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Jetzt geht es um die Akzeptanz im Markt - Polyscope

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FOCUS
IO-LINK
www.polyscope.ch
He rstel l e r zi e he n B ilanz
Jetzt geht es um die Akzeptanz im Markt
Seit einiger Zeit geistert ein Zauberwort durch die Welt der Automation:
IO-Link. Doch: Wie weit ist diese neue Kommunikationsschnittstelle inzwischen
gediehen? Und: Welche Chancen hat sie wirklich im Markt? Polyscope hat
nachgefragt – sieben Hersteller antworten.
» Selina Mathis, Polyscope
Profibus und IO-Link
Bei diesem IO-Link-Modul von ifm electronic nimmt die Punkt-zu-Punkt-Kommunikationsschnittstelle die physikalischen Signale sowohl von IO-Link- als auch von Standardsensoren auf und
transportiert sie in die nächst höhere Bus-Ebene
Eine gewisse Nervosität ist zu spüren: 2006
hat die Kommunikationsschnittstelle IO-Link
offiziell zur Hannover Messe das Licht der
Welt erblickt. 2007, so Guido Nelles, Marketing-Manager IO-Link bei der Siemens AG und
Leiter Marketing im Arbeitskreis IO-Link, sind
dann die technischen Grundlagen der Schnittstelle geschaffen worden. Dieses Jahr nun
steht IO-Link richtig auf dem Prüfstand. «2008
wird das Jahr der Produkte und des Beweises,
dass die Technologie läuft», heisst es etwa bei
Phoenix Contact. Und nicht nur das: «Jetzt»,
sagt Nelles, «kommt es vor allem darauf an,
dass IO-Link die Akzeptanz eines Standards
am Markt findet.» Und Anton Meindl, Manager Business Unit Controls von B&R, hält –
befragt nach Chancen und Risiken der IOLink-Technologie – fest: «Ein wichtiger Aspekt
ist sicher, welche Verbreitung IO-Link finden
wird.»
IO-Link entstand aus der Zusammenarbeit
mehrerer Hersteller der Automatisierungstechnik: Unter dem Dach der Profibus und
Profinet International (www.profibus.com)
haben sich, so Profibus-Schweiz-Präsident
Max Felser, Mitglieder vor allem aus der
deutschen Länderorganisation Profibus
Nutzerorganisation e. V., Karlsruhe, zum
IO-Link-Arbeitskreis zusammengefunden,
mit dem Ziel, einen neuen Standard in
der unteren Feldebene zu definieren.
Inzwischen arbeiten laut Dr. Peter Wenzel,
Geschäftsführer der Profibus Nutzerorganisation e. V., 32 Unternehmen im IO-LinkArbeitskreis aktiv mit.
In der Länderorganisation Profibus Schweiz
ist IO-Link indes noch kein grosses Thema,
so Felser. Zwar werde Werbung lanciert,
die Nachfrage nach konkreterer Information sei aber noch gering. «Doch als
Feldbuslabor der Berner Fachhochschule
sind wir auch Profibus- und Profinet-Kompetenzzentrum für die Industrie», erklärt
er. Die Fachhochschule biete für Firmen
Ausbildungskurse, Beratungen oder auch
Entwicklungsunterstützungen an für
Profibus oder Profinet. «Und wenn Bedarf
da ist», so Felser, «tun wir dies auch für
IO-Link.»
Infoservice
Profibus Schweiz, Karin Beyeler
Kreuzfeldweg 9, 4562 Biberist
Tel. 032 672 03 25, Fax 032 672 03 26
www.profibus.ch
Feldbuslabor, Max Felser
Jlcoweg 1, T127B, 3400 Burgdorf
Tel. 034 426 68 32, Fax 034 426 68 13
fsm1@bfh.ch
https://prof.hti.bfh.ch/?id=fsm1
Polyscope 7/08
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F OC US
IO-LINK
Firmen sehen für IO-Link gute Chancen
Dass IO-Link Chancen hat, sich im Markt als
Standard zu etablieren, darin sind sich die
Hersteller, die auf die Polyscope-Umfrage hin
geantwortet haben – das sind Beckhoff Automation, B&R Industrie-Automation, Festo,
ifm electronic ag Schweiz, Phoenix Contact,
Siemens und Wago Contact – einig. «Die kritische Masse der Sensorhersteller, die letztendlich über den Erfolg entscheidet, ist unserer Meinung nach erreicht», antwortet etwa
Michael Jost, Produktmanager EtherCAT und
I/O-System bei Beckhoff Automation. Die Vorteile von IO-Link liegen zudem aus Sicht der
Hersteller auf der Hand.
IO-Link überbrückt den letzten Meter
Der IO-Link ermöglicht die durchgängige Kommunikation bis auf die Sensor-/Aktor-Ebene
Michael Jost,
Produktmanager EtherCAT
und I/O-System
Beckhoff Automation AG
8200 Schaffhausen
www.beckhoff.ch
Anton Meindl,
Manager Business Unit
Controls
B&R Industrie-Automation AG
8500 Frauenfeld
www.br-automation.com
Andreas Glasenapp,
Produktmanager für
Connectivity
im Bereich Sensorik
Festo AG
8953 Dietikon
www.festo.com
Anton Schaad,
Geschäftsführer Schweiz
ifm electronic ag
4624 Härkingen
www.ifm-electronic.com
So lassen sich bei Sensoren mit IO-Link neben
dem eigentlichen Messsignal beispielsweise
auch Diagnose- oder Parameterdaten übertragen. IO-Link überbrückt also den «letzten
Meter» zwischen den Sensoren und der
Was war Ihre Motivation,
bei IO-Link mitzumachen?
Wie wird sich IO-Link technisch entwickeln?
Wie sehen Sie für Ihr
Unternehmen die Umsatzentwicklung dank IO-Link?
Durch die Teilnahme an der IO-Link-Arbeitsgemeinschaft sehen wir für unsere Kunden
technische Vorteile. Besonders sinnvoll ist
die Kompatibilität von IO-Link zu normalen
24-V-Signalen. Einer Verbreitung steht
damit keine Bedingung entgegen. Es zeigte
sich eine frühe entsprechende Nachfrage,
deshalb ist Beckhoff seit der Gründung des
Arbeitskreises IO-Link dabei.
Beckhoff wird 2008 mit der Auslieferung der
ersten EtherCAT-IO-Link-Masterklemmen
beginnen. Für die nächsten Jahre werden wir
natürlich entsprechende Projekte mit IO-Link
umsetzen. 2007 haben wir erfolgreich an
den Interoperabilitätsmeetings teilgenommen und IO-Link in Funktion auf der
SPS/IPC/DRIVES gezeigt.
2008 wird der IO-Link-Umsatz noch nicht
nennenswert sein. Ab 2009 sollte durch
Anwendungen im Serienmaschinenbau auch
der Umsatz durch IO-Link steigen.
Wir betrachten IO-Link als sinnvolle Ergänzung der bestehenden Feldbusse, insbesondere der Ethernet-basierenden Systeme.
IO-Link ist der «missing link» auf dem letzten
Meter zum Sensor oder Aktor und passt
prinzipiell sehr gut zu Powerlink.
Die Basis von IO-Link steht. Die Einbindung
in verschiedene Feldbusse erfolgt jetzt
sukzessive und wird die nächste Zeit in Anspruch nehmen. Für uns steht die serienreife
Markteinführung 2008 auf dem Programm.
IO-Link ist für uns eine sinnvolle Ergänzung
des X20-Produkt-Portfolios. Wir haben Ende
2007 unser X20-IO-Link-Modul vorgestellt
und sind gerade dabei, es in den Markt
einzuführen.
Für einen Sensor- und Aktorhersteller wie
Festo ist das Vorantreiben eines neuen
Kommunikationsstandards in der Feldebene
ein Muss. Es gibt einige Problemfelder der
Industrieautomation, in denen die Anforderungen nur schlecht gelöst werden. Hier sind
die teure Signalvielfalt auf der Sensorausgangs- und Steuerungseingangsseite, die
teilweise aufwendige Inbetriebnahme und die
erforderliche Verkürzung der Stillstandszeiten
beispielhaft zu nennen. Wir sehen hier die
Chance, signifikante Verbesserungen und
Einsparungen für den Kunden zu schaffen.
Das IO-Link-Konsortium wächst ständig.
Einige Mitgliedsfirmen haben bereits erste
IO-Link-Produkte auf den Markt gebracht,
andere werden in Kürze folgen. Es werden
jetzt schon Applikationen bei Kunden installiert. Dadurch werden neue Erfahrungen
gesammelt, die sicher in eine Weiterentwicklung des Systems einfliessen werden.
Unsere positive Geschäftsentwicklung wird
sich durch IO-Link sicher verstärken, da wir
alle Teile des Systems anbieten werden:
Master- bzw. Gateways zu den bekannten
Feldbussen, Sensoren, Aktoren, Kabel und
besonders auch neuartige Feldgerätekombinationen.
Dies wurde vom Mutterhaus ifm electronic
gmbh in Essen (DE) entschieden.
2007 wurden laufend Produkte mit IO-Link
ausgestattet, so hat sich ein ansehnliches
Programm ergeben. Über die technologische Entwicklung kann ich keine Aussage
machen.
2007 noch kein Verkauf. Für 2008 und später
sehen wir durch diese Technik eine Chance,
mehr als der Markt zu wachsen.
Polyscope 7/08
IO-LINK
FOCUS
Nachgefragt
«Wichtig ist der realisierbare Nutzen»
Max Felser,
Dozent an der
Berner Fachhochschule Technik
und Informatik
(HTI) und
Präsident
Profibus Schweiz
In der Automatisierung ist IO-Link derzeit ein
grosses Thema: Wird IO-Link wirklich einen
Trend auslösen oder wird viel Lärm um nichts
gemacht?
Für einfache Sensoren gibt es bereits das Kommunikationssystem AS-Interface. Dieses gibt es
schon länger – und eigentlich entsprechen die
Stückzahlen, die mit AS-i verkauft werden, nicht
dem, was aufgrund des Marktpotenzials möglich
wäre. Denn AS-i ist etwas schwach, was
Diagnose- und Parametermöglichkeiten angeht.
IO-Link kann diese Lücke füllen und sich damit zu
einem Trend entwickeln.
Wie sehen Sie für IO-Link also die Entwicklung in
den nächsten fünf Jahren?
Das zu beantworten wäre ein Glücksspiel.
Der springende Punkt wird sein, wie gross der
realisierbare Nutzen ist.
Das heisst?
Die Unternehmen werden begründen müssen,
weshalb die Geräte künftig mit IO-Link ein
bisschen mehr kosten werden. Denn die Geräte
selbst werden durch IO-Link definitiv nicht billiger
als vorher. Aber im Betrieb – beim Ersatz von
Geräten, in der Diagnose – gibt es Einsparungen.
Wenn die Anwender tatsächlich feststellen
können, dass sie durch IO-Link zum Beispiel Stillstandszeiten der Maschinen massiv reduzieren
können, wird es einen Boom geben; wenn sich in
der Praxis kein finanzieller Nutzen aufweisen
lässt, wird es für IO-Link schwer.
Was gilt es sonst noch im Auge zu behalten?
Ich könnte mir vorstellen, dass es im Markt zu
Verwirrungen kommt, da es verschiedene IO-LinkModi gibt: COM-1, COM-2 und COM-3. Man wird
sehr gut kommunizieren müssen, was die
jeweiligen Modi können, damit die Anwender
ganz genau wissen, was womit kombinierbar ist.
Welche IO-Link-Produkte gibt
es bereits von Ihnen?
Kann sich IO-Link zum
Standard etablieren?
Welche Alternativen sehen Sie
zu IO-Link?
Gibt es bereits die für IO-Link
notwendige Technologie?
Wir haben eine 4-kanalige IO-Link-Masterklemme für unser EtherCAT-System (EL 6224)
angekündigt. Prototypen wird es im 2. Quartal 2008 geben. Unsere Klemme ist für alle
IO-Link-Sensoren und -Aktoren geeignet.
Definitiv ja, die «kritische Masse» der
Sensorhersteller, die letztendlich über den
Erfolg entscheidet, ist unserer Meinung nach
erreicht.
Wir bieten I/O-Komponenten für alle
marktrelevanten Feldbussysteme an und
unterstützen auch Sub-Bussysteme wie ASInterface für die Industrie sowie EIB, LON,
DALI und EnOcean für die Gebäudeautomation. Da IO-Link nicht mit den genannten
Systemen vergleichbar ist, stellen sie auch
keine gleichwerte Alternative dar.
Die notwendigen Normen und Technologien
für die physikalische Ebene sind vorhanden. Um die Technologie in Zukunft noch
günstiger zu machen, fehlen noch entsprechende ASICs für IO-Link-Master und
-Devices; diese sind aber bei verschiedenen
Halbleiterherstellern in der Entwicklung.
Wir haben im November letzten Jahres ein
IO-Link-fähiges X20-I/O-Modul vorgestellt,
das wir gerade in den Markt einführen. Als
Hersteller von Steuerungssystemen decken
wir damit die meisten Anforderungen
hervorragend ab.
IO-Link hat dazu beste Voraussetzungen.
Es gibt im Bereich der Prozessautomatisierung das HART-Protokoll, wobei ein Vergleich
sowohl vom Einsatzprofil als auch vom
Zielmarkt nicht sinnvoll ist. Beide Systeme
werden sich nicht gegenseitig den Platz
streitig machen (können).
Da wir auf der Masterseite stehen, haben
wir auf bereits bei uns bewährte Technologie setzen können. Es ging letztendlich um
die Umsetzung des im IO-Link-Arbeitskreis
definierten Protokolls. Der IO-Link-Standard
wird in Folge IEC-Standard, die Einreichung
ist erfolgt.
Wir sehen den grössten Kundennutzen
beginnend bei mittelkomplexen Sensoren,
wie zum Beispiel Drucksensoren, wo Analog- und Schaltsignale übertragen werden
müssen, bis hin zu neuartigen Feldgeräten,
wie zum Beispiel der Zylinder-Ventil-Kombination, die es heute mit den bestehenden
Techniken nicht gibt. Da wir das Gesamtsystem abbilden werden, investieren wir
ausreichend Zeit in die Produktdefinition und
Vorbereitung, bevor wir Produkte auf den
Markt bringen. Die Einführung der ersten
Produkte ist ab 2009 geplant.
Aufgrund der vielfältigen Vorteile können wir
diese Frage eindeutig mit ja beantworten.
Das zeigen auch die Kundenrückmeldungen,
die hier bereits Produkte und Lösungen
einfordern. Unsere Kunden bestätigen im
übrigen die Vorteile, die das System IO-Link
auszeichnen.
Für eine Kommunikation auf der Feldebene
gibt es praktisch keine Alternative. Die
bisherigen Konzepte wie zum Beispiel die
Standardverkabelung ermöglichen nur die
Übertragung von Schalt- oder Analogsignalen. Automatisierte Inbetriebnahme oder
Fehlerdiagnose ist damit nicht möglich.
Die aktuelle Spezifikation ist bereits
zur Normung eingereicht. Die im Fokus
stehenden Produkte, beginnend ab
mittelkomplexen Sensoren, enthalten
bereits Mikroprozessoren. Die verwendete
Technologie ist erprobt und bewährt.
Darüber hinaus gibt es im Konsortium auch
Halbleiterhersteller, die hier weitere ASICs
auf den Markt bringen werden.
Drucksensoren, Strömungssensoren, kapazitive und induktive Sensoren sowie optische
Sensoren (Lichtschranken).
Ich denke ja, wenn die Industrie bereit ist,
die Vorteile zu nutzen.
Intelligente Sensoren, AS-Interface. Diese
haben wir schon im Programm.
Keine Aussage möglich.
Polyscope 7/08
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FOCUS
IO-LINK
Die Umfrage
Polyscope hat für diese Umfrage zwölf Unternehmen, die dem IO-Link-Arbeitskreis
angehören und in der Schweiz einen Sitz
haben oder Schweizer Unternehmen sind,
insgesamt dreizehn Fragen zugestellt.
Ebenfalls angefragt hat Polyscope bei drei
weiteren Unternehmen aus dem Bereich
Automation, die nicht im Arbeitskreis IOLink mitarbeiten. Geantwortet haben sieben Unternehmen, alle aus der Arbeitsgemeinschaft IO-Link.
Feldebene. Und lässt sich die zentrale Fehlerdiagnose und -ortung bis zur Ebene der Sensoren und Aktoren vornehmen, kann der
Kunde längere, kostspielige Maschinenstillstände vermeiden.
Ausserdem entfällt mit IO-Link – etwa,
wenn Sensoren ausgetauscht werden müssen
– die aufwendige Inbetriebnahme. «Mittels
IO-Link ist hier zukünftig eine automatisierte
Inbetriebnahme möglich, bei der die Parameter in Sekundenschnelle heruntergeladen
werden können», so Andreas Glasenapp,
Produktmanager bei Festo für Connectivity
Urs Thönen,
Produkt Manager Automation
Phoenix Contact AG
8317 Tagelswangen
www.phoenixcontact.ch
Guido Nelles,
Leiter Marketing im
Arbeitskreis IO-Link und
Marketing Manager IO-Link
bei der Siemens AG
Siemens Schweiz AG
8047 Zürich
www.automation.siemens.
com/switzerland
Daniel Herren,
Sales and Marketing
Manager
Wago Contact SA
1564 Domdidier
www.wago.ch
im Bereich der Sensorik. Die Schnittstellenbeschreibung sieht zudem herstellerunabhängig
die Integration in prinzipiell jedes Feldbussystem vor. Der Anschluss der Sensoren und
Aktoren an ein Steuerungssystem geschieht
über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Auch
eine gemischte Konfiguration von herkömmlichen und intelligenten Geräten ist möglich;
IO-Link-Module können somit auch an älteren Anlagen eingesetzt werden, die volle
Abwärtskompatibilität ist gewährleistet.
Interoperabilität bereitet noch
einige Probleme
Richtige Nachteile können die befragten Unternehmen zu IO-Link denn auch nicht ausmachen: «Nachteile: keine», antwortet Wago
Contact schlicht. «Generell», hält aber Nelles
fest, «ist IO-Link vor allem für höherwertige
Sensoren und Messwertgeber geeignet.»
Ausserdem gibt es noch einige kleinere
Baustellen zu verzeichnen. Insgesamt – so
zeigen die Antworten der Umfrage – sind die
Unternehmen etwa mit der Zuverlässigkeit
von IO-Link durchaus zufrieden. Laut Nelles
läuft IO-Link «in unseren Systemtests bereits
sehr stabil». Einige Probleme bereitet indes
laut Nelles noch «die Interoperabilität mit
Geräten anderer Hersteller, da die Testspezifikation noch nicht fertiggestellt ist». Erst mit
deren Fertigstellung werde ein einheitliches
Verhalten der Komponenten unter definierten
Bedingungen beschrieben.
Thema Mikroprozessoren – es fehlen
noch ASICs
Ein weiterer Punkt sind die Mikroprozessoren: Die im Fokus stehenden Produkte, beginnend ab mittelkomplexen Sensoren, enthalten bereits Mikroprozessoren, heisst es bei
Festo. Doch sei die Entwicklung von ASICs
noch nicht abgeschlossen, so Nelles. «Um die
Technologie in Zukunft noch günstiger zu machen, fehlen noch entsprechende ASICs für
IO-Link-Master und -Devices», antwortet etwa
auch Beckhoff. Diese seien aber bei verschiedenen Halbleiterherstellern bereits «in der
Entwicklung». Zwecks gemeinsamer Entwicklung, so Nelles, seien einige Halbleiterhersteller dem IO-Link-Konsortium beigetreten.
Zur Normung eingereicht – positives
Fazit der Anbieter
Fortschritte verzeichnet die IO-Link-Arbeitsgemeinschaft indes beim Thema Normung:
Laut Angaben der Arbeitsgruppe IO-Link ist
Was war Ihre Motivation,
bei IO-Link mitzumachen?
Wie wird sich IO-Link technisch entwickeln?
Wie sehen Sie für Ihr
Unternehmen die Umsatzentwicklung dank IO-Link?
Wir haben schon vor fünf, sechs Jahren zusammen mit Sensorherstellern die technische Notwendigkeit der Kommunikation
in die unterste Feldebene erkannt. Uns
ist die Bedeutung der Parameterhaltung
des Sensors/Aktors, die Diagnose bis in
Sensor-/Aktorebene als auch die intelligente
Feldverkabelung bewusst. Mit IO-Link
können wir eine universelle IO-Kommunikationsschnittstelle als Standard für dezentrale
IO-Stationen prägen.
2008 wird das Jahr der Produkte und des
Beweises, dass die Technologie läuft. Mittelfristig wird es dann Verfeinerungen gerade
in Bezug auf die Handhabung und der applikativen Möglichkeiten geben. Momentan
ist der Ausspruch: «Der Appetit kommt beim
Essen» massgebend für IO-Link. In jedem
Gespräch mit Kunden und Anwendern kommen neue Anwendungsfelder hinzu.
Wie bei jeder neuen Technologie entwickelt
sich das Geschäft zuerst sehr vorsichtig.
Kunden und Anwender testen die neue
Technologie und machen sich vertraut
damit. IO-Link ist aber aus Sicht von Phoenix
Contact eine der Neuerungen im Bereich
der dezentralen IO-Systeme und wird somit
massgebend am geschäftlichen Erfolg der
nächsten Jahre beteiligt sein.
Die Gründung des Arbeitskreises geht auf
eine Initiative der Siemens AG im Jahre 2003
zurück. Motivation war die Identifikation
von Kundenanforderungen, die eine bessere
kommunikationstechnische Anbindung
von Sensoren im Automatisierungsverbund
wünschten, deren Anlagenkonzepte jedoch
keine Sensordirektanbindung in die Feldbussysteme vorsah.
Im Jahr 2007 sind die technischen Grundlagen der Schnittstelle geschaffen worden.
Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass
IO-Link die Akzeptanz eines Standards am
Markt findet. Dazu ist insbesondere die
Sicherstellung der systemübergreifenden
Interoperabilität, aber auch die einfache
Integrationsfähigkeit in vorhandene
Automatisierungsstrukturen erforderlich.
Rückflüsse von Anwendern werden hier noch
zu Abrundungen im System führen.
Für uns als Motivation gelten folgende
Punkte: Das Thema Standardisierung, die
Erfassung aller Anforderungen, die Synergieeffekte bei der Spezifikation, Verifikation
und Validierung sowie die Vorteile bei der
Integration in die bestehenden Bussysteme.
Wir rechnen 2008 mit einem ersten Einsatz
bei Kunden. Für die nächsten fünf Jahre
sehen wir bis zu 20 Prozent der Devices über
IO-Link. 2007 haben wir bei IO-Link und der
Konzeptentwicklung von IO-Link-Mastern
mitgearbeitet.
Die wirtschaftliche Relevanz war bisher und
wird auch sicherlich noch dieses Jahr von
untergeordneter Bedeutung sein. Ein breiter
Einsatz und die damit verbundenen höheren
Stückzahlen werden allgemein erst im
nächsten Jahr erwartet.
Polyscope 7/08
IO-LINK
FOCUS
eine Spezifikation verfügbar, die Einreichung
zur IEC-Normung ist erfolgt.
Die Hersteller selbst ziehen denn auch
insgesamt ein positives Fazit, befragt nach
ihren bisherigen Erfahrungen mit IO-Link.
Viele Kunden hätten bereits ihr Interesse
an IO-Link bekundet, antwortet etwa Anton
Schaad, Geschäftsführer der ifm electronic
ag Schweiz. Ähnlich klingt es bei Festo: «Das
Kunden-Feedback ist durchweg positiv und
bestätigt unsere Ansätze», bemerkt Andreas
Glasenapp. Und auch bei Beckhoff zeigt man
sich zufrieden: «Unsere bisherigen Erfahrungen sind positiv», schreibt Michael Jost.
Doch: «Entscheidend sind die Erfahrungen
der Anwender».
Phoenix Contact bietet bereits
heute einen IO-Link-Master ab
Lager an
«
Infoservice
www.io-link.com
Die IO-Link-tauglichen kapazitiven
Sensoren von ifm gestatten das
berührungslose Erfassen auch
nicht-metallischer Objekte
Welche IO-Link-Produkte gibt
es bereits von Ihnen?
Kann sich IO-Link zum
Standard etablieren?
Welche Alternativen sehen Sie
zu IO-Link?
Gibt es bereits die für IO-Link
notwendige Technologie?
Phoenix Contact bietet heute schon einen
IO-Link-Master mit Profibusschnittstelle
ab Lager an. In Planung befinden sich
weitere Master für dezentrale IO-Systeme
in verschiedensten Bauformen, die im Jahr
2008 vorgestellt werden. Dazu werden für
die Systemintegration für PCWORX-SoftwareTools auf Basis FDT/DTM verfügbar sein.
Ja – IO-Link wird der Standard in der
direkten Kommunikation zu Sensoren und
Aktoren.
Meiner Meinung nach gibt es zu IO-Link
im Bereich der Factory-Automation keine
Alternative.
Der IO-Link-Standard ist in der Revision
1.0 abgeschlossen. Ebenso die Integration
in Interbus, Profibus und Profinet. Bei
verschiedenen Chip-Herstellern werden
zurzeit verschiedene Arten der Chip-Integration sowohl für Master als auch Devices
untersucht.
Wir werden dieses Jahr ein IO-Link-System
präsentieren und in den Markt gehen. Dieses
wird aus IO-Link-Master und Sensoren bestehen, aber vor allem auch mit einer Lösung
zur Integration von IO-Link-Komponenten in
die Simatic S7. Generell ist IO-Link vor allem
für höherwertige Sensoren und Messwertgeber geeignet. Gerade in diesen Fällen profitiert der Anwender von einer vereinfachten
Inbetriebnahme oder einer umfangreichen
Prozessrückmeldung.
Definitiv ja, die Vorteile liegen auf der Hand:
IO-Link wird gegenüber Standardtechnologien erhebliche Vorteile bieten. Wir denken,
dass sich der Einsatz von IO-Link zumindest
bei sehr vielen Messwertaufnehmern
rechnen wird. Es stellt sich demnach nicht
die Frage ob, sondern wie weit dieser neue
Standard greifen wird.
IO-Link setzt topologisch auf den bestehenden Einzelsignalanbindungen über digitale
oder analoge Baugruppen auf, ist diesen
aber funktional deutlich überlegen.
In der topologischen Positionierung werden
neben IO-Link diese Anbindungsformen parallel weiter existieren, weil nicht für jede
Anbindung IO-Link sinnvoll oder wirtschaftlich ist. IO-Link ist hier demnach eine sinnvolle Ergänzung in der Feldebene, die Frage
nach einer Alternative stellt sich hier nicht.
Die Spezifikation ist in mehrere Arbeitspakete untergliedert, die derzeit noch
teilweise in Entwicklung sind.
Auch die Entwicklung von ASICs ist noch
nicht abgeschlossen. Einige Halbleiterhersteller sind dem Konsortium zwecks
gemeinsamer Entwicklung beigetreten.
Wir planen IO-Link-Master in verschiedenen
Ausführungen. Erste Produkte gibt es Ende
2008.
Ja, insbesondere für komplexe Sensoren.
Ich sehe AS-Interface bezogen auf den
Systemintegrationslevel, aber in der Funktionalität gibt es keine Alternative. Jedes der
Low-Level-IO-Systeme hat seine spezifische
Berechtigung.
Die Technologie ist grundsätzlich verfügbar,
sodass Produkte realisiert werden können.
Der IO-Link-Standard V1.0 ist verabschiedet
und bei der IEC eingereicht.
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