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Erntedank 2014 - Evangelische Kirchengemeinde Allmersbach im Tal

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Gemeindebrief
der Evangelischen
Kirchengemeinde Allmersbach im Tal
Erntedank 2014
Arbeit ist das ½ Leben...
„Arbeit ist das ½ Leben“
Das geflügelte Wort führt unwillkürlich zu der Frage: „Und was soll dann
bitteschön das ganze Leben sein?“ Grundlegende Erfahrungen, wie eben mit
der täglichen Arbeit, bringt das Kirchenjahr durch regelmäßige Feste in einen
Zusammenhang mit dem christlichen Glauben an den dreieinigen Gott.
Zum Erntedankfest lassen wir in dieser Ausgabe unseres Gemeindebriefes
einige sehr unterschiedliche Haltungen zur eigenen Arbeit zu Wort kommen.
Wie denken Sie über Ihre eigene Arbeiten?
Das Titelblatt des Turmhahns ist leer.
Roland Stephan ist nicht mehr da – er hat den Turmhahn seit vielen Jahren
mit seinen Zeichnungen geschmückt. Im letzten Sommer hatten wir über
das Erscheinungsbild unseres Gemeindebriefs nachgedacht und uns
gefragt, ob wir es vielleicht „modernisieren“ sollten. Wir haben uns dagegen entschieden. Der Turmhahn sollte bleiben, wie er war:
Erkennbar, einzigartig, ein bisschen altmodisch und unverwechselbar
gezeichnet von Roland Stephans leisem Humor. Wir haben die Rechnung
ohne den Wirt gemacht.
Er fehlt uns sehr. Der Turmhahn wird nie mehr derselbe sein.
! Stefan Buchner, Walter Wötzel, Sibylle Mast, Renate Schweizer,
Brigitte Schucht, Leonie Brujmann, Jochen Elsner
Zur Einstimmung will ich aus meiner Sicht einige Anregungen geben. Dass
Arbeit überlebensnotwendig ist, reflektiert die Bibel schon auf ihren ersten
Seiten. Zur Strafe für Ihren Ungehorsam vertreibt Gott Adam und Eva aus
ihren paradiesischen Zuständen und urteilt: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen.“
Auch wenn der ursprünglich landwirtschaftliche Zusammenhang im Hintergrund deutlich anklingt, so bleibt diese alte Erzählung wohl immer noch
transparent für unsere so vielfältigen Erfahrungen in einer modernen
Arbeitswelt. Und dazu zählt ja nicht nur die bezahlte Berufstätigkeit. Familie
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und Garten fordern ebenso Schweiß wie die Schule. Wir sprechen von der
„Seelenarbeit“, wenn wir anstrengende innere Prozesse meinen. Und was
wäre unsere Kirchengemeinde ohne all die ehrenamtlich Mitarbeitenden?
Die Erzählung von Adam und Eva hat Recht: Arbeit ist notwendig um all
das zu erwirtschaften, was wir brauchen und wünschen, das tägliche Brot
ebenso, wie alles andere. Mit der Vertreibung aus dem Paradies erhält dieser
Zusammenhang zwischen ein negatives Vorzeichen: Gott bestraft die ersten
Menschen mit Arbeit.
Wenn sich also Arbeit schon nicht vermeiden lässt, welche Erwartungen verbinden wir dann damit? Mir wird deutlich:
Wenn ich arbeite, dann will ich das Gefühl, etwas Sinnvolles tun. Wertschätzung durch andere halte ich für einen ebenso verdienten Lohn, wie eine
gerechte Bezahlung. Zu Recht berichten viele stolz von dem, was ihnen
gelungen ist. Wie schwer es fällt, wenn davon etwas davon ausbleibt, das
wissen Arbeitslose zu beklagen. Wenn auf der einen Seite ein „zu wenig“
und auf der anderen Seite Stress und Überlastung ein „zu viel“ markieren,
dann liegt dazwischen ein „rechtes Maß“.
Unsere Konfirmanden lernen noch das 3. Gebot: „Du sollst den Feiertag
heiligen und am siebten Tage ruhen.“ Damit ordnet die jüdisch christliche
Tradition einen gesunden Rhythmus zwischen Arbeits- und Ruhezeiten.
Die klösterliche Tradition des Mittelalters versuchte mit dem Grundsatz „ora
et labora - bete und arbeitete!“ eine solche Balance für ein erfülltes Leben
zu regeln, ein Ideal, das damals weit über die Klostermauern hinaus allen
Menschen vor Augen gehalten wurde.
Solche verbindlichen Ideale samt den damit verbundenen Zwängen sind
inzwischen einer großen Freiheit für jeden einzelnen gewichen. Darum bleibt
auch das Ringen um eine Balance in unserer Zeit vor allem dem einzelnen
überlassen.
Allein den Regeln der Wirtschaft scheinen noch alle Menschen unterworfen
zu sein. Aus dieser Perspektive erfüllen Menschen in erster Linie eine Funktion, entweder als Konsumenten oder als Arbeitskraft. Dass unser Leben
mehr sein muss als reine Ökonomie, das ahnt wohl jeder Mensch. Darum
hat wirtschaftliches Handeln, und dazu gehört auch Berufsarbeit, dem Menschen zu dienen hat und nicht umgekehrt.
Für den Gläubigen kommt die eigene Existenz und damit die begrenzte
Lebenszeit von Gott. Die anvertraute Gabe unserer Lebenszeit verantwortlich
zu gestalten, darin besteht unsere Aufgabe in dieser Welt. Jesus lehrt: Als
Gottes Geschöpf gebührt jedem Menschen Aufmerksamkeit und Zuwendung. Darum setzt er an die erste Stelle keineswegs die Arbeit, sondern das
bekannte Liebesgebot. Ein wohltuender, befreiender Zuspruch. Versteht man
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das Leibesgebot jedoch als Anspruch, dann wird schnell deutlich: er führt
jeden Menschen rasch an die eigenen Grenzen. Die Reformatoren traten
entschieden der Auffassung entgegen, dass Leben nur gelingt, indem man
bestimmte Regeln einhält. Anders, als bei unserem wirtschaftlichen Handeln,
gilt vor Gott aber gerade nicht das Leistungsprinzip, sondern „Sola gratia allein aus Gottes Gnade“. Sie traten damit der Auffassung entgegen, dass
Leben nur gelingt, indem man bestimmte Regeln einhält. Vielmehr erhält ein
Mensch geschenkt, was ihn einzigartig und wertvoll macht. Daran erinnern
wir uns nicht nur beim Reformationstag am 2. November. Gerade im Blick
auf die Arbeit fordert uns evangelische Christen die Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben immer wieder zu selbstkritischen Fragen
heraus. Immerhin brachten ja namhafte Denker wie Max Weber gerade die
Entstehung des Kapitalismus in eine enge Verbindung mit dem Protestantismus.
Welche Rolle spielt meine Arbeit für mein eigenes Selbstverständnis? Wie
sehr lebe ich von meinem Erfolg, den mir der eigene Fleiß verschafft? Welche
Rolle spielt die Leistung für meine Meinung über andere Menschen?
Christen bekennen: Gesunde Hände und einen wachen Verstand, alle unsere
Fähigkeiten, alle Bedingungen für unseren Erfolg – im letzten verdanken wir
sie nicht uns selber, sondern Gott. Im letzten kommen alle guten Gaben von
ihm, bei aller Anstrengung, die bis zur Ernte im wörtlichen oder im übertragenen Sinne zweifellos nötig war.
Dankbar für all diese sichtbaren und unsichtbaren Früchte unserer Anstrengungen kann jeder etwas davon für den Erntealtar spenden: Saftige Weintrauben, große Kartoffeln, vielleicht ein Laib Brot oder andere Erntegaben.
Eine Kindergartengruppe wirkt im Familiengottesdienst mit und jedes Kind
kann ein Erntekörbchen nach vorne bringen. So feiern wir am 12. Oktober
miteinander Erntedank, sogar mit einem Gemeindefest. Denn: Arbeit ist nur
das halbe Leben. Gott sei Dank.
! Das meint Ihr Pfarrer Jochen Elsner
Für den Inhalt verantwortlich i.S.d.P.:
Evangelisches Pfarramt Allmersbach im Tal.
Der Turmhahn erscheint dreimal jährlich und wurde diesmal
zusammengestellt von Renate Schweizer, Brigitte Schucht,
Leonie Bruymann, Sibylle Mast, Jochen Elsner,
Stefan Buchner, Walter Wötzel.
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Vom Arbeiten, Arbeitslos-sein und vom Faulenzen – will
alles gelernt sein
Vom Arbeiten, Arbeitslos-sein und vom Faulenzen – will alles gelernt sein
„Der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen“ – Martin
Luther soll das gesagt haben. Ich bitte Sie: Geht’s noch? Arbeit als Sinn des
Lebens – wie doof ist das denn?!
Dachte ich jedenfalls. Und tröstete mich mit dem Gedanken, dass erstens,
Luther auch nicht alles wusste und zweitens, es ja auch Vögel gibt, die gar
nicht fliegen können und wollen: Pinguine zum Beispiel. Und Strauße. Sollen
andere leben um zu arbeiten – für mich wird umgekehrt der passende Schuh
draus: Ich arbeite um zu leben. Wie gesagt: Dachte ich jedenfalls.
Öhm, ja, bis ich arbeitslos wurde. Das war im letzten Jahr und ich war nur
popelige vier Monate lang arbeitslos.
Das allerdings konnte man ja vorher nicht wissen. Ich verbrachte die Zeit im
Panik-Modus. Schlief nicht mehr. Jetzt, wo der Wecker nicht mehr klingelte,
wachte ich unfassbar früh auf. Kriegte mein bisschen Haushalt nicht in den
Griff. War völlig überfordert mit dem Management meiner Arbeitslosigkeit
– Arbeitsamt und so – wenn Sie je arbeitslos waren, wissen Sie, wovon ich
spreche, wenn Sie nie arbeitslos waren, seien Sie froh!
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Theoretisch hätte ich Zeit haben müssen für alle die Dinge, zu denen ich
sonst nicht gekommen war – aber ich hatte für gar nichts Zeit. Ich zwängte
mich in Klamotten, die nicht mein Stil waren und bewarb mich um Stellen,
die ich nicht haben wollte. Spazieren zu gehen hätte mir gut getan – aber
dazu konnte ich mich nur sehr selten aufraffen.
So war das. Grundgefühl: Das Leben ist sinnlos. Genau genommen: Das
Leben ohne Arbeit ist sinnlos.
Ich hatte mich immer für eine ganz stabile Persönlichkeit gehalten. Noch
dazu für einen Christenmenschen – und damit dem Konsum- und Leistungszwang nicht ganz so ausgeliefert wie die „normalen“ Leute. Doch es stellte
sich heraus, dass ich so „normal“ war, wie man nur sein konnte: Auf meine
Arbeitslosigkeit reagierte ich wie ein Fallbeispiel aus dem sozialpädagogischen Lehrbuch: Mutlosigkeit, Angst, Panikattacken, Magenschmerzen und
überhaupt.
Meine Bibel, die gute, alte, zerfledderte half auch nicht weiter: Irgendwie
wimmelte es darin plötzlich von Stellen, die, nein, nicht etwa den Wert
der Arbeit priesen, sondern die Arbeit als ein unvermeidliches Grundübel
der menschlichen Existenz darstellten. Ein arbeitsloses Leben ist in der
Bibel nicht vorgesehen. Seit der Vertreibung aus dem Paradies arbeitet der
Mensch. Von Spaß und Selbstverwirklichung stand da kein Wort. Stattdessen: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Paulus mal wieder, war ja
klar! (Nein, ich sag‘ Ihnen nicht, wo das steht. Von mir aus kann die Stelle
ersatzlos gestrichen werden…)
Irgendwann hatte ich wieder Arbeit. Gott sei Dank. Ich stürzte mich drauf
wie eine Besessene. Ich glaube, meine Vorgesetzten bekamen ein bisschen
Angst vor mir. Sie hatten gedacht, eine fröhliche Kreative anzuheuern – statt
dessen kriegten sie eine wildgewordene Perfektionistin, einen lebenden
Vorwurf an alle, die am Ende des Tages einfach bloß nach Hause wollen
und vorm Fernseher Schokolade essen und Nickerchen halten. Solange ich
arbeitslos war, war meine Seele krank. Jetzt, da ich wieder arbeiten „durfte“
wurde ich körperlich krank. So richtig mit Krankenhaus und Pipapo.
Im Nachhinein war das gut so: Ich gewann Zeit, um mich „runter zu regeln“.
Und um doch noch eine Bibelstelle zu finden, mit der ich was anfangen
konnte. Bei dieser Geschichte sag‘ ich Ihnen auch, wo sie steht: Im MatthäusEvangelium, Kapitel 20. Es ist das ziemlich irritierende Gleichnis von den
Arbeitern im Weinberg – vermutlich kennen Sie es:
Ein Arbeitgeber (Gott natürlich) geht früh morgens aufs Arbeitsamt um
ein paar Saisonarbeiter für die Ernte anzuwerben. Er wird handelseinig
mit ihnen und schickt sie auf seinen Weinberg. Später am Vormittag holt er
noch ein paar Leute, dasselbe nach dem Mittagessen und dann nochmal am
späten Nachmittag. Alle arbeiten fleißig – die einen 10 Stunden lang, die
anderen sechs, die nächsten drei und die letzten nur eine Stunde lang.
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Bei der Lohnauszahlung – Achtung: Pointe! – kriegen alle das gleiche, egal
wie lang sie gearbeitet haben. Ungerecht? Genau. Oder jedenfalls: Anders
gerecht. Diesem Arbeitgeber war jeder der Arbeiter gleich viel wert: 100 Kilo
Trauben geerntet oder 10 – ganz egal: Gleicher Lohn, gleicher Wert.
Nach der ersten Irritation ist in dieser Geschichte Musik drin: Hier gibt es was
zu lernen. Für mich war es so ungefähr folgendes:
Für Gott, den großen Arbeitgeber, kommt es nicht darauf an, was am Ende
des Tages als Arbeitsleistung herauskommt – er pfeift auf Effizienz, unseren
Super-Fetisch: Ein Behinderter, der fröhlich in die Werkstatt geht und am
Abend zwei Dutzend Streichholzschachteln vorweisen kann ist exakt gleich
viel wert, wie ein Weltbankpräsident, der drei afrikanische Volkswirtschaften
mittels Rettungsschirm noch mal für vierzehn Tage vor dem Ruin bewahrt
hat. Worauf es ankommt ist die Bereitschaft, im Weinberg Gottes, nämlich
der Welt, den je eigenen Beitrag zu leisten, sei er nun groß oder klein. Wir
beziehen unseren Wert daraus, dass wir Gottes Mitarbeiter auf der Baustelle
„Leben“ sind – und diese Baustelle braucht ganz viel verschiedene Tätigkeiten und vielleicht manche, die für uns auf den ersten Blick gar nicht wie
„Arbeit“ aussehen.
An dieser Stelle fällt mir ein Mann ein, den ich kenne: goldenes Herz, Erdkundelehrer, zwei linke Hände – ich will ihn hier mal Hans nennen. Als da die
Wohnung zu renovieren war, Tapeten runter, Leitungen unter Putz verlegen,
Löcher zuspachteln, erwies er sich als, nun ja, sagen wir mal, wenig nützlich
– seine Frau konnte das alles viel besser. Also stieg sie mit der Kelle in der
Hand die Leiter hinauf und Hans stellte sich in die Mitte des Zimmers, dorthin eben, wo er am wenigsten im Wege war, und spielte Geige – das konnte
er nämlich ganz prima. So machten sie das, Zimmer um Zimmer und am
Ende waren sie stolz auf das gemeinsame Werk.
Wollen wir wetten, dass Sie die Tagesleistung von Hans oder die des
Behinderten in der beschützenden Werkstatt ohne zu zögern wertschätzen
können?! Den meisten von uns fällt die barmherzige Beurteilung der Leistung anderer Menschen leicht. So richtig streng und unbarmherzig sind wir
nur zu uns selbst. Das ist ein bisschen verrückt, oder?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott uns freundlicher anschaut, als wir
selber das können. Schließlich hat er uns fürs Paradies geschaffen und nicht
bloß fürs Malochen.
Ich wünsche Ihnen frohes Schaffen und noch froheres Faulenzen.
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! Herzliche Grüße Renate Schweizer
„Es wächst von unten nach ganz oben“
Das Haus steht in der Heininger Straße 4 seit
über 500 Jahren und könnte genug Geschichten
erzählen. Als die „Eisenmänner“ zum Beispiel von
Althütte ins Tal hinunterzogen und einer von ihnen
eine „Hahnsche“ aus Allmersbach ehelichte.
Auch Richard Eisenmann, in diesem Haus geboren
und aufgewachsen, gerade bei guter Gesundheit
90 geworden, kann erzählen.
25 Jahre arbeitete er bei der Gemeinde als
Gemeindepfleger und Kassenverwalter. ’Eine kaufmännische Ausbildung in einer Lederfabrik habe
er zwar in Backnang gemacht’, wollte aber eigentlich nicht in diesem Beruf arbeiten. „Ich wär lieber Bauer oder vielleicht no
Maurer gworda, du fängsch tief im Boda a ond hörsch ganz obe uff, es isch
fast so wie d’Pflanze wachse dän. Do sieht mr am End, was mr gschafft hot.“
Nachdem sein 4 Jahre älterer Bruder in russischer Kriegsgefangenschaft
gestorben war, trieb er viele Jahre den elterlichen Hof um.
Im Krieg war Richard Eisenmann bei einer „bespannten Einheit“, dort sei
er am ‚Asowschen Meer der Küstenwacht zugeteilt worden’ und hätte zur
„Sicherung des Zugangs zur Halbinsel Krim“ beitragen sollen. Dazu sei es
nicht mehr gekommen, denn er geriet in russische Kriegsgefangenschaft.
„Selbst dort hab ichs gut gehabt.“ Er schaut dankbar auf sein Leben zurück:
„Ich hab eigentlich immer Glück gehabt, und der Glaube hat mir geholfen.“
Heute besuchen ihn 8 Enkelkinder seiner 3 Söhne und seiner Tochter. Um
sich alle Namen einzuprägen und merken zu können, greift er hin und
wieder zur Schatulle mit den Geburtstagsbriefen, auf dessen Deckel die
Fotos aller Enkel prangen. „Des isch wichtig fürs Gedächtnis“, schmunzelt er.
Oft betrachtet er auch das
Schwarzweiß-Foto, das ihn
als jungen und feschen
Kinderkirchhelfer anlässlich
eines Kinderschulfestes
inmitten ‚seiner Kinder’ auf
der Wiese vorm alten Pfarrhaus zeigt.
! Walter Wötzel
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Die Kirche und das liebe Geld
Allmersbachr Beitrag
Unsere Evangelische Kirche versteht sich als eine Glaubensgemeinschaft,
die in reformatorischer Tradition versucht unsere Welt zu verstehen und zu
gestalten. Daraus ergeben sich vielfältigste Aktivitäten wie Gottesdienste,
Kirchenmusik, Gruppen und Kreise und der Einsatz für Benachteiligte.
Ebenso vielfältig wie unsere Angebote zeigen sich die Formen der Beteiligung unserer Kirchenmitglieder. Was in Kirche und Diakonie geschieht,
ermöglichen alle durch ihren regelmäßigen finanziellen Beitrag. Dafür möchten wir ausdrücklich „Danke“ sagen.
Liebe Gemeindeglieder in Allmersbach und Heutensbach,
auch in diesem Jahr kommt die Bitte um den „Allmersbacher Beitrag“
mit dem Turmhahn zum Erntedank.
Sie finden unsere vier Spendenprojekte auf den nachfolgenden Seiten.
Wie jedes Jahr bleiben uns folgende Hinweise wichtig:
Diese Mitgliedsbeiträge, die bekannte „Kirchensteuer“, ziehen in Deutschland nach einer Vereinbarung zwischen den Kirchen mit dem Staat die
Finanzämter ein. Mit dem allergrößten Teil davon werden Personalkosten
und Gebäude durch die Landeskirche finanziert. Als Allmersbacher Kirchengemeinde bitten wir Sie daneben mit dieser Ausgabe des Turmhahns um
eine Spende für einzelne unserer Aufgaben vor Ort.
Zurzeit versendeten Banken Schreiben über den Einbehalt von Kirchensteuern aus Kapitalerträgen und rufen damit teilweise Irritationen und Verunsicherungen hervor. Wir möchten Sie jedoch darauf hinweisen, dass hierdurch
keine neue Kirchensteuer eingeführt und keine bestehende Kirchensteuer
erhöht wird. Es ändert sich lediglich das Verfahren, in dem die bereits zuvor
in gleicher Höhe bestehende Kirchensteuer auf Kapitalertragsteuer erhoben
wird. Der bisherige Einzug durch das Finanzamt soll nun über die Banken
erfolgen (ab 2015). Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, diesem Verfahren zu widersprechen. In diesem Fall wird die Kirchensteuer wie bisher im
Zusammenhang mit Ihrer Einkommensteuer erhoben.
Weitere Auskünfte zum Themenfeld Kirchensteuer bietet das Kirchensteuertelefon unter der gebührenfreien Info- Nummer 0 800.71 37 1 37 montags bis
freitags von 9 Uhr bis 11.30 Uhr und montags bis donnerstags von 14 Uhr bis
16 Uhr.
Wir freuen uns über alle, die sich an den kirchlichen Aufgaben auf unterschiedliche Weise beteiligen und grüßen ganz herzlich,
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! Ihr Pfarrer Jochen Elsner
• Das Projektblatt informiert Sie über die Projekte, für die wir diesmal um Unterstützung bitten.
• Wenn Sie gerne spenden wollen, tragen Sie auf dem Überweisungs
träger (oder bei Online-Überweisung unter „Verwendung“) die Nummer des Projekts ein, das Sie bevorzugen. Ohne Nummer ordnen wir die Spende dem Projekt 4 (Eigene Gemeinde) zu.
• Selbstredend verpflichten wir uns zum verantwortungsbewussten und sachgemäßen Umgang mit den anvertrauten Spenden – Ihr Spenderwille ist für uns bindend!
• Auf Wunsch erhalten Sie von uns eine Spendenbescheinigung, Spenden bis zu 200 Euro können ohne amtliche Spendenbescheini-
gung mit dem Einzahlungsbeleg der Überweisung beim Finanzamt eingereicht werden.
Schon jetzt bedanken wir uns sehr herzlich!
Bilanz 2014
Im vergangenen Jahr haben Sie wieder reich gespendet – dafür vielen
Dank! Im Einzelnen wurden unsere vier Projekte wie folgt bedacht:
Tische für das Gemeindezentrum:
Pfarrhaus Renovierungt:
Café Vergissmeinnicht:
Kirchengemeinde:
2.243,13 €
375,00 €
260,00 €
3.927,00 €
Gesamtsumme
7.805,13 €
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:
Kirchenpflegerin Elke Peller, Tel: 300 349
Vorsitzender Dieter Handel, Tel: 310 415
Konto-Nr. der Kirchenpflege:
50 000 004 bei der VoBa Backnang, BLZ: 602 911 20
IBAN: DE 31 6029 1120 0050 0000 04 BIC:GENODES1VBK
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1 Gesangbücher
2 Tische fürs Gemeindezentrum
3 Diakonie - Café Vergissmeinnicht
4 Eigene Gemeinde
Von Anfang an war die Christenheit
eine singende Gemeinde.
So beginnt das Geleitwort von
Landesbischof Eberhard Renz zur
Erstauflage des Gesangbuchs 1996.
Seit April 2007 gibt es eine überarbeitete Neuauflage.Viele unserer
Gesangbücher sind schon mehrfach
geklebt, die Lesebändchen sind zu
kurz oder fehlen ganz.
Da die Nummerierung der neuen
Ausgabe zu den alten Ausgaben
passt, können diese parallel benützt
werden. Wir wollen daher nur die
kaputten Gesangbücher ersetzen.
Schon zum zweiten Mal bitten wir
um eine Spende für neue Tische.
Und unsere alten Tische sind inzwischen nicht besser geworden.
Vor einigen Jahren konnte ein
handfester Restaurierungseinsatz
der Kirchengemeinderäte den
Alterungs-prozess etwas hinauszögern, doch inzwischen ist klar: Neue
Tische sind dringend nötig.
Da die Beschaffung von neuen
Tischen nur durch Eigenmittel erfolgen kann, ist die Kirchengemeinde
dafür auf Spenden angewiesen.
Montags und samstags gibt es die
Möglichkeit, dass Menschen, die an
Demenz erkrankt sind dort für einige
Stunden betreut werden.
Viele Ehrenamtliche und hauptamtliche Gruppenleitungen setzen sich
regelmäßig in den Gruppen ein und
sorgen für eine optimale Betreuung.
Bei den Angeboten haben alle viel
Spaß miteinander und die Angehörigen erfahren für einige Stunde
Entlastung.
Leider ist diese Arbeit trotz Zuschüssen nicht kostendeckend zu führen.
Trotzdem möchte die Diakoniestation an dieser Arbeit festhalten und
ist auf Spenden angewiesen.
Neben all den Projekten bleibt das
Spektrum der ganz normalen und
alltäglichen Aufgaben bestehen.
Über alle Generationen spannt sich
ein weiter Raum und Rahmen, der
von vielen Gruppen und Kreisen mit
Leben gefüllt wird. Dazu kommen
die verschiedenen Gottesdienste
als wesentlicher Auftrag der Kirche,
ebenso wie die Kirchenmusik.
Bei allen Unterschieden sind die
Ziele dieselben:
Spendenziel: 7.500 Euro
Spendenziel: 5.000 Euro
Spendenziel: 1.000 Euro
•
•
•
Wir möchten Räume und Mög-
lichkeiten bieten
In allen Angeboten soll der Zuspruch des christlichen
Glaubens vermittelt werden
Das kirchliche Leben soll Begeg-
nungen ermöglichen
Spendenziel: 5.000 Euro
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„… entspannen die andere.“
Satt ist nicht genug
Abiturient, 18 Jahre alt
Arbeit ist „Anstrengung, Leid, unangenehm und stressig“, wobei er als Arbeit
Tätigkeiten wie zum Beispiel „Sachen aufbauen für Veranstaltungen oder
auch lernen“ sieht und noch hinzufügt „Ich habe auch mal Geschirr gespült.“
Auf die Frage warum man arbeiten muss erklärt er nach langem Nachdenken: „Zum Geldverdienen.“
Ein voller Topf Milipap – Maisbrei mit Wasser gekocht – füllt den Magen und
macht für Stunden satt. Die Frage ist nur, enthält er das, was Mann, Frau,
Kind für ihren Körper, für ihre Gesundheit, ihr Wohlbefinden täglich brauchen? Ernährung sollte vielfältig und gesund sein.
Für eine gute geistige und körperliche Entwicklung sind Nährstoffe wie
Eisen, Zink. Jod und Vitamine unerlässlich. Vielen Menschen auf der Welt
fehlen diese wichtigen Nährstoffe für ein gesundes Leben. Dieser Mangel
hat schwerwiegende Folgen, besonders für Kinder. Sie bleiben oft in ihrer
körperlichen und geistigen Entwicklung zurück und sind anfällig für Krankheiten. Also stimmt es: Satt ist nicht genug. Die 56. Aktion von „Brot für die
Welt“ unterstützt in vielen Ländern dieser Welt landwirtschaftliche Projekte
mit Ausbildung zum besseren Anbau von Gemüsepflanzen, zur Wasserversorgung und mit Saatgut. Als Christinnen und Christen glauben wir:
die reichen Gaben der Schöpfung gerecht verteilt und allen gleichermaßen
zugänglich, ermöglichen ein Satt werden im umfassenden Sinn. Ein anderes
satt werden unterstützt das Projekt „Gitarren statt Gewehre“ der CBCA und
„Brot für die Welt“ im Kongo. Dort sind viele Kinder und Jugendliche mit
Gewehren ausgerüstet und zum Kämpfen gezwungen worden. So war auch
Justin Bashimbe ein Kindersoldat. Er hat sein Gewehr abgegeben und sich
zum Gitarrenbauer, seinem Traumberuf, ausbilden lassen. Ermöglicht hat
dies ein Ausbildungszentrum in Bukaru, das Ausbildung und Qualifizierung
in 19 Berufen anbietet, z.B. Tischler, Elektronik, Metallbau und Ziegelherstellung – und natürlich Gitarrenbau. Die meisten der derzeit 780 Azubis haben
eine traumatische Vergangenheit als Kindersoldaten oder Straßenkinder.
Auch Justin tat sich schwer, in ein geregeltes Leben zu finden. Ein Psychologe half ihm dabei, seine belastenden Erlebnisse zu verarbeiten. Jetzt arbeitet Justin an einer eigenen Werkbank als Gitarrenbauer, er hat geheiratet und
hat einen kleinen Sohn. Wir denken: Bildung ist die Voraussetzung für eine
nachhaltige Entwicklung.
! Das Interview führte Leonie Brujmann
„… ausruhen die andere Seite. Das muss man sich aber
schenken lassen und dankbar annehmen.“
Margarete Maylein, Rentnerin
Gearbeitet hat Margarete Maylein in ihrem Leben wahrlich schon sehr viel.
Als eine der Ersten hat sie sich für eine Ausbildung als Erzieherin, und
damit gegen den Plan ihrer Familie entschieden. Der Beruf steckte damals
wortwörtlich in den Kinderschuhen. Unter uns heute unvorstellbaren Bedingungen beaufsichtigte Frau Maylein so beispielsweise mit zwei 15-jährigen
Mädchen ca. 80 Kinder für einen Lohn, der ihr fast nicht zum Leben reichte.
Als sie ihren späteren Mann kennenlernte, der Erbsohn eines Bauern war,
begann sie eine Umschulung zur Landwirtin. Erst dann heiratete sie und zog
auf den Hof. Das Leben dort war aus familiären Gründen nicht immer einfach
und deshalb zog die junge Familie nach Allmersbach im Tal. Dort gab’ Margarete Maylein sieben Jahre lang Religionsunterricht in der Grundschule bevor
ihr das Angebot, wieder als Erzieherin im Heutensbacher Kindergarten zu
arbeiten, gemacht wurde. So ging sie insgesamt 20 Jahre lang täglich nach
Heutensbach bis zu ihrem Ruhestand. Selber sagt sie: „Ich habe nie nichts
geschafft.“ Und bis heute hilft sie im evangelischen Pfarramt aus.
„Arbeit muss anerkannt werden und man muss davon leben können“.
Zu „Arbeit“ zählt Frau Maylein all das, was man sich vornimmt und dann
bearbeitet. Auf die Frage, warum man arbeitet, sagt sie neben den finanziellen Gründen, dass es durchaus auch als Befriedigung dazu dient, sich selbst
zu spüren und, dass man das Gefühl hat eine Aufgabe auf der Welt zu haben.
Zu dem ist es ihr wichtig nicht nur für sich alleine zu leben, sondern auch
anderen was davon zu geben.
14
! Das Gespräch führten Brigitte Schucht und Leonie Brujmann
Weitere Hilfe zum „Satt werden“ bietet das Projekt „Wenn Müll zu Gold
wird“ an. „Der Müll ist für mich Gold, er bedeutet Gesundheit und Leben“
sagt Loreci, eine Wertstoffsammlerin aus Rio Grande do Sul in Brasilien.
Durch die Hilfe der Wertstoffsammlerbewegung MNCR, die von „Brot für die
Welt“ unterstützt wird, ist die Trennung und Vermarktung der Wertstoffe gesichert. Die ca. 500 000 Sammler und Sammlerinnen sind in einer Kooperative
organisiert, Sozial- und Rentenversichert. Das gibt Sicherheit für den
Lebensunterhalt und ist: „Satt werden“.
Im ostafrikanischen Ruanda leidet jedes zweite Kind an Mangelernährung.
15
Die Organisation CSC hilft mit „Brot für die Welt“ Familien beim Anlegen
von Hausgärten. Dort ernten sie Papaya, Spinat, Paprika und Bohnen und
können sich ausgewogener und gesünder ernähren.
„Drei Farben für ein besseres Leben“ heißt das Projekt und: „Farben sind
wichtig auf demTeller“ weiß Christine Makakamalis. Das bunte Gemüse
liefert Proteine, Kalium, Eisen und Vitamine. Seit die Familie ihren Hausgarten bewirtschaftet, kann sie sich ausgewogener ernähren und auch Gemüse
auf dem Markt verkaufen. Alle Kinder können zur Schule gehen. Mangelernährung bremst die Entwicklung – sagt der Fachmann. Kostenbeispiel für
das Projekt: 1 Schubkarre 13 €, 100 Setzlinge für Avocado und Papaya 100 €,
Fußwasserpumpe 150 €.
Die 56. Aktion „Brot für die Welt“ wird am 1. Advent mit einem zentralen Gottesdienst eröffnet. In Allmersbach informieren wir Sie am Sonntag, 2. Advent
im Gottesdienst.
! Brigitte Schucht
Kirchentag 2015 wirft Schatten voraus
Die Vorbereitungen für den 35. Evangelischen Kirchentag in Stuttgart vom
3.-7. Juni 2015 in Stuttgart laufen auf vollen Touren. Unter dem Motto „damit
wir klug werden“ sorgen die Veranstalter in und um Stuttgart für alles, was
zum Kirchentag gehört: Gottesdienste, Andachten, Feierabendmahl, Bibelarbeiten (jeden Morgen), Konzerte, Diskussionen, Vorträge, Theater und Kabarett. Die Veranstaltungen finden in und um Stuttgart an verschiedenen Orten
statt und sollen, soweit möglich, barrierefrei und umweltfreundlich gestaltet
werden.
Der Kirchentag beginnt am Mittwoch, 3.Juni 2015 um ca. 18 Uhr mit einem
zentralen Gottesdienst in der gesamten Stuttgarter Innenstadt mit dem
Thema „zählt die Tage“ (Psalm 90,12). Daran anschließend findet der „Abend
der Begegnung“ statt. Vom Schlossplatz bis ins Grüne, mit Ständen und Darbietungen begegnen sich Gäste und Gastgeber. Für diesen Abend werden
noch Gruppen gesucht, die Bewirtung anbieten können (Kirchentagsbesucher haben immer Hunger). Angeboten werden kann alles Essbare, vom
belegten Brötchen, Kuchen, Waffeln, gegrilltem bis zu Schmalzstullen. Jeder
Stand sollte bis zu 350 Portionen anbieten können. Bewerbungen für einen
Standort bitte bis 30. November 2014 unter kirchentag.de/adb oder
per e-mail adb@kirchentag schicken. Ebenso sind Gruppen eingeladen, die
zum Unterhaltungsprogramm etwas beitragen möchten – Tänze, Musikgruppen. Die Anmeldungen sind ebenfallsunter den oben genannten Adressen
möglich.
Unsere Gemeinde ist als Quartiergeberin nicht vorgesehen. Das soll Sie aber
nicht davon abhalten, gemeinsam mit Gästen und Freunden am Kirchentag
teilzunehmen, zumal dieser in die Zeit der Pfingstferien fällt. Auch katholische Schwestern und Brüder sind herzlich eingeladen. Alles in allem werden
ca. 100 000 Besucher erwartet.
Freuen Sie sich auf Tage der Ermutigung, der schönen Begegnungen und
Erlebnisse, des miteinander Singens und Feierns. Der Abschlussgottesdienst
findet auf dem Cannstatter Wasen statt. Dazu organisieren wir nach Bedarf
eine Gemeinschaftsfahrt und informieren Sie weiterhin im Gemeindespiegel.
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! Brigitte Schucht
17
Opfersammlung der Diakonie im Oktober 2014
Spenden Sie Heimat und Zukunft.
Bitte unterstützen Sie diese Arbeit der württembergischen Diakonie mit Ihrer
Fürbitte und Spende, damit sie diesen Dienst der Nächstenliebe tun kann.
Jedes evangelische Pfarramt und alle Bezirks- und Kreisdiakoniestellen
nehmen Ihre Spende gerne entgegen.
Bei der Opfersammlung für die württembergische Diakonie am 12. Oktober
2014 stehen die Hilfen für Flüchtlinge im Vordergrund. Menschen fliehen vor
Krieg und Bürgerkrieg, vor Verfolgung und Terror, vor Naturkatastrophen und
bitterem Elend. In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr über
13.000 Flüchtlinge aufgenommen, 2014 werden es noch mehr sein.
Jama und Marsal sind Geschwister aus Afghanistan. Geboren und aufgewachsen sind sie in den Wirren von Krieg und Terror, die das Leben ihrer
Familie über viele Jahre bestimmte. Seit zwei Jahren leben sie mit ihren
Eltern in einer Flüchtlingsun-terkunft. Marsal möchte später Lehrerin werden,
ihr Bruder träumt von einem Beruf als Ingenieur, um Häuser und Brunnen
bauen zu können. Um in der Schule gut voranzukommen, gehen Jama und
Marsal zwei Mal in der Woche zur Hausaufgabenhilfe der Diakonie. Marsal
hat mithilfe einer ehrenamtlichen Mentorin den Sprung aufs Gymnasium
geschafft. Das ist eines von vielen Beispielen diakonischer Unterstützung
von Flüchtlingen.
Auch die Bibel erzählt von Menschen, die wegen Kriegen und Hungersnöten
ihre Heimat verlassen mussten. Sie fanden Aufnahme in Israel. Gott erwartet
von seinem Volk Schutz der Fremden, Solidarität und Gastfreundschaft: „Der
Herr … hat die Fremden lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum
sollt auch ihr die Fremden lieben. Denn ihr seid auch Fremde gewesen in
Ägypten“ (5. Mose 10,18f).
Immer mehr Kirchengemeinden werden zu Wohn- und Lebensorten von
Flüchtlingen. Kirche und Diakonie unterstützen und begleiten Flüchtlinge
in Gemeinden, Flüchtlingsunterkünften und Beratungsstellen. Sie fördern
Vernetzung und Hilfe zur Selbsthilfe. Auch Asylrechtliche Beratung, Informationen über Familiennachzug, Zugänge zu Bildung und dem Arbeits- und
Wohnungsmarkt gehören zum Angebot wie die Einladung zu Veranstaltungen, Festen und Gottesdiensten und ihrer aktiven Mitgestaltung. Ein
besonderes Augenmerk der Diakonie gilt den besonders schutzbedürftigen
Gruppen wie traumatisierten Flüchtlingen, Kindern, kranken und alten Menschen. Und sie engagiert sich politisch für die Rechte der Flüchtlinge.
Der Kreisdiakonieverband Rems-Murr-Kreis unterstützt mit seinen Beratungsangeboten Flüchtlinge in unserem Landkreis. Auch Ehrenamtliche nehmen
eine Schlüsselstellung bei der Begleitung, Integration und Unterstützung
von Asylsuchenden ein, deshalb begleitet und unterstützt der Kreisdiakonieverband diese in Ihrer Betreuungs- und Begleitungsarbeit.
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Zum Tode von Roland Stephan
Bis zuletzt hat sich Roland Stephan durch
sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement verantwortlich in den Dienst der
Menschen gestellt. Drei Tage vor seinem
überraschenden Tod stand er noch
zur„Cafeleszeit“ an der Allmersbacher
Welttheke. um notleidende Menschen in
der „einen Welt“ zu unterstützen. Bei der
Übergabe der Schlüssel mit der Kasse
und dem Terminplan für das nächste Vierteljahr hat er sich von seinen Freunden
mit einem freundlichen Lächeln verabschiedet, schwang sich auf sein geliebtes
Fahrrad und verschwand für immer.
Wie ein „Roter Faden“ zieht sich durch
sein Leben sein Einsatz für eine friedlichere, umweltfreundlichere, demokrati*15.07.1942 - †10.08.2014
schere Welt. Sein politisches Engagement
begann er als engagierter Juso in der „Willi Brandt Ära“. Später gehörte
er dann zu den Gründungsmitgliedern des SPD-Ortsvereins Weissacher
Tal. In Friedensdemonstrationen und Friedensgesprächen, in Friedenskreisen und Friedensgottesdiensten hat er sich eingebracht.
In den Jahren 1984 bis 1994 war Roland Stephan Mitglied des Allmersbacher Gemeinderats und hat dort vor allem seine technische Kompetenz
zur Geltung gebracht. Bürgermeister Wörner würdigte seine ehrenamtliche Tätigkeit mit dem Satz: „Über viele Jahre hat Roland Stephan
unsere Gemeinde mitgeprägt und sich um das Wohl der Bürger verdient
gemacht.“
Für uns allerdings ist die Gemeinschaft mit ihm zu Ende. Das ist sehr
schmerzlich, vor allem für die, die mit ihm gelebt haben. Aber ist sein
Leben wirklich zu Ende? Glauben wir für ihn nicht an das ewige Leben?
Ein Mensch lebt fort in der Erinnerung der ihm Nahestehenden Roland
Stephan und seinem Tun gilt unser Dank und seinen Angehörigen unser
Mitgefühl.
! Erich Bauer
Mit seinem sicheren Tenor und seiner Gitarre, mit Arbeiter- und Friedensgesängen, auch mit jiddischen Liedern hat er sich in die Herzen seiner
Zuhörer gesungen und viele Veranstaltungen bereichert, oft zusammen
mit seiner Frau Ilse. Er gehörte zum Stamm verschiedener Chöre, u.a. des
Allmersbacher Kirchenchores und des Backnanger Sängerhaufens, dessen
Gründungsmitglied er ist.
Roland Stephan war ein Mensch, den die Herausforderungen unserer
Zeit umtrieben. Dazu benutzte er auch seine Fähigkeit, diese Gedanken
graphisch umsetzen zu können. Davon zeugen zum Beispiel die vielen
Deckblätter der Allmersbacher Gemeindebriefe, die Entwürfe und Plakate
für den Sängerhaufen…. Auch die Allmersbacher Chroniken – 700 Jahre
Allmersbach und 750 Jahre Heutensbach – sind bereichert durch seine
Zeichnung und Handschrift.
Skizzen für den Titel Turmhahn „Erntedank 2014“
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Pfingstlager 2014
„In 5 Tagen um die Welt“. Mit diesem Motto erlebte eine Rekordzahl von 64
Kindern über Pfingsten ein Lager voller Action, Spaß und jeder Menge Sonne.
Bei über 30 Grad in Finsterrot gingen die Kinder auf Weltreise und besuchten Ägypten, Japan, China, die USA, Brasilien und Bayern. Begleitet wurden
sie dabei in Theaterspielen von Martin, der auf der Reise auf viele alte
Bekannte stieß und mit ihnen über ihre Erfahrungen mit dem Glauben sprach.
Außerdem wurden, neben dem täglich notwendigen Gang zum Finsterroter
See, Kirschkernkissen, Notizhalter, Boote und ein fahrtüchtiges Floß gebaut,
das dann auch sofort getestet wurde. Neben Lagerfeuerabenden, einer
Pfila-Version von Takeshi´s Castle und einem kleinen Geländespiel, studierten
einige auch einen Pfila-Tanz ein, der dann am letzten Tag im Zuge des Partyabends vorgeführt wurde.
Nach dem gemeinsam vorbereiteten Abschlussgottesdienst ging es dann für
alle müde aber glücklich wieder nach Hause.
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!
Sabrina Kaiser
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So., 12. Okt.᾿14
10.00 h Familiengottesdienst mit Posaunenchor, Kinderkirche und
Kindergarten Mozartweg
12 h Mittagessen
13:30 h Kirchenchor,
14 h Kaffee & Kuchen
Tag der Jugend
mit Bücherflohmarkt, Hüpfburg
und Kinderprogramm
Eine Welttheke
mit erweitertem Warenangebot.
Evang. Pfarramt
Tel. 07191.310160
www. Ev-Kirche-Allmersbach.de
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Seele and Geist
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