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"Der Mensch muss zu sich selbst kommen"

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Kreiszeitung Böblinger Bote vom 16.04.2015
Seite:
Ressort:
11
Sindelfingen/Weil der Stadt
Gattung:
Auflage:
Ausgabe:
Hauptausgabe
Reichweite:
Tageszeitung
16.986 (gedruckt) 16.584 (verkauft)
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0,05 (in Mio.)
"Der Mensch muss zu sich selbst kommen"
Die gebürtige Böblingerin Andrea Husak spricht in der Stadtbibliothek Sindelfingen über "Die
Kunst, erfüllter zu leben" Andrea Husak ist Sprecherin, Psychologin, Coach, Seminarleiterin.
Die gebürtige Böb- lingerin will Menschen "ein psychohygieni- sches Grundwissen vermitteln,
das ihnen das Leben leichter macht". Am Mittwoch spricht sie in der Stadtbibliothek
Sindelfingen über "Die Kunst, erfüllter zu leben". VON WERNER HELD
SINDELFINGEN. Am Tag nach
ihrem 14. Geburtstag nahm Andrea
Husaks Leben eine Wendung: Sie war
zu einem Studiobesuch beim Lokalsender Radio BB eingeladen, den sie ein
paar Tage zuvor gewonnen hatte. "Ich
durfte selbst etwas sagen", erzählt sie.
Die Radio-Leute waren ganz offensichtlich von der Stimme der jungen Besucherin angetan. "Die hätten mich am liebsten gleich dabehalten." Ganz dableiben war aber noch nicht - wegen der
Schule. Doch Andrea Husak kam nach
dem Unterricht immer wieder. Das
Radio-BB-Team sei so etwas wie ihre
Zweitfamilie geworden.
Dass sie beim Lokalsender für den
Kreis Böblingen nach dem Abi am
Albert-Einstein-Gymnasium ein Volontariat absolvierte, war da nur logisch.
"Mich hat die Verbindung von Kommunikation, Musik und der lokalen Verwurzelung fasziniert", sagt die heute 40Jährige. "Wir hatten viele Freiheiten: Da
sind sehr gute Sachen entstanden - und
manchmal auch ein wenig Müll." Der
Kreis Böblingen wurde Andrea Husak
bald zu eng. Sie zog "in die große, weite
Welt hinaus", war Moderatorin, Sprecherin und Redakteurin bei Planet
Radio, bei Antenne 1, bei FFH, beim
Saarländischen Rundfunk. Sie mochte
vor allem die Interviews mit Stars aus
der Musikszene. Zu ihren persönlichen
Highlights zählt sie Treffen mit den
Bands "Depeche Mode" und "a-ha",
"den musikalischen Helden meiner
Jugend", wie sie auf ihrer Homepage
schreibt.
Neben der Berufstätigkeit Psychologie studiert
Die Frau mit der Radiostimme moderiert Veranstaltungen und Gesprächsrunden, ist an der Produktion von Werbespots und an der Vertonung von Filmen
beteiligt. Seit 2006 ist sie eine der
Stammsprecherinnen beim populärwissenschaftlichen 3sat-Magazin "nano".
"Ein Traumjob für Wissbegierige wie
mich", sagt sie. Aufträge bei anderen
Fernsehsendern kamen hinzu. "Zum
Studieren hatte ich eigentlich gar keine
Zeit", blickt Andrea Husak zurück.
Doch als "ich in meinen 30ern" war,
bekam sie die Kurve. An der Fernuniversität Hagen schrieb sie sich für Psychologie ein. "Damit habe ich mir einen
weiteren Traum erfüllt", sagt sie. Mit
dem Studium neben ihrer Berufstätigkeit her machte sie - wieder einmal - die
Erfahrung: "Mit der richtigen Motivation klappt alles!"
In ihren Vorträgen und Seminaren
verbindet Andrea Husak ihre Kenntnisse über den Menschen mit dem, was
sie seit ihrem 14. Lebensjahr exzellent
kann: dem Reden. "Der Mensch muss zu
sich selbst kommen", sagt sie, "weil er
dann erst wahrnimmt, was er selber will,
und nicht dem nachkommt, was Eltern,
Schule, Gesellschaft von ihm
verlangen." Hätte sie aus reinem Sicherheitsdenken heraus BWL studiert,
nimmt sie sich selbst als Beispiel, hätte
sie zwar vermutlich eine ganz passable
Betriebswirtin abgegeben, "aber es hätte
mich nicht glücklich gemacht".
Andrea Husak möchte in ihren Vorträgen die Zuhörer dazu inspirieren, ihr
Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Ein Guru, der Patentrezepte für eine
glückliche Zukunft nach dem Motto "In
zehn Schritten vom Alkoholiker zum
erfolgreichen Geschäftsmann" liefert,
will sie aber keineswegs sein. "Es ist
eine Illusion zu glauben", warnt sie,
"dass ein Kurs oder eine Therapie zum
Paradies führt." Wer erfüllt leben will,
müsse diszipliniert dafür arbeiten, aber
auch auf seine Gefühle hören. Vor allem
müsse er die Haltung abstreifen, die
Eltern, den Chef, die Bundeskanzlerin
für das eigene Unglück verantwortlich
zu machen. Da hält es Andrea Husak
mit Michael Jackson: "I'm starting with
the man in the mirror."
Dass sie selbst ein erfülltes Leben
lebe und viele ihrer Träume verwirklicht habe, liege nicht in erster Linie
daran, dass sie Glück gehabt habe, sagt
die Referentin. "Auch ich kenne dunkle
Seiten. Auch ich weine und werfe aus
Frust ein Buch gegen die Wand",
bekennt sie. Das müsse auch so bleiben,
denn "nur Nachtisch hängt einem auch
bald zum Hals heraus".
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