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Freiheit – Fehlanzeige - tankstellenWelt

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MA NAG E M E N T
Kartenentgelte
Girocard-Gebühren
Freiheit – Fehlanzeige
Seit 1. November 2014 ist die Einheitsgebühr für ec-Zahlungen (girocard)
abgeschafft. Doch für den Händler vor Ort hat sich praktisch nichts geändert.
Mindestens bis März 2015 bleibt er an seinen Netzbetreiber gebunden.
© DSGV
Z
um 31. Oktober lief die einheitliche Gebühr für girocard-Zahlungen (früher ec-Karten) aus. Ab
1. November hätte also jeder Händler
selbst mit den Banken verhandeln müssen. Doch dazu kommt es nicht. Der
Grund: Technisch und organisatorisch
sind Händler gezwungen, bei ihrem bisherigen Netzbetreiber zu bleiben, und
zwar zu dessen mit den Banken verhandelten Konditionen.
Zum Verständnis: Zahlte ein Kunde
bislang mit girocard und PIN-Nummer,
musste der Händler dafür eine einheitliche Gebühr an die kartenausstellende
Bank entrichten. Das Bundeskartellamt
störte sich an diesem wettbewerbsfreien
System schon lange. Im April einigte man
sich endlich mit der Deutschen Kreditwirtschaft darauf, dieses seit einem Vierteljahrundert praktizierte Verfahren zum
31. Oktober 2014 abzuschaffen. Ersetzt
werden sollte die Einheitsgebühr durch
individuell ausgehandelte Sätze.
Allerdings war „einheitlich“ schon bisher relativ: In vielen Branchen betrug die
Gebühr 0,3 Prozent des Umsatzes, mindestens aber acht Cent. Für Tankstellen
galt ein verringerter Satz von 0,2 Prozent.
Einzelne Konzerne aber handelten mit
den Banken günstigere Konditionen aus.
Dass „Boutique Susi“ oder die „Tankstelle Hintertupfing“ in individuellen
Verhandlungen mit jeder (!) kartenausgebenden Bank bessere Karten hätten,
erschien selbst Kartellamt und Kreditwirtschaft unrealistisch. Die Händler dürfen
deshalb Mittler für sich verhandeln lassen
– sogenannte Konzentratoren.
Diese verhandeln für eine Gruppe von
Banken oder Händlern und bündeln so
deren Transaktionsvolumina. Auf der
40
Bankenseite haben sich neun Issuer-Konzentratoren gebildet, auf Händlerseite
heißen sie Händler-Konzentratoren. So
verhandeln zurzeit der UNITI-Händlerkonzentrator für die Mineralölbranche
und der Verband HDE für den Einzelhandel mit den Banken.
Da Netzbetreiber ohnehin über die
Infrastruktur verfügen, fungieren sie
ebenfalls als Konzentrator für ihre Händlerkunden. Die meisten Händler dürften
inzwischen von ihrem Netzbetreiber eine
entsprechende Mitteilung erhalten haben.
Will sich der Händler lieber durch einen
Branchenverband vertreten lassen, so
muss er ausdrücklich widersprechen.
FREIE WAHL ERST IM FRÜHJAHR
Vorteil Netzbetreiber: Vor dem 1. April
2015 wird es dem eigenen Netzbetreiber
gar nicht möglich sein, die verhandelten
Entgelte von Dritten in seinen Systemen
abzubilden. Andrea-Corina Chivaran,
Referentin für Europapolitik bei der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen in Berlin und Exper-
FAKTEN
< Seit 1. November 2014 sind einheitliche Kartenentgelte abgeschafft
< Ohne gültigen Vertrag mit Konzentrator oder kartenausgebenden Banken dürfen girocard-Transaktionen
vom Händler nicht getätigt werden
< Momentan können nur die bisherigen Netzbetreiber technisch und
organisatorisch die ordnungsgemäße
girocard-Abwicklung gewährleisten
< „Drittkonzentratoren“ können
frühestens ab 1. April 2015 in die
Systeme integriert werden.
Bezahlen mit girocard: Hinter den
Kulissen knirscht es gerade kräftig.
tin in diesem Thema, macht dafür „den
lange von der Kreditwirtschaft und den
Netzbetreibern verschleppten Verhandlungsprozess für entsprechende neue Verträge und Händlerbedingungen“ sowie
„Problemen bei der technischen Umsetzung durch die Netzbetreiber“ verantwortlich. Chivarans Erkenntnis: „Anderen Händlerkonzentratoren ist es nicht
möglich, vor dem 1. April 2015 am Markt
teilzunehmen.“
FAKTISCH GEZWUNGEN
Dies bedeutet, dass Händler faktisch
dazu gezwungen sind, jetzt einen Vertrag
mit dem Netzbetreiber abzuschließen, der
physisch ihr Netz betreibt, da auch andere Netzbetreiber-Konzentratoren technisch in dem System dieses Netzbetreibers
noch nicht abgebildet werden können.
Chivaran rät den Händlern deshalb, bei
Annahme des Konditionenangebotes des
gegenwärtigen Netzbetreibers auf eine
kurze Bindungsfrist zu bestehen, um ab
April 2015 die Konditionen aller Konzentratoren miteinander vergleichen zu können.〱
Manfred Ruopp
tankstellenWelt
2014 (11)
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