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Dorfziitig-aktuell - Wittenwil

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DORFZIITIG
September 2014
für Wittenwil und Weiern
Druck:
Kunz & Schütz
8356 Ettenhausen
Trägerschaft: Verein Pro Region Wittenwil
erscheint jeweils gegen Ende März/Juni/September/Dezember
Redaktionsschluss am letzten Tag des Vormonats
Dorfziitig online: www.wittenwil.ch
Redaktionsteam:
Doris Ammann (da), Karin Ammann (ka), Cornelia Brändli (cb),
Rosemarie Erni (re), Silvia Frischknecht (sf), Regina Häusler (rh),
Eveline Leuch (el)
Beiträge bitte an:
Dorfziitig@wittenwil.ch
oder schriftlich an Eveline Leuch,
Zimmerplatzweg 5, 9547 Wittenwil
Aus der Redaktion
Gemeinde Aadorf
Liebe Leserinnen und Leser
Amt für Bau und Umwelt
Wieder sind seit dem Erscheinen der letzten Dorfziitig drei
Monate vergangen und Sie halten bereits die SeptemberAusgabe in den Händen. Während der vergangenen Wochen war einiges im Dorf, in den Vereinen und in der
Schule los. Lesen Sie dazu die verschiedenen spannenden
Artikel in unserer kleinen aber feinen Zeitung.
Auf dem Grüngut-Sammelplatz der Gemeinde Aadorf
konnte bisher nebst Grüngut auch Altmetall und Bauschutt
in kleinen Mengen entsorgt werden. Seit Mitte August
bietet die Firma Kägi AG auf dem Sammelhof an der Heidelbergstrasse in Aadorf ein grosses Angebot an Entsorgungsmöglichkeiten an. So wird dort auch Altmetall und
Bauschutt angenommen. Die Gemeinde Aadorf wird deshalb die Altmetallmulde und die beiden anderen Mulden
für Bauschutt, Eternit und Flachglas abräumen. Neu wird
ab anfangs Oktober nur noch Grüngut angenommen.
Wir wünschen viel Vergnügen!
Das Amt für Bau und Umwelt bittet um Verständnis für
diese Massnahme und bittet Sie, für künftige Entsorgungen
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Ausgabe September 2014
das sehr gute Angebot der Firma Kägi AG zu nutzen. Die
ständige Zunahme an Grüngut und weiteren Wertstoffen
veranlasst den Gemeinderat, die Gebührenansätze grundsätzlich einer Prüfung zu unterziehen.
Schulen Aadorf
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ihre schriftliche Bewerbung senden Sie bitte an:
schulenaadorf, Schulsekretariat, Schulstrasse 9,
8355 Aadorf
Besuchen Sie auch unsere Homepage unter
www.schulenaadorf.ch
Schnupperlehren sind nach Vereinbarung jederzeit möglich!
Zuständigkeit aus der Behörde für Wittenwil
Aus dem Kindergarten
Seit dem 1. August 2013 gilt die Ortsvertretung in der
Schulbehörde nicht mehr. Die Mitglieder der Schulbehörde wechseln sich ab in den Zuständigkeiten für die verschiedenen Standorte in der Politischen Gemeine Aadorf.
Für das Schuljahr 2014/15 ist Andreas Spring in Wittenwil
und Ettenhausen zuständig und Martin Köstli ist in Häuslenen und Guntershausen Ansprechperson. Die anderen
Schulbehördemitglieder sind wie folgt eingeteilt: Sandra
Gansner Lienau in der Primarschule an der Schulstrasse in
Aadorf, Nino Heider in der Sekundarschule und Astrid
Keller in der Primarschule im Löhracker in Aadorf.
Latte Igel im Kindergarten Wittenwil
Schülerzahlen im Schuljahr 2014/15
Auf das neue Schuljahr sind 93 Kinder neu ins erste Kindergartenjahr in den vier Standorten der Volksschulgemeinde eingetreten. Davon besuchen 8 den Kindergarten
in Wittenwil. Die Schulstandorte weisen folgende Kinderzahlen auf: Primarschule Aadorf 348, Ettenhausen 140,
Guntershausen 126, Häuslenen 36, Wittenwil 39 und die
Sekundarschule 245. Die Schulbehörde wünscht allen
Schülerinnen und Schülern sowie ihren Lehrpersonen ein
erfreuliches und erfolgreiches Schuljahr 2014/15.
Am Montag 11. August 2014 begrüssten Latte Igel und
Lisa Heller die 21 Kinder der diesjährigen Klasse. Die 13
älteren Kinder zeigten den Jüngeren den Kindergarten, die
Spielorte und den Garten. Bereits am zweiten Tag lernten
die Kinder die Kindergartenregeln. Latte Igel half dabei.
Gemeinsam wurden mit Hilfe einer Geschichte erste Sozialkompetenzen erarbeitet. Als Belohnung gab es den ersten
von zehn Stacheln. Das Belohnungssystem half den Kindern, sich an die Regeln zuhalten. Dies klappt bereits sehr
gut. Tränen gab es nur, als es wieder Zeit zum nach Hause
gehen war.
In der zweiten Woche lief der Unterricht nach Stundenplan. Am Montag wurde gekocht. Natürlich verwendeten
wir Kräuter, Zwiebeln, Karotten, Gurken und Kohlrabi aus
dem Garten. Dazu gab es Tomatenspaghetti. Die Schmetterlinge übernehmen die Aufgabe der Älteren bereits hervorragend.
Sandra Gansner Lienau, Schulbehörde
Inserat schulenaadorf
Per August 2015 können wir einem/einer Jugendlichen
eine Lehre als
Fachmann/Fachfrau Betriebsunterhalt EFZ
anbieten.
Während der dreijährigen Ausbildung erhalten Sie einen
vielseitigen Einblick in die umfangreichen Arbeiten und
Aufgaben, die in einer Schulanlage anfallen.
Die Anforderungen für diese Ausbildung:
• abgeschlossene Volksschule
• handwerkliches Geschick
• Interesse an technischen Anlagen
• Bereitschaft Reinigungsarbeiten zu übernehmen
• rasche Auffassungsgabe
• gute Umgangsformen
Weitere Auskunft erteilt gerne: Cornelia Brändli, Ressort
Liegenschaften, Tel. 052 368 08 63
Die Kinder beim gemeinsamen Mittagessen
Im Zeichen vom Thema ,,Stein'' stand auch bereits das
erste Geburtstagsritual vor der Tür. Der Igel Latte leitete
durch den Geburtstag und die Kinder lauschten unter anderem gespannt seiner Geschichte. Nebst verschiedenen
Spielen legte jedes Kind einen Wunsch – in Form eines
Steins – ins Wasser, welches anschliessend zum Znüni
getrunken wurde. Am Donnerstag, 21. August ging es in
den Wald. Claudia Peier begleitete uns. Die Kinder halfen
fleissig mit, ein Feuer zu machen. Somit konnte der Znüni
über dem Feuer genossen werden. Da wir den Wald bis zu
den Herbstferien jede Woche besuchen, freut es mich, dass
uns Sandra Wymann, unsere ehemalige Klassenhilfe, als
Waldbegleitung erhalten bleibt. Beim zweiten Waldmorgen halfen einige Kinder nicht nur beim Feuermachen,
sondern auch beim Wiederaufstellen des Waldsofas. Andere genossen das Spiel mit Seil und grossen Holzstücken
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
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oder tobten sich auf einem Berg mit Ästen aus. Auch der
Znüni war ein Erlebnis. Die Kinder lernten ihre Wurst
selbstständig mit einem Stecken zu braten. Im Waldtagebuch hielten die älteren Kinder die Ereignisse mit Zeichnungen fest.
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3./4. Klasse:
Barbara Storchenegger (Wittenwil)
5./6. Klasse:
Manuela Tran (Wittenwil)
Diamantis Markovitis (Häuslenen)
Mitte September findet die erste Sitzung mit dem neu
zusammengestellten Elternrat statt, und die verschiedenen
Aktivitäten für das kommende Schuljahr werden dann
besprochen.
Weitere Informationen zum HäWi finden Sie auf
www.schulenaadorf.ch
Tagesschule Häuslenen
Tag der offenen Türen und Kinderflohmarkt
Die Kindergartenschar auf dem Weg zum Wald
Im ersten Quartal stehen nebst dem Erlernen von Sozialkompetenzen weitere Ziele im Fokus. Die Kinder erarbeiten Grundtechniken wie: Schneiden, Reissen, Kleben,
Knüllen etc. Zusammen mit der schulischen Heilpädagogin Barbara Friedinger, verzierten wir bereits unsere
Schatztruhe – das diesjährige Kinderportfolio. Die älteren
Kinder, die Schmetterlinge, verbessern feinmotorische
Fertigkeiten zudem in kleineren Gruppen am Nachmittag.
Dafür eignen sich Arbeiten in unserem Garten hervorragend. Fleissig reissen die Kinder Unkraut aus, ernten Gemüsesorten oder schnitten Kräuter zum Einfrieren. Natürlich kam das Freispiel in den ersten zwei Wochen auch
nicht zu kurz. Die Kinder freuen sich über den grossen
Bauecken, aber auch beim Geschichten hören, Bücher
anschauen, kneten, Spiele spielen oder basteln vergeht die
Zeit wie im Fluge. Wie schnell doch so ein Kindsgimorgen
vergeht und schon bald wieder das Elfiglöggli läutet!
„Etwas müsse gesagt sein“ meinte Joelle (15), eine ehemalige Tagesschülerin, die seit Schuljahresbeginn in einer
Kantine verpflegt wird: „das Essen in der Tagesschule
schmeckte sehr viel besser!“
Inzwischen gehört der „Tag der offenen Türen der Tagesschule Häuslenen“ zum Sporttag, wie der Senf zum Würstchen oder die Sonne zum Sommer. Letztere schien sich in
diesem Jahr nur zu zeigen, wenn’s wirklich darauf ankam.
So hat sie sich am Samstag, 6. September 2014, passend
zum Anlass und hoffentlich nicht zum Abschied, noch
einmal von ihrer besten Seite gezeigt.
Lisa Heller, Kindergartenlehrerin
Wahlen Elternrat HäWi
sf/ Wie schon die letzten beiden Jahre fanden auch nun
wieder an den Elternabenden der Schulen und im Kindergarten in Häuslenen und Wittenwil die Wahlen der Vertreter für den Elternrat HäWi (Häuslenen/Wittenwil) statt. Da
sich Silvia Artho, Andreas Imbach und Cornelia Mayer
nicht mehr zur Verfügung stellten, musste nach neuen
Mitgliedern gesucht werden. Glücklicherweise wurden
zwei motivierte Väter gefunden und der HäWi kann gut
besetzt ins neue Schuljahr starten.
Im Schuljahr 2014/15 setzt sich der HäWi wie folgt zusammen
Kindergarten: Daniela Marti (Häuslenen)
Karin Büchi (Häuslenen)
1./2. Klasse:
Roman Höpli (Weiern)
Silvia Frischknecht (Wittenwil)
Spass beim Ballspiel
Als nach dem Plauschturnier der Primarschule die köstlich
gebratenen Würste verspeist und die Freude über einen
guten Platz oder die Enttäuschung über den letzten verdaut
waren, machten sich die zum Teil bereits erfahrenen
Flohmärktler bereit fürs Geschäft. Zum Teil mussten die
Preise nochmals überdacht oder neu beschriftet werden, es
kam der Vorschlag auf, es könnte ja auch getauscht werden, dann wurden die Plätze eingenommen, bevorzugt im
Schatten. Auch das traditionelle Mohrenkopf-Schiessen
fand wieder Anklang, Preise und Trostpreise wurden fröhlich entgegen genommen.
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Ausgabe September 2014
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
16.00 Uhr! Die Teilnahme ist kostenlos. Ihr bringt eure
Schätze mit und präsentiert diese auf eurer mitgebrachten
Decke und los geht‘s! Versicherung ist Sache des Teilnehmers!
Anmeldung an evelinel@sunrise.ch oder 076 501 74 43 bis
am 18. Oktober 2014.
Adventsfenster
Das Angebot am Flohmarkt war gross
In der Kaffestube gestaltete sich alles sehr gemütlich. Ein
eingespieltes Team war hier am Werk und die Besucher
genossen gerne noch ein paar Sonnenstrahlen, bevor der
Dessertkuchen dem Zvierikuchen Platz machte. Allen
interessierten Eltern und ihren Kindern wurden die Räumlichkeiten gezeigt. Auch dieses Jahr wurde gespielt, erzählt
und gebastelt.
Der Tagesschule geht es gut. Zwei gut ausgebildete und engagierte Betreuerinnen kümmern sich zurzeit regelmässig, an
vier Tagen die Woche, um 26 Kinder. Besonders gut genutzt
wird der Mittagstisch. Für die Nachmittagsbetreuung sind
noch Plätze frei, Interessierte sind jederzeit herzlich willkommen, auch unter dem Jahr Tagesschulluft zu schnuppern.
Auffallend ist, wie engagiert sich der Vorstand und die
einzelnen Trägerschaftsmitglieder der Tagesschule Häuslenen, welche seit zwei Jahren durch einen Verein geführt
wird, für das Erhalten dieses tollen Angebots einsetzen,
obwohl von einigen die Kinder der Tagesschule bereits
entwachsen sind. Ein altes afrikanisches Sprichwort besagt, es brauche ein ganzes Dorf, um ein Kind gross zu
ziehen. Ein Teil dieses Dorfes ist die Tagesschule. Schön,
dass es dieses einmalige Angebot in der Gemeinde gibt.
Am 1. Dezember startet wieder die Adventsfenster-Zeit.
Wer ein Adventsfenster gestalten möchte – mit oder ohne
Kaffeestube – kann sich bei Manuela Kooreman anmelden
 052 233 88 88.
Waldweihnacht 2014
Zur Einstimmung auf das Weihnachtsfest laden wir
euch/Sie herzlich ein, mit uns die traditionelle Waldweihnacht zu feiern.
Am Donnerstag, 11. Dezember, 19.00 Uhr, wollen wir uns
etwas Zeit nehmen, um uns gemeinsam im Wald zu treffen. Dort feiern wir zusammen bei stimmungsvoller Musik, Gesang und besinnlichen Gedanken eine kleine Weihnachtsfeier und genießen anschließend Punsch oder Glühwein und Wienerli mit Püürli. Mitzunehmen: Warme Kleidung und feste Schuhe.
Auf euer/Ihr Kommen freut sich der Vorstand.
Spaghetti-Essen in Wittenwil vom 28. Juni 2014
Infos über die Tagesschule Häuslenen finden Sie unter
www.tagesschule-haeuslenen.ch.
Patricia Kouassi
Gäste am Spaghetti-Essen - vorerst noch unter freiem Himmel
Information vom Verein Pro Region Wittenwil
Mailadressen
Der Vorstand der Pro Region Wittenwil bittet seine Mitglieder um Angabe ihrer Mailadressen an proregion@
wittenwil.ch, damit vermehrt per Mail über Aktuelles
informiert werden kann.
Kinderflohmarkt in Wittenwil
Am Samstag, 25. Oktober 2014 von 14.00-16.00 Uhr findet in der Turnhalle Wittenwil ein Kinderflohmarkt mit
Kaffeestube statt. Aufbau ist ab 13.30 Uhr, Abbau erst ab
cb/ Rund 18 Kilo Spaghetti und acht Kilo Hackfleisch
wurden auch dieses Jahr wieder durch das Küchenund Helferteam vom Spaghetti-Essen Wittenwil für an
die 100 Gäste verarbeitet. Für Gross und Klein ein
feiner Schmaus, wie’s sich zeigt.
So mancher Wittenwiler brachte
auch noch „geheime Zutaten“ mit.
Sei es ein spezielles Gewürz, Chilli
für die besondere Schärfe oder gar
ein Appenzeller Schnaps zur raschen Verdauung.
Am Buffet wurden die Gäste wie
gewohnt rasch und gut bedient.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
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Ein grosses Dankeschön gilt dem Helferteam und der Pro
Region Wittenwil für diese gelungene Ausgabe des Spaghetti-Essen Wittenwil 2014. Wir freuen uns bereits auf
den nächsten Juni.
Vollmondbar
Am 10. August mit den Rock Sliders …
Das Kochteam
im Einsatz
Das Wetterglück meinte es
auch dieses Jahr lange gut
mit uns. Bis nach der Ansprache des Präsidenten des
Verein Pro Region Urs
Kressibucher, welcher die
Gäste persönlich in einer
kleinen Ansprache begrüsste, blieb es trocken. Zur Freude aller Gäste, welche den
Sommerabend im Freien geniessen konnten. Vor allem
aber auch zur Freude der vielen kleinen Besucher, welche
sich nach kurzem Stillsitzen beim Essen, in eine lustige
und fröhliche Kinderschar auf dem Spielplatz zusammen
fanden.
el/ Gast der vorletzten Vollmondbar war der Rock’n‘Roll
Club Rock Sliders. Bereits um acht Uhr füllte sich die Bar
mit den ersten Gästen. Und erfreulicherweise kamen immer mehr. Die Bar war für diesen Abend gut gefüllt und
das Barpersonal hatte viel zu tun. Zur gleichen Zeit trafen
auch die Tänzerinnen und Tänzer ein, denn für die Vorführung mussten sie sich fast eine Stunde warmtrainieren.
Leider meinte es das Wetter nicht gut, es regnete ab und zu
wieder. Jedoch genau auf Programmbeginn hörte es auf
und alle Gäste begaben sich nach draussen. Es wurde langsam dunkel, doch der Vollmond gab die nötige Beleuchtung. Die Durchgangsstrasse in Weiern wurde während
dieser Zeit für den Verkehr gesperrt. Es war eine fantastische Tanz-Show mit einer guten Stimmung.
Auch die Kinder waren beschäftigt und zeigten an den Turnstangen ihr Können
Als Abrundung für den Gaumen Stand auch noch ein
„Kafi-Spaghetti“ mit Amaretto im Angebot, und das Dessert-Buffet verlockte so manch einen zu einer kleinen
süssen Sünde.
Das anschliessende Gewitter liess die Stimmung nicht
kippen und es durfte Drinnen weiter diskutiert, gelacht,
gespielt und gefeiert werden. Wieder gab es viele spannende Geschichten von früher oder aus dem aktuellen
Dorfleben, welche man sich in einer familiären und gemütlichen Stimmung erzählen
konnte.
Mitglieder des Rock’n‘Roll Club Rock Sliders im Einsatz
Die neuen Tanzkurse beginnen im Herbst. Wen es also
gepackt hat und wer einen Kurs besuchen oder mehr über
die Rock Sliders erfahren möchte, kann dies gerne über
www.rocksliders.ch machen.
… und am 9. September mit dem Männerchor Aadorf
Das feine Dessertbuffet kam
aus diversen
Küchen
Für dieses Jahr war dies die letzte Vollmondbar. Zu Besuch kam der Männerchor Aadorf und erfreute uns mit
einigen Liedern.
An diesem Abend gab es auch wieder eine Gruselgeschichte von Malaika. Die Gäste in der gut gefüllten Trotte
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Ausgabe September 2014
lauschten der eher lustigen als gruseliger Geschichte aufmerksam zu.
Die neuen Daten für die Vollmondbar 2015 werden nächstens auf der Homepage www.wittenwil.ch aufgeschaltet
und in der Dorfziitig rechtzeitig veröffentlicht.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
sind, wie viele Korkzapfen sich im Einkaufskorb befinden
und wie lang das aufgerollte Seil ist. Unter drei möglichen
Antworten musste man jeweils einen Tipp abgeben.
Übrigens: der Männerchor sucht noch Sänger. Die Proben
finden jeweils am Mittwoch um 20:15 Uhr in der Aula der
Schule Löhracker statt.
Platzkonzert der Musikgesellschaft Aadorf
Leider musste das Platzkonzert der Musikgesellschaft
Aadorf, das auf Mitte August angesetzt war, wegen
schlechten Wetters abgesagt werden. Schon am früheren
Nachmittag entschied der Dirigent, dass sie auf den Auftritt in Wittenwil verzichten werden, da das Wetter zu
unsicher war. Ein paar Wittenwiler und Wittenwilerinnen
kamen dann aber doch zum Dorfplatz, mussten jedoch
enttäuscht wieder abziehen, nachdem sie erfahren hatten,
dass es heute kein Konzert gibt.
Die Schätzfragen bereiteten da und dort Kopfzerbrechen
Vorstandsmitglied Annelies Vetter und ihre Tochter Loredana hatten für die Gruppen einen Fühlposten gebastelt.
Besonders die Kinder tasteten mit Neugier in die vier Öffnungen der Kartonschachtel und versuchten zu ertasten,
um was für Gegenstände es sich handelte. Nach dem weichen Fell fühlte sich die Rosskastanie sehr stachelig an.
Etwas schwieriger war dann die Frage, wann Wittenwil
das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Diejenigen welche auf 1282 tippten, durften vier zusätzliche Punkte für
sich verbuchen.
Bänkli-Parcours
zum 20. Geburtstag des Vereins Pro Region Wittenwil
ka/ Um das 20-jährige Bestehen des Vereins Pro Region
Wittenwil gebührend zu feiern, stellte der Vorstand ein
ansprechendes Programm auf die Beine und lud die
Bevölkerung zum Bänkliparcours rund um Wittenwil
und Weiern ein.
Bei allerschönstem Spätsommerwetter fanden sich bereits
vor 10 Uhr die ersten Einwohner vor der Trotte ein, um
sich vom Präsidenten Urs Kressibucher ein Laufblatt mit
rückseitiger Karte geben zu lassen. Urs hatte alle Hände
voll zu tun – immer mehr Gruppen meldeten sich bei ihm
an und um 10.30 Uhr durfte er das letzte Team mit der
Nummer 29 auf den Weg schicken.
Der Parcours führte die Gruppen zu allen sechs Bänkli,
welche im Besitz der Pro Region sind. In welcher Reihenfolge man die Posten absolvierte, konnte man ganz frei
entscheiden. Die einen Gruppen starteten gleich mit dem
ersten Posten beim Bänkli unter dem Tannenbaum vis-àvis der Trotte. Andere sausten mit dem Velo Richtung
Schützenhaus und weiter durch Wittenwil zum Bänkli im
Vorhölzli. Andere brachten zuerst den Anstieg auf den
Weiermer Hörnliberg hinter sich und wieder andere spazierten zuerst durch den kühlen Wald zu ihrem ersten
Bänkliposten oberhalb des Langackers.
Hier war „Fingerspitzengefühl“ wichtig
Auf der Wiese gegenüber des Bänklis beim Zimmerplatz
war ein Meerschweinchen der Glücks- bzw. Pechbringer.
Verschwand das Meersäuli in derjenigen Hütte, auf welche
man getippt hatte, gab‘s Punkte, ansonsten ging man eben
leer aus. Liess einem das Meerschweinchen zu arg im
Stich, konnte man noch ein paar Punkte gewinnen, wenn
man wusste, dass in Wittenwil und Weiern zusammen 429
Leute wohnen.
Die Vorstandsmitglieder liessen sich originelle Aufgabenstellungen einfallen und betreuten die Bänkliposten gleich
selbst. Manchmal half Wissen, oft brauchte man eine gehörige Portion Glück, um zu ein paar Punkten zu kommen.
Mit allerlei Schätzfragen wartete Bea Steinhauer beim
Bänkli Langacker auf. Da musste man raten, wie viele
Sugus im Glas sind, wie viele Liter Wasser der schöne
Tonkrug fasst, wie alt alle Vorstandsmitglieder zusammen
An diesem Posten entschied das Meersäuli, ob es Punkte gab
oder nicht
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Büchsenwerfen hiess es beim Bänkli Schützenhaus. Eveline Leuch baute die mit Fotos der Vorstandsmitglieder
verzierten Büchsen auf dem Tisch zu einer Pyramide auf
und mit drei Bällen durfte man versuchen, möglichst alle
wegzufegen. Die Wissensfrage „In welchem Jahr ist das
alte Schützenhaus abgebrannt und das neue gebaut worden?“ konnten vor allem die alteingesessenen Wittenwiler
problemlos mit „1989“ beantworten.
Mit Parkettklötzchen musste beim Posten auf dem Hörnliberg ein
möglichst hoher Turm aufgebaut werden
Beim Schützenhaus mussten Bälle auf „Köpfe“ der Vorstandsmitglieder geworfen werden
Beim von Manuela Kooreman betreuten Posten beim Weiermer Tannenbaum mussten die Hirnzellen sich mächtig
anstrengen. Hier hiess es, sich während 25 Sekunden 15
Gegenstände einzuprägen und sich nachher wieder an
möglichst alle zu erinnern. Zudem wollte Manuela wissen,
wieviele Wittenwiler-Fahnen denn am 1. August in
Wittenwil und Weiern die Beleuchtungskandelaber zieren.
Sind es 30, 35, oder 40?
Die glücklichen drei Siegerteams durften einen Thurgauer
Geschenkharass entgegennehmen.
Am Anschluss an den Parcours waren alle zu Wurst und
Brot eingeladen. Während die Erwachsenen gemütlich an
den Festbänken sassen und plauderten, spielten die vielen
Kinder auf der verkehrsfreien Strasse oder vergnügten sich
am und im Brunnen.
An einem richtigen Geburtstagsfest darf natürlich eine
Geburtstagstorte nicht fehlen! Daher hat der Vorstand eine
riesige Torte organisiert, von der alle ein Stück geniessen
durften.
Gutes Erinnerungsvermögen war hier nötig
Auf dem Hörnliberg steht das höchstgelegene Bänkli dieses Parcours. Obwohl der Aufstieg die Gruppenmitglieder
zum Schnaufen und Schwitzen gebracht hatte, war hier
nicht Ausruhen angesagt, sondern vielmehr eine schnelle
Fingerfertigkeit. Auf Stefan Frischknechts und Marco
Thalmanns Startkommando wurden Hölzchen auf Hölzchen gestapelt und ein möglichst hoher Turm gebaut. Nach
genau einer Minute war Schluss und je nach Höhe des
Turms gab es mehr oder weniger Punkte. Knifflig war die
Frage, wann die Ortsgemeinden rund um Aadorf zur Politischen Gemeinde Aadorf vereinigt wurden. Es standen 6
Antworten zur Auswahl. 1993, 1994, 1995, 1996, 1997
oder 1998? Hier liefen die Diskussionen innerhalb der
Gruppe heiss. 1996 war schliesslich die richtige Antwort.
Die schön verzierte Torte fand nicht nur bei den Kindern
Anklang
Es war ein sehr gelungener Anlass und der Vorstand hat
für seinen Einsatz ein grosses Lob und Dankeschön auf
sicher!
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Ausgabe September 2014
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ansprache von Gemeinderat Stefan Mühlemann
Dorfkorporation Weiern
Der 1. August und die Zahl 923
rh/ Wie es schon seit vielen Jahren Tradition ist, lud
auch dieses Jahr die Dorfkorporation Weiern zur 1.
August-Feier ein, zwar mit einem etwas eigenwillen
Flyer, dem aber erfreulich viele Wittenwiler, Weiermer
und auch auswärtige Gäste Folge leisteten. So war das
aufgestellte Zelt vor der Trotte in Weiern recht gut
besetzt. Ein grosses Salatbuffet sowie diverse Grilladen
sorgten dafür, dass die Anwesenden keinen Hunger
leiden mussten. Auffallend war, dass unter den – einheitlich mit roten T-Shirts mit Schweizerkreuzen gekleideten – Helferinnen und Helfern auch viele junge
Leute dabei waren.
Begrüssung der Gäste
Heinz Ammann gab in seiner kurzen Begrüssung auch
seiner Freude Ausdruck, dass der Aufruf in der letzten
Dorfziitig gefruchtet und er sich sehr darüber gefreut habe,
dass nicht nur vermehrt aus Weiern Salat- und Kuchenspenden sowie Helfer für das Aufstellen und Abbrechen
des Zeltes kamen, sondern auch aus Wittenwil. So sei es
schön, ein Fest zu organisieren, einen solchen Anlass, wie
beispielsweise heute das Fest zum 923. Geburtstag der
Schweiz. Hm? Den 923. Geburtstag? Da stimmt doch
etwas nicht, das sind ja 200 Jahre zu viel! Ich fand es dann
angebracht, nach der 1. August-Ansprache des Festredners
Heinz diskret auf den Irrtum hinzuweisen. Er stutzte kurz,
überlegte und sagte: Ja, du hast natürlich recht, ich weiss
auch nicht wie ich auf die Zahl 923 kam. Er korrigierte
dann auch seinen Fehler und gab den Anwesenden bekannt, dass die Schweiz heute natürlich ihren 723. Geburtstag feiert. Das war also geklärt.
Interessiert hörten die Anwesenden den Worten von Stefan
Mühlemann, Gemeinderat von Aadorf und Festredner in
Weiern, zu. Er begrüsste die Gäste und gab seiner Freude
Ausdruck, dass er hier und vor allem heute, am 1. August,
in Weiern den Geburtstag der Schweiz feiern dürfe. Stefan
Mühlemann stellte in seiner Rede unter anderem fest, dass
die Schweiz heute in ausgezeichneter Verfassung sei. Sie
habe nicht nur sehr gute Sportler, meinte er schmunzelnd,
sondern auch Firmen, die Arbeitsplätze schaffen, in die
Forschung investieren, um Produkte zu kreieren, für die es
morgen Käufer gibt. Obwohl die Schweiz eine kleine Nation sei, bringe sie Spitzentalente hervor. Er fragte sich,
worauf das wohl zurückzuführen sei und kam zusammengefasst zu folgenden Schlüssen: Leistung wird in der
Schweiz belohnt. Die Schweiz ist neutral. Sie ist offen und
Neuem gegenüber aufgeschlossen. Sie liegt im Herzen von
Europa. Die Schweiz ist unabhängig. Die Schweizer Bevölkerung arbeitet viel und produziert qualitativ hochwertige Produkte.
Stefan Mühlemann hob aber auch
hervor, dass die Schweiz in den
nächsten 10 bis 20 Jahren vor
grossen Herausforderungen stehe.
Kostensteigerungen im Sozialund Gesundheitswesen und Energieträger die zu Ende gehen, sind
nur zwei Stichworte von vielen. Er
sei aber der festen Überzeugung,
dass wir auch dafür Lösungen
finden werden.
Mit den Worten: „Lassen Sie uns
stolz sein, dass wir in einem so
schönen und erfolgreichen Land
leben dürfen. Packen wir Probleme gemeinsam an, freuen
uns auf die Zukunft und zeigen auch künftig unsere
Schweizerflagge am 1. August. Happy Birthday Schweiz,
alles Gueti!“ schloss er seine Rede.
Hat 923 etwas mit der Schätzfrage zu tun?
Der jüngste Gast
Hübsche Tischdekorationen
Einheimische und auswärtige Gäste im Festzelt
Heinz Ammann dankte anschliessend Stefan Mühlemann
für seine Ansprache und übergab ihm zwei Flaschen Wein.
Aber was sollten denn noch die zwei grossen Früchtekörbe
und weitere Gaben auf dem Tisch neben dem Rednerpult?
Der Festredner bekam ja nichts davon. Heinz Ammann
klärte auch diese Frage rasch und kündigte an, dass wir
nun die Möglichkeit hätten, einen dieser Früchtekörbe
(gespendet von der Firma Kägi AG, Wittenwil), einen der
drei grossen Salamis (Spenderin: Firma Danko Aadorf)
oder einen der sieben Gutscheine von der Bäckerei Nyffenegger, Matzingen mit dem Erraten einer Schätzzahl zu
ergattern. Es würden jetzt dann Zettel verteilt, darauf könne man beliebig viele Zahlen schreiben, pro Zahl werde
dann Fr. 1.- eingezogen. Die Schätzfrage lautete wie folgt:
Wie viele Buchstaben und Satzzeichen hat der Schweizer
Psalm? Da der Festredner kurz vor Schluss seiner Rede die
erste Strophe rezitierte, war diese den meisten noch einigermassen im Gedächtnis. Wir zählten mal so überschlagsmässig die Buchstaben, rechneten das auf vier
Strophen um und kamen so zu etwa 900 Zeichen. Schliesslich waren wir uns dann am Tisch einig, dass der „923.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
Seite 9
Geburtstag“ wahrscheinlich ein Versprecher von Heinz
war und dass 923 die Lösungszahl sein könnte. So schrieben dann drei Männer eben diese Zahl auf ihr Blatt. Und
ich sagte mir, dass wenn 923 die korrekte Antwort sei, und
ich 924 schreibe, dass ich dann höchstens um einen Punkt
daneben und vielleicht damit auch noch gabenberechtigt
wäre. Ein paar ganz Gewiefte zückten sogar das Handy,
liessen sich die Hymne anzeigen und versuchten, die
Buchstaben zu zählen.
men und dann kamen die Salamis und die Gutscheine von
der Bäckerei Nyffenegger an die Reihe. Es war schon
etwas auffallend, dass ausgerechnet an unserem Tisch die
meisten Preisträger sassen, aber wir spekulierten mit dieser
Zahl 923 und hatten Glück damit. Ob es wirklich ein Versprecher war, als Heinz der Schweiz zum 923. Geburtstag
gratulierte (weil er die Antwort der Schätzfrage im Kopf
hatte) oder nicht, ist uns nicht bekannt und spielt eigentlich
auch keine Rolle.
Fackelzug zum Höhenfeuer und anschliessend
Auflösung der Schätzfrage
Puure-Treff
Bis zur Auflösung der Quizfrage machte sich der Fackelzug –
der mehrheitlich aus Kindern und einigen mit Feuerwerk
bepackten Erwachsenen bestand – vor der Trotte zum Abmarsch bereit und setzte sich Richtung Höhenfeuer auf dem
Rindliberg in Bewegung, wo dann der Funken mit den Fackeln angezündet wurde. Es dauerte nicht lange, und der
Holzstapel brannte lichterloh. Daneben liess man die mitgebrachten Raketen steigen, zündete „Chlöpfer“, liess „Stöckli“
abbrennen oder bengalische Zündhölzli kreisen.
Wanderung in der Region
Mitglieder des Puure-Treffs unterwegs durch Feld und Wald
Beim Funken auf dem Rindliberg
So „nah dis nah“ kamen dann die Leute wieder zurück ins
Festzelt und man wartete gespannt auf die Auflösung der
Schätzfrage. Heinz schmunzelte ein wenig, als er vor die
Gäste trat und sagte, dass die Lösungszahl heute schon fast
einmal genannt worden sei. Aber eben nur fast. Korrekt
war dann 924, also jene Zahl, mit der ich spekuliert und
die ich auf den Zettel geschrieben hatte. Mit meinem Volltreffer war ich aber nicht allein, ein weiterer Gast hatte
diese Zahl ebenfalls auf dem Zettel notiert. Es gab also
zwei Sieger. Offensichtlich wurden Marlies und Rolf Kägi
vorher darüber informiert, jedenfalls durfte Heinz verkünden, dass die Firma Kägi AG ganz spontan einen zweiten
grossen Früchtekorb nachliefere, was mit grossem Applaus
verdankt wurde.
Ende Juni war es mal wieder soweit, die Puure-TreffWanderung in der Region und zwischen den „Stallzeiten“,
war angesagt. Wanderleiter und Organisator Ernst begrüsste die zahlreichen „Puuretreffler“ in Wittenwil-City, von
wo er die Wanderschar mit PW’s nach Chöll Stettfurt
lotste, wo es dann wirklich richtig losging. Ideales Wanderwetter, wie bestellt, begleitete die geselligen Wandervögel. Durch Wälder und über Felder ging‘s um den Immenberg nach Lustdorf. Kaum losgelaufen, kam da schon
so ein lästiges Auto und scheuchte die fidelen Wanderer an
den Strassenrand. Mühsam, wer mag da schon wieder
stören? Ein Jäger, ein Förster, ein Bauer, oder gar ein
Hündeler? Ein Blick zurück und auf die strahlenden Insassen klärte das Rätsel sofort! Es waren unsere guten Feen
Ruth und Ruth, die auf dem Weg waren, die Grillstelle
einzurichten und die perfekte Glut bis zur Mittagsrast
bereit zu haben! Aller Ärger war verflogen und man machte den Weg mit fröhlichem Winken gerne frei…
Die glücklichen Gewinner am Gabentisch
Die nächsten Ränge mussten dann noch ausgelost werden,
da es mehrere Zettel entweder mit der Zahl 925 oder eben
der 923 gab. Der erste, der dann gezogen wurde, durfte
den nächsten, etwas kleineren Früchtekorb entgegenneh-
Blick auf Lustdorf
Da der vorgesehene Rastplatz Egg oberhalb Thundorf von
den Jägern schon belegt war (diese waren also doch auch
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Ausgabe September 2014
unterwegs), wurden die Feen etwas weiter oberhalb der
„Bar V7“ fündig. Scheinbar haben sie den Bauer und Wirt
der Bar ziemlich bezirzt, der mähte jedenfalls den Grillplatz noch extra für uns und lieferte gleich noch Festbänke
für die marschierenden Wittenwiler. Die Glut war dann
auch wirklich perfekt und man genoss die Würste, etc. in
vollen Zügen. Sogar die Sonne guckte mal zwischen den
Wolken durch und verleitete einige dazu, noch ein Nickerchen in der frisch gemähten Wiese zu machen…
Bei der Mittagsrast
Der Kaffeehalt in der „Bar V7“ war passend, bevor es
weiter ging Richtung Stählibuck. Der Blick schweifte
immer wieder in die Heimat. Von hier konnte man das
Zuhause mal von einer anderen Seite betrachten. Über
unerwartete, aber wirkliche Wanderwege ging‘s weiter, bis
man plötzlich vor dem Stählibuckturm stand, den dann
einige auch bestiegen und die herrliche Aussicht genossen.
Am Restaurant marschierte man gradlinig vorbei, bereits
das Ziel vor Augen: der feine Dessert im Restaurant Freudenberg. Die Bestellung nahm die Bedienung noch in der
Gartenwirtschaft unter dem Blätterdach der Platanen auf,
bevor es dann doch mehr zu tropfen anfing und man unter
ein dichteres Dach im Inneren des Wirtshauses flüchtete…
Die Serviertochter hatte die Bewunderung aller, als sie die
richtigen Desserts zu den richtigen Bestellern brachte,
obwohl die Karten, bzw. die Sitzplätze total neu gemischt
worden waren… So endete wieder eine tolle Wanderung in
der nächsten Umgebung, die man doch viel weniger gut
kennt, als man denkt und es war bereits wieder „Stallzeit“…
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Die etwas andere „Summerbrötlete“
da/ Die jährlich stattfindende „Summerbrötlete“ des Vereins „Puure-Treff“ fand dieses Mal in etwas anderem
Rahmen statt. Ziel des Ausflugs vom 31. August war die
Minigolfanlage in Matzingen.
Um 9.30 Uhr trafen sich bei trockenem Wetter sieben
velofahrende Mitglieder beim Restaurant Rössli in
Wittenwil. Nach der Begrüssung ging’s hoch zu Velo über
Weiern Richtung Aawagen, dort bog man bei der Lützelmurg gleich wieder rechts ab, fuhr am Aatal vorbei bis
Huzenwil, dann nach Ristenbühl und von dort immer noch
auf Feldstrassen hinunter bis zum Minigolf nach Matzingen. Dort angekommen, wurden diejenigen begrüsst, welche mit dem Auto gekommen waren.
Die Aufteilung in vier Gruppen wurde mittels „Zufallsprinzip“ vorgenommen. Die in Einerreihe versammelten
Vereinsmitglieder wurden der Reihe nach von eins bis vier
durchnummeriert und alle Einser, Zweier, Dreier und Vierer bildeten dann eine Gruppe. Und dann konnte es losgehen. Die einen gingen es locker an, andere versuchten mit
grösster Konzentration es zu möglichst wenigen Schlägen
zu bringen. Und natürlich fehlten auch die guten Ratschläge zwischendurch nicht.
Noch kann man zuschauen…
Nachdem alle die 18 Bahnen durchlaufen hatten, wurden
die gemachten Punkte zusammengezählt und eine Rangliste erstellt. Mit sehr guten 44 Punkten gewann Marlies
knapp vor Ruth mit 46 Punkten, gefolgt von Markus M.
mit 47 Punkten.
Gruppenbild beim Stählibuck
Markus Anderegg
PS: Wie lange die „Puuretreffler ohne Stall“ noch sitzen
blieben, entzieht sich meiner Kenntnis…
Akrobatische Einlage – man gibt alles
Die Wirtsleute hatten unterdessen die Tische für uns gedeckt und so konnten wir uns dort gemütlich niederlassen
und das bestellte Essen geniessen. Nach einer Kaffeerunde
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
ging’s dann auch schon wieder Wittenwil entgegen. Da es
in der Zwischenzeit stark zu winden begann, entschloss
man sich, den direkten Heimweg unter die Räder zu nehmen. Und tatsächlich, unterwegs kündigten einige verirrte
Regentropfen den kommenden Regen an. Nach der Verabschiedung beim Restaurant Rössli fuhr man direkt nach
Hause, und kaum dort angekommen fing es dann tatsächlich an zu regnen, wie so oft in diesem Sommer. So ging
wieder eine gemütliche Zusammenkunft viel zu schnell
vorbei.
Beim gemütlichen Teil
Papiersammlung vom 25. Oktober 2014
da/ Schon bald ist es wieder Zeit, das Papier und den Karton zu bündeln. Der Verein „Puure-Treff“ wird am Samstag, 25. Oktober 2014 wieder mit Traktor und Wagen
unterwegs sein und das gut gebundene Altpapier einsammeln. Wir bitten Sie, die Bündel nicht zu schwer zu machen, damit auch die mithelfenden Kinder diese gut tragen
können. Wir danken Ihnen schon jetzt für das Bereitstellen
der Papier- und Kartonpakete an einem gut zugänglichen
Platz.
Verein „Puure-Treff“
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Simon Graf hat sich die letzten drei Jahre zum Landschaftsgärtner bei Winkler & Richard AG, Wängi ausbilden lassen und hat die Lehrabschlussprüfung erfolgreich
bestanden. Er freut sich, dass er auch weiterhin zum Gartenbauteam der Firma Winkler & Richard gehört und
schöne Gärten gestalten und pflegen darf. In naher Zukunft
plant er, die Polierschule in Angriff nehmen.
Mit einer sehr guten Abschlussnote hat Ramona Ammann ihre dreijährige Lehre zur Landwirtin im Juli abgeschlossen. Während den nächsten Monaten kann Ramona
ihr Können und Wissen gleich im elterlichen Betrieb einsetzen, da ihr Vater für einige Zeit krankheitsbedingt ausfällt. Grosse Freude hat sie an ihrem Arbeitsvisum für
Neuseeland, das ihr erlaubt, im November nach Neuseeland zu reisen und dort einige Zeit auf einer Farm mit 1000
Milchkühen zu arbeiten.
Zum guten Lehrabschluss von 5,2 gratulieren wir Eva
Hollenstein. Sie hat ihre dreijährige Lehre als Restaurationsfachfrau im Restaurant Mühli in Matzingen begonnen,
nach 1 ½ Jahren dann ins Restaurant Candela nach St.
Gallen gewechselt und kann dort nun auch weiterarbeiten.
Ende September besucht sie dann während drei Monaten
eine Schule, als Vorbereitung für Missionsarbeiten. Am
liebsten würde sie mit Kindern arbeiten und ihnen den
Glauben näherbringen. Nach dieser Vorbereitung wird Eva
wieder im Candela weiterarbeiten, bis sie einen Missionseinsatz erhält.
Während der letzten drei Jahre absolvierte Livia Schenk
ihre Lehre als Detailhandelsfachfrau Bäckerei bei der
Bäckerei Nafzger GmbH in Wängi. Sie hat ihre Abschlussprüfung sehr erfolgreich bestanden und dank dieser
ausgezeichneten Leistung darf sie nun an den SwissSkills
(Berufs-Schweizermeisterschaft) am 18. September in
Bern teilnehmen. Ihr neuer Arbeitgeber, die Bäckerei Stähli in Frauenfeld ist Livia dabei eine grosse Unterstützung
und gibt ihr nützliche Tipps und Ideen, wie sie ihren
Schautisch zum Thema Herbst möglichst ansprechend
gestalten kann. Wir wünschen Livia viel Glück in Bern
und gutes Einleben am neuen Arbeitsplatz!
Aus dem Dorfleben
Restauration Restaurant Rössli
Erfolgreiche Lehr- und Schulabschlüsse
Endlich nicht mehr für die Lehrabschlussprüfung büffeln!
Das mögen sich einige der nachstehenden jungen Leute
aus Wittenwil und Weiern gesagt haben, die Ende Sommer
ihre Lehre abgeschlossen und den Prüfungsstress nun
hinter sich haben. Herzliche Gratulation zur bestandenen
Lehrabschlussprüfung!
Seine vierjährige Lehre mit BMS als Konstrukteur hat
Mike Graf mit erfolgreich bestandener Lehrabschlussprüfung abgeschlossen. Besonders freut ihn die erhaltene
Auszeichnung für die beste Physikarbeit (Bau eines kleinen Wasserkraftwerks). Vorderhand arbeitet er weiterhin
bei seiner Lehrfirma Serto AG. Im nächsten Frühling muss
er dann ins Militär einrücken und dazwischen wird er
eventuell noch auf Reisen gehen.
da/ Das im Jahr 1814 erbaute Restaurant Rössli war lange
im Besitz der Familie Ernst Ammann. Vergangenen Herbst
dann konnte Trudi Ammann das auffällige Gebäude im
Kern von Wittenwil käuflich erwerben. Im Herbst 2013
wurden die alten, nicht mehr ganz dichten Fenster ersetzt,
so dass auch ein längerer Wirtshaus-Besuch keine Beschwerden hinsichtlich Erkältung der Glieder mehr auslösen sollte.
Anfang dieses Jahres wurde dann die Küche umgebaut und
die Gaststube erhielt einen neuen Anstrich. Die Holzwand
auf der Nordseite wurde abgebrochen und wieder neu
aufgebaut. Vor den Sommerferien wurde dann das Haus
eingerüstet, damit der Riegel neu gestrichen werden konnte. Dies erforderte vier Anstriche für den Riegel und drei
für die Füllungen. Priska und ihre Kinder sowie Walo
haben während den Sommerferien viele Stunden beim
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genauen Malen verbracht. Was nun noch ansteht, ist das
Anstreichen des Gebäudesockels mit der bekannten Aufschrift „Wirtschaft zum Rössli“.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
aus Beton her. Eher spontan gesellte sich noch die ehemalige Wittenwilerin Bettina Ammann, die eigentlich in
Kairo wohnt aber ihre Sommerferien in der kühleren
Schweiz verbringt, dazu. Sie ist professionelle Keramikdesignerin und nutzte die Möglichkeit, ihre Kreationen (Geschirr, Dekoartikel…) in ihrem Heimatdorf vorzustellen.
Die drei kreativen Frauen: Bettina Ammann, Elisabeth
Fischbacher und Barbara Storchenegger
Das Haus wird zur Renovation eingerüstet
Die Ausstellung fand bei Elisabeth Fischbacher zu Hause
statt und jede der drei Frauen hatte ihren eigenen Tisch,
auf dem sie ihre Artikel präsentieren konnten. Gegen den
kleinen Hunger stand ein feines Kuchenbuffet bereit.
Fleissige Helfer an der Arbeit
Das durch den Heimatschutz geschützte Wirtshaus hat sich
wirklich sehr positiv aufgewertet. Bleibt zu hoffen, dass in
Zukunft wieder vermehrt Wittenwiler und Weiermer das
Riegelhaus nicht nur von aussen ansehen, sondern auch im
Wirtshaus einkehren und somit die lange Tradition der
Wirtsstube weitergeführt wird.
Ausstellung an der Scheuerstrasse 3
Das vielseitige Angebot wurde schön präsentiert
sf/ Vom 22.-24. August fand in Wittenwil eine Ausstellung
statt, die für unser Dorf doch etwas aussergewöhnlich ist.
Während einiger Monaten bereiteten sich die drei Wittenwiler Frauen Elisabeth Fischbacher, Barbara Storchenegger und Bettina Ammann auf dieses Wochenende vor und
nähten, betonierten, gossen Porzellan, bepflanzten Gefässe
und strickten fleissig an ihren Werken. Das Resultat konnte sich sehen lassen, hatte es doch absolut nichts mit pseudo-hobby-basteln zu tun. Die Resultate wirkten allesamt
sehr professionell und wurden mit viel Liebe zum Detail
hergestellt. Während Elisabeth Fischbacher vor allem
Geschenkartikel für Kinder näht (Waschlappen, Lätzli,
Finkli, Täschlis, Büechlis…), stellt Barbara Storchenegger
wundervolle Artikel (Töpfe, Teelichter, Dekoartikel…)
Stolz konnten die drei kreativen Frauen berichten, dass
erfreulich viele Personen aus dem Dorf, der Familie, dem
Bekannten- und Freundeskreis neugierig auf die Ausstellung waren und der Anlass gegen 200 interessierte Besucher/innen anlockte. Entsprechend schnell waren die ersten
Artikel ausverkauft und die Ausstellerinnen konnten bereits wieder Bestellungen entgegen nehmen.
So ein positives Echo erfreute sie natürlich und entschädigte für die vielen Arbeitsstunden, die sie geleistet haben.
Und wer weiss, vielleicht war die erste Ausstellung dieser
Art nicht die Letzte…
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
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Baustelle Erlenwies
Weissbier. Das Servicepersonal wird dann im Dirndl gekleidet die Gäste bedienen.
da/ Nun haben die Abbrucharbeiten doch noch begonnen.
Zuerst wurden die Ziegel von den Dächern entfernt, dann
wurde der Schopf vor dem Haupthaus abgebrochen. Darauf folgte die Scheune, welche am Haupthaus angebaut
war und zum Schluss „fällt“ dann auch noch das Wohnhaus, welches ganz verloren und alleine da stand. Da die
verschiedenen Baumaterialien alle separat entsorgt werden
müssen, sind die Abbrucharbeiten viel mühsamer und
dauern dementsprechend länger.
Vom 29. bis 31. Oktober kommen die Liebhaber von
„Metzgeten“ zum Zuge. Dann stehen Gerichte wie Blutund Leberwürste, Koteletts mit Schwarte, Leberli, Bratwürste, Kesselfleisch usw. auf der Speisekarte.
Die Wirtsleute freuen sich über möglichst viele Besucher –
auch aus dem Dorf.
Voranzeige Preisjassen vom 27. Dezember 2014
da/ Da die nächste Dorfzeitung erst Ende Dezember erscheint, machen wir Sie hier bereits darauf aufmerksam,
dass auch dieses Jahr wieder ein Preisjassen im Restaurant
Rössli stattfinden wird. Das Datum des beliebten Anlasses
wurde auf Freitag, 27. Dezember 2014 angesetzt. Es wird
wie immer frühzeitig mit einem Flugblatt eingeladen.
Mittwochnachmittag: Die Abbrucharbeiten sind in vollem Gang
Trudi Ammann und Walo Hofstetter freuen sich schon
jetzt, viele „Jassbegeisterte“ zu begrüssen, um mit ihnen
einen gemütlichen Abend zu verbringen.
Wir stellen vor
Sarah Fuchs und Andi Utzinger
Wilhofstrasse 6, Wittenwil
Am Donnerstagmorgen
re/ Dieser Bericht hätte eigentlich bereits in der Juniausgabe der Dorfziitig erscheinen sollen. Da das Haus aber über
längere Zeit verlassen schien und beim Klingeln niemand
die Tür öffnete, musste fast befürchtet werden, dass die
Bewohner Wittenwil schon wieder verlassen hätten…
Bald ist wohl nichts mehr zu sehen
Der weitere Verlauf der Bauarbeiten ist uns nicht bekannt,
wir werden aber für Sie „am Ball“ bleiben.
Oktoberfest und Metzgete im Restaurant Sternen
rh/ Margrit und Dani Rutishauser bleiben ihrer Tradition
treu und führen auch dieses Jahr im
Herbst wieder ihr Oktoberfest und
die Metzgete durch.
Am „Oktoberfest“ vom 2. und 3.
Oktober gibt es also im Restaurant
Sternen Wittenwil Haxen, Weisswürste mit Brezen und Erdinger
Sarah Fuchs
und Andi
Utzinger
Auf das Schreiben im Briefkasten, das unser Anliegen –
nämlich ein Interview mit Neuzuzügern zu machen – ankündigte, kam mit einiger Verspätung eine sehr nette Antwort per Mail. Gerne wären sie bereit, etwas über sich zu
erzählen, man sei erst seit kurzem zurück nach einem einmonatigen Amerikaaufenthalt.
Zusammen mit der misstrauisch bellenden Hundedame
Miloh empfängt Sarah Fuchs den fremden Besuch. Da ihr
Partner noch nicht zu Hause ist, verrät sie vorerst einiges
über sich. Sarah ist Thurgauerin, aufgewachsen ist sie in
Frauenfeld. Sie besuchte dort die Schule und machte ihre
Ausbildung in einer Arztpraxis als MPA. Danach nahm sie
in Zürich eine neue Herausforderung in einer Privatpraxis
an, da blieb sie mehrere Jahre und konnte viel Erfahrung
sammeln. Seit kurzer Zeit arbeitet Sarah nun in Eglisau in
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Ausgabe September 2014
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
einer kleinen Landarztpraxis im 80%-Pensum. Es gefällt
ihr gut, die Leute seien dort bodenständiger und nicht so
kompliziert. Der eher lange Weg zur Arbeit stört sie nicht.
Mit ihrem Beruf, dem Haus, den Tieren und Auftritten an
den Wochenenden ist die junge Frau gut ausgelastet.
geschrieben. Und fast genauso, wie es die beiden sich vorgestellt hatten! Es gibt eigentlich nur Kleinigkeiten, die geändert
werden mussten. Vor allem der grosse Garten, der in den
letzten Jahren doch ziemlich vernachlässigt wurde, soll mit
der Zeit noch etwas umgestaltet werden.
Apropos Hobbies: Sarah ist auch Sängerin! Zusammen mit
ihrem Partner und der Band tritt sie an verschiedensten
Anlässen auf und ist zudem mit dem Big-Band-Orchester
des Flughafens Zürich in der ganzen Schweiz unterwegs.
Das Singen hat sie schon früh entdeckt und begleitete sie
durch ihr ganzes bisheriges Leben. Sehr gern hat sie in
Musicals mitgespielt, unter anderem in ALAPILIO, das
über längere Zeit in Winterthur aufgeführt wurde. Auch
Space Dream gehört dazu.
Es gibt aber noch weitere Pläne; Sarah und Andi planen
ihre Hochzeit! Im Dezember werden sie das grosse Fest in
bescheidenem Rahmen feiern. Wir wünschen dem sympathischen Paar für die Zukunft alles Gute!
Unterdessen ist nun auch Andi Utzinger daheim angekommen. Während er seinen Znacht geniesst, gibt er bereitwillig
Auskunft über seine Stationen. Er ist in Maur bei Greifensee
in ländlicher Umgebung aufgewachsen, wo man sich auf der
Strasse noch grüsste. Er besuchte dann in Zürich, einer ganz
anderen Welt, das Gymnasium. Das angefangene Studium –
so viel Theoretisches – das stimmte nicht für Andi, er fühlte
sich seit jeher zur Musik gezogen. Vom SMPV (Schweizerischer Musikpädagogikverband) wurde ein Studium angeboten, das er dann mit Erfolg abschloss. Schon früh verdiente er
Geld mit Gesangsauftritten, mit Spielen in verrauchten Bars
am Piano und lernte in dieser Zeit Gleichgesinnte kennen.
Heute arbeitet er selbständig im eigenen Tonstudio in Dübendorf, arbeitet an Projekten, erteilt Gesangsunterricht, macht
Talentbeurteilungen und spielt eben zusammen mit Sarah und
einer je nach Anlass erweiterbaren Band an Hochzeiten, Firmenanlässen, Bällen oder anderen Feierlichkeiten. (Genaueres ist unter www.liveband.ch zu finden.) Als zweites Standbein – zu etwa 20% – fotografiert er für Auftraggeber (neben
Natur- und Landschaftsaufnahmen auch vermehrt Portraits
und Personen). Klar, dass von der Reise im Mai durch die
Nationalparks der Westküste Amerikas manch eindrückliches
Bild entstanden ist!
Country Line-Dance
Sarah und Andi haben sich vor rund zwei Jahren anlässlich
einer Hochzeit kennen gelernt, als sie beide, unabhängig
voneinander engagiert wurden und dann gemeinsam eine
Produktion bringen mussten… Diese hatte offenbar eine
nachhaltige Wirkung! Seit Dezember 2013 wohnen die beiden nun im Bungalow an der Wilhofstrasse, zusammen mit
Hündchen Miloh und einer schönen, etwas zutraulicheren
norwegischen Waldkatze. Mit den nächsten Nachbarn sind sie
bereits per „du“. Mal liegt frisches Obst oder Gemüse vor der
Tür, Haustiere werden gegenseitig gefüttert oder (gegen einen
Fotoauftrag) der Rasen gemäht. Das Beste passierte an einem
Samstagmorgen, draussen war ein regelmässiges Klopfen zu
hören. Da überraschte sie Roland Zahnd, indem er das Holz
hackte, das noch vom früheren Hausbesitzer stammte!
Turn- und Tanzgruppen
Auch dieses Winterhalbjahr wechseln wir wieder ab, mit
Turnen und Line-Dance. Jeden 2. Dienstag. (ohne Schulferien) sind wir am Tanzen. Auch Männer und „Neu“Tänzer/innen sind willkommen.
Provisorische Daten: (ohne Gewähr)
2014
Oktober:
28.
November:
11. + 25.
Dezember:
ev. 9.
2015
Januar
13.
Februar:
3. + 17.
März:
3. + 17. + 31.
April:
28.
Mai:
12.
Wir tanzen in Hallen-Turnschuhen oder Ähnlichem und
bequemer Kleidung. Kosten: Fr. 5.-/Abend
Weitere Auskünfte erteilt gerne: Susi Michel,
 052 365 48 82 oder E-mail: michel.susi@bluewin.ch
Turnerinnenreise ins Aletschgebiet, 7. - 9. August
re/ Für diese Reise ins Wallis wurden schon Monate voraus drei anstatt nur zwei freie Tage reserviert. Zudem
folgten fast alle Ruths Empfehlung, die Reiseutensilien für
einmal in Rollkoffer (!) zu laden.
Fünf Männer chauffierten ihre eigenen und weitere Frauen
am Donnerstagmorgen zum Bahnhof. Die Gepäckgrössen
variierten vom handlichen Reiseköfferchen bis zur Überseereisetasche. Mit dem 7.54-Uhr-Zug ging die Reise los.
Das Paar fühlt sich sehr wohl und freut sich über das herzliche Willkommen in Wittenwil. Klar, dass dies alles nicht
einfach so kommt – Sarah und Andi stellten sich vor und
luden alle Nachbarn zum Kennenlernen ein.
Das Dorf war früher eigentlich nur Sarah bekannt, vor
allem vom Böllefäscht. Nachdem das Paar längere Zeit
nach einem passenden Bauernhaus oder einer anderen
Liegenschaft in ländlicher Umgebung gesucht und schon fast
aufgegeben hatte, war dieses Haus plötzlich im Internet aus-
Das Gepäck ist ausgeladen, die Reise kann losgehen
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
Nur in Winterthur und Brig galt es, das Gepäck aus dem
Zug zu hieven und über die Bahnsteige zu ziehen. Die
Fahrt gestaltete sich sehr kurzweilig und angenehm, Ruth
hatte vorsorglich Plätze reserviert und genügend Gesprächsstoff gab es alleweil! Von Brig bis Mörel wurde
noch eine kurze Strecke mit dem Regionalzug zurückgelegt. Dort konnte nach einem kleinen Fussmarsch die Seilbahn zur Riederalp bestiegen werden. Im Innern der Kabine gab es viel Platz und draussen zum Glück kaum Wind!
Glücklich auf gut 1900 m angekommen, wurde das Gepäck zum Hotel Walliser Spycher hinunter gerollt. Der
Juniorchef hiess die „charmanten Damen“ herzlich willkommen, auch der Senior mit seiner kunstvoll drapierten
Haarpracht begrüsste uns in urchigem „Wallisertiitsch“.
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Oben erblickte man ein grosses Bergrestaurant, etwas
weiter auf einer Anhöhe das Museum Villa Cassel und
ziemlich viele Touristen. Da Ruth den Turnerinnen aber
den Aletschwald zeigen wollte, wurde zielstrebig über die
Bergkuppe hinab zum Wald gestiegen, von wo es schon
bald einen ersten Blick auf den imposanten Gletscher zu
erhaschen gab. Natürlich wollten die Fotografinnen davonund vom wilden, naturbelassenen Arven- und Lärchenwald
einige Bilder knipsen. So zog sich die kleine Wandergruppe bald etwas in die Länge.
Da unterdessen Mittagszeit war, traf man sich nach dem
Beziehen und Erkunden der gemütlichen Zweierzimmer
unten im Restaurant und bestellte eine kleine Stärkung für
die erste Wanderetappe. Satt und mit Wanderschuhen und
Regenschutz ausgestattet, wurde dann zügig bergauf zur
Riederfurka marschiert.
Der Natur und dem Zerfall überlassen
Es gab viele knorrige, verkrümmte Stämme und Wurzelstöcke zu bestaunen, die teilweise um Felsblöcke herumgewunden waren oder vom Wind und der Witterung ganz
eigentümliche Formen oder Farben angenommen haben.
Die Riederfurka auf 2065 m ü.M. ist erreicht…
Der Aletschgletscher ist in Sicht
… und viele Wanderrouten stehen zur Auswahl
Kurze „Verschnaufpause“ unterwegs
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Nach einer kurzen Rast beim Bischofssitz wurde auf einer
oberen Schlaufe wieder der Rückweg zur Riederfurka
angepeilt. Auf einer Lichtung, ein Stück weiter unten
konnte eine grosse Anzahl Hirsche beobachtet werden, die
sich beim Ruhen und Äsen nicht stören liessen. Die mitgeführten Ferngläser kamen rege zum Einsatz.
Bald liessen dunkle Wolken, die stets etwas näher gezogen
waren, die ersten Tropfen fallen. Glücklicherweise sassen die
Turnerinnen bereits im Restaurant und löschten den Durst mit
einem riesigen Glas hausgemachter Orangenlimonade. Das
letzte Wegstück hinunter zum Hotel konnte dann gut noch mit
Schirm oder Regenschutz gewandert werden.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Zu Ruths grosser Erleichterung fanden alle darin Platz. So
konnte frühzeitig die Seilbahn hinauf zum Bettmerhorn
(2647 m) erreicht werden, wo es den ersten Kafihalt gab.
Ganz toll und ungewohnt war das Wandern mit so wenig
Gepäck – ausser Regenschutz, Getränk und Jacke musste
ja kaum etwas mitgetragen werden! Von einer Aussichtsplattform bot sich ein eindrückliches Bild über den riesigen Gletscher. Der Weg führte bald auf der schattigen
Seite, zum Teil über felsige Tritte immer weiter hinunter
und näher zur eisigen Zunge. Es wurde auch merklich
kühler. Eine Passage musste durch Sulzschnee begangen
werden. Oft blieb die Vorderste kurz stehen, um die nächste Wegmarkierung zu suchen. Weit unten, auf dem Gletscher war eine Seilschaft auszumachen, die geführt über
das zerklüftete Eis marschierte. Nichts für die Turnerinnen!
Auf dem letzten Wegstück zum Hotel musste noch der Schirm
aufgespannt werden
Sehr viel Zeit zum Frischmachen und Umziehen blieb den
Turnerinnen aber nicht, schon bald wurden diese zum
Nachtessen erwartet. Trotzdem probierte eine besonders
Neugierige den ominösen Hebel beim markierten Fluchtweg über das Zimmerfenster aus. Mit einem kräftigen
„Rumms“ löste sich eine Metallleiter aus einer Verkleidung… Also man müsste im Notfall auf den unteren Balkon steigen!
Der unwegsame Abstieg wird in Angriff genommen
Eigentlich war das heute ja nur eine kleine Tour, aber alle
waren müde und genossen das gemütliche Sitzen und natürlich das ausgesprochen feine, sehr schön angerichtete
Menu. Die eine oder andere sah dann plötzlich sehr alt aus
beim Aufstehen, was mit Gelächter quittiert wurde. Weil
am nächsten Tag die grosse Wanderung geplant war, verzogen sich die Frauen bald in die Zimmer.
Am nächsten Morgen zeigten sich die Berggipfel schon
früh im sonnigen Licht. Aus dem Fenster konnte sogar das
Matterhorn bewundert werden.
Die Wandergruppe vor dem Aletschgletscher
Ruth führte die Frauen ins Märjelengebiet, das mit seinen
moorigen Seen und einer etwas anderen Vegetation einen
reizvollen Kontrast zur „Steinwüste“ bildete. Obwohl auch
dort überall winzige Pflänzchen mit kleinsten Blüten in
kräftigsten Farben auszumachen waren.
Blick aus dem Hotelzimmer auf den wohl berühmtesten
Schweizer Berg
Bereits um 7.30 Uhr trafen sich die Frauen zum Zmorge,
um pünktlich parat zu sein. Die Haltestelle des batteriebetriebenen „Aletsch-Express“ liegt gleich neben dem Hotel.
Um die Mittagszeit fanden die Frauen im heimeligen
Berggasthaus Gletscherstube Platz, um eine reichhaltige
Suppe oder einen kleinen Zmittag zu geniessen. Draussen
wurde es etwas kühler, da mehr und mehr Gewölk aufzog.
Aus diesem Grund und weil die Gäste von der Terrasse
ebenfalls drinnen Platz suchten, blieb man nicht allzu
lange sitzen. Bis zur Fiescheralp dauerte die Wanderung
doch noch um die zwei Stunden. Die mögliche Abkürzung
durch den düsteren Tunnel beim Berghaus reizte niemanden. Die Aussicht auf den kleineren Fieschergletscher
hätten die Turnerinnen sonst verpasst!
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
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prasselte herunter, was die gemütliche Atmosphäre noch
verstärkte. Nicht so toll war der Wetterbericht für den
Samstag! Die genaue Planung wurde vertagt und das Frühstück etwas später angesetzt.
Der Fieschergletscher kommt zum Vorschein
Sieht spektakulärer aus als es wirklich war
Einen Kafi-/Desserthalt leistete sich die Schar auf der
Fiescheralp. Die Sonnenstore hielt die paar Regentropfen
ab, so konnte trotzdem im Freien gesessen werden. Frisch
gestärkt marschierten wir weiter, die letzte Etappe hinunter
nach Bettmeralp konnte wieder ohne Regenschutz zurückgelegt werden. Eigentlich waren alle froh, dass es nicht so
heiss war, der grösste Teil des Wegstücks wäre an der
vollen Sonne gelegen! Die freundliche Chauffeuse des
Aletsch-Express fuhr die müden Frauen dann wieder
„heim“ zum Hotel.
Der Morgen war trüb, die Bergkette verschwunden! Während dem Zmorge regnete es nochmals zünftig. Es wurden
Varianten diskutiert, wie: frühere Abreise, ein Zwischenstopp in Bern oder noch etwas abwarten, ob der Himmel
noch einmal aufreisst… Und tatsächlich! Nachdem ausgiebig gefrühstückt, danach in Ruhe gepackt und ausgecheckt worden war, zeigten sich wieder blaue Stellen am
Himmel! Von einer Fahrt hinauf in die wolkenverhangenen Berge wurde abgesehen, ein Spaziergang zur Riederalp erschien allen die reizvollste Variante. Die Sonne zeigte sich mehr und mehr. Auf einer blumengeschmückten
Terrasse konnten die Turnerinnen mit einem kühlen Glas
Hugo oder Apérol auf die gelungenen drei Tage anstossen
und die Eindrücke verarbeiten. Beim Spaziergang ganz
besonders aufgefallen sind die meist sehr hübschen Holzchalets, die vielen bunten Blumen, vor allem die wunderschönen Petunien! Aber auch viele leerstehende, verwaiste
Ferienhäuser, Bars und Pensionen gab es, dazu übermässig
viele Sportgeschäfte. Offenbar geht hier im Winter voll die
Post ab!
Um die Mittagszeit bestellten sich die Frauen in einem
Café einen Imbiss. Es bleibt zu hoffen, dass die gekauften
Walliserbrote etwas besser mundeten! Das im Hotel gelagerte Gepäck mitsamt zwei Turnerinnen wurde gegen 15
Uhr zur Station der Bergbahn hinauftransportiert, mit der
Bergbahn schwebte die Schar kurz darauf wieder hinunter
nach Mörel.
Warten auf die Zugeinfahrt in Mörel
Gerne wird in den „Aletsch-Express“ – ein kleiner Elektrobus –
eingestiegen
Hungrig und zufrieden liess man sich das Menu schmecken; den feinen Pilzrisotto zur Vorspeise, das Salatbuffet,
einen gluschtigen Teller mit Lachstranchen, Gemüse und
Kartoffeln und zum Dessert Quarkmousse mit Erdbeeren.
Fein! Draussen zog ein heftiges Gewitter auf, der Regen
Die Heimreise war angenehm, dauerte wieder nur rund 3,5
Stunden. Die Zeit war ausgefüllt mit Plaudern, Naschen
oder I-Phone-Instruktionen. Marlies hatte nämlich eine
App, die die gemachten Touren aufzeichnet und Höhenmeter, Geschwindigkeit, Wanderzeit und alles Mögliche berechnen konnte! Klar, dass die Turnerinnen stolz auf das
Geleistete waren! Auch der Rücktransport nach Hause
klappte super, wurden die Frauen am Bahnhof pünktlich
und zuverlässig in Empfang genommen. An die Reiseleiterin und Organisatorin Ruth Wüest geht ein ganz herzliches
Dankeschön!
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Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Alles wäre so gemütlich gewesen….
Was machen eigentlich….
…Brigitte und Helmy Heim
rh/ Eigentlich wäre es meine Aufgabe gewesen, ein Interview mit Brigitte und Helmy Heim zu führen. Ich machte
es mir aber für einmal einfach und fragte die beiden an, ob
sie allenfalls bereit wären, selbst über sich und ihr heutiges
Leben in Stäfa zu berichten, was sie spontan mit „Ja gerne“ beantwortet haben. Wie es der Familie Heim heute
geht, was die verschiedenen Familienmitglieder machen,
wie und wo sie leben und was sie alles noch so vorhaben,
ist also in ihrem nachstehenden Bericht zu erfahren.
Lebensabschnitte
Vor beinahe 12 Jahren haben wir Wittenwil Richtung Stäfa
verlassen – vom Dorf in die Stadt. Unsere beiden Töchtern
Claudia und Tatjana haben diesen Schritt vor uns vollzogen. Es ging plötzlich alles sehr schnell. Nach 30 Jahren
das Haus in Wittenwil verkauft und ein neues, zusammen
mit der Familie von Tatjana, in Stäfa gekauft. Eine seltene
Gelegenheit, ein denkmalgeschütztes Haus mit viel
Charme, genügend Platz für zwei Familien, schönem Innenhof und Garten, liess uns innerhalb einer Woche den
Entscheid fällen. Da von uns alle Beteiligten in ihrem
Beruf sehr engagiert waren, haben wir zuerst die Tragweite
dieses Schrittes gar nicht richtig wahrgenommen. Die
ganze Organisation blieb an Brigitte hängen, welche sie
aber gut im Griff hatte. Ich habe sicher ein halbes Jahr
gebraucht, bis ich mich auf die vielen neuen Eindrücke
einstellen konnte.
Claudia heiratete ihren Walter O. Frey und so gesellten
sich zu Mirjam nochmals ein Mädchen Annina (8 Jahre )
und ein Sohn Florin (5 Jahre). Tatjana brachte neben Julian
(12 Jahre) nochmals einen Sohn Marius (9 Jahre) zur Welt.
Somit erfreuen wir uns heute an fünf Enkelkindern. Da
beide Töchter beruflich sehr engagiert waren und immer
noch sind, war bald einmal klar, wer da als FamilienNanny sehr gefragt war: Brigitte. Obwohl Claudia und
Tatjana für ihre Kinder je eine Nanny engagierten, blieben
noch sehr viele Tage der Kinderbetreuung bei Brigitte. Sie
tat es mit viel Geduld und Zuneigung. Auch heute, wo
bereits wieder Mathefragen bei den Älteren anstehen, sehe
ich sie zusammen mit unseren Enkelkindern beim Hausaufgaben lösen. Niemand in unserer Familie könnte dies
besser als sie. Wir geniessen unsere Enkel sehr und haben
viel Spass mit ihnen. Im Gegenzug werden wir bei Bedarf
fachmännisch gut versorgt, wenn uns wieder ein neues
Alterszipperlein plagt. Medizinisch sind wir in guten Händen. Tatjana hat sich nach ihrem Abschluss als Internistin
FMH viel Praxis in Spitälern angeeignet und dann, ganz in
unserm Sinne, noch eine Zweitausbildung angefangen, als
Ärztin für geriatrische Krankheiten, welche sie im August
in einer zweiten FMH-Prüfung abschliessen wird. Ihr
Mann, Andreas Meyer, leitet als Dr. PD eine KinderRehaklinik in Affoltern am Albis. Claudia hat ihren Job als
Redaktorin beim Schweizer Fernsehen beendet und arbeitet nun in der Firma ihres Mannes. Walter O. Frey leitet als
Sportarzt das Movemed, swiss olympic medical center in
Zürich. Hier werden Spitzensportler nach Verletzungen
therapiert. Auch wenn wir beide u.a. wieder einmal einen
Fuss lädiert haben oder uns die Hexe in den Rücken
schiesst, werden wir umgehend wieder gehfähig gemacht.
Wenn uns also Regina Häusler per Mail anfragt: wie geht
es euch eigentlich? können wir mit Freude antworten, sehr
gut. Wir haben unseren, für eine Stadt wie Stäfa, ruhigen
Innenhof schnell sehr schätzen gelernt. Auch hier können
wir eine freundschaftliche Nachbarschaft geniessen, wie
damals in Wittenwil.
Das neue Zuhause in Stäfa von Brigitte und Helmy Heim und
Tatjana mit Familie
Ein weiterer Lebensabschnitt in unserem Leben hatte
begonnen
Unsere Familie hatte damals noch eine überschaubare
Grösse. Claudia lebte mit ihrem Teenager Mirjam bereits
in Zollikerberg, ZH. Tatjana und ihr Mann, Andreas Meyer und der dreimonatige Julian, zogen zusammen mit uns
ins neue Haus. Wir hatten also zwei Enkelkinder, unseren
Berner Sennenhund Fargo, zwei Wittenwiler Büsi und
dachten, dass dies wohl so bleiben würde.
Der grosszügige Sitzplatz im Innenhof
Die Pfannenstilregion, oberhalb Stäfa bietet eine grosse
Waldregion und Weinberge, doch so nah wie in Wittenwil
ist der Wald leider nicht mehr für uns. Dafür können unsere Enkelkinder im Innenhof geschützt spielen, unser Hund
faul am Schatten liegen während wir uns im Freien verpflegen. Der Hof wird gebildet durch drei anliegende,
denkmalgeschützte Häuser und ein dazu gehörendes
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
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Waschhäuschen. Im Zentrum gibt es eine Wiese mit einem
grossen Nussbaum, einem Brunnen und rundherum liegen
Kieswege. Wirklich eine Oase in einer Stadt. Und oft auch
als kleiner Festplatz gestaltet.
deckel schreiben möchte... aber vielleicht kommt alles
nochmals anders!
Alles wäre so gemütlich gewesen….
Brigitte und Helmy Heim
Ich bin seit 2005 pensioniert. Gut, beim neuen Haus gibt es
unvergleichlich mehr Arbeit als beim Haus in Wittenwil.
76 Fensterläden mussten neu mit Farbe versehen werden,
Fassade ausgebessert, Gartenwege angelegt, Gartenhäuschen repariert usw. Die Wochen waren eine Zeitlang recht
gut ausgefüllt. Da unser lieber Berner Sennenhund Fargo
leider verstarb, konnten wir auch wieder etwas mehr reisen. Ein paar Jahre lief alles wie erwartet. Trotzdem, da
fehlte einfach etwas in unserem Hause. Brigitte sah dies
vorerst nicht so. Als wir dann aber vor vier Jahren beim
Berner Sennenhundezüchter die Welpen besuchten, konnten wir kaum noch wiederstehen. Brigitte meinte: dies
wird aber definitiv dein Hund, da stehst du in der Verantwortung! Kein Problem, antwortete ich, ich bin ja pensioniert. War vielleicht etwas übertrieben, ich hatte ja noch
meine eigene Firma als Fernsehproduzent. Aber es lief
nicht mehr so viel und ich beschäftigte mich mit dem Gedanken, die Firma aufzulösen.
Unser neuer Berner, „Ivor“, forderte
mich von Anfang an. Im Gegensatz zu
den gemütlichen, trägen Berner Sennenhunden, welche wir früher hatten,
war der Neue eine Rakete! Hundeschulen wurden regelmässig besucht,
trainiert, geübt mit grösserem Aufwand. Ivor wurde stärker und stärker
und ich lag öfters am Boden. Brigitte
konnte das Lachen nicht immer verbergen, wenn ich wieder eine Kür der speziellen Art in einen
Acker hinlegte. Nun ist Ivor vierjährig und genauso wie wir
ihn uns gewünscht haben, lieb folgsam und unserem Alter
entsprechend etwas gemächlicher.
Alles wäre so gemütlich gewesen….
Doch unsere Firma florierte plötzlich sehr gut, als Ivor ein
Jahr alt war. Grosse Aufträge standen an und wollten schon
bald gesendet werden. Genau so habe ich es geahnt, sagte
Brigitte, nun habe wieder ich einen Hund!! Es kam noch
dicker, Brigitte musste auch bei verschiedenen Produktionen
mithelfen. Auch unsere Tochter Claudia half bei den Fernsehproduktionen mit. Sie bringt viel Erfahrung als Fernsehredaktorin mit. Jetzt hilft sie mir noch ab und an bei der Fernseharbeit. Seit zwei Jahren arbeite ich wieder voll. Zugegeben
es macht ja auch Spass... Nun teilen wir unsere Firmenarbeiten, das Gassi gehen, Kinderhüten und den Hausunterhalt. In
vier Jahren werde ich 75 Jahre alt und mache dann den zweiten Versuch einer Pensionierung.
Wird dann alles gemütlich sein?
Nein, langweilig wurde es uns nie hier in Stäfa. Aber das
Leben hat so viel Interessantes zu bieten, da kann man
doch nicht einfach die Rollläden runter lassen. Bis anhin
wurden wir so reichlich beschenkt mit grossartigen Erlebnissen und spannenden Begegnungen, dass ich nach der
Pensionierung gerne etwas davon zwischen zwei Buch-
Alle die uns während unseres Lebensabschnittes in Wittenwil begegnet sind, grüssen wir aus der Ferne herzlich.
Was meined Sie dezue?
Welches war der schrägste Modetrend, den Sie je
mitgemacht haben?
Die Dorfziitig Redakteurinnen Cornelia Brändli und Doris
Ammann befragten während dem Spaghetti-Essen Gäste
zu ihren Mode-Trends von früher.
Thomas Kappeler
Modetrends sind gar nicht mein Ding.
Am meisten verpönt waren während
meiner Kindheit Grosi‘s Manchester
Hosen welche ich von meinem älteren
Bruder immer nachtragen musste.
Walter Ammann
Mein Fasnachtskostüm vor Jahren – lacht
– wahrscheinlich. Und die Dauerwelle im
lockigen Haar mit 20 Jahren während
meiner wilden Jahre.
Peter Wüest
Mein karierter Blazer. Ich ging in den
jungen Jahren mit meiner jetzigen Frau
und deren Freundin in eine Vorstellung
des Zirkus Knie. Bei der Ankunft mit
meinem geliebten Blazer schmunzelten
die beiden Frauen unübersehbar. Im
Nachhinein muss ich sagen, hätte ich
die Clown-Nummer während der Vorstellung gut übernehmen können mit meiner „Aaleggetä“.
Ernst Ammann
Wollige Strumpfhosen ganz klar…
Und wenn sie noch von der Schwester
waren, war es noch schlimmer! antwortet Ernst ohne eine Sekunde nachzudenken über unsere Frage. Schöbi,
ein Freund, hatte die ersten langen
Hosen in unserer Clique. Ich war
neidisch. Meine ersten langen richtigen Hosen machte ich während einer Velotour dann zu
Fetzen, was zu Hause zur Rüge führte und mich wieder für
kurze Zeit zum Knickerbocker-Wollstoff-Hosen-Träger
machte.
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Jan Frischknecht
Mein Brasilien Fussball Trikot, weil ich
WM Fan bin. Sonst ist es mir egal was
ich trage oder was gerade „in“ ist. Einfach Kleider mit Fussball, coole T-Shirts,
Hipp Hopp Schuhe mit weissen Sohlen.
Das finde ich schräg und schön.
Hanni Altherr
Ich habe eigentlich nie Modetrends mitgemacht. Überlegt…
Oh doch erläutert sie: ich habe
mit 30 Jahren einmal für eine
Vorstellung mit dem Kirchenchor Plateau Schuhe gekauft.
Weite Jupes mit Unterrock
waren zur damaligen Zeit im
Trend. Mir passten aber immer mehr die klassischen Kleidungsstücke weil ich halt eher klein gewachsen bin –
grinst und lacht!
Annemarie Leuch
Knickerbocker für Frauen, das war
mein Mode-Highlight. Wir fragen
nach, ob es das tatsächlich gab? Ja
klar, lacht Annemarie, das gab es
auch… Ich habe in der Mode Branche gearbeitet. Ich war damals stolz
auf meine Knickerbocker Hosen. Im
Nachhinein habe ich Fotos angeschaut und mich furchtbar geschämt
wie man je so herumlaufen konnte. Hohe Absätze machten
eine Frau um 1980 erst so richtig salonfähig. Und was
denkst du Annemarie waren für Frisuren im Trend in den
80-er’n, fragen wir nach?! Oh Gott - ich trage seit 100
Jahren dieselbe Frisur. Keine Ahnung.
Regina Häusler
Natürlich die Minimode. Das war für
mich schrecklich und immer wieder
ein Streitpunkt zwischen Koni und
mir, weil er fand, meine Röcke seien
nicht modisch kurz genug. Ich fühlte
mich unwohl in einem so kurzen Jupe
und hatte beim Bücken Angst, man
könne meine Unterwäsche sehen. Selbstverständlich machte ich diese Mode aber trotzdem mit, ich wollte ja nicht
altmodisch sein. Ich war dann echt froh, als die langen
Hosen auch für die Damenwelt in Mode kamen.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ein Handy gehört heute standardmässig zum modischen
Auftreten einer jeder wirklich wichtigen Persönlichkeit?!
Schräg oder nicht schräg? 
Reiseberichte
Auf dem Jakobsweg unterwegs
5. Etappe Schwarzenburg BE – Lausanne VD
ka/ Seit dem Jahr 2011 sind wir als
Familie auf dem Pilgerweg Richtung
Santiago de Compostela in Spanien
unterwegs. Die 5. Jakobswegetappe
vom 28. Mai bis 4. Juni 2014 führt
uns über den Saanegraben in die
Suisse romande. Die ersten 20 Kilometer folgen wir noch dem Jakobsweg, die nächsten 80 Kilometer dieser
Etappe gehen wir dann auf dem Chemin de SaintJacques de Compostelle.
Mittwochnachmittag, 13.30 Uhr, Aadorf: Wir lassen uns
auf die Zugssitze fallen und atmen tief durch. Ach, wie gut
das tut, mit diesem fallen lassen auch die Anspannung aus
dem Arbeitsalltag und aus der Schule fallen zu lassen.
Nach knapp drei Stunden Zugsfahrt stehen wir am Bahnhof Schwarzenburg und folgen den „Via Jacobi“Wegweiser über sanfte Hügel und durch Wald hinab zum
Sensegraben. Besonders gefällt uns der aus dem Fels gehauene und mit Flusskieseln gepflasterte Wegabschnitt zur
ehemaligen Ölmühle Torenöli. Dieser historische Weg
wurde bereits von den Römern mit Wagen befahren. Im
Sandstein eingeritzte Pilgersymbole und Namen zeugen
davon, dass auch viele Pilger hier ihre Spuren hinterlassen.
Mit der Überquerung der Sense lassen wir den Kanton
Bern hinter uns und wandern auf fribourgischem Boden
weiter nach Heitenried.
Dominik Müller
Ganz klar, schaut her, der neuste
schrägste Trend: „Handy mit Sackmesser fixiert“ und da drauf noch
WM Brasilien-Chile Penalty-Schiessen schauen.
Historischer Weg zur Torenöli
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
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Halluzinationen?
Fleischfressende Pflanzen in der Galternenschlucht
„Mit meinen Augen stimmt was nicht!“ denke ich voll
Schrecken, als wir vor der Pilgerherberge in Heitenried
stehen. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich, dass sich
da jemand einen Spass mit den müden Pilgern gemacht
hat. Das Wort PILGERHERBERGE ist dermassen
raffiniert an die Hauswand gemalt, dass man den Eindruck
hat, man sehe nur noch verschwommen.
Nach dem letzten deutschsprachigen Ort Tafers mit seinem
sehr schönen Ortskern führt ein wildromantischer Weg
durch die Galternenschlucht nach Fribourg. Diese Wildnis
mit dem schmalen Pfad, der sich mal auf mal ab, über
Brücken und Galerien dem Galterenbach entlang windet,
finden wir genial. Unser „Botaniker“ Elias entdeckt an den
bemoosten Felswänden sogar fleischfressende Pflanzen.
Die ehemaligen Santiago-Pilger Frieda und Klaus haben
die alte Käserei stilvoll zur Pilgerherberge umgebaut und
bekochen uns sowie eine deutsche Pilgergruppe fürstlich.
Am grossen Holztisch wird gemeinsam gegessen und
Pilgererlebnisse ausgetauscht. Frühzeitig zieht sich die
Pilgerschar in den Schlafraum zurück. Während sich die
einen schnell in die Traumwelt davonschleichen, salben
andere ihre zahlreichen Blasen, wiederum andere kritzeln
ein paar Notizen ins Tagebüchlein. Und ich lieg wach im
Bett und frag mich, ob das Abstellkämmerchen nebenan
mit dem Schild „Notkammer für Schnarcher“ wohl für die
Schnarcher gedacht ist oder für diejenigen, die das
Schnarchen der Schnarcher nicht mehr aushalten. Bei
soviel Nachsinnen verfalle auch ich in tiefen Schlaf – trotz
Schnarcher.
Durch das alte Stadttor und über die Brücke der Saane –
oh pardon, La Sarine – betreten wir die Stadt Fribourg.
Hier sind wir jetzt also ennet dem Röstigraben. Bis zu
unserer Unterkunft im Pfarrhaus beim Kapuziner-Kloster
Montorge sind aber noch etliche Höhenmeter über
zahlreiche Treppen und unter Kindergeschimpfe zu bewältigen. Die atemberaubende Aussicht und der herzliche
Empfang durch Soeur Marie-Gabrielle entschädigen aber
für diese Mühe.
Noch weitere Gäste nehmen das Nachtessen im GästeEsssaal des Klosters ein und es herrscht eine fröhliche
Stimmung mit einem wahren Sprachen-Wirrwarr aus
Deutsch, Französisch, Spanisch, Englisch und Thurgauer
Dialekt.
Himmlischer Chorgesang am Auffahrtstag
Verschwitzt von den ersten paar Kilometern und mit einem
Znüniloch im Bauch setzen wir uns bei der Kirche St.
Antoni unter einen schattigen Baum und verzehren Brot
und Käse. Durch die dicken Kirchenmauern ertönen
gedämpfte Mikrofonstimmen und Kirchenorgelmusik.
Während der männliche Teil der Familie noch etwas Siesta
geniesst, können Bettina und ich es nicht lassen, die
Kirchentür einen schmalen Schlitz zu öffnen und in die
Kirche zu schlüpfen. Als Pilger kann man es sich erlauben,
mitten in einen Gottesdienst zu platzen und vom Priester
erst noch mit einem leichten Kopfnicken begrüsst zu
werden. In der wohltuenden Kühle des Gotteshauses
berührt uns der wunderschöne Kirchenchorgesang ganz
besonders.
Frühmorgens in Fribourg
Nonnen haben keine Verspätung!
Da geht’s lang!
Morgens um 7.25 ertönt bereits zum dritten Mal am
heutigen Tag das Gebetsglöcklein der Klosterkirche und
während die Kinder noch schlafen, betreten Heinz und ich
mit zügigen Schritten die Kirche. Erstaunt stellen wir fest,
dass sie leer ist. Trotzdem setzen wir uns in einen der
hinteren Bänke. Vielleicht haben auch die Nonnen mal
Verspätung!? Als das Geläute aufhört, steht plötzlich
Soeur Marie-Gabrielle in einem Durchgang und gibt uns
mit einer Handbewegung zu verstehen, ihr in die hinteren
Räume zu folgen. Zögerlich folgen wir ihr und betreten
einen viel schöneren zweiten Kirchenraum. Alle neun
Kapuzinerschwestern, sowie zwei Pfarrer sitzen bereits in
ihren Sesseln und lächeln uns freundlich zu. Ehrfürchtig
folgen wir dem Gottesdienst und staunen über den reinen
Gesang der grösstenteils betagten Schwestern. Allzu gerne
würden wir mit ihnen herzhaft über die Predigt des
Pfarrers lachen, aber dafür reichen unsere FranzösischKenntnisse einfach nicht.
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Ausgabe September 2014
Heute legen wir einen Pilger-Ruhetag ein und erkunden
stattdessen die Fribourger Altstadt und machen eine
abenteuerliche Kanutour auf dem Schiffenensee.
Glâne-Brücken
Um uns einen etwea einstündigen Marsch durch die
verkehrsreichen und lärmigen Vorstadtquartiere Fribourgs
zu ersparen, fahren wir ein paar Stationen mit dem Bus,
bevor wir unsere Pilgerrucksäcke schultern. Der
abwechslungsreiche Pilgerweg führt uns heute quer durchs
Fribourgerland, vorbei an kleinen Weilern und Dörfern
und zahlreiche Male über den Bach Glâne. Bei einer aus
dem Mittelalter stammenden Tuffsteinbrücke ist eine
kleine Kapelle angebaut. Sie ist der Heiligen Apollonia
geweiht, welche von Leuten mit Zahnweh um Hilfe
angerufen wurde. Wir können uns lebhaft vorstellen, wie
Leute im Mittelalter in ihrer Not hierher kamen und um
Heilung beteten, bevor sie ihre kranken Zähne einem
zwielichtigen Quacksalber anvertrauten.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
merken aber, dass sie weder Deutsch noch Französisch
verstehen und sie verschwinden schnell wieder im
Gebäude. Etwas verloren stehen wir im Hof, als ein
weiterer Asiate erscheint und uns energisch bittet, ihm zu
folgen. Beim Betreten des Gebäudes hängt ein typischer
Geruch nach Reis, Fisch und asiatischen Gewürzen in der
Luft und aus der Küche hallt lautes Gelächter. Wir werden
in einen grossen Schlafraum im oberen Stock geführt, eilig
informiert, wann und wo das Nachtessen stattfindet und
schon ist der Mann wieder weg. Die Situation ist so
komisch, dass wir erst mal laut lachen müssen.
Nach dem feinen asiatischen Nachtessen, welches von
einem schüchternen Mönch gebracht wird, lüftet sich
endlich das Geheimnis. Wir werden von einem ca.
40jährigen vietnamesischen Priester, ebenfalls in Mönchskutte gekleidet, in sehr gutem Deutsch herzlich begrüsst
und erfahren sehr viel Interessantes über dieses
vietnamesichen Zisterzienser-Kloster, welches im Jahr
1979 in den Gebäuden eines ehemaligen Mädcheninternats
gegründet wurde. Der in Österreich studierte Priester
beeindruckt uns ganz besonders durch seine tiefsinnigen
Aussagen und die ansteckende Fröhlichkeit.
Die Zeit vergeht viel zu schnell und wir bedauern es, dass
sich der Priester nach einer Weile verabschiedet, weil eine
Gebetszeit angesagt ist.
Zum Glück nur gespielte Zahnschmerzen bei Ste-Apolline
Wir nutzen währenddessen die letzten Sonnenstrahlen im
Klosterhof, um Karten zu spielen. Als es langsam kalt wird
und wir uns in unseren Schlafraum zurückziehen wollen,
stellen wir mit Schrecken fest, dass alle Türen
verschlossen sind und man uns ausgeschlossen hat. Vor
meinem inneren Auge sehe ich uns schon zusammengekuschelt unter dem Vordach auf dem Betonboden
schlafen oder im Gewächshaus zwischen Peperoni und
Lattich… Endlich finden wir eine uralte Klingel und
ziehen daran, im Bewusstsein, dass wir die Mönche
wahrscheinlich beim Gebet stören. Nach einigen langen
Minuten erscheint endlich ein Mönch und öffnet uns die
Tür. An diesem Abend lassen wir uns ganz besonders
dankbar auf die weiche Matratze plumpsen.
Echte Müdigkeit bei Possat
Geheimnisvolles Monastère Notre Dame de Fatima
Am Abend betreten wir in Orsonnens neugierig das Areal
des Klosters Notre Dame de Fatima, über welches im
Internet nichts ausfindig zu machen war. In der Mitte des
Hofes ist eine Gebetsstätte aufgebaut. Sie erinnert uns sehr
an diejenigen in Nepal und wir fragen uns einen Moment,
ob dies vielleicht ein buddhistisches Kloster ist, bis wir in
der Mitte eine Marienstatue erblicken. Also doch kein
buddhistisches Kloster. Das Rätseln geht weiter, als kurze
Zeit später zwei junge asiatische Männer in schwarzweisser Mönchskutte über den Hofplatz gehen und uns
zurückhaltend zunicken. Wir versuchen sie anzusprechen,
Kartenspiel im Klosterhof in Orsonnens
Hügelstädtchen Romont
Natürlich nehmen wir Erwachsene die Einladung der Mönche
gerne an, an der auf Vietnamesisch gehaltenen Frühmesse
dabei zu sein. Es ist uns bereits zum liebgewonnen Ritual
geworden, den Pilgertag mit einer Gebetszeit zu beginnen.
Die heutige vierstündige Wanderung führt uns durch das
Städtchen Romont, welches durch seine hervorragende
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
Lage auf einem Hügel von weither sichtbar ist. Durch die
schmalen Gassen und die Burganlage strahlt es einen
mittelalterlichen Charme aus.
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Im Laufe des Abends erfahren wir schliesslich, dass der
einheimische Herr neben uns ein Forstunternehmen mit 50
Mitarbeitenden führt, Gemeindepräsident des kleinen
Dorfes ist und für die SVP im Waadtländer Kantonsparlament in Lausanne sitzt. Wie schon die letzten Tage
machen wir auch an diesem Abend die Erfahrung, dass die
Welschen sehr kontaktfreudig sind und sich ebenso Mühe
geben Deutsch zu sprechen, wie wir Französisch.
Genfersee in Sicht!
Vor Romont
Der Weg verläuft leider zu einem grossen Teil auf Teeroder sogar Betonsträsschen und unser aller Füsse ermüden
auf diesem harten Belag stärker als auf natürlichem
Untergrund. Wir sind sehr froh, um halb vier bereits das
Dörfchen Sarzens im Waadtland zu erreichen, wo wir bei
einem Ehepaar unterkommen und den ganzen unteren
Stock ihres Wohnhauses für uns alleine haben. Für die
Kinder ist das Büchergestell mit den unzähligen französischen Comics ein Highlight, und für uns Erwachsenen
die bequemen Liegestühle im lauschigen Garten.
„Sit dass de Sepp vier Chüngel hät…“
Auch am folgenden Tag
müssen wir immer wieder
mal Strecken auf Betonsträsschen gehen. Dies
drückt trotz der grossartigen Landschaft, welche wir durchwandern,
auf die Motivation der
Kinder und wir Erwachsene sind gefordert, sie
bei Laune zu halten.
Nachdem mir im Laufe
des Tages die Ideen für
selbsterfundene Geschichten und Wortspiele langsam
ausgehen, greife ich auf den Joker im Rucksack zurück:
eine Kopie der „Chüngeligschicht“ von Alfred Huggenberger aus einem alten Mittelstufenschulbuch. So lernen
wir gemeinsam die lustigen Verse auswendig und
vergessen dabei die müden Füsse.
Wie bereits die letzten Tage ist auch heute das Wetter
perfekt für einen langen Pilgertag. Zudem haben wir
wieder Naturstrassen und schöne Pfade durch den
ausgedehnten Wald unter den Füssen und dies erst noch
abwärts! Wir kommen zügig vorwärts und noch vor dem
Mittag steigen wir auf den Aussichtsturm oberhalb
Lausannes. Über den Baumwipfeln öffnet sich uns ein
toller Ausblick auf den Genfersee, die Savoyer Alpen und
direkt unter uns liegt die Stadt Lausanne!
Eine Stunde später stehen wir schon in der Lausanner
Kathedrale und machen eine wohlverdiente Ruhepause in
der speziell für Pilger eingerichteten Ecke. Wie in vielen
Kirchen am Jakobsweg ist auch hier ein Stempel
vorhanden, damit die Pilger einen Eintrag in ihrem
Pilgerpass machen können. Natürlich darf dann auch ein
Dessert in der Altstadt nicht fehlen.
Zum Abschluss des Tages tauchen wir voller Freude
unsere Füsse ins Genferseewasser und sind ein bisschen
stolz darauf, die ganze Strecke vom Bodensee zum
Genfersee zu Fuss gegangen zu sein.
Am Genfersee
Nachtessen mit einheimischer Prominenz
Uferspaziergang nach Morges
An diesem Abend nehmen wir bei einem freundlichen
pensionierten Ehepaar in Corcelles-le Jorat Quartier. Zum
Nachtessen gehen wir aber in die Dorfbeiz. Am grossen
Holztisch vor dem Restaurant sitzt bereits eine Handvoll
Leute und diskutiert eifrig miteinander. Wir setzen uns
dazu und noch bevor wir alle Platz genommen haben, wird
Heinz von seinem Tischnachbarn, einem bodenständigen
Mann mit lustigem Schnurrbart, ausladendem Bauch und
Schalk in den Augen, gefragt: „Vous êtes forestieres?“
Nein, wir sind Pilger und Heinz karriertes Hemd ist kein
Waldarbeiterhemd sondern ein Wanderhemd!
Wir sind froh, am Morgen die unpersönliche Jugendherberge in Lausanne wieder verlassen zu können. Trotz
einsetzendem leichten Regen nehmen Heinz und Bettina
noch ein erfrischendes Bad im Genfersee, bevor wir der
schönen Uferpromenade entlang nach Morges spazieren,
unserem diesjährigen Etappenziel. Etwas wehmütig
schiesse ich ein letztes Foto der Muschelsignalisation,
welche weitere 1600 Kilometer Richtung Santiago de
Compostela führt.
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Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
führt uns der Weg in den Nationalpark des „Lower Dolpo“, wo am Checkpoint die Eintrittsbewilligungen vorgelegt werden müssen. Beim Dorf Suligat, nah am rauschenden Bach werden unsere kleinen Zelte für die erste Übernachtung aufgestellt.
Wegweiser Chemin de St-Jacques (Jakobsweg)
Wir jedoch steigen in den Zug zurück in die entgegengesetzte Richtung, mit einem neu gefüllten Rucksack an
bleibenden Eindrücken und Erlebnissen.
Lagerplatz am Poksundosee
Am nächsten Tag überschreiten wir eine 99 m lange
Drahtseilbrücke und biegen in ein neues Tal ein. Begleitet
werden wir von einem Team von 14 Nepalis (Leiter, Küchenmannschaft, Träger und zwei Maultiertreiber), zwölf
Maultieren und zwei Pferden. Alle sind gespannt, wie die
Tiere wohl auf diese wacklige Brücke reagieren werden.
Die duldsamen Tiere gehen ohne Probleme über dieses
Hindernis. Die Wanderung ist abwechslungsreich. Wir
bestaunen unbekannte Bäume mit grossen Blüten, und
hohe Nadelbäume säumen den Weg. In Chepka (2838 m)
wird unser Zeltlager, wiederum am Fluss aufgebaut.
Der bisher in der Schweiz zurückgelegte Weg
Trekking in Nepal
Zusammen mit vier Kolleginnen und einem Kollegen aus
dem Toggenburg war Jacqueline Hermann von Ende Mai
bis Ende Juni auf einem 25-tägigen Trekking in Nepal.
Nachfolgend schildert sie einige Erlebnisse von Land,
Leuten und dem Trekking.
Start in Istanbul
Nach einem Flug über Istanbul treffen wir am Montagmorgen in der Hauptstadt von Nepal, in Kathmandu ein
und werden am Flughafen von Führern des Reiseunternehmens mit einem Blumenkranz herzlich begrüsst.
Die nächsten zwei Tag wandern wir weiter flussaufwärts.
Oft überqueren wir den Fluss auf Holzbrücken. Wir steigen langsam höher hinauf; das nächste Nachtlager liegt auf
2940 m.
Immer höher hinauf
Am folgenden Tag führt der Weg steil aufwärts und wir
staunen, wie die Maultiere das Gepäck den steilen Bergweg hinauftragen. Selber müssen wir nur unsern Tagesrucksack tragen. Auf einer Plattform entdecken wir noch
weit entfernt den Phoksundosee. In Ringmo (3500 m)
stehen unsere Zelte auf einer Anhöhe über dem See. Das
Wasser des Sees ist fast „kitschig blau“ und wir Frauen
wagen uns ins Wasser, das ziemlich kalt ist! Im Dorf finden wir einen kleinen Laden, wo Getränke, Zigaretten und
sogar Schuhe zu kaufen sind.
Nach zwei Inlandflügen starten wir unser Trekking zwei
Tage später auf der Höhe von 2475m.ü.M. in Juphal.
Hier werden wir von unserer Küchenmannschaft erstmals
kulinarisch verwöhnt. Anschliessend verpacken die Träger
unsere Taschen in Reissäcke, laden die Vorräte für 25
Tage, alles Küchenmaterial, die Zelte etc. auf die Maultiere und dann führt die erste (noch kurze) Wanderung von
drei bis vier Stunden uns steil in ein Flusstal hinunter. Die
fruchtbare Gegend mit Apfel-, Nuss- und Aprikosenbäumen und kunstvoll angelegten Getreidefeldern beeindruckt
uns sehr. Es scheint hier auch ein reger Handel zu herrschen; einige Maultier-Karawanen sind unterwegs. Dann
Die Maultiere – unsere Lastenträger
Am nächsten Tag – es ist Sonntag – dürfen wir einen Ruhetag am See geniessen.
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
Eine tschechische Gruppe (vier Personen), begleitet von
drei Trägern, schlägt ihr Lager ebenfalls am See auf. Gegen Abend kommt ein schweres Gewitter auf. Die Nepali
haben vorsorglich Plastikbahnen über unsere Nachtlager
und das Esszelt gespannt. Das ganze Team kümmert sich
sehr um unser Wohlbefinden.
Am andern Morgen sind die hohen Berge weiss verziert.
Der Himmel ist wieder klar, kein Wölklein ist sichtbar.
Die Route führt uns weiter auf einem schmalen, ausgesetzten Weg dem See entlang. Der Zickzackweg verlangt einiges an Kräften. Sylvia hat Mühe mit atmen. Rosmarie,
unsere Krankenschwester macht sich Sorgen und versucht,
ihr mit Medikamenten zu helfen. Am Ende des Sees liegt
das nächste Camp. Es treffen auch nepalesische Gruppen
ein und versammeln sich um ein grosses Lagerfeuer. Die
Nacht ist auf 3600 m schon etwas kühler.
Bei unseren täglichen Wanderungen sind wir im Durchschnitt etwa sieben Stunden unterwegs. Geweckt werden
wir morgens von zwei Küchenjungs zwischen 05.00 und
06.30 Uhr mit einem heissen Tee.
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beiden Führer und erzählen von der langwierigen Rettung.
Sylvia geht es inzwischen wieder gut. Anscheinend war
doch die Höhenlage der Auslöser für die Schwäche.
Höchster Punkt der ersten Woche ist erreicht
Am folgenden Tag ist früh Tagwache, denn es geht über
den Kang La Pass (5350 m). Der lange, steile Gipfelhang
ist streng zum Laufen; es hat keinen richtigen Weg. Auch
die Träger machen mehrere Zwischenhalte. Der Aufstieg
dauert etwa vier Stunden. Auf der Nordseite des Kamms
liegt alter Schnee. Die Lasttiere verweigern zuerst den
Abstieg. Da unter dem Schnee Eis liegt, rutschen die Tiere
jeweils mit dem Hintern weg. Die Träger stehen bereit und
müssen die Tiere mit ihren Lasten immer wieder aufrichten und auf den Weg zurückführen. Auch wir müssen
vorsichtig den Hang hinunter laufen.
Im Laufe des Nachmittags kommen wir in Shey Gompa
(4160 m) an. Aufgrund der Karte hatten wir einen grösseren Ort mit eventuellen Einkaufsmöglichkeiten erwartet.
Weit gefehlt! Neben unseren Zelten stehen einige Nomadenzelte und auf der Anhöhe ein Kloster.
Gegen Abend kommen aus allen Himmelsrichtungen Ziegen den Hang heruntergerannt. Frauen melken die Yaks
und die kleinen Kühe. Neugierige Kinder besuchen uns. In
einem Nomadenzelt kann man Bier und Cola kaufen; endlich mal etwas anderes, vom Pfefferminztee haben wir
langsam genug.
Camping am Dorfrand
Am kommenden Tag erreichen wir nach wenig Steigung
den Zeltplatz (3750m) kurz nach Mittag. Unsere Zelte sind
zwischen Birken verteilt und der nahe Fluss lädt zu einem
Fussbad ein. Der Zustand von Sylvia hat sich nicht gebessert, obwohl sie fast die ganze Strecke reiten konnte.
Rettung per Helikopter
Am nächsten Morgen war eigentlich ein früher Aufbruch
geplant. Doch Sylvia geht es nicht gut. So sendet unser
Guide Ramji mit Funk einen Notruf. Der Chef von Iceland
Trekking in Kathmandu organisiert den Helikopterflug.
Die beiden Führer gehen mit Sylvia Tal auswärts zu einem
Platz, wo der Rettungshelikopter gut landen kann.
Nach dem traurigen Abschied von unserer Kollegin Sylvia
wandern wir weiter steil die Schlucht hinauf, geführt von
der Küchen- und Trägermannschaft. Mindestens fünfmal
werden wir vier Frauen und unser Kollege Hans von den
jungen Burschen – sie haben teilweise weniger Körpergewicht als wir – rittlings trocken ans andere Ufer „gebuckelt“.
Für alle ist es ein Riesengaudi!
Nachdem die Zelte auf 4450 m am späten Nachmittag
wieder aufgebaut sind, steigen der Koch, Migmar und ein
weiterer Bursche zwei Stunden zum Pass hoch. Sie erkunden die Verhältnisse, weil mit Altschneefeldern zu rechnen
ist. Erst gegen Abend kommen Pemba und Ramji, die
Gebetsmühlen unterwegs
Ein Ruhetag vor neuen Strapazen
Für die Gesundheit ist es nicht gut, zwei Tag nacheinander
über 5000 m zu steigen, weshalb der nächste Tag ein Ruhetag
ist. Wir besuchen das Kloster, das aber sehr ungepflegt ist.
Am Samstag, 7. Juni folgt der nächste hohe Übergang. Für
unsere Kollegin Trudi wird ein Reitpferd gesattelt. Lange
folgen wir dem Fluss und nach zwei Stunden ist der Pass
„Sela La“ (5094 m) zu erkennen. Die Wege zum Pass sind
nicht allzu steil und gut zu begehen.
Dann geht es wieder steil ins nächste Tal, nach Namgung
hinunter. Wir treffen auf eine amerikanische Trekkinggruppe, die den Weg umgekehrt läuft.
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Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Während wir im Esszelt sitzen, ertönt draussen ein Geschrei. Nicht weit von uns entfernt hat ein Schneeleopard
ein junges Zicklein aus der Herde geschnappt. Er rennt mit
der Beute den Hang hoch, verfolgt vom Hirtenhund. Das
Schauspiel ist für uns einmalig und beeindruckend. Nachts
gehen einige von uns mit gemischten Gefühlen auf die
Toilette. So nah wie möglich, im Schutz des Zeltes, wird
„das Geschäft“ erledigt.
Unsere Gruppe – noch mit fünf Wanderern
Ein spektakulärer Felsenweg mit Tiefblick in die Schlucht
und auf ein Kloster hinunter, führt uns wieder auf eine
Anhöhe, wo wir aus wenig Distanz fette Murmeltiere beobachten können. Saldang heisst der nächste Ort mit wunderschön angelegten terrassierten Feldern. Im Schulhof
können wir einige Kleidungsstücke und unsere Haare mit
warmem Wasser waschen.
Trudi klagt über Erschöpfung und so wird der Heli auf den
nächsten Morgen bestellt. Vom Zeltplatz, der auf einer Terrasse liegt, können wir die folgende Tagesroute am Gegenhang erkennen. Doch wir müssen zuerst in die Talsenke runter, wo ein reissender Fluss ohne Brücke uns den Weg versperrt. Unsere Mannschaft sucht eine günstige Passage und
hops geht’s wieder auf die schmächtigen, aber starken Rücken der jungen Nepali, und wir werden unter Gejohle trocken ans andere Ufer getragen. Wir kommen in Khomagoan
(4060 m) an und auf einem grossen Feld, mitten im Dorf
werden unsere Zelte aufgebaut. In der kleinen Dorfschule
unterrichtet ein junger Lehrer mehrere Klassen in verschiedenen Räumen gleichzeitig. Der Unterricht findet in Englisch
statt. Die Zimmer sind sehr dunkel und das Mobiliar dürftig.
Die Schüler begrüssen uns freudig.
Schon bald treffen alte Frauen ein, die über verschiedene
Leiden wie Zahnschmerzen, Augenprobleme, Gelenkschmerzen klagen. Rosmarie, unsere Krankenschwester
kann alle Patientinnen mit irgendeinem Medikament versorgen. Ihr Fundus ist reichhaltig.
Am folgenden Morgen ist es sehr kalt und es geht nichts
ohne Mütze und Handschuhe. Unsere zwei Pferde und die
Maultiere sind nicht zu finden und bald wird klar, warum
die Tiere geflohen sind. Der Schneeleopard hatte sich in
der Nacht ein weiteres Opfer geholt. Ein Muli, das wegen
seines verletzten Rückens nicht tragen konnte, musste sein
Leben lassen. Die beiden Mulitreiber müssen weit zurück
laufen, um die Tiere zu holen.
Eisige Kälte in der Nacht
Am Abend campiert ein Österreicher, der allein mit einem
Führer und Träger unterwegs ist, neben uns. Er erzählt uns
von seinen Touren im Tibet und von den Klosterbesichtigungen. Gemäss unserem Zeltnachbarn betrug die Temperatur am Morgen -7 Grad C. Auf den Zelten glänzt eine
dünne Eisschicht. Wir haben jedoch warme Schlafsäcke
und bekommen abends jeweils eine heiss gefüllte Bettflasche. Welcher Luxus!
Der nächste Pass heisst Mo La (5027) und ich darf den Weg
auf dem Pferderücken erklimmen weil ich mich heute etwas
kraftlos fühle. Auch Abstiege können sehr streng sein. Eine
tiefe Schlucht nimmt uns die letzten Reserven. In Charka
Bhot, dem Tagesziel finden unsere Zelte in einem engen
Innenhof Platz. Wir finden ein „Gartenbeizli“ im Dorf und
können wieder mal was anderes als Tee trinken.
Am nächsten Tag folgen wir weiter dem Fluss und überqueren nach zwei Stunden eine imposante Hängebrücke
mit anschliessender steiler Schneegraupel. Wir übernachten auf einem nicht offiziellen Platz.
Schneeleoparden holen sich ihre Beute
Ein weiterer Pass von 4264 m, der „Shiman Pass“ wird in
einem kurzen, steilen Anstieg erklommen. Unser Guide,
Ramji macht uns auf Dunghaufen von Schneeleoparden
aufmerksam. Mit mulmigen Gefühlen suchen wir die
Berghänge nach verdächtigen Tieren ab. Die kommen ja
sicher nur nachts und dann sind wir in den Zelten geschützt, beruhigen wir uns selber. An den steilen Hängen
sind Yaks am Grasen.
Auf einer Terrasse, neben einem Nomadenzelt, inmitten
hoher Hügel, wird unser Nachtlager aufgebaut; der Platz
ist auf der Karte mit Mendo angeschrieben.
Tinjegoan, heisst der nächste Ort. Die Grenze zu Tibet ist
von hier aus nur eine Tageswanderung entfernt. Unsere
Zelte stehen neben einem Nomadenzelt. Fünf Kinder
kommen schon bald, um uns Fremdlinge zu betrachten. Sie
sehen verwahrlost aus und sind dürftig gekleidet.
Eine Hängebrücke muss überquert werden
Die Wanderroute führt weiter dem Fluss entlang. Ein
Steinschlag auf die Hand von Myrtha muss verarztet werden. Die Steilhänge den Flüssen entlang sind nicht ungefährlich. Vor allem bei Regen besteht beträchtliche Steinschlaggefahr. Wir steuern auf die nächsten beiden 5000-er
Pässe zu. Unterwegs sehen wir ein Yak-Kadaver, der
Schneeleopard hat wieder zugeschlagen! Auf 4987 m
(Nulungsumd Kharka) wird unser Nachtlager eingerichtet.
Neben uns steht ein Nomadenzelt. Wir bestaunen die
kunstvoll aufgeschichteten Yakdung-Türme. An den Hän-
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
Ausgabe September 2014
gen bis zu 5000 m sehen wir grosse Yak-Herden. Trotz
Schneegraupel ist unsere Mannschaft aufgestellt und fröhlich; sie singen viel.
Unser Führer Ramji will uns für die kommende Tour beruhigen. Der Leiter vom Reiseunternehmen hat im Programm den Pass von 5550 m schlicht nicht aufgeführt. Ein
Blick auf die Karte entlastet ihn ein wenig, denn die beiden Pässe sind seitenverkehrt aufgeführt.
Auf 5550 m ü.M. in der dritten Woche
Am kommenden Montagmorgen ist um 04.00 h Tagwache,
denn es wird ein langer Tag werden. Das Wetter ist wieder
gut und dank dem langsamen und gleichmässigen Gehen
von Hans erreichen wir alle überglücklich den ersten Pass
(Riwar-Pass, 5550 m). Zum nächsten Pass müssen wir
einige hundert Meter zum Fluss hinab- und danach wieder
100 Höhenmeter aufsteigen. Wir müssen vorsichtig laufen,
es ist ein Schutthaufen aus spitzen, dünnen Schieferplatten.
Der Abstieg ist steil und die Knie haben einiges auszuhalten. Unser nächstes Nachtlager liegt romantisch unter
einem lichten Föhren- und Birkenwald (Ghalden Ghuldun
Khola, 4247 m). Unsere nächsten beiden Tagesrouten sind
von hier Tal auswärts zu erkennen. Wir kommen dem Ziel
näher und sind dem Zeitplan sogar zwei Tage voraus.
Der Abstieg zum Fluss ist ausgesetzt und heikel, vor allem
für die Maultiere. Nach vier Stunden kommen wir zum
Dorf „Santa“. Auf einer Dachterrasse geniessen wir Getränke aus der Dose und Bier aus der Flasche. Wir haben
interessante Begegnungen mit Frauen und Kindern; die
Verständigung erfolgt mit Zeichen und etwas Englisch.
Gegen Abend zeigt sich ein spezielles Bild. Einige Hundert Schafe und Ziegen rennen den Hang hinunter und
verschwinden teilweise in Staubwolken. Es kommen weitere Touristengruppen und das Dorf wird mit Menschen
und Tieren belebt. Scheinbar liegt es an einer Handelsroute. Wir sind glücklich, nach der langen Einsamkeit wieder
Menschen und Tieren zu begegnen.
Seite 27
Auf dem letzten Gebirgsrücken ist der Blick frei ins Königreich Mustang. Es gibt dort eine Strasse, die von Jeeps
befahren wird, was wir von weit her erkennen können. Wir
können auch das Annapurna Massiv mit dem Hauptgipfel
(8091 m) bestaunen.
Auf einem steinigen, staubigen Weg gelangen wir ins Dorf
Phalyak. Unsere Zelte sind bereits auf einem Dreschplatz
aufgestellt, also nochmals Staub. Bis das Korn fertig gedroschen ist, können wir in ein recht sauberes Restaurant
flüchten. Unser Nachtessen kann von der Küchenmannschaft im Innenraum dieses Hauses zubereitet werden und
wir können wieder einmal auf normalen Stühlen sitzen.
Fr. 7.- für eine Übernachtung im Zimmer
Am letzten Trekkingtag sind wir uns einig, dass wir die
bequemere, aber etwas längere Route nach Jomson nehmen wollen und wandern auf der staubigen, steinigen Piste
Richtung Jomson (2720 m), das wir gegen Mittag erreichen. Wir vier sind überglücklich, das Ziel gesund erreicht
zu haben. Ramji, unser Leiter rühmt unsere Ausdauer; wir
seien stark – alles Senioren!
Unsere Zelte sollten ein letztes Mal nahe beim Flugplatz im
Hinterhof eines Hotels aufgestellt werden. Nach längeren
Diskussionen zwischen unserem Führer und dem Besitzer des
Hotels, bietet sich die Lösung an, in Zimmern und einem
richtigen Bett schlafen zu können. (Fr. 7.- pro Nacht und
Zimmer). Endlich wieder einmal duschen, auf ein richtiges
WC sitzen, Wäsche waschen; wir geniessen den Luxus!
Wir haben noch einen freien Tag und machen mit einem
Landcruiser einen Ausflug ins Berg- und Pilgerdorf Muktinath (3800 m). Eine beschwerliche Fahrt von 1,5 Stunden, weil die Strasse sehr schlecht ist. Viele Inder und
Inderinnen besuchen diesen für sie heiligen Ort und unterziehen sich verschiedenen Ritualen.
Fahren statt fliegen
Für den folgenden Tag war der Rückflug nach Pokhara
geplant, der aber wegen dem schlechten Wetter (Sicht)
annulliert wird. Die Wettervorhersage für die nächsten
Tage ist eher schlecht. So engagieren wir einen jungen
Mann, der uns in seinem Offroader nach Pokhara fährt.
„Fahren“ ist ziemlich übertrieben, denn die Strasse gleicht
eher einem Bachbett. Die Fahrt von 130 km dauert neun
Stunden und kostet ziemlich viel. – In Pokhara beziehen
wir tolle Zimmer in einem Hotel am See. Es regnet und
schüttet den ganzen Abend.
Am Samstag, 21. Juni fliegen wir von Pokhara nach Kathmandu und geniessen noch drei Tage im Hotel Nirwana.
Schafherden haben wir immer wieder angetroffen
Am nächsten Morgen macht uns der lange, steile Hang
etwas Sorgen. Auf dem Kamm sind dann weitere Übergänge sichtbar. Wir erreichen wiederum 4400 m. Es wird
ein langer Tag werden, denn ein Zwischenlager bietet sich
nicht an. Das Problem liegt beim Wasser. Eine grosse
Maultierkarawane überholt uns; sie werden von den auf
Pferden reitenden Männern angetrieben und gejagt. Diese
Tiere sind unglaublich duldsam.
Myrtha und Hans führen Rosmarie und mich noch nach
Bhaktapur, Swayambhunath und Bodnath. Und wir geniessen das „Lädelä“ in den vielen Sportgeschäften.
Am Mittwoch, 25. Juni verlassen wir morgens um 08.00
Uhr Kathmandu und haben eine wunderschöne Sicht auf
die hohen verschneiten Berge. Wir freuen uns alle auf die
Heimkehr, vollbepackt mit einer Menge an Eindrücken
und Erlebnissen treffen wir abends in Zürich ein.
Jacqueline Hermann
Seite 28
Ausgabe September 2014
Dorfziitig für Wittenwil und Weiern
.
Veranstaltungen
Datum
Zeit
2./3.10.
Oktober bis Dezember 2014
Veranstalter und Anlass
Ort
D. + M. Rutishauser, Oktoberfest
Restaurant Sternen Wittenwil
25.10.
ab 09.00
Verein Puure Treff, Papiersammlung
Wittenwil und Weiern
25.10.
14.00-16.00
Pro Region Wittenwil, Kinderflohmarkt
Turnhalle Wittenwil
28.10.
20.00
Turnerinnen Wittenwil: Country Line-Dance
Turnhalle Wittenwil
D. + M. Rutishauser, Metzgete
Restaurant Sternen Wittenwil
29.-31.10
6.11.
18.00
Räbeliechtliumzug
Start beim Schulhaus Wittenwil
8.11.
19.00
Schützengesellschaft Wittenwil-Weiern, Absenden
Schützenhaus Wittenwil
11.11.
20.00
Turnerinnen Wittenwil: Country Line-Dance
Turnhalle Wittenwil
25.11.
20.00
Turnerinnen Wittenwil: Country Line-Dance
Turnhalle Wittenwil
1.-24.12.
Adventsfenster
Wittenwil und Weiern
evtl. 9.12. 20.00
Turnerinnen Wittenwil: Country Line-Dance
Turnhalle Wittenwil
11.12.
19.00
Verein Pro Region Wittenwil: Waldweihnacht
Wittenwil
27.12.
19.30
Plausch-Preis-Jassen
Restaurant Rössli Wittenwil
Kontaktpersonen aus Behörden, Korporationen und Vereinen usw.
Primarschule Wittenwil
Schulhausabwart
Familie Peier, Schulhaus, Wittenwil
Handy Hanspeter Peier
071 688 38 53
079 483 38 50
Wasserkorporation Wittenwil
Präsident
Wasserwart
Storchenegger Martin, Speisenackerstr.22, Ww.
Altherr Ruedi, Speisenackerstrasse 8, Wittenwil
052 365 05 20
052 365 31 72
Verein Pro Region Wittenwil
Präsident
Kressibucher Urs, Schulstrasse 1, Wittenwil
052 365 39 60
Dorfkorporation Weiern
Präsident a.i.
Trottenwart
Ammann Heinz, Steinwiesenstrasse 3, Weiern
Hollenstein Toni, Im Spiegelhof 6, Weiern
052 366 23 66
052 365 36 66
Schützengesellschaft
Präsident
Strasser Marcel, Leimackerstrasse 29, Aadorf
052 365 16 57
Verein Puure Treff
Präsident
Zahnd Ernst, Wängistrasse 14a, Wittenwil
052 365 39 17
Frauen-Turngruppen
Leiterin
Michel Susi, Böhlstrasse 16, Wittenwil
052 365 48 82
Mütter-Kind-Treff
Kontaktadresse
Leuch Eveline, Zimmerplatzweg 5, Wittenwil
052 337 41 15
Unterhalt Flurstrassen
Kontaktadresse
Ammann Reto, Böhlstrasse 11, Wittenwil
052 365 02 46
Rotkreuz-Fahrdienst
Wittenwil und Weiern
Koordinationsleitung
Stellvertretung
Häusler Regina, Stelzenwiese 10, Wittenwil
Erni Rosemarie, Stelzenwiese 11, Wittenwil
052 365 34 64
052 365 25 60
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Seele and Geist
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