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Baubranche leidet unter Preisverfall

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Mittwoch, 8. April 2015 • WirTSCHAFTSBlATT.AT
alzburg
ÖST E R R E I CHS Z E I T U N G FÜR
WIRTSC H AF T UN D FINANZ E N - REGIONA LAUS GA BE
◆ Thema Steuerreform setzt Gemeinden unter Druck. 2 ◆ Interview Nürnberger Versicherungs-Chef Kurt
Molterer kämpft mit neuen Produkten gegen Rückgänge. 6 ◆ Getränke Brauereien feilen an neuer Bierkultur. 10
Baubranche leidet unter Preisverfall
colourbox.de
Lohndumping. Salzburgs Bauunternehmen
klagen über den preisdruck. Angesichts der
Konkurrenz durch ausländische Billiganbieter
und des daraus resultierenden preisverfalls bauen mittelständische Unternehmen wie Kreuzberger Bau Salzburg Mitarbeiter ab und steigern
die Anzahl der Eigenprojekte. Während das
Bauvolumen in Salzburg im Vorjahr um 2,2 prozent zugelegt hat, ist die Anzahl der Neuaufträge um 14,7 prozent gesunken.
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2|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Thema
BUDGET
Steuerreform wirft Schatten
Die wirtschaftlichen
Kennzahlen der Salzburger Kommunen liegen im
Ländervergleich im absoluten Spitzenfeld. Ob die
Einnahmen künftig weiter
so üppig sprudeln werden,
ist allerdings fraglich.
VON heLmUT mILLINGeR
E
innahmenkaiser unter
Salzburgs Gemein­
den sind die tour­
i s m u s h o c h b u rge n
Untertauern (pon­
gau), tweng (lun­
gau) und Saalbach­hinterglemm
(pinzgau). Dahinter folgt Fuschl
am See (Flachgau), das nicht nur
auf knapp 200.000 Gästenächti­
gungen pro Jahr kommt, sondern
auch Sitz des Getränkeriesen red
Bull ist.
Angeführt wird das ranking
aber bereits seit Jahren von
Untertauern und tweng. Die
durch den radstädter tauernpass
getrennten kleinen Gemeinden
teilen sich den bekannten winter­
sportort obertauern. tweng darf
sich dank seiner rund 4000 Gäs­
tebetten über jährliche pro­Kopf­
Einnahmen von knapp 5000 €
freuen, in der Nachbargemeinde
sind es immerhin mehr als 4000 €.
„Der tourismus läuft sehr gut
und ist außerordentlich wichtig
für uns“, erklärt Untertauerns
Bürgermeister Johann habersat­
ter (SpÖ). Man dürfe die Zahlen
allerdings nicht überbewerten.
„wir haben nicht einmal 500 Ein­
wohner, das pro­Kopf­Steuerauf­
kommen ist deshalb nur bedingt
aussagekräftig.“
Teure Infrastruktur
Der ruf Untertauerns, eine der
reichsten Gemeinden Österreichs
zu sein, ist auch nach Ansicht von
Amtsleiterin Sieglinde thanner
nicht gerechtfertigt. „Auf dem
papier schaut es vielleicht so aus.
wir müssen aber im winter Auf­
gaben ähnlich einer Großstadt be­
wältigen, weil die vielen Gäste in
obertauern eine entsprechende
infrastruktur brauchen. Das geht
natürlich ins Geld“, sagt thanner.
Mit ganz anderen problemen
hat die Flachgauer Gemeinde
Ebenau zu kämpfen. Der touris­
mus spielt hier kaum eine rolle,
größter Betrieb im ort ist eine
Glaserei mit rund 20 Mitarbei­
tern. „wir haben überhaupt keine
großen Unternehmen und folg­
lich kaum Kommunalsteuerein­
nahmen“, erklärt Bürgermeister
hannes Schweighofer (ÖVp).
Die pro­Kopf­Einnahmen der
Gemeinde betragen laut Statistik
Austria bescheidene 996 €. Ebe­
nau ist auf die Ertragsanteile des
Bundes, die gut eine Million € pro
Die Gemeinden sind
Motoren der regionalen Wirtschaft.
HELMUT MÖDLHAMMER
PRÄSIDENT
GEMEINDEBUND
Peroutka
Jahr ausmachen, und auf Zu­
schüsse für finanzschwache Ge­
meinden in höhe von 200.000 €
angewiesen. „Größere projekte
können nur dann in Angriff ge­
nommen werden, wenn wir Mit­
tel aus dem Gemeindeausgleichs­
fonds des landes (GAF) be­
kommen“, sagt Bürgermeister
Schweighofer. Die Förderungen
deckten dank einer Sonderrege­
lung für finanzschwache Gemein­
den zwischen 40 und 50 prozent
der Kosten ab.
obwohl es in allen Bezirken
Sorgenkinder gibt, werden heuer
voraussichtlich nur sieben der 119
Salzburger Gemeinden nicht in
der lage sein, ihren haushalt
ohne hilfe des landes auszu­
gleichen. „Diese geringe Zahl ist
österreichweit einzigartig“, lobt
helmut Mödlhammer (ÖVp), der
präsident des Österreichischen
Gemeindebundes. Zum Vergleich:
im benachbarten oberösterreich
gibt es mehr als 100 sogenannter
Abgangsgemeinden.
Wichtige Investoren
Salzburgs Kommunen seien wich­
tige Motoren für die regionale
wirtschaft und hätten allein 2013
an die 160 Millionen € für Neu­
investitionen lockergemacht. !
Hintergrund. Für die Kommunalkredit wird der markt eng
Skeptisch bezüglich der Zukunft
der Kommunalkredit unter den
neuen Eigentümern zeigt sich der
Bankenexperte des wirtschafts­
forschungsinstituts wifo, Franz
r. hahn. Die auf Finanzierung
von Gemeindeprojekten spezia­
lisierte Bank war im März an ein
Konsortium um den deutschen
investmentbanker patrick Bett­
scheider verkauft worden.
hahn stellt im Gespräch mit
dem wirtschaftsBlatt die „Exis­
tenzberechtigung solcher Spe­
zialinstitute“ infrage. „Auch an­
dere Banken haben mittlerweile
eigene Abteilungen für das Ge­
schäft mit Kommunen aufge­
baut“, sagt hahn, auch weil sie als
Vollbanken neue Geschäftsfelder
erschließen müssten. Er rechnet
damit, dass beispielsweise die
Volksbanken sich in Zukunft stär­
ker auf Gemeinden fokussieren
werden. hahn: „Kommunen sind
relativ sichere Kreditkunden.“
Der Markt werde in diesem Be­
reich härter werden. Eine reine
Spezialisierung auf Gemeinden
sei „kein hoffnungsvolles Ge­
schäftsfeld“. Der Markt sei zu
klein, die Konkurrenz zu groß.
was das Geschäft der Kommu­
nalkredit, auch nach hahns Mei­
nung, schwierig macht, ist die
refinanzierung. Die Bank verfügt
über keine Spareinlagen und
muss sich am internationalen
Markt bedienen. Bei den derzeit
niedrigen Zinsen ist dies nicht so
virulent; springt der Geldmarkt
aber an, gibt es für die Kommu­
nalkredit ungünstigere refinan­
zierungsbedingungen.
hahn rechnet damit, dass die
Kommunalkredit unter den neu­
en Eigentümern „über kurz oder
lang intelligent verwertet“ wird.
Ein Verschwinden vom Markt sei
auch möglich.
Deal im März
Die damals schwer angeschlage­
ne Kommunalkredit wurde im
Zuge der Finanzkrise 2008 von
der republik Österreich gerettet
und übernommen. Am 13. März
hat die Bankenbeteiligungsgesell­
schaft des Bundes, die Fimbag,
ihren Anteil von 99,78 prozent
(den rest hält der Gemeinde­
bund) abgestoßen. Käufer ist ein
irisch­englisches Konsortium um
Bettscheider. Es besteht aus der
englischen interritus ltd. und der
irischen trinity investment ltd.
Seither gehen bei mancher Ge­
meinde heuschreckenängste um.
Bettscheider selbst sagt: „wir
verfolgen eine klare wachstums­
strategie. wir können, was wir
tun.“ Der Bankbetrieb soll fort­
geführt und ausgebaut werden.
Das closing des Deals soll bis En­
de Juni erfolgen. Die Kommunal­
kredit erzielte zum halbjahr 2014
einen Vorsteuergewinn von elf
Millionen €.
[vorm]
michael.vorauer@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
|3
Thema
auf Salzburgs Gemeinden
Salzburg
Schuldenstand der Gemeinden pro Kopf 2013 (in €)
Kleinarl
5112
Hintersee
Saalbach-Hinterglemm
4561
3634
Bramberg a. Wildkogel
3467
Göriach
3454
Weißbach bei Lofer
3398
Uttendorf
3377
Mauterndorf
3284
Muhr
3270
Wie schätzen Sie aktuell die finanzielle Situation in Ihrer Gemeinde in Bezug auf die
notwendigen Investitionen ein?* (Zeitvergleich, Mehrfachnennungen möglich, in %)
sehr gut
eher gut
eher schlecht
sehr schlecht
2015 4
47
2014 6
2013 5
2012 3
44
9
43
40
6
45
34
9
46
1 k.A.
1 k.A.
17
In welchen Bereichen sind die Ausgaben der Gemeinde in den letzten zehn Jahren wesentlich
stärker gestiegen als die durchschnittlichen Gemeindeausgaben?*
Oberndorf bei Salzburg
3186
Kaprun
3100
Gesundheit und Soziales
Quelle: StatistikAustria
41
Rauris
3066
Straßen und öffentliche Plätze, Verkehrssicherheit
Stuhlfelden
3036
Bildungseinrichtungen
Tweng
2957
Mattsee
2953
Österreich
Durchschnitt
1836,5
Siedlungswasserwirtschaft
EDV, Computer IT & E-Government
Quelle: Dr. Harald Pitters; *Befragt wurden Bürgermeister/Amtsleiter in 546 Gemeinden
78%
67%
56%
46%
44%
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
4|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Thema
! „Damit sind sie mit Abstand
die größten öffentlichen investo­
ren“, betont Mödlhammer. Eine
investition von 70.000 € schaffe
oder sichere im Durchschnitt im­
merhin 1,55 Arbeitsplätze. Und:
„80 prozent der Gemeinde­
investitionen gehen an KMU im
Umkreis von 20 Kilometern.“
Hohe Finanzkraft
Die Finanzkraft von Salzburgs
Kommunen beträgt durchschnitt­
lich 1595 € pro Einwohner. Damit
nehmen sie österreichweit den
ersten platz ein. Zum Vergleich:
im Bundesdurchschnitt liegt die
Finanzkraft pro Kopf bei 1328 €.
Die hohe Finanzkraft beruht
zum einen auf den überdurch­
schnittlichen Ertragsanteilen des
Bundes und zum anderen auf
reichlich sprudelnden Abgaben
wie der Kommunal­ oder der
Grundsteuer.
Allein die Ertragsanteile be­
scherten den Salzburger Gemein­
den im Jahr 2013 insgesamt knapp
539 Millionen €. Sie machten da­
mit fast ein Drittel der gesamten
Einnahmen aus, die bei rund 1,7
Milliarden € lagen. Die Gemein­
deabgaben stiegen zuletzt um 3,3
prozent auf 305 Millionen €, die
pro­Kopf­Quote von 577 € ist die
höchste aller Bundesländer.
ob die Einnahmen auch in den
kommenden Jahren weiter zuneh­
men werden, ist allerdings frag­
lich. Die Steuerreform des Bun­
des wird nach Ansicht von Ge­
meindebund­präsident helmut
Mödlhammer „Salzburgs Ge­
meinden in etwa 20 Millionen €,
wenn es schlecht geht aber bis zu
40 Millionen € kosten“.
Er warnt davor, die investi­
tionskraft der Kommunen zu
schwächen. „Gemeinden sind sta­
bile wirtschaftsfaktoren, wenn
man sie in ruhe lässt. Sollte das
land bei der Kinderbetreuung
oder der pflege die Schrauben
über Gebühr anziehen, schaut es
düster aus“, meint Mödlhammer.
Den autor des artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
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Nachgefragt. „Lebensqualität
ins Zentrum rücken“
WirtschaftsBlatt: Sie beschäf­
tigen sich seit einigen Jahren mit
Gemeindefinanzen. Wie sind Ge­
meinden finanziell aufgestellt?
Harald Pitters: Die Finanzen ha­
ben wir nicht objektiv erhoben.
wir fragen die investitions­
bereitschaft ab. Da sehen wir
eine gedämpfte Stimmung. Es
fällt aber auf, dass Gemeinden
nicht in legislaturperioden den­
ken. Die investitionsbereitschaft
richtet sich nach längeren Zeit­
räumen.
Sie sprechen von einer gedämpf­
ten Stimmung, aber trotzdem
geht mehr als die Hälfte der
Gemeinden von gleichbleibenden
Finanzen aus. Ist das kein Wider­
spruch?
Das ist ein typisch österreichi­
sches phänomen, das ich bereits
bei der Arbeit für das Eurobaro­
meter beobachtet habe. Man
spricht vom optimistischen
paradoxon: Auch Gemeinden
gehen davon aus, dass die prob­
leme prinzipiell zunehmen, nur
die eigenen glauben sie im Griff
zu haben.
Wie sieht es beim Thema Finan­
zierung aus: Welche Varianten
dominieren und welche Verände­
rungen sind Ihnen aufgefallen?
Ganz eindeutig dominieren
hier die landesförderungen.
Große Veränderungen stehen
aber erst bevor. in der Entlas­
tung der öffentlichen haushalte
sollen auch alle landesförderun­
gen überprüft werden. Das wird
die Gemeinden mit Sicherheit
treffen, beispielsweise beim
Siedlungswasseranschluss: Sa­
Beigestellt
Trendexperte Harald Pitters:
Gemeinden denken langfristig.
nierungen werden über Förde­
rungen finanziert. Die werden
wohl künftig hintangestellt. Die­
se probleme sind unterirdisch,
damit gewinnt kein Bürger­
meister eine wahl. Besser und
günstiger wäre aber eine laufen­
de Sanierung.
Sind alle Gemeinden von Finan­
zierungsschwächen betroffen?
Nein. Es gibt eine große lücke
zwischen den Gewinnern und
den Verlierern. Die Verlierer
werden ganz stark von Abwan­
derung getroffen. Fehlende in­
frastruktur, fehlende Jobs und
fehlende Frauen beschreiben
diese Gemeinden, wobei die
Frauen zuerst abwandern: Sie
gehen, wenn es nicht ausrei­
chend Bildungsangebote gibt.
Das trifft dann natürlich die ge­
samte Bevölkerung, und die Ge­
meinde altert. Dann sperren die
Nahversorger zu, und die Vor­
teile des ländlichen lebens ge­
hen verloren. Gemeinden haben
dabei aber durchaus auch chan­
cen. Denn trotz Urbanisierung
gibt es immer Gegenbewegun­
gen. Die Gemeinden müssen es
nur schaffen, die lebensqualität
in den Mittelpunkt zu rücken
und Angebote zur Verfügung zu
stellen.
Und in welchen Bereichen wird
künftig investiert?
Die Zukunftsbereiche sind it,
pflege und das thema lebens­
qualität. Ganz wichtig sind aber
Breitband und internetanbin­
dung, um die Abwanderung zu
stoppen und zum Beispiel auch
Menschen in atypischen Be­
schäftigungsverhältnissen eine
Möglichkeit zu bieten. Das the­
ma ist zwar in der Befragung
nicht ganz oben; das liegt aber
vor allem daran, dass es sich da­
bei im Vergleich zum Bau eines
neuen Kindergartens oder einer
Schule nicht um die großen
Summen handelt. Aber es ist ein­
fach zeitgemäß, eine Begeg­
nungszone physisch und online
anzubieten. Das wird auch in den
Gemeinden so gesehen. [drw]
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
KonjunKtur
|5
UMFRAGE
Die Zukunft bringt …
Jeden Monat bitten wir Unternehmer und Manager aus führenden Betrieben um ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Dieses Konjunkturbarometer bietet einen Einblick in die Entwicklung in Ihrem Bundesland.
chriStiAN
BrAUNStEiN
chiEF opErAtioNS oFFicEr
QUEhENBErGEr
loGiSticS
rUDolF
hUBEr
GESchÄFtSlEitUNG
MASchiNENriNG
SAlZBUrG
ADriAN
KohlEr
VorStAND
ZÜrchEr
KANtoNAlBANK
ÖStErrEich AG
MichAElA
StrASSErFrEY
GESchÄFtSFÜhrEriN FrEY
AUtohAUS GMBh
hUGo
rohNEr
cEo
SKiDAtA AG
ANDrEAS
NEUhoFEr
MArKEtiNGDirEKtor
orDErMAN GMBh
hErBErt
SiGl
JUNiorchEF
rElAX
NAtÜrlich
wohNEN GMBh
Wie schätzen Sie die
Konjunkturentwicklung
in den nächsten drei
Monaten ein?
Wie wird sich das Geschäft
in Ihrem Unternehmen
in den nächsten drei
Monaten entwickeln?
Suchen Sie aktuell
Mitarbeiter? Wenn ja,
für welche Bereiche
werden sie gesucht?
l Wir sind nicht unzufrieden,
aber wir rechnen nicht mit ho­
hem Wachstum. Viele Firmen
sind gerade am Insourcing.
Saisonal nehmen die Auf­
träge nun zu. Rechnet man
über das Jahr, ist die Lage
eher gleich.
Wir suchen Mitarbeiter, das
ist der Unternehmenssituation
geschuldet: in der Disposition
und in den Kundenzentren.
t Die negativen Auswirkun­
gen der Steuerreform sorgen
in einigen Wirtschaftszweigen
für Verunsicherungen.
Die Prognosen sind gut, wir
sind auf Kurs. Das Interesse der
bäuerlichen Betriebe ist beson­
ders zufriedenstellend.
s Ja, wir suchen auch zurzeit
noch zahlreiche Zeitarbeits­
kräfte für die bevorstehende
Bausaison.
s Ab und zu stottert der
Motor ein bisschen, aber die
Konjunktur entwickelt sich
weiterhin leicht positiv.
Der Jahresbeginn an den
Börsen war sehr gut. Dieser
Schwung dürfte, wenn auch
vermindert, weiter anhalten.
s Überdurchschnittlich gute
Vertriebsmitarbeiter sind
immer interessant für uns.
l Es hängt nun von den
Details der Steuerreform ab,
wie sich die Stimmung in der
Wirtschaft entwickelt.
l Ich gehe davon aus, das
Vorjahresniveau halten zu
können. Steigerungen sind
schwer zu erzielen.
s Wir sind immer auf der
Suche nach Mitarbeitern.
Fachkräfte in der Werkstatt
und Verkäufer sind gefragt.
s In einigen europäischen
Ländern bleibt das Umfeld
schwierig. Außerhalb Europas
gehen wir von Wachstum aus.
s Wir werden auch weiterhin
expandieren und international
wachsen.
s Ja, wir suchen Mitarbeiter
mit internationalem Fokus für
die verschiedensten Unter­
nehmensbereiche.
s Die Entwicklung ist gut und
stabil.
s Positiv. Neue Produkte und
die Kassenpflicht sorgen für
Dynamik.
l Aktuell sind alle Positionen
besetzt.
s Ins private Heim wird in­
vestiert. Entweder billige oder
hochwertige Produkte werden
im Wohnbereich gekauft.
s Sehr gute Umsatzsteigerungen
in unserem Bereich; wenn es so
bleibt, dann werden wir schnell
an die Kapazitätsgrenzen stoßen.
s Ja, einen für die Produktion
und ein bis zwei für interne
Erweiterungen und Um­
gestaltungsmaßnahmen.
Peroutkaπ, beigestellt (5), Hagleitner, SKIDATA
6|
IntervIew
D
ie auf Vorsorgeprodukte
spezialisierte Nürnber­
ger Versicherung AG
Ö s te r re i c h k ö n n te
schon bald in die Sachversiche­
rung einsteigen. Das deutet Vor­
standsvorsitzender Kurt Molterer
im Gespräch mit dem wirt­
schaftsBlatt an. Die Zukunfts­
perspektiven seines Unterneh­
mens sieht Molterer positiv, auch
wenn das prämienvolumen zu­
letzt rückläufig war.
WirtschaftsBlatt: Die österreichische Versicherungswirtschaft prognostiziert für heuer einen Anstieg
des Prämienaufkommens um magere 0,6 Prozent. Bei den Lebensversicherungen waren die Prämien
in den letzten Jahren sogar rückläufig. Ist die Branche in der Krise?
Kurt Molterer: Nein, das sehe ich
ganz und gar nicht so. wir sind
nach wie vor sehr optimistisch
und positiv gestimmt, auch was
die mittelfristige Entwicklung in
den nächsten Jahren anbelangt.
Mir ist auch nicht bekannt, dass
in Österreich irgendein Versiche­
rer in ernsthaften Schwierigkeiten
steckt. Ganz im Gegenteil: Die
Versicherungswirtschaft war
schon in den schlimmsten Krisen
2001 und 2008/09 ein Fels in der
Brandung. Das ist ein werbe­
spruch eines deutschen Versiche­
rers, den ich nur ungern verwen­
de. Er beschreibt die Situation der
Branche aber wirklich sehr gut.
Die Nürnberger Versicherung
musste in den letzten Jahren sowohl
bei der Zahl der Verträge als auch
bei den Beitragseinnahmen Rückgänge hinnehmen. Ist das für Sie
nicht ein Grund zur Sorge?
Das sind letztlich die Auswir­
kungen der Finanzmarktkrise. Sie
hat dazu geführt, dass Kunden
sich zum teil mit ihrem Geld, das
bereits angelegt war, etwas leisten
wollten. Da geht es uns nicht an­
ders als der gesamten Branche.
lässt man die Einmalerläge außer
Acht, zeigt sich, dass die leichten
rückgänge in der laufenden prä­
mie auf dieses Verhalten mancher
Kunden zurückzuführen sind. Das
wird noch ein, zwei oder viel­
leicht auch drei Jahre so weiter­
gehen. wir sind aber wie gesagt
optimistisch, unseren weg erfolg­
reich weitergehen zu können.
Faktum ist aber, dass das Paradeprodukt der Branche, die Lebensversicherung, zum Sorgenkind gewor-
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Neumayr
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
IntervIew
„Auch ein
Versicherer kann
innovativ sein“
Kurt Molterer. Dem Vorstandsvorsitzenden der Nürnberger Versicherung AG
Österreich mit Sitz in Salzburg-Maxglan ist um die Zukunft der Branche nicht bang.
Er versucht, mit neuen Produkten junge Kunden ins Versicherungsboot zu holen.
vOn HeLMUt MILLInGer
produktentwickler in den ver­
gangenen Jahren sehr viel dazu­
gelernt haben.
Ein Versicherer
sollte in der heutigen
Zeit keine großen
Zinsversprechungen machen.
den ist. Liegt das nur am aktuellen
Zinsniveau oder wirken sich auch
die zum Teil geänderten gesetz­
lichen Bestimmungen negativ aus?
ich glaube nicht, dass die ge­
setzlichen rahmenbedingungen
in den letzten Jahren eine große
rolle gespielt haben. Ausschlag­
gebend waren aus meiner Sicht
einerseits die niedrigen Zinsen
und andererseits die gesamte Ka­
pitalmarktentwicklung. Das hat
aufgrund der volkswirtschaftli­
chen Auswirkungen tatsächlich
zum teil dazu geführt, dass die
Kunden sich lieber ein neues
wohnzimmer gekauft haben. Na­
türlich ist es für die Versicherer
eine herausforderung, mit einem
im Vergleich zu früheren Jahren
abgeschwächten wachstum um­
gehen zu können. Aber ich denke,
wir sind auf dem richtigen weg,
nicht zuletzt deshalb, weil die
An den eher bescheidenen Erträgen
sind wohl auch die garantierten
Zinsen für Lebensversicherungen
mit schuld. Hat sich die Branche
damit ein Eigentor geschossen?
So würde ich es nicht nennen.
Die Garantiezinsversprechen, die
Versicherer ihren Kunden in der
konventionellen lebensversiche­
rung gewährt haben, sind aber na­
türlich eine herausforderung für
die Branche. Da gibt es Verträge
mit vier prozent rechnungszins,
die speziell in der hochzinsphase
abgeschlossen wurden. Diese Zin­
sen jetzt nachhaltig zu erwirt­
schaften ist nicht ganz einfach.
Mittlerweile sind die Garantie­
zinsen entsprechend der allge­
meinen Zinsentwicklung wieder
deutlich gesunken. Werden Sie aus
Ihrer Sicht mittel­ bis langfristig
überhaupt fallen?
Natürlich gehen die rechnungs­
zinsen seit Jahren wieder nach
unten. Das betrifft aber nur neu
abgeschlossene Verträge. Jene
Verträge, die einen garantierten
vierprozentigen rechnungszins
aufweisen, wurden ja nicht redu­
ziert. wenn das Zinsumfeld so
niedrig bleibt, wie es im Moment
der Fall ist, wird das natürlich
auch Auswirkungen auf die pro­
duktentwicklung der Versiche­
rungen haben. ich bin überzeugt
davon, dass ein Versicherer in der
heutigen Zeit keine großen Zins­
versprechungen machen sollte.
Ihr Unternehmen konzentriert sich
vor allem auf die Bereiche Alters­,
Berufsunfähigkeits­ und Pflege­
vorsorge. Denken Sie daran, das
Portfolio zu erweitern?
wir sind – ausgenommen im
Bereich Kfz – derzeit noch nicht
in der Sachversicherung tätig.
weil wir sehr kundenorientiert
unterwegs sind, überlegen wir
aber, ob ein Engagement in Spar­
ten wie Eigenheim­ oder haus­
haltsversicherung sinnvoll wäre.
Bis wann soll hier eine Entschei­
dung fallen?
Diese Überlegungen sind der­
zeit noch im Anfangsstadium. wir
Die Bevölkerung
verdrängt das Problem der Pflege. Pflegeversicherungen
sind nur minimal
vertreten.
|7
sind gerade dabei, die chancen
am Markt zu evaluieren. wie lan­
ge wir dann für die Umsetzung
brauchen, lässt sich heute noch
nicht sagen. Das hängt maßgeb­
lich von der produktdefinition ab.
ich denke aber, spätestens nächs­
tes Jahr sollte sich herauskristal­
lisieren, ob wir das machen oder
nicht.
Über ihr Tochterunternehmen Ga­
ranta ist die Nürnberger auch als
Autoversicherer tätig. Wie schwer
ist es, sich auf diesem hart um­
kämpften Markt zu behaupten?
Die Garanta ist in Zusammen­
arbeit mit Autohäusern sowie
Kfz­herstellern und ­importeuren
Spezialist für Kfz­Versicherungen.
Der Markt ist natürlich schwierig.
Dank unserer attraktiven produk­
te sind wir aber gut positioniert
und haben auch entsprechende
wachstumszahlen im Bestands­
und Neugeschäft. 2014 war für uns
auch, was das Versicherungs­
ergebnis betrifft, ein sehr zufrie­
denstellendes Jahr, weil die hagel­
schäden nicht in dem Ausmaß
eingetreten sind, wie wir es er­
wartet haben.
Die Österreicher werden immer äl­
ter, gleichzeitig steigt die Zahl der
Demenzerkrankungen deutlich an.
Vor diesem Hintergrund müsste
eigentlich die Nachfrage nach einer
Pflegevorsorge rasant zunehmen.
Ist das tatsächlich so?
Derzeit sind pflegeversicherun­
gen in Österreich nur minimal
vertreten. Daher haben die Versi­
cherungsbranche, aber auch die
Medien die Verantwortung, Auf­
klärung zu betreiben. Die öffent­
liche hand kann die pflege nicht
finanzieren, das ist allein schon
aufgrund der demografischen
Entwicklung völlig unmöglich.
Ein Baby, das heute auf die welt
kommt, wird im Durchschnitt 100
Jahre alt. Darüber hinaus gibt es
nach wie vor die Flucht vom land
in die Stadt, ein überproportiona­
les Ansteigen der Ein­personen­
haushalte und eine mentale Ver­
änderung der Bevölkerung. Meine
Mutter ist 85. ich hätte gar nicht
die Zeit, sie zu pflegen. Abgesehen
davon würde sie das auch gar
nicht wollen. Es bleibt also nur die
pflegeleistung, die aber natürlich
bezahlt werden muss.
Im diesem Bereich gibt es also noch
sehr großen Nachholbedarf?
8|
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
IntervIew
Neumayr
WirtschaftsBlattKorrespondent
Helmut Millinger
(v.r.) im Gespräch
mit NürnbergerCEO Kurt Molterer.
Die Bevölkerung verdrängt
das problem der pflege. Sie ist nur
dann sensibilisiert, wenn es in
ihrem direkten Umfeld Anlass­
fälle gibt und jemand aus der Ver­
wandtschaft oder engen Bekannt­
schaft zum pflegefall wird. wir
sind heute in der pflegevorsorge
dort, wo wir vor 30 Jahren in der
Altersvorsorge waren. Als ich un­
gefähr zu dieser Zeit in die Bran­
che gekommen bin, haben alle
meine Bekannten gesagt: „lass
mich mit deiner lebensversiche­
rung in ruhe, ich bekomme in der
pension ohnehin 80 prozent mei­
nes Einkommens.“ was seither
passiert ist, brauche ich ihnen
nicht zu sagen. So hohe pensionen
gehen sich bei weitem nicht aus,
auch wenn manche Minister nicht
müde werden, zu behaupten: „lie­
be Bevölkerung, eure Altersvor­
sorge ist gesichert.“
Wie wird sich die Steuerreform
auf die Versicherungsbranche
auswirken?
Man kann das derzeit im Detail
noch nicht abschätzen, weil die
reform in sehr viele Bereiche ein­
greift und die Auswirkungen nur
zum teil erkennbar sind. Als Ver­
sicherer muss ich – zugegebener­
maßen subjektiv – aber schon de­
ponieren, was ich von der geplan­
ten Streichung der Abzugsfähig­
keit der prämien über den Son­
derausgabentopf halte. Diese
Maßnahme scheint mir in der
heutigen Zeit, in der die pensio­
nen immer weniger und die leu­
te immer älter werden, genau der
falsche Schritt zu sein. Eigentlich
sollte man die private und be­
triebliche Altersvorsorge mehr
unterstützen, als es derzeit ge­
schieht.
Versicherungen gelten als seriös
und beständig, aber nicht unbe­
dingt als Hort der Innovation.
Müsste man nicht mehr Augenmerk
darauf legen, mit innovativen Pro­
dukten neue Kundenschichten an­
zusprechen?
Für uns ist es ein ganz, ganz
wichtiges thema, neue produkt­
ideen am Markt umzusetzen und
bestehende produktlinien zu er­
weitern. Ganz aktuell arbeiten wir
zum Beispiel an einer vollkom­
men neuen Berufsunfähigkeits­
vorsorge. Auch in der Garanta ha­
ben wir vor Kurzem ein produkt
eingeführt, das es auf dem öster­
reichischen Markt noch nicht gibt.
Dabei handelt es sich um eine Art
pendant zur teilkaskoversiche­
rung, nämlich eine Unfallteil­
kasko, die zwar keine hagel­ oder
Schneedruckschäden deckt, aber
dafür bei selbst verschuldeten
Unfällen oder wild­ und park­
schäden zahlt.
Sie bieten auch eine Bergunfall­
versicherung für zwei Tage an. Ist
das ein Marketinggag oder lässt
sich mit solchen Produkten tat­
sächlich Geld verdienen?
Diese Schiene der sogenannten
Small protection products ver­
folgt mehrere Ziele, unter ande­
rem innovation in der produkt­
entwicklung. wir bieten dem
Kunden genau dann einen Versi­
cherungsschutz, wenn er ihn
braucht. Angenommen, er geht
zwei tage im Dachsteingebiet
wandern: in diesen 48 Stunden
hat er einen umfangreichen Ver­
sicherungsschutz mit Assistenz­
funktionen bis hin zur hub­
schrauberbergung, sofern er die
einmalige prämie von 4,98 € be­
zahlt. wir haben hier unter­
schiedliche produkte entwickelt,
neben Berg­, wander­ und Ski­
versicherungen gibt es etwa auch
eine tierbetreuungsversicherung
für Menschen, die ins Kranken­
haus müssen und niemanden ha­
ben, der sich um ihr haustier
kümmert. Darüber hinaus bieten
wir auch spezielle Versiche­
rungslösungen für Golfer an, bis
hin zu einer umfangreichen Aus­
rüstungs­ und Golf­reiseversi­
cherung.
Sie investieren viel Geld und Know­
how in diese Schiene. Warum?
wir haben eine Vielzahl solcher
Small protection products entwi­
ckelt, weil sie sich an eine eher
jüngere Zielgruppe richten. Die
junge Generation geht an das the­
ma Versicherung ja ganz anders
heran als meine Altersgruppe.
Vielleicht lassen sich so die Kon­
takte zwischen den Jungen oder
Junggebliebenen und unserem
Unternehmen weiterentwickeln.
weitere Gründe, warum wir diese
Schiene forcieren, sind natürlich
Markenbekanntheit und die
Selbstdarstellung des Unterneh­
mens. Ein Versicherer kann auch
innovativ sein und gute ideen
haben, die vielleicht vom her­
kömmlichen Versicherungs­
denken abweichen. Das wollen
wir damit zum Ausdruck bringen.
Den Autor des Artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
ZUR PERSON
n Kurt Molterer wurde 1961 in
Steyr (OÖ) geboren. Nach einer abgeschlossenen Lehre im Bank- und
Versicherungswesen arbeitete er
zunächst bei der ip-Vermögensberatung. 1984 wechselte er zur
Nürnberger Versicherung. 2004
rückte Molterer in die Geschäftsleitung der Nürnberger-Tochter Garanta auf. Seit 2006 gehört er auch
dem Vorstand der Nürnberger Versicherung AG Österreich an, 2007
wurde er zum Vorstandvorsitzenden bestellt. Molterer ist verheiratet und lebt in der Stadt Salzburg.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Überblick
Salzburg
in Zahlen
7%
VERSICHERTE
Von 3500 Exporteuren in Salz­
burg sind laut Kreditversicherer
Prisma nur sieben Prozent
gegen Zahlungsausfälle ver­
sichert; im Bundesschnitt gebe
es unter heimischen Exporteu­
ren 4500 Kreditversicherungs­
kunden. 1100 Versicherungen
wurden im Vorjahr in Oberöster­
reich abgeschlossen, es folgt
Wien mit 780 Versicherungen.
+3,2%
NÄCHTIGUNGEN
Bei Eigentumswohnungen lag Salzburg 2014 im Bundes-Preisdurchschnitt auf dem vierten Rang. SalzburgStadt konnte bei Nächtigungen zulegen und belegt hinter Wien den zweiten Rang. Die Pkw-Quote ist moderat.
196.240 € 9,3 Mio. €
WOHNUNGSKAUF
Für Eigentumswohnungen in Salzburg
wurden 2014 im Schnitt 196.240 € bezahlt.
Damit liegt Salzburg im Ranking der
Maklerkette Remax auf dem vierten Rang.
Am teuersten waren Eigentumswoh­
nungen in Tirol mit 202.722 €, in Wien mit
201.593 € und in Vorarlberg mit 201.461 €.
|9
Erstmals überschritten 2014
die Nächtigungen der Bundes­
hauptstadt Wien und der Lan­
deshauptstädte zusammenge­
rechnet die 20­Millionen­Marke,
so die Arge Städte. Salzburg ver­
buchte mit 2,6 Millionen Nächti­
gungen ein Plus von 3,2 Prozent
und liegt damit hinter dem Spit­
zenreiter Wien mit seinen rund
13,5 Millionen Übernachtungen.
546
INSOLVENZENTGELT
PKW/1000 EINWOHNER
Rund 80.000 Mal kam die Rechtsberatung
der AK Salzburg 2014 zum Einsatz. 1,04
Millionen € gingen nach außergericht­
lichen Verhandlungen ein. 9,3 Millionen €
wurden beim Insolvenzentgeltsicherungs­
fonds geltend gemacht. Insgesamt er­
kämpfte die AK 22 Millionen €.
Salzburg liegt beim Pkw­Motorisierungs­
grad mit 546 Fahrzeugen pro 1000 Ein­
wohner auf dem sechsten Platz, wie eine
Statistik­Austria­Studie ergab. Den höchs­
ten Motorisierungsgrad hatten das Bur­
genland mit 640 Pkw pro 1000 Einwohner
und Niederösterreich mit 627 Pkw.
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10 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Unternehmen
GETRÄNKE
Neuaufstellung als Bier-Hochburg
Colourbox.de
Bier stand zu lange im
Schatten des Weines,
finden Salzburgs Brauer.
Nach Rückgängen beim
Ausstoß setzen die Brauereien nun auf neue Inszenierungen und folgen dem
Trend zu Spezialbieren.
VOn DAnIeLA mÜLLer
D
er regnerische Sommer
des Vorjahres hat mancher Salzburger Brauerei die Zahlen verwässert. Österreichweit ist der Bierausstoß 2014 um 0,6 prozent auf
8,49 Millionen hektoliter zurückgegangen, in Salzburg war der
rückgang deutlich stärker, heißt
es beim Brauereiverband. Genaue
Zahlen geben der Verband und die
großen Brauereien Stiegl und
trumer allerdings nicht bekannt.
Aus dem hofbräu Kaltenhausen
wird nun gemeldet, dass seit Jahresanfang die Biernachfrage
sprunghaft gestiegen ist.
Doch nur auf das produkt Bier
will man in Salzburg schon lange
nicht mehr setzen. hier entsteht
mit Bier gerade ein Gegenentwurf
zur süd- und ostösterreichischen
weinkultur. Von den 8,49 Millionen hektolitern, die in Österreich
produziert werden, kommen immerhin zwölf prozent aus Salzburg. Zum Vergleich: Der Ausstoß
aus dem Bierland oberösterreich
beträgt mit 16 prozent nur geringfügig mehr.
Neue Inszenierung
Um die Bierkultur weiter zu stärken, sucht jede Brauerei nun nach
der bestmöglichen inszenierung
für ihre produkte. Das handwerk
des Bierbrauens wird immer öfter
zelebriert. Stiegl, trumer und
hofbräu Kaltenhausen bieten
Brauereiführungen, um Bier „erlebbar“ zu machen. in Kaltenhausen ist die sechste BiersommelierAusbildung seit Ende 2013 ausgebucht, immer mehr privatpersonen sind bereit, dafür 1000 € Kursgebühr zu bezahlen. Zudem hat
sich die Arge Bierkultur – eine Ko-
2014 wurde in Salzburg weniger Bier hergestellt – Bier soll nun zum Kulturgut aufgebaut werden.
operation der Brauereien Augustiner, Gusswerk, Kaltenhausen,
Stiegl, trumer und Die weisse –
mit dem tourismus Salzburg zum
Ziel gesetzt, alles zum thema
Bier sowie Salzburg als Bierhauptstadt touristisch zu vermarkten.
Aktuell zeichnet sich auch ein
weiterer Biertrend in Salzburg ab:
Mit reinhold Bartas Kreativität
hat sich die Gusswerk-Brauerei
als ein Antreiber der heimischen
craftbeer-Szene etabliert. Experimentell und handwerklich gebraute Biere sollen dabei ein
Gegengewicht zur industriellen
Konkurrenz schaffen. Es wagen
sich zudem immer mehr Gastwir-
Bei Bier ist der
Trend zur Regionalität klar erkennbar.
CHRISTINE KEIL
GESCHÄFTSFÜHRERIN
BOTTLE SHOP
te an die Bierherstellung: Gab es
1980 nur sieben Gasthausbrauereien in Salzburg, stieg 2013 die
Zahl auf 21. Darunter ist robert
Eder, der in Bruck an der Glocknerstraße seit 2007 sein Kohlschnait-Bier braut – aus interesse,
und weil eine Kostenrechnung
klar für das eigene Bier spricht.
im ersten Jahr habe er in seinem
Gasthof rund 90 hektoliter Selbstgebrautes verkauft, pro Jahr stieg
das Volumen um zehn prozent.
Bedarf wäre auch für größere
Mengen da, sagt er. Und die Gäste seien bereit, dafür mehr zu bezahlen.
Sortimentserweiterung
Gut vom Bierverkauf lebt auch
christine Keil. Vor zwei Jahren hat
sie den onlineversand Bottle Shop
gegründet. weil das Geschäft so
gut läuft, betreibt sie seit Februar
am Salzburger Mirabellplatz ein
lokal. 240 craftbeer- und cidersorten sind erhältlich. Keil denkt
aber schon an eine Erweiterung
auf 400 Sorten. ihre Kunden beschreibt sie als „Studenten oder
weltoffene Menschen, 35 aufwärts“, die im Zeitalter der Nachhaltigkeit auch die handwerks-
kunst des Brauens wieder stärker
wertschätzen und bereit sind, dafür Geld auszugeben.
Mit einem Umsatz von 68 Millionen € im Jahr 2013 ist Stiegl die
größte Brauerei in Salzburg. Das
Unternehmen hat sich vor zwei
Jahren neu ausgerichtet und den
Fokus auf Diversifikation gelegt,
das Sortiment wuchs auf 20 Sorten. Seit Kurzem verkauft die
Brauerei aber nun sogar Mode,
hergestellt in Europa und zum
teil von halleiner Modeschülern
entworfen.
Bei trumer konzentriert man
sich auf die pilsproduktion. während die Nachfrage nach radler
zuletzt eher gesunken ist, wurden
leichtbiere immer beliebter, sagt
trumer-chef Seppi Sigl. in Kaltenhausen wird die produktion
von weißbieren eingestellt, stattdessen komme nun ein pale Ale
ins Sortiment, sagt Katharina
wielend von hofbräu Kaltenhausen. craftbeer, das dort als
limited Edition angeboten wird,
könne man aber stets mehr verkaufen, als vorhanden sei.
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Mittwoch, 8. April 2015
Unternehmen
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SPORTGERÄT
Start-up Emarshal gibt beim Golf das Tempo vor
emarshal
ZEll AM SEE. Am Anfang stand
für den Unternehmensberater Nikolaus lasser und den hotelier
Dirk Maes ein problem: wie kann
man Golfspielern mitteilen, ob sie
in der empfohlenen Geschwindigkeit unterwegs sind? Als den
Unternehmern Anfang 2014 die
idee kam, Spieler mit einem Zeitmessgerät auszustatten, kam Fahrt
auf. Nach der produktentwicklung, dem Design und der programmierung der Software entstand ihr Emarshal, der im vergan-
genen winter in Südafrika getestet
wurde. in Österreich, schätzt lasser, könnten rund 40 der insgesamt 160 Golfklubs Bedarf für den
Emarshal haben. Denn verkauft
wird das produkt mit einem dreijährigen Servicevertrag an Klubs,
nicht an Spieler.
Die Golfplatzbetreiber profitieren von einem flüssigeren Ablauf
und haben platz für neue Spieler.
lasser und Maes rechnen mit 15
zusätzlichen Greenfees pro Monat. Das hauptgeschäft erwarten
MODE
Nikolaus Lasser hofft heuer auf
80 Emarshal-Kunden.
sie im aber im Export – allein in
den USA gibt es 30 Millionen Golfer, sagt lasser. insgesamt sollen
heuer 80 Golfklubs ausgestattet
werden. im Vertrieb greifen sie
dabei vornehmlich auf profigolfer
zurück, die gute Kontakte zu den
platzbetreibern haben und über
prämien bezahlt werden. Derzeit
ist das Unternehmen auf investorensuche, mit Beginn der Golfsaison soll der Verkauf starten. [dam]
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Brandboxx setzt
verstärkt auf die
Eventschiene
BErGhEiM. Für die Modebranche war es ein schwieriger winter.
Der späte Beginn der kalten Jahreszeit wirkte sich negativ auf die
Kauflaune aus. trotzdem zieht
Markus oberhamberger, Geschäftsführer des Mode- und Messezentrums Brandboxx, eine positive Bilanz – „obwohl es anfangs
nicht so ausgesehen hat. winterjacken waren noch im Dezember
ein No-Go“, sagt oberhamberger
zur abgelaufenen Messesaison.
Die gesamte Mode- und Sportbranche hat sich gemeinsam mit
dem tourismus in einen ungesunden wettlauf begeben, sagt oberhamberger: „im oktober muss der
Schnee kommen, da sind die ersBrandboxx
Vorrangig Fixmieter will das Modezentrum künftig ansprechen.
ten Ski-openings. Deshalb muss
im September alles geliefert sein.“
wenn der winter später losgeht,
werden viele nervös und starten
bereits den Abverkauf.
Mehr Fixmieter
Die Stimmung in der Branche sei
trotzdem nicht schlecht. Das Modegroßhandelscenter verfolgt eine
klare richtung: „Salzburg entwickelt sich immer stärker zum
Kompetenzzentrum Schuh.“ Dabei
setzt Brandboxx nun auf ganzjährige Fixmieter. Dahin geht auch
der trend bei den Messen, bei
denen in der Brandboxx neben den
Fixmietern auch Aussteller auf der
freien Fläche vertreten sind. „Nur
auf die freie Fläche zu gehen und
zu warten, bis die händler kommen, das ist komplett passé“, erklärt oberhamberger. „Die händler wissen genau, was sie wollen,
und kommen zu terminen mit
den Fixausstellern.“ Das Geschäft
mit den Messen werde deshalb
nicht mehr sonderlich wachsen.
Deshalb setzt das Unternehmen
nun auf ein anderes Standbein:
„Events sind ein thema, wo wir
wachsen können.“ Es gebe bereits
viele Anfragen. Um dafür attraktiv
zu bleiben, wird nun investiert:
aktuell in die haustechnik. Bis
zum Jahresende wird sich auch
das äußere Erscheinungsbild noch
verändern. Derzeit arbeiten 25
Mitarbeiter in der Brandboxx, die
etwa sechs Millionen € Umsatz erwirtschaftet.
[mana]
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Mittwoch, 8. April 2015
Unternehmen
12 |
PORTRÄT
„Ich mag es, wenn es menschelt“
Neumayr Mike Vogl
Das umgebaute Shopping
Center Alpenstraße wurde
kürzlich wiedereröffnet.
In der neuen Shopping
Arena mit 70 Geschäften
und 23.500 Quadrat­
metern Verkaufsfläche
hat eine Frau das Sagen.
VOn heLmUt mILLInGer
AM RADAR
A
ls Sabine Gabl die
chance bekam, das Einkaufszentrum im Süden
der Stadt Salzburg zu
managen, brauchte sie nicht lange
zu überlegen. „Diese Kombination aus so einem projekt und so
einer Stadt ist kaum zu toppen.
Nachdem Shoppingcenter auf der
grünen wiese kaum mehr genehmigt werden, dürfte es so etwas
in dieser Form in Österreich nicht
mehr allzu häufig geben“, meint
die 37-jährige gebürtige tirolerin
begeistert.
An ihrem traumjob schätzt
Gabl vor allem die vielen persönlichen Kontakte. „Es menschelt,
und das mag ich. Mir ist es wichtig, sehr nah an den Shop-partnern und Endverbrauchern zu
sein.“
Spannende Aufgabe
Den Job der centermanagerin übt
Sabine Gabl bereits seit Juli 2013
aus. Sie hat den Umbau des Shopping center Alpenstraße (ScA),
in den die Eigentümer und Media-Markt-Gründer Erich und
helga Kellerhals kolportierte 60
Millionen € investierten, hautnah
miterlebt. „ich bin in einer sehr
spannenden phase zu diesem projekt gestoßen. Es ging darum, die
neue Marke Shopping Arena zu
positionieren und das center
überregional auszurichten. während des Umbaus bei laufendem
Betrieb waren wir nur mehr ein
Nahversorger mit einigen wenigen Geschäften“, erzählt Gabl.
An die Eröffnung am 19. März
denkt die centermanagerin gern
Sabine Gabl managt die im Süden der Stadt Salzburg gelegene Shopping Arena.
zurück. „An diesem tag sind
33.000 leute gekommen, das lag
weit über unseren Erwartungen.“
Gefreut habe sie sich auch über
den symbolischen Schlüssel für
das center, den ihr Miteigentümerin helga Kellerhals mit den
worten „Von hausfrau zu hausfrau“ überreicht habe.
Vor dem wechsel nach Salzburg schnupperte Sabine Gabl im
DEZ in innsbruck Shoppingcenter-luft. Sie war dort von Ende
2009 bis Mitte 2013 Assistentin
der centerleitung. ihre Karriere
Einkaufen ist mehr
als nur der Austausch von Waren.
SABINE GABL
CENTERMANAGERIN
SHOPPING ARENA
begann sie bei einer Salzburger
promotion- und Eventagentur.
Nach knapp zwei Jahren wechselte die studierte Kommunikationswissenschaftlerin in die Marketingabteilung der Bank für tirol
und Vorarlberg. „Dort habe ich
drei Jahre gearbeitet und jährlich
an die 100 Veranstaltungen in
ganz tirol organisiert.“
obwohl Gabl in Salzburg studiert hat und seit fast zwei Jahren
wieder in der Mozartstadt lebt
und arbeitet, sind ihre Kontakte
in die heimat nicht abgerissen.
„Einem tiroler kann man seine
wurzeln nicht nehmen. ich besuche regelmäßig meine Familie,
wo ich nicht nur als Basteltante
für meine Nichten eingeteilt werde, sondern auch gleich einen
Sprachauffrischungskurs mache“,
sagt die 37-Jährige schmunzelnd.
Shoppen hat Zukunft
Gabl ist überzeugt davon, dass
Einkaufszentren auch in Zeiten
des boomenden onlinehandels
eine Zukunft haben. „Einkaufen
ist mehr als nur der Austausch
von waren. Die persönliche Ansprache und den Erlebnisfaktor
gibt es online nicht.“ Die neue
Shopping Arena sei „der Versuch,
Erlebnis, Unterhaltung und Genuss unter ein Dach zu packen“.
Selbstbewusster Auftritt
Dem großen Mitbewerber am
Stadtrand tritt die centermanagerin durchaus selbstbewusst
gegenüber. „Der Europark wäre
nicht so erfolgreich, wenn er
nicht sehr viel richtig gemacht
hätte. Er hat es aber noch nie mit
einem zweiten überregionalen
center zu tun gehabt“, meint
Gabl. Die Shopping Arena könne
zwar mit den riesigen Verkaufsflächen des Konsumtempels
nicht mithalten, aber: „Jede laus
beißt, und die Größe ist bekanntlich nicht alles. wir wollen ein
ernst genommener Mitbewerber
sein.“
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Mittwoch, 8. April 2015
Unternehmen
| 13
LEBENSMITTEL
Mit Enzian über den kritischen Punkt
MAUtErNDorF. walter trausner setzt auf die Kraft der Bitterstoffe. Kurz vor dem Jahreswechsel brachte der lungauer Koch
und Konditor seine Enzian-limo-
SCHWERPUNKT
LANDWIRTSCHAFT
nade Enzo Alpin auf den Markt.
Als „belebend und leicht bitter“
beschreibt trausner seine Erfindung: „Es eignet sich sehr gut
als alkoholfreier Aperitif.“
Dass der gelbe Enzian, den er
für die limonade verwendet, eine
besondere wirkung hat, ist im
Alpenraum seit Generationen bekannt. Doch Enzo Alpin soll kein
Naturheilmittel sein, sondern
„eine limo, die gut schmeckt“.
Auf verschlungenen wegen wurde Enzo von der idee zum Ge-
tränk. Drei Jahre lang tüftelte
trausner an der rezeptur.
Über einen regionalen obstlieferanten kam er auf die idee,
Enzian zu verwerten. „wir haben
alles Mögliche damit probiert,
weil es zu bitter ist, hat aber
nichts funktioniert. Dann sind wir
auf die idee mit der limonade gekommen“, sagt trausner. Dabei
handelt es sich um einen heiklen
rohstoff: „Enzian darf nicht jeder
ernten“, erzählt trausner. „wir
beziehen ihn aber von einem privatgrundstück und nehmen nur
das heraus, was wir wieder anbauen können.“ Verwertet wird nur
die Enzianwurzel.
Regional abgefüllt
Nachdem erste tests mit Enziansirup vielversprechend verliefen,
fand er mit der Murauer Brauerei
einen regionalen Abfüller. Die
ersten wochen verliefen besser
als erwartet. Mittlerweile neigt
sich bereits die zweite 12.000-Flaschen-charge dem Ende zu. „Mit
50.000 verkauften Flaschen funktioniert das produkt aber auch
nicht, da gehört mindestens noch
ein Nuller dazu.“ 500.000 Flaschen sind ein erstes Zwischenziel für die kommenden Jahre. „Ab
da zahlt es sich aus, da ist der kritische punkt überschritten“, sagt
trausner. langfristig erhofft er
sich freilich mehr. Doch auch,
wenn das nicht gelingen sollte, ist
er mit trausners Genusswerkstatt
solide aufgestellt. Seit 2001 führt
er die Manufaktur, mit drei bis
vier Mitarbeitern stellt trausner
Konfitüren und Fruchtgelee her
und setzt jährlich etwa 350.000 €
um.
[mana]
salzburg@wirtschaftsblatt.at
beigestellt
Knapp 24.000 Flaschen der Enzian-Limonade wurden verkauft.
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Mittwoch, 8. April 2015
Familienunternehmen
EXPERTENTIPP
GOVERNANCE
„Im Aufsichtsrat
Aufsicht ist
besser als
Nachsicht
Familienunternehmen zeichnen
sich durch langfristiges Denken,
ausgeprägte identifikation und
tradition aus. Neben diesen Vorteilen sind aber auch familieninterne Konflikte möglich, die in
das Unternehmen hineingetragen werden oder aufgrund der
Nachfolgeplanung entstehen.
Aus diesen Gründen ist Governance bei Familienunternehmen
von besonderer Bedeutung. Dies
bezieht sich nicht nur auf das
Unternehmen, sondern auch auf
die Belange der inhaber selbst.
in der praxis ist es dabei sinnvoll, festgelegte regeln in einer
Art Familienverfassung niederzuschreiben. Neben den formalen Ausprägungen spielen auch
informelle Governance-instrumente eine große rolle: Manche
Familien veranstalten halbjährliche treffen, wo über die Unternehmensentwicklung gesprochen wird. Das stärkt den Zusammenhalt der Familienmitglieder und dient als Ventil für
mögliche Konflikte.
Vorteile erkannt. Ein Ventil für
familieninterne Spannungen
kann auch der Aufsichtsrat eines
Unternehmens sein. obwohl die
meisten Familienunternehmen
nicht gesetzlich zur Einrichtung
eines Kontrollgremiums verpflichtet sind, haben heute viele
Gesellschaften die Vorteile erkannt. Bei zunehmender Unternehmensgröße und komplexen
inhaberstrukturen leisten Aufsichtsräte einen wesentlichen
Beitrag in strategischen Fragestellungen. Sie fördern durch
ihre Expertise und Erfahrung die
unabhängige Meinungsbildung,
zeigen Entscheidungsalternativen auf, sorgen für transparenten
informationsfluss und unterstützen bei personalentscheidungen.
Eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist bei immer
komplexeren Unternehmens-
strukturen ohne außenstehende
Experten heute kaum mehr zu
bewältigen – eine Erkenntnis, die
sich auch bei Familienunternehmen immer mehr durchsetzt.
Der Aufsichtsrat des
Wiener Familienunter­
nehmens Rath AG versteht
sich nicht bloß als „Ab­
nickverein“. Die Familie
ist mit zwei Mitgliedern
vertreten, externes Know­
how wird geschätzt.
VOn marKuS StinGl
Neutrales Korrektiv. Die richtige
Mischung aus externen Fachleuten und Familienmitgliedern ist
entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Aufsichtsrats und
sollte sowohl die prinzipien
einer effektiv funktionierenden
corporate Governance als auch
die individuelle Familienprägung sicherstellen. Eine Dominanz der Eigentümer würde der
idee des unabhängigen Kontrollorgans widersprechen, auch
wenn diese in der praxis nach
wie vor zu erkennen ist. Dabei
können gerade externe Sichtweisen eingefahrene Strukturen
aufbrechen und neue Entwicklungen ermöglichen.
insbesondere bei Konflikten
wird die rolle des Aufsichtsrats
als unabhängiger Schlichter, Vermittler und neutrales Korrektiv
in der praxis immer öfter sichtbar. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sollten unabhängig
sein, aktiv und konstruktiv mitwirken und wie alle Beteiligten
interesse daran haben, dass sich
das Familienunternehmen positiv und nachhaltig entwickelt.
Das persönliche Engagement
eines jeden Mitglieds und die
dafür aufgewendete Zeit sind gerade bei Familienunternehmen
von nicht zu unterschätzender
Bedeutung. hier sind fokussierte
Fachleute gefragt, welche über
die Besonderheiten der Branche,
der inhaberfamilien und der Stakeholder genau Bescheid wissen.
KPMG
GErolD
StElZMÜllEr
Partner KPmG
U
m die internationalisierung voranzutreiben, entschied sich der
Feuerfestproduktehersteller rath
1989 für einen Börsengang. Kein
alltäglicher Schritt für ein Familienunternehmen, bringt der Börsengang doch die Notwendigkeit
mit sich, das Unternehmen für
Außenstehende zu öffnen und
transparenter zu machen.
Eine weitere aktienrechtliche
Notwendigkeit ist die installierung eines Aufsichtsrates. in diesem Gremium sitzt seit 2013 auch
roula Millauer als Vorsitzende
des prüfungsausschusses. Die
selbstständige Unternehmensberaterin kann auf zehn Jahre
rath-Vergangenheit zurückblicken: Bis 1999 leitete sie die Abteilung Finanz und rechnungswesen. „Ein Grund, warum ich
mich für die Aufgabe im Aufsichtsrat entschieden habe, war,
dass ich mich dem Unternehmen
immer noch verbunden fühle“,
sagt Millauer im Gespräch mit
dem wirtschaftsBlatt.
Entsprechend wusste sie auch
über die Gepflogenheiten im
Der Aufsichtsrat der Rath AG (v. l.):
Philipp Rath (Vorsitzender­Stv.)
Unternehmen Bescheid. „Ungeachtet der Börsennotierung spielen tradition und soziale Verantwortung eine große rolle, und ein
respektvoller Umgang miteinander. im Aufsichtsrat sind wir ein
ausgewogenes Gremium, wir sind
alle gleichberechtigte partner und
jeder bringt sich ein“, erläutert
Millauer.
Sechs Mitglieder hat der rathAufsichtsrat, Vorsitzender ist der
Evva-chef Stefan Ehrlich-Adám.
Zwei rath-Familienmitglieder sitzen ebenfalls im Gremium, paul
und philipp rath. „Vorschläge
von den externen Aufsichtsratsmitgliedern werden durch die
Familie nicht abgeschwächt“,
konstatiert Millauer. Es gebe keinen patriarchen, der, egal was das
Management sagt, entscheidet.
Die Mischung machts
Das war auch eine Voraussetzung
für Millauer, um ihre Mitarbeit
anzubieten. „ich bin ein zahlengetriebener, detailverliebter
Mensch und lasse mich nicht verbiegen.“ Die Mischung aus dem
internen und dem externen Blick
im Aufsichtsrat sei sehr wichtig.
„Das Eingehen auf das unter-
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Familienunternehmen
| 15
sind alle gleichberechtigt“
Beigestellt (3)
Paul Rath, Dieter Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Ehrlich-Adám, Roula Millauer, Vorsitzende des Prüfungsausschusses,
und Christian B. Maier. Das Familienunternehmen erzeugt in fünfter Generation an sieben Produktionsstandorten feuerfeste Produkte.
schiedliche Know-how, das die
Gremiumsmitglieder mitbringen,
wird gelebt.“ rath habe sich
durch den Börsengang auch entsprechend weiterentwickelt. „Die
Familie ist mit dieser neuen Situation gewachsen.“
laut Millauer, die vor ihrer
Selbstständigkeit Vorstandsvorsitzende der chemson polymerAdditive AG war, haben sich die
Anforderungen an Aufsichtsräte,
vor allem in Familienunternehmen, drastisch geändert. „Es hat
eine professionalisierung stattgefunden. Der Aufsichtsrat ist nicht
mehr nur mit Freunden der Familie besetzt.“ Aufsichtsrat sei kein
Ehrenamt, das man nebenbei machen sollte. „Nur einmal im Quartal über die Berichte drüberzuschauen, das geht nicht mehr. Entweder man nimmt es ernst oder
man lässt es.“
Sparringspartner sein
Der rath-Aufsichtsrat verstehe
sich als „Sparringspartner“ für
den Vorstand, der bei rath aus
zwei externen Managern besteht.
Man setze sich umfassend mit allen teilbereichen des Unternehmens auseinander und sei in alle
Aufsichtsrat ist kein
Ehrenamt, das man
nebenbei macht.
ROULA MILLAUER
AUFSICHTSRAT
RATH AG
Tonwarenfabrik in Krummnußbaum, Niederösterreich, anno 1910 –
auch heute produziert Rath noch an diesem Standort.
grundlegenden Entscheidungen
eingebunden. „Als Aufsichtsrat
sollte man kein Abnickverein
sein“, sagt Millauer. Um die Vergütung gehe es ihr im Übrigen
nicht – die sei überschaubar –,
sondern „um die Aufgabe selbst“.
Der autor des artikels erreichen Sie
unter markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
Die Serie „Familienbetriebe“
wird von der WirtschaftsBlatt-Redaktion in völliger Unabhängigkeit
inhaltlich gestaltet und erscheint in
Kooperation mit KPMG.
n
FAKTEN
n Gründung 1891 Kauf der
Porzellanfabrik Johann Poduschka
in Krummnußbaum durch August
Rath sen. und Gründung der Chamottewaren- und Thonöfenfabrik
von August Rath jun.
n International und Börse In
den 1980er-Jahren wagte man die
ersten Schritte ins Ausland. 1989
ging Rath an die Wiener Börse und
gründete die Rath Inc. in Delaware
in den USA.
n Knapp 80 Prozent der Aktienanteile werden von der Familie
Rath gehalten, fünf Prozent von
Pioneer Investments Austria, der
Rest ist im Streubesitz. Neben
Krummnußbaum produziert Rath
Feuerleichtsteine, Vakuumformteile oder Hochtemperaturwolle in
Ungarn, Deutschland und den USA.
2014 setzte die Rath-Gruppe laut
vorläufigen Zahlen mit rund 550
Mitarbeitern annähernd 78 Millionen € um.
16 |
FOKUS
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
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Mittwoch, 8. April 2015
FOKUS IT & OFFICE MANAGEMENT
colourbox.de
Cloud Computing – Vorteile,
Bedrohungen, Schutzmaßnahmen
Die Ausführung von Programmen und das Speichern von Daten bei einem externen IT-Dienstleister setzen sich allmählich durch. Trotzdem hegen manche Unternehmen Zweifel daran.
VON CHRISTIAN LENOBLE
W
ird die computersoftware bei
einem externen
it-Dienstleister
betrieben und vom Kunden, zumeist via webbrowser, als Ser-
vice genutzt, spricht man von
Software as a Service, kurz SaaS.
wie wichtig das SaaS-Modell für
den Erfolg eines Unternehmens
sein kann, zeigt eine aktuelle Expertenumfrage des Frankfurter
it- und web-Experten Diomega
anlässlich der diesjährigen ceBit-Messe (Global Event for Digital Business). So meinten mehr
als zwei Drittel der befragten
Fachleute, dass Firmen, die mit-
telfristig nicht auf SaaS setzen,
einen entscheidenden wettbewerbsvorteil verpassen. „SaaS
hat sich von einer technologie
mit Zukunft seit längerem zu
einem bedeutenden wachstums-
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
markt entwickelt. immer mehr
Geschäftsfelder und Anwendungen werden hierfür interessant“,
erläutert Diomega-Geschäftsführer Dominique Bös.
Auf Wolke sieben
ob SaaS, paaS (platform as a Service) oder iaaS (infrastructure as
a Service), die Servicemodelle
des cloud computings sind im
Vormarsch. Die idee dahinter,
die Ausführung von programmen oder das Speichern von
Start-ups sind mit
komplexer IT-Infrastruktur konfrontiert.
HERKE PLANTENGA
GESCHÄFTSFÜHRER
LEASEWEB
Leaseweb
nelle cloud-Anbieter für Systemüberwachung, wartungskosten,
Updates, Serverbetrieb, Kühlung
usw. verantwortlich zeichnet.
Synergieeffekte ergeben sich zudem, wenn es um die Abdeckung
von it-Spitzenleistungen geht.
„Die Dienste sind zumeist stufenlos erweiterbar. wird saisonal
oder aus anderen Gründen plötzlich mehr rechenleistung erforderlich, so sind Kapazitäten problemlos vergrößerbar, ohne dass
Stufenfixkosten anfallen, wie es
beim Ankauf eigener rechner
der Fall wäre“, rechnet man in
der wirtschaftskammer Österreich vor. Kein wunder, dass immer mehr Start-ups damit spekulieren, ihre it-infrastruktur an
externe Dienstleister auszugliedern, um sich vermehrt auf ihr
Kerngeschäft konzentrieren zu
können. „in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung der
wirtschaft sind Start-ups mit
einem zunehmenden Bedarf an
Speicherplatz und mit immer
komplexer werdender it-infrastruktur konfrontiert“, bringt es
herke plantenga, Geschäftsführer des hostinganbeiters leaseweb, auf den punkt und plädiert
dafür, dass „Gründer von Anfang
an direkt auf externe Anbieter
vertrauen“.
Gewitterwolken
Daten in ein entferntes rechenzentrum – metaphorisch die
wolke genannt – zu verlagern,
hat längst begonnen, in der wirtschaftswelt zu greifen. Die Vorteile, Anwendungen und rechnerleistungen auf Server im
internet zu legen, sind offensichtlich – vor allem für kleinere
und mittlere Unternehmen
(KMU), die so einen günstigen,
flexiblen und einfachen weg erhalten, ihre it-Services zu betreiben, während der professio-
So offensichtlich die Vorteile der
cloud sein mögen, so umstritten
ist das thema, wenn es um Fragen der Datensicherheit und des
Datenschutzes geht. Gerade
durch ihre Exponiertheit im
internet sind cloud-Services
multiplen Gefahren ausgesetzt.
Die schnelle und einfache Verfügbarkeit neuer ressourcen mit
sehr guter Netzanbindung bringt
etwa Angreifer auf den plan,
Schadsoftware zu hosten. Der
simple Anmeldeprozess, auf den
cloud-Anbieter im Sinne der
Kundenfreundlichkeit setzen,
wird zum Bumerang, wenn die
Zugangsdaten des Kunden geknackt werden – Angriffe, die
nicht immer von außen kommen
müssen, wie der Begriff des „böswilligen insiders“, also eines
Mitarbeiters des cloud-Anbieters, suggeriert. programmierschnittstellen, die von den Anwendern zur Steuerung und Konfiguration der cloud-Services
verwendet werden können, mutieren bei unrechtmäßigen Zugriffen auf Kundendaten zu
Schwachstellen. Ein anderes problem: werden ressourcen von
allen Anwendern der cloud-Services gemeinsam verwendet,
können sich Schwierigkeiten bei
der trennung der Nutzerdaten
ergeben. Ebenso kann es durch
technische probleme beim
cloud-provider zu Datenverlusten kommen. wie sehr die Skepsis an der cloud gerade bei hoch-
FOKUS
| 17
sensiblen Daten noch ausgeprägt
ist, zeigt anschaulich das Beispiel
der Österreichischen Bundesbahnen.
während man bei den ÖBB der
cloud unter anderem für eine interne car-Sharing-plattform vertraut, steht in Bereichen der
bahnnahen it, der Zug- und Signalsteuerung, cloud computing
nicht zur Diskussion. „wir wollen die ursächlichen it-Systeme
zum Bahnfahren weiterhin mit
internen ressourcen und internem Know-how abdecken“, will
Konzern-cio peter lenz in Fragen der informationssicherheit
die Kontrolle im Unternehmen
belassen. „Unsere Kunden fahren
in den ÖBB-Zügen, weil sie sicher von A nach B kommen
möchten. Das ist für uns die
oberste prämisse. wir bieten
überaus zuverlässige Services an
ANZEIGE
18 |
FOKUS
– und das möchten wir auch in
Zukunft 100-prozentig sicherstellen.“
Sterne am Wolkenhimmel
„cloud ja, aber …“ heißt es demnach bei vielen Unternehmen,
die der it-Auslagerung grundsätzlich positiv gegenüberstehen, in Sachen Sicherheit aber
noch probleme sehen. Dabei gibt
es einige Möglichkeiten, sich vor
den potenziellen Bedrohungen
zu schützen; zunächst, indem der
Anwender bei der Datenerzeugung seine Daten nach Schutzbedarf klassifiziert und somit
vorab bestimmt, welche Daten
wie gespeichert und übertragen
werden dürfen. Der transfer
selbst sollte nur über verschlüsselte Kanäle vonstattengehen.
Selbstverständlich müssen nicht
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
nur die Daten selbst, sondern
auch die Zugangsdaten für
cloud-Dienste und eigene Anwendungen geschützt werden.
Selbiges gilt für das Archivieren
der Daten.
Nicht zuletzt spielt die Auswahl des richtigen cloud-Anbieters eine Schlüsselrolle. Eine hilfestellung bietet dabei die Entwicklung von prüfstandards für
cloud-Services. So steht seit
Jüngstem etwa ein Zertifizierungssystem der unabhängigen
Non-profit-organisation Eurocloud Europe zur Verfügung, das
von cloud-Dienstleistern, Anwendern und regierungsorganisationen weitgehend akzeptiert
wird. „Beim EcSA Eurocloud
Star Audit steht nicht nur das
Managementsystem im Fokus
des Audits, sondern das cloud-
Wir decken die ITSysteme zum Bahnfahren weiterhin
intern ab.
PETER LENZ
CIO ÖBB
ÖBB / Marek Knopp
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Service selbst wird zusammen
mit seinem Umfeld geprüft“, erläutert tobias höllwarth, Vorstand der Eurocloud Austria. Erfasst werden dabei die Kategorien Sicherheit und Datenschutz,
Betrieb und infrastruktur des rechenzentrums oder Vertragsgestaltung ebenso wie die Kriterien der implementierung und
Schulung oder der landesspezifischen Gesetzgebungen des providers.
„Das Konzept dabei ist, die
Qualität mit punkten zu versehen und Gütestufen, respektive ein bis fünf Sterne, zu erreichen. Daher der Name Star Audit“, so höllwarth. wie bei hotels sollen Anwender künftig
zwischen Ein-Stern- und FünfStern-Services unterscheiden
und auswählen können.
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wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Unternehmen
| 19
NEU IM GESCHÄFT
LG SALZBURG
DAXNER Zelte GmbH, Ringofenstraße 4, 5111 Bürmoos, FN
430994s. GF+GS: Christian
Stampfer, Andreas Stampfer.
RKMM Investment GmbH, Bundesstraße 9, 5081 Anif, FN
430708w. GF+GS: Ernst Maximilian Graf von Moy. GS: Dr. Raimund König.
Loogo Bau Einzelunternehmen,
Vogelweiderstraße 54, 5020 Salzburg, FN 430939i. Inh.: Fatlume
Mehmeti.
Böckl & Dietz GmbH, Ernst-Sompek-Straße 12, 5020 Salzburg, FN
430452v. GF: Benno Eugen Böckl.
GF+GS: Dipl.-Kfm.Hermann Eberhard Dietz. GS: Dr. Michaela Böckl.
MSW Entwicklungs- und Vertriebs GmbH, Wimm 9, 5201 Seekirchen am Wallersee, FN
430853h. GF+GS: Thomas Mösl.
REAL ESTATE MD LTD Zweigniederlassung Österreich, Loferer
Bundesstraße 25/26, 5700 Zell am
See, FN 430787k. GF: Nada Kuzmanovic, Miso Kuzmanovic.
Gruber - Forster KMU-PARTNER
Wirtschaftsprüfung GmbH, Rainbergstraße 3a, 5020 Salzburg, FN
430635m GF+GS: Dr. Franz Forster, Willibald Gruber.
Verlag Souvenir Einzelunternehmen, Moos 6, 5431 Kuchl, FN
430664f. Inh.: Margareta Springl.
Timeless Einzelunternehmen,
Priesterhausgasse 2, 5020 Salzburg, FN 430959p. Inh.: Damir
Dervisagic.
Werbezeit Einzelunternehmen,
Kahlspergweg 29, 5400 Hallein,
FN 430738p. Inh.: Bernhard Moser.
Gastro Trikala GmbH, Neutorstraße 34, 5020 Salzburg, FN
430783f. GF: Dimitrios Stamoulis.
GS: Konstantinos Angelou.
Fiets Fahrrad Fachwerkstatt Einzelunternehmen, Moosstraße
100, 5020 Salzburg, FN 430008s.
Inh.: DI Bartholomeus Zonderland.
mewok gmbh, Ziegelofengasse
19, 5500 Bischofshofen, FN
430932z. GF+GS: Marzella Kreuzberger, DI Peter Kreuzberger.
Mobiler Hochzeitsservice - Aphrodite
Einzelunternehmen,
Markt 144, 5440 Golling an der
Salzach, FN 430832b. Inh.: Nedeljko Lazarevic.
Salzburger Immobilien Einzelunternehmen, Am Almbach 1,
5400 Hallein, FN 430869g. Inh.:
Bianca Moser.
Zija Austria GmbH, Lacknerweg
5, 5400 Hallein, FN 430933a.
GF+GS: Dr. Walter Antosch, Gabriele Bösl, Gerald Mandl.
EG Immobilien GmbH, Klausgasse 49, 5730 Mittersill, FN
430784g. GF: Georg Egger. GS:
Egger Bau GmbH.
Avenida Panorama Suites GmbH
& Co KG, Mühlfeldstraße 2, 5710
Kaprun, FN 430634k. GS: Avenida
Mountainlodges GmbH. KOMM:
Alpin Rentals GmbH.
GLOBAL Obst und Gemüse Logistik GmbH, Innsbrucker Bundesstraße 126, 5020 Salzburg, FN
429780f. GF+GS: Arne Friedrich
Müller.
hilarion 5 IT Solutions Gesellschaft mbH, Schneiderweg 2,
5165 Berndorf bei Salzburg, FN
430451t. GF+GS: Daniel Kreiseder,
DI (FH) Alexander Peinsipp.
Malermeister Wieland Gesellschaft mbH, St.Martin 47, 5582
St.Michael im Lungau, FN
430642y. GF+GS: Ulrich Wieland.
GS: Erwin Wieland.
Backhaus Leimüller KG, Marktplatz 7, 5204 Straßwalchen, FN
430450s. GS: Franz Leimüller.
KOMM: Monika Leimüller.
SAPEG - Salzburger Projektentwicklungsgesellschaf t m.b.H.,
Joseph-Messner-Straße 8-14,
5020 Salzburg, FN 429993v.
GF+GS: KommR Franz Stiller. GF:
DI Christian Struber. GS: Leo Hohla, Verein Hilfswerk Salzburg,
Stiller & Hohla Immobilientreuhänder GmbH.
Stöckl am Bach OG, Geiernestgassl 6, 5741 Neukirchen am
Großvenediger, FN 430157i. GS:
Steven Edmund Jan Cornelis Ploem, Elisabeth Margaretha Corine
Patricia, Sulsters, Henrica Eleonora Winnifred Isabelle, Sulsters,
Rutger David Janssen.
Kost Salzburg gemeinnützige Gesellschaft mbH, Alter Markt 9,
5020 Salzburg, FN 430400t.
GF+GS: Mag. Renate Kitzmantel.
GS: Hubert Pölzl.
PLUVIS Produktion & Handel
GmbH, Berchtesgadenerstraße
22, 5020 Salzburg, FN 430228p.
GF+GS: Kilian Becker. GS: Mag.
Hermann Wolfgang Becker.
B & P Projektentwicklungs
GmbH, Steinfeldweg 6, 5340
St.Gilgen, FN 430321a. GF+GS:
Günter Bernhard.
G & R Bau KG, Praschweg 4/5,
5400 Hallein, FN 430323d. GS:
Dragan Gudelj. KOMM: Jozo Rados.
Maier Gesellschaft mbH, Tobersbachstraße 95, 5723 Uttendorf im
Pinzgau, FN 430229s. GF+GS: Gerhard Maier.
wohn3 Management GmbH & Co
KG, Bruckerfeldweg 2, 5071 Wals
bei Salzburg, FN 430401v. GS:
wohn3 Management GmbH.
KOMM: Andreas Dietmann-Jucknieschke.
HVW Immobilien Gesellschaft
mit beschränkter Haftung,
Kramlehenweg 21, 5023 SalzburgGnigl, FN 430152b. GF+GS: Dr.
Heinrich Wienerroither.
ISE Verlag und Seminare Einzelunternehmen, Huttich 2, 5201
Seekirchen am Wallersee, FN
430345k. Inh.: Andrea Gfrerer.
Lampenlux Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Pfongau
West Nr.1, 5202 Neumarkt am
Wallersee, FN 430327i. GF+GS:
Ing. Harald Tributsch. GS: Pamela
Tributsch.
Youngmedia Gesellschaft mbH,
Schloß Glanegg 2, 5082 Grödig,
FN 429853m. GF+GS: Stefan Alois
Egger, Tina Silvia Meißner, Maximilian Tosch.
Abfalllogistik Fötschl OG, Stranach 32/1, 5585 Unternberg, FN
430223g. GS: Christoph Fötschl,
Johann Fötschl.
dhyana - fitness OG, NonntalerHauptstraße 61, 5020 Salzburg,
FN 430109p. GS: Patrick Pascher,
Martin Schraffl.
Hilfswerk Salzburg Wohnen & Infrastruktur GmbH, Kleßheimer
Allee 45, 5020 Salzburg, FN
429779d. GF: Mag. Hermann
Franz Hagleitner MBA, Mag. Daniela Gutschi. GS:HILFSWERK
Salzburg.
Kammerstetter & Partner
Steuerberatung Gesellschaft
mbH, Innsbrucker Bundesstraße
140, 5020 Salzburg, FN 430156h.
GF+GS: Mag. Regina Kammerstetter, Mag. Nicole Schwaiger.
biogalerie Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Glaneckerweg 1/11, 5400 Hallein, FN
429703t. GF+GS: Gerold Staudinger. GS: Atofors AG.
Alpen-Holzbau OG, Alpfahrt 4,
5500 Bischofshofen, FN 430522x
GS: Andreas Schartner, Markus
Toferer.
Platzl Zwei Gesellschaft mbH,
Platzl 2, 5020 Salzburg, FN
430071h. GF+GS: Dr. Klaus Moser,
Mag. Inge Jungbauer. GS: Mathias
Klammer, BA.
Europa Sportregion-Shuttle Einzelunternehmen, Tauernspastraße 1b, 5710 Kaprun, FN 430233x.
Inh.: Alexander Erlmoser.
Lufthansa Leasing Austria GmbH
& Co.OG Nr.29, Ernest-Thun-Straße 11a, 5020 Salzburg, FN
429915d. GS: Deutsche Lufthansa
Aktiengesellschaft, Lufthansa Asset Management GmbH, Lufthansa Leasing Austria.
Extensor Gesellschaft mbH,
Hauptstraße 38/3, 5302 Henndorf
am Wallersee, FN 430782d.
GF+GS: Daniela Macek.
REWI GmbH, Stampfl 25, 5570
Mauterndorf im Lungau, FN
430230t. GF+GS: Mag. Alfred
Ressler, Robert Wieland.
H2M Consult Einzelunternehmen, Leopold-Ziller Straße 2,
5340 St.Gilgen, FN 430222f. Inh.:
Michael Hantinger,B.A.
Manufaktur2 OG, Neue Heimat
Straße 35, 5082 Grödig, FN
430070g. GS: Susanna Kirchgasser, Harald Kruselburger.
Lufthansa Leasing Austria GmbH
& Co.OG Nr.30, Ernest-Thun-Straße 11a, 5020 Salzburg, FN
429914b. GS: Deutsche Lufthansa
Aktiengesellschaft, Lufthansa Asset Management GmbH, Lufthansa Leasing Austria.
Salzburger Brezen GmbH, Universitätsplatz - Grünmarkt, 5020
Salzburg, FN 428640d. GF+GS:
Alexander Reisinger. Prok.: Martin
Padinger, Markus Jandl.
Helmut Moßhammer Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Dorfplatz 2, 5162 Obertrum
am See, FN 429987i. GF+GS: Helmut Moßhammer.
Sportfex GmbH, Murtalstraße
641, 5582 St.Michael im Lungau,
FN 429916f. GF+GS: Harald Sagmeister, Claudia Zitz.
Stean Gesellschaft mit beschränkter Haftung, AlexanderMoser-Allee 8a, 5630 Bad Hofgastein, FN 430072i. GF+GS: Sebastiano Stefano Scimemi.
Erdbau Kraft Gesellschaft mbH,
Leitenhaus 29a, 5524 Annaberg,
FN 429912z. GF+GS: Albert Kraft.
GS: Martin Kraft.
L & M KFZ-Service OG, Alpenstraße 2, 5081 Anif, FN 429868i. GS:
Martin Meniuk, Christoph Leberbauer.
PSconsult Steuerberatung GmbH
& Co KG, Innsbrucker Bundesstraße 126, 5020 Salzburg, FN
429994w. GS: PSconsult Steuerberatung GmbH. KOMM: Mag. Stefan Farnleitner, MMag. Patrick
Vilsecker.
Walk Kegelspalter Einzelunternehmen, Hans Kappacherstraße
23, 5600 St.Johann im Pongau, FN
428525i. Inh.: Helene Walk.
Duxer Alm Bauträger Gesellschaft mbH, Hochkrimml 129,
5743 Krimml, FN 429846b. GF:
Helmut Josef Berger. GF: Werner
Friedrich Lingenfelder. GS: Bergland Beteiligungs GmbH.
Duxer Alm Bauträger Gesellschaft mbH & Co.KG, Hochkrimml
129, 5743 Krimml, FN 429845a.
KOMM: Bergland Beteiligungs
GmbH. GS: Duxer Alm Bauträger
GmbH.
E R Ö F F N E T E I N S O LV E N Z E N
LG SALZBURG
hylab Gesellschaft mbH, Messingstraße 32, 5323 Ebenau,
FN317110p. MV: Dr. Edwin Demoser, 5020 Salzburg. (K)
Johann Brandstätter Hausbetreuung, Moosstraße 101b, 5020
Salzburg, Einzelfirma. MV: Dr.
Christian Schubeck, 5020 Salzburg.
(K)
Franz Eder Malerei, Achenweg 10
d, 5760 Saalfelden, Einzelfirma.
MV: Dr. Tobias Mitterauer, 5020
Salzburg.
(K)
Miodrag Paunkovic Kleintransport und Handel mit Autoersatzteilen, Sterneckstraße 53/1, 5020
Salzburg, Einzelfirma. MV: Dr.
Christian Schubeck, 5020 Salzburg.
(K)
Sbg XL Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mbH, Dr.Hans-Lechner-Straße 6, 5071
Wals, FN410825f. MV: Dr. Christian Schubeck, 5020 Salzburg. (K)
Anton Erlbacher Betreiber eines
EDV-Betriebes, Böcksteiner Bundesstraße 3, 5640 Bad Gastein,
Einzelfirma. MV: Dr. Wolfgang
Hochsteger, 5400 Hallein.
(K)
Strobl Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gewerbestraße 8, 5102 Anthering,
FN67381s. MV: Dr. Christian
Schubeck, 5020 Salzburg.
(K)
Salzburg-Homes Immobilien Gesellschaft mbH, Maxglaner
Hauptstraße 35, 5020 Salzburg,
FN371848k. MV: Dr. Georg Zimmer, 5020 Salzburg.
(K)
(K) = Konkurs, (SV) = Sanie­
rungsverfahren, (SVE) = Sa­
nierungsverfahren mit Eigen­
verwaltung. Forderungen kön­
nen u.a. beim Kreditschutzver­
band, 1120 Wien, Wagenseil­
gasse 7, angemeldet werden.
Tel: 050 1870­1000, Fax: 050
1870­99 1000; www.ksv.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
20 |
FORUM
ONLINE-UMFRAGE
Welche Burn-outPrävention gibt
es in Ihrem
Unternehmen?
13
8
%
6
4
69
n = 272 Stimmen; WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Kurs zu Stressumgang 4 %
Zusammenarbeit prüfen 6 %
Sportangebot
8%
Belastungs-Checks
13 %
Keine
69 %
Bei 69 Prozent von
272 Lesern gibt es keine
Burn-out-Vorbeugung.
iMprESSUM
Medieneigentümer, Herausgeber und
Verleger: WirtschaftsBlatt Medien GmbH,
Anschrift: Hainburger Straße 33,
1030 Wien, Telefon: 01/60 117-0
Redaktion: DW 164, Fax 259
Vorsitzender der Geschäftsführung:
Dr. Rudolf Schwarz
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger
Chefredakteure: Eva Komarek, Gerhard
Hofer
Redaktionsleitung Regionalausgaben:
Markus Stingl, DW 164,
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363, regionalverkauf.salzburg@
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sind vorbehalten. Gerichtsstand ist Wien.
Diskutieren Sie mit:
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Die Gemeinden sind gut,
aber noch nicht gut genug
D
as wirtschaften ist nicht unbedingt die große Stärke der
öffentlichen hand. wer daran zweifelt, dass dieses Urteil
mehr als nur ein Körnchen wahrheit enthält, möge nur an
das Budgetdefizit des Bundes oder die wirtschaftskompetenz so
mancher politiker denken, um seine Meinung zu revidieren.
Auf die Salzburger Gemeinden trifft diese Einschätzung aller­
dings nicht zu. Die meisten der 119 Kommunen haben die lang
anhaltende Konjunkturflaute, aber auch die turbulenzen, die der
Finanzskandal des landes ausgelöst hat, nahezu ohne Schaden
überstanden. wenn es um die wirtschaftlichkeit geht, liegen sie
verglichen mit den anderen österreichischen Bundesländern im
Spitzenfeld.
Salzburgs Gemeinden weisen pro Kopf die größte Finanzkraft,
den höchsten rücklagenstand und die zweitniedrigste Verschuldung
nach tirol auf. im Gegensatz zum Bund und zu den ländern kann
man ihnen auch keine überbordende Bürokratie vorwerfen: Nur 15
prozent des personals sind in der Verwaltung tätig, der rest arbeitet
in den gemeindeeigenen Kindergärten, Krabbelstuben, Senioren­
heimen und Bauhöfen.
t
rotz dieser erfreulichen Zahlen gibt es aber noch beträcht­
liches Einsparungspotenzial. Auch wenn es in manchen
Fällen durchaus sinnvoll wäre, müsste man gar nicht so weit
gehen wie in der Steiermark und Gemeinden zwangsweise zusam­
menlegen. Es würde schon viel bringen, mehr als bisher gemeinde­
übergreifend zusammenzuarbeiten.
Ein Abgehen vom Kirchturmdenken bietet sich vor allem für
Serviceeinrichtungen und große infrastrukturprojekte an. Senioren­
heime für mehrere Gemeinden sind durchaus üblich. Es gibt auch
bereits einige gemeinsame recyclinghöfe. Die Bürgermeister sollten
sich aber auch fragen, ob es tatsächlich in jedem kleinen ort ein
tourismusbüro oder ein komplett ausgestattetes Feuerwehr­
haus geben muss. Mit diesen unpopulären themen wer­
den sie keine wählerstimmen gewinnen. Sie könnten aber
dazu beitragen, den finanziellen Spielraum ihrer Gemein­
den zu erweitern. Davon würde nicht nur die regionale
wirtschaft, sondern auch die Bevölkerung profitieren.
hElMUt MilliNGEr
salzburg@wirtschaftsblatt.at
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Forum
| 21
ZITAT
Wir werden kräftig investieren. Die Akademie wird
ein Gastro-Zentrum, das sich sehen lassen kann.
AlBErt EBNEr Der WKS-Tourismussparten-Obmann über die neue Tourismusakademie in Bischofshofen
WKS Neumayr
ANGESPITZT
Illustration: Michael Riedler
WIRTSCHAFTSBLATT REGIONAL IHR TEAM
Markus Stingl [mast]
Leitet das Regionalressort im
WirtschaftsBlatt. Schreibt über
relevante Themen für KMU.
Wolfgang Drucker [drw]
Der WirtschaftsBlatt-Redakteur
berichtet über IT-Themen und
Unternehmen.
Alexander Pfeffer [pepe]
Der Redakteur leitet das Ressort
Business-Talk in allen WirtschaftsBlatt-Publikationen.
markus.stingl@wirtschaftsblatt.at
wolfgang.drucker@wirtschaftsblatt.at
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
Helmut Millinger [mill]
Der Journalist berichtet über
alle wirtschaftlichen Themen
in Salzburg-Stadt und -Land.
Claudia Peintner [clp]
Die Redakteurin berichtet über
Branchenthemen in den
Bundesländern.
Matthias Nagl [mana]
Der Journalist schreibt über
Immobilien sowie Klein- und
Mittelbetriebe aus der Region.
salzburg@wirtschaftsblatt.at
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
salzburg@wirtschaftsblatt.at
Martina Madner [mad]
Die Arbeitsmarktexpertin
schreibt über Bildung,
Landespolitik und KMU.
Daniela Müller [dam]
Die Journalistin berichtet
über kleine und mittelgroße
Unternehmen in Salzburg.
ANZEIGENKONTAKT:
Karl Schmid ist Ihr Ansprechpartner für Salzburg.
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
salzburg@wirtschaftsblatt.at
regionalverkauf.salzburg@wirtschaftsblatt.at, Telefon: 0676/871 970 363
REDAKTION salzburg@wirtschaftsblatt.at Telefon: 01/60 117-0, DW 164, Fax 259
22 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Branchenreport
BAU
Ausländische
Konkurrenz macht
Branche zu schaffen
Die Landesinnung Salzburg warnt: Trotz des wachsenden Bauvolumens habe die
Anzahl der Arbeitslosen stark zugelegt. Die Unternehmen geben dem Lohndumping
durch ausländische Fachkräfte die Schuld.
Von MeLanIe Manner
W
ir spüren
d
e
n
problema­
tischen
p re i sve r ­
fall deut­
lich“ – peter Kreuzberger von
Kreuzberger Bau Salzburg, einem
Unternehmen mit Schwerpunkt
in Baumeisterarbeiten in unter­
schiedlichen Einsatzbereichen,
plant in Folge einen Mitarbeiter­
abbau. 100 Mitarbeiter beschäf­
tigt das Unternehmen derzeit, et­
wa 15 Millionen € hat es im Vor­
jahr umgesetzt. heuer soll der
Umsatz um circa zehn prozent
schrumpfen. „Da kann man sich
dann ausrechnen, um wie viele
Mitarbeiter wir reduzieren müs­
sen.“ Ein teil des Umsatzrück­
gangs könne durch Eigenprojekte
ausgeglichen werden.
Mittelstand unter Druck
Vor allem der Mittelstand ist hart
getroffen. So wie Kreuzberger ha­
ben auch andere Bauunterneh­
men in Salzburg die Belegschaft
reduziert, teilweise um mehr als
die hälfte. Die meisten sind je­
doch nicht bereit, darüber öffent­
lich zu sprechen.
Zudem sinkt auch die Zahl der
KMU selbst. Die Mitgliederzah­
len der innung sprechen Bände:
Zwar wächst die Anzahl der Mit­
glieder – derzeit gibt es 1300 –, die
Neuzugänge sind aber großteils
Ein­personen­Unternehmen. Die
Zahl der Betriebe mit mehr als
20 Mitarbeitern ist hingegen
rückläufig.
Hohe Arbeitslosigkeit
Die landesinnung hat bereits am
Baugipfel in der Bauakademie
Salzburg Ende des Vorjahrs
Alarm wegen der Arbeitslosigkeit
am Bau geschlagen. Die Arbeits­
losenzahlen explodieren, obwohl
das Bauvolumen selbst sogar
wächst. „paradoxerweise sind
aber die Beschäftigtenzahlen
gleich geblieben“, sagt landesin­
nungsmeister Johann Jastrinsky,
chef der in Baumanagement und
Beratung tätigen Jastrinsky
Gmbh & co KG.
laut Statistik Austria stieg der
wert der abgesetzten produktion
(produkte oder leistungen, die in
rechnung gestellt wurden) im
Salzburger Baubereich von 2013
auf 2014, während er im österrei­
chischen Durchschnitt stabil blieb
(siehe Grafik). Zugleich gab es
aber im Sommer 2014 am Bau um
27 prozent und im heurigen März
sogar 28,3 prozent mehr Arbeits­
lose als im Vorjahr. Das ist im Ös­
terreich­Vergleich frappant: ins­
gesamt stieg die Zahl dort im
März nur um 14,3 prozent.
„Der widerspruch zwischen
Bauvolumen und Arbeitslosigkeit
erklärt sich dadurch, dass heimi­
sche Unternehmen bei der Auf­
tragsvergabe weniger zum Zug
kommen“, ist innungsmeister Jas­
trinsky überzeugt.
Kreuzberger sagt es noch deut­
licher: „Der Mitbewerb arbeitet
mit Einzelunternehmern aus ru­
mänien und der Slowakei zusam­
men, die preise von 15 bis 19 € pro
Stunde verlangen.“ Einem Salz­
burger professionisten müsse
man dagegen 40 € pro Stunde be­
zahlen. Bei einem solchen massi­
ven lohndumping könne man als
KMU einfach nicht mithalten.
Projekte verzögert
Der trend ist freilich nichts Neu­
es, verschärft werde die lage al­
lerdings dadurch, dass aufgrund
der wirtschaftslage größere Bau­
vorhaben von der politik verzö­
gert werden, glaubt Kreuzberger.
Die wachsende Arbeitslosigkeit
ist in der gesamten Bauwirtschaft
in Österreich ein trend. Mit einer
Zunahme von 15,4 prozent im Fe­
bruar liegt beispielsweise das
ZAHL
28,3%
mehr Arbeitslose
n Im März betrugen die Arbeitslosenzahlen für den Wirtschaftszweig Bau laut Statistik Austria in
Österreich 45.070 Personen, 14,3
Prozent mehr als im Vorjahr. Spitzenreiter bei den Zuwächsen sind
Salzburg (+28,3 Prozent auf 2273),
Wien (+17,8 Prozent auf 12.008)
und Tirol (+17,4 Prozent auf 3588).
1,7
Milliarden €
n Aufträge im Wert von 1,7
Milliarden € hatten Salzburgs Bauunternehmen 2013 gewonnen, ein
Minus von 14,7 Prozent gegenüber
dem Vorjahr. In Österreich beträgt
der Wert 27,5 Milliarden € bzw. -2,4
Prozent.
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
| 23
Branchenreport
Colourbox.de
Sowohl im
Winter als auch
zur Hochsaison
im Sommer
steigen in
Salzburg die
Arbeitslosenzahlen am Bau.
-5,3%
Abgesetzte Produktion
der Bauunternehmen 2014
Wien
Veränderung zu 2013, in %
-5 bis -2
-2 bis 0
0 bis 2
-2,3%
2 bis 5
Volumen 2014 in Mio. €
Niederösterreich
-0,3%
Anzahl der Betriebe
-0,9%
6295,3
5804
Oberösterreich
-0,2%
8667,9
5157
Österreich, gesamt
Burgenland
40.996,8
32.580
+2,8%
Vorarlberg
1977,8
1724
+4,1%
+2,2%
+0,4%
Tirol
3875,7
3478
Steiermark
Salzburg
5834,5
4567
2855,1
2580
-4,0%
Kärnten
2498,5
7947,2
5368
2516
WirtschaftsBlatt
Grafik/Cmund
Quelle: Statistik Austria, April 2015
1044,9
1386
24 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Branchenreport
Beigestellt (2), Johann Entmayr
Bei einem solchen massiven
Lohndumping können Kleinund Mittelbetriebe einfach nicht
mehr mithalten.
Der Widerspruch erklärt sich
daraus, dass heimische Unternehmen bei der Auftragsvergabe
weniger zum Zug kommen.
Wir müssen noch schneller
reagieren. Wer nicht innerhalb
von 48 Stunden auf Anfragen
reagiert, ist aus dem Rennen.
PETER KREUZBERGER
JOHANN JASTRINSKY
OTTO DUSWALD
KREUZBERGER BAU SALZBURG
LANDESINNUNGSMEISTER SALZBURG
OTTO DUSWALD KG
erfolgsverwöhnte Vorarlberg
nicht weit hinter Salzburg (siehe
Kasten Seite 22).
weshalb die Arbeitslosigkeit in
Salzburg jetzt besonders schlagend wird, darüber wird in der
Branche spekuliert. Möglich sei,
dass es in den vergangenen Jahren
eine ungewöhnlich hohe Beschäftigtenquote gegeben habe, sagt
Jastrinsky. Brancheninsider vermuten außerdem, dass auch die
Alpine-pleite und die nach und
nach beendeten projekte des Konzerns zur Zunahme der Arbeitslosenzahlen beigetragen haben
könnten.
Kurzfristiges Geschäft
immerhin: Baumeister otto Duswald – sein Unternehmen bietet
in lamprechtshausen mit 50 Mitarbeitern planung und Bauausführung an – bemerkt in den eigenen
Auftragsbüchern eine leichte Verbesserung gegenüber den wintermonaten. Bis Anfang März habe
er „gut überlegen müssen, wo ich
die Mitarbeiter einsetze, damit
wir nicht zur Arbeitslosenstatistik
beitragen“. Acht Millionen € hat
das Unternehmen im Vorjahr umgesetzt, eine leichte Steigerung
gegenüber 2013. Den Umsatz will
Duswald heuer halten.
Seine Strategie: „wir müssen
noch schneller auf Anfragen reagieren.“ Das Geschäft werde immer kurzfristiger, und wer nicht
schon innerhalb von 48 Stunden
auf Anfragen reagieren könne, sei
bereits aus dem rennen.
Außerdem konzentriert sich
Duswald auf das regionale Geschäft mit privaten häuslbauern
und setzt stark auf die eigene
Nachwuchsförderung, um die
Qualität der leistung aufrechtzu-
erhalten. Derzeit bildet das Unternehmen vier lehrlinge aus. „Vor
einem Jahr war die Nachfrage
nach einem lehrberuf eher verhalten“ – und bei denen, die sich
interessiert haben, sei die Qualität
fraglich gewesen. „Das hat sich
drastisch verändert“, sagt Duswald, der mittlerweile regelmäßig
Anfragen bekommt. in der tat ist
Salzburg das einzige Bundesland,
das die Zahl der neuen lehrlinge
zuletzt steigern konnte. Zwischen
oktober 2013 und September 2014
fingen insgesamt 108 neue lehrlinge zu lernen an, fünf mehr als
im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Gesamtanzahl von 316
lehrlingen sei aber immer noch
rückläufig, meldet die innung.
Hoffnung Wohnbau
positive impulse erwartet innungsmeister Jastrinsky von der
neu aufgestellten wohnbauförderung des landes und dem wech-
sel vom Fondsmodell zur Direktförderung. Zu den 2000 durch
die wohnbauförderung bereits
beschäftigten Menschen am Bau
sollen 100 weitere dazukommen.
Auch dass Großprojekte wie das
paracelsusbad in Salzburg-Stadt
um 54,4 Millionen € nach Verzögerungen jetzt doch startklar sind,
sei positiv zu werten.
Die autorin des artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
Pfusch am Bau. Schwarzarbeit steigt trotz
Gesetz gegen Lohn- und Sozialdumping
E
s sind 21,3 Milliarden € pro
Jahr, 8,1 prozent des Bruttoinlandsprodukts: „Schwarzarbeit verursacht einen riesengroßen Schaden“, sagt paul Grohmann von der Bundesinnung
Bauindustrie in der wirtschaftskammer Österreich. Am stärksten betroffen sind das Baugewerbe und handwerksbetriebe: Sie
verlieren rund 8,3 Milliarden €
pro Jahr an Schwarzarbeiter. Dabei seien es vor allem Billiganbieter aus dem Ausland, die die
Branche belasten. Am meisten
gepfuscht wird, so der linzer
Volkswirtschaftsprofessor Friedrich Schneider, in wien, gefolgt
von ober- und Niederösterreich.
Seit der ostöffnung des
Arbeitsmarktes 2011 gab es 11.350
lohn-und-Sozialdumping-Kontrollen, so die Zahlen der Bauarbeiterurlaubs- und Abfertigungskassa. Das Ergebnis: Nur bei
0,75 prozent der inländischen
Baufirmen kam es zu einer Anzei-
ge, bei den ausländischen war es
rund ein Viertel. Um diesem Gefälle vorzubeugen gibt es seit 2011
das lohn- und Sozialdumpinggesetz, in dem festgeschrieben ist,
dass leistungen ausländischer
Firmen, die in Österreich erfolgen, auch nach österreichischem
Gesetz geregelt sind.
Bis 31.12.2014 wurden laut
Sozialministerium 1044 Firmen
österreichweit wegen lohn-und
Sozialdumpings angezeigt.
Der Vollzug der
Strafe im Heimatland
findet oft nicht statt.
PAUL GROHMANN
WIRTSCHAFTSKAMMER
ÖSTERREICH
rechtskräftige Bescheide gab es
394, sie hatten insgesamt 4,2 Millionen € an Geldstrafen zur Folge.
3,2 Millionen € sind allerdings bei
ausländischen Firmen einzuheben. „in der praxis ist die Umsetzung des Gesetzes nicht einfach,
weil das Vollstreckungsrecht bei
den heimatstaaten liegt“, sagt
Grohmann. Mit der EU-Durchsetzungsrichtlinie zur Entsendung
von Arbeitskräften, die bis Mitte
2016 in Österreich umgesetzt werden muss, soll sich das laut Minister rudolf hundstorfer ändern.
Die wirtschaftskammer setzt
seit rund zehn Jahren Maßnahmen gegen den gewerblichen
pfusch: eine Baustellendatenbank für Auftraggeber oder die
verpflichtende Anmeldung von
Arbeitnehmern vor dem Arbeitsantritt und die Auftraggeberhaftung für Sozialversicherungsbeiträge.
[mad/tasp]
teresa.spari@wirtschaftsblatt.at
26 |
FOKUS
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FOKUS FUHRPARK
beigestellt
Transporter-Segment ist ganz in
der Hand der großen Anbieter
Im März wurden die beliebtesten Transporter des Jahres bekannt gegeben. Durchgesetzt haben
sich Klassiker der Szene, die seit Jahren zu den Bestsellern am Transportermarkt zählen.
VON CHRISTIAN SCHERL
A
lljährlich bewerten
Führungskräfte und
Fu h r p a rk m a n a ge r
ihre bevorzugten
Fuhrpark-Modelle. in der Kategorie „transporter“ setzte sich bei
der Auszeichnung zum „Fleet car
of the Year 2015“ von firmenflotte.
at der opel Vivaro durch. Komfort
und Design sowie die Kombination aus den Funktionalitäten
eines Nutzfahrzeuges und eines
mobilen Büros zeichnen den Vivaro aus, der über ein geräumiges
cockpit mit laptop-platz und informationssysteme verfügt. Die
deutsche GM-tochter opel, die
neben dem Vivaro auch mit dem
Movano angetreten ist, setzte sich
im Finale gegen citroën (Jumper),
Fiat (Ducato), Ford (transit), iveco (Daily), Mercedes (Vito), peugeot (Boxer) und renault (trafic,
Master) durch. Auch der opel
Movano kann einen Erfolg verbuchen: im aktuellen Gebrauchtwagenreport der Sachverständigen-
organisation Dekra siegte das
Modell in der transporterklasse.
Bei dieser wertung stehen geringe wartungs- und reparaturkosten im Fokus, die Zuverlässigkeit
eines transporters wird überprüft. „opel pflegt generell eine
langfristige Modellpolitik. Somit
sind die Fahrzeuge für unsere
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Mittwoch, 8. April 2015
Kunden wertbeständiger als Fabrikate, die eine kurze Modellbauzeit haben“, sagt robert Adelsberger von ÖFAG Salzburg. „Neu ist
bei den Kleintransportern der
opel corsa Van. Der Anschaffungswert liegt für Unternehmer
unter 8700 €. hervorzuheben sind
die neuen Motoren mit einem
sehr geringen co2-wert von 87
Gramm pro Kilometer. “
Vielfalt an Neuheiten
Auf der iAA Nutzfahrzeuge vergangenen herbst in hannover
wurde der europaweit wichtigste
preis für die beste Neuerscheinung des Jahres bei den leichten
Nutzfahrzeugen vergeben. 2014
standen der Jury so viele neue
Modelle wie nie zuvor in der
24-jährigen Geschichte der traditionellen Auszeichnung zur wahl.
Von den zwölf Neuheiten schafften es fünf ins Finale.
Ganz hinauf schaffte es die dritte Generation des iveco Daily. Damit wiederholte der neu entwickelte leiterrahmen-transporter
aus italien seinen Sieg aus dem
Jahr 2000. Vor allem in den Bereichen wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit und Sicherheit
konnte der neue Daily die Jury
überzeugen. Das zulässige Gesamtgewicht reicht von knapp
über drei bis zu sieben tonnen.
Die größte Variante erzielt mit
einer Nutzlast von bis zu 4,7 tonnen mehr als alle anderen Fahrzeuge dieser Klasse. Für Unternehmer bedeutet das Kosteneinsparungen, da weniger Fahrten
benötigt werden. „Die wichtigste
innovation beim Daily ist das
Acht-Gang-wandler-Automatikgetriebe hi-Matic“, sagt Angelika
Stadler von iveco Austria. „Der
Fahrer kann sich komfortabel auf
den Verkehr konzentrieren. Durch
die acht Gangstufen, die vollautomatisch im Millisekundenbereich
gewechselt werden, wird bewusst
treibstoff gespart.“ Neben Kastenwagen und Fahrgestell mit
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Normalkabine gibt es unter anderem die Variante des teilverglasten Kastenwagens mit einer zweiten Sitzreihe oder Doppelkabinen
mit vier türen. Auch als Erdgasoder Elektro-Version wird der
Daily angeboten. Den zweiten
platz beim iVotY 2015 sicherte
sich der Mercedes-Benz Vito,
platz drei ging an den Zweitonner
Ford transit.
Bei den Beliebtheitswerten ist
der Mercedes Sprinter nach wie
vor unter den Besten. Bereits in
seinem ersten Jahr (1995) wurde
der Sprinter zum „Van of the
Year“ gewählt. Von Beginn an
stand der Sprinter für technische
pionierleistungen in der 3,5-tonnen-Klasse, wie zum Beispiel den
erstmaligen serienmäßigen Einsatz des Antiblockiersystems
ABS. 2002 hatte er als erster
transporter das Elektronische
Stabilitätsprogramm ESp an Bord.
Die neueste Ausführung weist innovative Features bezüglich Umweltschonung und Sicherheit auf,
zum Beispiel ist ein SeitenwindAssistent in jedem Fahrzeug integriert.
Seit 48 Jahren am Markt
1967 wurde der toyota hilux zum
ersten Mal vorgestellt. Mittlerweile ist dessen siebente Generation
auf dem Markt. ingrid lawrence
von toyota Frey Austria in wien
erklärt: „Der hilux wurde 2014 als
das beste Nutzfahrzeug in der
Kategorie pickup gewählt.“
Die 1,52 Meter breite und bis zu
2,34 Meter lange ladefläche bietet
ausreichend raum und lässt sich
mit einem optionalen hardtop
wetterfest verschließen. Der Allrounder startet in Verbindung mit
dem 2,5-liter-Dieselmotor mit 106
kw/144 pS in der Basisausstattung
„country“ zu preisen ab 23.150 €.
Ein große Variantenvielfalt
weist in der Gruppe der leichten
Nutzfahrzeuge der toyota proAce
auf. „Um eine bestmögliche Nutzbarkeit sicherzustellen, kann zwi-
FOKUS
| 27
beigestellt
Der Opel Vivaro wurde im März zum „Fleet Car of the Year“ gewählt. Er verfügt über ein Cockpit mit integriertem Laptop-Platz.
schen einer oder zwei seitlichen
Schiebetüren sowie zwischen
einer hinteren laderaumklappe
oder einer zweiteiligen türe mit
einem Öffnungswinkel von 270
Grad gewählt werden.“ Der proAce ist wahlweise als fensterloser
Kastenwagen, Doppelkabiner
oder als verglaster lieferwagen
lieferbar.
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FOKUS
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Bewusstsein für Ladungssicherung
muss weiter verbessert werden
V
iele transporter­
unfälle werden durch
mangelnde ladungs­
sicherung verur­
sacht. Große Firmen setzen häu­
fig einen eigenen ladungssiche­
rungsbeauftragten ein, der dar­
auf achtet, dass die Fracht sicher
von A nach B gebracht wird.
Kleinere Unternehmen unter­
schätzen häufig die Gefahr des
„rollenden“ risikos. Berufslast­
kraftfahrer absolvieren ladungs­
sicherungskurse, Fahrer von
transportern unter 3,5 tonnen
weisen hingegen oft Mängel
beim korrekten Umgang mit la­
degut auf. Das muss nicht zwin­
gend schwere Fracht betreffen:
Schon ein achtlos platzierter
Schraubenschlüssel kann in un­
vorhergesehenen Fahrmanövern
zum gefährlichen Geschoss wer­
den. Fuhrparkexperten weisen
auf die Notwendigkeit von la­
dungssicherungstrainings und
zielsicheren checklisten hin.
AUVA und ÖAMtc bieten in un­
regelmäßigen Abständen la­
dungssicherungsschulungen an,
die gezielt Frächter, Unterneh­
mer und logistiker ansprechen.
in einem ersten Schritt werden
dabei die rechtlichen Grundlagen
erklärt. im theorieteil erklären
Experten die Grundlagen der la­
dungssicherung (physikalische
Grundlagen, Methoden, Zurrmit­
tel). Danach geht es zur praxis,
bei dem die teilnehmer das Ge­
lernte üben. Daneben besteht seit
einigen Jahren aber auch die vom
Kuratorium für Verkehrssicher­
heit (KFV) initiierte internet­
plattform www.sicher­transpor­
tieren.at, auf der unter anderem
in zahlreichen Videoclips auf die
Gefahren des mangelhaften Si­
cherns der ladung hingewiesen
wird und kurze Beiträge für das
thema ladungssicherung sensi­
bilisieren.
Sicherung auf Knopfdruck
Eine Notbremsung oder eine
scharfe Kurve – zwei typische
Verkehrssituationen, bei denen
ungenügend gesicherte waren ga­
rantiert nicht mehr am ursprüng­
lichen platz bleiben. Bei Klein­
transportern benützen Fahrer
meist Netze und Gurte zum Ver­
zurren. Das Unternehmen Allsafe
Jungfalk aus Baden­württemberg
TransSafego
Verbesserte Lösungen für die Sicherung von Ladegut sind neu auf
dem Markt erhältlich
ist Spezialist für ladegutsiche­
rung. Bewährt bei oben genann­
ten Gefahren hat sich etwa das
transportsystem „transSafego“:
per Knopfdruck senkt sich ein Si­
cherungsnetz entlang von sechs
holmen auf das ladegut und
stoppt automatisch in der optima­
len Sicherungsposition. Das Sys­
tem ist benutzerfreundlich, weil
es unkompliziert einzubauen und
einfach zu bedienen ist.
logicline ist ein österreichi­
scher Spezialist für ladungssi­
cherung auf pritschenfahrzeugen.
transportboxen, planen und
racks sind auf zahlreiche trans­
portermodelle abgestimmt. Das
produktportfolio von Sortimo
umfasst branchengerechte Ein­
richtungslösungen für Unterneh­
men aus handel, handwerk und
industrie – leichtbauweise sorgt
für geringeres Eigengewicht.
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FOKUS
| 29
Routenmanagement. „Je mehr Kunden, desto sinnvoller“
Die Fuhrparkexpertin Anette
Mallinger sieht vor allem bei
einer hohen Fluktuation des
Kundenstamms die Effizienzsteigerung durch die Nutzung
eines elektronischen routenmanagements.
Worin sehen Sie die Vorteile eines
elektronischen Routenmanagements für Transporter?
Anette Mallinger: Elektronisches
routenmanagement ermöglicht
einen höchst effizienten Einsatz
der Fahrzeuge. Einerseits hinsichtlich der Kosten, indem die
gefahrenen Kilometer optimiert
werden können. Aber auch hinsichtlich der Zeit, wenn das rou-
tenmanagement professionell
mit Verkehrsmeldungen verknüpft ist.
Ab welcher Unternehmensgröße
oder welchem Auftragsvolumen
sollte ein Unternehmer über die
Anschaffung eines elektronischen
Routenmanagements ernsthaft
nachdenken?
Man sollte diese Entscheidung
weniger an der Unternehmensgröße als an der Anzahl der Kunden festmachen. Je nachdem wie
häufig die Kunden wechseln und
wie häufig neue hinzukommen.
hat ein Unternehmen nur wenige Kunden oder durchgehend
denselben Kundenstamm, macht
beigestellt
Anette Mallinger rät zu einfacher Bedienbarkeit des Systems
das elektronische routenmanagement wenig Sinn, weil man
die route einmal intelligent bestimmen und dann regelmäßig
abfahren kann.
Worauf sollten KMU bei der Auswahl der richtigen Softwarelösung
achten?
Eine einfache Bedienbarkeit ist
sehr wichtig. Vor allem, wenn
mehrere Mitarbeiter die Software nutzen. ich würde empfehlen, das Gerät durch die künftigen Nutzer testen zu lassen.
Sinnvoll ist auch, dass es Schnittstellen zu lieferdaten gibt. Damit erspart man sich Einzeleingaben von ort und Zeit. wichtig
ist die Möglichkeit der Verbindung zu aktuellen informationen, wie etwa Staus und routensperren. immer mehr Bedeutung
kommt dem Bereich Datensicherheit und reporting zu.
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30 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Recht & SteueRn
STEUERREFORM
Bei Übergabe
nichts
überstürzen
wiEN. 2016 tritt die Steuerreform in Kraft. heinz harb,
Steuerberater und Geschäftsführer bei lBG Österreich,
warnt vor „überstürztem handeln“. wer etwa jetzt noch
Grundstücke in der Familie
weitergeben möchte, sollte bis
Mai zuwarten, so harb. Dann
liegt der Steuergesetz-Entwurf
vor. Derzeit ist offen, ob und
wie Schenkungen zusammenzurechnen sind und wie der
Verkehrswert von immobilien
zu ermitteln ist. Dieser soll von
2016 an bei Schenkungen statt
des Einheitswerts als Berechnungsgrundlage für die Grunderwerbssteuer dienen.
Notreserve sichern
„Bei geringem oder nicht deutlich über dem dreifachen Einheitswert liegendem Verkehrswert könnte eine Übergabe
nach der Steuerreform günstiger kommen“, erklärt harb.
wer dennoch aus steuerrechtlichen Gründen vermietete Grundstücke übertragen,
nicht aber ohne Notreserve
dastehen möchte, dem rät der
Steuerberater: „Durch die
Vereinbarung eines Fruchtgenussrechts zugunsten des
Übergebers bleiben diesem
Vermietungseinkünfte weiter
gesichert.“ Es ist auch an die
Eintragung eines Belastungsund Veräußerungsverbotes,
eines lebenslangen wohnrechtes oder daran zu denken, wem
chancen und risiken einer
wertveränderung der immobilie zufallen sollen.
Vor 2016 sei auch zu prüfen,
ob die Umwandlung einer
Familien-Gmbh in ein Einzelunternehmen sinnvoll ist, sagt
harb. Bei Vollausschüttung beträgt die Steuerlast einer Familien-Gmbh statt wie bisher
43,75 prozent künftig 45,62 prozent. Bei wenig Gewinn kann
ein Einzelunternehmen mit
einem Steuertarif ab 25 prozent
günstiger kommen.
[clp]
claudia.peintner@wirtschaftsblatt.at
GASTKOMMENTAR
Vor dem Konkurs noch
Eine Insolvenzverschleppung liegt vor, wenn es einen Zusammenhang
zwischen grob fahrlässigem Wirtschaften und dem Eintritt der Zahlungs­
unfähigkeit gibt. Es ist ratsam, Ausgaben stets kritisch zu prüfen.
Colourbox.de, Beigestellt
I
m Zusammenhang mit
Unternehmenskrisen ist
auch immer wieder von
„insolvenzverschleppung“
die rede. Nicht zuletzt im
aktuellen Fall der hypo-Alpe-Adria-Abbaubank heta wurden Stimmen laut, die eine versteckte insolvenzverschleppung
hinter dem beschlossenen Moratorium witterten. was steckt aber
eigentlich hinter dem Begriff insolvenzverschleppung?
im Unterschied zu Deutschland, wo das Delikt der insolvenzverschleppung auch im Gesetz so
benannt wird, fand sich im österreichischen Strafgesetzbuch lange
Zeit dafür der tatbestand der
„fahrlässigen Krida“. im August
2000 wurde dieser durch den
tatbestand der „grob fahrlässigen
Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen“ ersetzt: Strafbar ist gemäß § 159 StGB, wer grob fahrlässig seine Zahlungsunfähigkeit
durch kridaträchtige handlungen
herbeiführt.
Vorhersehbarer Schaden. Ziel des
Gesetzgebers war, das Eingehen
von – vor allem ex ante oft schwer
einschätzbarem – wirtschaftlichem risiko zu entkriminalisieren
und verfehlte handlungen, die
auch sorgfältigen Unternehmern
passieren können, straflos zu lassen. Grobe Fahrlässigkeit setzt voraus, dass eine ungewöhnliche
und auffallende Nachlässigkeit
vorliegt und der Schaden geradezu als wahrscheinlich vorhersehbar war. Fehlentscheidungen, die
nicht auf auffällig ungewöhnlicher Nachlässigkeit beruhen,
bleiben straffrei.
Durch eine beispielhafte Aufzählung der verpönten handlungen im Gesetz sollen schlichte
Fehlleistungen und ökonomischer
Misserfolg besser und zielgerichteter von grob unwirtschaftlichem
und leichtfertigem handeln
unterschieden werden. Dazu zählen insbesondere: gewagtes wirt-
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Mittwoch, 8. April 2015
Recht & SteueRn
die Kurve kratzen
schaften außerhalb des gewöhn­
lichen Geschäftsbetriebes, die
Vernichtung eines bedeutenden
Bestandteiles seines Vermögens,
das treiben übermäßigen, mit sei­
nen Vermögensverhältnissen oder
seiner wirtschaftlichen leistungs­
fähigkeit in auffallendem wider­
spruch stehenden Aufwandes so­
wie die Unterlassung der bezie­
hungsweise nur ungenügende
Buchführung.
Als übermäßiger Aufwand wer­
den zum Beispiel privatentnah­
men zum Zeitpunkt der Unter­
nehmenskrise qualifiziert, wenn
diese über das hinausgehen, was
zur bescheidenen lebensführung
notwendig ist. Auch Anschaffun­
gen zu geschäftlichen Zwecken
können als übermäßiger Aufwand
qualifiziert werden, wenn die
Fortführung des defizitären
Unternehmens auch ohne diese
Ausgaben möglich gewesen wäre.
Ebenso gelten Geschäfte, die
einen hohen spekulativen charak­
ter aufweisen und nicht zum ord­
nungsgemäßen Betrieb des Unter­
nehmens gehören oder zu den
Zeichnet sich
eine Krise ab,
braucht es
einen
detaillierten
Finanzüberblick.
Vermögensverhältnissen in auf­
fallendem widerspruch stehen,
als kridaträchtig.
Gefahren erkennen. insolvenz­
verschleppung liegt nur vor, wenn
zwischen kridaträchtiger hand­
lung und Eintritt der Zahlungs­
unfähigkeit ein Zusammenhang
besteht. Besteht ein solcher nicht,
scheidet eine Strafbarkeit ebenso
aus, wie wenn es letztlich gar
nicht zur insolvenz kommt.
Als täter bzw. täterin einer
„insolvenzverschleppung“
kommt infrage, wer zur Stellung
eines insolvenzantrages ver­
pflichtet ist. Die Voraussetzungen
eines solchen Antrages sowie die
dafür verantwortlichen personen
finden sich in der insolvenzord­
nung: Neben dem Schuldner bzw.
der Schuldnerin selbst sind auch
sogenannte leitende Angestellte
von juristischen personen und
eingetragenen personengesell­
schaften verpflichtet, einen An­
trag auf insolvenzeröffnung zu
stellen. Dazu gehören neben Vor­
ständen, Geschäftsführern und
prokuristen auch Aufsichtsrats­
mitglieder.
Der Antrag ist binnen 60 tagen
ab Eintritt der Zahlungsunfähig­
keit zu stellen. Die verspätete
Antragstellung für sich alleine ist
allerdings kein strafbarer tat­
bestand mehr, weil Konkursver­
schleppung nicht mehr pönali­
siert ist. wichtig ist, dass es nicht
auf die individuelle Einschätzung
des Schuldners oder der Schuld­
nerin ankommt, sondern bereits
die objektive Erkennbarkeit der
Zahlungsunfähigkeit diese An­
tragspflicht auslöst.
in der praxis kann ein Unter­
nehmen schnell in einen finanziel­
len Engpass schlittern, wenn sein
Geschäft zu sehr von nur einem
Kunden abhängig ist und dieser in
Zahlungsverzug gerät. oft führen
überraschende produktionsaus­
fälle oder lieferausfälle, wodurch
das Geschäft ins Stocken gerät,
zu liquiditätsstaus. Besonders
tückisch sind Veränderungen am
Markt, weil insbesondere bei
KMU die persönliche Verbunden­
heit mit dem Unternehmen und
die hoffnung, selbst alles „eh wie­
der in den Griff zu bekommen“,
eine realistische Einschätzung er­
schweren.
Vor allem jene Unternehmer,
die ihre Betriebsausgaben nach
Durchschnittssätzen ermitteln
(„pauschalierer“), für die keine
Buchführungspflicht besteht und
die auch nicht freiwillig Bücher
führen, müssen dafür sorgen, dass
sie den Überblick über ihre wirt­
schaftliche lage behalten.
Die meisten insolvenzen sind
Folgen alltäglicher wirtschaftli­
cher risiken, die jedes Unterneh­
men treffen können. Fixe parame­
ter zur Erkennung einer (drohen­
den) Zahlungsunfähigkeit gibt es
nicht, jeder Fall ist individuell zu
prüfen. Zeichnet sich die Krise ab,
empfiehlt es sich – wenn noch
nicht geschehen –, einen detail­
lierten Finanzüberblick zu erstel­
len und einen Steuerberater bei­
zuziehen. wenden Sie sich auch
an das zuständige Finanzamt und
Ein Vorteil
einer frühen
Initiative ist,
dass es
Lösungen gibt,
bevor Gerichte
bemüht
werden.
die Sozialversicherungsanstalt;
allenfalls können ratenzahlungen
vereinbart werden, die zu einer
Abschwächung der finanziellen
Krise führen.
Gläubiger informieren. Ein Vorteil
einer frühen initiative liegt nicht
nur auf der (straf­)rechtlichen
Seite: Ein weiterer ist, dass Gläu­
biger aktiv auf Engpässe aufmerk­
sam gemacht werden können.
Dies ermöglicht lösungen, lange
bevor Gerichte bemüht werden.
Fazit: Es ist essenziell, die finan­
zielle Situation stets im Blick zu
haben und diese realistisch einzu­
schätzen. Von dem Moment an,
da Zahlungsunfähigkeit droht,
sollten sämtliche Ausgaben des
Unternehmens einer umso stren­
geren prüfung unterzogen wer­
den. Denn gesetzlich besteht die
pflicht, spätestens 60 tage nach
dem Eintritt der Zahlungsunfähig­
keit einen insolvenzantrag zu
stellen. Dies ist vor allem in einer
derartigen Krisensituation kein
langer Zeitraum.
JUliA KolDA
ist Rechtsanwältin und
Expertin für Wirtschaftsstrafrecht bei Northcote
Recht in Wien.
| 31
32 |
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
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Zell am See, Tel.: 06542/743 26, zell@
bfi‑sbg.at, www.bfi‑sbg.at
Sie haben auch einen Kurs anzukündigen? Senden Sie die Infos bitte
an regional@wirtschaftsblatt.at
TOURISMUS
X Erfolgreichstes
Lehrlingsteam
ALTMÜNSTER. Die Salzburger
Tourismus-Lehrlinge waren bei
den Staatsmeisterschaften das
erfolgreichste BundesländerTeam: Sie holten sechs Gold- und
drei Silber-Medaillen. Außerdem
wurde Lukas Mosmüller, Lehrling
im Hotel „Sacher Salzburg“, im
Bereich „Service“ Staatsmeister.
Der Titel in der Hotel- und Gastgewerbeassistenz ging ins Burgenland an Patricia Bauer vom
Falkensteiner-Hotel in Bad Waltersdorf. Und Marvin Turner vom
Landgasthaus Holzpoldl aus
Lichtenberg bei Linz ist KochStaatsmeister. [mad]
GESUNDHEIT
Stress ist positiv,
solange er nicht
zu viel wird
Beim Fahnenproduzenten
Gärtner setzt man zur
Stressvermeidung auf
bessere Vereinbarkeit von
Familie und Beruf. Übermäßige Stressbelastung
kann aber auch jeder
selbst vermeiden.
VON MaTTHiaS NaGL
S
tressvermeidung ist nicht
immer eine Frage von Seminaren und Entspannungsangeboten. Viel lässt
sich bereits mit der Einteilung der
Arbeitszeit erreichen: „wir wollen die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf gewährleisten“, sagt
heide Deutsch, personalchefin
beim pinzgauer Fahnenproduzenten Gärtner.
Mittlerweile gibt es für alle 120
Mitarbeiter Gleitzeitmodelle.
„wenn ein handwerker kommt,
kann man auch tagsüber nach
hause gehen, das macht es für die
Mitarbeiter schon einfacher“, sagt
Deutsch. Überhaupt wird in dem
Unternehmen dem Stress mit einfachen Maßnahmen begegnet:
„Eine wertschätzende Kommunikation ist uns sehr wichtig. Für die
Führungskräfte bieten wir Seminare und Schulungen zur Mitarbeiterführung an“, sagt Deutsch.
Fahnen Gärtner wurde punkto
betrieblicher Gesundheitsförderung bereits mehrfach ausgezeichnet: „Dass wir uns in diesem
Bereich engagieren, liegt in erster
linie an unserem geschäftsführenden Gesellschafter Gerald
heerdegen.“ Auf seine initiative
geht auch der Fonds für Alternativmedizin des Unternehmens zurück, der Mitarbeitern diese Art
von Behandlungen fördert, sofern
sie von der Krankenkasse nicht
gedeckt werden.
Deutsch sagt aber auch, dass die
Stressbelastung in den letzten Jahren generell zugenommen habe.
„Das liegt vor allem am digitalen
Zeitalter und an der Erreichbarkeit rund um die Uhr. Man muss
entscheiden können, was wichtig
ist und was nicht.“ Elektronische
Medien seien wertvoll und wichtig, aber der richtige Umgang damit müsse gelernt werden. Auch
dabei unterstützt das Unternehmen seine Mitarbeiter.
FORTBILDUNGEN
Stress-Dosis entscheidet
n Work-Life-Balance – um diese zu
wobei Führungskräfte-trainerin
Angelika woglar aus Anthering
Stress nicht grundsätzlich verteufelt: „Der Begriff Stress steht
eigentlich nur für Spannung, die
an sich nichts Negatives ist.
Bedenklich wird es, wenn die
Mitarbeiter unter ständiger
Anspannung stehen und keine
Möglichkeit mehr haben, um in
die Entspannung zu kommen.“
Unternehmen können laut woglar mit einer verbesserten Arbeitsorganisation dem Stressaufbau
entgegenwirken: „Die Vermeidung
von doppelter Bearbeitung von
Aufgaben oder ständiger Erreichbarkeit sind einfach umsetzbare
und kostengünstige wege, um
Stress zu vermeiden.“ Auch das
Kommunikationsverhalten generell und den Umgang miteinander
zu verbessern koste nichts.
Doch auch die Mitarbeiter
selbst sieht woglar in der Verantwortung: „Nicht delegieren zu
können, schlechtes Zeitmanagement und perfektionismus sind
persönliche Stressverstärker, die
es zu vermeiden gilt.“
Den autor des artikels erreichen Sie
unter salzburg@wirtschaftsblatt.at
erreichen gilt es vier Dimensionen
(Person, Arbeit, Familie und Gesellschaft) zu berücksichtigen. Im Seminar werden Belastungen und Bewältigungsmöglichkeiten sowie der
individuelle Umgang beleuchtet.
Halbtagesseminar, AMD-Training,
Barbara Eichberger-Mettler, Tel.
0662/88 75 88-22, mettler@avos.at,
amd-sbg.at
n Unternehmerenergie – Finden
Sie rechtzeitig vor einer mentalen
oder körperlichen Dysbalance zur
eigenen Achtsamkeit. Ruhe und
Kraft in der Bewegung, aber auch
in der Stille oder im Gespräch zu
finden, sind Ziele des Seminars,
DialogConsult, Christoph Werr, Tel.:
0662/85 46 52, info@dialogconsult.
org, www.dialogconsult.org
n Anzeichen für Burn-out bei Mit-
arbeitern erkennen und Hilfestellung anbieten – Für Führungskräfte
ist es ein wesentlicher Faktor, erste
Anzeichen, die zu Stressbelastung
führen, rechtzeitig zu identifizieren,
um die Leistungsfähigkeit zu erhalten. Isolde Schackmann, Tel.:
06214/68 38-11, i.schackmann@
keytrain.eu, www.keytrain.eu
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Karriere
| 33
Fahnen Gärtner
Betriebe. Kunden machen Stress
Gemeinsames
Stressvorbeugen
ist bei den
Mitarbeitern der
Firma Gärtner
keine Seltenheit.
Seit 2013 sind Betriebe gesetzlich dazu verpflichtet die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu evaluieren. „Dabei geht
es nicht darum, das Burn-out
eines Einzelnen aufzudecken,
sondern darum, ob der Arbeitsplatz oder die tätigkeit eines
auslösen könnte“, erläutert Johanna Klösch von der AK wien.
Das Arbeitsinspektorat hat
laut Zentralleiterin Anna ritzberger-Moser 2014 österreichweit 4973 Betriebe kontrolliert,
ob diese ihrer Verpflichtung
nachkommen. Das Ergebnis: in
36 prozent der Fälle musste eine
schriftliche Aufforderung erfolgen, Mängel zu beheben. Die
meisten Beanstandungen gab es
im Einzelhandel, in der Gastronomie und im Gesundheitswesen. wobei diese Branchen auch
zu den besonders stressauslösenden zählen, denn der Um-
gang mit schwierigen Kunden
wird von den Beschäftigten am
häufigsten als risikofaktor im
Betrieb genannt.
Die meisten Betriebe aber sehen den wirtschaftlichen Nutzen
der prävention: „Für jeden Euro,
der in die betriebliche Gesundheitsförderung fließt, bekomme
ich zwei bis drei wieder heraus“,
sagt christa Sedlatschek, Direktorin der Europäischen Agentur
für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
Elf Fälle mit Strafantrag
Nur in elf Fällen musste seit 2013
ein Strafantrag gestellt werden.
Der Strafe kann laut Gesetz zwar
bis zu 8324 €, im wiederholungsfall bis zu 16.659 € ausmachen.
tatsächlich lagen die Strafen im
Durchschnitt bei 1600 €. [mad]
martina.madner@wirtschaftsblatt.at
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34 |
FOKUS
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
FOKUS
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
BILDUNG &
INHOUSE-TRAINING
colourbox.de
Auch Unternehmen profitieren
von individuellen Seminaren
Sie sind maßgeschneidert und decken die Bedürfnisse der Firmen ideal ab. Bei InhouseTrainings lernt jedoch nicht nur der einzelne Mitarbeiter – die gesamte Organisation profitiert.
VON MARKUS MITTERMÜLLER
D
ie Zeiten, in denen sich
ein Vortragender vor
die Gruppe hinstellt
und diese fadisiert,
sind vorbei. Die fortschreitende
professionalisierung von weiterbildungskursen ist es aber nicht,
was externe trainings von inhouse-Seminaren unterscheidet.
„95 prozent unserer Kurse finden
inhouse statt“, sagt raimund lainer, leiter der personalentwicklung bei der handelskette Spar.
Vor allem drei Gründe sind aus-
schlaggebend, warum der Konzern seit vielen Jahren auf interne
weiterbildungen setzt. Die Möglichkeit, inhalte mit dem trainer
vor dem Seminar abzustimmen,
zählt dazu. „Dadurch kann ich das
training nutzen, um als organi-
sation themen zu verankern“, so
lainer. Neben den lerninhalten
werden so auch Arbeitstechniken
oder teile der Unternehmenskultur in das Seminar integriert. Die
Vernetzung unter den Kollegen ist
ein weiterer Vorteil gegenüber
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
herkömmlichen trainings. „wenn
sich Mitarbeiter, die im Arbeitsalltag nichts miteinander zu tun
haben, treffen und austauschen,
nutzt das dem Unternehmen
sehr“, erklärt der personalentwickler. Direkt hier schließt auch
der dritte Vorteil von inhouseSeminaren an. „Der Austausch von
Best-practice-Beispielen innerhalb eines teams führt dazu, dass
die organisation insgesamt dazulernt.“
Die Möglichkeit, die inhouseSeminare direkt mit dem trainer
auf die Erfordernisse des Unternehmens anzupassen, schätzt
auch Elvira welzig. Die strategische personalentwicklerin bei der
größten außeruniversitären Forschungseinrichtung Österreichs,
dem Austrian institute of technology (Ait), lässt immer wieder
tools ihres instituts in die weiter-
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
Trainer und Vor­
gesetzter legen die
Zieldefinition fest.
WOLFGANG REIGER
GESCHÄFTSFÜHRER
IFM
beigestellt
bildung einbinden. „So kann man
ein training auch dazu nutzen,
den teilnehmern einen Überblick
zu geben, wie beispielsweise wissensmanagement bei uns im haus
durchgeführt wird“, so welzig.
Keinen Einfluss nimmt die personalentwicklerin jedoch darauf, wie
sich die Gruppe der Kursteilnehmer zusammensetzt. „Das läuft bei
uns alles über ein zentrales Anmeldetool. Dadurch sind die
Gruppen bunt durchmischt.“ Der
positive Nebeneffekt für die insgesamt 1.300 Mitarbeiter: „Die inhouse-trainings werden zu einer
plattform für beruflichen und informellen Austausch“, erklärt
welzig.
Zusammensetzung
So einig sich die personalverantwortlichen und Seminaranbieter
bei den Vorteilen von inhouse-
FOKUS
| 35
trainings sind, so konträr gehen
sie mit der Zusammensetzung der
Schulungsgruppe um. „Das ist ein
wesentlicher Knackpunkt“, ist
christian Faymann, leiter des wiFi-Bildungsmanagements, überzeugt. Eine besonders „wunde
Stelle“ tue sich dann auf, wenn
Mitarbeiter gemeinsam mit ihrem
chef im training sitzen. Um mögliche hemmnisse bei den teilnehmern aus dem weg zu räumen,
werden die trainer speziell geschult. Ein klares Ja zu einer gemeinsamen weiterbildung mit der
jeweiligen Führungskraft kommt
von wolfgang reiger, Geschäftsführer des instituts für Management (ifM). „Sonst wissen die Mitarbeiter mehr als ihr chef“, so die
einleuchtende Begründung. Einen
noch höheren Stellenwert hat für
reiger jedoch, dass die Vorgesetzten im Vorfeld in die Konzeption
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36 |
FOKUS
des inhouse-trainings eingebunden sind. „Zusammen mit trainer
und Vorgesetztem legen wir die
gemeinsame Zieldefinition fest“,
so reiger.
Dass es auch positive Effekte haben kann, wenn die trainings-teilnehmer ein unterschiedliches Vorwissen aufweisen, bestätigt Michael Sturm, Geschäftsführer des
BFi Österreich. „Auch wenn
homogene Gruppen mit ähnlichem Erfahrungshintergrund
punkto lernfortschritt leichter zu
unterrichten sind, so bieten doch
erst die Unterschiedlichkeiten in
heterogenen Gruppen oft jene Anlässe, die für neue lerngewinne
relevant sind“, meint Sturm. Auch
der trend, ältere Mitarbeiter länger in Beschäftigung zu halten und
deren wissen optimal zu nutzen,
wird sich künftig verstärkt auf die
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
inhouse-trainings auswirken.
„Das lernen voneinander gewinnt
an Bedeutung.“
Spätere Reflexion
Besonderen wert muss laut den
personalverantwortlichen auch
auf die Nachbereitung von internen Schulungen gelegt werden.
Für welzig stehen hier vor allem
die Führungskräfte im Fokus. „Von
den chefs erfahre ich, ob die Mitarbeiter das erlernte wissen wirklich im Unternehmen einbringen
konnten und ob die inhalte auch
anwendbar waren.“ Bei Spar erfolgt nach jedem inhouse-training
ein reflexionsgespräch zwischen
lehrgangsleiter, trainer und chef.
Um die trainingsinhalte auch
langfristig im Unternehmen zu
verankern, hat sich die handelskette einen besonderen Kniff ein-
Wir begleiten
heimische Betriebe
auch nach Osteuropa.
CHRISTIAN FAYMANN
LEITER BILDUNGSMANAGEMENT
WIFI
WIFI/Niko Formanek
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
fallen lassen: Jedes Seminar wird
– neben dem Vortragenden – von
einem unternehmensinternen
trainer begleitet. Der Vorteil:
„Dieser trainer sorgt nach der
weiterbildung dafür, dass das
wissen langfristig im Unternehmen verankert wird“, so lainer.
Dass die Vorteile von inhousetrainings auch international angewendet werden können, zeigt
die Kooperation zwischen wiFi
und Spar. „wir begleiten österreichische Betriebe auch, wenn sie
nach osteuropa expandieren. Die
Schulungen werden dann von den
Unternehmen direkt in die neuen
länder mitgenommen“, erklärt
Faymann. Spar hat mit dem wiFi
diese einheitliche Fachtrainerausbildung neben Österreich bereits
in tschechien, Ungarn, Slowenien,
Kroatien und italien umgesetzt.
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wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Ko M M E r Z i E l l E r t h E M E N S c h w E r p U N K t
FOKUS
| 37
Wenn der Trainer zum Sparringpartner wird
Das Vermitteln von Sozial- und
Führungskompetenz liegt auch
bei inhouse-Schulungen im
trend. Vor allem chefs schätzen
den regelmäßigen Austausch. So
sehr sich die inhouse-trainings
vor allem in der Vor- und Nachbereitungsphase von herkömmlichen Seminaren unterscheiden,
so ähnlich sind sich die trends bei
den inhaltlichen Schwerpunkten.
Neben den jeweiligen fachlichen
Qualifikationen setzen die personalverantwortlichen in erster
linie auf das Verfeinern der sozialen Kompetenzen und Führungstraining. „Auch das interkulturelle Management liegt bei uns
im Fokus“, erklärt wolfgang reiger vom institut für Management
(ifM). Neben den klassischen betriebswirtschaftlichen themen
nutzen immer mehr Führungskräfte Einzelcoachings, um im beruflichen Alltag zu bestehen. „Besonders Vorgesetzte, die vor Kurzem befördert wurden und damit
einen rang über ihren bisherigen
Kollegen stehen, müssen erst lernen, mit dieser neuen Situation
umzugehen“, so reiger.
colourbox.de
Teach the Boss
Einige trainer werden so auch zu
ständigen Begleitern der Vorgesetzten. „Die chefs schätzen die
trainer als eine Art Sparringpartner, mit denen sie sich regelmäßig austauschen können.“ Ein
besonderes instrument im Zu-
Führungskräfte schätzen den
Austausch mit Trainern.
sammenhang mit den inhousetrainings hat sich raimund lainer, personalentwickler bei der
handelskette Spar, einfallen lassen. Unter dem titel „teach the
boss“ bekommt der Vorgesetzte
jene informationen, die seine Mitarbeiter zuvor im Seminar gelernt
haben. „Der chef ist oft abgeschlossen von den inhalten. Daher besprechen wir sie nach jedem training auch direkt mit dem
Vorgesetzten.“ Sehr stark setzt die
handelskette auch auf E-learning: „Die hälfte der Schulung
wird online abgewickelt, danach
folgt das präsenztraining“, erklärt
lainer. insgesamt schult Spar pro
Jahr 20.000 Mitarbeiter auf diese
weise.
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0 PROJEKTE
SALZBURG
Stadtgemeinde Radstad, Umbau
Schulzentrum Radstadt - Örtliche Bauaufsicht und Leistungen der Baukoordination, Abgabe: 14.04.2015, 10:00 Uhr
Land Salzburg, Revision der Biotopkartierung im Bundesland Salzburg, Tennengau, Abgabe: 13.04.2015, 11:00 Uhr
Marktgemeinde St. Michael im Lungau, Gemeindestraßensanierung 2015,
Abgabe: 13.04.2015, 09:00 Uhr
Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsges.m.b.H., Membranoxygenatoren und Schlauchsysteme für
die SALK, Abgabe: 27.04.2015, 12:00
Uhr
Land Salzburg, Zimmererarbeiten für
die Landwirtschaftliche Fachschule
Kleßheim - Internat I in 5071 Wals, Kleßheim 9, Abgabe: 16.04.2015, 10:00 Uhr
Pensionsversicherungsanstalt, SKA-RZ
Saalfelden - Anschaffung von diversen
medizinischen Trainingsgeräten, Abgabe: 22.04.2015, 13:00 Uhr
Marktgemeinde St. Michael im Lungau, Darlehen Neuerrichtung Umweltzentrum, Abgabe: 28.04.2015, 09:00
Uhr
ASFINAG Bau Management GmbH, A1
West Autobahn - Abfahrtsrampenausbau HAST Hagenau und Lärmschutz Itzling,
Salzachbrücke,
Abgabe:
20.04.2015, 11:00 Uhr
Firmen, die größere Bauprojekte planen, kommen
nicht umhin, sich mit dem
Thema Bürgerpartizipation zu beschäftigen.
Wer das verabsäumt, dem
drohen monatelange
Verzögerungen.
Von melAnIe mAnneR
H
Salzburg (Stadt)
23,3
„Müssen mehr machen“
Salzburg-Umgebung
12,8
Alle Bezirke
5,8
Salzburg (Stadt)
5,1
Salzburg-Umgebung
6,0
Einfach zu öffentlichen Aufträgen
w w w.ve r g a b e p o r t a l . a t
IMMO-TRENDS
GEWERBEIMMOBILIEN
SALZBURG
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AngebotsTendenz gg. Feb. '15 Nettopreis
(in €/m²)
Geschäftslokal
Umgang mit
Bürgerprotesten
will gelernt sein
19,6
Bundesbeschaffung GmbH, Lieferung
von küchenfertigen Obst und Gemüse Losvergabe, Abgabe: 14.04.2015, 14:00
Uhr
Lager
PARTIZIPATION
eute würden wir es anders machen. im projektmanagement gab es
nicht von Anfang an, also 2012, einen plan für die Kommunikation mit den Bürgern.“ Andreas Bawart, chef der BannerGruppe, erwartet für den Bau seiner Batterienfabrik im oberösterreichischen pasching eine weitere
Verzögerung von bis zu sechs Monaten. Der Bau ist bereits ein Jahr
in Verzug, siebenstellige Summen
flossen u.a. in mehr als 30 Gutachten. „wenn es noch ein Jahr länger
dauert, wird es kritisch.“
Grund für die neuerliche Verzögerung ist der vom Gemeinderat kurz vor der Baubewilligung
getroffene Beschluss, ein Neuplanungsgebiet in der gesamten Gemeinde zu erlassen, das Betriebe
mit erhöhtem Gefahrenpotenzial
betrifft. Diese müssen vor der
Baubewilligung auf einen Bebauungsplan warten.
Alle Bezirke
WirtschaftsBlatt
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
ImmobIlIen
38 |
Grafik/Cmund
Quelle: www.immobilien.net
Bawart sieht darin Zugeständnisse
an zwei Bürgerinitiativen gegen
die Fabrik. Eine „lex Banner“
bestreitet aber paschings Bürgermeister peter Mair. Zu redaktionsschluss wurde die Sache
noch vom land geprüft.
Zwar habe Banner ab Frühjahr
2014 Einzelgespräche mit kriti-
Die ehemaligen
Rosenhügel-Studios
in Wien weichen
200 Wohnungen.
Der Bauträger
lud zum offenen
Diskurs.
schen Bürgern geführt und im
Jänner 2015 in einer infoveranstaltung der Gemeinde pasching vor
130 personen das projekt vorgestellt, auch sollen noch weitere
Kommunikationsmaßnahmen folgen: „wir wissen, dass wir deutlich mehr machen müssen.“ Dass
sich damit diese Entwicklung
hätte verhindern lassen, sei allerdings nicht sicher.
Monate einplanen
wer baut, sollte für die Kommunikation mit kritischen Bürgern
mehrere Monate einplanen – wer
zu spät informiert und Anrainervorschläge nicht miteinbezieht,
riskiert schlimmere Verzögerungen im laufe des Verfahrens.
UBM-Development-Vorstand
claus Stadler hat mit der Kommunikation mit Kritikern Erfahrung:
Die UBM-tochter Strauss & partner errichtet ab Anfang 2016 am
Gelände der ehemaligen Filmstudios in wien das projekt „Der rosenhügel“ mit 200 wohnungen –
für Stadler die bisher komplexeste Kommunikationsaufgabe.
Eine Bürgerinitiative hatte sich
nach dem Bekanntwerden rasch
formiert und übergab 2013 eine
Unterschriftenliste an die Stadt
wien. Eine petition gegen die
„Zerstörung der rosenhügelFilmstudios“ der initiative Denkmalschutz folgte im selben Jahr.
Bauzäune mit Fenstern
„Das Areal hat natürlich den Nimbus der historischen Filmstudios“,
sagt Stadler. Für die Kommunikation mit den Anrainern waren
zwischen Architektenwettbewerb
und widmung zwei bis drei Monate eingeplant. Bauträger und
Stadt luden in eine der denkmalgeschützten hallen, um die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs
anzusehen und mit den Verantwortlichen zu besprechen. Speziell wenn es um die Neugestaltung von Arealen geht, müsse so
kommuniziert werden. Früher
wurde hermetisch abgeriegelt,
heute wird mit Ausstellungen und
infoveranstaltungen sowie Einzelgesprächen gearbeitet. Stadler
Mühsam ist es nur,
wenn man sich gegen
das Thema sperrt.
BERNHARD ÖLZ
VORSTAND
PRISMA
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
ImmobIlIen
Mathis Lisa, Foltin
heinz Fletzberger, Vorstand des
auf den wiener wohnungsmarkt
spezialisierten Bauträgers Süba,
sieht ein Übermaß bereits gekom­
men. „Es kann nicht sein, dass
Verzögerungen entstehen, bloß
weil ein Anrainer hustet.“
Vor allem in guten lagen seien
diese grundsätzlich gegen Neu­
bauten. Findige Anwälte würden
Anrainer auf protestmöglichkei­
ten hinweisen, sobald ein neues
projekt ruchbar wird. „Dabei
| 39
konnte in meinen sechs Jahren als
Vorstand kein einziges projekt
verhindert werden.“ Manche Bau­
träger würden aber lieber eine
Summe an die protestierer bezah­
len als eine wartezeit in Kauf zu
nehmen. „in einer hochzinsland­
schaft können Verzögerungen von
einem halben oder einem Jahr
einen Bauträger umbringen.“
Die Autorin des Artikels erreichen Sie
unter melanie.manner@wirtschaftsblatt.at
WUSSTEN SIE …
n Über die Zahl der Bürger­
initiativen in Österreich gibt es
keinen Überblick. Auf der Platt­
form „Aktion 21“, ein Zusammen­
schluss von Initiativen in Wien und
Umgebung, finden sich etwa 40 –
„die Zahl bleibt relativ konstant“,
berichtet Obfrau Herta Wessely.
Die 2012 gegründete Plattform Ak­
tion 21 Austria ist noch lückenhaft:
Für Kärnten finden sich dort bei­
spielsweise mehr als 60 Einzel­
initiativen, für Vorarlberg keine.
n Woran Gespräche scheitern:
„Auf einer Podiumsdiskussion
schlug ein Bauträger vor, bei Staub­
entwicklung an Anrainer Gutschei­
ne für Autowäschen zu verteilen.
Das geht am Problem vorbei“, so
Wessely. Das Problem bei Infover­
anstaltungen sei die viel zu späte
Top­down­Kommunikation. Auch
der Mediation könne sie nichts ab­
gewinnen, wenn das Ergebnis nicht
offen ist, also wenn das Projekt
selbst nicht mehr infrage steht.
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sagt: „ich bin ein Fan von Bauzäu­
nen mit Fenstern drin.“ Bei gro­
ßen projekten mit lange andau­
ernden Umweltverträglichkeits­
prüfungen lassen sich partizipati­
ve Verfahren auch parallel führen,
ohne dass der Zeitplan leidet.
„wichtig ist aber, der partizipation
einen zeitlichen und sachlichen
rahmen zu geben“, sagt Stadler.
Dass das projekt kommt, müsse
fix sein, ebenso wie der zeitliche
rahmen. „Ansonsten entstehen
mit Sicherheit Verzögerungen.“
Nicht einverstanden damit sind
die Betreiber von Bürgerinitiati­
ven (siehe Kasten rechts), die nur
dann einen Sinn in partizipativen
Verfahren sehen, wenn das pro­
jekt selbst noch nicht fix ist.
Wichtig wie Architektur
Der Vorarlberger Bauträger pris­
ma hat zurzeit mehrere Bürger­
beteiligungsverfahren laufen.
„Mühsam ist es nur, wenn man
sich dagegen sperrt. Bürgerbetei­
ligungen gehören einfach dazu“,
sagt Vorstand Bernhard Ölz. Das
thema sei ebenso wichtig wie die
Architektur eines Bauprojekts.
Entfallen solche Verfahren, dann
ist später die Akzeptanz der Bür­
ger bei Geschäften und wohnun­
gen geringer. „Gegen den eigenen
Markt projekte durchzuziehen
funktioniert nicht.“ Und nur als
Beruhigungspille Kommunika­
tionsmaßnahmen durchzuführen
gehe nach hinten los.
wertvolle Erfahrungen hat der
Bauträger 2009 mit dem Verfah­
ren „Bürgerinnen­rat“ zum Stadt­
entwicklungsprojekt Seestadt
Bregenz gesammelt. in einem mo­
derierten Verfahren wurden die
Vorschläge der teilnehmer ge­
bündelt. Aus mehr als 60 Vor­
schlägen aus dem dritten Verfah­
ren wurde z. B. herausgearbeitet,
dass das Zusammenspiel von
Stadt und See den Bürgern wich­
tig ist, und es wurden Maßnah­
men wie etwa Überbrückungs­
rampen hin zum See entwickelt.
Die Erfahrungen wurden doku­
mentiert und kommen jetzt in
Salzburg zur Anwendung, wo im
projekt rauchmühle ein neuer
Stadtteil mit 240 wohnungen ent­
steht. „wir glauben, es geht
schneller weiter, wenn man die
ideen und Ängste früher ein­
fängt“, sagt Ölz.
Schluss mit lustig
wann aber ist Schluss? UBM­Vor­
stand Stadler: „wenn der Anrai­
ner selbst bestimmen kann, wie
groß das Fenster im haus gegen­
über sein darf, dann ist die parti­
zipation zu weit gegangen.“
40 |
Businesstalk
wirtschaftsblatt.at
Mittwoch, 8. April 2015
Redaktion Alexander Pfeffer
alexander.pfeffer@wirtschaftsblatt.at
PRÄSENTATION
Beigestellt
Vorne (v. l.):
Designer Riccardo
Manente, Model
Laura, die StieglEigentümer Alessandra und Heinrich Dieter Kiener.
Hinten (v. l.): Model Franz, OdloGeschäftsführer
Oliver Schwenk
und Model Mat.
Kollektion
zum Anstoßen
SAlZBUrG. Von Blusen und Bier sowie hosen und
hopfen: Die Stiegl-Eigentümer Alessandra und heinrich Dieter Kiener hatten in ihr Brauwelt-Museum geladen, um die erste Modekollektion des Unternehmens
vorzustellen. „wir wollen Menschen verwöhnen –
jetzt eben auch mit schönen Kleidungsstücken“, erklärte Alessandra Kiener. Mit dabei waren u.a.:
Designer riccardo Manente, odlo-Geschäftsführer oliver Schwenk, Barclay-Österreich-chefin ingrid Steinlechner und
landtagspräsidentin Brigitta pallauf.
ERÖFFNUNG
Dänisches
Schuh-Design
SAlZBUrG. Ein Stück Skandinavien in der Salzburger
Altstadt: Mit einem großen Fest wurde das neue Geschäft des dänischen Schuh- und lederlabels Ecco eröffnet. Franchisepartner und Store-Manager Mario hötzendorfer begrüßte u.a. Sacher-Salzburg-Direktorin
Armie-Angelique lassiwe, Stadtbaumeister thomas wagner, Aenea-Schmuck-repräsentantin
lidwine clary und Aldringen, immo-Entwickler carlo weichselbaumer und
Second-Glam-organisatorin Andrea Kriechhammer.
Kolarik
Die beiden Gastgeber Mario (l.)
und Christine
Hötzendorfer feiern mit Matthias
Reichwald, EccoDACH-Geschäftsführer, die StoreEröffnung.
pm1
Zaltech baut
neue Zentrale
SALZBURG. Zaltech hatte
zum Spatenstich für seine
neue Firmenzentrale
geladen. Der Salzburger
Gewürzhersteller baut auf
das Know-how des Projektmanagementbüros pm1.
Bis Ende 2016 will ZaltechEigentümer Helmut Gstöhl
in den „hypermodernen
Neubau“ umsiedeln.
Ihr Event ist unser Business
Ein rundes Jubiläum, das Ihr Unternehmen feiert, eine festliche
Präsentation, zu der Sie Business-Partner laden, oder ein Galaabend,
der mit hochkarätigen Gästen über die Bühne geht: Halten Sie uns auf
dem Laufenden, schicken Sie uns Informationen und mailen Sie uns!
regionaltalk@wirtschaftsblatt.at
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