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Merkblatt GAP DLR Eifel 29_10_14.pdf - c - in Rheinland-Pfalz

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Informationen für Ackerbau und Grünland
DLR Eifel
Stand 29.10.2014
Vorgaben der GAP-Reform bei der Anbauplanung berücksichtigen
Ab dem Antragsjahr 2015 werden die Greening-Vorgaben der GAP Reform greifen. Sie setzen sich aus den
drei Komponenten Dauergrünlanderhaltung, Anbaudiversifizierung und ökologische Vorrangflächen (ÖVF)
zusammen. Es ist daher erforderlich, die Vorgaben in die Anbauplanung 2014/15 einzubeziehen. Allerdings
sind zurzeit noch nicht alle gesetzlichen Vorgaben in Kraft. Die folgenden Informationen erfolgen daher
ohne Gewähr und unter dem Vorbehalt der endgültigen gesetzlichen Regelungen.
A. Vorgaben zur Dauergrünlanderhaltung
In Rheinland-Pfalz und in einigen anderen Bundesländern gilt bereits jetzt, unabhängig von der GAPReform, eine Genehmigungspflicht bei Umbruch von Dauergrünland. Der Antrag auf Genehmigung muss
bei der Kreisverwaltung gestellt werden und wird i. d. R. nur genehmigt, wenn eine mindestens gleich große
Fläche als Grünland neu angelegt wird. Ab dem 01.01.2015 greifen dann zusätzlich die Vorgaben der GAP.
Dann wird in FFH – Gebieten ein generelles Umwandlungs- und Pflugverbot für Dauergrünland gelten. Dies
bedeutet, dass eine Grünlanderneuerung in diesem Gebieten nur ohne Pflug erfolgen darf. Außerhalb
dieser Gebiete wird bundesweit eine Genehmigungspflicht für Grünlandumbruch eingeführt werden.
B. Vorgaben zur Anbaudiversifizierung auf Ackerflächen
Ackerfläche im Betrieb
Anzahl erforderlicher Ackerkulturen
max. Anteil Hauptkultur
max. Anteil der zwei größten Kulturen
10-30 ha
2
75%
-
> 30 ha
3
75%
95%
Als Kultur gilt i. d. R. die Gattung (z. B. Weizen, Gerste, Mais), nicht die Art. Beispiele: Weichweizen und
Dinkel sind eine Kultur, ebenso CCM und Silomais. Winter- und Sommerkulturen gelten als eigenständige
Kultur, auch wenn sie zur selben Gattung gehören (z. B. Wintergerste, Sommergerste). Abweichend davon
zählen alle Arten der Kreuzblütler (z. B. Raps, Senf), Nachtschattengewächse (z. B. Kartoffeln, Tomaten)
und Kürbisgewächse als eigenständige Kultur. Ackerbrachen zählen ebenfalls als Kultur. Ackergras und
andere Grünfutterpflanzen werden als eine Kultur betrachtet (z. B. Ackergras, Klee). Eine verbindliche Liste
der Kulturen wird derzeit noch erstellt. Für die Anbaudiversifizierung ist der Bezugszeitraum 01. Juni bis 15.
Juli des Antragsjahres maßgeblich, d. h. die Kulturen müssen in diesem Zeitraum vorhanden sein.
Freistellung von der Anbaudiversifizierung bei:
Ökobetrieben
weniger als 10 ha Ackerfläche im Betrieb
mehr als 75% Ackergras (u. a. Grünfutterpflanzen) und/oder Brache an der Ackerfläche und max.
30 ha andere Ackerfläche
mehr als 75% Dauergrünland + Ackergras (u. a. Grünfutterpflanzen) an der LF und max. 30 ha
andere Ackerfläche
jährlicher Ackerflächentausch von über 50% und jährlicher Kulturenwechsel
Kleinerzeuger (bis 1.250 € Prämie)
C. Vorgaben für Ökologische Vorrangflächen (ÖVF)
Für ÖVF sind mindestens 5% der Ackerfläche vorzuhalten. Varianten, die dort anerkannt werden, sind in
der folgenden Tabelle dargestellt. Es sind immer Gewichtungsfaktoren für die Umrechnung in ha ÖVF zu
beachten. Für die 5% zählt nur die Fläche nach Gewichtung. Die folgende Tabelle gilt ebenfalls unter dem
Vorbehalt der endgültigen gesetzlichen Regelungen, die teilweise noch nicht verabschiedet sind.
Freistellung von den Ökologischen Vorrangflächen bei:
Ökobetrieben
bis 15 ha Ackerfläche im Betrieb
mehr als 75% Dauergrünland + Ackergras (u. a. Grünfutterpflanzen) an der LF und max. 30 ha
andere Ackerfläche
mehr als 75% Ackergras (u. a. Grünfutterpflanzen), Brache und/oder Leguminosen an der
Ackerfläche und max. 30 ha andere Ackerfläche
Kleinerzeuger (bis 1.250 € Prämie)
Tabelle: Varianten, die als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) angerechnet werden
Variante
Faktor Gewichtung
Bedarf für
Bemerkung
1ha ÖVF
Ackerbrache (ohne
1
1 ha
Keine landw. Erzeugung während des
landwirtschaftliche Erzeugung)
Antragsjahres. Aktive Begrünung oder
Selbstbegrünung, kein Pflanzenschutz,
kein Mulchen/Mähen vom 01.04. bis
30.06. Ab 01.08. des Antragsjahres sind
Vorbereitungen zur Aussaat einer Folgekultur zur Ernte im Folgejahr möglich.
Feldränder (1 – 20 m Breite)
1,5
0,67 ha
Wie Ackerbrache.
Pufferstreifen (1 – 20 m Breite)
1,5
0,67 ha
Wie Ackerbrache, aber Beweidung oder
auf/an Ackerflächen entlang von
Schnittnutzung möglich, wenn Fläche vom
Gewässern oder andere Arten
Acker unterscheidbar bleibt.
von Pufferstreifen
Beihilfefähige Hektarstreifen (1 –
1,5
0,67 ha
Wie Ackerbrache, aber Beweidung oder
10 m Breite) entlang von
Schnittnutzung möglich, wenn Fläche vom
Waldrändern
Acker unterscheidbar bleibt.
CC – Terrassen auf Ackerland
1
0,5 ha
Umrechnungsfaktor 2 je m, dann
siehe →
Gewichtungsfaktor 1
CC - Landschaftselemente an/auf Hecken,
CC – Einzelbäume (= nur
Ackerflächen
Baumreihen: 2
0,5 ha
Naturdenkmale): Umrechnungsfaktor 20
Feldgehölze: 1,5
0,67 ha
je Baum, dann Gewichtungsfaktor 1,5.
Einzelbäume: 1,5
siehe →
Andere Einzelbäume sind nicht CC –
sonstige CC – LE: 1
1ha
relevant
Niederwald mit Kurzumtrieb (max.
0,3
3,33 ha
Nur Arten laut Liste Anlage 1. Keine
20 Jahre Umtrieb)
Mineraldüngung, kein Pflanzenschutz
Zwischenfruchtanbau (nicht nach
0,3
3,33 ha
Nur Arten laut Liste Anlage 3. Mischung
Leguminosen als ÖVF
von mind. 2 Arten mit max. 60% an den
anrechenbar)
Samen der Mischung. Gräser insgesamt
max. 60% an den Samen der Mischung.
Keine mineralische N-Düngung, kein
Pflanzenschutz, kein Klärschlamm. Aussaat frühestens 16.07. und spätestens
1.10. des Antragsjahres. Belassung der
ZWF bis 15.02. des Folgejahrs. Keine
Nutzung im Antragsjahr außer Beweidung
mit Schafen u. Ziegen.
stickstoffbindende Pflanzen
0,7
1,43 ha
Nur Arten laut Liste Anlage 4. Winter(Leguminosen)
kultur als Folgekultur nach Leguminosen
erforderlich. Winterzwischenfrucht nach
Leguminosen nicht als ÖVF anrechenbar.
Startdüngung und Pflanzenschutz nach
guter fachlicher Praxis soll möglich sein.
Grundsätzlich muss bei allen Varianten der ÖVF die Verfügungsberechtigung beim Antragsteller liegen
(insbesondere zu beachten bei Landschaftselementen, Pufferstreifen, etc.). Kombinationen der ÖVF Varianten sind möglich, außer bei Zwischenfrucht nach Leguminosen auf der gleichen Fläche. Bei der
Berechnung der 5% sollte grundsätzlich ein Sicherheitspuffer mit einkalkuliert werden, um Kürzungen der
Prämie zu vermeiden. Details der Antragstellung sind zurzeit noch nicht bekannt, es ist aber zu erwarten,
dass insbesondere bei Teilflächen (Feldränder, Pufferstreifen, etc.) Skizzen einzureichen und getrennte
Schläge zu bilden sind. Hier sind Fehler vorprogrammiert, wenn nicht sorgfältig gemessen wird.
Wer die Option „Zwischenfrucht“ wählt, muss außerdem beachten, dass für den Antrag 2015 nur die
Zwischenfrüchte nach der Hauptkultur 2015 (Einsaat ab 16.07.2015) relevant sind. Zwischenfrüchte aus der
Aussaat Herbst 2014 zählen hier nicht.
Die in der Tabelle genannten Listen mit den zulässigen Arten für Niederwald mit Kurzumtrieb (Anlage 1),
Zwischenfrüchte (Anlage 3) und Leguminosen (Anlage 4) können als separates Dokument auf der
Internetseite des DLR Eifel heruntergeladen werden. Bitte beachten: Mit Beschluss des Bundesrates vom
10.10.2014 wurde die Liste für Zwischenfrüchte ergänzt, die Ergänzung kann ebenfalls heruntergeladen
werden.
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Seele and Geist
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