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... macht zufrieden macht zufrieden - CLW

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September / Oktober 2014
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:14 Seite 1
Selbstwirksamkeit...
...macht zufrieden
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:14 Seite 2
Inhalt
LIEBE KOLLEGInnEn
unD KOLLEGEn!
BSI RR Walter GUSTERER, MSc ................... 4
EIn PLäDOyEr Für DIE GEDuLD
Konsulent Dr. Franz OCHENBAUER .............. 5
SELBSTWIrKSAMKEIT SPürEn
MMag. Melitta MATOUSEK,
HD Andreas FISCHER, MSc. ........................ 6
BILDunG IST MEHr ALS MESSBArES
WISSEn
Prof. Dr. Josef GRUBNER............................ 9
EInE ALTErnATIvE zu WurST
HD Dr. Markus HUFNAGL, MEd .................. 11
vOn BILDunG zu KOMPETEnz! EIn
QuAnTEnSPrunG!
Prof. Dr. Heribert SCHOPF........................ 12
In MEMOrIAM
OStR Prof. Franz MICHAL
Prof. Dr. LEHENHOFER............................. 15
PäDAGOGISCHEr MITTWOCH
BSI RR Walter GUSTERER, MSc .................. 16
JAHrESPLAn
Christine HRADECSNI............................... 16
DEr MEnSCH IM MITTELPunKT
Dipl. Päd. Thomas KREBS........................ 17
F ü r S I E G E L E S E n ........................... 18
WIr GrATuLIErEn
S E H r H E r z L I C H .............................. 19
T E r M I n E ......................................... 19
Liebe Leserinnen,
liebe Leser!
Wie die zeit vergeht... und schon liegt der Schulbeginn hinter
uns. Wenn man so zurückblickt, dann sind 20 Jahre eigentlich
auch keine sehr lange zeit... Im September 1994 übernahm ich
von Heribert Schopf die Aufgabe des Herausgebers der Wiener
Lehrerzeitung. und seit dieser zeit hat sich in unregelmäßigen
Abständen doch das ein oder andere Thema wiederholt. In
diese Epoche fällt auch die besondere Ausgabe Mai 97 der WLz,
die anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Christlichen Lehrerschaft Wiens herausgegeben wurde. Spannend welche Themen damals so aktuell waren, dass man sie gerade in dieser
Sondernummer brachte: „von der Schulaufsicht zum Schulmanagement” (LSI Hr Dr. Willhem Beranek) oder „Was-WieWarum – Lehren und Lernen ohne rücksicht auf verluste?”
(Prof. Dr. Heribert Schopf). Sind das nicht auch noch immer
Themen von heute? Hat sich in der zwischenzeit gar nichts
Wesentliches getan? Waren die vielen Arbeitsgruppen,
reformpapiere und zukunftswerkstätten zu wenig erfolgreich?
editorial
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Es geht doch immer wieder bei derartigen Projekten um die
Frage der Wirksamkeit. Was wird sich wie am Ende des Prozesses oder nach erfolgter Intervention grundlegend ändern,
oder geändert haben? Wer hat etwas von dieser änderung
bemerkt? Wo bleibt der „Benefit”?
nein, am Beginn eines neuen Schuljahres überwiegt wieder
der Optimismus und die Motivation. vielleicht liegt in der
Erfahrung, dass meine geplante Handlung und meine Aktivität
tatsächlich Wirkung zeigt, der Schlüssel zur Steigerung der
Berufszufriedenheit. In den Kindern sehen wir es deutlich.
Dann, wenn sie spüren, dass ihr Handeln nicht wirkungslos
bleibt, wenn also auf eine Intervention eine reaktion erfolgt,
wenn eine Tür sich öffnet, wenn eine Erkenntnis gewonnen
wird, ja, dann braucht es meist
nicht mehr viel zusätzliches Material, sondern dann wirkt die Begeisterung für das eigene Tun.
Ich wünsche uns für heuer, dass es
oft zu derartigen Erfahrungen der
Selbstwirksamkeit kommen möge,
dann sind nämlich auch rückschläge in Form von stupiden Arbeitsaufträgen – von wo auch immer –
leichter zu ertragen.
Andreas Fischer, msc
impressum
Wiener Lehrerzeitung, Organ der Christlichen Lehrerschaft Wiens
redaktionelle mitglieder: Andrea Fischer, MSc; Prof. Mag.Dr. Heribert Schopf; Wolfgang Weissgärber;
mit der Herausgabe beauftragter Chefredakteur: Andreas Fischer, MSc; Für namentlich gekennzeichnete Beiträge sind die Autoren verantwortlich.
Alle: 1010 Wien, Stephansplatz 5/4, Tel. 01/512 64 60, Bankverbindung: Kto. 000-47244, Erste-Bank; erscheinungsweise: 5 Ausgaben/Schuljahr
Hersteller: ALWA & DEIL Druckerei GmbH; 1140 Wien, Sturzgasse 1a, schutzgebühr: 4 Euro
Bildnachweis: Autorenbilder - privat - Titelfoto und alle übrigen Fotos: Andreas Fischer
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
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obmann
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Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen!
Ich hoffe, Sie hatten eine schöne und entspannte Ferienzeit. „Ferien 2.0“ sozusagen. Denn im vergangenen
Schuljahr wurde uns ja ein Förderprogramm versprochen
und auch schon in Blitzeseile organisiert, das in seinem
Titel auch 2.0 führt. Alle volksschullehrerinnen und volksschullehrer wissen natürlich wovon ich spreche - natürlich von der „Wien Förderung 2.0“. Hier darzulegen,
worum es dabei geht, hieße für die aktiven KollegInnen
Eulen nach Athen zu tragen, denn Sie wurden alle sicherlich noch im zu Ende gegangenen Schuljahr bestens informiert. Aber auch unsere KollegInnen im ruhestand werden wissen wobei es sich um die Wien Förderung 2.0 handelt, werden sie doch seit Wochen regelmäßig durch den
Herrn Bürgermeister plakativ oder kleinformatig informiert. Doch der name Wien-Förderung 2.0 kam erst später, denn nach der Klausurtagung der Wiener SPÖ in rust
nannte der Herr Bürgermeister diese Art der Förderung
„Gratis-nachilfestunden“, in deren Genuss Schulkinder in
jeder Wiener Pflichtschule kommen sollen, ein Leuchtturmprojekt der Wiener SPÖ. Er meinte auch, dass die
Eltern zu viel Geld in nachhilfestunden investieren müssten und so das vertrauen in die Schule schwindet. Auch
wenn es mich natürlich freut wenn mehr Stunden in die
Schulen kommen und auch noch 400 Lehrerinnen/Lehrer
zusätzlich angestellt werden, begann ich mich zu wundern, dass nachhilfe in die Schule zu verlegen das vertrauen in die Schule wieder wachsen lässt? Wie wohl ich
nachhilfe in der Schule an und für sich als einen Widerspruch halte. Also haben kluge Köpfe daraus die „Wien
Förderung 2.0 kreiert.
nun aber zurück zum Kürzel „2.0“. Damit ist ja ursprünglich die Kennzeichnung von Computerprogrammen und
deren Weiterentwicklung (updates) gemeint und heute
kennt wahrscheinlich jedes Kind „web 2.0“. uns allen
bekannt - das SvW 6.0.
So möchte man mit „Wien Förderung 2.0“ Weiterentwicklung, Aktualität und Modernität ausdrücken. Dieser name
wurde ausgedacht und so wird transportiert, dass Schule
bestenfalls 1.0 ist.
Ich sagte schon immer, dass nachhilfe (als solches ist die
Wien Förderung 2.0 gemeint) ein Armutszeugnis für die
Schule bedeutet und ich plädierte immer wieder für
andere organisatorische Formen der Förderung, die aber
auf Grund ressourcenmäßiger (verkleinerung von Gruppen
und Erhöhung der Anzahl der PädagogInnen) und räumlicher Mangelausstattung durchzuführen nicht möglich
waren.
und nun ist es möglich, dass das Land Wien ressourcen
frei macht. Sehr erfreulich zwar (nur schade, dass es als
ein SPÖ-Leuchtturmprojekt firmiert und nicht eines aller
Parteien) und noch mehr schade ist es, dass es als ein
separates Projekt läuft (so kann man die Finanzierung
wieder leichter einstellen) und nicht Teil der Schule
4
geworden ist.
Worüber ich noch keine zeile verloren habe, ist letztlich
das Wichtigste. Was geschieht inhaltlich in diesen Stunden. Es wurde zwar schon vorgegeben mit welchen Bereichen sich die Lehrkräfte zu beschäftigen haben, doch wie
und mit welcher Didaktik, das bleibt zum Glück bei Ihnen
als Fachleute und ich bin zuversichtlich, dass Sie den
geeignetsten Wege finden werden.
übrigens ist mir beim nachdenken über die Herausforderungen für das kommende Schuljahr noch eingefallen,
dass die „Wien Förderung 2.0“ wohl auch in WiSion mitverwaltet werden müsste. und dann wird es wohl ein
WiSion 2.0 geben!
Ein gutes Schuljahr 2014/2015
wünscht Ihnen Ihr
Walter Gusterer, msc
Obmann
Ad multos Annos!
Dieser Wunsch steht meist am Ende einer Laudatio!
Ich möchte aber damit beginnen.
Hier steht es für den herzlichen Dank, die große Anerkennung und den hohen respekt für den Chefredakteur
unserer „Wiener Lehrerzeitung“ Andreas Fischer.
Denn zu feiern gilt es ihn den unglaublich fleißigen und
höchst engagierten Direktor der pnMS St. Elisabeth im
2. Bezirk. und so editiert er „nebenbei“ und völlig ehrenamtlich seit nunmehr 20 Jahren die „Wiener Lehrerzeitung“ als Chefredakteur. Dass ihm dies sehr erfolgreich
gelingt, zeigt sich in den reaktionen aus der Leserschaft,und zwar dass die zeitung nicht nur bei den Mitgliedern zu Hause ankommt, und auch in den Lehrerzimmern von Wiener Pflichtschulen aufliegt, sondern vor
allem wie er sie inhaltlich hoch interessant, informativ
und wissenswert gestaltet. Dass die redaktionelle Arbeit
aufwändig und herausfordernd ist, vor allem wenn die
Artikelschreiberinnen und -schreiber es mit dem Abgabetermin nicht so genau nehmen, hinderte ihn nicht, so
lange diese unsere zeitung zu machen.
natürlich möchte ich die Gelegenheit nützen, mich bei
allen Autorinnen und Autoren zu bedanken und all jenen
die Inserate schalten, doch der Erfolg gehört einzig und
allein Andreas Fischer.
Auf noch viele interessante und schöne Ausgaben der
Wiener Lehrerzeitung!
Walter Gusterer, msc
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Die zeit im urlaub ist für mich auch eine zeit, wo ich ein
wenig mehr zum „berufsunabhängigen“ Lesen komme.
Dabei sind mir zeilen von Michael Tillmann in die Hände
gekommen: „Seine große Liebe - darauf wartet er 51
Jahre, neun Monate und vier Tage. Als er jung ist, darf er
sie nicht heiraten; er ist nur ein kleiner Angestellter. Seine
Angebetete aber Tochter aus reichem Hause. Sie heiratet
einen anderen. und er wartet. und wartet. Jahr um Jahr.
Genau 51 Jahre, neun Monate und vier Tage. Dann ist sie
Witwe und nähert sich ihm wieder. Sie heiraten. Endlich.
und weil alle Welt die beiden Alten seltsam ansieht, wohnen sie dann auf einem Boot und fahren immer hin und
her, von Stadt
zu Stadt. und
sind selig.“ So
schön
erzählt der im
April
dieses
Jahres verstorbene Schriftsteller
und
Literaturnobelpreisträger
Gabriel García
Márquez (19272014) in seinem
roman
„Liebe in den
zeiten
der
Cholera“ von
der Liebe und der Geduld. Wie Florentino über 50 Jahre auf seine
Liebe zu warten, das wird heute - vermute ich - weitgehend auf unverständnis stoßen. Denn wir leben in einer
zeit, in der möglichst alles schnell gehen muss - im Kleinen wie im Großen. Ein paar Minuten an der Supermarktkasse warten - schnell wird unmut laut, warum nicht
mehr Kassen offen sind. In der Wirtschaft wird der kurzfristige Profit immer wichtiger - die nächsten Quartalszahlen müssen stimmen. Auch in der Liebe ist Geduld seltener geworden - werden meine Bedürfnisse nicht erfüllt,
schaue ich mich nach einem neuen Partner um. Durststrecken sind nicht vorgesehen.
Warten zu müssen, hat in der heutigen zeit keinen guten
Klang. Das verrät schon die Sprache: Warten geschieht
nicht freiwillig, wird eher als zwang empfunden. Warten
zu können oder warten zu dürfen sind Formulierungen,
die wir als fremd empfinden. Ich weiß, dass es Situationen gibt, in denen Warten zur Qual werden kann: Das
Warten auf eine ärztliche Diagnose, auf Antwort auf ein
Bewerbungsschreiben zum Beispiel. und in dem Theaterstück „Warten auf Godot“ wird das Warten geradezu
absurd, weil die Wartenden vergessen haben, worauf sie
warten.
Doch vieles geht nicht ohne Geduld. Es gibt keine Schönheit ohne Geduld. Man muss (besser: man darf) sich zeit
nehmen, um ein Bild zu betrachten, eine Landschaft zu
genießen, ein Musikstück zu hören. Es gibt keine Liebe
ohne Geduld. Geduld, auf den Menschen zu warten, der
zu mir passt; Geduld, zeit zu haben, aufeinander zu
hören; miteinander zu weinen, einander zu stützen. und
es gibt keinen Glauben ohne Geduld. Still zu werden,
Bibeltexte auf sich wirken zu lassen, Gottesdienst zu feiern.
Ich habe diese zeilen Anfang Juli am See Genezareth gelesen. Die Sonne ist gerade aufgegangen. Ich höre noch das
zirpen der Grillen, das leise Plätschern kleiner Wellen oder
das Knacken von zweigen, wenn die Klippdachse sich gute Plätze
in der Morgensonne
suchen. neben dieser
Idylle trage ich in mir die
Erfahrungen der Tage
zuvor in Jerusalem. Krawalle am Tempelplatz,
Auffinden der ermordeten Jugendlichen nahe
Hebron, Ermordung eines arabischen Jugendlichen, Ausgehverbot für
uns im Hotel… (Mittlerweile hören wir aus den
nachrichten noch viel
Schlimmeres!). So bete
ich mit meinen Mitreisenden den Psalm 122 „Ich freute mich, als man mir
sagte: / „zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Schon
stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: / Jerusalem, du
starke Stadt, / dicht gebaut und fest gefügt. Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, / wie es
Israel geboten ist, / den namen des Herrn zu preisen.
Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, / die Throne des Hauses David. Erbittet für Jerusalem Frieden! / Wer
dich liebt, sei in dir geborgen. Friede wohne in deinen
Mauern, / in deinen Häusern Geborgenheit. Wegen meiner Brüder und Freunde / will ich sagen: In dir sei Friede!
Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, / will ich dir
Glück erflehen.“ - Jahrtausende alt ist dieses Gebet um
den Frieden. reicht die Geduld noch für weitere Jahrtausende? Ich wünsche Ihnen nicht nur Geduld in diesen
großen Anliegen dieser Welt, ich wünsche Ihnen viel
Geduld mit sich selber und den
Menschen, mit denen Sie wieder
arbeiten. Sie dürfen diese Geduld
getrost suchen und zulassen: Gott
hat endlos Geduld mit einer jeden,
einem jeden von uns. Geduld lohnt
sich! In diesem Sinn ein gutes
neues Arbeitsjahr.
spirituelles
”C”
ein plädoyer für die Geduld
Franz Ochenbauer
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
5
titel
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 6
selbstwirksamkeit spüren
Voraussetzung für (Berufs-)Zufriedenheit
untersuchungen zeigen, dass Personen mit einem starken
Glauben an die eigene Kompetenz größere Ausdauer bei
der Bewältigung von Aufgaben, eine niedrigere Anfälligkeit für Angststörungen und Depressionen und mehr
Erfolge in der Ausbildung und im Berufsleben aufweisen.
Die Bewertung der eigenen Handlungsmöglichkeiten
beeinflusst die Selbstwirksamkeitserwartung von SchülerInnen, LehrerInnen und SchulleiterInnen.
ein deFinitionsVersuCH
Selbstwirksamkeit - was ist das? Aus der Fülle Erklärungsbegriffe kommen wiederholt vor: Mündigkeit, Freiheit,
Autonomie für das Blühen der Künste in der Polis, eine
Disposition, die erfolgreiches Handeln begünstigt, ein
Persönlichkeitsmerkmal, das die überzeugung ausdrückt,
eine neue und schwierige Situation meistern zu können,
die überzeugung in die eigenen Fähigkeiten, die man
benötigt, um eine bestimmte Handlung zu organisieren
und auszuführen um damit bestimmte ziele zu erreichen.
„Ich bin mir sicher, dass ich ….. kann, selbst wenn…”
Ein Mensch – das gilt besonders für Lehrende und Schülerinnen und Schüler - der glaubt, selbst etwas zu bewirken und auch in schwierigen Situationen selbstständig
handeln zu können, hat demnach eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung; gezielt Einfluss und Kontrolle auf
Dinge in der Welt nehmen zu können, dies entspricht - so
PsychologInnenmeinung – einem natürlichen Bedürfnis
des Menschen. nicht selten erlebt man, dass das eigene
Handeln zu wenig oder gar keine Auswirkungen zeigt.
Man läuft im Hamsterradl und versucht, alle vermuteten
Aufgaben, die einem gestellt werden, nacheinander zu
erfüllen. Grundsätzlich ist dies auch für den Erfolg eines
Projekts, eines vorhabens notwendig. Wenn man aber
keine zeit hat, sich mit den Ergebnissen seiner Anstrengungen auseinander zu setzen - und auch zu sehen, was
sich inwiefern zur Ausgangssituation verändert hat, dann
vermindert sich die Anstrengungsbereitschaft für die gleiche Tätigkeit. „Es bringt ja nix”.
Gerade bei Kindern merkt man diese Haltung recht deutlich. Sie können in ihrem Spiel in sich und den Prozess
versinken, weil sie die Auswirkungen ihres Tuns unmittelbar wahrnehmen und zum Ausgang für neue Planungen
nehmen. Durch die Geschwindigkeit unserer zeit, verliert
man nicht selten dieses Gefühl des „auf mich kommt es
an”. Dafür wird es wohl wieder viele Erklärungsvarianten
geben: Medien, Erziehung, zeitdruck, Stress, Arbeitsorganisation, Globalisierung... Der Einzelne verliert zunehmend den Sinn für sein Tun, wenn er nicht mehr spürt,
dass es auf seine Wirksamkeit ankommt. Auf Baustellen ist
dies leichter wahrnehmbar. Hier greift eine Arbeit in die
andere - und am Schluss des Tages ist ein weiteres Stockwerk sichtbar. Im schulischen Bereich ist das mit der
Wirksamkeitskontrolle schon ein wenig differenzierter zu
6
betrachten. Was plane ich, warum plane ich es - und
welches Ergebnis erwarte ich mir daraus, bzw. wie kann
ich dieses im anderen erkennen. Simple Fragen - und
dennoch grundlegend für die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Ohne wissenschaftlich argumentieren zu können, vermute ich, dass ein hohes Maß an zufriedenheit im
Beruf dann im Einzelnen verspürt werden kann, wenn die
Handlungen erwartete - oder vielleicht auch oft überraschende - Auswirkungen zeigen; aber eben Auswirkungen
haben. Das Gegenteil ist öfters erkennbar. Die stupide
und oft wenig hinterfragbare Abfolge von Tätigkeiten,
deren Konseuqenzen man auf Grund dergleichen Erfahrungen ohnehin bereits kennt - ermöglichen keine intrinsische Motivation.
WelCHe Quellen sPeist die selBstWirKsAmKeitserWArtunG?
nach Bandura können eigene Erfolgserlebnisse und
Erfolgserlebnisse von Menschen mit ähnlichen Fähigkeiten das Gefühl der sinnstiftenden Selbstwirksamkeit
erfahren lassen. Auch die fremde Ermutigung und vor
allem ein entspanntes Herangehen an Herausforderungen
sind Auslöser für Wirksamkeitserfahrung. Hiefür gibt es
viele Beispiele: Gerade im Dienstleistungsbereich - und
hier vor allem im sozialen Kontext - spielt die Erfahrung
von Wirksamkeit der eigenen Handlungen auf die Motivation eine wesentliche rolle. SozialarbeiterInnen, die sich
um Flüchtlinge kümmern, BetreuerInnen, die in der
Altenpflege tätig sind, benötigen kontinuierlich den
zuspruch von außen. Die Erfolge ihrer Arbeit lassen sich
nämlich nicht wirklich unmittelbar messen und erkennen.
Hier ist sicherlich Supervision eine Möglichkeit, um das
eigene Handeln wieder selbst als wirksam wahrnehmen
zu können. LehrerInnen wissen ja, wie Kinder sich diese
rückmeldung holen. Das Stören - das bewusste aus dem
rahmen fallen - ist eine, sicherlich nicht wirklich wünschenswerte Form, das eigene Handeln vom anderen
erkennbar zu machen. Gerade die Arbeit in einer Gruppe
erfordert es vom Gruppenleiter, dass kein Gruppenmitglied das Gefühl verspürt, keine Wirkung ausüben zu können. Die ganz ruhigen, die „angepassten”, die niemals
aufmüpfig werdenden, geben weder der Gruppenleitung
ein Feedback, noch wird bei ihnen selbst der Wunsch
nach veränderung genug Motivation enthalten, aktiv zu
werden. Bei anhaltend geringer Chance, die Wirksamkeit
seiner Handlungen wahrzunehmen, steigt die Wahrscheinlichkeit, in ein depressives verhalten zu schlittern.
PHAsen der selBstWirKsAmKeitserWArtunG in der sCHule
Kinder messen sich zunächst in der eigenen Familie, in
der volksschule mit Gleichartigen und bewerten ihre eige-
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
nen Fähigkeiten, erwerben Problemlösungsfertigkeiten
und testen sie kontinuierlich auch auf ihre intellektuelle
Wirksamkeit. Später konfrontiert die Entwicklung Jugendliche mit veränderungen wie Pubertät und Berufswahl.
Wie leicht oder schwer man das nimmt, hängt von der
vorher aufgebauten Selbstwirksamkeit ab. Das Erwachsenenalter hat neue Anforderungen wie längerfristige
Beziehungen/Ehe, Elternschaft und Beruf. Menschen mit
Selbstzweifeln haben tendenziell stärkeren Stress und
eher Depressionen, können sich schlechter motivieren
und weniger gut negative Emotionen kontrollieren. Später und im Alter spielt die individuelle Selbstwirksamkeitserwartung eine entscheidende rolle beim Bewältigen
von veränderung.
neGAtiVe AusWirKunGen Von selBstWirKsAmKeitserWArtunG
Eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung führt zu hohen
Ansprüchen an die eigene Person, weshalb eher
anspruchsvolle, schwierige Herausforderungen gesucht
werden, die zur überforderung und damit Stress manchmal auch zum Burn out führen können.
BenützerInnen öffentlicher verkehrsmittel - überwiegend
Frauen - empfinden oft Stress am Arbeitsweg: das mangelnde subjektive Kontrollerleben, nicht selbst bestimmen
zu können, wie lange man braucht, zeigen, dass das Kontrollerleben bei Arbeitswegen, die mit den Öffis zurückgelegt werden, das Stressempfinden erheblich steigern können. Wenn man an sich eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung hat, sind Situationen, in denen man keine Kontrolle über Ergebnisse hat, extrem störend. Auch im
pädagogischen Kontext sind derartige Situationen nicht
unbekannt. Handlungen setzen, kontrolliert wird von
jemand anderem.
PositiVe AusWirKunGen Von selBstWirKsAmKeit
Wie bereits oben erwähnt, überwiegen die wünschenswerten Auswirkungen von Selbstwirksamkeitserfahrungen
freilich. Im Spiel können solche Erfahrungen eintrainiert
werden. Dabei sind Erfolgs- wie auch Misserfolgserlebnisse unmittelbar erfahrbar. Kinder lernen die Beziehung des
„wenn,... dann...” im Gruppenerlebnis und können so
ihre eigenen Entscheidungen viel eher annehmen als in
anderen Konstellationen. Auch rollenspiele eignen sich
gut dazu. Die klaren regeln machen ein angstfreies Probieren möglich. Die zeitliche Begrenztheit stellt den raum
für Interaktionen zur verfügung und beschließt ihn auch
am Schluss des Spiels wieder. Die rolle kann verlassen
und die Erfahrung gespeichert werden, um in ähnlichen
Situationen wieder abrufbar zu sein.
Die Wirksamkeit eigener Entscheidungen und Handlungen
wirkt wie ein Spiegel und führt zur Fähigkeit der Selbstreflexion. Gerade diese ist für die Bereitschaft, ständig neue
Inhalt zu lernen, wesentlich. nur wenn ich weiß, wie ich
mir neuen Lernstoff gut aneignen kann, werde ich dafür
auch bereit sein. reflexion des eigenen Tuns - ja, dafür
müsste man sich oft zeit nehmen können. viele Konflikte
wären anders lösbar und einige gar nicht entstanden.
Das Thema Hausübung stellt im pädagogischen Kontext
ein gutes Beispiel dar. Für wen und warum sind die
übungen sinnstiftend? Welche Wirkung wird bezweckt
und wer kontrolliert, ob das gewünschte Ergbenis auch
langfristig erhalten bleibt? Die für die Festigungsphasen
neuer Inhalte notwendigen übungsaufgaben mit Selbstkontrolle erfüllen mehrere Funktionen.
Gesteigertes oder gewecktes Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten, sowie die Fähigkeit der übernahme von
(Selbst-)verantwortung sind weitere positive Folgen. Auch
- oder gerade im Kontext mit sozialem Lernen, können
Erfahrungen von Selbstwirksamkeit leicht hergestellt werden. Outdoorpädagogische Spiele, bei denen es um die
aktive Teilnahme jedes einzelnen Gruppenmitgliedes
geht, können nur dann zum erwarteten Erfolg führen,
wenn über die Wirksamkeit der jeweils individuellen Entscheidungen und Handlungen reflektiert wird.
titel
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 7
Wie Kommt mAn Vom KÖnnen Zum
GeKonnten?
Förderungsmöglichkeiten von Selbstwirksamkeit im schulischen umfeld: Intrinsisch zB. durch Erfolge, Förderung
der Interessen, Förderung der Selbstkontrolle, des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühles, Fortschritte
beachten und Erfolge feiern. Extrinsisch durch die zurverfügungstellung von ressourcen und „aus-dem-Weg-räumen” von Barrieren, die das Gefühl des „es geht auch
ohne mein zutun” oder „es bringt ja eh nix” etablieren.
Diese Maßnahmen haben für alle, nicht nur im schulischen
Bereich Tätigen, ihre Bedeutung. vielleicht ist es auch hilfreich, sich in der Planung bereits zu überlegen, wie ich den
Erfolg meiner Intervention überprüfen und gemeinsam feiern kann. Die
50-Minuten-Intervalle sind freilich
nicht unbedingt hilfreich - und die
vielen verschiedenen Personen, die
mit den Kindern abwechselnd arbeiten, macht es nicht wesentlich leichter. Dennoch – lieber weniger als
mehr – und lieber den Mut zur Lücke,
als pausenlose Berieselung zu erzeugen. Das stumpft ab und läuft Gefahr,
zu sinnentleerten routine zu werden.
Es gibt in jedem Lerninhalt eine Winzigkeit, über die man ins Staunen
kommen kann – und dieser Effekt,
jemanden staunend machen, ist
schon Grund genug, die Wirksamkeit
des eigenen Handelns im Anderen
erkennen zu können.
um dies zu ermöglichen, braucht es offene Formen Lehrpläne für autonome Themen. Einen rahmen und
sicherlich auch einen Kernstoff - aber dies hätten wir ja
alles. Es liegt also zunächst an der intrinsischen Motivation, uns den Ergebnissen unserer Handlungen mehr
zuzuwenden, als der erledigten To Do Liste.
nicht, dass ich der Planung ein weniger großes Augenmerk
geben möchte, nein – es geht um die sog. Schlusskontrolle, um die Wirkung, die unsere Intervention ausgelöst hat –
um das kleine DAnKE von dem, für den wir da sind.
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
7
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 8
titel
Ich bin ein freier Mensch
Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch
sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen wenn ich es kann. Ich wünsche mir Chancen, nicht
Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein,
gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich
sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas
sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und
Erfolge haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb
mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich
den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein
gesichertes Dasein führen; lieber die gespannte Erregung
des eigenen Erfolgs, statt die dumpfe Ruhe.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben,
noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe
gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln, der
Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen, dies
ist mein Werk. Das alles ist gemeint, wenn wir sagen: Ich
bin ein freier Mensch.
(Albert Einstein)
LITErATur:
Bandura, Albert: Self-efficacy: The exercise of control,
new york, Freeman, 1997
Bucher. Lauermann. Walcher (Hg.): Ich kann. Du kannst.
Wir können. Selbstwirksamkeit und zutrauen., öbv hpt,
2007
Platovsek uta: Das schaffe ich! Lehrerwirksamkeit von
volksschullehrerInnen und die Auswirkungen auf das
Stresserleben, Diplomarbeit uni Klagenfurt, 2003
Waschgler, Kathrin: Wie beeinflussen die psychosozialen
Faktoren des Arbeitsplatzes Stress, Burnout und Selbstwirksamkeit die Kompetenzen und die Arbeitszufriedenheit von Steuereinnehmern?, 2006
MMag. Mellitta MATOUSEK
unterrichtet kaufmännische Fächer an BMHS ,
Initiatorin des Freifachs unternehmensführung
an Humanberuflicher Schule
Betreuung von Bachelorarbeiten in der Pflichtschullehrer/innenausbildung
Andreas FISCHER,MSc
Leiter der pnMS St. Elisabeth, Wien 2
Moderatorentätigkeit im Bereich BISTA, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung
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Bildung ist mehr
als messbares Wissen
Die aktuelle schulische „Qualitätsentwicklung“ steht auf keinen pädagogischen Füßen
zahlen und Fakten faszinieren. Sie sind zum Inbegriff der
Moderne geworden. Schon allein der Hinweis, „Faktum
ist“, suggeriert eine Objektivität, die bei genauerer
Betrachtung nicht hält, was sie verspricht. So gesehen,
finden auch die zahlenkolonnen bei den gegenwärtigen
internationalen und nationalen Tests (PISA, BILDunGS Standard & Co) erhebliches Echo.
Denn bekanntlich werden ja im Modus des Messens und
zählens
uralte
archaische
Bedürfnisse nach hierarchischer
Ordnung des Menschen sichtbar. Dass sich der Sport vom
zählen und rangreihen recht
gut beherrschen lässt, ist auch
bei der Fußball WM 2014 in
beeindruckender Weise dokumentiert worden. Worauf es
ankommt, das sind die erzielten
Tore, die kann man sehen und
zählen. und damit basta! Wie
schaut es nun aber im schulischen Bereich aus, in dem es im
besonderen Maße auf das Denken, das verstehen und auf
„richtige“ Haltungen ankommen soll? Kann man das Denken, das Lernen oder gar das
übernehmen von verantwortung messen oder zählen? Kann
man letztlich Bildung messen,
wägen oder gar sichern?
WesenHAFtes lässt siCH niCHt ZäHlen
Mit Platon wissen wir, dass es Dinge gibt, die weder exakt
definierbar, noch messbar sind. Diesem Phänomen
begegnen wir bis heute immer dann, wenn es um das
Wesen von etwas geht. Wohl kaum wird sich jemand
ernsthaft damit begnügen, zB das Wesen der Liebe in hormonellen Tatsachen erschöpft zu sehen, genauso unbefriedigend ist es, die Frage nach mir selbst im „Ich bin
mein Gehirn“ enden zu lassen, wenngleich uns dies das
gegenwärtig vorherrschende Weltbild in unzähligen Bildern und Anpreisungen nahe zu legen versucht. zumindest seit der Aufklärung ist klar, dass der Mensch zum
einen als Sinneswesen zu betrachten ist. Sein verhalten
ist damit zähl- und messbar. zum anderen ist er aber
auch als vernunftwesen zu betrachten und hier bekommen die unbegreiflichen Eigenschaften der Freiheit und
des Willens des Menschen ein besonderes Gewicht. Freiheit und Wollen, beide bestimmen unser Handeln, kann
man aber nicht messen. Somit sind menschliche Hand-
lungen in ihrer Ganzheit grundsätzlich nicht mess-,
sondern nur beurteilbar.
mensCHliCHes lernen ist AuF VersteHen GeriCHtet
bildung
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Menschliches Lernen ist aus pädagogischer Sicht immer
mehr als das Kultivieren von Instinkten - dieses vermögen
auch die Tiere - und es ist mehr als das
übernehmen oder Antrainieren von
gesellschaftlich vorgegebenem oder
erwünschtem verhalten, ansonsten
könnte sich der Mensch auch nicht gegen
etwas aussprechen. Menschliches Lernen
- mit besonderem Fokus auf das „echte“
schulische Lernen - ist vielmehr das verstandesmäßige verstehen und Hervorbringen von inhaltsbezogenen verstehensprozessen, die nicht von außen
machbar und letztlich auch nicht von
außen steuerbar sind. Sie ereignen sich,
sie sind auf einmal da! Lernen kann man
auch nicht von anderen erledigen lassen, genauso wenig wie das Essen oder
Trinken. Lehrende können solch
anspruchsvolle Lernprozesse nur didaktisch korrekt anstoßen, nicht aber stellvertretend für die Lernenden durchführen. Dies müsste all jenen schon
deutlich geworden sein, die in irgendeiner Weise in einen Lern- bzw. Lehrprozess eingebunden
waren.
Aufgrund dieser kurzen überlegungen müsste erkennbar
sein, dass ein Lernprozess erst dann als pädagogischer
qualifiziert werden darf, wenn er den Willen der Lernenden maßgeblich beachtet. Dass dies nicht nur vielen
Eltern, sondern auch vielen Lehrpersonen schwer verständlich zu machen ist, ist nachvollziehbar. Ebenso
schwer begreifbar ist die Maßgabe, dass man vom Output
eines pädagogisch gemeinten Lernprozesses keineswegs
auf die involvierte Lehrmethode gültig schließen kann. Es
dürfte der geneigneten Leserin/dem geneigten Leser wohl
nicht entgangen sein, dass Lernende trotz „problematischer Lehrhilfe“ zu guten und richtigen Erkenntnissen
kommen können. Damit steht die „Pädagogische Welt“
nicht einfach Kopf, sondern es wird dem Gedanken rechnung getragen, dass zum einen jede Lehre die didaktisch
arrangierte Aufforderung zur vernunfteinsicht beim Lernenden zum Inhalt hat und dass zum anderen zwischen
dem Lehren und Lernen kein einfaches Kausalverhältnis
existiert, so gern man dies in vielen Situationen auch herbeisehnen möchte.
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
9
bildung
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resümierend lässt sich sagen, dass das ziel jeglichen
pädagogischen Handelns prinzipiell nicht in Maßeinheiten gestaffelt werden kann. Folgedessen ist auch Bildung
nicht operationalisierbar, nicht messbar bzw. nicht standardisierbar.
dAs PädAGoGisCH WesentliCHe Kommt
unter die räder
Die Sorge gilt der gegenwärtigen Bildungspolitik, die mit
PISA, BILDunGS-Standard & Co einem Bildungsbegriff
frönt, der die Qualitäten und Eigenheiten des Sich-Bildens unterläuft, weil er bloß das äußerlich zähl- und
Messbare, also das Quantitative des Lernens ins visier
kommen lässt. Damit bleibt das, was Bildung als Qualität
auszeichnet, unter- bzw. unbelichtet. zwei zugänge werden deutlich: Das eine ist das Messbare und das andere ist
das eigentlich Pädagogische im Bildungs-Qualitäts-Diskurs. Letzteres bildet den Lehr- und Lernprozess als personales Geschehen ab: Lehrende (als Menschen) beurteilen und bewerten die Lernenden (als Menschen). Im Fokus
stehen die Lehrenden und Lernenden in ihrem je einmalig aufeinander verwiesensein. Das moderne Qualitätsmanagement als eine Art kybernetischer Steuerungsmechanismus führt unweigerlich zu normierungen und es
unterläuft somit grundsätzlich das pädagogisch Wesentliche.
Die aktuelle schulische „Qualitätsentwicklung“ verdient
nicht mehr, eine „pädagogische“ genannt zu werden.
Wünschenswert wäre es, auf pädagogisch begründbare
Alternativen zu setzen, die auf qualitätsvolles Arbeiten in
unseren Bildungseinrichtungen nicht nur schauen, sondern es auch ermöglichen. verstehen lehren im unterricht
braucht deutlich mehr als messbare Lerntechnik und
Lernkontrolle.
Wie heißt es doch so treffend in Goethes Faust: „Was ihr
nicht fasst, das fehlt euch ganz und gar/ Was ihr nicht
rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr/ Was ihr nicht wägt,
hat für euch kein Gewicht/ Was ihr nicht münzt, das,
glaubt ihr, gelte nicht.“
Prof. Dr. Josef GRUBNER
vorsitzender des Familienverbandes der Diözese
St. Pölten, Präsident der Interessensvertretung
der nÖ Familien und war bis 2008
Humanwissenschafter an der
Pädagogischen Hochschule in Wien
eine Alternative zu Wurst?
ODER: Song-Contest reloaded
Eines ist klar: Diese Glosse eignet sich nicht für Fortsetzungsgeschichten, dafür ist viel zu viel los in dieser Welt.
Die narren sind ausgelassen und versorgen uns
regelmäßig mit neuen
Inhalten. Diesmal ist es
aber wert, einen rückund Ausblick zu riskieren,
denn das letzte Thema
bleibt aktuell: Das Siegerland des Song-Contests ist
mit der Ausrichtung der
nächstjährigen veranstaltung beauftragt. und es
wäre nicht Österreich,
würde nicht gleich die
passende Posse ins Leben
gerufen. zwei Landeshauptstädten wurde doch
wirklich die vermeintliche
Chance gegeben, sich für
die Austragung zu bewerben. In einer provinziellen
naivität übersahen diese,
dass die Ausrichtung in
Wien zwingend zu erfolgen
hat. Denn nur wenige Tage später vermeldeten die politsubventionierten Blatteln: Im Juni, knapp nach dem Song
Contest wird in Wien gewählt. Ein Schelm (oder ein Hans
Wurst?), der denkt, es wäre ein zufall.
Ein weiteres zuckerl des abgelaufenen Sommers war die
geplante Bestellung eines recht jungen Jusstudenten zum
vizepräsidenten des Wiener Stadtschulrates. ätsch, höre
ich nun die soeben angesprochenen Bewohner der Bundesländer, so vertrottelt wie in der Bundeshauptstadt
sind wir sicher nicht, dass wir höchst seltsame Parteien
zur zweitstärksten Kraft wählen. Folglich sparen wir uns
auch entsprechende vizepräsidenten in unseren Landesschulräten. Der Herr Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien empörte sich ob angeführter vorschläge
und kündigte an, den Herrn Burschenschafter nicht zu
installieren, es sei denn, bei einem rapport würde dieser
inhaltlich noch die Kurve kratzen und beispielsweise die
Ausländerkinder als seine Hasischnuckis outen.
Guten Hinweisen zur Folge geht's dabei aber um ganz
andere Gefahren! Wie oben bereits erwähnt, möchte die
stärkste rathausfraktion den Song-Contest ja politisch
nützen und der rathausmann könnte Angst haben, dass
der Burschenschafter nun nicht nur vizepräsident werden
sondern womöglich dem Alfons Haider den rang des
Moderators abspenstig machen will. Ja, mehr noch: Er
könnte gar für Österreich das Liedl trällern….
und jetzt hamma den gfäuden Obstsalat (und nicht mehr die Wurst):
nun rittern wir womöglich wieder
um den letzten Platz im ranking der
europäischen
Wunderkehlchen:
Sänge der Herr Säbelschwinger der
Freiheitlichen auf Grund der eigenen
Lebenserfahrung dann gar Grönemeyers „Gebt den Kindern das Kommando, denn sie wissen nicht was
sie tun „?
Es wäre vermessen, nun wieder zu
überlegen, welche tollen Künstlerund welche es noch werden wollenins rennen geschickt werden können. unser vorschlag bleibt der designierte Herr Jungpolitiker, -präsident und -burschenschafter. vielleicht könnten die Spitzen der Wiener Kommunalpolitiker als Aufputz
auf der Bühne stehen? Der Herr Bürgermeister im saloppen Outfit wie
auf dem nichts sagenden Sommerplakat bei den Tramwayhaltestellen
als schunkelnder Backgroundsänger mit an Glasl Kracherl
in der Hand? Manfred Juraczka mit dunkler Sonnenbrille
an der (Playback-) Leadguitar? Die Frau Mahü-Fuzo mitm
Waffenrad als Bühnendeko? Oder goa die ursl Stenzel,
Gott behüt', als Ansagerin wie früher? Ergänzend stünden
einige EffpeÖler als Security vor der Bühne, damit keine
Substandard-Migranten vom umliegenden Grätzel am
vogelweidplatz das Bild von der reinen Wienerstadt stören
könnten.
Auf jeden Fall ist der Wahlkampf eröffnet. Ich plädiere
diesmal unbedingt für entsprechende Kreativität. Mehr
jedenfalls als beim Auswahlverfahren des veranstaltungsortes.
glosse: Hufnägl
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Warum sind übrigens vegetarier grauslicher als Fleischesser? Schweine können davonlaufen, Salate sind bei der
Ernte hilflos…
HD Dr. Marcus HUFNAGL, MEd.
Leiter der Praxishauptschule der KPH
Campus Strebersdorf
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kompetenz
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12
Von Bildung zu Kompetenz!
ein Quantensprung!
einFACH nur BildunG
Es gibt Begriffe, an denen wir festhalten, obwohl wir gar
nicht mehr so genau wissen, was mit ihnen alles noch im
Spiel ist. zu einem solchen Begriff wurde in den letzten
Jahren der (klassische) Bildungsbegriff. Begriffe, die nicht
(mehr klar) definieren (können), was sie sagen, oder jene,
die es an sich haben, nicht klar begrenzen zu können,
was sie meinen, werden zu Chiffren. Chiffren sind beliebig, haben wenig Kontur und sind offen für allerlei Füllungen. Gerade weil man ihre inhaltlichen Füllungen
nicht mehr genau kennt, laufen derartige Begriffe Gefahr
zu „Allerweltsbegriffen“, zu Schlag- oder zu Plastikwörtern zu werden. Auch Bildung, als leerer Begriff, ist zum
„Totschlagargument“ geworden.
Das Platzhalterphänomen nimmt seinen Lauf: Man reklamiert mehr Bildung, man mahnt die Bildung der Jugend
ein, man gerät geradezu in eine Bildungspanik (Bude).
Das Gute daran ist, man muss nicht mehr belegen, was
genau darunter eigentlich gemeint ist. Die inflationäre
rede über Bildung schwingt etwas an, was uns jedoch
grundsätzliche zustimmung abringt. Wer kann schon
leichtfertig gegen Bildung sein? Bildung, als leerer Begriff,
ist zum überredungsbegriff geworden (reichenbach). Bildungstheoretisches Denken indes kommt einerseits in der
veröffentlichten Debatte abhanden, es stört die Bildungsmanagementprozesse, und andererseits kommt es
gar nicht mehr zum zug, weil sich deren Inhalte (die spröde Bildungstheorie) nicht in messbare und operationalisierbare Größen umwandeln lassen. Könnte man dies
nämlich, wäre auch die Quadratur des Kreises kein Problem mehr.
Oder anders gewendet: Ein ernstzunehmender Bildungsbegriff entfaltet seine Stärke erst durch die Bestimmtheit
seiner unbestimmtheit. Das macht ihn für jene suspekt,
die mit ihren Messinstrumenten an seine Grenzen stoßen
und für jene attraktiv, die in ihm (vielleicht) ein letztes
Freiheitspostulat des Menschen erblicken. Gelingen und
Misslingen subjektiver Bildung (eine andere gibt es nicht)
hängen damit zusammen, wie der zweck dieses Bildungsprozesses mit dem Gegenstand, an dem sich Bildung vollzieht, zusammen bringen lässt. Bildung ist in diesem verständnis Selbstzweck des sich bildenden Subjekts. Andere
zugriffe oder zwecke, die auf das Subjekt einwirken, sind
daher bildungstheoretisch verdächtig. Diese Position ist
nicht einseitig subjektivistisch gedacht, weil nicht die
Welt dem Subjekt anzugleichen ist, sondern die Aufgabe
der Bildung ist genau das umgekehrte. Die zufälligkeit
und Beliebigkeit des bloß subjektiven Geistes ist nicht zu
bewahren, sondern zu überwinden. Bildung ist die veränderung des Subjekts, genauer: seine Selbstveränderung
dadurch, dass es sich in einem Objektiven, welches es
nicht selbst ist, verliert und sich dort heimisch macht.
Indem es sich das zunächst fremd Erscheinende aneignet
und mit ihm vertraut wird. (Sünkel 1994, S. 68).“ Die Bildungsbewegung des Subjekts bleibt dabei immer aufgabenhaft, sie kommt an kein Ende, lediglich Ausbildungen
sind abschließbar.
Die Selbstreflexivität des Bildungsgedankens nimmt ein
Subjekt an, das in doppelseitiger Weise seine Kräfte proportionierlich in alle richtungen entfalten kann (Humboldt). Bildung kann daher nicht durch Qualitäts- und
Ausbildungsinstitutionen linear und kausal vorherbestimmt werden. Freie Wechselwirkung ist nicht mehr
gegeben, wenn das Subjekt seine Bildungsbemühung
einem ständigen verwertungsdruck aussetzen muss. So
werden die Freiheitsräume vermeintlich größer und die
Abhängigkeiten der geforderten Weltaneignung strukturell kanalisiert und dabei für den Einzelnen immer
undurchsichtiger. Kabarettistisch hieße das dann so: Ich
lerne wo ich will, wann ich will und was ich will. Bei
Humbug! (Grissemann/Stermann) Aber bitte nur etwas,
was auch gebraucht wird, müsste man hinzufügen, nicht
etwas, was nur zur eigenen Erbauung erlernt wird. Seriös
mit Ludwig Pongratz formuliert: „Der theoretische Wert
der Kategorie `Bildung` hängt nicht mit ihrem inflationären Gebrauch, auch nicht an ihrer gesellschaftlichen
reputation oder ihrem öffentlichen Misskredit, sondern
an ihrem aufklärerischen Gehalt.“ (Pongratz 2010, S. 94)
Pongratz fasst zusammen: „Bildungstheorie bewahrt ein
kritisch-aufklärerisches Erbe, das verwehrt, den Bildungsbegriff einfach auf den Müllplatz der Geschichte zu
deponieren [..]. Bildungstheorie umschließt jedoch
zugleich ein ideologisches, herrschaftssicherndes Erbe,
das sie dem verdacht aussetzt, all denen als Fluchtburg zu
dienen, die vor der Wirklichkeit die Augen verschließen
möchten. [..] Bildungstheorie ist heute nur noch in kritischer rückwendung auf ihre verstrickung in gesellschaftliche Widerspruchslagen zu haben. Wer dem inneren
Spannungsgefüge des Bildungsbegriffs nachgeht, stößt
daher auf ein spezifisches Widerspruchsverhältnis, das
einer der großen Bildungstheoretiker des 20.Jahrhunderts, Heinz Joachim Heydorn, als ‚Widerspruch von Bildung und Herrschaft' entzifferte“ (ebd. S. 94).
BildunG Als lernen?
Auf den Punkt gebracht heißt dies, Pongratz macht darauf
aufmerksam, dass aus allgemeiner Bildung (Berufs-) Ausbildung und, dass aus Bildung „Bildung zur Brauchbarkeit“ wird. Gesellschaftliche verwertungsinteressen spielen eine immer gewichtigere rolle. Die zweckfreiheit der
Bildung, von der oben die rede war, kommt unter die
räder. Der Bildungsbegriff wird zum reinen Platzhalter für
Qualifikation und Kompetenz. Dabei verschwinden, so
Pongratz, aber nicht die einander konkurrierenden
Begriffe, sondern sie werden in ein spezifisches verhältnis
zum Lernen selbst gerückt. Mit diesem Shift auf Lernen
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
kann der „unmessbare“ Bildungsbegriff geschickt umgangen werden, so meint man. Aber auch diese neuorientierung auf Lernen hat seine Tücken. Lernforschung, die
sich auf verhaltensänderung konzentriert oder die boomende Hirnforschung, die ein vermeintliches gehirngerechtes Lernen propagiert, vermögen den Inhaltsaspekt
allen vernunftgesteuerten Lernens nicht abzudecken.
Dieser neu „Super-Lernbegriff“, der allerdings diese freiheitliche Dimension des Sich-Bildens subjekttheoretisch
in sich aufnehmen müsste, wäre aber wieder so offen,
dass er sich in letzter Konsequenz vom alten Bildungsbegriff nicht mehr (gänzlich) unterscheiden ließe, weil nun
auch die Bildungsinhalte plötzlich in den Fokus rücken
würden und nicht nur mehr outputorientierte Testergebnisse. Anders gesagt: Ein spezieller Lernbegriff, der lediglich Outputgarantien verspricht, kann Lernen nicht als
selbstreflexiven Erfahrungsprozess konstituieren. Dies hat
zur Folge, dass ein anspruchsvoller bildungsrelevanter
Lernbegriff wieder unscharf und mehrdeutig sein müsste.
Begriffe wie „selbstgesteuertes Lernen“, „Lernen des Lernens“, „lebenslanges Lernen“ unterschlagen für Pongratz
die Differenz zur Selbstbestimmung, wenn er schreibt,
dass der Begriff der Selbststeuerung sich auf funktionsgerechtes verhalten richtet und damit nur ein Segment dessen beleuchtet, was einmal mit ‚Selbstbestimmung'
gemeint war (vgl. S. 99). Damit aber wird fraglich und
gleichzeitig bewusst, dass der Lernbegriff den Bildungsbegriff nicht ersetzen kann, weil die Problemlagen des
Bildungsbegriffs auf den Lernbegriff durchschlagen oder
wie es Schirlbauer formuliert: „Der Lernbegriff sträubt
sich wenig bis gar nicht gegen das, was ihm inhaltlich
angetan wird. Der (klassische) Bildungsbegriff schon
(Schirlbauer 2006, S. 36 zit. n. Pongratz, S. 100)“.
BildunG Als QuAliFiZierunG?
nimmt man statt des Lernbegriffs zB den Qualifizierungsbegriff, der seit ca. 30 Jahren Konjunktur hat, dann tun
sich ähnliche Probleme auf. Die Argumente sind bekannt:
Chancen für die zukunft Europas werden durch umgestaltung der Bildungssysteme, die Qualifizierungsoffensiven
starten müssen, gewährleistet, damit die wirtschaftliche
Prosperität bei stagnierender und alternder Bevölkerung
und mangelnder rohstoffe gesichert werden kann. Wir
wissen ja: „Geht es der Wirtschaft gut, geht es den Menschen gut“. Aber es könnte auch sein, dass der Spruch
anders geht: „Geht es der Wirtschaft gut, geht es nur der
Wirtschaft gut“.
Die subjekttheoretische Seite der Qualifizierung hat etwas
mit Bildung zu tun, das ist keine Frage. Problematisch
wird es, wenn aus der Möglichkeit zur Qualifizierung ein
Qualifizierungsdruck entsteht, der ohne jegliche Freiheitsanmutung auskommt. nicht nur Waren sollen gut
verkauft werden, auch das Subjekt mutiert zum verkäufer,
zum verkäufer seiner selbst. Das Selbst als Inhalt, oder wie
es Pongratz formuliert, der „Arbeitskraftunternehmer“,
betritt die Bühne des Arbeitsmarktes. Mit im Gepäck sollten nicht nur fertige Ausbildungen sein, sondern quasi
uferlose Bereitschaften, sich auf unbekanntes einstellen
zu müssen. Auch subjektbezogene Anforderungen, soft
skills, werden daher immer wichtiger. Damit sind aber
„echte“ subjektorientierte Bildungsmerkmale eher aus
dem Spiel, weil der Einzelne sich die erforderlichen
Schlüsselqualifikationen nicht mehr selber aussuchen
kann, sondern diese am „Markt“ vorfindet, nach denen
er sich richten muss. Dieser Markt fungiert als kreatives
und findiges „Perpetuum mobile“ immer neuer Qualifikationen, die jeden zum lebenslangen Lernen zwingt,
ohne dass dadurch alle mehr gebildet würden. Wer dabei
nicht mitmacht wird zum verlierer, wer mitmacht wird
zum Gejagten. nicht das Wissen hat eine Halbwertszeit,
sondern die (retrospektiv betrachteten) bislang zu liefernden Ausbildungszertifikate. Der schlüsselqualifizierte
Mensch erwirbt zeitlebens einen Schlüsselbund mit
Schlüsseln, für die es alsbald kein Schloss mehr geben
wird. In der Ablösung des Bildungsbegriffs durch den
Qualifizierungsbegriff, so Pongratz, spiegelt sich der versuch, Bildungsprozesse zunehmend Arbeitsprozessen
anzunähern. Da sich Bildung aber nicht in permanenten
Anpassungsleistungen erschöpft, bringt Bildung ein
Moment der Differenz und des Innehaltens wieder ins
Spiel (vgl. ebd. S. 104).
kompetenz
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BildunG Als KomPetenZ?
Im nunmehr aktuellen Kompetenzbegriff, der den Qualifizierungsbegriff abzulösen scheint, werden die subjektorientierten Dispositionen wieder aufgewertet, weil man
anerkennt, dass man mit der Ansammlung von Qualifizierungen allein nicht durch kommt. Dabei wird entweder
einem Konzept gefolgt, das den Bildungsbegriff gänzlich
abschreibt (Lenzen) oder einem anderen Konzept gefolgt,
das den Kompetenzbegriff als neuen Bildungsbegriff zu
etablieren (Tenorth) sucht. Für Pongratz sind beide varianten defizitär. Das Subjekt soll die Bereitschaft zur
Selbstorganisation entwickeln, sich immer wieder neu
organisieren zu können. Dabei geht es aber in erster Linie
nicht um spezielle zertifikate, sondern zB neben „Literalität“ und „Weltwissen“ (Lenzen) auch um personale
Schlüsselkompetenzen in allen Bildungsbereichen. Je aufgedröselter solche Bildungskanons werden, desto verdächtiger schimmert der alte Bildungsbegriff wieder
durch, ohne dass er eigens bemüht werden würde. Pointiert formuliert: Alles kann zur Kompetenz werden! Bei
Tenorth werden Lernbereiche (nicht unterrichtsfächer)
etabliert, die sich an verschiedenen Dimensionen der Bildung orientieren sollen. Dieses neu konstituierte „Orientierungswissen“ fand auch Eingang in die Entwicklung
nationaler Bildungsstandards (Klieme u.a.). Basiskompetenzen werden in operationalisierbaren Aufgaben zusammengefasst und fraglich bleibt dabei jedoch, wie man
wissen kann, dass sich an bestimmten Aufgaben
bestimmte „überfachliche“ Kompetenzen entwickeln
werden. Dies fichten weder die vertreter von PISA noch die
vertreter der Standarddiskussion an, geht es doch um den
umbau des Bildungssystems unter ökonomischen vorzeichen, die lediglich durch ein nicht näher spezifiziertes
Bildungsgerede behübscht werden sollen. Was aber da ins
Gerede kommt, hat mit Bildung unter bildungstheoretischen Gesichtspunkten nichts mehr am Hut. Bildung wird
zum Plastikwort!
Der normative Erwartungshorizont des Kompetenzbegriffs
klärt sich an keiner Stelle reflexiv über sich selbst auf.
reflexion wird nur von den diesem Paradigma ausgesetz-
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kompetenz
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ten Subjekten erwartet. Diese sollen in weiser voraussicht
und vorauseilendem Gehorsam ihre Lektionen lernen,
damit sie nicht zu spät kommen, wenn es um die verteilung von Chancen geht. Anders gewendet: Die schwachbrüstige empirische Absicherung des Kompetenzbegriffs
und seiner Stufungen wird zur „eierlegenden Wollmilchsau“ einer von der Ökonomie getriebenen Bildungspolitik, die mit dem Wort Bildung inhaltlich nichts mehr
gemeinsam hat. Jochen Krautz spricht in diesem zusammenhang von einer Bildungsblase, wenn er die fehlende
Inhaltsorientierung des Kompetenzdiskurses anspricht
(Krautz 2014). Offen bleibt dabei das eingangs gestellte
Problem, wie sich das Subjekt der Bildung die Welt
tatsächlich aneignen kann, oder wie dies Pongratz formuliert: „Wie finden Mensch und Welt im Bildungsprozess
zueinander?” (ebd. S. 109)
AusBliCK
Die freie Wechselwirkung von Ich und Welt ist unhintergehbarer als vermutet. Sie lässt sich nicht in Kompetenzraster
pressen. Die kompetenzorientierte Jahresplanung, zu der
nun alle Lehrpersonen in Österreich vergattert werden, gerät
in verdacht, das Papier nicht wert zu sein, auf dem sie
geschrieben ist. Arbeitet man seinen Kompetenzkatalog mit
vorauseilendem Gehorsam ab, dann verliert man die entscheidende pädagogische Dimension des Lehrer-SchülerDialogs. Widersetzt man sich diesem „zeitgeist-Spuk“, dann
bekommt man es mit dem Dienstgeber zu tun, der sich leider auch nicht mehr auskennt. Aus der pädagogischen Differenz von Lehren und Aneignen ist ein teaching to the test
geworden. überblickt man den Dreischritt, der mit Ludwig
Pongratz nachgezeichnet werden konnte (Bildung-Qualifizerung-Kompetenz), dann sehnt man sich wieder nach der
unbestimmtheit und gleichzeitigen Weite und Tiefe des Bil-
dungsbegriffs zurück. Man wünscht sich aber auch wieder
mehr Lehrpersonen, die sich mit Fragen der Bildung
beschäftigen und sich gegen pädagogische verkürzungen
ihrer Profession argumentativ zur Wehr setzen (können).
Man sehnt sich auch eine Lehrerbildung „neu“ herbei, die
in ihren Curricula auf die sperrigen Fragen der Bildungstheorie konstruktiv eingeht, anstatt im Blindflug einer
empirisch schwach abgesicherten Kompetenzorientierung
auf dem Leim zu gehen. Man sehnt sich nach Pädagogischen
Hochschulen „neu“, die Lehrerinnen und Lehrer ausbilden,
die den unterschied zwischen Bildung und Kompetenz
erkennen und danach pädagogisch handeln. Das wäre aber
bereits deutlich mehr als ein Quantensprung.
PS: „Der allgemeine Sprachgebrauch versteht unter einem
Quantensprung einen durch eine Entdeckung, Idee oder
Erfindung hervorgerufenen ungewöhnlich großen Fortschritt
in einem bestimmten Bereich. Damit widerspricht diese verwendung der ursprünglichen physikalischen Bedeutung. In
dieser sind „Quanten“ die kleinstmögliche Energiedifferenz
diskreter zustände. Somit handelt es sich um ein sogenanntes Januswort (Autoantonym), welches gegensätzliche
Bedeutungen hat.“ Wikipedia
Literaturangabe – siehe s. 18
Prof. Mag. Dr. Heribert SCHOPF
unterrichts- und Erziehungswissenschaftler an
der PH Wien - Arbeitsschwerpunkt: Entwicklung
und Erprobung einer Theorie des unterrichts und
des unterrichtens ohne rekurs auf didaktische
Modelle.
g67(55(,&+ %5$8&+7 816
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in memeoriam
in memoriam
rr Dr. Alexander Fussek
Die traurige Kunde vom Tod „unseres XAnDL's“ - wie wir
ihn freundschaftlich nennen durften- erreichte mich im
urlaub im Ausland und dadurch konnte ich an der
Begräbnisfeierlichkeit auch nicht teilnehmen. Am 21. Juni
konnte er noch seinen 94. Geburtstag feiern. nicht in der
direkten nachfolge als Bundesobmann der CLÖ erlaube ich
mir trotzdem einige ehrende Gedanken zu Papier zu bringen, wohl wissend, dass man das Wirken und die Persönlichkeit Dr. Fussek's nicht in ein paar zeilen und kurzen
Worten fassen kann.
von 1974 bis 1984 war er Bundesobmann und davor viele
Jahre Obmann der CLW. Als Bezirksschulinspektor wirkte er
im 3. Inspektionsbezirk bis in die Mitte der 1970er Jahre.
Ich durfte mit ihm 2 ½ Jahre in der CLÖ zusammenarbeiten, damals als Kassier. Ich erlebte eine Lehrer- und
Führungspersönlichkeit, mit einer enormen Strahlkraft,
die von einer starken Liebe zur Pädgogik zum Wohle des
Kindes getragen war. Selbstverständlich war es ihm auch
ein großes Anliegen, das Wohlbefinden und die Fortbildung der Pädagoginnen und Pädagogen zu unterstützen
und zu fördern. Das gelang ihm nur alles, weil er auf
einem sicheren Fundament sein Leben, seine berufliche
Laufbahn aufgebaut hatte. Die christlichen Werte waren
es ihm wert, sich dafür stark zu machen. Seine Art sich mit
uns allen, egal ob gleichgesinnt oder andersdenkend,
einzulassen, Gespräche zu führen, war für mich prägend,
auch für meine spätere Aufgabe. Er hat das ziel nicht aus
den Augen verloren, ganz gleich ob er CLW-Obmann, Bezirksschulinspektor oder Bundesobmann war. Die Christliche Lehrerschaft Wiens und Österreichs waren ihm ein
Anliegen, auch wenn er schon längst die Funktionen
übergeben hatte, stets war er interessiert, was geschah
und war auch zur Stelle, wenn man von ihm einen rat
brauchte. Seine ratschläge waren prägnant, von einem
großen Wissen und einer unschätzbaren Erfahrung getragen, immer gut gemeint, nicht aufdringlich und von
hoher Intellektualität. Das machte ihn auch zu einem
besonderen Ehrenobmann. Er besaß aber den Mut und
die Aufrichtigkeit, auch unbequeme Dinge beim namen zu
nennen. Mit rr Dr. Alexander Fussek verliert die CLW und
die CLÖ einen besonderen Menschen von Format, der in
den vielen Jahren für die positive Entwicklung dieser
Gemeinschaft mitverantwortlich war.
unser Mitgefühl gebührt seiner Gattin, die stets seine Aufgaben mitgetragen hat, seiner Familie, die ihm sehr
wichtig war. Möge Gott, unser Herr über Leben und Tod,
ihm ein gnädiger richter sein, ihm das Gute, das er in seinem langen Leben getan hat, lohnen. So dürfen wir im
Glauben an die Auferstehung hoffen, dass er nun ohne
Schmerzen beim himmlischen Gastmahl sein darf und so
für uns und unsere pädagogischen Anliegen ein wichtiger
Fürbitter sein kann.
Ostr prof. Franz michal
Ehrenobmann der CLÖ
Gr msgr. Dr. Lambert Nouwens
Lambert nouwens hat den Weg seines Lebens auf Erden
hinter sich. Die einfache und zugleich abgrundtiefe Antwort Jesu heißt: Ich bin der Weg! Der Weg unseres lieben
verstorbenen Bundeskonsulenten war der Weg Jesu Christi, der Weg Gottes. unser verstorbener brauchte Gott
nicht „außerhalb“, „über“ oder „neben“ seinem Lebensweg zu suchen, sondern genau auf seinem Weg. und das
nicht nur an sonnigen und schattigen Wegstrecken, sondern auch – ja gerade – an steilen, unübersichtlichen,
einsamen, unerträglichen. Darum hat er Gott gefunden genauer: Er hat ihn gefunden: Er war mit ihm immer auf
dem Weg, er war geradezu sein Weg. - In seinem Sterben
wird es ihm jedoch mit letzter Gewissheit aufgeleuchtet
sein: Ich bin dein Weg, wie ich es immer war.
Am ziel seines Weges ist ihm Gottes Geborgenheit, seine
„Wohnung“ zur Gewissheit geworden, die ihm nicht mehr
genommen werden kann.
1955 von Kardinal Innitzer zum Prieser geweiht, war er
zwischen 1961 und 72 Domvikar zu St. Stephan. 1968 berief
ihn Kardinal König als religionsprofessor an die PäDAK
Strebersdorf. 20 Jahre wirkte Lambert nouwens als Bundeskonsulent der katholischen Lehrerschaft Österreichs.
Für seine internationalen Dienste wurde ihm das Goldene
Ehrenzeichen verliehen. Im September 2002 wurde er zum
Monsignore ernannt. Als nachfolger von Lambert nouwens
als Bundeskonsulent der CLÖ erinnere ich mich gerne an
die Liebenswürdigkeit und freundlichen Begegnungen
meines vorgängers bei verschiedenen Anlässen. Wir alle
dürfen für seinen priesterlichen Dienst nochmals danken
und ihn der Liebe unseres Herrn anempfehlen.
requiescat in pace, toter Mitbruder
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
Heribert Lehenhofer
ehemaliger Bundeskonsulent der CLÖ
15
aktuell
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päd. mittwoch
Jahresplan
Seit fünf Jahren stellen kompetente FachpädagogInnen
ihr Wissen zur verfügung und boeten in Kooperation mit
der Kirchlich Pädagogischen Hochschule ein interessantes
Angebot. Die veranstaltungen finden IMMEr am Mittwoch
um 18.00 uhr in den räumlichkeiten der Christlichen Lehrerschaft Wiens (Stephansplatz5/4. Stock) statt. Inskribieren bitte über die KPH: www.kphvie.ac.at. Alle interessierten LehrerInnen sind herzlich eingeladen. Diese veranstaltungen können auch ohne Anmeldung besucht
werden. näheres auch auf unserer Homepage www.clw.at
Hier ist wieder eine übersicht über das gesamte Jahresprogramm abgelichtet. Bei einer derart langfristigen Planung kann es zu terminlichen Schwierigkeiten kommen.
Sie können daher Informationen über die einzelnen veranstaltungen auch dirket bei mir einholen. Der veranstaltungsort ist - wenn nicht anders angegeben - immer die
Privatschule in der Liniengasse 21 im 6. Bezirk. Die veranstaltungen beginnen grundsätzlich um 17.30 uhr. Bei Fragren stehe ich Ihnen gerne zur verfügung. Tel: 01/726 90
07 - oder 0699/88487552
Eine Veranstaltungsreihe mit Kontinuität,
interessanten Inhalten und Impulsen
Mittwoch, 17. September 2014 - 18.00 uhr
Tests
Wohl und Weh von Testungen
BSI rr Walter Gusterer, MSc
Arbeitsgruppe für den textil-kreativen
Bereich und Ernährung und Haushalt
Christine HrADeCsNi
Dienstag, 21. Oktober 2014
Handytaschen in versch. Techniken
Manuela Teichmeister
molnar Technik
Mittwoch, 15. Oktober 2014 - 18.00 uhr
Homepage für die schule
Anleitung für LehrerInnen
Elisabeth Mraz
Dipl.Päd. uli Gladt
Mittwoch, 12. november 2014 - 18.00 uhr
Bist in englisch vorbereitet?
HDn Edith Kornher-Spittler
Mittwoch, 17. Dezember 2014 - 18.00 uhr
Zur ruhe kommen!
Adventlieder singen
HD Andreas Fischer, MSc
Mittwoch, 14.Jänner 2015 - 18.00 uhr
Hochspannung in der Volksschule!
Experimente für die Grundschule
Dipl.Päd. Wolfgang Haubenberger
Mittwoch, 18. Feber 2015 - 18.00 uhr
spielen im unterricht
Werkzeuge zur Differenzierung
HD Andreas Fischer, MSc
Mittwoch, 18. März 2015 - 18.00 uhr
eine spurensuche
Die letzten Tage Jesu in Jerusalem
Msgr. Dr. Franz Ochenbauer
Dienstag, 25. november 2014
sterne aus papier
Charlotte Binder
pädagogenbildung neu
Ilse Bobik
Mittwoch, 21.Jänner 2015
Filzblumen
Katharina rinnerbauer
Dienstag, 24. Februar 2015
spiele selbst hergestellt
ManuelaTeichmeister
Mittwoch, 25. März 2015
Dinge aus alten Jeans
Andrea Brunnhuber
Ort: volksschule notre Dame de Sion
1070 Wien, Burggasse 37
Mittwoch, 29. April 2015
Bildende Kunst
Arcimbolda
Charlotte Binder
Mittwoch, 15. April 2015 - 14.30 uhr vor dem riesentor
Der stephansdom
Wahrzeichen und Mysterium
OStr. Prof. Franz Michal
Mittwoch, 20. Mai 2015- 18.00 uhr
rätselralley durch das alte Wien
vDn Erike Feldkirchner, Dipl.Päd. uli Gladt
16
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
Der mensch im mittelpunkt
Dieser Grundsatz der christlichen Soziallehre beschreibt
das ziel der Arbeit eines Personalvertreters vortrefflich. In
meinem Betätigungsfeld, Anliegen der etwa 12.000 Wiener PflichtschullehrerInnen zu formulieren und sich für
deren umsetzung ins zeug zu legen, gewinne ich mehr
und mehr den Eindruck, dass der Mensch als Mittelpunkt
immer mehr zu Gunsten des Erhalts eines Systems aus
Dienstbehörde, Politik und Medien verliert. unsere Wählergruppe widmet sich seit geraumer zeit intensiv dem
Thema Wertschätzung der / des Einzelnen. Durch Begegnungen in Schulbesuchen, durch Anfragen aus der Kollegenschaft und natürlich auch durch unsere gesetzlich
vorgesehene Mitarbeit in vielen Bereichen des Dienstbetriebs, stoße ich immer öfter auf die Tatsache, dass LehrerInnen in ihren Bedürfnissen und Anliegen wenig ernst
genommen werden.
Die Altersstruktur und auch die dienstrechtlichen unterschiede der LehrerInnen haben sich in nur wenigen Jahren massiv verändert. Obwohl glücklicherweise zur zeit
viele junge KollegInnen den Lehrberuf ergriffen haben,
sind viele Lehrkörper einzelner Standorte in die Jahre
gekommen. Die starke Pensionierungswelle der letzten
Jahre fand durch das Auslaufen der übergangsregelungen ein jähes Ende. um sich für den Dienst gesund zu
erhalten, aber auch um bestehende medizinische Probleme in den Griff zu bekommen, suchen vor allem in die
Jahre gekommene KollegInnen vermehrt um Kuraufenthalte an. Diese werden, wenn nicht in den Hauptferien,
von der Dienstbehörde kategorisch abgelehnt. und das,
obwohl diese Kuraufenthalte nach dem bestehenden LDG
durchaus vorgesehen sind. unverständlich für die
betroffenen KollegInnen scheint, warum der Dienstgeber
eher Langzeitkrankenstände und Frühpensionierungen
in Kauf nimmt, statt vorbeugung - verbunden mit dem
Ausfall an einigen wenigen unterrichtstagen - zu unterstützen. Den Anstoß zu dieser vorgehensweise des Stadtschulrates gab eine fast schon populistische mediale
Aussendung der amtsführenden Stadtschulratspräsidentin und des Wiener Bürgermeisters zu Kuraufenthalten
und Fortbildung während der unterrichtszeit. Der
Mensch im Mittelpunkt?
Im Wiener Pflichtschulbereich schlug die Dienstbehörde
den Weg ein, die Entscheidungsgewalt vermehrt in die
Schulbezirke zu verlegen. Prinzipiell eine begrüßenswerte vorgehensweise, den oft zu anonymen zentralismus zu
verlassen und die Lösung in der kleineren Einheit zu
suchen. Problematisch wird es dann, wenn Entscheidungen in vergleichbaren Situationen in verschiedenen
Bezirken ungleich ausfallen. Das betrifft vor allem Ansuchen um Karenzierungen unter Entfall der Bezüge.
Während in manchen Schulbezirken das Ansuchen der
Kollegin / des Kollegen genau bearbeitet wird, erfolgt in
anderen Bezirken eine prinzipielle Ablehnung - egal, wie
das Anliegen begründet und dokumentiert wird. Das
unverständnis der KollegInnen ist nachvollziehbar groß,
warum der zufall des Standortes eine ungleichbehandlung bedeuten kann. und das, obwohl man für die
betreffende zeit auf sein Gehalt verzichtet!
Die bereits angesprochenen dienstrechtlichen unterschiede müssen in diesem zusammenhang ebenso genannt
werden. neben den beiden Gruppen Pragmatisierte und
vertragsbedienstete stieg in den letzten Schuljahren die
zahl der SondervertragslehrerInnen auf einige hundert
an. unter diesen vertragsbedingungen werden Studierende der pädagogischen Hochschulen, aber auch Personen
ohne entsprechende (österreichische) Qualifikation zum
Lehrberuf angestellt. Ein Sondervertrag bietet fast keine
Sicherheit und stellt nur eine übergangslösung dar, bis
Personen, die die Anstellungserfordernisse erfüllen,
gefunden werden. Diese verträge werden (fast) ausschließlich befristet ausgegeben. An den rechtlichen
Grundlagen dieser großen Gruppe von KollegInnen
besteht für mich als Personalvertreter keinerlei zweifel. zu
bekritteln ist allerdings auch hier der umgang mit den
einzelnen Menschen. viele dieser KollegInnen weisen eine
äußerst hohe Qualifikation vor, etwa pädagogische
Master-Studien aus anderen Staaten als Österreich. Es
handelt sich hier um Menschen, die Familien zu erhalten
haben, die auch oft nicht mehr jung genug sind, um in
einem anderen Betätigungsfeld Arbeit und damit Einkommen zu erhalten. Sollte eine vertragsverlängerung nicht
mehr möglich sein, muss man als geringste Leistung eine
rechtzeitige Information von der entscheidenden Stelle
der Dienstbehörde erwarten. Doch genau das blieb im
vergangenen Schuljahr aus. und das im Falle vieler KollegInnen, die von ihren Schulleitungen eine exzellente
Dienstbeschreibung erhalten haben! nach monatelangem
Bangen um die Existenzgrundlage wurden erst im Juli (!)
betroffene KollegInnen über ihre weitere verwendung
informiert. Wo bleibt da der Mensch im Mittelpunkt?
In den Klassenzimmern wird schon lange, bevor dieser
Grundsatz verschriftlicht wurde, individualisiert. Jedes
Kind wird in seiner Einzigartigkeit, mit seinen Stärken und
Schwächen, mit seinen ganz persönlichen Bedürfnissen
ernst genommen. Die Arbeitswelt, in meinem Fall der
umgang mit PflichtschullehrerInnen, sollte sich daran ein
Beispiel nehmen. zufriedene Arbeitnehmer, die Ihren
Dienstgeber unterstützend und wertschätzend erfahren,
arbeiten ausdauernd und gewissenhaft. rücken wir den
Menschen wieder in den Mittelpunkt.
personalvertretung
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Dipl. Päd. Thomas KREBS
Personalvertreter der LandeslehrerInnen an APS,
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
zentralausschuss Wien
17
literat urt ipps
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 18
Für Sie gelesen
reiches Sach- und Personenregister erleichtern den zugriff
und machen diesen Band zu einem vielseitig nutzbaren
Werkzeug.
Alma Jamila Lara-Luna
Wie Wir sCHule mACHen
Lernen, wie es uns gefällt
KnAuS-verlag
ISSBn: 978-3-8135-0618-1
Jetzt geht die Bildungsdebatte richtig
los: Mit Alma, Jamila und Lara-Luna
melden sich erstmals die Schüler zu Wort. In der
Bildungsdebatte sind alle zu Wort gekommen – nur die
Schüler hat keiner gefragt. Das regt Alma (14), Jamila (15)
und Lara-Luna (16) schon lange auf. In ihrem Buch
berichten sie, wie sie in ihrer Schule fürs Leben lernen.
Ihre Fächer heißen „Herausforderung“ und „verantwortung“, in sogenannten Lernbüros teilen sie sich ihr Pensum selbst ein – alles innerhalb des Lehrplans. Ein Beispiel des Gelingens, einfach und erfrischend. Die drei
Autorinnen und ihre Mitschüler bilden inzwischen Lehrer
weiter und machen Mut umzudenken.
Die drei Berliner Schülerinnen Alma, Jamila und LaraLuna fordern Mut zur veränderung an unseren Schulen:
mehr Selbständigkeit, mehr verantwortung, mehr Erfahrungen fürs Leben, mehr Gemeinschaft. vieles davon findet an ihrer Schule, der Evangelischen Schule Berlin zentrum, bereits statt. In „Wie wir Schule machen“ berichten sie von ihrem ungewöhnlichen und produktiven Lernalltag. unkompliziert, mutig und zum nachmachen
empfohlen.
Peter Baumgartner
tAxonomie Von unterriCHtsmetHoden
Ein Plädoyer für didaktische vilefalt
WAXMAnn - verlag
ISBn: 978-3-8309-2546-0
nach wie vor gibt es für die didaktische Gestaltung
von unterrichtssituationen wenig zufriedenstellende
Hilfsmittel, die sowohl unerfahrene Pädagoginnen und
Pädagogen unterstützen, gleichzeitig aber auch Kreativität und didaktische vielfalt von ExpertInnen fördern.
Peter Baumgartner entwickelt eine didaktische Taxonomie, die acht Handlungsschichten mit sechs Beschreibungsebenen verknüpft. Ausgehend von einem Kategorialmodell, das nicht Lehrende, sondern Lernende in den
Mittelpunkt stellt, werden didaktische Dimensionen und
Prinzipien konstruiert, die für unterrichtsmethoden eine
handlungsanleitende Funktion übernehmen können.
Am Beispiel der 20 unterrichtsmodelle von Karl-Heinz
Flechsig werden die Ergebnisse exemplarisch angewendet. Im rahmen dieser diskursiven Exploration werden
über 130 unterrichtsmethoden identifiziert und damit der
innovative und heuristische Charakter der didaktischen
Taxonomie demonstriert. Ein Glossar sowie ein umfang-
18
Andreas Müller
BoCK AuF lernen
Ein munterer Abgesang auf sieben
Lehr-Lern-Illusionen
hep-verlag
ISBn 978-3-8340-11909
Ein munterer Abgesang auf sieben
Lehr-Lern-Illusionen.
natürlich
kann man die Dinge nehmen, wie sie
kommen. Man kann sie aber auch hinterfragen: Erwerben
Kinder und Jugendliche an der Schule tatsächlich Kompetenzen, die ihnen auch außerhalb nützlich sind? Eine Illusion, sagt Andreas Müller. Der Autor zeigt in seinem neuen
Buch Lehr-Lern-Illusionen auf, an denen die Schule
krampfhaft festhält. und er erklärt, was getan werden
kann, damit die Schüler echt Bock auf Lernen bekommen
und es nicht illusorisch bleibt, dass sie an der Schule für’s
Leben lernen.
Marc Eyer/ueli Aeschlimann
PAsCAls BArometer
frei nach Martin Wagenschein
hep-verlag
ISBn: 978-3-0355-0008-0
Warum läuft das Wasser nicht aus
dem Glas, das verkehrt herum aus
dem Waschbecken gehoben wird?
Die Suche nach der Erklärung für ein einfaches
Alltagsphänomen entführt die Schülerinnen und Schüler
tief in die Wissenschaftsgeschichte des 17. Jahrhunderts.
unter kundiger Führung bedeutender Wissenschaftler
(Pascal, Galilei, von Guericke, Torricelli) ergründen sie die
Antwort. Im vorliegenden Band können Leserinnen und
Leser anhand ausführlicher unterrichtsberichte unmittelbar am Geschehen im Klassenzimmer teilnehmen. Die
ausführlichen Beschreibungen zweier Lehrstückinszenierungen – eine mit einer Schulklasse, eine mit angehenden Physiklehrpersonen – Werden ergänzt durch didaktische Kommentare und historische Quellen.
Zum ArtiKel: Von BildunG Zu KomPetenZ! ein QuAntensPrunG!
Literatur
Pongratz, Ludwig (2010): Sackgassen der Bildung. Pädagogik anders denken. Schöningh: Paderborn.
Sünkel, Wolfgang (1994): Hegel und der Mut zur Erziehung.
In: Ders.: Im Blick auf Erziehung. Klinkhardt: Bad Heilbrunn, S. 61-71.
Interview mit Krautz, Jochen in der neuen zürcher zeitung
vom 14. Juli 2014, S. 40.
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
Kurse und
Veranstaltungen
Wir gratulieren sehr herzlich
zuM 101. GEBurTSTAG
HDn Stefanie AnTEL
OLnfWE Hildegard TrISCHAK
HOLn Herta WIMMEr
montag, 8. september - 17.00 uhr
Einladung zum Pädagogischen Cafe
zuM 92 GEBurTSTAG
Prof. OStr. Dr. Hermann
HOLzWArTH
OLnfWE Hedwig KLEInSCHEGG
HDn Margarete SuBOTITSCH
zuM 84. GEBurTSTAG
vOLn Herta KOLLAr
Sr Hubert ruTHnEr
Jedem AnFAnG WoHnt ein ZAuBer inne
vereinsheim: 1010 Wien; Stephansplatz 5
HD Andreas FISCHER, MSc
dienstag, 16. september - 18.00 uhr
zuM 90 GEBurTSTAG
vDn Margarete GuTH
LAbg. HD OSr richard HELMEr
in der DEuTSCHOrDEnSKIrCHE - 1010; Singerstraße 7
zuM 89 GEBurTSTAG
OStr.Prof. Dr. Ernst DrATvA
HD Arnold LETSCHKA
AHptln Maria WüHr
mittwoch, 17. september - 18.00 uhr
Pädagogischer Mittwoch
zuM 87. GEBurTSTAG
rrn Annemarie rEySACH
tests
zuM 86. GEBurTSTAG
Srn Hildegard KrALIK
OSr Walter rOLLEr
ClW - erÖFFnunGs-Gottesdienst
Wohl und Weh von Testungen
vereinsheim: 1010 Wien; Stephansplatz 5
BSI Walter Gusterer, MSc
montag, 13. oktober - 17.00 uhr
Einladung zum Pädagogischen Cafe
zuM 85. GEBurTSTAG
Srn Marianne PrACHATSCH
termine
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 19
zuM 83. GEBurTSTAG
FIn Srn Ingeborg TOSCHKA
zuM 81. GEBurTSTAG
BL Erich BOBEr
BD OSr Prof reg.rat. reinhard
HOrnEr
OSrn Marianne LuLEI
zuM 75. GEBurTSTAG
vOLn Helene ArTnEr
vOLn Ingeborg STEnICzKA
zuM 70. GEBurTSTAG
vLn renate BErAn
Srn Elfriede HASELMAnn
vDn OSrn Edith KOTTEr
Hofrat Fritz nEuGEBAuEr
vDn Theresia OBMAnn
pensionistengruppe
clw-öaab
AuF den AnFAnG und
dAs ende Kommt es An
unterrichtsein- und -ausstiege gestalten
vereinsheim: Stephansplatz 5
mittwoch, 1. oktober - 10.00 uhr
Führung durch das
HD Andreas FISCHER, MSc
mittwoch, 15. oktober 2014 - 18.00 uhr
Pädagogischer Mittwoch
BeZirKsmuseum liesinG
Ort: 23.; Canavesegasse 24 - (ehemalige volksschule)
Mit interessanten Informationen über Besiedlung, Kultur
und wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks.
Erreichbar: u6 bis Alt-Erlaa, dann 66A richtung Liesing
bis Atzgersdorfer Platz oder Schnellbahn bis AtzgersdorfMauer, dann 60A richtung Liesing bis Knotzenbachgasse
HomePAGe Für die sCHule
Anleitung für LehrerInnen
vereinsheim: 1010 Wien; Stephansplatz 5
Dipl.Päd. Uli Gladt
dienstag, 21. oktober - 17.30 uhr
Arbeitsgruppe für den textilen-kreativen
Bereich und Ernährung und Haushalt
WEITErE GEPLAnTE BESICHTIGunGEn
Wiener Paukenwerkstatt
Weinbergschneckenzucht
Ach
tun
HAndytAsCHen in VersCHiedenen
teCHniKen
ManuelaTeichmeister
molnAr teCHniK
Elisabeth Mraz
Mitbringen: dicke und dünne Wolle mit passender Häkelnadel und Stricknadeln, 4 verschiedenfarbige Filzstücke in
gewünschter Größe (ev. A4), nähseide für die oberste
Lage, Schere, Stecknadeln und Heftwolle
Ort: Privatschule, 1060 Wien, Liniengasse 21
erÖFFnunGsGottesdienst
g!
Dienstag, 16. september - 18.00 uhr
Dr. Franz Ochenbauer
Deutschordenskirche
1010; Singerstraße 7
Anschließend AGAPE im Hof
Wiener LeHrerzEITunG | SEPTEMBEr / OKTOBEr 2014
19
Lehrerzeitung_Sept_2014_LehrerzeitungSEPT14-20_5er.qxd 21.08.14 15:15 Seite 20
P.b.b. Erscheinungsort Wien - verlagspostamt: 1010 Wien
GZ 02Z032369 m
DVr-Nr: 0513 555
Bei unzustellbarkeit, bitte zurück an: CLW - 1010 Wien; Stephansplatz 5
1010 Wien • Stephansplatz 5/4
Tel/Fax +43.1.512.64.60
clw@clw.at • www.clw.at
20 Jahre Zeitung...
viele Themen kommen immer wieder...
vom jahrelangen Schriftleiter, Mentor, Aufmunterer und Chefredakteur Prof. Dr. Heribert Schopf
übernahm ich mit der Ausgabe september 1994 die verantwortung für die kontinuierliche Erscheinung unserer WIEnEr LEHrErzEITunG. zehn Mal im Jahr erschien das 8-seitige vereinsorgan und
bot vielen KollegInnen, die Publikationen für Ihre berufliche Karriere nachweisen wollten, entsprechend unterstützung, raum und Leserschaft. Folgende Themen wurden u.a. sehr ausführlich
behandelt: Kinder brauchen Grenzen, True lies, Bildung in der Moderne - moderne Bildung? Lehrbuch = Lehrplan? Prüfung - Selektion - Chancengleichheit. Wozu Schule? Schlüsselqualifikation
statt Bildung? Lehrerausbildung zwischen theoretischer Praxis und praktischer Theorie, Integration - Gesinnungswechsel oder Alibiaktion, Was bin ich wert? Kann spielen die Gesundheit gefährden? Betrifft: Hausaufgaben
Anlässlich des Jubiläumsjahres 1997 entwarf Ida nermutowa das neue Logo, daher war auch ein
neues Layout der zeitung notwendig geworden. neben der alljährlichen Schimeisterschaft und der
Einladung zum Ball der religionslehrerInnen wurden folgende Themen diskutiert: Ende der Kuschelpädagogik? Disziplinlose Erziehung – eine paradoxe vision, Lehrer-Solist oder Orchestermitglied?
Bildungsziel: Flexibilität? Don’t let good old Sonderschule die, Brauchen Lehrer Lehrpläne? Endlich
das falsche Lernen abschaffen, Die anderen und ich - in der Modernisierungsfalle? Die Mehrstufenklasse - ein Schulversuch, Schule als Sozialisationsbedingung, Was ist dran am „Wiener Modell der
freien Lernphase”? Mobbing - Psychoterror in der Schule, Schule ohne Bischof? Die Stille und ihre
Bedeutung für das Kind
Themen der nächsten Ausgaben:
sQA - oder mehr?
e-learning
spielen im unterricht
redAKtionssCHluss
Für die näCHste AusGABe:
14. oktober 2014
Ihre Beiträge richten Sie bitte an:
A. Fischer: 1230 Wien, Endresstraße 11/4
E-Mail: andreas-fischer@aon.at
September /
Oktober 2014
Im september 1999 beschlossen wir dann die umstellung auf fünfmalige Erscheinung, dafür 16 seitig und in Farbe. Aber nicht das äußere ist das Wesentliche, sondern die Themenvielfalt und die
durchaus kontroversen Meinungen dazu, die wir immer als Impuls für eine profunde Auseinandersetzung verstehen wollen.Titeln der Ausgaben u.a.: Leistung und Schule, Emotion und unterricht,
Prüfen will gekonnt sein, Qualität = Konzentration auf Wesentliches Bildung online?-Erkenntnis
unmittelbar, Kommunikation erfordert Harmonie, Lieber weniger - standardisierte Bildung? Orientierung gibt Halt, vorbild - Abbild - Leitbild,
Die bisher letzte umstellung fand märz 2007 statt. Ein Markenworkshop ließ uns das Logo adaptieren und unseren verein grundsätzlich auf drei Säulen stellen: Information/Coaching/Spiritualität.
Titeln: Faszination des Augenblicks, Kindsein zwischen den Institutionen, in Bewegung bleiben,...
Selbstwirksamkeit...
...macht zufrieden
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Seele and Geist
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