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Deloitte Tax News

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Tax News
Aktuelle Informationen zum
Steuer- und Wirtschaftsrecht
Nr. 3/2015
Editorial
Inhalt
Ein Querschnitt durch die Pläne zur Steuerreform ................ 3
Liebe Leser,
als „größte Entlastung der zweiten Republik“ wurde sie
uns angepriesen, die derzeit als Positionspapier vorliegende Steuerreform 2015/16. Damit auch Sie der Vergleich sicher macht, stellt das BMF auf seiner Homepage einen „Entlastungsrechner“ zur Verfügung, mit welchem Sie Ihre voraussichtliche persönliche Entlastung
ab dem 1.1.2016 berechnen können.
Verordnung zur Vermeidung der Doppelbesteuerung
mit Taiwan ............................................................................. 5
Vertragsübernahme und Unternehmenskauf sind
keine Zession ........................................................................ 6
Zusammenschluss: Bewertung von Grund und
Boden des „Altvermögens“ .................................................... 7
Vereinsrichtlinien – Wartungserlass 2015:
Grundlegende Änderung der Verwaltungspraxis im
Profisport ............................................................................... 8
Unter anderem durch die Absenkung des unangemessen hohen Eingangssteuersatzes von 36,5 auf erträgliche 25% und Erhöhung der Progressionsstufe für den
50% Steuersatz von EUR 60.000 auf EUR 90.000 wird
sich für die meisten Steuerpflichtigen wohl tatsächlich
eine nennenswerte Steuerentlastung ergeben. Von der
zweiten Maßnahme sollte man sich jedoch nicht zu viel
erwarten, denn hier wird der Steuersatz lediglich auf
48% gesenkt.
Abzugsteuer bei ausländischen Künstlern im Fokus
der Finanz.............................................................................. 9
Der Löwenanteil der Finanzierung soll durch verschärfte
Steuereintreibung (Stichworte: Registrierkassen und
Bankgeheimnis) in der unternehmerischen Schattenwirtschaft aufgebracht werden. Damit dies nicht zu gröberen
Verwerfungen führt, ist Deloitte bemüht für die Vergangenheit eine Amnestielösung einzubringen; unser Vorschlag wird derzeit geprüft.
Zollvergünstigungen bei Importen durch autonome
Zollaussetzungen .................................................................. 14
Daneben sind jedoch auch diverse Steuererhöhungen
geplant. Je nachdem zB wie hohe Dividenden Sie beziehen (KESt 27,5 statt 25%) oder wie oft Sie ins Kino
gehen (Umsatzsteuer 13 statt 10%) finanzieren Sie die
Steuerentlastung gleich wieder mit. Damit Sie Ihre persönliche Entlastungsrechnung komplettieren können,
finden Sie in dieser Ausgabe unserer TaxNews eine
Übersicht über die im Rahmen der Steuerreform
2015/16 geplanten Maßnahmen.
Antraglose Auszahlung der Familienbeihilfe ab Mai
2015 ...................................................................................... 17
RÄG 2014 – Neue Größenklassen und
Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften ................... 10
BMF veröffentlicht Knock-out-Kriterien für
Verrechnungspreisrulings ...................................................... 11
Checkliste Arbeitnehmerveranlagung 2014 ........................... 12
Einkommensteuerrichtlinien Wartungserlass 2015 in
Begutachtung ........................................................................ 15
2015 bringt Änderungen in der Immobilienbesteuerung........................................................................... 16
Steuertermine im April 2015 .................................................. 17
World Tax Advisor ................................................................. 18
Veröffentlichungshinweis ....................................................... 18
Veranstaltungshinweise ......................................................... 19
Jetzt warten wir daher gespannt auf die nächsten Schritte: tatsächliche Einsparungen zur Finanzierung weiterer
Steuerentlastungen.
Meint
Ihr
Georg Erdélyi
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 2
Tax News
Allgemeines und neue Gesetze
Ein Querschnitt durch die Pläne zur
Steuerreform
Tarifreform. Der Eingangssteuersatz soll (von derzeit
36,5) auf 25 % gesenkt werden, wobei es sechs Tarifstufen geben soll: Einkommen über EUR 11.000 bis
18.000 sollen künftig mit 25 %, über EUR 18.000 bis
31.000 mit 35 %, über EUR 31.000 bis 60.000 mit 42 %,
über EUR 60.000 bis 90.000 mit 48 % und über EUR
90.000 bis 1 Million mit 50 % besteuert werden. Bei
einem Jahreseinkommen von über EUR 1 Million kommt
schließlich der auf fünf Jahre befristete Spitzensteuersatz von 55 % zur Anwendung.
Absetzbeträge und Familienförderung. Der Arbeitnehmer- und Verkehrsabsetzbetrag soll von EUR 345
auf EUR 400 angehoben werden. Für Kleinverdiener,
deren Einkommen nicht über EUR 11.000 liegt, soll die
Negativsteuer von max EUR 110 auf max EUR 400
angehoben werden. Damit Kleinverdiener auch tatsächlich in den Genuss dieser Negativsteuer kommen, soll
insoweit eine automatisierte Arbeitnehmerveranlagung
eingeführt werden. Auch Selbständige und Landwirte
sollen von einer derartigen Entlastung profitieren. Kleinpensionisten sollen ebenfalls eine Steuergutschrift in
Höhe von maximal EUR 110 erhalten. Im Bereich der
Familienförderung soll der Kinderfreibetrag von EUR
220 auf EUR 440 erhöht sowie die Familienbeihilfe automatisch (dh ohne Antrag) gewährt werden.
Erhöhung der KESt. Die Kapitalertragsteuer soll von 25
auf 27,5 % steigen. Geldeinlagen und sonstige Forderungen bei Kreditinstituten (zB Sparbücher, Girokonten)
sollen aber von dieser Erhöhung ausgenommen werden.
Immobilienveräußerungen. Gewinne bzw Überschüsse aus Immobilienveräußerungen sollen künftig mit 30 %
besteuert werden. Außerdem soll der Inflationsabschlag
abgeschafft werden.
Erhöhung der Grunderwerbsteuer. Die Grunderwerbsteuer (GrESt) soll für unentgeltliche Übergaben (Erbschaften und Schenkungen) erhöht und nicht mehr auf
Basis des (idR niedrigeren) dreifachen Einheitswertes,
sondern vom Verkehrswert berechnet werden. Dabei
soll ein Stufentarif zur Anwendung kommen, und zwar
0,5 % bei einem Grundstückswert bis zu EUR 250.000;
über EUR 250.000 bis maximal EUR 400.000 bleibt der
Satz bei 2 % und über EUR 400.000 liegt der Steuersatz
bei 3,5 %. Bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken soll die GrESt im Familienverband weiterhin vom
einfachen Einheitswert bemessen werden. Werden
betriebliche Grundstücke oder Immobilien vererbt oder
verschenkt, soll es einen Freibetrag von EUR 900.000
(bisher EUR 365.000) geben.
Anhebung ermäßigter Umsatzsteuersätze. Der begünstigte Umsatzsteuersatz von 10 (bzw 12) % soll bei
Tieren, Futtermittel, Pflanzen, Saatgut, Holz, kulturellen
Dienstleistungen (Kino, Museum etc), Bädern, bei der
Jugendbetreuung, beim Luftverkehr sowie beim Verkauf
von Ab-Hof-Wein und ab 1.4.2016 auch für Beherbergungsleistungen auf 13 % angehoben werden.
Registrierkassenpflicht. Eine wichtige Neuerung bei
der Betrugsbekämpfung stellt die Einführung einer Registrierkassenpflicht dar: Künftig soll für jeden Geschäftsfall ein Beleg erteilt werden; Barumsätze sollen
ab dem ersten Euro einzeln aufgezeichnet werden. In
Betrieben, die überwiegend Barumsätze machen, soll ab
einem Nettoumsatz von EUR 15.000 pro Jahr die Einzelaufzeichnung verpflichtend per Registrierkasse erfolgen. Die sogenannte „Kalte-Hände-Regel“ soll hingegen
weiterhin gelten, aber mit einem Nettoumsatz von EUR
30.000 begrenzt werden. Mobile Gruppen, die nicht
unter die „Kalte-Hände-Regel“ fallen (zB mobile Friseure, Schneider etc) sollen ihre mobilen Umsätze mittels
Paragon (händische Rechnung) aufzeichnen und im
Nachhinein in der Registrierkasse erfassen können.
Entbehrliche Hilfsbetriebe von gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Vereinen sollen weiterhin mit Kassensturz aufzeichnen können.
Aufweichung des Bankgeheimnisses. Als weitere
Maßnahme zur Betrugsbekämpfung soll die Finanzverwaltung bei abgabenrechtlichen Prüfungen („Betriebsprüfungen“) in Bankkonten einsehen können. Diesbezüglich ist die Einführung eines zentralen Bankkontenregisters (mit Zugriffsmöglichkeit der Finanzverwaltung)
geplant. Als Begleitmaßnahme sollen die Banken zur
Mitteilung höherer Kapitalabflüsse (Barbehebungen,
Verschiebungen ins Ausland) jährlich im Nachhinein
verpflichtet werden; erstmals bereits im Jahr 2016 für
den Zeitraum 15.3.2015 bis 31.12.2015. Es sollen aber
auch Abfragemöglichkeiten vor dem Inkrafttreten des
Gesetzes (zB 1.3.2015) vorgesehen werden.
Sachbezüge bei Dienstfahrzeugen. Bei Dienstfahrzeugen, die privat genutzt werden, soll der steuerpflichtige monatliche Sachbezug vom CO2-Ausstoß abhängen, ab 120 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer sollen
künftig 2 % des Wertes als Sachbezug versteuert werden müssen, darunter bleibt es grundsätzlich bei 1,5 %.
Der maximale lohnsteuerpflichtige Sachbezug soll dann
bei EUR 960 liegen. Elektrofahrzeuge sollen künftig
keiner Sachbezugsbesteuerung unterliegen.
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 3
Abschreibung von Gebäuden. Es soll ein einheitlicher
AfA-Satz (unabhängig von der jeweiligen Nutzungsart
der Gebäude) von 2,5 % im Betriebsvermögen zur Anwendung kommen. Die Verteilungsfrist für Instandsetzungskosten bei Betriebs- und Privatvermögen soll außerdem verlängert und der Grundanteil angehoben (und
damit die AfA-Basis verringert) werden.
Gideon Tenner
gtenner@deloitte.at
Sonstige steuerrechtliche Änderungen. Beiträge für
freiwillige Krankenversicherung, Unfall- und Pensionsversicherung sowie Ausgaben für Wohnraumschaffung
und -sanierung sollen bei Neuverträgen nicht mehr als
Sonderausgaben berücksichtigt werden können; für
bestehende Verträge soll die Steuerbegünstigung aber
weiterhin gelten (bis maximal fünf Jahre). Zwecks Vermeidung unerwünschter, modellhafter Gestaltungen soll
bei kapitalistischen Personengesellschaften (insbesondere Kommanditgesellschaften) eine Begrenzung der
Verlustzuweisung auf die Höhe der Einlage erfolgen.
Darüber hinausgehende Verluste sollen nach Art eines
Verlustvortrages mit späteren Gewinnen aus derselben
Kommanditbeteiligung zu verrechnen sein. Schließlich
sollen Bildungsfreibetrag und -prämie gestrichen werden, während die Forschungsprämie von derzeit 10 auf
12 % ansteigen soll. Bei der Einlagenrückzahlung soll
eine Reihenfolge für Gewinn- bzw Einlagenbestandteile
vorgesehen werden, um diesbezügliche Gestaltungsspielräume einzuengen.
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 4
Tax News
Steuern International
Verordnung zur Vermeidung der Doppelbesteuerung mit Taiwan
Überblick. Das als Verordnung veröffentlichte „Doppelbesteuerungsabkommen“ zwischen Österreich und
Taiwan („Gebiet, das dem vom Finanzministerium
Taipeh angewendeten Steuerrecht unterliegt“) ist mit
1.1.2015 anwendbar und orientiert sich sowohl am
OECD- als auch am UN-Musterabkommen. Die wichtigsten Besonderheiten des neuen DBA werden im Folgenden dargestellt.
Vertragsabschluss/Inkrafttreten. Da Taiwan keine
Völkerrechtssubjektivität hat, kann die Republik Österreich mit diesem Gebiet keine gültigen Staatsverträge
schließen. Um dennoch die Wirtschaftsbeziehungen
zwischen den beiden Steuerhoheiten durch eine Vermeidung der Doppelbesteuerung zu verstärken, wurde
zunächst am 12.7.2014 ein bilaterales Abkommen zwischen dem Taipeh Wirtschafts- und Kulturbüro in Österreich und dem Österreich Büro in Taipeh abgeschlossen. Die Veröffentlichung erfolgte auf österreichischer
Seite in Form einer Verordnung, welche gemäß § 1
Doppelbesteuerungsgesetz (DBG) nach Zustimmung
des Hauptausschusses des Nationalrates am
17.12.2014 vom Bundesminister für Finanzen im Einvernehmen mit dem Bundesminister für europäische und
internationale Angelegenheiten angeordnet wurde. Mit
Jahresbeginn 2015 wurde die – erste auf dem DBG
basierende – Verordnung inklusive des im Annex 1
befindlichen, deutschen Abkommens nach deren Kundmachung (BGBl II 385/2014, ausgegeben am
29.12.2014) anwendbar.
Unternehmensgewinne. Während der Betriebsstättenbegriff dem OECD-MA entspricht, begründen Bauausführungen, Montagen oder damit zusammenhängende
Überwachungstätigkeiten gem Art 5 Abs 3 lit a des DBA
Österreich-Taiwan bereits nach sechs Monaten eine
Betriebsstätte. Auch bei mehr als sechs Monate andauernden Dienstleistungen wird eine Betriebsstätte fingiert.
Art 7 (Unternehmensgewinne) beinhaltet noch die Vertragstextvorlage vor Übernahme des AOA (Authorized
OECD-Approach) und sieht daher keine uneingeschränkte Selbständigkeitsfiktion der Betriebsstätte vor.
Ein Verbot der Liefergewinnbesteuerung ist ausdrücklich
im Protokoll zu diesem Artikel bestimmt.
zwischen Banken dar. Filme oder Bänder für Rundfunk
und Fernsehen sind ausdrücklich als Lizenzgebühren
definiert, Ausrüstungsgegenstände sind im Gegensatz
dazu nicht im Lizenzbegriff enthalten.
Sonstiges. Die Immobilienklausel gem Art 13 Abs 4 des
OECD-MA wurde im DBA Österreich-Taiwan nicht übernommen. Anders als im OECD-MA geregelt, dürfen
nach Art 17 Ruhegehälter und nach Art 20 alle im DBA
nicht behandelten Einkünfte nur im Quellenstaat besteuert werden. Auf österreichischen Wunsch dürfen Versorgungsrechtsansprüche ebenfalls nicht im Ansässigkeitsstaat besteuert werden, wenn sie im Quellenstaat steuerbefreit sind.
Methodenartikel. Gemäß Art 21 entlastet Taiwan einheitlich unter Anwendung der Anrechnungsmethode
unter Berücksichtigung des Anrechnungshöchstbetrages. Auf österreichischer Seite wird die Anrechnungsmethode nur bei Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren angewendet, in allen anderen Fällen gelangt die
Befreiungsmethode mit Progressionsvorbehalt zur Vermeidung der Doppelbesteuerung zur Anwendung.
Amtshilfe. Aufgrund der „großen“ Amtshilfeklausel in Art
24 wurde Taipeh mit BMF-Information vom 27.1.2015 in
die Liste jener Staaten und Territorien aufgenommen,
mit welchen per 1.1.2015 eine „umfassende“ Amtshilfe
besteht.
Andrea Winkler
awinkler@deloitte.at
Quellensteuern. Dem Ansässigkeitsstaat obliegt grundsätzlich das Besteuerungsrecht für Dividenden, Zinsen
und Lizenzgebühren (Art 10, 11 und 12). Allerdings darf
auch jener Staat, aus dem die Zahlungen stammen, eine
maximal 10%ige Quellensteuer darauf einbehalten.
Dieser Steuersatz gilt sowohl für Portfoliodividenden als
auch für Schachtelbeteiligungen. Ausnahmen von der
Quellenbesteuerung stellen dagegen Zinsen im staatlichen Bereich, für Bankgarantien und für Darlehen
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 5
Tax News
Gebühren und Verkehrssteuern
Vertragsübernahme und Unternehmenskauf
sind keine Zession
Überblick. Bestimmte Verträge können Vertragsgebühren in unterschiedlicher Höhe auslösen. Entgeltliche
Forderungszessionen unterliegen etwa einer Gebühr
von 0,8 % des Entgelts. Die „Vertragsübernahme“ ist im
Gebührengesetz hingegen nicht geregelt. Die Frage, ob
eine Vertragsübernahme als Neuabschluss des zugrunde liegenden Rechtsverhältnisses oder als Zession iSd §
33 TP 21 GebG zu werten ist, wurde vom VwGH in der
Vergangenheit kontrovers beurteilt. Zwei aktuelle Entscheidungen verneinen nun das Vorliegen einer Zession.
Hintergrund. Wird die Vertragsübernahme als Neuabschluss des zugrundeliegenden Vertrages gesehen,
unterliegt sie bei Beurkundung im Inland jener Gebühr,
die auf den Altvertrag anwendbar ist. Handelt es sich
dabei um einen nicht gebührenpflichtigen Vertrag wie zB
um einen Kaufvertrag, so bleibt auch die Vertragsübernahme steuerfrei. Wird hingegen ein gebührenpflichtiger
Vertrag wie etwa ein Mietvertrag mit unbestimmter Mietdauer übertragen, so unterliegt die Vertragsübernahme
der Bestandvertragsgebühr in Höhe von 1 % der dreifachen Jahresmiete. Wird hingegen die Vertragsübernahme nicht als Neuabschluss des Altvertrages sondern als
Zession gesehen, unterliegt sie der Zessionsgebühr in
Höhe von 0,8 % des Entgelts.
erwirbt und akzeptiert die Übertragung des Geschäftsbetriebes einschließlich Vermögenswerte und eingegangene Verbindlichkeiten als laufendes Geschäft gemäß § 38
UGB“ sollte für sich noch keine über den Übergang des
Geschäftsbetriebes hinausgehende Zession darstellen
und damit auch keine Gebührenpflicht auslösen.
Fazit. Der unendlichen Geschichte der Abgrenzung
zwischen Vertragsübernahme und Forderungszession
wurde ein neues Kapital hinzugefügt. Die endgültige
Klärung des Themas steht aber aufgrund der Ambivalenz der Entscheidung nach wie vor aus. Ein Unternehmenskauf an sich dürfte somit nicht gebührenpflichtig
sein, solange nicht ausdrücklich Forderungszessionen
unter Zustimmung dritter Parteien beurkundet werden.
Astrid Kristof
akristof@deloitte.at
Forderungszession ist kein Auffangtatbestand für
Vertragsübernahmen. Im vorliegenden Fall (VwGH
11.9.2014, 2012/16/0023) hat das Finanzamt die Meinung vertreten, dass – da der Altvertrag nicht gebührenpflichtig war – die Vertragsübernahme subsidiär als
Zession anzusehen und die Gebühr festzusetzen sei.
Das Finanzamt sah somit die Zessionsgebühr als Auffangtatbestand für ansonsten gebührenfreie Vertragsübernahmen. Dieser Ansicht hat der VwGH eine klare
Absage erteilt. Damit es aber nicht zu einfach wird hat er
eingeschränkt, dass eine Forderungszession bei einer
Vertragsübernahme sehr wohl vorliegen könne, wenn
neben Verpflichtungen Rechte entgeltlich übertragen
werden und dritte Vertragspartner im Vorhinein ihre
Zustimmung erteilt haben (VwGH 26.11.1982,
33243/80). Im vorliegenden Fall war die Vertragsübernahme daher nur deshalb keine Zession, weil die Vereinbarung vorbehaltlich der Zustimmung dritter Vertragspartner geschlossen wurde und diese Zustimmung
bei Vertragsschluss noch nicht vorlag.
Keine Zession bei Unternehmenskauf. In der Entscheidung vom 11.9.2014, 2013/16/0221, ist der VwGH
auf die gebührenrechtliche Beurteilung eines Unternehmenskaufvertrages eingegangen. Die im Geschäftsleben übliche Vertragsformulierung „der Verkäufer verkauft, überträgt und zediert, und der Käufer kauft,
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 6
Tax News
Unternehmensbesteuerung
Zusammenschluss: Bewertung von Grund und
Boden des „Altvermögens“
Aufwertungswahlrecht. Mit dem 2. AbgÄG 2014 wurden im Umgründungssteuergesetz neue Regelungen für
die ertragsteuerrechtliche Behandlung von Grund und
Boden des „Altvermögens“, der im Zuge eines Zusammenschlusses übertragen wird, verankert. Bei Zusammenschlüssen besteht nun ein Wahlrecht zwischen
einer steuerwirksamen Neubewertung des zu übertragenden Grund und Bodens und einer steuerneutralen
Übertragung im Wege der Buchwertfortführung unter
(partieller) Wahrung der begünstigten Besteuerung für
Altvermögen. Das Wahlrecht kann dabei für jeden im
Zuge eines Zusammenschlusses übertragenen Grund
und Boden gesondert ausgeübt werden.
Neubewertung. Wird im Zuge eines Zusammenschlusses Grund und Boden übertragen, kann dieser in der
Zusammenschlussbilanz (steuerwirksam) mit dem Verkehrswert angesetzt werden, wenn im Falle einer angenommenen Veräußerung am Zusammenschlussstichtag
die Begünstigung für „Altvermögen“ (§ 30 Abs 4 EStG)
ganz oder eingeschränkt anwendbar wäre. Dies betrifft
neben Grund und Boden, der am 31.3.2012 (zB weil die
Spekulationsfrist bereits abgelaufen war) nicht steuerverfangen war (= Begünstigung für Altvermögen ist zur
Gänze anwendbar), auch Grund und Boden der vor dem
1.4.2012 in einen Betrieb mit § 5 Abs 1 EStG Gewinnermittlung eingelegt wurde bzw bei einem Wechsel
zur § 5 Abs 1 EStG Gewinnermittlung neu bewertet
wurde und ansonsten am 31.3.2012 nicht steuerverfangen gewesen wäre (= begünstigte Besteuerung für Altvermögen ist eingeschränkt anwendbar). Wird das
Wahlrecht ausgeübt, werden die am Zusammenschlussstichtag steuerhängigen stillen Reserven realisiert, wobei wie bei einer Veräußerung vorzugehen ist und damit
insbesondere auch die pauschale Ermittlung der Anschaffungskosten (§ 30 Abs 4 EStG) – ganz oder eingeschränkt – zur Anwendung kommt.
Buchwertfortführung. Wird der Grund und Boden hingegen zu Buchwerten übertragen, gilt folgendes:
 Für den Mitunternehmer, der den Grund und Boden
übertragen hat, gilt dieser auch nach dem Zusammenschluss als Altvermögen. Bei späterer Veräußerung des übertragenen Grund und Bodens durch die
übernehmende Personengesellschaft ist daher aus
Sicht des Übertragenden die begünstigte Besteuerung für Grund und Boden des Altvermögens weiter
hin anzuwenden. Dies gilt sowohl hinsichtlich der zur
Gänze dem Übertragenden zuzurechnenden Wertsteigerungen bis zum Zusammenschlussstichtag als
auch hinsichtlich etwaiger zwischen dem Zusammenschlussstichtag und dem Zeitpunkt der Veräußerung eingetretener Wertsteigerungen im Ausmaß der
Beteiligungsquote des Übertragenden.


Für den/die anderen Mitunternehmern stellt der übertragene Grund und Boden nach dem Zusammenschluss hingegen Neuvermögen dar. Im Ausmaß
dessen/deren Beteiligungsquote nach dem Zusammenschluss ist die begünstigte Besteuerung auf die
zwischen dem Zusammenschlussstichtag und dem
Zeitpunkt der Veräußerung eingetretener Wertsteigerungen daher nicht anwendbar.
Beispiel. Der Einzelunternehmer A und die natürliche
Person B schließen sich zu zur A&B-OG zusammen. A
überträgt seinen Betrieb samt betrieblichem Grund und
Boden (keine Steuerverfangenheit zum 31.3.2012, Verkehrswert: 1.000); B leistet eine Bareinlage. Das geplante Beteiligungsverhältnis von A und B beträgt jeweils
50%. Übt A das Neubewertungswahlrecht aus, realisiert
er stille Reserven iHv 140 (1.000*0,14) und der Grund
und Boden wird mit dem Verkehrswert auf die A&B-OG
übertragen. Übt A das Neubewertungswahlrecht hingegen nicht aus, ist der Teilwert des Grund und Bodens
zum Zusammenschlussstichtag (1.000) in Evidenz zu
nehmen. Kommt es nach dem Zusammenschluss zu
einer Veräußerung zB um 2.200, gilt Folgendes:
 A kann die Wertsteigerungen bis zum Stichtag gemäß § 30 Abs 4 EStG ermitteln, wobei als Veräußerungserlös der in Evidenz genommene Teilwert gilt.
Die zu versteuernden stillen Reserven betragen somit 140 (1.000*0,14).
 A kann die Wertsteigerungen ab dem Stichtag gemäß § 30 Abs 4 EStG ermitteln, soweit ihm der
Grund und Boden nach dem Zusammenschluss
noch zuzurechnen ist. Die zu versteuernden stillen
Reserven betragen somit 84 [(2.200- 1.000)*
0,5*0,14].
 B muss die ihm zuzurechnenden Wertsteigerungen
ab dem Stichtag nach allgemeinen Gewinnermittlungsgrundsätzen ermitteln. Die zu versteuernden
stillen Reserven betragen somit 600 [(2.2001.000)*0,5].
Die Versteuerung erfolgt sowohl bei A als auch bei B mit
dem fixen Steuersatz von 25% (§ 30a Abs 1 iVm § 30a
Abs 3 EStG).
Übergangsregelung: Die Neuregelung ist erstmals auf
Zusammenschlüsse anzuwenden, die nach dem
26.12.2014 beschlossen oder vertraglich unterfertigt
werden.
Martin Six
msix@deloitte.at
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 7
Tax News
Allgemeines und neue Gesetze
Vereinsrichtlinien – Wartungserlass 2015:
Grundlegende Änderung der Verwaltungspraxis im Profisport
Überblick. Das Bundesministerium für Finanzen hat am
2.3.2015 den Wartungserlass 2015 der Vereinsrichtlinien veröffentlicht, welcher zwingend die Ausgliederung
von Profibetrieben vorsieht. Andernfalls verliert der Gesamtverein die steuerliche Gemeinnützigkeit mit allen
damit verbundenen abgabenrechtlichen Begünstigungen. Wir haben bereits hinsichtlich des Entwurfs des
Wartungserlasses und seine weitreichenden Folgen
berichtet (vgl unseren Beitrag vom 27.10.2014). Nachfolgend haben wir die wesentlichen Neuerungen im
Vergleich zum Begutachtungsentwurf vom Oktober 2014
sowie deren abgabenrechtliche Konsequenzen zusammengefasst.
(zB Finanzdienstleister) zum Kostenfaktor wird. Andererseits steht dem Profibetrieb künftig der Vorsteuerabzug zu.
Profisportler. Anders als im Entwurf vorgesehen, ist die
Einkunftsgrenze für die Beurteilung, ob ein Sportler als
Profi angesehen wird oder nicht, nunmehr saisonbezogen zu ermitteln. Ein Sportler ist dann Profi, wenn er
mehr als EUR 21.000 in einer Saison für seine sportliche
Tätigkeit für den Verein vom Verein oder einem Dritten
erhält. Des Weiteren wurde klargestellt, dass Vergütungen, welche der Sportler für andere Funktionen im Verein (zB als Jugendtrainer) bezieht, dabei nicht zu berücksichtigen sind.
Werbeabgabe. Gemeinnützige Sportvereine sind von
der Werbeabgabe befreit, sofern ein Paket aus Werbeleistungen erbracht wird, das sowohl steuerpflichtige (zB
Bandenwerbung) als auch steuerfreie (zB Stadiondurchsagen) Werbeleistungen umfasst. Diese Ausnahme von
der Werbeabgabe wird mit dem Wartungserlass 2015
auch auf nicht gemeinnützige ausgegliederte Profibetriebe ausgedehnt.
Profibetrieb und Ausgliederungsmöglichkeiten. Sind
im Bereich von Mannschaftssportarten mehr als die
Hälfte der nach den Spielberichten einsetzbaren Spieler
Profis, liegt ein Profibetrieb vor. Neben den bereits im
Entwurf vorgesehenen Möglichkeiten der Ausgliederung
in eine Kapitalgesellschaft und der Bildung eines eigenen Rechnungskreises, kann der Profibetrieb auch in
einen nicht gemeinnützigen Zweigverein ausgegliedert
werden. Der Zweigverein ist dabei rechtlich selbständig,
aber dem gemeinnützigen Sportverein statutarisch untergeordnet.
Anwendungszeitraum. Im Kalenderjahr 2016 ist erstmals zu prüfen, ob ein Profibetrieb vorliegt. In diesem
Fall muss die Ausgliederung bis spätestens 1.1.2017
durchgeführt werden.
Körperschaftsteuer. Der Profibetrieb unterliegt künftig
unabhängig von der gewählten Ausgliederungsvariante
der unbeschränkten Körperschaftsteuerpflicht.
Einkommensteuer/Lohnsteuer. Gemeinnützige Sportvereine konnten bisher pauschale Reisekostenentschädigungen in Höhe von monatlich EUR 540 an Sportler,
Schiedsrichter und Sportbetreuer lohnsteuerfrei ausbezahlen, unabhängig davon ob es sich um Profis oder
Amateure gehandelt hat. Mit der Ausgliederung entfällt
die Möglichkeit der Auszahlung von lohnsteuerfreien
Reiseaufwandspauschalen für sämtliche im Profibetrieb
beschäftigten Personen.
Fazit. Werden von Vereinen Vergütungen an Sportler
ausbezahlt, ist zu prüfen, ob die Kriterien eines Profibetriebs erfüllt werden und somit unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, um nicht sämtliche abgabenrechtliche
Begünstigungen zu verlieren. Aufgrund der organisatorischen Strukturen von Vereinen ist eine rechtzeitige
Evaluierung der notwendigen Schritte (Einberufung einer
Generalversammlung, Information der Mitglieder, Gründung eines Zweigvereins bzw einer Kapitalgesellschaft,
etc) unerlässlich.
Veranstaltungstipp. Wir freuen uns Sie zu unserer
Informationsveranstaltung „Wartungserlass Profisport –
Grundlegende Änderungen für Sportvereine“ am
26.4.2015, 17:00 einzuladen. Details zur Veranstaltung
finden Sie auf www.deloitte.at/events.
Wilfried Krammer
wkrammer@deloitte.at
Umsatzsteuer. Ebenso unterliegt der ausgegliederte
Profibetrieb der Umsatzsteuer, sodass der Profibetrieb
künftig für seine Leistungen Umsatzsteuer in Rechnung
stellen muss. Eintrittskarten zu Sportveranstaltungen
verteuern sich daher idR um die Umsatzsteuer. Ebenso
unterliegen Werbeleistungen der Umsatzsteuer, welche
somit für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Sponsoren
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 8
Tax News
Einkommensteuer
Abzugsteuer bei ausländischen Künstlern im
Fokus der Finanz
Überblick. Betrugsbekämpfung ist einer der Schwerpunkte des 2. Abgabenänderungsgesetzes 2014. Da es
gerade im Zusammenhang mit der Einbehaltung von
Abzugsteuer (§ 99 EStG) in der Vergangenheit immer
wieder zu irrtümlichen Unrichtigkeiten aber auch bewussten Abgabenverkürzungen gekommen ist, wurde in
diesem Bereich eine Gesetzesänderung zur besseren
Überprüfbarkeit der steuerlichen Gebarung beschlossen.
Demnach umfasst die Lohnsteuerprüfung künftig auch
die Abzugsteuer auf Inlandsengagements ausländischer
Künstler.
2. Abgabenänderungsgesetz 2014. Durch die Ergänzung des Gesetzeswortlautes des § 86 EStG wurde
nunmehr klargestellt, dass die Abzugsteuer beschränkt
Steuerpflichtiger künftig auch im Rahmen der gemeinsamen Prüfung lohn- und gehaltsabhängiger Abgaben
(GPLA) geprüft wird. Parallel dazu wird die Abzugsteuer,
wie bisher, auch im Rahmen einer regulären Betriebsprüfung Thema bleiben.
GPLA-Prüfung. Im Rahmen der GPLA-Prüfung werden
sämtliche lohnabhängigen Abgaben, das sind Lohnsteuer, Dienstgeberbeitrag zum FLAG (DB), Zuschlag zum
Dienstgeberbeitrag (DZ), Kommunalsteuer, Sozialversicherungsbeiträge und ab 1.1.2016 auch Abzugsteuer
geprüft. Derartige Überprüfungsmaßnahmen dienen
dazu festzustellen, ob die betroffenen Abgaben ordnungsgemäß abgeführt wurden und werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt.
teuer trägt den Bestrebungen des Gesetzgebers zur
Betrugsbekämpfung Rechnung. Diese Änderung tritt mit
1.1. 2016 in Kraft. Im Rahmen zukünftiger GPLAPrüfungen ist daher vermehrt mit der Prüfung der ordnungsgemäßen Einbehaltung und Abfuhr von Abzugsteuer zu rechnen.
Veranstaltung „Steuerlich fit in die Festivalsaison“.
Bei unserem nächsten Workshop der Veranstaltungsreihe „Steuerfragen in Kunst und Kultur“ werden wir uns
am 22.4.2015 den steuerlichen Rahmenbedingungen für
Festivals und Sommertheater widmen. Dabei werden
unter anderem Fragen der Abgrenzung von Werkverträgen und Dienstverträgen, damit in Zusammenhang stehende Aspekte von Lohnsteuer, Sozialversicherung,
Abzug- und Umsatzsteuer sowie steuerliche Besonderheiten für gemeinnützige Festivalveranstalter erläutert.
Sichern Sie sich Ihr Ticket dazu unter
www.deloitte.at/events.
Edith Lebenbauer
elebenbauer@deloitte.at
Abzugsteuer. Bei Einkünften ausländischer Künstler
wird die Einkommensteuer im Falle eines Inlandsengagements idR mittels Abzugsteuer (§ 99 EStG) erhoben.
Die Abzugsteuer beläuft sich auf 20% vom Betrag der
Einnahmen einschließlich sämtlicher Kostenersätze und
Sachbezüge. Diese Steuer ist vom Auftraggeber einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Steuerschuldner ist zwar der ausländische Künstler, jedoch
haftet der Auftraggeber für die Einbehaltung und Abfuhr
der Abzugsteuer. Das Besteuerungsrecht Österreichs
wird auch durch die meisten österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen sichergestellt, da sie einen dem
OECD Musterabkommen nachgebildeten Künstlerartikel
(Art 17 OECD-MA) enthalten, der das Recht zur Einhebung von Steuern dem Tätigkeitsstaat zuspricht. Werden ausländische Künstler daher im Inland tätig, ist
Österreich auch durch internationales Recht zur Einhebung der Abzugsteuer berechtigt..
Ausblick. Die Klarstellung des Gesetzeswortlautes hin
zu einer expliziten Prüfungsermächtigung für Abzugs-
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Tax News
Allgemeines und neue Gesetze
RÄG 2014 – Neue Größenklassen und Erleichterungen für Kleinstkapitalgesellschaften
Überblick. In den letzten Ausgaben haben wir bereits
einen ersten Überblick über die wesentlichen Änderungen im Zuge der Bilanzrechtsreform durch das Rechnungslegungs-Änderungsgesetz 2014 gegeben. In den
folgenden Ausgaben werden nunmehr die einzelnen
Teilbereiche genauer analysiert und vorgestellt. Der
erste Teil beschäftigt sich mit den neuen Größenklassen, bei denen neben Änderungen bei der Ermittlung
auch die neue Klasse der Kleinstkapitalgesellschaften
eingeführt wurde.
Größenklassen. Die Schwellenwerte zur Bestimmung
der Größenklassen werden (geringfügig) erhöht und sind
für die kleine Kapitalgesellschaft nunmehr EUR 5 Mio
Bilanzsumme bzw EUR 10 Mio Umsatzerlöse. Die Zahl
der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeitnehmer
darf unverändert 50 nicht übersteigen. Für die Abgrenzung der mittelgroßen zur großen Kapitalgesellschaft
gelten nunmehr EUR 20 Mio Bilanzsumme bzw EUR 40
Mio Umsatzerlöse als Merkmale. Auch hier bleibt die
Zahl für die Arbeitnehmer mit 250 unverändert. Nicht
anwendbar sind die Schwellenwerte für Unternehmen
von öffentlichem Interesse (im Wesentlichen börsennotierte Gesellschaften, Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen); diese gelten stets als große Kapitalgesellschaften.
Umsatzerlöse. In diesem Zusammenhang ist auch zu
beachten, dass die Begriffsdefinition der Umsatzerlöse
erstmals kodifiziert und erweitert wird. Umsatzerlöse
umfassen künftig auch die für die gewöhnliche Geschäftstätigkeit untypischen Verkäufe von Produkten
(Nebenerlöse) sowie die Erbringung sonstiger Dienstleistungen.
Mutterunternehmen. Aktiengesellschaften, die „Mutterunternehmen“ sind, haben die Schwellenwerte auf konsolidierter oder aggregierter Basis zu berechnen. Dies
bedeutet, dass für die Einordnung in die Größenklassen
auch die Werte der Tochtergesellschaft(en) zu berücksichtigen sind. Als „Mutternunternehmen“ gelten Unternehmen, die ein oder mehrere Tochterunternehmen
beherrschen. Durch diese Bestimmung soll verhindert
werden, dass Holdinggesellschaften (zumindest in der
Rechtsform einer AG) mit sehr hoher Bilanzsumme,
aber nur geringen Umsatzerlösen oder Mitarbeiterzahlen
die Erleichterungen für kleine Kapitalgesellschaften in
Anspruch nehmen können – insbesondere in Hinblick
auf den Umfang der Angaben im offenzulegenden Anhang.
Kleinstkapitalgesellschaften. Neben den drei bisherigen Größenklassen wurde auch eine neue Kategorie der
Kleinstkapitalgesellschaften (Micros) eingeführt. Voraus-
setzung hierfür ist, dass mindestens zwei der drei nachfolgenden Merkmale nicht überschritten werden: Bilanzsumme EUR 350.000, Umsatzerlöse EUR 700.000 bzw
10 Mitarbeiter. Jedenfalls ausgenommen von der Einordnung als Kleinstunternehmen sind Investmentunternehmen (das sind Unternehmen, deren einziger Zweck
in der Anlage ihrer Mittel in Finanzinstrumenten oder
Immobilien besteht) sowie Beteiligungsgesellschaften
(dh Unternehmen, deren einziger Zweck in dem Erwerb,
der Verwaltung und Verwertung von Beteiligungen besteht, ohne in die Verwaltung dieser Unternehmen einzugreifen; sog reine Holdinggesellschaften oder Vermögensholdings).
Kleinstkapitalgesellschaften sind insbesondere von der
Pflicht zur Aufstellung eines Anhangs befreit. Lediglich
die Angabe der Haftungsverhältnisse sowie der Beträge
der den Mitgliedern des Vorstands (der Geschäftsführung) und des Aufsichtsrats gewährten Vorschüsse und
Kredite ist unter der Bilanz vorgesehen. Darüber hinaus
werden die Zwangsstrafen bei Verletzung der Offenlegungspflicht auf die Hälfte reduziert.
Um- und Neugründungen. Die Rechtsfolgen der Größenmerkmale treten grundsätzlich ab dem folgenden
Geschäftsjahr ein, wenn diese Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen über- bzw unterschritten werden. Bei Umgründungen (Verschmelzung,
Umwandlung, Einbringung, etc) sowie bei Neugründungen treten die Rechtsfolgen hingegen schon am ersten
Abschlussstichtag nach der Um-/Neugründung ein. Bei
Spaltungen kann dies beispielsweise zu einem sofortigen Entfall der Abschlussprüfungspflicht für die nunmehr
kleine Gesellschaft führen. Bei Aufgabe eines Betriebes
oder Teilbetriebes, wenn die Größenmerkmale um mindestens die Hälfte unterschritten werden, treten die
Rechtsfolgen ebenso bereits unmittelbar am nächsten
Abschlussstichtag ein.
Fazit und Ausblick. Die Änderungen im Bereich der
Größenklassen bringen insbesondere für Kleinstkapitalgesellschaften mit dem Entfall des Anhangs wesentliche
Erleichterungen. Auch für kleine Kapitalgesellschaften
wurden im Übrigen die Anhangsangaben weiter gekürzt.
Hierzu werden wir in einem der folgenden Beiträge noch
näher informieren. Der nächste Beitrag wird sich jedoch
zunächst den neuen Ansatz- und Bewertungsgrundsätzen auf der Aktivseite widmen.
Stephan Karigl
skarigl@deloitte.at
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Tax News
Verrechnungspreise
BMF veröffentlicht Knock-out-Kriterien für
Verrechnungspreisrulings
Überblick. Insbesondere im Bereich der Verrechnungspreise liegt bei Anträgen auf einen Auskunftsbescheid
gem § 118 BAO („Advance Ruling“) ein internationaler
Bezug vor. Eine BMF-Information enthält nun Prüfkriterien für die „gleichmäßige“ Beurteilung solcher Rulinganträge.
Auskunftsbescheid. Auskunftsbescheide sind auf die
ausgewählten Rechtsgebiete Umgründungsteuerrecht,
Gruppenbesteuerung und Verrechnungspreise beschränkt und bieten die Möglichkeit, für noch nicht verwirklichte Sachverhalte Rechtsicherheit zu erlangen.
Wesentliche Voraussetzungen sind die tatsächliche
Umsetzung der im Antrag geschilderten Vorgehensweise und eine auch vom Umsatz abhängige Verwaltungsgebühr von maximal EUR 20.000 . Im Gegenzug ist die
bescheidmäßig abgesprochene Gestaltung in Betriebsprüfungen anzuerkennen. Insbesondere bei Verrechnungspreissachverhalten ist zu beachten, dass der Auskunftsbescheid nur für die österreichische Finanzverwaltung bindend ist, nicht aber für ausländische Finanzverwaltungen.
Prüfschema. Die BMF-Information bezieht sich grundsätzlich auf drei Kriterien, welche bei der Prüfung von
Anträgen mit internationalen Bezügen jedenfalls zu
beachten sind. Teilweise handelt es sich dabei auch um
Knock-out-Kriterien bzw sogenannte unerwünschte
Gestaltungen, welche einen Auskunftsbescheid verhindern. Mit dem Hinweis auf unerwünschte Gestaltungen
möchte die Finanzverwaltung dem Umstand Rechnung
tragen, dass sich gerade im Bereich Verrechnungspreise zumeist nicht (nur) die Frage nach der Verrechnungspreismethode stellt, sondern (auch) die Anerkennung der angedachten Konstruktion durch die österreichische Finanzverwaltung.
Wirtschaftliche Substanz. Das erste Kriterium betrifft
die wirtschaftliche Substanz der in Österreich begründeten Tätigkeit, wobei hier von einem Mindestmaß an
Kapital und Personal auszugehen ist, damit die laut
Funktions- und Risikoanalyse zugewiesenen Aufgaben
und Tätigkeiten bewältigt werden können. Da es sich um
einen zukünftig zu verwirklichenden Sachverhalt handelt, muss die Gesellschaft oder Betriebsstätte in Österreich im Zeitpunkt der Antragstellung bzw der Auskunftsbescheiderlassung noch nicht über die entsprechende Ausstattung an Kapital und Personal verfügen.
Der Nachweis der tatsächlichen Umsetzung muss jedoch bei einer möglichen Überprüfung gelingen. Außerdem muss die angedachte Verrechnungspreisgestaltung
in Einklang mit den Verrechnungspreisrichtlinien 2010
wie auch mit den OECD-Verrechnungspreisgrundsätzen
stehen.
Verhältnis zum Ausland. Das zweite Kriterium betrifft
das Verhältnis zum Ausland und bezeichnet die oftmalige Verpflichtung bzw auch die Möglichkeit der österreichischen Finanzverwaltung, die ausländischen Steuerbehörden von in den Anträgen geplanten Sachverhalten
in Kenntnis zu setzen. Im Verhältnis zu anderen EUMitgliedstaaten besteht eine Informationsverpflichtung
Österreichs.
Knock-out-Kriterien. Das dritte Prüfkriterium besteht
aus einer auf Erfahrungen aus bisherigen Rulinganträgen sowie Treu-und-Glauben-Anfragen aufbauenden
Liste von Indizien für unerwünschte Gestaltungen.
Wenngleich eine Beurteilung nach dem Gesamtbild der
Verhältnisse zu erfolgen hat, würde sich der mit der
Antragstellung für den Steuerpflichtigen verbundene
Aufwand regelmäßig nicht auszahlen, wenn die geplante
Gestaltung eines dieser Knock-out-Kriterien enthält.
Dabei handelt es sich etwa die Zwischenschaltung von
Gesellschaften ohne ersichtlichen wirtschaftlichen
Zweck, die Involvierung funktionsloser Gesellschaften in
Niedrigsteuerländern oder Steueroasen, die Nutzung
von Strohmännern oder auch Indizien, die auf Bestechung oder Geldwäsche hindeuten. Positiv ist, dass eine
unerwünschte Gestaltung nicht bereits dann anzunehmen ist, wenn steuerliche Vorteile aufgrund verschiedener Steuerrechtsordnungen erzielt werden können.
Fazit. Eine einheitliche Vorgehensweise bei der Prüfung
von Anträgen für die Erlangung eines Auskunftsbescheids für Verrechnungspreissachverhalte ist grundsätzlich zu begrüßen. Durch Kenntnis der Prüfkriterien
können die Erfolgsaussichten eines Antrags bereits im
Vorfeld erhöht werden. Nachteilig ist freilich der Wegfall
von Verhandlungsspielraum durch die Vorgabe konkreter Anforderungsmerkmale.
Gerald Posautz
gposautz@deloitte.at
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Einkommensteuer
Checkliste Arbeitnehmerveranlagung 2014
Überblick. Arbeitnehmer sind in der Regel nicht verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Durch eine Arbeitnehmerveranlagung kann jedoch oft
Geld vom Fiskus zurückgeholt werden. In den vorliegenden Fällen macht eine Arbeitnehmerveranlagung
jedenfalls Sinn:
 schwankende Gehaltsbezüge ohne Aufrollung durch
den Arbeitgeber
 Arbeitgeberwechsel oder nicht ganzjährige Beschäftigung
 steuerlich absetzbare Ausgaben, wie zB Sonderausgaben, Werbungskosten und außergewöhnliche Belastungen
 Verluste oder Verlustvortrag aus anderen Einkunftsarten
Folgende Positionen können in der Arbeitnehmerveranlagung 2014 geltend gemacht werden:
Absetzbeträge:
 Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag
(EUR 494 bei einem Kind; EUR 669 bei zwei Kindern, zusätzlich EUR 220 für jedes weitere Kind)
 Kinderfreibetrag (EUR 220 bei Inanspruchnahme
durch einen Elternteil; EUR 132 bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile)
 Kinderabsetzbetrag (EUR 58,40/Monat/Kind)
 Unterhaltsabsetzbetrag (EUR 29,20 bis EUR
58,40/Monat/Kind)
Sonderausgaben
 Kirchenbeiträge (bis EUR 400)
 Steuerberaterkosten (unbegrenzt abzugsfähig)
 Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten
in der gesetzlichen Pensionsversicherung (unbegrenzt abzugsfähig)
 Renten und dauernde Lasten (unbegrenzt abzugsfähig)
 Spenden an begünstigte Institutionen (bis zu 10%
der Einkünfte des laufenden Jahres)
 Prämien für freiwillige Personenversicherungen (begrenzt mit Einschleifung)
 Kosten für Wohnraumschaffung und -sanierung
(begrenzt mit Einschleifung)
Werbungskosten
 Pendlerpauschale und Pendlereuro, soweit noch
nicht durch Arbeitgeber berücksichtigt. Das Pendlerpauschale beträgt gestaffelt nach Arbeitsweg bis zu



EUR 2.016 wenn die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zumutbar ist, sonst bis zu EUR 3.672. Bei
Anspruch auf das Pendlerpauschale steht auch ein
Pendlereuro zu; dieser beträgt jährlich zwei Euro pro
Kilometer der einfachen Fahrtstrecke zwischen
Wohnung und Arbeitsstätte.
Beiträge zu Berufsverbänden und Interessensvertretungen und selbst eingezahlte SV-Beiträge (unbegrenzt)
Pflichtversicherungsbeiträge und Zusatzbeiträge für
mitversicherte Angehörige (unbegrenzt)
Werbungskostenpauschale iHv EUR 132 (ohne
Nachweis) wird bereits im Rahmen der Lohnverrechnung berücksichtigt; darüber hinaus, soweit beruflich
veranlasst ua Arbeitskleidung, Arbeitsmittel, Betriebsratsumlage, Computer, Fachliteratur, Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten, Internet, Kosten für doppelte Haushaltsführung und
Familienheimfahrten, Reisekosten sowie Telefon.
Außergewöhnliche Belastungen
 Kinderbetreuungskosten (höchstens EUR 2.300 pro
Kind bis zum 10. Lebensjahr)
 Kosten für die auswärtige Berufsausbildung von
Kindern, wenn im Einzugsbereich des Wohnortes
keine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit besteht
(EUR 110/Monat)
 Krankheitskosten inkl Zahnersatz (Selbstbehalt bis
zu 12 %)
 Kosten iZm eigener Behinderung, Behinderung des
(Ehe-)Partners oder des Kindes (ohne Selbstbehalt)
 Kosten iZm der Beseitigung von Katastrophenschäden (ohne Selbstbehalt)
 Kosten iZm Kuraufenthalten (Selbstbehalt bis zu
12%)
 Kosten für Alters- und Pflegeheim (Selbstbehalt bis
zu 12%)
 Begräbniskosten (Selbstbehalt bis zu 12%)
Belege und Fristen. Belege sind der Arbeitnehmerveranlagung zwar keine beizulegen, diese sind jedoch
sieben Jahre aufzubewahren und auf Verlangen des
Finanzamtes vorzulegen. Für die Arbeitnehmerveranlagung hat der Arbeitnehmer fünf Jahre Zeit, sodass sie
für das Jahr 2010 noch bis 31.12.2015 eingereicht werden kann. Sollte sich aus der Arbeitnehmerveranlagung
eine Steuernachzahlung ergeben, kann der Antrag –
wenn kein Pflichtveranlagungsgrund vorliegt –
zurückgezogen werden.
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NEU Pendlerrechner - erstmals für Arbeitnehmerveranlagungen 2014 anwendbar. Seit
Februar 2014 ist der Pendlerrechner unter
https://www.bmf.gv.at/pendlerrechner/ online. Mithilfe
des Pendlerrechners kann ermittelt werden, ob ein allfälliges Pendlerpauschale inkl des zu berücksichtigenden
Pendlereuro zusteht oder nicht. Der Ausdruck aus dem
Pendlerrechner ist entweder beim Arbeitgeber abzugeben oder für die Einkommensteuerveranlagung des
jeweiligen Jahres aufzubewahren.
Elektronische Abgabe. Möchte man die Arbeitnehmerveranlagung online erledigen und hat man noch
keine Zugangsdaten zu Finanzonline, kann man sich auf
https://finanzonline.bmf.gv.at/fon/ online unter OnlineErstanmeldung anmelden. Die Zugangskennungen
erhält man anschließend per Post (RSa). Vorteile von
FinanzOnline sind die Möglichkeit zur Anwendung rund
um die Uhr, die Möglichkeit zur jederzeitigen Änderung
von personenbezogenen Grunddaten, die OnlineAbfrage des Steuerkontos und des Steueraktes, die
anonyme Steuerberechnung im Vorhinein sowie der
FinanzOnline Einstieg via Handy.
Bankverbindung. Die persönliche Bankverbindung (BIC
und IBAN) sollte in FinanzOnline angegeben werden,
sofern diese dem Finanzamt noch nicht bekannt ist.
Abgabe in Papierform. Bevorzugt man es die Arbeitnehmerveranlagung in Papierform einzureichen, können
die Formulare im InfoCenter des Finanzamtes abgeholt
werden. Auf der Website des BMF (www.bmf.gv.at )
steht überdies ein Bestellservice für die Erklärungsformulare zur Verfügung. Es sollte nicht vergessen werden,
dass für jedes Kind das Formular L1k und bei Auslandseinkünften das Formular L1i mitbestellt werden muss.
Das Formular ist im Original abzugeben, da Kopien
maschinell nicht einlesbar sind.
Viktoria Lang
vlang@deloitte.at
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Tax News
Umsatzsteuer und Zoll
Zollvergünstigungen bei Importen durch
autonome Zollaussetzungen
Überblick. Mit Verordnung (EU) 1341/2014 wurden ab
dem 1.1.2015 auf bestimmte Waren des Zolltarifs neue
Zollaussetzungen eingeführt. Mit den Zollaussetzungen
soll Unternehmen in der EU die Möglichkeit gegeben
werden, bestimmte landwirtschaftliche Erzeugnisse und
gewerbliche Waren abgabenbegünstigt einzuführen, die
in der EU nicht produziert werden oder nicht in der erforderlichen Qualität oder Menge erhältlich sind. Für die
Dauer der Aussetzung wird der Regelzoll für unbegrenzte Mengen der eingeführten Waren entweder gar nicht
(„Zollbefreiung“) oder nur teilweise („Zollermäßigung“)
erhoben. In besonderen Fällen können Zollaussetzungen während ihrer Geltungsdauer auch auf eine bestimmte Einfuhrmenge begrenzt werden („Zollkontingente“).
Voraussetzungen. Zollaussetzungen können für Rohstoffe, Halbfertigwaren und Bauteile, nicht aber für Fertigerzeugnisse gewährt werden. Als Fertigerzeugnisse
gelten Waren, die in der EU keiner wesentlichen Beoder Verarbeitung unterzogen werden bzw sich in einem
an den Endnutzer verkaufsfertigem Stadium befinden. In
Ausnahmefällen können jedoch Aussetzungen auch für
Fertigerzeugnisse gewährt werden, sofern diese im
Produktionsprozess für die Herstellung von Waren in der
EU verwendet werden oder wenn entsprechende Fertigerzeugnisse als Vormaterialien in Endprodukte einfließen. Der Antragsteller muss hinreichende Informationen
darüber liefern, dass sein Unternehmen unmittelbar
zuvor erfolglos versucht hat, die betreffenden Waren
oder gleichartige Ersatzwaren von möglichen Lieferanten in der EU zu beziehen und dass der Betrag der
Zollersparnis jährlich EUR 15.000 übersteigt. Als zusätzliche Voraussetzung darf der Einfuhr kein Ausschließlichkeitsvertrag zugrunde liegen, der andere Unternehmen als den Antragsteller daran hindert, die beantragten
Waren zu importieren.
zung führen. Sobald eine Zollaussetzung gewährt wurde, kann jeder Wirtschaftsbeteiligte in der EU die Zollbefreiung bzw Ermäßigung in Anspruch nehmen.
Praxishinweis. Da die Anträge vor der Weiterleitung an
die Kommission zunächst von den Zentralstellen der
Mitgliedstaaten geprüft werden müssen, sollte bei der
Übermittlung der Anträge seitens der Unternehmen
ausreichend Zeit (mindestens acht Wochen) für die
Begutachtung eingeplant werden. Aktuell anhängige
Anträge auf Zollaussetzungen und Kontingente sowie
der Stand der Verhandlungen – bspw für bestimmte
Lithium-Ionen-Akkumulatoren, Ultraschallparksensoren
oder Wechselrichter für die Antriebsmotorsteuerung von
Elektrofahrzeugen – können der „Suspensions“Datenbank auf den Webseiten der Europäischen Kommission entnommen werden.
Eduard Kurz
ekurz@deloitte.at
Antragsverfahren. Anträge auf Zollaussetzungen sind
in jedem Mitgliedstaat von den betroffenen Unternehmen zentral einzureichen. In Österreich ist hierfür das
Bundesministerium für Finanzen (Abteilung IV/8) zuständig. Die Mitgliedstaaten prüfen die Anträge auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben und leiten diese
im Namen der Antragsteller an die Europäische Kommission weiter. Neuanträge werden von der Europäischen Kommission zweimal jährlich (15. März und 15.
September) entgegengenommen. Nach positiver Prüfung der wirtschaftlichen Voraussetzungen durch die
Kommission werden die Zollaussetzungen mittels Verordnung verlautbart. Die März-Anträge können dabei
frühestens im Folgejahr am 1. Jänner und die September-Anträge frühestens am 1. Juli zu einer Zollausset-
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Einkommensteuer
Einkommensteuerrichtlinien Wartungserlass
2015 in Begutachtung
Überblick. Der kürzlich vom Bundesministerium für
Finanzen veröffentlichte Begutachtungsentwurf des
Wartungserlasses zu den Einkommensteuerrichtlinien
2000 enthält mehrere Klarstellungen, von denen die
bedeutendsten nachfolgend näher dargestellt werden
sollen:
Fruchtgenussvereinbarungen. Einkünfte aus einem
Fruchtgenuss sind dem Berechtigten als eigene Einkünfte zuzurechnen, wenn er auf die Einkünfterzielung wirtschaftlich Einfluss nimmt und die Nutzungsmöglichkeit
nach eigenen Intentionen gestaltet. Eine Einflussnahme
auf die Einkünfteerzielung ist allerdings noch nicht gegeben, wenn bloß bereits abgeschlossene Mietverträge
aufrecht erhalten werden oder Investitionsentscheidungen bloß im Rahmen einer Wohnungseigentümergemeinschaft mitgetroffen werden (Rz 111).
Abbruchkosten eines Gebäudes. Bei Abbruch eines
noch verwendbaren Gebäudes, sind die Abbruchkosten
und der Restbuchwert sofort abzugsfähig, wobei es
unbeachtlich ist, ob das Gebäude in Abbruchabsicht
erworben wurde oder nicht (Rz 2618).
Wald als forstwirtschaftlicher Betrieb. Ein Wald ist
auch dann als forstwirtschaftlicher Betrieb anzusehen,
wenn über Jahre keine Bewirtschaftung erfolgt, weil das
natürliche Wachstum der Bäume zu einem Wertzuwachs
führt. Die Veräußerung stellt die abschließende Nutzung
dar; das stehende Holz ist daher im Rahmen der Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft zu versteuern, es
sei denn, es ist von einem Liebhabereibetrieb auszugehen. Stellt der veräußerte Wald den gesamten Betrieb
dar, liegt eine Betriebsveräußerung iSd § 24 EStG vor
(Rz 4200a).
Verlustvortrag bei unentgeltlicher Betriebsübertragung von Todes wegen. Im Rahmen einer unentgeltlichen Übertragung von Todes wegen kommt ein Übergang des Verlustvortrages auf jenen Rechtsnachfolger
in Betracht, der den verlustverursachenden Betrieb zu
Buchwerten übernommen hat. Dabei ist es unerheblich,
ob der Betrieb im Wege der Gesamtrechtsnachfolge
(Erbschaft) oder Einzelrechtsnachtfolge (Legat oder
Schenkung auf den Todesfall) von Todes wegen übergeht. Ab der Veranlagung 2013 noch offene Verlustvorträge des Erblassers sind in weiterer Folge ausschließlich beim betriebsübernehmenden Erben zu berücksichtigen (Rz 4537a ff).
einen Einlagevorgang aufzuspalten. In Höhe der Quote
der übrigen Gesellschafter liegt selbst dann ein grundsätzlich steuerpflichtiger Tausch vor, wenn lediglich das
variable Kapitalkonto berührt wird. Bei nahen Angehörigen kann jedoch im Ausmaß der Fremdquote von einer
Schenkung ausgegangen werden, wenn auch das variable Kapitalkonto der anderen (beschenkten) Gesellschafter entsprechend der jeweiligen Substanzbeteiligung anteilig erhöht wird (RZ 5927a und 5927b).
Kommanditgesellschaft. Eine kapitalistische Beteiligung an einer KG vermittelt keine Erwerbstätigkeit. Wird
eine solche mitunternehmerische Beteiligung abgeschichtet, ist die Abschichtung mangels Einstellung der
Erwerbstätigkeit nicht nach § 37 Abs 5 Z 3 EStG (Hälftesteuersatz bei außerordentlichen Einkünften aus einer
Betriebsveräußerung) begünstigt. Der Komplementär
einer Mitunternehmerschaft ist dagegen auch dann
erwerbstätig, wenn er tatsächlich keine Tätigkeit ausübt
(Rz 7321).
Altersbedingte Einstellung der Erwerbstätigkeit. Ist
zum Zeitpunkt der Betriebsveräußerung oder -aufgabe
von vornherein die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit
beabsichtigt, kann nicht von einer Einstellung gesprochen werden, sodass die Begünstigung nicht zum Tragen kommt. Da nach dem Gesetzeszweck nur die endgültige altersbedingte Einstellung der Erwerbstätigkeit
begünstigt ist, ist eine spätere Wiederaufnahme einer
solchen schädlich und stellt ein rückwirkendes Ereignis
iSd § 295a BAO dar (Rz 7322).
Fazit. Neben der Einarbeitung neuer Rechtsprechung
wurden im Begutachtungsentwurf insbesondere auch
die gesetzlichen Änderungen durch das AbgÄG 2014
das 2. AbgÄG 2014 berücksichtigt. Inwieweit der Entwurf im Zuge der Begutachtung noch geändert wird,
bleibt abzuwarten.
Gideon Tenner
gtenner@deloitte.at
Einlage in eine Personengesellschaft. Die Einlage
eines Wirtschaftsgutes in eine Personengesellschaft
nach dem 30.9.2014 ist in einen Veräußerungs- und
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Tax News
Vermögensanlage und Privatstiftung
2015 bringt Änderungen in der Immobilienbesteuerung
Überblick. Mit dem 2. Abgabenänderungsgesetz 2014
erfolgten unter anderem Anpassungen im Bereich der
Immobilienbesteuerung. Änderungen ergeben sich insbesondere für die Hauptwohnsitzbefreiung und die Besteuerung bei Umwidmungen.
Hauptwohnsitzbefreiung. Mit dem 1. Stabilitätsgesetz
2012 wurde ab 1.4.2012 eine allgemeine Steuerpflicht
für private Immobilienveräußerungen eingeführt. Unabhängig davon, ob ein Alt- oder Neufall vorliegt, können
jedoch unter bestimmten Voraussetzungen private Immobilien auch weiterhin steuerfrei veräußert werden. So
ist beispielsweise eine private Immobilienveräußerung
gemäß der Hauptwohnsitzbefreiung steuerfrei, wenn:
 die Immobilie dem Veräußerer ab der Anschaffung
bis zur Veräußerung für mindestens zwei Jahre
durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat und der
Hauptwohnsitz aufgegeben wird, oder
 die Immobilie dem Veräußerer innerhalb der letzten
zehn Jahre vor der Veräußerung mindestens fünf
Jahre durchgehend als Hauptwohnsitz gedient hat
und der Hauptwohnsitz aufgegeben wird.
Für die Anwendbarkeit des ersten Tatbestandes der
Hauptwohnsitzbefreiung ist die durchgehende Nutzung
der Immobilie als Hauptwohnsitz von der Anschaffung
bis zur Veräußerung erforderlich. Diesbezüglich hat der
Gesetzgeber mit 2. AbgÄG 2014 präzisiert, dass im
Falle der Anschaffung eines unbebauten Grundstückes
mit späterer Errichtung eines Eigenheimes diese Frist
nicht ab dem Zeitpunkt der Anschaffung des Grund und
Bodens, sondern erst ab dem Zeitpunkt der Fertigstellung des Gebäudes zu laufen beginnt. Dies ist neben
der Errichtung von Einfamilienhäusern insbesondere
auch für Bauträgerprojekte relevant.
Pauschale Einkünfteermittlung. Bei der Veräußerung
von am 31.3.2012 nicht steuerverfangenen Grundstücken (Altfälle), kommen seit dem 1.4.2012 pauschale
Einkünfteermittlungsvorschriften zur Anwendung. Erfolgte nach dem 31.12.1987 bzw seit dem letzten entgeltlichen Erwerb eines Grundstückes eine Umwidmung in
Bauland, werden dabei die Anschaffungskosten mit 40%
des Veräußerungserlöses fingiert, womit sich effektiv
eine Steuerbelastung von 15% des Veräußerungserlöses ergibt. Gemäß § 30 Abs 4 Z 1 EStG gilt als Umwidmung eine Änderung der Widmung, die nach dem
letzten entgeltlichen Erwerb stattgefunden hat und die
erstmals eine Bebauung ermöglicht, die in ihrem Umfang im Wesentlichen der Widmung als Bauland oder
Baufläche im Sinne der Landesgesetze auf dem Gebiet
der Raumordnung entspricht.
schalsatz auch anzuwenden, wenn eine spätere Umwidmung in engem zeitlichen und wirtschaftlichen Zusammenhang mit der Veräußerung stand (=schädliche
Umwidmung). Gemäß dem Gesetzeswortlaut des 2.
AbgÄG 2014 liegt nunmehr eine „schädliche“ Umwidmung vor, wenn eine Umwidmung in wirtschaftlichem
Zusammenhang innerhalb von fünf Jahren nach der
Veräußerung erfolgt, oder wenn eine Kaufpreiserhöhung
auf Grund einer nachfolgenden Umwidmung („Earn
Out“) wirksam wird. Beide Tatbestände stellen ein rückwirkendes Ereignis gemäß § 295a BAO dar, weshalb
eine entsprechend zu niedrige ImmoESt in der Veranlagung zu korrigieren ist. Die Beurteilung liegt damit nicht
im Verantwortungsbereich des Parteienvertreters
(Rechtsanwalt/Notar), der die Immobilienertragsteuer
selbstberechnet bzw die Höhe der besonderen Vorauszahlung ermittelt.
In allen anderen Altfällen (keine Umwidmung) sind im
Ergebnis 14% des Veräußerungserlöses zu versteuern,
wodurch sich eine effektive Steuerbelastung von 3,5%
des Veräußerungserlöses ergibt. Abweichend von der
pauschalen Einkünfteermittlung kann – wie bisher –
auch für Altvermögen eine konkrete Ermittlung des
Veräußerungsüberschusses erfolgen, dh in das neue
System hineinoptiert werden.
Veräußerung von zum Teilwert eingelegten Grundstücken. In § 30 Abs 6 EStG wurde nunmehr mit dem 2.
AbgÄG 2014 eine dem § 4 Abs 3a Z 4 EStG entsprechende Bestimmung aufgenommen, um Bewertungsdifferenzen – Unterschied zwischen dem Einlagewert und
den niedrigeren Anschaffungskosten – auch steuerlich
erfassen zu können, wenn das in der Vergangenheit
zum Teilwert eingelegte Grundstück zwischenzeitlich
bereits entnommen und aus dem Privatvermögen veräußert wird.
Fazit. Das 2. AbgÄG 2014 brachte im Bereich der Immobilienbesteuerung einige wichtige Klarstellungen und
Detailänderungen. So werden insbesondere „Häuslbauer“ und Wohnungskäufer bei Bauträgerprojekten dankbar über die Änderungen zur Hauptwohnsitzbefreiung
sein. Ebenso werden die Präzisierungen zum Umwidmungsfall zu größerer Rechtsicherheit in diesem Bereich
beitragen.
Florian Woditschka
fwoditschka@deloitte.at
Nach bisherigem Gesetzeswortlaut war dieser Pau-
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Tax News
Kurz-Infos
Kurz-News Payroll und Expatriates
Antraglose Auszahlung der Familienbeihilfe ab Mai 2015
Überblick. Anlässlich der Geburt eines Kindes soll es bei der Auszahlung der Familienbeihilfe zu
einer Verwaltungsvereinfachung für Bürger und Finanzverwaltung kommen.
Kein Antrag notwendig. Liegen bei Geburt eines Kindes alle Anspruchsvoraussetzungen zur Gewährung der Familienbeihilfe, sowie die entsprechenden Personenstandsdaten und Auszahlungsinformationen vor, wird diese ab voraussichtlich Mai 2015 automationsunterstützt ausgezahlt. Es wird
daher keine separate Antragstellung durch die Eltern bei Geburt ihrer Kinder mehr notwendig sein.
Automatische Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen. Die Anspruchsvoraussetzung für
den Bezug der Familienbeihilfe soll daher zukünftig mittels externem Datenabgleich mit zB: dem
Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsanstalten sowie den Daten aus dem Zentralen Personenstandsregister erfolgen. Liegen alle Voraussetzungen aufgrund dieses Datenausgleichs
vor, wird die Familienbeihilfe gewährt und zeitgleich die betreffende Person über die Gewährung
informiert. Bei Fehlen von Daten werden diese mittels Informationsschreiben an die Eltern nachgefordert. Auf die automationsunterstütze Gewährung der Familienbeihilfe besteht jedoch kein Rechtsanspruch.
Steuertermine im April 2015
Am 15.4.2015 sind ua fällig:

Umsatzsteuervorauszahlung für Februar

2015.

Normverbrauchsabgabe für Februar 2015.

Kapitalertragsteuer für Kapitalerträge aus
Dienstgeberbeitrag zum Familienbeihilfenausgleichsfonds für März 2015.

Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag für März
2015.
Forderungswertpapieren für Februar 2015.

Kommunalsteuer für März 2015.
Elektrizitäts-, Kohle- und Erdgasabgabe für

Abzugsteuer gem § 99 EStG für März 2015.
Februar 2015.

U-Bahn Steuer für Wien für März 2015.

Werbeabgabe für Februar 2015.

Sozialversicherung für Dienstnehmer für

Lohnsteuer für März 2015.

März 2015.
Am 30.4.2015 ist fällig (soweit erforderlich):

Stabilitätsabgabe plus Sonderbeitrag für das zweite Quartal 2015.
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Tax News
Kurz-Infos
World Tax Advisor
World Tax Advisor vom 13.3.2015 behandelt insbesondere das veröffentlichte Budget 2015/2016 (ua diverse Steuersatzänderungen, Klarstellungen bei mittelbaren Aktienverkäufen, Missbrauchsbestimmungen) in Indien, die Verschärfung der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Einkommensteuergebarung (auch bei Expats) in China, die neuen
Richtlinien zur beschränkten Steuerpflicht von Steuerausländern in Griechenland, das veröffentlichte Budget 2015/2016
(ua Änderungen zur Konzernbesteuerung) in Hong Kong, die neuen Missbrauchs- und finanzstrafrechtlichen Bestimmungen in Italien, die Verlängerung bestimmter Fristen zur elektronischen Vorlage von Buchhaltungsaufzeichnungen in
Mexiko, die Neuregelung zur Entlastung von Dividendenquellensteuern in den Niederlanden, das veröffentlichte Budget
2015 (ua F&E Förderung, Investitions- und Ansiedelungsanreize, Verlängerung des M&A Regimes) in Singapur, das
veröffentlichte Budget 2015 (ua CFC Regelungen, Abzugssteuern, Regelungen von Hedge-Fonds, Anhebung von Einkommensteuersätzen) in Südafrika sowie die Änderungen bei den maßgebenden Zinssätzen bei Konzernfinanzierungen
in der Schweiz.
World Tax Advisor vom 27.3.2015 behandelt insbesondere die generelle Darstellung der Anforderungen zur Erzielung
einer Quellensteuerreduktion im DBA-Fall bzw zur richtlinienkonformen Entlastung in Kroatien, die Neureglung von ausländischen Direktinvestitionen in Chile, den Entwurf zur umfassenden Steuerreform von Costa Rica (ua Umstellung auf
das Welteinkommensprinzip, Besteuerung von Kapitaleinkommen, Übernahme von BEPS-Regelungen, Neuregelung der
Umsatzsteuer), das von der EU veröffentlichte Maßnahmenpaket zur Steuertransparenz (ua automatischer Informationsaustausch bei Steuervorbescheiden), Einschränkungen zur steuerlichen Absetzbarkeit von Aufwendungen (ua bei
Zahlungen an in nicht kooperativen Staaten ansässige Personen, Verletzung von Verrechnungspreisvorschriften, Briefkastengesellschaften) in Griechenland, höchstgerichtlicher Entscheid zur Qualifikation von Erfolgsprämien im Finanzdienstleistungssektor als quellensteuerpflichtige Einkünfte aus technischen Dienstleistungen in Indien, in Indonesien
veröffentlichte Richtlinien zur Durchführung abkommensrechtlicher Verständigungsverfahren, Energiesteuer-Zuschlag in
Italien verfassungswidrig, höchstgerichtliche Entscheidung zur Besteuerung von Lizenz-/Patentzahlungen in Korea sowie
Abänderung der Devisenbeschränkungen in der Ukraine.
Veröffentlichungshinweis
Unternehmenssanierung, Restrukturierung und
Fortbestehensprognose
Hohendanner/Schreiner (Hrsg.)
Linde Verlag
ISBN 9783707329117
Eine der spürbarsten Nachwirkungen der Finanzkrise stellen die erheblich
gestiegenen Herausforderungen an Unternehmen dar. Ein immer schnellerer
Wandel und Konjunktureinbrüche können allzu rasch dazu führen, dass ein
Unternehmen in die Krise gerät. Umso wichtiger ist ein praxisrelevanter Leitfaden zur Erarbeitung und Ausgestaltung finanzwirtschaftlicher Sanierungen
von Unternehmen samt dem damit einhergehenden Sanierungsprozess.
Ausgehend von allgemeinem Basiswissen zur Unternehmenskrise (Definition,
Krisenarten sowie Krisenverlauf mit Ursachen und Symptomen) werden die
grundlegenden Auslöser, Zielsetzungen und kritischen Erfolgsfaktoren von
Sanierungen vermittelt, daneben findet das stetig an Bedeutung gewinnende
Eigenkapitalrecht eine genauere Betrachtung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Sanierungsmanagement. Besonders
eingehend werden die Fortbestehungsprognose und diverse Finanzierungsinstrumente in der Krise zur Überwindung bzw. Beseitigung der Überschuldung
und Zahlungsunfähigkeit behandelt.
© Deloitte Tax Wirtschaftsprüfungs GmbH | Nr 3/2015 | 18
Tax News
Kurz-Infos
Veranstaltungshinweise
Datum
Veranstaltungstitel
Ort
Zeit
13.4.2015
Energieeffizienzgesetz
Wien
17:00 Uhr
13. & 14.4.2015
Fördergelder 2015
Wien
Ganztags
14.4.2015
Sonderformen der Entsendung
Wien
08:30 Uhr
21.4.2015
Liechtensteinische Stiftungen
Wien
13:00 Uhr
22.4.2015
Steuerlich fit in die Festivalsaison
Wien
12:00 Uhr
28.4.2015
Umsatzsteuer und Zoll bei Kauf, Verkauf, Standortverlagerung,
Reparatur und Wartung von Luftfahrzeugen
Wien
08:30 Uhr
7.-8.5.2015
RECON 2015
Loipersdorf
ganztags
23.9.2015
10. Wiener Symposium zum Wirtschafts- und Finanzstrafrecht
Wien
09:00 Uhr
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Seite. „To be the Standard of Excellence" – für rund 20-0.0-00 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.
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Deloitte Tax
Wirtschaftsprüfungs
| Nr
3/2015 | 19
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