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chemie report 10/2014 - VCI

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INFORMATIONEN FÜR MITGLIEDSFIRMEN DES VCI
chemie
report
10/2014 A 3 Editorial zu Wettbe-
werbs- und Innovationsfähigkeit A 4 – 10
Mitgliederversammlung Diskussionen zur
Oxford-Studie und Energiepolitik A 12
Mittelstandsinformation Start-up-Förderung A 14 Dialog erfolgreicher Tag der
offenen Tür A 15 Nachhaltigkeit neues
Hintergrundpapier A 20 Wirtschaft Chemiemärkte Asien A 22 – 23 Handelspolitik CETA- und TTIP-Abkommen A 24
Forschungspolitik Wagniskapital A 26
Chemikalienpolitik VCI-Serviceplattformen A 27 Recht Juristentag fordert
geringere Managerhaftung
Neue Studie von Oxford Economics
Der Chemiestandort Deutschland
verliert Wettbewerbsfähigkeit
Die chemische Industrie ist eine exportstarke Branche.
Die hohe Exportquote verdeckt aber ein Problem: Globale Konkurrenz und sinkende Wettbewerbsfähigkeit setzen dem Chemiestandort Deutschland immer stärker
zu. Als besonderes Alarmsignal ist zu werten, dass sich
der Abwärtstrend seit 2008 verstärkt hat. Diese Entwicklung wird jetzt durch eine neue Studie des Wirt-
Damit
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de .
schaftsforschungsinstituts Oxford Economics mit Daten
und Fakten belegt.
„Deutschland ist ein attraktiver Chemiestandort. Tatsache ist
aber, dass wir in den letzten beiden Jahrzehnten Anteile am
Weltchemiehandel und -produktion verloren haben. Politik
und Öffentlichkeit müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir B
Internationale Wettbewerbsfähigkeit
B uns in einer kritischen Phase befinden, was unsere
internationale Wettbewerbsfähigkeit angeht“, sagte der
scheidende Präsident des Verbandes der Chemischen
Industrie (VCI), Karl-Ludwig Kley, bei der Vorstellung
der Studie „Die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland im internationalen Vergleich –
Rückblick und Zukunftsperspektiven“ in Frankfurt
anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes.
Die Studie, die der VCI in Auftrag gegeben hat, füllt
eine Lücke: Bislang gab es keine wissenschaftlich vergleichenden Arbeiten zur Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Chemienationen.
Der Anteil des Chemiestandorts Deutschland am
globalen Exportmarkt ist trotz wachsender Außenhandelsüberschüsse in den letzten beiden Jahrzehnten
gesunken, so die Analyse von Oxford Economics. Das
Wirtschaftsforschungsinstitut konnte dabei nachweisen, dass der Rückgang der Marktanteile vor allem
auf einen Verlust an globaler Wettbewerbsfähigkeit
des Chemiestandorts zurückzuführen ist. Dies ist einer
von mehreren Faktoren, der zu einer Wachstums- und
Investitionsschwäche geführt hat: Die Chemieindustrie
hat seit 2011 weder die Produktion noch die Investitionen am Standort Deutschland ausgeweitet.
„Die Wettbewerbsfähigkeit auf den internationalen
Exportmärkten ist für den Chemiestandort Deutschland bei der anhaltenden Wachstumsschwäche in
Europa lebensnotwendig“, sagte Kley. Vom dynamischen Aufholprozess der Schwellenländer profitierte
der Chemiestandort Deutschland in der Vergangenheit
durch Exporte. Der Erfolg der vergangenen Jahre sei
aber kein Garantieschein für die Zukunft. „Wenn unsere
Wettbewerbsfähigkeit weiter sinkt, drohen wir von der
Weltkonjunktur abgekoppelt zu werden“, so Kley.
chemie report
10.2014
„Deutschlands Chemieindustrie braucht
bezahlbare Energie
und die besseren
Ideen, um dauerhaft
erfolgreich zu sein“,
sagte Karl-Ludwig
Kley bei der Vorstellung der Studie.
ABB. 5: DEUTSCHER CHEMIEEXPORTANTEIL*
Anteil an den Weltchemieexporten, Index 1995 = 100
1995–2000
2000–2008
2008–2012
Exportmarktanteil 1995
100
Struktureffekt
90
Tatsächlicher
Exportmarktanteil
80
Wettbewerbseffekt
70
1995
2000
2008
2012
Deutschland hat seit 1995 kontinuierlich Anteile an den
Weltchemieexporten verloren. Der größte Teil des Verlustes ist
auf eine Verringerung der Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen. Seit 2008 gewinnt der Struktureffekt an Bedeutung.
Quellen: Oxford Economics , VCI
*ohne Pharma
EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
In der Studie hat Oxford Economics untersucht,
welche Faktoren einen besonders starken Einfluss auf
die Wettbewerbsfähigkeit eines Chemiestandorts
haben. Als Faktoren mit dem größten Einfluss hat das
Institut die Energie- und Rohstoffkosten sowie die Forschungsausgaben der Branche identifiziert. Ferner
spielen die Qualität der Verkehrsinfrastruktur, Investitionen, Wechselkurse, Steuern, Regulierungskosten und
die Dichte des Industrienetzwerkes eine Rolle.
Die Studie belegt, dass zu hohe Energiepreise die
Wettbewerbsfähigkeit eines Chemiestandorts stark
negativ beeinflussen und zu sinkenden Exportmarktanteilen führen. Eine hohe Forschungsintensität wirkt
sich langfristig positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit
und den Anteil am globalen Chemieexportmarkt aus,
so die Studie. Auch Investitionen hat Oxford Economics als wichtigen Einflussfaktor auf die Wettbewerbsfähigkeit identifiziert.
SZENARIO HÖHERE FORSCHUNGSINTENSITÄT UND
NIEDRIGERE ENERGIEKOSTEN
Deutsche Chemie*, Entwicklung der Anteile am globalen
Exportmarkt bis 2030 in Prozent
13
Basisszenario
Szenario Gasförderung
&F
Forschungsausbau
h
b
12
11
10
9
8
7
6
2000
2005
2010
2015
2020
2025
2030
(udj)
Fördert die Politik in Zukunft verstärkt Forschung und
Entwicklung in Deutschland und verhindert gleichzeitig ein
weiteres Ansteigen der Energiekosten, wird der Verlust der
Wettbewerbsfähigkeit verringert.
Quellen: Oxford Economics, VCI
*ohne Pharma
2
10.2014
chemie report
Standpunkt / News
STANDPUNKT
Die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche sichern
Deutschland gehört heute zu den führenden Chemie- bedingungen. Mit steuerlicher Förderung der Innovatinationen weltweit. Bei Kenngrößen wie Umsatz oder For- onskraft der Unternehmen und niedrigeren Energiekosten
schungsaufwendungen belegen wir einen Platz im inter- kann die Politik die Weichen auf einen Kurs stellen, der
zu mehr Wettbewerbsfähigkeit für den
nationalen Spitzenfeld. Aber wir müssen
Chemiestandort Deutschland führt.
Neues denken und Neues wagen, sonst
Auch das ist ein zentrales Ergebnis der
fallen wir zurück. Das unterstreicht die
Studie von Oxford Economics.
vergleichende Standor tstudie von
Wenn das Industrieland Deutschland
Oxford Economics. Sie zeigt: Wir verlieund mit ihm die chemisch-pharmazeutiren stetig Anteile auf dem globalen
sche Industrie weiterhin auf den WeltExportmarkt. Und der Abwärtstrend hat
märkten erfolgreich sein wollen, müssen
sich in den letzten Jahren sogar verwir innovativer werden. Innovationsfästärkt. Das ist ein deutliches Signal, dass
higkeit ist ein Schlüssel, um die Wettbedie internationale Wettbewerbsfähigkeit
werbsfähigkeit zu stärken. Als rohstoffder chemischen Industrie in Deutschland
arme und exportorientierte Nation
gefährdet ist.
braucht Deutschland Unternehmen, die
Die Branche stellt sich dieser Herbeständig neue Produkte entwickeln
ausforderung mit Fokussierung auf Speund zügig und erfolgreich auf den Markt
zialchemikalien und höheren Forbringen. Mehr Entfaltungsspielraum für
schungsaufwendungen. Seit 2009 haben
die Forschung und weniger Innovationssich die Investitionen der Chemie in Forhemmnisse helfen, dieses Ziel zu erreischung und Entwicklung um gut 2,5 MilDr. Marijn E. Dekkers
chen. Eine gemeinsame Innovationsofliarden auf 10,5 Milliarden Euro im Jahr
Präsident des Verbandes der
fensive von Gesellschaft, Industrie und
erhöht. Wir benötigen aber auch RückenChemischen Industrie (VCI)
Politik sollte den Weg dafür bereiten.
wind durch bessere politische Rahmen-
Marijn Dekkers ist neuer Präsident des VCI
Industrie (BDI). Außerdem gehört Dekkers dem Business
Council und dem Business Roundtable an. In beiden Gremien
mit Sitz in den USA haben sich Unternehmenschefs führender
Die Mitgliederversammlung des VCI hat am 26. September
US-Konzerne zusammengeschlossen.
2014 in Frankfurt Dr. Marijn E. Dekkers zum Präsidenten des
Marijn Dekkers ist verheiratet und hat drei Töchter. Er
Chemieverbandes gewählt. Dekkers ist Vorsitzender des Vorbesitzt die niederländische und die amerikanische Staatsstands der Bayer AG, Leverkusen, und gehört seit 2011 dem
bürgerschaft.
Präsidium des Verbandes an. Die Amtszeit währt satzungsAls Vizepräsidenten des VCI wurden auf der Mitgliedergemäß zwei Jahre bis zur Mitgliederversammlung 2016.
Dekkers, am 22. September 1957 im niederländischen Til- versammlung gewählt:
burg geboren, studierte Chemie und Chemieingenieurwesen. A Dr. Klaus Engel, Evonik Industries AG, Essen, und
Seine berufliche Laufbahn begann er 1985 als Wissenschaftler A Dr. Karl-Ludwig Kley, Merck KGaA, Darmstadt.
in der zentralen Forschung von General Electric in den USA.
Weiterer Vizepräsident des Verbandes ist
Er sammelte Erfahrungen in verschiedenen Bereichen des
Dr.
Kurt Bock, BASF SE, Ludwigshafen.
A
Unternehmens, bevor er 1995 zu AlliedSignal (später HoneyVon der Mitgliederversammlung wurde gleichzeitig die
well International Inc.) wechselte.
neue Zusammensetzung des VCI-Präsidiums beschlossen.
Im Jahr 2000 wurde Dekkers Chief Operating Officer der
Ihm gehören an:
Thermo Electron Corporation, dem weltweit führenden HerA Professor Dr. Dr. Andreas Barner, Boehringer Ingelheim
steller von Laborgeräten. Das Unternehmen wurde nach dem
GmbH, Ingelheim
Erwerb des Laborgeräteanbieters Fisher Scientific in Thermo
A Dr. Wolfgang Büchele, Linde AG, München
Fisher Scientific Inc. umbenannt. Hier war er ab 2002 PresiA Dr. Henrik Follmann, Follmann & Co. GmbH & Co. KG,
dent und Chief Executive Officer. Nach 25-jähriger BerufstäMinden
tigkeit in den USA kam Marijn Dekkers im Januar 2010 zu
A Dipl.-Ing. Sabine Herold, DELO Industrie Klebstoffe
Bayer. Seit dem 1. Oktober 2010 ist er Vorstandsvorsitzender
GmbH & Co. KGaA, Windach
der Bayer AG.
A Dr. Willem Huisman, Dow Deutschland Inc., Eschborn
Dekkers gehört dem Board of Directors bei General Elec- A Kasper Rorsted, Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf
tric in den USA an. Er war Vizepräsident des VCI und ist MitA Professor Dr. Rudolf Staudigl, Wacker Chemie AG, München
glied im Präsidium des Bundesverbandes der Deutschen
A Matthias Zachert, LANXESS AG, Köln
3
Mitgliederversammlung
chemie report
10.2014
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Podiumsdiskussion auf der Mitgliederversammlung
Wie bleibt Deutschland Industriestandort?
Im öffentlichen Teil der Mitgliederversammlung des VCI stellte der
scheidende VCI-Präsident Kley die
Ergebnisse der Studie „Die Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts
Deutschland im internationalen Vergleich: Rückblick und Zukunftsperspektiven“ vor. Im Anschluss diskutierte er mit Gästen aus Politik,
Wissenschaft und Verbandswelt über
die Standortbedingungen in Deutschland.
nierte Vorreiterrolle im Klimaschutz
sowie die Stärkung der Forschungsintensität und damit der Innovationsfähigkeit
der Unternehmen am Chemiestandort
Deutschland.
PODIUMSDISKUSSION ÜBER DEUTSCHE
STANDORTBEDINGUNGEN
Auf dem Podium hatte Kley
anschließend direkt die Gelegenheit, in
den Dialog einzusteigen, mit welchen
politischen Weichenstellungen der Chemiestandort Deutschland im internatioWETTBEWERBSFÄHIGKEIT DES CHEMIEnalen Wettbewerb bestehen kann.
STANDORTS KEIN SELBSTZWECK
Die Diskussion drehte sich zu Beginn
„Wir stehen als Chemie im Zentrum
vor allem um den Themenkomplex
des deutschen Industrienetzwerkes,
einem zentralen Erfolgsfaktor des Indus- Energie und Klima, der von allen Teilnehmern als wichtiger Standortfaktor
trielands Deutschland“, betonte Kley.
„Daran hängen Arbeitsplätze und Wohl- anerkannt wurde. Bei der Einordnung
der aktuellen Situation rund um die
Nach der Vorstellung der Studienergeb- stand.“ Wanderten nennenswerte Teile
Energiewende waren sich die Diskunisse mahnte Kley in seiner Rede bessere der Chemieindustrie aus Deutschland
tanten aber erwartungsgemäß nicht
politische Rahmenbedingungen für den ab, bestehe die Gefahr, dass Wertmehr einig.
schöpfungsketten reißen. Dann sei das
Chemiestandort Deutschland an: „Die
Laut Kley zeigen die Ergebnisse der
deutsche Industrienetzwerk insgesamt
Studie von Oxford Economics zeigt,
welche Hebel die größte Wirkung auf die gefährdet. „Wir wollen daher den Dialog Studie eindeutig, dass zu hohe EnergieVerbesserung der Wettbewerbsfähigkeit mit der Politik über einen gemeinsamen preise die Wettbewerbsfähigkeit stark
negativ beeinflussen. Er sagte: „Stark
Rahmen zur Weiterentwicklung der
eines Chemiestandortes haben.“ Weisteigende Energiepreise ohne Verlust an
Wettbewerbsfähigkeit des Industriechen für bessere politische RahmenbeWettbewerbsfähigkeit sind ein Mythos,
lands Deutschland fortsetzen – wie es
dingungen für die Unternehmen ließen
von dem wir uns endlich verabschieden
gute Tradition in unserer Industrie ist“,
sich vor allem auf drei Feldern stellen:
müssen.“
beendete Kley seine Ausführungen.
durch die Senkung der staatlich verurMichael Hüther, Direktor des Instisachten Kostenbelastung im Energiebetuts der deutschen Wirtschaft Köln,
reich, den Verzicht auf eine überambitio-
4
10.2014
chemie report
Mitgliederversammlung
Karl-Ludwig Kley (scheidender VCI-Präsident,
Merck)
„Ich habe nicht den Eindruck, dass unsere Vorreiterrolle bei der Energiewende
international kopiert wird.“
Tarek Al-Wazir
(Wirtschaftsminister
Hessen)
„In der Chemieindustrie
weiß man: Öl und Gas
sind viel zu wertvoll, um
sie zu verbrennen.“
Michael Hüther (Direktor
Institut der deutschen
Wirtschaft, Köln)
„Für viele Investitionsentscheidungen ist das starke
deutsche Industrienetzwerk
entscheidend.“
Reiner Hoffmann
(Vorsitzender des
Deutschen
Gewerkschaftsbundes)
„Es ist höchste Zeit, dass
wir uns Gedanken darüber machen, wie die
vorhandenen Finanzmittel wieder in die Realökonomie fließen
können.“
sagte, dass die Energiewende ihre
eigene Legitimation haben müsse. Dazu
muss sie einen volkswirtschaftlichen
Nutzen haben. „Diesen Nutzen hatte sie
bislang noch nicht.“
Der hessische Umweltminister Tarek
Al-Wazir hingegen warnte davor, die
aktuelle Situation rund um die Energiewende zu dramatisieren: „So schlimm,
wie häufig in der Öffentlichkeit dargestellt, ist es nicht.“ Er warnte davor, das
EEG nur als Kostenfaktor zu betrachten:
„Wir erarbeiten uns damit einen Vorteil
für die Zukunft, in der Strom aus erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig sein
wird.“
Reiner Hoffmann, Vorsitzender des
Deutschen Gewerkschaftsbundes,
sagte, dass für ihn vor allem wichtig sei,
dass die Energiewende für die Menschen bezahlbar bleibe.
mann und ergänzte: „Mein Eindruck ist,
dass die Chemie hier immer stärker als
Problemlöser wahrgenommen wird.“
Dabei betonte Hoffmann, dass eine
breite Akzeptanz industrieller Tätigkeiten auch im Interesse der Gewerkschaften sei, um hoch qualifizierte Industriearbeitsplätze im Land zu sichern.
Hüther betonte, dass bei der Innovationspolitik der gesamte Wertschöpfungsprozess einbezogen bleiben
müsse. „Das erreicht man aber sicher
nicht damit, dass Dinge von vornherein
verboten werden.“
Dem pflichtete Kley bei. Für ein
gutes Innovationsklima seien Neugierde
und Erfindergeist notwendig. „Wir
können in Deutschland bei abstrakten
Fragen nicht immer pauschal Nein
sagen“, so Kley.
KEINE GRUNDSÄTZLICHE ABLEHNUNG
GEGENÜBER TTIP
Zu den Themen, bei denen eine
sachlichere Diskussion dringend nötig
ist, gehört auch das transatlantische
Freihandelsabkommen TTIP. Hüther
machte dazu deutlich, dass das
Abkommen aus volkswirtschaftlicher
Sicht eine große Chance bedeute.
Aber auch DGB-Chef Hoffmann
sagte, dass er das Abkommen insgesamt für wichtig und richtig halte: „Die
Harmonisierung von Standards kann ein
großer Vorteil sein.“
Al-Wazir lehnt TTIP ebenfalls nicht
grundsätzlich ab: „Am Ende kommt es
auf den Inhalt an – und den kennen wir
noch nicht.“
(udj)
INNOVATIONSAKZEPTANZ WICHTIG
Diskutiert wurde auch über das
Thema Innovationen. Einig war man sich
auf dem Podium, dass Innovationen für
den Industriestandort Deutschand von
besonderer Bedeutung sind.
Innovationsfähigkeit sei gerade bei
immer komplexer werdenden Produktionsverfahren entscheidend, sagte Hoff-
Leserservice:
Zum VCI-Bericht auf Basis der Oxford Economics-Studie gelangen Sie hier:
http://bit.ly/VCI-Bericht-Oxford-Economics-Studie
Die englische Vollversion „Evolution of competitiveness in the German chemical industry: historical trends and future prospects“ erhalten Sie über:
http://bit.ly/competitiveness-German-chemical-industry-Oxford-Economics
5
Mitgliederversammlung
chemie report
10.2014
Podiumsdiskussion zur Energiepolitik beim Hauptausschuss des VCI am 26. September
„Unsere Positionen liegen deutlich auseinander“
Der Hauptausschuss des VCI in Frankfurt befasste sich
mit dem dominierenden Thema dieser Legislaturperiode: der Energiepolitik. Die Bundesregierung hatte in
Person von Rainer Baake, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Gelegenheit, der
Branche die Entwicklungen bei der Energiewende zu erläutern. Die Vertreter der Chemie drückten Baake ihre
Sorge über eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit durch
hohe Energiekosten aus.
Rainer Baake sagte in seinem Vortrag, dass alle im Bundestag
vertretenen Parteien die Ziele der Energiewende akzeptierten.
Er räumte ein, dass die Politik seit Inkrafttreten des EEG im
Jahr 2000 dazulernen musste: „Wir sind heute 14 Jahre
schlauer.“ Die Bundesregierung habe mit der EEG-Reform in
diesem Jahr aber einen „ersten Schritt zur Neuerfindung des
Energiesystems“ getan.
Baake nannte vier Faktoren, bei denen die Reform wichtige Weichenstellungen vorgenommen und damit auch Planungssicherheit für die Industrie geschaffen habe: Erstens
gebe es verbindliche Zielkorridore für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ferner würden die zukünftigen Kosten für
die Energiewende „dramatisch“ fallen, indem die Überförderung abgebaut wird. Drittens löse eine Vermarktungspflicht
ab 2017 die feste Einspeisevergütung ab. Und schließlich
habe die Politik die Kosten wettbewerbsfreundlich verteilt
und die Entlastungsregeln für die Industrie gesichert. Baake
kommentierte: „Ich bin sehr froh, dass wir hier in harten Verhandlungen mit der EU eine Regelung erzielt haben. Wir
zeigen der Welt, dass wir unser Energiesystem umbauen und
gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit erhalten können.“
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6
KAPAZITÄTSMARKT NUR EINE OPTION
Baake machte keinen Hehl daraus, dass die Herausforderungen bei der Energiewende in Zukunft nicht kleiner werden.
Ein Problem sei die Integration des alten deutschen Kraftwerksparks in ein neues System, das von fluktuierenden
Erneuerbaren dominiert wird. Laut Baake ist noch nicht sicher,
ob das Instrument der Strombörse ausreiche, um alte Kraftwerke am Laufen zu halten und so die Versorgungssicherheit
zu wahren. Eventuell sei dazu ein Kapazitätsmarkt nötig. Die
Bundesregierung werde Anfang November in einem Grünbuch die Optionen aufzeigen und „Preisschilder daran
hängen“. Die Industrie müsse sich aber bewusst sein, dass der
Strompreis bei einer reinen Börsenlösung ohne Kapazitätsmarkt zu bestimmten Zeiten extrem steigen könne. Baake
warnte daher: „Für die Konsumentenseite kann das heißen,
wer sich nicht vertraglich sicher mit Strom eindeckt, bekommt
im Zweifelsfall keinen mehr.“
Baake ging abschließend auf die wichtige Rolle der EUEnergiepolitik ein. Supranationale Lösungen könnten viel Geld
sparen, so Baake: „Wir wollen die Energiewende im Rahmen
des EU-Binnenmarktes weiterentwickeln, damit sie eine ökologische und auch ökonomische Erfolgsgeschichte wird.“
Im Anschluss nahm mit Michael Träger, Geschäftsführer
der Vestolit GmbH in Marl, ein Vertreter eines energieintensiven Unternehmens Stellung. Sein Unternehmen habe in den
letzten 15 Jahren keine Planungssicherheit in der Energiepolitik gehabt. Die Politik habe lediglich „die schlimmsten Auswüchse eingegrenzt“. Das ständige Infragestellen der Entlastungsregeln, ohne die Vestolit nicht wettbewerbsfähig
produzieren könne, wirke sich negativ auf das Betriebsklima
aus: „Wir und unsere Mitarbeiter haben eine Welle über uns,
die jederzeit auf uns hereinbrechen kann.“ Dabei seien die
10.2014
chemie report
Stimmen von der Podiumsdiskussion
beim Hauptausschuss
Rainer Baake (Bundesministerium für
Wirtschaft und Energie)
„Wir zeigen der Welt, dass wir unser Energiesystem umbauen und gleichzeitig unsere
Wettbewerbsfähigkeit erhalten können.“
Mitgliederversammlung
Ausnahmen beim EEG nur ein Faktor, auch die Entlastung von den
Netzentgelten und die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten seien
existenziell für energieintensive Unternehmen.
Gleichzeitig könnten industrielle Großverbraucher eine stabilisierende
Rolle für das Stromnetz spielen. Laut Träger sind Unternehmen wie Vestolit in der Lage, durch die flexible Steuerung der Produktion die Stromnetze in knappen Zeiten zu entlasten. Dabei würde Strom quasi in den Produkten „gespeichert“, was effizienter sei als Pumpspeicher.
Als letzter Vortragender stellte Henrik Follmann, Mitglied des VCI-Präsidiums und Geschäftsführender Gesellschafter von Follmann & Co. aus
Minden, die Perspektive eines nicht entlasteten Mittelständlers vor. Sein
Unternehmen zahle heute bereits 500.000 Euro an EEG-Umlage. Dadurch
habe es einen großen Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu den EU-Nachbarn. Follmann sagte: „Kein Kunde ist bereit, für meine Produkte mehr zu
zahlen, nur weil wir in Deutschland die Energiewende haben.“ Wie sein
Vorredner wies auch der Familienunternehmer die Behauptung Baakes
zurück, die EEG-Reform habe Planungssicherheit geschaffen. So habe
Follmann und Co. in ein neues Blockheizkraftwerk investiert, das aber
durch eine eventuelle Mehrbelastung für die Eigenstromversorgung ab
2016 unwirtschaftlich werden könnte.
INDUSTRIE DENKT BEI INVESTITONEN IN JAHRZEHNTEN
Michael Träger (Vestolit)
„Das ständige Infragestellen der Entlastungsregeln ist für uns und unsere Mitarbeiter wie eine Welle, die jederzeit auf uns
hereinbrechen kann.“
Henrik Follmann (Follmann & Co.)
„Kein Kunde ist bereit, für meine Produkte
mehr zu zahlen, nur weil wir in Deutschland
die Energiewende haben.“
Karl-Ludwig Kley (scheidender VCIPräsident, Merck)
„Es geht um unsere Kinder und Enkel und
um eine nachhaltige Politik, die neben
Energie und Klima auch die Industrie mit
einbezieht.“
In der anschließenden von VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann
moderierten Diskussion gab Rainer Baake zu, dass sich die Politik in
Sachen Wettbewerbsfähigkeit nicht zurücklehnen könne. Allerdings stehe
Deutschland trotz der Energiewende nicht so schlecht da. Der nächste
Schritt sei ein neues Marktdesign, das einen verlässlichen Rahmen
schaffen soll, „der für die nächsten Jahre hält.“ Was die weitere Kostenentwicklung angeht, zeigte sich Baake überzeugt, dass zumindest die Summe
aus Börsenpreis und EEG-Umlage stabil bleibe. Chemievertreter Träger
wies demgegenüber darauf hin, dass die Kosten zum Beispiel durch Offshore-Wind noch erheblich steigen werden. Außerdem habe die Politik
nicht begriffen, dass die Industrie für Investitionen eine Planungssicherheit
von Jahrzehnten brauche, nicht nur von wenigen Jahren.
Auch das Thema Kapazitätsmarkt wurde erneut angesprochen. Laut
Baake stellt sich das Problem einer Unterversorgung in Deutschland, was
einen Kapazitätsmarkt nötig machen könnte, in diesem Jahrzehnt noch
nicht. Auf EU-Ebene gebe es sogar eher Überkapazitäten. Nicht einlenken
wollte Baake in punkto Emissionshandel. In seinen Augen muss die Politik
hier eingreifen, um einen Überschuss an Zertifikaten im Markt zu beseitigen.
Der scheidende VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley bilanzierte in seinem
Abschlussstatement, dass die Positionen der deutschen Chemie und
Rainer Baakes „deutlich auseinander liegen“. Er sagte an die Adresse des
Vertreters der Bundesregierung: „Mehrere große deutsche
Chemieunternehmen haben
Das Wichtigste in Kürze:
wegen der hohen Energiekosten
hierzulande lieber im Ausland
A Rainer Baake sieht die Wettbeinvestiert. Es geht um unsere
werbsfähigkeit der Industrie im
Kinder und Enkel und um eine
Rahmen der Energiewende
nachhaltige Politik, die neben
gesichert
Energie und Klima auch die
A Kapazitätsmarkt bislang nur eine
Industrie mit einbezieht. Ich
Option
wäre Ihnen dankbar, wenn
A Chemievertreter kritisierten vor
dieses Denken auch in der
allem die fehlende PlanungsPolitik Einzug hält.“
sicherheit
Sebastian Kreth (kreth@vci.de)
7
Mitgliederversammlung
chemie report
10.2014
Marijn Dekkers:
„Neues denken, Neues wagen“
„Wir brauchen mehr
Offenheit und Begeisterung für Innovationen –
bei Politikern und Behörden, bei den Medien und
bei der Jugend. Diese
Offenheit und Begeisterung wollen wir in der
ganzen Gesellschaft verankern, durch Dialog
und durch gemeinsame
Initiativen.“
Dr. Marijn E. Dekkers, VCI-Präsident
Unmittelbar nach seiner Wahl zum VCI-Präsidenten richtete sich
Marijn Dekkers mit einer Rede an die Mitgliederversammlung. Dabei umriss er die künftigen Schwerpunkte seiner Amtszeit. Dem
Thema Innovation will er sich mit besonderer Intensität widmen.
Mit einer Anleihe beim Profi-Fußball machte der frisch gewählte VCI-Präsident deutlich, wie wichtig Innovationsfähigkeit als generelles Merkmal sei:
Der Weg zum siegreichen Finale der Nationalmannschaft bei der WM in
Brasilien habe zehn Jahre zuvor mit der Einführung neuer Methoden und
Strukturen begonnen. Analog habe sich Deutschland durch grundlegende
Reformen im letzten Jahrzehnt zum Wirtschaftsmotor in Europa entwickelt.
„Auch das ging nur durch neue Ansätze in den Sozialsystemen und auf
dem Arbeitsmarkt“, betonte Dekkers. Zwar sei die deutsche Wirtschaft
gegenwärtig durchaus innovativ und erfolgreich. Das sei aber für die
Zukunft keineswegs garantiert. Für mehr als angebracht hält es Dekkers
daher, öffentlich darüber verstärkt zu diskutieren, was getan werden müsse,
um Innovationsfähigkeit über die nächsten zehn oder zwanzig Jahre zu
gewährleisten. „Wenn es wirtschaftlich gut geht, wird man mit solchen
Fragen kaum gehört. Aber wir müssen sie jetzt in Deutschland stellen“,
sagte der neue VCI-Präsident. „Wir müssen innovativer werden.“ Andere
Regionen wie Asien setzten konsequent auf Wissenschaft und Technologie,
erzeugten so große wirtschafliche Dynamik und gewännen sukzessive an
globaler Wettbewerbsfähigkeit hinzu.
NÖTIGE VERÄNDERUNGEN FÜR MEHR INNOVATIONSFÄHIGKEIT
Damit die chemisch-pharmazeutische Industrie eine wirtschaftlich
starke und innovative Branche bleibt, sieht Dekkers Veränderungsbedarf
bei mehreren Rahmenbedingungen. Das betreffe in erster Linie die Energiepolitik: Das Problem der Bezahlbarkeit der Energiewende sei trotz der
jüngsten EEG-Reform weiterhin ungelöst. „Die Energiekosten drohen uns
zu ersticken“, warnte der VCI-Präsident. Um einem Mangel an Fachkräften
vorzubeugen, müsse zudem in der Bildungspolitik noch viel geschehen.
Von der frühkindlichen Erziehung über mehr MINT-Unterricht an den
Schulen bis hin zur Öffnung des Lehrerberufs für Quereinsteiger sieht er
eine ganze Reihe von Optionen, um die Bildungschancen für junge Menschen zu vergrößern. Für stark verbesserungswürdig hält Dekkers zudem
die Kultur für Unternehmensgründungen in Deutschland: „Dazu gehört
Akzeptanz für unternehmerisches Risiko, damit Firmengründer ihre Ideen
erfolgreich umsetzen können.“ Mehr steuerliche Anreize für Investoren zu
setzen, Wagniskapital in Start-ups einzubringen, sei ein Mittel der Bundesregierung, die Situation zu optimieren. Für die Umsetzung lägen zahlreiche
Vorschläge auf dem Tisch. Ganz besonders am Herzen liegt Dekkers, das
gesellschaftspolitische Klima für Innovationen positiv zu verändern. Damit
könne ein großes Potenzial an zusätzlicher wirtschaftlicher Kraft mobilisiert
werden, betonte er vor der Mitgliederversammlung und schloss mit der
Perspektive: „Was wäre im Land des Exportweltmeisters und der Hidden
Champions erst möglich, wenn es mehr Offenheit für Innovationen gäbe?“
(mr)
Kernbotschaften aus der Antrittsrede
A Energiekosten senken, um finanziellen Spielraum für Neues zu gewinnen
A Fachkräftenachwuchs durch größere Bildungschancen sichern
A Bessere Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer schaffen
A Mehr gesamtgesellschaftliche Offenheit für Innovationen erzeugen
8
10.2014
chemie report
Mitgliederversammlung
Konstanzer Physik-Professor Gerd Friedrich Ganteför erhält Fonds-Literaturpreis
Sachbuch „Alles NANO oder was?“ ausgezeichnet
Der diesjährige Literaturpreis des Fonds
der Chemischen Industrie (FCI) ging an
Professor Dr. Gerd Friedrich Ganteför,
Universität Konstanz, für sein Buch „Alles
NANO oder was? Nanotechnologie für
Neugierige“. Der Fonds-Vorsitzende
Andreas Kreimeyer verlieh den mit
10.000 Euro dotierten Preis im Rahmen
der VCI-Mitgliederversammlung. Der
Fonds-Literaturpreis würdigt Autoren,
die zu einem größeren Verständnis chemiebezogener Themen beitragen.
In der Laudatio hieß es: „Der Autor
nimmt den Leser von der ersten Zeile an
mit auf eine spannende, abwechslungsreiche Tour durch die faszinierende
Nanowelt. Mit der Souveränität des
Kenners dieses facettenreichen Wissen-
Eine faszinierende Tour durch die Welt der
Nanotechnologie beschreibt das Buch
„Alles NANO oder was?“
Preisträger Gerd Friedrich Ganteför (l.) und
Andreas Kreimeyer.
schafts- und Forschungsgebietes zeigt
Ganteför anhand ansprechend und
attraktiv erläuterter Beispiele auf, dass
die Nanotechnologie längst erfolgreich
in unserem Alltag angekommen ist. Das
Buch leistet auch einen überfälligen und
wohltuenden Beitrag zu einer sachorientierten Auseinandersetzung mit einer
modernen, unverzichtbaren Technologie, deren öffentliche und mediale
Wahrnehmung und Darstellung oft von
Vorurteilen geprägt sind.“
Ganteför (Jahrgang 1956) studierte
Physik an der Universität in Münster und
wurde 1989 an der Universität in Bielefeld promoviert. Nach der PostdocPhase habilitierte er 1996 an der Universität Köln auf dem Gebiet der
Fotoelektronenspektroskopie und
untersuchte die Eigenschaften freier und
abgeschiedener Metallcluster. Bereits
ein Jahr später nahm er einen Ruf der
Universität Konstanz auf eine Professur
für Experimentalphysik an.
Von 2009 bis 2012 hatte Ganteför das
Amt des Dekans des Physik-Departments an der Universität Konstanz inne.
Als Forschungsprofessor am ChemieDepartment der John-Hopkins-Universität in Baltimore, USA, wirkte er von
2008 bis 2011. (ze)
Fonds der Chemischen Industrie: Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden
Ein Aktivposten für die Forschung
„Der Fonds der Chemischen Industrie
(FCI) ist seit über 60 Jahren ein Aktivposten für eine zukunftsorientierte Forschung in Deutschland“, hob der FondsVorsitzende Andreas Kreimeyer auf der
Mitgliederversammlung das langjährige
Engagement des Förderwerks der
Branche hervor. In seinem Rechenschaftsbericht erläuterte er die drei
Arbeitsschwerpunkte des Fonds: die
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, des Chemieunterrichtes und
der Grundlagenforschung.
Allein für die Förderung junger Forscher stellt der Fonds 2014 rund 9,1 Milli-
onen Euro für junge Forscher zur Verfügung. 2,4 Millionen Euro gibt es im
laufenden Jahr für den Chemieunterricht
an Schulen. „Ein interessanter, spannender Chemieunterricht ist immens
wichtig, um bei den Schülern, aber auch
bei Lehrern und Eltern, das Interesse an
Chemie zu wecken“, sagte der FCI-Vorsitzende. Ohne Grundlagenforschung
kommt der Innovationsmotor Chemie
nicht aus. Hierfür gibt der Fonds in
diesem Jahr 900.000 Euro. So hat der
Fonds beispielsweise Tagungen zu organische Elektronik, Seltene Erden und
molekulare Neurobiologie gefördert.
Diese Beispiele zeigen, dass man bei
der Unterstützung internationaler
Tagungen nicht nur auf die Qualität,
sondern auch auf die Industrierelevanz
der Themen achtet.
In seinem Vortrag betonte Kreimeyer weiter, dass der Innovationsstandort Deutschland weiter gestärkt
werden müsse, damit die Chemie ihre
international führende Position halten
könne. Mit seinem Förderprogramm
trage der Fonds mit dazu bei. (ze)
9
Mitgliederversammlung
chemie report
10.2014
Responsible-Care-Wettbewerb 2014:
Wir haben gute Ideen für den Dialog mit den Nachbarn
Der VCI hat drei Unternehmen auf
Bundesebene für herausragende Projekte zur Standort-Kommunikation
ausgezeichnet. Der diesjährige Responsible-Care-Wettbewerb stand unter dem Motto „Wir haben gute Ideen
zum Dialog mit den Nachbarn“.
Der Wettbewerb ist ein Beitrag zu
„Chemie3“, der Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Chemiebranche.
„Gesellschaftliche Ansprüche an uns
manifestieren sich zunächst über unsere
Nachbarn, bevor sie von der Politik und
anderen Gruppen aufgenommen
werden. Die offene und transparente
Kommunikation mit den Nachbarn ist
Die
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eine wichtige Grundlage für die Akzepbei
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tanz der Standorte. Wie man es vorbildlich machen kann, zeigen die prämierten
Projekte“, sagte der scheidende VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley anlässlich der
eine App an, zudem darunter regelmäPreisverleihung im Rahmen der Mitglieder Entwicklungsprozess eines innovaßige Zeitungsanzeigen.
derversammlung in Frankfurt.
tiven Medikaments, von der Idee bis zu
seiner Zulassung. Das Ziel von
Boehringer Ingelheim war die transpa1. PLATZ FÜR NACHBARSCHAFTSBÜROS
AUSGEZEICHNETES KOMMUNIKATIONSrente und unabhängige Darstellung der
Mit dem ersten Platz ausgezeichnet PROGRAMM
vielfältigen Aspekte eines forschenden
wurde Currenta GmbH & Co. OHG,
Mit dem Projekt „Wacker kennenLeverkusen, für das Projekt „Nachbarlernen und vertrauen“ erreichte Wacker Pharmaunternehmens: von der Komplexität der Arzneimittelforschung, finanzischaftsbüro CHEMPUNKT“. Das UnterChemie AG, Burghausen, den zweiten
ellen Risiken oder Fragen des Marktzunehmen richtete 2013 an den
Platz. Mit diesem Konzept betreibt das
ganges über Tierversuche bis zum
CHEMPARK-Standorten Leverkusen,
Unternehmen ein KommunikationsproUmweltschutz. Mehr als 47.000 MenDormagen und Krefeld-Uerdingen
gramm, das spezielle Zielgruppen
schen besuchten die Ausstellung
ansprechen soll. Adressaten sind NachNachbarschaftsbüros ein. Damit geht
zunächst im Museum Biberach und
barn, regionale politische Gremien und
das Unternehmen neue Wege in der
Nichtregierungsorganisationen. Wacker später im Naturhistorischen Museum
Kommunikation und schafft mehr Nähe
lädt diese ein oder nimmt an Gesprächen Mainz. Mitarbeiter von Boehringer Ingelzu den Anwohnern. Zentrales Ziel ist,
heim führten zahlreiche Besucherdas Vertrauen und die Akzeptanz des
außerhalb teil. Wichtig ist dabei der
gruppen persönlich durch die AusstelCHEMPARK bei den Menschen im
direkte Austausch mit Mitarbeitern von
lung.
Umfeld der Standorte weiter zu steigern. Wacker, gerade auch in gehobenen
Über die Preisvergabe entschied
Der CHEMPUNKT bietet Nachbarn, Poli- Führungsfunktionen, gekoppelt mit
eine unabhängige Jury. (ze)
tikern und anderen Anspruchsgruppen
fundierter, fachlicher Information.
Gelegenheit, Themen rund um die Che- Der Kontakt trägt wesentlich dazu
miepark-Standorte anzusprechen. Die
bei, Vertrauen in Wacker Chemie zu
zentrale Lage der Büros lädt zu sponentwickeln.
tanen Besuchen ein, kurze Wege erleichtern den Austausch. Außerhalb der Öff- PLATZ DREI FÜR SONDERAUSSSTELLUNG
nungszeiten werden außerdem
ZUR MEDIKAMENTENENTWICKLUNG
Veranstaltungen mit wechselnden
Den dritten Platz belegt Boehringer
Leserservice:
Schwerpunkten angeboten – beispielsIngelheim mit der Sonderausstellung
„Gute Ideen für den Dialog mit den
weise zu den Themen Sicherheit und
„Ein Medikament entsteht“, die das
Nachbarn“ – ein Video stellt die SieAusbildung. Unter der Dachmarke
Pharmaunternehmen gemeinsam mit
gerprojekte auf YouTube vor unter
CHEMPUNKT bietet der CHEMPARK
dem Museum der Stadt Biberach konzihttp://bit.ly/RC-Wettbewerb2014
auch Informationen im Internet sowie
pierte. Im Fokus der Ausstellung stand
10
10.2014
chemie report
Nachhaltigkeit
Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeichnete Projekte aus
Ideenwettbewerb zu Energieeffizienz „deltaE“
Drei Azubi-Teams sind die Sieger im
Ideenwettbewerb zur Energieeffizienz „deltaE – innovativ, wirksam,
machbar“. Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried
Kretschmann zeichnete die jungen
Chemie-Mitarbeiter im Rahmen des
3. Ressourceneffizienzkongresses in
Karlsruhe aus.
„Dass sich die junge Generation in
Betrieben mit Energieeffizienz intensiv
auseinandersetzt, ist der Landesregierung ein bedeutsames Anliegen“, sagte
Kretschmann. „Hierzu leistet der Wettbewerb ‚deltaE‘ einen wichtigen Beitrag.
Die Preisträger stellen mit ihren Projekten unter Beweis, dass schon Auszubildende über kreative und frische Ideen
in diesen Bereichen verfügen. Damit
sind sie Vorbilder und liefern Inspiration
für die Arbeitsprozesse in ihren
Betrieben.“
Auszubildende der Unternehmen
MiRO Mineraloelraffinerie Oberrhein,
Karlsruhe (1. Preis), der Evonik Industries, Rheinfelden (2. Preis) und von
Naturin Viscofan, Weinheim (3. Preis),
wurden für ihre Projekte geehrt. Der
Wettbewerb „deltaE“ ist bislang einmalig. Die Chemie-Verbände BadenWürttemberg hatten ihn unter den
Azubis der 440 Chemie-, Pharma- und
Lackunternehmen im Land ausgeschrieben.
Schirmherr des Wettbewerbs war
der baden-württembergische Minister
für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft,
Franz Untersteller. „Ich freue mich, dass
die Azubis der chemischen Industrie hier
so tolle Ideen haben und könnte mir vorstellen, das Thema auf Ressourceneffi-
zienz zu erweitern und dass weitere
Branchen dem Beispiel folgen.“ Der
Hauptgeschäftsführer der Chemie-Verbände, Thomas Mayer, sieht das
Ergebnis des Wettbewerbs als Beleg
dafür, wie innovativ die Branche aufgestellt ist: „Energieeffizienz ist in der chemischen Industrie in den Köpfen verankert – das zeigen diese engagierten
Nachwuchskräfte. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet und zukunftsorientiert gedacht!“ Nachhaltiges Denken
und Handeln sei unverzichtbar für eine
fortschrittsorientierte Branche.
Eine Jury aus dem Umweltministerium, der Industrie, Chemie-Gewerkschaft und Wissenschaft beriet über die
Projekte. Sie hat berücksichtigt, wie
innovativ, wirksam und machbar die
Ideen sind – auch als Vorbild für andere
Unternehmen. Der Wettbewerb
„deltaE“ ist Teil der aktuellen Nachhaltigkeitsstrategie des Landes BadenWürttemberg sowie der Initiative
„Chemie3“ der deutschen Chemie.
Andreas Fehler (medien@chemie.com)
Die Siegerprojekte des Wettbewerbs „deltaE“
Den 1. Preis erhielten fünf Auszubildende der Mineraloelraffinerie Oberrhein
– MiRO – aus Karlsruhe und zwar für ihr
Projekt „Energieeffizienz in der Raffinerietechnik“. In Deutschlands größter
Kraftstoffraffinerie werden aus Rohöl
unterschiedliche Mineralölprodukte wie
Benzin, Diesel, Heizöl und Einsatzstoffe
für die Chemieindustrie erzeugt. Die
Azubis haben die Jury mit einem sehr
konkreten Projekt überzeugt, das messbare Ergebnisse gebracht hat. Als Energiescouts haben sie in der Produktion
Energieverluste – speziell bei der Prozesswärme – aufgespürt und Verbesserungen vorgeschlagen und umgesetzt.
Sie waren mit Wärmebildkamera und
Infrarotthermometer unterwegs. Aus den
Ergebnissen haben sie berechnet, ob
eine Verbesserung beispielsweise von
A
Isolierungen wirtschaftlich ist. In einem
Fall haben sie jährliche Energie-Einsparungen von 82.000 Kilowattstunden und
16,4 Tonnen CO2 realisiert.
A Der 2. Preis ging nach Rheinfelden – an
die „Energysaver at work“. Die drei
Azubis vom dortigen Evonik-Standort
sind als Vorreiter zur Steigerung der Energieeffizienz im ganzen Unternehmen
unterwegs. Das Projekt gehört zu einem
umfassenden Nachhaltigkeitskonzept:
Hier werden mit praktischer Arbeit die
Azubis für Energieeffizienz sensibilisiert
und können selbstständig tätig werden.
Die „Energysaver“ sollen als Multiplikatoren tätig werden und so das Unternehmen immer effizienter machen. Die
Jury hat hier das Gesamtkonzept und die
starke Konzentration auf die Umsetzbarkeit und Wirksamkeit beeindruckt.
Den 3. Preis erhielt ein Azubi-Team von
Naturin Viscofan in Weinheim für die Einsparung von Dampf-Energie beim Reinigungsprozess der Siebpatronen in der
Patronenküche. Naturin stellt essbare
Wursthüllen aus Kollagen her. Die Kollagenmasse wird mithilfe von Filterpatronen aufbereitet. Diese Patronen
werden bisher unter Einsatz von großen
Mengen an Dampf und mit Wasserdruck
gereinigt. Die findigen Azubis haben verschiedene Alternativen gesucht, das
Energie-Einsparvolumen berechnet und
getestet. Zum Schluss haben sie eine
Ultraschallreinigung gefunden. Sie ist am
energiesparendsten und dennoch
wirksam. Die Innovation und das selbstständige Arbeiten der Azubis war für die
Jury die Auszeichnung wert.
A
11
Mittelstandsinformation
chemie report
10.2014
Der VCI-Rechenschaftsbericht 2013 / 2014
Im Rechenschaftsbericht
2013/2014 informiert der VCI
über seine wichtigsten Aktivitäten und Projekte im
Berichtszeitraum 1. April 2013
bis 31. März 2014. Im Fokus
standen die Initiative „Industrieland Deutschland stärken“,
die Energiewende und die
Innovationskraft der chemischen Industrie.
Der Bericht steht für VCIMitgliedsunternehmen zum
Download bereit unter
http://bit.ly/VCI-Rechenschaftsbericht. Alternativ sendet
Ihnen der VCI gerne ein Exemplar per E-Mail zu.
Rechenschaftsbericht
2013/2014
VCI-Ausschüsse und Fachvereinigungen
Kontakt: Ina Wittmann (wittmann@vci.de)
Das Merkblatt M 062e
„Storage of Hazardous
Substances“ ist hier erhältlich:
http://downloadcenter.bgrci.de
12
Jetzt auch in Englisch
Guter Überblick
Das richtige Lagern von Chemikalien hat eine große Bedeutung für die Sicherheit
von Mensch und Umwelt.
Deshalb hatte die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und
chemische Industrie
(BG RCI) gemeinsam mit
Branchenverbänden Ende
2013 eine neue Praxishilfe
veröffentlicht. Das betreffende Merkblatt M 062 ist
nun auch in englischer Sprache verfügbar und kann über
das Downloadcenter der
BG RCI kostenlos bezogen
werden. c
Die Broschüre „Umweltinformationen für Produkte und
Dienstleistungen“, die der
BDI mit dem Bundesumweltministerium (BMUB) und
dem Umweltbundesamt
(UBA) veröffentlicht hat, bietet einen Überblick über
Möglichkeiten der produktbezogenen Umweltinformation. Sie beantwortet unter
anderem diese Fragen:
„Wann dürfen Produkte als
recyclingfähig bezeichnet
werden? Wann als Wasser
sparend? Welche Umweltzeichen gibt es? c
Die Broschüre gibt es beim BDI
zum Download:
http://bit.ly/BDI-Umweltinfo
Die Bundesregierung möchte
Start-up-Gründungen erleichtern
die Kapitalausstattung der Start-ups verbessern und Business
Angels ansprechen.
Die Bundesregierung betreibt seit rund einem Jahr ein Förderprogramm, um die Finanzierungsbedinungen junger innovativer Unternehmen zu verbessern. Der Name des Projekts
lautet „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“. Damit sollen
mehr private lnvestoren mobilisiert werden, um sich für junge
innovative Unternehmen zu engagieren. Die Bundesregierung
will so dem Problem begegnen, dass gerade junge Unternehmen oft in ihrer Startphase scheitern, weil ihnen zu wenig
Kapital zur Verfügung steht, um den Markteintritt und die
Wachstumsphase erfolgreich zu meistern. Das Programm soll
20 PROZENT INVESTITIONSZUSCHUSS
Bei INVEST können private Investoren einen staatlichen
Zuschuss erhalten, wenn sie sich mit mindestens 10.000 Euro
an jungen Unternehmen beteiligen. Konkret bekommt man
20 Prozent seiner Eigenkapital-Investition erstattet, wenn man
die Beteiligung mindestens drei Jahre hält. Die Geschäftsanteile verbleiben komplett beim Investor. Verkauft dieser nach
einer Mindesthaltedauer von drei Jahren seine Anteile oder
scheitert das Unternehmen, muss er den Zuschuss nicht
zurückzahlen.
10.2014
chemie report
Mittelstandsinformation
Das war die VCI-Mitgliederversammlung 2014
„Informativ“, „Inspirierend“,
Impressionen der Mitgliederversammlung
„Stimmungsvoll“ – so und
ähnlich äußerten sich die
Gäste der diesjährigen Mitgliederversammlung. Der VCI
stellte in Frankfurt unter
Beweis: Es lohnt sich, zur Jahrestagung der Branche zu
kommen. Eine ausführliche
Nachlese mit vielen Fotos
finden VCI-Mitglieder (Login
erforderlich) im Internet unter:
http://bit.ly/MV-Nachlese.
Die nächste Mitgliederversammlung wird am 25. September 2015 in Hamburg stattfinden. Merken Sie den Termin schon jetzt in Ihrem Kalender vor!
26. September 2014
Gesellschaftshaus Palmengarten in Frankfurt am Main
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Kontakt: Renate Freudenberg (freudenberg@vci.de)
Chemie mit Herzblut lehren:
Erfolgreiche Lehrertagung
Luft ist mehr als Nichts. Experimente zu Eigenschaften von
Gas bei der MINT-Lehrertagung in Mörfelden-Walldorf.
Um die MINT-Bildung an hessischen Schulen zu fördern,
haben das Kultusministerium
und die Chemieverbände Hessen Anfang Oktober eine Fachtagung für Lehrkräfte in
weiterführenden Schulen unter
dem Motto „Experimente³ Spezial“ angeboten. Die Veranstaltung am Tagungszentrum
Mörfelden richtete sich speziell
an Lehrer, die fächerübergreifend Naturwissenschaften im
Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften in den Jahrgängen 5/6 anbieten. Im Fokus
Unternehmen, die Wagniskapital über das Programm
erhalten möchten, müssen verschiedene Kriterien erfüllen.
Sie kommen für die Förderung infrage, wenn sie weniger als
50 Mitarbeiter beschäftigen, jünger als zehn Jahre sind, einen
Jahresumsatz von höchstens zehn Millionen Euro erzielen und
wenigstens eine Zweigniederlassung oder Betriebsstätte in
Deutschland haben. Weiterhin müssen die Unternehmen laut
Handelsregisterauszug einer innovativen Branche angehören,
Inhaber eines Patentes sein oder in den zwei Jahren vor
Antragstellung eine öffentliche Förderung für ein Forschungsoder Innovationsprojekt in Anspruch genommen haben.
Weiterführende Informationen zu dem Förderprogramm
finden Sie online unter: www.bmwi.de/go/invest c
standen altersgerechte Themen
und Methoden zur individuellen Förderung der Schüler.
Der hessische Kultusminister
R. Alexander Lorz begrüßte die
rund 80 Teilnehmer und lobte
das Engagement aller Beteiligten. Dr. Julia Michaelis,
Geschäftsführerin des
Didaktischen Zentrums der
Universität Oldenburg, sprach
zum Thema „Fördern und Fordern im naturwissenschaftlichen Unterricht – aber wie?“.
Im Anschluss konnten die Teilnehmer selbst experimentieren
und fachdidaktische Fragen
diskutieren. Ein Markt der
Möglichkeiten mit schulischen
und außerschulischen Angeboten zu den Naturwissenschaften rundete das Angebot ab.
„Uns hat die Fachtagung gezeigt, wie viele Lehrerinnen
und Lehrer mit Herzblut ihren
Beruf ausüben und sich im
Schulalltag für die naturwissenschaftliche Bildung einsetzen. Dass wir zudem die
Herausforderung der individuellen Förderung im schulischen Alltag aufgegriffen
haben, war eine Punktlandung,“ bilanzierte Gregor
Disson, Geschäftsführer des
VCI-Landesverbands Hessen,
die Veranstaltung. c
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oft nicht aus.
13
Dialog / Nachhaltigkeit
chemie report
10.2014
300.000 Besucher beim bundesweiten
Tag der offenen Tür
Offene Werkstore
wecken Lust auf Chemie
Traumberuf Feuerwehrmann: Viele Unternehmen zeigten, was
sie für die Sicherheit tun (Evonik, Wesseling).
Experimente für Jung und Alt: Auch Bildungsinstitutionen wie
das Würzburger Fraunhofer-Institut nahmen teil.
Keine Berührungsängste: So wie bei Merck in Darmstadt
konnten auch die Kleinsten vieles über die Chemie lernen.
Viele Menschen haben am 20. September im Rahmen
des Aktionstages die Möglichkeit genutzt, einen Blick
hinter die Werkszäune zu werfen und Chemie zum
Anfassen zu erleben. Knapp 300.000 Besucher erkundeten die Welt der Chemie in mehr als 200 Unternehmen und über 20 Hochschulen, die bundesweit zum
Tag der offenen Tür eingeladen hatten.
Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des VCI, erklärte zur
Resonanz auf den Aktionstag: „Das große Interesse der
Bürger an der Branche freut uns sehr. Es zeigt uns, Chemie
weckt Neugier, arbeitet an spannenden Themen und bietet
attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze. Beide Seiten
haben von diesem Tag profitiert. Die Besucher konnten sich
informieren, wie die moderne Arbeitswelt der chemischen
Industrie aussieht. Die Unternehmen konnten demonstrieren, welche Rolle die Leistungen der Branche für unser
tägliches Leben und für eine nachhaltige Entwicklung
unserer Gesellschaft spielen. Chemie ist im Alltag unverzichtbar, aber zumeist nicht sichtbar. Ein großer Teil der
Produkte der chemischen Industrie geht in andere Branchen – zum Beispiel in die Automobil- oder Bauindustrie.
Da ist es eine Daueraufgabe, den Menschen zu erläutern,
welchen Nutzen die Produkte der Branche haben.“
Für Werksrundfahrten mit Besichtigung von Produktionsanlagen und für Führungen durch Laboratorien hatten
Chemiewerke und Hochschulen in allen Teilen Deutschlands ihre Pforten geöffnet. Bei Produktpräsentationen,
Ausstellungen und Experimentalvorträgen konnten die
Bürger aus erster Hand erfahren, an welchen Materialien
und Wirkstoffen geforscht wird und wie Sicherheitsvorkehrungen oder Umweltschutzmaßnahmen umgesetzt
werden. Hohes Interesse bestand an Ausbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen und für die verschiedenen
Studiengänge der Hochschulen.
Seit 1990 haben sich somit insgesamt rund 3,2 Millionen Bürger bei den acht bundesweiten Tagen der
offenen Tür einen Eindruck darüber verschafft, was in den
Produktionshallen und Labors der Chemie geschieht. c
Leserservice:
Weitere Materialien – darunter Video-, Audio- und
weiteres Bildmaterial – sind auf VCI-Online unter:
http://bit.ly/vci-tag-der-offenen-tuer.
Seltener Ausblick: An solche Orte kommen Besucher nur am
Tag der offenen Tür (Industriepark Hoechst, Celanese).
14
10.2014
chemie report
Dialog / Nachhaltigkeit
„Uns liegt die Förderung von qualifiziertem
Nachwuchs am Herzen. Das gilt für Schüler,
Auszubildende und Studenten. Gerade
Jugendliche, die Schwierigkeiten haben und
mehr Anlaufzeit brauchen, sind auf unsere
Unterstützung angewiesen“, erklärte Tillmann.
„Bei JOBLINGE erhalten die Jugendlichen die
Chance, ihre Fähigkeiten in der Praxis zu
beweisen – unabhängig von Schulnoten und
klassischen Bewerbungsgesprächen. Um sie auf
ihrem Weg zu unterstützen, engagieren sich
Wirtschaft, öffentliche Hand und Zivilgesellschaft gemeinsam“, erläuterte Ulrike Garanin.
Spende von 50.000 Euro für die Initiative „JOBLINGE“
Chemie gibt Jugendlichen Hilfe beim Berufsstart
Diese gemeinnützige Organisation
begleitet junge Menschen zwischen
15 und 24 Jahren mit einem sechsmonatigen Intensivprogramm auf ihrem Weg
in den Arbeitsmarkt. Die Spende über
50.000 Euro überreichte der Hauptgeschäftsführer des VCI, Utz Tillmann, im
Ausbildungszentrum von Provadis im
Frankfurter Industriepark Höchst. „Uns
liegt die Förderung von qualifiziertem
Nachwuchs am Herzen. Das gilt für
Schüler, Auszubildende und Studenten.
Gerade Jugendliche, die Schwierigkeiten
haben und mehr Anlaufzeit brauchen,
sind auf unsere Unterstützung angewiesen“, erklärte Tillmann. Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit verstehe
die chemische Industrie als Teil ihrer sozialen Verantwortung. Als solcher habe sie
bereits eine lange Tradition. Angesichts
von demografischem Wandel und dem
daraus resultierenden Fachkräftemangel
sei es umso wichtiger, die Chancen
junger Menschen auf einen attraktiven
Ausbildungs- und späteren Arbeitsplatz
zu verbessern.
„Bei JOBLINGE erhalten die Jugendlichen die Chance, ihre Fähigkeiten in der
Praxis zu beweisen – unabhängig von
Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen. Um sie auf ihrem Weg zu
unterstützen, engagieren sich Wirtschaft,
öffentliche Hand und Zivilgesellschaft
gemeinsam“, erläuterte Ulrike Garanin,
Vorstand der JOBLINGE Dachorganisation. „Die Spende des VCI hilft uns dabei,
unser Engagement in Berlin auszuweiten
und ein starkes Netzwerk für die Jugend-
lichen aufzubauen.“ Wichtigstes Ziel der
Initiative sei es, jungen Menschen über
Arbeit ein selbstbestimmtes Leben zu
ermöglichen und sie nachhaltig in die
Gesellschaft zu integrieren.
Die Dachorganisation der Initiative
JOBLINGE sitzt in München, ist über ein
Social-Franchise-System aber bundesweit aktiv. In Rhein-Main unterhält sie
Standorte in Frankfurt, Offenbach und
Wiesbaden. Seit der Gründung 2007 hat
JOBLINGE mehr als 2.000 Jugendliche fit
für eine berufliche Zukunft gemacht. Zu
dem Programm gehören unter anderem
Trainings zur Persönlichkeitsentwicklung,
Praktika in Betrieben sowie intensives
Einzelcoaching durch Mitarbeiter und
ehrenamtliche Mentoren. Bislang haben
dadurch mehr als 65 Prozent der Absolventen die Aufnahme in ungeförderte
Ausbildung oder Arbeit geschafft. Auch
zahlreiche Betriebe der chemischen
Industrie und ihre Mitarbeiter engagieren
sich für die Initiative. Sie bringen sich mit
Praktikums- und Ausbildungsplätzen, als
Mentor oder Trainer bei den Joblingen
ein. c
Die Chemie und die Jugend
Bereits 1977 wurde in der Chemie-Branche
zwischen den Tarifpartnern Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
(IG BCE) der „Tarifvertrag für Jugendliche
ohne Hauptschulabschluss und ausländische
Jugendliche“ vereinbart. 1989 folgte der
„Tarifvertrag zur Förderung der Integration
von Jugendlichen“. Im Jahr 2000 wurde die
Initiative „Start in den Beruf“ von den
Chemie-Sozialpartnern ins Leben gerufen:
Sie bereitet Jugendliche durch eine Kombination von betrieblicher Praxis, theoretischem Unterricht und sozialpädagogischer
Betreuung auf die Aufnahme einer qualifizierten Berufsausbildung vor. Die Idee der
Jugendförderung wurde im Lauf der Zeit
kontinuierlich weiterentwickelt. Zuletzt setzte
sich die Branche mit ihrer Nachhaltigkeitsinitiative „Chemie hoch drei“ Leitlinien, wie die
Unternehmen ihrer sozialen Verantwortung
gerecht werden. Mehr als 20.000 junge
Menschen durchlaufen aktuell in der chemischen Industrie eine Ausbildung. Diese wird
in mehr als 50 verschiedenen Berufen angeboten. Informationen zu den einzelnen
Berufsbildern und eine bundesweite Ausbildungsbörse für freie Ausbildungsplätze in
Chemiebetrieben liefert die Ausbildungskampagne der Chemie-Arbeitgeberverbände:
Nicht jedem Jugendlichen gelingt
der Einstieg ins Berufsleben auf Anhieb. In Deutschland haben ihn derzeit rund 550.000 junge Erwachsene
zunächst verpasst – sie sind arbeitslos oder befinden sich nach dem
Ende ihrer Schulzeit in einer Übergangsmaßnahme. Um diese Personengruppe bei ihrem beruflichen
Neuanfang zu unterstützen, hat die
chemische Industrie anlässlich ihres
bundesweiten Tags der offenen Tür
2014 am vergangenen Samstag eine
Spendenaktion zugunsten der Initiative „JOBLINGE“ durchgeführt.
http://www.elementare-vielfalt.de
15
Nachhaltigkeit
chemie report
10.2014
Unter Leitung des bekannten ZDF-Moderators Norbert Lehmann (3.v.r.) diskutierten über Nachhaltigkeit (v.l.):
Hartmut Erlinghagen, Merz Pharma; Jürgen Trittin (MdB), Bündnis90 / Die Grünen; Thisbe Lindhorst, Universität
Kiel; Karl-Ludwig Kley, Merck KGaA, und IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis.
Kongress in Darmstadt:
Spannende Diskussion über die Bedeutung von
würdig und transparent verhalten. Wer
verantwortlich handle, sichere sich auch
einen Vorsprung bei der Personalbeschaffung, so Zypries, die auch Staatssekretärin im Bundesministerium für
Wirtschaft ist. Patricia Lips, die dem
Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
vorsitzt, machte jungen Menschen Mut,
sich mit den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern auseinanderzusetzen. Davon würden vor allem sie
selbst profitieren. Eine gute Bildung in
diesen Fächern erhöhe die Chancen auf
gut bezahlte Stellen – für Ausbildungsund akademische Berufe gleichermaßen.
Dass Deutschland Chemie brauche, sei
Mehr als 700 Besucher drängten sich im
voll besetzten Saal des „Darmstadtiums“, unstrittig, so Albert. Sie kritisierte aber,
dass Deutschland im Vergleich zu
als zunächst die Darmstädter Bundesanderen Ländern zu wenig Geld für Biltagsabgeordneten Brigitte Zypries und
dung ausgebe. Gerade Bildung sei ein
Patricia Lips sowie Barbara Albert,
Charakteristikum von Nachhaltigkeit.
Chemie-Professorin an der Technischen
In der Podiumsdiskussion stellte
Universität Darmstadt, auf die Fragen
Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der
eingingen. Alle betonten, wie wichtig
eine nachhaltige Unternehmensführung Merck-Geschäftsführung und damaliger
VCI-Präsident, klar: „Nachhaltigkeit geht
sei, um sich Vorteile im Wettbewerb um
nicht ohne wirtschaftliches Wachstum
Nachwuchskräfte zu sichern. Unterund Investitionen.“ Nachhaltigkeit sei
nehmen müssten sich ethisch glaubBraucht Deutschland Chemie? Und
ist Nachhaltigkeit Voraussetzung für
Wohlstand und Wachstum? Zu diesen Leitfragen lud die Merck KGaA,
Darmstadt, mit Unterstützung der
Chemie3-Partner VCI, IG BCE und
BAVC namhafte Vertreter aus Politik,
Wirtschaft, Verbänden und Wissenschaft am 19. September nach
Darmstadt ein. Die Veranstaltung
war auch ein Beispiel für Aktivitäten, wie sich die Leitlinie 12 aus den
„Leitlinien zur Nachhaltigkeit für
die chemische Industrie in Deutschland“ anwenden lässt.
16
ein Gleichgewicht aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Staat
müsse bei Fördermaßnahmen technologieoffen agieren. „Zukunftsinvestitionen
kurbeln die Konjunktur besser und nachhaltiger an als kurzfristige Konjunkturprogramme“, so Kley.
Michael Vassiliadis, Vorsitzender der
Industriegewerkschaft Bergbau,
Chemie, Energie, hob hervor, dass die
Wertschöpfung in der Industrie stattfindet. „Ohne industrielle Produktion
kein Wohlstand“, erklärte er und
betonte: „Wir wollen, dass das so bleibt.
Dazu gehören gute Arbeitsbedingungen, Mitbestimmung und Mitwirkung. Ohne die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer ist Nachhaltigkeit nicht zu
machen.“
Der grüne Bundestagsabgeordnete
Jürgen Trittin sagte: „Die deutsche
Chemieindustrie muss und kann vom
Teil des Problems zum Teil der Lösung
unserer drängendsten Probleme
werden.“ Dem Klimawandel als eine der
größten Herausforderungen muss mit
Innovationen der Chemie begegnet
werden. „Es wird kein Weg an einer
10.2014
chemie report
Nachhaltigkeit
Mit mehr als 700 Teilnehmern war die Veranstaltung „Deutschland braucht die
Chemie – Nachhaltigkeit als Voraussetzung
für Wachstum und Wohlstand“ gut besucht.
Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete
Karl-Ludwig Kley (r.), Vorsitzender der
Merck-Geschäftsführung, die Sieger eines
Schulwettbewerbs zum Thema Nachhaltigkeit aus.
Leitlinie 12: Dialog pflegen und Beteiligungsmöglichkeiten fördern
Die Unternehmen der chemischen Industrie suchen den Dialog mit ihren Anspruchsgruppen aus Politik und Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, um deren Wissen,
Wertvorstellungen und Interessen in ihre unternehmerischen Entscheidungen einzubeziehen. Sie fördern die Beteiligungs- und Mitsprachemöglichkeiten ihrer Beschäftigten und pflegen den nachbarschaftlichen Dialog an ihren Standorten.
Nachhaltigkeit für Wachstum und Wohlstand
Wirtschaftsweise vorbeiführen, die vollständig auf fossile Rohstoffe verzichtet.
Hier kann die Chemieindustrie Motor
sein.“ Diese Umstellung wäre auch ein
Wachstums- und Beschäftigungsprogramm, so Trittin. Er appellierte an die
Zuhörer, den nachfolgenden Generationen eine Erde in einem guten Zustand
zu hinterlassen.
Hartmut Erlinghagen, Vorstandsmitglied bei Merz Pharma und stellvertretender BAVC-Vorsitzender, stellte eine
„nachhaltige Personalpolitik“ als ein
Mittel heraus, Nachhaltigkeit voranzutreiben. „Gemeint ist der schonungsvolle Umgang mit den Beschäftigten
eines Unternehmens oder einer Branche“, so Erlinghagen. Dazu gehörten
eine an den Lebensphasen orientierte
Arbeitszeitgestaltung, Maßnahmen zur
Gesundheitsförderung und Modelle zur
lebenslangen Weiterbildung.
Thisbe Lindhorst, Universität Kiel,
forderte, die Wissenschaft stärker
einzubeziehen und auf eine offene
Gesprächskultur zu achten. Die Wissenschaft liefere die nötigen Sachinformationen, nicht die Empfehlungen. Die
Gesellschaft müsse dann entscheiden,
so die Professorin.
für Wachstum und Wohlstand“ prämiert,
an dem rund 60 Schulen im Umkreis von
Darmstadt teilnahmen. Den ersten Preis,
dotiert mit 2.000 Euro, gewannen drei
DIALOG MIT ANSPRUCHSGRUPPEN
Schüler des Gymnasiums in Michelstadt.
PFLEGEN
Sie hatten sich mit regenerativen AlterDer Austausch mit Stakeholdern ist
ein wichtiges Thema für die Entwicklung nativen zur Windkraft beschäftigt. Platz
im Unternehmen. So behandelt die Leit- zwei und 1.500 Euro gingen an vier
linie 12 der „Leitlinien zur Nachhaltigkeit Schüler des Zentrums für Chemie in
Bensheim. Sie hatten die Nachhaltigkeit
für die chemische Industrie in Deutschvon Licht emittierenden organischen
land“ den regelmäßigen Austausch mit
Dioden (OLED) unter die Lupe
Anspruchsgruppen aus Politik, Gesellgenommen. Den dritten Platz mit 1.000
schaft, Wissenschaft und Wirtschaft.
Euro belegten die Schüler des GoetheMerck hat mit dem Kongress gezeigt,
Gymnasiums, ebenfalls in Bensheim.
wie sich die Leitlinie in einem großen
Ihre Arbeit hatte Alternativen zu
Veranstaltungsformat anwenden lässt.
Die Veranstaltung war Teil der Veranstal- Lithium-Ionen-Akkus zum Thema.
tungsreihe „DA stimmt die Chemie“, die Jörg-Olaf Jansen (jansen@vci.de)
Merck, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Technische Universität
Darmstadt von September 2014 bis Juni
2015 durchführen.
Leserservice:
Mehr Informationen zur VeranstalSIEGER DES SCHULWETTBEWERBS
tungsreihe „DA stimmt die Chemie“
PRÄMIERT
unter:
Im Rahmen des Kongresses wurden
www.dastimmtdiechemie.de
die Sieger eines Schulwettbewerbs zum
Thema „Nachhaltigkeit – Voraussetzung
17
Nachhaltigkeit/ Klimaschutz
chemie report
10.2014
Neues Hintergrundpapier von Chemie3
Die neue Ausgabe der Info-Reihe
„Hintergrund“ widmet sich Leitlinie 9
für die chemische Industrie in Deutschland „Ressourceneffizienz und Klimaschutz fördern“.
Sie erhalten darin Anregungen, wie
die Leitlinie angewendet werden kann,
und Tipps zu Förderprogrammen und
Unterstützungsangeboten. Neben
einem Praxisbeispiel von WorléeChemie finden Sie außerdem ein Interview mit Professor Eberhard Jochem
vom Fraunhofer-Institut mit Denkanstößen zum Thema Energieeffizienz.
Im Mitgliederbereich von
www.chemiehoch3.de stehen alle
bisher erschienenen Hintergrundpapiere zu den Leitlinien von Chemie3
zum Download für Sie bereit.
Hinweis: Beim ersten Besuch des
Mitgliederbereichs müssen sie sich einmalig registrieren und freischalten
lassen.
EU-Ratstreffen Ende Oktober: Wettbewerbsfähigkeit muss Berücksichtigung finden
Kein höheres Klimaziel ohne Klimaschutzabkommen
Die Debatte um die Zukunft der europäischen Klimaziele geht mit Redaktionsschluss dieser Ausgabe in die heiße
Phase. Am 23. und 24. Oktober findet in
Brüssel das Ratstreffen der europäischen
Regierungschefs statt. Dort sollen
sowohl das Klimaziel der EU für Zeitraum
bis 2030 als auch grundlegende Änderungen im Emissionshandel in der
vierten Handelsperiode ab 2021 verabschiedet werden. Der VCI schaltet sich
intensiv in diese Debatte ein. Entscheidend aus Industriesicht ist, dass in
Brüssel keine Entscheidungen getroffen
werden, welche die Kosten für energieintensive Branchen wie die Chemie weiter
in die Höhe treiben und damit die Wettbewerbsfähigkeit gefährden.
Genau dies ist zu befürchten,
betrachtet man die Vorschläge der EUKommission für den Gipfel. Schon im
Januar hat sie im Klima- und Energiepaket 2030 eine Senkung der CO2-Emissionen von 1990 bis 2030 um 40 Prozent
vorgeschlagen (bisher gilt in der EU ein
Reduktionsziel von minus 20 Prozent bis
2020). Zusätzlich soll der Anteil der
erneuerbaren Energien auf 27 Prozent
des Endenergieverbrauchs steigen
sowie die Energieeffizienz auf 30 Prozent.
Der kritischste Punkt aus Industriesicht ist der Vorschlag der Kommission
für eine Strukturreform des Emissions-
18
handels ab 2021. Zur Stärkung des Emissionshandels möchte sie eine sogenannte Marktstabilitätsreserve einführen.
Dieses Instrument soll die Zertifikatemenge im Markt regulieren und zu Preiserhöhungen führen, die bis über 40 Euro
pro Zertifikat erreichen können. Diese
Kosten würden den Kauf von Zertifikaten,
aber auch den Strompreis verteuern, da
die Energieversorger diese Kosten
umlegen werden. Ein Zertifikatepreis von
40 Euro führt beim heutigen Stromverbrauch für die deutsche chemische
Industrie zu Mehrkosten von 2,2 Milliarden
Euro jährlich. Dafür fordert der VCI in
jedem Fall eine volle Kostenkompensation.
Die Bundesregierung hat die Ziele
der Kommission unterstützt und sich bis
zuletzt dafür eingesetzt, dass die EU mit
einem ambitionierten CO2-Minderungsziel in die Verhandlungen für ein neues
globales Klimaschutz-Abkommen gehen
soll, das Ende 2015 in Paris verabschiedet werden könnte. Deutschland
hat das alte Kyoto-Klimaziel für 2012 von
minus 21 Prozent übererfüllt, wozu vor
allem die Industrie mit erheblichen Vorleistungen beigetragen hat. Alleine die
deutsche chemische Industrie hat im
Zeitraum 1990–2012 ihre TreibhausgasEmissionen um fast die Hälfte gesenkt.
Aus VCI-Sicht kann ein 40-ProzentZiel von der EU nur konditioniert festgelegt werden, also im Rahmen eines internationalen Klimaschutzabkommens mit
vergleichbaren Kostenbelastungen und
Reduktionspflichten für alle wichtigen
Emittenten, besonders für die USA und
die asiatischen Schwellenländer. Der VCI
fordert den Rat daher auf, eine Konditionierung in die Beschlüsse zu neuen Klimazielen aufzunehmen. Nur so kann die
Wettbewerbsfähigkeit der Branche in
Europa gewahrt werden. Ein Alleingang
mit steigender Belastung für die Unternehmen aus dem Emissionshandel birgt
die Gefahr, dass Investitionen ausbleiben, Arbeitsplätze verloren gehen
und der Trend zur De-Industrialisierung
in der EU anhält. Der „chemie report“
wird in der November-Ausgabe über die
Details der Gipfelbeschlüsse und über
die Folgen für die Branche berichten.
Tina Buchholz (buchholz@vci.de), sk
10.2014
chemie report
Einkaufskooperation / Umwelt
Einkaufskooperation erweitert: Pauschale Zusagen gegen schwankende Kreditlimites
Mehr Flexibilität bei Warenkreditversicherung
Besteht trotz der Pauschalzusage noch
eine Deckungslücke, hat der Versicherungsnehmer ein freiwilliges Anbietungsrecht auf die Differenz. Damit erhalten
Unternehmen neue Spielräume, vor
DECKUNGSLÜCKEN SCHLIESSEN
Neue Lösungsansätze sollen diesen allem aber eine größere Unabhängigkeit
Missstand beheben: „Vor allem bei mit- von tagesaktuellen Kreditentscheitelständischen Unternehmen räumen wir dungen der Versicherer.
auch pauschale Kreditlimits ein, ohne
Sabine Knirsch (knirsch@vci.de)
uns an der exakten Höhe der Limitzusage des Primärversicherers zu orientieren oder eine eigene Kreditprüfung
durchzuführen“, erklärt Dillmann. „Dabei
nehmen wir keine Ausschlüsse vor, sondern übernehmen den Inhalt des PriAusführliche Informationen zu
märvertrags.“ Über die bestehende
dieser und allen anderen EinkaufsKooperation zwischen Zurich und der
kooperationen, die von der Chemie
Wirtschaftsförderungs-GmbH für
Mit Top-Up-Lösungen können Deckungs- Chemie Wirtschaftsförderungs-GmbH
bietet der Versicherer den Mitgliedern
Mitglieder des VCI und seiner Fachlücken geschlossen werden. Doch das
des VCI und seiner Fachverbände jetzt
verbände angeboten werden,
Konzept greift oft zu kurz, wie Stefan
ein zusätzliches, pauschales Kreditlimit
erhalten Sie bei:
Dillmann, Leiter WarenkreditversicheSabine Knirsch, knirsch@vci.de,
rung der Zurich, bestätigt: „Oft gewährt bis zu 200.000 Euro an, sofern der PriTel.: 069 2556-1653 oder
märversicherer bei einer Teilzeichnung
der Top-Up-Versicherer ein Limit, das
www.einkauf.vci.de
nicht weniger als 50.000 Euro gewährt
höchstens so hoch ist wie das des
hat. Maximal stockt er dabei bis zur
Primärversicherers.“ In manchen Fällen
ursprünglichen Antragshöhe auf.
bietet der Top-Up-Versicherer nach
In wirtschaftlich anspruchsvollen
Zeiten sind Warenkreditversicherer
oft gezwungen, Kreditlimits für Unternehmenskunden zu kürzen. Aber
auch in ruhigen Zeiten haben Unternehmen nicht immer genug Spielraum, um sich in gewünschter Höhe
gegen Forderungsausfälle abzusichern. Versicherer bieten daher TopUp-Vereinbarungen an, mit denen
Unternehmen ihre Limits aufstocken
können. Die Chemie Wirtschaftsförderungs-GmbH hat für Mitglieder des
VCI und seiner Fachverbände eine
entsprechende Lösung mit der
Zurich Versicherung vereinbart.
eigener Kreditprüfung sogar gar kein
ergänzendes Limit an. Die Deckungslücke bleibt also bestehen.
Erfahrungsaustausch
Welche Möglichkeiten gibt es, um den
Austritt von Chlor zu bekämpfen? Wie
muss die Erste Hilfe bei Unfällen mit
Chlor aussehen? Welche Besonderheiten
gibt es zu beachten, wenn dieses Gas in
Anlagen oder bei Transportunfällen austritt? Um diese Fragen ging es bei einem
Erfahrungsaustausch der VCI-Arbeitskreise „Technik, Umwelt, Sicherheit
Chlor“ sowie „Transport-Unfall-Informations-und Hilfeleistungssystem TUIS“.
42 Experten von 17 Chemiestandorten
in Deutschland, Österreich und der
Schweiz berichteten beispielsweise über
das Umfüllen von havarierten Kesselwagen oder über vorhandene NotfallAusrüstung für Unfälle mit Chlor. Auch
zwei mobile Chlorabsorptionsanlagen
wurden vorgestellt. Das sind „Waschanlagen“ zur Neutralisation von Chlor
mit Natronlauge. Sie können direkt am
Unfallort eingesetzt werden. Die beiden
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de VCI -Arbeitskre
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hlor
or.
VCI-Arbeitskreis-Vorsitzenden Christian
Dähne und Rolf Haselhorst waren sich
einig, dass ein intensiver Erfahrungsaustausch zwischen den Profis der Einsatzkräfte und den speziellen Kenntnissen
der Fachleute aus der Produktion notwendig ist, um größtmögliche Sicherheit
zu gewährleisten. Dies sei ein gelungenes Beispiel für Responsible Care. c
19
Wirtschafts- und Marktanalysen
chemie report
10.2014
ANTEILE VON REGIONEN AM WELTCHEMIEVERBRAUCH
Angaben in Prozent
2003
2013
54
31
33
29
20
18
4
Asien
Europa
NAFTA
5
Lateinamerika
Großabnehmer von Chemieprodukten: Innerhalb von zehn
Jahren wurden die asiatischen Länder zum größten Verbraucher von chemisch-pharmazeutischen Erzeugnissen.
Quellen: Chemdata International, VCI
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ege
eschäft
sch
chäft
ch
äffft.
Von China bis zum Nahen Osten
Asien ist der größte Chemiemarkt der Welt
Asien gewinnt im internationalen
Chemiegeschäft immer mehr an Bedeutung. Innerhalb von nur zehn
Jahren ist die Region zum weltweit
größten Abnehmer und Produzenten
von chemisch-pharmazeutischen
Produkten aufgestiegen. Die Weltwirtschaftskrise 2009 hat diesen
Trend noch beschleunigt.
Weltweit wurden 2013 Chemikalien im
Wert von 4.110 Milliarden Euro hergestellt – weit über die Hälfte davon in
Asien. Damit ist die Region der mit
Abstand größte Chemiehersteller weltweit. Europa, mit etwas über einem
Fünftel, und Nordamerika, mit knapp
einem Fünftel der Weltchemieumsätze,
folgen auf den Plätzen zwei und drei.
Asien war von der Weltwirtschaftskrise
2009 nicht so stark betroffen, profitierte
aber vom darauf folgenden Aufschwung.
Infolgedessen konnte die Region ihren
Weltmarktanteil in den vergangenen
Jahren noch einmal beschleunigt ausbauen.
20
Den größten Zuwachs verbuchte
dabei die Volksrepublik China. Im Vergleich zu 2003 konnte sie ihren Anteil am
Chemieweltmarkt um 23,7 Prozentpunkte steigern. China überholte damit
2004 Deutschland und 2005 Japan. Seit
2010 ist China auf Platz eins und damit
die größte Chemienation der Erde.
Auch Südkorea, Indien, Singapur
und Indonesien zählen zu den Gewinnern im weltweiten Chemiegeschäft. Die
erdöl- und erdgasreichen Länder im
Nahen Osten konnten durch den Kapazitätsaufbau in der Grundstoffchemie
Weltmarktanteile hinzugewinnen.
BREITE PRODUKTPALETTE
Insgesamt ist die asiatische Chemieindustrie stark diversifiziert. Es werden
längst nicht mehr nur Grundstoffchemikalien hergestellt – wenngleich die
Grundstoffsparten noch mehr als die
Hälfte der Umsätze ausmachen. Stark
gewachsen ist in den vergangenen
Jahren die Produktion von Fein- und
Spezialchemikalien. Während das
Gewicht dieser industrienahen Chemikalien deutlich über dem Anteil der asiatischen Chemie in der Welt liegt, sind
Pharmazeutika und Wasch- und Körperpflegemittel noch stark unterrepräsentiert. Der Grund ist, dass der laufende
Industrialisierungsprozess zunächst zu
einer starken Nachfrage nach Industriechemikalien und damit auch zu
Produktionszuwächsen führt. Mit der
wachsenden Mittelschicht in vielen
asiatischen Ländern und dem steigenden Einkommen breiterer Bevölkerungsschichten wird aber auch die
Nachfrage nach Konsumchemikalien
steigen. Dies dürfte in Zukunft auch die
regionale Produktion von Pharmazeutika
sowie Wasch- und Körperpflegemitteln
beflügeln.
INVESTITIONEN IN NEUE ANLAGEN
Der Kapazitätsaufbau in Asien wird
massiv vorangetrieben. Keine andere
Region investiert so stark in seine Chemieindustrie. Über 70 Prozent der weltweiten Chemieinvestitionen werden in
10.2014
chemie report
Wirtschafts- und Marktanalysen
CHEMIE-KENNZAHLEN ASIATISCHER LÄNDER
in Milliarden Euro, 2013
Umsatz
Export
Import
China
1.291
90
140
Japan
208
56
48
Südkorea
144
50
36
Indien
100
31
35
Taiwan
65
16
32
Singapur
43
38
19
Saudi Arabien
33
27
13
Indonesien
24
10
18
Malaysia
22
12
14
Thailand
18
17
18
Vietnam
Asien, insgesamt
10
3
14
2.227
404
453
Quellen: Chemdata International, VCI
Asien getätigt. Die Dynamik in den
Jahren nach der Weltwirtschaftskrise fiel
sogar noch einmal kräftiger aus als
zuvor. Bis auf Japan konnten so alle asiatischen Länder Wachstum im zweistelligen Bereich verbuchen. Während die
Länder im Nahen Osten aber hauptsächlich Geld für den Chemiesektor aufwendeten, stiegen in den anderen asiatischen Ländern sowohl die Chemie- als
auch die Pharmainvestitionen.
Dabei weist kein Land so hohe
Investitionen auf wie China. Innerhalb
der vergangenen fünf Jahre haben sich
die Ausgaben im Reich der Mitte mehr
als verdoppelt. Über 78 Milliarden Euro
investierte die chinesische Chemieund Pharmaindustrie 2013 in ihre
Betriebe.
Auch im Nahen Osten nahmen die
Investitionen in den zurückliegenden
Jahren kräftig zu. Seine Länder setzten
dabei auf ihre günstigen Rohstoffvorkommen und bauten die Investitionen
besonders im Grundstoffbereich aus.
Als Folge dieser Entwicklung stieg
die Chemieproduktion in den meisten
asiatischen Ländern in den vergangenen
fünf Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten.
Frisch aktualisiert: Chemiewirtschaft in Zahlen
Mit der Broschüre „Chemiewirtschaft in Zahlen“
Chemiewirtschaft
in Zahlen 2014
(CHIZ) bietet der VCI seinen
Mitgliedsunternehmen und
der Öffentlichkeit ein kostenloses Zahlenwerk an, das
umfassend über die Struktur
und die Entwicklung der
chemisch-pharmazeutischen
Industrie informiert. Die
2014er-Ausgabe der CHIZ ist
nun erschienen. Viele Daten
werden im Vergleich zu
anderen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes in
Deutschland oder der chemischen-pharmazeutischen
Industrie in anderen Ländern dargestellt. Sie können
das Dokument als PDF herunterladen oder als Broschüre bestellen: http://bit.ly/CHIZ2014.
Zusätzlich stehen alle Tabellen auch als Excel-Dateien zur
Verfügung: http://bit.ly/CHIZOnline.
OHNE CHEMIEIMPORTE GEHT ES NICHT
Asien ist aber nicht nur der größte
Produzent chemisch-pharmazeutischer
Erzeugnisse. Die Region ist auch der
größte Chemiemarkt und verbraucht
über die Hälfte der weltweiten Chemieproduktion. In den vergangenen Jahren
wuchs kein Chemiemarkt der Welt so
stark wie der asiatische. Mit dem Wachstumstreiber China in der Mitte prosperieren auch die angrenzenden Länder.
Trotz des gewaltigen Kapazitätsaufbaus können die meisten asiatischen
Staaten ihre starke Nachfrage aber noch
nicht durch Produktion vor Ort decken.
Der Außenhandelssaldo vieler Länder ist
daher negativ. Nur die technologisch am
weitesten entwickelten Staaten, wie Südkorea und Singapur, können inzwischen
einen positiven Außenhandelsüberschuss mit Chemikalien vorweisen. Und
auch die Länder des Nahen Ostens
exportieren deutlich mehr Chemikalien
als sie importieren. Sie profitieren von
ihrer starken Stellung im Grundstoffbereich.
CHANCE FÜR DEUTSCHE UNTERNEHMEN
Der deutschen Chemieindustrie ist
es zum Teil gelungen, über Exporte vom
starken Wachstum Asiens zu profitieren.
Inzwischen gehen fast 14 Prozent der
deutschen Chemieexporte in die
Region.
Die Entfernung und die große
Bedeutung der Nähe zum Kunden führt
allerdings eher dazu, dass die deutschen
Unternehmen die Märkte Asiens über
Investitionen und weniger über den
Außenhandel erschließen. Der Anteil
Asiens an den gesamten Direktinvestitionsbeständen der deutschen Chemie
stieg deshalb innerhalb von fünf Jahren
um vier Prozentpunkte auf 17,1 Prozent.
Inzwischen sind die Umsätze der Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen in Asien bei Weitem höher als
die deutschen Chemieexporte dorthin.
Christiane Kellermann (kellermann@vci.de)
Leserservice:
Noch mehr Informationen über
„Chemiemärkte weltweit“ finden Sie
in der gleichnamigen Publikation auf
VCI-Online (Login erforderlich):
http://bit.ly/Chemiemaerkte-weltweit
21
Handelspolitik
chemie report
10.2014
Freihandelsabkommen mit Kanada
Den Angstkampagnen standhalten
potenzial liegt. Daher hat der VCI die
Verhandlungen der EU mit Kanada
begrüßt.
schutz. Der VCI tritt einer pauschalen
Kritik an den Vereinbarungen zwischen
Europa und Kanada jedoch entgegen:
„Gerade das Investitionsschutz-Kapitel
EIN ABKOMMEN FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT in CETA ist im Vergleich zu früheren Freihandelsabkommen deutlich präzisiert
Das Verhandlungsergebnis ist aus
Sicht des VCI sehr positiv. Alle Industrie- und verbessert worden. Behauptungen,
zölle werden abgebaut, die Übergangs- diese Passagen würden die Demokratie
oder das Rechtssystem in Deutschland
zeiten hierfür sind kurz. Die gewerblichen Schutzrechte in Kanada konnten im untergraben, sind falsch“, betonte VCIVerhandlungsverlauf spürbar verbessert Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann.
Der VCI appelliert an die Bundesrewerden – besonders wichtig für die
Kanada ist ein spannender Wirtschaftspartner für Europa: Gewaltige natürliche deutsche Pharmaindustrie. Für Regulie- gierung, den anlaufenden Ratifizierungsprozess aktiv zu unterstützen. Mögliche
rungsfragen wurden neue Ideen und
Ressourcen, mehr als 30 Millionen gut
Nachverhandlungen dürfen laut TillMechanismen verankert. Investitionen
ausgebildete, kulturell verwandte Menmann den Abschluss des Abkommens
schen, ein breites industrielles Know-how im jeweiligen Partnerland werden
und nicht zuletzt die Nachbarschaft zum künftig völkerrechtlich geschützt. Dabei als Ganzes nicht gefährden. Eine Ablehnung oder Enthaltung Deutschlands
wurden wichtige Verfahrens- und
US-Markt. Auch für die deutsche Chewäre aus Sicht des VCI äußerst bedauermieindustrie ist Kanada eine interessante Inhaltsverbesserungen im Investitionslich. Es wäre ein fatales Signal, wenn der
schutzregime verankert. Die EU hat
Bezugsquelle und ein bedeutender
damit bewiesen, dass sie in der Lage ist, Exportweltmeister den Kampagnen freiAbsatzmarkt mit viel Potenzial. Sie
handelskritischer Gruppen nachgeben
exportierte 2013 chemische Erzeugnisse wichtige Verhandlungen auch mit
würde.
großen Industrieländern erfolgreich
im Wert von 1,4 Milliarden Euro nach
Die Bundesregierung hat zum
abzuschließen.
Kanada und erzielte dabei einen
Thema Investitionsschutz noch keine
beträchtlichen Exportüberschuss. Der
eindeutige Haltung. Teile betrachten
kanadische Chemieverbrauch von über
ZANKAPFEL INVESTITIONSSCHUTZ
völkerrechtlich verankerten Investitions35 Milliarden Euro zeigt aber, dass für
Im Zentrum der Kritik von FreihanEuropa zwischen Halifax und Vancouver
delsgegnern stehen bei CETA – wie bei schutz mit Industrieländern mit Skepsis.
noch beträchtliches zusätzliches Export- TTIP – die Regelungen zum Investitions- Andere Teile wiederum beklagen die
Aufweichung der bisherigen hohen
deutschen Investitionsschutzstandards
durch die neuen, präzisierten CETARegeln.
Ende September haben die EU und
Kanada die Verhandlungen über das
gemeinsame Freihandelsabkommen
CETA (Comprehensive Economic and
Trade Agreement) erfolgreich beendet. Jetzt beginnt die Ratifizierungsphase. Leider erscheint die
Ratifizierung auf EU-Seite noch
nicht gesichert, wobei Deutschland
eine wichtige Rolle spielt.
NICHT ALLES IST PERFEKT
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CETA
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22
Aber auch aus Chemie-Sicht ist bei
CETA nicht alles perfekt: Die Ursprungsregeln für chemische Erzeugnisse entsprechen nicht an allen Stellen den Vorstellungen der Branche. CETA kann und
darf hier nicht als Blaupause für TTIP
gelten. Der ambitionierte Chemie-Vorschlag für TTIP, stark vereinfachte
Ursprungsregeln einzuführen, wird nach
dem unbefriedigenden Ergebnis bei
CETA dringlicher denn je.
Unter dem Strich gilt: CETA ist ein
wichtiger Meilenstein: für mehr bilateralen Handel und Investitionen, als Vorreiter für TTIP und auf dem Weg zu besseren internationalen Regeln.
Dr. Matthias Blum (blum@vci.de), udj
10.2014
chemie report
Handelspolitik
TTIP: Stand der Verhandlungen zur regulatorischen Kooperation
Brücke über den transatlantischen Graben
tionen. Bei der horizontalen Kooperation
geht es um die frühzeitige Information
und Konsultation bei geplanten Gesetzgebungs- und anderen Regelungsvorhaben, die den Handelspartner
betreffen.
Die sektorale Kooperation ist die
Zusammenarbeit bei der Regulierung
einzelner Sektoren. Ziel ist die Vermeidung unnötiger Doppelarbeit sowie der
Abbau unnötiger Bürokratie- und Transaktionskosten – bei Beibehaltung des
Laut verschiedener Studien liegt das
Schutzniveaus. Die Europäische Komgrößte Potenzial von TTIP in der regulatorischen Kooperation. In der Chemikali- mission hat dazu im Mai Vorschläge für
die Sektoren Kosmetika, Pharma und
enregulierung ist der Unterschied zwiChemie veröffentlicht.
schen den USA und der EU besonders
Im Bereich Kosmetika zählen dazu
groß. Eine gegenseitige Anerkennung ist
daher derzeit nicht möglich. Das ist aber das Hinarbeiten auf eine gegenseitige
Anerkennung von zugelassenen Inhaltsauch nicht unbedingt nötig. Bei regulastoffen und die verstärkte Zusammenartorischer Kooperation geht es grundbeit bei der Entwicklung tierversuchssätzlich um das Ausloten der Möglichfreier Testmethoden. Im Bereich
keiten, bei Regulierungsfragen
zusammenzuarbeiten. Die gesetzgeberi- Kosmetika und Pharma sollen Inspektionen der Produktionsstätten, die auf
sche Autonomie der Staaten wird dabei
Basis von Qualitätsstandards inspiziert
nicht eingeschränkt, Standards werden
werden, gegenseitig anerkannt werden.
nicht gesenkt.
Weitere Vorschläge im Bereich Pharma
Zu unterscheiden sind horizontale
sind unter anderem auch eine Zusamund sektorale regulatorische KooperaDie Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen
TTIP laufen jetzt seit über einem
Jahr. Bisher ging es dabei vor allem
um grundsätzliche Fragen. In den
nächsten Verhandlungsrunden wird
es zunehmend um Inhalte gehen, wie
die für die chemische Industrie besonders wichtigen Regelungen zur
regulatorischen Kooperation.
menarbeit beim Generikazulassungssystem und das Hinarbeiten auf eine
gemeinsame Terminologie für Pharmazeutika.
Im Chemiesektor sieht die Kommission Möglichkeiten zur Kooperation und
Konsultation bei neuen Themen wie der
Kategorisierung hormonwirksamer Chemikalien und Regulierung von Nanopartikeln. Außerdem könnten die Regulierungsagenturen bei der Priorisierung
von Chemikalien zusammenarbeiten und
Informationen austauschen.
Insgesamt betrachtet ist die regulatorische Kooperation ein kompliziertes
Verhandlungsfeld, bei dem es sehr ins
Detail geht. Hier könnte TTIP aber völlig
neue Perspektiven schaffen. Durch den
Willen zur Zusammenarbeit könnte ein
weiteres Auseinanderdriften der Regulierungen (sogenannter transatlantischer Graben) verhindert werden. Im
Idealfall könnten sogar Standards mit
weltweitem Modellcharakter entwickelt
werden.
Ulrike Schmülling (schmuelling@vci.de), udj
Der neue VCI-Politikbrief
Politik
brief
September
2014
Nur wenige wirtschaftspolitische Themen wurden zuletzt öffentlich so
kontrovers diskutiert wie die Verhandlungen zwischen der EU und den
USA über die Transatlantic Trade and Investment Partnership (kurz: TTIP).
Der neue VCI-Politikbrief fasst zusammen, welche Chancen sich aus TTIP
ergeben. Zudem leistet der Politikbrief einen weiteren wichtigen Beitrag
zur Versachlichung der Debatte. Denn TTIP umfasst weit mehr als Chlorhühner!
Der aktuelle Politikbrief sowie die bisherigen Ausgaben stehen online zum
Download bereit unter:
www.vci.de/politikbrief
verbindet
Offene Märkte: Grundlage für unseren Lebensstandard
Seite 2
Starke Partner: Neue Perspektiven eröffnen
Seite 3
Ja zu TTIP: Es gibt viele gute Gründe
Seite 4
Kontroverse: Plädoyer für mehr Sachlichkeit
Seite 5
Kooperation: Gemeinsam besser werden
Seite 6
Investitionsschutz: Faire Regeln für alle
Seite 7
Schlaglichter: Transatlantischer Chemiehandel
Seite 8
Chemieindustrie: Zwei Schwergewichte im internationalen Handel
Seite 9
1
23
Forschungspolitik
chemie report
10.2014
Bessere Finanzierungmöglichkeiten für Start-ups
Koalition will Forschungsstandort stärken
Junge, innovative Unternehmen
haben es schwer, an Wagniskapital
heranzukommen. Das will die
Bundesregierung jetzt ändern.
Als ermutigendes Signal bewertet
der VCI das Vorhaben und hofft
nun, dass auch eine steuerliche
Forschungsförderung kommt.
So recht daran glauben mochte nach
Jahren zäher Diskussionen eigentlich
niemand mehr. Aber die Debatte über
den Einstieg Deutschlands in eine steuerliche Forschungsförderung nimmt
wieder Fahrt auf: Den Anfang macht die
Bundesregierung mit dem Gesetzesentwurf zum Jahressteuergesetz 2015. Darin
findet sich eine Vorschrift, mit dem der
INVEST-Zuschuss für Wagniskapital steuerfrei gestellt werden soll. Mit diesem
Zuschuss werden unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Business
Angels staatlich gefördert, die
Geschäftsanteile an Start-up-Unternehmen erwerben.
Der VCI begrüßt die geplante Steuerfreiheit als ersten Ansatz für eine
Attraktivitätssteigerung, jungen Unternehmen Risikokapital zur Verfügung zu
stellen. Allerdings dürfe es dabei nicht
belassen werden. So müsse vor allem
die restriktive Regelung zum „Mantelkauf“ überarbeitet werden, durch die
der Anreiz, sich an innovativen Jungunternehmen zu beteiligen, gebremst
werde. Hauptkritikpunkt des VCI: „Business Angels“ könnten später erzielte
Gewinne teilweise gar nicht mit den Verlusten der Vorjahre verrechnen.
Deutschland steht bei der steuerlichen Forschungsförderung international
unter Zugzwang. Lizenzboxen sind international anerkannte Instrumente zur
steuerlichen Standortförderung. Auch
zahlreiche EU-Länder halten entsprechende Boxen vor. Deshalb befürwortet
der VCI den Vorstoß, sofern die Einführung eines entsprechenden Fördermechanismus nicht gleichzeitig mit einem
SINNVOLL: LIZENZBOXEN
Darüber hinaus denkt Bundesfinanz- Betriebsausgabenabzugsverbot für
Lizenzzahlungen ins Ausland einherminister Wolfgang Schäuble auch über
gehen soll (Lizenzschranke).
die Einführung einer „Lizenzbox“ in
Die geplanten Regelungen zu WagDeutschland nach. Dabei handelt es sich
niskapital und Lizenzboxen können aber
um eine steuerliche Regelungsvariante,
nur der Beginn sein. Der VCI setzt sich
mit der bestimmte Erträge aus Forseit Langem für eine steuerliche Forschung und Entwicklung (FuE) – in
schungsförderung ein, mit der unabdiesem Fall etwa Einnahmen aus
hängig von der Unternehmensgröße
Lizenzen und Patenten – günstiger als
10 Prozent der Forschungsaufwenandere Erträge besteuert werden
dungen von der Steuerschuld erstattet
können. Danach würden Wirtschaftsgüter mit FuE-Bezug erst extra ermittelt werden. Denn jeder eingesetzte StaatsEuro erzeuge rund 1,25 Euro an Forund dann in eine sogenannte Box einschungsaufwendungen. Der Staat könne
gestellt, deren Erträge gesondert
durch Steuermehreinnahmen und techbesteuert werden. Berichten zufolge
nischen Fortschritt zudem mit rund
denkt das Finanzministerium derzeit
750 Mio. Euro jährlich profitieren. Dies
über einen vergünstigten Steuersatz
belegt ein Gemeinschaftsgutachten von
zwischen 10 und 15 Prozent nach. Die
VCI und BDI, das der VCI in Auftrag
durchschnittliche Belastung von Untergegeben hatte.
nehmenserträgen liegt in Deutschland
derzeit bei rund 30 Prozent.
Till Olaf Voss (voss@vci.de)
EINFÜHRUNG VON LIZENZBOXEN IN EUROPA
Regulärer
Steuersatz
Belgien
Frankreich
Liechtenstein
Luxemburg
Malta
Niederlande
Portugal
Spanien
Ungarn
UK
Zypern
34 %
33,33 %
12,5 %
29,63 %
35 %
25 %
23 %
30 %
19 %
22 %
10 %
Effektiver
Steuersatz
Lizenz-EK
6,8 %
15 %
2,5 %
5,72 %
0%
5%
11,5 %
10 %
9,5 %
10 %
0%
Einführung
Forschung in Deutschland sollte stärker steuerlich gefördert
werden, zum Beispiel mithilfe von „Lizenzboxen“.
(Lizenz-EK = Lizenzeinkünfte)
Quelle: BT-Drs. 18/1238 vom 25.04.2014
24
2007
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2007
2007
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2014
2008
2003
2012
2012
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10.2014
chemie report
Fonds der Chemischen Industrie
Zusatz-Förderung des Fonds der Chemischen Industrie
Kräftige Finanzspritze: 1,1 Millionen Euro
für die Chemie-Lehre
Der Fonds der Chemischen Industrie
(FCI), das Förderwerk der Branche,
hat im Rahmen einer Sondermaßnahme nach 2013 erneut rund
1,1 Millionen Euro für eine bessere
Lehre im Chemiestudium an den Universitäten bewilligt. Damit soll die
inhaltlich-konzeptionelle Modernisierung der Praktika unterstützt werden.
FCI-Geschäftsführer Dr. Gerd Romanowski: „Im internationalen Vergleich
genießt das Chemiestudium in Deutschland unverändert einen sehr guten Ruf.
Das gilt vor allem für die experimentelle
Ausrichtung der Lehrpläne. Unsere
Finanzspritze soll helfen, dass die hohe
Qualität der Chemiker-Ausbildung
erhalten und vor allem weiterentwickelt
wird und mit den Anforderungen der
Berufspraxis Schritt hält.“
Die Fonds-Zusatzgelder gehen an
die Chemiefachbereiche folgender Universitätsstandorte: Berlin (FU und TU),
Bielefeld, Bochum, Bonn, Braunschweig,
Frankfurt, Hamburg, Kaiserslautern,
Köln, Leipzig, Mainz, München (LMU und
TU), Oldenburg, Rostock und Siegen.
„Unsere Finanzspritze soll helfen, dass die hohe Qualität der
Chemiker-Ausbildung erhalten
und vor allem weiterentwickelt
wird.“
Dr. Gerd Romanowski, Geschäftsführer des
Fonds der Chemischen Industrie
Bis zu 100.000 Euro Fördermittel
haben einige der insgesamt 17 unterstützten Chemiefachbereiche vom
Fonds erhalten. Die geforderte Eigenbeteiligung von 20 Prozent zusätzlich zu
den FCI-Geldern war Bedingung für die
Förderung. Diese Kopplung hat dazu
geführt, dass insgesamt rund 270.000
Euro an staatlichen Mitteln von den
geförderten Universitäten in die Ausbildung von Chemikern investiert werden.
Die Chemiefachbereiche, deren
Anträge die Gutachter überzeugt
hatten, erhalten in diesen Tagen ein
Bewilligungsschreiben vom Fonds der
Chemischen Industrie und können mit
den Geldern die jeweils geplanten
neuen Lehrprojekte umsetzen. Auch in
diesem Jahr stieß die Ausschreibung der
Sonderförderung des Fonds wieder auf
eine rege Nachfrage: 25 Chemiefachbereiche hatten sich um die begehrten Fördermittel beworben.
(ze)
25 Chemiefachbereiche hatten
n
sich um die begehrten Förderr
mittel beworben.
25
Chemikalienpolitik
chemie report
REACH und CLP beachten: Die VCI-Service-Plattform hilft dabei.
10.2014
Für alle anderen Gesetze und Regelungen mit Chemiebezug gibt
es die VCI-Service-Plattform „Technische Regelwerke“.
Exklusive Online-Services für VCI-Mitglieder
Gesetzliche Pflichten im Betrieb umsetzen
Die Unternehmen der chemischen Industrie müssen eine ständig wachsende Anzahl gesetzlicher Vorschriften, technischer Regeln und Normen
beachten. Es gilt, den Überblick über
alle gesetzlichen Pflichten zu behalten und diese im Betrieb umzusetzen.
Der VCI unterstützt seine Mitglieder
dabei mit den Online-Service-Plattformen „Technische Regelwerke“
sowie „REACH und CLP“.
Die Online-Service-Plattform „REACH
und CLP“ bietet VCI-Mitgliedsunternehmen übersichtliche, hochwertige
Informationen und praxisorientierte
Hilfen rund um die REACH- und CLP-Verordnungen. Zentrale Bestandteile des
Informationsangebotes sind der Zugang
zu aktuellen Nachrichten, VCI-Infoblättern, Leitfäden, Antworten auf häufig
gestellte Fragen durch Behörden oder
andere Institutionen sowie Veranstaltungshinweise.
Eine Zusammenstellung von Informationsmaterial der Ministerien,
Behörden oder anderen Verbänden
nach Themenblöcken ermöglicht die
Übersicht über die wichtigsten Dokumente auf einen Blick. Die Plattform
wird fortlaufend aktualisiert und an den
26
Bedarf der Nutzer nach aktuellen Informationen und Erläuterungen angepasst.
Regelwerke“ informiert werden möchte,
kann auf beiden Plattformen kostenlose
E-Mail-Newsletter abonnieren.
TECHNISCHE REGELN IM ÜBERBLICK
Informationen von Behörden,
Berufsgenossenschaften und anderen
Institutionen über technische Regelungen sind für die betriebliche Praxis
aber ebenso hilfreich und notwendig.
Daher gibt es für diese Themen eine
eigene Online-Service-Plattform, die zu
annähernd jedem Thema eine Sammlung externer Informationen anbietet.
Soweit verfügbar, sind die Dokumente
direkt per Internet-Link zu erreichen.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil
dieser Website sind aktuelle Meldungen
– zum Beispiel zu gesetzlichen Änderungen oder neuen Inhalten auf der
Plattform selbst. Sie werden im Feld
„Aktuelles“ aufgeführt. Weitere Themen
sind Weiterbildungsangebote und Veranstaltungen. Bei jedem Artikel ermöglichen Telefonnummern und E-MailAdressen den direkten Kontakt mit den
zuständigen VCI-Experten.
MONATLICHE E-MAIL-NEWSLETTER
Wer lieber einmal pro Monat über
die aktuellsten Entwicklungen zu
„REACH und CLP“ oder „Technische
ANMELDUNG PER INTERNET
Für die Nutzung der Plattformen
benötigen Sie einen Zugang zum Mitgliederbereich der VCI-Website. Eine
Registrierung lohnt sich aber doppelt,
da Sie mit Ihrem Passwort nicht nur auf
die Plattformen, sondern auch auf alle
anderen geschützten Inhalte auf
www.vci.de zugreifen können. Bitte
haben Sie Verständnis dafür, dass die
Prüfung und Bearbeitung Ihrer Registrierung bis zu zwei Arbeitstage dauern
kann. Mit diesem Link gelangen Sie zum
Formular für Neu-Registrierungen:
http://bit.ly/vci-registrierung.
Dr. Friederike Beyerlein (beyerlein@vci.de) und
Dr. Thomas Kullick (kullick@vci.de)
Leserservice:
Mit einem Passwort für den Mitgliederbereich von VCI-Online führen
diese Links direkt zu den Plattformen:
www.vci.de/REACH
www.vci.de/technische-Regelwerke
10.2014
chemie report
Recht
70. Deutscher Juristentag für Korrekturen bei der Managerhaftung
Haftungsbeschränkung für Vorstände gefordert
teilung des ehemaligen Siemens-Vorstands Heinz-Joachim Neubürger zu
15 Millionen Euro Schadensersatz in
Folge der Korruptionsaffäre.
Der Hauptgutachter Professor
Gregor Bachmann von der Freien Universität Berlin will daher das materielle
Haftungsrecht nicht weiter verschärfen,
sondern schlägt in seinem vorbereitenden Gutachten vor, durch gezieltes
Ist die Managerhaftung nur ein zahnloser Verändern der rechtlichen StellTiger? Krankt die Durchsetzung von Haf- schrauben die drakonischen Haftungsfolgen abzumildern. Im Gegenzug will
tungsansprüchen an einem unlösbaren
Bachmann die Durchsetzung von HafInteressenskonflikt, weil der hierfür
zuständige Aufsichtsrat eigene Überwa- tungsansprüchen befeuern und hierzu
vor allem die strengen Voraussetzungen
chungsfehler einräumen müsste?
der Aktionärsklage lockern.
Genießen Vorstände durch die gesetzliche „Business Judgement Rule“ einen
Freibrief für unternehmerische FehlentREFORMVORSCHLÄGE BESCHLOSSEN
scheidungen? Waren dies noch Fragen,
Die Reformvorschläge wurden in
die unter dem Eindruck der Finanzkrise,
einer zweitägigen Debatte ausführlich
überzogener Boni-Zahlungen und
diskutiert. Herausgekommen ist keine
scheinbar unantastbarer Banker gestellt
Revolution, sondern ein behutsames
wurden, hat sich die Diskussion in der
Finetuning. Zu den wichtigsten
Fachöffentlichkeit heute deutlich
Beschlüssen zählen:
gedreht: Im Zentrum steht die Frage, ob A Der Gesetzgeber sollte Unternehmen
die strenge Managerhaftung in Anbemehr Satzungsfreiheit zugestehen.
tracht der immer komplexeren Rahmen- Vor allem sollte die Innenhaftung der
bedingungen des Wirtschaftslebens
Organmitglieder in der Satzung auf
noch angemessen ist. Denn für mitverur- grobe Fahrlässigkeit beschränkt und
sachte Unternehmensschäden haften
Haftungshöchstgrenzen eingeführt
Mitglieder der Geschäftsleitung bereits
werden können. Entsprechende Hafbei einfachster Fahrlässigkeit – und zwar tungsbegrenzungen sollten jedoch auf
unbegrenzt mit ihrem gesamten Privatfünf Jahre befristet sein.
vermögen. Immer häufiger wird über
A Der Vertrauensgrundsatz, sich auf
Zivil- und Strafverfahren gegen (Ex-)
seinen Vorstandskollegen bei ordnungsManager wegen Verletzung ihrer Untergemäßer Ressortverteilung verlassen zu
nehmer- oder Compliance-Pflichten
dürfen, sollte durch eine Klarstellung im
berichtet. Jüngstes Beispiel ist die Verur- Gesetz stärker betont werden.
Auf dem diesjährigen 70. Deutschen
Juristentag in Hannover haben Wirtschaftsrechtsexperten Fragen der
Managerhaftung diskutiert. Im Fokus stand die Überlegung, die strenge Geschäftsleiterhaftung so nachzujustieren, dass sie nicht zur
Vernichtung der bürgerlichen Existenz des Betroffenen führt.
Auf de
Auf
em 70
70.
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Juris
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„Fine
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ning
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ng
g“
be
bei
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der Managerhaf
ana
an
na
a tun
af
t g.
Der Deutsche Juristentag
Alle zwei Jahre tagt der Deutsche
Juristentag, um über aktuelle
rechtspolitische Fragen verschiedener juristischer Disziplinen zu
beraten. Hierzu wird jeweils ein Gutachten zugrunde gelegt, zu dem
Referenten Stellung beziehen. Jede
Abteilung des Deutschen Juristentages unterbreitet Vorschläge. Die
Ergebnisse der Diskussion münden
in Beschlüsse, die für den Gesetzgeber und die Politik starke Signalwirkung haben.
A Die
gesetzliche Beweislastumkehr zulasten der Unternehmensleiter sollte
gestrichen werden. Zumindest aber
sollten ausgeschiedene Organmitglieder ein gesetzliches Recht auf
Unternehmensinformationen erhalten.
A Die dreijährige Sperrfrist für den
Verzicht auf Ersatzansprüche oder
Vergleichsabschlüsse mit dem
Geschäftsleiter sollte gestrichen werden
– unter Beibehaltung des Erfordernisses
eines Hauptversammlungsbeschlusses
sowie des Minderheitenvetos.
A Keine Mehrheit haben die Empfehlungen gefunden, die Voraussetzungen
der sogenannten Aktionärsklage
wesentlich zu senken. Zu groß waren die
Bedenken, neue Betätigungsfelder für
Berufskläger zu eröffnen. Ebenfalls nicht
durchgesetzt hat sich zu Recht der
Vorschlag, eine Behörde künftig mit der
Anspruchsverfolgung zu betrauen.
Auch wenn mit einem rechtspolitischen Vorstoß zur Entschärfung der
Managerhaftung in dieser Legislaturperiode nicht zu rechnen ist – dafür ist das
politische Umfeld noch zu stark durch
die Finanzkrise belastet: Die Beschlüsse
zur notwendigen Haftungsbegrenzung
machen aufmerksam auf eine immer
stärkere Verrechtlichung unternehmerischen Handelns und senden damit wichtige Signale an den Gesetzgeber!
Dr. Tobias Brouwer (brouwer@vci.de)
27
10.2014
chemie report
Service
Welt der Wunder: Die unglaubliche Welt der Chemie
Das monatliche Wissensmagazin „Welt der Wunder“ wird von 1,6 Millionen Menschen
gelesen – darunter allein 500.000 aus der Altersgruppe 14 bis 29 Jahre. Das Magazin ist
also gut geeignet, um die vielfältigen Themen unserer Branche der jüngeren Generation
näherzubringen. Vor diesem Hintergrund hat der VCI in Kooperation mit „Welt der
Wunder“ die Beilage „Die unglaubliche Welt der Chemie“ entwickelt. Die 16-seitige
Publikation mit dem Schwerpunkt Energie wurde nach einem mit dem VCI abgestimmten
Themenplan erstellt und lag der Ausgabe 9/14 des Magazins bei.
Die Sonderbeilage „Welt der Wunder: Die unglaubliche Welt der Chemie“ ist als
gedruckte Broschüre beim VCI erhältlich. Bitte bestellen Sie die Publikation per E-Mail
bei Frau Christine Winkler (winkler@vci.de).
VERANSTALTUNGEN DES VCI
DATUM
EREIGNIS
30.10.2014
VCI-Workshop „USA: Chemiemarkt der Zukunft?“
ORT
11.11.2014
VCI-Seminar „16 Jahre Aarhus-Konvention – ‚Spätfolgen‘ für die deutsche Industrie“
Frankfurt
17.11.2014
VCI-Informationsveranstaltung „Neue Gefahrgutvorschriften 2015“
Frankfurt
Frankfurt
18.11.2014
VCI-Mittelstandstag unter anderem mit BMF-Staatssekretär Kampeter und BSI-Referent Schober
08.12.2014
(Vorverlegt auf Montag) Jahres-Wirtschaftspressekonferenz des VCI 2014
Düsseldorf
Frankfurt
03.03.2015
VCI-Presseabend zur Chemiekonjunktur 2014/2015
Frankfurt
20.05.2015
Jahrespressekonferenz Biotechnologie 2015
Frankfurt
22.07.2015
VCI-Halbjahrespressekonferenz
Frankfurt
09.12.2015
Jahres-Wirtschaftspressekonferenz des VCI 2015
Frankfurt
TERMINE DER VCI-LANDES- UND -FACHVERBÄNDE (weitere siehe im VCI-Online unter www.vci.de/services/termine-veranstaltungen)
28.10.2014
VCI-KMU-Workshops „Mehr Energieeffizienz im Unternehmen“ im Rahmen des EU-Projekts „SPiCE3“
12.11.2014
Chemieverbände Hessen, gemeinsame Herbst-Pressekonferenz
Düsseldorf
Frankfurt
13.11.2014
Mitgliederversammlung Fachvereinigung Chemieparks
25.11.2014
IKW-Pressekonferenz, Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel
Frankfurt
04.–12.07.2015
IdeenExpo 2015
Hannover
Impressum chemie
Impressum
chemiereport
report
Herausgeber
Herausgeber
Verband
Verband
der Chemischen
der Chemischen
Industrie
Industrie
e.V., Mainzer
e.V., Mainzer
Landstraße
Landstraße
55, 60329
55, 60329
Frankfurt,
Frankfurt,
Telefon:
Telefon:
069 2556-0,
069 2556-0,
Telefax:
Telefax:
069 2556069
1471,
2556-1471,
E-Mail:
E-Mail:
dialog@vci.de,
dialog@vci.de,
Internet:
Internet:
www.vci.de,
www.vci.de,
ISSN: 1436-1736
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Redaktionsschluss
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dieser
Ausgabe
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14.10.2014
???tt.mm.jjjj
Auflage 6.500
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6.500 Exemplare
Verantwortlich
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Manfred Ritz
Manfred
(mr) Redaktion
Ritz (mr)
Sebastian
RedaktionKreth
Sebastian
(sk, Leitung),
Kreth (sk,
Angelika
Leitung),
Becker
Angelika
(CvD), Oliver
BeckerClaas
(CvD),
(cla),
Oliver
Jenni
Claas
Glaser
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Jenni
Jürgen
Glaser
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Jürgen
Monika
Udwari
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Zedlitz
Monika
(ze) Leserservice
von ZedlitzE-Mail:
(ze) Leserservice
chemiereport@vci.de,
E-Mail: chemiereTelefon:
069
port@vci.de,
2556-1496,
Telefon:
Telefax:069
0692556-1496,
2556-1613 Telefax:
Druck druckpartner,
069 2556-1613
Essen,
Druck
gedruckt
druckpartner,
auf Papier
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(14.3), Maik Reuß (14.4), Dagmar Mendel (15), Merck KGaA (16, 17, 24), BASF SE (19), European
Union, 2014 (22), Gerald Fuest (25 unten), DJT (27) Grafiken A. Becker (2), Ch. Kellermann (20)
Getragen von:
Wirtschaftsverband VCI, Gewerkschaft
IG BCE und Arbeitgeberverband BAVC
Ludwigshafen
Politische Top-Themen im VCI*
A
Initiative „Industrieland Deutschland stärken”
A
Energiewende umgestalten
A
Stärkung der Innovationskraft der chemischen Industrie
* Die Liste enthält diejenigen Themen, die das Präsidium des VCI aus den von
den Ausschüssen priorisierten Themen zurzeit als wichtigste identifiziert hat.
Sie stehen im Jahr 2014 im Vordergrund der politischen und kommunikativen
Arbeit des Verbandes der Chemischen Industrie. Die Dokumente zu diesen
und weiteren für die Branche wichtigen Themen können Sie von VCI-Online
unter www.vci.de/Top-Themen herunterladen.
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Seele and Geist
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