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Maike Scholle - Kunstmuseum Ahlen

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Presse-Information
Ahlen, 6. November 2014
Das, was man hat. No. 2
Die Sammlung des Kunstmuseums Ahlen
Sonderpräsentation Egill Sæbjörnsson zum Lichtkunstwerk „Kaskade“
Projekt „Dahlhausen viral“
9. November 2014 – 25. Januar 2015
Kontakt:
Susanne Buckesfeld, wiss. Mitarbeiterin
Tel. 0 23 82 / 91 83 35
susanne.buckesfeld@kunstmuseum-ahlen.de
Das Kunstmuseum Ahlen zeigt nun zum zweiten Mal „Das, was man hat“ und gewährt einen
umfassenden Einblick in die Bestände der eigenen Sammlung. Mit rund 200 Exponaten wird
eine Auswahl exemplarischer Werke präsentiert, welche die Vielschichtigkeit der AvantgardeBewegungen in Deutschland am Beginn des 20. Jahrhunderts sowie nach dem Zweiten Weltkrieg widerspiegeln, insbesondere mit Kunstäußerungen aus dem Rheinland und aus Westfalen. Kommentiert wird die Sammlungspräsentation durch über 60 künstlerische Interventionen des Künstlers, Sammlers und Kurators Christoph Dahlhausen im Rahmen des Projektes
„Dahlhausen viral“, das eine Brücke zur internationalen Gegenwartskunst schlägt mit Arbeiten von John Armelder, James Lee Byars, Andrea Zittel u.v.a.. Eine Sonderpräsentation mit
Video-Arbeiten von Egill Sæbjörnsson aus den letzten Jahren knüpft an die langjährige die
Beschäftigung mit dem Thema Licht in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts im Kunstmuseum Ahlen an. Seit April dieses Jahres läuft die Lichtkunstinstallation „Kaskade“ von Egill
Sæbjörnsson im Rahmen von HELLWEG – ein LICHTWEG am Kunstmuseum Ahlen und verwandelt das Dach des Neubaus abends in eine spektakuläre Lichtskulptur.
Seit dem Beginn des Sammlungsaufbaus im Jahr 2005 sind die Bestände des Kunstmuseums
kontinuierlich gewachsen und umfassen mittlerweile über 2.000 Kunstwerke von 240 Künstlern,
darunter rund 800 Werke, die sich im Eigenbestand befinden. Neben den Ankäufen der Theodor
Leifeld-Stiftung wird die Sammlung mit Werken aus dem Besitz des Förderkreises bereichert,
der regelmäßig Ankäufe tätigt und dem Kunstmuseum überlässt, aber auch mit Dauerleihgaben
und Schenkungen namhafter privater Sammler, die ihre Werke so der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Die frühe klassische Moderne bildet mit der Kunst der 1960er und 1970er Jahre
sowie der zeitgenössischen Kunst die drei Säulen der Sammlung.
Schon seit seinen Anfängen hat sich das Kunstmuseum Ahlen mit verschiedenen Spielarten des
Expressionismus beschäftigt und sich um die Aufarbeitung der Entstehungsbedingungen der
klassischen Moderne bemüht. Diese Bestrebung äußert sich neben den Sammlungsaktivitäten
auch in den vergangenen Wechselausstellungen wie „Die große Inspiration - Deutsche Schüler
an der Académie Matisse“ (1997, 2005), „Reformzwang“ (1999), „Sammlung Bunte“ (2000),
„Farblicht“ (2001) und „Egon Wilden“ (2009) oder zuletzt „Herbert Ebersbach“ (2014). So befinden sich im Bestand des Kunstmuseums Ahlen zahlreiche Druckgraphiken der Berliner Avantgardebewegung. Eine Vielzahl dieser Dauerleihgaben stammt ursprünglich aus der Sammlung
von Gottfried Heinersdorff, dem künstlerischen Leiter der Berliner Firma für Glasmalerei und
Museumsplatz 1
59227 Ahlen
T. 0 23 82/91 83-0
F. 0 23 82/91 83-83
www.kunstmuseum-ahlen.de
kunstmuseum@ahlen.de
Sitz der Gesellschaft:
D-59227 Ahlen/Westf.
Amtsgericht Münster
HRB 8197
Geschäftsführer:
Rüdiger Hartleb
Bankverbindung:
Sparkasse Münsterland Ost
Konto 40311
BLZ 400 501 50
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Glasmosaik „Puhl und Wagner“, und ist Beleg für dessen Dialog mit Künstlern wie Max Pechstein (1881-1955), Cesar Klein (1876-1954), Erich Heckel (1883-1970), Georg Tappert (18801957) oder Käthe Kollwitz (1867-1945), von denen sich Graphiken im Bestand des Kunstmuseums befinden.
Von den Vertretern des so genannten „Rheinischen Expressionismus“, einer losen Gruppierung
von Künstlern um August Macke (1887-1914), sind im Kunstmuseum Ahlen Werke von den Krefelder Malerfreunden Heinrich Campendonk (1889-1957), Helmuth Macke (1891-1936) und
Wilhelm Wieger (1890-1964) vertreten. Ergänzt wird diese Gruppe um die Arbeiten von Marie
von Malachowski-Nauen (1880-1943), der Ehefrau von Heinrich Nauen (1880-1940), sowie William Straube (1871-1954) und Egon Wilden (1894-1931). Die Ausstellung offenbart eindrucksvoll
die enge Wechselbeziehung der Künstler untereinander und zu anderen europäischen Avantgarde-Künstlern. Exemplarisch zeigt sich die Entwicklung vom Spätimpressionismus mit pointilistischen und luministischen Anklängen bis hin zu den dynamischen, kraftvollen Bildmitteln des
Expressionismus.
Die Künstler des so genannten „Westfälischen Expressionismus“ verbindet ihr enger stilistischer und motivischer Bezug zur überwiegend ländlich geprägten Region, was auch an den in
Ahlen vorhandenen Exponaten deutlich wird. Hermann Stenner (1891-1914), Victor Tuxhorn
(1892), Ernst Sagewka (1883-1959) und Wilhelm Schabbon (1890-1962) eint die gemeinsame
Studienzeit an der Kunstgewerbeschule in Bielefeld. Als Bindeglied zwischen der Berliner Künstlerszene, dem Rheinischem und Westfälischem Expressionismus fungiert Christian Rohlfs (18491938). Dessen von Van Gogh inspirierte „Herbstlandschaft“ von 1910 ist das erste Bild der
Sammlung überhaupt. Mit Arbeiten des Grenzgängers Hans Bloch (1881-1914) aus Breslau
werden überraschende Verbindungen innerhalb des komplexen künstlerischen Austauschs und
der Facettenreichtum der deutschen Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts sichtbar. Die
Werke von Herbert Ebersbach (1902-1984) als einem Expressionisten der Zweiten Generation
hingegen stehen für die über die Zäsur von Drittem Reich und Zweiten Weltkrieg hinaus gehende künstlerische Auseinandersetzung mit expressiven Stilmitteln, die bis heute kaum aufgearbeitet ist.
Der zweite Sammlungsschwerpunkt widmet sich dem Kunstgeschehen nach dem Zweiten
Weltkrieg in Deutschland. In der von Entbehrungen geprägten Zeit entstanden in der Künstlerschaft der dringende Wunsch nach Freiheit und ein starkes Streben nach neuen, unbelasteten
künstlerischen Formen und Mitteln. Vor allem die Region an Rhein und Ruhr nahm zu Beginn
der 1950er Jahre eine herausragende Stellung im internationalen Kunstgeschehen ein. Im
Kunstmuseum Ahlen werden vornehmlich Werke mit konstruktiv-konkreten wie konzeptuellen
Ansätzen gesammelt, darunter von Künstlern der Düsseldorfer „Zero“-Gruppe, 1958 gegründet,
wie Heinz Mack (*1931) und Günther Uecker (*1930), sowie von dem in Krefeld agierenden
Adolf Luther (1912-1990) oder dem in Recklinghausen lebenden Heinrich Siepmann (19042002), der 1948 Mitbegründer der Künstlergruppe „Junger Westen“ war. Daneben sind Werke
einzelner künstlerischer Positionen, deren Schöpfer trotz ihrer teils selbst gewählten Distanz
vom Kunstbetrieb die künstlerischen Entwicklungen verfolgten und daran teilhatten, wie Eduard
Micus (1925-2000) aus Höxter oder der Ahlener Willi Sandforth (*1922), der in Gütersloh lebt.
Eine besondere Bereicherung für die Sammlung ist die enge Kooperation mit dem ‚Totalkün-
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stler‘ Timm Ulrichs (*1940), dessen künstlerisches Schaffen in Ahlen mit einem beträchtlichen
Konvolut seiner Multiples präsent ist.
Von Beginn an stand das Thema Licht im Fokus einer Vielzahl von Ausstellungen des Kunstmuseums Ahlen wie „Mack – Lichtkunst“ (1994), „Aufbruch zur Farbe - Luministische Malerei in
Holland und Deutschland“ (1996), „Adolf Luther - Licht sehen“ (1997) und „Farblicht - Kunst und
Künstler im Wirkungskreis des Glasmalers Gottfried Heinersdorff“ (2001) oder „Andreas Horlitz“
(2011/12). Entsprechend finden sich Werke, deren Gegenstand das Licht ist, u.a. von Heinz
Mack oder Adolf Luther, in der Sammlung des Kunstmuseums. In diesem Kontext steht auch die
Lichtinstallation „Kaskade“ des isländischen Künstlers Egill Sæbjörnsson (*1973), die im April
dieses Jahres anlässlich des 20jährigen Bestehens des Kunstmuseums Ahlen eingeweiht wurde.
Die Sonderpräsentation mit vier ausgewählten Video-Arbeiten aus den letzten Jahren bietet
einen Einblick in einen wichtigen Teil des künstlerischen Schaffens von Egill Sæbjörnsson, um
die Ahlener Lichtinstallation im Kontext seines übrigen Werkes verständlich zu machen. Ausgehend von geometrischen Grundformen und Alltagsgegenständen verwandelt er mittels Lichtquellen die Realität auf spielerische Weise in ein verblüffendes Terrain, dessen Möglichkeiten
schier unerschöpflich sind. Die Arbeiten des multitalentierten Künstlers sind eine ungewöhnliche Fusion von Installation, Video, Ton und Musik. 1973 in Reykjavik geboren, lebt Egill
Sæbjörnsson seit Jahren in Berlin.
Für das Projekt „Dahlhausen viral“ agiert der in Bonn lebende Künstler Christoph Dahlhausen
zugleich als Sammler und Kurator, indem er seine „Kunst-Viren“ im Kunstmuseum eingeschleust
und die aktuelle Präsentation der Sammlungsbestände mit „fremden“ Kunstwerken kontaminiert hat. Dahlhausen greift dafür zum einen auf Werke aus seiner eigenen Sammlung zurück,
zum anderen aber erwachsen die Eingriffe aus der Zusammenarbeit mit Kollegen aus seinem
länderübergreifenden Netzwerk. Mit Bezug auf die in der Sammlungspräsentation gezeigten
Exponate hat Dahlhausen insgesamt 68 Werke von 21 internationalen Künstlern plaziert, namentlich von Aljoscha (*1974), John Armleder (*1948), James Lee Byars (1932-1997), Christoph
Dahlhausen (*1960), Kevin Finklea (*1958), Michael Graeve (*1961), Herbert Hamak (*1952),
Henriette van t’Hoog (*1943), Gilbert Hsiao (*1956), Rocio Infestas (*1979), Orlando de Jong
(*1961), Simon Morris (*1968), John Nixon (*1949), Frank Piasta (*1967), Fernando Rascon
(*1976), Rolf Rose (*1933), David Sequeira (*1966), Elisabeth Sonneck (*1962), Serge Spitzer
(1951-2012), Rainer Splitt (*1963), David Thomas (*1951), Piet Tuytel (*1956), Guido Winkler
(*1969), Herbert Zangs (1924-2003) und Andrea Zittel (*1965) . Christoph Dahlhausen hatte
bereits 2010 im Rahmen der Ausstellung „Landpartie“ den Glasaufzug im Neubau des Kunstmuseums mit der Folienarbeit „Ahlener Bandagen“ künstlerisch bearbeitet. Dieser erste künstlerische Impuls findet nun auf ansteckende Weise virale Verbreitung.
Die Ausstellung zieht Bilanz der über zwanzigjährigen musealen Tätigkeit des Kunstmuseums
Ahlen. Mit dem Fokus auf bislang zu Unrecht vernachlässigte Bereiche der Kunstgeschichte des
20. und 21. Jahrhunderts gelang es in den letzten Jahren, wichtige Sammler an das Haus zu binden, erstklassige Leihgaben aus aller Welt zu präsentieren und herausragende Werke aus dem
Eigenbestand in Wechselausstellungen an namhaften Museen in Deutschland zu zeigen. Zur
Ausstellung erscheint eine Broschüre mit Texten von Burkhard Leismann, Kinga Luchs und
Susanne Buckesfeld. Ein umfassendes Katalogbuch ist in Vorbereitung.
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