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a) Tatobjekt: Fremde bewegliche Sache b) Tathandlung: Wegnahme

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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
§ 242 StGB Prüfungsaufbau: Tatbestandsmäßigkeit
1. Objektiver Tatbestand
a) Tatobjekt: Fremde bewegliche Sache
b) Tathandlung: Wegnahme
2. Subjektiver Tatbestand
a) Vorsatz
b) Zueignungsabsicht
c) Objektive Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung
und entsprechender Vorsatz
Humboldt-Universität
Prof. Dr. Klaus Marxen
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
§ 242 StGB Zueignungsabsicht
Zueignung = Anmaßung einer eigentümerähnlichen Verfügungsgewalt über die Sache zum Zeitpunkt der Wegnahmehandlung durch
Enteignung
+
Aneignung
= dauerhafte Verdrängung des
Eigentümers aus seiner Verfügungsgewalt durch Entziehung der Sache oder des in ihr
verkörperten Wertes
= zumindest vorübergehende
Einverleibung der Sache
oder des in ihr verkörperten
Wertes in das eigene Vermögen oder das Vermögen eines
Dritten
Abgrenzung zur
Gebrauchsanmaßung
Abgrenzung zur
Sachentziehung
Bedingter Vorsatz genügt
Absicht erforderlich
Humboldt-Universität
Prof. Dr. Klaus Marxen
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
§ 242 StGB Gegenstand der beabsichtigten Zueignung
Beispiel: Entwendung eines Sparbuchs, das der Eigentümer nach dem
Geldabheben zurückerhalten soll
Substanztheorie
Sachwerttheorie
Absicht, die
fremde Sache
ihrer Substanz
nach zu erlangen
Absicht, den
wirtschaftlichen Wert der
Sache zu
erlangen
hier: Zueignungsabsicht (-)
hier: Zueignungsabsicht (+)
Vereinigungstheorie
... oder wenigstens den in ihr
verkörperten Sachwert zu
erlangen
Absicht, die
Sache selbst ...
hier: Zueignungsabsicht (+)
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Prof. Dr. Klaus Marxen
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
Erpressung gem. § 253 StGB: Aufbau der Tatbestandsprüfung
1. Objektiver Tatbestand
a) Nötigungsmittel: Gewalt oder Drohung mit einem
empfindlichen Übel
b) Nötigungserfolg: Handlung, Duldung oder Unterlassung
c) Vermögensverfügung, str.
d) Vermögensnachteil
e) Kausalität a) - d)
2. Subjektiver Tatbestand
a) Vorsatz
b) Bereicherungsabsicht
a) Vorsatz
c) Rechtswidrigkeit der erstrebten Bereicherung und
Vorsatz diesbezüglich
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Prof. Dr. Klaus Marxen
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
Straftatsystem und Versuch
Vorprüfung
1. Nichtvollendung
2. (Generelle) Strafbarkeit des Versuchs
I. Tatbestandsmäßigkeit
1. Subjektiver Tatbestand: Tatentschluss (= Vorsatz und
sonstige subjektive Tatbestandsmerkmale)
2. Objektiver Tatbestand: unmittelbares Ansetzen
II. Rechtswidrigkeit
III. Schuld
IV. Persönlicher Strafaufhebungsgrund: Rücktritt (§ 24 StGB)
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Prof. Dr. Klaus Marxen
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
Bestrafung auf unsicherer Tatsachengrundlage (1)
Rechtsstaatlicher Grundsatz
Eine Verurteilung ist nur dann möglich, wenn zur Überzeugung des
Gerichts feststeht, dass der Täter diese Straftat begangen hat.
Problemlage
Das Tatgeschehen ist durch das Gericht nicht vollständig aufklärbar.
Lösungsmöglichkeiten
in dubio pro reo
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Wahlfeststellung
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
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Bestrafung auf unsicherer Tatsachengrundlage (2)
Echte Wahlfeststellung
(umstr. s. BGH NStZ 2014, 392)
Fest steht, dass der Täter den einen oder den anderen Tatbestand verwirklicht hat (Tatbestandsalternativität); unklar ist,
welcher der entsprechenden Sachverhalte vorliegt.
Sachverhalt
A
§ 242 StGB
oder
Sachverhalt
B
§ 259 StGB
Alternative Verurteilung auf mehrdeutiger
Tatsachengrundlage bei rechtsethischer und
psychologischer Vergleichbarkeit der
Tatbestände; Bestrafung nach dem milderen
Gesetz
§ 242 StGB oder § 259 StGB
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
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Ablauf des Strafverfahrens
Erkenntnisverfahren
Ermittlungsverfahren
Zwischenverfahren
Hauptverfahren
(einschließlich des Rechtsmittelverfahrens)
Vollstreckungsverfahren
Verwirklichung der rechtskräftig verhängten Rechtsfolgen
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
14.10.2014
Verdachtsgrade im Strafverfahren
Anfangsverdacht
Möglichkeit der Tatbegehung und Verurteilung
Beginn des Ermittlungsverfahrens
Hinreichender Tatverdacht
Wahrscheinlichkeit der Tatbegehung und Verurteilung
Anklageerhebung und Eröffnung des Hauptverfahrens
Dringender Tatverdacht
hohe Wahrscheinlichkeit der
Tatbegehung und Verurteilung
Zwangsmaßnahmen,
z. B. § 112 StPO
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
Der Anklagegrundsatz (Akkusationsprinzip), § 151 StPO
Staatsanwaltschaft
Gericht
Erforschung des
Sachverhalts
Untersuchung der
angeklagten Tat
und Entscheidung
Anklage:
Festlegung des
Prozessstoffes
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
Die Abschlussentscheidung der Staatsanwaltschaft:
Formelle Alternativen
Öffentliche Klage
- Anklageschrift, §§ 170
Abs. 1, 200 StPO
- Antrag auf Erlass eines
Strafbefehls, § 407 Abs. 1
StPO
- Antrag auf Aburteilung
im beschleunigten Verfahren, § 417 StPO
Humboldt-Universität
Prof. Dr. Klaus Marxen
Einstellung des Verfahrens
- mangels hinreichenden
Tatverdachts, § 170
Abs. 2 StPO
- aus Opportunitätsgründen, insbes. §§ 153,
153 a StPO
WS 2014/15
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
Die Abschlussentscheidung der Staatsanwaltschaft:
Inhaltliche Alternativen
Hinreichender Tatverdacht
Kein hinreichender Tatverdacht
- Anwendung des
Legalitätsprinzips:
Anklageerhebung, Strafbefehlsantrag, Antrag auf Aburteilung im beschleunigten
Verfahren
- Anwendung des
Opportunitätsprinzips:
Einstellung des Verfahrens,
insbes. gem. §§ 153, 153 a
StPO
- Anwendung des
Legalitätsprinzips:
Einstellung des Verfahrens
gem. § 170 Abs. 2 StPO
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SP7: Strafrechtspraxis II – Materielles Strafrecht
Diebstahl: prozessuale Erledigung nach Abschluss der Ermittlungen
Entscheidungsalternativen der Staatsanwaltschaft
bei hinreichendem Diebstahlsverdacht
Einstellung
gem. §§ 153,
153 a StPO
(evtl. mit
Zustimmung
des Gerichts)
Humboldt-Universität
Anklage gem.
§ 200 StPO
Prof. Dr. Klaus Marxen
Strafbefehlsantrag gem.
§ 407 StPO
Antrag auf
Aburteilung
im beschleunigten Verfahren gem.
§ 417 StPO
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Gesundheitswesen
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