.
Sdun, Brigitte
Selbständige Publizistin (Wissenschaft), Essen
In Großstädten des Ruhrgebietes ist die Arbeitslosenquote seit
Jahren anhaltend hoch. Insbesondere ältere Langzeitarbeitslose
(LZA) haben es besonders schwer, sich in den Arbeitsmarkt zu
(re-) integrieren. Der hohen Arbeitslosenzahl steht der steigende
Personalbedarf im Gesundheitswesen gegenüber, der mit den
Folgen des demografischen Wandels einhergeht.
Um die demografischen Veränderungen besser bewältigen zu
können, wurden in einer von der Autorin/Forscherin initiierten
und geleiteten Aktivierungsmaßnahme LZA ab 50 Jahre zum/zur
„Demenz-/Sozialassistent/in“ (n=20) geschult[1]. Wie diese Studie
belegt, fanden 70% der Absolvent/innen dieser nachhaltigen
Qualifizierung zum/zur ehrenamtlichen Betreuungshelfer/in eine
neue Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Zu den weiteren Zielen
der Maßnahme zählen u.a., die Lebensqualität von Menschen mit
Demenz durch Betreuungsangebote zu verbessern und pflegende
Angehörige zu entlasten.
84
Poster
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
T
„4 Pfoten für Sie“ – Hunde-Besuchsdienst für Menschen
mit Demenz. Ein Konzept macht Schule
Türke, Änne
Alexianer Köln GmbH, 4 Pfoten für Sie, Köln
„4 Pfoten für Sie“ ist ein ehrenamtlicher Hunde-Besuchsdienst für
Menschen mit Demenz. Ein Konzept, das Schule macht, denn „4
Pfoten für Sie“ gibt es mittlerweile in Köln, im Rhein-Erft-Kreis
und in Hamburg.
Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens positive Erfahrungen
mit Tieren gemacht. Sie vermitteln uns Wärme, spenden Trost
und geben Anlass zur Freude. Bei Menschen mit Demenz können
tiergestützte Aktivitäten die Kontaktaufnahme erleichtern,
emotionales Wohlbefinden steigern, Wahrnehmung und
Bewegung anregen. Aufgrund der Erkrankung und der damit
verbundenen Betreuung können Menschen mit Demenz und
ihre Familien häufig keine eigenen Haustiere mehr halten. Die
zunehmende soziale Isolation und motorische Einschränkungen
erschweren die Begegnung mit Tieren. „4 Pfoten für Sie“ schließt
hier eine Lücke. Der ehrenamtliche Hunde-Besuchsdienst
ermöglicht Menschen mit Demenz (wieder) den Kontakt zu
Hunden und bietet Angehörigen eine stundenweise Entlastung.
„4 Pfoten für Sie“ ist im Rahmen niedrigschwelliger Hilfe- und
Betreuungsangebote für Menschen mit Demenz nach § 45b SGB
XI konzipiert und anerkannt.
Um ein flächendeckendes und wohnortnahes Unterstützungsangebot für betroffene Familien aufzubauen, werden
geeignete Hundebesitzer aus der Region gewonnen, die ihre Zeit für
die Begleitung von Menschen mit Demenz zur Verfügung stellen.
Sie werden in einem 40-stündigen Qualifizierungskurs auf ihre
Aufgabe vorbereitet, individuell vermittelt und fachlich begleitet.
Die geschulten Mensch-Hund-Teams leisten mit ihren Besuchen
einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von
Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Sie ermöglichen
ihnen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, z.B. durch
Spaziergänge und zeitliche Freiräume. Durch die kontinuierliche
Begegnung entsteht Beziehung – so werden Mensch und Hund
zum vertrauten Begleiter in dieser Lebensphase.
Bereits seit 2009 werden die Besuche in Köln von geschulten
ehrenamtlichen Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern,
vorwiegend in der Häuslichkeit der Betroffenen durchgeführt. Im
Jahr 2012 fiel der Startschuss für die Ausweitung von „4 Pfoten für
Sie“ in den benachbarten Rhein-Erft-Kreis. Die Herausforderung,
die sich hier stellte: den Besuchsdienst für einen Kreis mit zehn
Kommunen flächendeckend aufzubauen. In beiden Regionen
sind bisher über 100 Mensch-Hund-Teams für den Besuchsdienst
qualifiziert worden. Im Jahr 2013 wurde „4 Pfoten für Sie“ auch
in der Hansestadt Hamburg implementiert. Das Poster wird die
konzeptionellen Kernelemente des Projektes und Erfahrungen
und Möglichkeiten der (über-)regionalen Ausweitung darstellen.
W
15 Jahre Stationäre Rehabilitation für Menschen mit
Demenz und ihre Angehörigen – Erfahrungen aus dem
Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling
Wenz, Michael
Schön Klinik Bad Aibling, Alzheimer Therapiezentrum, Bad Aibling
Seit 15 Jahren bietet das Alzheimer Therapiezentrum Bad Aibling ein
stationäres Rehabilitationsprogramm für Menschen mit Demenz
und ihre Angehörigen an. Die Betroffenen nehmen dabei an
einem Aktivierungsprogramm teil, das darauf abzielt vorhandene
Ressourcen herauszuarbeiten, die erhaltenen Fähigkeiten optimal
zu fördern und eine emotionale Stabilisierung zu erreichen. Für die
begleitenden Angehörigen wird ein intensives, psychoedukatives
Programm angeboten, welches zum Ziel hat, die Kompetenz
im Umgang mit dem Erkrankten zu erweitern und die eigene
Belastung zu reduzieren. Das übergeordnete Ziel der Behandlung
besteht letztendlich darin, die Familien auf das weitere Leben mit
der Demenz und den Alltag mit der Erkrankung vorzubereiten.
In dem Poster sollen zum einen die wesentlichen Elemente des
Rehabilitationsprogrammes vorgestellt werden. Zum anderen
sollen auf der Grundlage der bisherigen therapeutischen
Erfahrungen Wirkfaktoren der Behandlung benannt werden und
unter Berücksichtigung der vorliegenden Evaluationsdaten den
Fragen nachgegangen werden, inwieweit die oben genannten
Ziele erreicht werden können und ob stationäre Rehabilitation bei
Demenz ein lohnenswertes Unterfangen ist.
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
A
T
A
W
85
Poster
Für uns soll‘s rote Rosen regnen – Ein Chorprojekt zur
Inklusion demenzerkrankter Menschen
„Wo stehen meine…? Demenz – Das Leben vergessen?“
Eine Hör-CD des Demenzzentrums e.V., Trier
Wihr, Uschi; Schwemmlein, Friederike
Demenzzentrum e.V., Trier
Wihr, Uschi
Demenzzentrum e.V., Trier
Im Laufe seines Lebens wird jeder Mensch auch durch Musik
individuell geprägt. Dabei ist die Musik meist gekoppelt an
persönliche Erfahrungen und Geschehnisse, sie begleitet uns von
der Taufe bis zur Beerdigung, über Familienfeste, Geburtstage,
Faschingsfeiern, Hochzeiten bis hin zu kirchlichen Festen wie
Ostern und Weihnachten. Musik berührt, tröstet, hilft über
persönliche Lebenskrisen hinweg und kann fröhlich oder
besinnlich stimmen. Musik ist in allen Kulturen zu Hause und
die „Lieder unseres Lebens“ sind meist mit starken Gefühlen und
Emotionen gekoppelt und tief in uns verankert.
So kann es mit Musik gelingen, ein Fenster bis weit in die
Vergangenheit von Menschen mit und ohne demenzielle
Veränderungen hinein zu öffnen. Sie wird dabei zu einem
biographisch Verbindenden zwischen verschiedenen Menschen.
Zudem kann Musik einen Austausch zwischen den Hörenden
anstoßen: Gedanken, Befindlichkeiten, gemachte Erfahrungen
und Meinungen können mitgeteilt und geteilt werden. Musik
kann so zu einem bedeutenden und natürlichen Zugang werden
und Menschen mit und ohne demenzielle Veränderungen helfen,
Sprachlosigkeit zu überwinden und wieder miteinander in einen
Kontakt zu treten, den das Gegenüber zu verstehen imstande
ist. Zudem erleben sich demenziell erkrankte Menschen in der
Musik in einer positiven und wertefreien Position als agierend
und kompetent. Es besteht für sie die Möglichkeit, ihre durch die
Erkrankung verlorengegangene Identität wiederzufinden und zu
spüren, wer man ist und welche Bedeutung man hat.
Um diese Aspekte in ihrer Arbeit mit den ihnen anvertrauten
demenzerkrankten Personen zum Tragen bringen zu können,
entschied sich das Demenzzentrum Trier, einen Projektchor von
Menschen mit und ohne demenzielle Veränderungen aufzubauen.
Gemeinsam sollten für ein Konzert der besonderen Art Lieder
und Musikstücke eingeübt werden. Über sechs Monate hinweg
eigneten sich demenzerkrankte und nicht demenzerkrankte
Menschen ein buntes Programm von Volksliedern, Schlagern und
Musikstücken, die mit Rhythmusinstrumenten begleitet wurden,
an. Auch für alle Chormitglieder bisher unbekannte Stücke wurden
dabei gemeistert. Es wurde ein großartiges Projekt, in dem
Inklusion gelebt wurde und alle Zuhörenden tief ergriffen waren.
Im Poster werden Erfahrungen dieses Projektes dargestellt.
W
86
Poster
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Die Idee der Erstellung einer CD zum Thema „Demenz“ entstand
daraus, dass die Mitarbeitenden des Demenzzentrums in ihrer
Beratungsarbeit immer wieder feststellten, dass Familien auch
langfristig eine Art „Helfer zu Hause“ benötigen. So gelingt
es ihnen eher, sich die wichtigsten Punkte im Umgang mit
den demenzkranken Familienmitgliedern immer wieder zu
vergegenwärtigen. Auf der CD „Wo stehen meine …?“ wird ein
Lösungsansatz vorgestellt, der den Hörerinnen und Hörern helfen
soll, diesen Fragen und Problemen im alltäglichen Umgang
mit ihren demenzerkrankten Angehörigen besser begegnen zu
können.
Um die Inhalte dieses schwierigen Themas anschaulich und
nachvollziehbar transportieren zu können, wurde eine Familie
erfunden, die das Thema „Demenz“ in ihrem Alltag erlebt: Die
HörerInnen lernen die 76-jährige, demenzkranke Oma Anna
kennen, ihre Tochter Monika, den Schwiegersohn Martin sowie
die beiden Enkelkinder Tobi und Teresa. Mit Hilfe verschiedener
SprecherInnen werden Alltagsszenen dieser Familie als Beispiele
und Übungen präsentiert und somit praktische Ideen zur
Umsetzung geliefert.
Als Unterstützung beim „Hören“ liegt ein strukturiertes
Begleitheftchen bei, worin zu den einzelnen Themenbereichen
nachgeschlagen werden kann.
„Farbenfroh in der Ardèche“- Eine Wanderausstellung Wihr, Uschi
Demenzzentrum e.V., Trier
Am Anfang stand die Idee eines Projektes „Urlaub für Paare“.
Die MitarbeiterInnen des Demenzzentrums hörten in ihrer
Beratungsarbeit immer wieder auch Klagen darüber, wie schade
es sei, dass man zusammen mit der demenzkranken Partnerin oder
dem Partner nicht mehr in Urlaub fahren können. Eine derartige
gemeinsame Zeit scheitere dann beispielsweise daran, dass es der
nicht erkrankten Person ohne Unterstützung nicht mehr gelänge,
die Verhaltensauffälligkeiten der erkrankten Partnerin oder
des Partners an einem fremden Ort aufzufangen und die damit
verbundenen Strapazen und Belastungen zu bewältigen.
Nach einiger Vorbereitungszeit und durch finanzielle Förderung
aus Spendengeldern, war es dem Verein des Demenzzentrums
Trier schließlich möglich, einen durch Fachpersonal begleiteten
Urlaub für Demenzkranke und deren Angehörige in der Ardèche
zu organisieren und durchzuführen. Im Vordergrund dieses
Urlaubs sollte vor allem die gemeinsame Zeit stehen. Daneben
– so der Gedanke der Fachkräfte des Demenzzentrums – könnte
es für die Mitreisenden hilfreich sein, andere Paare in einer
ähnlichen Situation „alltagsnah“ zu erleben und voneinander zu
lernen. Zusätzlich bestände für die nicht demenziell veränderten
Personen die Möglichkeit, mit Unterstützung des Fachpersonals
schwierige Situationen und Verhaltensweisen der Partnerin bzw.
des Partners zu reflektieren, um auch nach dem Urlaub den Alltag
konfliktfreier gestalten zu können. Und schließlich sollte es den
Mitreisenden möglich werden, malerisch die erlebten Eindrücke
mit Unterstützung durch eine für diese Reise extra engagierte
Künstlerin umzusetzen.
So entstanden sowohl von den demenzerkrankten wie auch von
den nicht demenzerkrankten Partnerinnen und Partnern sowie
dem Fachpersonal wundervolle Werke, die in einer Ausstellung der
Öffentlichkeit zugängig gemacht wurde und als Wanderausstellung
auch von anderen Institutionen oder Interessierten ausgeliehen
werden kann.
Die Ausstellung besteht aus 14 Tafeln, die vorder- und rückseitig zu
betrachten sind. Neben den gemalten Bildern der Teilnehmenden
gibt es auf den Stellwänden immer wieder Texteinheiten, das
„Tagebuch“ der Urlaubsreise. Das Ausstellungssystem ist gut
verpackt in zwei großen Kisten transportierbar. Hinzu kommt eine
Kiste für die Standfüße der einzelnen Stellwände. Die Ausstellung
kann individuell zusammengestellt werden.
W
A
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
87
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
Bitte beachten Sie, dass es sich bei den genannten Referenten um die Erstautoren bzw. Einreicher der Beiträge handelt.
A
Ackermann, Andrea, Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V., Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Al-Hashimy, Synan, Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg, Schmilauer Straße 108, 23909 Ratzeburg
Altenmüller, Eckart, Prof. Dr., Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Emmichplatz 1, 30175 Hannover
Altinisik, Semra, Klinikum Neuperlach, Zentrum für Akutgeriatrie und Frührehabilitation, Oskar-Maria-Graf-Ring 51,
81737 München
Attanasio, Annette, HWP Planungsgesellschaft mbH, Unternehmensberatung und Betriebsplanung, Rotenbergstraße 8,
70190 Stuttgart
B
Becker, Ursula, Dr., Training – Coaching – Therapie, Herseler Weg 7, 53347 Alfter
Berwig, Martin, Dr., Medizinische Fakultät der Universität Leipzig, Lehrstuhl für Gerontopsychiatrie, Semmelweisstraße 10,
04103 Leipzig
Berz, Tanja, Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft Rüsselsheim e.V., Frankfurter Straße 12, 65428 Rüsselsheim
Beuchel, Bodo, www.demenzfilm.de, Nikolausstraße 59, 50937 Köln
Blaschke, Ursula, Alzheimer Gesellschaft Bielefeld e.V.; Das Tageshaus gem. GmbH – Selbstbestimmt Leben im Alter,
Niederwall 65, 33602 Bielefeld
Bolz, Cordula, Kompetenzzentrum Demenz Heinemanhof, Berliner Straße 10c, 30966 Hemmingen
Bork, Bianca, Hospital zum Heiligen Geist, Spatzenwinkel 13, 22391 Henstedt-Ulzburg
Busch, Nadja, EbeDe.net – Forum für Ergotherapie bei Demenz, Grohner Kamp 5, 28759 Bremen
Busse-Bekemeier, Michael, Alzheimer Gesellschaft Bielefed, Rolandstraße 10, 33615 Bielefeld
Büter, Kathrin, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, 01062 Dresden
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
E
Einhorn, Hinnerk, Lokale Allianz für Menschen mit Demenz, Fontaneplatz 12, 15712 Königs Wusterhausen
Emme von der Ahe, Hartmut, PariSozial – gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH,
Fachdienst Pflege und Demenz, Simeonstraße 17/19, 32423 Minden
Engel, Sabine, Prof. Dr., EduKation-DEMENZ, Leostraße 19, 33908 Erlangen; Verein Dreycedern e.V., Fachstelle für
pflegende Angehörige und Demenzerkrankte, Erlangen
Estrella, Melanie, Dr., Charité Universitätsmedizin Berlin, Forschungsgruppe Geriatrie, Reinickendorferstraße 61,
13347 Berlin
F
Fey, Tilman, Dr., Alzheimer Gesellschaft Münster e.V., Annettenweg 18, 48366 Münster
Flotho, Wiebke, Ahlemer Straße 10, 30451 Hannover
Frank, Andreas, AW Kur- und Erholungs GmbH, Landhaus Fernblick, Wernsdorfer Straße 44, 59955 Winterberg
Frebel, Lisa, Universtitätsmedizin Göttingen, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Humboldtallee 36,
37073 Göttingen
Freter, Hans-Jürgen, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
G
Gehrmann, Gisela, Lindenstraße 22, 14467 Potsdam
Gille, Gudrun, Netzwerk Demenz Hemer e.V., Sperberweg 3, 58675 Hemer
Graf, Uta, Universitätsklinik Erlangen, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
Gräßel, Elmar, Prof. Dr., Universitätsklinik Erlangen, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
Gruschinski, Nadine, Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e. V., Triftweg 73, 38118 Braunschweig
H
C
Colak, Cem, Bildungsakademie Nonna Anna, Alfredstraße 32, 47475 Passau
D
Dirksen, Wilma, Gerontopsychiatrisches Zentrum der Alexianer, Gerontopsychiatrische Beratung, Josefstraße 4,
48151 Münster
Dumke, Christiane, Alzheimer Gesellschaft Dresden e.V., Heinrich-Lange-Straße 9c, 01328 Dresden
88
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Haas, Birgit, Amt für Soziale Arbeit, Altenarbeit, Forum Demenz Wiesbaden, Konradinerallee 11, 65189 Wiesbaden
Hampel, Sarah, Technische Universität Dortmund, Lehrgebiet Soziale Gerontologie, Emil-Figge-Straße 50,
44227 Dortmund
Hartmann, Eva, Deutscher Verband der Ergotherapeuten, Fachausschuss Geriatrie, Im Hattenrod 7, 35279 Karlsbad
Hauser, Ute, Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 10, 70174 Stuttgart
Hawel, Heidemarie, Alzheimer Gesellschaft Thüringen e.V., Pfeiffersgasse 12, 99084 Erfurt
Heier, Harriet, Dr., „Leben mit Demenz“ Alzheimer Gesellschaft Kreis Minden-Lübbecke e.V., Goethestraße 42,
32427 Minden
Helms, Eva, Alzheimer Gesellschaft Sachsen e.V, Alexanderstraße 4, 01324 Dresden
Henry-Gössing, Sabine, Ligue Alzheimer asbl, Rue Montagne Sainte-Walburge 4b, 4000 Liège
Holst, Antje, Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein, Alter Kirchenweg 33–41, 22844 Norderstedt
Hopperdietzel, Ute, Diakoniestation der Rummelsberger, Schildstraße 29, 95111 Rehau
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
89
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
Motzek, Tom, Technische Universität Dresden, Fakultät Architektur, Technische Universität Dresden, 01062 Dresden
Mückschel, Hans-Dieter, Alzheimer Gesellschaft Mittelfranken e.V., Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nürnberg
J
Jansen, Sabine, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
N
K
Kaiser, Claudia, Dr., Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V., Bonngasse 10, 53111 Bonn
Kaiser, Gudrun, WiA Wohnqualität im Alter, Alfonsstraße 42, 52070 Aachen
Kalkhoff, Sabine, Haus St. Johannis, Bei St. Johannis 10, 20148 Hamburg
Kankowski , Burkhard, Geschäftsführer, Verein Daheim e.V., Gütersloh
Kaul, Thomas, Prof. Dr., Universität zu Köln, Humanwissenschaftliche Fakultät, Klosterstraße 79b, 50931 Köln
Kaus, Monika, Alzheimer Gesellschaft Wiesbaden, e.V., Rheingaustraße 114, 65203 Wiesbaden
Kern, Sylvia, Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V., Friedrichstraße 10, 70174 Stuttgart
Kerski, Birgit, Heinrichs-Gruppe, Katzemer Straße 100, 41812 Erkelenz
Kindereit, Jutta, Seniorenheime Lamm, Demenz, Zorge; Alzheimer Gesellschaft Harz e.V., Harzstraße 47, 37447 Wieda
Kleinstück, Stefan, Alexianer Köln, Kölner Straße 64, 51149 Köln
Koehler, Antje, Landesinitiative Demenz-Service NRW, Demenz-Servicezentrum Region Köln und das südliche Rheinland,
Kölner Straße 64, 51149 Köln
Koßmann, Johanna, Taubenweg 21, 44536 Lünen
Kraft, Julia Alexa, Heilpraxis für Musiktherapie, Zillestraße 101d, 10585 Berlin
Krause-Köhler, Kerstin, Universität Potsdam, Sozial- und Präventivmedizin, Am Neuen Palais 10, Haus 12, 14469 Potsdam
Kron, Annika, Margaretha-Flesch-Haus, Marienhaus GmbH, Sozialer Dienst, Lindenbornstraße 16, 50823 Köln
Kruse, Frank, Landratsamt Ludwigsburg, Altenhilfe-Fachberatung, Hindenburgstraße 30, 71638 Ludwigsburg
Kurz, Alexander, Prof. Dr., Psychiatrische Klinik der Technischen Universität München, Möhlstraße 26, 81675 München L
Labinsky, Ralf, Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V., Alter Kirchenweg 33–41, 22844 Norderstedt Lauterbach-Dannenberg, Nina, Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW e. V., Projekt „Leben mit Demenz“,
Bergische Landstraße 2, 40629 Düsseldorf
Löding-Blöhs, Kerstin, Alzheimer Gesellschaft Lüneburg e.V, Apfelallee 3a, 21337 Lüneburg
Loef, Martin, Dr., Europa Universität Viadrina, Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften,
Große Scharrnstraße 59, 15230 Frankfurt (Oder)
M
Matter, Christa, Alzheimer-Gesellschaft Berlin e.V., Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Meißnest, Bernd, Dr., LWL Klinikum Gütersloh, Klinik für Gerontopsychiatrie und Psychotherapie, Buxelstraße 50,
33334 Gütersloh
Meyer, Saskia, Universität Bremen, FB 11, Human- und Gesundheitswissenschaften, Grazer Straße 4, 28334 Bremen
Middelhauve, Julia, Caritasverband Gelsenkirchen, Fachstelle Demenz, Kirchstraße 51, 45879 Gelsenkirchen
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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
Nehen, Hans Georg, Prof. Dr., Memory Clinic Essen, Geriariezentrum Haus Berge, Essen
Nopto, Monika, Sachgebietsleiterin Pflege, Abteilung Soziales, Kreis Gütersloh
Nowack, Katharina, Musik auf Rädern, ambulante Musiktherapie, Försterstraße 10, 48149 Münster
Nübel, Gerhard, Dr., Alzheimer Gesellschaft Kreis Gütersloh e.V., c/o Seniorenzentrum Gütersloh, Am Bachschemm 2,
33330 Gütersloh
O
Oberfeld, Stefanie, Ärztekammer Westfalen-Lippe, Demenzbeauftragte, Gartenstraße 210–214, 48147 Münster
Ohler, Grit, Diakonisches Werk in Recklinghausen - Diakoniestation gGmbH, Hohenzollernstraße 72, 45659 Recklinghausen
Osterholz, Nicole, Altonaer Straße 66, 20357 Hamburg
P
Peil, Brunhilde, Diakonie Gütersloh e.V., Seniorenfachberatung-Demenz, Carl- Bertelsmann Straße 105–107,
33332 Gütersloh
Pelzer, Mirko, Alzheimer Gesellschaft Dortmund e.V., Langestraße 42, 44137 Dortmund
Perrar, Klaus Maria, Dr., Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Kerpener Straße 62, 50937 Köln
Petrich, Dorothea, Tausend Taten e.V., Neugasse 19, 07743 Jena
Petzold, Grit, Haus Dänischer Wohld, Gildeweg 22, 24251 Osdorf
Philipp-Metzen, H. Elisabeth, Dr., Alzheimer Gesellschaft Münster e.V., Annettenweg 18, 48366 Münster
Plazek, Michael, Universität Potsdam, Potsdam Centrum für Politik und Management, August-Bebel-Straße 89,
14482 Potsdam
Plock, Katja, Demenzcoach, Klinikum Gütersloh, Gütersloh
Poppe, Dörte, Matthias-Claudius-Heim gGmbH, Berliner Ring 50, 27356 Rotenburg/Wümme
R
Ramm, Claudia B., Zahnarztpraxis, Ankerplatz 10a, 24159 Kiel
Richter, Tanja, Dr., Universität Hamburg, Gesundheitswissenschaften, Martin-Luther-King-Platz 6, 20146 Hamburg
Romero, Barbara, Dr., Gesellschaft für Selbsterhaltungstherapie (GeSET) e.V., Pfalzburger Straße 10a, 10719 Berlin
Rothe, Verena, Aktion Demenz e.V., Karl-Glöckner-Straße 21E, 35394 Gießen
8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft
Gütersloh, 23.–25. Oktober 2014
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Referenten, Posterautoren und Moderatoren
Referenten, Posterautoren und Moderatoren
S
V
Sachweh, Svenja, Dr., TalkCare, Universitätstraße 100a, 44799 Bochum
Sander, Monika, Verein Leben mit Demenz, Bierpohlweg 22, 32425 Minden
Saxl, Susanna, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Schaller, Sandra, Interdisziplinäres Zentrum für Health Technology Assessment (HTA) und Public Health,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
Schick, Georg, Dr., BSNW Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen e. V., Sportentwicklung,
Friedrich-Alfred-Straße 10, 47055 Duisburg
Schirra-Weirich, Liane, Prof. Dr., Katholische Hochschule NRW, Forschungsschwerpunkt Teilhabeforschung, Aachen
Schlauß, Eckehard, Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, Gerontopsychiatrie, Herzbergstraße 79,
10365 Berlin
Schmauck-Langer, Jochen, dementia+art, Lenaustraße 12, 50825 Köln
Schmidhuber, Martina, Dr., Professur für Ethik in der Medizin, Institut für Geschichte und Ethik in der Medizin,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
Schmidt, Holger, Uniklinik Köln, Zentrum für Palliativmedizin, Kerpener Straße 62, 50937 Köln
Schmitz, Mathilde, Alzheimer- und Demenzkranken Gesellschaft Rüsselsheim e.V., Haus der Senioren,
Frankfurter Straße 12, 65428 Rüsselsheim
Schneider-Schelte, Helga, Deutsche Alzheimer Gesesllschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Schönhof, Bärbel, Rechtsanwaltskanzlei Schönhof, Frielinghausstraße 8, 44803 Bochum
Schröder, Brigitta, Witteringstraße 6, 45130 Essen
Schulz, Christel, Alzheimer Gesellschaft Bochum e.V., Universitätsstraße 77, 44789 Bochum
Schunk, Michaela, Dr., Helmholtz Zentrum München, Institut für Gesundheitsökonomie und Management im
Gesundheitswesen, Ingolstädter Landstraße 1, 85764 Neuherberg
Sdun, Brigitte, Overbergstraße 38, 45141 Essen
Siegle, Anja, Hochschule Esslingen, SAGP, Flandernstraße 101, 73732 Esslingen
Sommer, Lina, Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V., Projekt DemenzDolmetscher, Wandsbeker Allee 68, 22041 Hamburg
Staack, Swen, Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V., Alter Kirchenweg 33–41, 22844 Norderstedt
Stiens, Gerthild, Dr., Gerontopsychiatrisches Zentrum, LVR-Klinik Bonn, Behandlungszentrum St. Johannes-Hospital,
Kölnstraße 54, 53111 Bonn
Stoffregen, Antje, Kirchenkreis Hamburg-Ost, Leben im Alter, Rockenhof 1, 22359 Hamburg
Strunk-Richter, Gerlinde, Kuratorium Deutsche Altershilfe, Landesinitiative Demenz-Service NRW,
Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V., An der Pauluskirche 3, 50677 Köln
Stuhlmann, Wilhelm, Dr., Arzt für Neurologie und Psychiatrie, Psychotherapie – Klinische Geriatrie, Rathelbecker Weg 3D,
40699 Erkrath
Stumm, Klaus, Demenz Support Stuttgart gGmbH, Hölderlinstraße 4, 70174 Stuttgart
von Kutzschenbach, Hartwig, Landratsamt Esslingen, Sozialpsychiatrischer Dienst für alte Menschen (SOFA),
Stuttgarter Straße 2/1 (PWG), 72622 Nürtingen
von Lützau-Hohlbein, Heike, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz, Friedrichstraße 236, 10969 Berlin
Voß, Brigitte, Pflege LebensNah gGmbH, Prinzenstraße 8, 24768 Rendsburg
W
Wenz, Michael, Dr. phil., Schön Klinik Bad Aibling, Alzheimer Therapiezentrum, Kolbermoorerstraße 72, 83043 Bad Aibling
Weritz-Hanf, Petra, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Referat 303: Gesundheit im Alter,
Hilfen bei Demenz, Conterganstiftung für behinderte Menschen, Inklusion für Menschen mit Behinderungen, .
Rochusstraße 8–10, 53123 Bonn
Wihr, Uschi, Demenzzentrum e.V., Engelstraße 31, 54292 Trier
Wißmann, Peter, Demenz Support Stuttgart gGmbH, Hölderlinstraße 4, 70174 Stuttgart
Wittkamp, Olaf, Kreissportbund Minden-Lübbecke, Hahler Straße 112, 32427 Minden
Wolff, Birgit, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V., Fenskeweg 2,
30165 Hannover
Wolf-Ostermann, Karin, Prof. Dr., Universität Bremen, FB 11, Human- und Gesundheitswissenschaften, Grazer Straße 4,
28334 Bremen
Wolter, Dirk K., Dr., Psykiatrien i Region Syddanmark, Gerontopsykiatrisk Afdeling Haderslev, Skallebækvej 5,
DK-6100 Haderslev
Z
Zarzitzky, Christine, Alzheimer Gesellschaft München e.V., Josephsburgstraße 92, 81673 München
Ziebell, Elfi, Angehörigenberatung e.V. Nürnberg, Gerontopsychiatrische Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken,
Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nürnberg
Zirk, Anna, Berliner Institut für Sozialforschung, Brandenburgische Straße 16, 10707 Berlin
T
Teschauer, Winfried, Dr., Ingenium-Stiftung, Friedrichshofener Straße 1, 85049 Ingolstadt
Tschainer, Sabine, Institut aufschwungalt München, Auenstraße 60, 80469 München
Türke, Änne, Alexianer Köln GmbH, 4 Pfoten für Sie, Kölner Straße 64, 51149 Köln
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Redaktionsschluss: 30.09.2014
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