close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

AlsWienMetropolewurde

EinbettenHerunterladen
VORSTADT
41
Schauspielerin Maria Köstlinger im Interview über Kafka,
die Serie »Vorstadtweiber« und ihren verstorbenen Mann.
SEIT 1848
SONNTAG, 12. APRIL 2015*** //// DIEPRESSE.COM //// PREIS: 2,50 EURO //// NR. 20.479
Als Wien Metropole wurde
WEITERS
EMPFEHLEN
WIR
POLITIK
Historischer
Handshake
Obamas Treffen mit
Ra´
ul Castro
markiert eine Zäsur
in den kubanischamerikanischen
Beziehungen.
8
POLITIK
Kampf gegen
Boko Haram
46
Eine Reportage aus
dem Grenzgebiet
Niger/Nigeria, wo
gemeinsam gegen
die Terrorgruppe
gekämpft wird.
4
150 Jahre. Die Ringstraße hat
Geburtstag. Geschichte und Gegenwart des
Nobelboulevards, der Wien zur Weltstadt machte.
DIEPRESSE.COM/LEBEN
LEBEN
Vassilakous Beitrag zu Häupls Schluckauf
Keine Angst
vor
Depression
Die Wiener Grünen haben mehrere massive Probleme. Ausgerechnet ihr Koalitionspartner hat sie öffentlich
L E I TA R T I K E L V O N R A I N E R N OWA K
gemacht. Zeit, der Koalition Adieu zu sagen, Frau Vassilakou.
Nach dem Fliegerabsturz diskutiert
Deutschland ein
Berufsverbot
für Depressive.
36
E
SOCIETY
US-Schauspieler
James Franco spielt
im neuen WendersFilm. Wir trafen
ihn zum
Interview.
40
P.B.B GZ 09Z038034T
VERLAGSORT 1030 WIEN
Fotos: Wikipedia, Teresa Zötl, Reuters(2)
Wim
Wenders’ Star
s lief lang gut für Maria Vassilakou
und ihre Wiener Grünen: Begeistert
von den neuen Plätzen auf der Regierungsbank umschifften sie pragmatisch bis selbstvergessen jeden Konflikt
mit dem selbstbewussten Koalitionspartner.
Mit glänzendem Fahrrad, schicker Architektur und edlem Fußgängerzonen-Beton gelang es der einstigen Neigungsgruppe
Chaos, eine eigene Handschrift in Wien zu
entwickeln. Leuchtturmprojekte nennt man
das, ob darunter die See schmutzig-grau ist,
tut nichts zur Sache.
Mit anderen klassischen Grün-Themen
mussten sie sich nicht aufhalten. Sozial- und
Kulturpolitik oder gar Integration: ressortiert
bei der SPÖ und kompliziert ist das alles
auch noch. Die Oberfläch(e/lichkeit) der
Stadt eignet sich auch perfekt zur Selbstdarstellung. Das wussten schon die alten Roten.
Dann kam ausgerechnet einer der stillen
Hinterbänkler, ein Integrationsspezialist und
Sozialarbeiter kurdischer Abstammung
ohne jeden Glamour, den die grüne Basis
nicht mehr auf einen halbwegs sicheren Listenplatz gewählt hatte. S¸ enol Akkılı¸c nahm
das freie Mandat ernst und ließ sich mit
einem hoffentlich lukrativen Angebot der
SPÖ zum Wechsel animieren. Die ihrerseits
das Wort Skrupel nicht kennt und die politische Intrige für ehrbares Handwerk hält.
Und schon fehlte die Mehrheit für ein neues,
nicht ganz so mehrheitsfreundliches Wahlrecht in Wien. Fast vier Jahre lang haben die
Grünen das Thema in der Schublade des
Notars liegen gelassen. (Für die Einführung
eines tatsächlich begrüßenswerten Mehrheitswahlrechts auf Bundesebene treten übrigens auch ÖVP-Politiker ein – nur in Wien
sei das undemokratisch, aber das nur nebenbei.)
Staatsfeind Nummer eins. Seither ist der
„naive Tor“ (© „Profil“) Akkılı¸c Staatsfeind
Nummer eins der Grünen, und die sind
beim Jagen nicht zimperlich. Maria Vassilakou und ihre angeblich loyalen Politik-Buben regten sich jedenfalls furchtbar auf. Zornig drohten sie der SPÖ, verwendeten Burgtheater-Gesten und sprachen von einem
„dunklen Tag“. Doch dann zogen sie die
Drohung mit dem sofortigen Aus schnell
» Fast vier Jahre
lang haben die
Grünen das
Mehrheitswahlrecht in der
Schublade des
Notars liegen
gelassen. «
L E I TA R T I K E L
D I E P R E S S E .C O M /
MEINUNG
wieder zurück und formulierten eine völlig
absurde, aber politikwissenschaftlich interessante Position. Die Koalition ist am Ende,
die gemeinsame Regierung geht aber weiter.
Seither leidet Michael Häupl jedenfalls
an chronischem Schluckauf dank ununterbrochenen Lachanfalls. Und nicht nur er.
Liebe Maria Vassilakou, wie wäre es einfach mit der Wahrheit? Die lautet in etwa so:
„Wir Wiener Grüne wollen auch in der Regierung sitzen, über Fahrradwege entscheiden, Geld ausgeben und die Helden auf dem
Karmelitermarkt sein. Dafür machen wir fast
– Entschuldigung, ohne fast – alles. Denn
wenn wir es nicht machen, tut es die Wiener
ÖVP bestimmt wieder.“
Oder aber Maria Vassilakou probiert es
wieder mit echter Politik. Sagt dem Bürgermeister Adieu, kann dafür morgens wieder
den Spiegel im Badezimmer aufhängen und
Eva Glawischnig ernsthaft vermitteln, dass
bunte Plakate kein Parteiprogramm ersetzen. Kurz, es geht um den Rest ihrer politischen Glaubwürdigkeit.
Shop.DiePresse.com
PREISE: Italien € 3,90. „DIE PRESSE am Sonntag“, 1030 Wien, Hainburger Str. 33; PF 33. ) (01) 514 14 DW 250 (Wortanzeigen), DW 193 (Anzeigen) Fax: DW 400 (Redaktion). ABO: ) (01) 514 14 DW 70, Fax: DW 71. Retouren an PF 100, 1350 Wien. Zulassungsnummer: GZ 09Z038034T
rainer.nowak@diepresse.com
Autor
Document
Kategorie
Uncategorized
Seitenansichten
2
Dateigröße
2 804 KB
Tags
1/--Seiten
melden