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Aktueller Newsletter - Antikriegshaus Sievershausen

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ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
D o k u m e n tat i on s s tät t e z u K r i e g s g e s c h e h e n
u n d ü be r F r i e d e n s a r be i t S i e v e r s h a u s e n e . V.
ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
Antikriegshaus Sievershausen Kirchweg 4A 31275 Lehrte Tel.: 05175-5738 mail: info@antikriegshaus.de
Liebe Freundinnen und Freunde
des Antikriegshauses!
verschen Gruppe „Mein Herz schlägt auf Lampedusa“ über die Ereignisse am 3. Oktober 2013, als 366
Flüchtlinge vor Lampedusa ertranken. Zum Tag der
Menschenrechte am 10. Dezember wird wiederum
die Amnesty-Gruppe Hannover eine Veranstaltung
im Antikriegshaus durchführen. Vielleicht kommt
noch das eine oder andere Konzert hinzu.
Außerdem nehmen wir in diesem Jahr am Kirchentag in Stuttgart teil und werden zwei internationale
Workcamps (eines davon zu der Situation in der Ukraine) auf unserem Gelände begleiten. Friedenspädagogische Workshops in Schulen, Konfirmandenarbeit und die Arbeit in der Stiftung „Frieden ist ein
Menschenrecht“ und der Nagelkreuz­gemeinschaft
runden das Ganze ab.
Sie sehen, wir sind nicht unterbeschäftigt. Im Gegenteil, immer wieder stellen wir fest, dass wir engagierte MitstreiterInnen gebrauchen könnten, die sich mit
ein wenig Zeit bei uns einbringen, neue Ideen beitragen, unser kleines Team entlasten. Trauen Sie sich
ruhig, uns anzusprechen. Und wenn das nicht möglich ist, helfen Sie uns auch mit einer kleinen Spende
oder gar einer Zustiftung, unsere Arbeit weiterhin im
Sinne des Friedens , der Gerechtigkeit und der Bewahrung der Schöpfung fortzuführen.
Herzliche Frühlingsgrüße und auf bald im Antikriegshaus
Endlich Frühling! Überall will der Garten bestellt
werden, man spürt den erneuten Aufbruch. Auch im
Antikriegshaus sind wir damit beschäftigt, das Jahresprogramm 2015 zu komplettieren, den Anbau an
das Veranstaltungszentrum, der neue Toiletten und
dringend notwendige Abstellräume enthalten wird,
fertigzustellen, die für unsere Arbeit nötigen Gelder
einzuwerben und und und ... Nicht zuletzt will auch
hier der Garten auf Vordermann gebracht werden.
Aufbruch lässt sich auch in anderer Hinsicht feststellen: zwei unserer Vorstandsmitglieder sind mit neuen
Vaterfreuden beglückt und abgelenkt, ein weiteres
Vorstandsmitglied verabschiedet sich in eine lang geplante dreimonatige Fahrradreise. Das Arbeitsteam
ist damit extrem ausgedünnt.
Trotzdem haben wir ein interessantes und abwechslungs­reiches Jahresprogramm zusammengestellt, für das es sich lohnt, den Weg zum Anti­
kriegshaus auf sich zu nehmen. Neben der schon
heftig beworbenen Reihe „wie wollen wir leben?“, in
der es um Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit geht,
werden wir in je einer Veranstaltung die prekäre Situation in Nahost und in Pakistan thematisieren (29.
Mai und 12. Juni). Wir veranstalten drei Lesungen:
einen Ringelnatter-Rotweinabend mit dem Literarischen Quintett unseres ehemaligen Vorstands KlausPeter Großmann zu den humoristischen Gedichten
Ringelnatzens; eine Lesung mit Oskar Ansull und
Bengt Kiene zum „Surren einer Mücke gegen das
Weltrad“, dem oft vergeblichen Bemühen, den verkehrten Lauf der Welt aufzuhalten, und zur Eröffnung
der Friedensdekade am 8. November die szenische
Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ der hanno-
Ihr Berndt Waltje
Inhalt
Veranstaltungen zum Gedenken an die
Befreiung des KZ Bergen Belsen
Freitag, 24. April
Untragbar - Die Masche der Textilindustrie
Podiumsveranstaltung und Eröffnung der
Ausstellung „Ich mache Deine Kleidung“
Impressum: Newsletter April 2015
Antikriegshaus Sievershausen
Kirchweg 4A 31275 Lehrte-Sievershausen
info@antikriegshaus.de Tel: 05175-5738
Öffnungszeiten: di, fr 10-17 Uhr, sa 15-17 Uhr
www.antikriegshaus.de
Konto bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft Kassel
IBAN DE13 5206 0410 0000 0060 76
BIC GENODEF1EK1 Inhaber: Kirchenkreisamt Burgdorfer Land
Texte zur Problematik in der Textilerzeugung
Verhandlungen statt Waffengewalt
Veranstaltungshinweise
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ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
70. Jahrestag der Befreiung von Bergen Belsen
Erinnerung an die Todesmärsche im April 1945
Lichter auf den Schienen an der Rampe in Bergen am 15. April
Eröffnung der Ausstellung „Zwischen Harz
und Heide. Todesmärsche im April 1945“
am Freitag, 24.4. 14:30 Uhr, Gedenkstätte
Bergen-Belsen (Alte Ausstellungshalle). Die
Einführung geschieht durch Dr. Jens-Christian
Wagner, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten.
Hauptgedenkfeier mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck, dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder, dem
Ministerpräsidenten Stephan Weil und Überlebenden am Sonntag, 26.4. 11 Uhr auf der
Gedenkstätte Bergen-Belsen (Jüdisches Mahnmal und Obelisk).
Gedenkveranstaltung mit Anita Lasker-Wallfisch am 26.4. 15 Uhr, Gedenkstätte BergenBelsen (Waggon auf der Rampe, ca. 5 km vom
Haupteingang Richtung Bergen entfernt). Anita Lasker-Wallfisch gehörte zum Mädchenorchester des KZ Auschwitz und kam Ende 1944
nach Bergen-Belsen.
Die Todesmärsche der letzten Kriegsmonate
im 2. Weltkrieg sind immer noch wenig bekannt. KZ-Häftlinge wurden gezwungen, über
weite Entfernungen und unter unerträglichen
Bedingungen in andere Lager zu marschieren.
Tausende der sowieso schon entkräfteten
Häftlinge kamen dabei ums Leben, wer nicht
weitergehen konnte, wurde gnadenlos erschossen. „Insgesamt fielen Räumungstransporten und Todesmärschen in den letzten
Kriegsmonaten rund 250.000 Häftlinge zum
Opfer“, so der Geschäftsführer der niedersächsischen Gedenkstätten.
Noch im April 1945 wurden die meisten Häftlinge der hannoverschen KZs gezwungen, nach
Bergen-Belsen zu marschieren. Zwischen Januar und April 1945 kamen dort rund 100
Transporte an. Das sowieso schon überfüllte
Lager brach in seiner Infrastruktur vollends zusammen, Seuchen brachen aus, zuletzt gab es
kein Essen mehr, es kam zum Massensterben.
Am 15. April 1945, vor 70 Jahren, wurde das
Lager den britischen Truppen übergeben. Die
Befreier fanden tausende unbestattete Leichen und zum Skelett abgemagerte und todkranke Menschen vor. Bergen-Belsen wurde
zum Symbol für die schlimmsten Gräuel des
Nationalsozialismus. Auch nach der Befreiung
starben noch mehr als 10.000 der ehemaligen
Insassen an den Folgen der Inhaftierung.
Es finden zum Gedenken der Befreiung
Bergen-Belsens zahlreiche Veranstaltungen statt:
„Lichter auf den Schienen“ am Mittwoch,
15.4. 19:30 Uhr, Gedenkstätte Bergen-Belsen
(Waggon auf der Rampe, ca. 5 km vom Haupteingang entfernt, Anfahrtsbeschreibung unter
www.ag-bergen-belsen.de/waggon.html). Die
AG Bergen-Belsen erinnert daran, dass die KZHäftlinge, die in Viehwaggons aus anderen Lagern nach Bergen-Belsen verfrachtet wurden,
von der Ankunftsrampe aus einen Fußmarsch
von 5 km bis zum Lager machen mussten. Viele der kranken und ausgehungerten Gefangenen starben schon auf diesem Zwangsmarsch.
Zeichnung des Lagerinsassen Jakob Tannenbaum
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ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
Freitag, 24. April, 19.30 Uhr
Untragbar - Die Masche der Textilindustrie
Podiumsgespräch mit Berndt Hinzmann (INKOTA-Netzwerk), Cornelia Koch (IG Metall)
und Prof. Dr. Ines Weller (Nachhaltigkeits-Forschungszentrum der Uni Bremen)
setzt sich weltweit für die Verbesse­rung der
Ar­beitsbedingungen in der Textil­industrie ein.
Wir haben Berndt Hinzmann von INKOTA und
Cornelia Koch von der IG Metall gebeten, die
Kampagne vorzustellen.
Das Problem rund um Textilien ist aber grö­
ßer. Bei Produktion und Weiterverarbeitung
haben wir es mit Monokulturen, enormem
Wasser- und Energieverbrauch und einer Vielzahl von Chemikalien zu tun. Durch unseren
Mode-gesteuerten massenhaften Kon­sum von
Kleidung verschärfen wir diese Pro­bleme. Ines
Weller von der Uni Bremen wird diese Aspekte
anspre­chen. Auch hier wird es darum gehen,
wel­chen Einfluss wir Ver­braucherInnen haben,
um mehr Nachhaltig­keit in der gesamten Textilkette zu erreichen.
In der ersten Veranstaltung unserer Themenreihe „wie wollen wir leben?“ möchten wir
die Kampagne für saube­re Kleidung vorstellen. Fast 6 Mrd. Kleidungs­stücke werden in
Deutschland jähr­lich ge­kauft, viele davon
werden unter un­tragbaren Arbeitsbedingungen pro­duziert. Die Arbeiterinnen erhalten
oft Hun­gerlöhne, Arbeitsrechtsverletzungen
und Willkür sind an der Tagesordnung, Sicher­
heitsbestimmungen werden ignoriert. Am
24.4.2013 stürzte die Textilfabrik Rana Plaza
in Bangla­desh ein, mehr als 1000 Näherin­nen
starben. Die Kampagne für saubere Kleidung
Eröffnung der Ausstellung
Ich mache Deine Kleidung!
Mit dieser Veranstaltung eröffnen wir auch die
Ausstellung „Ich mache Deine Kleidung!“ Sie
porträtiert neun Näherinnen aus Bangladesch
und Kambodscha und gibt ihnen eine Stimme. In Kurztexten erzählen die Frauen selbstbewusst und mutig über ihren Arbeitsalltag
und ihr Engagement als Gewerkschafterinnen.
Sie alle kämpfen für die Verbesserung ihrer
Arbeitsbedingungen – und die einer ganzen
Branche.
Die Ausstellung von FEMNET e.V. ist vom
24. April bis zum 8. Mai 2015 zu den Öffnungszeiten des Antikriegshauses zu sehen.
Um Ihnen einen Ausblick auf die Themenbreite unserer nächsten Veranstaltung über die
Textilindustrie zu geben, fügen wir auf den
folgenden Seiten 3 kurze Texte zu der Problematik ein.
3
ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
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UNTRAGBAR
Unsere Kleidung wird dort hergestellt, wo Arbeitskraft wenig kostet: In China und Bangladesch, in der Türkei, in Osteuropa oder Lateinamerika. In den Fabri­ken sind bis zu 90 Prozent
Frauen beschäftigt. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von Akkordarbeit an bis zu sieben Tagen
die Woche, unbezahlten Überstunden, Dis­
kriminierung und fehlender Organisationsfreiheit. Sie erhalten einen Hunger­lohn und riskieren ihr Leben, wie der Einsturz der Textilfabrik
Rana Plaza in Ban­gladesch mit über 1130 Toten und mehr als 1500 teilweise Schwerstverletzten zeigte, während Bekleidungsunternehmen große Gewinne machen.
Nur 0,5 - 3 Prozent vom Verkaufspreis eines
Bekleidungsstücks erhält die Nähe­rin in Bangladesch.
Neben der sozialen ist auch die ökologische Bilanz von Textilien schlecht. Die Baumwollproduktion schädigt Mensch und Umwelt durch
massiven Pestizid- und Wassereinsatz, zunehmend wird gentechnisch veränderte Baumwolle an­gebaut. In der Weiter­verarbeitung
wirkt das Färben der Stoffe häufig gesund­
heitsschädigend auf Menschen und vergiftet
Gewässer. Verfahren wie das Sand­strahlen
von Jeans verursachen schwere Gesund­
heitsprobleme der Arbei­ter_innen.
Wer Kleidung kauft, trägt Mitverantwortung
für die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern – und kann durch bewusste
Kaufentscheidungen darauf Ein­fluss nehmen.
Durch die Arbeit vieler Initiativen sind inzwischen die Möglich­keiten geschaffen, dass jede
und jeder von uns die Informationen erhält,
um ökologisch und sozial einzukaufen. Gehen
wir den notwendigen Schritt: werden wir bewusste VerbraucherInnen!
Ökologische Probleme der Textilproduktion
Ein großer Anteil der weltweit verwendeten
Pestizide wird auf den Baumwollfeldern versprüht. Bodendegradierung und Erosionen
breiten sich aus, der Grundwasserspiegel sinkt.
Der Anbau ist gekennzeichnet durch einen hohen Wasserverbrauch und hohen Einsatz von
Chemikalien (Pestizide, Entlaubungsmittel,
Wachstumsregulatoren, künstliche Düngemittel usw.). Diese verursachen verheerende
Gesundheitsschäden und zudem verschulden
sich die Bauern durch den Kauf der Chemikalien. Die bedeutendsten Ressourcen Wasser
und Boden sind akut gefährdet, was ebenfalls
soziale Strukturen und die Existenz der Klein-
bauern zerstört. In der GUS, aber auch Ländern der Dritten Welt, hat die Versalzung infolge der Bewässerung von Baumwollkulturen
riesige Flächen für jegliche landwirtschaftliche
Nutzung unbrauchbar gemacht (Bsp. Aralsee).
Der Verlust der Bodenfruchtbarkeit und das
bedingungslose Festhalten am Anbau der teilweise nicht mehr rentablen „cash crop“ Baumwolle ist somit zur Bedrohung für jegliche
Lebensgrundlage in manchen Entwicklungsländern geworden, in denen nach wie vor der
Baumwollanbau mit der Lebensmittelproduktion konkurriert.
Mittlerweile liegt der Anteil genveränder-
4
ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
ter Baumwolle weltweit bei rund 75%.
Hauptanbau­länder für Gen-Baumwolle sind
Indien, die USA und China. Dabei liegt der
Gentechnik-Anteil in der Baumwollproduktion
in Indien bei 88 %, in den USA bei 90 % und in
China bei 71 %. In der EU ist die Aussaat von
Gen-Baumwolle nicht gestattet. Gentechnisch
verändertes Baumwoll-Saatgut ist aber vier­
mal teurer als konventionelles Saatgut. Außerdem kann man die Samen nach der Ernte nicht
wieder aussäen. Somit müssen die Bauern jedes Jahr neues Saatgut kaufen. Es kommt zu
einer ökonomischen Abhängigkeit der Bauern
von Saatgut- und Pestizidprodu­zenten. Seit
1997 haben sich 200.000 Kleinbauern das Leben genommen, weil sie keinen Ausweg mehr
sahen. Betroffen sind die Regionen, in denen
der Einsatz des Gen-Saat­gutes dominiert.
APRIL 2015
Umweltauflagen sind mittlerweile sehr hoch.
Beim Färben, Bleichen, Waschen und Bedrucken von Textilien werden nicht nur giftige
Schwermetalle, sondern auch Unmengen gesundheitsschädigender Chemikalien eingesetzt. Ein einziges T-Shirt belastet die Umwelt
mit rund 150 Gramm Chemikalien, darunter
sind sehr gefährliche Substanzen, auf die verzichtet werden kann. Die großen Modemarken
lassen ihre Kleidung heute in Asien produzieren, wo die Umweltauflagen weniger streng
sind.
Über 70 % von Chinas und Mexikos Gewässer
sind verschmutzt. In die Umwelt freigesetzte
Textilchemikalien stellen eine Bedrohung für
die menschliche Gesundheit und die Umwelt
dar. Das Problem ist nicht nur von lokaler Bedeutung! Es handelt sich um ein weltweites
Problem und erfordert eine weltweite Lösung.
Nicht ohne Grund gibt es in Ländern wie
Deutschland kaum noch Textilfabriken: Die
Was jedeR Einzelne tun kann
Bewusst einkaufen
Bevorzugen Sie bei Baumwollprodukten Kleider und Textilien aus biologisch angebauter
und/oder fair gehandelter Baumwolle.
Kaufen Sie in Läden, Versandhäusern oder
über Internetportale, die sich auf ökologische
und fair gehandelte Kleidung spezialisiert haben.
Nutzen Sie das Internetportal www.textilklarheit.de und die dazugehörige App „Siegelklarheit“. Diese bewerten die Glaubwürdigkeit von
Umwelt- und Sozialsiegeln für Textilien. Besonders glaubwürdige Siegel erhalten einen „grünen Knopf“.
Überdenken Sie die verbreitete Wegwerfmentalität, geben Sie besserer Qualität und gut
kombinierbaren Basics bzw. Klassikern den
Vorrang. Suchen Sie sich dauerhafte Lieblingsstücke.
Sorgfältig behandeln
Entscheiden Sie bewusst, wie oft Sie einkaufen
und was Sie wirklich brauchen, lassen Sie sich
nicht von kurzlebigen Fashion–Trends lenken.
Eine Einkaufsliste, die Sie einmal im Jahr nach
einem Blick in den Kleiderschrank machen,
kann eine gute Hilfe sein.
Tragen Sie Ihre Kleider lange – Textilien sind
keine Wegwerfwaren. Auch im billigsten TShirt stecken natürliche Ressourcen und harte
Arbeit.
Waschen Sie ihre Kleider schonend und bei
niedriger Temperatur. In die Waschmaschine
nach einmaligem Tragen? Muss nicht sein –
manchmal hilft auch schon auslüften.
Verzichten Sie auf billige Schnäppchen – Ausverkaufsware sind keineswegs immer Ladenhüter, sondern werden in vielen Fällen extra
für den „Sale“ produziert.
Verzichten Sie auf Wäschetrockner – der Umwelt und den Kleidern zuliebe.
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ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
Stichwort: Europa-Armee
Verhandlungen statt Waffengewalt
Sabine Dörfel in der Evangelischen Zeitung am 27.3.15
Rink hatte jetzt bei der 60. Gesamtkonferenz
der Evangelischen Militärseelsorge in Rösrath
eine europäische Armee als „tolle Vorstellung“
bezeichnet und sich davon die Untergrabung
„europäischer Nationalismen“ versprochen.
Prompt kritisierte das Bremer Friedensforum
den Militärgeistlichen scharf, warf ihm „offenen Einsatz für die von Juncker, Merkel und
Steinmeier angestrebte Militarisierung Europas“ vor und forderte seinen Rücktritt vom
Amt des ersten hauptamtlichen Militärbischofs
der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Ich kann die Begeisterung für die Schaffung
einer europäischen Armee nicht teilen, ganz
abgesehen davon, dass wohl eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehen wird, als dass
die Völker des Alten Kontinents die Befehlsgewalt über ihre Truppen einer europäischen Suprainstitution überlassen werden.
„Die Waffen nieder! – sag’s vielen – vielen“ sind als letzte Worte der Pazifistin
und ersten weiblichen Friedensnobel­
preisträgerin Bertha von Suttner überliefert.
100 Jahre ist dieses Vermächtnis der
prominenten Vorkämpferin einer europäischen
Friedensbewegung
alt.
Armeen können einen zwischen- oder innerstaatlichen Konflikt beenden – gewaltsam und meist nur kurzfristig. Dauerhafte
Konfliktlösungen erfordern politische Verhandlungen, Gespräche und Kompromisse.
Dem Militarismus ihrer Zeit setzte die Verfasserin des damals weltweit bekannten
Bestsellers „Die Waffen nieder“ die Idee eines internationalen Schiedsgerichtes entgegen, das Konflikte durch Verhandlungen
statt mit Waffengewalt lösen helfen sollte.
Was wir brauchen, ist weniger eine neue Armee als ähnlich charismatische Friedens­
kämpfer wie die unerschrockene Gräfin, die
die Öffentlichkeit mit unüberhörbaren Friedensappellen nachhaltig aufrütteln. Es spräche nichts dagegen, dass ein evangelischer
Militärbischof auch dies als seine Aufgabe ansehen würde.
Die Mitorganisatorin der Ersten Haager Friedenskonferenz 1899 in Den Haag hätte wohl
kaum den Plan einer neuen europäischen
Armee begrüßt, für den sich jetzt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Teile
unserer Regierung und leider auch der evangelische Militärbischof Sigurd Rink begeistern.
(mit freundlicher Genehmigung der
Evangelischen Zeitung)
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ANTIKRIEGSHAUS NEWSLETTER
APRIL 2015
Unsere nächsten Termine und Veranstaltungen
Am Sonntag, 10. Mai um 17 Uhr ist das Literarische Quintett um unseren ehemaligen Vorsitzenden Klaus Peter Großmann zu Gast im Antikriegshaus. Musikalisch verstärkt durch das Matthias Witzig Ensemble laden die Lesenden zu einem
„Ringelnatterrotweinabend“ ein.
Am Freitag, 29. Mai um 19.30 Uhr begrüßen wir einmal mehr Dr. Margret
Johannsen vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sozialpolitik, um
von ihr eine aktuelle Einschätzung der Lage im Nahen Osten zu erfahren.
Die geplante Veranstaltung mit dem aktuellen Gast der Hamburger Stiftung für
politisch Verfolgte, Kamal Khan aus Pakistan, haben wir von Freitag, 12. Juni auf
Sonntag, 14. Juni, 16.30 Uhr verlegt.
Hinweise auf weitere Veranstaltungen
Bad Nenndorf
Foyer des Kurhauses, Hauptstraße 11
Chronik der Gewalt
Die Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt
Ausstellung bis zum 30. April
Die Ausstellung „Chronik der Gewalt“ wurde vom „Netzwerk Südheide gegen
Rechtsextremismus“ konzipiert und wird vom Bündnis „Bad ist bunt“ und dem SPD
Samtgemeindeverband Nenndorf gezeigt. Öffnungszeiten: montags bis freitags von
8.30 bis 18.00 Uhr
Hannover
16. April 2015, 19.00 Uhr in der Marktkirche
Margot Käßmann und Konstantin Wecker:
Warum Pazifismus für uns das Gebot der Stunde bleibt.
Texte zum Frieden
Benefiz-Lesung für kirchliche Flüchtlingsarbeit
Veranstalter: Freundeskreis der Hanns-Lilje-Stiftung in Kooperation mit der Marktkirchengemeinde Hannover und dem Gütersloher Verlagshaus
EInlass ab 18 Uhr, Reservierungen sind nicht möglich
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