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Entwicklungsberatung
unter dem
Aspekt der Lebensspanne
Herausgegeben von
Jochen Brandtstädter
und
Horst Gräser
Mit Beiträgen von
Günter Aschenbach . Jochen Brandtstädter
Horst Gräser . Friedrich E Heil
Reinhard Hilke . Ernst-H Hoff
Peter Kastner . Ursula Lehr
Leo Montada . Rolf Oerter
Hellgard Rauh . Rainer K Silbereisen
Karl Heinz Wiedl
.
.
.
Verlag für Psychologie . Dr C. J. Hogrefe
.
Göttingen Toronto . Zürich
Rodeheaver, D. & Datan, N., 1981. Making it: The dialectics of middle age. In: Lerner, R. M. &
Busch-Rossnagel, N. A. (Ed.), Individuais as producers of their development. A life-span
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Kapitel 9
.
Rollins, B. C. & Galligan, R., 1978. The developing child and mantal satisfaction of parents. In:
Lerner, R. M. & Spanier, G. B. (Ed.), Child influences on marital and family interaction: A
life-span perspective. New York: Academic Press, p. 71-106.
Berufliche Entwicklung und Entwicklungsberatung1»
Rossi, A. S., 1980. Aging and parenthood in the middle years. In: Baltes, P. B. & Brim, O. G., Jr.
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Ernst-H. Hoff
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9
Journal of Orthopsychiatry 51,4-28.
Schneewind, K. A., 1983. Konsequenzen der Erstelternschaft. Psychologie in Erziehung und
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Schneewind, K. A., Beckmann, M. & Engfer, A., 1983. Eltern und Kinder. Umwelteinflüsse auf
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Reiss, I. L. (Ed.), Contemporary theories about the family. Vol. 1. New York: The Free Press.
p 127-161.
.
1 Einleitung
.
Zu Beginn sollen die hier synonym verwendeten Begriffe berufliche Entwicklung" und berufliche Sozialisation" erläutert werden. Vor dem Hintergrund dieser
knappen Bestimmung des Gegenstandsbereiches wird dann der Aufbau des folgenden Beitrags skizziert. Der Entwicklungsbegriff beschränkt sich nicht nur organismisch auf die innere Dynamik der Person wobei eine soziale, aktiv Einfluß nehmende, ihrerseits dynamische Umwelt ausgeblendet bliebe Auf der anderen Seite
,
.
wird der Sozialisationsbegriff längst nicht mehr in soziologischer Analogie zu einem
psychologisch-mechanistischen Verständnis von Reiz-Reaktions-Verknüpfungen als
bloße Anpassung des Individuums an Rollen Normen oder sozialstrukturelle Vorgaben insgesamt verwandt, wobei dann die Person in ihrer Eigenart, mit ihrer
inneren Dynamik und als aktiv handelnde aus dem Blick geriete Beide komple,
.
mentär erweiterten Begriffe fallen vielmehr in einer Sichtweise zusammen
,
die man
als interaktionistisch oder dialektisch charakterisieren kann: Die Person läßt sich
immer zugleich als Objekt und Subjekt ihrer Umwelt betrachten
.
Präzise könnte
man also Sozialisation als Entwicklung von Wechselwirkungen zwischen inneren
und äußeren Prozessen bezeichnen.
Das gilt auch für die berufliche Entwicklung
,
die hier als Sozialisation während
der Tätigkeit im gesellschaftlichen Beschäftigungssystem verstanden wird: Der gesellschaftliche Produktionsprozeß bestimmt zwar unmittelbar das Leben aller Erwachsenen; und als erwerbstätige Einzelpersonen sind sie immer Zwängen innerhalb von Arbeitsmärkten Branchen, Betrieben oder anderen Institutionen im Beschäftigungssystem ausgesetzt. Gleichwohl wäre es irreführend wollte man Sozia,
,
lisation als Prozeß einer ausschließlich einseitigen Determination des Individuums
begreifen. Deshalb wird hier nicht wie üblich von Sozialisation durch Arbeit
,
son-
dern von Arbeit als Sozialisation oder von Entwicklung im Beruf gesprochen Denn
selbst dann, wenn z. B. Formen der Produktion und betrieblichen Arbeitsteilung
individuell und kurzfristig gar nicht veränderbar erscheinen können sehr restriktive Anforderungen am einzelnen Arbeitsplatz häufig noch unterlaufen werden
Auch bei der beruflichen Sozialisation gilt also: Die Person ist immer zugleich
Objekt und Subjekt ihrer Arbeitsumwelt. Damit wird keineswegs der dominierende
.
,
.
Einfluß von sozialstrukturellen Faktoren auf das einzelne Individuum und seine
"
Hans-Uwe Hohner und Wolfgang Lempert möchte ich für Hinweise bei der Abfassung dieses
Beitrags danken. Wesentliche Teile stammen aus einem ausführlicheren und thematisch anders
akzentuierten Text (Hoff 1983).
132
133
Umwelt in Abrede gestellt. In Industriegesellschaften bilden sich mit fortschreitender Mechanisierung der Tätigkeiten und Verwissenschaftlichung der Arbeitsorganisation sehr differenzierte Formen der Arbeitsteilung und sehr unterschiedliche
Arbeitsbedingungen heraus. Diese sozialstrukturelle Differenzierung zwingt bei
interaktionistischer Sichtweise zu einer entsprechend differentiell-psychologischen
Perspektive. Berufliche Entwicklung bzw. Sozialisation bezieht sich also auf inter-
der Bildungskarriere muß auch der zum Teil nicht intendierte Einfluß elterlicher
Arbeitserfahrungen auf die schulische Sozialisation ihrer Kinder in Rechnung
gestellt werden. Verstärkend oder bisweilen im Kontrast dazu entfalten dann die
Institutionen des Bildungssystems ihre eigenständige Wirkung Ohne behaupten zu
individuelle Unterschiede in der Persönlichkeit Erwachsener und deren Entwicklung in
die Sozialisations-
Wechselwirkung mit (d. h. als Folge und immer auch zugleich als Ursache von) differen-
aus den Imperativen des Beschäftigungssystems ergeben Das gilt vor allem für die
tiellen Arbeitsplätzen und Berufsverläufen.
Mit dieser Definition von Sozialisation während des Erwerbslebens werden vor-
und w cÄberufliche Prozesse ebenso ausgegrenzt wie Sozialisationsprozesse ohne
eine institutionell geregelte Erwerbstätigkeit. Die Arbeitswelt ist allerdings im gesamten Lebenslauf von großer Bedeutung, also auch für die Sozialisation in Familie
und Schule, im Ruhestand oder in Phasen von Arbeitslosigkeit. Darauf wird im
nächsten Abschnitt (9.2) hingewiesen. Für die hier im Vordergrund stehende Phase
,
.
wollen
,
daß hier jegliche individuelle Entwicklung ganz gezielt und nur mit Rich-
tung auf die spätere Berufstätigkeit verläuft
muß doch betont werden wie sehr sich
,
,
Selektions- und Legitimationsfunktionen des Bildungssystems
,
.
berufliche Ausbildung z. B. im dualen System von Berufsschule und Lehre
,
.
Die
Vorstellung es handele sich dabei nur noch um die Vermittlung ganz spezifischer
Arbeitsqualifikationen erscheint nicht haltbar. Auch gesellschaftliches Bewußtsein
und allgemeine Persönlichkeitsmerkmale entwickeln sich hier - im offenen und
,
,
heimlichen" Lehrplan von Schule und Lehre - berufsbezogen in unterschiedlicher
Weise weiter (Mayer et al. 1981; Kärtner et al 1983).
.
der eigentlichen Erwerbstätigkeit ist neuerdings von einem Bedeutungsverlust der
Arbeit die Rede. Nach einigen Bemerkungen zu dieser These werden dann empirische Studien zur beruflichen Entwicklung bzw. Sozialisation im eben definierten,
engeren Sinne vorgestellt (9.3). Aus der Darstellung von Ergebnissen, Problemen
und Desideraten empirischer Forschung lassen sich schließlich Forderungen und
Vorschläge für Entwicklungsberatung (9.4) ableiten.
92
.
.
2 Sozialisation im Ruhestand und bei Arbeitslosigkeit
Die Bedeutung von Arbeit und Beruf wird nicht nur beim einschneidenden Über
-
gang in die Lehre oder in die eigentliche Erwerbstätigkeit sichtbar (zum Prozeß der
Berufsfindung vgl. Heinz et al 1979, 1980, 1981), sie zeigt sich auch dann
.
,
wenn die
Erwerbstätigkeit fortfällt: nämlich beim Übergang in den Ruhestand und bei
9
2 Zur Bedeutung von Arbeit und Beruf im Lebenslauf
.
Arbeitslosigkeit. Die Sozialisation nach der Arbeit wird weiterhin durch die frühere
berufliche Tätigkeit mitbestimmt Interindividuelle Unterschiede können gerade
dann zutage treten wenn es gilt, den weniger stark vorstrukturierten Alltag im
.
,
92
.
.
1 Sozialisation vor der Erwerbstätigkeit
Bereits in der Familie wird für Kinder die Arbeitssphäre wichtig. Alltägliche
berufliche Erfahrungen der Eltern bestimmen unmittelbar auch deren Erziehungseinstellungen und Erziehungshandeln (z. B. Kohn 1969; Grüneisen & Hoff 1977;
Steinkamp & Stief 1978). Weiter bestimmt die Stellung der Eltern im gesellschaftlichen Produktionsprozeß maßgeblich die gesamte materielle und soziale Lage der
Ruhestand selbst zu strukturieren
Die Gestaltung der nun fast völlig freien" Zeit
wird u. a. von unterschiedlichen Planungskompetenzen bestimmt wie sie zuvor im
Beruf in entsprechend unterschiedlicher Weise gefordert wurden (Abraham & Hoe
felmayr-Fischer 1982) Angemerkt sei noch, wie sehr bereits die Alltagssprache auf
die Strukturierung individueller Alltags- und Lebenszeit durch die Arbeitssphäre
.
,
-
.
verweist: Begriffe wie Frei"-zeit, Privat"-leben Ruhe"-stand, aber auch solche
wie Feierabend Wochenende, Urlaub, Renten- und Pensionsalter usw. beziehen
,
,
Familie. Dies beeinflußt in Wechselwirkung mit subkulturell tradierten DeutungsErfolg" oder Aufstieg", kindliche Entwicklung.
mustern, z. B. zu Leistung
erst ihren Sinn aus dem gesellschaftlich institutionalisierten Gegenteil
Kinder können zwar umgekehrt auch auf ihre Eltern Einfluß nehmen, seltener
Arbeitslosigkeit in der Regel mehr als nur den Übergang von einer gesellschaftlich
"
,
jedoch auf deren Berufsverlauf und schon kaum oder gar nicht auf die soziale und
materielle Lage der Familie. Insofern kann man hier noch am ehesten die Sozialisation vor dem Erwerbsieben als Sozialisation der Kinder durch Arbeit bzw. Beruf
der Eltern bezeichnen.
Mit zunehmendem Alter gewinnt der antizipatorische Charakter von Sozialisa-
tion für Arbeit und Beruf an Gewicht. In der Schulwahl schlagen sich zwar noch
elterliche Arbeitserfahrungen nieder (Fröhlich 1978). Dasselbe gilt für die Wahl der
Berufsausbildung (Ibrahim 1979). Dabei verlängern Eltern jedoch gedanklich eigene
Erfahrungen bereits in die berufliche Zukunft ihrer Kinder. Neben solchen Prozessen einer zum Teil intendierten Beeinflussung, etwa an entscheidenden Nahtstellen
134
.
Anders als der
normale
"
und subjektiv antizipierbare Ruhestand bedeutet
organisierten zu einer nicht derart geregelten instituionell oder betrieblich vor,
gegebenen Tätigkeit. Im Lebenslauf entsteht statt dessen meistens eine nur negativ
empfundene Zeit mit Ungewissem Ausgang Sie kann schlagartig biographische Diskontinuität bzw. umgekehrt die Bedeutung von Arbeit und Beruf für die Kontinui.
tät des gesamten Lebenslaufes ins Bewußtsein rücken Im Anschluß an die klassische
Studie von Jahoda Lazarsfeld & Zeisel (1960) weisen alle Untersuchungen zur
Arbeitslosigkeit übereinstimmend darauf hin wie häufig sich diese Sozialisation
.
,
,
ohne Arbeit als psychopathologische Persönlichkeitsentwicklung oder Identitätsdeformation beschreiben läßt (vgl z. B. Frese & Mohr 1978; Wacker 1978) Arbeit
.
.
in ihrer gesellschaftlich institutionalisierten Form dient nicht bloß der individuellen
135
materiellen Reproduktion, sondern sie hat auch psychisch existentiellen, identitätsund sinnstiftenden Charakter im gesamten Lebenslauf.
denheit" (vgl. Bruggemann Groskurth & Ulich 1975) - wobei diese kaum von
,
Arbeitsmoral",
Arbeitsmotivation" und damit von Persönlichkeitskonstrukten
"
sowie von einer generellen mental health unterscheidbar erscheint. Je nach situa92
.
.
tionsspezifischer oder globaler Operationalisierung, je nach mehr soziologischem
oder mehr psychologischem Interesse werden Zufriedenheitsmessungen entweder
3 Zur These vom Bedeutungsverlust der Arbeit
als Indikatoren der externen Situation oder der Person behandelt. Exakter wäre es
Wie verträgt sich nun aber eine derart weitreichende Aussage über die subjektive
Relevanz von Arbeit bzw. Beruf mit folgenden Forschungsrichtungen: mit Studien
zur instrumentell-gleichgültigen Einstellung etwa gegenüber bestimmten Formen
von Industriearbeit (Goldthorpe et al. 1969), mit der These vom Schwinden einer
jedoch, sie als Interaktionsmessungen zu begreifen (Kasl 1974) in denen sich objektive Arbeitsbedingungen mit Persönlichkeitsbedingungen in einer Weise ver,
"
spezifischen Arbeitsethik, oder schließlich mit Untersuchungen zur Frage, ob
mischen, die empirisch nur selten entwirrt wird.
In die folgende schematische Ubersicht (Tabelle 1) sind nur Studien zum Zusammenhang von Arbeitswelt und Persönlichkeitsdimensionen aufgenommen worden
Arbeit nicht in höchst unterschiedlichem Ausmaß zentrales Lebensinteresse sei
(z. B. Dubin & Champoux 1975; vgl. auch Udris 1979)? Neuere Argumente gegen
die sich nicht auf eine sehr kleine, spezifische Personen- oder Merkmalsstichprobe
beschränken (zum ausführlichen Uberblick vgl. Hoff, Lappe & Lempert 1982; Frese
solche Thesen und Forschungsrichtungen stammen vor allem aus Studien
1983; Hoff 1983).
"
zur
Frauenerwerbstätigkeit. Es lassen sich Belege dafür anführen, daß selbst dort, wo die
restriktivsten Arbeitsbedingungen anzutreffen sind - d. h. besonders an Frauenarbeitsplätzen (Lappe 1981) - Arbeit nicht bloß wegen des Lohnes als bedeutsam
erlebt wird. Auch bei Akkordarbeiterinnen finden sich innerhalb der insgesamt
ambivalenten Erfahrungen noch Identifikationen mit dem Arbeitsinhalt (BeckerSchmidt 1980). Im übrigen ist der Befund einer Gleichgültigkeit gegenüber der
Arbeit oder der eines mangelnden Interesses am Beruf besonders bei äußerst restriktiven Arbeitsbedingungen vielleicht am plausibelsten folgendermaßen zu interpretieren: Das Eingeständnis, daß die eigene Arbeit als negativ und belastend empfunden wird, käme angesichts der besonders mit dem Arbeitsbegriff verbundenen Ideo-
logie vom Individuum als seines eigenen beruflichen Glückes Schmied einer indi-
viduellen Schuldzuschreibung gleich. Anstelle des allzu einfachen Schlusses
von
für die
einer gleichgültigen Einstellung auf eine mangelnde Relevanz der Arbeit
persönliche Entwicklung drängt sich geradezu die gegenteilige Schlußfolgerung auf:
Diese Einstellung kann auch als Beleg dafür gelten, wie sehr angesichts spezifischer
Arbeitsbedingungen individuelle Abwehr- und Bewältigungsstrategien erforderlich
werden. Von ihrer psychischen Funktion her kann sie sogar selbst als Teil und
Manifestation einer solchen Bewältigungsstrategie begriffen werden, die mehr oder
minder bewußt eingesetzt wird.
,
Längsschnitt- sind gegenüber Querschnittstudien in der Minderzahl In beiden
Typen von Untersuchungen und ungeachtet der höchst unterschiedlichen Dimen.
sionierung von Studie zu Studie ist jedoch die Ergebnisrichtung auffallend konsi-
stent und kann aus der Übersicht abgelesen werden: Geringe Restriktivität in all
,
"
,
,
.
om-
men werden. Neben globalen Indikatoren von Arbeit bzw Beruf werden besonders
das Qualifikationsniveau und die Komplexität der Aufgabeninhalte berücksichtigt.
.
Auffallend häufig sind daneben solche Merkmale repräsentiert
Sammelkategorie
,
die man unter die
objektive Kontrollmöglichkeiten" und Selbständigkeitsanfor-
derungen" subsumieren könnte und die häufig
,
aber nicht immer dem Arbeits,
ablauf und den konkreten Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz zuzurechnen sind
,
mit emotional-motivationalen und/oder kognitiven verknüpft
.
der Übersicht werden die Studien nur in den Feldern angeführt
.
.
Sozialisation während des Erwerbslebens
.
In unterschiedlicher Weise werden nun diese Merkmale mit psychologischen
Dimensionen
93
en
Dimensionen des Arbeitsplatzes und Berufes (Zeilen) korreliert positiv mit den
Ausprägungsformen von psychologischen Dimensionen (Spalten) die gemeinhin als
positiv gelten. Die entwicklungspsychologische, oft nicht explizierte Unterstellung von Querschnittstudien - daß nämlich psychische Entwicklung in Zusammenhang mit kontinuierlich gleichbleibender zu- oder abnehmender beruflicher
Restriktivität zu begreifen sei - scheint durch die entsprechenden gleichgerichteten
Ergebnisse der Längsschnittstudien gestützt zu werden Die Schwerpunkte in den
einzelnen Dimensionsbereichen und die Ergebnisse dazu können Tabelle 1 entn
meiner Einschätzung - wichtigsten Resultate vorliegen
.
In
wo ihre - nach
Bemerkenswert ist auch
,
hier ein eigenständiger Bereich von Dimensionen die gleichfalls unter eine inhaltlich gemeinsame Kategorie nunmehr von subjektiven Kontrollvorstellungen"
,
93
.
1 Zum Zusammenhang von Arbeit und Persönlichkeit
.
subsumiert werden können und die nicht eindeutig dem Bereich emotionaler,
kognitiver oder sozialkognitiver Fähigkeiten zugeordnet werden können obwohl
,
Mit der eben angeführten Interpretation soll nicht die Ebene von Einstellungen
mit der von Persönlichkeitsmerkmalen gleichgesetzt werden. Wie schwierig allerdings eine präzise Abgrenzung zwischen Einstellungs- und Persönlichkeitsdimensionen ist, zeigt sich in Studien zur Phase der eigentlichen Erwerbstätigkeit besonders
natürlich jeweils große Affinitäten bestehen Von den wenigen deutschen Unter.
suchungen erscheinen eine ältere von Schleicher (1973) sowie neuere von Jurkuhn
(1978) und Hohner & Walter (1981) erwähnenswert.
deutlich. Hier existiert eine schwer überschaubare Forschung zur Arbeitszufrie136
137
Tabelle 1: Übersicht über empirische Studien zu
PSYCHOLOGISCHE
EMOTIONAL-MOTIVATIONAL
mental health
Arbeit, Freizeit und Persönlichkeitsentwicklung
DIMENSIONSBEREICHE
KOGNITIV
"
-
-
-
intrinsische Motivation
-
-
psychometrische Intelligenz
UND DES ARBEITSPLATZES
-
-
-
(internaler)
Locus of Control
-
-
INDIKATOREN AUS DEM
FREIZEITBEREICH3
-
(geringe) Entfremdung
(hohe) Bewertung von
-
-
Zeitbudgets
Handeln/Aktivitäten
Freizeitzufriedenheit
Autonomie
(keine) Depressivität
aktive Orientierung usw.
GLOBALE INDIKATOREN
-
-
intellektuelle Flexibilität
(Berufszufriedenheit)
(positives) Selbstbild
Selbstvertrauen
DIMENSIONEN DES BERUFES
KONTROLLDIMENSIONEN2
Andrisani & Nestel 19761
Rudas 1971
beruflicher Status/Berufsgruppe
Rousseau 1978
Einkommen o. ä.
Miller &Weiss 1982
DIMENSIONEN DES ARBEITSINHALTS
-
.
-
Umgang mit Personen, Symbolen, Sachen
Kohn 1971, 1976
Hohner & Walter 1981
Gardell 1971 ...
Schleicher 1973
Jurkuhn 1978
Kornhauser 1965
Karasek 19791
Kohn & Schooler 19821
Kohn & Schooler 19821
Brousseau 19761
Hackman & Lawler 1971
Kohn 1971, 1976
Kohn 1971 1976
Kontrollspielraum
Brousseau 1976
Kohn 1971, 1976
Kohn 1971
Selbständigkeitsanforderungen,
Verantwortung
zeitliche und räumliche Dispositionschancen
soziale Beziehungen
Belastungen (mögliche Eigenkontrolle)
Arbeitsplatzsicherheit
Hackman & Lawler 1971
Mortimer & Lorence 19791
Gardell 1971
Kornhauser 1965
Karasek 19791
Kohn & Schooler 19821
Kohn & Schooler 19821
Meissner 1971
Hohner & Walter 1981
Jurkuhn 1978
Torbert & Rogers 1973
Qualifikationsniveau
Komplexität/Vielfalt
Problemhaltigkeit der Arbeitsinhalte
Torbert & Rogers 1973
,
DIMENSIONEN DER ARBEITSFORMEN
-
-
-
-
-
Anmerkung: Einige Arbeiten behandeln auch andere Dimensionen als diejenige, in der sie notiert wurden.
Die Arbeit von Kohn & Schooler (1982) behandelt zum Beispiel alle aufgeführten Dimensionen des Arbeitsinhalts und der Arbeitsformen. Außer den Arbeiten, die sich auf Kon-
trollspielraum etc. beziehen, behandeln die anderen zu den Dimensionen der Arbeitsformen genannten Arbeiten ebenfalls alle dort aufgeführten Dimensionen.
"
138
,
Karasek 19791
1976
1 In diesen Fällen handelt es sich um Längsschnittstudien
,
in allen anderen Fällen um
Querschnittstudien.
2 Vgl. den ausführlicheren Überblick bei Hohner (1984).
3 Vgl. den ausführlicheren Überblick bei Hoff (1984).
139
93
.
.
9 3 3 Zum Verhältnis von Arbeit und Freizeit
2 Einige Anmerkungen zu Forschungsproblemen
.
.
Wenn hier vom Verhältnis von Arbeit und Freizeit die Rede ist so sind damit
,
Die Konsistenz in der Ergebnisrichtung der empirischen Studien rechtfertigt es,
daß überhaupt generell von Beziehungen zwischen unterschiedlichen Arbeitsbedingungen und differentieller Persönlichkeitsentwicklung gesprochen werden kann.
Die gefundenen Zusammenhänge sind jedoch in der Regel relativ schwach. Trotz
der dimensionalen Vielfalt bleibt also eigentlich offen, wie diese Zusammenhänge
im einzelnen beschaffen sind und wie sich berufliche Entwicklung genauer als
Wechselwirkungsprozeß beschreiben läßt. Das führe ich auf folgende Probleme
bisheriger Forschung zurück:
(a) Auf der Seite der Arbeitsaspekte werden überwiegend subjektive Perzeptionen
der Betroffenen, also Arbeitserfahrungen erfaßt und zum Teil fälschlich als Arbeitsbedingungen ausgegeben. Es fehlen Fremdbeobachtungen und systematisch vergleichende Analysen von Arbeitsplätzen. In der Deskription dieser objektiven Seite
"
ist gerade der deutsche Forschungsstand weitaus fortgeschrittener als der internationale. Das gilt einmal für eine psychologisch-handlungstheoretisch orientierte
Arbeitsanalyse (im Anschluß an Hacker 19782; vgl. Volpert et al. 1983) und dann
vor allem für die arbeits- und industriesoziologischen Beiträge zur Unterscheidung
komplexer Arbeitsumwelten (z. B. Kern & Schumann 1970). Die Anwendung
dieser Ansätze verspricht nicht nur für die künftige Forschung zur beruflichen
Sozialisation, sondern auch für eine künftige Praxis von Entwicklungsberatung
Gewinn (vgl. 9.4.1).
(b) Die Dimensionierung im Bereich Arbeit bzw. Beruf weist keinen theoretischsystematischen Bezug zu der im Bereich Persönlichkeit auf. Anstelle einer ganzheitlichen Erfassung berufstypischer Merkmalsmuster werden oft Merkmale erfaßt,
deren berufsbiographische Reichweite unklar oder heterogen erscheint und deren
interner Zusammenhang zum Teil ungeklärt bleibt. Auch in Längsschnittstudien
werden Momentaufnahmen zu zwei oder mehr Meßzeitpunkten, nicht jedoch prozeßbegleitende Beschreibungen berufsbiographisch kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Verläufe vorgelegt.
(c) Die Dimensionierung im Bereich Persönlichkeit ist allzu traitpsychologisch
orientiert, d. h. es fehlt hier ein theoretisch-systematischer Bezug zur Arbeitsumwelt. Auch wenn Plastizität von Persönlichkeit im Zusammenhang mit unterschiedlichen Berufsverläufen untersucht werden soll, so zeigt sich häufig in der weit-
gehend situations- und kontextfreien Operationalisierung gleichwohl ein statisches
Konzept relativ stabiler, d. h. kaum beeinflußbarer Eigenschaften. Hier könnte die
Hauptursache für die in der Regel allzu niedrigen Korrelationen mit Arbeitsmerkmalen liegen.
(d) Erwähnt sei schließlich die bekannte Problematik der kausalen Interpretation
korrelationsstatistischer Befunde. In den meisten Studien geht es nicht um Interaktionen, sondern es dominiert das Verständnis einer einseitigen Determination
von Persönlichkeit
durch
"
Arbeit.
Von dieser summarischen Kritik muß
ausdrücklich die Längsschnittstudie von Kohn & Schooler (1982) ausgenommen
werden, in der nicht nur Arbeitsplatz- und Personmerkmale besonders detailliert
erfaßt, sondern auch in ihrer reziproken Beziehung analysiert werden.
140
genaugenommen die Bezeichnungen zwischen individuellen Erfahrungen oder Verhaltensweisen in beiden Lebenssphären gemeint Untersuchungen dazu sind eben.
falls in Tabelle 1 angeführt (letzte Spalte; zur ausführlicheren Darstellung vgl
.
Ulich
& Ulich 1977; Hoff 1984). Sie bestätigen fast durchgängig die Spillover"-Hypothese gegenüber der Kompensations"-Hypothese. Das heißt: The long arm of the
job - so der Titel der bekannten Studie von Meissner (1971)
greift auch auf die
"
-
außerberuflichen Lebensbereiche über. Aktives vielfältiges Freizeithandeln und
Freizeitzufriedenheit finden sich vor allem bei Personen die ihre Arbeit als wenig
,
,
restriktiv erfahren. Umgekehrt geht die Erfahrung starker Restriktivität mit stärker
rezeptivem, eingeschränktem Freizeitverhalten einher Gleichgültig, ob man eine
einseitige Determination von Freizeithandeln durch Arbeitserfahrungen oder von
Arbeitshandeln durch Freizeiterfahrungen oder aber eine ständige reziproke Interaktion unterstellt - in entwicklungspsychologischer Perspektive wird der Verweis
auf Persönlichkeitsmerkmale bzw. generalisierte Handlungsstrategien theoretisch
erforderlich. Das gilt im übrigen auch dann wenn die Kompensationsthese bestätigt
wird (Miller & Weiss 1982). Kompensation der als restriktiv empfundenen Arbeit
durch eine aktiv ausgestaltete Freizeit kann auch als Bewältigungsstrategie inter.
,
pretiert werden.
Nun gibt es allerdings Studien, die scheinbar keine Beziehungen zwischen Arbeit
und Freizeit erbringen. Auch in der Mehrzahl der deutschen Untersuchungen (zuletzt z. B. bei Hecker & Grunwald 1981) werden Nullkorrelationen zwischen Verhaltens- und Erfahrungsindikatoren im Arbeits- und Freizeitbereich zunehmend als
Bestätigung einer eigenständigen sogenannten Neutralitäts Hypothese gewertet.
"
-
,
Dabei handelt es sich meiner Meinung nach jedoch um ein Forschungsartefakt
(Hoff 1984): Der Gedanke einer völligen Neutralität bzw. Unabhängigkeit von
Gefühlen, Gedanken oder Handlungen desselben Individuums in seinen zwei
Hauptlebensbereichen erscheint theoretisch - zumindest im Rahmen eines persönlichkeitspsychologisch-interaktionistischen Paradigmas - weder plausibel noch begründbar. Insofern erübrigt sich bereits die Frage der empirischen Verifikation oder
Falsifikation. Daß es objektiv voneinander völlig unabhängige Handlungs w/örderungen an ein- und dasselbe Individuum in seinen Hauptlebensbereichen gibt
bleibt damit völlig unbestritten. Je stärker Arbeit und Freizeit gegeneinander abgegrenzt sind und je stärker die erfahrene Arbeitsrestriktivität ist, desto plausibler
"
,
wird allerdings eine naive Theorie von Neutralität" bei den betroffenen Personen
-
etwa nach dem Motto: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps". Die Leug-
nung tatsächlich vorhandener Beziehungen der Wunsch oder der bewußte Versuch
die Zwänge des Arbeitsalltags im eigenen Denken Fühlen und Handeln nicht noch
in den freien" Privatbereich hinüberzutragen können im Sinne einer kompensatorischen Strategie von Abwehr und/oder Bewältigung interpretiert werden
Wenn also in etlichen Untersuchungen eine tatsächliche Neutralität konstatiert
,
,
,
,
.
"
wird
,
so läßt sich einwenden, daß hier lediglich die naive Theorie eines großen Teils
der Betroffenen durchschlägt die eigentlich im Sinne der Kompensationsthese zu
interpretieren wäre.
,
141
9
4 Forderungen und Vorschläge für Entwicklungsberatung
9 4
.
.
.
Was folgt nun aus dem bislang Gesagten für eine Entwicklungsberatung, wie sie
am Anfang dieses Sammelbandes als argumentative Vorbereitung entwicklungsbezogenen Handelns bestimmt worden war? Wenn man den Zusammenhang zwischen
differentiellen Arbeitsbedingungen und Persönlichkeitsentwicklung, der durch den
bisher skizzierten Forschungsstand als empirisch belegt gelten kann, als den wichtigsten Gegenstand auch von psychologischer Beratung begreift, dann heißt das:
Man kann zwar auf der objektiven" oder auf der subjektiven" Seite, auf der von
1 Ziele von personen,
Wenig restriktive Arbeitsumwelten konnten zuvor zwar global als persönlichkeitsfördernd bezeichnet werden. Die empirischen Studien vermitteln jedoch kein
deutliches Bild von einzelnen Arbeitsbedingungen und ihrem Zusammenspiel
Demgegenüber waren die Vorteile der detaillierten soziologischen Arbeitsanalysen
B. bei Kern & Schumann (1970) erwähnt worden. Dort fehlt jedoch ein stringen.
z
.
ter Subjektbezug und somit ein psychologischer Begriff von Restriktivität". Man
könnte nun Restriktivität oder objektive Kontrolle in einem ersten Schritt grob
"
Umwelten und Institutionen oder auf der des Individuums und seiner psychischen
definieren als das Ausmaß mit dem entweder Verhalten als Reaktion auf und
Entwicklung ansetzen; es geht dann jedoch immer um den erklärenden Bezug zur
Anpassung an die situativen Umstände erzwungen oder aber Handeln als deren
jeweils anderen Seite. Das setzt voraus, daß sich der Berater mit einem detaillierten
Wissen zu beiden interagierenden Seiten in den argumentativen" Beratungsprozeß
hineinbegibt. Seine psychologischen (auch seine arbeitspsychologischen) Kenntnisse
für sich sind also unzulänglich ohne ihren Bezug auf arbeits-, Industrie- und berufssoziologische Kategorien zur Analyse objektiv unterscheidbarer Arbeitsumwelten,
betrieblicher Produktionsprozesse, betrieblicher Personalstrategien, Arbeitsmärkte
usw. Mit dieser keineswegs trivialen Prämisse unterscheidet sich berufliche Ent
wicklungsberatung bereits von personenzentrierten Therapiekonzepten, da Empa-
,
Aus- und Umgestaltung ermöglicht wird. Ob die objektiven Möglichkeiten genutzt
werden, ist natürlich von den Kompetenzen einzelner Personen abhängig Komplexe Umwelten - hier spezifisch solche am Arbeitsplatz - lassen sich also danach
unterscheiden, inwieweit sie objektiv ihre eigene Veränderbarkeit durch die Sub.
jekte, also die Entfaltung interindividueller Unterschiede zulassen oder gar fordern
,
bzw. nur ein einziges Verhaltensresultat erzwingen (vgl Hoff 1981). Anstelle
des üblichen Verständnisses von objektiver Kontrolle" oder von Dispositionschancen im engeren Sinne als einer Arbeitsplatzdimension neben anderen ist hier
.
"
thie schwerlich das wissenschaftlich angeleitete Begreifen fremder Lebenswelten
ein übergreifender Aspekt gemeint
ersetzen kann.
aller einzelnen Arbeitsplatzdimensionen (Kern & Schumann 1970; vgl auch Lappe
1981) identifizieren läßt. Das Ziel von Maßnahmen zur Veränderung von Arbeitsumwelten und das Optimum beruflicher Karrieren - nämlich ein persönlichkeits-
Im folgenden werde ich mit der objektiven" Seite der Arbeitsumwelt beginnen
und hier aufzeigen, welche psychologische Bedeutung den soziologisch-deskriptiven
Dimensionen von Arbeitsplätzen zugemessen werden kann (9.4.1). Damit werden
zugleich Zielperspektiven für eine personenbezogene Veränderung von Arbeitsumwelten und Berufsverläufen aufgezeigt. Umgekehrt sollen dann Persönlichkeitskategorien kritisch auf die Art und das Ausmaß ihres Umweltbezuges untersucht
werden (9.4.2). Das kann hier nur exemplarisch für die Kontrolldimension geschehen, die sich in den zuvor genannten Studien zur Beschreibung beruflicher Entwicklung als zentrale Dimension bewährt hat. Damit werden zugleich Zielperspektiven
für eine umweltbezogene Entwicklung von Persönlichkeit aufgezeigt.
Derartig aufeinander bezogene Zielperspektiven müssen vom Berater a priori in
Beratungsdialoge mitgebracht werden - sei es, um damit zum Aufbau fehlender
Handlungsziele beim Klienten anzuregen, sei es, um Kriterien zur Beurteilung dort
vorhandener Ziele und zur Diagnose von Entwicklungsproblemen bereitstellen zu
können. Aus den oben genannten Studien zum Verhältnis von Arbeit und Freizeit
und aus der Kritik daran ergibt sich schließlich (9.4.3) eine unmittelbare Anknüpfung an das Desiderat einer bereichsübergreifenden Beratungsperspektive: Gerade
dann, wenn sich in der naiven Theorie von Klienten die äußerlich strikte Segmen-
tierung der Lebensbereiche widerspiegelt, könnte Beratung einer Integration von
beruflicher und privater Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft dienen.
,
der sich nun in einem zweiten Schritt innerhalb
.
fördernder, wenig restriktiver Arbeitsplatz der objektive Möglichkeiten zur Eigen,
kontrolle bzw. große Handlungsspielräume bietet - läßt sich damit zugleich nach
Teilzielen differenzieren:
(a) Zeitstruktur: Als Ziel ließe sich die eigene Kontrolle und Strukturierung der
Arbeitszeit nennen
die mit der externen Strukturierung (z. B. durch Zeitvorgaben
Stückzahlen usw.) abnimmt. Die Häufigkeit subversiver Techniken gegen Zeithetze, kollektive
,
,
Tricks" und
taktgebundener Arbeit spricht
möglichkeiten zu bedenken.
Kniffe" bei besonders restriktiver repetitiver und
hier besonders dafür auch kollektive Kontroll,
,
(b) Bewegungsraum: Der Handlungsw««? im wortwörtlichen Sinne ist naturgemäß
größer, je weniger die Arbeit ortsgebunden ist (z. B. an Maschinenteile, Maschinen,
einen Raum, die Abteilung die Halle usw.). Es liegt auf der Hand daß objektiv
,
,
mögliche Kontrolle über den eigenen Bewegungsraum besonders häufig aber nicht
immer, mit Eigenkontrolle über die Zeit sowie besonders mit der objektiv größeren
Chance einhergeht, Fremdkontrolle durch Vorgesetzte zu vermeiden aber zugleich
selbst soziale Kontakte zu Kollegen aufzunehmen
(c) Soziale Beziehungen: Hier sind gewöhnlich Beziehungen zwischen Kollegen gemeint, die über die gemeinsame Arbeit gestiftet werden Geringe Restriktivität als
,
,
.
.
Zielvorstellung bedeutete hier die objektive Chance zur Aufnahme und Strukturierung sozialer Kontakte - auch informeller Kontakte die nicht unmittelbar an die
notwendige gegenseitige Hilfeleistung den notwendigen Austausch von Wissen und
,
,
Problemlösungen gebunden sind. Bemerkenswert ist die enge Verbindung zu der
142
143
Form sozialer Kontrolle, die üblicherweise getrennt von dieser Dimension Koope-
Arbeitsplätze untereinander sowie in ihrem berufstypischen Ablauf hinsichtlich
behandelt wird: die Überwachung der Arbeitsausführung durch Vorgesetzte.
Horizontale Kooperation, etwa in Akkord-Kolonnen, eröffnet meist zugleich kollektive objektive Handlungschancen gegenüber einer Fremdkontrolle auf vertikal-
komplizierter Muster der dimensional unterschiedlichen Restriktivität zu ver-
gleichen. Schließlich wird es möglich, individuelle Zielpräferenzen in derartigen
Vergleichsprozessen zu entwickeln und sie dann mit den realen Möglichkeiten
hierarchischer Ebene.
abzustimmen.
"
ration
(d) Verantwortung vs. Fremdkontrolle: Hier handelt es sich um den Dimensionsbereich, der gewöhnlich unter das Etikett Kontrolle" in einem eingeschränkten
Sinne fällt. Dabei geht es um die Überwachung der Ausführung der Arbeitsaufgabe
an sich (sozial, durch Personen oder aber auch durch Maschinen, Stechuhren, organisatorische Regelungen etc.) und/oder um betriebliche bzw. institutionelle Konformitätsanforderungen. Die Zielvorstellung geringer Überwachung kann auch in
"
totalen
Institutionen noch sinnvoll bzw. ansatzweise realisierbar sein. Auch
94
.
2 Ziele von umweltbezogener Persönlichkeitsentwicklung
.
Wie zuvor konstatiert (9.3.2), mangelt es statischen traitpsychologisch orientierten Ansätzen in der Persönlichkeitspsychologie an einem Umweltbezug d. h. sie
,
,
tragen der eben beschriebenen dimensionalen und situativen Vielfalt von Anforde-
dann, wenn Überwachung überaus perfektioniert erscheint, ist individuelle oder
kollektive Eigenkontrolle, z. B. wiederum in subversiver Form, häufig doch noch
möglich. Und umgekehrt stößt die Kontrolle über Personen, Maschinen, Material
oder Organisationsformen selbst auf externe Widerstände, objektive materielle
rungen und Handlungsmöglichkeiten in synchroner wie diachroner Perspektive
nicht Rechnung. Das gilt auch für die Dimension des Locus of Control" (Rotter
1966). Da an dieser Stelle nicht alle im Zusammenhang mit Arbeit interessierenden
Konzeptionen und Persönlichkeitsdimensionen erörtert werden können (zum
Grenzen, Sach- und Systemzwänge.
(e) Qualifikationsanforderungen: In diesem ausschließlich auf den Arbeksinhalt ge-
Überblick Lempert, Hoff & Lappe 1979)
richteten Dimensionsbereich ist der handlungstheoretischen Deskription (Volpert
et al. 1983) nichts hinzuzufügen: Das Ziel einer möglichst hohen Eigenkontrolle
heißt hier, daß Personen nicht bloß über Teilziele, Mittel und Wege, sondern auch
über Gesamtziele ihrer Arbeit die Entscheidungsbefugnis haben. Objektiv externe,
stark einseitige Determination bedeutet demgegenüber, daß nichts gefordert wird,
was über sensumotorische Fertigkeiten hinausgeht. Die realen Anforderungen liegen meist zwischen diesen Extremen.
,
soll auf diese Dimension, die sich in den
referierten Studien als besonders wichtig erwiesen hat exemplarisch eingegangen
werden (ausführlicher Hoff 1982; Hoff & Hohner 1983; Hohner & Hoff 1983;
Hohner 1985). Zudem geht es hier um die individuelle Sichtweise von Restriktivität
,
bzw. Kontrolle, um die Überzeugung Subjekt oder Objekt der eigenen Umwelt zu
sein. In ihrer üblichen psychologischen Fassung erscheinen derartige Überzeugun,
gen jedoch allzu dichotom und deterministisch. Entweder - so wird unterstellt -
glauben Menschen daran, daß ihr Verhalten internal, durch die eigene Person, durch
Anlagen, Fähigkeiten, Anstrengungen usw. bestimmt sei oder man unterstellt ihnen
,
(f) Belastung/Beanspruchung: Das Schwergewicht bisheriger arbeitswissenschaftlicher Forschung liegt in diesem Dimensionsbereich und der darunter subsumierten
die externale bzw. fatalistische Überzeugung daß ihr Verhalten durch die Umwelt
Fülle diskriminierbarer Phänomene, wie z. B. Belastungen durch statische oder
dynamische Arbeit, Belastungen durch Umgebungsfaktoren wie Lärm, Hitze usw.,
geschöpft werden. Die spezifischen Merkmale einer Person, ihre Deutungsmuster
sei. Durchgängig gelten die internalen" gegenüber den externalen Kontrollüberzeugungen als erstrebenswert und damit als Ziel von Persönlichkeitsentwicklung
oder von psychologischer Intervention. Zur Legitimation könnte darauf hingewiesen werden, daß sich empirisch die internalen" Personen in der Regel auch als die
erfolgreichen, die aktiven, die zufriedenen die intrinsisch motivierten usw. identifizieren lassen. Nun soll hier nicht der Einwand geprüft werden daß sich in solchen
Kontaminationen positiver" Merkmalsausprägungen möglicherweise vor allem die
dominierende gesellschaftliche Ideologie widerspiegelt. Eine Bewertung bzw. Zielvorstellung in dieser Allgemeinheit läßt sich nicht aufrechterhalten wenn man den
konzeptuell mangelnden Umweltbezug herzustellen versucht. Angesichts real
determinierender, äußerst restriktiver Arbeitsbedingungen die langfristig das Er-
oder ihre naiven individuellen Theorien können ferner mit Blick auf die so beschrie-
werbsleben eines Individuums bestimmen können erscheint der Glaube an die
benen Arbeitsbedingungen in ihrer Realitätsnähe eingeschätzt werden. In diachroner Sicht lassen sich kontinuierliche Veränderungen von Restriktivität z. B. im
Zuge schleichender beruflicher Dequalifizierung oder Höherqualifizierung ebenso
generelle Selbstbestimmtheit eigenen Handelns völlig fehl am Platze.
Die meisten der in unserer Gesellschaft existierenden Arbeitsplätze und Berufe
Monotonie, Vigilanz oder andere Phänomene. Wiederum kann als Ziel eine hohe
Belastungskontrolle genannt werden, die zumeist mit zeitlichen und räumlichen
Dispositionschancen identisch ist. Beanspruchungen können durch Pausen, durch
Ortswechsel, durch Variationen des Tempos, der Schwere, der Schwierigkeit oder
der Arbeitsinhalte reduziert werden.
In der Beratungssituation kann nun in synchroner Perspektive überprüft werden,
inwieweit und auf welchen Dimensionen objektiv bestehende Möglichkeiten zur
individuellen oder kollektiven Kontrolle wahrgenommen und im Handeln aus-
diagnostizieren wie berufsbiographische Brüche. Dazu erscheint es angebracht, die
genannten Dimensionsbereiche bzw. die darin u. U. höchst unterschiedlichen Kontrollmöglichkeiten pro Arbeitsplatz bzw. Beruf zu vergleichen und weiter auch
144
,
,
durch situative Umstände, Personen, äußere Mächte oder den Zufall determiniert
"
,
,
,
"
,
,
zeichnen sich nun durch eine Kombination von zum Teil höchst unterschiedlicher
Restriktivität auf den zuvor (9.4.1) genannten Dimensionen aus. Gemessen am
Kriterium der Realitätsnähe
,
bietet sich hier ein
Sowohl-Als-auch" ein Neben,
einander bzw. eine Gleichzeitigkeit von internalen und externalen Ursachen145
zuschreibungen für eigenes Handeln an. Wenn man Kontrollvorstellungen als naive
Theorien begreift, die für Personen im eigenen Alltag (retrospektiv) handlungserklärende und (prospektiv) handlungsleitende Funktion haben, so spricht nichts
dagegen, neben einer externalen und einer internalen eine weitere KontrollTheorie" in Rechnung zu stellen. Diese Theorie bzw. Form von Kontrollbewußtsein entspräche einer interaktionistischen Denkfigur in der Wissenschaft. Auch im
Alltag erweist sich vermutlich die Vorstellung vom Zusammenspiel interner und
externer Faktoren bzw. ein Bewußtsein, stets Subjekt und Objekt der eigenen Umwelt zu sein, angesichts der meisten Arbeitsplätze als realistisch und erstrebenswert.
Diese interaktionistische Vorstellungsform schließt im übrigen nicht aus, daß in
einer Situation äußere, in einer anderen innere Faktoren als jeweils dominant wahrgenommen werden können - im Gegenteil: Gerade situativ variierende Handlungsspielräume müssen zwangsläufig eher dann einkalkuliert werden, wenn man von
der relationalen Denkfigur des Zusammenspiels externer und interner Einflußfaktoren ausgeht. Der Umwelt- und Realitätsbezug impliziert also die Zielvorstellung
einer möglichst differenzierten und flexiblen Berücksichtigung objektiv variieren-
Fühlen und Handeln bzw. einer Integration von Berufs- und Privatperson läßt sich
in diachroner Perspektive verlängern: Retrospektiv z. B. wenn bilanziert" wird
oder prospektiv, wenn antizipiert wird (vgl. dazu Kohli 1982), erscheint es
angebracht, Ereignisse und Prozesse im beruflichen Lebensstrang in ihrer Bedeutung und Funktion für solche im privaten Lebensstrang - und umgekehrt - zu
erkennen, abzuwägen und in die Handlungsplanung einzubeziehen.
der situativer Kontexte im Kontrollbewußtsein und dann auch im Handeln.
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Wenn der Umweltbezug generell als konstitutiv für Persönlichkeitsentwicklung
angesehen wird, und wenn sich die eben genannten Ziele nur von daher bestimmen
lassen, so ist nicht einzusehen, warum bloß auf einen Ausschnitt aus dieser gesamten
Umwelt Bezug genommen wird. Diese Beschränkung wäre auch für Entwicklungsberatung problematisch - selbst wenn diese wie hier als berufliche" deklariert
wird. Zuvor war bereits vom Verhältnis von Arbeit und Freizeit sowie von den
Theorien dazu die Rede (9.3.3). Begreift man Beratung als Abstimmungsprozeß
zwischen wissenschaftlichen und alltäglichen Theorien, dann erscheint es sinnvoll,
nicht bloß bereichsspezifisch isolierte Wahrnehmungen, Deutungen und Handlungen, sondern auch deren naiv-theoretischen Zusammenhang zu thematisieren und
derart relationale Vorstellungen auf ihre mögliche psychische Funktion hin zu
analysieren (Hoff 1984). In synchroner Perspektive könnten alltägliche Vorstellungsmuster im Beratungsdialog daraufhin befragt werden, inwieweit dem Arbeits- oder
dem Privatbereich Priorität und Einfluß über die jeweils andere Lebenssphäre eingeräumt wird ( Spillover ) inwieweit Handlungen in einem Bereich erst als Gegengewicht oder Entlastung zu denen im anderen ihren Sinn erhalten ( Kompensation ) oder ob programmatisch eine strikte Dichotomie, z. B. von Arbeit als
Zwang und Freizeit als Reich individueller Freiheit, hervorgehoben wird ( Neutralität"; in diesem Fall wird außerdem die mögliche Kopplung mit Kontrollvorstellungen sehr deutlich). In vielen Fällen wird vermutlich wiederum ein interaktionistisches Vorstellungsmuster, das, ausgehend vom Grundgedanken einer Wechselwirkung, die Gleichzeitigkeit von ständigem Spillover und Kompensation"
beinhaltet, als das realistischste eingeschätzt werden können. Die damit aufgezeigte
Zielperspektive einer Integration von beiden Sphären im individuellen Denken,
"
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"
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