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Ausgabe 1, 2015
Corporate Governance
•Kodex-News
Rechnungslegung
•Auf der Zielgeraden
Reporting
•Integrated Reporting
kommt in Fahrt
Studie
•Zuversicht und Skepsis
Studie
Zuversicht und Skepsis
18. weltweite CEO-Befragung
Stimmung in Deutschlands Vorstandsetagen unter weltweitem Durchschnitt
Belebung der Welt-Konjunktur im Jahr 2015? Damit rechnen weniger Top-Manager als im vergangenen Jahr. Die Zuversicht fürs
Wachstum des eigenen Unternehmens bleibt jedoch welt­weit stabil. Das gilt auch für die Jahresprognose der deutschen Top-Manager:
35 % (2014: 33 %) sind sehr zuversichtlich, in den kommenden zwölf Monaten Wachstum zu erzielen. Trüb ist die Aussicht für die
nächsten 36 Monate, wie der aktuelle CEO Survey von PwC zeigt.
Bereits zum 18. Mal befragte PwC im Vorfeld des Welt­wirtschafts­forums in Davos rund 1.300 Top-Manager aus 77 Ländern.
Demnach sehen 70 % der deutschen Führungs­kräfte mittelfristig mehr Gefahren als Chancen für das Wachstum des eigenen
Unternehmens – so viele wie nirgendwo sonst in der Welt. Der breite Optimismus des Vorjahrs ist einer gewissen Skepsis
gewichen.
Fast jeder fünfte Manager weltweit rechnet für dieses Jahr mit einer Ver­schlechterung der Konjunktur, das sind mehr als doppelt
so viele wie 2014. Nur 37 % (2014: 44 %) hoffen auf eine Belebung, 44 % gehen von einer un­veränderten Lage aus. Der größte
Optimismus herrscht in Asien-Pazifik. 45 % der dortigen Manager erwarten eine positive Ent­wicklung der Welt-Konjunktur, nur
16 % der west- und osteuropäischen Manager sehen das ebenso.
Im Vergleich zu den Managern der Nachbarstaaten ist das deutsche Ergebnis trotz rückläufiger Optimismus-Werte deutlich
positiver: Hierzulande zeigten sich 33 % der Befragten zu­versichtlich (2014: 40 %), 12 % äußerten sich pessimistisch (2014: 9 %)
zur Entwicklung der weltweiten Konjunktur. Am zuversichtlichsten sind Manager in Indien (59 %), China (46 %) und Mexiko
(42 %).
Während das Vertrauen in die Stärken des eigenen Unter­nehmens stabil bleibt, bereiten den CEOs vor allem die Rahmen­­
bedingungen weltweit große Sorgen. 59 % der Manager sehen mehr Gefahren für ihre Wachstumsziele als vor drei Jahren. 78 %
und damit so viele wie nie in den vergangenen 18 Jahren sorgen sich wegen der Überregulierung, in Deutschland sind es sogar
90 %. 72 % der CEOs weltweit (62 % in Deutschland) fürchten die Folgen der defizitären Staats­haushalte, ebenfalls 72 % nannten
die geopolitische Situation (77 % in Deutschland).
Bei den unternehmerischen Risiken bleibt der Fachkräftemangel mit 73 % der Nennungen Top-Risiko-Thema. Cyber-Attacken, im
vergangenen Jahr mit 48 % nicht einmal von jedem zweiten Manager genannt, stiegen auf 61 % und belegen Platz 2 der Risiken.
Für deutsche Manager steht das Cyber-Thema mit 65 % der Nennungen sogar auf Platz 1 (2014: 61 %). Weltweit folgen die
Risiken verändertes Verbraucher­verhalten (60 %), Energie­kosten (59 %) und die Geschwindigkeit technologischer
Entwicklungen 58 % (2014: 47 %).
Auf die Geschwindigkeit, mit der neue Technologien ganze Branchen und Märkte umwälzen, reagieren die Manager mit einer
Neuausrichtung der Unternehmensstrategie: 81 % sehen in mobilen Technologien das wichtigste Thema der nahen Zukunft,
gefolgt von Datenerhebungen und -analysen (80 %), Cyber-Sicherheit (78 %), sozialen Medien (61 %) und Cloud Computing
(60 %).
Die befragten deutschen Manager sind deutlich skeptischer, wenn es um neue Technologien geht – obwohl sich die hiesigen
Unternehmen laut CEO Survey eine gute Ausgangsposition geschaffen haben. Überdurchschnittlich viele Manager aus
Deutschland pflegen zum Beispiel eine enge oder zumindest informelle Kooperation mit Lieferanten (57 %), Kunden (59 %),
Unternehmen anderer Branchen und sogar Mit­bewerbern (jeweils 45 %). Solche externen Partnerschaften sind für die TopManager weltweit eine der Grund­voraussetzungen, das erforderliche technologische Know-how für die Heraus­forderungen des
digitalen Zeitalters zu bekommen und Zugang zu neuen Kundengruppen zu erhalten. Jeder zweite befragte Manager aus
Deutschland stimmt dieser These zu.
Jeder zweite Top-Manager weltweit und in Deutschland rechnet damit, dass in den kommenden drei Jahren neue Wettbewerber
aus anderen Branchen in den eigenen Markt eindringen werden. 33 % vermuten, dass vor allem Unternehmen aus der
Technologie-Branche zu Konkurrenten werden. Ein Drittel der befragten Unternehmen weltweit ist bereits in neuen Branchen
aktiv geworden, weitere 21 % sind auf dem Weg dahin. Deutsche Manager bleiben deutlich zurückhaltender: Während immerhin
10 % der deutschen Unternehmen bereits in neuen Märkten aktiv wurden, beschäftigen sich nur 10 % mit der Erweiterung des
Tätigkeitsfelds. 64 % der deutschen Unter­nehmen und damit so viele wie sonst nirgendwo auf der Welt planen so einen Schritt
gar nicht.
Nur 16 % der befragten deutschen Manager erwarten, dass zum Beispiel 3D-Drucker oder Online-Kunden­bindungs-Tools
Veränderungen für das eigene Unternehmen bringen werden – auch das ist der weltweit niedrigste Wert. Neue Technologien
wollen nur 17 % der befragten deutschen Manager (weltweit 56 %) für riskante Geschäfts­entscheidungen nutzen, nur 30 %
(welt­weit 63 %) für strategische Ent­scheidungen. Während es für 75 % der Manager weltweit eine Aufgabe aller Mitarbeiter ist,
digitale Innovationen in die Praxis umzusetzen, stimmen dieser Aussage nur 48 % der deutschen Befragten zu.
Etwas optimistischer sind die Top-Manager, wenn es um das Umsatz­wachstum des eigenen Unternehmens im Jahr 2015 geht:
Weltweit sind 39 % sehr zuversichtlich, so viele wie im ver­gangenen Jahr (siehe Abbildung). Von den deutschen Managern
äußern sich 35 % sehr zuversichtlich, den Umsatz steigern zu können (2014: 33 %).
Auf der Suche nach wachstums­trächtigen Exportzielen sind sich die Top-Manager weltweit einig: 38 % (2014: 30 %) nennen die
Vereinigten Staaten von Amerika als ihren Wachstumsmarkt Nummer eins. Damit überholt das Land den langjährigen
Spitzenreiter China mit 34 % der Nennungen (2014: 33 %). Mit zwei Prozentpunkten mehr (19 %) be­hauptet Deutschland Platz
3, während Großbritannien auf 11 % (2014: 10 %) kommt und Brasilien mit 10 % (2014: 12 %) auf Platz 5 verdrängt.
Unverändert ist die Prognose zu den Einstellungsplänen: Jeder zweite be­fragte Manager stellt einen Ausbau der Belegschaft in
Aussicht, 21 % planen eine Reduzierung. In Deutschland sind die Umfragewerte leicht gefallen: 41 % (2014: 50 %) wollen die
Zahl der Mit­arbeiter erhöhen, 28 % (2014: 21 %) haben vor, sie zu senken. Weltweit gewinnt die breitgefächerte Qualifikation
neuer Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung. Das gaben 81 % der Manager an (Deutschland: 67 %). 71 % (Deutschland: 65 %)
achten darüber hinaus aktiv auf mehr Vielfalt in Bezug auf Herkunft, Branchenerfahrung und Alter (Diversity). Dafür gibt es
einen Grund: 85 % der Manager (Deutschland: 69 %), in deren Unternehmen eine Diversity-Strategie verfolgt wird, ver­
zeichneten höhere Erträge.
Mehr unter www.pwc.com/ceosurvey.
Abb. CEOs mit größerem Optimismus für eigenes Wachstum als für Welt-Konjunktur
55
50
45
40
30
25
20
15
10
5
Belebung der Welt-Konjunktur
sehr zuversichtlich, Wachstum zu erzielen (12 Monate)
sehr zuversichtlich, Wachstum zu erzielen (36 Monate)
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
0
2004
Antworten in %
35
Corporate Governance
Kodex-News
Änderungsvorschläge zum Deutschen Corporate Governance Kodex veröffentlicht
Fokus: Zeiteinsatz und Amtsdauer der Aufsichtsräte
In diesem Jahr wird es wieder Änderungen am Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) geben. Die dafür zu­ständige
Regierungskommission machte am 25. Februar 2015 Vorschläge, die bis zum 1. April 2015 kommentiert werden können.
Im Fokus der wenigen Änderungen steht wieder einmal der Aufsichtsrat. Vor allem geht es um den Faktor Zeit. So soll die
Empfehlung in Ziff. 5.4.1 Abs. 2 DCGK erweitert werden, nach der sich der Aufsichtsrat Ziele für seine eigene Besetzung vor­
nehmen soll. Ein neues Ziel wäre künftig eine vom Gremium festzulegende Begrenzung der Zu­gehörigkeitsdauer für Aufsichts­
rats­mitglieder.
Zwar erkennt die Regierungskommission an, dass mehrere Amts­perioden bei Aufsichts­ratsmitgliedern eine größere Expertise
hinsichtlich des Unternehmens mit sich bringen können. Allerdings steige auch die Gefahr der „Betriebs­blindheit“. Die
Kommission spricht sich daher für eine stetige Erneuerung des Gremiums aus, die mit der vor­geschlagenen Empfehlung
befördert werden soll.
Darüber hinaus will die Regierungs­kommission betonen, dass Aufsichts­ratsmitglieder für ihr Amt ausreichend Zeit benötigen.
Darauf müsse nicht nur bei Aufsichtsratsmitgliedern geachtet werden, die gleichzeitig aktive Vor­stands­mitglieder in einem
anderen Unternehmen sind. Die Kommission verzichtet darauf, eine Empfehlung hinsichtlich der maximalen Mandatszahl
auch derjenigen Aufsichtsratsmitglieder zu geben, die keinem Vorstand an­gehören. Vielmehr soll in Ziff. 5.4.1 DCGK eine neue
Empfehlung auf­genommen werden. Demnach soll der Auf­sichts­rat den Kandidaten den zu erwartenden Zeitaufwand zur
qualifizierten Wahrnehmung des Mandats mitteilen.
Die Regierungskommission will mit dieser Empfehlung das Bewusstsein für die zeitlichen Belastungen schärfen, die mit einem
Aufsichtsratsmandat ver­bunden sind. Dass ein Aufsichts­rats­mitglied künftig trotzdem zu wenig Zeit für sein Amt auf­bringen
kann, thematisiert die dritte Neuerung.
Bisher sah Ziff. 5.4.7 DCGK nämlich vor, dass im Bericht des Aufsichtsrats ver­merkt werden soll, falls ein Mitglied an weniger als
der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats teil­genommen hat. Nun wird empfohlen, generell zu berichten, „falls ein Mitglied des
Aufsichtsrats die zeitliche Erwartung im Wesentlichen nicht erfüllt hat“. Darüber hinaus soll immer dann berichtet werden, wenn
ein Mitglied an der Hälfte der Sitzungen oder weniger persönlich teilgenommen hat. Schriftliche Stimm­abgaben gelten nicht
mehr als Sitzungsteilnahme. Begründung der Kommission: Aufgrund der hohen Bedeutung der Aufsichts­ratsarbeit sei es
besonders wichtig, dass ein Mitglied sich auch in den ergebnis­offenen und unterschiedliche Stand­punkte abwägenden
Kommunikations­prozess im Aufsichtsrat einbringe.
Die Teilnahme per Telefon- oder Video­konferenz soll als persönliche Teilnahme gelten. Gezählt werden nur die Sitzungen des
Plenums, nicht die der Ausschüsse.
Mit den Vorschlägen will die Regierungs­kommission aus­drücklich die Ver­antwortung des Aufsichtsrats betonen und das
Vertrauen in seine Arbeit stärken. Kritisch sieht die Kommission dagegen regulatorische Tendenzen, die der Hauptversammlung
zusätzliche Kompetenzen übertragen wollen, zum Beispiel die verbindliche Entscheidung über das Vorstands­vergütungs­system.
Außerdem schlägt die Kommission einige sprachliche An­passungen und Kürzungen sowie klarere Formulierungen vor. Das gilt
zum Beispiel für die Empfehlung, dass Rechts­geschäfte der Gesellschaft mit einer Person oder einem Unternehmen, die bzw. das
einem Vorstandsmitglied nahesteht, der Zustimmung des Auf­sichts­rats bedürfen, wenn es sich nicht um gewöhnlichen Geschäfts­
verkehr handelt.
Auch wird klargestellt, dass der Auf­sichts­rat über den bestehenden Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte hinaus
gegebenenfalls im Einzelfall Zustimmungsvorbehalte festlegen kann.
Rechnungslegung
Auf der Zielgeraden
Regierungsentwurf des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) veröffentlicht
Nur wenige Änderungen gegenüber Referentenentwurf
Kurz nach dem Jahreswechsel beschloss die Bundesregierung den Regierungsentwurf (RegE) des Gesetzes zur Umsetzung der
neuen EU-Bilanzrichtlinie. Im Vergleich zum Referenten­entwurf (RefE) des vergangenen Sommers gab es nur wenige Änderungen.
Das BilRUG soll unter anderem Erleichterungen für kleinere Unter­nehmen schaffen. Darum wundert es nicht, dass die im RefE
angehobenen Größenkriterien für die Einordnung kleiner, mittelgroßer und großer Kapitalgesellschaften bzw. haftungs­
beschränkter Personen­handels­gesellschaften beibehalten werden und für kleine und mittelgroße Gesellschaften Er­leichterungen
bei den Berichtspflichten im Anhang vorgesehen sind.
Der RegE nimmt im Vergleich zum RefE meist nur kosmetische Änderungen vor. Trotz geringfügiger sprachlicher An­passungen
bleibt es zum Beispiel bei der Ausweitung der gesetzlichen Definition des Begriffs „Umsatzerlöse“. Demnach sind Umsatz­erlöse
auch Erträge aus dem Verkauf von Produkten und Dienst­leistungen, die nicht zur gewöhnlichen Geschäftstätigkeit gehören.
Zu den wenigen wesentlichen materiellen Anpassungen gehören insbesondere die Änderungen im Zusammen­hang mit den
Tat­bestands­voraussetzungen, bei deren Vorliegen (Tochter-)Kapital­gesellschaften bzw. haftungsbeschränkte (Tochter-)Personen­
handelsgesellschaften von Erleichterungen bei Aufstellung, Prüfung und Offenlegung ihrer handels­rechtlichen Jahres­abschlüsse
Gebrauch machen dürfen (§§ 264 Abs. 3, 264b HGB). Um die Vorschrift enger an den Text der EU-Bilanzrichtlinie an­zupassen,
sieht auch der RegE vor, dass für die Inanspruchnahme der Erleichterungs­vorschrift eine Haftungsübernahme des Mutter­­
unternehmens für die Ver­pflichtungen des Tochter­unter­nehmens für das Befreiungsjahr erforderlich ist. Der RegE sieht jedoch
nicht mehr vor, dass das Tochterunternehmen zur Nach­holung der (Aufstellungs-, Prüfungs- und Offenlegungs-)Pflichten
verpflichtet sein soll, wenn das Mutter­unternehmen die Haftungsübernahme für das Tochterunternehmen widerruft oder die
Haftungsübernahme erlischt.
Künftig soll außerdem die Ver­öffentlichung des befreienden Konzern­abschlusses und Konzern­lageberichts in englischer Sprache
zulässig sein.
Für haftungsbeschränkte Personen­handelsgesellschaften, die selbst Mutter­­unternehmen sind, sieht der RegE die Möglichkeit der
Selbstbefreiung für deren eigenen Jahresabschluss durch Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Konzernabschlusses und
Konzern­lageberichts vor. Die Tatbestands­voraussetzungen für Kapital­gesellschaften sollen auch für haftungsbeschränkte
Personen­handels­gesellschaften gelten.
Neu hinzugekommen ist eine Aus­schüttungs­sperre bei phasen­gleicher Gewinnvereinnahmung: In der GuV vereinnahmte
Beteiligungserträge sind in eine Rücklage einzustellen, die nicht ausgeschüttet werden darf – und zwar dann, wenn auf diese
Erträge am Abschluss­stichtag noch kein Rechts­anspruch besteht, weil die Gewinn­ausschüttung erst in der Aufhellungs­phase für
den Jahresabschluss beschlossen wurde.
Die geänderten Vorschriften sollen verpflichtend erstmals auf Jahres- und Konzernabschlüsse sowie Lage- und Konzern­
lageberichte für nach dem 31. Dezember 2015 beginnende Geschäfts­­jahre anzuwenden sein. Nach derzeitiger Planung ist das
aber auch schon vorzeitig möglich, jedoch nur, wenn diese insgesamt vorzeitig an­gewendet werden. Die neugefassten Größen­
kriterien und die erweiterte Definition der Umsatzerlöse dürften bereits für Geschäftsjahre angewendet werden, die nach dem
31. Dezember 2013 beginnen, jedoch ebenfalls nur insgesamt. Bei kalender­gleichem Geschäftsjahr könnte das bereits den Jahres­
abschluss für 2014 betreffen, da die EU-Bilanzrichtlinie bis spätestens 20. Juli 2015 in deutsches Recht umzusetzen ist.
Reporting
Integrated Reporting kommt in Fahrt
PwC-Studie zeigt Anwendungs­grad des Integrated Reporting im DAX 30
Verbesserungen in der Berichtsqualität durch Erst­anwendung des neuen Standards
zum Konzernlagebericht (DRS 20)
Integrated Reporting (IR) wird wichtiger. Zwar veröffentlichen bislang nur drei DAX-30 -Unternehmen einen integrierten Bericht.
Allerdings steigt die Zahl kombinierter Berichte kontinuierlich an. Das zeigt eine aktuelle Studie von PwC.
Wie in den beiden Vorjahren wurden die Geschäftsberichte der DAX-30-Unter­nehmen anhand eines speziellen Kriterien­katalogs
auf Status, Ent­wicklungen und Trends hin analysiert. Dabei ging es vor allem um die An­forderungen des <IR> Framework des
International Integrated Reporting Council (IIRC). Dieses prinzipien­orientierte Rahmenwerk mit Leitlinien und Inhalts­
elementen steht den Unter­nehmen seit über einem Jahr zur Ver­fügung. Ziel des <IR> ist, dass die Adressaten der Berichte einen
detaillierteren Einblick in die kurz-, mittel- und lang­fristige Wertschaffung des Unternehmens erhalten.
Laut Studie hat sich die Qualität der 2014 veröffentlichten Geschäfts­berichte um ca. 10 Prozent gegenüber dem Vor­jahr
verbessert. Das liegt zum einen an dem generellen Trend, sich mit den Inhalten des Integrated Reporting in starker Anlehnung an
das konkrete <IR> Framework freiwillig zu befassen. Die verpflichtende erstmalige An­wendung des Standards zum Konzern­
lagebericht (DRS 20) trägt ebenfalls zu der höheren Qualität bei.
Auch wenn DRS 20 keinen un­mittelbaren Bezug zum Integrated Reporting hat, gibt es einige Parallelen zu den vom Rahmenwerk
des IIRC geforderten Inhalten. Das zeigt sich zum Beispiel in der konsistenten Bericht­erstattung über finanzielle und nicht­
finanzielle Leistungsindikatoren, in der Fokussierung der Risiko- und Chancen­berichterstattung und dem erhöhten
Detaillierungs­­grad in der Prognose. Große Entwicklungspotenziale haben nach wie vor die Erläuterung des Geschäftsmodells
und die Ver­­knüpfung von Inhalten innerhalb des gesamten Berichts.
Abb. D
urchschnittlicher Erfüllungsgrad der DAX-30-Geschäftsberichte 2013
7 %
Organisation und
externes Umfeld
6 %
Governance
Geschäftsmodell
Risiken und Chancen
Strategie und
Ressourcenallokation
Leistung
Ausblick/Prognose
63 %
30 %
87 %
7 %
13 %
83 %
4 %
3 %
43 %
54 %
3 %
27 %
0 %
27 %
10 %
deutliche Entwicklungspotenziale
gute bis sehr gute Qualität
20 %
70 %
73 %
70 %
Ansätze mit Entwicklungspotenzial
Die größten positiven Entwicklungen sind in der Berichterstattung über Risiken und Chancen erkennbar. 54 Prozent der DAX-30Berichte haben hier inzwischen eine gute bis sehr gute Qualität – vor allem, weil sie einen besseren Einblick ins Risikoprofil und
die Bedeutung der wesentlichen Risiken und Chancen geben.
Ähnlich positiv zeigt sich das Inhalts­element Leistung. Hier stieg der Anteil der gut bis sehr gut abschneidenden Berichte von
sieben Prozent im Vorjahr auf 27 Prozent. Bemerkenswert ist, dass über 87 Prozent der DAX-30-Unter­nehmen ihre steuerungs­
relevanten finanziellen und nichtfinanziellen Leistungs­­indikatoren identifizieren und ihre Leistung dann unter konsistenter
Bezugnahme auf diese Indikatoren beschreiben. Eine konsequente Ver­knüpfung der strategischen Prioritäten mit den
Leistungsindikatoren gelingt nur 20 Prozent der Unter­nehmen.
In der Prognose hat sich die Qualität aufgrund gestiegener Genauigkeit und zunehmender Einbeziehung nicht­finanzieller
Leistungsindikatoren deutlich verbessert. Erhebliches Optimierungs­­­potenzial hat jedoch die Beschreibung der Zukunfts­fähigkeit
der Unternehmen unter Berücksichtigung der Stakeholdererwartungen.
Bei der Berichterstattung über die Governance der Unter­nehmen geht der Trend ebenfalls leicht nach oben. Aller­dings sind die
steuerungsrelevanten Leistungsindikatoren nur bei ca. einem Drittel der Unternehmen vollkommen konsistent im Vergütungs­
system des Managements verankert.
Zu den am stärksten ausbaufähigen Inhalts­elementen gehört die Bericht­erstattung über das Geschäftsmodell. Die Darstellung
des Wertschaffungs­prozesses anhand zur Verfügung stehender Ressourcen, maßgeblicher Geschäftsaktivitäten und der Aus­
wirkungen auf die verschiedenen Kapitalarten liegt selten vor. In der Regel wird das Geschäftsmodell losgelöst von den
Anforderungen des IIRC und verstreut über den gesamten Geschäfts­bericht beschrieben, ohne jegliche Erläuterung der
Interdependenzen der Kapitalarten.
Insgesamt fällt auf, dass Unternehmen mit bereits hoher Berichts­­­­­qualität Schwierigkeiten haben, weitere Ver­besserungen zu
erzielen. Das mag daran liegen, dass die starke Fokussierung auf die Struktur des regulierten Lageberichts einen Neuanfang in
der externen Bericht­erstattung erschwert. Darüber hinaus stehen diese Unternehmen wohl an einem Punkt, an dem zu­nächst die
Implementierung eines integrated thinking gefordert wäre. Darum kann eine größere Übereinstimmung mit den IIRC-Prinzipien
in der Regel erst nach umfassenden internen Schritten erreicht werden – und das dauert.
Die PwC-Studie Integrated Reporting in Germany – The DAX 30 Benchmark Survey 2014 ist abrufbar unter
www.pwc.de/ir-benchmark.
Über uns
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dass wir sie ganzheitlich betreuen und praxisorientierte Lösungen mit größtmöglichem Nutzen entwickeln. Deshalb setzen wir
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