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Ausgabe Oktober 2014 [pdf] - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

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Das Magazin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein
Ausgabe
Oktober 2014
Entzündungsmedizin
Exzellenzzentrum interdisziplinär und innovativ
Neuroradiologie
Depressionen
Wissen schafft Gesundheit
Strategie 2015
Ihr Partner für Zeitarbeit
im Gesundheitswesen.
Hamburg / Schleswig-Holstein
... ist das spezialisierte Personaldienstleistungsunternehmen für den
medizinischen Bereich, das mit Know-How und Erfahrung qualifiziertes
Pflegepersonal an renommierte Kliniken, Alten- und Pflegeheime überlässt.
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Angebotes stellen wir jederzeit in Vollzeit, Teilzeit und auf 450,- Basis
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Kooperationspartner
von
28.08.2014 09:29:05
Editorial
(v.l.) Prof. Dr. Jens Scholz: Vorstandsvorsitzender, Christa Meyer: Vorstand für Krankenpflege und Patientenservice, Peter Pansegrau: Kaufmännischer Vorstand
Liebe Leserinnen und Leser,
der schleswig-holsteinische
Landtag hat dem umfangreichen
Sanierungsprojekt für das UKSH
zugestimmt. Das ist ein wichtiger
Meilenstein in der Geschichte
unseres Klinikums. Die Parlamentarier haben sich richtig entschieden: für eine zukunftsfähige
Medizin in unserem Land und für
einen größtmöglichen Gewinn
an Gesundheit, Fortschritt und
Sicherheit.
Endlich können wir – unterstützt
durch einen privaten Investor –
mit der Modernisierung des UKSH
in Kiel und Lübeck beginnen. Das
UKSH als zweitgrößtes Universi-
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Entzündungsforschung ist eines der
großen wissenschaftlichen Themen
am UKSH. Chronische Entzündungen stellen eine zentrale Herausforderung für die Medizin des 21.
Jahrhunderts dar. Man vermutet,
dass sie viele andere chronische
tätsklinikum Deutschlands wird
in Zukunft baulich so konzipiert
sein, dass es den kommenden
Entwicklungen von Krankenversorgung, Forschung und Lehre
gewachsen ist. Deshalb müssen
wir die Standards heben und Doppelvorhaltungen abstellen. Nur so
bleiben wir wettbewerbsfähig in
Zeiten, in denen finanzstarke Mitbewerber ihr Therapiespek­t rum
nach wirtschaftlichem Kalkül
identifizieren.
Wir werden auch weiterhin unsere
gesamtgesellschaftliche Verantwortung als einziger Maximalversorger im Land ernst nehmen und
das gesamte Spektrum der modernen Medizin anbieten.
Erkrankungen auslösen. Seit 2007
forschen Mediziner, Genetiker,
Biologen und weitere Wissenschaftler der Universitäten Kiel
und Lübeck, des UKSH, des Leibniz
Forschungszentrums Borstel und
des Max-Planck-Instituts für Evolutionsbiologie in Plön gemeinsam
im Exzellenzcluster „Inflammation
at Interfaces“ an dem komplexen
Krankheitsbild. Ziel ist es, die molekularen Grundlagen chronischentzündlicher Krankheiten zu
identifizieren und neue Ansätze für
Therapie und Prävention zu definieren.
Aus dem Cluster sind die beiden
Exzellenzzentren Entzündungsme-
Leitgedanke unserer Universitätsmedizin der Zukunft ist das Erreichen höchstmöglicher Effizienz
durch Strukturverbesserungen.
Wir wollen die beste Medizin und
die beste Versorgung für unsere
Patienten. Dafür brauchen unsere
Ärzte und Pflegekräfte eine optimale Architektur und Infrastruktur. Vernünftige Therapiekonzepte lassen sich am besten in einer
Umgebung umsetzen, in der sich
Patienten und Mitarbeiter wohlfühlen. Für die Patienten möchten
wir eine Atmosphäre schaffen, die
ihnen die Angst nimmt und der
Anonymisierung entgegentritt.
Ihr Vorstand
dizin in Kiel und Lübeck hervorgegangen, deren Arbeit wir Ihnen in
dieser Ausgabe vorstellen möchten.
In den Zentren wird Entzündung
als ganzheitliches Phänomen
betrachtet, das systemisch behandelt und aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen werden muss.
Mediziner unterschiedlichster
Fachrichtungen arbeiten hier eng
zusammen.
Mehr zu diesem und anderen Themen lesen Sie auf den folgenden
Seiten.
Ihr
Oliver Grieve
Pressesprecher
3
4
Inhalt
Neuroradiologie
Depressionen
Strategie 2015
Seite 13
Seite 28
Seite 40
Editorial
3
Nachrichten
Prof. Rupp leitet Molekulare und Klinische Infektiologie 32
Titelthema: Entzündungsmedizin
Entzündungsmedizin am UKSH: Exzellent und innovativ 6
Systemische Therapie hilft bei chronischen
Entzündungen 10
Medizin und Wissenschaft
Neuroradiologie: Spezialisten für Kopf und
Nervensystem
13
Erster volldigitaler MRT bietet höchste Bildqualität
16
Robotergestützte Chirurgie in der Allgemein- und
Thoraxchirurgie 17
Neue Medikamente gegen altersbedingte
Makuladegeneration 19
Krankenhaushygiene im Kampf gegen Keime
21
Alternativen zum künstlichen Hüftgelenk
23
Erkrankungen der Lunge: Kein Kinderspiel
25
Depressionen: Ein Gefühl der Gefühllosigkeit
28
Der Herzschwäche auf den Grund gehen
31
Pflege
Zentrales Pflegecenter bietet flexible Unterstützung
33
Blickpunkt
Sucht ist kein privates Problem
35
Dezernat Finanzen und Rechnungswesen
37
Strategie 2015: Ein „Codex“ für das UKSH
40
Golf-Charity-Turnier 2014
45
Masterstudiengang für Medizin und Zahnmedizin
startet in Kiel
34
Ein Schlafsack für jedes Neugeborene
36
Mitarbeiterlotse jetzt online
36
UKSH setzt auf zukunftsweisende Elektromobilität
39
15 Jahre Ronald McDonald Haus am Campus Lübeck
39
Die Universität zu Lübeck wird 50: Feiern Sie mit!
42
Tradition und Innovation: UKSH Akademie feiert
Jubiläum
42
Kurse für pflegende Angehörige
47
Eindrücke vom UKSH-Sommerfest „Familientreffen“
48
Ministerin Alheit: Blutspenden hilft Leben retten
49
Ehrenamtliche Begleiter für demenzkranke Patienten
gesucht
49
Bi uns to Huus
350 Jahre Kieler Universität
43
Personalien/Auszeichnungen
46
Jubilare
47
Rätsel
50
Impressum:
Herausgeber: UKSH | Redaktionelle Gesamtleitung V.i.S.d.P.: Oliver Grieve
Ständige redaktionelle Mitarbeiter: Anette Cornils, Marlis Müller-Frommeyer, Maximilian Hermsen, Guido L. Weinberger
Grafik: Guido L. Weinberger
Anzeigenverwaltung: IPV GmbH (www.ipv-medien.de)
5
Patienten mit multiplen, zum Teil unspezifischen Entzündungskrankheiten finden in den Entzündungskliniken alle Spezialisten an einem Ort.
6
Titelthema
Entzündungsmedizin am UKSH
Exzellent und innovativ
Im Rahmen des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung“ sind am UKSH zwei renommierte
Spezialkliniken entstanden. Fachübergreifende Patientenversorgung auf höchstem Niveau
wird hier direkt mit Grundlagenforschung verzahnt. Ein Spezialgebiet des Kieler Exzellenzzentrums: die Behandlung chronisch-entzündlicher Darm- und Systemerkrankungen.
„Das Besondere an unseren Versorgungsstrukturen ist der im wahrsten Sinne des Wortes ganzheitliche Ansatz“, sagt Prof. Dr. Stefan
Schreiber, Direktor der Klinik für
Innere Medizin I am Campus Kiel
und Sprecher des Exzellenzclusters.
„Wir interpretieren jede Erkrankung als ein Gesamtkörperphänomen, das weit über die eigentliche
Erkrankung hinausgeht.“ Dieser
ganzheitliche Ansatz soll für den
Patienten optimale Versorgung bedeuten. Mit diesem Ziel wurde im
Mai 2009 mit dem Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin die erste
fachübergreifende Entzündungsklinik in Kiel eröffnet, wenig später
kam eine weitere Klinik in Lübeck
hinzu (s. Seite 11).
Die Einrichtungen sind einzigartig in Deutschland: Patienten mit
multiplen, zum Teil unspezifischen
Entzündungskrankheiten finden in
den Entzündungskliniken alle Spezialisten an einem Ort, vom Internisten und Gastroenterologen über
den Dermatologen, Pneumologen,
Kardiologen bis zum Neurologen,
Rheumatologen oder Zahnarzt.
An jedem Standort stehen den
Patienten mehr als zwanzig Ärzte
verschiedener Fachrichtungen zur
Verfügung. Gemeinsam begutachten sie die Patienten, nehmen die
Untersuchungen vor und stellen
die Diagnose. Die Erkrankungen
der Patienten werden in sogenannten Fallkonferenzen diskutiert:
Wöchentlich, manchmal sogar
öfter, treffen sich die Mediziner
und besprechen die Patientenfälle
fachübergreifend.
Die Therapieentscheidung wird
in Abstimmung mit allen Spezialisten getroffen. Sie stehen in
engem und regelmäßigem Kontakt
zu den Grundlagenforschern des
Exzellenzclusters wie beispielsweise dem vom UKSH betriebenen
Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (ZMB), wo in komplizierten Fällen zusätzlich genetische
Untersuchungen vorgenommen
werden. Darüber hinaus können
Patienten auf freiwilliger Basis
an Projekten der popgen Biobank
teilnehmen. Mit der dortigen
standardisierten, wissenschaftlich
abgestimmten Sammlung von
Untersuchungsproben können die
Forscher zu einem besseren Verständnis von Entzündungskrankheiten beitragen.
Neben den Schwerpunkten
Rheumatologie sowie chronischentzündlichen Lungen-, Leberund Hauterkrankungen stehen
Darmerkrankungen im Fokus
der Exzellenzzentren Entzündungsmedizin des UKSH. So
ist die Hochschulambulanz für
chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) in Kiel ein
weltweit anerkanntes Zentrum zur
Diagnostik und Therapie der CED.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen unterscheiden sich
von den anderen Darmerkrankungen durch wiederkehrende und
teils anhaltende kontinuierliche
Krankheitsschübe, die auch ohne
einen äußeren Anlass beginnen
können.
Die beiden häufigsten chronischentzündlichen Darmerkrankungen sind der Morbus Crohn und
die Colitis ulcerosa. Beide Krankheitsbilder werden erst seit Beginn
des 20. Jahrhunderts intensiver
beobachtet. Die Zahl der Erkrankungen nimmt kontinuierlich
zu, vor allem in Nordeuropa sind
immer mehr Menschen betroffen –
in Deutschland derzeit inzwischen
320.000 Menschen – Männer und
7
Titelthema
Prof. Dr. Stefan Schreiber
Prof. Dr. Johann O. Schröder
PD Dr. Susanna Nikolaus
Frauen mit etwa gleicher Häufigkeit. Die Krankheiten brechen besonders häufig im Alter von 15 bis
35 Jahren aus, können aber auch
erst ab einem Alter von 60 Jahren
erstmalig Beschwerden verursachen. Heilbar sind die CED bisher
nicht, die Krankheitsschübe lassen
sich jedoch mit medikamentöser
Behandlung und einer Anpassung
der Lebensgewohnheiten an Häufigkeit und Intensität reduzieren.
In der gastroenterologischen
Ambulanz und Klinik des Exzellenzzentrums wird das gesamte
Spektrum der diagnostischen und
therapeutisch/interventionellen
Methoden angeboten. Kombiniert
wird diese besondere Expertise
mit dem Anspruch, das Wissen
über die Krankheitsursachen und
-entstehung immer weiter zu
verbessern. „Das Verständnis über
die molekularen Mechanismen,
die zu chronischen Entzündungen
führen, ist dank unserer Arbeit
ständig angewachsen“, sagt Prof.
Schreiber. „Aber noch immer gibt
es offene Fragen: Was die auslösenden Ursachen sind, warum ein
Mensch auf der Basis einer bestimmten genetischen Konstellation erkrankt und ein anderer nicht,
ist derzeit noch unklar. Diese
äußeren Faktoren zu finden, ist ein
wichtiges Forschungsziel, da sie
der Schlüssel zur Prävention und
zielgerichteten Therapie sind.“ Zu
diesem Zweck führt das Exzellenzzentrum für Entzündungsmedizin
eine Vielzahl großer klinischen
Studien zu Entzündungserkrankungen durch. Dadurch können
neue anti-entzündliche Therapien
und innovative Wirkstoffe hier
zuerst umgesetzt werden.
So wurde beispielsweise mit dem
Ziel, Risikofaktoren und Vorhersagemerkmale für chronischentzündliche Darmerkrankungen
zu identifizieren, mit dem Auf bau
Netzwerk Sport
Ganzheitliches Konzept für
mehr Spaß beim Laufen.
Ab jetzt schmerzfreies und
optimiertes Training.
Kooperation zwischen
und dem Team
Videoanalyse des Bewegungsapparates
vom Sportmediziner
Lauftechniktipps vom
Medizintechniker
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vom Orthopädie-Techniker
Physiotherapie
Orthopädie-technische Werkstatt
Schütt und Grundei im UKSH Campus Lübeck
0451 / 500 2303
www.schuett-grundei.de
8
Universitätsklinikum Schleswig Holstein
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie
0451 / 500 4730
www.sportmedizin-luebeck.de
Titelthema
Der interdisziplinäre Austausch in Fallkonferenzen ist ein wesentliches Merkmal im Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin.
der CED-Familienstudie begonnen. Was unterscheidet Menschen,
die eine chronisch-entzündliche
Darmkrankheit bekommen, von
anderen, die gesund bleiben?
Welche Ernährungs- oder Lebensgewohnheiten können mit dem
Ausbruch von Morbus Crohn oder
Colitis ulcerosa in Zusammenhang
gebracht werden? Und wie kann
man frühe Erkrankungsformen
erkennen? Um Antworten auf
diese Fragen zu erhalten, sollen
durch langfristige wissenschaftliche Begleitung von CED-Kranken
und deren Angehörigen Lebensund Ernährungsgewohnheiten
aufgedeckt werden, die mit der
Krankheitsentstehung zusammenhängen.
In Blut- und Stuhlproben wird
nach genetischen Markern gesucht,
die den Ausbruch der Erkrankung
oder komplizierte Verläufe vorhersagen könnten. So hoffen die Wissenschaftler, langfristig Ergebnisse
zu erzielen, die erstens zu einer gezielteren Risikoeinschätzung und
Vorbeugung der CED führen und
zweitens die Therapiemöglichkeiten und damit die Lebensqualität
von Betroffenen verbessern.
nigen können“, sagt der Mediziner.
Daher gehen die Forscher nicht nur
der Frage nach, warum ein Patient
erkrankt, sondern auch, welche
Faktoren einen gesunden Darm
ausmachen.
Der ganzheitliche Therapie- und
Forschungsansatz am Exzellenzzentrum geht sogar noch einen
Schritt weiter. Prof. Schreiber:
„Wir gehen davon aus, dass viele
der großen Volksleiden wie beispielsweise CED und Diabetes,
aber auch Neurodermitis und sogar
Krebserkrankungen im Gesamtsystem des menschlichen Körpers
zusammenhängen.“ Hier spiele der
Darm und seine Flora als „Spiegel
unserer Gesundheit“ eine zentrale
Rolle. „Viel mehr als früher akzeptieren wir heute, dass Veränderungen in der Darmflora chronischen
Erkrankungen vorangehen. Es gibt
auch erste Nachweise, dass in der
Darmflora Substanzen erzeugt
werden, die Krankheiten beschleu-
Die Zukunftsidee dabei: Wer
weiß, wie die Darmflora beschaffen sein bzw. durch Behandlungen verändert werden muss, der
könnte in der Lage sein, noch vor
dem Entstehen eine chronische
Erkrankung zu verhindern.
Maximilian Hermsen
Weitere Informationen:
Exzellenzzentrum
Entzündungsmedizin, Campus Kiel
Prof. Dr. J. O. Schröder (Leitung)
PD Dr. S. Nikolaus (stellv. Leitung)
Tel.: 0431 597-59 01
www.uksh.de/entzuendungsmedizin
9
Prof. Dr. Diamant Thaçi und Assistenzärztin Nadine Holze untersuchen entzündliche Hautveränderungen an den Händen eines Patienten.
10
Titelthema
Systemische Therapie
hilft bei chronischen Entzündungen
Chronisch-entzündliche Erkrankungen sind nicht heilbar, aber mittlerweile gut zu behandeln. Das
Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin am Campus Lübeck mit dem Schwerpunkt Dermatologie
ist Teil des Exzellenzclusters Entzündungsforschung und geht völlig neue Wege bei der Diagnostik
und Therapie von chronischen Entzündungen.
„Wir haben in den vergangenen
zehn Jahren viel über das Thema
Entzündung gelernt und gehen
heute davon aus, dass chronischentzündliche Erkrankungen z B.
des Darms, der Gelenke oder der
Haut gemeinsame Komponenten
haben“, erläutert Prof. Dr. Diamant
Thaçi, Leiter des Exzellenzzentrums Entzündungsmedizin am
Campus Lübeck. „Sie wirken auf
den gesamten Organismus ein und
können bestimmte Begleiterkrankungen nach sich ziehen, die wiederum den Verlauf der Krankheit
beeinflussen.”
Prof. Thaçi und seine Kollegen
betrachten Entzündungen nicht
als lokales Geschehen, sondern
als Systemerkrankung, die auch
systemisch diagnostiziert und
behandelt werden muss. „Wenn
wir auf den Grund der Erkrankung gehen, sehen wir z. B., dass
ein Drittel der Patienten mit einer
Psoriasis (Schuppenflechte) auch
eine Arthritis entwickelt. Darüber
hinaus haben Psoriasis-Patienten
ein dreifach höheres Risiko für
kardiovaskuläre Erkrankungen und
Diabetes als Patienten ohne Hauterkrankung.“ Entzündungen bedür-
fen einer ganzheitlichen Therapie.
Dabei muss individuell entschieden
werden, welche Therapie am besten
greift. Leidet ein Psoriasis-Patient
gleichzeitig an Gelenkbeschwerden, kann ein Medikament, das
gut für die Haut ist, den Gelenken
schaden oder umgekehrt.
Von diesem Wissen über die Zusammenhänge und Wechselwirkungen profitieren die Patienten
im Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin ganz unmittelbar.
Prof. Thaçi: „Wenn ich weiß, dass
ein Patient mit einer chronischentzündlichen Hauterkrankung
ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck hat, werde ich ihn daraufhin
untersuchen und gegebenenfalls
behandeln. So kann ich bereits im
Vorwege für ihn das Risiko senken,
irgendwann einen Herzinfarkt zu
erleiden.“ Das gilt ebenfalls für
Diabetes und Arthritis.
Je früher auch die Begleiterkrankungen, z.B. der Psoriasis, erkannt
werden, desto besser sind die
Erfolgsaussichten für die Patienten.
Die optimale systemische Versorgung von Patienten mit chronischentzündlichen Erkrankungen kann
nur durch die enge interdisziplinäre
Zusammenarbeit verschiedener
Fächer geleistet werden. „Wir haben am UKSH in allen Disziplinen
ausgewiesene und teilweise weltweit anerkannte Experten, die wir
hinzuziehen können“, betont Prof.
Thaçi. Beteiligt sind z.B. die Rheumatologie, Gastroenterologie und
Hepatologie, Nephrologie, Kardiologie sowie andere internistische
Bereiche, Radiologie, Humangenetik und die Infektiologie.
Die Interdisziplinarität beginnt im
Zentrum für Entzündungsmedizin bereits bei der Diagnose. Die
Sprechstunden werden zum Teil
gemeinsam von Dermatologen
und Rheumatologen durchgeführt.
„Das ist ein Novum in Deutschland“, so der Dermatologe. Vorteil
für die Patienten: Sie erhalten
sofort eine von mehreren Seiten
abgesicherte Diagnose und einen
Therapievorschlag, mit dessen
Umsetzung innerhalb von wenigen
Tagen, manchmal auch nur Stunden, begonnen werden kann.
Nicht zielführende Untersuchungen und eine Odyssee von Arzt zu
Arzt bleiben den Patienten erspart.
11
Titelthema
Das ist besonders für Patienten mit
schwer zu behandelnden chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen von großer Bedeutung. Sie
haben aufgrund quälender Symptome oft einen hohen Leidensdruck
bis hin zu Angstzuständen und Depressionen. „Wenn ein Patient mit
kleiner Hoffnung zu uns kommt
und mit etwas größerer Hoffnung
geht, weil wir ihm eine adäquate
Therapie anbieten können, dann
ändert sich für ihn oft schon sehr
viel“, weiß Prof. Thaçi.
In wöchentlichen Fallbesprechungen diskutieren die Mediziner
des Exzellenzzentrums nicht nur
einzelne Fälle. Ziel ist es, parallel
dazu Modelle für Therapien zu
entwickeln, mit denen Patienten
in Zukunft optimal ganzheitlich
behandelt werden können. Da
chronisch-entzündliche Erkran-
Prof. Dr. Peter Lamprecht
Prof. Dr. Diamant Thaçi
Spezialisten widmen sich jedem
einzelnen mit der ganzen Kompetenz, die das Zentrum bietet. Dabei
ist das Exzellenzzentrum die koordinierende Stelle. Je nachdem, wel-
anderen Cluster-Laboren nach
genetischen Faktoren, die uns z.B.
Hinweise darauf geben können, wer
auf welche Therapie anspricht oder
wer ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Bluthochdruck oder eine andere
Folgeerkrankung hat.“
Genetische Forschung am Exzellenzzentrum
kungen bislang nicht heilbar sind,
geht es darum, die Symptome so
weit zu lindern, dass der Patient
eine gute Lebensqualität hat. Hausärzte und niedergelassene Fachärzte
werden in das Versorgungskonzept
einbezogen. Aus ganz Deutschland
kommen die Patienten mittlerweile
in das Exzellenzzentrum. Viele von
ihnen haben einen enormen Bedarf
an systemischer Behandlung. Die
12
che Erkrankung im Vordergrund
steht, wird der Patient von den
entsprechenden Spezialisten unter
dem Dach des UKSH behandelt.
Viele Aufgaben warten noch auf die
Ärzte im Exzellenzzentrum. „Wir
werden chronisch-entzündliche
Erkrankungen weiter aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten“,
so Prof. Thaçi. „Außerdem suchen
wir gemeinsam mit Kollegen aus
Durch die enge Vernetzung von
Grundlagenforschung und Klinik
im Exzellenzzentrum profitieren
die Patienten direkt von neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen und können z.B. im Rahmen
von klinischen Studien mit neu
entwickelten Präparaten behandelt werden. Auf nationalen und
internationalen Kongressen sowie
bei überregionalen Fortbildungsveranstaltungen informieren die
Mediziner über den innovativen
Therapieansatz, der in Fachkreisen
überall auf großes Interesse stößt.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Exzellenzzentrum
Entzündungsmedizin, Campus Lübeck
Prof. Dr. D. Thaçi (Leitung)
Prof. Dr. P. Lamprecht (stellv. Leitung)
Tel.: 0451 500-41 30
www.uksh.de/entzuendungsmedizin
Medizin und Wissenschaft
Neuroradiologie
Spezialisten für Kopf und Nervensystem
Aufgaben der Neuroradiologie sind die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen und Veränderungen des zentralen und peripheren Nervensystems. Für Prof. Dr. Peter Schramm, neuer Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Campus Lübeck, liegt – sowohl klinisch als auch wissenschaftlich – ein Schwerpunkt auf der Früherkennung und Behandlung des akuten Schlaganfalls.
„Mein Ziel ist es, den Ablauf der
Diagnostik und Therapie des
Schlaganfalls von dem Moment
an, in dem der Patient zu uns in die
Klinik kommt, zu standardisieren
und zu optimieren“, sagt Prof.
Schramm, der vor seiner Berufung
an das UKSH u.a. sechs Jahre lang
als geschäftsführender Oberarzt in
der Universitätsklinik Göttingen
tätig war. „Beim akuten Schlaganfall ist Zeit der wichtigste Faktor.
Je schneller der Patient die richtige
Therapie bekommt, desto besser
sind seine Heilungschancen“, so
der Mediziner. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie unter der Leitung von Prof.
Dr. Thomas Münte und der Klinik
für Neurochirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Tronnier
werden die Abläufe für Diagnostik
und Therapie optimal aufeinander
abgestimmt.
Die Standardtherapie zur Auflösung von Blutgerinnseln im Gehirn, die sogenannte Lysetherapie,
kann in den ersten 4,5 Stunden
nach dem Symptombeginn beim
Schlaganfall angewendet werden.
Danach wird in jedem Einzelfall
entschieden, von welcher Behandlung der Patient am meisten profi-
Bei der Thrombektomie wird unter Röntgenkontrolle ein feiner Mikrokatheter über die Schlagadern bis
an den Gefäßverschluss im Gehirn geführt.
tiert. Prof. Schramm: „Es gibt viele
Patienten, denen man auch jenseits
dieses Zeitfensters helfen kann.
Neue Methoden der Bildgebung
ermöglichen es uns, in Zukunft
noch mehr Patienten zu identifizieren, die wir auch nach den 4,5
Stunden behandeln können.“
Verschiedene Methoden sind geeignet, entsprechende Patienten zu
selektieren. Mit speziellen Computertomographie-Verfahren (CT)
können die Neuroradiologen z.B.
die Durchblutung im Gehirn messen und Areale im Gehirn identifizieren, die von einer Therapie
noch in hohem Maße profitieren
würden, auch wenn andere Bereiche des Hirn bereits irreparabel geschädigt sind. Auch hochaufgelöste 4-dimensionale Darstellungen
der hirnversorgenden Gefäße sind
mit modernen Hochleistungs-CTGeräten möglich. Diese dynamischen Messungen, die über die
13
Prof. Dr. Peter Schramm analysiert CT-Aufnahmen eines Schlaganfallpatienten
14
Medizin und Wissenschaft
reine anatomische Darstellung der
Gehirnstrukturen hinausgehen,
sind wichtige Zusatzinformationen für die behandelnden Ärzte bei
der Entscheidung für die optimale
Therapie des einzelnen betroffenen
Patienten.
Möglich ist es auch, den kompletten Verlauf der Gefäße, die das Gehirn versorgen, vom oberen Brustbereich bis in das Schädelinnere
direkt bei der Erstuntersuchung
der Schlaganfallpatienten im CT in
Sekundenschnelle mit abzubilden.
Vorteil für die Patienten: So können krankhafte Veränderungen der
Gefäße im Halsbereich, wie etwa
Verengungen der Halsschlagader,
sofort entdeckt werden. „Wenn wir
diese Stellen erfassen, kann das erhebliche Einwirkung auf die Wahl
der optimalen Therapie haben“,
erläutert Prof. Schramm. „Wir
können dann direkt gemeinsam
mit den Neurologen entscheiden,
ob wir das Gerinnsel zum Beispiel
mit kleinen Instrumenten über
die Leistenschlagader mechanisch
entfernen oder zum Bespiel eine
Gefäßverengung mittels Stent
behandeln.“
Das neuroradiologische Verfahren
zur mechanischen Entfernung eines gefäßverschließenden Blutgerinnsels über die Leistenschlagader
nennt man Thrombektomie. Dabei
wird ein sehr feiner Mikrokatheter
über die Schlagadern unter Röntgenkontrolle bis an den Gefäßverschluss im Gehirn geführt.
Die Neuroradiologen platzieren
hierüber ein feines Metallnetz in
der verschlossenen Hirnarterie, in
dem sich das Gerinnsel verfängt.
Mit Hilfe eines zweiten Katheters
werden dann Netz und Gerinnsel
entfernt und das Blutgefäß wiedereröffnet. Der Eingriff erfolgt
in Vollnarkose und dauert etwa
eine halbe bis eine Stunde. Vie-
len Patienten bleiben durch diese
Behandlung, die in Lübeck nur am
Institut für Neuroradiologie des
UKSH angeboten wird, schwere
Folgeschäden erspart.
Über die Diagnostik und Behandlung des Schlaganfalls hinaus sind
die Neuroradiologen zuständig für
die Diagnostik aller weiteren Erkrankungen, die den Kopf bereich
und insbesondere das Nervensystem und seine Hüllen betreffen.
Unfallverletzungen, Tumoren,
Entzündungen des Nervensystems (z.B. Multiple Sklerose) und
Erkrankungen der Wirbelsäule wie
z.B. Bandscheibenvorfälle können
mit bildgebenden Verfahren (Computertomographie, Magnetresonanztomographie (MRT), Angiographie, Myelographie) ebenso
dargestellt und beurteilt werden
wie verschiedene Demenzformen.
Auch funktionelle Darstellungen
der Hirnaktivität sind mit fMRTMethoden möglich und finden in
Forschung und Krankenversorgung breite Anwendung.
Zu den häufigeren neuroradiologischen therapeutischen Eingriffen gehört die Behandlung
von Aneurysmen (krankhafte
Aussackungen der Gefäßwand) an
den gehirnversorgenden Gefäßen
mit der „Coiling“-Methode. Dabei
werden winzige Platinspiralen
(Coils) über einen Katheter gezielt
in das Aneurysma eingebracht
und die Gefäßaussackung so von
innen verschlossen. „Damit ist die
Gefahr, dass das Aneurysma reißt
oder platzt und eine lebensgefährliche Blutung resultiert, gebannt“,
erläutert Prof. Schramm. Das Coiling ist eine Alternative zur offenen
OP, bei der das Aneurysma durch
eine Metallklammer ausgeschaltet
wird (Clipping). „Welche Therapie
im Einzelfall die beste ist, klären
wir interdisziplinär mit unseren
Kollegen der Neurochirurgie ab“,
so der Mediziner.
Durch Kathetereingriffe können
die Neuroradiologen in Lokalanästhesie Gefäßverengungen im Kopfund Halsbereich durch Stents oder
Ballons versorgen. Auch bestimmte Tumoren oder Metastasen z.B.
an der Wirbelsäule sowie Fisteln
(krankhafte Kurzschlussverbindungen zwischen Arterien und
Venen) werden in der Neuroradiologie endovaskulär (von innen über
die Gefäße) behandelt.
Therapeutisch sind die Neuroradiologen außerdem in der
Schmerztherapie tätig. CT-kon­
trolliert können sie Schmerzmittel
oder antientzündliche Medikamente direkt an schmerzhafte
Bereiche der Wirbelsäule applizieren. Ebenfalls unter CT-Kontrolle
entnehmen die Fachärzte Proben
aus verdächtigen Gewebestrukturen zur weiteren feingeweblichen
Untersuchung.
„Die Neuroradiologie ist ein hochspezialisiertes Fach. Wir verstehen
uns nicht nur als Bindeglied für
viele größere Fachdisziplinen,
sondern als gleichwertiger Partner,
denn wir bieten ein großes Spektrum der Diagnostik und Therapie
an. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohl der Patienten funktioniert hier am Campus
Lübeck ganz hervorragend“, betont
Prof. Schramm.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Institut für Neuroradiologie
Campus Lübeck
Tel.: 0451 500-6550
15
Medizin und Wissenschaft
Erster volldigitaler MRT
bietet höchste Bildqualität
Die Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und das Institut für Neuroradiologie am Campus
Lübeck haben einen neuen Hochleistungs-MRT in Betrieb genommen, der erstmalig auf digitaler anstatt auf analoger Technik basiert. Das Gerät bietet höchste Bildqualität, erweitert die
klinischen Einsatzmöglichkeiten und ermöglicht kürzere Untersuchungszeiten.
„Wir haben uns für dieses innovative MRT-System entschieden, da
es ein zuverlässiges Werkzeug ist,
um bei einer Vielzahl klinischer
Fragestellungen bei immer mehr
Körperpartien eine exakte und
sichere Diagnose zu stellen. Durch
die bessere Bildqualität und kürzere Untersuchungszeiten werden
die Diagnosen noch zuverlässiger
und das Verfahren wird für Patienten und Kliniker insgesamt vereinfacht“, begründet Prof. Dr. Jörg
Barkhausen, Direktor der Klinik
für Radiologie und Nuklearmedizin, die Anschaffung.
Bei dem neuen Gerät handelt es
sich nach Herstellerangaben um
das weltweit erste volldigitale
MRT-System. Um detaillierte
Strukturen innerhalb des menschlichen Körpers sichtbar zu machen,
kommen bei der Magnetresonanztomografie (MRT) Magnetfelder
und Hochfrequenzsignale gemeinsam zum Einsatz. Dabei lassen sich
unterschiedliche Weichteile des
menschlichen Körpers ohne den
Einsatz von Röntgenstrahlen sehr
differenziert darstellen. Bislang
haben alle MRT-Systeme analoge
Komponenten für die Signalerfassung und -verarbeitung verwen-
16
det, um Bilder vom Patienten zu
erzeugen. Allerdings begrenzt der
Einsatz analoger Komponenten die
Leistung in Bezug auf Bildschärfe und -qualität. Das volldigitale
MRT-System, welches nun in der
Radiologie des Campus Lübeck in
Betrieb genommen wurde, überwindet diese Grenze. Das Resultat:
wesentlich verkürzte Messzeiten
für die Patienten und erhöhte Detailgenauigkeit der Bilder. Zudem
wird der Patientenkomfort durch
die 70 Zentimeter weite Öffnung
des Magneten und durch die in
der Patientenauflage integrierten
Spulen wesentlich verbessert. Die
größere Durchmesser der „Röhre“
ermöglicht auch die Untersuchung
von adipösen Patienten oder Patienten, die unter Klaustrophobie
leiden, und erleichtert den pro­
blemlosen Zugang bei MRT-gesteuerten Eingriffen.
Neben der klinischen Patientenversorgung zur Diagnostik von
Weichteilen, inneren Organen,
Knorpel- oder Hirngewebe wird
das digitale MRT am Campus
Lübeck auch für die Forschung
eingesetzt. In der Radiologie liegen
die Schwerpunkte im Bereich der
kardiovaskulären Bildgebung,
Brust-MRT und Brust-Interventionen. Auch in der neuroradiologischen Forschung bringt das
hochdifferenzierte Aufnahmeverfahren viele Vorteile mit sich. Prof.
Dr. Peter Schramm, neuer Direktor
des Instituts für Neuroradiologie, beschreibt die Ansätze: „Bei
der so genannten Spektroskopie
erwarten wir im Laufe unserer Forschungsarbeit wichtige Zusatzinformationen über den molekularen
Zustand von Gewebe gewinnen
zu können. Dadurch könnten wir
zukünftig in der Lage sein, Tumorgewebe früher zu erkennen, aber
auch Behandlungsabläufe präziser
zu definieren. Bei der funktionellen MRT-Forschung zielen wir
darauf ab, physiologische Gewebeeigenschaften darzustellen,
beispielsweise Durchblutungsänderungen aufgrund von Stoffwechselaktivitäten. Sie können
Aufschluss darüber geben, wie
funktionelle Abläufe im Gehirngewebe stattfinden.“
Weitere Informationen:
Klinik für Radiologie, Campus Lübeck
Tel.: 0451 500-2129
Institut für Neuroradiologie, Campus
Lübeck
Tel.: 0451 500-6550
Medizin und Wissenschaft
Rubrik
Robotergestützte Chirurgie
in der Allgemein- und Thoraxchirurgie
Sie gilt als die wichtigste Entwicklung der minimal-invasiven Chirurgie: die robotergestützte
Chirurgie mithilfe des innovativen Operationssystems da Vinci. Als einziges Klinikum in Schleswig-Holstein verfügt das UKSH am Campus Kiel über die neue, schonende OP-Technik, die unter anderem in der Allgemein- und Thoraxchirurgie immer mehr komplexe Eingriffe ermöglicht.
Urologie und Kinderurologie (Prof.
Dr. Klaus-Peter Jünemann), der
Gynäkologie (Prof. Dr. Dr. Walter
Jonat) und der Klinik für Allgemeine-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie (Prof. Dr.
Thomas Becker).
Der Operateur steuert die Instrumente von einer
Konsole einige Meter vom OP-Tisch entfernt.
Seit Januar 2013 ist das „da Vinci“Operationssystem am Campus Kiel
des UKSH im Einsatz. Es handelt
sich dabei um ein robotergestütztes
Operationssystem, bei dem die Operationsinstrumente mithilfe kleiner
Schnitte bzw. Operationszugänge
statt großer Schnitte in die zu operierende Körperregion eingebracht
werden. Durch diese Technik der
kleinen Schnitte kann der Heilungsprozess deutlich verkürzt werden.
Betrieben wird das System als Gemeinschaftsprojekt der Kliniken für
Anders als bei herkömmlichen Eingriffen befindet sich der Operateur
nicht direkt am OP-Tisch, sondern
steuert die Instrumente von einer
Konsole aus, die einige Meter entfernt im OP-Saal steht. Vor hier aus
hat er durch einen speziellen Bildschirm mit bis zu 15-facher Vergrößerung eine hochauflösende(HD),
dreidimensionale Sicht auf feinste
anatomische Strukturen – so als
befände er sich im Körper des Patienten. Am OP-Tisch setzt der Roboter
die Bewegungen der Hände des
Chirurgen in Echtzeit in genaueste
und völlig zitterfreie Bewegungen
der OP-Instrumente (z.B. Pinzette,
Skalpell, Schere etc.) um. „Die Handhabung der Instrumente ist denen
der menschlichen Hand nachempfunden, so dass ich die Instrumente
nicht nur öffnen und schließen,
sondern völlig flexibel in alle Richtungen drehen und bewegen kann
– ein riesiger Vorteil gegenüber der
herkömmlichen laparoskopischen
OP-Technik“, sagt Prof. Dr. Hendrik Egberts, leitender Oberarzt der
Klinik für Allgemeine-, Viszeral-,
Thorax-, Transplantations- und
Kinderchirurgie. „Dadurch werden
Gewebeschädigungen minimiert,
feinste Nerven und Blutgefäße können geschont werden.“
Zwar erleichtert die intuitive Bedienung der Instrumente das Erlernen
der neuartigen OP-Technik, doch
bevor die Chirurgen einen Eingriff
am Patienten vornehmen dürfen,
müssen sie viele Trainingsstunden
am Operationssystem absolvieren.
Ähnlich wie im Flugzeugwesen
bekommen Operateure und OPPflegekräfte dafür Schulungen in
einem speziellen Ausbildungszentrum. Hier erlernen sie sämtliche
Abläufe anhand virtueller Patienten.
In der Klinik für Allgemeinchirurgie
haben zusammen mit Prof. Becker
die beiden leitenden Oberärzte Dr.
Heiko Aselmann und Prof. Egberts
dieses Training durchlaufen. Zusätzlich verfügt das UKSH für sein
eigenes da Vinci-System über einen
Trainingssimulator, mit dem die
Operateure ihre Fähigkeiten laufend
weiterentwickeln können. Anhand
verschiedener Naht- und Handhabungsübungen, die bestimmte
17
Medizin und Wissenschaft
Die Instrumente werden über kleinste Schnitte eingeführt. Der Chirurg kann sie von der Konsole aus flexibel in alle Richtungen bewegen.
Operationssituationen simulieren,
kann der Arzt individuell trainieren und seine Leistungsfähigkeit
am Operationssystem überprüfen.
„Auch in dieser Hinsicht ist das da
Vinci-System der herkömmlichen
minimal-invasiven OP-Technik
überlegen, da sowohl Trainingsübungen als auch Trainingskontrolle
vereinfacht und verbessert werden“,
sagt Prof. Egberts.
Um die Vor- und mögliche Nachteile der neuen Operationstechnik
systematisch und wissenschaftlich
zu überprüfen, beteiligen sich die
Mediziner am UKSH an internationalen Studien über die Einsatzmöglichkeiten der roboterassistierten
Chirurgie. „Es ist eine Kernaufgabe
der Universitätsmedizin, Innovationen in der Medizin nicht nur zu nut-
18
zen, sondern auch wissenschaftlich
zu bewerten, inwieweit ihr Einsatz
positive Effekte für unsere Patienten
hat“, meint der Klinikdirektor Prof.
Becker. Die OP-Teams in den beteiligten Kliniken des UKSH verfügen
inzwischen über große Erfahrung
mit der robotergestützten Chirurgie.
So konnten neben der Urologie und
der Gynäkologie auch in der Allgemeinchirurgie die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitert werden.
„Nachdem wir das System zunächst
erfolgreich bei Darmkrebsoperationen eingesetzt haben, konnten
wir die Anwendung inzwischen auf
Eingriffe im Oberbauch- und Thoraxbereich ausdehnen wie beispielsweise bei Lungenkrebsoperationen
und deutschlandweit als erste Klinik
sogar bei der Entfernung der Speiseröhre“, berichtet Prof. Becker. Für
diese Leistung wurde die Klinik auf
der Jahrestagung der deutschen Chirurgen sogar mit dem Preis für das
beste OP-Video ausgezeichnet. Auch
bei der Entnahme einer Niere für
eine Lebendspende war das Operationsteam der Klinik für Allgemeine
Chirurgie deutschlandweit Vorreiter.
„Möglich ist diese Entwicklung nur
mit einem hochmotivierten Team, zu
dem neben den Ärzten auch die OPKräfte und Anästhesisten zählen“,
ergänzt der Chirurg.
Maximilian Hermsen
Weitere Informationen:
Klinik für Allgemeine Chirurgie,
Campus Kiel
Tel.: 0431 597-4301
www.uksh.de/chirurgie-kiel
Medizin und Wissenschaft
Neue Medikamente
gegen altersbedingte Makuladegeneration
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Erblindungsursache für Menschen über 50. Entsprechend der demographischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen künftig dramatisch steigen. Die Klinik für Augenheilkunde am Campus Lübeck bietet
neue Verfahren an, die die derzeitigen etablierten Therapien der AMD ergänzen.
„Die Erkrankung ist seit rund 200
Jahren bekannt“, erklärt Prof. Dr.
Salvatore Grisanti, Direktor der Augenklinik, „aber sie ist noch immer
nicht vollständig entschlüsselt.“
Betroffen von der AMD ist das Sehzentrum mit der Makula, dem Punkt
des schärfsten Sehens im Auge. Im
Zentrum ihres Blickfeldes sehen
die Patienten verschwommen oder
verzerrt. Die Randbereiche sind von
der Degeneration nicht betroffen. Die
Patienten können sich zwar orientieren, aber keine feinen Details mehr
sehen. Lesen ist in den meisten Fällen
nicht mehr möglich und auch das
Erkennen von Personen wird durch
die Erkrankung beeinträchtigt. „Die
meist älteren Menschen sind durch
die AMD in ihrer Selbstständigkeit
und Mobilität stark eingeschränkt.
Ihr Leidensdruck ist groß“, weiß
Prof. Grisanti.
Man unterscheidet zwischen zwei
Formen der AMD. Die trockene
Makuladegeneration tritt häufiger
auf (etwa 80 Prozent der Fälle) und
schreitet langsamer fort. Die feuchte
Makuladegeneration ist seltener, aber
aggressiver. Der Sehverlust wird ausgelöst durch Ablagerungen unter der
Netzhaut, die auf Dauer dazu führen,
Prof. Salvatore Grisanti, Direktor der Klinik für Augenheilkunde, im Gespräch mit einer Patientin.
dass Zellen absterben. Bei der feuchten Form kommt es darüber hinaus
zu einem Wachstum von Blutgefäßen in der Netzhaut und zu feinsten
Einblutungen. Es entstehen Vernarbungen, die die Sehkraft massiv verschlechtern. Als Risikofaktoren für
die AMD nennt Prof. Grisanti neben
dem Alter auch Umwelteinflüsse und
die genetische Veranlagung.
„AMD ist eine chronische Erkran-
kung – nicht heilbar, aber behandelbar“, räumt der Augenarzt ein.
Während man seit den 70er Jahren
ohne durchschlagenden Erfolg mit
Laser- oder photodynamischer Therapie und operativen Maßnahmen arbeitete, werden seit rund zehn Jahren
Medikamente zur Behandlung der
feuchten AMD eingesetzt. Sie stammen ursprünglich aus der Krebstherapie, wirken gegen krankhafte
Gefäße und hemmen das Wachstum
19
Medizin und Wissenschaft
und das soziale Umfeld“, erklärt der
Klinikdirektor.
Mit dem wachsendem Verständnis
über die Erkrankung werden derzeit
neue Medikamente eingesetzt, die
die Wirkung der derzeitigen Wirkstoffe ergänzen und zu besseren Ergebnissen führen sollen. Die Augenklinik Lübeck ist in internationalen
Studien eingebunden und kann diese
neuen Therapieformen anbieten.
Assistenzärztin Jana Posselt untersucht eine Patientin auf erste Anzeichen von Makuladegeneration.
Auch für die trockene AMD im
fortgeschrittenen Stadium gibt es
neue Therapieoptionen, die das Fortschreiten der Erkrankung signifikant
verzögern können. So wird z.B. im
Rahmen einer internationalen Studie
der Wirkstoff Lampalizumab eingesetzt, der bei der AMD beteiligte
Entzündungsmechanismen hemmt.
In der Entwicklung befinden sich
sogenannte Depotpräparate. Sie
verbleiben über einen längeren
Zeitraum im Auge und geben ihren
Wirkstoff regelmäßig ab. Die aktuelle Forschung zur AMD verfolgt
das Ziel, kombinierte Medikamente
mit stärkerer und länger anhaltender
Wirkung herzustellen.
Das Sehen eines Patienten mit AMD
neuer Gefäße auf der Netzhaut.
Die Injektion der Medikamente
in das Auge muss vom Arzt regelmäßig, gegebenfalls jeden Monat,
vorgenommen werden. „Die Therapie ist effektiv – wenn die Behandlungen und auch die Kontroll- und
Nachuntersuchungen konsequent
wahrgenommen werden “, betont
Prof. Grisanti. Das sei angesichts des
Alters und der krankheitsbedingten
Einschränkungen der Patienten nicht
immer möglich.
20
Deutlich reduziert werden kann die
Zahl der Injektionen durch die Kombination mit einer neu entwickelten
Therapie mit Röntgenstrahlen, die
jetzt in der Augenklinik zum Einsatz
kommt. Dabei wird ganz gezielt nur
die Makula bestrahlt. Die Bestrahlung muss nur einmal durchgeführt
werden. Es wurde nachgewiesen,
dass unter bestimmten Voraussetzungen bei der Hälfte der Patienten
über einen Zeitraum von zwei Jahren
nur noch eine Injektion notwendig
war. „Die Reduktion der Anzahl der
Injektionen entlastet die Patienten
„Ganz wichtig im Hinblick auf die
Makuladegeneration ist die Früherkennung“, betont Prof. Grisanti und
rät allen über 50-Jährigen, sich einmal pro Jahr beim Augenarzt daraufhin untersuchen zu lassen. Patienten,
die sich für die neuen AMD-Therapien interessieren, werden gebeten,
unter Tel. 0451 500-3090 mit der
Augenklinik Kontakt aufzunehmen.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Klinik für Augenheilkunde
Campus Lübeck
Tel.: 0451 500-30 90
Medizin und Wissenschaft
Krankenhaushygiene
Kampf gegen Keime
Krankenhausinfektionen sind gefährlich und gefürchtet. Sie zu erkennen und zu bekämpfen gehört zu den wichtigsten Aufgaben der campusübergreifenden Zentralen Einrichtung (ZE) Interne
Krankenhaushygiene am UKSH. Dr. Bärbel Christiansen und ihr hochspezialisiertes Team bearbeiten aber auch alle weiteren hygienischen Fragestellungen im Klinikum.
Wenn in den Büros der Zentralen
Einrichtung Krankenhaushygiene
das Telefon klingelt und ein Klinikmitarbeiter z.B. wissen möchte, wie
Bronchoskope hygienisch korrekt
gelagert werden oder welches Mittel
zur Flächendesinfektion verwendet werden soll, wissen Dr. Bärbel
Christiansen, Leiterin der Einrichtung, und ihre Mitarbeiter die
Antwort. „Unser Aufgabenkatalog
ist enorm groß. Wir müssen uns in
allen Kliniken und Bereichen des
UKSH auskennen“, betont die Hygienefachärztin, die auch Vorsitzende
der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
des Robert-Koch-Instituts ist.
„Ziel unserer Arbeit ist es, die Patienten und Mitarbeiter des UKSH
vor Schaden zu bewahren. Wir
schützen sie mit allen verfügbaren
Hygienemaßnahmen davor, sich
anzustecken“, erläutert Dr. Christiansen. Dabei wird nach einem
Multibarrierensystem vorgegangen.
Bereiche oder Tätigkeiten, in oder
bei denen es zur Übertragung von
Krankheitserregern kommen kann,
müssen identifiziert und möglichst
schon ausgeschaltet werden, bevor
etwas passiert.
Das Hygieneteam an beiden Campi
berät und unterstützt die Mitarbeiter
des UKSH bei allen hygienetechnischen Maßnahmen und übernimmt
auch die Schulung und Fortbildung.
Das Aufgabenspektrum der Internen Krankenhaushygiene ist durch
Richtlinien des Robert-Koch-Instituts klar umschrieben und gesetzlich vorgegeben. Dazu gehören die
Beratung der Krankenhausleitung
in allen Fragen der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention
sowie die Umsetzung aktueller
wissenschaftlicher Erkenntnisse in
die Strukturen und Prozesse vor Ort.
Das hygienische Verhalten und die
entsprechenden Arbeitsweisen für
alle Einrichtungen sind in Hygienestandards, die die Krankenhaushygiene erarbeitet und ständig anpasst,
verbindlich geregelt. Zusätzlich
werden zusammen mit den Kliniken
spezielle Hygienevorgaben in Hygieneplänen erarbeitet.
Verantwortlich ist die Einrichtung
auch für die Maßnahmen beim
Auftreten von Infektionskrankheiten und bei multiresistenten Erregern: „Wir erfassen und bewerten
den Nachweis von multiresistenten
Erregern wie MRSA, VRE, MRGN,
C. difficile sowie auffällige Häufun-
Dr. Bärbel Christiansen
gen von Mikroorganismen. Wenn es
eine Häufung von Infektionen gibt,
machen wir uns direkt vor Ort ein
Bild, um zu sehen, ob alle Hygienemaßnahmen eingehalten werden“,
erläutert Dr. Christiansen. Zusammen mit den Klinikmitarbeitern
werden nosokomiale (im Krankenhaus erworbene) Infektionen gemäß
den gesetzlichen Anforderungen
erfasst und bewertet.
Die Überprüfung der hygienischen
Aspekte bei operativen Eingriffen
und in der Pflege wird ebenso von
21
Medizin und Wissenschaft
Dr. Christina Brunnemann und Dr. Bärbel Christiansen prüfen, ob alle hygienischen Vorschriften in den am UKSH entstehenden Neubauten eingehalten werden.
den Mitarbeitern der Krankenhaushygiene durchgeführt wie die
Begutachtung von Medizinprodukten, Materialien und Einrichtungsgegenständen unter hygienischen
Gesichtspunkten. Überprüft werden
auch Desinfektions- und Sterilisationsgeräte (z.B. für Instrumente,
Anästhesie-Zubehör, Endoskope,
Geschirr, Wäsche oder Matratzen)
sowie die Wasserversorgung und
lüftungstechnische Anlagen.
Bei regelmäßigen Begehungen werden die vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in allen Bereichen
des Klinikums untersucht. „Dazu
gehören u.a. Kontrollen der hygienischen und chirurgischen Händedesinfektion, aber auch die Instrumenten- und Flächendesinfektion
insbesondere in Risikobereichen“,
erklärt Dr. Christina Brunnemann,
22
Assistenzärztin in der Krankenhaushygiene und kurz vor Abschluss
ihrer Weiterbildung zur Fachärztin
für Hygiene und Umweltmedizin.
Strengen hygienisch-mikrobiologischen Kontrollen unterliegen auch
die Bereiche, in denen Lebensmittel
zubereitet werden. Bei der Sicherstellung der hygienischen Maßnahmen werden die Spezialisten (Ärzte
und Hygienefachkräfte) von den
hygienebeauftragten Ärzten in den
Kliniken unterstützt.
Zurzeit sind Dr. Bärbel Christiansen
und ihr Team im Hinblick auf die
Umsetzung des baulichen Masterplans am UKSH sehr intensiv mit
Stellungnahmen zu den geplanten
Baumaßnamen beschäftigt. Alle
baulichen und technischen Anlagen des UKSH müssen strengen
krankenhaushygienischen Vorga-
ben entsprechen. Die campusübergreifende Zentrale Einrichtung
Krankenhaushygiene ist Teil des
UKSH-Diagnostikzentrums. Alle
krankenhaushygienischen Laboruntersuchungen führt die Zentrale
Einrichtung Medizinaluntersuchungsamt und Hygiene am Campus
Kiel durch, deren ständige stellvertr.
Leiterin Dr. Bärbel Christiansen ist.
Über die Kieler Abteilung werden
auch krankenhaushygienische Beratungen und Untersuchungen für
externe Kunden angeboten.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Zentrale Einrichtung
Krankenhaushygiene
Campus Kiel Tel.: 0431 597-32 71
Campus Lübeck Tel.: 0451 500-21 78
Medizin und Wissenschaft
Alternativen
zum künstlichen Hüftgelenk
© decade3d - Fotolia.com
Rund 200.000 Hüftprothesen werden in Deutschland jedes Jahr implantiert, etwa so viel wie
im gesamten europäischen Ausland. Nicht in jedem Fall ist der Eingriff zwingend notwendig.
Welche Alternativen es zur Totalendoprothese (TEP) gibt, erläutert Prof. Dr. Martin Russlies,
Chefarzt der Sektion für Orthopädie am Campus Lübeck.
„Grundsätzlich kann der Ersatz eines Hüftgelenks durch
ein Implantat eine segensreiche
Operation für die Patienten sein
und gilt als eine der erfolgreichsten
Operationen überhaupt“, sagt Prof.
Dr. Martin Russlies. „Nach einer
HTEP-Implantation sind diese
Patienten schnell wieder mobil
und häufig schmerzfrei. Aber
statistisch hält ein künstliches
Hüftgelenk etwa zehn bis 15 Jahre.
Deshalb sollte diese Operation so
lange wie möglich hinausgezögert
werden“, gibt der Orthopäde zu
bedenken. Die beste Maßnahme, um spätere Hüftprobleme zu
vermeiden bzw. rechtzeitig in den
Griff zu bekommen, besteht in der
Früherkennung.
„Wer unter Hüftschmerzen leidet,
sollte die Ursache möglichst bald
durch einen Arzt abklären lassen“,
empfiehlt Prof. Russlies. Häufig
kann dann z.B. mit einem arthroskopisch durchgeführten Eingriff
noch viel erreicht werden. Unabdingbar ist die präzise Diagnostik
des Schmerzes. „Subtile Fehlstellungen der Hüfte sind manchmal
schwer zu erkennen. Unbehandelt
können sie aber später zur Arthrose führen“, so der Mediziner.
Prof. Dr. Martin Russlies prüft die Mobilität des Hüftgelenkes.
Die Differentialdiagnose erfordert
vom Orthopäden Erfahrung und
Augenmaß.
Hüftprobleme können schon im
Säuglingsalter auftreten. Etwa
zwei bis vier Prozent aller Neugeborenen kommen mit einer
Hüftdysplasie (Fehlbildung der
Hüfte) zur Welt. Da in Deutschland seit den neunziger Jahren
das Hüftscreening per Ultraschall
Teil der Vorsorge ist, wird eine
Fehlstellung in der Regel rechtzeitig erkannt, behandelt und kann
meist vollständig behoben werden.
Dennoch kann es zu wachstumsbedingten Fehlstellungen im Jugendalter kommen. Bei der Hüftkopflösung (Epiphysenlösung)
etwa verschiebt sich der Hüftkopf
in der Wachstumsfuge des Schenkelknochens oder löst sich sogar
ab. Das kann zu schwerwiegenden
bleibenden Hüftschäden führen
und muss operiert werden. Mini-
23
Medizin und Wissenschaft
male Epiphysenlösungen werden
häufig nicht erkannt. Diese äußern
sich u. U. nur in einer leichten
Ermüdbarkeit der betroffenen
Kinder („lauffaul“) oder werden
leicht als „Wachstumsschmerzen“
fehlgedeutet. Hieraus entstehen
bleibende Hüftkopfdeformitäten,
die dann im Erwachsenenalter zur
Arthose führen.
„Bei erwachsenen Patienten
sehen wir dies häufig als Teil
des Impingement-Syndroms“,
erklärt Prof. Russlies. Bei dieser
Erkrankung wird die Gelenklippe
(Labrum), die die Hüftgelenkspfanne abschließt, zwischen der
Pfanne und dem Schenkelhals
eingeklemmt. Dabei unterscheidet
man zwischen Cam- und PincerImpingement. Beim Cam (engl.
Nockenwelle)-Impingement ist
der Schenkelhals im Vergleich
zum Hüftkopf wulstartig zu stark
vorgewölbt. Dieser Wulst stößt bei
jeder Hüftbeugung an das Labrum
am Vorderrand der Gelenkpfanne,
das dadurch verletzt werden kann.
Beim Pincer (engl. Kneifzange)Impingement wird der Hüftkopf
zangenförmig von der Gelenkpfanne zu weit umschlossen und
ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. „Beide Formen des
Impingements können wir mithilfe einer Hüftgelenksarthroskopie
behandeln“, erklärt Prof. Russlies.
Bei dem Eingriff werden Schäden
am Knorpel oder überstehende
Knochen abgetragen. Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung)steht in
Konkurrenz zu offenen Operationen, bei denen in manchen Fällendas Hüftgelenk ausgerenkt werden
musste. In beiden Fällen ist kein
künstliches Gelenk erforderlich.
Eine besondere Expertise
besitzen Prof.
Russlies und
seine Kollegen bei der
reorientierenden BeckenDreifachOsteotomie.
Nicht selten
verursachen
minimale
Fehlstellungen der
Hüftgelenkspfanne – z.B.
auch nach im
Kindesalter
behandelter
Hüftgelenksdysplasie – im
frühen Erwachsenalter
Beschwerden.
Bei dem o.g.
Korrektureingriff wird die
24
Hüftglenkspfanne nach Durchtrennung von Darm-, Sitz- und
Schambein in die optimale Position gedreht und befestigt. Dieser
Eingriff kann in bestimmten Fällen auch bei beginnender Hüftgelenksarthrose noch angewendet
werden und den Einsatz eines
künstlichen Gelenks zumindest
hinausschieben – wenn rechtzeitig durchgeführt auch überflüssig
machen.
„Ganz wichtig ist es, dass der
Patient eine gute Lebensqualität
hat“, unterstreicht Prof. Russlies.
„Dabei muss man zwischen dem
Anspruch, den er an sich selbst hat,
seinem Alter, seinen Aktivitäten
und den medizinischen Möglichkeiten abwägen. Wir stimmen gemeinsam mit dem Patienten seine
individuelle Therapie ab.“ Wenn
es möglich und sinnvoll ist, raten
Prof. Russlies und seine Kollegen
ihren Patienten, die jünger als 60
Jahre sind, zu gelenkerhaltenden
Eingriffen. Bei der intensiven und
individuellen Beratung ihrer Patienten berücksichtigen die Orthopäden verschiedene Aspekte.
Die Sektion für Orthopädie am
Campus Lübeck bietet das gesamte Spektrum der Diagnostik und
Therapie bei Hüfterkrankungen
für Patienten aller Altersgruppen an. Großen Wert legen die
Orthopäden auf die ausführliche
Beratung. Das gilt auch für Patienten, die kommen, um sich von
den Experten eine Zweitmeinung
einzuholen.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Sektion für Orthopädie
Campus Lübeck
Tel.: 0451 500-2301
Medizin und Wissenschaft
Erkrankungen der Lunge
Kein Kinderspiel
Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund, dass Kinder bei einem Arzt vorgestellt werden.
Oft ist eine spezielle Diagnostik und Behandlung durch Kinderärzte mit besonderen Kenntnissen
notwendig. Im Rahmen des Universitären Lungenzentrums Nord bietet die Klinik für Allgemeine
Pädiatrie am Campus Kiel eine Spezialambulanz für Kinderpneumologie und -allergologie an.
Seit einigen Wochen leidet der
neunjährige Simon unter Husten.
Vor allem nachts wird er immer
wieder aus dem Schlaf gerissen.
Nachdem seine Mutter es zunächst
mit Hausmitteln wie heißer Milch
mit Honig oder Thymian versucht
hatte, sucht sie mit Simon den
Kinderarzt auf. Nach gründlicher
Untersuchung wird der Junge vom
Kinderarzt wegen des langandauernden Hustens an einen niedergelassenen Kinderpneumologen
überwiesen. Doch obwohl Simon
auch hier gründlich untersucht
wird, bleibt die Ursache unklar. Um
dem immer wieder auftretenden
und für den Neunjährigen sehr
belastenden Husten endgültig auf
die Spur zu kommen, überweist der
Kinderpneumologe zur umfangreichen Differenzialdiagnostik an die
Kinderklinik des UKSH am Campus Kiel.
„Für Erkrankungen wie die von
Simon, deren Ursachen schwierig zu ermitteln sind, steht uns in
unserer kinderpneumologischen
Ambulanz eine große Bandbreite
hochspezialisierter Diagnostik zur
Verfügung“, erklärt PD Dr. Tobias
Ankermann, Oberarzt in der Klinik
für Allgemeine Pädiatrie und Leiter
der Ambulanz. „Zudem verfügen
wir im Rahmen des Universitären
Lungenzentrums Nord in enger
Zusammenarbeit mit den Kollegen
am Campus Lübeck und am Forschungszentrum Borstel über ein
interdisziplinäres Netzwerk mit
höchster Expertise.“ Im Universitären Lungenzentrum arbeiten Ärzte
und Wissenschaftler standort- und
fachübergreifend sehr eng zusammen, um eine exzellente interdisziplinäre Patientenversorgung
sicherzustellen und neue Konzepte
der Diagnose und Therapie frühzeitig in die Praxis umzusetzen.
„Wir sind in der Lage, Patienten mit
Atemwegs- und Lungenerkrankungen nach modernsten Standards
zu behandeln“, ergänzt Dr. Marcus
Klein, ebenfalls Oberarzt in der
kinderpneumologischen Ambulanz
der Kinderklinik in Kiel.
Sehr sorgfältig widmen sich die
Ärzte erneut den hartnäckigen
Hustenanfällen von Simon. Mithilfe eines sogenannten Schweißtestes wollen sie feststellen, ob
der Junge an einer Mukoviszidose
erkrankt ist. „Mit dem Schweißtest wird die Salzkonzentration
im Schweiß gemessen“, erklärt PD
Dr. Ankermann, „Menschen, die
an Mukoviszidose erkrankt sind,
haben einen erhöhten Salzgehalt
in ihrem Schweiß.“ Da der Befund
negativ ausfällt, forschen die Ärzte
weiter. Da es sich bei Simon nicht
um trockenen Reizhusten, sondern
einen feuchten Husten handelt, entscheiden sie, Simon für die weitere
Diagnostik zwei Tage stationär
aufzunehmen. Aufschluss soll nun
eine sogenannte Bronchoskopie
(Lungenspiegelung) mit unter
anderem mikrobiologischer Untersuchung von Atemwegsekreten
bringen. Rund 150 bis 200 dieser
Untersuchungen führen die Ärzte
in Kiel jedes Jahr durch.
Um die Kinder so wenig wie
möglich zu belasten, gleichzeitig
aber die Atemwege und Lunge bei
erhaltener Atmung des Kindes zu
untersuchen, wird diese in Analgo­
sedierung durchgeführt. Unter
Sedierung führt der Arzt über
Mund oder Nase ein Bronchoskop
in die Atemwege ein. Es besteht
aus einem weichen, beweglichen
Schlauch mit einem Durchmesser
von zwei bis sechs Millimetern, an
dessen Spitze eine Kamera samt
Lichtquelle sitzt. Auf einem Monitor können PD Dr. Ankermann
und Dr. Klein Simons Atemwege
25
Medizin und Wissenschaft
PD Dr. Tobias Ankermann (re.) und Dr. Marcus Klein analysieren gemeinsam mit Krankenschwester Gesine Schröder die Befunde eines Lungenfunktionstestes.
begutachten. Außerdem lassen
sich durch den Schlauch hindurch
Sekretproben entnehmen und sehr
kleine Bürsten zur Entnahme von
Gewebeproben (Biopsien) vorschieben. Diese werden später in spezialisierten Laboren unter anderem
am Campus Lübeck analysiert. Nach
der aufwändigen Untersuchung
kann Simon schnell wieder aus dem
Krankenhaus entlassen werden und
nach Tagen (bei manchen Untersuchungen auch Wochen) liegen
Ergebnisse vor. „Die Funktion und
Anatomie der Zilien, also der feinen
Flimmerhaare auf der Oberfläche in
der Lunge, ist unauffällig“, berichtet PD Dr. Ankermann. „Jedoch
enthält Simons Lunge sehr viel
Eiter, der den hartnäckigen Husten
provoziert. Durch die mikrobiologische Untersuchung konnten wir
feststellen, dass wir es hier mit einer
protrahierten bakteriellen Bronchitis zu tun haben – eine Erkrankung,
26
die wir gut behandeln können.“
Ein Befund, der die Ärzte und auch
Simons Mutter erleichtert. Zwar
macht die Erkrankung eine spezifische bis zu vierwöchige Antibiotika-Einnahme notwendig, doch eine
vollständige Heilung ist auf diesem
Wege sehr wahrscheinlich.
Rund 1.000 junge Patienten werden wie Simon jedes Jahr in der
kinderpneumologischen Ambulanz der Kinderklinik am Campus
Kiel untersucht und behandelt. Die
Erkrankungen sind sehr vielfältig
und reichen von schweren Fällen von Asthma bronchiale über
Mukoviszidose und Fehlbildungen der Lunge bis zu sogenannten
dysfunktionellen respiratorischen
Symptomen, also Atemstörungen,
die auch psychosomatische Ursachen haben können. „Um für diese
große Bandbreite immer optimale
Diagnose- und Therapieoptio-
nen bieten zu können, ist die enge
Zusammenarbeit aller Experten
des Universitäten Lungenzentrums
eine Grundvoraussetzung“, sagt
PD Dr. Ankermann. „Der Austausch zwischen den verschiedenen
Fachgebieten wie Neonatologie,
Intensivmedizin, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und auch zwischen
den Standorten bei uns in Kiel,
den Kollegen der Kinderklinik am
Campus Lübeck unter der Leitung
von Prof. Dr. Matthias V. Kopp und
dem Forschungszentrum Borstel ist
beispielhaft.“
Maximilian Hermsen
Weitere Informationen:
Klinik für Allgemeine Pädiatrie,
Campus Kiel
Spezialambulanz für Kinderpneumologie und Kinderallergologie
Tel.: 0431 597-1653
www.uksh.de/paediatrie-kiel
Bild: © Juice Images - Fotolia.com
UNIVERSITÄTSKLINIKUM
Schleswig-Holstein
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Gesundheitsforum
Vorschau November
Campus Kiel
Vorschau November Campus Lübeck
Datum Thema
Datum
Di.
Di.
Zeit
Referent
4.
18 - 20 Uhr
Mi.
5.
Künstliche Gelenke –
Alles was Sie wissen müssen
Thema
Referent
Zeit
4.
UKSH, Medizinische Klinik I, Prof. Dr. Fellermann
UKSH, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Schröder
Mi.
Regelschmerzen – Immer normal?
Erektile Dysfunktion
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Ahrens
Frauenleiden –
Inkontinenz- und Senkungsbeschwerden
5.
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Dr. Hamann
Do. 6.
Do. 6.
Sexualität und Krebs – Ein Tabu? 18 - 20 Uhr
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Strahlentherapie, Dr. Schmalz
Mo. 10.
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht + Co.
Was ist zu bedenken?
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, PD Dr. Banz-Jansen
Mo. 10.
18 - 20 Uhr
UKSH, Patienteninformationszentrum (PIZ), Petra Rohde-Kolbe
Di. 11.
Gelenkverschleiß – Geht es auch ohne Operation ?
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Prof. Dr. Gerdesmeyer
Mo.17.
Bypasschirurgie bei akutem Herzinfarkt 18 - 20 Uhr
UKSH, K linik für Herz-und Gefäßchirurgie, Dr. Haneya
Di.18.
Schulterschmerzen – Krankengymnastik, Arthroskopie oder Kunstgelenk? 18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie , Prof. Dr. Varoga
Mi. 19.
18 - 20 Uhr
Schönheitschirurgie im Gesichtsbereich –
Möglichkeiten und Risiken
UKSH, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Prof. Dr. Dr. Wiltfang
Do. 20.
18 - 20 Uhr
Der Blick in den Körper –
Moderne Ultraschalldiagnostik
UKSH, Klinik für Innere Medizin I, Dr. Seeger
Sa. 22.
Die Zeit nach der Intensivstation
11 - 13 Uhr
UKSH, Pflegeforschung, Peter Nydahl
Mo. 24.
Säuglingsernährung – Einführung der B(r)eikost
18 - 20 Uhr
UKSH, Diätassistentenschule, Elina Zwickert
Di. 25.
Vorhofflimmern –
Wenn das Herz aus dem Takt gerät
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin
Prof. Dr. Bonnemeier
Mi. 26.
18 - 20 Uhr
Darmkrebs – Vorsorge geht jeden an!
18 - 20 Uhr
Zahnimplantate –
Im Zeitalter moderner 3D-Bildgebung
UKSH, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gefäßchirurgie, Michael Rohnen
Do. 27.
Die Zeit nach der Intensivstation
18 - 20 Uhr
UKSH, Pflegeforschung, Peter Nydahl
Fr. 28.
Herzschwäche – Defibrillatoren schützen
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin
PD Dr. Lüdde
UKSH Gesundheitsforum Kiel: CITTI-PARK Mühlendamm 1,
24113 Kiel im Erdgeschoss (vom CB Modemarkt kommend, direkt
gegenüber der Blutspende, oder über den Parkplatz durch den Außeneingang, 2. Tür links vom Haupteingang des CITTI-PARK).
Krebs –
Vorsorge, Früherkennung, Heilungschancen
UKSH, Klinik für Strahlentherapie, Prof. Dr. Dunst
Di. 11.
18 - 20 Uhr
Rheumatoide Arthritis –
Diagnose und Therapie
UKSH, Poliklinik für Rheumatologie, PD Dr. Herlyn
Mo. 17.
18 - 20 Uhr
Palliativmedizin –
Selbstbestimmtes Leben in Würde
UKSH, Medizinische Klinik I, Dr. Kripke
Di. 18.
Schwindel – Was kann das sein?
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Neurologie, Prof. Dr. Helmchen
Do. 20.
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht + Co.
Was ist zu bedenken?
18 - 20 Uhr
UKSH, Patienteninformationszentrum (PIZ), Beke Jacobs
Fr. 21.
18 - 20 Uhr
Der entzündliche Darm –
Ein Krankheits-Überblick
UKSH, Medizinische Klinik I, PD Dr. Büning
Mo. 24.
Leben nach Krebs – Sind Geheilte auch gesund?
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin/Medizinische Klinik I
Prof. Dr. Langer, Prof. Dr. Brabant
Di. 25.
Arthrose im Kniegelenk –
Geht es ohne Endoprothese?
18 - 20 Uhr
UKSH, Sektion für Orthopädie, Prof. Dr. Russlies
Mi. 26.
Schlaganfall – Ein Blick ins Gehirn der Betroffenen
18 - 20 Uhr
UKSH, Klinik für Neurologie, PD Dr. Royl
Do. 27.
Neurodermitis –
Von der Diagnose bis zur Behandlung
18 - 20 Uhr
UKSH, Exzellenzzentrum Entzündungsmedizin, Prof. Dr. Thaçi
UKSH Gesundheitsforum Lübeck: Altes Kesselhaus, Haus 34,
Ratzeburger Allee 160, 23538 Lübeck
Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei. Spenden zugunsten unseres
gemeinnützigen Vereins UKSH Wissen schafft Gesundheit e.V. sind
herzlich willkommen. Aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen
bitten wir Sie um Ihre rechtzeitige Anmeldung. Sie haben die Möglichkeit, Mo., Di. u. Do. 9 -15 Uhr und Mi. 9-12 Uhr eine Anmeldung unter den o.g. Telefonnr. oder per E-Mail vorzunehmen.
Wissen schafft Gesundheit
27
© hikrcn - Fotolia.com
28
Medizin und Wissenschaft
Depressionen
Ein Gefühl der Gefühllosigkeit
Laut WHO werden Depressionen in den kommenden 20 Jahren zusammen mit den koronaren
Herzerkrankungen zu den beeinträchtigendsten Erkrankungen weltweit gehören: Jede fünfte
Frau und jeder zehnte Mann erkrankt im Laufe des Lebens einmal daran. Das Zentrum für
Integrative Psychiatrie (ZIP) bietet das gesamte Spektrum der Behandlungsmethoden an.
„Eine Depression ist viel mehr als
Traurigkeit. Sie ist wie eine Lähmung, die vom Kopf ausgeht – eine
innere Versteinerung, ein Gefühl der
Gefühllosigkeit“, sagt Prof. Dr. Fritz
Hohagen, Leiter des ZIP und Direktor
der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatik
des UKSH.
besser. Niemand muss den Helden
spielen. Depressionen sind eine
Krankheit wie jede andere“, unterstreicht der Psychiater. Gut gemeinte
Tipps wie “Reiß‘ dich zusammen“
seien völlig fehl am Platz. „Es ist charakteristisch für depressive Patienten, dass sie zwar wollen, aber nicht
können.“
Menschen, die an einer Depression leiden, können sich nicht mehr
freuen, sie spüren im Grunde nichts.
Die Antriebskraft lässt stark nach,
die einfachsten Anforderungen
des Alltags werden zu scheinbar
unüberwindbaren Herausforderungen. Konzentration und Gedächtnis
können beeinträchtigt sein. Weitere
Symptome sind Schlafstörungen,
Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Schwere Depressionen können
zu Lebensüberdruss und bis zum
Suizid führen.
Eine Depression kann aus heiterem
Himmel auftreten oder durch konkrete Ereignisse ausgelöst werden.
Trauer, Dauerstreit, der Eintritt in
einen neuen Lebensabschnitt wie
z.B. die Rente oder der Auszug der
Kinder aus dem Elternhaus sind
klassische Lebenssituationen, in
denen Depressionen entstehen. Auch
eine genetische Disposition kann den
Ausbruch einer Depression begünstigen. Wenn ein Eltern- oder Geschwisterteil depressiv ist oder war,
besteht ein höheres Risiko, ebenfalls
an einer Depression zu erkranken.
Man unterscheidet zwischen rezidivierenden, also wiederkehrenden,
und chronischen Depressionen. Die
chronische Form betrifft häufiger
Menschen, die in früher Kindheit
z.B. durch Misshandlungen traumatisiert worden sind. Rund 50 Prozent
aller Patienten erleiden nur einmal
im Leben eine Depression.
„Depressionen sind eine sehr
ernstzunehmende Erkrankung, die
jeden von uns treffen kann. Sie sind
aber gut zu behandeln“, erklärt Prof.
Hohagen. Dauert eine depressive
Phase länger als zwei Wochen an,
sollte der Betroffene ärztliche Hilfe
in Anspruch nehmen. „Je früher eine
Depression behandelt wird, desto
Zur Therapie von Depressionen
werden Medikamente und psychotherapeutische Verfahren eingesetzt
– meistens in Kombination miteinander. Prof. Hohagen: „Wir verfügen
heute über eine Reihe von modernen
und gut verträglichen Antidepressiva. Entgegen weit verbreiteter
Vorurteile machen sie weder abhängig noch verändern sie die Persönlichkeit.“ Gegen Depressionen helfen
sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer oder duale Antidepressiva (Serotonin-NoradrenalinWiederaufnahmehemmer). Reichen
diese nicht aus, kann die Wirkung
der Medikamente durch Lithium
verstärkt werden. Die Indikation
für die Gabe von Medikamenten ist
immer abhängig von der Ausprägung
der Depression. Bei einer leichten
Depression reicht die Psychotherapie
oft schon aus. Ab einem bestimmten
Schweregrad und vor allem bei Suizidgefahr ist der Einsatz von Medikamenten allerdings unerlässlich.
Für die psychotherapeutische Behandlung von Depressionen eignet
sich z.B. die kognitive Verhaltenstherapie. „Dabei versuchen wir, die
verzerrten Gedankengänge der Patienten so zu korrigieren, dass sie die
Realität wieder erkennen können“,
29
Medizin und Wissenschaft
Verhalten bei anderen auslöst. In der
therapeutischen Beziehung wird
geübt, wie man sich adäquat begegnen und emotional mit anderen Menschen austauschen kann.
Prof. Dr. Fritz Hohagen
erläutert Prof. Hohagen. Die Patienten lernen außerdem, wieder aktiv
zu werden, ihren Tag zu strukturieren, angenehme Aktivitäten aufzunehmen, auch wenn sie vielleicht
zunächst keinen Spaß machen.
Eine neue Behandlungsmethode, die
sogenannte CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy), ist speziell auf chronisch
depressive Patienten zugeschnitten.
Sie verbindet tiefenpsychologische
mit verhaltenstherapeutischen
Elementen. Der Schwerpunkt liegt
auf der Gestaltung interpersoneller
Strategien. Die Patienten lernen zu
erkennen, welche Reaktionen ihr
Die Metakognitive Therapie, bei der
es nicht um die Inhalte des Denkens,
sondern um das Erkennen von Denkmustern geht, ist eine weitere Methode, mit der die Ärzte am UKSH
bestimmte Formen von Depressionen behandeln. „Sollten weder
Medikamente noch Psychotherapie
helfen, haben wir als Klinikum der
Maximalversorgung außerdem die
Möglichkeit, bei besonders schweren
Symptomen die Elektrokrampftherapie anzuwenden“, so Prof. Hohagen.
„Diese Methode wird in Deutschland zu Unrecht tabuisiert“, ist der
Psychiater überzeugt. „Sie kann sehr
hilfreich sein und hat wenig Nebenwirkungen.“ Der Patient wird dabei
in eine Kurznarkose versetzt und
bekommt ein Mittel zur Muskelentspannung. Dann wird auf der nicht
sprachdominanten Seite des Gehirns
eine kurze Reizstromdurchflutung
gesetzt. Die Prozedur dauert nur ein
paar Minuten und ist für den Patienten schmerzfrei. Nach 12 bis 15
Behandlungen geht es vielen Patienten deutlich besser. In der Regel
kommen depressive Patienten zur
ambulanten Behandlung ins UKSH.
Am 1. Oktober ist am Campus Lü-
beck eine speziell auf Depressionen
ausgerichtete Tagesklinik mit 14
Plätzen eröffnet worden. Auch am
Campus Kiel können Patienten in
der Tagesklink am Klaus-Groth-Weg
Hilfe finden. Führt eine ambulante
Therapie nicht zum Ziel, werden die
Patienten tagesklinisch oder stationär aufgenommen und intensiver
psychotherapeutisch behandelt. Bei
Suizidgefahr steht eine geschützte
Station zur Verfügung, auf der die Patienten engmaschig betreut werden.
In sehr schweren Fällen oder nach
Suizidversuchen gibt es ein intensives Hilfsprogramm auf der geschützten Station.
„Insgesamt sind die Therapieerfolge bei Depressionen sehr gut“,
betont Prof. Hohagen. Innovative
und maßgeschneiderte Therapien
für die unterschiedlichen Formen
und Ausprägungen der Depression
bedeuten einen großen Fortschritt.
„Unser Ziel ist es, die verschiedenen
Varianten der Depression in Zukunft
noch besser zu verstehen, um noch
zielgenauer arbeiten zu können.“
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
Zentrum für Integrative Psychiatrie
Campus Kiel Tel.: 0431 9900-26 81
Campus Lübeck Tel.: 0451 500-24 41
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Medizin und Wissenschaft
Der Herzschwäche
auf den Grund gehen
Mehr als eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer Schwächung des Herzmuskels.
Am UKSH werden täglich Herzinsuffizienz-Patienten nach neuesten Erkenntnissen behandelt.
Doch auch Grundlagenforschung findet hier statt. Das Ziel: Durch ein besseres Verständnis der
Erkrankung den Weg frei zu machen für neue Therapien und bessere Heilungschancen.
„Die symptomatische Herzinsuffizienz führt zu einer schlechteren
Überlebensrate als viele Krebserkrankungen“, sagt PD Dr. Derk
Frank. Der Oberarzt behandelt
täglich zahlreiche Herzpatienten
an der Klinik für Innere Medizin
III – Kardiologie und Angiologie
am Campus Kiel. „Obwohl die
Erkrankung der häufigste Grund
für Krankenhausaufenthalte in
Deutschland ist, sind die auf molekularer Ebene ablaufenden Krankheitsprozesse bis heute weitgehend unbekannt.“ Daher hat sich
Dr. Frank zum Ziel gesetzt, neben
der akuten Behandlung seiner
Patienten auch einen Beitrag zur
Grundlagenforschung auf diesem
Gebiet zu leisten.
„Es besteht ein großer Bedarf
an Verständnis darüber, was für
konservierte, d.h. generell gültige
Vorgänge bei einer derartigen Erkrankung im menschlichen Körper
ablaufen“, so der Wissenschaftler. Um dies näher zu ergründen,
erhält er mit seinem Team in den
kommenden drei Jahren für sein
Forschungsvorhaben zur Analyse
von Herzerkrankungen als Teil
eines vierköpfigen Konsortiums
mehr als eine halbe Million Euro
Dr. Derk Frank erforscht mit seinem Team die komplexen Zusammenhänge von Herzerkrankungen.
Fördergelder vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF). Zusammen mit drei weiteren Forschergruppen aus Tübingen und Ulm wollen die Wissenschaftler aus unterschiedlichen
Fachrichtungen Herzerkrankungen mit einer ganz neuen Herangehensweise erforschen. „Unser
Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge von Herzerkrankungen
systemorientiert auf molekularer
Ebene zu untersuchen. Dabei
betrachten wir Herzerkrankungen
in ihrer Gesamtheit, um daraus
Rückschlüsse auf die Ursachen
zu ziehen“, sagt Dr. Frank, Projektleiter in Kiel. Dieser Ansatz
der sogenannten Systemmedizin
verknüpft neueste Erkenntnisse
aus der medizinischen Grundlagenforschung mit Methoden aus
den Informationswissenschaften,
um damit Ausgangspunkte für die
Entwicklung innovativer Verfahren für Diagnostik, Therapie und
Prävention von Krankheiten zu
schaffen.
„Das Besondere an diesem Ansatz
31
Medizin und Wissenschaft
ist, dass wir die biomedizinischen
Grundlagen der Herzinsuffizienz
durch drei Arbeitsgruppen aus
drei verschiedenen Blickwinkeln
untersuchen. Die riesigen Datenmengen, die wir dabei gewinnen,
werden dann durch einen Bioinformatiker systematisch zusammengebracht und die erzielten Ergebnisse für die Gewinnung neuer
Erkenntnisse und schließlich auch
für die Behandlung von Patienten
nutzbar gemacht“, erläutert Dr.
Frank. So könnten beispielsweise
Ansatzpunkte für neue medikamentöse Therapien auf molekularer bzw. genetischer Ebene ausfin-
dig gemacht werden.
Das beantragte Projekt ist Teil des
Forschungs- und Förderkonzept
„e:Med: Auf dem Weg zur Systemmedizin“ des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung, das
die interdisziplinäre Zusammenarbeit und insbesondere auch
Nachwuchsgruppen fördert. „Die
Bewilligung des Forschungsvorhabens wird zum einen die
kardiovaskuläre Forschung in
Kiel weiter stärken, aber auch die
überregionale Vernetzung des
UKSH und der Universität Kiel
weiter verbessern“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Norbert Frey. Als
Standort des Deutschen Zentrums
für Herz-Kreislauf-Forschung
(DZHK) arbeiten Wissenschaftler
der Klinik für Innere Medizin III
mit dem Schwerpunkt Kardiologie und Angiologie bereits jetzt
auf nationaler und internationaler
Ebene mit vielen führenden Institutionen eng zusammen.
Maximilian Hermsen
Weitere Informationen:
Klinik für Innere Medizin III,
Campus Kiel
Tel.: 0431 597-1440
www.uksh.de/kardiologie-kiel
Prof. Rupp leitet Molekulare und Klinische Infektiologie
Prof. Dr. Jan Rupp hat am 1. Juni
2014 die Leitung der neu eingerichteten Sektion für Molekulare
und Klinische Infektiologie am
Campus Lübeck übernommen.
Die Sektion verbindet mikrobiologisch-infektiologische Grundlagenforschung mit der ambulanten
und stationären klinischen Versorgung von Patienten mit Infektionskrankheiten. Die Sektion ist integriert in Strukturen des Instituts
für Medizinische Mikrobiologie
und Hygiene und der Medizinischen Klinik III (Pneumologie) am
Campus Lübeck.
Durch die neue Sektion soll der
Forschungsschwerpunkt „Infektion und Entzündung“ an der
Universität zu Lübeck gestärkt und
die Versorgung von Patienten mit
Infektionskrankheiten am UKSH
ausgebaut werden. Angestrebt
werden die Bündelung und Weiterentwicklung von Forschungsaktivitäten mit starker Vernetzung
von Grundlagenforschung und
klinisch-infektiologischen Studien. Mit einer starken interdiszipli-
32
nären Ausrichtung ist die Sektion
dabei campusweiter Ansprechpartner für klinisch-infektiologische Fragestellungen und zugleich
zentraler Partner des Deutschen
Zentrums für Infektionsforschung
(DZIF). Zusammen mit den Standorten Hamburg und Borstel sollen
hieraus neue Forschungsverbünde
generiert und eine umfassende
Aus- und Weiterbildung von
klinischen Infektiologen gesichert
werden.
Prof. Dr. Jan Rupp absolvierte sein
Studium an den Universitäten
Gießen und Lübeck und ist seit
1999 am Campus Lübeck tätig. In
verschiedenen Funktionen arbeitete der 42-jährige Mediziner in
der Medizinischen Klinik II, im
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene und in
der Medizinischen Klinik III. Seit
2009 leitete er die Infektionsambulanz der Medizinischen Klinik
III. Prof. Rupp ist international
anerkannter Wissenschaftler auf
den Gebieten „Chlamydienbiologie“ und „Immunregulatorische
Prof. Dr. Jan Rupp
Mechanismen von Hypoxie“ und
hat in den letzten Jahren die DZIFClinical Trial Unit am Standort
Lübeck aufgebaut.
Weitere Informationen:
Sektion für Molekulare und Klinische
Infektiologie, Campus Lübeck
Prof. Dr. Jan Rupp
Tel.: 0451 500-44 09
Pflege
Zentrales Pflegecenter
bietet flexible Unterstützung
Wenn auf Stationen Pflegekräfte plötzlich ausfallen, kann es schnell zu Engpässen kommen.
Auch wenn unvorhergesehen pflegerischer Mehraufwand anfällt, muss jemand da sein, der
diese Aufgaben übernimmt. Das Zentrale Pflegecenter des UKSH kann in vielen Fällen Abhilfe
schaffen und bietet flexible und kompetente Unterstützung an.
Seit Ende 2011 gibt es das Zentrale
Pflegecenter (ZPC) am UKSH. Es
ersetzt die bis dahin bestehenden
Extrawachen-Büros und ist zuständig für die Gewährleistung der
pflegerischen Versorgungskontinuität auf den Stationen und in den
Funktionsbereichen in Kiel und
Lübeck. Ein Pool von 63 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht
dem ZPC in Lübeck zur Verfügung.
In Kiel kann das ZPC auf 88 Kräfte
zurückgreifen, um die Stationen zu
unterstützen. Für das ZPC arbeiten
examinierte Pflegekräfte, Rettungsassistenten und Medizinstudenten
ab dem dritten Semester.
„Außer den OP-Bereichen kann
sich jede Station, die personelle
Engpässe zu überbrücken hat, an
uns wenden. Wir versuchen dann
zu helfen und einen unserer Mitarbeiter einzusetzen, der für den
entsprechenden Dienst vorgesehen
ist bzw. einspringen kann“, erläutert
Christian Bauermeister. Gemeinsam mit Carsten Mücke und Anke
Kuchel betreut er den Campus Lübeck. Im ZPC Kiel arbeiten Ina Welk
und Gabriele Wollschläger.
Pflegekräfte, die im ZPC eingesetzt
werden, müssen bereit sein, min-
Per Fax erhalten Christian Bauermeister (li.) und Carsten Mücke die Anfragen der Stationen.
destens vier Stunden je Dienst zu
arbeiten. Bezüglich der Dienstzeitenvereinbarung brauchen sie einen
triftigen Grund dafür, dass sie nicht
in den ,,normalen“ Dienstzeiten
als Teilzeit- oder Vollzeitkraft am
UKSH beschäftigt sein können.
„Viele unserer Mitarbeiter sind
entweder Wiedereinsteiger oder
alleinerziehende Mütter mit kleinen
Kindern, für die aufgrund der begrenzten Öffnungszeiten von Kitas
nur zu ganz bestimmten Zeiten
arbeiten können“, sagt Christian
Bauermeister.
Alternativ bietet sich das ZPC auch
für neue Mitarbeiter zur Orientierung im Unternehmen an. Verschiedene Disziplinen können kennen
gelernt werden, bevor eine Entscheidung für einen bestimmten Einsatzbereich getroffen wird. Bereits im
Unternehmen beschäftigte Mitarbeiter nutzen gern den Einsatz, um
sich weiter zu qualifizieren und die
eigenen Kompetenzen zu erweitern .
Die Arbeitszeiten werden individuell ausgehandelt und sind dann für
das ZPC bindend. „Einmal pro Jahr
33
Nachrichten
überprüfen wir, ob die zeitlichen
Einschränkungen weiter bestehen oder die Lebenssituation sich
mittlerweile geändert hat“, erklärt
Carsten Mücke. „Gegebenenfalls
werden die Dienstzeiten dann neu
abgestimmt.“
Wer als Pflegekraft im ZPC arbeitet,
wird zunächst einige Monate in
einem festen Bereich eingesetzt, um
eine Einarbeitung zu gewährleisten
und die Infrastruktur kennenzulernen. Danach ist Flexibilität
gefragt: Jeder Mitarbeiter kann
entsprechend seiner Qualifikation
in verschiedenen Bereichen, die Unterstützung benötigen, eingesetzt
werden – manchmal auch nur für einen Tag. „Die Dienstpläne werden
acht Wochen im Voraus erstellt“,
sagt Christian Bauermeister. „Die
Mitarbeiter wissen dann, an welchem Tag und zu welcher Zeit sie
arbeiten, aber nicht wo.“
Bei rund 50 Prozent aller Anfragen
aus dem Klinikum können die Mitarbeiter des ZPC eine qualifizierte
Vertretung anbieten. „ Auch in Notfällen, wenn von heute auf morgen
jemand gebraucht wird, finden wir
oft eine Lösung“, so Carsten Mücke.
Wer Unterstützung braucht, kann
sich per Faxformular (Intranet) an
das ZPC wenden. Die Anfragen werden nach Dringlichkeit bearbeitet.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen
Sie erreichen das ZPC Mo - Fr. in der
Zeit von 8 - 16 Uhr unter:
Campus Kiel Tel.: 597-88 83/4, Fax:
-8826
Campus Lübeck Tel.: 500-44 82 /44 75,
Fax: -56 75
An den Wochenenden und Feiertagen
ist der ZPC Rufdienst von 9 - 18 Uhr
Tel. 0172 3286423 an beiden Campi zu
erreichen.
E-Mail : zpc@uksh.de
Masterstudiengang für Medizin und Zahnmedizin startet in Kiel
Zahnmediziner können ihre berufliche Qualifikation durch einen neuen Masterstudiengang verbessern.
Professoren der Medizinischen
Fakultät der Christian-AlbrechtsUniversität zu Kiel (CAU) haben
zusammen mit dem LeibnizInstitut für die Pädagogik der
Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der CAU und dem
Institut für Qualitätssicherung
an Schulen Schleswig-Holstein
(IQSH) einen neuen internationalen Masterstudiengang als
Weiterbildung für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer im
Bereich Zahnmedizin und Medizin entwickelt. Der akkreditierte
„International Master of Applied
Scientific Dental/Medical Edu-
34
cation and Research“ (iMasder)
wird in diesem Wintersemester
zum ersten Mal angeboten. „Mit
dem neuen Masterstudiengang
wollen wir vor allem die Qualität
in Forschung und Lehre auf dem
Gebiet der oralen Medizin stärken
und unsere didaktischen Ansätze
auch international vorstellen“, sagt
Professor Jörg Wiltfang, Direktor
der Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichtschirurgie am UKSH.
Zusammen mit Professor Christof Dörfer, Direktor der Klinik
für Zahnerhaltungskunde und
Parodontologie am UKSH, koordiniert er den Studiengang an der
Medizinischen Fakultät der CAU.
Ansprechen soll der berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang
den akademischen Nachwuchs
und insbesondere internationale
Teilnehmer. Dozenten vermitteln
den Studierenden in dem zweijährigen Studienprogramm unter
anderem Forschungsgrundlagen,
Wissen über den Auf bau einer
eigenen Forschungsgruppe, die
Ausgestaltung von Studien und
die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen. International
anerkannte Forschungsergebnisse,
insbesondere auch der Medizinischen Fakultät der CAU, bestimmen die Inhalte des Studiengangs.
Zusätzlich stehen Themen wie
Lehrmethodik, Qualitätsmanagement, Personalführung und Kommunikation auf dem Lehrplan.
Weitere Informationen:
Klinik für Mund-, Kiefer- und
Gesichts­chirurgie
Tel.: 0431 597-28 20
Klinik für Zahnerhaltungskunde und
Parodontologie
Tel.: 0431 597-27 81
Blickpunkt
Rubrik
Sucht ist
kein privates Problem
Sucht am Arbeitsplatz – ein Tabuthema. Und das, obwohl die Abhängigkeit von Alkohol,
Drogen oder Medikamenten nicht nur für den Betroffenen hoch problematisch ist. Sie kann
auch schwerwiegende Folgen für das Betriebsklima, die Arbeitsabläufe und das Unternehmen
insgesamt haben. Die Betriebliche Suchthilfe am UKSH bietet Unterstützung an.
suchen. Dabei sollte man allerdings
nicht mit den Worten ‚Ich glaube, Sie
sind suchtkrank‘ auf die Betroffenen
zugehen, sondern sie mit den eigenen Beobachtungen konfrontieren.
Man kann z.B. sagen: Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit öfter
Fehler machen“, erläutert Fünning.
Gelingt das nicht, kann sich jeder,
der bei Kollegen ein Suchtproblem
wahrnimmt oder vermutet, direkt
an die Suchthelfer wenden. Das gilt
auch für die Betroffenen selbst.
Suchtkrankenhelfer Thomas Fünning
Suchtkranke fallen am Arbeitsplatz
durch häufigere Fehlzeiten, häufigere Arbeitsunfälle und verminderte
Konzentrations- und Leistungsfähigkeit auf. Das verursacht Störungen im Betriebsablauf und erhebliche Kosten für das Unternehmen.
Sucht ist also kein privates Problem.
Trotzdem schauen Vorgesetzte und
Kollegen oft viel zu lange weg, weil
sie sich scheuen, einen auffälligen
Mitarbeiter anzusprechen. „Das ist
genau der falsche Weg“, sagt Thomas
Fünning, einer von sieben nebenamtlichen Suchtkrankenhelfern und
-helferinnen im UKSH. „Besser ist
es, das Gespräch möglichst früh zu
Zu den Auslösern einer Suchtkrankheit gehören familiäre Probleme,
belastende Lebens- oder Arbeitssituationen oder großer Leistungsdruck.
„Gerade in einem Krankenhaus sind
die Beschäftigten erheblichen Belastungen ausgesetzt“, betont Thomas
Fünning. „Wer dann versucht, die
Spannungen zwischen den Anforderungen der Umwelt und den
Anforderungen an sich selbst durch
Alkohol oder andere Drogen auszugleichen, kann in eine Abhängigkeit
abgleiten.“
Die Mitarbeiter der Suchthilfe
unterliegen der Schweigepflicht.
Ihre Aufgabe ist es, Gespräche mit
Betroffenen, Vorgesetzten und
Kollegen zu führen. Die Suchtkran-
kenhelfer vermitteln außerdem
Kontakte zu Fachberatungsstellen,
Selbsthilfegruppen, klinischen
Suchteinrichtungen und weiteren
professionellen Hilfen. Auch Prävention ist ein wichtiges Thema: Die
Suchthilfe bietet Fortbildungs- und
Informationsveranstaltungen an. Sie
ist Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. „Die Gesundheit
und das Wohlbefinden der Beschäftigten sind dem UKSH wichtig“, sagt
Gesundheitsmanagerin Julia Wollmer. „Und dabei geht es nicht nur um
die physische, sondern auch um die
psychische Gesundheit.“
Wenn sich der Verdacht auf ein
Suchtproblem bestätigt, gibt es am
UKSH eine Dienstvereinbarung,
nach der Schritt für Schritt vorgegangen wird. Klaus Gripp, Referent
für Arbeits- und Personalrecht im
Dezernat Personal, ist für die Koordination der betrieblichen Suchthilfe verantwortlich. Er sagt: „Die
Vereinbarung sieht fünf Stufen vor.
In einem ersten Gespräch wird der
Mitarbeiter mit den Auffälligkeiten konfrontiert. Es wird deutlich
gemacht, dass diese im Zusammenhang mit Suchtmittelmissbrauch
gesehen werden. Er wird aufgefordert, sein Verhalten zu ändern und
35
Nachrichten
auf innerbetriebliche Hilfsangebote
hingewiesen.“
Dieses erste Gespräch bleibt ohne
arbeits- bzw. dienstrechtliche
Konsequenzen. Kommt es zu
weiteren Auffälligkeiten, wird der
Mitarbeiter ultimativ angewiesen,
Therapiemaßnahmen aufzunehmen. „Die Interventionskette reicht
dann bis zur Wiedereingliederung
nach erfolgreich abgeschlossener
Therapie. Wenn der Betroffene sich
konsequent verweigert, kann aber
auch eine Kündigung ausgesprochen
werden“, so Klaus Gripp. 90 Prozent
aller Fälle, mit denen die Betriebliche Suchthilfe befasst ist, nehmen
einen positiven Verlauf. „Wir haben
festgestellt, dass die Betroffenen oft
sogar erleichtert sind, dass sie sich
ihrer Sucht endlich stellen und Hilfe
Ein Schlafsack für jedes Neugeborene
annehmen können“, meint Thomas
Fünning. Die UKSH Akademie
bietet für Vorgesetzte aller Berufsgruppen ein Seminar zum Thema
„Suchtprobleme am Arbeitsplatz –
eine Führungsaufgabe“ an.
Marlis Müller-Frommeyer
Weitere Informationen:
UKSH Intranet: „Suchthilfe“
Mitarbeiterlotse
jetzt online
Das UKSH hat jetzt auf der Startseite im Intranet eine Online-Broschüre für neue Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter des UKSH und der
Tochtergesellschaften veröffentlicht. Auch alle anderen Mitarbeiter finden in dem neuen Lotsen viel
Nützliches und Wissenswertes.
Bei der Spendenübergabe (v.li.): Steffen A. Wichmann (Wichmann & Friends GmbH, Hamburg), Dr. Maike
Manz (UKSH, Oberärztin, Leitung der Geburtshilfe), Prof. Dr. Achim Rody (UKSH, Direktor der Klinik für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe), Alicia und Steffen Stoltz mit Emilio, Margret Matthies (Vorstandsmitglied der Kroschke Kinderstiftung), Titus Jochen Heldt (Vorstandsmitglied der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck), Prof. Dr. Egbert Herting (UKSH, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin)
Für jedes Kind, das in der Klinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Campus Lübeck zur Welt
kommt, wird das UKSH künftig
kostenlos einen Babyschlafsack
anbieten, den die Familien mit
nach Hause nehmen können. Die
Babyschlafsäcke „Travedeern und
Travejung“ sorgen für einen sicheren Babyschlaf und sind damit eine
wichtige Präventionsmaßnahme. Möglich wird dies durch die
finanzielle Unterstützung der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung
zu Lübeck (3.000 Euro) und der
Kroschke Kinderstiftung (1.950
Euro). „Wir sind sehr dankbar,
36
dass die Stiftungen dieses Projekt
so großzügig unterstützen. Sie tragen damit unmittelbar zur Sicherheit der neugeborenen Kinder bei“,
sagt Prof. Dr. Achim Rody, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe.
Nach jeder Geburt informiert
die Frauenklinik die Eltern ausführlich über Maßnahmen zum
sicheren Babyschlaf. Ein Schlafsack verhindert im Gegensatz zur
Daunendecke, dass der Säugling
sich überwärmt oder gar unter die
Bettdecke gerät.
Rund 150 Stichwörter geben
eine erste Orientierung rund um
den neuen Arbeitsplatz und das
UKSH. Allgemeine Themen wie
Dienstausweis und Parkmöglichkeiten werden ebenso behandelt
wie speziellere Inhalte, die sich
eher an die neuen Kolleginnen und
Kollegen auf den Stationen richten.
Die Navigation erfolgt über das Inhaltsverzeichnis. In den Beiträgen
wird zu weiterführenden Informationen im Intranet verlinkt. Der
Lotse kann auch von außerhalb
des UKSH-Netzwerks genutzt
werden, z.B. von zu Hause aus oder
über ein mobiles Endgerät. Der
Zugriff auf den Lotsen erfolgt dann
über den eigenen ZAD-Zugang.
Blickpunkt
Zahlen
stehen nicht nur für sich
Insgesamt 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind – verteilt auf die beiden UKSH-Standorte
Kiel und Lübeck – im Dezernat Finanzen und Rechnungswesen beschäftigt. Von der Hauptbuchhaltung über die Anlagenbuchhaltung bis hin zur Drittmittelbewirtschaftung organisieren
und steuern sie die externen finanziellen Angelegenheiten des UKSH.
werden von den Finanzbehörden
zunehmend zu Umsatz- und Ertragsteuern herangezogen“, bemerkt
der Dezernatsleiter. Das Dezernat
ist in sechs Bereiche gegliedert. Der
Bereich Hauptbuchhaltung/Kasse
(Leitung Sonja Reuter) befasst sich
mit den Grundsatzangelegenheiten
des Rechnungswesens, den Jahresabschlüssen, Abschlussprüfungen und
der Inventur des Vorrätevermögens.
Er betreibt die Zentralkassen in Kiel
und Lübeck und rechnet mit nichtmedizinischen Dienstleistern ab.
Dr. Martin Köhler leitet das Dezernat Finanzen und Rechnungswesen
„Zu unseren Hauptaufgaben gehören die Gewährleistung eines
ordnungsgemäßen und zeitnahen
Rechnungswesens und das Erstellen von Jahresabschlüssen für das
UKSH, seine zehn Tochtergesellschaften und den UKSH-Konzern“,
sagt Dr. Martin Köhler, der das
Dezernat seit 2003 leitet und zuvor
bereits am Campus Kiel als Finanzdezernent gearbeitet hat. Auch die
Erstellung von Jahresprognosen,
die Erfolgsplankontrolle und die
Sicherstellung der Ergebnisse fallen
in den vielfältigen und umfassenden
Aufgabenbereich des Dezernats.
Forderungsmanagement, Liquiditätsplanung sowie die steuerlichen
Angelegenheiten des Unternehmens
sind weitere Arbeitsgebiete.„Ein
Klinikum muss heute wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt werden
– auch, wenn es wie das UKSH in
öffentlicher Hand ist“, erläutert Dr.
Martin Köhler. Dementsprechend
haben sich die Aufgaben und Prozesse innerhalb des Dezernats in
den vergangenen Jahren verändert.
„Wir haben heute z.B. viel mehr mit
Steuern zu tun, denn Krankenhäuser
Der Bereich Berichtswesen/Steuern/Konzernrechnungswesen
(Leitung Karen Niemann) erstellt u.a.
die Jahresprognosen, die Quartalsberichte für den Aufsichtsrat und die
Jahresabschlüsse für die Konzerngesellschaften. Außerdem achten die
Mitarbeiter darauf, dass die Konzernrichtlinien eingehalten werden,
u. a. damit innerhalb des Konzerns
ein einheitliches Berichtswesen
garantiert ist. Weiterhin wird auf die
richtige Versteuerung der Umsätze
und der sonstigen steuerlichen Vorschriften geachtet. Zentrale Aufgabe
der Debitorenbuchhaltung/Liquiditätsplanung (Leitung Diana Kiewitt)
ist die Erfassung der Zahlungseingänge von Selbstzahlern (Patienten)
37
Blickpunkt
und Kostenträgern (Krankenkassen). Auch für das Mahnwesen, die
Vorbereitung von Kreditaufnahmen
und alle Banktätigkeiten ist man hier
zuständig. Pro Jahr erhält das UKSH
mehr als 220.000 Rechnungen.
Jede einzelne davon kommt in der
Kreditorenbuchhaltung (Leitung
Rainer Fritz) an, wird hier zunächst
gescannt und dann von den zuständigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen erfasst. Sie bearbeiten die
Rechnungen für alle Bereiche des
UKSH, für die Tochtergesellschaften, für den Drittmittelbereich,
die Apotheke u.v.m. Zweimal pro
Woche werden die Zahlungen angewiesen.
Auf mehr als 60 Prozent der Bilanzsumme beläuft sich zurzeit das
Anlagevermögen des UKSH. Die
Anlagenbuchhaltung (Leitung Axel
Wuttke) erfasst Zugänge, Abgänge
und Umbuchungen und bildet das
Anlagevermögen jährlich für die
Abschlussprüfungen ab. In bestimmten Zeitintervallen über einen
Zeitraum von fünf Jahren müssen
zudem in allen Bereichen des Klinikums Inventuren aller Anlagen des
UKSH organisiert und durchgeführt
werden. Die wachsenden Drittmittelerträge des UKSH werden im
Bereich Drittmittelbewirtschaftung
(Leitung Thomas Meyer) organisiert
und gesteuert. Drittmittel sind Spenden sowie Auftrags- und Grundlagenforschung. Drittmittelgeber
können Unternehmen, Stiftungen,
Forschungseinrichtungen des Bundes und der EU oder Privatpersonen
sein. Auch die Forschungsmittel des
Landes werden in diesem Bereich
betreut. „Unsere Arbeit dreht sich in
erster Linie um Zahlen und Fakten.
Trotzdem ist sie vielschichtig und
abwechslungsreich“, betont Dr.
Martin Köhler. „Wir kommunizieren
sehr viel nach innen und außen, um
unsere Aufgaben adäquat erfüllen
zu können.“ Ansprechpartner sind
neben dem Aufsichtsrat als Vertreter
des UKSH-Eigentümers der Vorstand, das Wissenschafts- und das
Finanzministerium, die beiden Universitäten, der Medizinausschuss,
der Landesrechnungshof und andere.
„Zahlen stehen nicht nur für sich. Sie
müssen interpretiert und bewertet
werden“, so der Leiter des Dezernats.
„Wir müssen Risiken erkennen und
einschätzen, schließlich ist es unsere
Aufgabe, den Vorstand bei der Erzielung der zuvor geplanten Ergebnisse
zu unterstützen.“ Viele Gesprächsrunden sind notwendig, um die
finanziellen Geschicke des UKSH
klug und weitsichtig zu lenken.
301915/3345_88x131_Theodor_Layout 1 26.08.14 14:25 Seite 1
Norddeutsches
Reha Beratungszentrum
Hamburg
Das Norddeutsche Reha-Beratungszentrum Hamburg ist
eine Außenstelle des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerks (TSBW) in Husum und gehört zur Abteilung
„Berufliche Eingliederung“.
Das Norddeutsche Reha-Beratungszentrum Hamburg
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38
Nachrichten
UKSH setzt auf zukunftsweisende Elektromobilität
Das UKSH freut sich über vier BMW
i3. Die neuen Elektroautos von
BMW stehen für Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit – Werte,
denen sich das UKSH verpflichtet
fühlt. Vorstandsvorsitzender Prof.
Dr. Jens Scholz und Peter Pansegrau,
Kaufmännischer Vorstand , nahmen von Prof. Dr. Wolfgang Methe,
geschäftsführender Gesellschafter
Autohaus Hansa Nord, die ersten
vier BMW i3 entgegen. Damit ist
das UKSH eines der ersten öffentlichen Unternehmen in SchleswigHolstein, das auf zukunftsweisende
Elektromobilität setzt.
Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH nahm die Fahrzeuge entgegen.
15 Jahre Ronald McDonald Haus am Campus Lübeck
Hausleiterin Kathrin Kahlcke-Beall in einem der neugestalteten Apartements
Mehr als 4.200 Familien hat das
Ronald McDonald Haus Lübeck
seit seiner Eröffnung im Jahr
1999 ein „Zuhause auf Zeit“
gegeben. Rechtzeitig zum Jubiläum erstrahlt das Haus nun in
neuem Glanz. Alle 12 Apartments
wurden renoviert und mit neuen
Möbeln ausgestattet. Helle Farben und Hölzer sorgen für eine
freundliche Atmosphäre. „Wir
freuen uns, den Familien mit den
neu gestalteten Räumen einen
angenehmen Rückzugsort in einer
für sie schweren Zeit bieten zu
können“, sagt Hausleiterin Kathrin Kahlcke-Beall. Im Ronald
McDonald Haus können Eltern
wohnen, während ihre schwer
kranken Kinder in der Klinik für
Kinder- und Jugendmedizin des
UKSH behandelt werden. Auch
für Geschwisterkinder ist Platz.
Aufenthaltsräume und eine große
Küche, in der sich die Eltern selbst
versorgen, bieten Gelegenheit zum
Kennenlernen und zum Austausch
untereinander. „Vielen Eltern tut
es gut, mit anderen zu kommunizieren, die die gleichen Sorgen
haben wie sie selbst“, so Kathrin
Kahlcke-Beall. „Das Zusammenleben funktioniert hier wie eine
Wohngemeinschaft auf Zeit. In
unserem Haus sind schon Freundschaften entstanden“, freut sich
die Leiterin. Das Lübecker Haus ist
eines von 19 Häusern der McDonalds Kinderhilfe in ganz Deutschland. Die Familien, die hier aufgenommen werden, kommen aus
Schleswig-Holstein, MecklenburgVorpommern, aber auch aus dem
übrigen Bundesgebiet und dem
Ausland. Die Aufenthaltsdauer
reicht von einigen Tagen bis hin zu
mehreren Monaten. Der Tagessatz
für die Unterbringung in einem
der Apartments beträgt 20 Euro
und wird in der Regel von den
Krankenkassen übernommen. Die
Auswahl der Familien liegt in den
Händen der Verantwortlichen in
der Kinderklinik. Drei hauptamtliche Mitarbeiterinnen und 43 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass sich
die Familien im Lübecker Haus gut
aufgehoben fühlen.
Weitere Informationen:
www.mcdonalds-kinderhilfe.org
39
Nachrichten
Blickpunkt
Strategie 2015
Ein „Codex“ für das UKSH
Im Herbst 2011 entstand gemeinsam mit den Universitäten in Kiel und Lübeck in einem interdisziplinären Prozess die UKSH Strategie 2015. Damit stellt sich das UKSH für die Zukunft auf.
Seitdem arbeiten viele engagierte Mitarbeiter gemeinsam daran, die strategischen Ziele in
acht Projekten zu verwirklichen. UKSH forum berichtet aus den Projektgruppen.
In diesem Heft richten wir den
Blick auf das Strategieprojekt „Wir
kommunizieren klar, ehrlich und
verantwortlich“. Das Projektteam
möchte die Frage beantworten,
wie die Kommunikation am
UKSH verbessert werden kann.
Schwerpunkt sind der Auf bau
eines Kommunikationskonzeptes sowie die Formulierung eines
Selbstverständnisses, eines „Codex UKSH“.
Unternehmensleitbilder sollen
die Werte eines Unternehmens
ausdrücken. Oft werden dabei
Botschaften formuliert, die kaum
jemand verinnerlicht. Das UKSH
möchte deshalb einen anderen
Weg gehen und ein Selbstverständnis entwickeln, in dem die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
selbst zu Wort kommen.
Das UKSH steht für medizinische
Qualität und gesellschaftliche Verantwortung. Als größtes Gesundheitsunternehmen im Norden ist
es für die Versorgung von jährlich
rund 400.000 Patientinnen und
Patienten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen verantwortlich. Die Mitarbeiter setzen sich jeden Tag engagiert für die
40
Gesundheit und das Wohlbefinden der Patienten ein. Doch welche
gemeinsamen Werte und Normen
vertreten die Mitarbeiter? Gibt es
ein gemeinsames Selbstverständnis, einen „Codex UKSH“?
Im Rahmen der Strategie 2015
des UKSH haben die Mitglieder
des Strategieprojekts „Wir kommunizieren klar, ehrlich und
verantwortlich“ sieben Kernthemen identifiziert, nach denen die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des UKSH und der Tochtergesellschaften ihr Handeln ausrichten.
Themen wie „Unsere Patientinnen
und Patienten“, „Unsere Mitarbeiter und Führungskräfte“, „Unsere
Forschung und Lehre“ und „Unsere Verantwortung für die Gesellschaft“ zeigen auf, für welche
Werte das UKSH steht und welche
Bedeutung es für die Beschäftigten
und Patienten hat. Sie beschreiben
aber auch die Verantwortung, die
das UKSH für die Gesellschaft
übernimmt.
Diese Kernthemen wurden zu
einem „Codex UKSH“ zusammengefasst. Dieser Codex beschreibt
das Selbstverständnis und dient
den Menschen, die am UKSH
arbeiten oder mit ihm verbunden
sind, als Leitbild der Orientierung.
Ergänzt wird der Codex durch
eine Sammlung von Aussagen von
Mitarbeitern aus den verschiedenen Bereichen des UKSH und der
Tochtergesellschaften. Mitarbeiter
reflektieren als Paten für einzelne
Kernthemen deren Inhalte mit
ihrem eigenen Handeln und ihren
Erwartungen. Sie beschreiben
ihre Arbeit und ihre Sicht auf das
UKSH. Auf diese Weise geben sie
dem „Codex UKSH“ ein Gesicht.
Und es entsteht eine Wechselwirkung zwischen den eher theoretischen Kernthemen und den
tatsächlichen ganz praktischen
Erfahrungen und gelebten Werten
der Mitarbeiter. Vervollständigt
wird das Bild durch das Einbeziehen externer Bezugsgruppen.
Dazu werden zeitnah Gespräche
mit deren Vertretern stattfinden.
Als Plattform für die Veröffentlichung dient das Intranet des
UKSH. Unter „Codex UKSH“
finden sich die ausformulierten
Kernthemen und die bisherigen
Statements der Themenpaten, von
denen hier einige Beispiele schon
zu lesen sind.
Blickpunkt
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
sind eingeladen, ihre Erfahrungen
in den „Codex UKSH“ mit einzubringen und ihn aus ihrem ganz
persönlichen Blickwinkel auf das
UKSH weiter mit Leben zu füllen.
Die Beiträge werden in einem persönlichen Gespräch dokumentiert.
Kontaktaufnahme per E-Mail an:
gunnar.seckels@uksh.de
Dr. Christian Elsner
Geschäftsführender Direktor, Campuszentrum Lübeck:
„Ein wesentlicher Faktor für eine
erfolgreiche Zukunft des UKSH
besteht für mich in der gezielten
und intelligenten Vernetzung mit
unseren Partnern in der Region. (…)
Die enge Integration mit anderen
Kliniken, niedergelassenen Ärzten,
Krankenkassen und weiteren Institutionen des Gesundheitswesens
hilft beiden Seiten, Wissen zu generieren und den Patienten effizienter –
d.h. besser – zu behandeln. Ein gutes
Beispiel ist die enge Kooperation mit
dem Marienkrankenhaus in Lübeck,
wo Ärzte des UKSH regelmäßig in
sehr „schlank“ organisierten OPSälen Eingriffe durchführen. Für den
Patienten bedeutet dies Universitätsmedizin auf höchstem Niveau und
in sehr persönlicher Umgebung des
Krankenhauses „um die Ecke“. Nur
durch diese sinnhafte Vernetzung
können wir es schaffen, hochwertige
universitäre Medizin mit wirtschaftlicher Medizin zu verbinden. (…)“
Raika Dieckmann
Pflegerische Teamleitung, Station 6,
Klinik für Innere Med. I, Campus Kiel:
„Seit 23 Jahren arbeite ich schon
auf der Station 6, davon viele Jahre
als Stationsleitung. Ich identifiziere
mich mit der Station. Was ich hier
besonders schön finde, ist, dass man
Mitspracherecht hat. In den vergangenen Jahren gab es bei uns einige
Umbauphasen. Dabei wurden wir
als Pflegeteam mit einbezogen. Wir
durften zum Beispiel Mobiliar oder
Wandfarben aussuchen. Die Arbeit
mit dem tollen Team, das wir haben,
macht viel Spaß. Wir sind im Laufe
der Jahre zusammengewachsen, auch
wenn natürlich immer mal wieder
Kollegen gehen und neue dazukommen. Es gibt einen festen Kern von
Kollegen, die schon viele Jahre hier
sind. Wir geben unsere Erfahrungen
an jüngere Kollegen weiter. (…)“
Prof. Dr. Jörg Barkhausen
Direktor der Klinik für Radiologie und
Nuklearmedizin, Campus Lübeck:
„Das Wichtigste sind für mich die
Patienten. Es klingt vielleicht etwas
ungewöhnlich, wenn das ein Radiologe sagt, der in den Augen vieler
Menschen gar nicht direkt in die Patientenversorgung eingebunden ist.
Aber dazu muss man wissen, dass
wir pro Tag etwa 300 bis 350 Patienten in der Radiologie sehen oder auf
den Stationen untersuchen. Damit
haben wir mehr direkte Patientenkontakte als jede andere Abteilung in
diesem Klinikum und die Ergebnisse
unserer Untersuchungen steuern
die weitere Behandlung. (…) Auch
unsere technische Ausrüstung bei
den Röntgen-, CT- und MRT Geräten ist supermodern. Damit sind
wir absolut konkurrenzfähig. (…)
Wir bieten das gesamte Spektrum
der Radiologie auf einem top level
an und brauchen keinen Vergleich zu
scheuen.“
Anja Vollack
Kaufmännische Geschäftsführerin
der UKSH Akademie:
„Ich bin seit 1998 hier und kenne
das UKSH aus verschiedenen Blickwinkeln. (…) Das UKSH ist ein
Unternehmen, an dem man fachlich und persönlich wachsen kann.
Das gefällt mir. (…) Das UKSH ist
unglaublich komplex und dadurch
herausfordernd, auch auf menschlicher Ebene. Das liegt sicher daran,
dass in einem Krankenhaus so viele
verschiedene Berufsgruppen arbeiten und miteinander klar kommen
müssen. Am besten klappt die Zusammenarbeit im direkten Kontakt
der Mitarbeiter untereinander. Da
spürt man eine große Bereitschaft,
sich für das Unternehmen zu engagieren. Ganz große Bedeutung hat
für mich natürlich das Thema Ausund Weiterbildung. In den vergangenen Jahren hat sich in diesem
Bereich viel getan am UKSH. (…)“
41
Nachrichten
Die Universität zu Lübeck wird 50: Feiern Sie mit!
Mit Festveranstaltungen, vielfältigen Angeboten und
einer Gala feiert die Universität zu Lübeck Anfang
November ihr 50-jähriges Bestehen. Für alle, die sich
der Universität verbunden fühlen, heißt es: Seien Sie
dabei und feiern Sie mit! Musik, Theater, akademischer Festakt, öffentliche Vorträge, Preisverleihungen,
Ehemaligentreffen, eine Ausstellung, eine deutschlandweite Konferenz der Hochschulrektoren und als
Höhepunkt und Abschluss eine Ballnacht für alle – das
ist das Programm der Jubiläumswoche vom 3. – 8.11.
2014. Am 3.11. findet z. B. die Uraufführung eines Theaterstücks statt, das die Festwoche hindurch täglich bis
einschließlich Freitag auf dem Programm des Theaters
Combinale steht: „Das Theater der infamen Menschen“.
Der Lübecker Neurologe Prof. Dr. Alexander Münchau,
Leiter des Zentrums für Seltene Erkrankungen, bringt
zusammen mit Theatermacherin Sigrid Dettlof eine Inszenierung über das Tourette-Syndrom auf die Bühne.
Eine Festschrift zum Universitätsjubiläum erscheint
pünktlich zur Festwoche. Alle Informationen zu den
Veranstaltungen und Aktivitäten des Jahres, aber auch
die zum Jubiläum eingegangenen Erinnerungen und
Grüße von Ehemaligen sind auf
www.uni-luebeck.de/50jahre zu finden.
0
5
Galanacht
zum 50-jährigen Jubiläum der Universität
Sonnabend, 8. November 2014
Musik- und Kongresshalle Lübeck
Festliche Atmosphäre mit Blick auf die Altstadt
Zauberhafte Momente mit Magier Nicolai Friedrich
Mitreißende Tanzmusik von ›MAX AND FRIENDS‹
und vieles mehr
Beginn 19.30 Uhr
Einlass ab 18.30 Uhr
Eintritt 70,- Euro, Studierende 40,- Euro
inkl. Büfett, zzgl. Vorverkaufsgebühren
Vorverkauf im Pressehaus der Lübecker Nachrichten
und bei Tipps & tickets in der MuK
Tradition und Innovation: UKSH Akademie feiert Jubiläum
Unter dem Motto „Tradition und Innovation“ begeht die
UKSH Akademie im November 2014 ihr 10-jähriges Bestehen. Gleichzeitig werden 40 Jahre Fachweiterbildung
Intensivpflege und Anästhesie sowie 50 Jahre MTRASchule gefeiert. „Mit unseren Jubiläen blicken wir auf
bewegte Zeiten in der Aus-, Fort- und Weiterbildung im
Gesundheitswesen zurück. Wie das Gesundheitswesen
insgesamt sind auch die dort tätigen Berufe einem ständigen Wandel unterzogen, den wir mit Freude und aus
Überzeugung seit vielen Jahren mitgestalten und begleiten“, sagt Anja Vollack, Kaufmännische Geschäftsführerin der Akademie.
Anlässlich des Jubiläums lädt die Akademie interessierte
Bürgerinnen und Bürger am 14. November zu einer Festveranstaltung in das Kieler Schloss ein. Dabei soll der Bogen zwischen Gestern, Heute und Morgen gespannt werden – mit einem Angebot, das sich an Fachkräfte wie auch
an zukünftige und heutige Auszubildende richtet. Die
Besucher erwarten Fachvorträge zu den Themen „Interdisziplinäre Notfallversorgung“ und „Fachweiterbildung
Intensivpflege und Anästhesie“. Parallel präsentieren sich
die Ausbildungen mit einem Schülerkongress, zu dem
Kieler Schulklassen eingeladen sind. In einer Ausstellung
42
Sitz der UKSH Akademie: Kieler Schloss
wird auf 50 Jahre Ausbildung im Bereich MedizinischTechnische Assistenz Radiologie zurückgeblickt. In einer
Feierstunde wird Prof. Dr. Uwe Hameyer von der CAU
sprechen. Danach ist Gelegenheit zum Austausch von
Erinnerungen und neuen Ideen.
Weitere Informationen: Tel.: 0431 597-52 72
Bi uns to Huus
Nachrichten
350 Jahre
Kieler Universität
2015 feiert die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ihr 350-jähriges Bestehen. Ihr
Festjahr will die Landesuniversität zusammen mit allen Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt
und Land begehen. Mitmachen, Miterleben und Unterstützen heißt es aber schon jetzt: Persönliche Geschichten werden gesucht, Pläne geschmiedet und Partnerschaften geschlossen.
350 Tage vor Beginn des 350.
Jubiläumsjahres startete die Kieler
Universität einen Countdown:
Am Neujahrstag 2015 wird die
erste Geschichte aus der Aktion
„350+ Zeichen“ enthüllt. Bis
dahin sind alle Menschen, die sich
der CAU verbunden fühlen, dazu
aufgerufen, mit ihren Erzählungen
die Geschichte ihrer Alma Mater
zu schrei­ben. Mit jedem Beitrag
setzen die Teilnehmenden ein
Zeichen für die CAU und bilden
den ideellen Rahmen für die Jubiläumsfeierlichkeiten. An jedem
Festtag wird eine neue Geschichte
erzählt.
Wenn im Januar 2015 die Universitätswoche mit Jubiläumsball,
Konzerten und einer Jubiläumsmesse auf das Festjahr einstimmt,
werden jahrelange Vorbereitungen Wirklichkeit: Ministerpräsident Torsten Albig ist Schirmherr
und der Kieler Oberbürgermeister
Dr. Ulf Kämpfer Botschafter des
Jubiläums; Partnerschaften mit
dem Theater Kiel, mit der Wirtschaft oder mit dem Studentenwerk wurden vertieft; am KielLauf und am Drachenbootrennen
nahmen CAU-Mannschaften
teil. „Mit all diesen Aktionen
und Partnerschaften wollen wir
für Unterstützung werben und
Gemeinschaftsgeist wecken. Denn
ein Jubiläum lebt von den vielen
Menschen an der Universität und
im Land, die diese besondere Institution tagtäglich mit Ideen und
Leben füllen“, betont Projektleiter
Dr. Boris Pawlowski. So seien viele
Jubiläumsbeiträge in den UniEinrichtungen und im Gespräch
mit Partnerinnen und Partnern
gereift, die den Terminkalender im
Festjahr beachtlich füllen werden: „Die Universitätswoche zum
Auftakt, ein Campusfest im Sommer, Tagungen, Ausstellungen,
Sport- oder Vortragsveranstaltungen werden zeigen, wie vielfältig
die CAU ist und wichtig sie für
Kiel und das Land ist“, kündigt
Pawlowski an.
Als eine der vier Gründungsfakultäten der CAU feiert auch die Medizinische Fakultät ihr 350-jähriges Bestehen. In einer Ausstellung
wollen Fakultätsmitglieder zeigen,
welche bedeutenden Beiträge für
die Medizin von Kieler Ärzten und
Wissenschaftlern stammen. „Die
wenigsten wissen zum Beispiel,
dass das Dreieckstuch, das in
jedem Verbandkasten liegt, von
dem Kieler Mediziner Esmarch
stammt“, sagt Professor Michael Illert, Koordinator der Ausstellung.
Bei einem „Spaziergang durch 350
Jahre Universitätsmedizin in Kiel“
in der Medizin- und Pharmaziehistorischen Sammlung können
auch Bürgerinnen und Bürgern
erfahren, wie sich die Kliniken
der Fakultät in den 350 Jahren aus
der Stadt heraus entwickelt haben.
„Wir wollen zeigen, wie eng die
Medizinische Fakultät mit dem
Kieler Stadtbild verflochten ist.“
Claudia Eulitz
Weitere Informationen
www.uni-kiel.de/cau350
www.uni-kiel.de/mitmachen
43
Gutes tun!
Herzlich willkommen –
neue Mitglieder im Förderverein
Dr. Ralf Gieseke
Geschäftsführer der Gesellschaft für IT
UKSH am Campus Lübeck
Mitglied als Privatperson
Star macht Kinderkrebsstation des UKSH mobil
Rosita und Ingo Weiß
Mitglied als Privatperson
Martin Fischer
Mitglied als Privatperson
Peter Tischer
Mitglied als Privatperson
Gerd-Wilhelm Schön
Mitglied als Privatperson
ORLEN Deutschland Geschäftsführer und Pressesprecher Wieslaw Milkiewicz und THW-Patenspieler
Patrick Wiencek mit Patient Gerrit Lietz, Physiotherapeutin Anne Dütschke, PD Dr. Gunnar Cario und Prof.
Dr. med. Martin Schrappe
1. Trödeln für den guten Zweck
2. ALS Ice Bucket Challenge
180 Schüler der Gorch-Fock-Grundschule und
der Lilli-Nielsen-Schule spenden den Erlös ihres
Schülerflohmarktes der Klinik
für Neuropädiatrie am UKSH,
Campus Kiel.
Den Schwung, den diese
Challenge weltweit erreicht,
nutzen wir für die ALSTherapie und Forschung in
Schleswig-Holstein.
755,55 Euro
zugunsten der Klinik
für Neuropädiatrie
Spendenschlüssel: ALS - FW21017,
FW22013 zugunsten der NeurologieTherapie und Forschung am UKSH
Welche Idee haben Sie?
3. Alpen-Lauf-Hohwacht
Gemeinsames Engagement für unser
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein.
208 Alpen-Läufer starteten beim 2. AlpenLauf in Hohwacht. Für jeden gelaufenen
Kilometer spendete Edeka Alpen
1Euro zugunsten der Erweiterung
der KITA-Plätze am UKSH.
… weitere Spendenaktionen finden Sie im
Internet unter www.uksh.de/gutestun
Warum sind Sie Mitglied
in unserem Verein?
»Auf dem Weg zum
Klinikum der Zukunft ist
es wichtig, dass wir alle an
einem Strang ziehen. Der
Freunde- und Förderverein
bietet für mich ein gutes
Anne Riehl
Projektmanagerin
und sympathisches NetzStabsstelle UEVA, UKSH
werk.«
Gutes tun!-Spendenaktionen
Unterstützen Sie uns mit einer eigenen Aktion!
Prof. Dr. Günther Deuschl
Direktor der Klinik für Neurologie
UKSH am Campus Kiel
Mitglied als Privatperson
Mitglied
werden!
Sie sind herzlich willkommen!
Mitgliedschaften sind für Privatpersonen und Firmen möglich.
Ihre Vorteile:
Teilnehmer des
2. Alpen-Lauf erlaufen
1.120 Euro
Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des UKSH bedanken wir uns für das zahlreiche Engagement!
1. Kontakt zu einem interessanten
Netzwerk: www.uksh.de/gutestun/
Mitglieder.html
2. mind. 1x pro Jahr eine gemeinsame
Mitglieder-Veranstaltung
3. mehrere Einladungen pro Jahr zu interessanten medizinische Veranstaltungen
(Einweihungen, Eröffnungen etc.)
4. regelmäßige Informationen zu unserem
UKSH (UKSH forum, Newsletter)
5. steuerliche Absetzbarkeit des Mitgliedsbeitrages
6. und Sie unterstützen die Medizin in
unserem Land Schleswig-Holstein.
Spendenkonto des UKSH Förde Sparkasse IBAN: DE75 210 501 70 1400 135 222 · zugunsten UKSH WsG e.V.
Bitte geben Sie im Betreff einen der angegebenen Spendenschlüssel an und für die Ausstellung
der Spendenbescheinigung bitte auch Ihre Adresse.
Spendenschlüssel für
zweckungebundene Spenden
FW12002
Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Anregungen.
UKSH Wissen schafft Gesundheit e.V. · c/o Stabsstelle Fundraising des UKSH · Arnold-Heller-Str. 3 · Haus 803 · 24105 Kiel
Weitere Informationen: www.uksh.de/gutestun
E-Mail: gutestun@uksh.de · Tel: 0431 597-1004 oder 0451 500-5454
JETZT
spenden!
100% kommen
an.
Stand September 2014 | Segelmotiv: © argironeta - Fotolia.com
THW-Profi Patrick Wiencek und Wieslaw Milkiewicz, Geschäftsführer und Pressesprecher der star
Tankstellen, übergeben einen Crosstrainer sowie einen
Zugapparat bei ihrem Besuch am 28. August an die
Kinderkrebsstation des UKSH, Campus Kiel. Die Anschaffung wurde durch die Spende aus der Spielerpartnerschaft von THW-Kreisläufer Wiencek und den star
Tankstellen ermöglicht. Für jedes Tor Wienceks in der
Handball-Bundesliga-Saison 2013/2014 spendeten
die star Tankstellen 100 Euro. Die durch 79 Treffer erspielte Summe rundeten die star Tankstellen zugunsten der krebskranken Kinder auf 8.500 Euro auf. Der
gespendete Betrag wurde für neue Geräte zur Förderung der Mobilität erkrankter Kinder eingesetzt.
Bi uns to Huus
Nachrichten
Golf-Charity-Turnier
brachte Spendenrekord
Das 4. UKSH Golf-Charity-Turnier im Golf- & Country Club Hohwachter Bucht bot den 140
Spielern, Gästen und Sponsoren nicht nur strahlenden Sonnenschein, sondern hielt auch einen
Spenden-Rekord bereit: 20.750 Euro Spenden kamen für den Ausbau der Kindertagesstätten
am UKSH zusammen.
„Die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf ist ein wichtiger Bestandteil
unserer Unternehmenskultur“, sagte
Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH. „Wenn wir
möchten, dass die Besten bei uns
in der medizinischen Versorgung
arbeiten, brauchen Karrieren eine
langfristige Planung. Dazu gehört
die Betreuung der Kinder unserer
Experten. Dank der breiten Unterstützung aus der Wirtschaft Schleswig-Holsteins, von Stiftungen, den
Universitäten in Kiel und Lübeck,
verschiedenen Spendenaktionen und
durch Förderungen des Bundes und
der Kommunen sind bisher mehr als
3,97 Mio. Euro für die Erweiterung
der Kita-Plätze eingeworben worden.
Für diese Wertschätzung des UKSH
sind wir allen Freunden und Förderern sehr dankbar.“
„Ein besonderer Dank gilt den mehr
als 35 Sponsoren, Partner und Mitorganisatoren des 4. UKSH Golf-Charity-Turniers, allen voran Joachim
Schlüter von Gosch & Schlüter, dem
Golf & Country Club Hohwachter Bucht, CITTI, dem Autohaus
Süverkrüp, dem Kieler Stadthaus.
Aufgrund dieses Engagements sind
die Kosten des Turniers gedeckt, so
dass die Spenden des Golf-Charity-
v.l. Pit Horst (Geschäftsführer des UKSH Freunde- und Fördervereins), Carl-Otto Heer (Präsident
Golf- und Country-Club Hohe Wacht), Prof. Dr. Jens Scholz (Vorstandsvorsitzender des UKSH), Joachim
Schlüter (Gosch & Schlüter, Hauptpartner und Mitorganisator) und Thomas Tolksdorf (Geschäftsführer
Golf- und Country-Club Hohe Wacht)
Turniers zu 100 Prozent in das
gemeinnützige Kita-Projekt fließen
können“, sagte Pit Horst, Geschäftsführer des Freunde- und FörderVereins des UKSH. „Das beste
Golf-Charity-Turnier im Norden“,
lobte der strahlende Sieger Jean Patzig (Golfclub Hohe Wacht), der sich
mit 43 Nettopunkten in der Klasse
1 über den Wanderpokal des UKSH
Golf-Charity- Turniers und einen
Titleist-Golf-Putter, gesponsert von
Gosch & Schlüter, freuen konnte. Bei
den Damen gewann Stefanie Buhtz
(Golfclub Brodauer Mühle) in der
Bruttowertung mit 23 Punkten. Sie
sagte: „Es war ein perfekter Tag für
eine gute Sache.“
Das UKSH Spenden-Eis von Giovanni L. rundete den Tag nicht nur
kulinarisch ab. Von der eigens für
die Spendenaktion entwickelten
Eis-Sorte wurden inzwischen mehr
als 12.800 Kugeln verkauft. Jörg Fischer, Geschäftsführer von Giovanni
L. rundete den Spendenbetrag großzügig auf und überreichte Professor
Scholz und Pit Horst einen Scheck in
Höhe von 5.000 Euro. Das 5. UKSH
Golf-Charity-Turnier wird voraussichtlich am Freitag, 11. September
2015, stattfinden.
Weitere Informationen
Ergebnisliste und Bilder: www.uksh.de/
gutestun
45
Personalien
Prof. Dr. Helmut Fickenscher
(52), Direktor des Instituts für
Infektionsmedizin am Campus
Kiel, ist auf den International Congresses for Microbiology, Virology
and Mycology in Montreal erneut
für drei Jahre in das Executive
Board (Vorstand) der International
Union of Microbiological Societies
(IUMS) berufen worden. Die IUMS
ist die internationale Dachgesellschaft der nationalen Fachgesellschaften der Mikrobiologie.
Prof. Dr. Salvatore Grisanti (47),
Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Campus Lübeck, ist mit
der DOC-Medaille der Deutschen
Gesellschaft für Ophtalmochirurgie ausgezeichnet worden. Damit
werden besondere Leistungen und
Verdienste für den Internationalen
Kongress der Ophtalmochirurgen
und auf dem Fachgebiet der Ophthalmologie gewürdigt.
PD Dr. Cornelia Liedtke (34),
Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Campus Lübeck, ist von der Deutschen Gesellschaft für Senologie
mit dem „Klaus-Dieter-SchulzVersorgungsforschungspreis der
Deutschen Gesellschaft für Senologie 2014“ ausgezeichnet worden.
Der Preis wurde Dr. Liedtke für
ihre Arbeiten im Rahmen einer
Studie verliehen, in der der Einsatz
der sogenannten Wächterlymphknotenexzision bei BrustkrebsPatientinnen untersucht wird, die
sich einer präoperativen Chemotherapie unterziehen. In der Klinik
für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet Dr. Liedtke als Oberärztin den Bereich der Konservativen
Tumortherapie sowie die Studienzentrale der Klinik. Neben der
klinischen Tätigkeit koordiniert sie
zahlreiche wissenschaftliche Projekte zur klinisch-translationalen
46
und grundlagenwissenschaftlichen
Forschung für das (tripelnegative)
Mammakarzinom.
PD Dr. Christian J. Mehl (36),
niedergelassener Zahnarzt und
freier Mitarbeiter der Klinik für
Zahnärztliche Prothetik, Propädeutik und Werkstoffkunde, Campus Kiel, hat bei der Vergabe des
Camlog Research Awards im Juli
2014 den zweiten Preis gewonnen.
Im Rahmen einer Studie untersuchte Dr. Mehl, ob der Verbund
zwischen Zahn-Implantat und
Knochen durch starke vertikale Impulse, wie sie zum Beispiel bei der
Abnahme einer auf dem Implantat
zementierten Krone entstehen,
beschädigt wird. Eine wichtige
Erkenntnis dieser Studie war, dass
der Knochen überraschenderweise durch die Belastung verstärkt
aufgebaut wurde und keine Schädigungen des Verbundes zwischen
Knochen und Implantat nachweisbar waren.
PD Dr. Christian Schem (40),
Oberarzt an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Campus Kiel, ist auf dem Kongress der
Deutschen Gesellschaft für Senologie in Berlin nach 2012 bereits
zum zweiten Mal mit dem Wissenschaftspreis der Gesellschaft
ausgezeichnet worden. Mit seiner
Arbeitsgruppe wurde er in Kooperation mit der Sektion für Biomedizinische Bildgebung der Klinik für
Diagnostische Radiologie (Prof. Dr.
C.C. Glüer) für die umfangreichen
wissenschaftlichen Arbeiten zu
einem neuen wirkstoffgekoppelten
Bisphosphonat geehrt. Die Gruppe
konnte nachweisen, dass durch
die Behandlung die Knochenresorption gehemmt werden kann,
ohne dass die Knochenneubildung
negativ beeinflusst wird.
Prof. Dr. Stefan Schreiber (52),
Direktor der Klinik für Innere Medizin I und Leiter des Instituts für
Klinische Molekularbiologie des
UKSH, Campus Kiel, zählt laut aktuellem Report „The world’s most
influential scientific minds 2014“
zu den weltweit einflussreichsten Wissenschaftlern 2014. Der
Mediziner wurde in gleich zwei
Kategorien nominiert. Sowohl
im Bereich „Klinische Medizin“
als auch im Feld „Molekularbiologie und Genetik“ gehört Prof.
Schreiber zu den einflussreichsten
Wissenschaftlern weltweit. Der
Bericht wurde in dieser Form zum
ersten Mal von der Agentur Thomson Reuters herausgegeben.
Prof. Dr. Stephan Weidinger
(41), Klinik für Dermatologie,
Venerologie und Allergologie,
Campus Kiel, wurde auf der Jahrestagung der European Academy
for Allergy and Immunology in
Kopenhagen mit dem mit 50.000
US-Dollar dotierten „PhadiaAward“ ausgezeichnet. Stephan
Weidinger ist der zweite Deutsche,
der die höchste jährlich vergebene,
internationale Auszeichnung im
Bereich der Allergologie erhält. Er
erhielt den Preis für seine Forschungsarbeiten zur molekularen
Genetik allergischer Erkrankungen. Der Kieler Forscher beschäftigt sich seit vielen Jahren mit
der Charakterisierung erblicher
Mechanismen chronisch-entzündlicher und allergischer Krankheitsbilder sowie ihrem Zusammenspiel mit Umweltfaktoren.
Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang (51),
Direktor der Klinik für Mund-,
Kiefer- und Gesichtschirurgie,
wurde auf dem 64. Kongress der
Deutschen Gesellschaft für MundKiefer- und Gesichtschirurgie
(DGMKG) in Mainz zum Vorsit-
Personalien
zenden des wissenschaftlichen
Beirats gewählt.
Prof. Dr. Andreas Ziegler (48),
Direktor des Instituts für Medizinische Biometrie und Statistik,
Campus Lübeck, hat eine Honorarprofessur der University of KwaZulu-Natal in Südafrika erhalten.
Prof. Dr. Andreas Ziegler wurde
die Honorarprofessur im Bereich
Biostatistik im Fachbereich Mathematik, Statistik und Informatik
der Hochschule für Landwirtschaft, Ingenieurwissenschaften
und Wissenschaften verliehen.
Dort unterrichtet er seit Juli 2014
im Rahmen von Vorlesungen und
Seminaren sowohl zu klinischen
Studien, zur Genetik der Malaria,
als auch zu anderen statistischen
Themen.
Jubilare*
Campus Kiel
Campus Lübeck
25 Jahre
25 Jahre
Simone Barranha dos Santos Matos
06.01. | Institut für Klinische Chemie
Renate Gorny
19.06. | Service Stern Nord
Bärbel Thiesen-Köhn
01.07. | Krankenschwester in der Klinik für
Innere Medizin I
Tülay Colak
01.08. | Klinik für Zahnerhaltungskunde und
Parodontologie
Angelika Langheld
07.08. | Mitarbeiterin der Hauswirtschaft,
Service Stern Nord
Elisabeth Behr
15.04. | Gesundheits- u. Krankenpflegerin in
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Doris Iedler
01.06. | Gesundheits- und Krankenpflegerin
in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Gisela Mojza
01.07. | Hebamme in der Klinik für Frauenheilkunde
Petra Müller
01.07. | Institut für Transfusionsmedizin
Monika Bernecker
05.07. | Dezernat Strategisches Controlling
Christine Kreissig
01.09. | Krankenschwester in der Klinik für
Gynäkologie und Geburtshilfe
Aliye Erdogan
01.08. | Serviceassistentin in der Medizinischen Klinik II
Gundula Mahler
12.09. | Hebamme in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
Kerstin Schmidt
01.08. | Pflege-Teamleitung, Station 44b,
Medizinische Klinik I
Dr. Axel Matthiessen
22.09. | Medizinales Untersuchungsamt/
Umwelthygiene
Thies Wunder
01.08. | Station 11T, Klinik für Allgemeine
Chirurgie
PD Dr. Tobias Ankermann
29.09. | Oberarzt in der Klinik für Allgemeine
Pädiatrie
Ralf Just
16.08. | Verwaltungsangestellter der ITSG
Viola Einicke
01.10. | Belegungskoordinatorin und Praxis­
managerin, Klinik für Gynäkologie und
Geburtshilfe
Stefan Oheim
01.10. | Krankenpfleger in der Klinik für Innere
Medizin I
Heike Rockel
01.09. | Med.-technische Laboratoriumsassistentin im Institut für Klinische Chemie
Bogumila Slojkowski
01.09. | Laborantin im Institut für Med. Mikrobiologie und Hygiene
John Adrian Sanger
01.10. | Krankenpfleger in der Klinik für An­
ästhesiologie und Operative Intensivmedizin
* gem. Tarifvereinbarungen
Kurse für pflegende Angehörige
4. Quartal 2014
W ie geht Pflege zu Hause – Anleitung, Tipps und Tricks
12. - 26.11. (3x Mo., 17-20 Uhr)
ie geht Pflege zu Hause – AnleiW
tung, Tipps und Tricks
3.11. - 17.11. (3x Mo., 17-20 Uhr)
Gesprächsgruppen für pflegende
Angehörige: An jedem 3. Donnerstag im Monat
Campus Kiel 18.00 - 19.30 Uhr
Campus Lübeck 18.30 - 20.00 Uhr
it Altersverwirrtheit umgehen
M
– Ein Pflegekurs für Angehörige
von Menschen mit Demenz
31.10. - 12.12. (6x Fr., 14-16 Uhr)
it Altersverwirrtheit umgehen
M
– Ein Pflegekurs für Angehörige
von Menschen mit Demenz
29.10. - 10.12. (6x Mi., 18-20 Uhr)
Die Teilnahme ist kostenlos und
unabhängig von der Krankenkassenzugehörigkeit.
er Alltag mit dem „schwachen“
D
Herzen – Ein Kurs für Angehörige
von Menschen mit Herzinsuffizienz
7.11. - 28.11. (4x Fr., 16-19 Uhr)
Zusätzliche Termine und Angebote
sind nach Anfrage und nach Vereinbarung möglich.
Campus Lübeck
Campus Kiel
Informationen und Anmeldung:
Patienteninformationszentrum PIZ
Campus Lübeck Tel.: 0451 500 - 59 74
Campus Kiel Tel.: 0431 597 - 59 76
www.uksh.de/piz
47
Nachrichten
Eindrücke vom
UKSH-Sommerfest „Familientreffen“
1.500 große und kleine Gäste – Mitarbeiter beider Standorte und ihre Familien – feierten im Juli auf dem Campus
Kiel ein buntes und fröhliches UKSHSommerfest. Viele Angebote lockten zum
Zuschauen und Mitmachen. Im nächsten
Jahr wird das Fest wieder auf dem Campus
Lübeck stattfinden. Alle Beschäftigten
sind schon jetzt herzlich dazu eingeladen.
48
Nachrichten
Ministerin Alheit: Blutspenden hilft Leben retten
Gesundheitsministerin Kristin
Alheit hat im Blutspendezentrum
des UKSH im CITTI-Park in Kiel
Blut gespendet. Alheit macht mit
ihrer Spende auf die Bedeutung
von Blutspenden aufmerksam und
möchte auch Neuspenderinnen und
-spender werben. Alheit: „Die Sache
ist ganz einfach, jede Spende kann
ein Leben retten. Machen Sie mit!“
„Das UKSH benötigt im Jahr ca.
60.000 Vollblutspenden um die
Krankenversorgung zu sichern“,
erläutert Dr. Dagmar Steppat, leitende Ärztin der Kieler Blutspendezentrale des UKSH. Diese Spenden
werden benötigt um Unfallopfer,
Krebspatienten sowie Patienten
bei Operationen zu versorgen.
„Momentan gelingt es uns, mit den
beiden Blutspende-Einrichtungen
in Kiel und Lübeck pro Jahr bereits
etwas mehr als 50.000 Vollblutspenden zu gewinnen, mittelfristig
möchten wir aber den Gesamtbedarf
des UKSH sichern.
Wir freuen uns daher sehr über die
Unterstützung der Landesregierung
Ministerin Alheit und Dr. Dagmar Steppat, Leitende Ärztin der Blutspendezentrale, UKSH, Kiel
u.a. durch diese Spende einer Ministerin in unseren Räumlichkeiten.
Wir hoffen, dass sich dadurch noch
mehr Bürgerinnen und Bürger aus
Kiel und Lübeck und deren Umgebung motivieren lassen, diesem
Beispiel zu folgen.“
Weitere Informationen:
Blutspendezentrale im CITTI-Park Kiel
Mühlendamm 1
Tel.: 0431 2607788
Blutspendezentrale Lübeck
Ratzeburger Allee 160
Tel.: 0451 500-28 47
Ehrenamtliche Begleiter für demenzkranke Patienten gesucht
Das Patienteninformationszentum
(PIZ) des UKSH sucht ehrenamtliche Helfer, die demenzkranke Patienten bei einem Klinikaufenthalt
begleiten möchten. Dazu gehören
z.B. das Erzählen, Vorlesen, Spazierengehen oder einfach Zuhören.
Für Menschen mit Demenz ist das
Vertraute wichtig: die gewohnte
Umgebung, die vertrauten Bezugspersonen, bekannte Tagesabläufe
und ein sicheres Umfeld. Ein Krankenhausaufenthalt bedeutet daher
für Demenzkranke eine große Umstellung. Menschen, Räumlichkeiten
und Abläufe sind plötzlich verändert. Betroffene verstehen in einer
solchen Situation oft nicht, was um
sie herum geschieht. Dazu kommt
die körperliche Beeinträchtigung
durch die akute Erkrankung. Die
Patienten reagieren häufig mit Angst
und Unruhe, suchen nach ihren Angehörigen, wollen nach Hause.
Die ehrenamtlichen Begleiter
werden zunächst zu einem ausführlichen Kennenlern-Gespräch
eingeladen. Zur Vorbereitung auf
die Tätigkeit ist in Zusammenarbeit
mit der Alzheimer-Gesellschaft
Lübeck und der AWO-Beratungsstelle Demenz in Kiel eine Schulung
geplant. Im UKSH wird es für die
Ehrenamtlichen feste Ansprechpartner und Einsatzort sowie eine
regelmäßige Begleitung geben.
Interessenten werden gebeten, mit
dem PIZ Kontakt aufzunehmen.
Weitere Informationen:
Patienteninformationszentrum
Campus Kiel
Tel.: 0431 597-59 76
Campus Lübeck
Tel.: 0451 500-59 74
49
Rätsel
SUDOKU
ein
Erdteil
Lösen Sie das japanische Zahlenrätsel: Füllen Sie
die Felder so aus, dass jede waagerechte Zeile, jede senkrechte Spalte und jedes Quadrat aus 3 mal 3
Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur je einmal enthält.
Geheimgericht
3
1 5
3
1
7
2 9
1
9 4
6
7
2
Inselstaat
in Ostasien
ausgewachsener
Hirsch
3
5 4
2
beständig
9 8
5
griechischer
Volkstanz
Bruder
Jakobs
im A. T.
schmiedbare
Eisenlegierung
verschiedener
Ansicht,
Meinung
Begleiterscheinung
kurzes
Ballettröckchen
elektronische
Post
(engl.)
Blutflüssigkeit
(Kzw.)
Stadt in
Pakistan
arabisches
Fürstentum
Anstrengung
Fluss
durch
Weimar
ein
Westeuropäer
betagt,
nicht
jung
Kontrolleur von
Messgeräten
Geldsumme
Auslese ein
Hülsender
Besten Europäer frucht
Sammlung
altnord.
Dichtung
unecht
wirkendes Verhalten
Bestand,
tatsächlicher
Vorrat
USBundespolizei
(Abk.)
römischer
Dichter
passend,
angenehm
geöffnet,
offen
(ugs.)
Stillstand
Zier-,
Nutzpflanze
asiatische
Raubkatze
auf sich
wirken
lassen,
erfahren
unverfälscht
persönliches
Fürwort
Nachwort,
Epilog
eine
Schachspieleröffnung
Signalfarbe
Erde,
Lebensraum des
Menschen
Lebenshauch
Zeichengerät
Hafenstadt in
Kroatien
Geistlicher
der Ostkirche
Wassersportler
6
5 8
1
7
3
Hautsalbe
2
riskant,
Gedenk- gefährstätte
lich
auffallend
schnell
Sil-ben-rät-sel
Aus den Silben a - al - ba - cal - de - dos - draht - fall - grim - heer - i - i - in - ka - ka - ler - li - me - ri - riff - schau - se - see - seil - sel - she si - streu - tad - tern - ti - ti - va sind 12 Wörter nachstehender Bedeutungen zu bilden. Die ersten und dritten Buchstaben ergeben –
jeweils von oben nach unten gelesen – einen Lösungsspruch.
50
1 Doppelkontinent
4 Name des Wolfes in der Fabel
7 rügender Beurteiler
10 Schwarzwaldgewässer
2 Kirchenbauform
5 französischer Apfelbranntwein
8 bestmögliche Voraussetzung
11 Kabel, Stahltrosse
3 Polizeibeamter in den USA
6 Truppenbesichtigung
9 Klümpchen als Kuchenauflage
12 vertraulich, im engsten Kreis
as
s
nd Luk
L ine u UK SH-K it a
n
von de
uksh.de/gutestun
Gutes tun!
zur Weihnachtszeit.
Gutes tun!
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gutestun@uksh.de | Tel: 0431 597-1004
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Zugunsten: Förderstiftung des UKSH
kuratorium@uksh.de | Tel: 0431 597-1004
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Hopfenstraße 47
24103 Kiel
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23554 Lübeck
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Neustadt a. d. Weinstraße,
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Birthe Hagebölling,
Pharmazeutin, Münster,
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Sandra Elias, Studentin
der Humanmedizin, Essen,
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Dr. med. dent. Adriano Azaripour,
Zahnarzt, Mainz, Mitglied der
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