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Herz -Kreislauf - Der herzkranke Diabetiker

EinbettenHerunterladen
Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema
Herz-Kreislauf
Krankheitsbilder
An zahlreichen Stellen in unserem
Herzen sowie dem Blutkreislauf
können Probleme auftreten.
Das ist vor allem der Fall, wenn die
Versorgungsleitungen verstopfen.
Aufwendige Techniken bringen Abhilfe.
Seite 6
Medizintechnik
Dank moderner Technologien
können Erkrankungen des HerzKreislauf-Systems mit wenig Aufwand
diagnostiziert werden. Komplizierter,
aber nicht weniger innovativ, geht es
bei Herzschrittmachern und Co. zu.
Seite 8
Blutkreislauf und
venöses System
Eine gesunde Lebensweise und strikte
Nikotinkarenz sorgen mit dafür, dass
auch Venen und Arterien gesund bleiben.
Wer sich zusätzlich regelmäßig
durchchecken lässt, verringert sein
Risiko erheblich, an den Folgen
verstopfter Gefäße zu sterben.
Seite 13
oktober 2014
grusswort
Unermüdliches
Kraftwerk
100.000-mal schlägt unser Herz an jedem Tag. Als zentrales
Kraftwerk unseres Kreislaufsystems hält es im wörtlichen Sinn
die Dinge im Fluss. Kaum vorstellbar, was dieser faustgroße Muskel in unserer Brust leistet – ein ganzes Leben lang. Erkrankungen
des Herz-Kreislauf-Systems gehören denn auch zu den gefährlichsten Bedrohungen. Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere
Erkrankungen in diesem Umfeld sind Todesursache Nummer eins
in Deutschland. Was nicht nur daran liegt, dass wir ungesund leben – mit zunehmendem Alter machen die Gefäße, macht
der Herzmuskel einfach nicht mehr so gut mit. Was
in unserem Inneren eigentlich passiert, was wir für
die Gesunderhaltung tun können, aber auch, wie
die moderne Medizin unser Herz-Kreislaufsystem
schützt, darüber wollen wir Sie in dieser Publikation informieren.
Mike Paßmann
Chefredakteur
erkrankungen und
patientenversorgung
3
Leitartikel
Herz und Kreislauf sind der Motor, der uns
am Leben erhält. Wichtig ist, ihn stets zu pfle-
diagnostik und
therapie
8
Medizintechnik
Dass unser Herz außer Takt schlägt, wird
durch moderne Technologien diagnostiziert. Für den
prävention und
nachsorge
12
Folgeerkrankungen
Die Wahrscheinlichkeit, als Diabetiker an Herz
und Kreislauf zu erkranken, ist besonders hoch, da die
gen – bevor er ins Stottern gerät. Muss er repa-
richtigen Takt sorgen unter anderem implantierbare
Gefäßverkalkung schneller voranschreitet als normal.
riert werden, stehen ihm die besten Werkzeuge
Geräte, die stetig den Arzt über den Gesundheitszustand
Die Gefahr für einen Infarkt ist stark ausgeprägt.
zur Verfügung.
informieren.
5
10
Eigeninitiative
Über
seine
individuelle
Erkrankung
sollte sich jeder selbst umfassend informieren.
Übergreifende Zusammenarbeit
Am besten versorgt sind die Patienten, die von
13
Blutkreislauf und venöses System
Ein
gestörter
Blutdurchlauf
begünstigt
schwerwiegende Erkrankungen. Je nach Ausmaß und
Fachärzten unterschiedlicher Disziplinen behandelt
betroffenen Körperteilen unterscheiden sich Symptome
Vor allem vor einer Operation sollte nicht nur
werden. Sie müssen nicht lange auf ihre Diagnosen
und Therapiemöglichkeiten.
das Gespräch mit dem Arzt, sondern auch mit
warten – und das etwas übersehen wird, ist eher
Selbsthilfegruppen stehen.
unwahrscheinlich.
6
Krankheitsbilder
Verstopfen
die
Blutgefäße,
drohen
lebensgefährliche Erkrankungen. Hilfe bringen
aufwendige
medizinische
11
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Nur
gesunde
und
motivierte
Mitarbeiter
nutzen Unternehmen. Aus diesem Grund setzen sich für
Techniken,
Mitarbeiter kostenlose Untersuchungen in Betrieben
durch die die Gefäße erweitert werden können
immer mehr durch – wodurch Erkrankungen frühzeitig
– oder die für eine Umleitung sorgen.
erkannt werden.
Das Papier der Publikation, die im aufgeführten Trägermedium erschienen ist, stammt aus verantwortungsvollen Quellen.
Partner und Sponsoren
erkrankungen und patientenversorgung3
B
eim Kilometerstand von
132.100 machte der Motor
schlapp. Kurz vor Montpellier, auf der Rückfahrt
vom Spanien-Urlaub, wurde das laute Klingeln, das die Fahrt
schon eine Weile begleitet hatte, zu einem hohen, sirrenden Ton. Zugleich
reagierte der Wagen kaum noch aufs
Gaspedal, die Geschwindigkeit nahm
ab, und es gelang gerade noch, das Auto
auf den Seitenstreifen zu lenken. Kolbenfresser. Nichts ging mehr. Vielleicht
hätte man doch mal nach dem Öl sehen
sollen… Die Fahrt war jedenfalls erst
einmal beendet.
leitartikel
Ölstand prüfen
Das Herz ist der zentrale Motor unseres Körpers, durch unsere Blutgefäße
pumpt es Sauerstoff und Zellnahrung, transportiert Reststoffe ab. Um so
wichtiger ist ein pfleglicher Umgang mit ihm, sonst kommt unser persönlicher
Motor ins Stottern. Ist das der Fall, stehen der Medizin immer bessere Mittel
zur Verfügung.
Von Mike Paßmann
Nicht so leicht zu ersetzen
Es ist wahrlich nicht weit hergeholt,
mit diesem Szenario eine Publikation
über unser Herz-Kreislauf-System einzuleiten. Denn gleich dem Automotor,
treibt das Herz unseren Körper an,
pumpt Blut und damit Sauerstoff und
Nährstoffe durch die Zellen, transportiert Gifte und verbrauchte Atemluft ab.
Und genauso, wie ein Automotor, der
nicht regelmäßig gewartet wird und auf
dessen Warnsignale niemand hört, irgendwann endgültig den Geist aufgibt,
so versagt auch das kräftigste Herz. Der
stabilste Kreislauf quittiert irgendwann
den Dienst, geht man schändlich mit
ihm um. Einen Unterschied gibt es: Ein
Automotor lässt sich – wenn auch gegen
viel Geld – ersetzen. Ein überstrapaziertes Herz-Kreislauf-System ist irgendwann so am Ende, dass auch die moderne Medizin – wenn überhaupt – häufig
nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann, wenngleich die Forschung
mit künstlichen Herzen und modernsten kleinen Pumpen alles daran setzt,
den Patienten ein gutes Weiterleben zu
ermöglichen.
Grund genug anzunehmen, dass die
Menschen sich entsprechend verhalten,
regelmäßig Sport treiben, nicht rauchen
oder trinken, sich gesund ernähren und
Stress vermeiden. Doch leider hat theoretisches Wissen noch nie zur Einsicht
geführt und schließlich sind – ähnlich
wie beim Rauchen – die selbst herbeigeführten Schäden oft nicht unmittelbar,
sondern erst nach längerer Zeit feststellbar. Und so setzt das schlechte Gewissen bezüglich fettreicher Ernährung
und ungesundem Lebensstil oft viel zu
spät, zu kurz – als neuer Vorsatz fürs
neue Jahr – oder sogar nie ein.
Erkrankungen
des
Herz-Kreislauf-Systems sind nach wie vor Todesursache Nummer eins, nicht nur in
Deutschland, sondern in praktisch allen industrialisierten Ländern – noch
vor Krebserkrankungen. Das liegt auch
daran, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine relativ große Bandbreite an
menschlichen Gebrechen ausmachen.
Zugleich wird hier deutlich, wie wichtig
jenes System ist – und an wie vielen Stellen etwas schiefgehen kann, wird es zu
spät erkannt oder erste Symptome wie
Enge und Schmerzen in der Brust nicht
ernstgenommen.
Geniales Doppelorgan
Doch was ist das eigentlich, dieses
Herz-Kreislauf-System? Die meisten
werden an das Herz, die Pumpe, den
Lebensspender denken. Im Grunde ist
das Herz-Kreislauf-System ein geniales Konstrukt aus zwei hintereinander
geschalteten Kreisläufen, dem Lungen- und dem Körperkreislauf. Dabei
gelangt sauerstoffarmes Blut von der
rechten Herzkammer über eine Arterie
in die Lunge, wo die roten Blutplättchen
schädliches Kohlendioxid abgeben
werbebeitrag – therapieporträt
Schonende Alternative bei
koronaren Bypass-Operationen
Durch eine koronare Bypass-Operation
wird ein verengtes Blutgefäß mithilfe
eines gesunden und patienteneigenen
überbrückt. Dabei bietet die endoskopische Gefäßentnahme, kurz EVH (vom englischen Endoscopic Vessel Harvesting)
eine schonende Alternative zur herkömlichen offenen Entnahmemethode. Für den
Patienten können dadurch Schmerzen,
postoperative Komplikationen und Narben reduziert werden.
Wird das Herz aufgrund verengter
Herzkranzgefäße nicht mit ausreichend
sauerstoffreichem Blut versorgt, kann
ein Bypass die Engstelle durch ein gesundes Blutgefäß überbrücken. Die neuen
Blutleiter sind patienteneigene Arterien oder Venen, die vor der eigentlichen
Bypass-Operation aus dem Bein oder
Unterarm entnommen und transplantiert
werden. Die Gefäßentnahme erfolgt bei
der herkömmlichen offenen Entnahmemethode durch einen langen Schnitt, der
Funktion ist auf einen bestimmten
Blutdurchfluss und -druck angewiesen.
Die Folgen: ein gestörter Flüssigkeitshaushalt, unvollständige Filterung von
Schadstoffen, „Wasser in den Beinen“,
weil die Flüssigkeit nicht mehr ausreichend zurücktransportiert werden
kann, bis hin zu ernsthaften Schäden
an den Nieren.
Natürliche Ursachen
Solche Szenarien klingen vielen Menschen vertraut, weil es sie eben so oft
gibt. Obwohl sie in so vielen Fällen vermeidbar wären oder man es als Außenstehender sogar „vorhersehen“ konnte.
Einerseits. Andererseits gehört es zum
menschlichen Dasein, eine gewisse Unund „frischen“ Sauerstoff aufnehmen.
vernunft walten zu lassen. Es hat auch
Das sauerstoffreiche Blut gelangt dann
mit Freiheit zu tun, was wir mit unseren
von der Lunge über eine Vene in die
Körpern anstellen. Der so oft bemühte
linke Herzkammer und fließt von dort
mündige Bürger, der mündige Patient –
über Arterien, Arteriolen und Kapilladahinter steckt auch die Verantwortung
ren in den Körper. Dort geben die roten
für die eigene Gesundheit. Und wer wirft
Blutplättchen den Sauerstoff und andeden ersten Stein, wenn es um das Anre Nährstoffe an
prangern ungesunjede einzelne Zelder Lebensweisen
Erkrankungen des
le ab und nehmen
geht? Zudem gilt:
Herz-Kreislauf-Systems
Kohlendioxid und
Von Herzinfarkten
sind nach wie vor Todes- und SchlaganfälAbfallprodukte
ursache Nummer eins.
wieder auf. Anlen sind auch Menschließend fließt
schen betroffen, die
das sauerstoffarein gesundes Leben
me Blut über kleine Venolen, die sich zu
führen. Arteriosklerose, eben jene Gegrößeren Venen vereinigen, wieder in
fäßverengung durch Ablagerungen, ist
den rechten Vorhof des Herzens und von
auch eine ganz natürliche Verschleißerdort in die rechte Herzkammer, von wo
scheinung im Alter.
aus der Kreislauf von Neuem beginnt.
Kardiologie und Gefäßchirurgie gewinnen schon aufgrund der demografiFolgen überall spürbar
schen Entwicklung unserer Gesellschaft
Bis zu 8.000 Liter pumpt das Herz so
ständig an Bedeutung – und nicht nur
Tag für Tag durch unseren Körper und
infolge eines individuell „ungesunden“
man kann sich vorstellen, dass ein
Lebensstils breiter Bevölkerungsschichschwaches, in seiner Leistung gestörtes
ten. Die Möglichkeiten zur Diagnose
Herz eben auch an anderen Stellen des
und Erkennung koronarer BedrohunKörpers seine Folgen durch den damit
gen sind nicht mehr nur auf modernsverbundenen, eingeschränkten Blutte bildgebende Verfahren beschränkt,
kreislauf zeigt. Sinkt beispielsweise der
sondern umfassen auch die Analyse
Blutdruck aufgrund einer Herzinsufimmer spezieller werdender Biomarker,
fizienz – einer dauerhaft geminderten
wie etwa der Anteil bestimmter EnzyPumpleistung des Herzens –, leiden
me im Blut. Dabei
zum Beispiel oft die Nieren, denn ihre
„
III
im Falle der Beinvene vom Knöchel bis zur
Leiste reichen kann. Dieser hochinvasive,
offene Eingriff verursacht oftmals mehr
Schmerzen als die Wunde am Brustkorb
infolge der Bypass-Operation.
Die endoskopische Gefäßentnahme,
bei der lediglich ein zwei Zentimeter langer Schnitt notwendig ist, stellt daher
eine schonende Alternative dar. „Mit der
EVH kann ein größeres Operationstrauma für den Patienten vermieden werden,
da der Schnitt deutlich kleiner ist und
auch Komplikationen wie Wundinfekte deutlich seltener auftreten“, erläutert Professor Doktor Doktor Hermann
Reichenspurner, Direktor der Klinik für
Herz- und Gefäßchirurgie und Ärztlicher
Leiter des Universitären Herzzentrums
Hamburg. Aufgrund der geringen Komplikationsrate wird diese Methode in nahe-
Offene versus endoskopische Gefäßentnahme
zu allen US-amerikanischen Herzzentren
bereits standardmäßig durchgeführt.
www.meinebypassop.de
4erkrankungen und patientenversorgung
III
spielt die Früherkennung,
aber auch die Prävention eine
große Rolle, gerade weil Herz-KreislaufErkrankungen oft im Zusammenhang
mit anderen Folgeerkrankungen stehen,
deren Vermeidbarkeit häufig auf eine
rechtzeitige Diagnose zurückzuführen
ist. Übrigens: Immer mehr Unternehmen übernehmen Verantwortung und
lassen ihre Mitarbeiter auf Firmenkos-
ten von Spezialisten durchchecken. So
werden auch bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig erkannt.
Operative Verfahren erleben eine
ständige Weiterentwicklung. Doch auch
Vollstationäre Fälle von Herzerkrankungen in Deutschland 2011
Ischämische
Herzkrankheiten
Akuter
Myokardinfarkt
Herzklappen­
krankheiten
Herzrhythmus­
störungen
Herzinsuffisienz
Baden-Württemberg
70.328
25.314
9.216
45.666
40.039
Bayern
86.140
28.028
11.299
58.826
57.638
Berlin
29.878
8.028
3.200
14.987
13.321
Brandenburg
25.199
7.504
3.069
15.136
14.850
Bremen
4.599
2.504
472
2.761
2.107
Hamburg
11.102
4.291
1.475
7.600
7.305
Hessen
46.764
15.674
5.075
28.290
25.941
Mecklenburg-Vorpommern 16.713
3.981
1.903
9.102
10.130
Niedersachsen
60.612
24.010
7.342
40.982
35.914
Nordrhein-Westfalen
164.112
50.194
18.237
98.348
80.807
Rheinland-Pfalz
34.878
11.789
4.048
21.429
21.067
Saarland
9.277
3.244
1.207
5.694
5.740
Sachsen
27.641
10.177
3.527
22.356
24.071
Sachsen-Anhalt
24.737
7.761
2.291
13.840
15.463
Schleswig-Holstein
23.741
7.651
3.149
14.606
10.611
Thüringen
21.235
6.399
2.294
12.915
14.709
Deutschland
656.956
216.549
77.804
412.538
379.173
das Umfeld, in dem sich die Patienten
befinden, ist längst nicht mehr einfach
nur sterile Krankenhausatmosphäre,
vielmehr spielt auch das Wohlbefinden
eine Rolle. So werden in manchen Krankenhäusern bereits spezielle Lichtkonzepte integriert, die durch eine „natürliche“ Lichtsteuerung in den Räumen
einen Tageslichtrhythmus simulieren
und sich so auf das Gemüt und die Genesung der Patienten, aber auch auf das
Arbeitsklima des Pflegepersonals, positiv auswirken.
Mündiger Patient
Trotz aller Technik, bei alldem gilt:
Mündige Menschen sind für ihre eigene Gesundheit verantwortlich. Zugleich
gebührt ihnen aber auch größtmögliches Mitspracherecht, geht es um die
Entscheidung der Operationsverfahren
und anderen Therapien. Ärzte sind gefordert, ihre Patienten so gut wie möglich zu informieren. Patienten obliegt
es, diese Informationen einzufordern.
Und sich diese auch anderswo aktiv zu
holen – bei Verbänden, Krankenkassen
Vereinen und über mediale Informationsangebote. Eben hierzu soll diese Publikation einen Beitrag leisten. Wir wollen informieren und aktivieren: Dazu,
sich mit diesem Lebensmotor, der unser
Herz und das anhängende Kreislaufsystem ist, auseinanderzusetzen. Begleiten
Sie uns auf dieser Reise!
●
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Thorax-,
Herz- und Gefäßchirurgie, Deutsche Gesellschaft
für Kardiologie, Deutsche Herzstiftung, 2014
fokusinterview
„Kleine Blutgefäße können Herzschmerzen verursachen“
Herzschmerzen
und Luftnot sind
eine typische Folge
von Sauerstoffmangel
am Herzmuskel. Nicht
immer sind Engstellen der
großen Herzkranzgefäße
schuld daran. Professor
Harald Darius vom Vivantes Klinikum Berlin Neukölln erläutert, was zu tun
ist, wenn die kleinen Blutgefäße Probleme machen.
Was genau ist die Ursache für diese Beschwerden? Bei einem großen
Teil der Patienten kommen die Probleme von
den großen Herzkranzgefäßen. Dort können
sich durch Verkalkungen
(„Atherosklerose“)
Engstellen bilden, welche
den Blutfluss einschränken und so die Sauerstoffversorgung des Herzens
Bild: Vivantes /Jan Röhl
beeinträchtigen. Hier können
wir effektiv behandeln, indem wir diese
Wie viele Menschen in Deutschland leiEngstellen aufdehnen, kleine Röhrchen
den an Erkrankungen der Herzkranzge(„Stents“) einsetzen oder einen Bypass
fäße und wie äußert sich das? Wir haben
legen und so die gestörte Blutversorgung
in Deutschland rund zwei Millionen Mennormalisieren.
schen mit einer chronischen Erkrankung
Was ist mit den anderen Patienten?
der Herzkranzgefäße. Diese Patienten
Bei den anderen Patienten machen eher
zeigen meist sehr typische Symptome:
die kleinen Blutgefäße Probleme, die mit
Sie leiden an Brustschmerz, sogenannter
dem Herzkatheter nicht zu sehen sind.
Angina Pectoris. Sie haben Luftnot und
Diese Patienten haben eine „Mikroangiosind oft schlecht belastbar. Alltagsaktipathie“, das heißt der Blutfluss in den kleivitäten, wie zum Beispiel Treppen steigen
nen Gefäßen ist aufgrund einer erhöhten
oder Einkäufe erledigen, fallen diesen PaWandspannung deutlich vermindert und
tienten schwer.
führt oft zu den typischen Angina pectoris-Beschwerden. Die Bedeutung der
kleinen Gefäße wurde erst in den letzten
Jahren wirklich erkannt.
Haben solche Erkrankungen der kleinen Gefäße langfristige Folgen? Der
dauerhafte Sauerstoffmangel führt langfristig zu einer Schädigung des Herzens.
Daher können Erkrankungen der kleinen
Gefäße das Leben genauso verkürzen,
wie Erkrankungen der großen Herzkranzgefäße. Entsprechend wichtig ist eine ursächliche Behandlung.
Wie könnte eine solche Behandlung
aussehen? Zunächst sollte darauf geachtet werden, dass der Blutdruck gut
eingestellt ist. Zusätzlich gibt es Medikamente, die die Sauerstoffversorgung des
Herzmuskels verbessern und so Brustschmerzen und Luftnot lindern. Beta­
blocker beispielsweise machen das Herz
langsamer und vermindern so den Sauerstoffverbrauch.
Es gibt außerdem ein Medikament, das
die Folgen der Unterversorgung mit Sauerstoff in den Herzmuskelzellen reduziert
und so das Auftreten von Angina Pectoris mindert oder sogar ganz verhindert.
Meist müssen verschiedene Therapien
kombiniert werden, um bei den Patienten den gewünschten Therapieerfolg zu
erzielen.
Verminderter Blutfluss (links) und normal durchblutetes kleines Gefäß (rechts).
erkrankungen und patientenversorgung5
eigeninitiative
Mit Selbsthilfe und „Stayin‘ alive“ zum Ziel
Von Sebastian Juha Richter
Das Leben mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann beängstigend sein. Doch je mehr man über die eigene Erkrankung weiß, desto
besser ist die Lebensqualität. Eine wichtige Möglichkeit, sich mit „Leidensgenossen“ auszutauschen, sind Selbsthilfegruppen.
Und: Damit man anderen im Notfall geholfen werden kann, sind nur wenige Handgriffe zu erlernen.
F
ast jeder hat es schon mal erlebt: Ein wichtiger Termin beim Arzt, womöglich
mit einer neuen Diagnose, doch die Zeit dort ist zu schnell verstrichen. Der
Arzt hat sich zwar Mühe gegeben alles gut zu erklären, aber man war viel zu
nervös und besorgt, um direkt alles zu verstehen und alle Fragen zu stellen. Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann eine solche Verunsicherung sehr bedrückend sein, da jede Entscheidung große Auswirkungen auf die Lebensqualität haben kann. Selbsthilfegruppen können Herz-Kreislauf-Patienten beim Umgang mit
der Erkrankung und Therapieoptionen unterstützen und beraten. Gespräche mit
anderen Patienten helfen dabei, mit der eigenen Angst und Unsicherheit umzugehen. Medizinisches Wissen wird in solchen Gruppen ebenfalls ausgetauscht – nicht
nur untereinander, sondern auch mithilfe von Vorträgen von Fachleuten, die in die
Gruppen eingeladen werden.
Keine Scheu
Gerade wenn ein operativer Eingriff zur Debatte steht, sollten alle Beratungsmöglichkeiten genutzt werden. Neben Selbsthilfegruppen schließt dies natürlich auch
das Einholen einer zweiten Meinung eines anderen Arztes ein. Bei vielen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestehen inzwischen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Zum Beispiel bietet die interventionelle Kardiologie neben der herkömmlichen
Herzchirurgie bei einigen Herzerkrankungen schonendere Therapiemöglichkeiten. Eines ihrer Verfahren ist die Nutzung von Kathetern, also von langen dünnen
Schläuchen, die über Blutgefäße eingeführt und bis zum Herzen bewegt werden
können. Sind etwa Herzkranzgefäße gefährlich verengt, können so die betroffenen
Stellen mittels kleiner Ballons aufgedehnt werden. Anschließend werden Stents, die
man sich als feine Maschendrahtgitter vorstellen kann, eingesetzt, um den Durchfluss offen zu halten.
Nur Mut
Doch nicht nur für die eigene Therapie ist ein gutes Grundlagenwissen über das
Herz wichtig. Um Mitmenschen in Notsituationen schnell helfen zu können, muss
man über Kenntnisse in Erster Hilfe verfügen. Das größte Problem ist, dass die anwesenden Laien sich oft einfach nicht trauen zu helfen und unsicher sind. Dabei
sind die empfohlenen Wiederbelebungsmaßnahmen eigentlich kinderleicht. Erst
den Rettungswagen rufen,
dann kurz durchatmen, den
Eine Zweitmeinung sollte eingeholt Kopf des Patienten überstrewerden – vor allem, wenn es um
cken und mit der HerzdruckHerzensangelegenheiten geht.
massage beginnen. Den
richtigen Rhythmus findet
man, indem man sich am Takt des Disco-Hits „Stayin’ alive“ von den Bee Gees orientiert. Dies entspricht in etwa einer Frequenz von 100 pro Minute. Auf 30 Herzdruckmassagen folgen zwei Beatmungen. Wenn mehrere Personen anwesend sind, sollte
nach zwei Minuten gewechselt werden, da die Reanimation anstrengend ist und
dann bereits eine erste Ermüdung einsetzen kann. Automatische Defibrillatoren an
öffentlichen Orten wie Flughäfen oder Supermärkten können ebenfalls zur Rettung
beitragen, die Notfallzeugen werden per Sprachausgabe angeleitet.
●
„
fokusinterview
„Home Monitoring kann Leben retten“
Dank moderner Technik kön­
nen Herzpatienten mit­
tels telekardiologi­
scher Fern­
nachsorge auch von
zu Hause aus zuverlässig und sicher betreut werden. So können implantierte Defibrillatoren, kurz:
ICDs, bestimmte Herzdaten sammeln – und den
Arzt früh über Unregelmäßigkeiten informieren.
Über den Nutzen von Home Monitoring erzählen Detlef
Günther, Leiter der Defibrillator Selbsthilfegruppe der
Charité Berlin-Mitte (links) sowie Doktor Volker Leonhardt, Leiter des HIZ BERLIN Herzschrittmacher- und
ICD-Zentrums und der Zentrale für Telemedizin in Berlin
(rechts).
Was genau kann man sich unter Home Monitoring
vorstellen? dr. volker leonhardt: Patienten, die wegen
Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz einen
ICD, einen Herzschrittmacher oder ein Implantat zur
Therapie der Herzinsuffizienz, kurz: CRT-System, tragen,
bedürfen engmaschiger medizinischer Betreuung. Bei ihnen ist das Risiko für bedrohliche Herzrhythmusstörungen oder einen Schlaganfall überdurchschnittlich hoch.
Das Home Monitoring-System ermöglicht es, das Auftreten von Herzrhythmusstörungen oder die Verschlechterung einer Herzschwäche frühzeitig zu erkennen und
so entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten zu
können. In den telemedizinfähigen Implantaten ist eine
winzige Antenne integriert, die solche bedrohlichen Er-
eignisse registriert und die Daten automatisch und ohne
Zutun des Patienten an den behandelnden Arzt weiterleitet.
Der Arzt kontaktiert den Patienten dann telefonisch
und legt die weiteren Maßnahmen fest. Wenn nötig, können das auch eine ambulante Vorstellung oder eine Krankenhauseinweisung sein.
Welche Bedeutung kommt Home Monitoring in
der Therapie von Implantatpatienten zu? dr. volker
leonhardt: Normalerweise kommen Implantatpatienten alle drei bis sechs Monate zur Nachsorge in unser
Zentrum. Dank der Telemedizin reduzieren sich diese Besuche auf ein Mal jährlich oder wenn das Gerät entsprechende Risikodaten übermittelt hat. Trotzdem hat sich
die Therapietreue sehr stark verbessert. Und dies nicht
nur dank der täglichen telemedizinischen Übertragungen. Die Patienten fühlen sich mit ihren Bedürfnissen
ernst genommen und rundum sicher betreut. All das wissen die Patienten sehr zu schätzen.
Vor kurzem konnte in der großen randomisierten
IN-TIME-Studie nachgewiesen werden, dass durch den
Einsatz von Home Monitoring die Gesamtsterblichkeit
bei ICD-Patienten mit Herzinsuffizienz um mehr als
50 Prozent reduziert wird. Es wird also Leben gerettet.
Damit hat diese Technologie ihren Nutzen eindrücklich
unter Beweis gestellt.
Was bedeutet Home Monitoring für Sie als Patient?
detlef günther: Die Lebensqualität wird deutlich verbessert und die Unsicherheit verschwindet, da der
Arzt anruft, wenn es Auffälligkeiten gibt. Die telemedizinische Überwachung meines Herzens gibt mir ein
gutes und sicheres Gefühl. Dank des Home MonitoringSystems auch unabhängig davon, ob ich daheim, unterwegs oder im Urlaub bin.
Home Monitoring könnte auch vielen weiteren Patienten helfen. Daher wünsche ich mir, dass die Patienten,
die potenziell für diese Technik infrage kommen, von ihren Ärzten noch mehr und besser über diese Technologie
informiert werden.
In der Selbsthilfegruppe, die ich leite, werden alle Möglichkeiten aufgezeigt und viele Fragen beantwortet – vor
und nach einer Operation.
6erkrankungen und patientenversorgung
krankheitsbilder
Achtung, jetzt wird’s eng
Von Charlotte Klingenthal
Wenn der Blutfluss in unserem Körper erst einmal behindert ist, ist es oft schon richtig eng in den Gefäßen. Damit
Herz und Kreislauf trotzdem weiterhin funktionieren und keine lebensbedrohlichen Schäden erleiden, hat die Medizin
verschiedene Möglichkeiten entwickelt. Eine davon ist der Bypass, bei der eine „Umleitung“ gelegt wird.
W
er es schon mal eilig hatte weiß, wie
wenig erfreulich
es ist, wenn man
fern ab vom ursprünglichen Weg die plötzlich auftretende Umleitung nehmen muss. Doch
häufig verhindert diese, dass wir ewig
im Stau stehen und es irgendwann gar
nicht mehr weitergeht. Ähnlich verläuft
es auch in unserem Körper, allerdings
handelt es sich bei den Straßen um die
Blutwege, die unsere Organe mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen. Wird
diese Versorgung aufgrund einer Verstopfung in den Venen oder Arterien unterbrochen, wird es eng in den Gefäßen
– und das kann weitreichende, bis lebensbedrohliche Folgen wie Hirnschlag
oder Herzinfarkt mit sich bringen.
Die ersten Anzeichen sind häufig
Schmerzen im Brustkorb, ein Engege-
fühl und Atemnot. Erst wenn die Gefäße
komplett verschließen, kommt es zum
gefürchteten Herzinfarkt. Handlungsbedarf besteht aber schon viel früher.
KHK – die koronare Herzerkrankung
Die Gründe für die Verstopfung, auch
Stenose genannt, fallen fast alle unter
den Begriff der koronaren Herzerkrankungen, also Erkrankungen im Bereich
der herzversorgenden Herzkrankgefä-
ße. Doch nicht nur hier können Stenosen auftreten, auch die Extremitäten­
arterien leiden unter Verschlüssen oder
Einengungen; der häufigste Grund ist
hier Arteriosklerose. Dabei lagern sich
an den Gefäßinnenwänden Fett (Cholesterin), in geringen Mengen auch
Kalk und verklumpte Blutplättchen ab,
sogenannte Thromben. Dadurch wird
die Gefäßwand immer dicker und der
innere Durchmesser immer kleiner. Die
Folge: Das Blut kann nicht mehr richtig fließen und es kommt zu Durchblutungsstörungen, bei fortschreitender
Verengung droht ein kompletter Gefäßverschluss.
Neue Wege eröffnen
Wird mittels Angiographie, ct oder mrt
eine verengte Arterie erkannt, gibt es
verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen: Zunächst gibt es Medikamente wie Betablocker, Nitrate, Calcium-Antagonisten oder cse-Hemmer, aber auch
Thrombozytenaggregationshemmer
mit denen man versucht, die Verengungen zu behandeln und das Fortschreiten
der Krankheit zu verhindern. Bei einer
anderen Methode probiert man mithilfe eines Herzkatheters direkt bis in das
verengte Herzkranzgefäß vorzudringen,
um dort mit einer Ballondilatation das
verengte Herzkranzgefäß aufzudehnen;
Wenn der Weg beschränkt ist,
ist das Vorankommen schwierig.
III
werbebeitrag – interview
„Mehr Patientensicherheit in der Radiologie“
In der radiologischen Diagnostik ist häufig der Einsatz von Kontrastmitteln nötig,
um die Darstellung der verschiedenen
Körperstrukturen zu verbessern. Bei der
Kontrastmittelinjektion sind sorgfältige
Hygienemaßnahmen besonders wichtig, um die Patienten nicht zu gefährden.
Klaus Kiesel, Geschäftsführer des Medizintechnikherstellers ulrich medical
erklärt, welchen Beitrag die Kontrastmittelinjektoren des Unternehmens zu einer
höheren Patientensicherheit leisten.
Herr Kiesel, Sie sind seit 20 Jahren im
Unternehmen. Was hat sich seither im
Bereich der Radiologie verändert? ulrich
medical stellt seit mehr als 30 Jahren
Kontrastmittelinjektoren her, die welt-
weit erfolgreich im Einsatz sind. In den
letzten Jahren hat vor allem das Thema
Hygiene immer mehr an Bedeutung gewonnen. Das Bewusstsein für die Infektionsgefahr bei Kontrastmitteluntersuchungen ist deutlich gestiegen. Mit der
Fokussierung auf höchste hygienische Sicherheit unserer Geräte wollen wir unser
Bestmögliches zum Schutz der Patienten
tun.
Was können Ihre Produkte zur Patien­
tensicherheit beitragen? Neben der
Einhaltung von allgemeinen Hygienevorschriften und dem korrekten Umgang mit
Kontrastmitteln ist es notwendig, dass
die eingesetzten technischen Geräte
in der Radiologie höchste Hygienestandards und Patientensicherheit gewährleisten. So wird bei unseren Injektoren
dank mehrerer Sensoren das Risiko für
Luftinjektionen deutlich minimiert. Zudem sorgt das einzigartige, patentierte
Konstruktionsprinzip für maximale hygie­
nische Sicherheit bei der Kontrastmittel­
applikation.
Wie funktioniert diese Technologie
und was macht sie so einzigartig? Kernstück unserer Kontrastmittelinjekto-
ren ist die Rollenpumpe. Bedingt durch
dieses Konstruktionsprinzip gibt es
nur eine vordefinierte Medienflussrichtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen
Kolbenspritzeninjektoren schließt dies
eine untersuchungsbedingte retrograde
Kontamination durch das System zuverlässig aus. Zudem werden bei unseren
Injektoren Kontrastmittel und Kochsalzlösung direkt aus den Originalbehältern
injiziert. Die Behälter sind fest mit dem
Injektionssystem verbunden und werden
nur einmal angestochen. Somit entsteht
ein geschlossenes System und Kontamination durch Hautkontakt wird vermieden. Daher bieten unsere Injektoren ein
Höchstmaß an hygienischer Sicherheit
für Anwender und Patienten. Dies wurde
bereits mehrfach durch wissenschaftliche Studien und Gutachten von Medizinern belegt.
Was können wir von ulrich medical
zukünftig erwarten? Unser Anspruch ist
es auch weiterhin, dass unsere Injektoren für CT, MRT und Angiographie den
höchsten Hygieneanforderungen genügen und maximale Patientensicherheit
gewährleisten. Dieses Thema wird daher
weiterhin höchste Priorität haben – denn
Hygiene reduziert das Risiko für Patient
und Klinikmanagement.
www.ulrichmedical.com
erkrankungen und patientenversorgung7
III
in manchen Kliniken werden
auch kombinierte Verfahren, sogenannte Hybridverfahren angewendet. Darunter versteht man ein Verfahren aus einer
offen-chirurgischen Technik und einer
endovasalen, einer auf dem Blutweg erfolgenden Technik. Dabei können die
„Ballontechnik“ und der Einsatz eines
Stents kombiniert und von einem Kardiologen und Herzchirurgen implantiert werden. Der Stent ist eine Art Röhrchen in Gitterform, das als Gefäßstütze
dient, um einen erneuten Verschluss zu
verhindern. Meistens sind diese Stents
aus Metall gefertigt, aber es gibt auch
Stents aus anderen Materialien und solche, die mit Medikamenten beschichtet
sind, um zusätzlich zu verhindern, dass
sich durch das Narbengewebe ein weiterer Arterienverschluss bildet.
Jeder Patient ist ein individueller Fall
Welche Therapie letztendlich die bessere ist, hängt auch von der individuellen
Art an Arteriosklerose der Herz- und
Herzkranzgefäße ab und muss von Patient zu Patient individuell entschieden
werden. Je nach Schweregrad der Verengung, wenn beispielsweise alle drei
Hauptäste der Herzkranzgefäße verengt
sind, wie es bei der „Drei-Gefäß-Erkrankung“ der Fall ist, ist der Bypass nach
wie vor das Mittel der Wahl. Besteht eine
akute Notsituation und ist ein Gefäß
durch ein Blutgerinnsel verstopft, muss
innerhalb weniger Minuten gehandelt
werden, damit das minderdurchblutete
Gewebe nicht abstirbt.
Der Blutfluss wird wieder hergestellt
Ein Bypass ist im Grunde nichts anderes
als eine Umgehungsstraße, gebaut aus
körpereigenen Venen oder Arterien, die
an einer Stelle im Körper entnommen
und an anderer Stelle als Umleitung eingesetzt werden. Dazu werden zur Überbrückung großer Gefäße wie der Aorta
oder Beckenarterie neben Arterien oder
Venen auch Kunststoffprothesen aus
Polyesterfäden oder ähnlichem Material eingesetzt. Bei kleineren Gefäßen wie
an den Extremitäten, werden mit körpereigenen Venen meist bessere Ergebnisse erzielt. Nach Möglichkeit erfolgt
die Entnahme der Arterien und Venen
minimal-invasiv über mehrere kleine
Hautschnitte. Bei einer Verengung der
Herzkranzgefäße werden anschließend
Kosten kardiovaskulärer Krankheiten weltweit
im Zeitraum von 2010 bis 2030 (in Milliarden US-Dollar)
die entnommenen Verbindungsstücke
mit sehr dünnen Fäden unterhalb und
oberhalb des Engpasses in die Herzkranzarterie eingenäht – nach einer
gewissen Zeit bildet das eingesetzte
Gewebe seine Wände und wird zu einer
„richtigen“ Arterie. Während der Ope-
Restrisiko und es kann zu Komplikationen kommen. So besteht trotz steriler
Bedingungen im Operationssaal die Gefahr einer Wundinfektion, die obwohl
vorbeugend Antibiotika gegeben wird,
nicht immer vermeidbar ist, aber generell gut medikamentös behandelt werden kann. Ebenso kann es
an der Nahtstelle zu NachAnzeichen erkennen, hilft Leben
blutungen kommen und die
zu retten: Engegefühl oder
Pumpfunktion des Herzens
Schmerzen in der Brust, Atemnot.
dadurch behindert werden.
Vor allem dann, wenn die
ration wird der Blutkreislauf mit einer
Patienten ein gerinnungshemmendes
Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalMedikament einnehmen, um Blutgeten, die die Pumpfunktion des Herzens
rinnselbildung vorzubeugen, ist das Riund die Lungenfunktion übernimmt,
siko von Blutungen oder Nachblutungen
um den Kreislauf und die Arbeit der anerhöht. In diesem Fall ist eine sofortige
deren Organe weiterhin stabil zu halten.
Notfalloperation notwendig. Sofortiger
Handlungsbedarf besteht auch dann,
Ein Risiko, das Leben retten kann
wenn sich Blutgerinnsel, die sich an der
Die Bypass-Operation hat sich mittlerGefäßwand abgelagert haben während
weile zum Routineeingriff entwickelt
der Operation lösen und mit dem Blutund viele Kliniken arbeiten während
strom fortgespült werden, um an ander Operation am Herzen mit compuderer Stelle eine Arterie zu verstopfen.
tergestützten Navigationssystemen, die
Doch das kommt relativ selten vor, und
es ihnen ermöglichen, sehr genau zu arnach wie vor gilt die Sterblichkeit bei eibeiten. Doch wie bei jeder anderen Opener Bypass-Operation als gering.
ration besteht auch hier ein gewisses
Aber auch wenn die Operation gut
verlaufen und die Arterie wieder geöffnet ist, ist eine Bypass-Operation, wie
auch die anderen Verfahren nur ein
symptomatisches Beseitigen der Durchblutungsstörung. Es ist daher wichtig,
Grunderkrankungen wie Diabetes, Blut­
hochdruck oder Adipositas zu behandeln und dem Körper dabei zu helfen
gesund zu werden – und es möglichst
auch zu bleiben.
●
„
863,–
906,–
957,–
1.002,–
1.044,–
2010
2015
2020
2025
2030
Quelle: World Economic Forum,
Harvard University, 2011
werbebeitrag – interview
„Aktive Netzwerkbildung für den Patienten“
„Die Versorgung vieler
Patienten mit Herzerkrankungen ist derzeit
nicht optimal“, berichtet Doktor der Medizin
Achim Gutersohn, Chef­
arzt der Abteilung für
Kardiologie am Sankt
Marienhospital in Vechta.
Doktor Gutersohn erläutert die Notwendigkeit von
Zuweisernetzwerken.
Welchen Weg gehen Patienten heute in der Regel, bis
sie ihre Diagnose einer Herzerkrankung erhalten? Viele
Not- und auch Todesfälle könnten vermieden werden,
wenn Erkrankungen des Herzens wie zum Beispiel der
Herzkranzgefäße oder an Herzklappen frühzeitig erkannt und behandelt würden.
Da die mit diesen Krankheitsbildern einhergehende
Atemnot und Kurzatmigkeit auch viele andere Ursachen
haben kann, ist die Stellung der korrekten Diagnose relativ schwierig. Die meist zuerst konsultierten Hausärzte
sollten den Patienten bei unklarer Diagnose möglichst
rasch an den Facharzt, also den Kardiologen überweisen. Beim Kardiologen erfolgt die medizinische Abklärung meist
zeitnah, was auch für die Überweisung
in eine Klinik mit kardiogischem Schwerpunkt und ein Kompetenzzentrum für
Herzklappenerkrankungen gilt, an dem
unter anderem die innovative minimal-invasive MitraClip-Technik zum Einsatz
kommt.
Wie lässt sich eine umfassende und vor
allem frühzeitige Versorgung der Patienten sicherstellen? In dem alle Beteiligten
enger zusammenarbeiten. Nur wenn die Patienten frühzeitig „abgeholt“ werden, kann ihnen am besten geholfen werden. Bleibt beispielsweise eine Mitralinsuffizienz
unbehandelt – schließt also eine Mitralklappe im Herzen
nicht mehr vollständig – kann das zu Herzversagen oder
gar zum tödlichen Lungenödem führen. Die Zusammenarbeit zwischen zuweisenden Hausärzten, niedergelassenen Kardiologen und den Kliniken sollte daher unbedingt erweitert werden.
Abbott Vascular, unter anderem einer der großen Anbieter von Herz- und Gefäßtherapien, baut derzeit ein
Netzwerk auf, das die unterschiedlichen Bedürfnisse
aller Beteiligten berücksichtigt. Mithilfe dieses Netzwerkes sollte der Hausarzt weiterhin zentraler Ansprechpartner für den Patienten sein und den Überblick über
das Ganze behalten.
Sie haben bereits Kompetenzzentren für Herzklappen­
erkrankungen erwähnt – warum? Patienten mit höhergradiger Mitralinsuffizienz werden dort ideal und umfassend betreut. Dort wird entschieden, ob sie chirurgisch
versorgt werden oder in einem etwa 60 bis 90 minütigen
minimalinvasiven Eingriff einen MitraClip erhalten, der
dafür sorgt, dass sich die Mitralklappen wieder besser
schließen – und so gefährliche Folgeerkrankungen ausbleiben.
Die Komplikationsrate ist im Vergleich zu invasiven
OPs am offenen Herzen geringer, zusätzlich wird durch
den MitraClip ein Patientenkreis angesprochen, der von
einem Chirurgen gar nicht mehr operiert worden wäre,
sprich Hochrisikopatienten. Wichtige Nachkontrollen können und sollen nun nicht mehr nur alleine beim
Facharzt erfolgen, sondern auch vom Hausarzt vorgenommen werden.
www.abbot.com
8diagnostik und therapie
medizintechnik
Technik, die
begeistert
Neue Technologien ermöglichen es Patienten, dass sie nicht nur schnell
adäquat behandelt und sogar vor dem Tod bewahrt werden können. Sie
ermöglichen dem behandelnden Arzt, dass er einen genauen Überblick
über den Gesundheitsstatus seines Patienten erhält und ihn so gezielt und
zeitsparend behandeln kann.
Von Eva Herzog
S
obald ein Patient mit dem
Verdacht einer Herzerkrankung zum Arzt geht, werden
ihm aller Wahrscheinlichkeit nach zuerst der Blutdruck und Puls gemessen, die Herztöne
auf Auffälligkeiten hin abgehört und
ein ekg geschrieben. Doch damit ist
eine gründliche Untersuchung noch
nicht abgeschlossen: Häufig ist es notwendig, dass der Arzt sich ein Bild vom
Herzen und den Blutgefäßen verschafft,
um Engpässe der Gefäße oder bereits
beschädigte Areale des Herzens oder
des Herzmuskels zu erkennen. Zu diesem Zweck wird das Herz mit Verfahren
wie Echokardiographie, Röntgenuntersuchungen mit Herzkatheter, Szintigrafie, hochauflösenden mrt sowie ct
durchcheckt.
Moderne Magnetresonanztomografen (mrt) ermöglichen es auch Patienten mit Defibrillatoren (icd) oder anderen implantierten Geräten, dass sie
sich untersuchen lassen können, ohne
dass die Systeme vom Magnetfeld des
mrt beschädigt werden oder sich gar
lockern.
Daten – je nach System – per Handynetz
oder Internet an den Arzt oder ein zentrales Servicecenter schickt. Dort werden
sie dem Arzt aufbereitet zur Verfügung
gestellt werden. Vorher legt der Arzt einen Zeitplan fest, in dem die Daten abgefragt und übermittelt werden. Kommt
es zu einer Rhythmusstörung oder einer
technischen Störung, wird der
Arzt sofort benachrichtigt. Er
hat dann die Möglichkeit, den
Patienten sofort darüber zu informieren wie er sich verhalten
soll oder kann einen weiteren
Kontrolltermin mit ihm vereinbaren.
Der Vorteil besteht für den Patienten
darin, dass durch die Überwachung
Krankenhausaufenthalte
verhindert
werden können. Zusätzlich hat der Patient das gute Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden.
Auch Herzpatienten, für die diese
langfristig implantierten Systeme nicht
„
infrage kommen, haben dennoch die
Möglichkeit, sich in einer kritischen
Phase sicher zu fühlen. Dazu kann eine
sogenannte Defibrillatorweste angelegt werden. Dabei handelt es sich um
einen Defibrillator, der vom Patienten
selbst unter der Kleidung getragen wird
und im Falle eines Kammerflimmerns
Durch die Telemedizin werden
bestimmte Werte überwacht –
und frühzeitig Alarm geschlagen.
oder einer ventrikulären Tachykardie
einen automatischen Behandlungsmodus startet, der sich durch optische und
akustische Signale dem Patienten mitteilt und auch zur Not gestoppt werden
kann. Zusätzlich zu dieser lebensrettenden Funktion, kann für eine spätere
Auswertung auch direkt ein ekg aufgezeichnet werden.
●
Kein Aussetzer bleibt unbemerkt
Der Cardioverter-Defibrillator (icd) oder
das
Herzinsuffizienz-Therapiesystem
für die kardiale Resynchronisationstherapie (crt) sind sehr wirksame Systeme, die implantiert werden und dabei
helfen, den Herzrhythmus wieder herzustellen und es ermöglichen, dass das
Herz wieder kräftig schlägt. Sie sind so
entwickelt, dass die aufgezeichneten
Werte des Patienten per Telekardiologie
jederzeit überwacht werden können und
so auch Fehlfunktionen des Herzens
nicht unbemerkt im Sande verlaufen.
Dazu gelangen die Patientendaten auf
verschiedenen Wegen zum Arzt: manche Systeme verfügen über eine eingebaute Antenne die Daten an ein mobiles
Empfangsgerät, welches wiederum die
Hightech in der Medizin vereinfacht die
Abläufe für Patienten und Ärzte.
werbebeitrag – unternehmensporträt
Schlechtes Licht
macht krank
Gutes Licht fördert das Wohlbefinden. Als deutscher
Hersteller von Leuchtmitteln ganz unterschiedlicher
Farbspektren wissen wir schon lange: „Licht kann mehr
als nur erhellen“. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich die
Narva Lichtquellen GmbH & Co. KG und die Advanced UV
Light GmbH deshalb intensiv mit der Entwicklung von
Lichtquellen für unterschiedlichste Einsatzgebiete. Langjährig erprobte Produkte für medizinische und kosmetische Anwendungen oder für den Einsatz als optimales
Licht für Pflanzenwachstum bis hin zur ansprechenden
Ausleuchtung von Warenpräsentationen stehen deshalb
heute bereits zur Verfügung.
Welche Qualität hat
das Büro- oder Wohnraumlicht? Entspricht es dem natürlichen Bedürfnis des Menschen
oder verdient es zu Recht nur das Attribut „Kunstlicht“?
Bereits mit der gezielten Ausrichtung der Nachfrage
auf Energiesparlampen in den letzten Jahren und bis
heute, bei dem für den Verbraucher fast nicht zu überschauenden Angebot an LED-Lichtquellen, ist festzustellen: Der Mensch erscheint oft in schlechtem Licht.
Veränderte sich mit dem technischen Fortschritt die Art
der Lichtquellen, zeigt sich aus Sicht des Mediziners häu-
Blaulicht erzeugt Stress für Herz und Augen.
fig für den Menschen ein
Rückschritt. Zu viel Blau-Anteil und
zu wenig natürliches Spektrum ist es, was oft aus hochmodern anmutenden Leuchtmitteln strahlt. Dabei birgt
falsches Licht durchaus auch gesundheitliche Risiken für
Hormone, Herz und Augen.
Gemeinsam mit der Advanced UV Light GmbH, Stuttgart und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Heidelberger Lichtbiologen und Arztes Alexander Wunsch,
werden bei der NARVA Lichtquellen GmbH & Co. KG heute Leuchtmittel entwickelt, die dem Grundbedürfnis des
Menschen nach Licht und Wohlbehagen entsprechen.
Der wachsenden Zahl älterer Menschen als Zielgruppe
sehen wir uns in Stuttgart und Brand-Erbisdorf mit der
Entwicklung wohltuender und bedarfsgerechter Lichtquellen verpflichtet.
www. auvl.de
diagnostik und therapie9
werbebeitrag – interview
„Schutz vor dem plötzlichen Herztod“
Atemnot und Schwindel können Hinweise auf eine Herzinsuffizienz sein – die
mitunter zum plötzlichen Herztod führen
kann. Nicht immer ist in diesen Fällen
ein ICD, also ein implantierbarer Defibrillator, das Mittel der Wahl. Um für den
genauen Befund mehr Zeit zu bekommen,
hat sich das Tragen einer schützenden Defibrillatorweste als sinnvoll erwiesen. Über
den Einsatz in der Praxis sprechen der Patient Thomas Hamerla (links) und Doktor der
Medizin Mattias Roser, Oberarzt und Leiter
der Elektrophysiologie an der Medizinischen
Klinik II (Kardiologie/Pulmologie) der Charité
Universitätsmedizin Berlin (rechts).
Ende Juni 2014 haben Sie beim Treppensteigen plötzlich über Atemnot geklagt und sind
noch am selben Tag zum Arzt gegangen – was
hat Sie dazu veranlasst und welche Erkrankung
wurde diagnostiziert? thomas hamerla: Ich bin
33 Jahre alt und gehe meist die Treppen hoch und
runter, statt einen Fahrstuhl zu nutzen. Daher ist
es mir komisch vorgekommen, dass ich beim Treppensteigen schlecht Luft bekomme, kurzatmig
bin. Mein Körpergefühl hat mich ins Krankenhaus
geführt, wo sofort festgestellt wurde, dass etwas
mit meinem Herzen nicht in Ordnung ist: Es war
stark vergrößert und die Pumpleistung lag bei nur
13 Prozent. Laut meines behandelnden Arztes ist die
Wahrscheinlichkeit von Kammerflimmern und einem
plötzlichen Herztod bei einer solchen Herzinsuffizienz
sehr hoch.
dr. mattias roser: Wenn man jung und sportlich ist
und von heute auf morgen eine Leistungsschwäche wie
bei Herrn Hamerla auftritt, sollte man sicherheitshalber
zum Arzt gehen. Bei älteren Menschen muss abgeklärt
werden, ob es eine normale Alterserscheinung ist oder
ob ebenfalls eine Erkrankung vorliegt.
Grund für die Herzinsuffizienz bei Herrn Hamerla war
wahrscheinlich eine Herzmuskelentzündung in dieser
Zeit. Das EKG hat schwere Herzrhythmusstörungen und
Vorstufen des Kammerflimmerns gezeigt. Unentdeckt
beziehungsweise unbehandelt ist das Risiko, am plötzlichen Herztod zu sterben, sehr hoch.
Welche Behandlungsoptionen gibt es bei Herzinsuffizienz? dr. mattias roser: Neben einer medikamentösen Behandlung wurden die Patienten früher teilweise
mehrere Wochen lang zur Beobachtung im Krankenhaus
behalten. Heute kann ein ICD, also ein implantierbarer
Cardioverter Defibrillator implantiert werden, der einen schnellen und lebensbedrohlichen Herzrhythmus
erkennt und einen Elektroschock auslöst. Dadurch wird
der normale Herzrhythmus wieder hergestellt und das
Herz kann wieder ausreichend Blut durch den Körper
pumpen. Allerdings ist für die Implantation ein operativer Eingriff am Herzen notwendig, bei dem eine Elektrode über eine Vene unterhalb des Schlüsselbeins bis ins
Herz eingepflanzt wird. Die Operation selbst ist nicht
komplikationsfrei und nur schwer umkehrbar. Eine Alternative zur sofortigen Implantation eines permanenten
ICD ist das Tragen einer Defibrillatorweste, der sogenannten LifeVest, die derzeit auch das Leben von Herrn
Hamerla schützt.
Was genau versteht man darunter und welchen Nutzen hat die LifeVest? dr. mattias roser: Die LifeVest
wird einfach als Weste direkt auf der Haut getragen. Sie
beinhaltet ein EKG, welches als kleiner
Monitor an der Hüfte getragen wird und
permanent den Herzrhythmus des Patienten überwacht. Bei Auftreten einer
lebensbedrohlichen Arrhythmie gibt die
Weste selbstständig einen lebensrettenden Stromstoß ab, damit der normale
Herzrhythmus wieder einsetzen kann.
Die EKG-Daten können wir auslesen und
– neben anderen Untersuchungsergebnissen – zur Beurteilung des langfristigen Arrhythmierisikos verwenden. Wir
„erkaufen“ uns also etwas Zeit, können
in Ruhe entscheiden, ob der ICD-Eingriff
wirklich notwendig ist und Schützen den
Patienten dennoch mithilfe der Weste vor
dem plötzlichen Herztod.
Wie trägt sich die Weste? thomas
hamerla: Die Eingewöhnung hat ein paar
Tage gedauert, aber man spürt sie dann
fast gar nicht mehr. Im Alltag bemerke ich
keine Einschränkungen, sogar leichter
Sport ist damit möglich. Beim Duschen
muss man die Defibrillatorweste abnehmen und ist in dieser Zeit nicht geschützt.
Auch fliegen ist mit der Weste erlaubt ,
dafür gibt es entsprechende Bescheini-
gungen; beim Sicherheits­check
am Flughafen wird man jedoch
gesondert kontrolliert.
Wann schockt das Gerät und
wie verläuft so ein Schockvorgang? dr. mattias roser: Den
Schockzeitpunkt kann der Arzt
vorab genau festlegen und individuell auf den Patienten und sein „Gefährdungspotenzial“ hin einstellen.
Treten Herzkammerflimmern oder
gefährliche Herzrhythmusstörungen
auf, wird der Schockvorgang stufenweise aktiviert und nicht plötzlich
ausgelöst: Zunächst vibriert die Weste
und der Patient kann entscheiden, ob
der Schock wirklich ausgeführt werden
soll. Das ist von Vorteil, wenn der Patient
bei Bewusstsein ist und er die Situation
rasch mit einem Arzt klären kann. Danach
ertönt ein Warnsignal sowie eine laute und
deutliche Ansage durch die LifeVest, die
Umstehende davor warnt, dass in Kürze ein
Schock ausgelöst wird. Diese Ansage ähnelt der von den bekannten automatisierten
Defibrillatoren (AEDs), die an öffentlichen
Plätzen zu finden sind. Erst, wenn Gel aus den
Patronen direkt auf die Haut austritt – damit
ein guter Kontakt zwischen Haut und Elektroden besteht –, wird ausgelöst.
Vom Zeitpunkt des Erkennens einer Unregelmäßigkeit bis zum Auslösen vergeht normalerweise weniger als eine Minute. Je eher der
Behandlungsschock erfolgt, umso größer sind
die Überlebenschancen des Patienten. Wichtig:
Ein Eingreifen von Dritten ist bei der LifeVest nicht
notwendig, das gesamte Prozedere erfolgt vollautomatisch.
Blaues Gel ist immer ein Hinweis darauf, das ausgelöst wurde. Wir hatten sogar schon Patienten, die
sich darüber beschwert haben, dass die Weste verschmiert sei – sie haben gar nicht mitbekommen, dass
bei ihnen zum Beispiel in der Nacht ein Behandlungsschock erfolgt ist.
Für wen ist die Defibrillatorweste geeignet und wie
lange wird sie getragen? dr. mattias roser: Vor allen Dingen für Patienten mit einem hohen Risiko für den plötzlichen Herztod, also Menschen mit Herzinsuffizienz, einer
Kardiomyopathie, aber auch für Menschen nach einem
großen Herzinfrakt beziehungsweise vor oder nach einer
Bypass- oder Stentoperation. Meist wird sie getragen,
um in Ruhe die weiteren Schritte des Therapiekonzepts
festzulegen, zum Beispiel um zu sehen, ob ein ICD wirklich notwendig ist. In der Regel kommt die LifeVest zwischen vier Wochen und drei Monaten zum Einsatz, aber
es gab auch schon einen Patienten, der sie ein Jahr lang
getragen hat, weil er sich mit dem Gedanken an einen
ICD nicht anfreunden konnte.
Werden die Kosten für die LifeVest von der Krankenversicherung übernommen? dr. mattias roser: In der
Regel werden die Kosten für die verordnete LifeVest von
den Kassen übernommen, sie ist im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt.
Hat die LifeVest bei Ihnen schon einmal ausgelöst?
thomas hamerla: Nein, zum Glück nicht.
www.zoll.de
10diagnostik und therapie
übergreifende zusammenarbeit
Über den Tellerrand hinaus
Von Eva Herzog
„Interdisziplinarität“ ist zurzeit in aller Munde und out ist, wer dagegen ist. Aber wie funktioniert die Verbindung der verschiedenen Fachbereiche
in der Medizin überhaupt und welche Vorteile bringen die Verknüpfungen eigentlich für den Patienten? Hier ein kurzer Überblick.
A
ls Susanne T. (47) den Satz „Jetzt bin ich
überfragt, aber ich rufe meinen Kollegen an, der ist Kardiologe und kennt
sich damit aus“ von ihrem Arzt hört, ist
sie zunächst erstaunt. Doch anders als
vielleicht erwartet, hat sie das Gefühl gut aufgehoben
zu sein, weil ihr Arzt Verantwortung übernimmt, seine
Wissensgrenzen kennt und das selbstverständlichste der Welt tut: jemanden fragen, der sich damit auskennt.
Der Körper: zu komplex für einen Fachbereich
Nicht jeder hat nebenan einen Kardiologen, den man
mal eben rüberrufen kann – so werden in der Regel
Diagnosen im Alleingang gestellt und andere Bereiche
„
vernachlässigt. Das liegt zunächst an der persönlichen
Wärend der Kardiologe Auffäligkeiten am ekg und
Qualifikation jedes einzelnen Arztes. Ein Kardioloeiner Ultraschalluntersuchung des Herzens feststellt,
ge achtet auf andere Vorkommnisse
verfügen interventionelle Radiologen
und Details, als es beispielsweise ein
über Erfahrung in der Bildgebung mitÄrzte, die über
Nephrologe tut. Und genau hier greift
tels mrt oder ct, sowie in der miniden Tellerrand
die Notwendigkeit der Interdisziplimal-invasiven Behandlung von Gefäßihres Faches
narität, denn Gefäßerkrankungen geverengungen. Der Angiologe hingegen
schauen, zeigen gehört zu der internistischen Disziplin,
hören zu den häufigsten ErkrankunGröße – und
gen in allen Industrienationen.
die mit funktionellen Diagnosen und
dienen den
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind
Ultraschall arbeitet – im Gegensatz zum
so komplex, da kann es lebenswichtig
Patienten.
Gefäßchirurgen, der seines Zeichens als
sein, fachübergreifend zu therapieSpezialist für die operative Behandlung
ren, vor allem wenn der Patient Diavon Arterien und Venen zurate gezogen
betiker ist und damit Hochrisikopatient für sehr viele
werden kann.
verschiedene Erkrankungen.
Kombiniert man die Expertise dieser Fachbereiche
in einem interdisziplinären Team, kommt der Betroffene in die positive Lage, von mehreren Fachtherapeuten behandelt zu werden. Ohne lange Wege und Wartezeiten in Kauf zu nehmen, steigt aus Patientensicht
das Gefühl, umfangreich betreut zu sein .
Verfrühte Rehamaßnahmen können
ausgeschlossen werden
Behandlungserfolge erfolgen durch die enge Verknüpfung häufig schneller und können gleichzeitig in Form
von Rehamaßnahmen in andere Therapien mit einfließen. Dadurch wird eine Überforderung des Patienten
verhindert, der häufig viel zu früh aus der stationären
Situation in eine Rehaklinik verlegt wird und vertrauensschmälernde Rückfälle hinnehmen müsste.
Aus (kassen-) ärztlicher Sicht spielt zwar auch die
Kostensenkung eine Rolle, aber der intensive Austausch mit Kollegen hilft sicherlich bei der täglichen
Arbeit, wenn es darum geht, Menschen zu helfen bei
denen jeder so individuell ist, wie seine Krankheit. ●
Teambildung unter Medizinern kommt
den Patienten mit rascheren Diagnosen
und Therapiansätzen zugute.
werbebeitrag – interview
„Wir helfen Menschen weltweit“
Ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen, führt das bei den Patienten
zu einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff und
Nährstoffen. „In schweren Fällen ist das Überleben der
Patienten nur gesichert, wenn das Herz mechanisch bei
seiner Arbeit unterstützt wird. Hier gibt es revolutionäre
Techniken“, so Doktor Ares Menon, Medical Director der
Berlin Heart GmbH.
Wie funktionieren moderne Herzunterstützungssysteme? Es gibt dabei zwei Prinzipien: Außerhalb des Körpers wird eine Herzkammer nachgebildet, dort Druck
aufgebaut und die Blutförderleistung auf bis zu sieben
bis acht Liter in der Minute gesteigert, je nach Körpergröße und Bedarf. Gegensätzlich dazu sorgen innerhalb des Körpers implantierbare,
miniaturisierte Pumpen für eine Unterstützung der schwachen linken Herzkammer.
Wie unterscheiden sich die
Systeme in der Anwendung? Beim
implantierbaren Linksherzunterstützungssystem INCOR®, ist die Pumpe
aktiv magnetisch aufgehängt, kontaktlos
und lagerfrei. Das ist wichtig, da das System
zur Langzeitversorgung der Patienten Unterstützungszeiten von mehr als sieben Jahren leisten muss.
Das EXCOR® System besteht aus Pumpen die außerhalb des Körpers liegen und mit Kanülen mit dem
Herzen verbunden werden. Mit EXCOR® können sowohl
die linke als auch die rechte Herzhälfte von Patienten jeden
Alters unterstützt werden. Es kommt vor allem bei Patienten
zum Einsatz, die kurz- bis langfristig eine Herzunterstützung benötigen, damit sich das Herz erholen kann, oder die Zeit bis zu einer
Herztransplantation überbrückt wird. Besonders stolz sind wir darauf,
weltweit die einzige Firma zu sein, die ein solches System auch für Kinder bereitstellt und somit täglich Menschen jeder Altersklasse das Leben
retten kann.
www.berlinheart.de
diagnostik und therapie11
betriebliches gesundheitsmanagement
Immer schön geschmeidig bleiben
Von Maximilian Aue
Wer sich um seine Arbeitnehmer sorgt, bietet ihnen die Möglichkeit, auch innerbetrieblich etwas für ihre Gesundheit zu tun,
zum Beispiel durch ein firmeneigenes Fitnessstudio oder eine Kantine mit gesundem Essen. Weitsicht zeigt, wer mithilfe
externer Ärzte, die in den Betrieb kommen, seine Mitarbeiter auf mögliche Erkrankungen aufmerksam macht.
M
eist klingt der Satz „Unsere Arbeitnehmer
sind uns wichtig, wir wollen, dass sie gesund bleiben“ fürsorglich – aber was steckt
wirklich hinter dieser Aussage? Arbeitnehmer kräftetechnisch auszunehmen wie eine Weihnachtsgans
geht nur eine Zeitlang gut. Auf Dauer jedoch schadet
das dem Unternehmen. Immer häufiger wird in den
Unternehmen das „Kapital“ Mitarbeiter erkannt – und
somit, dass gesunde Arbeitnehmer die besseren Arbeitnehmer sind.
Wie sinnvoll finden Sie folgende
Maßnahmen des betrieblichen
Gesundheitsmanagements?
Arbeitsplatzgestaltung, Ergonomie
60%
33%
Gesunde Ernährung
48 %
45 %
Um zu gewährleisten, dass die Gesundheit nicht unter der Arbeit leidet, schaffen große Firmen spezielle
Instanzen oder Abteilungen, die das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) organisieren und regelmäßige Schulungen oder Vorträge anbieten. Alternativ
können spezielle Firmen damit beauftragt werden.
Sie kommen in die Betriebe, führen vor Ort und meist
ohne festen Termin mit speziellen medizinischen Geräten Untersuchungen durch – und helfen dem Mitarbeiter, bestimmte Risiken bzw. Erkrankungen zu
erkennen. Am häufigsten sind das Bluthochdruck,
Übergewicht und Diabetes.
Gezieltes Screening
Beim sogenannten Herz-Kreislauf-Screening wird auf
mögliche Gefäßerkrankungen oder arteriosklerotische Veränderungen untersucht. Zudem können die
Venen gecheckt werden, was besonders für die Menschen sinnvoll ist, die lange stehen, wie es beispielsweise im Verkauf oder beim Arbeiten an Maschinen
der Fall ist; eventuelle Ablagerungen werden dadurch
frühzeitig entdeckt.
Aber auch für die Personen, die durch langes Sitzen
in ihrer Bewegung eingeschränkt sind, kann die Untersuchung sinnvoll sein, da allgemeiner Bewegungsmangel und eine vorwiegend sitzende Tätigkeit als
Risikofaktor für Venenerkrankungen gelten. Wird der
Bewegungsmangel noch mit einer hochkalorischen
und fettigen Ernährung kombiniert, ist es meist nicht
weit zur risikobehafteten Fettleibigkeit.
Achtsam sein bei dem, was man tut
Durchgeführt werden diese Untersuchungen meistens
in den betrieblichen Räumlichkeiten durch die jeweiligen Fachärzte; bei den Venenerkrankungen untersucht beispielsweise der Phlebologe die Beine. Dabei
spielt nicht nur die Untersuchung eine Rolle, sondern
es werden vielfach auch Übungen und Sitzpositionen
besprochen, die man während der Arbeit beachten
kann, sodass die Arbeit nicht immer unterbrochen
werden muss, um herumzulaufen. Dabei kann eine
Fußstütze mit Wippe hilfreich sein, ebenso wie die bewusste Änderung der Sitzposition, von der auch gleichzeitig der Rücken profitiert. Auch venengymnastische
Übungen wie die Venenpumpe werden unter Umständen erklärt und möglicherweise kann Bewegung mehr
in betriebliche Abläufe integriert werden, indem jede
Bewegungsmöglichkeit genutzt wird und der Kollege
nicht angerufen wird, sondern dass man mal eben rüberläuft. Wer bereit ist, seine Gewohnheiten zu ändern
und sich darauf einzulassen, was möglich ist, kann so
oft ernsthaften Erkrankungen vorbeugen.
●
Flexible Arbeitszeiten
52 %
39 %
werbebeitrag – interview
Medizinische Angebote
41 %
50 %
Warum es sinnvoll ist, sich um die
Gesundheit der Mitarbeiter mithilfe von
Gesundheitsscreenings in Unternehmen
zu kümmern, erläutern Universitätsprofessor und Doktor der Medizin E.
Sebastian Debus, Klinikdirektor am
Universitären Herzzentrum Hamburg
(oben) und Hagen Heigel, Geschäfts­
führer des Screening-Anbieters Heigel
GmbH (unten).
Seminare
32 %
52 %
Sportangebote
Quelle: Arbeitnehmerumfrage, Continentale, 2013
„Medical Check up während der Arbeitszeit“
30 %
54 %
Suchtentwöhnung
30 %
45 %
Pausenangebote
19 %
50 %
Sehr sinnvoll
Sinnvoll
Warum ist betriebliches Gesundheitsmanagement so wichtig? prof. debus:
Seit Jahren sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen Todesursache Nummer eins in
Deutschland. In diesem Bereich liegt eine
deutliche Unterdiagnostizierung und
Unterversorgung der Betroffenen vor.
Durch Screenings in Betrieben können
kardiovaskuläre Erkrankungen frühzeitig
dia­gnostiziert, verstanden und behandelt werden. Das
nutzt nicht nur den Mitarbeitern, sondern auch den Unternehmen durch weniger krankheitsbedingte Fehltage.
heigel: Viele Erkrankungen werden von den Menschen
selbst nicht erkannt. Doch je später die Diagnose erfolgt,
desto schwieriger ist es meist, gegenzusteuern. Screenings in Betrieben setzen
hier gezielt an. In deren Folge sind die
Mitarbeiter nicht nur nachweislich gesünder, sondern auch leistungsfähiger,
zufriedener und können länger eingesetzt werden – mit einer entsprechend
positiven Innen- und Außenwirkung.
Welche
Screening-Möglichkeitengibt es für den Bereich Herz-Kreislauf?
heigel: Die Screenings sind modular aufgebaut. Basis bei unseren Besuchen in
den Betrieben sind Blutfett-, Blutzucker
und Blutdruckmessung samt Ruhepuls.
Zusätzlich können unsere Ärzte die Halsschlagader untersuchen sowie ein Diabetes-, Arteriensteifigkeits- und Schilddrüsenscreening durchführen. Dazu
können die Mitarbeiter einfach während
der Arbeitszeit zu einem festen Termin
ohne Wartezeit vorbeikommen. Die Heigel GmbH ist mit
40.000 Untersuchungen im Jahr Marktführer auf dem
Gebiet der betrieblichen Screenings.
www.heigel.com
12
prävention und nachsorge
folgeerkrankungen
Zuckersüß mit
bitterem
Beigeschmack
Diabetes an sich ist eine Krankheit, die dem Patienten viel abverlangt. Was
viele aber gar nicht wissen: Organisch verändert sich mit dem erhöhten
Blutzuckerspiegel so einiges im Körper. Das liegt an der veränderten
Zusammensetzung des Blutes und meist auch an den schlechten
Angewohnheiten, was Lebensstil und Nahrungswahl angeht. Was man trotz
Diabetes für seine Gesundheit tun kann, erfahren Sie hier.
Von Eva Herzog
D
er Satz unter Medizinern „Wer
Diabetes hat, kann alles kriegen“ zeigt, dass der Diabetiker
grundsätzlich als Risikopatient für fast
alle möglichen Erkrankungen gilt. Das
körpereigene Stoffwechselsystem ist so
durcheinander, dass auch andere Organe häufig nicht mehr richtig funktio-
nieren. Und so versterben im Schnitt 75
Prozent aller Diabetiker an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Warum sind Diabetiker stärker für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährdet? Der Grund liegt in der Störung des
Zuckerstoffwechsels, der dazu beiträgt,
dass die Gefäßverkalkung (Arterio­
sklerose) schneller voranschreitet, als
bei Nicht-Diabetikern. Das Blut ist klebrig und die Thrombozyten verklumpen
relativ schnell, die Gerinnungsneigung
steigt. Dadurch wächst die Gefahr für
Blutgerinnsel, die Gefäßverschlüsse
und damit einen Infarkt auslösen können.
Die Gefahr kommt auf leisen Sohlen
Tückisch daran ist, dass die Betroffenen
die Beschwerden so gut wie nicht spüren. Das liegt zum einen daran, dass bei
Diabetes das Schmerzempfinden beeinträchtigt ist, zum anderen, dass häufig
die typischen Symptome wie Angina
Pectoris fehlen, da bei Diabetes ebenfalls eine krankheitsbedingte Nervenstörung vorliegt. Und so kommt es, dass
der Infarkt für Diabetiker vermeintlich
unerwartet eintritt.
Erkannt werden die
Beschwerden oft zu spät
Was die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts angeht, so sind Diabetiker genauso hoch gefährdet, wie Nicht-Diabetiker wie Nicht-Diabetiker, die bereits
einen Infarkt durchlebt haben. Und im
Vergleich mit stoffwechselgesunden
Menschen liegt das Risiko eines Herzinfarkts bei Diabetes zwei- bis vierfach
höher, bei Frauen sogar bis zu sechsfach
höher.
Der ganze Körper ist betroffen
Diabetes, häufig gepaart mit Bluthochdruck, ist eine explosive Mischung die
nicht nur die großen Gefäße wie beispielsweise die Herzkranzgefäße schädigt, sondern auch die kleinen Gefäße
der Augen, Nieren, Nerven bis hin zur
Hautschaltzentrale, dem Gehirn. Mediziner sprechen dann von Mikro- beziehungsweise Makroangiopathien.
Und auch auf dem umgekehrten Weg
funktioniert das Drama: Fast 50 Prozent
der herzkranken Patienten haben Diabetes oder eine Vorstufe, Glukosetoleranzstörung genannt, von der sie keine
Ahnung haben. Das bestätigen mehrere
Studien und es zeigt, wie gut es für den
Betroffenen ist, wenn der Kardiologe
und der behandelnde Hausarzt nicht
nur fachspezifisch isoliert therapieren,
sondern auch über den Tellerrand hinweg auf andere Symptome achten.
Da eine kalorische Überversorgung
häufig zu Diabetes führt, wurden im
Juni dieses Jahres neue Leitlinien für
gesunde Ernährung herausgebracht.
Sie besagen, dass es keinen Sinn macht,
das tägliche Essen in 60 Prozent Kohlehydrate und die restlichen 40 Prozent
in Eiweiß und andere Stoffe aufzuteilen.
Vielmehr darf der persönlich angepasste Kalorienverbrauch nicht überschritten werden.
●
Lecker diese süßen Teilchen. Doch auch hier entscheidet die Dosierung über Wohl oder Wehe.
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Fast jeder zweite Herzpatient hat Diabetes
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Diabetes bei Herzkranken
muss adäquat behandelt
werden. Die Versorgung
der Patienten könnte deut­lich besser sein, weiß Kardiologe und Hochdruckexperte Professor Wolfgang
Motz, Gründungsmitglied
der Stiftung DHD.
Welche Komplikationen drohen bei fehlender Behandlung? Das Risiko für Ereignisse wie Myokardinfarkt und
Schlaganfall ist erhöht. Bei Diabetes kommt es schneller
zur Bildung von Plaques.
Schon Vorstufen der Erkrankung schädigen die Gefäße. Die Prognose ist schlechter, vor allem bei unzureichender Behandlung. Nach dem Infarkt ist oft vor dem
Infarkt.
Warum werden Patienten nicht angemessen
versorgt? Fehlende Anreize führen zur isolierten
Betrachtung einzelner Krankheitsbilder.
Diabetes ist eine Erkrankung mit geringer Anerkennung für hohen Betreuungsaufwand. Nur ein Problem zu behandeln, das kostet weniger Zeit – obwohl
jede Therapie am Globalrisiko des Patienten orientiert
sein sollte. Der Blick über den eigenen Tellerrand ist erforderlich.
Wie kann eine bessere Prognose erreicht werden?
Wenn wir wissen, dass fast jeder zweite Herzkranke Störungen im Glukosestoffwechsel vorzuweisen hat, sollten
Patienten daraufhin untersucht werden.
Bei bestätigter Diagnose Diabetes muss die Erkrankung auch behandelt werden. Genau wie Kardiologen für
Diabetologen Behandlungspartner sind, muss der Stoffwechselexperte vom Herzmediziner rechtzeitig einbezogen werden.
prävention und nachsorge
13
blutkreislauf und venöses system
Wer flüssig ist, hat mehr vom Leben
Thromboserisiko
kennen und senken
Von Charlotte Klingenthal
Gefäßkrankheiten haben schwerwiegende Folgen und belasten das gesamte Körpersystem.
Umso besser ist die Prognose, wenn Gefahren früh erkannt werden. Vor allem Diabetiker
und Menschen mit Übergewicht und Bluthochdruck sind verstärkt von ihnen betroffen –
regelmäßige Kontrollen sollten für diese Patientengruppe selbstverständlich sein.
D
amit der Blutkreislauf alle Zellen unseres Körpers erreicht, durchzieht unseren Körper ein
gut verzweigtes Netz von Blutgefäßen. Die Venen führen das sauerstoffarme Blut zum Herzen hin
und die Arterien leiten das sauerstoffreiche Blut vom
Herzen weg bis in die kleinsten Kapillaren, wo gleichzeitig Nährstoffe und Sauerstoff hin- und Kohlenmonoxid und Stoffwechselendprodukte abtransportiert
werden.
Soweit der Ablauf beim gesunden Menschen. Denn
nicht immer sind die Gefäße bis ins Alter gesund und
gewährleisten den perfekten Durchfluss, da sie mit
steigendem Lebensalter an Elastizität verlieren. Hinzu
kommen schädigende Faktoren wie Übergewicht, zu
hohe Blutfettwerte oder auch schädliche Einflüsse wie
Bluthochdruck und Rauchen. Diese Faktoren, sowie
die genetische Disposition, oder Hormonumstellungen wie die Wechseljahre können dazu führen, dass
sich Ablagerungen an der Gefäßwand bilden und den
Blutfluss behindern. Zudem können auch kurzfristige Risikofaktoren dazu führen, dass sich Beinvenen
verschließen: Wer länger bettlägerig ist, hat durch
Immobilisation der Venen und der dadurch fehlenden
Pumpfunktion ein hohes Risiko, dass Blutplättchen
verklumpen und sich eine Thrombose bildet.
Gefäßerkrankungen betreffen nicht nur das Herz
Mit Gefäßverschlüssen wird häufig in erster Linie der
Herzinfarkt in Verbindung gebracht, doch auch die anderen Gefäße des Körpers sind davon nicht ausgenommen. Es ist vielmehr so, dass gerade Menschen mit
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Gefäßverengungen an den Beinarterien auch von Verengungen der Hirnschlagadern und Herzkranzgefäße
betroffen sind. Somit sind Patienten mit Gefäßverengungen an den Beinen sehr gefährdet, was das Risiko
für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall angeht – selbst
wenn bisher keine Symptome der Durchblutungsstörung aufgetreten sind.
Wenn das Gehen schwerfällt
Je nachdem, welche Gefäße im Körper in welchem Ausmaß betroffen sind, unterscheiden sich die Symptome:
Sind beispielsweise die Beinarterien betroffen, wird
häufig von Beinschmerzen oder Wadenschmerzen berichtet, die die Patienten dazu zwingen, selbst nach
einer kurzen Strecke stehen zu bleiben, weil sich dann
der Schmerz direkt bessert. Dabei handelt es sich um
die pavk, die periphere arterielle Verschlusskrankheit.
Abklärung ist das A und O
Sobald der Verdacht auf eine Gefäßerkrankung besteht, kann der Arzt zur Abklärung oder Gefäßvorsorge
eine Untersuchung der Gefäße durchführen. Je nachdem, wie weit die Gefäßverengung bereits fortgeschritten ist, müssen grundsätzlich zwar die Grunderkrankungen behandelt werden, aber möglicherweise muss
auch operiert werden, um das Gefäß offen zu halten.
Wer sich umfangreich zu der Erkrankung beraten lassen möchte, hat in Gefäßzentren optimale Möglichkeiten, da hier mehrere Fachbereiche zusammenarbeiten.
●
Thrombose und Lungenembolie gehören zu den häufigsten Herz-KreislaufTodesursachen. Jährlich sterben allein
in Deutschland 100.000 Menschen an
den Folgen einer Lungenembolie, deren
häufigste Ursache eine Thrombose ist. In
der Gesellschaft fehlt es an Wissen und
Dialog zu diesem Thema. Die mangelnde
öffentliche Wahrnehmung der Gefahren
und eine oftmals verzögerte Erkennung
durch Ärzte führen zu einer schwerwiegenden Gesundheitsproblematik, erklärt
Professor Doktor Rupert Bauersachs,
Mitglied des Beirates der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft
für Gefäßmedizin (DGA) und Chefarzt der
Abteilung für Angiologie des Klinikums
Darmstadt.
Es gibt im Krankenhaus mehr Todesfälle durch Lungenembolie als durch Brust-,
Prostatakrebs, AIDS und Verkehrsunfälle zusammen. Die Lungenembolie nach
einer Operation ist die häufigste Todesursache im Krankenhaus. Dabei gibt
es gute Präventionsmöglichkeiten und
Behandlungsmethoden. Thromboseprophylaxe ist die wichtigste Maßnahme, um
die Patientensicherheit in Risikosituationen und in der Routine zu verbessern und
Therapeutische Maßnahmen bei chronischen Venenkrankheiten
Kompressionsstrümpfe
20,3%
7,5 %
Lokale Salbenanwendungen10,3 %
Quelle: Robert Koch-Institut, 2009
3,9 %
Venenmedikamente
9,7 %
3,3 %
Venenoperation8,8 %
4,5 %
Verödungsbehandlung
8,4%
1,7 %
Kompressionsverbände
8,2%
2,8 %
Frauen
Männder
zugleich die hohen volkswirtschaftlichen
Kosten zu senken. Ein erhöhtes Thrombose- und Lungenembolierisiko haben Menschen, wenn sie im Krankenhaus liegen,
bei einer Krebserkrankung, bei verändertem Hormonhaushalt, zum Beispiel in der
Schwangerschaft oder bei Pilleneinnahme. Die Internationale Gesellschaft für
Thrombose und Hämostase (ISTH) hat
für den 13. Oktober 2014 erstmals den
Welt-Thrombose-Tag ausgerufen. Der
13. Oktober ist der Geburtstag von Rudolf
Virchow, der vor über 100 Jahren in Berlin
maßgeblich zum Verständnis der Thrombose beigetragen hat. Alle für dieses
Thema relevanten Fachgesellschaften
wurden eingeladen, an dieser weltweiten
Aufklärungsaktivität teilzunehmen. Mehr
als 100 Fachgesellschaften unterstützen
diesen Tag weltweit – in Deutschland
sind die DGA, die Deutsche Gesellschaft
für Phlebologie sowie die Gesellschaft für
Thrombose- und Hämostase-Forschung
mit dabei.
www.risiko-thrombose.de
14
prävention und nachsorge
gastbeitrag
Herz im Takt
Joachim M. Schmitt, Geschäftsführer
und Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed),
sowie Geschäftsführer von MedInform
– Seminar- und Informations-Service
Medizintechnologie erläutert, warum innovative Medizintechnologien mehr Lebensqualität bedeuten.
Der Hamburger Journalist Christoph
Rind veröffentlichte im Mai 2014 seine
persönliche Krankheitsgeschichte. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit plötzlichem Herzversagen, „wenn das Herz
plötzlich nur noch flattert“. Ursache: ein
entzündeter Herzmuskel. Es erwischte
ihn während einer Podiumsdiskussion zu
Gesundheitsinformationen. Ein Defibrillator rettete ihm das Leben. Eine Katheterablation beseitigte Fehlreize an der
Herzwand. Ein implantierter „Defi“ wacht
nun über sein Herz und löste auch bereits
einen lebensrettenden Stromstoß aus.
Nahezu 200.000 Menschen versterben
in Deutschland jährlich am plötzlichen
Herztod: mehr als an Lungenkrebs oder
Brustkrebs. Wenn die Herzkammern nur
noch flimmern, greift der Defi ein.
Lebensretter Implantate: Die Fortschritte in der Herz-Kreislauf-Medizin
sind enorm. Schrittmacherpatienten
werden über telemedizinische Systeme
vom Arzt überwacht. Bei chronischer
Herzschwäche stehen Kunstherzen zur
Verfügung. Defekte Herzklappen können
schonend über einen Kathetereingriff ersetzt werden. Verstopfte Gefäße werden
durch Gefäßgerüste offen gehalten.
Und die „Regenerative Medizin“ hat
noch größere Ansprüche: nicht nur reparieren, sondern vollständig heilen. Hierbei stehen zwei innovative Techniken in
den Startlöchern: Neue Organe oder Organteile durch Bioprinting mit 3-D-Druckern produzieren oder mit Tissue-Engeneering in Laboren züchten.
Innovative Medizintechnologien sind
eine Investition in das Leben und die
Leistungsfähigkeit der Menschen – sie
bedeuten mehr Lebensqualität.
gastbeitrag
Herzensangelegenheit Prävention
In puncto Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden in den letzten Jahren deutliche
medizinische Fortschritte erzielt. Dennoch sind sie immer noch die häufigste
Todesursache in Deutschland. Dabei kann jeder sein Erkrankungsrisiko selbst
beeinflussen. Der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) erklärt,
was dem Herz gut tut.
Bei kaum einer anderen Erkrankung kann der Patient durch seine individuelle
Lebensführung so großen Einfluss nehmen. Stress, Nikotin, Alkohol und Übergewicht sind Risikofaktoren, die möglichst vermieden werden sollten. Ideal für das
Herz ist eine mediterrane,
leichte und ausgewogene Ernährung mit wenig
Fleisch und mehr Fisch –
gebraten in Olivenöl – sowie viel Obst und Gemüse.
Auch Bewegung wirkt
positiv auf das Herz: Bei
Frauen ab dem 30. Lebensjahr ist mangelnde
körperliche Aktivität noch
vor Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck
der häufigste Grund für
koronare HerzerkrankunKardiologische Vorsorge – auch wichtig für junge Menschen.
gen. Dabei reichen bereits
knappe drei Stunden pro Woche bei mittlerer Intensität, um einer Erkrankung vorzubeugen.
Besonders Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen oder Radfahren werden empfohlen. Diese lassen Blutdruck und Ruhepuls sinken. Zudem verkraftet
eine trainierte Herzmuskulatur Belastungen besser. Abhängig vom Alter und dem
Trainingszustand ist jedoch vor Trainingsstart ein Besuch beim niedergelassenen
Kardiologen empfehlenswert, der den Gesundheitszustand überprüft und Tipps für
ein herzfreundliches Training gibt. Fassen Sie sich also ein Herz und starten Ihre persönliche Prävention. Das ist nicht nur gut für Ihre Gesundheit, sondern Sie fühlen
sich insgesamt besser!
werbebeiträge
veranstaltungskalender
Dreiländerkongress
Vom 10. bis 11. Oktober 2014 haben wir
den Drei-Länder-Kongress unter das
Motto „Acute meets Rehab“ gestellt. Die
Tagungspräsidenten, Dr. med. Christa
Bongarth, Klinik Höhenried, und Prof.
Dr. med. Stefan Sack, Städtisches Klinikum München, bringen Akut- und Rehabilitationsmediziner zusammen, um die
sektorübergreifende Kooperation und
das Verständnis für die jeweiligen Belange im Akuthaus wie in der Rehaklinik
zu verbessern. Postinterventionelle Ar-
rhythmien, Versorgung älterer Patienten
nach minimal-invasiven Eingriffen, die
Weiterbehandlung nach Herzinfarkt oder
Bypass-OP, das Training mit Herzinsuffizienz-Patienten und auch die psychologische Betreuung der Herzpatienten sind
Themen, die sowohl den Akutmediziner
Kardiodiagnostik
Kardiologiesymposium
Grundlage einer erfolgreichen Behandlung ist immer die richtige Diagnose.
Aus diesem Grund treffen sich vom 15.
bis zum 17. Januar 2015 in Leipzig Kardio­
logen und Radiologen bei den 7. Deutschen Kardio­diagnostiktagen.
Thema ist dieses Mal „Kardiovaskuläre
Bildgebung – ein interdisziplinärer Ansatz“.
Mit jährlich rund 450 Teilnehmern ist das
Bad Berkaer Kardiologiesymposium als
Fortbildungsveranstaltung etabliert. Am
16. und 17. Januar 2015 sind deutschlandweit Kardiologen und MTAs zum Erfahrungsaustausch eingeladen. Es erwartet
Sie ein Überblick zu aktuellen Fragen und
Entwicklungen der Kardiologie, Fallbesprechungen und Industriesymposien.
www.kardiodiagnostik.de
www.kardiologie-symposium.de
als auch den Rehakliniker beschäftigen,
wie auch Dr. med. Manju Guha, Präsidentin der DGPR weiß. Diese Themen werden
in wissenschaftlich optimal zusammengestellten Symposien diskutiert.
www.dgpr-dreilaenderkongress.de
zu guter letzt, aber nicht das letzte. ein kommentar.
Mit dem Herzen sehen
Früher dachte man ja, wir denken mit dem
Herzen. Auch heute, ein paar Tausend Jahre
später, sprechen immer noch viele Menschen
davon, sie seien in einer Sache ganz ihrem
Herzen gefolgt – irgendwie lebt das Bild noch,
dass die große Doppelpumpe in unserem
Brustkorb mehr ist als eben nur eine Pumpe. Vielleicht schwingt da das uralte Wissen
mit, dass es ohne Herz nun wirklich nicht
geht. Das Herz ist sozusagen fundamental, und wurde deshalb
auch im übertragenen Sinn
zum Hauptorgan, wenn es
um fundamental wichtige
Entscheidungen geht. Übrigens nicht nur in der Liebe. Andererseits, was ist
fundamentaler als die Liebe? Seltsam ist, dass viele
Menschen nicht gerade
sorgsam mit diesem Fundamentalorgan umgehen; sie
Unsere nächste
Ausgabe
seine Arbeit einfach als gegeben annehmen.
Appelle, sich doch bitte gesundheitsfördernd
zu verhalten, funktionieren eben nicht beim
Menschen. Der ändert sein Verhalten nur,
wenn er ein positives Bild von einem zukünftigen Nutzen hat. Na bitte: Stellen Sie sich
vor, Sie schreiten schnellen Schrittes und mit
wachem Geist durch einen wunderschönen
Park im Herbst. Vielleicht geht ja neben ihnen ein guter Freund oder Ehepartner.
Sie fühlen sich fit, und in sich spüren Sie den festen, gleichmäßigen Schlag Ihres Herzens. Und:
Sie sind gerade 80 Jahre alt
geworden. Ist das nicht ein
Bild, für das es sich lohnt?
Na eben. Man muss die
Dinge nur mit dem Herzen
sehen.
Eine Publikation des Reflex Verlages zum Thema
Neurologie
Fokus: Gehirn, Schmerztherapie und Orthopädie
Epilepsie
Wie ein Donnerwetter im Gehirn
– so lässt sich Epilepsie bildlich
beschreiben. Doch die Krampfanfälle
müssen nicht sein. Hoff nung gibt
es selbst für Patienten, die gegen
Medikamente resistent sind.
Seite 7
Depressionen
„Ich fühle mich so depressiv“ – dieser
Satz ist schnell gesagt. Dabei ist eine
Depression eine ernst hafte psychische
Erkrankung, bei der Botenstoff e im
Gehirn eine zentrale Rolle spielen.
Seite 10
Wirbelsäulenchirurgie
Neue Implantate aus innovativen
Materialen und minimalinvasive
Verfahren sollen den Patienten zur
Genesung verhelfen.
Wie eff ektiv sind die neuen
Lösungen bei Rückenproblemen?
Seite 14
oktober 2014
Mike Paßmann
Chefredakteur
Neurologie
Fokus: Gehirn, Schmerztherapie
und Orthopädie
impressum
Projektmanager
Anika Förster
anika.foerster@reflex-media.net
Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews,
Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokus­
interviews geben die Meinung der beteiligten
Unternehmen wieder. Die Redaktion ist für die
Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich.
Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen
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Weitere Informationen:
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Redaktion
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Charlotte Klingenthal, Sebastian Juha Richter
Art Direktion
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T 030 / 200 89 49-0
Der Reflex Verlag greift aktuelle Themen auf,
recherchiert zielgruppengenau die Hintergründe und den Markt. Ergebnis sind Publikationen, die gespickt sind mit neuesten Daten,
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Verständlich aufbereitet und sorgfältig
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Eine Publikation der Reflex Verlag GmbH
am 9. Oktober 2014 im Handelsblatt.
Druck
BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH
Der Reflex Verlag und die Verlagsgruppe
Handelsblatt sind rechtlich getrennte und
redaktionell unabhängige Unternehmen.
V.i.S.d.P.
Redaktionelle Inhalte:
Mike Paßmann
redaktion@reflex-media.net
Das Zentralnervensystem und das
periphere Nervensystem spielen
eine besondere Rolle in der klini­
schen Untersuchung des Patien­
ten. Typische Kombinationen von
Beschwerden und Symptomen
treten bei Erkrankungen auf. All
unsere Sinneseindrücke werden
im Gehirn verarbeitet und all
unsere Körperfunktionen von
dort gesteuert. Das Zusammen­
spiel unserer Nervensysteme
übernimmt in der Schmerzthera­
pie und Orthopädie eine wichtige
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