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LESESTOFF: VOREINGENOMMENHEIT GEGENÜBER NATURMEDIZIN | HINTERGRUND
FreiePresse
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 13. April 2015
Gedenken in
Buchenwald
LOKALES
LENGENFELD
Bürgermeister siegt
bei Wetten, dass ...
70 Jahre nach der Befreiung des
Konzentrationslagers Buchenwald
wurde mit einer Schweigeminute
auf dem ehemaligen Appellplatz
der ermordeten Häftlinge gedacht
und Blumen niedergelegt. Etwa
250.000 Männer, Frauen und Kinder
hatte das NS-Regime in Buchenwald und seinen 136 Außenlagern
gefangengehalten. Rund 56.000 von
ihnen starben an Hunger, Kälte und
Krankheiten oder wurden umgebracht. Bei den Gedenkfeiern zeigte
sich EU-Parlamentspräsident Martin Schulz besorgt über Fremdenfeindlichkeit 70 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus. Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz seien „Dämonen, die wir in Europa für überwunden hielten und
die doch immer wieder jeden Tag in
dem Europa von heute ihre hässliche Fratze erheben“, sagte der SPDPolitiker in Weimar. Dagegen einzuschreiten, sei tagtägliche Aufgabe
der nachgeborenen Generationen.
Lengenfelds Bürgermeister Volker
Bachmann hat eine Wette mit
dem Waldkirchener Pfarrer Frank
Pauli gewonnen. Beide wollten
50 Tage ohne Glimmstängel auskommen, was dem Ortschef auch
gelang. Der Pfarrer hätte dies
wohl auch geschafft. Doch er
wollte auch etwas für den Wetteinsatz tun: 100 Euro überweist er
nun an den Irfersgrüner Carnevalsverein. Bachmann lässt sich
als Wettsieger auch nicht lumpen
und überweist 100 Euro an die Irfersgrüner Kirche. (pstp)
Seite 9: Bericht
IRFERSGRÜN
Kennhuhn-Hahn
verteidigt Titel
Seite 10: Bericht
IN DIESER AUSGABE
Kultur Faun erzeugt
Mondstimmung pur mit
Nyckelharpa und Dudelsack
Aus aller Welt Was Mediziner dazu sagen: 65-Jährige
erwartet Vierlinge
FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA
Seite 3: Thema des Tages
Herzinfarkte enden in Sachsen
besonders häufig tödlich
Fast jeder dritte Betroffene
im Freistaat ist an der
Krankheit gestorben. Eine
Gegenstrategie hat das
Land nicht.
VON UWE KUHR
DRESDEN — Über Jahre war der Herz-
FOTO: PICTURE POINT
SPORT AM MONTAG
Erzgebirge Aue verliert 0:1
Der FCE kommt im Abstiegskampf
der 2. Fußball-Bundesliga nicht
voran. Nach der 0:1-Niederlage
gegen den SV Sandhausen bleiben
die Veilchen Tabellenvorletzter.
infarkt in Sachsen auf dem Rückzug,
doch seit 2009 dreht sich der Trend
wieder. Nach den aktuellsten Zahlen
aus dem Jahr 2013 starben hierzulande 3947 Personen an dieser
Krankheit. Das ist einer der höchsten Werte in den vergangenen Jahren. Mit dieser Entwicklung bleibt
der Freistaat unter den Bundesländern auf dem drittletzten Rang. Von
den Spitzenreitern im positiven
Sinn trennt viel: In Sachsen ereilt
doppelt so häufig Menschen ein tödlicher Infarkt wie in Schleswig-Holstein, Hamburg und Hessen.
Dabei gibt es im Freistaat auf
Gewichtheben Görlitzerin
Julia Schawrzbach gewinnt
bei EM drei Medaillen
Fußball
Münster –
Chemnitzer FC
2:3
WETTER VOR ORT
6 Uhr 10 Uhr 14 Uhr 18 Uhr
7°
Morgen
15°
2°
11°
6°
Übermorgen
20°
8°
Ausführliches Wetter: Seite 8
10016
100.000 Einwohner gerechnet „nur“
250 bis 270 Infarkterkrankungen im
Jahr. Sachsen gehört nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie im Herzbericht 2014 zu
jenen Ländern mit geringen Erkrankungszahlen. Dennoch starben zuletzt in dieser Vergleichsgruppe 98
Herzinfarkt-Patienten. Das ist fast jeder dritte Betroffene. Schlechtere
Zahlen als der Freistaat haben nur
Brandenburg (105) und Sachsen-Anhalt (103). Schleswig-Holstein kann
mit 46 den geringsten Wert vorweisen. Der Bundesdurchschnitt liegt
bei 65 je 100.000 Einwohner.
Herz-Kreislauferkrankungen machen den Sachsen ohnehin zu schaffen. Fast die Hälfte aller 53.000 Sterbefälle im Jahr ist laut Statistischem
Landesamt darauf zurückzuführen.
Betroffen sind zu über 90 Prozent Senioren ab 65 Jahre. Auch regional ist
der Freistaat sehr unterschiedlich
betroffen. Der Vogtlandkreis hat
hierbei die höchste Erkrankungsrate. Sie ist fast doppelt so hoch wie die
der Dresdner. Bei den Herzinfarkten
haben die Landkreise Görlitz und
Nordsachsen sowie der Erzgebirgskreis die meisten Fälle.
Für die erhöhte Häufigkeit von
Infarkten nennt das Sozialministerium zahlreiche Faktoren. Auf eine
Kleine Anfrage der Linksfraktion
hin erklärte Ministerin Barbara
Klepsch (CDU), dass Sachsen im
Bund die im Durchschnitt älteste Bevölkerung und den höchsten Anteil
an Diabetikern habe. Bluthochdruck und Fettleibigkeit seien weitere Risikofaktoren. Auch seien ge-
sundheitsfördernde Lebensstile in
Sachsen „noch in zu geringem Maß
entwickelt“, teilte sie mit.
Die Chemnitzerin Susann Schaper, Fachsprecherin der Linken im
Landtag, sieht das anders. „Das Land
muss etwas tun“, sagte sie. Gesundheitspolitik funktioniere nicht über
Zuschauen. Klepsch müsse sich
nicht über Fehlernährung wundern,
sagte die Krankenschwester, „wenn
der Freistaat seit Jahren selbst das
EU-Förderprogramm
,Schulobst‘
ausschlägt.“
Experten: Bei Verdacht auf Herzinfarkt nicht lange zögern
Die Sächsische Landesärztekammer führt seit einigen Jahren ein
Herzinfarkt-Projekt in Ostsachsen
durch. Dabei geht es um die Optimierung der Versorgung Betroffener. Ein
vorläufiges Ergebnis lautet, dass es
auf ärztlicher Seite inzwischen nur
noch wenig zu optimieren gebe.
Experten sehen noch Reserven auf
Seite der Patienten und ihrer Angehö-
rigen. Anders als beim Schlaganfall
warteten Betroffene bei unklaren
Brustschmerzen oft noch zu lange mit
dem Ruf nach dem Notarzt. Das Zeitfenster für eine effektive Infarkthilfe
betrage nur etwa vier Stunden.
Die Deutsche Herzstiftung bietet
auf ihrer Internetseite einen kostenlosen Herzinfarkt-Risikotest. (uk)
www.herzstiftung.de
Gefahr aus dem All
WILDERS-BESUCH
Tillich warnt vor
Ausländerhetze
DRESDEN — Vor dem heutigen Be-
such des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders bei der Pegida in Dresden hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich
(CDU) vor ausländerfeindlichen
Entgleisungen gewarnt. „Fremdenfeindliche oder rassistische Ausfälle
durch Redner werden wir nicht dulden und konsequent gegen die Veranstalter vorgehen“, sagte Tillich
gestern. Die große Mehrheit der
Sachsen sei weltoffen und Ausländern gegenüber aufgeschlossen.
Seite 2: Bericht
(dpa)
US-WAHLKAMPF
Hillary Clinton
erklärt Kandidatur
WASHINGTON — Die frühere First Lady
und Ex-Außenministerin Hillary
Clinton nimmt einen zweiten Anlauf ins Weiße
Haus. Die 67-Jährige kündigte gestern
Abend offiziell ihre
Kandidatur an. „Ich
bewerbe mich um
die
Präsidentschaft“ (I’m running for president), schrieb sie im
Kurznachrichtendienst
Twitter.
Seite 5: Bericht
(dpa)
FOTO: MICHAEL REYNOLDS/DPA/ARCHIV
77 Kräher in 30 Minuten: Der
Kennhuhn-Hahn von Mandy
Pomp hat zum zweiten Mal das
Hähnewettkrähen von Irfersgrün
für sich entschieden. Der Champion musste sich allerdings ganz
schön strecken, um den Zwerghuhn-Hahn von Züchter Klaus
Friedrich aus Langenhessen hinter sich zu lassen. Der krähte immerhin 74-mal. (sia)
8°
Einzelpreis 1,10 Euro
Esa und Nasa wollen testen, ob sie einen Asteoriden von einem Kollisionskurs zur Erde abbringen können
MASERN
Der Asteroid „Didymoon“ hat vermutlich eine atemberaubende Karriere vor sich. Zumindest haben die
europäische Weltraumorganisation
Esa und das US-amerikanische Gegenstück Nasa große Pläne mit ihm.
Sie wollen „Didymoon“ aus seiner
Bahn bringen. Der Test gehört zu einer Reihe von Projekten, die ein Ziel
verfolgen: Die Abwehr von Asteroiden, die mit der Erde auf Kollisionskurs gehen.
Die Esa fasst die Bedrohung in
Zahlen: Mehr als 600.000 Asteroiden
sind in unserem Sonnensystem bekannt, gut 12.000 davon gelten als
erdnahe Objekte. Ihre Umlaufbahnen kommen der Erde relativ nah.
Der Pariser Esa-Experte Ian Carnelli
schätzt rund 30 bis 40 Asteroiden als
gefährlich für die Erde ein.
Esa und Nasa wollen mit einer
Sondenattacke auf „Didymoon“
wichtige Daten darüber sammeln,
wie Asteroiden auf Einschläge re-
agieren. Die Esa schickt dazu mit der
200 Millionen Euro teuren Asteroid
Impact Mission im Oktober 2020 eine Sonde auf den Weg zu den Didymos-Zwillings-Asteroiden. Die hat
vor allem eine Aufgabe: „Didymoon“
Die Optical Ground Station der ESA auf Teneriffa wird zur Kommunikation
mit Satelliten sowie zum Auffinden neuer Asteroiden genutzt.
FOTO: ESA/DPA
beobachten. Denn ebenfalls Ende
2022 soll eine Sonde der Nasa bei
den Himmelskörpern ankommen
und mit sechs Kilometern pro Sekunde direkt auf „Didymoon“ aufprallen. „Der Einschlag wird den Asteroiden um etwa einen halben Millimeter pro Sekunde verlangsamen“,
sagt Carnelli. So könnten sich Umlaufbahn und Rotation verändern.
Die Vorher-Nachher-Vergleiche sollen wichtige Erkenntnisse über die
Reaktionen eines Asteroiden auf einen solchen Einschlag bringen.
Bleibt zu hoffen, dass die Wissenschaftler mit ihrer Theorie recht behalten und so im Ernstfall einen Zusammenprall mit der Erde verhindern können. (dpa) Christina Horsten
Gesundheitsminister
fordert Impfzwang
BERLIN — Angesichts der hohen Zahl
an Masern-Erkrankungen hat Bundesgesundheitsminister Hermann
Gröhe (CDU) am Wochenende Verweigerern mit einem Impfzwang gedroht. Um die Impfquote zu steigern, sei im Präventionsgesetz eine
Pflicht zur Beratung vor dem Besuch
einer Kindertagesstätte vorgesehen.
Auch solle bei jeder Erwachsenenuntersuchung der Impfstatus abgefragt werden. Welche Konsequenzen bei einer Impfverweigerung zu
ziehen seien, müsse noch erörtert
werden, so Gröhe. (dpa)
4 190933 001109
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 85, VERLAG UND REDAKTION:
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2 Freie Presse
SACHSEN
Montag, 13. April 2015
Katzen-Adel
bei der Saxcat
in Chemnitz
NACHRICHTEN
VOGTLAND
Beifahrerin stirbt
bei schwerem Unfall
Dilemma Cat’s Very Special of Ha-
ELSTERTAL — Bei einem Frontalzu-
sensteig – so heißt dieser elf Jahre
alte Perserkater, den Brigitte Jiranek
aus Meerane (Landkreis Zwickau)
am Wochenende bei der fünften
Auflage der Katzenmesse Saxcat in
Chemnitz präsentierte. Das Fellknäuel ist etwa elf Jahre alt und hat
schon massenweise Preise gewonnen. Um die ging es auch am Samstag und Sonntag auf der Chemnitzer Messe, wo etwa 80 Aussteller
aus Sachsen, Thüringen und Bayern
rund 200 Samtpfoten in 20 verschiedenen Rassen vorstellten. Vier
deutsche und ein französischer
Zuchtrichter prüften, wie gut die
Tiere den Rassestandards entsprachen. Auf der vom Edelkatzenclub
Stollberg und Umgebung organisierten Messe waren neben Persern
vor allem Maine Coon, Norwegische Waldkatzen und Britisch Kurzhaar zu sehen, aber auch Heilige
Birma und Ragdoll sowie seltene
Rassen wie die Savannah und verschiedene Rexkatzen mit ihrem geFOTO: ANDREAS SEIDEL
lockten Fell.
sammenstoß zweiter Autos in Elstertal (Vogtlandkreis) ist am späten
Samstagnachmittag eine 49-jährige
Frau so schwer verletzt worden, dass
sie wenig später starb. Laut Polizei
war der 36 Jahre alte Fahrer eines
Transporters auf der B 92 zwischen
Oelsnitz und Adorf in einer Kurve
auf die Gegenspur geraten und dort
mit einem Pkw kollidiert. Die Fahrer
der beiden Autos wurden schwer
verletzt, der Frau, die als Beifahrerin
in dem Pkw saß, konnten die Rettungskräfte nicht mehr helfen. (fp)
WOLKENSTEIN
Sechs Verletzte bei
Zusammenstoß
WOLKENSTEIN — Bei einem Unfall auf
der B 171 nahe Wolkenstein (Erzgebirgskreis) sind gestern Abend sechs
Menschen so schwer verletzt worden, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Ein mit sieben Personen besetzter Kleinbus
war an einer Kreuzung mit einem
Pkw zusammengestoßen. Mehrere
Rettungswagen und ein Hubschrauber sowie die freiwilligen Feuerwehren aus drei Orten in der Umgebung
waren an der Unfallstelle im Einsatz. Die Kreuzung blieb mehrere
Stunden gesperrt. (fp)
TIERQUÄLEREI
Unbekannter
schießt auf Kater
LIMBACH — Mit einem Schuss hat ein
Unbekannter in Limbach (Vogtlandkreis) einen Kater schwer verletzt.
Laut Polizei hatte die 62 Jahre alte
Besitzerin das Tier am Samstagmorgen ins Freie gelassen. Reichlich eine
Stunde später fand sie den Kater verletzt auf der Wiese auf ihrem Grundstück. Ein Tierarzt stellte wenig später eine Schussverletzung fest und
entfernte dem Kater ein Projektil
aus dem Brustkorb. Wo und mit welcher Art Waffe das Tier beschossen
wurde, ist noch nicht klar. (fp)
FLUGSPORT
Segelflieger beim
Start verunglückt
OSCHATZ — Bei einem Unfall auf dem
Segelflugplatz in Oschatz (Landkreis Nordsachsen) ist gestern Nachmittag ein 66 Jahre alter Pilot
schwer verletzt worden. Laut Polizei
hatte die Tragfläche seines Flugzeugs beim Windenstart den Boden
berührt. Daraufhin überschlug sich
der Segelflieger mehrfach. Der 66Jährige wurde mit lebensbedrohlichen Verletzungen per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Kriminalpolizei und Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung
ermitteln. (dpa)
» www.freiepresse.de/fotogalerie
Skigebiete suchen alternative
Angebote für warme Winter
Mountainbiking, Monsterroller, Wandern, Wellness:
Sachsens Wintersportorte
können sich auf genügend
Schnee im Winter nicht
mehr verlassen und entwickeln neue Angebote.
VON KATRIN MÄDLER
PLAUEN — Angesichts des Klimawandels und steigender Temperaturen
stellen immer mehr Wintersportorte in den sächsischen Mittelgebirgen ihr Angebot auf Attraktionen
um, die auch mit wenig oder gar keinem Schnee auskommen. „Zwischenzeitlich dürfte beim Gast angekommen sein, dass der Winter in
unserer Region unzuverlässig geworden ist“, sagt Dieter Heymann,
Geschäftsführer des Regionalverbandes Chemnitz beim Hotel- und
Gaststättenverband Dehoga. „Wir
wissen schon lange, dass in den drei
Wintermonaten nicht mehr das Jahresgeschäft zu machen ist, und suchen saisonübergreifende Angebote.“ Dazu brauche es aber keinen Aktionismus, sondern einen schrittweisen Ausbau.
Wie im vogtländischen Schöneck: Dort verwandelt sich ab Mai die
Skiwelt in eine Bikewelt: Selbst der
Sessellift, eigentlich für Wintersportler gedacht, dreht sich im Sommer für die Mountainbiker – mit einer speziellen Rad-Halterung an der
Seite. Für den Ausbau investierte die
Stadt mit Fördermitteln 900.000
Euro: Vier steile, kurvige Abfahrten
durch den Wald, sogenannte Downhill-Strecken, führen ins Tal. Dazu
kommen ein Übungsparcours mit
Hügeln und ein Wegenetz bis Tschechien. „Der Ort lebt vom Tourismus,
wir sind immer auf der Suche nach
neuen Angeboten“, sagt Bürgermeisterin Isa Suplie. Schöneck sei ein
Ganzjahresurlaubsort. „Demzufolge
gilt es, Entwicklungen für alle Jahreszeiten voranzubringen.“
Die Statistik der letzten Jahre zeige in den Wintermonaten leicht sinkende Übernachtungszahlen, besonders in der schlechten Saison
2013/14, weiß Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge. Damals gab es im
Januar 205.000 Übernachtungen –
in diesem Jahr waren es wieder rund
218.000. „Bleibt der Schnee weg, haben wir weniger Gäste.“ Wie man
die Abhängigkeit vom Winter überwinde – dafür sei das schlechte Jahr
2014 ein Musterbeispiel. „Den Start
im zweistelligen Minus konnten
wir über den Sommer fast ausgleichen.“
Mitgeholfen hat dabei auch hier
das Mountainbiking: Besonders beliebt sei die „Stoneman-Miriquidi“Strecke, die neun Gipfel auf deutscher und tschechischer Seite verbinde. Hotels und Gasstätten am
Weg seien in diesem Jahr tageweise
ausgebucht, sagt Hiebl. Die Kammlagen des Erzgebirges entwickeln
sich zur Radregion, das zeige auch
die Route „Sächsische Mittelgebirge“, die über 600 Kilometer durch
die Sächsische Schweiz, das Erzgebirge und Tschechien geht.
„Langfristig steigen
die Temperaturen.“
Ursel BehrensMeteorologin
Mit einem Funsport-Erlebnis im
Sommer wartet Oberwiesenthal auf:
„Erst geht es mit der Schwebebahn
hinauf auf den Fichtelberg und
dann mit dem Monsterroller wieder
herunter“, sagt Hiebl. Für das Gefährt mit den dicken Reifen stünden
ausgebaute Wege bereit. Außerdem
solle das Winterwandern als Angebot neu aufgelegt werden. „Das geht
mit wenig Schnee – und eigentlich
auch ohne.“
Auf „Bäderkultur“ setzt Andreas
Kraus, Geschäftsführer des Tourismusverbands Vogtland. In ein paar
Monaten eröffnet in Bad Elster ein
Thermalsolebad mit Saunawelt. Für
15 Millionen Euro entstehen unterschiedliche Solebecken, ein Salzsee
und Saunen nach Themenbereichen. Außerdem werde das Zeulenrodaer Meer, eine ehemalige Trinkwassertalsperre, „zu einem touristischen Höhepunkt“ entwickelt.
Der Sächsischen Schweiz würde
der Klimawandel sogar ein wenig in
die Hände spielen, meint Tino Richter, Geschäftsführer des regionalen
Tourismusverbandes. „Eine Wintersportregion sind wir ohnehin nicht.
Unser Hauptangebot umfasst Wandern, Klettern und Radfahren. Auch
für unser Kulturangebot mit Burgen
und Schlössern brauchen wir keinen Schnee.“ Doch auch hier werde
versucht, die Region etwa mit Wellnessangeboten im Winter für Touristen attraktiver zu machen.
Der Klimawandel setze sich in jedem Fall fort, sagt Ursel Behrens
vom Deutschen Wetterdienst in
Potsdam. „Das ist nicht nur mit kontinuierlicher Erwärmung verbunden, es kann durchaus weiterhin
schneereiche und kalte Winter geben. Die Wetterextreme werden intensiver und häufiger als bisher in
Erscheinung treten.“ Eine klare Linie bei den Schneemengen der letzten Jahre sei nicht zu erkennen. Nur
eins sei klar: „Langfristig steigen die
Temperaturen.“ (dpa)
Millionenkosten durch Dresdner Pegida-Demos
Woche für Woche sichert
die Polizei die Kundgebungen der islamfeindlichen
Bewegung und ihrer Gegner ab – mit viel Aufwand.
DRESDEN — Für die Sicherung der
wöchentlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden sind bei der Polizei bislang 80.000 Arbeitsstunden
angefallen. Die Zahl beziehe sich auf
die reinen Einsatzzeiten während
der Veranstaltungen, teilte das sächsische Innenministerium mit. Die
Vor- und Nachbereitungszeit werde
nicht erfasst und müsse noch hinzugerechnet werden. Zur Höhe der entstandenen Kosten machte das Ministerium keine Angaben. Sie würden im Rahmen der zur Verfügung
stehenden Haushaltsmittel abgedeckt, hieß es. Eine gesonderte Kostenberechnung erfolge nicht.
Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Sachsen, Hagen
Husgen, verwies in dem Zusammenhang auf das Sächsische Kostenverzeichnis, in dem auch die Gebühren
festgelegt sind, die für den Einsatz
von Polizeikräften bei der Sicherung
privater Veranstaltungen berechnet
werden. Dort steht die Einsatzstunde eines Polizisten mit 36 Euro zu
Buche. Für ein Einsatzfahrzeug mit
bis zu zwei Beamten werden in der
ersten Stunde 95 Euro fällig, für jede
weitere angefangene halbe Stunde
37 Euro. Legt man allein die 36 Euro
pro Polizist und Stunde zugrunde,
kommt man bei 80.000 Stunden
schon auf knapp 2,9 Millionen Euro.
Bei den Pegida-Demonstrationen,
die seit Oktober fast jeden Montag in
Dresden stattfanden, wurden neben
sächsischen auch immer wieder
Bundespolizisten und Beamte aus
anderen Bundesländern eingesetzt.
Für deren Unterbringung in Hotels
und landeseigenen Unterkünften
Aktion für religiöse Vielfalt
Hier in der Flutrinne, die dem Hochwasserschutz in Dresden dient, hält das
Pegida-Bündnis heute seine Kundgebung ab.
FOTO: MATTHIAS HIEKEL/DPA
mussten laut Innenministerium bis
Anfang April 222.665 Euro aufgewendet werden. Darin enthalten seien auch die Kosten zur Anmietung
bzw. Absicherung von Stellplätzen
für die Einsatzfahrzeuge. Höher waren diese Kosten noch in Leipzig, wo
für die Unterbringung auswärtiger
Polizeikräfte zur Absicherung der
Demonstrationen des Pegida-Ablegers Legida 386.750 Euro ausgegeben wurden. Husgen warnte im Zusammenhang mit den Demos vor einer Überlastung der Beamten. (dpa)
In Dresden werden heute die Jüdische Gemeinde, das Islamische Zentrum und die Kreuzkirchengemeinde
unweit der Pegida-Kundgebung mit
dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders eine Gegenveranstaltung abhalten. Unter dem Motto
„Religiöse Vielfalt und Toleranz“ seien alle dazu eingeladen, „denen ein
friedliches Miteinander ohne Ausgrenzungen in unserer Stadt ein Anliegen ist“, heißt es in einem gemeinsamen Aufruf. Die Kundgebung am
Alberthafen schließt sich an das Friedensgebet in der Kreuzkirche an.
Zur Pegida-Kundgebung erwarten
die Organisatoren in der Flutrinne unweit des Alberthafens heute bis zu
30.000 Menschen. Hauptredner ist
der Islamgegner Geert Wilders. Zahlreiche weitere Gegendemonstrationen und Kundgebungen sind angekündigt. (dpa)
Internet bringt
Polizei und
Feuerwehr
mehr Zuwachs
Freistaat wirbt bei
Youtube und ermöglicht
Online-Bewerbungen
VON JÖRG ABERGER
DRESDEN — „Verdächtig gute Jobs“ –
unter diesem Titel wirbt die Polizei
in Sachsen auf der Videoplattform
Youtube um Nachwuchs. „Der Polizeiberuf bietet alles – nur keinen
Alltag“, heißt es weiter. Nach den
Worten von Innenminister Markus
Ulbig (CDU) hat das Video „Verdächtig gute Jobs“ verdächtig viele Bewerbungen gebracht. „Wir werben
weiter für eine souveräne und
menschliche Polizei“, sagt Ulbig.
Tatsächlich haben die Bewerberzahlen bei der sächsischen Polizei
drastisch zugenommen: Nach gut
4500 Bewerbungen 2013 wollten im
vergangenen Jahr schon fast 9000
junge Männer und Frauen in den
Dienst. „Ja, die Kampagne hat viel
Aufmerksamkeit auf die Polizei gelenkt“, sagt Silvaine Reiche vom
Auswahlteam. Ergänzt wird das Video durch einen Facebook-Auftritt
und eine Internetseite, auf der Online-Bewerbungen möglich sind.
Dadurch sei die Einstiegsschwelle
für Bewerber niedriger als bei einer
Bewerbung per Brief, so Reiche.
Für den Werbefilm habe man
bundesweit ein gutes Feedback bekommen, sagt Pia Leson von der
Pressestelle des Innenministeriums.
Zudem gebe es Werbung auf allen
Polizeifahrzeugen, Großflächenplakate und witzige E-Cards. „Was uns
ganz wichtig ist: Die Polizeibeamten
stehen voll hinter unserer Kampagne und sind die besten Werbeträger.“
Gute Erfahrungen hat Sachsen
auch mit „Helden gesucht“ gemacht,
einer Werbekampagne der Feuerwehr. Seit ihrem Start im Jahr 2008
ist die Zahl der Mitglieder in der Jugendfeuerwehr von knapp 10.000
auf heute über 12.000 gestiegen. Das
ist auch dringend nötig, denn die
freiwilligen Feuerwehren im Freistaat drohen auszubluten. „Zwar hat
die Landesjugendfeuerwehr etwa
300 bis 500 Eintritte im Jahr, allerdings scheiden insgesamt jährlich
etwa 600 bis 800 Kameraden aus
dem aktiven Dienst aus“, sagte Karsten Saack, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen. (dpa)
DAS WERBEVIDEO der Polizei können Sie aufrufen, wenn
Sie den Code mit Smartphone
oder Tablet scannen.
» www.freiepresse.de/pol1304
ZEITGESCHEHEN
Montag, 13. April 2015
Freie Presse
3
DAS THEMA: 70. JAHRESTAG DER BEFREIUNG
Gravierte Erinnerung
Am 11. April 1945 wurde das Konzentrationslager Buchenwald von amerikanischen Truppen befreit. Menschen aus aller Welt kamen
aus diesem Anlass auf den Ettersberg. Darunter etwa 80 Überlebende. Zu ihnen gehörte Carl Rosner, der heute in den USA lebt.
VON EVA PRASE
BUCHENWALD — Wenn Selin Raube
in Kölleda aus ihrem Kinderzimmer
schaut, kann sie den Ettersberg sehen. Sie kann ihn besonders gut sehen, weil es dort hell leuchtet, auch
mitten in der Nacht: das ehemalige
Konzentrationslager Buchenwald.
Vor 70 Jahren, am 11. April 1945,
wurde das KZ von amerikanischen
Truppen befreit. Und das war der
Anlass für Silvia und Maik Raube,
mit ihrer 15-jährigen Tochter hierherzugehen. „Es ist so erschreckend,
was hier passiert ist. Und der Ort ist
so nah“, sagt Silvia Raube.
Selin Raube hat vor einigen Tagen zwar „Nackt unter Wölfen“ gesehen, den Film, der vom Grauen im
KZ handelt. „Aber so richtig vorstellen kann ich mir die Sache nicht“,
sagt sie. In einigen Minuten beginnen Sonderführungen. Welches
Thema wird sie wählen? Musik im
Lager? Widerstand und Befreiung?
Jüdische Häftlinge? Minderjährige
im Lager? „Nein, Kinder im Lager –
das ist zu schrecklich“, sagt sie zu ihrer Mutter. Sie beschließen, an der
Führung teilzunehmen, die sich jüdischen Gefangenen widmet.
„Der Mensch trägt
in sich die Ansätze
zum Bösen
wie zum Guten.“
Benedikt Kautsky
Frührerer KZ-Gefangener
So wie diese Familie warten vor dem
Lagertor, durch das einst Tausende
Häftlinge getrieben wurden, Hunderte Besucher. Viele halten eine
Nelke bereit, um sie im Gedenken
niederzulegen. Petro Mischtschuk
hält in der einen Hand zwei Blumen.
Eine rote Nelke als Symbol der Unerschrockenheit, Zeichen der Arbeiterbewegung. Und die weiße Rose,
die für Anfang und Ende steht, für
Leben und Tod. In der anderen Hand
trägt er eine Flagge, gelb und blau –
die Farben der Ukraine. Dazu: die
blau-graue Uniform mit der Häftlingsnummer 105105. So zieht der
alte Mann die Blicke der Besucher
auf sich. Was mag in ihm vorgehen?
Es ist unergründlich. Fragt man
Sein Körper erholte sich – seine Seele nie: Der ehemalige Häftling im KZ-Buchenwald, Petro Mischtschuk aus der Ukraine, legt auf dem Appellplatz der GeFOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA
denkstätte Buchenwald Blumen an einer Gedenkplatte nieder.
ihn nach Buchenwald, zählt er die
Stationen seines Leidens auf. Mittelbau-Dora. Ohrdruf. Buchenwald, wo
er im Steinbruch schuften und später Wege für die Eisenbahn anlegen
musste. Sachsenhausen. Todesmarsch. Schließlich das KZ-Häftlingsschiff Cap Arkona, das in der
Ostsee versenkt wurde. Nie wusste
er, wo er sich befand, wohin er verfrachtet oder getrieben wurde.
Die Nazis hatten ihn für einen
russischen Partisanen gehalten und
deshalb von einem Martyrium ins
nächste geschickt. Vier Jahre lang. Er
war 14, als er festgenommen wurde,
19 Jahre bei der Befreiung. Als er
nach dem Krieg nach Hause kam, erkannte ihn zunächst seine Mutter
nicht mehr: Er war nur noch Haut
und Knochen. Mit Milch und Brot
habe sie ihn wieder aufgepäppelt.
Sein Körper erholte sich – seine
Seele aber nie. Die Erlebnisse aus
den Lagern haben sein Leben vorgezeichnet; sie bestimmen es bis heute. Jeden Tag. In seiner Wohnung hat
er ein privates Museum eingerichtet, in das er nun die Menschen einlädt. Er hält Vorträge über sein Leben, in Moskau und Sotschi. Er wünsche sich für alle Menschen nur:
Frieden und Freiheit.
Das Stimmengewirr auf dem Gelände des ehemaligen Lagers ist am
Wochenende international. Hanna
Keski Rauska kommt aus Finnland,
Luciana Marino aus Brasilien. Beide
weilen im Rahmen eines Studiums
in Chemnitz. „Buchenwald“ – den
Namen kannten sie noch nicht.
„Auschwitz“ stehe in ihren Heimatländern für die Menschenvernichtung durch die Nationalsozialisten.
Die Frauen betreten den Bunker,
der sich am Lagertor befindet. Ungezählte Gefangene verbrachten hier
Monate in dunklen, nasskalten Einzelzellen und wurden zu Tode gequält. Hanna Keski Rauska überlegt
oft, ob die Menschen Lehren aus der
Geschichte ziehen. Sie sei zwar voller Hoffnung, gerade weil viele junge Menschen zu der Gedenkfeier gekommen seien. Aber schaue man
sich in der Welt um, könne man zur
Einsicht kommen, dass die Menschheit ihre dunkle Seite nicht ablegen
kann. „Sehen Sie nach Syrien“, sagt
die Finnin.
Die Brasilianerin Luciana Mariano stellt sich während des Rundgangs ab und zu abseits. Tränen in
den Augen. Sie kann sich gar nicht
dagegen wehren, sich in die Lage jener zu versetzen, die vor 70 Jahren
hier hungerten, froren, schufteten,
vegetierten. Auch sie fragt: „Wie
können Menschen anderen Menschen so etwas antun?“ Eine Antwort darauf hat der österreichische
Nationalökonom und Schriftsteller,
der Überlebende der Konzentrationslager in Dachau, Auschwitz und
Buchenwald, Benedikt Kautsky, ge-
geben. Er hatte nach seiner Befreiung am 12. April 1945 gesagt: „Der
Mensch trägt in sich die Ansätze
zum Bösen wie zum Guten – es gilt,
die Umstände zu schaffen, unter denen Achtung vor der fremden Persönlichkeit, Selbstverantwortung
und Rücksicht auf die Rechte der anderen zur Selbstverständlichkeit
werden.“ Eben weil dieses Ziel noch
unerreicht ist, hat die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald gut daran
getan, diese Aussage zum Leitgedanken für die Gedenkfeiern zu bestimmen. Dass der Kampf zwischen dem
Guten und dem Bösen immer währen wird, davon ist Jean François
Fayard überzeugt. „Die Vergangenheit ist nicht Vergangenheit“, meint
er kurzerhand. Seine beiden Großväter waren in Buchenwald interniert
– der eine im Hauptlager, der andere
in Mittelbau-Dora.
Fayard gehört zur französischen
Delegation, die eine Sonderausstellung eröffnet. Gezeigt werden Gravuren von Pierre Provost, der
1944/45 im KZ Buchenwald war. Als
Spezialist für Flugmotoren nutzte er
sein Wissen nicht nur zur Sabotage
von Raketensteuerungselementen,
sondern er gravierte auch auf gefundene Materialien wie 5-ReichsmarkMünzen und Löffel heimlich Lagermotive. Er fertigte Medaillen und
Plaketten. Auch Fundholz eines Gewehrkolbens, eines Schirmgriffs
und auch Stücke von der Goethe-Eiche, die mitten im Lager wuchs und
gefällt wurde, verwendete Provost
für seine Kunstwerke.
Mit etwa 50 Gravuren, Plastiken
und zahlreichen Skizzen kehrte er
nach Frankreich zurück. Nun haben
seine Nachfahren diese Arbeiten
wieder an den Ort ihres Entstehens
gebracht. Die Gravuren zeugen –
wie Kompositionen und Bilder anderer Häftlinge – vom Wunsch und
der Fähigkeit der Gefangenen, den
Stacheldraht zu überwinden. Sie
sind zudem Beleg für die Solidarität
der Häftlinge, denn Provost konnte
seine Arbeiten nur mit der konspirativen Hilfe anderer durchführen.
Nicht zuletzt sind die Gravuren –
scharf in hartes Material geschnitten – für die Ewigkeit geschaffen.
„Der Künstler wollte, dass Buchenwald nicht vergessen wird“,
sagt die 15-Jährige Selin Raube, als
sie die Ausstellung besucht. Ihr hat
sich der „Rosengarten“ ins Gedächtnis graviert. Eine Fläche mit Stacheldraht. Juden wurden hierher gebracht. Mussten Tag und Nacht ausharren. Bis sie tot waren.
Buchenwald wirkt nach – über Generationen hinweg
Carl Rosner gehört zu jenen, die mit dem Leben davongekommen sind – Seine Leidensgeschichte hat die ganze Familie geprägt
VON SEBASTIAN HAAK
WEIMAR — Es ist ganz gleich, wie oft
man die Geschichten von Buchenwald-Überlebenden gehört hat. Jedes Mal, wenn einer der inzwischen
hochbetagten Männer aus seiner
Vergangenheit berichtet, birgt diese
Erzählung etwas Überraschendes.
So wie dieser eine Satz von Carl Rosner. Rosner – Jude, in Hamburg geboren, im Alter von 15 Jahren nach Buchenwald verschleppt, heute USAmerikaner – sagt: „Ich hatte Glück,
nach Buchenwald gekommen zu
sein.“
Dass überhaupt noch einmal 70
Buchenwald-Überlebende zu diesem Jahrestag nach Weimar gekommen sind, hat nach Angaben des Direktors der Stiftung Gedenkstätten
Buchenwald und Mittelbau-Dora,
Volkhard Knigge, viel damit zu tun,
dass Buchenwald Anfang 1945 mit
etwa 110.000 Häftlingen belegt und
etwa ein Drittel von ihnen noch
sehr jung war. Wie die Erinnerung
an die Schrecken der Lager in Zu-
kunft wachgehalten werden kann,
wenn diese Menschen nicht mehr
leben werden, ist die eine große Frage, die diesen Jahrestag bestimmt.
Dass es der letzte große Jahrestag
ist, an dem eine große Zahl von Zeitzeugen teilnimmt, darüber macht
sich auch Rosner keine Illusionen.
Wie viele andere einstige Häftlinge
will auch er deshalb noch einmal erzählen, was er in Buchenwald erlebt
hat: Davon, wie er im Juli 1944 nach
Buchenwald kam und überhaupt
nicht auf das vorbereitet war, was
ihn erwartete. Davon, dass er damit
gerechnet hatte, in ein Internierungslager zu kommen und zunächst davon überzeugt war, die
deutschen Behörden hätten einen
Fehler gemacht, ihn in ein KZ zu
schicken. Davon, wie er nach einer
kurzen Zeit im sogenannten Kleinen Lager in den Block 22 des Großen Lagers kam, wo er bis zur Befreiung unter dramatischen Bedingungen lebte: schwere Arbeit, ständiger
Hunger, andauernder Terror durch
die SS. „Es war sehr, sehr schwierig,
das zu überleben“, sagt Rosner, der
Der Überlebende Carl Rosner (Mitte) mit seiner Familie Elizabeth Rosner, David Rosner (r.) und Ezra Brettler (l.) in Buchenwald.
FOTO: MICHAEL REICHEL
trotzdem – jedenfalls zunächst – beteuert, Buchenwald habe ihn und
sein Leben viel weniger beeinflusst,
als das bei anderen Häftlingen der
Fall gewesen sei.
Wirklich? Rosner ist nicht allein
nach Weimar gekommen. Mehrere
Mitglieder seiner Familie begleiten
ihn, darunter auch seine Tochter Elizabeth Rosner, eine US-amerikanische Schriftstellerin. Sie hat eine andere Perspektive darauf, wie sehr Bu-
chenwald ihren Vater geprägt hat.
Ihn und seine ganze Familie. Während Elizabeth Rosner einigermaßen nüchtern über Dinge sprechen
kann, die ihr Vater ihr in den vergangenen Jahrzehnten aus seiner Zeit in
Buchenwald erzählt hat, hat auch
sie Tränen in den Augen, wenn sie
davon berichtet, wie sie gemeinsam
auf den Spuren seiner Vergangenheit wandelten.
Dazu, wie Carl Rosner mit der
Vergangenheit umgegangen ist, sagt
seine Tochter, gehöre, dass er ihr als
Jugendliche verboten habe, Deutsch
zu lernen. Außerdem habe er sich
25 Jahre geweigert, deutsche Produkte zu kaufen. Ihr Vater hört ihr
zu und schweigt.
Und dann sei da seine erste Reise
nach Buchenwald gewesen, 1982.
Gemeinsam mit ihr. Sie habe, sagt
Elizabeth Rosner, die Initiative dazu
ergriffen. Schon im Vorfeld habe
sich dann aber gezeigt, wie schwer
es ihrem Vater falle, über seine Zeit
im Lager zu sprechen. „Als wir dann
am Grenzübergang Checkpoint
Charlie in Berlin standen, da war
mein Vater so nervös, wie ich ihn
noch nie erlebt habe“, erzählt sie.
Deutsche mit Maschinenpistolen in
der Hand – dieser Anblick habe ihm
Angst gemacht. „Ich habe ihn gefragt, warum er ihnen nicht sagt,
dass er Deutsch versteht, dass er in
Hamburg geboren ist. Er hat gesagt:
‚Ich bin Amerikaner. Sonst nichts.‘“
In Buchenwald angekommen, seien
beide dann lange und schweigend
über das Lagergelände gelaufen. Als
Elizabeth Rosner davon erzählt, weinen beide.
Dass ihr Vater heute davon
spricht, „Glück gehabt“ zu haben,
nach Buchenwald gekommen zu
sein, hängt mit dem Schicksal der
anderen jüdischen Kinder und Jugendlichen zusammen, die mit ihm
in dem jüdischen Waisenheim in
Hamburg lebten, von dem aus er
1944 nach Buchenwald deportiert
worden war. Sie seien in andere nationalsozialistische Lager gebracht
worden, erzählt Carl Rosner. Soweit
er es habe recherchieren können,
seien sie alle von den Nazis ermordet worden.
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 13. April 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Überflüssige
Krise
Haftbefehl gegen
Justin Bieber
CHRISTOPH ULRICH
ÜBER DIE TURBULENZEN
BEIM VW-KONZERN
Popstar wegen Zwischenfalls mit Fotografen
zur Aussage geladen und nicht erschienen
FOTO: GUILLAUME HORCAJUELO/DPA
4 Freie Presse
christoph.ulrich@freiepresse.de
W
IMPRESSUM
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Amerikanische Friedenspfeifen.
KARIKATUR: TOMICEK
nos Aires einen Fotografen geschlagen zu haben, als dieser versuchte,
den Popstar zu fotografieren. Unklar
ist, ob Bieber zu der Attacke per Zuruf aufgefordert hat. Der Manager
des Nachtclubs erklärte, Bieber habe
Champagner und Mineralwasser getrunken und eine Rechnung von
500 Euro unbezahlt gelassen.
Der Zwischenfall ereignete sich
nach Biebers erstem ArgentinienAuftritt auf seiner „Believe“-Tournee
in der 700 Kilometer entfernten
Stadt Córdoba. Dort kam es zudem
zu Protesten, weil er zwei von Zuschauern geworfene argentinische
Nationalflaggen mit seinen Füßen
von der Bühne beförderte. (dpa)
EINSPRUCH: ANDERS HEILEN
Schluss mit der Voreingenommenheit
Einspruch – Standpunkte zum Streiten. Unter diesem Motto veröffentlicht die „Freie Presse“ einen Gastbeitrag des
Universitäts-Professors Andreas Michalsen. Er bezieht sich auf die derzeit im Ratgeberteil der „Freien Presse“
erscheinende Serie „Anders heilen“. Er ist der Meinung: Naturheilkunde und Schulmedizin müssen sich ergänzen.
Wenn es um Naturheilkunde und
Alternativmedizin geht, herrscht
bei Kritikern oftmals ein definitorisches Durcheinander beziehungsweise eine Unkenntnis über zugrundeliegende Wissensbasis. Wenig bekannt ist, dass Naturheilkunde ein
etabliertes akademisches Fachgebiet
ist mit einer von den Ärztekammern
durch Prüfung vergebenen ärztlichen Zusatzbezeichnung. Die definierten Verfahren haben vor allem
in Deutschland eine lange Tradition
und gehen unter anderem auf
Kneipp zurück. Ergänzt wird die Naturheilkunde durch erweiterte Naturheilverfahren, die entweder wissenschaftlich belegt sind oder eine
gute Plausibilität haben. Dazu gehören die Manuelle Medizin, Osteopathie, probiotische Therapie, ausleitende Verfahren (Blutegel, Schröpfen) und außereuropäische Medizinsysteme wie Ayurveda oder chinesische Medizin.
Warum nun die große Aufregung
um Naturheilverfahren? Problematisch ist sicher der Bereich der Heilpraktiker. Diese Berufsgruppe muss
sehr viel weniger Ausbildung nachweisen und setzt viele Therapieverfahren ein, die strittig und wissenschaftlich unbewiesen sind und damit auch nicht zum engeren Bereich
der Naturheilkunde gehören. Selbstverständlich gibt es auch in einzelnen Bereichen wie Akupunktur
oder Phytotherapie sehr qualifizierte Heilpraktiker, jedoch ist die mangelnde Kenntnis der Schulmedizin
ein unbestrittenes Manko. Auch in
der ärztlichen Praxis gibt es mitunter Anwender, die strittige Therapieverfahren einsetzen und diese wenig selbstkritisch anwenden. Das
Problem solcher schwarzen Schafe
betrifft jedoch genauso die Schulmedizin. Längst ist die öffentliche
Diskussion entbrannt, ob in
Deutschland zu viele unnütze Operationen und teure diagnostische
Untersuchungen durchgeführt und
zu viele Medikamente verordnet
werden, für die keine ausreichende
wissenschaftliche Grundlage besteht, die aber Geld einbringen.
Gegenüber der Schulmedizin, die
zu einem großen Teil von der Pharmaindustrie oder staatlich gefördert
wird, ist die Naturheilkunde finanziell im Prinzip nicht existent und
kaum in der Lage, anspruchsvolle,
teure Forschung zu realisieren.
Während so in der Schulmedizin die
Universitätskliniken gut ausgestattet die Lehre und Praxis für ihr Fachgebiet bestimmen, gibt es diese ordnende Struktur in der Naturheilkunde nicht. Ein fast skandalöser
Umstand vor dem Hintergrund, dass
Umfragen seit mehr als 40 Jahren
Kleine Gläser auf der Haut des Patienten sollen mittels Unterdruck Verspannungen lösen und Schmerzen lindern. Das
FOTO: IMAGO
Verfahren ist seit Jahrhunderten bekannt.
kontinuierlich zeigen, dass die deutsche Bevölkerung im Krankheitsfall
mehrheitlich auch mit den Methoden der Naturheilkunde behandelt
werden möchte! Aber selbst wenn
Forschung vorgelegt wird, trifft Naturheilkunde oft auf (unwissenschaftliche) Voreingenommenheit.
„Ein Verfahren darf
nicht abgelehnt
werden, nur weil es
nicht in die gängige
Denkschablone
passt. Das Nichtvorhandensein von
Studiendaten heißt
nicht, dass eine
Therapie unwirksam ist.“
So gibt es gute Evidenz für die
Wirksamkeit der Blutegeltherapie
bei Arthrosen, für Akupunktur gegen Allergie und Schmerzsyndrome, für Heilfasten bei Rheuma, Yoga
in der ergänzenden Krebstherapie
oder Heilpflanzenextrakte bei
Darmerkrankungen. Diese Fakten
werden von der konventionellen
Medizin jedoch ignoriert. Es scheint
somit nicht nur eine Frage der wis-
senschaftlichen Fakten, sondern
auch der jeweiligen Denkrichtung
zu sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Beispiel der mikrobiologischen Therapie, das heißt,
der Therapie der Darmbakteriensiedlung. Diese Methode wird in der
Naturheilkunde seit mehr als 50 Jahren angewendet und wurde bis vor
kurzem von der konventionellen
Medizin belächelt und angefeindet.
Seit kurzem nun , wo erweiterte molekularbiologische und genetische
Analysetechniken zur Verfügung
stehen, wird deutlich, dass die
Darmflora tatsächlich maßgeblich
das menschliche Immunsystem moduliert und neuere Studien belegen
die Wirksamkeit von Probiotika bei
spezifischen Darmerkrankungen,
Bluthochdruck oder Rheuma. Dass
naturheilkundliche Ärzte schon seit
Jahrzehnten Probiotika einsetzen,
bleibt unbeachtet.
Verwunderlich ist auch, dass der
Naturheilkunde vorgeworfen wird,
sich den Placebo- oder Kontexteffekt
zunutze zu machen. Der Placeboeffekt betrifft jedes therapeutische
Handeln, von Aspirin bis zur Herzoperation. Und die Maximierung
des Placeboeffektes – letztlich ein
Selbstheilungsphänomen – sollte
für jeden guten Arzt, zusammen mit
der spezifischen Therapie, ein Ziel
sein. Wenn die Naturheilkunde dies
besonders gut kann, sollte es auch
genutzt werden. Die Naturheilkunde nutzt aber auch eindeutige spezifische Wirkmechanismen, pharmakologische Effekte bei Heilpflanzen,
anatomisch-reflektorische Zusammenhänge bei der Behandlung über
die Körperoberfläche, neurobiologische Effekte bei der Mind-Body Medizin und insbesondere das sogenannte Reiz-Reaktions Prinzip. Hierbei wird über natürliche Reize (kalter Guss, Fasten, Bewegung) eine
physiologische Körperreaktion ausgelöst (Adaptation, Hormesis), letztlich eine Stimulation der Selbstheilungsfähigkeit. An der Frage des
Wirkmechanismus entzündet sich
auch die fast schon obsessive Diskussion um die Homöopathie.
Alles nur Placebo? Die wissenschaftliche Datenlage lässt keinen
klaren Schluss zu. Befürworter und
Gegner können jeweilige Studienvorlegen. Natürlich ist eine gewisse
Skepsis angebracht, da noch kein
wissenschaftlich schlüssiger Mechanismus für die mögliche Wirkung
der Homöopathie gefunden wurde.
Andererseits wäre es nicht das erste
Mal in der Geschichte der Wissenschaft, dass etwas bekämpft oder abgetan wird, nur um einige Zeit später belegt zu werden. Wer Wissenschaft für sich beansprucht, muss
deren Offenheit akzeptieren.
Was also ist zu tun? In der jetzigen Gemengelage ist es wichtig,
nicht alles undifferenziert in einen
Topf zu werfen. Es sollte weniger
über nicht ausreichende Daten gestritten, sondern hochwertige Forschung gefördert und betrieben werden – dann lösen sich die Diskussionen von alleine. Die nachweislich
wirksamen Verfahren der Naturheilkunde sind besser in das medizinische Versorgungssystem zu integrieren. Warum wird bei Kniearthrose
eine nutzlose Arthroskopie von den
Kassen bezahlt, und die Blutegeltherapie nicht? Ein Verfahren darf nicht
abgelehnt werden, nur weil es nicht
in die gängige Denkschablone passt.
Und das Nichtvorhandensein von
Studiendaten heißt nicht im Umkehrschluss, dass eine Therapie unwirksam ist. Wer dennoch pauschal
nur nach Studien ruft und ansonsten der Naturheilkunde ihre Existenzberechtigung abspricht, muss
auch sagen, woher denn das Geld für
die Forschung kommen soll.
Ein Problem wird bleiben: Mit Bewegung, guter Ernährung, Fasten,
Kneipp-Güssen oder Meditation
lässt sich nur wenig Geld verdienen.
Gerade aber im Hinblick auf unsere
älter werdende Gesellschaft mit immer mehr chronisch Kranken kann
die Naturheilkunde einen entscheidenden, bezahlbaren Beitrag für die
Gesundheitssicherung leisten. Wir
sollten unsere Patienten ernst nehmen, wenn sie Therapien in Anspruch nehmen, die ihnen offensichtlich helfen. Die beste Kombination aus guter Schulmedizin und
Naturheilkunde muss die Medizin
der Zukunft sein.
Andreas Michalsen
Der Autor ist seit 2009 Chefarzt der
Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber
der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie
und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Als Facharzt für Innere Medizin promovierte
er im Bereich Kardiologie und bildete
sich außerdem in den Bereichen Notfall-/Rettungsmedizin und Naturheilverfahren fort.
FOTO: PRIVAT
enn VW-Patriarch Ferdinand Piëch den Daumen über einen seiner
Manager senkt, dann macht er das
gewöhnlich mit ganz dürren Worten. So war es auch diesmal, als der
VW-Aufsichtsratschef via „Spiegel“
verkündete: „Ich bin auf Distanz zu
Winterkorn.“ Dieser Satz könnte die
Karriere von Piëchs Ziehsohn Martin Winterkorn beenden, obwohl
der 67-jährige eigentlich Piëchs
Nachfolger als Chef des Aufsichtsrats werden sollte. Das scheint jetzt
so gut wie ausgeschlossen. Denn
selbst wenn sich gestern eine breite
Unterstützung für Winterkorn abzeichnete, gegen Piëch zu gewinnen
ist schwer. Bisher hat es jedenfalls
noch niemand geschafft. In der Demontage hochrangiger Manager ist
er ein Meister seines Fachs.
Über die Hintergründe der Attacke des Österreichers darf gerätselt
werden. Sicher gibt es im Volkswagen-Konzern einige Baustellen, die
Winterkorn vielleicht etwas beherzter hätte angehen können. Doch die
gibt es in jedem Großkonzern und
Volkswagen gehört zu den größten.
Klar war aber auch immer: Nie wurde eine Entscheidung ohne das
Okay des Aufsichtsratschefs gefällt.
Piëch gab die Ziele und Strategien
vor, Winterkorn setzte sie um. So
funktionierte das Tandem mit dem
Benzin im Blut seit Jahren scheinbar
reibungslos. Auch auf dem Weg an
die Weltspitze der Automobilindustrie ist Volkswagen im Plan. 2018
sollte es soweit sein und Toyota vom
Thron gestoßen werden.
Für den Wolfsburger Konzern
kommt die Führungskrise zur Unzeit. Ein von Winterkorn angeordnetes Sparprogramm der Kernmarke Volkswagen hat in der Belegschaft ohnehin schon für Unruhe
gesorgt. In den USA muss VW unbedingt eine neue Modelloffensive
starten, um die schwächelnden Verkäufe im größten Automarkt der
Welt wieder anzukurbeln, auch um
die Abhängigkeit von China nicht
noch größer werden zu lassen. Zudem stehen der europäischen Autoindustrie möglicherweise mit Google, Apple und Co. bald neue Konkurrenten ins Haus. Wie sich der künftige Markt für Elektroautos entwickeln wird, ist auch noch nicht absehbar. In solchen Zeiten muss das
Management hellwach sein, um
nicht aufs falsche Pferd zu setzen.
Die von Piëch ausgelöste Führungskrise ist deshalb überflüssig wie ein
Kropf.
Die argentinische Justiz hat einen
Haftbefehl gegen den kanadischen
Popstar Justin Bieber (21) erlassen.
Der Sänger sollte wegen eines Zwischenfalls in Buenos Aires aussagen.
Die Vorladung habe jedoch nach
mehreren Monaten nicht ausgehändigt werden können. Bieber habe
auch nicht freiwillig ausgesagt, befand der Richter Alberto Baños laut
Nachrichtenagentur Télam. Deshalb seien die Festnahmen von Bieber, von einem seiner Leibwächter
und einem früheren Assistenten angeordnet worden.
Biebers Begleiter werden verdächtigt, im November 2013 beim
Verlassen eines Nachtclubs in Bue-
Welche Meinung haben Sie?
Mit der Serie „Einspruch“ stellt die
„Freie Presse“ Ansichten zu aktuellen
gesellschaftlichen Streitthemen zur
Diskussion. Dabei entsprechen die
Standpunkte der Autoren nicht den
gängigen Argumentationsmustern.
So wollen wir einen neuen Blick auf
die Themen werfen, aber auch zur
Diskussion herausfordern.
Sie, liebe Leser, möchten wir ausdrücklich einladen, uns Ihre Meinung
zu sagen.
Leserpost bitte an: „Freie Presse“,
Chef vom Dienst, Postfach 261, 09002
Chemnitz oder leserbriefe@freiepresse.de » www.freiepresse.de/einspruch
POLITIK
Montag, 13. April 2015
NACHRICHTEN
Freie Presse
Terroristen
in Spanien
planten
Enthauptung
Neuanfang
G7-GIP FEL
Gysi fordert
Einladung Putins
BERLIN — Linksfraktionschef Gregor
Gysi hat Bundeskanzlerin Angela
Merkel (CDU) aufgefordert, den russischen Präsidenten Wladimir Putin
zum G7-Gipfel im Juni nach
Deutschland einzuladen. „Da es keine Krisenlösung ohne Russland gibt,
muss man natürlich aus G7 wieder
G8 machen“, sagte Gysi. „Eine Isolierung Russlands schadet nur.“ Russland war nach der Annexion der
Krim aus der Gruppe der wichtigsten Industrienationen ausgeschlossen worden. Bundesaußenminister
Frank-Walter Steinmeier (SPD) will
Putin dagegen nicht einladen.
Deutschland hat in diesem Jahr den
Vorsitz. Das Gipfeltreffen findet am
am 7. und 8. Juni auf Schloss Elmau
in Oberbayern statt. (dpa)
Festgenommene wollten
Szenen filmen und
verbreiten – IS als Vorbild
VON RALPH SCHULZE
MADRID — Sie wollten ihre Opfer kid-
SONDERMESSE
Papst spricht von
Armenier-Genozid
ROM — Papst Franziskus hat den Tod
von möglicherweise bis zu 1,5 Millionen Armeniern vor 100 Jahren als
„ersten Völkermord im 20. Jahrhundert“ bezeichnet. „Unsere Menschheit hat im vergangenen Jahrhundert drei große, unerhörte Tragödien
erlebt“, sagte der Pontifex gestern bei
einer Sondermesse für armenische
Katholiken im Petersdom. „Die erste, die allgemein als der erste Genozid des 20. Jahrhunderts angesehen
wird, hat euer armenisches Volk getroffen.“ Millionen Armenier wurden während des Ersten Weltkriegs
aus dem Osmanischen Reich vertrieben, viele wurden ermordet. Als Reaktion auf den Papst bestellte die
Türkei, die es als Rechtsnachfolgerin
des osmanischen Imperiums ablehnt, von Genozid zu sprechen, den
Vatikan-Botschafter ein und beorderte den türkischen Botschafter
beim Vatikan zurück. (dpa)
BRUTALE FESTNAHME
Zehn Polizisten in
den USA beurlaubt
SAN BERNARDINO — Nach einer bruta-
len Festnahme in Kalifornien, die
auf Video festgehalten wurde, sind
zehn Polizisten beurlaubt worden.
Wie Sheriff John McMahon im Bezirk San Bernardino County mitteilte, wird der Vorfall untersucht. Das
Video war am Donnerstag von einem Hubschrauber des Nachrichtensenders KNBC in einer ländlichen Region aufgenommen worden.
Es zeigt die Festnahme eines 30-jährigen weißen Mannes, der zuerst mit
einem Auto, dann mit einem gestohlenen Pferd vor den Beamten geflüchtet war. In dem Video wird der
am Boden liegenden Mann von Polizisten wiederholt geschlagen und
getreten. (dpa)
DAS VIDEO von KNBC können Sie aufrufen, wenn Sie
den Code mit Smartphone
oder Tablet scannen.
» www.freiepresse.de/gewalt1304
5
Fast 60 Jahre hat die Welt auf diesen Moment
gewartet. Auf dem Amerika-Gipfel in Panama
brach nicht nur eine neue Ära an, auch eine der
letzten Bastionen des Kalten Krieges wurde
durchbrochen. Nach jahrzehntelanger Feindschaft ihrer Länder reichten sich US-Präsident
Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro die Hand. Beide Staatsoberhäupter besiegelten damit die vor vier Monaten eingeleitete Politik der Wiederannäherung. Selbst Obama
sprach danach von einem historischen Moment
und einem Meilenstein der Geschichte. Für den
ehemaligen Erzfeind fand der US-Präsident lobende Worte und nannte Castro einen „Ehrenmann“. Auch der 83-jährige Castro schien angetan. Auf Basis einer „zivilisierten Koexistenz“
würden jetzt die Beziehungen zwischen beiden
Ländern gestaltet. „Meiner Meinung nach ist
Obama ein ehrlicher Mann“, fügte Castro hinzu.
Diese Worte wiegen umso schwerer, als die Ver-
handlungen zwischen beiden Ländern schleppend verlaufen. Eigentlich wollten beide Seiten
die Eröffnung ihrer Botschaften auf dem Gipfel
bekanntgeben. Doch es gibt technische ProbleFOTO: ESTUDIOS REVOLUCION CUBADEBATE/DPA
me.
EIN VIDEO zu den Gesprächen von Obama
und Castro können Sie aufrufen, wenn Sie den
Code mit Smartphone oder Tablet scannen.
» www.freiepresse.de/usakuba
Clinton 2.0 - Eine Insiderin
versucht sich neu zu erfinden
Hillary Clinton nimmt zum
zweiten Mal Anlauf auf
das Weiße Haus. Trotz
drei Jahrzehnten PolitikErfahrung und universaler
Bekanntheit arbeitet die
frühere First Lady an
einem neuen Profil.
VON THOMAS J. SPANG
WASHINGTON — Am Vorabend der
lange erwarteten Ankündigung ihrer Kandidatur lud Hillarys Wahlkampf-Chef John Podesta zwei Dutzend einflussreiche Reporter zu sich
nach Hause ein. Freimütig gab der
ehemalige Stabschef Bill Clintons
Einblick in die Überlegungen des
Wahlkampfteams, das die Fehler
von vor sieben Jahren keinesfalls
wiederholen möchte.
Statt einer Großkundgebung vor
Tausenden Anhängern, Konfettiregen und Luftballons schleicht die
Kandidatin – bildlich gesprochen –
im Dunkeln auf die Wahlkampf-
bühne. Erst mit einem Tweet, gefolgt von einem persönlich gehaltenen Video und einer E-Mail-Botschaft an ihre Anhänger. Clinton
reist derweil in den Midwest-Staat
Iowa, wo im Januar 2016 die ersten
Vorwahlen abgehalten werden.
Podesta setzt auf Auftritte in kleinen, intimen Runden. „In kleinen
Einheiten denken, langsam vorangehen“ lautet das interne Motto. Soweit der Plan für „Clinton 2.0“. Die
Praxis könnte freilich anders aussehen. Der kürzlich angeheuerte 35
Jahre junge Wahlkampf-Manager
Robby Mook wird seine liebe Mühe
haben, den Klüngel der rund 200 Reporter auf Abstand zu halten, wenn
sich Clinton in Wohnstuben und
Cafés mit Wählern treffen will.
Obwohl die Basis Krönungen verabscheut, erwartet die designierte
Thronfolgerin Obamas genau das.
Der Amtsinhaber wäre damit einverstanden. „Sie wäre eine exzellente Präsidentin“, erklärte Obama am
Wochenende. In Umfragen liegt sie
40 Prozentpunkte vor dem Ex- Gouverneur von Maryland, Martin
O’Malley, und Virginias Ex-Senator
Jim Webb.
Mit nahezu universaler Bekannt-
heit haben die Amerikaner sich
längst ihre Meinung über Hillary
Clinton gebildet. Dass sie mit Zustimmungswerten um die 50 Prozent in den Wahlkampf startet, zeigt
wie sehr Clinton die Gemüter spaltet. Verehrt für ihre Zähigkeit von einem Teil der Wählerschaft, bekräftigte die Affäre um ihre privaten EMail-Konten das Misstrauen des an-
Tritt an: die ehemalige First Lady Hillary Clinton. FOTO: ANDREW GOMBERT/DPA
deren Teils.
Die größte Herausforderung für
Hillary Clinton besteht aber wohl
darin, ihr Image als „Polit-Oma“ abzuschütteln. „Sie muss im Wahlkampf über die Zukunft sprechen
nicht die Vergangenheit“, äußert ein
Insider seine nicht ganz unbegründete Sorge. Sollte es Hillary auf nationaler Bühne mit einem frischen
Gesicht wie Scott Walker als Präsidentschaftskandidat der Republikaner zu tun bekommen, könnten sich
die drei Jahrzehnte Politikerfahrung
und der Status als ultimative Washington-Insiderin als Fluch und Segen gleichermaßen erweisen.
Keine Sorgen zu machen braucht
sich die Demokratin um das Geld.
Insider trauen dem Team Clinton
zu, bis zu 2,5 Milliarden Dollar einzuwerben. Am Geld wird es also
nicht liegen. Gewiss auch nicht am
Ehrgeiz der Kandidatin, die mit 67
Jahren nach Reagan älteste Präsidentin wäre. Eher an ihrem wabbeligen
Profil. Außenpolitisch hat sie sich
rechts von Obama positioniert.
Wirtschaftspolitisch bleibt sie eher
vage. Mit dem offiziellen Eintritt in
den Wahlkampf kann sie nun die
Lücken füllen.
nappen, in orange Overalls stecken
und irgendwo in Spanien enthaupten. Oder auch Menschen auf offener Straße mit langen Messern abschlachten. Die grauenvollen Szenen sollten gefilmt und dann als Video veröffentlicht werden, um die
Welt zu schocken. Ganz nach dem
Vorbild der Terrororganisation IS,
welche solch abscheuliche Taten in
ihren Hochburgen im Irak, in Syrien
oder im nordafrikanischen Libyen
praktiziert.
Die Horrorpläne jener spanischmarokkanischen Terrorzelle, welche dieser Tage in Spaniens Mittelmeerregion Katalonien zerschlagen
wurde, gelten als Hinweis darauf,
dass der Terrorkrieg religiöser Fundamentalisten auch in Europa noch
eine neue Dimension annehmen
könnte. Einen ersten Fall einer solchen öffentlichen Hinrichtung hatte es bereits im Mai 2013 in London
gegeben, als zwei zum Islam konvertierte britische Fanatiker einen Soldaten auf offener Straße niedermetzelten.
Die Polizei kam nun der spanischen Terrorgruppe, die ähnliche
Pläne hatte, durch die verdeckte
Überwachung der Islamistenszene
auf die Spur. Aus abgehörten Telefongesprächen und abgefangenen
E-Mails geht hervor, dass die elfköpfige Dschihadisten-Gruppe nicht
nur Enthauptungen, sondern eine
ganze Serie von Attentaten geplant
hatte. Etwa einen Bombenanschlag
auf eine jüdische Buchhandlung in
Barcelona, die Entführung einer
Bankdirektorin, die Ermordung von
Politikern und Anschläge auf Polizeistationen sowie das Regionalparlament.
Die Terrorplanungen hätten sich
zwar noch „im Anfangsstadium“ befunden, hieß es aus Ermittlerkreisen. Aber es sei bei der Festnahme
der elf Verdächtigen am 8. April bereits ein reichhaltiges „kriegerisches
Arsenal“ an Waffen und Bombenmaterialien gefunden worden. Als
Kopf dieser Terrorzelle gilt ein spanischer Friseur mit Vornamen Antonio, der sich den Kampfnamen „Ali“
zugelegt hatte. „Ali“ war vor drei Jahren zum Islam konvertiert und wurde in kurzer Zeit zu einem fanatischen Dschihadisten. Mit vier weiteren Spaniern – darunter ein Neonazi
–, fünf Marokkanern und einem
Mann aus Paraguay, wollte er einen
Terrorkrieg in Spanien anzetteln.
In dem Land sind seit Jahresbeginn mehr als 40 mutmaßliche
Dschihadisten festgenommen worden. Dabei fällt auf, dass ein Großteil
dieser gewaltbereiten Extremisten
einen spanischen Pass besitzt.
A N ZE I G E
3609402-10-1
6 Freie Presse
NACHRICHTEN
WIRTSCHAFT
Montag, 13. April 2015
In Sachsen lässt der Spargel noch auf sich warten
BÖRSENWOCHE
Schon wieder
ein Allzeithoch
LEBENSMITTELHANDEL
Preisrutsch im
Käseregal
VON BARBARA SCHÄDER
ESSEN/MÜLHEIM — Die Käsepreise in
Deutschland geraten ins Rutschen.
Nicht nur Discount-Marktführer
Aldi senkte am Samstag die Preise
für zahlreiche Produkte vom Gouda
bis zum Mozzarella um teilweise 13
Prozent. Aldi betonte, das Unternehmen gebe mit der Rotstiftaktion sinkende Rohstoffpreise an die Kunden
weiter. Auch Norma senkte die Preise im Käseregal. Die meisten Sorten
wurden um 10 Cent je Packung billiger. Das Unternehmen versicherte
ebenfalls: „Wir geben jeden Preisvorteil sofort an unsere Kunden weiter.“
In dieselbe Richtung stößt auch Netto Marken-Discount. (dpa)
S
KONJUNKTUR
Deutsche Industrie
optimistischer
BERLIN — Die Industrie schätzt die
Aussichten für die deutsche Wirtschaft inzwischen optimistischer
ein als noch zu Jahresanfang. „Wir
erwarten in diesem Jahr einen Zuwachs des Bruttoinlandproduktes
von rund zwei Prozent“, sagte der
Präsident des Bundesverbandes der
Deutschen Industrie (BDI), Ulrich
Grillo, dem „Handelsblatt“. Der
niedrige Ölpreis, der schwache Euro
und der starke private Konsum trieben die Konjunktur an. Im Januar
hatte der BDI ein Wachstum von 1,5
prognostiziert. Etliche Experten haben bereits ihre Prognosen für Europas größte Volkswirtschaft merklich
angehoben und halten ein Plus von
bis zu zwei Prozent für möglich. (rtr)
MUSIKDIENST
Spotify rüstet sich
mit frischem Geld
NEW YORK — Der Musikdienst Spotify holt sich laut Medienberichten eine riesige Finanzspritze von 400
Millionen Dollar bei Investoren. Die
gesamte Firma werde dabei mit
mehr als acht Milliarden Dollar bewertet, berichtete die „New York
Times“. Spotify ist der Marktführer
im Geschäft mit Musik-Streaming,
bei dem die Songs direkt aus dem Internet abgespielt werden. Die
schwedische Firma hat etwa 60 Millionen Nutzer. Das Streaming-Geschäft steht vor dem Eintritt eines
neuen starken Wettbewerbers:
Apple will laut Medienberichten in
den nächsten Monaten den zugekauften Service Beats international
einführen. Bisher ist er nur in den
USA verfügbar. (dpa)
MINDESTLOHN
Agrarminister will
Bauern schützen
BERLIN — Bundesagrarminister
Christian Schmidt (CSU) will die
Landwirtschaft vor möglichen negativen Folgen des Mindestlohns
schützen. „Mit Beginn der Spargelsaison beginnt die arbeitsintensivste
Zeit“, sagte Schmidt. „Nun wird sich
zeigen, ob die Regelungen zum Mindestlohn praxistauglich sind“, so
Schmidt. „Sollten zum Beispiel bei
den Dokumentationspflichten, der
Saisonarbeit, mithelfenden Angehörigen oder bei der Anrechnung von
Kost und Logis Probleme auftauchen, müssen wir über Nachbesserungen sprechen.“ Am 23. April wollen die Koalitionsspitzen mögliche
Änderungen beraten. (dpa)
BRAUNKOHLESTROM
Umweltaktivisten
demonstrieren
DRESDEN — Mehrere Dutzend Um-
weltaktivisten von Greenpeace und
Campact haben am Samstag vor der
Dresdner Frauenkirche gegen die
Braunkohleverstromung demonstriert. Die etwa 50 Teilnehmer bildeten eine Menschenkette und forderten die Regierungen von Sachsen,
Brandenburg und dem Bund auf, an
den Klimaschutzzielen festzuhalten
und den Ausstieg aus der Braunkohle einzuleiten. (dpa)
Während andernorts wie hier im brandenburgi-
schen Ruhlsdorf schon fleißig geerntet wird, stehen Sachsens Spargelbauern größtenteils noch
in den Startlöchern. Angesichts der gestiegenen
Temperaturen dürften die ersten Freilandstangen jedoch in der kommenden Woche gestochen werden, sagte der Vorsitzende des Verbandes der Sächsischen Spargelbauern, Holger
Schöne. Spargel wächst ab 12 Grad Bodentem-
peratur. Bereits jetzt werde das unter Planen
oder Glas gezogene Gemüse geerntet, so Schöne. Den „offiziellen“ Saisonstart für Freilandspargel werde es aber wohl erst am kommenden
Wochenende geben. Schöne rechnet für Sachsen mit einer guten Saison. „Bis jetzt ist alles optimal gelaufen“, sagte er. Auch das Sturmtief
„Niklas“ habe den Bauern nicht besonders zu
schaffen gemacht. „Da sind ein paar Folien weg-
geflogen, aber viel ist nicht passiert.“ Für Preissteigerungen dürfte der Mindestlohn sorgen.
Der Verband rechnet damit, dass Verbraucher
deshalb zwischen 1,00 und 1,50 Euro mehr pro
Kilogramm Spargel zahlen müssen. Im vergangenen Jahr hatten Sachsens Spargelbauern rund
970 Tonnen des edlen Gemüses geerntet. 17 Betriebe bauen im Freistaat auf 214 Hektar Spargel
FOTO: RALF HIRSCHBERGER/DPA
an.
Winterkorn will im Machtkampf
bei Volkswagen nicht aufgeben
Die Geschicke des Volkswagen-Konzerns lenkte
jahrelang das Duo Piëch
und Winterkorn. Doch das
Vertrauen zwischen den
beiden ist erschüttert.
VON HEIKO LOSSIE UND
ANDREAS HOENIG
WOLFSBURG — Bei Volkswagen zeichnet sich ein erbitterter Machtkampf
in der Führungsspitze ab. Nach einer
Attacke von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf Vorstandschef Martin Winterkorn stärkten nicht nur
der Betriebsrat und das Land Niedersachsen Winterkorn den Rücken.
Auch VW-Aufsichtsrat Wolfgang
Porsche distanzierte sich von seinem Cousin Piëch. Der Ausgang der
Führungskrise ist völlig offen.
Piëch (77 Jahre) hatte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ überraschend gesagt: „Ich bin auf Distanz
zu Winterkorn.“ Dies kam einer Demontage seines langjährigen Wegbegleiters Winterkorn (67) gleich.
„Die Aussage von Herrn Dr. Piëch
stellt seine Privatmeinung dar, welche mit der Familie inhaltlich und
sachlich nicht abgestimmt ist“, ließ
Wolfgang Porsche als Vertreter der
Porsche-Familie gestern in Stuttgart
mitteilen. Er ist der Sprecher des Porsche-Familienstamms, der zusam-
men mit den Piëchs die Mehrheit an
Europas größtem Autobauer hält.
Damit steht Piëch mit seinen Äußerungen zunehmend isoliert da.
Bisher gab es aus dem VW-Aufsichtsrat keine öffentliche Unterstützung seiner Position. Piëch hatte
außerdem gesagt: „Ich strebe an,
dass an die Spitze des Aufsichtsrats
und des Vorstands die Richtigen
kommen.“ Die Kandidaten dafür seien bereits im Unternehmen. Einzelheiten nannte Piëch aber nicht. Seine Motive für die Äußerungen sind
unklar.
Winterkorn ist seit 2007 VWVorstandsvorsitzender. Sein Vertrag
läuft Ende 2016 aus. Konzerninsider
hatten zuletzt übereinstimmend berichtet, dass Winterkorn Piëch im
Kontrollgremium ablösen dürfte.
Nur der Zeitpunkt schien unklar. So
ließ es auch Winterkorn zuletzt offen, ob für ihn eine Vertragsverlängerung infrage komme.
Winterkorn selbst denke nicht
daran, den Bettel hinzuwerfen und
sich von Piëch vom Hof jagen zu lassen, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ aus dem Unternehmen erfuhr. Die „Bild am Sonntag“ zitierte einen „Vertrauten“ Winterkorns mit den Worten: „Piëch
will ihn killen, aber Winterkorn
kämpft.“ Bei der Eröffnung der Hannover Messe gestern ließ sich Winterkorn nichts anmerken. Lächelnd
schritt er Seite an Seite mit Niedersachsens Ministerpräsident Stephan
Weil (SPD) über den roten Teppich.
Bereits am Freitag hatten sich
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
hinter Winterkorn gestellt. Beide sitzen im VW-Aufsichtsrat. Weil sagte:
„Ich halte eine öffentliche Diskussion über die Spitzen von VW für
schädlich.“ Für eine Abberufung
Winterkorns durch den Aufsichtsrat müsste sich dieser laut Aktiengesetz eine „grobe Pflichtverletzung“
zuschulden kommen lassen oder
„unfähig zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung“ sein. Das Mitbestimmungsgesetz regelt zudem, dass
Martin
Winterkorn
Vorstandschef von VW
FOTO: BERND WEISSBROD/DPA
Der VW-Konzern
Europas größter Autobauer Volkswagen beschäftigt weltweit rund
600.000 Beschäftigte, davon fast die
Hälfte in Deutschland. Der Konzern
hat zwölf Marken, darunter die Kernmarke VW, Audi, Porsche und Skoda.
Größter Einzelmarkt ist inzwischen
China. Im vergangenen Jahr machte
Volkswagen mit fast 120 Werken weltweit einen Umsatz von rund 202 Milliarden Euro. Die Auslieferungen lagen
bei 10,14 Millionen Fahrzeugen, der
Gewinn bei 10,8 Milliarden Euro. (dpa)
für sein Aus eine Zweidrittelmehrheit im Kontrollgremium nötig ist.
Die Aussagen Piëchs kommen einem Erdbeben bei Volkswagen
gleich. Piëch hatte VW einst selbst
geführt. Zu Winterkorn besaß er
jahrzehntelang ein großes Vertrauensverhältnis. Ohne Piëch, das war
bisher Konsens, fällt bei VW keine
zentrale Entscheidung.
Der „Spiegel“ führt für die Verstimmung zwischen Winterkorn
und Piëch auch große strategische
Probleme an, vor denen Volkswagen
allem Erfolg zum Trotz steht. Die
Gewinnkraft der Kernmarke VW
hinkt der Konkurrenz hinterher. Daher greift seit vergangenen Sommer
ein milliardenschwerer Sparplan.
Im Juli gibt Winterkorn das Amt als
VW-Markenchef, das er in Personalunion mit seinem Chefposten im
Konzern führt, an den früheren
BMW-Vorstand Herbert Diess ab. In
den USA fehlen zudem die richtigen
Modelle, so dass VW seit Jahren in
einem wachsenden Markt – dem
nach China zweitgrößten der Welt –
Anteile verliert. In Summe werden
diese Probleme verdeckt durch den
insgesamt seit Jahren laufenden Rekordkurs des Konzerns, der sich mit
großem Tempo bei Absatz, Umsatz
und Gewinn verbessert. Der Rivale
General Motors ist schon überholt.
Nur noch Toyota als weltgrößter Autokonzern liegt vor VW. (dpa)
EINEN LEITARTIKEL zu diesem Thema lesen Sie auf Seite 4
Merkel wirbt für Handel mit Indien
Der Subkontinent ist Partnerland der Hannover
Messe, die gestern Abend
von der Bundeskanzlerin
eröffnet wurde.
HANNOVER — Bundeskanzlerin Ange-
la Merkel (CDU) hat sich für intensivere Handelsbeziehungen zu Indien
ausgesprochen, dem diesjährigen
Partnerland der Hannover-Messe.
„Der Handel zwischen Deutschland
und Indien kann noch verbessert
werden, obwohl Deutschland schon
der größte europäische Handelspart-
ner Indiens ist“, sagte Merkel am
Sonntagabend vor der Eröffnung der
Industrie-Messe in Hannover. Indien werde sich in der niedersächsischen Landeshauptstadt als Technologieführer präsentieren.
Zusammen mit dem indischen
Ministerpräsidenten Narendra Modi, der heute und morgen auch in
Berlin sein wird, eröffnete Merkel
gestern die Hannover Messe Industrie. Noch am Abend fanden
deutsch-indische
Wirtschaftsgespräche in Hannover statt.
Seit 2011 ist der bilaterale Handel
zwischen Deutschland und Indien
immer weiter gesunken auf rund 16
Milliarden Euro 2014. Indien mit
seiner Milliardenbevölkerung will
in diesem Jahr China als wachstumsstärkstes Schwellenland überholen.
Angela Merkel
Bundeskanzlerin
FOTO: HAUKE C. DITTRICH/DPA
Die Hannover Messe ist mit gut
6500 Ausstellern aus rund 70 Ländern die weltgrößte Industrieschau.
Unter dem Motto „Integrated Industry - Join the Network“ (etwa: Ver-
netzte Industrie – tritt dem Netzwerk bei) bietet die Schau einen
Blick auf die Fabrik der Zukunft, bei
der Maschinen zunehmend miteinander vernetzt sind. Smarte Anlagen
und intelligente Maschinenparks
gelten als die vierte industrielle Revolution nach Dampfmaschine,
Massenproduktion und Automation („Industrie 4.0“).
Aus Sachsen präsentieren 135
Aussteller ihre Neuheiten in Hannover. „Die aktive Beteiligung unserer
Unternehmen ist ein Zeichen dafür,
wie stark Sachsen im nationalen
und internationalen Wettbewerb
aufgestellt ist“, betonte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). (rtr/fp)
chon wieder ein Allzeithoch:
Der deutsche Aktienindex
Dax hat die vergangene Woche mit einem neuen Rekord abgeschlossen. Weder der Führungsstreit
bei Volkswagen noch die eher mauen Zahlen zur deutschen Industrieproduktion konnten die Stimmung
der Börsianer trüben. Das alles wird
überdeckt durch die Geldschwemme der Europäischen Zentralbank
(EZB). Im März hat die Notenbank
mit dem Kauf von Staatsanleihen
und anderen Wertpapieren gut
60 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt. Die Folge ist ein weiterer
Rückgang der Zinsen. Die Rendite
von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit fiel auf ein Rekordtief
von 0,14 Prozent. Bei solchen Minizinsen schichten immer mehr Investoren ihr Geld in Aktien um. Die
Kurse seien „den fulminanten Gegebenheiten weit enteilt“, moniert die
hessisch-thüringische Landesbank
Helaba.
Trotz solcher Warnungen wird
die EZB auf ihrer Ratssitzung am
Mittwoch wohl eine positive Zwischenbilanz des Anleihe-Kaufprogramms ziehen und dessen Fortsetzung bis Herbst 2016 bestätigen. Am
selben Tag gibt es auch Neuigkeiten
von der US-Notenbank Federal Reserve: Fällt ihr neuer Konjunkturbericht eher pessimistisch aus, so würde das Spekulationen anheizen, dass
die Fed ihre erste Zinserhöhung seit
der weltweiten Finanzkrise weiter
hinausschieben wird. Für die Aktienmärkte wäre diese an sich unerfreuliche Nachricht ein Kurstreiber.
Außerdem legen in den USA diese
Woche zahlreiche Unternehmen ihre Zwischenbilanzen fürs erste
Quartal vor, darunter die Großbanken JP Morgan, Bank of America,
Goldman Sachs und Citigroup.
Am Donnerstag präsentieren
dann in Berlin die deutschen Wirtschaftsweisen ihr neuestes Gutachten – pünktlich zur Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank
in Washington. Dort kommen ab
Freitag Politiker und Wirtschaftsgrößen aus aller Welt zu dreitägigen
Beratungen zusammen.
Kuka plant
Roboter für
Pflegeeinsatz
Konzern sieht mögliche
Entlastung des Personals
AUGSBURG/BERLIN — Der Industriero-
boterhersteller Kuka fasst bei seinem Wachstumskurs auch das Geschäft mit Privatkunden ins Auge.
Der Konzern will dabei von der zunehmenden Alterung der Gesellschaft profitieren und Roboter etwa
an Pflegeheime und Krankenhäuser
verkaufen. „Serviceroboter können
wir uns gut vorstellen bei Kuka. Diese Maschinen helfen dann im Haushalt beim Tisch abräumen oder im
Pflegeheim und Krankenhaus bei
der Essens- und der Medikamentenausgabe“, sagte Konzernchef Till
Reuter der „Welt am Sonntag“.
Diese Roboter könnten das Personal entlasten, indem sie die zeitaufwendigen Routinetätigkeiten übernehmen wie zum Beispiel das Einräumen von Tabletts nach dem Essen. „Das verschafft den Pflegern
dann auch mehr Zeit, sich mit den
Patienten zu beschäftigen“, sagte
Reuter. Gesicht und Beine sollen die
dafür bestimmten Roboter allerdings nicht bekommen.
Für Kuka wäre das Geschäft mit
Pflegeheimen oder Krankenhäusern
ein weiterer Schritt, um unabhängiger von den Autokonzernen zu werden, die bisher die wichtigsten Kunden sind. Reuter hatte Kuka zuletzt
mit der Kauf des Schweizer Unternehmens Swisslog im Bereich Logistik gestärkt. (dpa)
KULTUR
Montag, 13. April 2015
Freie Presse
Zeitlos-magische Beats
NACHRICHTEN
FILMFEST
Packender
Reißwolf –
härter geht’s
kaum
Sechs Tage lang
Kurzstreifen
DRESDEN — In Dresdens Kinos laufen
ab morgen wieder sechs Tage lang
Kurzstreifen: Beim internationalen
Kurzfilmfest konkurrieren 71 Beiträge aus über 35 Ländern. Am
Samstag vergibt die Jury zum 27.
Mal die Goldenen Reiter. Damit verbunden sind Preisgelder in Höhe
von rund 65.000 Euro. Der Wettbewerb gehört damit zu den am höchsten dotierten Festivals dieser Art.
Anlässlich des 60. Jahrestages der
Gründung des Defa-Studios für
Trickfilme wird am Donnerstag außerdem die Sonderausstellung „Ohne Ton kein Bild“ in den Technischen Sammlungen Dresden eröffnet. Neu ist ein Kurzfilm-Open-Air
auf dem Dresdner Neumarkt. (dpa)
The Prodigy erklären
die Nacht in Berlin
zum Rave-Exzess
VON VINCENT GRUNDKE
BERLIN — In der freien Wildbahn ist
der Fuchs scheu, doch gerissen. Verirrt er sich in die Stadt, wird der
nachtaktive Bursche unverblümt
dreist, klaut, wo er kann und lässt
Mülltonnen scheppern – weil er
hungrig ist. Der Fuchs ist ein Raubtier. Und Wildhund. Ein besseres
Symbol hätte sich die Rave-PunkBand The Prodigy nicht für ihr neues Album suchen können. Mit „The
Day Is My Enemy“ erklären die Briten sanfte Sonnenstrahlen zum
Feindbild und die Nacht zum RaveExzess. Wie das knallt, das bewiesen
die Verrückten eindrucksvoll am
Wochenende im Berliner Velodrom.
» www.filmfest-dresden.de
24-STUNDEN-LESUNG
Erinnerung an das
Ende des Krieges
BERLIN — Mit einer 24 Stunden lan-
gen Lesung aus Walter Kempowskis
legendärem Tagebuch „Das Echolot“
will die niedersächsische Landesvertretung in Berlin an das Ende des
Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren erinnern. Die Lesung beginnt an Kempowskis Geburtstag, dem 29. April,
um 18.30 Uhr. Mehr als 50 Vorleser
beteiligen sich. „Das Echolot“ ist eine vierteilige Buchreihe des Autors
(1929–2007). In einer Collage aus Tagebüchern, Briefen und autobiografischen Erinnerungen unterschiedlichster Akteure dokumentiert er
die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Gelesen wird aus dem letzten Teil „Abgesang ’45“. (dpa)
Mondstimmung pur: Die Gruppe Faun bei ihrem Konzert im Rahmen der „Luna“-Tour 2015 in der Stadthalle Chemnitz.
Gesänge von Liebe und
Vergänglichkeit: Die Band
Faun bringt in Chemnitz
die Generationen
zusammen.
VON KONRAD SCHUBERT
EX-„TATORT “-STAR
Boris Aljinovic
spielt Theater
CHEMNITZ — Es ist zweifelsfrei inter-
FOTO: PAUL ZINKEN/DPA
WOLFSBURG — Vom „Tatort“ auf die
Theaterbühne: Der frühere Berliner
Ermittler-Darsteller Boris Aljinovic
(47) hat in Wolfsburg Bühnenpremiere mit einem
Stück über Boulevardjournalismus
gefeiert. „Theaterstück für einen
Mann und ein
Smartphone“ lautet der Untertitel
des Dramas „Seite Eins“, in dem es
um einen Journalisten auf der Suche
nach Titelstorys geht. „Glückwunsch an Boris für eine tolle umjubelte Leistung!“, schrieb bei Facebook der Autor des Stücks, Johannes
Kram, nach der Premiere am Samstag. Aljinovic hatte im November als
Ermittler Stark seinen „Tatort“-Abschied gegeben. Seit März ist das
neue Berliner Team Meret Becker/Mark Waschke im Dienst. (dpa)
essant, wie es eine Band, die eigentlich der subkulturellen Szene aus
Mittelalter und Gothic entsprang,
schafft, die Chemnitzer Stadthalle
am Freitagabend fast restlos zu füllen. „Faun“, so der Name der deutschen Ethno-Folk-Band, hatte zu ihrem Beginn Ende der Neunziger das
Ziel, mit allerlei exotischen, zum
Teil längst vergessenen Instrumenten ihren zeitlos-romantischen
Ideen musikalischen Ausdruck zu
verleihen. Dass dieses Konzept einen solch durchschlagenden Erfolg
hat, Chartplatzierungen und Medienpräsenz hervorruft – wahrscheinlich hat es keiner geahnt.
Zunächst fällt die Vielfältigkeit
des Publikums auf. Menschen in Alltags-Klamotten mischen sich unter
mittelalterlich gekleidete Szenegänger. Das Alter spielt an diesem
Abend offensichtlich keine Rolle.
Klar, das bestuhlte Ambiente verspricht keine Tanzveranstaltung.
Anhören ist angesagt! Die in blauem
Licht gehaltene Bühne mit klassisch
anmutenden Instrumenten, viel Nebel und einer mondlichtartigen Dekoration wird dem Konzept der aktuellen Tournee gerecht. „Luna“, zu
Deutsch „Mond“, heißt das mittlerweile achte Album der Band – und
diese Mondlichtstimmung transportieren „Faun“ in dem zweieinhalbstündigen Konzert nahezu perfekt.
Faun sind Gratwandler, deren
musikalischer Magie man sich nur
schwer entziehen kann. Dabei ist es
vor allem die Mischung aus tanzbaren elektronischen Beats und folkloristischer Instrumentierung, die den
Reiz des Abends ausmacht. Hauptsänger und Gründervater der Band,
Oliver „SaTyr“ Pade, forderte somit
zu Recht zu einer eher unkonventionellen Verhaltensweise im Saal auf:
„Ihr könnt gern aufstehen, in den
Gängen und auf den Sitzen tanzen.“
Und Chemnitz tat es – die Reinigungskräfte der Stadthalle mögen es
verzeihen. Als Kontrapunkt dazu
gab es, besonders im zweiten Teil des
Konzerts, ruhige, fast schon intime
Balladen. Angereichert mit grandiosen Gastmusikern, wie der Cellistin
Maya Fridman und dem spanischen
Weltmusiker Efren Lopez, zauberten die Künstler eine entrückte Atmosphäre.
Dabei sind es wohl vor allem die
Texte und die Themen, gehüllt in
Melodien, die uns alle im Innersten
beschäftigen. Es ist die Sehnsucht
nach, aber auch die Tragik der Liebe,
welche sich in stillen, mondlichtbeschienenen Stunden in jedem Einzelnen manifestieren. Besungen in
wunderschön anzuhörenden Liedern, wie „Wind und Geige“, in denen es heißt: „Drinnen im Saal eine
Geige sang,/ Sie sang von der Liebe
so wild, so lind. Draußen der Wind
durch die Zweige sang:/ Was willst
du denn, Menschenkind?“
„Drinnen im Saal
eine Geige sang,/
Sie sang von der
Liebe so wild, so
lind...“
Liedtext der Band Faun
In dem Song „Abschied“ wird die
Mystik des Abends mit der Wehmut
der Vergänglichkeit verknüpft:
„Bald werd ich dich verlassen und in
die Fremde gehen,/ auf unbewegten
Gassen des Lebens Schauspiel sehen…“ Es sind diese allgegenwärtigen Themen der Zwischenmenschlichkeit, welche durch den Einbezug
von jahrhundertealten Melodien
und Instrumentierungen eine gewisse Zeitlosigkeit erlangen. Ein vertonter Rosamunde-Pilcher-Roman?
Doch wir lassen uns einfach darauf
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
ein, wenn es stimmt. Bei Faun
klappt das, nicht zuletzt durch die
humorvollen Ansagen zwischen
den Liedern. Man könnte die Gefühle auch in rationaler Belanglosigkeit
untergehen lassen, doch Faun verstehen es, ein Heiß-Kalt-Bad zu inszenieren.
Jeder der Musiker ist Multiinstrumentalist. Vor allem Frontmann Oliver Pade versteht es, mit der „Nyckelharpa“, einem altschwedischen Instrument, oder der Laute ordentlich
abzurocken, um sich im nächsten
Lied dezent mit einer Harfe in den
Hintergrund zurückzuziehen. Ähnlich Fiona Rüggeberg, die sogar innerhalb der Songs mehrmals die Instrumente wechselt und vom Dudelsack, diversen Blasinstrumenten bis
zum Gesang eine überaus gelungene Performance abgibt.
Man könnte Fauns Abendprogramm auch als Vortrag in verschiedenen Akten begreifen. So wandelt
sich bei jedem Lied das Bühnenbild,
das Licht, die Kulisse. Es gibt eine
Feuershow, eine Bauchtänzerin, ein
Solo auf der Rahmentrommel ...
Faun beschreiten einen Weg, den
bisher vielleicht nur Unheilig,
Rammstein oder in Grenzen auch
Subway to Sally geschafft haben –
diese Brücke heraus aus einer Nische, hinein in eine Welt der allgemeinen Öffentlichkeit. Das ist positiv zu verstehen, denn es zeigt, dass
Musik eine Sprache ist, die jeder versteht.
Auf der Straße der Besten
Rankings sind nicht nur im
Sport und in der Wirtschaft populär, sondern
auch in der Kunst.
Beispielsweise findet der
Kunstkompass große
Beachtung. Aber warum
eigentlich – geht es wieder
mal nur ums Geld?
VON CHRISTOPH DRIESSEN
KÖLN — Gerhard Richter (83) ist Su-
perlative gewohnt. Er gilt als der teuerste lebende Maler der Welt. In nahezu allen Rankings der wichtigsten
Künstler belegt er Platz 1 – so auch
im aktuellen Kunstkompass. Schon
zum zwölften Mal führt er die viel
beachtete Liste an.
Richter lebt zurückgezogen im
Villenviertel Köln-Hahnwald. Die
7
meiste Zeit arbeitet er, nachmittags
geht er vielleicht mal mit dem Hund
raus. Bedeuten ihm die Rankings
noch etwas? „Als der Kunstkompass
aufkam, hat es mich schon interessiert, ob ich dazugehöre“, sagt Richter. „Aber das lässt dann nach, und
wenn ich nicht extra darauf aufmerksam gemacht würde – wie jetzt
– wüsste ich gar nichts davon.“
Richter belebte klassische Genres
wie Landschaften, Seestücke, Porträts, Aktbilder oder Stillleben neu
und wandte sich mit seinen verwischten Fotogemälden gegen die
scheinbare Objektivität der Fotografie. Sein Platz in der Kunstgeschichte ist gesichert – um das zu wissen,
braucht man kein Ranking. Was also ist Sinn und Zweck einer solchen
Rangfolge?
„Das hat damit zu tun, dass viele
Leute Kunst als Geldanlage sehen,
und das sind ja nicht unbedingt
Fachleute für Kunst“, meint Gerhard
Finckh, Direktor des Von-der-Heydt-Museums in Wuppertal. „Vielmehr sind das einfach wohlhabende
Menschen, die sagen: Neben meinen
Aktien, neben meinen Häusern,
meinem Boot und meinen Rennpferden hab ich eben auch Kunst,
und diese Kunst soll bitte auch mehr
wert werden.“ Dafür bräuchten sie
Handreichungen – und diese Funktion erfüllten die Rankings. „Für
Leute, die keine Ahnung von Kunst
haben, ist so ein Ranking schon hilfreich. Für alle anderen nicht.“
Gerhard
Richter
Maler
FOTO: ARNO BURGI/DPA
Was die Frau hinter dem Kunstkompass naturgemäß anders sieht.
Sie heißt Linde Rohr-Bongard, lebt
in Köln und hat den Kunstkompass
einst von ihrem verstorbenen Mann
Willi Bongard übernommen. Als sie
den Wirtschaftsjournalisten Anfang
der 70er-Jahre kennenlernte, hielt
sie ein solches Ranking übrigens
auch noch nicht für eine gute Idee.
„Erst haben wir uns unglaublich gefetzt“, erzählt sie. „Ich hab’ zu ihm
gesagt: ,Sie sollten sich schämen!‘“
Künstler seien doch schließlich keine Rennpferde! Später hat sie dieses
Urteil revidiert: „Man gibt doch eine
Art von Transparenz über den
Kunstbetrieb“, sagt sie.
Rohr-Bongard legt Wert darauf,
dass in ihre Wertung keine Auktionspreise einfließen. Der Kompass
spiegele nicht den Markt, sondern
die Bedeutung, die einem Künstler
von den Kennern zugemessen werde, etwa von Ausstellungsmachern
und Rezensenten.
Als Beispiel nennt sie Joseph
Beuys (1921–1986), der auf der Liste
der verstorbenen Künstler immer
ganz vorn mit dabei ist, obwohl seine Werke nicht so hohe Preise erzielen wie die etwa von Warhol oder
auch Richter. Interessanter als die
ersten 100 seien außerdem die Veränderungen dahinter: Da sehe man
dann, wer im Kommen sei. Und das
sei doch nun wirklich interessant
für alle.
Gerhard Finckh ist dennoch
nicht überzeugt. Er hat gerade noch
ein Buch über den Kunstbetrieb am
französischen Königshof von Versailles gelesen. „Wenn sich da irgendein Herzog einen Maler ausgesucht hat, der ihm seine Räume ausgemalte, dann kam womöglich ein
anderer und sagte: ,O, das find ich
aber schön, den Maler nehm ich
auch!‘ Das heißt, es hatte nichts mit
Rankings zu tun, sondern einfach
mit Geschmack.“ (dpa)
Die wichtigsten Künstler
1. Gerhard Richter (Deutschland)
2. Bruce Nauman (USA)
3. Rosemarie Trockel (Deutschland)
4. Georg Baselitz (Deutschland)
5. Cindy Sherman (USA)
6. Anselm Kiefer (Deutschland)
7. Olafur Eliasson (Dänemark)
8. William Kentridge (Südafrika)
9. Richard Serra (USA)
10. Pipilotti Rist (Schweiz)
Keine Spur von Stagnation
25 Jahre haben die Herren Liam
Howlett, Maxim Reality und Keith
Flint schon als Band auf dem Buckel.
Weich geworden sind sie dadurch
ganz und gar nicht. Von Stagnation
auch keine Spur, sie sind über die
Jahre durch die Genres gestreift und
haben sich überall ihre Liebhaber
fein säuberlich ausgesucht. Deshalb
gelten sie heute als des Metals liebste Dance-Band. Und begrüßen neben langhaarigem Gefolge allerlei
Punker, Skater, Hip-Hopper und
junggebliebene Elternpaare, die es
nochmal wissen wollen. Eilig hatten
es The Prodigy nämlich nie, dem
kommerziellen Schnellschuss-Verfahren hinterherzulaufen, um
trendbewussten Teenies zu imponieren. Sechs Jahre und ein verworfenes Album liegen hinter The Prodigy, jetzt fühlen sie sich sichtlich
wohl mit dem packenden Reißwolf
„The Day Is My Enemy“.
Im Interview mit der „Freien
Presse“ bedauerten sie kürzlich die
schnuckelige DJ-Kultur mit Wärmflaschen-Faktor heutzutage, die nur
den USB-Stick anstöpselt und zu
entspannter EDM mit den Armen
fuchtelt. Wie sehr der Gegenpol The
Prodigy für brutale Breakbeat-Attacken steht, lassen wummernde Bässe und schräge Synthesizer in neuen
Songs wie „Nasty“ und „Rok-Weiler“
wissen. Geschmeidig schmiegen die
sich zwischen alte Hits wie „Omen“
und „Firestarter“, lassen den Moshpit aber nie innehalten. Härter geht’s
kaum. Dreschende Live-Drums und
eine sägende Distortion-Gitarre fühlen sich an, als sei dem Zahnarzt ein
Presslufthammer untergekommen.
Nackte Oberkörper klatschen im
Takt des gleißend hellen Stroboskop-Lichts aneinander. Mancher
steht mit blutender Nase am Rand,
andere helfen mit Sonnenbrille im
Gesicht den Stagedivern in die Höhe. Zum Track „Wall Of Death“ treffen standesgemäß zwei Fronten Feierwütiger aufeinander.
Tanzend zum Ausgang
Erst bei „Omen (Reprise)“ darf nach
einer Stunde Eskalation kurz die
Luft angehalten werden. Dann
bringt der Titelsong vom Vorgänger-Album „Invaders Must Die“ die
Berliner zurück zur Ekstase. Nahtlos
geht die Pogo-Party in „Smack My
Bitch Up“ über. Ein Ende findet das
Spektakel erst mit der Zugabe „Take
Me To The Hospital“. Nur, warum
warnt Maxim, der die gesamten
90 Minuten wie ein tollwütiger Affe
über die Bühne gewirbelt ist, erst
jetzt: „welcome to the scene of the
crash“? Offene Münder bleiben zurück, wollen nicht nach Hause. Einige schütten geschockt Bier nach, andere spielen in Gedanken immer
weiter „Firestarter“ ab und tanzen
zum Ausgang. Raus ins warme Dunkel – „the night my friend“.
DAS VIDEO zu „The Day Is
My Enemy“ von The Prodigy
können Sie aufrufen, wenn Sie
diesen Code scannen.
» www.freiepresse.de/prodigy
8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 13. April 2015
Kleinflugzeug stürzt knapp neben Autobahn – ein Toter
KURZ GEMELDET
GERMANWINGS
Bombendrohung
verzögert A320-Flug
Aus Eisspalte gerettet
FUSCH — 24 Stunden lang haben ein
Skitourengeher aus Passau und sein
Begleiter in den österreichischen Alpen in einer vier Meter tiefen Gletscherspalte ausharren müssen. Die
beiden Wintersportler waren am
Samstag am Großen Wiesbachhorn
bei Fusch in 3300 Metern Höhe in
die Gletscherspalte gestürzt. Sie setzten ein Notsignal ab, konnten sich
aber nicht selbst befreien. Gestern
wurden beide mit einem Hubschrauber geborgen. Die beiden
Männer seien zwar unterkühlt, aber
in gutem Zustand. (dpa)
KÖLN — Wegen einer Bombendro-
hung hat der Pilot einer Germanwings-Maschine den Start der Maschine gestern Abend auf dem Flughafen Köln/Bonn abgebrochen. Alle
132 Insassen konnten die Maschine
wohlbehalten verlassen. Die Drohung gegen den Flug nach Mailand
sei über die Bundespolizei eingegangen, teilte Germanwings in Köln
mit. Das Flugzeug, ein Airbus des
Typs A320, befand sich demnach gerade auf dem Weg zur Startposition.
Der Pilot habe den Rollvorgang abgebrochen und das Flugzeug an eine
für solche Fälle vorgesehene Position gebracht. Dort hätten die 126 Passagiere und die 6 Personen umfassende Crew das Flugzeug verlassen.
Sprengstoff-Spürhunde
hätten
nichts gefunden, sagte eine Bundespolizei-Sprecherin. Das Gepäck werde erneut durch die Kontrolle geführt. Auch das Handgepäck werde
luftsicherheitstechnisch überprüft.
Ein Germanwings-Sprecher betonte, dass die Passagiere noch am
Abend befördert werden sollten.
Dies solle definitiv mit einer anderen Maschine geschehen. Weitere
Einzelheiten wurden zunächst
nicht bekannt. (dpa)
Riesige Brände in Sibirien
ABAKAN — Bei verheerenden Wald-
und Steppenbränden sind in Sibirien mindestens vier Menschen ums
Leben gekommen und mehr als 100
Wohnhäuser verbrannt. Mehr als 70
Menschen seien verletzt worden,
teilten die Behörden in der russischen Teilrepublik Chakassien gestern mit. In 21 Orten wurde der Ausnahmezustand verhängt. (dpa)
An der A 28 in Niedersachsen ist ein Sportflug-
zeug abgestürzt. Dabei wurde der Pilot der Propellermaschine getötet, drei weitere Insassen
wurden lebensgefährlich verletzt. Wie die Poli-
zei mitteilte, war das Flugzeug gestern Nachmittag vom Flugplatz Oldenburg-Hatten gestartet
und kurz danach aus noch ungeklärter Ursache
verunglückt. Die Maschine stürzte zwischen ei-
nen Wildschutzzaun und die Seitenleitplanke.
Die Opfer mussten von den Einsatzkräften der
Feuerwehr aus dem Wrack geschnitten werden.
FOTO: MARKUS HIBBELER/DPA
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
65-Jährige erwartet Vierlinge
Lotto am Samstag
2, 11, 15, 36, 46, 47
Superzahl: 6
Spiel 77: 7405197
Super 6: 027822
LEUTE HEUTE
Berliner Lehrerin sorgt für Schlagzeilen – Möglich war die Kinderwunschbehandlung nur im Ausland
Euro-Jackpot
Ziehung vom 10. April: 1, 18, 26, 40, 47,
Eurozahlen: 3, 4
BERLIN — Annegret R. hat schon 13
Kinder und 7 Enkel. Nun ist sie
schwanger mit Vierlingen. Die
Frau meint dazu: „Ich finde, das
muss man für sich selber entscheiden.“ Ihr 13. Kind wurde 2005 geboren. Damals trat sie mit ihrer Familie in TV-Shows auf. Heute ist
sie bei RTL-„Extra“ zu Gast. Mediziner beantworten in der „Freien
Presse“ die wichtigsten Fragen.
Glücksspirale
Endziffer(n): 6: 10 ¤, 18: 20 ¤, 412:
50 ¤, 4002: 500 ¤, 65772: 5000 ¤,
430733, 100397: 100.000 ¤, 7500556,
3502187: monatliche Sofortrente von
7500 ¤
Tele-Bingo
Vier Ecken: B 3, 5, 6, 12, 14, 15, I 17, 27,
29, 30, N 31, 32, 34, 39, 40, 41, 42, 45,
G 47, 49, 58, O 61, 63, 67, 69, 70, 73
Das Kreuz: N 38, G 48, O 65
Der Rahmen: B 7, 11, I 21, 22, 24, G 52,
56, 57, 60, Full House: B 1, 10, I 16, 23
G 51, 53, 54,
Wie kann eine Frau mit 65 Jahren überhaupt noch schwanger
werden?
Nach der Menopause bedürfe es dazu der Eizellspende einer jüngeren
Frau, erläutert Prof. Jan-Steffen Krüssel vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin. Die Spende ist jedoch in
Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten. In anderen
Ländern ist das Vorgehen dagegen
nach Angaben des Mediziners eine
Standardtherapie, die legal vorgenommen wird, wie in Spanien, oder
nicht klar geregelt ist, etwa in Tschechien.
Keno
Ziehung vom 11. April: 1, 4, 8, 9, 12, 16,
19, 35, 39, 41, 45, 47, 51, 53, 54, 55, 60,
64, 65, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 67266
Ziehung vom 12. April: 1, 15, 17, 22, 23,
24, 27, 29, 31, 37, 38, 39, 42, 52, 54, 57,
60, 63, 66, 69
Zusatzlotterie Plus 5: 71210
Was passiert dabei?
Die Eizelle der Spenderin wird mit
Alle Angaben ohne Gewähr
dem Sperma eines Spenders im Reagenzglas befruchtet und der Frau
implantiert. Oft wird mehr als ein
Embryo eingepflanzt. Dadurch
steigt die Wahrscheinlichkeit einer
Mehrlingsschwangerschaft.
Die
Wahrscheinlichkeit
für
eine
Schwangerschaft hängt laut Krüsell
vor allem vom Alter der Eizellspenderin ab, das Risiko für Probleme
während der Schwangerschaft dagegen eher vom Alter der Empfängerin.
Laut deutschem IVF-Register gab es
von 2000 bis 2012 in Deutschland 18
Vierlingsgeburten nach künstlicher
Befruchtung. Bei nur einer davon
war die Mutter über 40 Jahre alt.
Wie oft gibt es Schwangerschaften bei älteren Frauen?
„Ich kenne Vierlingsschwangerschaften, ich kenne auch Schwangerschaften von sehr reifen Frauen,
aber diese Kombination ist für mich
absolut neu“, sagt Prof. Holger Stepan, Leiter der Geburtsmedizin am
Universitätsklinikum Leipzig. Aufsehen erregten im Jahr 2008 Berichte über eine 70-jährige Inderin, die
nach künstlicher Befruchtung eine
Tochter zur Welt brachte. Vor drei
Jahren gebar eine 66 Jahre alte Pfarrerin in der Schweiz Zwillinge.
Ist eine Schwangerschaft im Alter über 60 medizinisch vertretbar?
„Bei jeder Schwangerschaft, bei der
die Frau älter als 45 ist, müssen wir
schon von einer Risikoschwangerschaft reden“, sagt Stepan. „Über 60
Jahre ist natürlich extrem.“ Aus medizinischer Sicht sei diese Situation
„die absolute Katastrophe“. „Der
65-jährige Körper ist definitiv nicht
darauf ausgerichtet, eine Schwangerschaft auszutragen, nicht von einem Kind und schon gar nicht von
Vierlingen“, betont der Mediziner.
„Man kann die Risiken dieser
Schwangerschaft nicht mehr seriös
abschätzen.“
Wie häufig kommt es zur Geburt
von Vierlingen?
Annegret R.
Lehrerin
(Foto von 2005)
FOTO: PATRICK LUX/DPA/ARCHIV
Was kann der Mutter passieren?
In diesem Alter ist das Risiko für
Bluthochdruck, eine Schwangerschaftsvergiftung oder Diabetes extrem hoch, wie Stepan sagt. „Die Frau
kann in einen lebensbedrohlichen
Zustand kommen.“
Welche Gefahren drohen den
Kindern?
Die Vierlinge werden laut Stepan,
sofern sie die Schwangerschaft überhaupt überleben, mit Sicherheit zu
früh zur Welt kommen. „Keine Vierlingsschwangerschaft hat je den errechneten Termin erreicht. Die Frage ist in diesem Fall nur: wie früh?“
Risiken für die Kinder seien etwa
Hirnblutungen, Infektionen oder
Lungenschäden.
Warum nimmt ein Zentrum
überhaupt bei einer Frau in diesem Alter noch solche Eingriffe
vor?
„Ein Kinderwunschzentrum, das so
etwas macht, ist nicht auf medizinische Gesundheit ausgerichtet“, sagt
Stepan. „Hier geht es wahrscheinlich nur um die Schlagzeile, das ist
unseriöser Extremsport. Man kann
das nur verurteilen.“ (dpa)
FOTO: MICHAEL NELSON/DPA/ARCHIV
Justin Timberlake (34), US-Musiker und Schauspieler, und Jessica
Biel (33), US-Schauspielerin, sind
zum ersten Mal Eltern geworden. Sie
haben einen Sohn mit dem Namen
Silas Randall Timberlake bekommen, wie US-Medien unter Berufung auf Sprecher des Promi-Paares
berichteten. Mama und Baby seien
wohlauf, der Papa ganz „verzückt“,
hieß es. „Mein großartiger Sohn und
seine Frau haben uns das wertvollste Geschenk der Welt gegeben. Silas
Randall Timberlake! Benannt nach
meinem Vater und meinem Sohn“,
schwärmte Timberlakes Mutter auf
Facebook. „Wir könnten nicht
glücklicher sein.“ Justin Timberlakes Großvater hieß Silas mit zweitem Namen. Randall ist der Vorname von Timberlakes Vater und sein
eigener zweiter Name. (dpa)
Karte: Westermann Schulbuchverlag
DAS WETTER AM MONTAG
13
12
12
6
Hoyerswerda
5
4
Riesa
Leipzig
Görlitz
11
Rochlitz
6
Mittweida
Dresden
Bautzen
Freiberg
9
Chemnitz
12
6
Glauchau
Marienberg
Zwickau
Annaberg-Buchholz
Auerbach
Aue
Plauen
Klingenthal
Fichtelberg
1215 Meter
5
35
Wind in km/h
13.04.2015
Hin und wieder Sonne
Heute: Heute verdecken immer wieder Wolken die Sonne. Vereinzelt
fällt anfangs noch etwas Regen,
später bleibt es trocken. Dabei
werden im Tagesverlauf 9 bis 13 Grad
erreicht. Der Wind weht mäßig bis
frisch und in höheren Lagen auch
böig aus West. In der kommenden
Nacht kühlt es sich auf 4 bis 1 Grad
ab. Teils ist es dabei klar, teils locker
bewölkt und trocken.
Oslo
Aussichten: Morgen halten sich
Sonne und Wolken häufig die Waage, und die Temperaturen klettern
am Tage auf 15 Grad. Nachts gehen
die Werte dann auf 10 Grad zurück.
Der Wind weht mäßig aus westlichen Richtungen. Danach wird es vorübergehend frühlingshaft warm.
Biowetter: Die momentane Witterung kann zu leichten bis mäßigen
Beschwerden führen. So treten Gelenk-, Muskel-, Glieder- und Narbenschmerzen auf. Der Flug von Weiden-, Pappel-, Birken-, Ulmen- und
Hainbuchenpollen ist mäßig.
Dublin
Helsinki
Stockholm
Kopenhagen
London
Berlin
Warschau
Prag
Paris
Basel
Wien
Budapest
Sonnenaufgang:
Sonnenuntergang:
Mondaufgang:
Monduntergang:
06:19 Uhr
20:00 Uhr
03:22 Uhr
13:21 Uhr
Biarritz
Lissabon
Bukarest
Madrid
Rom
Tunis
Kanarische Inseln
Istanbul
Athen
Algier
Rostock
Hamburg
Berlin
Vorschau für Chemnitz
Di
15
Mi
21
3
0
6,5
10
0
10
heiter
sonnig
wolkig
Do
21
11
0
7
Fr
11
4
4
0,5
Sa
9
1
2
4,5
Höchstwerte in °C
Tiefstwerte in °C
Niederschlagsdauer in h
Sonnenscheindauer in h
SchneeRegenNebel
Regen
stark
Schneeschauer
schauer
bewölkt
regenbedeckt
SprühGewitter schauer SchneeSchnee
regen
regen
Temperaturen gestern 12 Uhr:
Aue
12 Grad
Berlin
12 Grad
Carlsfeld
9 Grad
Chemnitz
9 Grad
Dresden
10 Grad
Fichtelberg
6 Grad
Gera
10 Grad
Görlitz
10 Grad
Leipzig
12 Grad
Plauen
12 Grad
Zinnwald
7 Grad
-15°C
-10°C
-5°C
0°C
5°C
Wetterlage: Tief Stefan wandert über die Ostsee zum Baltikum. Gleichzeitig
legt sich das neue Hoch Padma über Westeuropa. Somit lösen sich Wolkenreste von Tief Stefan bei uns immer mehr auf. Verbreitet scheint von der Nordsee
über das westliche Europa hinweg bis nach Nordafrika die Sonne.
Köln
Chemnitz
Frankfurt
Nürnberg
München
10°C
15°C
20°C
25°C
30°C
35°C
Temperaturangaben bilden die Höchst- und Tiefstwerte des 24-Stunden-Tages ab.
Reisewetter heute
22°
Athen
20°
Antalya
21°
Barcelona
21°
Budapest
20°
Istanbul
25°
Kairo
9°
Kopenhagen
25°
Lissabon
16°
London
heiter
sonnig
sonnig
wolkig
sonnig
sonnig
wolkig
sonnig
stark bewölkt
Moskau
Nizza
Palma d. M.
Paris
Prag
Rom
Stockholm
Tunis
Varna
Wien
13°
wolkig
19°
sonnig
26°
sonnig
21°
heiter
14°
wolkig
22°
sonnig
11° Regenschauer
21°
sonnig
19°
heiter
18° Regenschauer
REICHENBACHER ZEITUNG
Freie Presse
Montag, 13. April 2015
MOMENT MAL
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
CHRISTIAN MEYER
03765 5595-15543
red.reichenbach@freiepresse.de
Seite 9
Doppik
fordert mehr
Strategen als
Verwalter
Alles Gute zur Konfirmation
Putzglück
Meine Gattin hat sich vor wenigen
Tagen so einen neumodischen
Wischmop zugelegt. „Putzglück“
nennt sich das Ding. Ehrlich gesagt,
es ist schon ein wenig deprimierend.
Was habe ich als altgedienter Ehedackel im Verlauf der Jahre nicht alles
unternommen, um mein geliebtes
Weib glücklich zu machen. Dabei
hätte es wahrscheinlich schon vollkommen ausgereicht, wenn ich regelmäßig mit den schlammigen
Gartenschuhen an den Füßen
durchs Haus geschlurft wäre, um
ihr im Anschluss freundlich lächelnd ihr Reinigungsgerät
Marke „Putzglück“ in die Hand
zu drücken. (awo)
Schwere Kost im Stadtrat:
Rechnungsprüfer plädiert
für Dialog
VON ULRICH RIEDEL
REICHENBACH — Die
NACHRICHTEN
SCHWE R VERLETZT
Junge stürzt auf der
Göltzschtalstraße
WEIßENSAND — Bei einem Fahrradunfall am Samstag auf der Göltzschtalstraße in Weißensand ist ein 14-jähriger Radfahrer mit seinem Rad gestürzt und schwer verletzt worden.
Der Junge war am späten Nachmittag aus Lengenfeld kommend in Höhe eines Hauses nach rechts von der
asphaltierten Fahrbahn abgekommen und auf den unbefestigten Teil
der Straße geraten. Beim Gegenlenken zurück auf die Fahrbahn kam es
zum Sturz. Das Kind erlitt dabei
schwere Verletzungen und wurde
zur stationären Behandlung ins
Krankenhaus gebracht. (gem)
MOTORRAD-UNFALL
Bikerin kommt per
Helicopter in Klinik
LIMBACH — Eine 32jährige Motorrad-
fahrerin ist am Samstag bei einer
Vollbremsung auf der Herlasgrüner
Straße nahe Limbach gestürzt und
gegen das Heck eines Autos gerutscht. Dabei verletzte sich die Frau
schwer und wurde von einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Die Frau hatte zuvor
einen am Abzweig Herlasgrün verkehrsbedingt haltenden BMW übersehen und zu spät gebremst. Wie die
Polizei mitteilt, entstand beim Unfall ein Gesamtsachschaden in Höhe
von 11.000 Euro. (gem)
STRAFTAT
Kater in Limbach
angeschossen
Auch in Lengenfeld fand gestern wie in zahlreichen vogtländischen Gemeinden ein Konfirmations-Gottesdienst statt. Pfarrer Jörg-Martin
Spitzner (hinten links) freute sich für die Jugendlichen und deren „Ja zum Glauben“. Der
Pfarrer rief dazu auf, die jungen Christen weiter
zu begleiten, auf dass „sie ihren Weg im Leben
und im Glauben finden“. Die in der Lengenfelder Aegidiuskirche konfirmierten Mädchen
und Jungen sind: Vanessa Franzk, Antonia Men-
de, Jasmin Rösch, Clara Bärisch, Christina Schöniger und Nadja Heine (vorn von links) sowie
Paul-Philipp Macholdt, Jonas Möckel und Christian Herbst (hinten von rechts). Alles Gute zur
FOTO: CARSTEN STEPS
Konfirmation.
50 Tage ohne Glimmstängel:
Der Bürgermeister hält durch
Eine Wette zwischen dem grün und vom Pfarrer 100 Euro an gibt. Da der Bürgermeister jeden Tag
den Irfersgrüner Carnevalsverein locker sechs Euro für Zigaretten ausLengenfelder Ortschef und gezahlt werden. Die gute Nachricht: gegeben hatte, liegt die eingesparte
dem Pfarrer hat der PolitiFrank Pauli
ker gewonnen. Kirche und Volker
Der Waldkirchener
Bachmann
Carnevalsverein bekomPfarrer hat auch schon
Der Lengenfelder Bürmit Sturzhelm von der
germeister ist für jemen dennoch den vollen
Kanzel gepredigt
den Spaß zu haben
Wetteinsatz.
VON PETRA STEPS
LENGENFELD/WALDKIRCHEN — Kürzlich ist die Fastenzeit zu Ende gegangen. Für viele Anlass, Bilanz über
knapp 50 Tage Verzichtsabsicht zu
ziehen. Auch für Lengenfelds Bürgermeister Volker Bachmann und
Waldkirchens Pfarrer Frank Pauli.
Letzterer hatte die Idee, dass beide
Männer auf das Rauchen verzichten
sollten. Beim Fastenbrechen vor Ende der Zeit sollten vom Bürgermeister 100 Euro an die Kirche in Irfers-
FOTO: FRANKO MARTIN/ARCHIV
FOTO: CARSTEN STEPS/ARCHIV
Kirche und Verein bekommen ihre
Geld. Auch wenn der Pfarrer im Gegensatz zum Bürgermeister nicht
ganz durchgehalten hat.
Summe längst über den 100 Euro,
die er aus Solidarität trotzdem für
die Kirche spenden will.
Jetzt spart er auf ein Fahrrad. Und
wenn er das Geld dafür zusammen
hat, erübrigt sich das Rauchen vielleicht, denn er braucht die Luft zum
Radeln. „Frank Pauli hatte eine gute
Idee“, schätzt Lengenfelds Bürgermeister die Aktion ein.
Beim Pfarrer sah es ein wenig anders aus. Er ist mehr der Genussraucher und hat sich den Genuss bis
kurz vor dem Stichtag verwehrt. Allerdings wollte er dem Verein die
Bachmann spart jetzt auf ein Rad
„Ich habe seit über 50 Tagen nicht
geraucht und hoffe, dass das so weitergeht. Ich weiß aber nicht genau,
ob ich noch lange aushalte“, sagt
Volker Bachmann. Der Appetit sei
noch da. Geholfen habe ihm ein
Nichtraucher-Programm für das
Handy, das täglich motiviert und die
Summe des eingesparten Gelds an-
Spende zukommen lassen, nicht ohne etwas dafür getan zu haben.
Pauli: Ich rauche halt gern
„Deshalb habe ich am Gründonnerstag im Rahmen der Jahreshauptversammlung des ICV mit je 50 Euro
die beiden teuersten Zigaretten meines Lebens geraucht. Am Karfreitag
und Karsamstag musste ich dann
dem Tabakgenuss wieder entsagen.“
Nach dem Fastenbrechen am Ostersonntag genoss er seinen ersten
Glimmstängel nach der Fastenzeit,
der wunderbar zum fröhlichen Charakter des Osterfestes gepasst habe.
„Ich rauche halt gern, und es
schmeckt mir“, sagt der Pfarrer. Etwas hat sich aber doch für ihn verändert: „Nach den sieben Wochen ohne will ich nun etwas weniger und
noch genussvoller rauchen. Ich bin
nämlich darauf aufmerksam geworden, zu welchen unmöglichen Gelegenheiten und an welchen dummen
Orten und zu unpassenden Zeiten
ich vorher so geraucht habe.“
Finanzverwaltung der Stadt Reichenbach hat den
Wechsel zur Doppik offenbar recht
ordentlich hinbekommen. Dem
Stadtrat liegt heute ein Beschlusspapier vor, in dem das Rechnungsprüfungsamt die Eröffnungsbilanz der
Stadt per 1. Januar 2013 mit einer Bilanzsumme von 173 Millionen Euro
bestätigt. Doch der Umstieg auf die
doppelte Buchführung stellt nicht
nur an die Verwaltung höhere Anforderungen, sondern auch an die
gewählten Volksvertreter.
Und so hat Bernd Schwuchow,
der Leiter des Rechnungsprüfungsamtes, in dem Bericht auch den
Stadträten eine andere Herangehensweise nahegelegt. „Es geht
nicht primär um das reine Beschließen des Haushaltsplanes, sondern
um das Hinwenden zu strategischen
Überlegungen“, heißt es auf Seite 9
des 49 Seiten umfassenden Papiers.
Waren Haushaltsberatungen in der
Vergangenheit von Detailplanungen geprägt, müssen die Stadträte
künftig Budgets festlegen, Produktund Leistungsziele vorgeben.
Bislang galt die Kameralistik in
der Buchführung der Kommunen
mit einer Einnahme-Ausgabe-Buchung und Einnahmeüberschussrechnung. Bei der Doppik wird hingegen auf zweiseitigen Konten gebucht: Soll- und Habenseite. Verwaltung und Stadtrat müssten in einen
stärkeren Dialog treten.
Bernd Schwuchow merkt an,
dass Reichenbach keine eigene Inventur- und Bewertungsrichtlinie
erlassen habe. Der Stadtrat sei im
Wesentlichen über Informationsvorlagen und einen Beschluss des
Verwaltungsausschusses über die
Umstellung von Kameralistik auf
Doppik informiert worden. Dies sei
„bemerkenswert“, da laut Sächsischer Gemeindeordnung ganz klar
der Stadtrat die Grundsätze festlegt,
nicht aber die Verwaltung.
TERMIN Stadtratssitzung heute, 19 Uhr im
Großen Saal des Reichenbacher Rathauses.
Dort steht auch die Bestimmung eines Amtsverwesers an, der die Stadt bis zur Fusion mit
Mylau 2016 führt.
LIMBACH — Die Katze einer 62-jähri-
HINWEISE zu dieser Straftat nimmt das Polizeirevier Auerbach unter Telefon 03744 2550
entgegen.
ZUSAMME NSTOß
Mercedes bleibt nach
Wildunfall liegen
NEUMARK — Ein Reh hat Samstagnacht auf der B 173 in Höhe von
Neumark einen Unfall verursacht.
Das Tier lief gegen 0.40 Uhr etwa
200 Meter vor der Einmündung
Neumark auf die Fahrbahn und
stieß dort mit dem Mercedes eines
49-Jährigen zusammen, der aus
Richtung Schönfels kommend nach
Reichenbach unterwegs war. Am
Auto entstand ein Schaden in Höhe
von 6000 Euro, der Wagen musste
abgeschleppt werden. (gem)
Mylauer spucken in die Hände
Frühjahrsputz-Aktionen
gab es am Samstag in der
ganzen Stadt. Auch die
Eisschnellläufer und die
Prießnitz-Kleingärtner
machten klar Schiff.
VON PETRA STEPS
MYLAU — In Mylau war am Samstag
allgemeiner Frühjahrsputz angesagt. Auf der Rollbahn zum Beispiel.
Dort haben etwa 30 fleißige Helfer
unter Leitung des TSV Vorwärts die
Anlage auf Vordermann gebracht.
Dafür wurden Maulwurfshügel
entfernt, die Bahn von Schmutz befreit, die Rasenkanten abgestochen,
Hecken verschnitten und der Rasen
gemäht. Und die Helfer haben die
Vorbereitungsarbeiten für den Aufbau eines weiteren Geräteschuppens erledigt. Am Dienstag startet
das Training auf der Rollbahn. Darauf freuen sich die Sportler. „Einige
hatten nach Schließung der Eislaufhalle eine Trainingspause, deren Ende sie nun herbeisehnen“, sagte
Chef-Trainer Reiner Roth. Und: Die
Eisschnellläufer wollen sich in zwei
Wochen erneut am Frühjahrsputz
beteiligen, dann im Rahmen Aktion
„Gemeinsam geht’s besser“ im Mylauer Freibad.
Auch die Kleingärtner der Gartensparte Prießnitz klotzten ran.
Wie schon in den Vorjahren behinderten dies parkende Autos, die trotz
der Ausschilderung am Hang zur
Gartensparte standen. Dort wurde
das Laub zusammengekehrt. Außerdem sammelten die Helfer mehrere
Eimer mit Müll auf. In der Gartensparte wurden leerstehende Parzellen auf Vordermann gebracht. Ein
Dutzend Helfer war unterwegs.
Die Gartensparte hat wie andere
Vereine mit hohem Leerstand zu
kämpfen. „Das Kleingartengesetz ist
einfach nicht mehr zeitgemäß“,
meint Vereinschef Wolf-Dieter Seifert. Die meisten Leute suchten einen Garten zur Erholung und zum
Grillen, aber nicht, um dort Obst
und Gemüse anzubauen.
RITTERGUTS-BLUMENSCHAU
Kleingeraer ehren
Floristikmeisterin
KLEINGERA — Floristikmeisterin Gab-
riele Liebold ist jetzt mit einer Urkunde und einem Sachgeschenk für
den besten Beitrag zu Floristikausstellung über die Osterfeiertage im
Rittergut Kleingera geehrt worden.
Die Auszeichnung nahmen Rosalie
Brandt und Carina Schmidt vom
Verein zum Erhalt des Rittergutes
Kleingera vor. Gabriele Liebold hatte
sich wie acht weitere Aussteller an der
Veranstaltung beteiligt. Die Schau
hatte unter dem beeindruckenden
Kreuzgewölbe des
einstigen Pferdestalls stattgefunden
und an drei Tagen rund 1000 Gäste
aus dem sächsischen und thüringischen Vogtland angezogen. Die Besucher durften am Ende ihrer Besichtigungstour via Umfragezettel
für den am schönsten gestalteten
Stand im nach Blumen duftenden
Stallgebäude votieren. Gabriele Liebold hatte 43 Prozent aller Stimmen
erhalten. (gem)
FOTO: RITTERGUTSVEREIN
gen Frau ist am Samstag in Limbach
beschossen und dabei schwer verletzt worden. Wie die Polizei mitteilt, ist derzeit nicht bekannt, wo
und mit welcher Waffe auf den Kater geschossen worden ist. Ein Tierarzt hatte dem Tier in einer Notoperation ein Projektil aus dem Brustkorb entfernt. Die Katze hatte gegen
9 Uhr das Wohnhaus der Frau verlassen, gegen 11.15 Uhr fand die
Tierhalterin ihren Kater verletzt auf
der Wiese des Grundstücks. (gem)
Großes Reinemachen auf der Rollbahn. Die Jugend des TSV Vorwärts freut
sich bereits auf den morgigen Trainingsauftakt. Im Foto: Jessy Seifert, Lukas
Reinhold, Jacob Seifert, Sebastian Strobel und Michael Roth bei der Pflege
der Bahn und der Rasenkanten.
FOTO: CARSTEN STEPS
10 Freie Presse
RAT & HILFE
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 13. April 2015
Das Publikum
macht mal
Programm
Alles Gute zur Konfirmation
Notruf
Polizei 110
Feuerwehr und Rettungsdienst 112
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Für alle Orte des Vogtlandkreises:
19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117
Diese Einladung des
Theaters schlagen viele aus
AUGENARZT
Klingenthal: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, DM Martina Pötzsch,
037467 22197, 037467 22026
PLAUEN
KINDERARZT
Rodewisch: 18 - 22 Uhr,
DM Regine Stark, Wernesgrüner Straße 1 a, 0172 3792370
Ab 22 Uhr Rettungsstelle Klinikum
Obergöltzsch Rodewisch, 03744
36171115 oder Notfallambulanz der
Kinderklinik Greiz, 03661 463850,
APOTHEKEN
Mylau: Schloss-Apotheke, Markt 9,
03765 34615
TIERARZT
Mylau: Dr. Moxter, 03765 392600
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland,
Kaiserstraße 66, 03744 212471
VERANSTALTUNGEN
Reichenbach: Hospizverein Vogtland,
Nordhorner Platz 3, Treffen der
AGUS-Trauerselbsthilfegruppe für
Angehörige um Suizid, 17 - 19 Uhr,
03765 612888
Lebenshilfe, Dammsteinstraße 24,
Selbsthilfegruppe Schlaganfall Reichenbach, Töpfern mit Frau Bayreuther (Dammsteinstraße 28), 16 Uhr,
03765 78460
Auch in Limbach hat es gestern wie in vielen an-
deren Orten einen Konfirmations-Gottesdienst
gegeben, denen sich Feiern im Familienkreis angeschlossen haben. Die Konfirmation nahm
Pfarrer Sebastian Zehme vor. Das Ja zum Glauben und zur Kirchenzugehörigkeit sagten in
Limbach von links: Lilly Keilig, Jonathan Kreher, Nadine Hartenstein, Johannes Roth, Mi-
chelle Stöckel und Jamie Kölbel. Mit der Konfirmation knüpften die jungen Leute an ihre Taufe
an, bei der Eltern und Paten stellvertretend für
sie den Glauben bekannt haben. FOTO: CARSTEN STEPS
Kunst oder Krempel: Selbst die
alte Knasttür hat eine Zukunft
Haben Sie schon darüber
nachgedacht, dass Omas
Spieluhr ein Vermögen
wert sein kann? Oder die
alte Gartenbank Geld
bringt? Nach dem Erfolg
im Vorjahr holt sich die
„Freie Presse“ erneut
Schätz-Experten ins Haus.
WIR GRATULIEREN
Reichenbach: Manfred Kuligk 95 Jahre, Hans Strohmeier 79 Jahre, Gisela
Forbriger 70 Jahre, Hilma Neumann
80 Jahre, Rosemarie Schänderlein 75
Jahre Oberheinsdorf: Hans Richter
84 Jahre Mylau: Siegfried Kölbel 81
Jahre Netzschkau: Monika Jurkat 73
Jahre, Gerhard Hoyer 75 Jahre, Dieter
Spitzner 76 Jahre, Erika Schulz 85
Jahre Lengenfeld: Eleonore Löwenhagen 83 Jahre Schönbrunn: Karl-Heinz
Kliem 71 Jahre Neumark: Adelheid
Schneider 72 Jahre
VON MANUELA MÜLLER
BLITZTIPPS
PLAUEN — Nehmen wir das Plauener
Heute: Plauen, Stöckigter Straße,
Schurigstraße, Holbeinstraße; Elsterberg, Greizer Straße; Ellefeld, Alte
Auerbacher Straße; Bad Elster, Hagerstraße, Obere Reuth.
Morgen: Plauen, Am Preißelpöhl,
Alte Plauensche Straße, Hofwiesenstraße; Falkenstein, Friedrich-EngelsStraße; Mechelgrün, Falkensteiner
Straße; Weischlitz, Taltitzer Straße.
Diese Tür stammt aus dem Plauener
Gefängnis. Jetzt könnte ein Tisch daraus werden. Gerd Müller und Jeannette Mehlis vom Auktionshaus versteigern sie. Vielleicht bis nach China.
FOTO: ELLEN LIEBNER
Gefängnis. Vor dem Abriss hat Jens
Mehlis ein paar dieser Knasttüren
gesichert, diese hellgrauen Verschläge mit kleinem Fenster auf Augenhöhe. Der Auktionator hat sie versteigert. „Ich weiß, dass sich jemand
einen Tisch daraus gebaut hat. Glasplatte drauf, Beine, fertig“, sagt er.
Selbst für die bizarrsten Stücke gibt
es Liebhaber.
Jens Mehlis betreibt das Auktionshaus an der Hammerstraße. Er
hat ein Gespür dafür, ob es auf der
Welt jemanden gibt, der für ausrangierte Stücke viel Geld bezahlt. Mehlis und seine Kollegen schätzen ihren Wert und versteigern sie dann
im Auftrag der Kunden. Je besser
Mehlis sie versteigert, desto höher
sein Gewinn, da er treuhänderisch
und auf Provisionsbasis arbeitet.
Das ist sein Geschäft. Vom Erlös zahlen ihm die Kunden Prozente.
Da auch im Vogtland kleine
Schätze lagern, hatte ihn die „Freie
Presse vergangenes Jahr zu einer
großen Schätz-Aktion eingeladen.
Hunderte Vogtländer standen
Schlange. Jetzt gibt es eine Neuauflage. Am 20. Mai dürfen Sie, liebe Leser, in der Plauener Geschäftsstelle
Ihre guten Stücke kostenlos vom
Profi begutachten lassen.
Gemälde, Spielzeug, Porzellan –
das waren im vergangenen Jahr die
Renner bei der Schätz-Aktion. „Es
waren Gemälde dabei, die ein paar
tausend Euro gebracht haben“, sagt
Jens Mehlis. Das sind die Klassiker,
die Laien am ehesten mit Wertsachen in Verbindung bringen. Doch
der Profi kann selbst an vergammelten Häusern Gefallen finden. Die
Türklinken des abgerissenen Wettiner Hofs in Bad Elster, die Gefängnistüren – Mehlis‘ Kunden haben es
zum Versteigern zu ihm gebracht.
Türen, Fenster, Fensterbänke,
Brunnen, Säulen, Parkett, alte Vogeltränken. Kaum etwas, das sich nicht
verkaufen lässt. Nach seinen Worten ist schon so manche alte Scheune im Vogtland abgebaut und in den
Alpen als Skihütte wieder auferstanden. Oft sind es Bauunternehmen,
die Sachen zu ihm bringen und historische Baumaterialien vorm Verschrotten retten. Falls Sie, liebe Leser, alte Fliesen übrig haben, genügt
zur Schätz-Aktion bei der „Freien
Presse“ auch ein Foto davon. Der
Auktionator und seine Mitarbeiter
sagen Ihnen, was sich machen lässt.
Jens Mehlis
Auktionator
FOTO: ELLEN LIEBNER/ARCHIV
Mehlis‘ Kunden sitzen überall in
der Welt. Zu seinen Versteigerungen, die viermal im Jahr stattfinden,
schalten sich Menschen von allen
Kontinenten zu. „Die Euro-Schwäche merkt man. Amerikaner und
Chinesen sind wieder verstärkt am
Drücker.“ Höchstens ein Prozent seines Publikums kommt aus dem
Vogtland – schätzt er. Doch wer einmal bei ihm war, komme wieder.
SCHÄTZ-AKTION Am Mittwoch, dem
20. Mai, können die Vogtländer kostenlos
ihre Schätze begutachten lassen. Die Aktion
findet in Zusammenarbeit mit dem Auktionshaus Mehlis in der Plauener Geschäftsstelle
der „Freien Presse“ statt - Postplatz 7. In der
Zeit von 11 bis 18 Uhr sind dort Experten vor
Ort. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.
— Der Trend geht zum
Selbstgemachten. Daran muss Musikdramaturgin Sophie Walz gedacht haben, als das Vogtland-Theater diesen Tag der offenen Tür organisiert hat. Statt wieder nur alles zu
zeigen, schlug sie vor, das Publikum
die Dinge ausprobieren zu lassen,
vom Schauspiel bis zur Regie. „Wir
suchen nach Wegen, um neue Leute
fürs Theater zu begeistern“, sagte
Sprecherin Carolin Eschenbrenner.
Die Jugend ströme ins Haus, die Senioren ebenso. Was fehle, sei die Generation dazwischen. Ein Weg zu
ihr führe über den Tag der offenen
Tür, der gestern stattgefunden hat.
Es liegt dem Vogtländer aber
wohl nicht im Blut, sich auf Bühnen
zu präsentieren. Der Andrang war
überschaubar. Einmal das Orchester
dirigieren? Betretenes Schweigen,
verlegenes Auf-den-Boden-schauen.
Einmal im Ballett tanzen – wo bitte
geht‘s zur Toilette? Als Regisseur Gilbert Mieroph bei seiner Schauspielprobe drei Leute suchte, meldeten
sich aber immerhin drei Frauen aus
dem Publikum – „Ich habe 38 Jahre
lang als Lehrerin gearbeitet. Da hatte ich genug Theater“, sagte Siglinde
Pistelok. Sie lebt in Lichtenstein und
hat dort unterrichtet. Gestern fuhr
sie mit ihrem Mann nach Plauen,
um sich das Theater anzuschauen.
Vor Publikum hatte sie ihre Premiere in der Komödie „Floh im Ohr“.
Siglinde Pistelok spielte einen zweifelhaften Doktor, der im Puff nach
einem Bekannten sucht. Sie nahm
die Rolle ernst: „Meinen Sie, ich
musste noch nie schauspielern?“
Selbstgemachtes gab‘s draußen
auch für die, die mit Rampenlicht
nicht viel am Hut haben. Die Theater-Schauspieler sollten Kuchen backen und unters Volk bringen, auch
das gehörte zum Konzept – die Leute
eben auf den Geschmack bringen.
Maxi Ratzkowski, leitende Schauspiel- und Puppentheaterdramaturgin, hütete im Frühlingswind die
lange Kuchentafel. Zu ihrem Job gehört es zum Beispiel, Rollen zu besetzen. Gestern bestand ihre größte
Sorge darin, dass eine steife Brise den
Kuchen vom Tisch fegt. „Ich habe
144 Muffins gebacken“, sagte sie, als
neben ihr das Pferd von Pippi Langstrumpf umkippte. Dieser Kleine
Onkel besteht aus Pappmaché und
diente als Kulisse, ein altes Stück aus
dem Fundus: „Er war vor mir da“,
sagte Maxi Ratzkowski, die seit zwei
Jahren am Theater arbeitet. Nicht
nur ihre Muffins und der Eierlikörkuchen fanden Publikum.
Das potenzielle Publikum nutzte
das Wetter und schaute mal rein,
zum Teil spontan angelockt von der
Jazzband und dem Rosterstand, die
auf dem Theaterplatz in Position gegangen waren. (manu)
77 Kräher in 30 Minuten
Der Kennhuhn-Hahn von
Mandy Pomp gewinnt zum
zweiten Mal das Hähnewettkrähen von Irfersgrün.
Er hatte aber zu kämpfen.
VON SILVIA KÖLBEL
IRFERSGRÜN — Das zehnte Hähnewettkrähen gestern in Irfersgrün
glänzte mit einem Novum: Es siegten jeweils der kleinste und der
größte Hahn. Zwischen den beiden
Tieren, einem Bielefelder Kennhuhn-Hahn und einem Holländischen Zwerghuhn-Hahn, liegen
Welten. Der kleine bringt gerade
mal 500 Gramm auf die Waage, der
große Hahn stattliche fünf Kilo.
Gesamtsieger war aber der Große
im Besitz von Mandy Pomp aus Irfersgrün, der auch schon voriges
Jahr auf Platz eins bei den großen
Rassen kam, vor zwölf Monaten al-
lerdings nur mit 36 Krähern. Dieses
Jahr krähte er in einer halben Stunde 77-mal, also fast zweieinhalbmal
pro Minute. Und wie er krähte: laut
und deutlich – ein großer Hahn hat
auch ein großes Stimmorgan, was
bei dem Kleinen etwas anders aussieht. Er hat eine etwas höhere und
nicht ganz so dominante Stimme.
Der Kennhuhn-Hahn kräht nicht
nur laut, sondern auch zeitig,
„Manchmal schon früh halb drei“,
berichtete die Besitzerin. „Ich hatte
aber noch keine Probleme mit den
Nachbarn, die sind auch Hühnerhalter“, sagte die junge Frau, die sich in
diese prächtige Rasse verguckt hat.
„Ich bin im Internet auf diese Rasse
gestoßen und habe gelesen, dass die
Hennen bis zu 360 Eier im Jahr legen. Den silberfarbenen Hahn habe
ich mir aus den Niederlanden mitbringen lassen.“ Aber: „Die Eier sind
leider alle unbefruchtet.“ Mit dem
Nachwuchs ist es also schlecht bestellt im Moment. Möglicherweise
steckt der Hahn seine gesamte Ener-
gie ins Krähen und weniger in die
Fortpflanzung.
Während im Hühnerauslauf von
Mandy Pomp ein Hahn für das Wecken der Nachbarschaft zuständig
ist, sieht das bei Zwerghuhn-HahnZüchter Klaus Friedrich aus Langenhessen anders aus. „Ich habe fünf
Hähne dieser Rasse. Die fangen oft
schon um drei mit Krähen an. Ich
habe die Tiere aber in einem Stall,
wo das Krähen nicht so nach außen
dringt und die Leute sich deshalb
nicht gestört fühlen.“ Auch hier gibt
es das Aber: „Wenn ich aber während der Zuchtsaison bis zu 17 Hähne habe, kommen an einem Tag
schon mal 1000 Kräher zusammen.
Das ist dann schon ganz schön laut“,
räumt der Züchter ein, der gestern
schon zum dritten Mal einen Preis
gewann. „Die Nachbarn finden das
nicht so toll, aber sie tolerieren es.“
Sein Junghahn, der gestern in Irfersgrün siegte, krähte 74-mal.
Während sich Klaus Friedrich
und Mandy Pomp über ihren Sieg
Mandy Pomp hat mit ihrem Siegerhahn schwerer zu tragen als Züchterkollege Klaus Friedrich. Beide gewannen erste Preise. Foto: Silvia Kölbel
freuten, mussten sich zwei andere
mit einem Trostpreis zufrieden geben. Der Hahn von Thomas Modes
zog es vor zu schweigen. Nicht einen
einzigen Ton gab er während der
halben Stunden des Wettkrähens
von sich. Das konnte Thomas Modes
gar nicht verstehen. „Heute früh, als
ich ihn aus dem Stall geholt habe,
hat er laufend gekräht.“ Mit dem
Trostpreis, einem überdimensionalen Wecker, machte sich auch der
dreijährige Lucas Höhle mit seinem
Hahn wieder auf den Nachhauseweg. Auch sein Federtier hatte nicht
ein einziges Mal gekräht.
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 13. April 2015
NACHRICHTEN
KULTURBUND-GESPRÄCH
Freie Presse
Mehr Geld für Kultur gibt‘s nicht
Bergsteiger steigt im
Lengenfelder Hof ab
gen Landmann aus Langenwetzendorf berichtet bei einem Lichtbildervortrag am Freitag, 19 Uhr im Hotel
„Lengenfelder Hof“ von seiner Expedition 2013 zum Cho Oyu, dem mit
8201 Metern sechsthöchsten Berg
der Welt. Auf Einladung des Lengenfelder Kulturbundes erzählt Landmann amüsante und emotionale
Geschichten. Verbilligte Eintrittskarten gibt es bis Mittwoch in der
Buchhandlung am Markt. (gem)
PLAUEN — Drei Monate war der Vor-
PRAXIS-JUBILÄUM
Wer weiß was zur
Zahnarzt-Legende?
REICHENBACH — Die Reichenbacher
Zahnarztpraxis Kirsten feiert 2015
das Jubiläum 70 Jahre private Praxis
im Haus an der Stockmannstraße.
Für die Jubiläumsbroschüre werden
Dokumente, vor allem aus der Zeit
des legendären Zahnarztes Arthur
Knüpfer, gesucht. Wer über Fotos
und andere Zeitdokumente verfügt
oder Erinnerungen beisteuern kann,
meldet sich in der Praxis unter Telefon 03765 3878800. (pstp)
Vor 10 Jahren
NEUES HAUS FÜR BEHINDERTE — Die
Elterninitiative für Behinderte und
ihre Familien Vogtland lässt das ehemalige Kolpingheim in Plauen umbauen. Im Sommer 2005 sollen Behinderte einziehen und in Wohngemeinschaften (WG) zusammenleben. Die Baukosten betragen
700.000 Euro, die der Verein selbst
aufbringt. Die „Aktion Mensch“ hat
276.000 Euro beigesteuert. Die
Nachfrage nach den WG-Plätzen ist
vorhanden.
Diskutierten am Freitagabend im Reichenbacher Neuberin-Museum über Sachsens Kulturpolitik: Museumsleiterin Marion Schulz, Moderator Michael Bartsch,
Mario Zenner vom Kulturbeirat, Ministerin Eva-Maria Stange und Reichenbachs Ordnungsamtschef Matthias Pürzel (von links).
FOTO: SILVIA KÖLBEL
Kunstministerin EvaDie Sprache der Kulturpolitiker
Maria Stange fand bei eiDie Gäste der Podiumsdiskussion
ner Podiumsdiskussion zur konnten an diesem Abend einiges
über den Fach-Jargon lernen. Denn
Kulturförderung im ländli- für jedes Problem in der Diskussion
um Sachsens Kulturpolitik gibt es inchen Raum klare Worte.
teressante Fachbegriffe, die an dieNur 20 Gäste verfolgten
sem Abend verwendet wurden.
die Veranstaltung im Neu- Kulturkanibalismus zum Beispiel
berin-Museum.
umschreibt das Überleben einiger weVON SILVIA KÖLBEL
Vor 50 Jahren
SCHLEIFE FÜR KLEINFRIESEN — Im
Plauener Stadtteil Kleinfriesen soll
die geplante Straßenbahnwendeschleife um den Kindergarten herum verlaufen. Darauf haben sich die
Stadtverwaltung, der Verkehrsbetrieb und Einwohner nach einer
Einwohnerversammlung verständigt. Die Verantwortlichen aus dem
Rathaus und von der Tram hatten
mehrere Varianten vorgeschlagen.
Die Strecke Hauptfriedhof – Reusa
(Kleinfriesen) ist 1966 eingeweiht
worden.
Vor 100 Jahren
WENIGER BUSVERKEHR — Wegen Personalmangels aufgrund des Krieges
bleibt der Busverkehr im Vogtland
eingeschränkt. Seit 30. August 1914
fährt auf der Linie ReichenbachGreiz-Zeulenroda kein Wagen mehr,
und das bleibt auch so. Dagegen soll
der Betrieb auf den Strecken Reichenbach-Auerbach-Falkenstein
und Reichenbach-Rodewisch-Eibenstock auch über den Sommer 1915
aufrechterhalten werden. (pa)
Vogelkundler:
Anzahl der
Spatzen sinkt
Haussperlinge in Plauen
nicht überall heimisch
LENGENFELD — Der Bergsteiger Jür-
KALENDERBLATT
11
REICHENBACH — Der Kulturraum
Vogtland-Zwickau muss in diesem
Jahr mit den bereits zugesicherten
fünf Millionen Euro sowie den möglichen zwei Millionen Investitionsmitteln auskommen. Es wird keine
zusätzliche Gelder für die Kulturarbeit geben. Das sagte Eva Maria Stange, sächsische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, während einer
Podiumsdiskussion am Freitagabend im Reichenbacher NeuberinMuseum: „Wenn es mehr Geld geben würde, hätten die Kommunen
Probleme mit der Gegenfinanzierung“, erklärte die Ministerin: In
Sachsen müssen die Kommunen ein
Drittel der benötigten Gelder aufbringen, dann stellt der Freistaat den
Rest zur Verfügung.
Weißer Fleck Vogtland
Für die rund 20 Besucher der Podiumsdiskussion ist die sächsische
Kulturpolitik nun auch kein Buch
mit sieben Siegeln mehr. Die Ministerin nutzte die Gelegenheit nämlich auch, ohne Punkt und Komma
niger kultureller Einrichtungen auf
Kosten anderer, die Sparzwängen
zum Opfer fallen.
das Kulturraumgesetz des Freistaats
zu erklären. Das Thema der Veranstaltung lautete: „Kulturförderung
im ländlichen Raum“. Da hauptsächlich über das in der Finanzkrise
steckende Theater Plauen/Zwickau
gesprochen wurde, leitet sich daraus
ab, dass man in Dresden alles, was
sich außerhalb der Landeshauptstadt und den Städten Leipzig und
Chemnitz ereignet, schon als ländlich
betrachtet.
Erschwerend
kommt hinzu, dass das Vogtland aus
Dresdner Sicht kulturell betrachtet
offensichtlich ein unberührtes Niemandsland ist, denn Moderator Michael Bartsch, der unter anderem als
Kultur- Journalist tätig ist, meinte:
„Aus Dresdner Perspektive ist der
Kulturraum Vogtland-Zwickau ein
weißer Fleck.“
Offensichtlich können auch die
Westsachsen andersherum wenig
mit den Dresdner Kulturverantwortlichen anfangen. Denn statt der
erhofften 30 bis 40 Besucher kamen
nur die 20 Gäste, die den Ausführun-
Kulturelle Mobilität – darunter versteht man im Vogtland die Nichterreichbarkeit kultureller Einrichtungen, weil es an öffentlichen Verkehrsverbindungen mangelt. Ein Problem,
dass Ministerin Stange am eigenen
Leib spürte, als sie im Winter im oberen Vogtland kulturelle Einrichtungen
besuchen wollte, es aber keine passenden Bahnverbindungen gab.
Kulturelle Bildung erklärt sich von
selbst. Das ist der Versuch, Schüler
gen der Ministerin lauschten. Darunter Roland May, Generalintendant des Theaters Plauen/Zwickau,
der frei nach dem Motto, wenn der
Prophet nicht zum Berg kommt,
dann kommt eben der Berg zum Propheten, der Ministerin nachreiste,
um seinen Problemen mit der Finanzierung Nachdruck zu verleihen.
Doch an dieser Stelle ist die Ministerin offenbar fein raus. Denn
Stange ist mit ihrem Ministerium
nicht die direkte Geldgeberin. Das
machen die Verantwortlichen vor
Ort, denn so funktioniere nun einmal das Kulturraumgesetz. Dresden
stellt eine bestimmte Summe zur
Verfügung, die Verantwortlichen in
den Regionen, in diesem Fall der
Kulturkonvent, entscheiden, wer
welche Summe bekommt.
Museumschefin: Sind zufrieden
An der Diskussion beteiligten sich
auch Mario Zenner, der Vorsitzende
des Kulturbeirates des Kulturraumes Vogtland-Zwickau, und Marion
durch Projekte an kulturelle Einrichtungen heranzuführen. Das scheitert
oft genug an sparsam gefüllten Klassenkassen. Marion Schulz dazu: „Ich
lasse die Kinder dann manchmal für
umsonst rein, damit überhaupt welche kommen.“
Kreativwirtschaft gibt es dann,
wenn mit Kultur gewerblich Geld verdient wird. Das sei laut Ministerin der
einzige Wirtschaftszweig, der wächst,
was unterstützenswert sei. (sia)
Schulz, die Leiterin des NeuberinMuseums. Die beiden schilderten
ihre Eindrücke von der Kulturpolitik Sachsens aus verschiedenen
Blickwinkeln. Für Mario Zenner ist
das Kulturraumgesetz insofern eine
gute Sache, da eine gewisse Grundfinanzierung sicher ist, aber: „Die Investmittel reichen nicht.“ Und: „Für
die gestellten Anträge hätten wir
400.000 Euro mehr gebraucht.“
Marion Schulz hingegen ist zufrieden mit der finanziellen Ausstattung. Das Neuberin-Museum stehe
gut da, und dank der Investitionsmittel konnte ein Reichenbacher
Projekt auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände umgesetzt werden. Jens Pfretzschner, Leiter des
Neuberinhauses in Reichenbach
und Chef der Vogtland Kultur
GmbH, monierte hingegen den laxen Umgang der hiesigen Kommunalpolitiker mit ihrer Verpflichtung, Kultur zu finanzieren. „Die
Pflicht zum Engagement sehe ich
nicht“, sagte er.
sitzende der Ortsgruppe Plauen im
Verein Sächsischer Ornithologen,
Frank Müller, im Stadtgebiet unterwegs. Außer in den ländlichen Ortsteilen wie Straßberg und Jößnitz hat
er überall nach Haussperlingen (Passer domesticus) gesucht, vergebens.
„Haselbrunn ist sperlingsfrei“, ließ
der 45-jährige Plauener die vogtländischen Vogelkundler wissen. Auch
im Stadtteil Preißelpöhl fanden sich
die 14 bis 16 Zentimeter kleinen
Sänger nicht.
Dagegen stellte Frank Müller in
Plattenbaugebieten wie Chrieschwitz fünf Großvölker fest. Als Großvölker betrachtet der Vogelkundler
Gruppen von mehr als 20 Tieren.
Insgesamt gebe es acht Großvölker
im Stadtgebiet von Plauen. Dazu
kommen zwölf mittelgroße Gruppen mit elf bis 20 Individuen,
25 kleine mit sechs bis zehn und
23 Kleinstgruppen. Als Kleinstgruppe gilt ein einzelner Vogel bis hin zu
fünf Sperlingen.
Für seine Untersuchung hat
Frank Müller eine Fläche von rund
18 Quadratkilometern abgesucht. In
einem Stadtteil fand er gar keinen
der Vögel, im anderen mehrere
Großgruppen. Das bedeute also:
„Der Haussperling ist unregelmäßig
verteilt.“ Im Vergleich zu DDR-Zeiten stellt der Ornithologe einen
„starken Rückgang“ fest. Auf einer
Stadtkarte konnten die Teilnehmer
des Regionaltreffens blau markierte,
ehemalige Reviere besonders im Süden Plauens sehen, die nicht mehr
besetzt sind. Im Jahr 2002 ist die Art
zum „Vogel des Jahres“ erklärt worden – eben wegen der teilweise starken Rückgänge. Geholfen hat das offenbar nichts.
Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ist dieser „Rückgang lokaler Bestände auf fehlende Nistmöglichkeiten in und an Gebäuden,
vor allem unter Dächern, zurückzuführen.“ Nach Gebäudesanierungen
finden Hausperlinge keine Brutnischen mehr, steht auf der Homepage
der Organisation. Genistet wird in
Dachkästen, hinter Regenfallrohren, unter Dachziegeln, in Nischen,
Spalten, hinter Leuchtreklamen.
Wenn die nicht mehr da sind, könnten Nisthilfen ein Ersatz sein. Nähere Informationen dazu und auch
Bauanleitungen findet man bei der
Naturschutzorganisation.
Bei den Haussperlingen handelt
es sich nach den Buchfinken um die
zweithäufigste Brutvogelart in
Deutschland. Laut Internetlexikon
Wikipedia schätzen Wissenschaftler den weltweiten Bestand auf etwa
500 Millionen Individuen. Die
Männchen kommen kontrastreich
daher, weisen eine schwarze oder
dunkelgraue Kehle auf. Die Weibchen wirken dagegen unscheinbarer, sind mattbraun. Ihr Rücken ist
schwarzbraun und gelbbraun gestreift. (pa)
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12 Freie Presse
Davide Alogna ist Solist des Sinfoniekonzerts am Mittwoch im Neuberinhaus.
FOTO: ALESSANDRO MATOLA
SINFONIEKONZERT
Anton Bruckners
Werk erklingt
REICHENBACH — Die 7. Sinfonie EDur von Anton Bruckner steht im
Mittelpunkt des 8. Sinfoniekonzerts der Vogtland Philharmonie
am Mittwoch im Neuberinhaus
Reichenbach. Ehemals war Anton
Bruckner für das stockkonservative Wien ein sogenannter „Neutöner“, dessen Sinfonien „unnatürlich-aufgeblasenen Riesenschlangen glichen“, sie seien „nichts als
Hochverrat“ und lösten beim ehrwürdigen Musikfreund nur „Empörung“ aus. Heute gehört Bruckner zu den überragenden Komponisten im Genre Sinfonie. Keine
andere seiner Sinfonien ist so aus
einem Guss entstanden wie die siebente, beliebt vor allem wegen ihrer herrlich melodischen Themen.
Zum Beginn des Konzerts wird
der namhafte Gastvirtuose aus Italien, Davide Alogna, mit der Philharmonie das „Violinkonzert
all’antica“ von Ottorino Respighi
zu Gehör bringen. Es ist ein ungemein reizvolles Werk aus jener
Schaffensphase des Komponisten,
in der er auf die einzigartige Tradition der italienischen Musik Bezug
nimmt, um Stolz und Heimatliebe
zum Ausdruck zu bringen – und
dies mit einer ganzvollen Instrumentationskunst. Das Konzert
steht unter der Leitung von Chefdirigent David Marlow. (ike)
DAS SINFONIEKONZERT beginnt am Mittwoch um 19.30 Uhr im Neuberinhaus Reichenbach. Die Einführung findet eine dreiviertel Stunde vor Beginn im kleinen Saal
statt.
MUSIK
Bad Brambach: Dr. Ebel Fachklinik, Christian-Schüller-Straße 14, Nachmittagskonzert
mit dem Pianisten Radim Vojir, 15 Uhr
Bad Elster: Kunstwandelhalle, Badstr. 6,
Klaviermusik aus vier Stilepochen, Soiree mit
dem Pianisten Radim Vojir, 19.30 Uhr,
037437 53900
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Jugendzentrum Oase, Dr.-KarlGelbke-Straße 1, Oase-Keller, offener Treff, 1520 Uhr; Oase-Keller, O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Kinderklub Fünfte, Anton-Kraus-Straße 31,
Offener Treff, 13-18 Uhr; Kochküche, 13-15 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln, 1618 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr; ElternKind-Sport, 15.30 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30, Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Adorf/V.: Klein Vogtland - Botanischer
Garten, Waldbadstraße 7, Sehenswürdigkeiten
nachgebaut, Miniaturschauanlage und Botanischer Garten, 10-18 Uhr
Auerbach/V: ASB Begegnungsstätte
(Hochhaus), A.-Schweitzer-Straße 34, Nachhilfe für Schüler, anschließend Spiele- und Bastelnachmittag, 14-17 Uhr
Awo Jugendzentrum High life, Eisenbahnstraße 49, Offener Treff, 15-20 Uhr
Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33,
Sporttreff in der Halle, 17-19 Uhr,
03744 308686
Hirschfeld: Tierpark, Tierparkstraße 3, Zirka 600 Tiere in über 100 Arten, u. a. „Bärenland“ für Bären und Wölfe mit Besucherterrasse, begehbare Eulerei, Anlage „Polaris“ für Eisfüchse und Schneeeulen mit Informationen
Montag, 13. April 2015
US-Amerikaner zeigt zerbombtes Plauen
Bislang unveröffentlichte
Fotos und Aufzeichnungen
des amerikanischen Soldaten Edwin C. Bonde von
der Zerstörung Plauens
vor 70 Jahren sind im
Stadtarchiv ausgestellt.
Die Jahresschau ist bis
Frühjahr 2016 zu sehen.
VON PETER ALBRECHT
Kriegsende alles verboten war, was
korrigiert wurde. Dazu gehört auch
jene Anordnung, mit der die nach
Adolf Hitler benannte Straße (Friedensstraße) und weitere von den Nazis umgetauften Trassen und Plätze
wieder andere Namen erhielten. „Alle Geschäfte dürfen eröffnet werden,
mit Ausnahme derjenigen, die bisher für Wehrmacht oder Partei gearbeitet haben“, steht in einem Schreiben der Militärregierung an den
Bürgermeister von Plauen. Weitere
solche Einzelheiten sind zu finden.
Auch das Sterbebuch von 1945 ist in
einer Vitrine aufgeschlagen.
Ein zweiter Teil von Fotografien
stammt von Curt Pasold, der Vermessungstechniker bei der Stadt
war. Seine Ablichtungen zeigen Syrastraße, Schloss, Neustadtplatz und
vieles andere unter Trümmern. Bilder und Dokumente überlassen
oder bei der Vorbereitung der Schau
geholfen haben Alan Bonde (der
Sohn des amerikanischen Soldaten),
Hans Enders, der dessen Tagebücher
übersetzte, Ursula Mensdorf, die
Witwe des Heimatforschers Joachim Mensdorf. Der im vorigen Jahr
verstorbene Plauener verfasste zusammen mit Rudolf Laser und Johannes Richter das Buch „1944/45 –
Plauen – eine Stadt wird zerstört“.
Auch Johannes Richter ist voriges
Jahr gestorben. Rudolf Laser war bei
der Eröffnung am Freitag dabei.
PLAUEN — Der Plauener Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) betonte es in seiner Ansprache zur Eröffnung der Jahresschau, und auch
Archivleiterin Martina Röber sagte
es in ihrer Rede nochmals: „Erstmals
ist eine Auswahl von Fotos und Aufzeichnungen eines amerikanischen
Soldaten zu sehen.“ Der hieß Edwin
C. Bonde, war Techniker 5. Grades
bei der 87. Infanteriedivision der
US-Army und rückte am 20. April in
Plauen ein – also just an Hitlers Geburtstag. Seine damals im Tagebuch
festgehaltenen Eindrücke sind dokumentiert. Man kann es nachlesen,
und man sieht, wie er die zerbombte
Region mit seiner Kamera abgebildet hat und was ihm nach Kriegsende aufgefallen ist.
Das ist die zerstörte Elstertalbrücke bei Jocketa, wie deutsche Kriegsgefangene den Schutt von der Bahnhofstraße räumen, Rümpfe deut-
scher Flugzeuge an einem Rangiergleis des Bahnhofes, deutsche Flugzeuge auf dem Plauener Flugplatz,
das Trümmerfeld Kreuzung Bahnhof- und Johannstraße (August-Bebel-Straße), das zerfallene Café Trömel nebst Warenhaus am Tunnel.
Weitere Aufnahmen stammen aus
Greiz, Pausa, von der Göltzschtalbrücke, von der Brücke Weißensand, von einer Mühle bei Schleiz.
Außer dem Material des US-Amerikaners, dessen Sohn Alan Bonde
bei der Eröffnung anwesend war, haben die Frauen vom Archiv weitere
interessante Dokumente ausgelegt,
mit denen einmal mehr die Grausamkeit von Kriegen belegt wird.
Auf einer kleinen Karteikarte in der
vorderen Vitrine ist von einem Jungen die Rede, einem „unbekannten
Knaben“, wie es heißt. Er soll etwa
zwölf Jahre jung gewesen sein. Er
trug eine graue Jacke und eine ebensolche Hose. „Angriff am 19.3.1945“
ist noch vermerkt. Man fand seine
Leiche auf dem Schulhof der Herbartschule in der Südvorstadt.
Anordnungen und Briefwechsel
des Oberbürgermeisters und der Militärverwaltung gehören zudem zu
den Ausstellungsstücken. Der Besucher der Schau erfährt, was nach
DIE JAHRESAUSSTELLUNG des Stadtarchivs an der Herrenstraße in Plauen ist geöffnet: dienstags von 9 bis 18 Uhr, mittwochs von
9 bis 15 Uhr, donnerstags von 9 bis 17 Uhr.
KINO
AUTOGRAMMSTUNDE
PUPPENTHEATER
DIAVORTRAG
VOGTLANDTHEATER
„Wild Tales“ im
Plauener Malzhaus
Jürgen Trovato
stellt Album vor
Reggaehase Boooo
im Neuberinhaus
Vom atlantischen
Ende Europas
Cabaret auf der
großen Bühne
PLAUEN — Im Malzhaus-Kino läuft
am Montag und Dienstag, jeweils 20
Uhr, der Film „Wild Tales – Jeder
dreht mal durch“. Sechs nur thematisch zusammenhängende Kurzfilme feiern die befreiende Lust daran,
seiner aufgestauten Wut mal so
richtig freien Lauf zu lassen. Unter
anderem geht es um eine Hochzeit,
die den Bach runtergeht, weil der
Bräutigam eine Kollegin eingeladen
hat, mit der er eine Affäre hatte. (ike)
PLAUEN — Jürgen Trovato, TV-Detek-
REICHENBACH — Das Puppentheater
Eckstein zeigt morgen, 10 Uhr im
Neuberinhaus Reichenbach „Der
Reggaehase Boooo“. Der König des
Reggaewaldes hat den Proberaum
schließen lassen, weil er nicht mehr
tanzen kann, deshalb will er auch
keine Musik mehr hören. Boooo
möchte wieder Musik hören und
bittet Tanzlehrer aus der ganzen
Welt um Hilfe. Eintritt für Erwachsene 6 Euro, für Kinder 4 Euro. (ike)
BAD ELSTER — Am Dienstag führt der
Reisefotograf und Weltenwanderer
Jörg Hertel um 19.30 Uhr in seinem
neuesten Diavortrag „Die Azoren“
im Kurhaus Bad Elster an das atlantische Ende Europas. Mit Impressionen von Sao Miguel, der Hauptstadt
Ponta Delgada, Pico mit dem mit
2351 Metern höchsten Berg Portugals sind bildgewaltige Zeugen des
atlantischen Europas, die im Vortrag
gezeigt werden. (ike)
PLAUEN — Nur noch Restkarten gibt
über Klimawandel und Artenverdrängung der
Tiere aus dem Eis, Affenhaus, 9-17 Uhr,
037607 5239
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22, Einheimische Tiere und exotische Wildtiere, 10-18 Uhr,
037467 22397
Limbach: Fahrbibliothek, am Markt, 13.3015.30 Uhr
Fahrbibliothek, Grundschule, 9-13 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Mühlleithen: Sommerrodelbahn, Rodeln,
bei trockenem Wetter, 13-17 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs, 8 bis 12 J., 1516 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.30-18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Pausa: Eckardtspark, Spielpunkt, Freizeitangebot des Kinderland Plauen, 15-18 Uhr
stürmer - ein Thal erobert die Welt, Stadt- und
Wintersportgeschichte des Ortes sowie Wissenswertes über Anton Günther und William
Wauer, 10-16 Uhr; „Die bunte Welt der Digedags“, die berühmtesten Comicfiguren der
DDR, 10-16 Uhr, 037348 155050
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, „Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz,
9-13 Uhr; Natur- und Jagdausstellung, zu sehen
sind u. a. Bildtafeln heimischer Bäume, Spuren,
Fährten, eine Duftorgel und vieles mehr, 913 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Dies und Das, gestaltet vom Maltreff Bad Elster,
8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, Exponate rund um die angewandte Raumfahrt, Miniatur-Modell des MarsRoboters, Bundes-Biene, 10-17 Uhr,
037465 2538
Neudorf: Suppenmuseum, Karlsbader Straße 164, Geschichte der „edlen Löffelspeise“
und des Suppenzubehörs, 10.30-15.30 Uhr,
037342 16045
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße
31, Sonnen-painting mit der Sonne malen,
Wolfram Hentschel, Meißen, 9-16 Uhr
Schwarzenberg: Eisenbahnmuseum,
Schneeberger Straße 60, Dampf- und Dieselloks, zu sehen ist u. a. eine Werkstatt mit
Schmiedefeuer und eine alte Ölausgabe im
Lokschuppen, letzter Einlass 30 min. vor
Schließzeit, 10-14 Uhr, 0173 7862248
Waschleithe: Schauanlage „Heimatecke“,
Talstraße 28, Kleiner Rundgang durchs Erzgebirge in Miniatur im Maßstab 1:40, 9-18 Uhr,
03774 22901
Zwickau: Hochschulbibliothek, Klosterstraße 7, Frühlingserwachen - Landschaften und
Stillleben, Malereien von Christian Siegel,
8.30-22 Uhr, 0375 5361250
IHK-Regionalkammer, Äußere Schneeberger
Straße 34, Spitzen-Produkte - von anziehend
bis Hightech, aktuelle Erzeugnisse und Entwicklungen der Marke Plauener Spitze von verschiedenen Herstellern, 8-18 Uhr, 0375 8140
ab 12 J, 14, 16.45, 19.45 Uhr; Gespensterjäger, ab
6 J, 17 Uhr; Halbe Brüder, ab 12 J, 14, 17, 20 Uhr;
Home - Ein smektakulärer Trip 3D, 14.30 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 19.30 Uhr; Kingsman: The
Secret Service, ab 16 J, 19.45 Uhr; Shaun das
Schaf, 14.30, 17.15 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320; Wild
Tales - Jeder dreht mal durch!, ab 12 J, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr; Cinderella,
17.30 Uhr; Der Kaufhaus Cop 2, ab 6 J, 14.45,
17.30, 20.15 Uhr; Der Nanny, ab 12 J, 14.30, 17.15,
20.15 Uhr; Fast & Furious 7, ab 12 J, 14, 17,
20 Uhr; Home - Ein smektakulärer Trip 3D,
14.45 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637; Der Nanny, ab
12 J, 20 Uhr
Schleiz: Neues Kino im Hörsaal, Löhmaerweg 2, 03663 422805; Fast & Furious 7, ab 12 J,
17, 20 Uhr
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Alan Bonde bei der Eröffnung der Ausstellung in Plauen. Er ist der Sohn des amerikanischen Soldaten Edwin C. BonFOTO: ELLEN LIEBNER
de, der am 20. April 1945 in Plauen einrückte und die Fotos von der ausgebombten Stadt machte.
tiv und Sänger, stellt morgen, 11.30
Uhr im Elster Park Plauen sein erstes
Album vor. Darauf finden die Fans
elf eingängige, tanzbare und sehr
persönliche Songs. Vor seinem Auftritt gibt er Autogramme. Auf seinem Debüt-Album findet sich auch
der Titel „Das Licht in mir“, ein Duett mit Wind-Sängerin Lena-Marie
Engel, teilweise in Italienisch gesungen. (ike)
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium, Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“, Werke von Wilhelm
Mühsam, 10-18 Uhr
Adorf/V.: Klein Vogtland - Botanischer
Garten, Waldbadstraße 7, Das Klein-Vogtland
im Bild, von der Adorfer Malstube, 10-18 Uhr
Annaberg-Buchholz: Erzgebirgsmuseum
mit Besucherbergwerk, Große Kirchgasse 16,
Markenzeichen - Annaberger Zinn, verschiedene Erzeugnisse von der Ersterwähnung der Annaberger Zunft der Kandelgießer im Jahr 1574
bis zu Produkten des letzten Zinngießermeisters Oswald Gerber, der 1936 starb, 10-17 Uhr;
Geschichte des oberen Erzgebirges, Einblicke in
den Silberbergbau unter der Annaberger Altstadt um 1500, 10-17 Uhr; Barbara Uthmann eine Annabergerin schreibt Geschichte, Dauerausstellung über Leben und Wirken dieser bedeutenden Montanunternehmerin, 10-17 Uhr,
03733 23497
Rathaus, Markt, „Frauen der Reformation in
der Region“, Wanderausstellung mit Rollups
von zwölf Frauen aus dem „Mutterland der Reformation“ sowie weiteren Ausstellungstafeln
über die Lebensbedingungen von Frauen des
16. Jahrhunderts; musikalische Umrahmung
durch die Kreismusikschule Erzgebirge, 918 Uhr, 03733 4250
Beierfeld: Sächsisches Rot-Kreuz-Museum, August-Bebel-Straße 73, Deutsch-tschechische Ausstellung, „Die Nachwuchsarbeit des
Tschechischen Roten Kreuzes von 1921 bis in
die Gegenwart“, 9-12 Uhr, 03774 509333
Kurort Oberwiesenthal: Turm des Fichtelberghauses, Vierenstraße 11, FichtelbergPanorama, auf 20 großformatigen Tafeln wird
die Region auf ca. 50 km um den Berg herum
beschrieben u.a. Bergbau, Besiedlung sowie
Flora und Fauna, außerdem Fotografien des
tschechischen Fotografen Petr Miksicek, 918 Uhr, 037348 78102
Wiesenthaler K3, Karlsbader Straße 3, Gipfel-
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; Asterix im Land der Götter,
14.30 Uhr; Birdman (oder die unverhoffte
Macht der Ahnungslosigkeit), ab 12 J, 17.15,
20.15 Uhr; Cinderella, 14.15 Uhr; Der Kaufhaus
Cop 2, ab 6 J, 14.15, 17.15, 20.15 Uhr; Der Nanny,
ab 12 J, 14.15, 17, 20 Uhr; Die Coopers - Schlimmer geht immer, 17, 20.15 Uhr; Fast & Furious 7,
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es für die morgige Aufführung des
Musicals Cabaret im Vogtlandtheater. Beginn 19.30 Uhr, die nächste
Vorstellung in Plauen am 3. Mai,
18 Uhr – oder am 26. April, 15 Uhr
im Gewandhaus Zwickau. Das Musical von John Kander und Fred Ebb
erzählt die Geschichte des jungen
Amerikaners Cliff Bradshaw und
der Nachtklub-Sängerin Sally Bowles im Berlin der 1930er-Jahre. (how)
SONSTIGES
Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße, Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen, 10-17 Uhr, 03741 443187
Vogtlandbibliothek, Neundorfer Straße 8,
Goethekreis: E.T.A. Hofmanns Novelle „Das
Fräulein von Scuderi“, Vortrag mit Beatric
Wolf-Furrer, Schweiz, 18.15 Uhr
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-17 Uhr,
037467 280860
Oelsnitz: Café Biene, Otto-Riedel-Straße 3,
Seniorensport für Alle, 10 Uhr
Pöhl: Talsperre, Anlegestelle, Möschwitz,
Hauptstraße, Rundfahrten der Fahrgastschiffe,
(weitere Fahrten nach Bedarf), 14 Uhr
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7, Stricken für alle, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10, Einzige Schauhöhle Sachsens, 9.30-17 Uhr,
037431 3735
Zwickau: Hotel Pränzkow, Salutstraße 51,
Montagsskat des Grand Ouvert Zwickau,
18 Uhr, 0375 453800
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 13. April 2015
NACHRICHTEN
KRANKENHAUS
Vorderrad im Gleis:
Radler stürzt schwer
Freie Presse
Trotz Heimspiel hat
der Adoro-Star Lampenfieber
Rehe rastlos:
Fahrer baut
Kettenunfall
Drei Autos betroffen –
40.000 Euro Sachschaden
PLAUEN — Ins Krankenhaus ist ein
Radfahrer nach einem Unfall in
Plauen gekommen. Am Samstag gegen 22.55 Uhr radelte der 41-Jährige
auf der Bahnhofstraße in Richtung
Zentrum. Dabei war er laut Polizei
ohne Licht und viel zu schnell unterwegs. In Höhe der Kolonnaden
kam er mit seinem Fahrrad ins Gleis
der Straßenbahn – das Vorderrad
blockierte. Der Radler überschlug
sich und kam auf der Straße zum
Liegen. Er wurde schwer verletzt ins
Krankenhaus gebracht. (räch)
E .T.A . HOFFMANN-KRIMI
Goethekreis
im Vogtlandmuseum
PLAUEN — Der erste deutsche Krimi,
E.T.A. Hoffmanns „Das Fräulein von
Scuderi“, steht heute im Mittelpunkt des Plauener Literaturvereins
Goethekreis. Die Veranstaltung mit
der Schweizerin Beatrice Wolf-Furrer findet im Festsaal des Vogtlandmuseums statt. Beginn ist 18.15 Uhr.
Die Novelle enthält keine märchenhaften oder fantastischen Elemente.
Anfänglich scheint die Geschichte
unentwirrbar, am Ende wird sie rational aufgeklärt. Und. Die Schweizer
Literaturwissenschaftlerin Beatrice
Wolf-Furrer besitzt Plauener Wurzeln. Sie ist eine Nachfahrin des
vogtländischen Mundartdichters
Louis Riedel. (sasch)
VORTRAG
Das Vogtland aus
der Vogelperspektive
OELSNITZ — „Das Vogtland aus der
Vogelperspektive“ hat Fotoreporter
Helmut Schneider aus Oelsnitz
mehr als 35-mal erlebt. Morgen zeigt
der „Freie Presse“-Mitarbeiter Fotos
seiner Streifzüge durch die Lüfte im
Oelsnitzer Mehrgenerationenhaus
Goldene Sonne und plaudert mit Interessenten über seine Eindrücke.
Beginn ist 15 Uhr. (us)
Gefühle pur und eine
Prise Humor: Nico Müller
begeisterte am Wochenende 1000 Besucher bei zwei
Konzerten in der Rundkirche Zum Friedefürsten in
Klingenthal. Es war ein
unvergesslicher Abend.
REUTH — Drei Rehe haben einen Verkehrsunfall mit hohem Sachschaden nach sich gezogen. Wie die Polizei gestern mitteilte, befuhr am
Samstag gegen 23.20 Uhr ein 18-jähriger VW-Fahrer die Straße Am
Burgbach aus Richtung Reuth in
Richtung Thossen. Kurz nach dem
Ortseingang Thossen versuchte er,
drei Rehen auszuweichen, die von
rechts nach links die Fahrbahn überqueren wollten. Um einen Zusammenstoß zu vermeiden, steuerte der
18-Jährige seinen Wagen zunächst
nach links und wieder nach rechts.
Dann verlor er die Kontrolle über
das Fahrzeug. Das Heck brach aus,
und der Pkw driftete nach rechts gegen einen Gartenzaun. Von dort
wurde der Wagen nach links geschleudert – der Fahrer stieß dann
mit dem Auto gegen eine Grundstücksmauer, ein Verkehrsschild
und schließlich gegen einen parkenden Audi. Durch die Wucht des Aufpralls wiederum wurde der Audi gegen einen Opel daneben geschleudert. Der VW und der Audi waren
nicht mehr fahrbereit. Es entstand
ein Sachschaden von rund 40.000
Euro. Die Rehe blieben unverletzt, so
gestern die Polizei. (räch)
VON ECKHARD SOMMER
KLINGENTHAL — Stimmengewirr, Ge-
lächter, Tuscheln – aber von einer
Sekunde auf die andere ist es mucksmäuschenstill bis hinauf in die Emporen. Nico Müller tritt vor den Altar, verbeugt sich, lächelt und fängt
zu singen an. Bei „Nella Fantasia“
von Ennio Morricone schraubt sich
seine Stimme in die Höhe, wehklagt
und frohlockt – das sorgt bei den Besuchern im Kirchenrund für Gänsehaut-Gefühl. Ein Lied, das das Herz
packt und tief in die Seele sticht wie
ein Speer.
Nicht nur Nico Müller freute
sich, endlich wieder einmal in Klingenthal zu sein – als Sohn und
Freund, aber auch als Künstler. Man
mochte es ihm glauben, wenn der
32-Jährige sagte, er habe Lampenfieber. Trotz Adoro, trotz der Royal
Albert Hall in London. Schließlich
hatte er ein Heimspiel am Samstag
mit Verlängerung gestern wegen der
großen Nachfrage. Nico, der Klingenthaler, wurde mit offenen Armen empfangen und die Besucher
hingen ihm an den Lippen. Pfarrer
Andreas Virginas war nicht zu widersprechen, wenn er sagte, dass
Gott jeden Menschen beschenkt hat,
wenn auch nicht jeden mit einer
solchen Stimme.
Vor zwei Jahren sang Nico Müller
in Klingenthal erstmals ein exklusives Soloprogramm unter den Titel
„Das bin ich“. Am Wochenende gab
13
Nico Müller gab am Wochenende zwei Konzerte in der Rundkirche Zum Friedefürsten in Klingenthal.
FOTO: ECKHARD SOMMER
es die Fortsetzung, schrieb er ein
weiteres Kapitel seiner musikalischen Biografie, die an der Musikschule in Klingenthal begann, über
das Studium in Weimar und Dresden und schließlich zu dem führte,
was er heute ist: professioneller
Künstler und gefragter Dozent, ein
Bariton, der sich mit spielerischer
Leichtigkeit zwischen Klassik und
Musical bewegt, dessen Stimme Gefühle auszudrücken vermag und
Menschen anrührt. So wie in Klingenthal mit dem „Ave Maria“ von
Caccini oder einer Händel-Arie –
schwere Musik, die Nico Müller
Schweiß auf die Stirn trieb und die
er dennoch mit einer Leichtigkeit
sang, die schlichtweg begeisterte.
Unterstützt wurde er dabei von Stefan Tolnai und dem Musicalchor
Oh-Töne, begleitet von Michael
Schütze (Piano), Beate Hoffmann
(Cello) und Christoph Geibel (Violine). Von seiner anderen Seite zeigte
er sich mit Musical-Liedern unter
anderem aus „Das Phantom der
Oper“, „Elisabeth“, „Scarlett“ und „Jekyll & Hyde“ oder dem ulkigen „Der
wahre Kumpel“.
Es wurde still in der Rundkirche,
als Nico Müller mit Tränen in den
Augen „Schlaflied“ sang, gemeinsam mit Hardy Punzel. Ein Augenblick, den er seinem Bruder widmete, der bei einem Verkehrsunfall auf
tragische Weise ums Leben gekommen war, und seiner Oma, die im
letzten Jahr ihre letzte Reise antrat.
Jeder in der Kirche wusste davon, jeder fühlt noch immer mit der Familie. Jeder nahm das Lied über Liebe
und Trauer und Nicht-vergessenKönnen und Kraft in sein Herz auf.
Es war ein unvergesslicher Abend.
FAHRTZEUGDIE BSTAHL
Aus Lagerhalle:
Caddy kommt weg
THIERGARTEN — In der Zeit von Freitag 23 Uhr bis Samstag 8.45 Uhr entwendeten unbekannte Täter aus einer Lagerhalle in der Hofer Landstraße einen VW Caddy, Farbe hellblau,
mit dem amtlichen Kennzeichen
V-WQ 305. Es entstand ein Schaden
in Höhe von rund 15.000 Euro. Hinweise nimmt das Polizeirevier in
Plauen unter der Telefonnummer
03741 140 entgegen. (räch)
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DIENSTLEISTUNGEN KAUFGESUCHE
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PRESSEKARTE
Sonderveröffentlichung
MEIN TIPP
Mittelsachsen
rockt
Montag, 13. April 2015
Die „Faszination Mozart“ erhören
Organisator Franz Streuber spricht im Interview über die Höhepunkte des diesjährigen Sächsischen Mozartfestes – Rabatt mit Pressekarte
CHEMNITZ — 30
FRANK WUTZLER
FREUT SICH AUF EINEN
TOLLEN KULTURSOMMER
shop@freiepresse.de
E
gal ob Schlösser, Parkanlagen
oder die Porphyrbrüche auf
dem Rochlitzer Berg – der
Mittelsächsische Kultursommer
lädt auch zu seiner 22. Auflage wieder an ungewöhnlichen Orten zum
Kulturgenuss. Leider reicht der Platz
nicht aus, um auf jede einzelne der
rund 50 geplanten Veranstaltungen
im Detail einzugehen.
Aber zu den Höhepunkten dieser
Veranstaltungsreihe, die nicht nur
Besucher aus Mittelsachsen, sondern auch von weiter her begeistert,
gehören in diesem Jahr einmal mehr
die Irische Nacht am 4. Juli auf
Schloss Rochsburg und der Philharmonic Rock mit der Vogtland-Philharmonie Greiz/Reichenbach am
29. August im Kloster Buch bei Leisnig. Ich persönlich werde mir keinesfalls die Coldplay-Tribute-Show
am 27. Juni auf dem Rochlitzer Berg
entgehen lassen. Mit Songs wie „Magic“, „Paradise“ und „Viva La Vida“
stürmten die Briten die Charts und
eroberten die Herzen der Fans. Einen
Tag zuvor entführt an gleicher Stelle
bereits die Erzgebirgische Philharmonie mit einem Großaufgebot an
Darstellern und zauberhaften Effekten unter dem Titel „Elfenfeuer“ in
eine zauberhafte Welt.
Über den Kulturgenuss hinaus
zeigt das Festival auch, was Engagement bewirken kann. Denn hinter
dem „Mittelsächsischen Kultursommer“ steht ein Verein, der es nicht
dabei belässt, mangelnde kulturelle
Angebote in Sachsens ländlichen
Gegenden zu beklagen, sondern der
im Verlauf von mehr als zwei Jahrzehnten Veranstaltungen etabliert
hat, die auch überregional Anziehungskraft für Touristen haben.
Tickets für viele Veranstaltungen
des Mittelsächsischen Kultursommers gibt es in den Geschäftsstellen
der „Freien Presse“. Für ausgewählte
Veranstaltungen gibt es einen Rabatt bei Vorlage der Pressekarte.
EMPFEHLENSWERT
SCHLAGER
Mallorca-Party steigt
im Wasserschloss
CHEMNITZ — Am 22. Mai geht im
Wasserschloss Klaffenbach unter
dem Titel „Malle in Chemnitz“ eine
Mallorca-Schlagerparty über die
Bühne. Für die passende Musik sollen nach Angaben der Veranstalter
unter anderem Michael Wendler,
Ina Colada, Olaf Henning, Chris Roberts, Sandy Wagner, Brille & Bratze,
Ikke Hüftgold sowie Kalle & Ralle
aus Malle sorgen. Inhaber der Pressekarte erhalten ihre Tickets in den
Geschäftsstellen der „Freien Presse“
für 27,91 Euro. (cw)
OLDIE
Smokie-Revivalband
tritt in Bad Elster an
BAD ELSTER — Am Pfingstsamstag,
dem 23. Mai, geht im Naturtheater
von Bad Elster eine große Oldienacht mit der international besetzten Smokie-Revivalband und dem
legendären Beat-Club Leipzig über
die Bühne. In der Band The Spirit of
Smokie steckt jede Menge Smokie:
Die Stimme der Band, Dean Alan
Barton, ist der Sohn des tödlich verunglückten Leadsängers Alan Barton. Mit Andy Whelan steht der
langjährige Gitarrist von Chris Norman auf der Bühne, und Ron Kelly
war in den 1970ern bereits der
Schlagzeuger von Smokie. Als Vorband wird der Beat-Club Leipzig die
großen Hits der 1960er- und 1970erJahre interpretieren. Inhaber der
Pressekarte erhalten in den Geschäftsstellen der „Freien Presse“ pro
Ticket zwei Euro Rabatt. (cw)
Veranstaltungen
bieten beim Sächsischen Mozartfest zwischen dem 8. und 26. Mai
ein genauso hörens- wie sehenswertes Programm. Organisator
Franz Streuber von der Sächsischen Mozartgesellschaft stellte
sich den Fragen von Christian
Wobst.
Freie Presse: Worauf dürfen sich
die Besucher des Sächsischen
Mozartfestes freuen?
Franz Streuber: Wir haben mit
dem Mozartfest wieder ein breites
Angebot mit hochkarätigen Gästen
sowie mit Musikern und Kooperationspartnern der Region vorbereitet,
welche in attraktiven Spielstätten
wie der Villa Esche, dem Schloss
Waldenburg, dem Marcolini Palais
in Dresden, dem Schloss Proschwitz
bei Meißen oder dem Westphalsche
Haus in Markkleeberg zu erleben
sind.
Franz Streuber
Vorstandsmitglied
der Sächsischen
Mozartgesellschaft
FOTO: ANIA WAGNER
Das Eröffnungskonzert des Sächsischen Mozartfestes mit Midori Seiler als Solistin und Leiterin des Chemnitzer Barockorchesters am 8. Mai in der Chemnitzer
Kreuzkirche wird von der „Freien Presse“ präsentiert. Karten gibt es in allen Geschäftsstellen. Inhaber der Pressekarte erhalten einen Rabatt. FOTO: MAIKE HELBIG
Und auf welche Veranstaltung
freuen Sie sich ganz besonders?
An erster Stelle steht für mich das
Eröffnungskonzert mit der diesjährigen Mozartpreisträgerin Midori
Seiler als Solistin und Leiterin des
Chemnitzer Barockorchesters. Die
Laudatio hält Adriana Bera aus Rumänien. Auch sie ist eine unserer
Mozartpreisträgerinnen. Dann wird
es schon schwer, aus der Vielzahl der
Angebote auszuwählen. Wie soll ich
die Wiederbegegnung mit dem
Klenke Quartett in der Villa Esche
und im Bürgergarten Stollberg dem
Festivaldebüt des Echo-Preisträgers
NeoBarock im Archäologiemuseum
oder in der Sparkasse Aue vorziehen? Das erlebbar jugendlich frische
Engagement der Musikschüler in
den Villenkonzerten, die Mozartkinder aus Chemnitz, Chomutov und
Italien in Zschopau, dem Spielemuseum Chemnitz und dem Schloss
Waldenburg dem professionellen
Anspruch gestandener Interpreten
nachstellen? Die Preisträger des Rotary Musikwettbewerbes Moskau in
der Musikschule Chemnitz, dem
Ratssaal Hohenstein-Ernstthal und
dem Schumann-Haus Zwickau gehören ebenso der Extraklasse an wie
unsere Mozartpreisträgerinnen und
Kuratoriumsmitglieder Christine
Schornsheim auf Schloss Proschwitz und Jana Büchner in der
Lößnitzer Kirche. Im Chorschwerpunkt zu Pfingsten treffen der Thü-
ringische Akademische Singkreis
mit den Sängerinnen und Sängern
der Region zusammen. Und das in
der besonderen Atmosphäre des
Lichterlabyrinths – das kann sich sehen und hören lassen.
Was ist in Ihren Augen das Besondere an der Musik Mozarts?
„Faszination Mozart“ haben wir dem
diesjährigen Mozartfest vorangestellt. Er fasziniert in besonderer
Weise, nicht zwingend und doch
unwiderstehlich. Stetig und überraschend entfaltet er seine Wirkung.
Unnahbar kann man sich seiner Person anhand überlieferter Daten und
Informationen nähern. Entschlüsseln und erleben lässt sich aber der
Zauber seines Wesens wohl erst in
seiner Musik, seinem Schaffen – im
Hören, Musizieren, Analysieren und
Mitfühlen. Man muss es erleben.
Sie stiften zum diesjährigen Mozartfest 100 Kulturpatenschaften. Was verbirgt sich dahinter?
Kulturelle Bildung lebendig zu gestalten, ist für viele ein Grundbedürfnis. Es scheitert nur manchmal
am geeigneten Anlass und an passender Gelegenheit. Hier setzen wir
an und wollen 100 Partnerschaften
stiften, anstiften, dass Menschen
zwischen den Generationen aufeinander zugehen, um miteinander ins
Konzert, eine Opernaufführung, ins
Schauspiel, Museum, zu Lesungen,
in interessante Filme zu gehen oder
eine Ausstellung zu besuchen. Wir
sprechen dabei Jugendliche an, die
interessiert sind, sich aber selbstständig vielleicht noch nicht auf die
„Socken“ gemacht haben. Wir wollen Erwachsene finden, welche in
sich die Verantwortung und die Lust
spüren, Jugendliche in ihrem Interesse zu bestärken oder auch, weil
sie vielleicht sonst allein sind, sich
auf Gesellschaft freuen, um gemeinsam Kultur zu erleben. Mehr Infos
zu diesem Projekt gibt es bei den
Konzerten und telefonisch unter der
Rufnummer 0371 6949444.
KARTEN für zahlreiche Veranstaltungen
des Sächsischen Mozartfestes gibt es in den
Geschäftsstellen der „Freien Presse“. Inhaber
der Pressekarte erhalten einen Rabatt.
Mit Freikarten zu Apassionata
Hera Lind liest in Zwickau
Beliebte Pferdeshow gastiert vom 15. bis 17. Mai in der Chemnitz Arena
Erfolgsautorin ist am 9. Mai in der Moccabar zu Gast
CHEMNITZ — In dieser Saison lädt die
ZWICKAU — Erfolgsautorin Hera Lind
Pferdeshow Apassionata unter dem
Titel „Die goldene Spur“ in ein ganz
besonderes Museum ein: eines, in
dem Pferde und Reiter der Extraklasse Ausstellungsstücke zum Leben
erwachen lassen! Während der rund
zweistündigen Show folgen die Zuschauer vom 15. bis 17. Mai in der
Chemnitz Arena dem jungen Helden Pierre bei dessen Suche nach
dem verschwundenen Lächeln einer Frau durch fantastische Welten
voller emotional überwältigender
Höhepunkte.
Für einen besonders actionrei-
DIE APASSIONATA-SHOW ist am 15. Mai ab
20 Uhr, am 16. Mai, 15 und 20 Uhr sowie am
17. Mai, 15 Uhr, in der Chemnitz Arena zu sehen. In einem Gewinnspiel verlost die „Freie
Presse“ 4x 2 Freikarten für die Shows am
15. Mai (20 Uhr) und am 16. Mai (15 und
20 Uhr). Einfach bis Montag, 13. April, die 0137
8801120 anrufen und mit ein bisschen Glück
gewinnen. Der Anruf kostet 50 Cent aus dem
Festnetz der Deutschen Telekom. Preise aus
dem Mobilfunknetz können abweichen. Der
Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Tickets
werden zugeschickt. Karten gibt es in allen
„Freien Presse“-Shops. Für die Premiere am
Freitag erhalten Inhaber der Pressekarte einen Rabatt von 5 Euro pro Ticket.
chen Charakter sollen nach Angaben der Veranstalter verschiedenste
atemberaubende Szenen sorgen. Dazu gehören etwa die Trickreiter der
Apassionata-Academy, deren Stunts
im, neben, über und sogar unter
dem Sattel für Nervenkitzel sorgen
sollen. Die Ungarische Post präsentiert als Gespann aus sechs Hengsten mit einem einzigen, auf zwei
Pferden stehenden Reiter, schier unglaubliche Manöver. Zwei Vertreter
der seltenen Rasse Menorquiner zeigen ihr besonderes Talent: Sie laufen
und springen nur auf den Hinterbeinen viele Meter weit. (cw)
liest am 9. Mai in Zwickau. Die Bestsellerautorin präsentiert ihren neuen Roman „Eine Handvoll Heldinnen“ in der Moccabar Zwickau. Beginn ist 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.
Das Buch erzählt von der übergewichtigen Nachtclubbesitzerin Katja Richter, der zum 20. Hochzeitstag
die Augen geöffnet werden: Göttergatte Albert hat außer einem Riesenego null zu bieten. Katja möchte ihrer Tochter Juli ein intaktes Elternhaus bewahren, doch diese beschert
ihr kurz vorm Abi ein Enkelkind.
Und zwar von ihrem blinden Klas-
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senkameraden Jonas. Als dieser sich
auf den Jakobsweg begibt, um seine
Selbstständigkeit zu beweisen und
Juli ihm mitsamt Baby Mia Hals
über Kopf folgt, kann Katja schlecht
weiter Alberts Hemden bügeln. Zum
Glück hält das Schicksal eine Handvoll Heldinnen bereit, die sie bei einer mutigen Entscheidung unterstützen und damit beweisen, dass
Frauenfreundschaften mehr wiegen
als jeder Macho dieser Welt. (cw)
INHABER DER PRESSKARTE erhalten ihre
Tickets in den Geschäftsstellen der „Freien
Presse“ für 15 Euro.
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SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 13. April 2015
Seite S1
Radsport
John Degenkolb
gewinnt Frühjahrsklassiker
Paris - Roubaix
Seite S4
FUSSBALL
2. Bundesliga
1. FC Nürnberg - SV Darmstadt
Karlsruher SC
- FC St. Pauli
FC Heidenheim
- FC Ingolstadt
Braunschweig
- 1860 München
FSV Frankfurt
- Greuther Fürth
FC Union Berlin
- VfR Aalen
Erzgebirge Aue
- SV Sandhausen
VfL Bochum
- RB Leipzig
Fort. Düsseldorf - Kaiserslautern
1. FC Ingolstadt
28
2. SV Darmstadt (N)
28
3. FC Kaiserslautern
27
4. Karlsruher SC
28
5. Eintr. Braunschweig (A) 28
6. RB Leipzig (N)
28
7. Fort. Düsseldorf
27
8. SV Sandhausen
28
9. FC Union Berlin
28
10. VfL Bochum
28
11. FSV Frankfurt
28
12. 1. FC Nürnberg (A)
28
13. FC Heidenheim (N)
28
14. SpVgg Greuther Fürth 28
15. 1860 München
28
16. FC St. Pauli
28
17. Erzgebirge Aue
28
18. VfR Aalen
28
1:1
3:0
0:1
2:0
1:1
1:1
0:1
1:2
heute
43:22
37:20
38:23
39:21
36:30
33:22
40:39
26:31
33:44
44:43
36:43
33:41
35:36
27:33
35:43
30:47
22:39
24:34
55
49
49
48
44
43
39
36
36
35
35
35
34
30
26
25
25
24
- VfL Osnabrück
- FSV Mainz II
- SG Großaspach
- Stuttgarter Kickers
- Fortuna Köln
- Arminia Bielefeld
- Chemnitzer FC
- Hallescher FC
- SpVgg Unterhaching
- MSV Duisburg
1:1
1:0
0:1
1:0
1:1
2:0
2:3
1:2
1:0
1:2
3. Liga
Jahn Regensburg
Holstein Kiel
Wehen Wiesbaden
Hansa Rostock
Energie Cottbus
Dynamo Dresden
Preußen Münster
Rot-Weiß Erfurt
Bor. Dortmund II
VfB Stuttgart II
1. Arminia Bielefeld (A)
2. Holstein Kiel
3. MSV Duisburg
4. Stuttgarter Kickers
5. Preußen Münster
6. Hallescher FC
7. Energie Cottbus (A)
8. Chemnitzer FC
9. Rot-Weiß Erfurt
10. Wehen Wiesbaden
11. Dynamo Dresden (A)
12. VfL Osnabrück
13. VfB Stuttgart II
14. Fortuna Köln (N)
15. Hansa Rostock
16. SG Großaspach (N)
17. FSV Mainz II (N)
18. Bor. Dortmund II
19. SpVgg Unterhaching
20. Jahn Regensburg
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
32
63:35
42:20
51:35
51:38
47:39
45:41
40:38
35:31
43:44
46:38
38:38
44:48
40:46
33:35
47:57
33:52
35:47
29:43
41:56
36:58
62
59
56
55
51
49
49
46
46
45
44
43
40
39
38
37
32
29
29
26
ZITAT DES TAGES
„Ich habe mehr
geschlafen, als
ich noch
geschwommen bin.“
Markus Deibler, Ex-Weltmeister im
Schwimmen, jetzt Inhaber einer Eis-Diele
LEUTE HEUTE
FOTO: IMAGO
Usain Bolt (28), 100-m-Olympiasieger und -Weltmeister, hat am Rande
eines Staatsbesuches US-Präsident
Barack Obama getroffen. Dabei entstand ein Foto, auf
dem beide gemeinsam die berühmte Jubelgeste
des Jamaikaners
zeigen. „Was soll
ich sagen, es war
wirklich eine große Ehre, den Präsidenten der USA zu treffen“, schrieb
Bolt auf seiner Facebook-Seite. Und
auch Obama zeigte sich geehrt: „Von
allen Milliarden Menschen war niemand jemals schneller als dieser
Junge“, sagte er. „Wenn man schon
die Chance hat, dem schnellsten
Mann zu begegnen, dann muss man
auch mal ,Hi’ sagen.“ (dpa)
FOTO: ALI HEIDER/DPA
Markus Deibler (25), KurzbahnWeltmeister im Schwimmen,
genießt vier Monate nach seinem
Coup mit Weltrekord über 100 m
Lagen und dem
überraschenden
Karriereende kurz
danach die zweite
Laufbahn. „Ich bin
voll zufrieden mit
meinem
Entschluss und hadere überhaupt nicht damit“, sagte
er am Rande der nationalen Meisterschaften. Er hatte sich gegen den
Leistungssport und für seine Eisdiele in St. Pauli entschieden. „Ich habe
da tierisch viel Spaß, es ist mega viel
Arbeit“, schilderte Deibler. (dpa)
FOTO: THOMAS EISENHUTH/DPA
Ein Bild mit Symbolcharakter für die schlechte Torausbeute des FCE: Aues Oliver Schröder schreit nach einer verpassten Chance seinen Frust heraus.
Bitter: Aue kommt nicht nach oben
Der FC Erzgebirge hängt
nach der 0:1-Niederlage
gegen den SV Sandhausen
weiter im Tabellenkeller
der 2. Fußball-Bundesliga
fest.
VON THOMAS TREPTOW
AUE — Geknickt hockten die Veil-
chen auf dem Rasen, standen mit
hängenden Köpfen auf dem Platz
oder starrten frustriert vor sich hin.
Die 0:1 (0:0)-Niederlage gegen den
SV Sandhausen schmerzte – in
mehrfacher Hinsicht. Anstatt die
Punkteinbußen der anderen „Kellerkinder“ auszunutzen und sich im
Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga Luft zu verschaffen, kommen die Auer in der Tabelle nicht
weiter nach oben. „Bitterer geht es
nicht. Wir hatten mehr Ballbesitz
und mehr Chancen. Aber wir haben
sie nicht genutzt. Wir wollten den
Sieg von München veredeln, aber
das ist uns nicht gelungen“, sagte
René Klingbeil.
Der Kapitän stand gestern beim
entscheidenden Gegentreffer (74.)
unfreiwillig Pate. Als ein Sandhäuser einen Ball hoch in den Strafraum
schaufelte, fiel dem FCE-Kapitän die
Kugel hinterrücks auf den Arm und
genau vor die Füße von Alexander
Bieler. Der kurz vorher eingewechselte Stürmer traf ins linke obere
Eck und die Gastgeber ins Mark.
„Das ist das Schlimmste, was im
Fußball passieren kann. Du machst
das Spiel und die kommen einmal
vor unser Tor. Du verlierst, hast null
Punkte und kannst dir für deine
Überlegenheit nichts kaufen“, ärgerte sich Selcuk Alibaz nach der
vierten Heimniederlage ohne ein
Auer Tor.
Dass die Erzgebirger, die mit Clemens Fandrich für den gesperrten
Rico Benatelli und Oliver Schröder
für den verletzten Dorian Diring
begannen, erneut nicht trafen, lag
auch am eigenen Unvermögen. Der
fleißige, aber glücklose Stefan Mugosa köpfte eine Alibaz-Ecke (26.)
knapp am linken Pfosten vorbei und
vergab die größte Chance der ersten
Halbzeit. Zudem stand im SSV-Kasten mit Manuel Riemann ein Klassetorhüter. Der 1,86 m große, sprunggewaltige Schlussmann entschärfte
Patrick Schönfelds Fernschuss (17.)
ebenso wie einen perfekt getretenen
Alibaz-Freistoß (54.). Riemann lag
quer in der Luft und lenkte das Leder
noch an den Querbalken. Auch bei
einem Kopfball von Stipe Vucur
(52.) und einem weiteren strammen
Schönfeld-Schuss (73.) ließ sich der
Torhüter nicht überwinden.
„Das ist das
Schlimmste,
was im Fußball
passieren kann.“
Selcuk Alibaz FCE-Profi
Vielleicht hätte es der wuchtige Bobby Wood besser gemacht. Der lange
am Knie verletzte Angreifer stand
im Kader und lief sich wie die anderen Wechselspieler der Auer warm,
doch Tomislav Stipic brachte nach
dem Rückstand Mike Könnecke und
Alexander Dartsch. „Wood war dabei, weil er die Stimmung aufsaugen
und die Spannung in der Kabine
spüren sollte. Wäre es ein Endspiel
gewesen, hätte ich ihn gebracht.
Aber das war es definitiv nicht“,
begründete der FCE-Coach seine
Überlegungen, die im weiten Rund
zumindest für Irritationen sorgten.
Freilich entscheidet ein junger
Mann wie Wood (22) trotz seiner
unbestrittenen Klasse nicht allein
über das Wohl und Wehe des FC Erzgebirge. Vielleicht erweist sich die
Stipic-Maßnahme, den gebürtigen
Hawaiianer Schritt für Schritt heranzuführen, noch als Volltreffer.
Allerdings bleiben nur noch sechs
Partien Zeit, um dem Schlamassel zu
entkommen. Und wenn in der bisherigen Saison neben der schlechten Torausbeute (22) etwas auffällt,
dann ist es die mangelnde Konstanz.
Zu oft folgte auf ein Erfolgserlebnis
wieder ein Rückschlag „Wir schaffen es nicht, mal eine kleine Serie zu
starten“, hatte Martin Männel schon
vor der Partie geäußert.
Der FCE-Torhüter hatte gestern
zwar nicht viel zu tun. Doch bei
einem gefährlichen Kopfball seines
ehemaligen Teamkameraden Solomon Okoronkwo (41.) reagierte er
stark. Der Nigerianer, in Aue in der
Winterpause aussortiert, spielte
auffällig engagiert und stand am
Ende in den Reihen des Siegers, der
sich auf Tabellenrang acht mit nunmehr 36 Punkten als gerettet betrachten darf. Die Veilchen, die am
kommenden Wochenende den FSV
Frankfurt empfangen, verbleiben
bei 25 Zählern auf dem vorletzten
Platz. Und diese Konstellation animierte SSV-Trainer Alois Schwartz
zu einer kleinen Retourkutsche.
„Beim Hinspiel musste ich mir
sagen lassen, dass wir keinen Fußball spielen. Jetzt sind wir elf Punkte
vor Aue, das zählt im Fußball“, meinte er und schielte bei der Pressekonferenz hinüber zu Tomislav Stipic.
Der Auer Trainer, der im Hinspiel
mit seiner Mannschaft ein 1:1
erreicht hatte, ging nicht darauf ein.
Geschmerzt hat es ihn bestimmt.
Julia Schwarzbach nach Silbercoup überglücklich
Die Gewichtheberin aus
Görlitz sicherte sich bei
der EM in Tiflis überraschend Platz zwei im
Zweikampf sowie Bronze
im Reißen und Stoßen.
VON MARTINA MARTIN
TIFLIS/CHEMNITZ — Damit hatte niemand im deutschen Team vorher
gerechnet: Julia Schwarzbach sorgte
mit ihren Auftritten bei der
Gewichtheber-EM in der Klasse bis
53 kg gestern für einen glänzenden
Auftakt: Mit sechs gültigen Versuchen erkämpfte die Görlitzerin drei
Medaillen: Silber mit 186 kg im
Zweikampf, jeweils Bronze im Reißen (83 kg) und Stoßen (103 kg). „Ich
bin einfach happy und am Ende auf
der Bühne wie ein junges Küken
herumgesprungen. Ich war euphorisch, habe das alles genossen“, schilderte die 25-Jährige ihre Emotionen
im Telefongespräch mit „Freie Presse“ kurz bevor sie zur Dopingkontrolle musste. „Ich war zwar vorher
extrem nervös, aber dann lief es einfach toll. Ich fühlte mich gut, musste
auch kein Gewicht machen, hatte
ein Superteam an meiner Seite“, fügte sie aufgekratzt hinzu.
Strahlend und überglücklich fiel
sie danach den Trainern Oliver
Caruso und Thomas Faselt sowie
Physiotherapeutin Ivonne Rohde in
die Arme. Letztere, selbst als Heberin aktiv, war vor allem auch von der
psychologischen Seite sehr wertvoll. „Ivonne bildete den Ruhepool,
das hat schon in alten Zeiten sehr
gut funktioniert. Und jetzt wieder.
Super, wie Jule das gemacht hat“,
berichtete Thomas Faselt, der sich
gemeinsam mit Chefcoach Caruso
neben seiner Verantwortung für
den Nachwuchsbereich im Verband
auch weiterhin als Co-Trainer mit
um die Frauen kümmert. Da besitzt
er langjährige Erfahrungen, formte
unter anderem ein schlagkräftiges
Team, das bei Olympia 2012 in London erstmals zwei Startplätze besaß.
Einen davon Julia Schwarzbach,
die der 47-Jährige als gebürtiger
Görlitzer bereits seit Beginn ihrer
Karriere betreut.
Inzwischen besitzt die deutsche
Ausnahmeathletin nach 2008 und
2012 sogar die Chance, vielleicht
2016 erneut beim Topereignis in Rio
dabeizusein. Ein erstes Achtungszeichen setzte sie mit diesem EM-Resultat auf alle Fälle. Beim europäischen
Championat 2011 konnte sie schon
einmal Silber im Zweikampf sowie
zwei weitere Podestplätze erkämpfen, doch zu jener Zeit widmete sie
sich als Mitglied der Bundeswehrsportfördergruppe viel intensiver
dem Eisen. Inzwischen absolviert
die mehrfache nationale Meisterin
und Rekordhalterin eine Ausbil-
dung zur medizinischen Fachangestellten, kann deshalb nur noch in
den Abendstunden trainieren. „Die
Wertigkeit dieses Ergebnisses ist
deshalb viel höher“, meinte Faselt.
Julia Schwarzbach selbst empfand es zudem auch als Belohnung.
„Es ist schon alles sehr hart für mich,
die Belastung teilweise enorm. Man
bringt viele Opfer. Umso schöner ist
es natürlich jetzt“, meinte die Ehefrau von Heberkollege Tom, der
2012 als Europameister im Stoßen
seinen bislang größten Erfolg feierte, derzeit eine Knie-Operation auskuriert. Für das Paar würde sich ein
Traum erfüllen, wenn sie gemeinsam in Rio starten könnten. 2012
verfehlten sie dieses Ziel knapp.
Doch schnell kehrt jetzt erst einmal der Alltag zurück: Bereits um
4.30 Uhr ging für die hübsche Sächsin heute die Rückreise in die Wahlheimat los, morgen früh beginnt für
sie in einem Heidelberger Krankenhaus der nächste Arbeitstag.
Julia Schwarzbach von ihren Emotionen überwältigt.
FOTO: ZURAB KURTSIKIDZE/DPA
S2 Freie Presse
NACHRICHTEN
PRÜGELSKANDAL
Emir Spahic muss
Bayer verlassen
FOTO: IMAGO
LEVERKUSEN — Vier Tage nach der
Prügelattacke auf Ordner hat sich
Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen von seinem bosnischen Profi
Emir Spahic getrennt. „Die jüngsten
Erkenntnisse nach dem Vorfall ließen uns keine andere Wahl“, sagte
Geschäftsführer Michael Schade.
Der bis 2016 gültige Vertrag mit dem
Innenverteidiger
wurde laut einer
Mitteilung „in gegenseitigen Einvernehmen“ aufgelöst. Der Spieler
habe die Verantwortung für sein
Verhalten übernommen und ohne weitere Forderungen der Trennung zugestimmt.
Der 34-Jährige, der sich entschuldigt
hat, war durch ein Video entlarvt
worden, das ihn nach dem Pokalspiel gegen Bayern München zeigt,
wie er sich mit Ordnern prügelt. Dabei wurden einem Sicherheitsmann
zwei Zähne ausgeschlagen. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Körperverletzung.
Auch der DFB-Kontrollausschuss
beschäftigt sich mit dem Fall. (dpa)
SONNTAGSPIEL
Stuttgart setzt
Ausrufezeichen
STUTTGART — Der VfB Stuttgart hat
sich im Kampf um den Klassenverbleib mit einer beherzten Leistung
zurückgemeldet. Die Schwaben bezwangen Werder Bremen verdient
mit 3:2 (1:0) und rückten damit erstmals seit acht Wochen auf den vorletzten Tabellenplatz vor. Vor 51.330
Zuschauern feierten die Schwaben
gegen den Ex-Club ihres Sportdirektors Robin Dutt, der im Oktober als
Werder-Trainer freigestellt worden
war, ihren zweiten Heimsieg am
Stück überschwänglich und überholten den HSV in der Tabelle. (dpa)
SPRÜCHE
„Weiß ich nicht. Ich bin der Müller ohne
Wohlfahrt, ich kenne mich da nicht
aus.“
Bayern-Profi Thomas Müller
mit Verweis auf Mannschaftsarzt
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt
auf die Frage, ob die Teamkollegen
Schweinsteiger und Ribéry am Mittwoch in der Champions League in
Porto dabei sein können.
„Rafinha ist vielleicht klein an Statur,
aber groß an Herz.“
Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge auf die Frage, ob der
1,72 Meter große Rafinha beim 3:0Sieg gegen Eintracht Frankfurt der
kleinste Innenverteidiger in der Geschichte des FC Bayern gewesen sei.
„Wenn wir uns das noch nehmen lassen,
höre ich auf mit dem Fußball.“
Mönchengladbachs Mittelfeldspieler Granit Xhaka nach dem
3:1 gegen Dortmund zum ZwölfPunkte-Vorsprung des Tabellendritten vor dem Fünften Schalke.
„Jedes Gegentor war Quatsch.“
BVB-Trainer Jürgen Klopp über
das Abwehrverhalten seiner Spieler.
„Ich kann heute bestimmt nicht schlafen.“
Leverkusens Sportchef Rudi Völler über Stefan Kießling, der ihn in
der ewigen Torschützenliste mit seinem 133. Treffer überflügelte.
„Es ist besser, als viele Freundschaftsspiele zu bestreiten. Das macht den Spielern auch keinen Spaß.“
Schalke-Manager Horst Heldt
fordert nach dem 0:0 gegen den
SC Freiburg, nicht auch die EuropaLeague-Teilnahme zu verspielen.
„So einfach geht das nicht. Sonst hätten
wir in der Bundesliga keine Trainerwechsel, sondern nur Jobgarantien.“
96-Manager Dirk Dufner auf die
Frage, warum trotz der Rückendeckung für Trainer Korkut die Sieglos-Serie nicht beendet wurde. (dpa)
SPORT
Montag, 13. April 2015
Alle Mann an Bord auf sinkendem Schiff
Ist das Experiment Knäbel
beim Hamburger SV schon
gescheitert? Der Sportchef
kassiert nach dem Debakel
in Leverkusen auch gegen
Wolfsburg eine Niederlage
und wirkt komplett ratlos.
VON BRITTA KÖRBER
UND THOMAS PRÜFER
HAMBURG — Heimpleite,
Abstiegsplatz, Kabinenzoff und flüchtende
Fans: Der einstmals große Hamburger SV ist am vorläufigen Tiefpunkt
angekommen. Doch trotz des drohenden erstmaligen Absturzes aus
der Fußball-Bundesliga will Clubchef Dietmar Beiersdorfer die Saison
mit Peter Knäbel als Coach durchziehen. „Ja, das schließe ich aus!“,
antwortete der HSV-Vorstandsvorsitzende gestern auf bohrende Fragen nach einem erneuten Wechsel
auf der Bank. „Wir müssen jetzt zusammenrücken und uns sammeln.
Es sind ja noch 18 Punkte zu vergeben“, meinte Beiersdorfer nach dem
0:2 gegen den VfL Wolfsburg.
„Es könnte sogar
Cristiano Ronaldo
kommen, auch der
würde uns momentan nicht helfen.“
FOTOS: IMAGO (4)
Auch die Choreografie der HSV-Fans half den Profis auf dem Rasen nicht weiter.
Undiszipliniert: Johan Djourou sah
wegen Meckerns Gelb-Rot.
Bedient: Peter Knäbels Gesichtsausdruck sagte alles.
Ernüchtert: Lewis Holtby konnte die
erneute Niederlage nicht fassen.
der dritte HSV-Coach in dieser missratenen Saison. Seine Minusbilanz
aus zwei Spielen: null Punkte und
0:6 Tore. Doch damit nicht genug:
Am Tag nach der 0:2-Schlappe wurde bekannt, dass die Schweizer Nationalspieler Valon Behrami und
Johan Djourou in der Halbzeitpause
aneinandergeraten sind. Der HSV
habe eine „emotionale Auseinandersetzung“ bestätigt, die Beteiligten
seien mit einer Geldstrafe belegt
worden, berichtete „Sport Bild Plus“.
Abwehrchef Djourou sah zudem
wegen Meckerns die Gelb-Rote Karte und fehlt dem HSV am kommenden Sonntag bei Werder Bremen.
Entsetzt über den erneuten Absturz flüchteten die Fans in Scharen
schon vor dem Abpfiff aus dem
Volkspark. Kurzzeit-Coach Knäbel
schlug nach dem deprimierenden
Auftritt fassungslos die Hände vors
Gesicht. Gelähmt vor Angst taumelt
das Gründungsmitglied der Liga
dem ersten Abstieg nach 52 Jahren
entgegen. „Das kann einem schon
Angst machen“, gestand HSV-Idol
Uwe Seeler, „aber meine Hoffnung
stirbt zuletzt“.
Nach ihrem hilflosen Auftritt
sahen sich die HSV-Spieler gellenden Pfiffen, Wutausbrüchen und
umherfliegenden
Gegenständen
ausgesetzt. Doch ans Aufgeben
denkt Knäbel, derzeit Sportdirektor
Ivica Olic HSV-Stürmer
Doch wer soll nach der Serie von
acht Spielen ohne Sieg und 495 Minuten ohne eigenen Torerfolg beim
wankenden Riesen die Wende herbeiführen? Nichts ist besser geworden unter dem mit großen Hoffnungen und als Heilsbringer zurückgeholten Ex-Profi und -Sportchef Beiersdorfer. Nach Mirko Slomka und
Josef Zinnbauer ist Knäbel bereits
Die bessere Borussia kommt aus Mönchengladbach
Nach Pokalschlappe gegen Bielefeld zeigt die Elf von Lucien Favre eine Reaktion und besiegt Dortmund mit 3:1
MÖNCHENGLADBACH — Beim Anblick
seines sensationellen Sololaufs über
70 Meter verschlug es selbst Patrick
Herrmann die Sprache. Für einen
kurzen Moment unterbrach der
überragende Mittelfeldspieler von
Borussia Mönchengladbach nach
dem 3:1 (2:0) gegen Borussia Dortmund die Interviews, um auf den
TV-Monitoren in den Stadionkatakomben die Szene des Spiels noch
einmal zu genießen. „Ich habe den
Ball immer ein bisschen angestupst
und alle auf dem falschen Fuß erwischt. Irgendwann war der Weg
frei zum Tor“, schilderte der 24-Jähri-
ge mit leuchtenden Augen seine
Vorbereitung des 2:0 durch Raffael.
„Er hatte das Näschen, diesen
Superlauf anzusetzen. Dass er den
Ball dann noch quer spielt, bei dem
Tempo und in der Ruhe, das war
schon große Klasse“, lobte Sportdirektor Max Eberl den seit Wochen
in herausragender Form agierenden
Herrmann. „Das war ein fantastischer Konter“, sagte Trainer Lucien
Favre. Sein Team ist nun seit acht
Bundesligaspielen
ungeschlagen
und hält nach dem vierten Sieg in
Serie weiter Kurs auf die Champions
League.
und Coach in Personalunion, nicht.
Für seinen Mut, sich in der Krise auf
die Bank zu setzen, erntet der Platzhalter für Wunschkandidat Thomas
Tuchel nur harsche Kritik. Trotz
aller Dementis scheinen die Hanseaten auch im Falle eines Abstiegs auf
das Ja-Wort Tuchels zu bauen.
Individuelle Fehler leiten Woche
für Woche die Niederlagen des HSV
ein. Diesmal war es ein grober Patzer
des Brasilianers Cleber, der ähnlich
naiv daherkam wie in der Vorwoche
Djourous Fehlpass beim 0:4 in
Leverkusen. „Das war überflüssig
und dämlich. Eine Situation, die
man beherrschen muss“, schimpfte
Knäbel. Heiko Westermann wählte
deutliche Worte für die katastrophalen zweiten 45 Minuten: „Leblos.
Kein Mut, keine Aggression, keine
Wut. Das hatte nichts mit Fußball
zu tun. Wir hatten keine einzige Torchance.“ Niemand habe den Ball
haben wollen. „Man müsste endlich
seinen Arsch hinhalten und sich
trauen, auch einen Fehler zu machen“, forderte der ewig Gescholtene, der als rechter Aushilfs-Verteidiger kämpfte, aber meist das Nachsehen gegen De Bruyne & Co. hatte.
Die Ansage von Lewis Holtby, der
hitzig mit den Fans in der Kurve diskutierte, war markig: „Wir müssen
uns den Hintern aufreißen für diesen geilen Club.“
Die Niederlage hätte viel höher
ausfallen müssen. VfL-Sportchef
Klaus Allofs bemängelte die Chancenauswertung und hatte fast Mitleid mit dem Gegner: „Wenn andere
Mannschaften wie Paderborn gewinnen, wird das Fußballspielen für
eine Mannschaft wie den HSV zur
harten Arbeit.“ Flügelflitzer und
Kämpfer Ivica Olic, für dessen Einsatz der HSV 100.000 Euro an den
Werksclub überweisen muss, meinte: „Es könnte sogar Cristiano Ronaldo kommen, auch der würde uns
momentan nicht helfen.“ So wird
Knäbel vor dem Nordderby elf
Mann suchen, die sich dem Untergangs-Szenario entgegenwerfen. Ob
Kapitän Rafael van der Vaart noch
einmal für den HSV auflaufen wird,
darf nach seinem ideenlosen Auftritt stark bezweifelt werden. (dpa)
LEVERKUSEN
Rotthaus von der
DEG zu Bayer
Letztmals waren die Gladbacher
1977/78 in der Königsklasse vertreten. Am 9. Mai kommt es zum Showdown mit Verfolger Leverkusen, der
zwei Punkte zurückliegt. „Wir
haben einen super Lauf. Wenn es für
die Champions League reicht, ist das
ein Highlight, mit dem wir nicht
gerechnet haben“, formulierte Herrmann das Ziel für den Saisonendspurt. Eberl empfand die KlasseLeistung nach dem bitteren PokalAus in Bielefeld dennoch nicht als
selbstverständlich. „Das war eine
großartige Reaktion der Mannschaft, die mutig gespielt hat.“
Die Stimmung bei der schwarzgelben Borussia war dagegen im Keller. „Eine bescheidene Leistung“,
stellte BVB-Trainer Jürgen Klopp
fest. Deutlicher wurde Kapitän Sebastian Kehl: „Das war ein Rückfall
in alte Zeiten und das Spiegelbild einer frustrierenden Saison.“ (dpa)
LEVERKUSEN — Die
Führungsriege
von Bayer Leverkusen bekommt
Zuwachs: Jochen Rotthaus (49),
noch als Geschäftsführer bei der
Düsseldorfer EG in der Deutschen
Eishockey Liga angestellt, soll laut
„Rheinische Post“ einen Vertrag
beim Fußball-Bundesligisten erhalten. Er sei nicht als Nachfolger von
Michael Schade, dem ersten Mann
in der Bayer-Geschäftsführung, eingeplant, sondern bekomme einen
anderen Zuständigkeitsbereich. Rotthaus arbeitete von 2006 bis 2014 als
Geschäftsführer der TSG Hoffenheim bereits im Profifußball. (ots)
Højbjerg (52.), 2:1 Lakic (60.).
Hamburger SV - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)
HSV: Adler - Westermann, Djourou, Cléber, Ostrzolek - Díaz (V/46. Jiracek), Behrami - Holtby, van der Vaart (62. Nicolai Müller/V), Olic
(V) - Lasogga (72. Beister).
VfL: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Knoche, Rodriguez (82. Schäfer) - Arnold (V), Guilavogui
- Perisic (77. Schürrle), De Bruyne (88.
Träsch), Caligiuri - Dost.
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin); Zuschauer:
57.000 (ausverkauft); Tore: 0:1 Guilavogui
(10.), 0:2 Caligiuri (73.); Gelb-Rote Karte:
Djourou (88./Meckern).
1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 3:2 (1:0)
1. FC: Horn - Olkowski, Maroh (V), Wimmer,
Hector - Nagasawa (72. Brecko), Lehmann
(V), Vogt (V), Risse - Ujah (75. Matuschyk),
Osako (81. Bröker/V)
1899: Baumann - Beck (V), Strobl, Bicakcic
(V), Kim (62. Modeste) - Amiri (52. Zuber),
Polanski, Rudy - Volland, Roberto Firmino -
Schipplock (62. Szalai).
Schiedsrichter: Sippel (München); Zuschauer:
45.000; Tore: 1:0 Lehmann (20./Foulelfmeter), 2:0 Ujah (54.), 2:1 Polanski (70./Foulelfmeter), 3:1 Hector (78.), 3:2 Modeste (88.);
Rote Karte: Olkowski (69./Notbremse).
VfB Stuttgart - SV Werder Bremen 3:2 (1:0)
VfB: Ulreich - Klein, Rüdiger (V), Niedermeier,
Hlousek - Serey Dié (90.+3 Baumgartl), Gentner - Harnik, Maxim (86. Schwaab), Kostic
(79. Werner) - Ginczek.
Werder: Wolf - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Sternberg - Bargfrede (V) - Fritz
(80. Öztunali), Junuzovic - Aycicek (58. Kroos)
- Di Santo (V), Bartels (46. Selke/V).
Schiedsrichter: Perl (Pullach); Zuschauer:
51.330; Tore: 1:0 Gentner (15.), 1:1 Selke
(50.), 2:1 Ginczek (70.), 2:2 Vestergaard
(86.), 3:2 Ginczek (90.+1); Gelb-Rote Karte:
Harnik (84./wiederholtes Foulspiel).
Patrick
Herrmann
Fußballprofi
FOTO: IMAGO
STATISTIK FUSSBALL-BUNDESLIGA – 28. SPIELTAG
Hannover 96 - Hertha BSC 1:1 (0:0)
96: Zieler - Sakai, Marcelo, Felipe (V), Schulz
(V) - Sané (V) - Briand (58. Bittencourt),
Stindl, Kiyotake (81. Andreasen), Albornoz Ya Konan (65. Joselu).
Hertha: Kraft - Pekarik, Langkamp (V),
Brooks, Schulz - Skjelbred, Lustenberger (73.
Niemeyer) - Beerens (65. Hegeler), Stocker,
Haraguchi (81. Wagner) - Kalou.
SR.: Fritz (Korb); Zuschauer: 46.000; Tore: 1:0
Schulz (75.), 1:1 Stocker (83.).
FSV Mainz - Bayer Leverkusen 2:3 (0:1)
FSV: Karius - Brosinski, Bell, Júnior Díaz, Park
- Geis, Baumgartlinger (81. Jairo) - Koo, Malli
(89. Bengtsson), De Blasis (66. Soto/V) - Okazaki. Bayer: Leno - Hilbert, Toprak, Jedvaj (V),
Wendell (V) - Calhanoglu (86. Brandt), Bender
- Bellarabi (46. Rolfes), Castro, Son - Kießling
(79. Drmic).
SR.: Winkmann (Kerken); Zuschauer: 31.578
Tore: 0:1 Son (15.), 0:2 Kießling (59.), 0:3
Calhanoglu (73.), 1:3 Koo (78./Foulelfmeter),
2:3 Koo (90.+1/Foulelfmeter).
Mönchengladbach - Dortmund 3:1 (2:0)
VfL: Sommer - Jantschke, Brouwers (V),
Dominguez, Wendt - Herrmann (90.+3 Dahoud), Nordtveit, Xhaka, Johnson (77. Hazard) - Raffael (89. Hahn), Kruse.
BVB: Weidenfeller - Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer (70. Dudziak) - Kehl, Gündogan - Blaszczykowski, Kagawa (63. Ramos),
Mchitarjan - Aubameyang (77. Immobile).
SR.: Gräfe (Berlin); Zu.: 54.010 (ausverkauft);
Tore: 1:0 Wendt (1.), 2:0 Raffael (32.), 3:0
Nordtveit (67.), 3:1 Gündogan (77.).
FC Schalke 04 - SC Freiburg 0:0
Schalke: Fährmann - Höwedes (V), Nastasic,
Matip, Kolasinac - Höger (V), Aogo - Farfán
(87. Sam), Meyer (76. Draxler), Choupo-Moting - Huntelaar.
SCF: Bürki - Riether, Krmas, Mitrovic, Günter
(V) - Guédé, Sorg, Schuster, Klaus (V/69.
Schmid) - Mehmedi (90. Petersen), Frantz
(79. Philipp/V).
Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim);
Zuschauer: 61.471.
Bayern München - Eintr. Frankfurt 3:0 (1:0)
Bayern: Reina - Weiser, Rafinha (84. Badstuber), Dante (V), Bernat - Xabi Alonso - Lahm
(78. Gaudino), Thiago (70. Rode) - Müller, Lewandowski, Götze.
Eintracht: Trapp - Chandler, Madlung (V), Anderson (73. Ignjovski/V), Oczipka - Hasebe Aigner (71. Inui), Stendera (V), Kittel, Seferovic - Valdez (71. Piazón).
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart); Zuschauer: 75.000 (ausverkauft); Tore: 1:0, 2:0 Lewandowski (15./66.), 3:0 Müller (82.).
SC Paderborn - FC Augsburg 2:1 (0:0)
SC: Kruse - Heinloth, Rafa, Hünemeier (V),
Hartherz - Koc (71. Rupp), Bakalorz, Vrancic,
Ouali - Lakic (77. Kutschke), Kachunga (89.
Strohdiek). FCA: Hitz - Verhaegh, Hong, Klavan, Baba - Kohr (63. Esswein), Baier - Bobadilla (76. Parker/V), Højbjerg (V), Werner Caiuby (40. Matavz).
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg); Zuschauer:
14.446; Tore: 1:0 Kachunga (48.), 1:1
Tabelle
1. (1.)
2. (2.)
3. (3.)
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8. (8.)
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12. (11.)
13. (12.)
14. (14.)
15. (15.)
16. (17.)
17. (18.)
18. (16.)
Bayern München
VfL Wolfsburg
Bor. Mönchengladbach
Bayer Leverkusen
FC Schalke 04
FC Augsburg
Hoffenheim
Eintr. Frankfurt
Werder Bremen
Borussia Dortmund
1. FC Köln (N)
Hertha BSC
FSV Mainz
SC Freiburg
Hannover 96
SC Paderborn (N)
VfB Stuttgart
Hamburger SV
28
28
28
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28
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28
28
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28
28
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12
10
9
9
9
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9
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7
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6
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4
6
8
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8
3
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6
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5
9
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9
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74:13
62:30
44:22
52:31
37:31
34:36
43:45
51:57
43:57
35:37
29:35
34:45
37:39
27:36
32:45
25:53
31:51
16:43
70
60
53
51
41
39
37
35
35
33
33
33
31
29
29
27
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43:6
33:9
27:11
31:15
22:12
25:18
28:22
31:24
23:22
16:13
13:14
16:20
22:17
16:16
17:21
17:24
12:25
10:15
37
38
33
27
29
27
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25
22
18
16
20
18
18
18
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29:21
17:11
21:16
15:19
9:18
15:23
20:33
20:35
19:24
16:21
18:25
15:22
11:20
15:24
8:29
19:26
6:28
33
22
20
24
12
12
11
10
13
15
17
13
13
11
11
10
14
9
Torjäger
19 Tore: Alexander Meier (Frankfurt)
17 Tore: Arjen Robben (Bayern München)
16 Tore: Robert Lewandowski (Bayern)
29. Spieltag: Freitag, 17. April, 20:30 Uhr:
Frankfurt - Mönchengladbach; Sonnabend,
15:30 Uhr: Dortmund - Paderborn, Leverkusen - Hannover, Hoffenheim - FC Bayern, Hertha - Köln, Freiburg - Mainz, 18:30 Uhr: Augsburg - Stuttgart; Sonntag, 15:30 Uhr: Bremen
- HSV, 17:30 Uhr: Wolfsburg - Schalke.
SPORT
Montag, 13. April 2015
2. Bundesliga
FCE Aue - Sandhausen 0:1 (0:0)
Aue: Männel - Rankovic, Vucur, Klingbeil, Müller - Schönfeld, Schröder - Alibaz (83. Könnecke), Fandrich (83. Dartsch), Kortzorg - Mugosa.
Sandhausen: Riemann - Kübler, Olajengbesi,
Kister, Achenbach - Kulovits, Linsmayer - Wooten (90. Schulz), Kratz (64. Bieler), Okoronkwo (79. Zellner) - Bouhaddouz.
SR.: Brand (Gerolzhofen); Tor: 0:1 Bieler
(74.); Zu.: 9250.
VfL Bochum - RB Leipzig 1:2 (0:1)
SR.: Weiner (Ottenstein); Tore: 0:1 Poulsen
(13.), 1:1 Terodde (62.), 1:2 Kaiser (67.);
Gelb-Rot: Losilla (76./wdh. Foulspiel); Zu.:
18529.
FC Union Berlin - VfR Aalen 1:1 (0:0)
SR: Steinhaus (Hannover); Tore: 0:1 Quaner
(71.), 1:1 Polter (83./FE); Zu.: 18623.
Karlsruher SC - FC St. Pauli 3:0 (2:0)
SR.: Gagelmann (Bremen); Tore: 1:0, 2:0 Hennings (3., 19.), 3:0 Gulde (69.); Zu.: 23.359.
Heidenheim - FC Ingolstadt 04 0:1 (0:1)
SR.: Rohde (Rostock) Tor: 0:1 Groß (27.); Zuschauer: 13.600.
1. FC Nürnberg - Darmstadt 98 1:1 (1:0)
SR.: Stegemann (Niederkassel); Tore: 1:0
Burgstaller (34.), 1:1 Sailer (73.); Zu.:
30.648.
Braunschweig - 1860 München 2:0 (1:0)
SR.: Welz (Wiesbaden); Tore: 1:0 Zuck (5.),
2:0 Hochscheidt (47.) Zu. 22.050.
FSV Frankfurt - Greuther Fürth 1:1 (1:0)
SR.: Willenborg (Osnabrück); Tore: 1:0 Kauko
(20.), 1:1 Gießelmann (58.); Zu.: 4745. Rote
Karte: Kapllani (FSV; 90.+1/grobes Foulspiel).
Nächste Spiele:
Freitag, 17. April: Ingolstadt - Düsseldorf,
St. Pauli - Nürnberg, Sandhausen - Karlsruhe
(alle 18.30 Uhr), Samstag, 18. April: 1860
München - Bochum, Aalen - Braunschweig
(beide 13 Uhr), Sonntag, 19. April: Greuther
Fürth - Union, Darmstadt - Heidenheim, Erzgebirge Aue - FSV Frankfurt (beide 13.30
Uhr), Montag, 20. April: Kaiserslautern - RB
Leipzig (20.15 Uhr).
3. Liga
Preußen Münster- Chemnitzer FC 2:3 (2:2)
Dynamo Dresden - Arm. Bielefeld 2:0 (1:0)
Schiedsrichter: Osmers (Hannover); Tore: 1:0,
2:0 Teixeira (35./Foulelfmeter; 83.); Zu.:
21.653; Rot: Burmeister (Bielefeld; 88./grobes Foulspiel)
Energie Cottbus - Fortuna Köln 1:1 (1:1)
SR.: Sather (Grimma); Tore: 1:0 Michel (20.),
1:1 Kialka (37.); Zu.: 6555.
Jahn Regensburg - VfL Osnabrück 1:1 (0:0)
SR.: Göpferich (Bad Schönborn); Tore: 0:1
Menga (52.), 1:1 Königs (56.); Zu.: 4300.
Rot-Weiß Erfurt - Hallescher FC 1:2 (1:2)
SR.: Kinhöfer (Herne); Tore: 0:1 Osawe (15.),
0:2 Bertram (16.), 1:2 Kammlott (23.); Zu.:
5848.
Wehen Wiesbaden - Großaspach 0:1 (0:0)
SR.: Siewer (Drolshagen); Tore: 0:1 Senesie
(63.); Zu.: 2077.
Hansa Rostock - Stuttg. Kickers 1:0 (0:0)
SR.: Heft (Wietmarschen); Tor: 1:0 Weidlich
(61.); Zu.: 10. 600.
Holstein Kiel - FSV Mainz 05 II 1:0 (1:0)
SR.: Schröder (Hannover); Tor: 1:0 Kazior
(43./Foulelfmeter); Zu: 7094.
Dortmund II - SpVgg Unterhaching 1:0 (0:0)
SR: Reichel (Stuttgart); Tor: 1:0 Harder (80.);
Gelb-Rot: Erb (Unterhaching; 87./wdh. Foulspiel); Rot: Alomerovic (Dortmund; 78./Notbremse); Zu.: 2785.
VfB Stuttgart II - MSV Duisburg 1:2 (0:2)
SR: Kempkes (Urmitz); Tore: 0:1 Janjic
(16./FE), 0:2 Klotz (29.), 1:2 Rausch (84./
FE); Rot: Ratajczak (Duisburg; 83./Notbremse); Zuschauer: 810.
Nächste Spiele:
Freitag, 17. April: Unterhaching - Hansa Rostock (19 Uhr), Samstag, 18. April: Großaspach
- Regensburg, Mainz 05 II - Wehen Wiesbaden,
Köln - Dynamo Dresden, Chemnitzer FC - Erfurt, Duisburg - Cottbus, Osnabrück - Dortmund II, Bielefeld - Münster, Stuttgarter Kickers - Stuttgart II, Sonntag, 19 April: HFC Holstein Kiel.
CFC landet ersten Auswärtssieg
seit Mitte September
Mahnende
Worte von
Spaßmacher
Teixeira
Der Fußball-Drittligist
gewinnt 3:2 (2:2) bei
Preußen Münster. Die
Tendenz zeigt bei den
Chemnitzern nach oben.
Doppeltorschütze macht
Dynamo Dresden beim
Sieg über Bielefeld froh
VON TINO MEYER
VON ALEXANDER HEFLIK
DRESDEN — Da musste erst der nächs-
MÜNSTER — Irgendwann Mitte Sep-
tember hatte der Chemnitzer FC
letztmals ein Auswärtsspiel gewonnen. Nun wurde die negative Serie
bei Preußen Münster beendet. Und
wie. Im neunten Anlauf in einem
Punktspiel seit 2001 war das der erste Sieg für die Sachsen in Münster
zudem, und beim 3:2 (2:2) ließ die
Mannschaft von Trainer Karsten
Heine noch Gnade vor Recht walten.
Der Sieg war hochverdient, auch
wenn er kurz vor der Pause etwas
auf der Kippe stand. Zehn, vielleicht
15 Minuten rüttelten die Preußen an
der Chemnitzer Überlegenheit.
Anton Fink (21.) und Frank
Löning (30.) bescherten dem CFC
den Lohn mit dem 2:0 für starke
30 Minuten zu Beginn. Durch den
verwandelten Foulelfmeter – Tim
Scheffels Tackling an Münsters Philipp Hoffmann war dabei nicht der
Rede wert – von Amaury Bischoff
(33.) sowie den Ausgleich des Ex-Erfurters Marcel Reichwein (40.) gerieten die Gäste kurzfristig in Gefahr.
Doch Philipp Pentke bewahrte in
der 44. Minute bei einem Kopfball
von Dominik Schmidt die Chemnitzer vor dem Wendepunkt, auch
gegen den Schuss von Marcus Piossek reagierte er glänzend.
„Ich habe sehr
schönen Fußball
von uns gesehen.“
Frank Löning CFC-Torschütze
Vielmehr profitierten die Gäste von
einem kapitalen Torwartfehler von
Daniel Masuch nach 59 Minuten, er
Torjubel nach dem 3:2-Siegtreffer durch Fabian Stenzel (links) mit Kevin Conrad und Stefano Cincotta.
„fingerte“ einen harmlosen Lupfer
von Fabian Stenzel ins eigene Tor.
Am Ende aber hatte die Heine-Elf
noch eine Reihe bester Chancen zu
einem höheren Sieg. Derweil verrichtete die CFC-Abwehr ganze Arbeit gegen die Preußen und ließ
nicht eine Torchance der Hausherren nach der Pause zu.
„Ich habe sehr schönen Fußball
von uns gesehen. Am Ende bin ich
glücklich über einen hoch verdienten Sieg“, fasste Torschütze Löning
den Gang der Dinge zusammen. Tatsächlich hatte der CFC über weite
Strecken die bessere Spielanlage, gewann die meisten Zweikämpfe und
hatte für den Fall der Fälle auch
noch Pentke im Tor. Natürlich freute
sich auch Coach Heine über den
Sieg. „Nach dem 2:0 haben wir innerhalb von sieben Minuten zwei
unglückliche Tore kassiert. Aber
nach der Pause haben wir den Faden
wieder aufgenommen.“ Dass Tom
Scheffel nach 33 Minuten im Zweikampf im Strafraum gegen Münsters Philipp Hoffmann allenfalls
etwas ungeschickt zur Sache ging,
war am Ende vergeben und vergessen. Die Chemnitzer wankten nur
kurz vor der Pause, zeigten aber
enorme Nehmerqualitäten nach
Wiederanpfiff.
„Wir hatten bis auf die vielleicht
fünf Minuten alles im Griff“, meinte
auch Tim Danneberg. Er war die
überragende Figur im zentralen Mit-
FOTO: IMAGO
telfeld, an ihm bissen sich die Preußen die Zähne aus. Das Plus der Gäste war auch die mannschaftliche Geschlossenheit, keiner beim CFC fiel
ab. Die Tendenz bei den Sachsen
zeigt nach oben. Und das primäre
Saisonziel (45 Punkte) ist erreicht.
STATISTIK
SC: Masuch - Schulz, Schmidt, Heitmeier, Hergesell - Bischoff, Piossek - Siegert (63. Amachaibou), Kara, Hoffmann - Reichwein (63.
Krohne). CFC: Pentke (V) - Scheffel, Röseler,
Conrad, Cincotta - Stenzel, Danneberg - Türpitz (92. Mauersberger), Fink (83. Ziereis),
Ofosu (V/83. Kehl-Gómez) - Löning.
SR.: Dingert (Lebecksmühle); Zu.: 8414; Tore:
0:1 Fink (21.), 0:2 Löning (30.), 1:2 Bischoff
(33./FE), 2:2 Reichwein (40.), 2:3 Stenzel (59.).
Klare Niederlage
Ausgleich in Nachspielzeit
Fußball-Regionalliga: Magdeburg – Auerbach 3:0 (3:0)
Fußball-Regionalliga: VFC Plauen – Hertha BSC II 1:1
AUERBACH — Mit 0:3 (0:3) unterlag
der VfB Auerbach am Samstag beim
1. FC Magdeburg. Das 1:0 fiel aus
Sicht der Vogtländer unglücklich.
Bei einem Freistoß aus 35 Metern
Torentfernung sprang der von
Hammann getretene Ball gegen den
Rücken von Hoffmann und dann ins
VfB-Tor. Eine Minute später verlor
Hoffmann im Mittelfeld den Ball.
Hebisch erzielte das 2:0. Das 3:0 fiel
durch einen von Hammann verwandelten Elfmeter (37.). Björn Lambach hatte Christian Beck gefoult.
PLAUEN — In der Nachspielzeit kas-
Regionalliga Nordost
FSV Zwickau - CZ Jena 2:1 (0:1)
FC Magdeburg- VfB Auerbach 3:0 (3:0)
VFC Plauen - Hertha BSC II 1:1 (0:0)
SV Babelsberg - Viktoria Berlin 0:0
SR.: Hösel (Rövershagen); Zu.: 1893
Nordhausen -Budissa Bautzen 3:2 (0:2)
SR.: Giese (Großräschen); Tore: 0:1 Kotyza
(21.), 0:2 Jakubov (39.), 1:2 Pfingsten-Reddig
(68./Foulelfmeter), 2:2 Pichinot (79.), 3:2
Semmer (81.); - Zu.: 498.
Berliner AK - TSG Neustrelitz 0:3 (0:2)
SR.: Wartmann (Großvargula); Tore: 0:1 Yao
(42.), 0:2 Behnke (45.), 0:3 Weidlich (67.); Zu.: 702.
Halberstadt - 1. FC Union Berlin II 1:3 (1:0)
SR.: Müller (Cottbus); Tore: 1:0 Schlitte (34.),
1:1 Wedemann (47.), 1:2 Uzan (67.), 1:3
Uzan (86.); Zuschauer: 468,; Gelb-Rot: Nennhuber (Halberstadt; 81./wdh. Foulspiel).ZFC Meuselwitz - BFC Dynamo 0:0
SR.: Bärmann (Leipzig); Zu.: 910.
1. FC Magdeburg
2. FSV Zwickau
3. Nordhausen
4. Berliner AK
5. BFC Dynamo (N)
6. Neustrelitz
7. CZ Jena
8. Hertha BSC II
9. Halberstadt
10. SV Babelsberg
11. Union Berlin II
12. Bud. Bautzen (N)
13. VfB Auerbach
14. Meuselwitz
15. VFC Plauen
16. Vikt. Berlin
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19
te Trainer her, um Dynamo Dresdens kickendem Personal Beine zu
machen: Unter den Augen ihres
künftigen Chef-Übungsleiters Uwe
Neuhaus bezwangen die Sachsen
eine Woche nach der Derby-Schlappe in Chemnitz den Drittliga-Tabellenführer Arminia Bielefeld mit 2:0
(1:0) und beendeten mit dem ersten
Heimsieg in diesem Jahr eine Pleitenserie von vier Spielen in Serie.
Nils Teixeira (Foto) war der Mann
des Tages. Sein Ruf
als Spaßmacher
ärgert den Verteidiger. Zu oft, findet Teixeira, werde er allein darauf
reduziert.
Und
auch die T-Shirts
mit Motiven seiner Mitspieler entwirft er gern. Vor allem aber will der
24-Jährige als Fußballer wahrgenommen werden, auch mit dem
Zusatz Führungsspieler. Dass er sich
also in der 35. Minute den Ball
nimmt und diesen Elfmeter zum 1:0
verwandelt, ist für ihn selbstverständlich. Fünf, sechs Schritte Anlauf und dann: „Keine Spielereien in
unserer Situation. Ich habe einfach
in die Mitte gebolzt. Keine Ahnung,
ob das ein Elferkiller ist“, sagt Teixeira und meint Torwart Schwolow,
drei Tage zuvor noch Pokalheld im
Elfmeterkrimi gegen Gladbach.
Dieses Mal aber bleibt Schwolow
keine Chance, auch bei Teixeiras
zweitem Tor. Von der linken Strafraumgrenze zirkelt er den Ball ins
rechte obere Toreck – ein Traumtor
und eigentlich Anlass genug für ein
Späßchen in der nach Siegen obligatorischen Journalistenrunde. Wenn
das einer kann, dann Teixeira. Doch
dass der überhaupt spricht, liegt
wohl an seiner neuen Position weit
vorn in der Hierarchie. Professionalität gehört da dazu. Eigentlich aber,
sagt er, „stehe ich hier, obwohl ich
gar keinen Bock habe“. Einige Zeitungsberichte unter der Woche sind
der Grund dafür. Von Schlaffis und
einer Gurkentruppe hatte der Boulevard geschrieben, illustriert mit den
Köpfen der Spieler auf dem Gemüse.
„Wir sind absolut kritikfähig, aber es
gibt verschiedene Arten von Kritik.
Und das fand ich unverschämt und
krass“, sagt Teixeira aufgebracht. Ihn
selbst interessiere das null, doch junge Spieler – und davon hat Dynamo
als zweitjüngste Mannschaft der
Liga einige – können laut Teixeira
damit nicht so gut umgehen wie er.
„Das sind heranwachsende Leute.
Habt ein bisschen Feingefühl für
sie“, fordert er, redet seinen großen
Tag klein und geht von dannen. (sz)
Dass es beim 0:3 blieb, hatte der VfB
den Paraden von Schlussmann
Ebersbach zu verdanken. „Es war
eine bittere Niederlage. Aber wir
müssen akzeptieren, dass der Gegner stärker war“, so VfB-Coach Michael Hiemisch. (masc)
STATISTIK: VfB: Ebersbach - Lambach/V
(46. Hampf), Paul, Grossert/V, Hoffmann Müller, Kötzsch - Wild, Paradies, Aiyegbusi Schuch (72. Melkonyan). Tore: 1:0 Hammann
(8.), 2:0 Hebisch (9.), 3:0 Hammann (FE, 37.).
Schiedsrichter: Wilske (Bretleben). Zuschauer: 8705.
sierte der insolvente Fußball-Regionalligist VFC Plauen gegen Hertha
BSC II den 1:1-Ausgleich. VFC-Routinier Falk Schindler (77.) schoss die
Gastgeber zuvor per 25-Meter-Freistoß in Führung. Durch das Last-Minute-Tor des Berliners Steve Breitkreuz (90. + 2) bleibt Plauen in der
Tabelle Vorletzter. Die Spitzenstädter haben seit 21. November 2014
nicht mehr gewonnen. VFC-Trainer
Ingo Walther kündigte an: „Ich habe
das Gefühl, dass meine Mannschaft
von der Moral her heute als Gewinner vom Platz gegangen ist. Ich sehe
Wille, Bereitschaft und Leidenschaft. Wir wollen jetzt kommenden Sonntag beim FC Viktoria Berlin diese lange Negativserie beenden.“ (kare)
STATISTIK VFC: Klimo - Färber, Wolf, Thönelt, Maschke – Erbek (V), Dartsch (32.
Schöps) – Kirstein (V), Schindler, Malik – Zimmermann (V). Schiedsrichter: Stolz (Pitzwalk); Tore: 1:0 Schindler (77.), 1:1 Breitkreuz
(90. + 2); Zuschauer: 465.
Nach Blitzschock trifft Schlicht einfach
Der FSV Zwickau lässt im
Kampf um den Staffelsieg
in der Fußball-Regionalliga nicht locker und dreht
die Partie gegen CZ Jena.
VON REINER THÜMMLER
Regionalliga-Play-offs
Der Staffelsieger der Regionalliga Nordost
muss sich in den Playoff-Spielen um den Aufstieg zur 3. Fußball-Liga mit dem GruppenErsten der Südwest-Staffel messen. Das ergab
die Auslosung, die gestern in Zwickau vorgenommen wurde.
In den weiteren Partien stehen sich der
Zweite der Südwest-Staffel und der Meister
der Regionalliga Bayern sowie die Sieger der
Staffeln Nord und West gegenüber.
Als Spieltermine wurden der 27. bis 29. Mai
sowie der 1. bis 3. Juni festgelegt. Die Sieger
steigen in die 3. Liga auf. Gegenwärtig gibt es
noch kein Team, das sich für die Play-offs qualifiziert hat. (dpa)
S3
FOTO: IMAGO
FUSSBALL
Freie Presse
ZWICKAU — Was für eine Dramatik,
was für ein Spitzenspiel in Zwickau:
Der FSV ist in der Fußball-Regionalliga Nordost gegenüber Spitzenreiter 1. FC Magdeburg weiter im Vorteil. Durch einen 2:1 (0:1)-Triumph
gegen Rivale Carl Zeiss Jena bleibt
der Rückstand auf die Anhaltiner
(3:0 gegen Auerbach) bei einem
Punkt. Die Zwickauer allerdings
dürfen noch die Partie in Bautzen
nachholen. „Meine Mannschaft hat
heute gezeigt, dass sie auch mal über
die Grenzen hinausgehen kann,
wenngleich das nicht unser bestes
Spiel war“, sagte FSV-Trainer Torsten Ziegner erleichtert: „Ich bin mir
sicher, dass Magdeburg keine
Schwäche mehr zeigen wird. Dass
wir diese Partie noch gedreht haben,
zeigt unsere Moral. Nach dem frühen 0:1 war uns der Schock in die
Knochen gefahren.“
Früh traf den Nagel auf den Kopf:
Handgestoppte 14 Sekunden waren
nach dem Anpfiff vergangen, als
Mittelstürmer Maxim Banaskiewicz
die Führung der Gäste markierte.
Nach diesem Blitztor wirkten die
Gastgeber vor knapp 3000 Zuschauern (darunter 500 Fans vom FC Carl
Zeiss) im Sportforum „Sojus 31“ in
Eckersbach wie gelähmt und er-
spielten sich im ersten Durchgang
keine einzige Torchance.
Doch nach der Pause kam Zwickau zurück. Ziegner entschied sich
im Mittelfeld (Philipp Röhr für Davy
Frick) für mehr Offensive und wurde belohnt. Zunächst traf Oliver
Genausch (58.) aus Nahdistanz zum
1:1. Zehn Minuten zuvor musste Jenas Filip Krstic nach wiederholtem
Foulspiel vom Platz. Nach dem Ausgleich kam es knüppeldick für die
Thüringer. Nach einem Zweikampf
entschied Referee Sebastian Schmickartz, Verteidiger Pierre Becken
vom Platz zu schicken. Kurz vor Ultimo sah auch noch Jena-Coach Volkan Uluc die Rote Karte. „Die SchiriEntscheidungen haben uns geholfen, dennoch war der Sieg verdient“,
sagte Ziegner, der einst für Jena als
Profi knapp 200 Partien bestritt.
Besonders glücklich war nach
dem Abpfiff auch Michael Schlicht.
Der gebürtige Leipziger, wie André
Luge von den Rasenballern zum FSV
gewechselt, glückte im Hechtflug
das Siegtor. „Ich habe den Ball einfach optimal mit der Stirn getroffen.
Der Trainer und unser Kapitän haben in der Pause die richtigen Worte
gefunden. Wir wollten uns nicht eine tolle Saison kaputt machen und
haben dann zielstrebiger gespielt.“
STATISTIK FSV: Unger - P. Göbel, Mai, Paul,
C. Göbel - Wachsmuth, Frick (V/46. Röhr) Zimmermann, Schlicht (90. Keller), Luge
(V/78. Grandner) - Genausch (V). Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin); Zuschauer: 2814;
Tore: 0:1 Banaskiewicz (1.), 1:1 Genausch (58.),
2:1 Schlicht (76.); Gelb-Rot: Krstic (Jena/48./wiederholtes Foulspiel); Rot: Becken
(Jena/59./grobes Foulspiel).
Siegtorschütze Michael Schlicht bedankt sich bei den FSV-Fans für die
Unterstützung.
FOTO: PICTURE POINT
S4 Freie Presse
SPORT
Montag, 13. April 2015
EHV Aue
bejubelt Sieg
gegen Eisenach
FORMEL 1
Grand Prix von China
3. WM-Lauf in Shanghai: 1. Hamilton (ENG)
1:39:42,008 h, 2. Rosberg (Wiesbaden/beide
Mercedes) 0,714 s zur., 3. Vettel (Heppenheim) 2,988, 4. Räikkönen (FIN/beide Ferrari)
3,835, 5. Massa (BRA) 8,544, 6. Bottas (FIN/
beide Williams) 9,885, 7. Grosjean (FRA/Lotus) 19,008, 8. Nasr (BRA/Sauber) 22,625, 9.
Ricciardo (AUS/Red Bull) 32,117, 10. Ericsson
(SWE/Sauber) 1 Rd. zur.; Stand: 1. Hamilton
68 Punkte, 2. Vettel 55, 3. Rosberg 51, ... 10.
Hülkenberg (Emmerich) 6.
Das traditionsreiche Duell in der
2. Handball-Bundesliga gewann der
EHV Aue gestern gegen den ThSV
Eisenach völlig verdient mit 29:27
(13:13). Die beiden Mannschaften,
schenkten sich dabei nichts. Der
Aufstiegskandidat von der Wartburg konnte zu Beginn der Begegnung Akzente setzen und mit dem
5:3 (14.) des Ex-Auers Dener Jaanimaa (insgesamt 7 Tore) vorlegen.
Doch der Gastgeber zeigte sich unbeeindruckt, blieb kämpferisch und
spielerisch auf Augenhöhe. Nach
dem Seitenwechsel bejubelten die
Anhänger dann eine geradezu euphorische Phase des EHV, der sich
auf fünf Tore absetzte (19:14, 36.).
Eisenach gab sich jedoch nicht geschlagen, fünf Minuten vor Ultimo
fiel sogar der Ausgleich (25:25). Kapitän Eric Meinhardt verwandelte
in einer spannenden Schlussphase
den entscheidenden Strafwurf zum
29:26. „Ein tolles Spiel mit richtig
Dampf unter der Decke“, meinte
EHV-Manager Rüdiger Jurke. (wf)
FOTO: FRANK KRUCZYNSKi
HANDBALL
2. Bundesliga
EHV Aue – ThSV Eisenach 29:27 (13:13):
Aue: Musil, Petursson, Schäfer,Meinhardt
(5/2), Brykner (4), Mägi (8), Sommer (4),
Faith ( 6), Gunnarsson, Mazur, Runarsson (1),
Sigthorsson (1), Roch, Sigtryggsson, Dusche(k, Paraschiv; Siebenm.: EHV: 4/2 ; ThSV
5/5; Strafm.: EHV: 18 (inkl. 1 Disqual.) ThSV 6
min; Zu.: 1800; SR.: Hörath/Hofmann (Zirndorf/Bamberg)
FUSSBALL
Oberliga
Chemnitzer FC II - TV Bernburg 4:1 (1:1)
CFC II: Reule - Einsiedel (36. Schubert), Ney,
Wolny (V), Lorenzoni - Lais (V), Cecen - Pekdemir, Mauersberger, Hansch - Ziereis.
Schiedsrichter: Kißling (Wasungen); Tore:
0:1 Krause (2.), 1:1, 2:1, 3:1 Ziereis
(43./Foulelfmeter; 57.; 60.), 4:1 Hansch
(76.); Zuschauer: 55. (dw)
RW Erfurt II- FCE Aue II 2:1 (0:0)
Aue II: Seidel - Klemm, John, Lehnard, Troschke (83. Kamerja) - Hauck, Kunert, Merkel (35.
Bär), Koch - Baars, Yilidz. SR.: Wessel (Berlin);
Tore: 1:0 van Pham (47.), 1:1 Yilidz (49.); 2:1
van Pham (73.); Zu.: 189.
Landesliga
Eilenburg - VfL Hohenstein-E. 4:2 (1:1)
VfL: Grabowski – Enold, Kochte, Meinel, Colditz – Heßmann (V, 46. Frölich), Falke (V, 80.
Musick), Zwingenberger, Wittig – Sajbidor,
Benduhn. SR.: Unterbeck (Berlin); Tore: 1:0
Lehmann (16.). 1:1 Sajbidor (41.), 1:2 Benduhn (50. Elfmeter, 2:2, 3:2, 4:2 Kind (64.
Elfmeter; 80., 84.); Zu.:153. (mpf)
BSG Stahl Riesa - FSV Zwickau II 2:1 (1:0)
FSV II: Kallisch - Hohlbein, T. Baumann,
Schmäling, Albustin - Schumann, Strobel Langner, Gerisch (V), Albert (56. Papkalla) Gehrmann. SR.: Jurk (Crostwitz); Tore: 1:0
Köhler (35.), 2:0 Kutschke (70./Foulelfmeter), 2:1 Gerisch (74.). Zu.: 404. (rr)
FC Grimma - VfB Empor Glauchau 2:0 (1:0)
Glauchau: Schmidt - Wagner(V), Fischer(46.
Rothe), Jordan, Groß - Schumann, Weise - Jäger I, Spranger, Jäger II(83.Miska) - Hölzel (V)
SR.: Teichmann (Schneeberg); Tore: 1:0
Brand(39.), 2:0 Wiegner(82.); Zu.: 104. (luhi)
Verlegt auf 2. Mai: Freiberg - Chemie Leipzig
Landesklasse
Staffel West
VfB Chemnitz – Rapid Chemnitz 0:1 (0:1)
SR: Häsemeyer (Waldenburg). Tor: Richter
(29.). Zu.: 225.
Fortuna Plauen – Ifa Chemnitz 2:1 (1:1)
SR: Reiche (Leipzig). Tore: 0:1 Hörnig (2.),
1:1 Kaiser (45.), 2:1 Schröter (54.). Zu.: 10.
Tanne Thalheim – Marienberg 1:0 (0:0)
SR: Erler (Bergen). Tor: Vogel (53.). Zu.: 165.
Lok Zwickau – Reichenbach 3:1 (2:1)
SR: Franke (Leipzig). Tore: 1:0 Matthaeus
(31./Strafstoß), 1:1 Meyer (35.), 2:1 Schad
(43.), 3:1 Kretschmar (72.). Zu.: 160. GelbRot: Papkalla (Reichenbach/85.).
Germania Chemnitz – Gelenau 3:1 (0:1)
SR: Haubner (Meerane). Tore: 0:1 L. Kolditz
(43.), 1:1 Hennig (48./Strafstoß), 2:1 Groll
(60.), 3:1 Hennig (88.). Zu.: 130.
Rabenstein – VFC Plauen II 0:0
SR: Nitzsche (Dippoldiswalde). Zu.: 85.
FC Stollberg – TSV Crossen 3:1 (0:1)
SR: Fiebig (Burgstädt). Tore: 0:1 Düring (12.),
1:1 Kreißel (58.), 2:1 Käßemodel (74.), 3:1
Kinas (84.). Zu.: 95.
Schneeberg – FC Lößnitz 3:1 (0:0)
SR: Kießig (Leipzig). Tore: 1:0 Brauner (55.),
2:0 Trültzsch (57.), 2:1 Werneke (60.), 3:1
Pokowietz (90.+3). Zu.: 170. Gelb-Rot: Werneke (Lößnitz/78.)
Staffel Mitte
Meißen – SV Lichtenberg 8:1 (2:1)
SR: Krämer (Dresden). Tore: 0:1 Kluge (2.),
1:1 Flade (34./Strafstoß), 2:1 Montwill (42.),
3:1 Schicke (54.), 4:1 Müller (58.), 5:1 Schicke (64.), 6:1, 7:1 Salomon (69./73.), 8:1
Kunze (75.). Zu.: 105.
Großenhain – Germ. Mittweida 2:2 (1:1)
SR: Schneider (Leipzig). Tore: 0:1 Voigt (19.),
1:1 Witschel (29.), 2:1 Wecker (46.), 2:2 Ryssel (90.+3). Zu.: 150. (jz)
A N ZE I G E
Kindheitstraum geht in Erfüllung
Als erster deutscher Radsportler seit 119 Jahren hat
der 26-jährige John Degenkolb den Klassiker
Paris-Roubaix gewonnen.
VON STEFAN TABELING
ROUBAIX — Als John Degenkolb auf
dem Siegerpodest den schweren
Pflasterstein küsste und in die in
Höhe reckte, war sein größter
Traum in Erfüllung gegangen. „Jahrelang hatte ich für diesen Moment
gearbeitet, jetzt kann es noch gar
nicht begreifen. Alles, was ich dafür
gegeben habe, hat sich heute ausgezahlt“, sagte Degenkolb nach seinem Sprint in die RadsportGeschichtsbücher.
In der sogenannten „Hölle des
Nordens“ raste der 26-jährige Thüringer gestern zum ersten deutschen
Triumph seit 119 Jahren. Degenkolb
siegte bei der Kopfsteinpflaster-Tor-
FUSSBALL
Oberliga Süd
Lok Leipzig (A)
CZ Jena II
RW Erfurt II
VfL Halle
FC Eisenach (N)
Chemnitzer FC II
Cottbus II
RB Leipzig II (N)
3592648-10-1
Deutsche Meisterschaft
Landesliga
- Sandersdorf
- FC Neugersdorf
- FCE Aue II
- SSV Markranstädt
- Dyn. Dresden II
- TV Bernburg (N)
- Schott Jena
- Rudolstadt
1. RB Leipzig II (N)
2. FC Neugersdorf
3. SSV Markranstädt
4. Lok Leipzig (A)
5. RW Erfurt II
6. Cottbus II
7. Chemnitzer FC II
8. FCE Aue II
9. CZ Jena II
10. VfL Halle
11. Dyn. Dresden II
12. FC Eisenach (N)
13. Sandersdorf
14. Schott Jena
15. TV Bernburg (N)
16. Rudolstadt
VfB Chemnitz (A)
Fort. Plauen (N)
Thalheim
Lok Zwickau
Germ. Chemnitz
Rabenstein
FC Stollberg (A)
Schneeberg
der Münchner Josef Fischer bei der
ersten Auflage des Rennens 1896
gesorgt. Kein Happy-End gab es für
den früheren Tour-de-France-Sieger
Bradley Wiggins, der im letzten Straßenrennen seiner Karriere Rang 18
belegte. Der Brite widmet sich künftig wieder dem Bahnradsport und
will in Rio 2016 seine Medaillensammlung aufstocken.
Der Hauptdarsteller bei der
113. Auflage des Rennens war aber
Degenkolb. Nachdem die Belgier
Yves Lampaert und van Avermaet
zwölf Kilometer vor dem Ziel attackiert hatten, begab sich der WahlFrankfurter allein auf die Verfolgung und schloss sechs Kilometer
vor dem Ziel auf. „Keiner wollte mit
mir zusammenarbeiten, also bin ich
selbst gefahren. Ich hatte keine
Angst davor, dass es schiefgehen
könnte“, erklärte Degenkolb die vorentscheidende Rennszene 8,5 Kilometer vor dem Ziel. Vier weitere
Fahrer kamen hinzu, sodass eine siebenköpfige Spitzengruppe das Rennen unter sich ausmachte.
Degenkolb, im Vorjahr im Velodrom von Roubaix Zweiter hinter
Niki Terpstra, schwärmte: „Seit 1896
hat es kein Deutscher geschafft, hier
zu gewinnen. Wir haben es heute
gepackt. Zwei Monumente des Radsport gewonnen mit dem Namen eines deutschen Sponsors auf der
Brust – das ist ein großer Schritt für
unseren Radsport“.
Einen starken Eindruck hinterließ auch André Greipel, der sich
wie schon in der Vorwoche bei der
Flandern-Rundfahrt ständig an der
Spitze des Feldes zeigte und wichtige Helferdienste leistete. 85 Kilometer vor dem Ziel hatte eine geschlossene Bahnschranke kurzzeitig für
Aufregung gesorgt. Eine neunköpfige Ausreißergruppe, darunter Ralf
Matzka vom deutschen Team BoraArgon, war davon nicht betroffen.
Die Flüchtlinge hatten sich nach gut
20 Kilometern vom Feld gelöst und
zwischenzeitlich über neun Minuten herausgefahren. Als das Rennen
aber in die entscheidende Phase
ging, war ihre Flucht beendet. (dpa)
SCHWIMMEN
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Landesklasse West
tur des Frühjahrsklassikers ParisRoubaix nach 253,5 Kilometern, davon 57,5 über die gefürchteten Pavés, nach 5:49,51 Stunden vor dem
Tschechen Zdenek Stybar und dem
Belgier Greg van Avermaet, dem
Kapitän des Zschopauers Marcus
Burghardt vom Rennstall BMC. Der
Erzgebirger landete am Ende mit
3:24 Minuten Rückstand auf den
Sieger auf Rang 42.
„Ich bin so glücklich und stolz“,
sagte Degenkolb mit Dreck verschmiertem Gesicht, nachdem er
seiner Frau Laura samt Söhnchen
Leo-Robert im Zielbereich im Velodrom von Roubaix in die Arme gefallen war. „Sanremo war schon sehr
emotional, aber das übertrifft alles.
Das ist das Rennen, von dem ich
immer geträumt habe, es einmal zu
gewinnen.“ Für den Kapitän im
deutschen Giant-Alpecin-Team war
es bereits der zweite Klassiker-Sieg
in diesem Jahr, nachdem er drei Wochen zuvor bei Mailand-Sanremo
triumphierte. Für den bislang einzigen deutschen Sieg in Roubaix hatte
- Rapid Chemnitz
- Ifa Chemnitz (N)
- Marienberg
- Reichenbach
- Gelenau (N)
- VFC Plauen II
- Crossen
- FC Lößnitz
1. Rapid Chemnitz
2. Reichenbach
3. VfB Chemnitz (A)
4. FC Lößnitz
5. Germ. Chemnitz
6. Schneeberg
7. Marienberg
8. FC Stollberg (A)
9. Rabenstein
10. Crossen
11. Gelenau (N)
12. Lok Zwickau
13. Thalheim
14. VFC Plauen II
15. Ifa Chemnitz (N)
16. Fort. Plauen (N)
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Eilenburg
FCI Leipzig
Riesa
FC Grimma
Heidenau (A)
PSV Dresden (N)
Görlitz
Freiberg
- Hohenstein-E.
- Bischofswerda
- FSV Zwickau II
- VfB Glauchau (N)
- Döbeln
- Kamenz
- Markkleeberg
- Chemie Leipzig
1. Bischofswerda
2. FCI Leipzig
3. Eilenburg
4. Chemie Leipzig (N)
5. FC Grimma
6. Riesa
7. Görlitz
8. Heidenau (A)
9. Freiberg (N)
10. Hohenstein-E.
11. FSV Zwickau II
12. VfB Glauchau (N)
13. Markkleeberg
14. Kamenz
15. Döbeln
16. PSV Dresden (N)
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verl.
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44:25
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41:18
43:21
28:25
32:23
31:29
37:37
29:32
30:29
38:49
30:34
21:28
21:71
18:61
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Landesklasse Mitte
Wesenitztal
Pirna-C.
Meißen
Sebnitz
Großenhain
Coswig
Bannewitz
1. Pirna-C.
2. Mittweida
3. Großenhain
4. Coswig
5. Sebnitz
6. Possendorf
7. Freital
8. Gröditz
9. Bannewitz
10. Wesenitztal
11. Lichtenberg
12. Meißen
13. Dorfhain
14. Lommatzsch
- Gröditz
- Dorfhain
- Lichtenberg
- Possendorf
- Mittweida
- Freital
- Lommatzsch
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46:13
38:18
27:15
41:25
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39:35
31:35
26:37
18:47
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14:51
18:49
44
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in Berlin:
Männer: 50 m: Brust: 1. Feldwehr 27,35 s, 2.
vom Lehn 27,89, 3. Steinhagen (alle Essen)
28,00; Rücken: 1. Schwarz (Potsdam) 25,27,
2. Glania 25,42, 3. di Carli (beide Frankfurt/M.) 25,53, 7. Mende (Chemnitz) 26,08;
Schmetterling: 1. Bergmann (Osnabrück)
23,99, 2. Opitz 24,39, 3. Oswald (beide Berlin) 24,43, 10. Schön (Chemnitz) 25,06; Freistil: 1. Oswald 22,52, 2. Fitterer (Freiburg)
22,93, 3. Bergmann 22,96.
100 m: Freistil: 1. Biedermann (Halle) 49,24,
2. Fildebrandt (Saarbrücken) 49,68, 3. di Carli 49,87; Rücken: 1. Glania 54,47, 2. Diener
(Potsdam) 54,52, 3. di Carli 54,57, 7. Mende
56,15; Schmetterling: 1. Gierke (Hannover)
53,41, 2. Heintz (Heidelberg) 53,86, 3. Kusch
(München) 53,89, 6. Schön 54,14; Brust: 1.
vom Lehn 1:00,42 min, 2. Koch (Darmstadt)
1:00,53, 3. Feldwehr 1:00,65.
200 m: Rücken: 1. Diener 01:59,65, 2. Wolf
(Potsdam) 02:00,50, 3. Claussen (Hamburg)
02:00,69, 4. Mende 2:02,24; Schmetterling:
1. Kunert (Gelnhausen) 1:57,36, 2. Gierke
1:57,50, 3. Tesch (Halle) 1:58,76; 9. Schön
2:01,70; Lagen: 1. Heintz (Heidelberg)
2:00,03, 2. Wedel (Mainz) 2:00,04, 3. Hintze
(Potsdam) 2:01,51; Freistil: 1. Biedermann
1:45,60, 2. Auböck (Berlin) 1:48,01, 3. Rapp
(Heidelberg) 1:48,30; Brust: 1. Koch
2:09,72, 2. vom Lehn 2:11,13, 3. Pilger
(Bonn) 2:11,35.
400 m: Lagen: 1. Heidtmann (Elmshorn)
4:13,28, 2. Hintze 4:16,58, 3. Wedel 4:16,63,
5. Hentschel (Chemnitz) 4:23,56; Freistil: 1.
Vogel (München) 3:46,53, 2. Rapp 3:48,68,
3. Heidtmann 3:48,79.
4x100 m: Freistil: 1. SG Stadtwerke München
3:22,07, 2. SG Dortmund 3:23,54, 3. SG Regio Freiburg 3:27,88, 4. SC Chemnitz (Schön/
Mende/Richter/Hentschel) 3:30,02; Lagen: 1.
SG Essen 3:42,16, 2. SG Stadtwerke München
3:43,39, 3. W-98 Hannover 3:44,22, 7. SC
Chemnitz
(Mende/Speer/Schön/Hentschel)
3:48,98; 4x200 m Freistil: 1. SG Stadtwerke
München 7:28,17 min, 2. SC Magdeburg
7:33,25, 3. SC Chemnitz (Mende/Schön/Rothkegel/Hentschel) 7:37,57.
800 m Freistil: 1. Vogel (München) 7:52,57,
2. Meißner 7:53,37, 3. Straub (beide Würzburg) 7:56,26, 6. Hentschel 8:11,45; 1500 m
Freistil: 1. Meißner 15:04,93, 2. Auböck
15:05,44, 3. Straub 15:06,01.
Frauen: 50 m: Brust: 1. Simon (Mainz) 31,43
John Degenkolb reckt die SiegertroFOTO: HENNES ROTH
phäe in die Höhe.
HANDBALL
s, 2. Brandt 31,60, 3. Ruhnau (beide Essen)
31,62; Rücken: 1. Roas (München) 28,30, 2.
Dietterle (Berlin) 28,79, 3. Mensing (Wiesbaden) 29,05; Schmetterling: 1. Wenk (München) 26,55, 2. Brandt 26,64, 3. Schreiber
(Halle) 27,23; Freistil: 1. Brandt 24,84, 2.
Dietterle 25,35, 3. Kost (Heidelberg) 25,53.
100 m: Freistil: 1. Bruhn (Saarbrücken)
54,87, 2. Wenk 55,25, 3. Scholtssek (Hohenbrunn) 55,55; Schmetterling: 1. Wenk
58,18, 2. Hentke (Magdeburg) 59,46, 3.
Schreiber 1:00,76 min; Rücken: 1. Mensing
1:00,47, 2. Riedemann (Halle) 1:01,39, 3.
Roas 1:01,42; Brust: 1. Grimberg (Stuttgart)
1:08,12, 2. Simon 1:09,00, 3. Ruhnau
1:09,35.
200 m: Rücken: 1. Mensing (Wiesbaden)
2:08,48, 2. Graf 2:10,37, 3. Öztürk (beide
Berlin) 2:11,27; Schmetterling: 1. Hentke
2:07,05, 2. van Berkel 2:10,39, 3. Rüger (Heidelberg) 2:12,64; Lagen: 1. Michalak (Wuppertal) 2:13,06, 2. Wolters (Hamburg)
2:13,98, 3. Hüther (Saarbrücken) 2:14,05;
Freistil: 1. Bruhn 1:58,55, 2. Friedrich (Magdeburg) 1:58,98, 3. Hüther 1:59,14; Brust:
1. Grimberg 2:26,45, 2. Lambert (Essen)
2:29,30, 3. Hummel (Berlin) 2:31,07.
400 m: Lagen: 1. Hentke 4:42,73, 2. Siebrecht (Hohenbrunn) 4:43,44, 3. Reinhold
(Leipzig) 4:43,75; Freistil: 1. Köhler (Frankfurt/M.) 4:07,00, 2. Friedrich 4:09,54, 3. Käthner (Würzburg) 4:11,96.
4x100 m Freistil: 1. SG Stadtwerke München
3:43,97, 2. SV Halle/S. 3:46,98, 3. SG Dortmund 3:48,05, 7. SC Chemnitz (Fischer/Jahn/
Ludwig/Vos) 3:58,77; Lagen: 1. SV Halle/S.
4:09,31, 2. SG Stadtwerke München 4:10,08,
3. SG Neukölln Berlin 4:11,45, 8. SC Chemnitz
(Ludwig/Vos/Bergner/Fischer)
4:23,87;
4x200 m Freistil: 1. SSG Saar 8:07,89, 2. SG
Stadtwerke München 8:25,95, 3. SG Mittelfranken 8:26,89, 4. SC Chemnitz (Fischer/
Jahn/Ludwig/Vos) 8:33,01.
800 m Freistil: 1. Beck (Würzburg) 8:27,37
min, 2. Köhler 8:28,23, 3. Wartenberg (Hannover) 8:42,66, 13. Jahn (Chemnitz) 9:00,13.
1500 m Freistil: 1. Härle (Essen) 16:06,82,
2. Köhler 16:07,33, 3. Beck 16:07,70, 13.
Jahn (Chemnitz) 17:26,99.
Mixed: 4x100 m: Freistil: 1. SG Dortmund
3:32,62 min, 2. SG Stadtwerke München
3:36,54, 3. SSG Saar 3:38,19; Lagen: 1. W-98
Hannover 3:59,35, 2. SG Stadtwerke München
4:01,26, 3. SG EWR Rheinhessen-Meinz
4:01,78, 5. SC Chemnitz (Mende/Vos/Schön/
Fischer) 4:02,62.
Champions League
Frauen, Viertelfinale, Rückspiel: Larvik HK Thüringer HC 36:18 (17:9); Thüringer HC damit ausgeschieden.
EHF-Pokal: Männer, Viertelfinale, Hinspiele: Skjern HB - MT Melsungen 25:20 (12:12),
Eskilstuna Guif - HSV Hamburg 29:26 (12:13).
Bundesliga
Männer, 29. Spieltag: Gummersbach - Flensburg-H. 24:32 (13:15), Bietigheim - Friesenheim 24:26 (11:13), Göppingen - Hannover-B.
25:22 (12:11), Bergischer HC - Wetzlar 28:28
(14:16), Minden - Lemgo 23:30 (12:14).
1. THW Kiel
950: 729 55: 7
2. Rhein-Neckar-Löwen 900: 726 53: 7
3. Flensburg-Handewitt 893: 768 46:16
4. SC Magdeburg
865: 795 40:18
5. Frisch Auf Göppingen 845: 841 36:26
6. MT Melsungen
864: 807 33:25
7. Füchse Berlin
819: 825 33:27
8. HSV Hamburg
825: 812 30:30
9. HSG Wetzlar
797: 796 28:32
10. VfL Gummersbach
835: 861 28:34
11. Hannover-Burgdorf
853: 884 26:36
12. Bergischer HC
834: 909 26:36
13. Balingen-Weilstetten 710: 779 25:33
14. TuS N-Lübbecke
833: 848 25:35
15. TBV Lemgo
891: 903 22:40
16. GWD Minden
818: 872 22:40
17. TSG Friesenheim
761: 872 21:39
18. HC Erlangen
730: 834 16:44
19. SG BBM Bietigheim
787: 949 11:51
RADSPORT
Baskenland-Rundfahrt
6. Etappe (18,3 km): 1. Dumoulin (NED)
28:46 min, 2. Rodríguez 4 s zur., 3. Izaguirre
(beide ESP) 5, 4. Henao (COL) 17, 5. Intxausti
(ESP) 21, 6. Felline (ITA) 23, 11. Martin (SUI)
42; Endstand: 1. Rodríguez 21:49:38 h, 2.
Henao 13 s zur., 3. Izaguirre 29, 4. Quintana
(COL) 38, 5. Yates (GBR) 46, 6. Scarponi (ITA)
1:06 min zur., 32. Martin 13:12.
Paris-Roubaix
253,5 km: 1. Degenkolb (Erfurt), 2. Stybar
(CZE), 3. van Avermaet (BEL), 4. Boom (NED),
5. Elmiger (SUI), 6. Keukeleire (BEL) alle
5:49:51 h, 7. Lampaert (BEL) 7, 8. Rowe (Wales) 28, 9. Debusschere (BEL) 29, 10. Kristoff
(NOR), 16. Schillinger (Amberg) beide 31, 36.
Sieberg (Bocholt) 2:58 min zur., 42. Burghardt (Zschopau) 3:24.
SPORT
Montag, 13. April 2015
NACHRICHTEN
VOLLEYBALL I
Dresdnerinnen
erneut im Finale
Freie Presse
Neuer Zoff zwischen Hamilton
und Rosberg erhitzt die Gemüter
DRESDEN —
Die Volleyball-Frauen
des Dresdner SC haben das dritte
und entscheidende Playoff-Halbfinalspiel gegen den VC Wiesbaden
mit 3:0 (25:23, 25:22, 25:17) gewonnen. Damit steht das Team von Trainer Alexander Waibl zum fünften
Mal in Serie und zum neunten Mal
insgesamt im Finale um die deutsche Meisterschaft und hat zudem
die Qualifikation für die Champions
League in der Tasche. Im Finale wartet auf die Elbestädterinnen die
Mannschaft vom MTV Stuttgart, die
sich in zwei Spielen gegen den
Schweriner SC durchgesetzt hatte.
„Im Gegensatz zu unserem Auftritt
in Wiesbaden haben wir diesmal
wieder unser wahres Gesicht gezeigt“, schätzte Waibl ein. (dpa)
EISKUNSTLAUF
FOTO: IMAGO
Während Lewis Hamilton (rechts) jubelt, steht Nico Rosberg die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Auf der Strecke kamen sie
sich kaum mal richtig
nahe, nach dem Formel-1Rennen von Shanghai
krachte es aber trotz des
Doppelerfolges.
Sebastian Vettel war indes
nach seinem dritten Platz
bei bester Laune.
WM-Titel für
Team aus Kanada
VON MARTIN MORAVEC
HAMILTON — Das Team Kanada I hat
SHANGHAI
bei der Weltmeisterschaft im Synchroneiskunstlaufen den Titel gewonnen. Im heimischen Hamilton
triumphierten die „Nexxice“ (214,73
Punkte) knapp vor Finnlands Marigold Ice Unity (214,06) und der Formation Russland I, „Paradise“ aus
St. Petersburg (203,48). Auf den weiteren Plätzen folgten Finnland II
(Die Rockettes), Schweden (Surprise) und Kanada II (Les Suprêmes).
Das Team Berlin als Vertreter
Deutschlands (21-facher Meister)
belegte Rang 10 (164,34). Am Start
waren 25 Mannschaften, die aus jeweils 16 Läuferinnen bestehen. (tc)
2. Handball-Bundesliga:
Heimsieg für Zwickau
rinnen des BSV Sachsen Zwickau
haben am drittletzten Spieltag der
Saison gegen den Aufsteiger TSV
Haunstetten einen 27:24 (19:13)Heimsieg erkämpft. Da Borussia
Dortmund in Travemünde klar gewonnen hat (31:22), bleiben die
Muldestädterinnen mit einem
Punkt Rückstand zum zweiten Aufstiegsplatz an dritter Stelle.
Der BSV erwischte einen guten
Start (4:1/5.) und baute seinen Vorsprung bis auf 17:10 (27.) aus. „Ich
habe die Mannschaft auf die offensive, aggressive Abwehr des Gegners
eingestellt. Es lief auch ganz gut“,
erklärte Trainerin Daniela Filip.
„Doch dann haben wir wieder angefangen, die Bälle zu verwerfen. Die
taktische Disziplin und der Druck
haben nachgelassen.“ Nach der Pause geriet viel Sand ins Getriebe. Eine
Viertelstunde vor Schluss war das
Polster bis auf zwei Tore
geschrumpft (22:20), doch der Anschluss sollte den Gästen aus Augsburg nicht gelingen. BSV-Torhüterin
Nele Kurzke, die nach Ende der Saison zum HC Leipzig wechselt, trug
mit drei gehaltenen Siebenmetern
zum Sieg bei. „Wir haben die zwei
Punkte, das war wichtig“, sagte Daniela Filip. Damit hält ihr Team den
Hoffnungsfunken im Kampf um
den Aufstieg am Glimmen. (tc)
Niederlage zum
Abschied aus 2. Liga
CPSV: Franke, Espig, Sohr, Herklotz, Glaser,
Nitsche, Machold, Walkenhorst
BSV Sachsen
hält Funken
am Glimmen
ZWICKAU — Die Zweitliga-Handballe-
VOLLEYBALL II
STUTTGART — Mit einer 1:3 (14:25,
16:25, 25:16, 15:25)-Niederlage beim
MTV Stuttgart II haben sich die
Volleyballerinnen des Chemnitzer
Polizeisportvereins nach 14 Jahren
aus der 2. Bundesliga Süd verabschiedet. Die CPSV Volleys beendeten die Saison als abgeschlagener
Tabellenletzter. „Nach Spielende
war schon Wehmut dabei – vor
allem bei denjenigen Spielerinnen,
die aufhören“, sagte Mittelblockerin
Anne Herklotz gestern. Sie selbst
gehörte vier Jahre lang zur Zweitligamannschaft und wird Chemnitz
aus beruflichen Gründen verlassen.
„Ich hätte nie gedacht, dass wir absteigen“, erklärte die 28-Jährige. Das
Team habe es zu selten geschafft,
sein vorhandenes Können aufs Parkett zu bringen. In welcher Spielklasse der CPSV 2015/16 antritt, ist
offen. Die Finanzierung der dritten
Liga ist laut Vereinsführung noch
nicht gesichert. (ms)
S5
wurf: Hamilton habe ihm durch
eine aus seiner Sicht phasenweise
zu reifenschonende und damit zu
langsame Fahrweise „Stress verursacht“ im Kampf um Platz zwei mit
Sebastian Vettel.
„Es ist nicht meine
Aufgabe, mich um
das Rennen von
Nico zu kümmern.“
Lewis Hamilton Mercedes-Pilot
— Sichtlich angefressen
beschwerte sich Nico Rosberg bei
seinem Mercedes-Stallrivalen, fast
schon amüsiert nahm Lewis Hamilton die Klage des Silberpfeil-Kontrahenten zur Kenntnis. Nach dem souveränen Sieg des Briten in Shanghai
warf der gebürtige Wiesbadener
dem Formel-1-Weltmeister vor, seinem Rennen „unnötigerweise geschadet“ zu haben. „Es ist interessant, von dir zu hören, Lewis, dass du
vorne nur an deine Geschwindigkeit gedacht hast“, meinte Rosberg
auf der Pressekonferenz schnippisch und warf Hamilton nur einen
flüchtigen Blick zu. Rosbergs Vor-
Shanghai-Rekordsieger Hamilton
reagierte auf die Kritik des Zweitplatzierten unbeeindruckt. „Es ist
nicht meine Aufgabe, mich um das
Rennen von Nico zu kümmern“,
stellte er klar. „Meine Aufgabe
besteht darin, meinen Wagen zu
beherrschen und den Wagen so
schnell wie möglich heimzubringen. Das habe ich auch gemacht.“
Rosberg hätte ja versuchen können,
ihn zu überholen, entgegnete Hamilton. Der Brite kontrollierte den
Grand Prix von China. Schon beim
Start verteidigte er seine Spitzenposition im Kampfmodus: Der Brite
stellte seinen Wagen schräg in die
Parkbox, um so direkt nach rechts
vor Rosberg ziehen zu können. Der
Plan ging auf. Nach überschaubarer
Action auf der Strecke ging das Rennen dann unspektakulär hinter dem
Safety Car zu Ende. Den Stunk gab’s
danach.
Nach dem 35. Karrieresieg von
Hamilton warnte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor einer neuen Eiszeit. „Die Rivalität ist okay, solange sie nicht zu weit geht“, bekräftigte er. „Wir müssen aufpassen, dass
es vor allem nicht dazu führt, dass
eine Situation eskaliert.“ So wie in
Monaco 2014. Im Fürstentum brach
der Krach offen aus, nachdem der
zweitplatzierte Hamilton Sieger
Rosberg nach einem Eklat in der
Quali die Freundschaft gekündigt
hatte. Das erbitterte Teamduell hatte seinen Anfang auf der Strecke allerdings beim Großen Preis von Bahrain genommen. Dort steht der
nächste Grand Prix an, in den Hamilton als WM-Spitzenreiter geht.
Eine Neuauflage des Team-Zoffs
soll es bei Mercedes aber nicht wieder geben. Wolff sprach von einer
konstruktiven Nachbereitung des
Rennens: „Da war keine Feindseligkeit.“ Auch der immer noch verstimmt wirkende Rosberg beteuerte
nach dem zweiten Saisonsieg des
Weltmeisters: „Es ist alles geklärt.“
Er vertraue darauf, dass sich so etwas
nicht wiederhole. „Ich bin zuversichtlich, weil das Team das sehr gut
gemanagt hat.“ Ob Hamilton seinen
STATISTIK BSV: Kurzke, Neagoe; Hessel (2),
Starcek (7/4), Aleksandraviciute (4), Kallenberg, Stein (3), Martinkova (1), Hopp, Pruß (2),
Bachrata (3), Choinowski (4), Majer (1).
Zuschauer: 790. Siebenmeter: BSV 4/4, TSV
9/5. Zeitstrafen: BSV 8, TSV 4 Minuten. SR.:
Mücke/Titze (Hannover/Braunschweig).
Sebastian Vettel
Viermaliger
Formel-1-Weltmeister
FOTO: DIEGO AZUBEL/DPA
Ärger hat nachvollziehen können?
„Nach den Diskussionen jetzt: ja“,
sagte Rosberg, der an der Stelle seines ersten Formel-1-Sieges 2012
alles gegeben hatte. „Es gibt nicht
viel zu sagen: Ich bin wirklich mit
dem Messer zwischen den Zähnen
gefahren“, meinte der 29-Jährige und
wirkte ziemlich zerknirscht: „Zweiter Platz, ist halt so jetzt, das war’s.“
Vettel war mit Platz drei nach seinem Triumph in Malaysia hingegen
zufrieden. „Alles in allem ein sehr
großer Erfolg. Ich denke, wir sind
deutlich näher dran als vor vier Wochen“, sagte Vettel und forderte aber
auf der Jagd nach den Silberpfeilen
weiter Bescheidenheit: „Wenn wir
kleine Schritte nach vorne machen,
freue ich mich darauf, eine echte Herausforderung für sie zu sein.“ (dpa)
HANDBALL
Thüringer HC
scheidet aus
LARVIK — Die
Handballfrauen des
Thüringer HC sind im Viertelfinale
der Champions League ausgeschieden. Das Team von Trainer Herbert
Müller erlitt beim Favoriten Larvik
HK eine 18:36 (9:17)-Niederlage.
Bereits im Hinspiel hatte der deutsche Meister gegen den norwegischen Titelträger mit 26:29 verloren.
Der THC konnte den Ausfall der drei
verletzten Stammspielerinnen Nadja Nadgornaja, Jana Krause und Sonja Frey nicht kompensieren. Erfolgreichste Torschützin für die Gäste
war Franziska Mietzner mit sechs
Treffern. Bei den Norwegerinnen
traf Nora Mork achtmal. Der Gastgeber lag von Beginn an in Führung.
Der Bundesligist blieb nur in den
ersten 20 Minuten dran, vergab aber
schon viele Möglichkeiten. (dpa)
Paul Biedermann mit Weltjahresbestzeit
Der Weltrekordler aus
Halle gewann bei den
deutschen Meisterschaften
in Berlin bei zwei Starts
zwei Titel und blickt nun
erleichtert zur WM.
VON CHRISTIAN KUNZ
UND MARC ZEILHOFER
BERLIN — Paul Biedermann begeis-
Paul Biedermann erschöpft, aber zufrieden.
FOTO: CAMERA 4
terte mit Weltjahresbestzeit – und
auch der WM-Zweite Marco Koch
weckte Medaillenhoffnungen. Beiden deutschen Meisterschaften,
dem ersten großen Formcheck der
WM-Saison, sorgten die beiden
Schwimm-Europameister für den
grandiosen Schlussakt. Nach Biedermanns furiosen 1:45,60 Minuten
über seine Lieblingsstrecke 200 Meter Freistil applaudierte auch Chefbundestrainer Henning Lambertz
dem jubelnden Weltrekordler. „Das
ist eine Riesenerleichterung für
mich“, gestand Paul Biedermann.
Zwei Titel bei zwei Starts bedeuteten für den Hallenser nicht nur die
volle Ausbeute. Neben der Zeit
machte gestern auch die neue Renntaktik mit Start-Ziel-Sieg statt eines
furiosen Schlussspurtes Lust auf
mehr. „Ich will dieses Jahr einfach
noch ein paar Sachen Richtung
Olympische Spiele ausprobieren –
und dann hoffentlich alles nur noch
richtig machen“, blickte Biedermann voraus.
Gut drei Monate vor der WM in
Kasan (24. Juli bis 9. August) maß
Marco Koch der WM-Etappe in der
deutschen Hauptstadt indes keine
allzu große Bedeutung bei. „Im Sommer oder bei Olympia in Rio zählt
es“, betonte der zuverlässige Medaillenlieferant der vergangenen Jahre.
2:09,72 min über 200 Meter Brust bedeuten Platz drei in der Welt.
Mehr als ein Dutzend Top-TenZeiten in den Weltjahresbestenlis-
ten für deutsche Schwimmer ließen
Lambertz bei der Berliner Leistungsprüfung strahlen. Der Kandidatenkreis für den Saisonhöhepunkt umfasst rund 30 Athleten und damit
mehr als zuvor vom Chefbundestrainer prognostiziert. „Es gibt einige Strecken, auf denen wir den Kopf
gut aus dem Wasser strecken“, sagte
Henning Lambertz bei der „Momentaufnahme“ mit 26 Normerfüllern. Die Qualifikationszeiten des
nationalen Championats müssen
bei einem weiteren Wettkampf bis
Anfang Juli bestätigt werden.
Wie Biedermann und Koch über
ihre Paradestrecken ist der in Berlin
wegen Krankheit pausierende Steffen Deibler für die WM gesetzt. Da
es bereits um Olympiastartplätze
geht, werden alle Staffeln auch ohne
Norm besetzt. Die Ränge in den
Weltjahresbestenlisten unterstreichen den Aufwärtstrend. Isabelle
Härle als Zweite über 1500 m Freistil
und Jacob Heidtmann als Dritter
über 400 m Lagen rangieren zusam-
Kenneth
Mende
Schwimmer
FOTO: KRISTIN SCHMIDT
men mit Biedermann und Koch international am weitesten vorne.
Für das junge Team des SC Chemnitz hätte Kenneth Mende fast die
zweite Medaille nach Staffelbronze
über 4 mal 200 m Freistil erkämpft.
Über 200 m Rücken schwamm er
erneut
persönlichen
Rekord,
schrammte aber als Vierter knapp
am Podest vorbei. Über 100 m wurde
der 20-Jährige, der in den USA studiert und trainiert, Siebenter. Ebenso konnten sich Paul Hentschel
(8. 800 m F) und Paulus Schön
(9. 200 m, 6. 100 m Schmetterling)
weiter steigern. Für die MixedLagenstaffel sprang Rang fünf heraus, für das Freistilquartett (4x 100)
der Männer Platz sieben. (dpa/mm).
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 13. April 2015
Sächsisches Team im Pech
NACHRICHTEN
WASSE RBALL
Plauen gewinnt
erstes Playoff-Spiel
PLAUEN — Die Wasserballer des SVV
Plauen haben das erste Spiel um den
Aufstieg in die A-Gruppe der Bundesliga gewonnen. Der Tabellendritte der B-Gruppe setzte sich am Sonnabend vor heimischer Kulisse gegen
den Sechsten der A-Gruppe, den SV
Cannstatt aus Stuttgart, 11:6 durch.
Die Aufstiegsrunde wird nach dem
Modus Best of Five ausgetragen. Das
heißt, der Verein, der als Erster drei
Partien gewonnen hat, spielt nächste Saison in der A-Gruppe der deutschen Wasserballliga. Jetzt folgen
am Wochenende zwei Heimspiele
der Stuttgarter, eine mögliche vierte
Begegnung gibt es am 22. April in
Plauen. (pj)
BASKETBALL
Oldenburg erstmals
Pokalsieger
OLDENBURG — Die
EWE Baskets
Oldenburg haben überraschend
zum ersten Mal den BBL-Pokal
gewonnen. Im Endspiel des Finalturniers setzte sich der Gastgeber
gestern dank einer starken Schlussphase mit 72:70 (34:34) gegen die
favorisierten Brose Baskets aus Bamberg durch. Im Team des neuen Trainers Mladen Drijencic war Casper
Ware mit 13 Punkten bester Werfer,
für Bamberg reichten auch 19 Zähler
von Bradley Wanamaker nicht zum
vierten Pokalsieg seit 2010. Nach der
Halbfinalniederlage gegen Bamberg
sicherte sich der entthronte Titelverteidiger ALBA Berlin mit 85:69
gegen die Telekom Baskets Bonn
den dritten Platz. (dpa)
EISHOCKEY
Ingolstadt gleicht
in Finalserie aus
INGOLSTADT — Der ERC Ingolstadt
hat das zweite Finalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gewonnen und damit in der Serie gegen die
Adler Mannheim zum 1:1 ausgeglichen. Der Titelverteidiger setzte sich
gestern in heimischer Halle mit 5:2
(0:0, 1:0, 4:2) durch. Brandon Buck
(21./46. Minute), Jared Ross (49.),
Derek Hahn (51.) und Petr Taticek
(60.) gelangen vor 4815 Zuschauern
die Treffer. Die Adler-Tore durch
Ronny Arendt (47.) und Robert Raymond (55.) waren zu wenig. Morgen
kommt es zu Spiel drei der Best-ofSeven-Serie – vier Siege sind insgesamt zum Gewinn des Meisterpokals nötig. Die Adler hatten die erste
Begegnung mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen. (dpa)
GOLF
Texaner Spieth vor
dem großen Triumph
Beim zweiten Lauf zur
Motorrad-WM stürzte
Alexis Masbou vom Team
Saxoprint RTG aus
Hohenstein-Ernstthal kurz
vor dem Ziel auf Platz zwei
liegend. Das deutsche
Kiefer-Team holte seit 2011
die ersten WM-Punkte.
VON WOLFGANG WIRTH
AUSTIN/CHEMNITZ — Die Dramatik in
der Endphase des WM-Laufes in der
Klasse Moto3 von Austin war gestern kaum zu überbieten: An der Boxenmauer wollte die die sächsische
Crew von Dirk Heidolf schon jubeln, weil es möglicherweise wieder
einen Podestplatz gab. Doch dann
folgte der Schreckmoment: In der
letzen Kurve, 200 Meter vor dem
Ziel, stürzte der Franzose Alexis
Masbou, der überraschend das Auftaktrennen vor zwei Wochen in Katar gewonnen hatte und als Führender der Klasse ins Rennen gegangen
war. Die Honda sprang nicht wieder
an, er musste unter Aufbietung aller
Kräfte sein Arbeitsgerät ins Ziel
schieben.
Neben ihm rauschten seine Gegner vorbei, sodass der 27-Jährige, der
wenige Augenblicke zuvor noch auf
Rang zwei lag, nicht einen Punkt erkämpfen konnte. Er kam so nur auf
den 16. Rang. „Es ist zum Verzweifeln. Du glaubst, du kannst mit Platz
zwei die WM-Führung weiter auszubauen. Und dann hast du in wenigen Sekunden nichts mehr in der
Hand“,
kommentierte
Alexis
Masbou maßlos enttäuscht diese
Szene. Sein Teamkollege John
McPhee kam als Sechster ins Ziel
und bestätigte seine guten Leistungen. Zum Auftakt hatte er den fünften Platz belegt. Teameigner Frank
Beierlein aus Callenberg schätzte
Der Brite Sam Lowes holte in der Klasse Moto2 seinen ersten Sieg in der Motorrad-WM.
emotional berührt nach diesem Ergebnis ein: „Es ist zum Heulen, aber
was soll es, das ist Motorsport. Wir
wissen aber, dass wir mit unseren
beiden Fahrern in der Weltspitze
mithalten können.“
Alexis Masbou nimmt nun mit
25 Punkten Platz fünf in der Gesamtwertung vor McPhee (21) ein. Die
Show in der texanischen Prärie zog
allerdings ein anderes deutsches
Team ab. Das ehemalige Kiefer-Ra-
cing-Team (neu Leopard) mit Stefan
und Jochen Kiefer aus Bad Kreuznach holte seit 2011 die ersten WMPunkte mit einem glanzvollen Sieger Danny Kent. Der 21-Jährige setzte sich deutlich vor dem erst 15-jährigen Franzosen Fabio Quatarao
durch und übernahm die Führung
in der WM-Wertung. Dritter wurde
Kents Teamkollege Efrén Vázquez
aus Spanien, in der Vorsaison noch
zum Heidolf-Team gehörte. „Da
fährst du jahrelang um die Welt,
holst nicht einen halben Punkt –
nun beide Jungs auf dem Podium –
unfassbar“, jubelte der Teamchef.
Der einzige Deutsche Philipp
Öttl (Bad Reichenhall) holte sich mit
der KTM als 13. die ersten drei Punkte der Saison. Sam Lowes (Großbritannien) setzte sich in der Moto2Klasse überzeugend durch. Er verwies den Franzosen Johann Zarco sowie Alex Rins (Spanien) auf die Plät-
FOTO: DPA
ze. Auftaktsieger Jonas Folger wurde
nach einem Sturz nur 16. Marcel
Schrötter und Sandro Cortese belegten die Plätze 13 und 14.
Titelverteidiger Marc Marquez
(Honda) gewann das Rennen der
MotoGP klar vor dem Italiener Andrea Dovizioso (Ducati) und Valentino Rossi (Yamaha), der die WM-Führung verteidigte. Yamaha-Pilot Stefan Bradl stürzte in der dritten Runde und schied aus. (mit dpa)
Tony Martin verkalkuliert sich
Oxford gewinnt Klassiker
Radsport: Weltmeister bei Zeitfahren der Baskenland-Rundfahrt nur Elfter
Rudern: Cambridge in beiden Rennen chancenlos
AIA — Der dreimalige Zeitfahr-Welt-
LONDON — Die englische Elite-Uni-
meister Tony Martin hat sich zum
Abschluss der 55. Baskenland-Rundfahrt verkalkuliert und seinen zweiten Saisonsieg deutlich verpasst.
Beim 18,3 km langen Zeitfahren der
Tour durch Nordspanien blieb dem
Wahlschweizer am Sonnabend nur
Rang elf mit 42 Sekunden Rückstand auf den niederländischen Tagessieger Tom Dumoulin. Der spanische Radprofi Joaquím Rodríguez
fuhr auf Platz zwei und sicherte sich
den Gesamtsieg mit 13 Sekunden
vor dem Kolumbianer Sergio Henao.
Tony Martin
Radprofi
FOTO: CAROLO REGUZZI/DPA
„Das Zeitfahren war vom Profil
leider zu schwer für mich. Die Abschnitte, in denen ich Zeit gegen die
Bergfahrer herausfahren konnte,
waren einfach zu kurz“, erklärte
Martin nach der verpassten Chance
auf seiner Homepage. Der 29-Jährige
haderte mit seiner Entscheidung,
für die komplette Strecke ein Zeitfahrrad genutzt zu haben. „Bei Steigungen bis über 20 Prozent wäre ein
Radwechsel sinnvoll gewesen.“
Jetzt hat der gebürtige Lausitzer
das Amstel-Gold-Race, Lüttich-Bastogne- üttich und den Flèche Wallonne im Visier. „Zumindest kann
ich sagen, dass die Form stimmt. Die
aus meiner Sicht schwerste Baskenland-Rundfahrt der letzten Jahre
wird einen guten Trainingseffekt
für die Ardennen-Klassiker haben“,
erklärte Martin. (dpa)
versität Oxford hat das traditionelle
Boat Race auf der Themse dominiert.
Sowohl der Männer-Achter als auch
der Frauen-Achter der „Dark Blues“
bezwangen im legendären Ruderrennen auf der 6,8-km-Strecke zwischen den Londoner Stadtteilen
Putney und Mortlake die Konkurrenz aus Cambridge.
Oxford schrieb dabei gleich zweimal Geschichte: Die Frauen gewannen die Premiere des Rennens auf
der Themse, das bei der 70. Auflage
zum ersten Mal am selben Tag und
auf der selben Strecke stattfand.
Bei den Männern feierte Olympiateilnehmer Constantine Louloudis
seinen vierten Sieg im vierten Rennen. Vor dem 23-Jährigen hatten bisher 14 Athleten viermal bei dem
Klassiker triumphieren können.
Bei der 161. Auflage war Oxford
klar überlegen, hatte nach 17:35 Minuten rund 20 Sekunden und sechs
Bootslängen Vorsprung. In der
Gesamtbilanz des prestigeträchtigsten Ruderrennens der Welt führt
Cambridge mit 81:79. Unentschieden endete das Duell 1877. (dpa)
AUGUSTA — Jordan Spieth steht beim
Golf-Masters in Augusta im US-Bundesstaat Georgia kurz vor dem größten Triumph seiner jungen Karriere.
Der 21 Jahre alte Amerikaner ging
gestern beim ersten Major-Turnier
des Jahres mit einem Vorsprung von
vier Schlägen auf die Schlussrunde.
Spieth führt nach 54 der 72 Bahnen
mit einem Gesamtergebnis von 200
und liegt somit 16 unter Par. Am
Samstag spielte der Texaner auf den
Par 72-Kurs eine 70er Runde. Hinter
dem Vorjahreszweiten folgen der
Engländer Justin Rose (204) sowie
der dreimalige Masters-Gewinner
Phil Mickelson (205) aus den USA.
Tiger Woods gelang ebenso wie dem
nordirischen Weltranglisten-Ersten
Rory McIlroy gestern eine 68er Runde. Das Duo teilt sich mit 210 Schlägen Platz fünf. Martin Kaymer und
Bernhard Langer hatten beim Traditions-Turnier im Augusta National
Golf Club den Cut verpasst. (dpa)
Seidenberg denkt über WM nach
19 Tage vor dem Start
der Eishockey-WM ist
die Verunsicherung im
deutschen Team groß.
Hoffnung machte das
Saisonaus der Boston
Bruins in der NHL.
ESPOO/BOSTON — NHL-Torjäger Tobias Rieder kommt sicher zur WM im
Mai, nun hofft das deutsche Eishockey-Nationalteam noch auf die erlösende Zusage von Starspieler Dennis Seidenberg. Bis morgen, wenn
Bundestrainer Pat Cortina sein Aufgebot für die nächsten WM-Tests gegen Frankreich verkündet, soll Seidenbergs Entscheidung feststehen.
Es wäre das erste Mal, dass Deutschland mit einem Stanley-Cup-Sieger
bei einer WM antritt. „Ich werde mit
meiner Frau reden, mal sehen, noch
ist nichts entschieden“, sagte der
Abwehrspieler nach dem 2:3 nach
Penaltyschießen seiner Boston Bruins gegen Tampa Bay Lightning, mit
dem der NHL-Champion von 2011
am letzten Vorrundenspieltag die
Playoff-Teilnahme verspielte. Er habe zwar „kleinere Wehwehchen,
aber nichts Schwerwiegendes“.
Zuletzt trug er bei Olympia 2010 das
deutsche Trikot. Vor zwei Wochen
hatte Seidenberg Interesse an der
WM in Tschechien vom 1. bis 17.
Mai bekundet.
Sicher ist bereits die zweite WMTeilnahme von NHL-Shooting-Star
Rieder. „Ich muss hier noch zum
abschließenden Medizincheck, werde mich anschließend etwas ausruhen und dann zur Nationalmannschaft fliegen“, meinte der 22-Jährige
nach dem 1:2 seiner Arizona Coyotes im letzten Vorrundenspiel gegen
Anaheim. Nach vier Pleiten in vier
WM-Testspielen – allerdings auch
gegen die WM-Mitfavoriten Russland und Finnland – ist die Verunsicherung im deutschen Team groß.
„Gegen Frankreich müssen wir mal
unbedingt unsere ersten Siege in der
Vorbereitung einfahren. Das ist ganz
wichtig für das Selbstvertrauen“,
sagte Stürmer Daniel Pietta nach
den Pleiten (0:4 und 1:6) in Finnland.
In der aktuellen Besetzung – so
viel ist spätestens seit vergangener
Woche klar – wäre das junge deutsche Team bei der WM ein Abstiegskandidat. „Es war für die jungen
Spieler sicherlich gut, zu sehen, auf
welchem Niveau bei einer WM
gespielt wird“, sagte Patrick Reimer.
Der Nürnberger Stürmer ist derzeit
einer der wenigen im vorläufigen
WM-Aufgebot, der auch WMNiveau verspricht. (dpa)
Dennis Seidenberg könnte das deutsche WM-Team verstärken. FOTO: DPA
A N ZE I G E
KONTAKTE
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LOKALSPORT
Montag, 13. April 2015
NACHRICHTEN
HANDBALL
Vogtländer gehen
auswärts leer aus
LENGENFELD — Am 19. Spieltag der
Handball-Bezirksliga haben die beiden Göltzschtal-Vertreter am Samstag ihre Auswärtsspiele jeweils deutlich verloren. Der VfB Lengenfeld
verpasste beim HC Fraureuth die
Revanche für die Hinspielniederlage
und zog in einem turbulenten Spiel,
das in der zweiten Hälfte sogar kurzzeitig wegen Tumulten unterbrochen werden musste, 24:30 den Kürzeren. Die Rodewischer Handballwölfe hatten beim Tabellenzweiten
Mittweida den erwartet schweren
Stand und mussten sich 20:34 geschlagen geben. In der Tabelle
rutschten Lengenfeld und Rodewisch auf die Plätze 7 beziehungsweise 10 ab. Am Sonntag stehen sich
die Lokalrivalen zum Derby in Rodewisch gegenüber. (tyg)
TISC HTENNIS
Ellefeld jubelt nach
9:6 gegen Blau-Weiß
ELLEFELD — Die Tischtennisspieler
des TV Ellefeld haben gestern mit
einem 9:6-Heimerfolg gegen BlauWeiß Reichenbach den Staffelsieg in
der 2. Bezirksliga West vorzeitig perfekt gemacht. Damit ist den Männern um Mike Böhmer und Sven
Scheibe der Aufstieg in die 1. Bezirksliga nicht mehr zu nehmen.
Diesen Erfolg verdanken die Ellefelder vor allem einer starken zweiten Halbserie, denn in der hat die
Mannschaft bislang nur einen
Punkt abgegeben. Das soll auch in
der nächsten Woche so bleiben,
wenn bei Post Plauen das letzte Saisonspiel ansteht. Reichenbach ist
durch die Niederlage von Platz 2 auf
4 abgerutscht. Neuer Dritter ist der
VfB Lengenfeld II, der das Vogtlandderby in Syrau gewann. Erfolgreich
war am vorletzten Spieltag auch
Rot-Weiß Treuen mit dem 10:5 im
Heimspiel gegen Remse. (tyg)
Freie Presse
VfB überlässt Gästen die Punkte
Die Lengenfelder Tischtennis-Teams haben für
die kommende Saison seit
Samstag Planungssicherheit. Die Frauen steigen
aus der Regionalliga ab,
die Männer schlagen weiter in der Landesliga auf.
ZWICKAU — Durch eine 1:3-Niederla-
Im letzten Regionalliga-Heimspiel der Lengenfelder Frauen gelang Maria Carol der einzige VfB-Sieg. FOTO: FRANKO MARTIN
Für die Lengenfelder Männer
stand der Klassenerhalt in der Landesliga schon vor dem Heimspiel
am Samstagnachmittag gegen Brandis fest, da Pobershau am Vormittag
kein Sieg gelungen war. Durch die
knappe 7:9-Heimniederlage in der
Heimhalle rutschten die Vogtländer
jedoch von Rang 4 auf 7 in der Tabelle ab. Der Start ins vorletzte Spiel
verlief nicht nach dem Geschmack
der Lengenfelder. Lediglich Gündel/
Meinhold konnten ein Doppel für
Lengenfeld gewinnen. Dietel/Pippig
hatten mit 2:3 das Nachsehen.
Carsten Gündel schaffte danach
mit seinem 3:0 gegen André Pohle
den Ausgleich, doch zwei Niederlagen von Wolf und Dietel brachten
die 2:4-Gästeführung. Toni Pippig
und Nico Meinhold hielten in der
Folge aber den Anschluss zum Stande von 4:5 aus Sicht der Vogtländer.
Zu Beginn der zweiten Einzelrunde
ließen zwei Siege die Brandiser auf
7:4 davonziehen. Carsten Wolf klebte dabei das Pech mit mehreren Satzbällen förmlich am Schläger. Das
starke mittlere Paarkreuz um Dietel
Toni Pippig, Nico Meinhold, Philipp Dietel, Carsten Gündel, Marco Baumgärtner und Carsten Wolf (von links) hatten schon vor dem Spiel gut lachen. Sie
bleiben die Nummer 1 im vogtländischen Männer-Tischtennis. FOTO: CARSTEN STEPS
und Pippig verkürzte durch zwei
Siege nochmals auf 6:7. Nach Marko
Baumgärtners zweiter Niederlage,
war es Nico Meinhold, der den VfB
mit seinem Sieg ins Abschlussdoppel brachte. Carsten Gündel/Nico
Meinhold begannen gut und gewan-
nen den ersten Satz. Das Spitzendoppel der Randleipziger kam danach
aber besser ins Spiel und gewann am
Ende verdient mit 3:1. Am nächsten
Samstag, 17:30 Uhr erwartet der VfB
die Leutzscher Füchse IV zum letzten Saisonspiel. (cag/tyg)
FUSSBALL
Drei Ehrungen für
Lebenshilfe-Team
MARKNEUKIRCHEN — Die unter dem
Dach des Reichenbacher FC organisierten Fußballer der Lebenshilfe
Reichenbach haben am Samstag
beim 4. integrativen Hallenfußballturnier der SpVgg Grün-Weiß Wernitzgrün in Markneukirchen groß
abgeräumt. Die beiden Mannschaften kamen zwar „nur“ auf den Plätzen 5 und 7 ein, brachten aber dennoch eine Reihe von Auszeichnungen mit. So wurde Markus Krüger
mit drei weiteren Kickern, die je
acht Treffer erzielt hatten, als Torschützenkönig ausgezeichnet. Nicole Körner aus Reichenbach erhielt
den Pokal als beste Spielerin, und
ihre Teamkameradin Stefanie Stock
freute sich über die Ehrung als bester Torwart. Zudem wurde Reichenbach II als beste Frauenmannschaft
gewürdigt. Den Turniersieg sicherte
sich eine Mannschaft von St. Mauritius Zwickau. (rml)
HANDBALL
Einheit führt jetzt
Oberliga-Tabelle an
PLAUEN — Mit einem 39:27-Sieg im
vorgezogenen 23. Punktspiel gegen
SG Spergau hat HC Einheit Plauen
(34:12 Punkte) am Samstag in der
Mitteldeutschen Handball-Oberliga
die Tabellenführung übernommen.
USV Halle und HC Glauchau/Meerane (beide 33:11) können mit Siegen
am Wochenende die spielfreien
Plauener wieder auf Platz 3 verweisen. 634 Besucher sahen den Erfolg
gegen den Tabellenletzten aus Sachsen-Anhalt. Der 16. Saisonsieg war
der höchste im Spieljahr 2014/15. In
der ersten Halbzeit spielten die Gäste nicht wie ein Absteiger. Sie agierten kombinations- und treffsicher.
Dem Heimteam gelang keine deutliche Pausenführung. Nach der Pause
steigerten sich die Plauener enorm
und zeigten den klaren Leistungsunterschied zwischen dem Ersten
und Letzten in der Liga. (tau)
Plauener erhalten mit Sieg die Aufstiegshoffnung
Wasserball-Aufstiegsrunde: Vogtländer bezwingen Cannstatt 11:6 – Trainer Neubauer: „Unser bisher bestes Spiel“
PLAUEN — Mit 11:6 Toren haben die
Wasserballer des SVV Plauen am
Samstag gegen den Sechsten der
A-Gruppe der Bundesliga, den SV
Cannstatt, gewonnen. „Das war unser bisher bestes Spiel“, sagte SVVTrainer Jörg Neubauer stolz. Seine
Männer liegen damit in der nach
dem Modus Best of Five gespielten
Serie gegen die Cannstätter in Füh-
RFC lässt im
Kampf um die
Spitze Federn
Fußball-Landesklasse:
1:3-Niederlage in Zwickau
LENGENFELD — Die Tischtennisspie-
lerinnen des VfB Lengenfeld haben
im letzten Heimspiel der Regionalliga Süd ihr selbst gestecktes Ziel
verpasst. Das Schlusslicht musste
mit dem 1:8 gegen den TSV Schwabhausen III am Samstag die dritte
deutliche Niederlage in Folge hinnehmen. Damit ist vor dem abschließenden Auftritt am Samstag
beim Tabellenzweiten Kolbermoor
am Chiemsee auch die letzte theoretische Chance auf den Relegationsplatz für die Vogtländerinnen dahin.
Gegen die oberbayerische Bundesliga-Reserve zeichnete sich von
Beginn an ab, dass ohne die Stammkräfte Zdenka Merkerova und Lucie
Drobna wenig zu holen sein würde.
Zu Beginn führten die Gäste bereits
sicher mit 2:0 nach Doppeln. Maria
Carl wusste im oberen Paarkreuz zu
überzeugen und gewann gegen die
Nummer 2 der Gäste, Patricia Heiß,
mit 3:1. Nach Schwangerschaftspause kam Sabine Gerber zu ihrem ersten Regionalligaeinsatz in der Rückrunde. Sie machte ein gutes Spiel,
verlor aber am Ende knapp mit 2:3.
Alle restlichen Einzel gingen ebenfalls auf das Konto der Gäste.
Der umgehende Wiederabstieg
trifft den VfB, der bewusst die gleiche Mannschaft wie in der Vorsaison an die Tische geschickt hatte, jedoch nicht überraschend. Die Verantwortlichen hoffen vielmehr, dass
die Mannschaft in der dritthöchsten
Spielklasse viele Erfahrungen gesammelt hat, die ihr in der neuen
Saison in der Oberliga helfen.
S7
rung. Wer bei fünf Spielen zuerst
drei Siege auf dem Konto hat, spielt
nächstes Jahr in der A-Gruppe.
Im gut gefüllten Plauener Stadtbad sah es zu Beginn nach einer
Machtdemonstration der Gäste aus
Stuttgart aus. Schon im ersten Angriff der Begegnung markierten sie
durch einen präzisen Abschluss die
1:0-Führung, die sie wenig später in
Überzahl ausbauten. Doch die Plauener kamen noch vor der ersten
Viertelpause zum Ausgleich. Im Verlaufe des Spiels trieben die Fans
ihren SVV immer wieder lautstark
an. In brenzligen Situationen war
Schlussmann Mihaly Peterfy zur
Stelle. „In den ersten Spielminuten
dachten wir uns schon: Hoffentlich
schießen sie uns nicht ab. Doch
dann schlug das Spiel auf einmal
komplett um, Mihaly hielt fast
jeden Ball, wir nutzten unsere Torchancen konsequent, und die Stimmung in der Halle war ein weiteres
Mal einfach unbeschreiblich“, sagte
SVV-Kapitän Fritzsch. In der
Schlussphase war sogar eine leichte
konditionelle Überlegenheit der
Hausherren zu beobachten. (lh)
ge bei Lok Zwickau hat der Reichenbacher FC seit gestern Nachmittag
in der Fußball-Landesklasse vier
Punkte Rückstand auf Spitzenreiter
Rapid Chemnitz. Damit blieb der Elf
auch im vierten Vergleich nach Wiederaufstieg der Lok ein Sieg in Zwickau verwehrt. Das lag vor allem daran, dass der Gastgeber auf dem
Kunstrasen deutlich mehr Engagement und Siegeswillen zeigte und
bissiger in den Zweikämpfen war.
Die wenigen Gelegenheiten der
Reichenbacher lassen sich an einer
Hand abzählen. Über die Flügel war
die Lok-Abwehr genauso wenig zu
knacken wie mit hohen Bällen. In
der ersten halben Stunde fand die
Begegnung weitgehend in der RFCHälfte statt. Für die Führung der
Platzherren legten die Gäste aber
selbst Hand an. Bei einem Eckball
flog dem zum Kopfball hochsteigenden Gärtner der Ball aus Nahdistanz
an die nach oben gestreckte Hand:
Elfmeter. Matthäus ließ Seyfarth
keine Chance. Von diesem Schock
erholte sich der RFC aber schnell.
Der erste brauchbare Angriff brachte den Ausgleich. Nötzel schickte
Meyer erfolgreich in die Gasse. Die
Abseitsfalle schnappte nicht zu, sodass der Ex-Treuener aus spitzem
Winkel einnetzen konnte. Danach
kam der RFC besser zu Recht und
wurde druckvoller. In dieser Phase
platzte die erneute Zwickauer Führung durch Schad, der nach einem
Fehlabspiel im Mittelfeld in Szene
gesetzt wurde.
Wer an ein Aufbäumen des RFC
nach dem Wechsel glaubte, der wurde eines Besseren belehrt. Der Wille,
sich gegen die Niederlage zu stemmen, war zwar sichtbar, doch mit
seinen Mitteln blieb der RFC gestern
zu bescheiden. Seyfarth hielt Reichenbach im Rennen, als er gegen
Asseth mit dem Fuß klärte. Die letzten Zweifel am Sieg der Hausherren
waren in der 72. Minute verflogen.
Kretzschmar erwischte einen Fehlpass und knallte die Kugel aus
18 Metern ins Eck. Den möglichen
erneuten Anschluss durch den eingewechselten Landmesser vereitelte
der Lok-Torhüter. (klm)
STATISTIK Reichenbach: Seyfarth – Seidel
(61. Schwandner), Petzold, Meyer, Persigehl,
Einsiedel, Particke (79. Landmesser), Nötzel,
Gärtner, Papkalla (84. gelb-rote Karte), Gorschinek. Tore: 1:0 Matthäus (31./Handelfmeter), 1:1 Meyer (35.), 2:1 Schad (43.), 3:1
Kretschmar (72.). Schiedsrichter: Franke
(Lausen). Zuschauer: 160.
Neumark fährt ersten Sieg in Reumtengrün ein
Mit einem klaren 4:0 hat
sich die SpVgg in der Fußball-Vogtlandklasse auf den
dritten Rang verbessert.
An der Spitze konnten
sich Wacker Plauen und
Unterlosa weiter absetzen.
Reumtengrün – Neumark 0:4 (0:2). Tore:
0:1 Scholz (6.), 0:2 Astermann (32.), 0:3, 0:4
Herrmann (52., 77.); SR: Wohlrab (Wernesgrün); Zuschauer: 105; Reserven: 6:1.
Jede Serie geht einmal zu Ende.
Dass Neumark den ersten Sieg in
Reumtengrün so deutlich gestalten
konnte, lag vor allem am guten Umkehrspiel der Gäste. Sie nutzten immer wieder Kontersituationen aus,
um die Abwehr zu überwinden. Die
Platzherren ließen viele Wünsche
offen, hatten aber dennoch in der
52. Minute die Gelegenheit, für
Netzschkau – Adorf 3:2 (2:1). Tore: 1:0 Huster (3.), 2:0 Giegold (36.), 2:1 Gündel (40.), 3:1
Giegold (60.), 3:2 Seifert (66./Elfmeter); SR:
Manthe (Lengenfeld); rote Karte: Richter
(Netzsckau, 49.); Zuschauer: 80; Res.: 2:1.
Unterlosa – Heinsdorfergrund 3:2 (2:2).
Tore: 0:1 A. Meichsner (11./Elfmeter), 1:1 Zimmermann (17.), 2:1 Kilian (21.), 2:2 A. Meichsner (45.+1), 3:2 Rausch (90.+3); SR: D. Pilz (Erlbach); Zuschauer: 70; Reserven: 8:1.
Unterlosa gelang ein schmeichelhafter Sieg. Die Gäste gingen früh
durch einen Foulelfmeter in Führung. Obrizkiv hatte dabei Glück,
mit Gelb davongekommen zu sein.
Wohl mit einer gehörigen Portion
Wut im Bauch zeigte Unterlosa seine besten fünf Minuten. Zwei tolle
Konter drehten das Spiel. In der
Nachspielzeit der ersten Hälfte nutzte Andy Meichsner eine Fehlerkette
in der Abwehr und erzielte den Ausgleich. Rausch und Zeuner vergaben
Chancen zur Führung. Als alle sich
auf ein Remis einstellten, traf
Rausch von der Strafraumgrenze.
Spannung zu sorgen. Als Torjäger
Ficker bei einer sehr guten Chance
am Torwart scheiterte und Neumark im Gegenzug auf 3:0 erhöhte,
war das jedoch die Vorentscheidung.
So zog Neumark an seinem Gegner
in der Tabelle vorbei. (ueb)
Augen zu und durch? Toni Herrmann (links) behielt mit Neumark gestern
beim 4:0 in Reumtengrün trotzdem den Überblick.
FOTO: SILKE KELLER-THOß
Gegenüber der Vorwoche zeigte
sich Netzschkau deutlich verbessert
und fuhr einen wichtigen Dreier
ein. Der Siegeswille war von Beginn
an sichtbar. Die frühe Führung, die
Giegold ausbaute, gab Sicherheit.
Kurz vor der Pause witterte Adorf
Morgenluft, erst recht, als Richter
des Feldes verwiesen wurde. Die
Gäste drängten auf das 2:2, mussten
aber vor den Kontern der Heimelf
auf der Hut sein. Nach einem Eckball, der zunächst direkt an den Pfosten sprang, erhöhte Giegold. Mit
einem verwandelten Elfmeter stellte der Gast aber den alten Abstand
wieder her. Das Adorfer Anrennen
bis zum Schluss blieb unbelohnt.
Huster hätte für die Netzschkauer
alles klar machen können. (laal)
Bobenneukirchen – Coschütz 1:3 (0:0).
Tore: 1:0 Illner (50.), 1:1 Petzold (65.), 1:2 Moujahed (76.), 1:3 Reinhold (82.); SR: Graap
(Mühltroff); Zuschauer: 80; Reserven: 1:4.
In dem temporeichen Spiel vergab Coschütz bei einem Elfmeter die
erste Großchance. Reinhold scheiterte an Torhüter Eimer. Bobenneukirchen kam besser aus der Kabine.
Illner traf nach schönem Zuspiel
von Andy Rödel zum 1:0. Die spielerisch bessere Mannschaft nutzte danach zwei Einzelleistungen zur Führung. Erst Petzold und dann Moujahed spielten ihre Gegner aus und
schlossen zum Torerfolg ab. Danach
machte die Heimelf auf und wurde
durch Reinhold mit dem 1:3-Endstand bestraft. (tpo)
WEITER SPIELTEN
Wacker Plauen – Lauterbach 2:0 (2:0).
Tore: 1:0, 2:0 Wild (19./Elfmeter, 24.); SR: Balczuweit (Lengenfeld); rote Karte: Rödel (Lauterbach, 19.); Zuschauer: 100; Reserven: 7:0.
Concordia Plauen – Weischlitz 3:1 (0:0).
Tore: 1:0, 2:0 Glauß (49., 56.), 3:0 J. Schmidt
(77.), 3:1 M. Lorenz (84.); SR: Wilhelm (Rotschau); Zuschauer: 122; Reserven: 5:1.
Wernitzgrün – Straßberg 1:2 (1:1). Tore: 1:0
T. Hellinger (11.), 1:1 Seyfarth (16.), 1:2 Schwarze (50.); SR: Franda (Treuen); Zuschauer: 120;
Reserven: 1:2.
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
FUSSBALL
Vogtlandklasse Frauen
Oelsnitz
- Coschütz
Wernesgrün
- Rotschau
Erlbach
- Taltitz/Leubnitz
Eichigt
- Großfriesen
VfB Auerbach
- Pfaffengrün/Zobes
Tore
80:12
59:17
40:26
35:22
40:39
27:31
44:47
23:42
8:84
20:56
P
38
27
27
24
24
18
16
13
7
6
Vogtlandliga Männer
Grünb.-Falkenst. - Schreiersgrün
Oelsnitz
- VfB Auerbach II
Schöneck
- Werda
Lengenfeld
- Rodewisch
Irfersgrün
- Syrau
Wernesgrün
- Stahlbau Plauen
Kottengrün
- Neustadt
Sp Tore
1. Kottengrün
19
59:22
2. Neustadt
19
52:24
3. Oelsnitz
19
45:34
4. Schreiersgrün
19
49:36
5. Werda
19
41:24
6. Grünb.-Falkenst.
19
33:37
7. Rodewisch
19
50:37
8. Syrau
19
35:40
9. Lengenfeld
19
32:48
10. Stahlbau Plauen
19
26:44
11. VfB Auerbach II
19
41:28
12. Irfersgrün
19
18:44
13. Wernesgrün
19
27:62
14. Schöneck
19
23:51
0:2
0:3
2:4
2:1
0:3
5:1
2:2
P
48
38
36
35
34
31
29
24
23
19
16
16
12
9
Vogtlandklasse Männer
Concordia Plauen - Weischlitz
Netzschkau
- Adorf
Wacker Plauen
- Lauterbach
Unterlosa
- Heinsdorfergrund
Bobenneukirchen - Coschütz
Wernitzgrün
- Straßberg
Reumtengrün
- Neumark
3:1
3:2
2:0
3:2
1:3
1:2
0:4
1. Erlbach
2. Großfriesen
3. Pfaffengrün/Zobes
4. Taltitz/Leubnitz
5. VfB Auerbach
6. Oelsnitz
7. Wernesgrün
8. Coschütz
9. Rotschau
10. Eichigt
Sp
14
14
13
14
14
14
14
14
13
14
2:4
9:1
7:1
1:3
4:1
Tore
64:19
50:30
37:27
34:34
32:27
33:41
34:33
30:32
32:38
30:35
30:36
22:35
19:26
21:55
P
48
38
32
31
29
29
25
25
24
23
23
20
16
11
Kreisliga Männer Staffel 1
Rotschau
- Bergen
Pfaffengrün
- Rempesgrün
Eintr. Auerbach
- Rebesgrün
Brunn
- Weißensand
R’bacher FC II
- Morgenröthe-R.
Muldenhammer - Wildenau
Treuen
- Ellefeld
Sp Tore
1. Rotschau
19
78:22
2. Ellefeld
19
54:20
3. Treuen
19
41:21
4. Wildenau
19
49:31
5. Bergen
18
34:15
6. R’bacher FC II
19
47:31
7. Morgenröthe-R.
18
53:38
8. Brunn
18
45:43
9. Rebesgrün
19
38:42
10. Eintr. Auerbach
19
26:51
11. Muldenhammer
19
19:53
12. Pfaffengrün
19
16:55
13. Rempesgrün
18
22:64
14. Weißensand
19
26:62
2:0
0:0
1:2
8:3
3:3
2:2
1:0
P
44
44
42
36
35
34
32
29
23
15
9
9
8
5
Kreisliga Männer Staffel 2
Kürbitz
- Oelsnitz II
Klingenthal
- Jößnitz
Plauen Nord
- Mühltroff
Großfriesen
- Erlbach
Triebel
- Leubnitz
Tirpersdorf
- Lok Plauen
Eichigt
- Ranch Plauen
Sp Tore
1. Mühltroff
19
42: 9
2. Lok Plauen
19
41:32
3. Jößnitz
19
44:23
4. Tirpersdorf
19
37:20
5. Erlbach
19
40:27
6. Kürbitz
19
31:35
7. Ranch Plauen
19
34:30
8. Leubnitz
19
30:25
9. Oelsnitz II
19
27:37
10. Plauen Nord
19
22:46
11. Triebel
19
29:44
12. Klingenthal
19
27:28
13. Großfriesen
19
20:28
14. Eichigt
19
25:65
3:0
1:1
0:4
0:0
2:1
5:0
3:2
P
45
36
32
31
27
27
26
21
21
21
20
19
17
6
1. Kreisklasse Männer Staffel 1
Reuth
- Zobes
Bad Elster
- Taltitz
Trieb
- Post Plauen
SpuBC 90 Plauen - Rothenkirchen
VFC Reichenbach - Limbach
Ruppertsgrün
- Dorfstadt
Sp Tore
1. Taltitz
15
56:24
2. SpuBC 90 Plauen
15
48:19
3. Dorfstadt
15
38:24
4. Post Plauen
15
41:41
5. Reuth
15
32:27
6. Ruppertsgrün
15
37:30
7. Limbach
15
22:39
8. VFC Reichenbach
15
22:37
9. Zobes
15
19:36
10. Trieb
15
26:36
11. Rothenkirchen
15
28:42
12. Bad Elster
15
22:36
0:1
2:2
1:4
6:1
3:0
1:1
P
34
34
30
22
20
18
18
16
15
13
13
6
1. Kreisklasse Männer Staffel 2
Elsterberg
- Großzöbern
Bad Brambach
- Pausa
Brunn II
- Markneukirchen
Grünb./Falkenst. II - Fortuna Plauen II
Sp Tore
1. Bad Brambach
14
34:20
2. Pausa
14
38:26
3. Fortuna Plauen II
14
36:28
4. Großzöbern
14
24:36
5. Elsterberg
14
27:27
6. Brunn II
14
26:37
7. Markneukirchen
14
20:28
8. Grünb./Falkenst. II
14
29:32
5:1
2:4
2:2
1:2
P
28
27
25
17
16
15
14
13
1. Wacker Plauen
2. Unterlosa
3. Neumark
4. Reumtengrün
5. Wernitzgrün
6. Straßberg
7. Adorf
8. Coschütz
9. Concordia Plauen
10. Netzschkau
11. Weischlitz
12. Heinsdorfergrund
13. Lauterbach
14. Bobenneukirchen
Sp
19
19
19
19
18
19
18
19
19
19
19
19
19
19
Montag, 13. April 2015
Favorit siegt mit angezogener Handbremse
Nico Jahreis aus Gefell hat
den 46. Göltzschtal-Marathon gewonnen. Die Vogtländer glänzten am Samstag vor allem bei den Landesmeisterschaften über
5, 10 und 21,1 Kilometer.
530 Läufer sorgten für
einen Teilnehmerrekord.
Nachwuchs trumpft groß auf
VON MONTY GRÄßLER (TEXTE)
UND RALF WENDLAND (FOTOS)
LENGENFELD — Das Göltzschtal bleibt
für Nico Jahreis ein gutes Pflaster:
Nachdem der 36-Jährige aus dem
thüringischen Gefell schon mehrfach den Halbmarathon in Lengenfeld gewonnen hatte, durfte er sich
am Samstag erstmals auch im Marathon als Sieger feiern lassen. Ohne
sichtbare Erschöpfung und mit lächelndem Gesicht lief er nach
42,195 km in 2:55:43 h im Stadion
am Waldkirchener Weg über die
Ziellinie und distanzierte die Konkurrenz. Den Beifall von der gut besetzten Tribüne nahm der für den
SC Sparkasse Hochfranken startende Läufer auf dem Weg nach Regensburg gerne mit. Dort will er Mitte
Mai seine Marathon-Bestzeit unter
2:35 h verbessern. „Ich dachte, ehe
ich wieder 40 km alleine renne, nutze ich den Göltzschtal-Marathon als
etwas schnelleren langen Testlauf.
Ich wollte knapp unter drei Stunden
bleiben, denn schneller wäre im
Hinblick auf Regensburg unvernünftig gewesen. Von daher ist alles
super gelaufen“, sagte Jahreis.
Abiturient mit toller Premiere
Als schnellste Vogtländer kamen im
Marathon Uwe Drechsel (LATV
Plauen) und der Auerbacher Bodo
Willmann zeitgleich (3:32:51 h) als
Fünfte und Sechste ins Ziel. Triathlet Drechsel, der das Vogtland schon
mehrfach beim Ironman auf Hawaii
vertrat, peilt in diesem Jahr einen
Langdistanz-Start bei der Challenge
Roth an. Während sich bei den Frauen Claudia Seidel aus Rheinsberg in
3:46:48 h den Pokal des Landrates für
die schnellste Zeit sicherte, finishten
mit Jens Walther vom LAV Reichenbach (3:33:41 h), Steffen Feustel aus
Reumtengrün (3:40:01 h), Ingo We-
Bei bestem Laufwetter wurden insgesamt 530 Läufer am Samstag auf die Strecke geschickt. Organisationschef Reiner
Milek vom VfB Lengenfeld freute sich über den Teilnehmerrekord: „Ich bin zufrieden. Bei solchen Feldern stoßen wir
fast an unsere Grenzen. Bis auf Verzögerungen bei der Auswertung des Halbmarathons ist aber alles gut gelaufen.“
Konnte angesichts des großen Vorsprungs schon vorm Zieleinlauf lachen: Marathon-Sieger Nico Jahreis.
Der zwölfjährige Julian Gering vom
LAV Reichenbach lief in 18:12 min die
Top-Zeit über 5 km der Schüler.
Anja Jakob aus Klingenthal führte im
Halbmarathon die Frauen der LG
Vogtland zum Sachsenmeistertitel.
ber vom VfB Lengenfeld (3:53:03 h)
und dem Plauener Matthias Schür
(3:57:05 h) weitere Vogtländer unter
vier Stunden. 41 Männer und sechs
Frauen liefen insgesamt Marathon.
Im Halbmarathon (21,1 km), der
als Landesmeisterschaft im Straßenlauf gewertet wurde, setzte Fabian
Gering aus Plauen den Glanzpunkt.
Der kurz vor den Abi-Prüfungen stehende Lockenkopf legte in 1:12:02 h
ein Top-Debüt auf dieser Strecke
hin. Da der noch beim LAV Reichenbach trainierende Schüler bereits
für den TV Wattenscheid startet, wo
er im Sommer ein Studium beginnt,
wurde er zwar nicht Sachsenmeister. Mehr zählt aber ohnehin die
Formkurve mit Blick auf die Deut-
sche Meisterschaft über 10.000 m
am 2. Mai. Dort will sich der Vogtländer für die U-20-EM qualifizieren.
„Bis jetzt liegt Fabi voll im Plan“, erklärte Trainer Udo Hendel.
Grund zur Freude hatte als Gesamt-Dritter und Vizemeister Sachsens auch Marcel Staudacher vom
LATV Plauen, der nach 1:18:20 h ins
Ziel lief. Für ihn wurde es ein Silbertag, da er auch in seiner Altersklasse
und in der Teamwertung mit Vereinskamerad Torsten Schultheß sowie Thomas Ungethüm (VfB Lengenfeld) Platz 2 für die LG Vogtland
holte. Der VLV Oberzwota verpasste
als Team Bronze um 15 Sekunden,
hatte aber mit Heiko Hadrava als
Dritten der M 30 (1:25:04 h) einen
seiner Leute auf dem Sachsenmeisterschafts-Podest. Zu Einzelmedaillen liefen auch Torsten Schultheß
(LATV Plauen/1:27:36 h) als Dritter
der M 45 sowie Winfried Wehner
(1:55:25 h) und Werner Fankhänel
(2:00:01 h) von Blau-Weiß Auerbach
als Zweiter und Dritter der M 70. In
der Mannschaftswertung der Senioren 50 holten Peter Wicht, Winfried
Wehner und Werner Fankhänel
Bronze für die LG Vogtland.
Team-Gold für Vogtländerinnen
Bei den Frauen wurde Carolin Tuch
vom Chemnitzer LV Megware ihrer
Favoritenrolle gerecht. Sie gewann
in 1:30:01 h. Auf Platz 2 kam Anja Jakob vom VSC Klingenthal. Sie holte
Alle sechs Mannschaftstitel in der
Jugend gingen an die LG Vogtland. In
der U 14 (5 km) gehörten Saskia
Nürnberger, Hanna Hartenhauer und
Philine Körner sowie Julian Gering,
Max Goether und Marlon Schmidt zu
den Sachsenmeisterteams. In der
U 16 ( 5 km) hatten Evi Eichhorn, Lena
Klepsch und Sarah Leupold ebenso
wie Nicolas Mainka, Rico Schröter und
Erik Stechert die Nase vorn. In der
U 18 (10 km) liefen Nathalie Mainka,
Toni Völkel, Lea Schüller sowie Erik
Temper, Hannes Eichhorn und Christopher Knobloch konkurrenzlos zum
Mannschaftstitel. Dazu kamen zweite
Plätze in der U 16 für den Treuener LV
durch Kira Klug, Theresa Tröger und
Melina Löscher und für die LG Vogtland durch Tim Seifert, Oskar Löffler
und Franz Leopold sowie Bronze für
Treuen in der U 14 durch Keti Klug,
Vanessa Steeg und Natalie Aderhold.
In der Einzelwertung verbuchte der
vogtländische Nachwuchs zwei Gold-,
vier Silber- und drei Bronzemedaillen.
Sachsenmeister wurden JosephineJoy Glathe vom SV Theuma (AK 12)
und Julian Gering vom LAV Reichenbach (AK 13), der sogar schneller als
die 14- und 15-Jährigen war. Silber
ging an die Treuener Kira Klug und
Pascal Gemkow (beide AK 15) sowie
Saskia Nürnberger (VSG Rodewisch/
AK 13) und Nathalie Mainka (LATV
Plauen/U 18). Dritte Plätze erreichten
Theresa Tröger (Treuener LV/AK 15),
Max Goether (VSC Klingenthal/AK 13)
sowie Erik Temper (U 18) und Nicolas
Mainka (beide LATV Plauen/AK 15). Es
waren 155 Nachwuchsläufer am Start.
sich in 1:31:13 h auch den Landesmeistertitel der Altersklasse W 40
vor Teamkollegin Annett Große
(1:33:58 h). In der Mannschaftswertung der Frauen hatten die Klingenthalerinnen zusammen mit Angela
Frisch aus Adorf die Nase vorn. Ute
Pauleck vom Treuener LV wurde für
ihre Zeit von 1:43:20 h mit Bronze in
der W 45 belohnt.
Im 10-km-Rennen sorgten mit
Jana Richter vom LATV Plauen
(39:43 min) und Erik Haß vom SV
Vorwärts Zwickau (35:41 min) bekannte Gesichter für die besten Zeiten. Auch Nordic Walking wurde erneut angeboten. Der Pokal für die
teilnehmerstärkste Gruppe ging
diesmal an Eintracht Auerbach.
Lengenfeld behält im engen Derby die Oberhand
Spitzenreiter Kottengrün
wahrt seinen Vorsprung in
der Fußball-Vogtlandliga:
2:2 endete gestern das
Topspiel gegen den Zweiten Neustadt. Verfolger
Oelsnitz fing sich eine
0:3-Heimklatsche gegen
den VfB Auerbach II ein.
Kottengrün – Neustadt 2:2 (1:1). Tore: 1:0
Wiegand (10.), 1:1 Rink (20.), 2:1 Rittrich (61.),
2:2 Unterdörfel (72.); SR: Balczuweit (Lengenfeld); Zuschauer: 123; Reserven: 7:2.
Beide Mannschaften gingen vorsichtig ins Spiel und wollten nicht in
Rückstand geraten. Erst ein energisches Durchsetzen von Eckstein mit
schönem Rückpass auf Wiegand,
der sich schnell drehte und das 1:0
erzielte, machte das Spitzenspiel
spannend. Neustadt war bemüht,
den schnellen Ausgleich zu erzielen.
Der fiel durch ein schönes Freistoßtor von Rink. In der zweiten Hälfte
tat Kottengrün mehr, ging durch
Rittrich wieder in Führung, versäumte es aber, das dritte Tor nachzulegen. So kam Neustadt durch ein
Unterdörfel-Kopfballtor noch zum
gerechten Ausgleich. (ltr)
Grünbach-Falkenstein – Schreiersgrün 0:2
(0:0). Tore: 0:1 Fahrenholz (50.), 0:2 Herold
(55.); SR: Heinz (Jößnitz); Zuschauer: 83;
Reserven: 0:8.
Ein Doppelschlag kurz nach dem
Wechsel reichte Schreiersgrün, um
weiter vorn dranzubleiben. Zuerst
nahm Fahrenholz aus 25 Metern
Maß, dann verwertete Herold einen
vom Grünbacher Keeper abgeprallten Ball in Abstaubermanier. In der
Folge spielte Schreiersgrün die
Sache souverän herunter, hätte
durch den eingewechselten Lippmann sogar noch erhöhen können.
Die Gastgeber agierten ohne Durchschlagskraft. In der 44. Minute hatte
Grünbach seine einzig erwähnenswerte Chance. Dobos stieg hoch,
doch verfehlte sein Kopfball aus
fünf Metern das Ziel knapp. (odre)
Oelsnitz – VfB Auerbach II 0:3 (0:2). Tore:
0:1 Löser (20.), 0:2 Sturm (20.), 0:3 Melkonyan
(66./Elfmeter); SR: J. Pilz (Erlbach); Zuschauer: 100; Reserven: 1:5.
Der mit einigen Spielern aus dem
Regionalligakader angetretene VfB
Auerbach II hat die Serie von sechs
Siegen in Folge von Merkur Oelsnitz
gestoppt. Die Gäste traten abgezockt
und clever auf und hatten die Partie
mit dem zweiten Angriff nach
20 Minuten entschieden. Sturm
setzte sich gegen den gut spielenden
Meinel durch und hob den Ball
gekonnt über Merkur-Keeper Thoß
ins Tor. Auerbach behielt danach in
einem über weite Strecken ausgeglichenen Spiel die Kontrolle und verwaltete das Ergebnis. Merkur war
bis zum Schluss um den Anschlusstreffer bemüht. Doch der aufmerksame Abwehrhüne Rau sowie Torwart Dölz ließen nichts zu. (stwi)
Schöneck – Werda 2:4 (2:1). Tore: 1:0 Zenner
(9.), 1:1 Strobel (20.), 2:1 Zenner (22./Elfmeter),
2:2 Kalan (55./Elfmeter), 2:3 Arold (57.), 2:4
Kominek (90.+2); SR: Poller (Rempesgrün);
Zuschauer: 57; Reserven: 2:2.
In einer rasanten ersten Hälfte verpasste es Schöneck, die Partie für
sich zu entscheiden. Nach Zenners
Flachschuss ins lange Eck versiebten die Platzherren zwei weitere klare Chancen. Werda traf zweimal bei
Freistößen die Latte. Strobel zog
unhaltbar zum 1:1 ab. Als Schumann im Strafraum von den Beinen
geholt wurde, traf Zenner zum 2:1.
Weitere Möglichkeiten ließ die
Heimelf liegen. Das rächte sich nach
dem Wechsel. Durch einen aus
Schönecker Sicht schmeichelhaften
Elfmeter und einen schönen Heber
aus 20 Metern drehte Werda die Partie. Schöneck kam nicht mehr ins
Spiel und musste in der Nachspielzeit das 2:4 hinnehmen. (mame)
Lengenfeld – Rodewisch 2:1 (1:0). Tore: 1:0
Berger (12.), 2:0 Herzog (60.), 2:1 Remter (77.);
SR: Fritzsch (Kottengrün); gelb-rote Karte:
Rahmig (Lengenfeld 73., wiederholtes Foulspiel); Zuschauer: 290; Reserven: 2:1.
Das Göltzschtalderby hat Lengenfeld verdient gewonnen. Die Gastgeber kamen besser ins Spiel und
erzielten folgerichtig das 1:0. Danach hatten die Rodewischer größere Spielanteile. Die Heimelf stand in
der Defensive aber besser, sodass es
beim 1:0 zur Pause blieb. Danach
fanden die Gäste besser ins Spiel,
ohne zu guten Torchancen zu kommen. Herzog sorgte mit dem 2:0 für
die Vorentscheidung. Eng wurde es
noch einmal, als Rodewisch den
Anschluss erzielte. (sesc)
Irfersgrün – Syrau 0:3 (0:0). Tore: 0:1 Weigl
(55.), 0:2 Heinze (63.), 0:3 Schneider (71.); SR:
Ordon (Heinrichsort/Rödlitz); Zuschauer: 50;
Reserven: 1:1.
Es war ein Spiel auf schwachem
Niveau. In der ersten Halbzeit gab es
lediglich eine Torchance für Irfersgrün, als Rühling den Torhüter
umspielt hatte, aber ein Abwehrspieler auf der Linie klärte. Im zweiten Abschnitt wurden die Gäste stärker. Mit der ersten gelungenen
Aktion erzielten sie den Führungstreffer. Ein Sonntagsschuss aus über
20 Metern führte zum 2:0. Danach
gab es kaum Entlastung für die Gastgeber, das 3:0 fiel folgerichtig.
Wernesgrün – Stahlbau Plauen 5:1 (3:0).
Tore: 1:0, 2:0 Bruhnke (12., 18.), 3:0 Bräunel
(22.), 4:0 Pöhner (51.), 5:0 Dosek (71.), 5:1 Hartung (81.); SR: Nürnberger (VfB Auerbach);
Zuschauer: 35; Reserven: 2:1.
Pascal Herzog (am Ball) sorgte im Derby gegen Rodewisch mit dem Tor zum
2:0 für eine Vorentscheidung für den VfB Lengenfeld. Am Ende hieß es in der
Partie vor 290 Zuschauern 2:1.
FOTO: CARSTEN STEPS
Mit dem auch in dieser Höhe verdienten Sieg nutzten die Wernesgrüner ihre Chance im Abstiegskampf.
Vor allem in der ersten Hälfte spielten sie die Plauener an die Wand. Für
die hätte es zu einem Debakel kommen können, so viele Möglichkeiten
gab es. Mitte der zweiten Halbzeit
schalteten die Hausherren einen
Gang zurück, und so gelang den Gästen der Ehrentreffer. (ugol)
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 13. April 2015
Fernsehen
Natalia Wörner
ermittelt im Fall
eines verschwundenen Jungen.
Seite A3
Seite A1
Jugendliche
sind oft
lange nicht
selbstständig
NACHRICHTEN
ARBEIT
Rausschmiss
in der Elternzeit
Kündigungen rund um die Elternzeit sind keine Einzelfälle. „Kündigungsschutz besteht während der
Elternzeit, aber vorher und nachher
können die gesetzlichen Regelungen locker umschifft werden“, sagt
Cornelia Spachtholz vom Verband
berufstätiger Mütter. Kriterien für
familienfreundliche Firmen sind:
Mütter in Führungspositionen; Kollegen in Teilzeit; Väter, die trotz leitender Positionen in Elternzeit gehen sowie Betriebs-Kitas. (rnw)
Wenn bei jeder Kleinigkeit
Hilfe notwendig ist, ist das
ein Erziehungsfehler
VON STEPHANIE WESELY
ERZIEHUNG
Checkliste hilft
schusseligen Kindern
Turnbeutel vergessen, ein Heft nicht
dabei: Während manche Kinder ihre Schultasche mit Sorgfalt packen,
können andere sich nur schwer organisieren. Schusseligen Kindern
schreiben Eltern eine Checkliste.
Dann muss das Packen geübt werden. In der ersten Woche lesen die
Eltern die Checkliste vor und das
Kind bestätigt jeden Punkt. In der
zweiten Woche kann das Kind die
Liste selbst vortragen und abhaken.
In der dritten Woche räumt das
Kind die Tasche allein ein und zählt
auf, was auf der Liste steht. (dpa)
ENTWICKLUNG
Stofftier fördert
Greifbewegungen
Gegen Ende des dritten Monats machen Babys erste bewusste Greifbewegungen. Eltern können die Beweglichkeit der kleinen Hände unterstützen, indem sie dem Kind gut
greifbare Gegenstände in die Hand
geben. Das können kleine Stofftiere
oder spezielle Tastsäckchen sein.
Auch simple Haushaltsgegenstände
wie ein Teelöffel, der Deckel einer
Vorratsdose oder eine Serviette sind
gut geeignet. Wichtig ist, dass die
Utensilien leicht sind, um Verletzungen vorzubeugen. (dpa)
INTERNET
Selbsttest zeigt
Computersucht
Manch einer verbringt mehr Zeit im
Internet als mit seinen Freunden.
Das kann zu einem Problem werden, sagt Bernd Werner von der Stiftung Medien- und Onlinesucht.
„Wer zum Beispiel vier-, fünfmal
nicht beim Fußballtraining war,
sollte sich Gedanken machen.“ Das
Gleiche gilt für Jugendliche, die für
mehr Zeit am Computer Konflikte
mit Eltern oder Freunden in Kauf
nehmen. Einen Selbsttest zur Suchtgefahr gibt es im Internet. (dpa)
» www.ins-netz-gehen.de
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3609875-10-1
Schmerzhafter Abschied: Wenn sich Eltern trennen, leiden vor allem die Kinder.
FOTO: F1ONLINE
Warum trennt ihr euch?
VON STEPHANIE WESELY
Buch Eltern, die nach dem Nestmodell leben, begleitet und porträtiert.
Bei einigen ist das anfangs nur für
wenige Monate geplante Erziehungsmodell zum erfolgreichen
Dauerzustand geworden, bei anderen klappte es trotz guten Willens
gar nicht. Folgende fünf Hürden
sind es, die Eltern meistern müssen:
Eine Trennung der Eltern macht
Kindern Angst. Viele Eltern sind deshalb bereit, andere Wege zu gehen,
um weiter für Ihre Kinder da sein zu
können, obwohl sie sich als Paar
nicht mehr verstehen.
Immer populärer wird das sogenannte Wechselmodell, bei dem
sich Vater und Mutter paritätisch in
die Erziehung der Kinder teilen.
Doch so, wie es derzeit verstanden
und gelebt wird, profitieren Kinder
davon kaum, sagen zwei Familienrechtsanwälte und eine Beziehungsberaterin aus den Niederlanden. In
ihrem neuen Buch „Als Paar getrennt, als Eltern zusammen“, erklären sie warum. Die Kinder befinden
sich permanent im Umzugsstress.
Wöchentlich packen sie ihre Sachen
und ziehen vom Vater zur Mutter
und umgekehrt. „Sie sind nirgendwo richtig zu Hause und verlieren
bei größeren Entfernungen oft auch
den Kontakt zu ihren Freunden. Das
überfordert sie“, sagen die Autoren.
Sie wollen Mut machen, dieses
vom Grunde her gute Betreuungsmodell im Sinne der Kinder zu modifizieren – und empfehlen das Nestmodell. Dabei bleiben die Kinder in
ihrem gewohnten Umfeld und die
Eltern pendeln.
Jos Willems, Birgit Appeldoorn
und Maaike Goyens haben für ihr
Hürde 1: Wohnung finden
Die Kinder bleiben in der früheren
Wohnung, in die ihr Vater und ihre
Mutter – wie Vogeleltern, die ihre
Brut füttern – in regelmäßigem
Wechsel einziehen, um die Kinder
zu versorgen. Die beiden elterlichen
Wohnungen sollten in der Nähe der
„Nestwohnung“ sein, um auch einmal unvorhergesehen einspringen
zu können, wenn der andere Elternteil zum Beispiel krank ist. Drei
Wohnungen in unmittelbarer Nähe
zu mieten, ist in Großstädten ein
großes Problem. Auch finanziell ist
es eine Herausforderung. Diese
Drei-Wohnungs-Lösung bietet aber
frisch geschiedenen Eltern das beste
Trainingsfeld, um herauszufinden,
ob man als Elternpaar miteinander
umgehen und dabei Streitigkeiten
während der Partnerschaft hinter
sich lassen kann.
Ist die „Nestwohnung“ groß genug, kann es auch gelingen, wenn
Mutter und Vater dort je ein eigenes
Zimmer haben. Um Geld zu sparen,
wäre auch nur eine Ausweichwohnung denkbar, die ein Elternteil in
der Zeit bewohnt, in der er die Kinder nicht betreut. Wer sich jedoch
schon vor der Trennung über herumliegende Socken und schmutziges Geschirr erbittert streiten konnte, wird damit möglicherweise
scheitern.
Kinder leiden unter einer
Scheidung. Ein neues
Betreuungsmodell soll
Abhilfe schaffen. Doch es
verlangt Eltern viel ab.
I
ch war mal Fan von Modern
Talking. Das waren die beiden
Männer mit immer demselben
Lied. Sie wissen schon, der Dieter
und der Thomas. Ich war noch sehr
klein und habe mich auch nicht getraut, es jemandem zu verraten, dass
ich die gut finde. Meine Mutter hat
sich noch nie bei mir bedankt für
meine Zurückhaltung. Aber sie
wusste ja nichts davon.
Das fällt mir ein, weil jetzt überall Helene ist. Helene singt Biene
Maja, Helene singt für die FußballWM-Helden, Helene singt meinen
einzigen Sohn in den Schlaf, obwohl
er erst sieben ist. Beim Frühstück:
„Machst du uns Helene an?“ Im Garten: „Dürfen wir Helene hören?“ In
der Badewanne: „Legst du meine Helene-CD ein?“ Im Hort beim Umkleiden, von Zahnlückenkind zu Zahnlückenkind: „Ich höre dafür am
liebsten Helene.“ - „Ich ja a-hauch.“
Hürde 2: Umgang organisieren
Zum fliegenden Wechsel gehört die
Übergabe, das Absprechen anstehender Entscheidungen. Porträtiert
wird zum Beispiel ein Paar, das jeden
Mittwoch gemeinsam mit den Kindern zu Abend isst und dabei alles
Wichtige für die kommende Woche
bespricht. Die Kinder können so lernen, wie man trotz unüberbrückbarer Probleme fair miteinander umgehen kann. Sie müssen zuvor natürlich altersgerecht über den neuen Zustand aufgeklärt werden. Eine
andere Familie holte sich zu diesem
Übergabetreffen einen Mediator
hinzu. Er wachte zum Beispiel darüber, dass Entscheidungen nie aus
persönlicher Verletztheit, sondern
immer im Sinne der Kinder getroffen werden. Das Resultat wird
schriftlich festgehalten und ist damit für alle bindend.
Hürde 3: Familie bleiben
In intakten Familien werden Feste
oder Anlässe gemeinsam begangen.
Die Autoren berichten von Eltern,
die das trotz Trennung schaffen. Sie
feiern die Geburtstage der Kinder gemeinsam, unternehmen Urlaubsreisen und Wochenendausflüge. Außenstehende hätten zum Teil gar
nicht gemerkt, dass das Paar nicht
mehr zusammen ist. Das funktioniert nur, wenn man weiß, wie lange
man dieses Betreuungsmodell
durchhalten will. Manche nehmen
den Schulabschluss der Kinder oder
den Wechsel ans Gymnasium, wenn
ohnehin eine räumliche Veränderung ansteht, als Schlusspunkt für
das Nestmodell. Diese Übergangslösung gibt vor allem den Kindern
Zeit, sich an die neue Situation zu
gewöhnen und sich sicher zu sein,
UNTER UNS
Helene
MANUELA MÜLLER
ENTDECKT EINE NEUE KRANKHEIT
manuela.mueller@freiepresse.de
Und mir, mir nimmt es die Luft,
wenn ich immerzu dieselbe Musik
höre. Allmählich fühle ich mich
atemlos. Vermutlich handelt es sich
um ein heimtückisches Virus, das
sich im Gehörgang festsetzt. Werde
heute mit der Kinderhortleiterin
sprechen, sie sollte die Eltern informieren. Tut sie sonst auch. An der
Eingangstür kleben Zettel mit den
Keimen der Woche: „Wir haben
Windpocken im Haus“, „Wir haben
Läuse im Haus“. Man könnte also
Zettel und Stift nehmen und schreiben: „Wir haben Helene im Haus“.
Keine große Sache. Das Kind, das es
erwischt hat, müsste dann natürlich
ein paar Tage daheim bleiben und so
lange Schlager hören, bis es das
Schlimmste überstanden hat.
Nun schob ich meinen Wagen
durch den Aldi, als hinter mir eine
Stimme piepste: „Helene!“ Drehte
mich unauffällig um. Da saß ein
Dreijähriger im Einkaufswagen und
ließ sich von seiner Mutter chauffieren. Keiner weiter da außer uns. Ich
arbeitete mich durch die Kühltruhen, als die Stimme wieder plärrte:
„Helene!“ Da war niemand, der nach
dass weder Mutter noch Vater durch
die Trennung für sie verloren sind.
Hürde 4: Umfeld integrieren
Viele Ex-Paare sind zwar guten Willens, das Nestmodell im Sinne ihrer
Kinder durchzuhalten, scheitern
aber dann an den Vorurteilen von
Verwandten und Freunden. Solche
Geschichten enthält auch das Buch.
In Fällen, in denen es gelungen ist,
das Umfeld einzubeziehen, gab es
klare Regeln für den Umgang. Die
Erwachsenen verständigten sich darauf, das frühere Zusammenleben
der Eltern nicht zu thematisieren.
Auch jegliche Versuche Außenstehender, die Beziehung wieder zu kitten, sollten in der Gemeinschaft unterbleiben. Mittelpunkt des Nestmodells sind die Kinder.
Hürde 5: Partner tolerieren
Die Einbeziehung eines neuen Partners ist eine heikle Angelegenheit.
Die drei Autoren sind der Überzeugung, dass Eltern, die sich für die gemeinsame Erziehung entschieden
haben, ihre Kinder nicht mit wechselnden Partnern konfrontieren sollten. Einen idealen Zeitpunkt für die
Vorstellung eines neuen Partners
gibt es wohl nicht, besonders ungeeignete Zeitpunkte aber schon. Es
braucht viel Einfühlungsvermögen,
um herauszufinden, ob Kinder für
diese Neuigkeit schon bereit sind.
Die Kinder haben die Trennung verarbeitet, wenn sie akzeptieren, dass
es kein zurück mehr für sie gibt.
DAS BUCH „Als Paar getrennt, als Eltern
zusammen“ von Jos Willems, Birgit Appeldoorn und Maaike Goyens ist erschienen im
Verlag Patmos. Preis: 16,99 Euro, ISBN:
978-3-8436-0573-1.
Helene aussah. Halluzinierte das
Kind? Hat es der arme Junge mit den
Augen?
Am Gemüseregal sammelte ich
Tomaten ein, da parkte die Mutter
ihren Dreijährigen neben mir. Der
Junge lächelte mich an, dann sagte
er: „Helene, hallo!“ So ein wohlerzogenes Kind, dachte ich, geschmeichelt nun. Hält es mich doch glatt
für diese gut aussehende, entzückende Sängerin, die sich mit seichter Musik in die Herzen der kleinen
Menschen singt, so wie der Dieter
und der Thomas früher bei mir. Wie
genial muss dieses Kind sein, wenn
es die Dinge schon mit drei auf den
kleinsten gemeinsamen Nenner
bringt. „Helene“, wiederholte es.
„Jetzt hör auf mit deiner Helene. Die
sieht doch nicht aus wie Helene!“,
zischte die Mutter. Warum müssen
Mütter bloß so streng mit ihren Kindern sein?
Auf Klassenfahrten das Bett selbst
beziehen, sich etwas Warmes zu essen zubereiten oder selbst den Haufen Schmutzwäsche in die Maschine
stecken: „Das sollten Jugendliche
können“, sagt Klaus Wolf. Er ist Professor für Sozialpädagogik an der
Universität Siegen.
Doch nicht alle Eltern ermöglichen ihren Kindern diese Entwicklung. „Manche wollen ihre Kinder
nicht belasten, andere machen alles
selbst, weil es schneller geht“, sagt
Wolf. Doch damit halte man Kinder
in der Abhängigkeit und verwehre
ihnen wichtige Erfahrungen. Welche Aufgaben für welches Alter angemessen sind, ist ganz individuell,
sagt Helga Gürtler, Psychologin aus
Berlin. Sie hält nichts von Listen, auf
denen steht, was Kinder ab welchem
Alter können müssen. Sie macht Eltern Mut, einfach auf die Signale des
Kindes zu achten. Will es seine
Schuhe alleine zubinden? Sich ohne
Hilfe die Hände waschen? „Dann
lassen Sie Ihr Kind das tun“, sagt
Gürtler und ergänzt: „Und halten Sie
bitte auch aus, dass etwas schiefgeht.“ Erfahrungen können Kinder
nämlich nur sammeln, wenn sie
auch Fehler machen dürfen. Dazu
gehört zum Beispiel die Einsicht,
dass Essen anbrennt, wenn man es
nicht rührt oder Teller kaputtgehen,
wenn man sie nicht fest in der Hand
hält. Wolf räumt ein, dass die Warterei für Eltern nicht immer einfach
ist: „Man muss schon eine Menge
Geduld mitbringen, wenn man Kinder machen lässt.“ Damit die Freude
am Mithelfen bleibt, braucht es Lob
und Motivation.
Doch was tun, wenn die Erziehung zur Selbstständigkeit verpasst
wurde und der bequeme Jugendliche nun zwei linke Hände hat?
„Dann würde ich mal nachfragen,
wie der Jugendliche selbst seinen
Ist-Zustand bewertet“, rät Wolf. Wäre es nicht cool, das Bett auf Reisen
selbst herrichten zu können? „Bieten Sie Ihrem Kind an, ihm gezielt
dabei zu helfen.“ (mit dpa)
TV-TIPP
Erziehungsmodelle
im Wettstreit
Wie erzieht man sein Kind am besten? Was richtig und falsch, gut oder
schlecht ist – Eltern vertreten da
ganz verschiedene Standpunkte. In
der neuen Doku-Soap „Mein Kind,
dein Kind – Wie erziehst du denn?“
(ab heute 14 Uhr bei Vox) gewähren
Eltern Einblick in deutsche Kinderzimmer und zugleich in ihre Erziehungsmethoden. In jeder Folge besuchen sich je zwei Elternteile von
gleichaltrigen Kindern gegenseitig,
die ihren Nachwuchs auf komplett
unterschiedliche Art und Weise erziehen. Während die Eltern vergleichen, kritisieren und bewerten, werden sie von einem Pool an ausgewählten Zuschauern beobachtet.
Und auch diese stellen sich Fragen
wie: Was macht überhaupt eine gute
Kinderstube aus? Welche Grenzen
sind notwendig?
Die erste Folge heute stellt die ungezwungene Freizeitgestaltung einem durchgetimten Tagesablauf gegenüber. Die Mutter der einen Familie möchte als Freundin, die der anderen als Autorität gelten. (rnw)
DIE SERIE „Mein Kind, dein Kind – Wie erziehst du denn?“ wird vier Wochen montags
bis freitags um 14 Uhr auf Vox ausgestrahlt.
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
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a erwartet Sie ein größeres
Empfangskomitee. Wir haben ein Seil durch den Wasserlauf gespannt. Der Weg zurück
dürfte jetzt nicht mehr schwer sein.“
„Ist bei der Explosion jemand zu
Schaden gekommen? Und wie geht
es dem Mädchen?“, wollte Bruno
wissen.
„Ein Hauptmann der Miliz hat eine Gehirnerschütterung und einer
seiner Männer einen Beinbruch.
Aber sonst ist niemandem etwas
passiert. Das Mädchen müsste schon
im Krankenhaus sein.“
„Schauen Sie mal her“, sagte der
Arzt und bewegte einen Finger vor
Brunos Augen hin und her, während
er ihm mit der anderen Hand den
Puls fühlte. „Sie müssen ins warme
Bett und sich ausruhen. Und morgen sollten Sie sich von Ihrem Arzt
untersuchen lassen.“ Wenig später
waren Miko und der Arzt über die
Leiter nach oben geklettert. Fernand
hatte Albert eine Atemmaske angelegt und brachte ihn durch den Kanal zur Höhle. Dann kam Jules an
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Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 153
die Reihe. „Jetzt sind Sie dran“, sagte
Fernand zu Bruno, als er zum zweiten Mal zurückgekehrt war.
Bruno schüttelte den Kopf. „Wir
haben da einen älteren, leicht übergewichtigen Commissaire der Polizei. Ich will, dass er zuerst in Sicherheit gebracht wird, und dann brauchen Sie wahrscheinlich meine Hil-
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fe an der Trage.“ Es dauerte noch fast
eine Stunde, bis auch Bruno im See
der hell ausgeleuchteten Grotte auftauchte. Ein Kamerateam vom Fernsehen hatte Scheinwerfer aufgestellt, und Philippe Delaron hatte
seine Blitzlichtkamera dabei. Alle
hießen ihn aufs herzlichste willkommen. Der Baron umarmte ihn
trotz seiner nassen Kleidung stürmisch, und Pater Sentout strahlte
übers ganze Gesicht, und der Bürgermeister mit Balzac im Arm ebenfalls. Der Baron reichte Bruno einen
der Steingutbecher aus der Höhle,
bis zum Rand mit Cognac gefüllt.
Bruno nahm einen tiefen Schluck,
und als der Baron ihm ein riesiges
Handtuch reichte, zog er schnell seine Sachen aus und ließ sich von ihm
vor ein Heizgebläse führen, das auf
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„Ich habe nie daran gezweifelt,
dass Sie es schaffen“, sagte der Bürgermeister. „Auch nicht, als man uns
sagte, dass es Wochen dauern würde, bis der Schacht freigeräumt ist.“
Weitere Mitglieder des Rettungsteams, alle in Neoprenanzügen,
sprangen ins Wasser, um den Kollegen zu helfen, die den Grafen auf der
Trage brachten. Sie verdrängten Bruno und die anderen vom Heizgebläse, um die Trage davor abzustellen.
Der Arzt kümmerte sich um den
Verletzten und legte ihm eine weitere Infusion an. „Er lebt noch, ich
kann aber nicht garantieren, dass er
durchkommt. Ist der Hubschrauber
startklar?“, fragte er und pellte sich
aus seinem Taucheranzug. Jemand
vom Rettungsteam bestätigte, dass
die Maschine sofort abheben könne.
„Also los. Wir packen ihn jetzt in die
warmen Handtücher und schaffen
ihn nach draußen.“ Sekunden später
waren sie verschwunden. Bruno,
Jean-Jacques und Albert rückten
wieder vor das Gebläse. Jeder von ihnen hielt einen gefüllten Steinbecher in der Hand.
„Es wird eine Untersuchung geben“, sagte Jean-Jacques. „Ein Toter,
ein Schwerverletzter. Sie kennen das
Prozedere. Reine Formsache, aber
die brauchen bis Freitag eine schriftliche Erklärung von uns allen.“
„Dann müssen aber auch diejenigen, die die Untersuchung durchführen, nach meiner Pistole und den
Waffen der Mistkerle suchen, die
uns umbringen wollten“, entgegnete Bruno. „Ich werde jedenfalls so
bald nicht mehr durch den Kanal
schwimmen. Bis auf diese Waffen,
fürchte ich, gibt es kaum
Fortsetzung folgt
Beweismittel.“
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die Schnelle herbeigeschafft worden
war. Albert und Jean-Jacques standen bereits davor und schienen
nicht mehr weichen zu wollen. Der
warme Luftstrom ließ ihre Handtücher flattern. Auch Sergeant Jules,
der neben den beiden auf dem Boden saß, genoss die Wärme und war
sichtlich froh, seine Frau bei sich zu
haben.
„Mann, was habe ich um dich gezittert!“, sagte der Baron und reichte
Bruno Unterwäsche, ein T-Shirt und
einen Trainingsanzug. Bruno grinste, froh über das warme Handtuch,
den Heizlüfter und den Cognac, der
ihn von innen wärmte. Auch der Baron war beim Militär gewesen und
kannte das ungeschriebene Gesetz.
Bruno wusste, dass der Streit, den sie
gehabt hatten, vergessen war.
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Montag, 13. April 2015
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FERNSEHEN & RADIO
Montag, 13. April 2015
IM RADIO
MUSIKSZENE
Mit Taktstock
und Skalpell
Freie Presse
Die Tränen der Kommissarin
A3
Countdown
zu einem
Tabubruch
MDR FIGARO 22 UHR In seiner zweiten
Lebenshälfte wird Friedrich Hölderlin (1770–1843), wegen einer schweren psychischen Erkrankung als unheilbar eingestuft, in Tübingen bei
der Familie des Schreinermeisters
und Hölderlin-Bewunderers Ernst
Friedrich Zimmer in Pflege genommen und bewohnt eine Turmstube
oberhalb des Neckars. Viele der hier
entstandenen Gedichte signiert er
mit „Scardanelli“. Das gleichnamige
Hörspiel von Stephan Hermlin, das
heute bei MDR Figaro gesendet
wird, verbindet Fiktives, Biografisches, Historisches und Poetisches
miteinander. (fp)
Auf der „Toughness“Skala weiblicher deutscher TV-Ermittlerinnen konnte sich Natalia
Wörner in der nur einmal im Jahr
ausgestrahlten ZDF-Reihe „Unter
anderen Umständen“ längst einen
Spitzenplatz sichern. Zum Debüt
2006 war Wörner tatsächlich
schwanger, im darauffolgenden
Film ermittelte sie mit Baby auf dem
Arm. Mittlerweile geht Sohn Leo
längst zur Schule, und die Mama ist
immer noch allein – und kaum weniger taff. Im neuen, mittlerweile
zehnten Film der Reihe fließen bei
Kommissarin Jana Winter dennoch
die Tränen. Dies liegt an einer perversen, aber irgendwie auch glücklichen Fügung, die in der Mitte des
Films einem der besten deutschen
Krimi-Drehbucheinfälle seit langem zu verdanken ist.
Was die Kommissarin zum Weinen bringt, wird hier natürlich nicht
verraten. Am Anfang des wie immer
von nordischen – und diesmal win-
Jana Winter (Natalia Wörner) ermittelt im zehnten Fall ihrer Krimireihe „UnFOTO: MARION VON DER MEHDEN/ZDF
ter anderen Umständen“.
terlichen – Impressionen begleiteten Films wird das Team Jana Winters mit dem Fall eines verschwundenen achtjährigen Jungen konfrontiert. Als die etwas labile Stefanie
Witte (Marie Leuenberger) ihren
Sohn Sascha (Bendix Hansen) morgens wecken will, liegt der nicht
mehr in seinem Bett. Der Schlafanzug ist noch da, offenbar hat sich Sascha vor seinem Verschwinden an-
gezogen. Bald kommt heraus, dass
die alleinerziehende Mutter am frühen Morgen für einige Stunden aus
dem Haus war – sie trägt, neben anderen kleinen Jobs, Zeitungen aus.
Normalerweise schläft Sascha da
noch, aber Stefanie hat große Angst,
dass das Jugendamt davon erfahren
könnte und man ihr Sascha wegnimmt. Aber ist der Junge überhaupt noch am Leben? Stefanie hat
noch einen älteren Sohn, den halbwüchsigen Marius (Bjarne Meisel).
Er lebt in einer betreuten Wohngruppe, das Verhältnis zwischen
Mutter und Sohn ist angespannt.
Der verhasste und vorbestrafte Vater
(Hinnerk Schönemann) der Jungs
scheint gar gänzlich den Kontakt
zur Ex-Familie verloren zu haben. In
diesen schwierigen Verhältnissen
beginnen Winter und ihre Kollegen
Matthias Hamm (Ralph Herford)
und Ole Jessen (Max von Pufendorf)
zu ermitteln. Derweil sieht sich Chef
Arne Brauner (wie immer bärenstark: Martin Brambach) mit ganz
anderen Problemen konfrontiert. Er
hat wieder mit dem Trinken angefangen und ist dem Team keine allzu
große Hilfe. Im Gegenteil: Ein privates Missgeschick Arnes verknüpft
sich auf unangenehme Weise mit
den laufenden Ermittlungen.
Atmosphärisch stimmt es wie
fast immer in dem Schleswiger Krimi. Die schick aus der Vogelperspektive eingefangenen Landschaften
sind nordisch karg, die Menschen
klar, aber nicht klischeehaft gezeichnet. Auch diesmal saß, wie in sämtlichen Folgen der Reihe, die Schweizerin Judith Kennel auf dem Regiestuhl. Das Drehbuch zu diesem ordentlichen, wenn auch nicht herausragenden Krimi schrieben Daniel Schwarz und Thomas Schwebel,
die bereits für frühere Folgen der
Reihe wie „Tod im Kloster“ oder „Auf
Liebe und Tod“ verantwortlich
zeichneten. (tsch)
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DEUTSCHLANDFUNK 20.10 UHR
Singende Neurologen, geigende Chirurgen,
dirigierende Anästhesisten – kaum
ein Berufsstand steht der Musik so
nahe wie Mediziner. In Ärzteorchestern finden sie einen Ausgleich zum
fordernden Berufsalltag, wie Charité-Professor Stefan Willich. Seit
20 Jahren leitet er das Institut für Sozialmedizin. Als Dirigent gründete
er das World Doctors Orchestra, das
auf globale medizinische Probleme
aufmerksam macht. Sylvia Systermans berichtet. (fp)
HÖRSPIEL
Friedrich Hölderin
alias Scardanelli
Nordisch kühl ist Natalia
Wörner als Ermittlerin
Jana Winter. In deren
neuem Fall verschwindet
ein kleiner Junge, was die
alleinerziehende Mutter
nicht kaltlässt.
VON ERIC LEIMANN
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Der Kampf um Hitlers
„Mein Kampf“
ARD 22.45 UHR
Es gab Zeiten, da war
Adolf Hitlers programmatische
Hetzschrift „Mein Kampf“ das beliebteste Geschenk im Deutschen
Reich und vermeintliche Pflichtlektüre im Führerstaat. 70 Jahre nach
dem Tod des Autors erhitzt das
Machwerk noch immer die Gemüter – weil es nun wieder regulär in
den Buchhandel kommen könnte.
Hintergrund ist ein bizarrer, komplizierter Rechtsstreit um „Mein
Kampf“, den die ARD-Dokumentation „Die Story im Ersten: Countdown
für einen Tabubruch“ aufdröseln
möchte.
Anders als im Ausland lastete in
Deutschland auf dem Buch ein
Bann, der es aus öffentlich zugänglichen Bücherregalen verschwinden
ließ. Allerdings war das wesentliche
Konstrukt für die Nichtverbreitung
die Wahrung der Urheberrechte, die
beim bayerischen Finanzministerium liegen. Ende des Jahres laufen
diese Schutzrechte aus. Die Dokumentation erhellt, wie Politiker um
das Wiederauftauchen der publizierten Hitler-Gedanken streiten.
Außerdem will sie zeigen, welche
dubiosen Geschäfte mit „Mein
Kampf“ in Deutschland noch immer – und vermutlich bald wieder –
gemacht werden. (tsch)
A4 Freie Presse
RATGEBER
ANDERS HEILEN: TEIL 10 – TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN
IHRE FRAGE
Lässt sich das
Testament ändern?
Christian Schaarschmidt fragt an,
ob er ein neues Testament schreiben kann, weil er einen seiner zwei
Söhne enterben will. Mit seiner
Frau hatte er ein sogenanntes Berliner Testament aufgesetzt. Darin
hatte das Ehepaar festgelegt, dass
beide Söhne nach dem Tod der Eltern erben sollten. Vor drei Jahren
sei seine Frau gestorben. Nun will
Christian Schaarschmidt das Testament ändern. Geht das?
Wie Rüdiger Müller, Geschäftsführer der Notarkammer Sachsen, erklärt, ist es in diesem Fall nur unter
bestimmten Voraussetzungen möglich, ein neues Testament aufzusetzen. Nämlich nur dann, wenn das
ursprüngliche gemeinschaftliche
Testament der Ehegatten ausdrücklich regelt, ob und in welchem Umfang es dem überlebenden Ehepartner erlaubt sein soll, die Einsetzung
der Schlusserben ganz oder teilweise abzuändern. „Ist eine solche Regelung im vorliegenden Testament
nicht erhalten, so ist der überlebende Ehegatte an den einstigen gemeinsamen Willen der Partner gebunden und kann grundsätzlich
nachträglich nicht wirksam ein abweichendes Testament errichten.
Das geht laut Rüdiger Müller auch
dann nicht, wenn sich das Verhältnis zu den Erben verschlechtert hat.“
Diese oft nicht bekannten Besonderheiten des Berliner Testaments
müssten rechtzeitig beachtet werden, weil sie sonst wie im vorliegenden Fall zur Tücke werden können,
sagt der Geschäftsführer. Beim Berliner Testament setzen sich die Ehegatten gegenseitig zum alleinigen
Erben ein und bestimmen, dass
nach dem Tod des Überlebenden der
verbleibende Nachlass an einen
Dritten – meist die gemeinsamen
Kinder – als sogenannte Schlusserben fallen soll. Diese erhalten nicht
nur das, was vom Nachlass des zuerst Verstorbenen übrig ist, sondern
auch das Vermögen des Überlebenden. (rnw/gfl)
TERMIN: Um das Thema Testament und
Pflichtteil geht es beim Tag der offenen Tür
der sächsischen Notare am 15. April von 15 bis
18 Uhr. Welche Notare in Sachsen am Beratungstag teilnehmen, erfahren Interessenten
unter Telefon 0351 807270 und im Internet:
» www.notarkammer-sachsen.de
NACHRICHTEN
STEUERN
Kosten für Haustier
sind absetzbar
Das Finanzgericht Düsseldorf hat
zugunsten einer Tierbesitzerin entschieden (Az.: 15 K 1779/14 E), die
rund 300 Euro für eine Tier- und
Wohnungsbetreuung ihrer Katze
als haushaltsnahe Dienstleistung in
der
Einkommensteuererklärung
geltend machte. Damit die Tierpflege von der Steuer abgesetzt werden
kann, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So muss die Pflege des Tieres im Haushalt des Tierbesitzers stattfinden, wie der Steuerzahlerbund mitteilt. Werden die
Haustiere in einer Tierpension untergebracht, so kann der Steuerbonus nicht genutzt werden. (dpa)
Montag, 13. April 2015
Höchste Harmonie
Kräuter, Nadeln und Massagen: Die asiatische Heilkunst ist Tausende Jahre alt und hat weltweit ihre Anhänger –
mitunter sogar aus gutem Grund.
VON STEFFEN KLAMETH
Fremd, exotisch, geheimnisvoll: So
alt die Traditionelle Chinesische
Medizin (TCM) ist, so wenig weiß
man hierzulande darüber. Und bis
heute tut sich die Wissenschaft
schwer, die Wirkung der verschiedenen Heilmethoden zu erklären.
Erste Quellen reichen mehr als 3
000 Jahre zurück. Seitdem wurde die
Lehre immer weiterentwickelt, vor
allem Philosophen wie Konfuzius
prägten die Grundlagen. Dazu gehört die Einheit von Körper, Geist
und Seele – alles hängt miteinander
zusammen und voneinander ab. Die
TCM, wie sie heute gelehrt und
praktiziert wird, verbreitete sich ab
1950 unter Mao Tsetung. Er verband
damit die Hoffnung, die arme Landbevölkerung günstig zu versorgen.
Wenig später wuchs auch in Europa
und Amerika das Interesse; insbesondere die Akupunktur hat sich
seit den 1970er-Jahren weltweit verbreitet. In China nehme die Bedeutung der TCM dagegen wieder ab,
sagt Zhigang Geng: „Die Leute nehmen lieber Schmerzmittel, um Zeit
zu sparen und Geld zu verdienen.“
Geng hat TCM und Schulmedizin in
Peking studiert und leitet das Zentrum für Traditionelle Chinesische
Medizin im Gesundheitszentrum
Raupennest in Altenberg.
Auch deutsche Ärzte und Heilpraktiker bieten zunehmend TCMMethoden an – zumeist aber nicht
das komplette Programm. „Ich mache nur das, was mir logisch erscheint“, sagt beispielsweise die
Dresdner Heilpraktikerin Margrit
Sojka-Jung.
Die Methoden: Die TCM geht vom
Gleichgewicht im Inneren des Körpers aus. Zentrale Rolle spielt dabei
das Qi – eine Art Lebensenergie, die
den Körper auf 20 Bahnen, den sogenannten Meridianen, durchfließt.
Wissenschaftlich belegt ist deren
Existenz allerdings nicht. Ist der
Energiefluss gestört, geraten die Gegensätze Yin und Yang aus dem
Gleichgewicht – die Folge sind Beschwerden und Krankheiten. Die
Meridiane verbinden auch alle Organe; jedem Organ ist eines der fünf
Elemente bzw. „Wandlungsphasen“
Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser
zugeordnet. Spätestens an dieser
Stelle wird klar, dass die TCM einer
komplett anderen Methodik unterliegt als die westliche Medizin und
zum Teil im Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen
steht.
In der Heillehre spricht man von
fünf Säulen der TCM. Die größte Bedeutung hat laut Geng die Arzneimitteltherapie – etwa 70 Prozent aller Behandlungen beruhten auf der
Einnahme von Heilkräutern. Hierzulande wird TCM vor allem mit
Akupunktur und Moxibustion in
Verbindung gebracht. Auch die Tuina-Massage findet immer mehr Verbreitung. Eher vorbeugenden Charakter haben Qi Gong und Tai-Chi
sowie die Ernährung nach den fünf
Elementen (Diätetik). „Mit den verschiedenen Methoden soll die natür-
Hier eine Nadel, dort ein Stich: Wenn sich Sabine Vogel in die Hände von Zhigang Geng begibt, sieht sie ein bisschen aus wie ein Igel. Vom Kopf über
Bauch und Rücken bis zu den Füßen ist sie mit Nadeln gespickt. Die 55-jährige gebürtige Berlinerin leidet seit vielen Jahren an Multipler Sklerose. Zurzeit
weilt sie zu einer dreiwöchigen TCM-Kur im Gesundheitszentrum Raupennest in Altenberg – „um neue Reize zu setzen“, wie sie sagt. Zum Programm gehören neben der Akupunktur auch Tuina-, Schröpf- und Fußreflexzonenmassagen sowie Moorbäder. Die Kosten – 127 Euro pro Tag inklusive VollpensiFOTO: ROBERT MICHAEL
on – zahlt sie aus eigener Tasche. Schon nach den ersten Behandlungen habe sie gespürt, wie gut ihr die Akupunktur tut. (rnw/sk)
liche Balance möglichst bewahrt
bzw. wiederhergestellt werden“, erklärt der Arzt aus China. Nicht selten werden die Methoden auch miteinander kombiniert.
Die Behandlung: Am Anfang steht
immer eine umfangreiche Diagnostik. Bei Geng und seinen Kollegen
dauert sie zwischen 30 und 60 Minuten und besteht im Wesentlichen
aus drei Teilen: eine eingehende Befragung, bei der auch Gestik, Atemlaute und Körpergerüche einbezogen werden; die Zungendiagnostik
zur Überprüfung von Zustand und
Belag der Zunge; die Pulsdiagnostik,
bei der mittels dreier Finger die Arterie an beiden Handgelenken gedrückt wird. Bei Bedarf greifen Ärzte
ergänzend auch auf bildgebende
Verfahren wie Röntgen oder die
Computertomografie zurück.
Auf Grundlage der Symptome
entscheidet der Arzt oder Heilpraktiker, welche Methode die besten Heilungschancen verspricht. „Heilkräuter werden in der Regel als Mischung verordnet“, sagt Zhigang
Geng. Auf der offziellen Liste stehen
reichlich 500 Substanzen, in
Deutschland sind etwa 300 gebräuchlich. Wenn Geng eine Mixtur
zusammenstellt, dann meist mit
zwölf bis 20 verschiedenen Mitteln;
auf dem Rezept sind stets Name,
Wirkung und Dosis vermerkt. Die
Arznei kann auf verschiedene Weise
verabreicht werden: als Sud, Granulat, Pflaster oder Infusion. Als Getränk seien die Mischungen wenig
beliebt, räumt der Arzt ein: „Sie
schmecken meist widerlich.“
„Mit den verschiedenen Methoden
soll die natürliche
Balance möglichst
bewahrt bzw.
wiederhergestellt
werden.“
Zhigang Geng, TCM-Arzt in Altenberg
Der Begriff Akupunktur kommt aus
dem Lateinischen und bedeutet so
viel wie Nadelstechen: An genau bestimmten Punkten entlang der Meridiane werden Nadeln in die Haut
gestochen, wo sie den Fluss des Qi
wiederherstellen sollen. Die Zahl
der Nadeln kann ebenso variiert
werden wie Länge, Stärke und Stichtiefe. Zhigang Geng setzt je nach Indikation zwischen fünf und 30 Nadeln – „grundsätzlich sollten es so
wenige wie möglich sein.“ In China
verwende man meist längere Nadeln und steche diese auch tiefer als
im Westen. Die Nadeln bleiben in
der Regel 20 bis 30 Minuten im Körper, manchmal auch bis zu einer
Woche. Patienten sollten ein Kribbeln auf der Haut spüren. „Wichtig
ist, dass man entspannt ist“, betont
der Arzt. Andernfalls könnten die
Stiche auch Schmerzen verursachen
und ihre Wirkung verfehlen.
Weil manche Patienten Angst
vor den Nadeln haben, setzt Margrit
Sojka-Jung
insbesondere
bei
Schmerzen am Bewegungsapparat
die Moxibustion ein – eine Wärmebehandlung mit getrockneten Beifußblättern, die zu Räucherkegeln
oder Zigarren geformt sind.
Schmerzhafte Körperstellen oder
Akupunkturpunkte werden mit
brennender Moxa-Zigarre oder -Kegel so behandelt, dass nur die feuchte Wärme in den Körper dringt. Wegen des unangenehmen Geruchs
bietet sie die Moxibustion jedoch
nur noch auf ausdrücklichen
Wunsch der Patienten an.
Die Tuina-Therapie gehört zu
den ältesten Heilmethoden. Muskeln, Gelenke und Sehnen werden
massiert, gedehnt und mobilisiert.
Dabei orientiert sich der Therapeut
an den Energiebahnen mit seinen
Akupunkturpunkten. Hier wird geschoben, gekniffen, gepresst, beklopft und gestrichen, um die Energien wieder zum Fließen zu bringen.
„Das kann durchaus auch mal
schmerzhaft sein“, sagt Sojka-Jung.
Die Möglichkeiten: Die TCM
kommt bei sehr vielen Krankheiten
zum Einsatz. Als typische Anwendungsgebiete nennt Geng Schmerzen, Schlafstörungen und Depressionen sowie neurologische Erkrankungen wie Gesichtslähmungen
nach einem Schlaganfall. Am Dresdner Uniklinikum wird geforscht,
wie man auch Allergien wie Heuschnupfen wirkungsvoll mit Nadeln behandeln kann.
Häufig wird die TCM zusammen
mit konventionellen Methoden angewendet. Etwa bei Krebserkrankungen, um das Immunsystem zu
stärken und die Nebenwirkungen
einer Chemotherapie zu lindern.
Geng: „In Kombination und Ergänzung zur Schulmedizin ist die TCM
besonders geeignet, nicht nur auf
körperliche, sondern auch auf emotionale bzw. psychosomatische Störungen Einfluss zu nehmen.“
Die Kosten: Gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Akupunktur
nur bei chronischen Erkrankungen
der Lendenwirbelsäule und Kniearthrose. Meist ist die Anzahl der Nadeln und Sitzungen beschränkt. Darüber hinaus erstatten einige Kassen
die Kosten für Qi Gong- oder TaiChi-Kurse ganz oder teilweise im
Rahmen der Gesundheitsvorsorge.
Im TCM-Zentrum Altenberg kosten
die klassische Körperakupunktur
46,92 Euro und eine einstündige
Tuina-Massage 60 Euro.
Die Wirksamkeit: Bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen
hat die Akupunktur nachweisliche
Effekte, auch bei Kopfschmerzen
gibt es entsprechende Hinweise. Für
Wissenschaftler sind dafür aber weniger die Meridiane, sondern die Aktivierung schmerzlindernder Botenstoffe sowie der Placebo-Effekt verantwortlich. Die Stiftung Warentest
zählte bei ihrer letzten Bewertung
vor zehn Jahren eine Reihe von Risiken auf. Seriöse TCM-Ärzte und
Heilpraktiker weisen stets darauf
hin, dass sie mit der chinesischen
Medizin nicht alle Krankheiten behandeln oder gar heilen können.
Lesen Sie am Mittwoch: Mehr als Wassertreten – die Kneipp-Therapie
ERNÄHRUNG
Kaktusfeigen sind
süß und gesund
Optisch erinnert sie an eine Mischung aus Süßkartoffel und stachliger Mango: Im Geschmack kommt
die Kaktusfeige aber am ehesten einer Birne nahe. Mit sieben bis zehn
Prozent enthalten die Früchte reichlich Zucker, aber auch viele Vitamine der B-Gruppe, sowie Vitamin C,
so der Verbraucherinformationsdienst aid. Am besten halbiert man
die Frucht der Länge nach und löffelt sie aus. Da an der Schale oft feine
Dornenhärchen haften, fasst man
die Kaktusfeigen lieber mit Küchenhandschuhen an. Die schwarzen
Kerne im wässrigen Fruchtfleisch
darf man mitessen. (dpa)
Kleine Ursache, großer Schmerz: Die Triggerpunkttherapie
Das Knie tut weh, doch der Arzt kann
nichts finden: ein klarer Fall für Margrit Sojka-Jung. Die Dresdner Heilpraktikerin hat sich auf die Triggerpunkttherapie spezialisiert – eine Methode, bei der die Diagnose und Behandlung von kleinen, lokal begrenzten (myofaszialen) Verhärtungen innerhalb der Muskulatur im Vordergrund steht.
Triggerpunkte sind in der Lage,
Schmerzen zu erzeugen und auf andere Körperzonen zu projizieren. Trigger heißt im Deutschen Auslöser.
Straßenverkauf in China: Im Ursprungsland der TCM werden Heilmittel auch
zur Vorbeugung von Krankheiten eingenommen.
FOTO: STEFFEN KLAMETH
„Ärzte suchen die Auslöser von
Schmerzen nicht selten an den falschen Stellen“, sagt Sojka-Jung. So
seien Knieschmerzen häufig auf Probleme in der Oberschenkelmuskulatur
zurückzuführen. Tastend und drückend sucht sie die Oberschenkelmuskulatur nach Triggerpunkten ab.
„Kann ich dann den Schmerz im Knie
verstärken oder auslösen, habe ich
die Ursache für den Schmerz gefunden“.
Mit manuellen Techniken, Akupunkturnadel oder Injektion löst sie die
Muskelverhärtungen auf. Auf diese
Weise würden die Schmerzen und deren Ursache beseitigt. Für eine einstündige Behandlung zahlen ihre Patienten 50 bis 60 Euro.
Entwickelt wurde die Theorie in den
1960er-Jahren von der US-Amerikanerin Dr. Janet G. Travell. Die Methode gehört nicht zur Chinesischen Medizin, auch wenn es Übereinstimmungen zwischen Akupunktur- und Triggerpunkten gibt. Untersuchungen belegen den therapeutischen Effekt.
Kritiker bemängeln vor allem das
Fehlen einheitlicher Grundlagen zur
Erkennung von Triggerpunkten. „In
der Tat lässt sich ein Triggerpunkt
nicht mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden wie Ultraschall,
Röntgen oder MRT nachweisen, sondern nur durch Druckschmerzhaftigkeit und durch die Weiterleitung von
Schmerzen,“ sagt die Heilpraktikerin
Sojka-Jung, (rnw/sk)
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