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aktuelle Ausgabe 07/2015

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Ausgabe 7 | 9. April 2015
Inhalt
Unternehmen brauchen mehr Treasurer
2
Liquiditätsmanager dringend gesucht / Finanzierungsexpertise
gewinnt wieder an Bedeutung
Im Jahr 2014 suchten Unternehmen so viele Treasury-Spezialisten wie
lange nicht mehr. 167 Stellenanzeigen, die unter anderem in dieser Publikation veröffentlicht wurden, registrierte DerTreasurer im abgelaufenen
Kalenderjahr. Damit waren es nur zwei weniger als im Rekordjahr 2011.
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014, in dem 77 Jobangebote ausgeschrieben wurden, zog die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte mit
90 Stellengesuchen deutlich an. Auch im Kontrast mit dem vergleichbaren
Vorjahreszeitraum (67 Jobangebote) verzeichnete die Statistik im zweiten
Halbjahr 2014 einen ordentlichen Sprung nach oben.
8
4
10
Osram verlängert Kreditlinien bis 2020
Roland Mittenhuber, Head of Finance and
Treasury bei Osram, über die Verlängerung der
Kreditlinien und das EIB-Darlehen
Oddo übernimmt Meriten
Asset Management: Der französische
Finanzdienstleister Oddo übernimmt Meriten
Investment Management von BNY Mellon.
TIS feiert Jubiläum und hat große Pläne
Bereits seit fünf Jahren gibt es den Cloud-Anbieter TIS. CEO Jörg Wiemer sprach mit uns über
Erreichtes und Pläne wie die Swift-Kooperation.
Aufmacher
Finanzen & Bilanzen
Personen & Positionen
2
5Top-Finanzierung
8
Osram verlängert Kreditlinien bis 2020
8
Aktuelle Stellenangebote
9
Sixt Leasing beruft CFO
Björn Waldow wird Finanzchef der
Leasingsparte von Sixt
9
Helaba-Chef Brenner geht
Unternehmen brauchen mehr Treasurer
Liquiditätsmanager dringend gesucht /
Finanzierungsexpertise wird wichtiger
Cash Management
3
Commerzbank startet Berechnungstool
Cash Management optimieren / Vorteile von
Sepa quantifizieren
Bayer begibt neue Hybrid-Anleihe über
1,3 Milliarden Euro
5
5Finanzierungsticker
6
Asset Management
4
Oddo übernimmt Meriten
Französischer Finanzdienstleister kauft in
Deutschland zu
4
Herausforderung Niedrigzinsniveau
Universalbanken unter Druck
Schere zwischen Gewinnern und Verlierern
im Firmenkundengschäft wird immer größer
Kuka mit neuem Konsortialkredit
Der Robotics-Spezialist erweitert
Kreditfazilität
Risiko Management
7
Währungen: Translationsrisiken häufig
ungesichert
Software
10TIS feiert Jubiläum und plant Produkte
Der Cloud-Anbieter verfolgt einen
organischen Wachstumskurs und hat neue
Produkte in der Pipeline
10Veranstaltungen
Aufmacher 2
Thinkstock/Getty Images
Ausgabe 7 | 9. April 2015
Im vergangenen Jahr suchten Unternehmen 167 Treasurer – nur zwei weniger als im Rekordjahr 2011.
Unternehmen brauchen mehr Treasurer
Liquiditätsmanager dringend gesucht / Finanzierungsexpertise gewinnt wieder an Bedeutung
I
m Jahr 2014 suchten Unternehmen so viele
Treasury-Spezialisten wie lange nicht mehr. 167
Stellenanzeigen, die unter anderem in dieser
Publikation veröffentlicht wurden, registrierte
DerTreasurer im abgelaufenen Kalenderjahr. Damit waren es nur zwei weniger als im Rekordjahr
2011. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014, in
dem 77 Jobangebote ausgeschrieben wurden,
zog die Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte mit
90 Stellengesuchen deutlich an. Auch im Kontrast
mit dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum (67 Jobangebote) verzeichnete die Statistik im zweiten
Halbjahr 2014 einen ordentlichen Sprung nach
oben.
Bei den gesuchten Profilen fand im zweiten
Halbjahr 2014 eine Verschiebung statt: In zwei
von drei Stellenausschreibung suchten Unternehmen nach neuen Treasury-Mitarbeitern, die sich
speziell im Bereich der Liquiditätsplanung und
-steuerung auskennen. Im Vergleich zum ersten
Halbjahr des vergangenen Jahres wuchs der Bedarf an Liquiditätsexperten somit um satte 62
Prozent (siehe DerTreasurer 21/2014). Damals
hatten Unternehmen lediglich 21 Manager mit
dieser Expertise gesucht.
Nachdem in der vergangenen Auswertung
einer der Kernbereiche des Treasury, die Finanzierung, mit 31 Prozent nur auf Platz sieben landete,
feierte dieser dieses Mal ein starkes Comeback.
Diese Expertise sprang um 27 Prozentpunkte
nach oben und rangiert auf dem zweiten Platz.
Rund um die Rubel-Schwäche im Dezember
des vergangenen Jahres gewinnt auch das Zinsund Währungsmanagement für Unternehmen im
Stellenmarkt wieder an Bedeutung. Der Bereich
wurde im zweiten Halbjahr 2014 am drittmeisten
gesucht und legte um 8 Prozent auf 53 Prozent
zu. Es wäre nicht verwunderlich, wenn dieser
Trend nach den Turbulenzen rund um den Schweizer Franken in den kommenden Monaten weiter
steigen würde.
Arbeitsmarkt für Treasurer fast auf Rekordlevel
(Anzahl der Stellen, die seit 2009 ausgewertet worden sind)
165
160
155
150
145
140
135
130
125
120
2009
2010
Quelle: DerTreasurer
2011
2012
2013
2014
IT-Kenntnisse bleiben indes wichtig, sie gaben
gegenüber der letzten Auswertung nur wenig
nach. Office-Kenntnisse sind dabei für Treasurer
ein absolutes Muss, aber auch der Umgang mit
gängigen Treasury-Management-Systemen wird
von Unternehmen weiterhin gefragt.
Verloren hat hingegen ein anderer Themenbereich. Das Risikomanagement, das im ersten
Halbjahr 2014 noch vorne lag, ist im vergangenen halben Jahr auf Platz fünf gerutscht. Nach
der Sepa-Implementierung sind auch die Themen
Cash Management und Zahlungsverkehr im vergangenen Halbjahr deutlich zurückgegangen. Nur
noch 39 Prozent der Unternehmen suchten Cash
Manager (1. Halbjahr 2014: 49 Prozent). Zahlungsverkehrspezialisten kamen auf 28 Prozent
(1. Halbjahr 2014: 41 Prozent). Working-CapitalExperten verloren abermals an Bedeutung und
fielen von 10 Prozent auf nun nur noch 5 Prozent.
Das Randgebiet Debitorenmanagement feierte ein leichtes Revival: Suchte in der vorherigen Analyse noch keines der Unternehmen einen
Trea­surer mit diesen Kenntnissen, war es dieses
Mal immerhin jedes zehnte. Auch Skills im Bereich
M&A waren überschaubar gefragt (5 Prozent). Im
Niedrigzinsumfeld leicht zugelegt hat das Asset
Management: Mit 9 Prozent lag es im Vergleich
zum ersten Halbjahr etwas höher. jae
Cash Management 3
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
Commerzbank startet Berechnungstool
Zugferd-Rechnungen
im Factoring
Cash Management optimieren / Vorteile von Sepa quantifizieren
Skrill Group übernimmt Ukash
Der Online-Zahlungsanbieter
Skrill Group hat die Übernahme des britischen
Wettbewerbers Ukash abgeschlossen. Der im November
2014 angekündigte Deal
vergrößert die Reichweite der
Skrill-Tochter paysafecard, ein
Prepaid-Zahlungsmittel für
Online-Käufe.
D
ank Sepa können Unternehmen
ihren Zahlungsverkehr zentralisieren und konsolidieren. Doch unter
welchen Umständen zahlen sich diese
Projekte aus? Wann lohnt sich die Einführung einer Payment Factory? Wie
viel kann ein Unternehmen durch die
Reduzierung von Bankkonten einsparen? Um Treasurern bei diesen Fragestellungen einen Richtwert zu geben,
hat die Commerzbank ein neues Tool
entwickelt. „Unternehmen können damit ihren Business Case überschlägig
errechnen“, sagt Dirk Braun, CashManagement-Spezialist der Commerzbank und Ideengeber der neuen
App. 15 verschiedene Projekte können
Unternehmen dort durchrechnen, mit
denen sie ihre Liquidität verbessern,
Zinsen senken und den Adminis­
trationsaufwand reduzieren können.
Das Tool ist bewusst einfach gehalten: Pro Ansatzpunkt müssen Unternehmen lediglich etwa drei bis zehn
Kennzahlen eingeben, dann berechnet
das Tool die monetären Vorteile. „Damit schaffen wir auch ein Bewusstsein
für die Einflussfaktoren“, so Braun.
Sprich: Auf welche Kostenblöcke muss
ein Treasurer schauen, welche Informationen muss er sich möglicherweise
Julia Schwager/Commerzbank
Das IT-Tool doc.pilot des
Softwareanbieters Fidis
kann ab sofort elektronische
Rechnungen auslesen, die im
XML-basierten Format Zugferd erstellt wurden. Mit dem
neuen Release des auf Factoring spezialisierten Tools lasse
sich das Bearbeiten von Rechnungen im Factoringgeschäft
erheblich beschleunigen, so
Fidis. Gleichzeitig steige die
Zuverlässigkeit beim Erfassen
der Inhalte.
Commerzbank entwickelt neues Tool für Treasurer.
an anderen Stellen im Unternehmen
einholen.
Als Zielgruppe für den kostenlosen
Service sieht die Bank vor allem kleinere und mittelgroße Mittelständler,
die sich bislang noch kaum mit den
Optimierungsmöglichkeiten im Cash
Management befasst haben. Ein reiner Selbstzweck ist das Tool nicht, am
Ende des Tages will die Commerzbank
natürlich auch Produkte verkaufen.
Die Zahlen, die der Algorithmus auswirft, sollte man daher mit der nötigen
Vorsicht genießen. Einen möglichen
Interessenskonflikt will die Bank dadurch abmildern, indem sie betont,
die Zahlen nicht als exakte finanzielle
Vorteile zu verstehen: „Mit dem Tool
können Treasurer vorselektieren, welche Ansatzpunkte grundsätzlich interessant für das Unternehmen sind und
weitere Aufmerksamkeit verdienen“,
sagt Braun.
Ein weiterer Pluspunkt: Nutzer
müssen sich nicht registrieren oder die
App herunterladen. Die Bank hat daher nach eigenen Angaben keinen Zugriff auf die Daten. „Wir sehen nicht,
wer dort was eingibt“, versichert
Braun, es sei denn, ein Nutzer suche
über den E-Mail-Button bewusst den
Kontakt. Das soll die Akzeptanz des
Tools in der Zielgruppe erhöhen.
In einem zweiten Schritt soll die
App um Rechner für Trade-FinanceServices erweitert werden, später
könnten auch andere Bereiche des
Corporate Treasury folgen. deb
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Asset Management 4
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
Oddo übernimmt Meriten
Anlegervertrauen in
Europa lässt nach
Französischer Finanzdienstleister kauft in Deutschland zu
Herausforderung
Niedrigzinsniveau
D
T
Zu geringe Liquidität
am Bondmarkt?
Laut einer Umfrage des
Branchenverbands DVFA
sehen 40,6% der Investment
Professionals das Anleihekaufprogramm der EZB als
negativ für die Liquiditätssituation am Bondmarkt an.
Allerdings sehen 38,1% keine
Effekte, 21,1% rechnen sogar
mit positiven Auswirkungen
des Programms.
er Finanzdienstleister Oddo über- fen wir unser Engagement in Deutschnimmt den Asset Manager Me- land, nachdem wir im Januar bereits
riten Investment Management, der die Investmentbank Seydler gekauft
bisher zu BNY Mellon gehörte. Meri- haben“, erklärt Philippe Oddo.
ten Investment ist aus einem GemeinDie komplementären Ansätze der
schaftsunternehmen von West LB und beiden Häuser sollen sich ergänzen.
BNY Mellon entOddo Asset Mastanden. Im Oknagement
hat
tober 2012 hatte
sich auf europäiBNY Mellon den
sche Aktien, ConAsset Manager
vertible Bonds
ganz übernomund Multi-Assetmen.
Strategien speziMit der Überalisiert. Bei Menahme
durch Oddo stärkt seine Position im deutschen Markt.
riten dominiert
Oddo entsteht
dagegen
der
unter dem Namen Oddo Meriten Asset Fixed-Income-Bereich. Auch auf KunManagement einer der drei größten denseite sollen sich die beiden Gesellunabhängigen Investment-Manager schaften ergänzen, um einen frankoin der Euro-Zone. Das verwaltete Ver- deutschen Asset Manager zu bilden.
mögen der neuen Gesellschaft beläuft „55 Prozent der Klienten der neuen
sich auf 40 Milliarden Euro. Für beide Gesellschaft kommen aus Deutschland
Gesellschaften ist es ein deutlicher und 37 Prozent aus Frankreich“, sagt
Sprung nach oben in der Größenord- Nicolas Chaput, CEO von Oddo Asset
nung. Oddo Asset Management hatte Management. Der Schwerpunkt liegt
bisher 16 Milliarden Assets under Ma- dabei mit 76 Prozent auf institutionelnagement.„Mit diesem Schritt vertie- len Investoren.ako
Ruskpp/iStock/Thinkstock/Getty Images
Das Vertrauen institutioneller
Anleger ist im März weiter
gesunken, hat der State
Street Investor Confidence
Index ergeben. Grund dafür
könnten Unsicherheiten in
Bezug auf Griechenland sein.
Während der ICI in Europa
um 1,6 Punkte auf 104,4
sank, stieg der Index für das
Vertrauen von Anlegern in
Nordamerika um 30 Punkte
auf 135,4 an.
reasurer erleben das derzeitige
Niedrigzinsumfeld als eine der
größten Herausforderungen im Asset
Management. Dies geht aus einer
aktuellen Umfrage von Schwabe, Ley
& Greiner unter 392 UnternehmensTreasurern und Bankern hervor. Die
Teilnehmer wurden gefragt, was derzeit die wichtigsten Themen für sie
sind. 40 Prozent der Treasurer haben
angegeben, dass die richtige Anlagestrategie in Zeiten von Nullzinsen die
zentrale Herausforderung im Asset
Management ist. Auch Banker leiden
unter dem Umfeld, für sie nimmt das
Thema eine ähnlich große Rolle ein
und wird von 39 Prozent der Befragten
genannt. Im Risiko Management ist
vor allem der Umgang mit Währungsrisiken das Top-Thema. Ein Viertel der
befragten Corporates nennt es als
wichtigstes Thema. Danach folgen Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken. Im
Bereich Corporate Finance sehen 25
Prozent der Unternehmen vor allem
die Ratingverfahren und Bonitätsbeurteilungen als wichtiges Thema.ako
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Finanzen & Bilanzen 5
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
Top-Finanzierung
Adler Real Estate
begibt neuen Bond
Bayer begibt neue Hybrid-Anleihe über 1,3 Milliarden Euro
Claas
Claas: Schuldschein
über 300 Mio. Euro
Der Traktorhersteller Claas
hat drei Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 300 Mio. Euro
begeben. Die Laufzeit der
Schuldscheine liegt zwischen
fünfeinhalb und neuneinhalb
Jahren. Das Unternehmen will
die neuen Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke
und die Refinanzierung
bestehender Verbindlichkeiten
verwenden. Latham & Watkins hat Claas beraten. Als
Bookrunner waren die Landesbank Baden-Württemberg
und die DZ Bank mandatiert.
Kaefer Isoliertechnik
mit neuem Kredit
Das Familienunternehmen
Kaefer Isoliertechnik hat eine
syndizierte Seniorfinanzierung
mit einem Bankensyndikat
und eine MezzanineFinanzierung mit zwei Darlehensgebern abgeschlossen.
Die Senior-Finanzierung
wurde durch die Deutsche
Bank, die Commerzbank und
HSCB Trinkaus & Burkhardt
arrangiert. Mit der neuen
Finanzierung will Kaefer
bestehende Kreditlinien, vor
allem Avallinien, ablösen.
Das Volumen der gesamten
Finanzierung beläuft sich auf
500 Mio. Euro.
B
ayer hat einen Hybrid-Bond über
1,3 Milliarden Euro begeben. Damit setzt der Konzern bereits zum
dritten Mal auf Nachrangkapital und
wird so zum zweitgrößten Unternehmensemittenten von ausstehendem
Euro-Hybridkapital, heißt es aus Bankenkreisen. Die Emission war nach
Angaben des Unternehmens vierfach
überzeichnet. Investoren aus Großbritannien dominierten das Orderbuch,
aus Deutschland und Frankreich kamen jeweils 16 Prozent der Investoren.
Der neue Bond hat eine Laufzeit
von 60 Jahren und wird mit 2,375 Prozent verzinst. Die erste Kündigungsoption hat Bayer im Oktober 2022.
Nach 12,5 Jahren wird der Kupon
zum ersten Mal um 25 Basispunkte
aufgestockt. Der zweite Step-up um
75 Basispunkte ist nach 27,5 Jahren
angesetzt. Deutsche Bank, RBS und
Société Générale haben die Transaktion als aktive Bookrunner begleitet.
Die RBS fungierte außerdem als Sole
Rating Agency Coordinator.
Bayer AG
Adler Real Estate hat eine
Anleihe mit einem Volumen
von nominal 300 Mio. Euro
platziert. Der neue Bond hat
eine Laufzeit von fünf Jahren,
der Kupon liegt bei 4,75%.
Mit dem Erlös will Adler
hauptsächlich die Übernahme
des Immobilienkonkurrenten
Westgrund finanzieren. Die
restlichen Erlöse, die dafür
nicht mehr benötigt werden,
sollen der Refinanzierung
bestehender Verbindlichkeiten
dienen.
Bayer setzt erneut auf Nachrangkapital.
Insgesamt sind die Anleihebedingungen des neuen Bonds so gestaltet,
dass die Ratingagenturen von Bayer
der Anleihe 50 Prozent Eigenkapitalcharakter zuordnen. Moody’s bewertet
den Bond mit einem Langfrist-Rating
von Baa2. Der Konzern hält derzeit ein
A3-Langfrist-Rating von Moody’s. Von
S&P bekommt Bayer zurzeit ein A-.
Den Erlös will der Leverkusener
Dax-Konzern für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Damit
unterscheidet sich der Bond von der
Hybrid-Emission im vergangenen Jahr
über 3,25 Milliarden Euro. Damals
finanzierte der Konzern einen Teil
der Übernahme des Consumer-CareGeschäfts von Merck & Co, das Bayer
im Mai 2014 für 14,2 Milliarden USDollar übernommen hatte. Der Bond
bestand aus zwei Tranchen. Die erste
Tranche hat einen Kupon von 3,0 Prozent, die zweite Tranche wird mit 3,75
Prozent verzinst. Bayer hat außerdem
2005 bereits eine Hybridanleihe über
1,3 Milliarden Euro platziert, die im
Juli dieses Jahres kündbar wird.ako
Universalbanken unter Druck
Schere zwischen Gewinnern und Verlierern im Firmenkundengschäft wird größer
F
irmenkunden sind wertvoll: Laut
einer Studie der Boston Consulting
Group (BCG) machen sie global rund
die Hälfte der Bankenerträge aus. Bis
2020 sollen diese Erträge in Deutschland jährlich wachsen, allerdings eher
moderat um 1 bis 2 Prozent. „Die
meisten Firmenkundenbanken arbeiten derzeit noch profitabel. Doch das
dürfte sich ändern, wenn die Banken
ihr bestehendes Geschäftsmodell nicht
anpassen“, sagt BCG-Partner Carsten
Baumgärtner.
Von den weltweit mehr als 100
befragten Banken musste in den vergangenen drei Jahren über die Hälfte
bereits Ertragsrückgänge hinnehmen
– ein ernstes Warnsignal. Vor allem bei
deutschen Banken sei dieses Problem
akut, da sie sich beinahe geschlossen
auf die begehrten Mittelständler gestürzt hätten, meint BCG-Partner Oliver Dany. Im Herdentrieb zeigen sich
dennoch große Unterschiede zwischen
den profitabelsten und den ertragsschwächsten Banken. 2014 habe sich
die Spanne zwischen den besten und
den schlechtesten Banken gegenüber
dem Vorjahr in den meisten Regionen
um bis zu 50 Prozent erhöht. Grund
dafür sind die großen Makrotrends,
die das Bankgeschäft von Grund auf
verändern: Zum einen die strengere
Regulierung, zum anderen die Herausforderungen im Zuge der digitalen
Revolution.
Das Hauptproblem ist jedoch,
dass das über Jahre erfolgreiche Universalbanken-Modell in der modernen
Finanzwelt nicht mehr vollständig
aufgeht. Die Firmenkunden werden
immer anspruchsvoller, legen mehr
Wert auf Relationship-Management
und fordern maßgeschneiderte Produkte. Firmenkundenbanken, die dies
erkannt haben und das Problem aktiv
angehen, ziehen laut BCG den Universalbanken davon. Ein weiteres Pro­
blem für viele deutsche Banken sei die
Internationalisierung. Einerseits sind
viele Mittelstandskunden verstärkt
global aufgestellt, gleichzeitig haben
sich viele Banken in ihre Heimatregionen zurückgezogen.
Die Banken müssen laut BCG ihr
Geschäftsmodell auf den Prüfstand
stellen, und zwar grundlegend. Dabei
gilt es, das Portfolio auf seine Performance zu überprüfen, um schwache
Segmente, Regionen oder Produkte zu
identifizieren und Prioritäten neu zu
ordnen. Die besten Corporate-Banken
hätten sich laut BCG bereits stark spezialisiert, sei es auf Small-, Mid- oder
auch Large-Caps. phh
Finanzierungsticker
+++ Volkswagen Bank und Volkswagen Financial Services platzieren ABSEmission über 965 Mio. Euro +++ Ferratum-Anleihe von Creditreform auf BBB
hochgestuft +++ Schaeffler begibt Anleihe über 1,5 Mrd. Euro +++ Apassionata
sagt Anleiheemission ab +++ Deutsche Real Estate Funds verschiebt Anleiheemission +++ Gategroup erhält Kredit über 240 Mio. Euro +++ SteilmannBoecker Fashion Point stockt Anleihe um nominal 9,4 Mio. Euro auf +++ Allianz
begibt Nachranganleihe über 1,5 Mrd. Euro +++ Eon-Rating von Moody’s von A3
auf Baa1 herabgestuft, Ausblick stabil +++
Finanzen & Bilanzen 6
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
Kuka: neuer Konsortialkredit
Bertelsmann plant
Hybrid-Bond
Robotics-Spezialist erweitert Kreditfazilität
Verlag
FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH
Der F.A.Z.-Fachverlag
Frankenallee 68–72, 60327 Frankfurt am Main
E-Mail:verlag@frankfurt-bm.com
HRB Nr. 53454, Amtsgericht Frankfurt am Main
Geschäftsführer: Dr. André Hülsbömer, Jürgen Kiehl
K
uka, der Spezialist für Robotics und verbesserte Marktsituation auch für
Anlagen- und Systemtechnik, hat deutliche Konditionsverbesserungen
einen Konsortialkredit vorzeitig refi- genutzt werden“.
nanziert und einen neuen, erweiterten
Der Grund für die Aufstockung
Vertrag abgeschlossen. Das Volumen und die Veränderung der Vertragsverdes Kredits wurde um 70 Millionen einbarungen ist nach Angaben des
Euro auf jetzt
Unternehmens
230
Millionen
die Integration
Euro erhöht. Der
des im Dezember
Vertrag besteht
2014 übernomaus einer Bürgmenen Schweizer
schafts- und GaLogistikautomarantielinie über
tisierers Swisslog.
140
Millionen
Die neuen MitEuro und einer
tel will Kuka für
Betriebsmittellidie allgemeine
nie über 90 Mil- Kuka stockt Kredit um 70 Millionen Euro auf.
Unternehmenslionen Euro, die
finanzierung
auch für Bürgschaften und Garantien verwenden. Die Bürgschafts- und Gaverwendet werden kann.
rantielinien sollen für das operative
Der Kredit läuft über fünf Jahre Geschäft der Kuka und der Swisslog
und kann zweimal um jeweils ein Jahr zur Verfügung stehen. Die Commerzverlängert werden. Im Vergleich zum bank und die Deutsche Bank fungiervorherigen Konsortialkredit wurden ten als Arrangeure bei dem Kredit, der
auch strukturelle Vertragsanpassun- bei den bisherigen Konsortialbanken
gen vorgenommen. Nach Angaben von Kuka und einer Swisslog-Konsordes MDax-Konzerns „konnte die tialbank platziert wurde.ako
KUKA
Der Medienkonzern Bertelsmann will eine EuroHybridanleihe emittieren. Es
soll eine Emission mit einem
Benchmark-Volumen und
einer Laufzeit von 60 Jahren
werden. Der nachrangige
Bond erhält von Moody’s
ein Baa3-Rating und liegt
damit zwei Notches unterhalb des Senior Unsecured
Ratings. Moody’s bestätigte
zeitgleich dieses Rating
und das Emittenten-Rating
von Bertelsmann und der
Tochtergesellschaft RTL
Group bei Baa1 mit stabilem
Ausblick. Moody’s begründet
den stabilen Ausblick der
Ratings mit der Erwartung,
dass der Umsatz und das
Ebitda des Medienkonzerns
in diesem Jahr leicht wachsen
werden. Grund dafür seien
unter anderem Zukäufe und
Kapitalinvestitionen des
Unternehmens.
IMPRESSUM
Vorsitzender der Geschäftsleitung: Bastian Frien
Redaktion: Markus Dentz (mad, verantwortlich),
Desirée Backhaus (deb), Jakob Eich (jae),
Philipp Habdank (phh), Antonia Kögler (ako)
Telefon: (069) 75 91-32 52
Telefax: (069) 75 91-32 24
E-Mail:redaktion@dertreasurer.de
Verantwortlich für Anzeigen
Dominik Heyer
Stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Sales
Telefon: (0 60 31) 73 86-17 15
Telefax: (0 60 31) 73 86-17 09
E-Mail:dominik.heyer@frankfurt-bm.com
Herausgeber: Boris Karkowski
Mitherausgeber: BNP Paribas, Deutsche Bank,
Horváth & Partner GmbH, Reval, SEB AG,
treasury executives 53° gmbh
Partner: Barclays Bank PLC, Litreca AG,
Omikron Systemhaus GmbH & Co. KG
Jahresabonnement: kostenlos
Erscheinungsweise
zweiwöchentlich (24 Ausgaben im Jahr)
Layout: Daniela Seidel, FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH
© Alle Rechte vorbehalten.
FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, 2015.
Die Inhalte dieser Zeitschrift werden in gedruckter und
­digitaler Form vertrieben und sind aus Datenbanken abrufbar.
Eine Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte
ist ohne vorherige schriftliche Zustimmung des Verlages
unzulässig und strafbar, sofern sich aus dem Urheberrechtsgesetz nichts anderes ergibt. Es ist nicht gestattet, die Inhalte
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Risiko Management 7
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
Währungen: Translationsrisiken ungesichert
Coface aktualisiert
Länderbewertungen
Stada und Fresenius sichern Translationsrisiken nicht ab / Experten raten zum Umdenken
Der Kreditversicherer Coface
stuft das Geschäftsumfeld
in Russland auf C herab, die
zweitschlechteste Stufe. Die
Länderbewertung von Brasilien (A4) und Ecuador (B)
setzt Coface auf die Beobachtungsliste für eine Herabstufung. Für die Niederlande und
Belgien geht es dagegen eine
Stufe auf A2 herauf.
Euro-Schwäche hilft
nur bedingt
Der deutsche Export werde
2015 um 36 Mrd. Euro
(2,7%) zulegen, schreibt
der Kreditversicherer Euler
Hermes. Die Euro-Schwäche
trage dazu 5 Mrd. Euro bei.
Der positive Effekt für deutsche Firmen sei aufgrund der
geringen Preiselastizität für
deutsche Produkte begrenzt.
Zudem entfallen 40% aller
deutschen Exporte auf Länder
der Euro-Zone.
D
en Sportartikelhersteller Adidas Warum ist das so? Dirk Schreiber,
haben Währungsschwankungen Leiter Treasury bei Fresenius, erklärt,
2014 550 Millionen Euro des Umsat- warum der Health-Care-Konzern
zes gekostet. Beim Handelsriesen Me- Translationseffekte nicht hedgt: „Sie
tro könnte der Rubel-Verfall im lau- haben letztendlich keinen Einfluss
fenden Geschäftsjahr 2014/2015 das auf unseren Cashflow“, sagt SchreiEbit um rund 200 Millionen Euro
ber und beschreibt damit
schmälern. Auch Henkel
die gängige Praxis in
und Stada plagen diese
der Unternehmenswelt:
Translationsrisiken, die
Wenn kein Cash fließt,
sich auf die Umrechwird nicht abgesinung von FX-Umsätchert. Das Translazen, -Gewinnen und
tionsrisiko komme
-Vermögenswerten
schließlich nur dann
in die Bilanzwähzum Tragen, wenn
tforgo/iStock/Thinkstock/Getty Images
rung beziehen.
die US-Tochter die
Während Unternehmen die Risi- Gewinne als Dividende an die deutken, die sich aus dem tatsächlichen sche Mutter ausschüttet – und dann
Währungsumtausch ergeben, mit na- sei es genau genommen ein Transtürlicher Absicherung und Derivaten in aktionsrisiko, so Schreiber. Solange
den Griff bekommen, sehen sich viele das Geld im gleichen Währungsraum
dem Translationsrisiko machtlos ge- investiert wird, spiele das FX-Risiko
genüber: „Translationsrisiken können keine Rolle für den Cashflow.
sie am Ende des Tages nicht absichern.
Darüber hinaus sind viele InvesDas müssen sie hinnehmen“, sagte titionen im Ausland langfristig angeStada-CFO Helmut Kraft dazu in einem legt. Ohne ein Enddatum kann die
Zeitungsinterview.
Absicherung teuer werden, meint
Sven Jürgensen von der HSBC im Interview mit FINANCE-TV: „Insbesondere in Hochzinsländern wie Russland
übersteigen die Sicherungskosten den
Vorteil der Absicherung.“
Ausnahmefälle stellen Unternehmen dar, die über wenig Eigenkapital
verfügen und Covenants einhalten
müssen. „Diese Unternehmen sichern
teilweise auch Translationsrisiken mit
Devisentermingeschäften ab, um sicherzustellen, dass sie die Kreditbedingungen nicht reißen“, sagt Günter
Tallner, als Bereichsvorstand der Commerzbank unter anderem zuständig
für Großkunden. Grundsätzlich meint
Tallner, dass Translationsrisiken nicht
ausreichend im Fokus stünden.
Angesichts der aktuellen Turbulenzen drängen immer mehr Banker
und Berater darauf, Translationsrisiken
abzusichern. Diese Ratschläge sind
nicht ohne Eigeninteresse, versprechen sie doch zusätzliche Kontrakte
und höhere Provisionen. Dennoch sind
Treasury-Chefs aufgerufen, dies ernsthaft zu prüfen.deb
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Personen & Positionen 8
Ausgabe 7 | 9. April 2015
TÜV Süd Management Services
André Krauß hat Anfang
April die
CFO-Position
bei TÜV Süd
Management
Services
übernommen.
Der 41-Jährige verantwortet
künftig die kaufmännische
Führung des Geschäftsbereichs auf internationaler
Ebene, teilte das Unternehmen mit. Krauß wechselte im
Januar dieses Jahres als
Prokurist und Mitglied der
Geschäftsleitung zu TÜV Süd
Management Services und ist
bereits seit 2008 für TÜV Süd
tätig. Er folgt nun auf Wolfgang Hock, der TÜV Süd
zufolge CFO in Japan und ab
Anfang Juli zusätzlich Finanzchef in Südkorea wird.
Mutares
Der Aufsichtsrat des PEInvestors Mutares hat Mark
Friedrich zum 1. April zum
Mitglied des
Vorstands der
Gesellschaft
bestellt.
Innerhalb des
Gremiums
übernimmt er die Verantwortung für den Bereich Finanzen. Friedrich ist bereits seit
2012 für Mutares als Leiter
Finanzen tätig. Vor seinem
Einstieg bei dem Unternehmen hat Friedrich sieben
Jahre lang die Wirtschaftsprüferlaufbahn bei Ernst & Young
verfolgt. Dort war er unter
anderem auf die Prüfung von
Private-Equity-Gesellschaften
und Investmentfonds
spezialisiert.
Thomas Köntgen, CoVorstandsvorsitzender der
Deutschen Pfandbriefbank
(pbb), übernimmt die Ressorts
Treasury und IT. Er tritt damit
die Nachfolge von Wolfgang
Groth an. Groth zieht dafür in
den Vorstand der Hypo Real
Estate (HRE) ein. Das HREGremium wird im Zuge der
geplanten Reprivatisierung
der pbb auf zwei Personen
verkleinert. Der zweite Vorstand werde in Kürze bestellt,
teilte die HRE mit.
Osram verlängert Kreditlinien bis 2020
Roland Mittenhuber, Head of Finance and Treasury bei Osram, spricht über die Verlängerung der Kreditlinien und das 200-Millionen-Darlehen bei der EIB
D
er Leuchtmittelkonzern Osram
hat vor kurzem seine syndizierten
Kreditlinien bis 2020 verlängert. Der
revolvierende Kredit hat ein Volumen
über 950 Millionen Euro und soll dem
Münchener Konzern die Finanzierung
sichern und Flexibilität geben. Damit
nutzt auch Osram das derzeit günstige
Umfeld für Refinanzierungen.
„Wir haben die Kreditkonditionen
und damit auch die Bereitstellungskosten insgesamt deutlich verbessert“, sagt Roland Mittenhuber, Head
of Finance and Treasury bei Osram.
„Zudem haben wir eine Verlängerung
und Diversifizierung unseres Laufzeitenprofils erreicht.“ Das Unternehmen
habe nach den ersten beiden Jahren
eine Option, den Kredit um jeweils
ein weiteres Jahr zu verlängern, die
derzeit typische 5+1+1-Konstruktion.
Vor­aussichtlich kann Osram das Darlehen also sieben Jahre lang nutzen.
Vor etwas mehr als zwei Jahren
hatte Osram im Vorfeld der Abspaltung von Siemens zum ersten Mal eine
»»Die Banken zeigten
großes Interesse, den
Kredit zu verlängern.«
syndizierte Kreditfazilität über 1,25
Milliarden Euro aufgenommen. Dies
war ein maßgeblicher Faktor dafür,
dass Osram nach der Trennung finanziell erstmals auf eigenen Beinen stehen konnte. Der Kredit ist seither der
„Anker unserer Finanzierungsstruk-
Jens Küsters, München
News
Roland Mittenhuber ist seit 2011 bei Osram.
tur“, sagt Mittenhuber, der bei seinem
Amtsantritt 2011 damit betraut war,
die Treasury-Abteilung bei dem MDaxKonzern aufzubauen.
Heute wie damals haben 15 Banken die Transaktion begleitet. Bereits
sechs Monate vor dem Abschluss der
Nachverhandlung, im Sommer 2014,
seien die ersten Geldhäuser auf Osram zugekommen. „Es gab seitens
der Banken ein großes Interesse, mit
uns den Kredit zu verlängern“, sagt
Mittenhuber dazu. Mitte Dezember
­
habe sein Team das Projekt gestartet
und bereits wenige Wochen später,
kurz vor der Osram-Hauptversammlung im Februar, erfolgreich zum Abschluss gebracht.
Im Jahr 2013 war neben der
nunmehr nachverhandelten revolvierenden Kreditlinie über 950 Millionen Euro noch ein Laufzeitdarlehen
über 300 Millionen Euro Bestandteil
der Kreditvereinbarungen. Dieses
hat Osram aber bereits vorzeitig und
vollständig getilgt. „Unsere Liquiditätssituation hat sich seit der letzten
Transaktion erheblich verbessert“,
sagt Mittenhuber.
Unabhängig von der Nachverhandlung schafften es Roland Mittenhuber und sein Team, die Aufmerksamkeit der Europäischen Investitionsbank
(EIB) auf sich zu ziehen. Das Institut
hat Osram ein Förderdarlehen in Höhe
von bis zu 200 Millionen Euro gewährt. „Die EIB hat unsere Aktivitäten
rund um LED- und OLED-Licht sehr
positiv aufgenommen und bewertet“,
erklärt Mittenhuber. Zuletzt machte
Osram rund 39 Prozent seines Umsatzes mit LED-basierten Produkten und
Lösungen.
Der EIB-Kredit läuft über acht
Jahre. Bis Dezember hat Osram die
Option, das Geld vollständig zu ziehen. Mit 50 Millionen Euro hat das
Unternehmen laut Mittenhuber bereits
einen Teil des Geldes in Anspruch genommen. Ob Osram den Kredit vollständig zieht, weiß Mittenhuber indes
noch nicht. „Neben den Kostenargumenten stehen bei all unseren Finanzmaßnahmen Finanzierungssicherheit
sowie Diversifizierung und Flexibilität
im Vordergrund. Momentan ist es relativ teuer, Geld auf der Kasse liegen zu
haben. Hier hilft, dass wir ein Jahr Zeit
haben, um uns zu entscheiden.“ Aus
beiden Instrumenten ergebe sich für
Osram ein langfristig abgesicherter Finanzierungsspielraum von insgesamt
1,15 Milliarden Euro, sagt Mittenhuber. Das Unternehmen könne diesen in
den kommenden Jahren, unabhängig
von der jeweiligen Kapitalmarktsituation, gezielt einsetzen.jae
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Personen & Positionen 9
Ausgabe 7 | 9. April 2015
Traxpay
Siegfried Heimgärtner ist
von Traxpay,
einem Anbieter von B2B
PaymentsLösungen,
zum neuen
Aufsichtsratschef berufen
worden. Zuletzt hatte Heimgärtner die Position des CEO
beim Zahlungssystem­
entwickler Skrill inne. Dabei
wirkte er im Februar 2014
federführend am Erwerb einer
Mehrheitsbeteiligung an Skrill
durch den PE-Investor CVC
Capital Partners mit.
Oliver Bilal wird Chef des
Global Asset Managements
für die Regionen Europa,
Naher Osten und Afrika bei
der Schweizer Großbank UBS.
Wie finanzen.ch schreibt, bestätigte eine Pressesprecherin
die Ernennung gegenüber der
Finanznachrichtenagentur
AWP. Bilal soll Anfang Mai
zur UBS stoßen.
Sixt Leasing beruft CFO
Björn Waldow wird Finanzchef der Leasingsparte von Sixt
Helaba-Chef
Brenner geht
D
H
ie Leasing-Tochter des Autover- schäft aufgeben zu müssen. Offiziell
mieters Sixt bekommt ihren eige- ist der Börsengang aber nur ein Genen Finanzvorstand: Björn Waldow dankengang, den Sixt noch prüft. Mit
wird den bisherigen Alleinvorstand der Erweiterung des Vorstands der
Rudolf Rizzolli künftig
Sixt Leasing bereitet sich
unterstützen. In seidas in Pullach ansässige
ner neuen Funktion
Unternehmen in jedem
­verantwortet Waldow
Fall darauf vor, künftig
neben den Finanzen
auf eigenen Beinen zu
auch das Rechnungswestehen.
sen und Controlling soWaldow
kommt
wie das Risikomanagein sicherlich zugute,
ment. Dazu kommen die
dass er innerhalb der
Bereiche Investor ReSixt-Gruppe bereits an
lations, Revision sowie
verschiedenen Stellen
Sixt-Leasing-CFO Björn Waldow
Recht und Compliance.
Finanzerfahrung gesamAuf Waldow könnte
melt hat. Seit 2010 verbald eine noch größere Aufgabe zu- antwortete er als Managing Director
kommen. Sixt plant den Spin-off seiner unter anderem die Abteilungen M&A,
Leasingtochter. Wenn sich diese Pläne Sales-Controlling und das Konzern-Rimaterialisieren, dürfte der neue CFO sikomanagement. Von 2002 bis 2010
bald auf Investoren-Roadshow gehen. war Waldow für die UnternehmensbeDie Konzernmutter erhofft sich durch ratung Roland Berger tätig. Weitere
den IPO, die Kapitalbasis der Toch- Erfahrungen außerhalb des Autoverter zu verbessern, ohne dadurch auf mieters sammelte er zudem zwischen
Grund fehlenden Kapitals Wachstums­ 1995 und 2001 bei der Deutschen
optionen für das Autovermietungsge- Bank.jae/phh
Sixt Leasing
News
ans-Dieter Brenner, früherer CFO
und jetziger CEO der Landesbank
Hessen-Thüringen (Helaba), verlässt
die Bank Ende September dieses Jahres. Der dann 63-Jährige verabschiedet sich in den Ruhestand, teilte die
Helaba mit. „Nach 14 Jahren der Verantwortung im Vorstand – davon mehr
als sechs Jahre als Vorstandsvorsitzender – entspricht dieser Schritt meiner
persönlichen Lebensplanung“, erklärt
Brenner. Medienberichten zufolge soll
Herbert Hans Grüntker, derzeit Chef
der Frankfurter Sparkasse, die Nachfolge antreten.
Hans-Dieter Brenner kam 2001
zur Helaba und leitete zunächst unter
anderem die Bereiche Finanz- und Risikocontrolling. Den Chefposten übernahm er 2008 auf dem Höhepunkt
der Finanzkrise. Unter Brenners Ägide
habe sich die Helaba in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv
entwickelt, so die Bank. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 erzielte die
Helaba ein Vorsteuerergebnis von 607
Millionen Euro.jae
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Software 10
Ausgabe 7 | 9. April 2015
News
TIS feiert Jubiläum und hat große Pläne
Auszeichnung: Karten
zur Verlosung
Neues Produkt und Schnittstelle mit Swift geplant / keine M&A-Agenda
HSBC beteiligt sich an
Kyriba
Der Treasury-SoftwareAnbieter Kyriba hat jüngst
eine Finanzierungsrunde
über 21 Millionen US-Dollar
abgeschlossen. HSBC ist als
Newcomer zu den bestehenden Investoren Daher Capital,
Bred Bank Populaire und
Iris Ventures gestoßen. Das
Geld soll in die internationale
Expansion von Kyriba fließen.
D
er Cloud-SoftwareanbieDas zentrale Tool ist der
ter Treasury Intelligence
Bank Transaction Manager,
Solutions (TIS) feiert in dieeine
SaaS-Zahlungsversem Jahr sein fünfjähriges
kehrsplattform in der SAPBestehen. Von Anfang an mit
Umgebung. Daneben biean Bord war der ehemalige
tet TIS noch Bank Account
SAP-Treasurer Jörg Wiemer,
Management
(Bankkonder sich seit Herbst 2011 TIS-CEO Jörg Wiemer tenverwaltung) und einen
als CEO vollständig auf TIS
Gebührenmanager an. Am
konzentriert. Der Anbieter ist im heiß- stärksten nachgefragt werden laut
umkämpften Softwaremarkt, der eher Wiemer der Bank Transaction Manadurch Konsolidierung Schlagzeilen ger in Verbindung mit dem Bank Acmacht, eines der wenigen erfolgrei- count Manager. Der Anbieter denkt
chen Start-ups: Dieser Tage verkündet zudem intensiv über neue Produkte
der Softwareanbieter erneut eine Um- im Bereich Treasury Intelligence (Busisatzverdoppelung. Allein, mit genauen ness Intelligence für Cashflows) nach.
Umsatz- und Ertragszahlen sind die Außerdem ist TIS dabei, eine PartnerWalldorfer, die inzwischen 35 Mitar- schaft mit dem Finanznachrichtenbeiter beschäftigen, zurückhaltend. dienstleister Swift einzugehen, ähn„Hierzu machen wir keine Angabe“, lich wie das Softwarehaus Bellin. Der
erklärt CEO Wiemer auf Anfrage von neue TIS Swift Service soll TIS-Kunden
DerTreasurer. Zu den rund 50 Kunden mit allen Banken verbinden, die dem
zählen Volkswagen, Fujitsu, Heidel- Score-Netzwerk angeschlossen sind,
berger Druckmaschinen und Bearing- so Wiemer.
Point. Neukunden sind beispielsweise
An TIS sind die VC-Gesellschaften
Hilti, die niederländische Bundesbahn Target Partners aus München und seit
NS Group, Staples und Swissgrid.
vergangenem Jahr Zobito aus SchweTreasury Intelligence Solutions
Am 23. April finden in Düsseldorf die neunten Portfolio Institutionell Awards statt. Dabei
wird unter anderem der beste
Corporate Investor mit Fokus
Treasury, Liquiditätsmanagement und Kapitalanlagen
gekürt. DerTreasurer verlost
drei Freikarten. Interessierte
sollten schnellstmöglich
eine Mail mit dem Stichwort
„Portfolio“ an redaktion@
derTreasurer.de senden.
den beteiligt. Eine weitere Kapitalerhöhung sei momentan zwar nicht
geplant. „Dennoch prüfen wir die
Optionen für weitere Kapitalerhöhungen sorgfältig, um insbesondere auch
international noch schneller wachsen
zu können“, sagt Wiemer. Der Softwareanbieter strebt derzeit ein rein
organisches Wachstum an. „Akquisitionen sind für uns im Moment noch
kein Thema“, lautet die vielsagende
Antwort von Jörg Wiemer. mad
Veranstaltungen
21.04., in Bonn
Leasing im Überblick –
ein Einstieg in alternative
Finanzierungsformen
21.04., in Frankfurt am Main
Liquiditätsplanung und
-vorsorge
22.-23.04., in Potsdam
Devisenmanagement
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3. CAS H
MANAGEMENT
CAMPU S
Austausch auf Augenhöhe
6. MAI 2015 – WOLKENBURG, KÖLN
Der Jahrestreff für Treasurer & Cash Manager geht in die 3. Runde!
VERANSTALTER
Die Impulsthemen 2015
China öffnet sich:
die Renminbi-Liberalisierung nutzen
Standardisierung im Zahlungsverkehr:
der Siegeszug von ISO20022 XML
Niedrigzinsen:
Wie Firmen ihr Cash jetzt anlegen können
Geopolitische Risiken:
Cash Management in schwierigen Märkten
PARTNER
Die Impulsgeber 2015
Dr. Sigurd Dahrendorf,
Leiter Konzernfinanzierung,
Knorr-Bremse AG
Dr. Klaus Gerdes,
Head of Corporate
Finance/Treasury,
ALTANA AG
Roland Mittenhuber,
Head of Corporate
Finance & Treasury,
OSRAM Group
Peter Radtke,
Head of Corporate
Finance & Treasury,
KUKA Aktiengesellschaft
Programm- und Referentenauszug
Programmdownload: www.cash-management-campus.de
FÖRDERER
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