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Klinker:

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MARKT
Pflaster & Beläge
Klinker:
Der gute Ton
Im PR-Sturm der Betonsteinindustrie gerät ein wichtiges
Belagsmaterial in den Hintergrund. Dabei ist der
wertbeständige Pflasterklinker dem Betonwerkstein in
Sachen Langlebigkeit und Ausstrahlung deutlich überlegen.
Eine Marktübersicht zeigt, was möglich ist.
E
s liegt in der Geologie begründet, dass der Ziegel
überall dort einen hohen
Stellenwert hat, wo es im Untergrund an harten Gesteinen
mangelt. In diesen Gebieten
mussten schon in grauer Vorzeit nicht nur Wege mit gebranntem Ton befestigt werden, sondern auch für die Gebäude waren Steine aus Lehm
oder Ton die einzig verfügbare
Alternative. So waren ganze
Städte zum Beispiel im Bereich
des Hansebundes aus Ziegeln
errichtet. Sowohl bei der Verwendung von Klinkern als auch
bei deren Produktion gibt es
deshalb ein klassisches NordSüd-Gefälle: Das Zentrum der
Backsteinverwendung liegt in
den von der Eiszeit überformten Gebieten Nord- und Nordostdeutschlands, ganz besonders in Ostfriesland, dem
Münsterland, dem nördlichen
Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Im Süden
ist besonders Niederbayern ein
Ziegelrevier.
Waren es am Anfang besonders die Rottöne, die ganzen
Landschaften ihren typischen
Charakter gegeben haben, so
hat sich die Farbpalette bei den
Hochbau- und den Pflasterklinkern zum Ende des letzten
Jahrhunderts deutlich diversifiziert. Neben gelben Tönen
changiert der Pflasterklinker inzwischen von Dunkelrot über
Violett bis Schwarzblau – immer in Abhängigkeit von der
Mineralzusammensetzung des
Tons und den Zuschlagstoffen.
25/2004
Neuerdings sind sogar Pflasterklinker in grünlichen Tönen zu
haben. Dabei ist den Tonsteinen eine Farbechtheit zu Eigen,
von der Betonwarenhersteller
nur träumen können, denn die
Farben sind nicht zugesetzt
oder durch Vorsätze hergestellt,
sondern durch und durch
während des Brennprozesses
entstanden. So verlieren die
Steine auch im Zuge der Abnutzung weder an Funktionalität noch an Ausstrahlung.
Ganz im Gegenteil: Das Flair
gebrauchter Steine ist kaum zu
übertreffen (siehe Seite 18). Ist
ihre Winterhärte ausreichend,
ist die Haltbarkeit fast unbegrenzt.
Die zunehmende Ausstrahlung gebrauchter Steine liegt
nicht nur an den Benutzungsspuren, sondern auch an den
ziegeltypischen Verwitterungsmerkmalen, die Pflasterklinker
historischen Backsteinen optisch annähern. Diese wirken
ohnehin durch die unregelmäßigen Formen sowie den
durch heterogene Ausgangsmaterialien und Holz- oder Torffeuer verursachten Farbenreichtum. Sowohl die Betonsteinindustrie als auch die Klinkerwerke bemühen sich, durch
allerlei Techniken bereits den
neuen Steinen ein individuelles
Aussehen zu verpassen und damit die Ausstrahlung historischer Steine zu imitieren.
Eine vom Betonstein übernommene Adaption an moderne Verlegetechniken stellt dagegen die umlaufende Fase dar.
Diese verhindert wie beim Betonstein das Abplatzen von Materialsplittern vom Steinrand
während des Verlegens, besonders durch das Abrütteln. Die
Fase beeinträchtigt die Optik
ganz erheblich und rückt besonders grob strukturierte Klinker optisch nahe an den Betonwerkstein heran. Ungefaste
Klinker besitzen eine natürlichere Ausstahlung, da sie dem
ungefasten Urklinker deutlich
näher stehen. Auf mögliche Absplitterungen sollte der Kunde
vorher schriftlich hingewiesen
werden.
Formenvielfalt
nimmt zu
Waren die Steine früher rechteckig oder seltener quadratisch,
so variiert mittlerweile auch
die Form, wobei nach wie vor
Rechteckstein, Riemchenformat und die quadratische Pflasterplatte dominieren. Je nach
Region haben sich dabei besondere Formate bis heute erhalten (zum Beispiel „Oldenburger Format“, siehe Seite 18).
Aber auch hier hat die Betonsteinindustrie eine Entwicklung induziert, die der Formenvielfalt zu gute kam. Ob Tonverbundsteine, Pflasterrauten
oder gerumpelte Klinker allerdings wirklich notwendig sind,
muss letztlich der Kunde entscheiden. Tatsache ist, dass
hochwertige Klinker schon in
schlichter Rechteckform Hochwertigkeit signalisieren. Diese
lässt sich durch die Wahl des
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MARKT
Formats und des Verlegemusters noch steigern. Riemchenformate im Fischgrätverband
vermitteln zum Beispiel eine
besondere Eleganz.
Relativ neu sind glasierte
Steine, die den Gestaltungsspielraum weiter erhöhen. Bisher waren glasierte Steine besonders im Hochbau bekannt.
Sie werden zum Beispiel von
Formate
180/90/x
200/100/x
200/108/52
200/150/x
220/108/x
240/118/x
290/140/x
300/150/x
320/140/71
340/165/71
200/50/x
200/62/x
200/78/x
208/50/x
240/57/x
240/78/62
255/52/x
ABC
der Ziegelei Witt 1885 in
Drochtersen auf Wunsch hergestellt. Seit einigen Jahren
bietet Avantgardners aus Bremen für die Kombination mit
Natursteinpflaster konzipierte,
glasierte Tonsteine in vielen
Farben an. Die Keramikwerkstatt Dorrmann-Wassermann
aus Ahorn vertreibt glasierte
Steingut-Mosaiksteine in de-
AKA
Bockhorn
Elbklinker
Horwege
45, 52, 62, 45, 52, 62, 45, 52, 62
71, 80
71, 80
x
52, 62, 71
62
52, 62
zenten Tönen von Creme bis
Schwarz. Als einziger großer
Anbieter verkauft AKA Stradalith auch einen in Blau oder
Grün erhältlichen, glasierten
Halbstein für die Kombination
mit Pflasterklinkern. Glasierte
Steine sind schwerer zu verarbeiten und nicht immer sicher
winterfest. Durch den Formenund Farbenreichtum, die Lang-
FeldGIMA
haus
RECHTECKFORMATE
52, 71
45, 52, 62, 52, 71
71
Tjards Wendebourg
Bilder: Werkbilder
Hagemeister
Kerwil
PenterKlinker
Röben
Wiener- Wittberger munder
50, 62,
70, 80
45, 52, 63,
71, 80, 100
45, 52,
62, 71
52
52, 63,
71
x
220/105/52
240/115/52
52, 71
240/115/71
65, 71
50, 62
220/105/52
50, 62, 71 52, 63,
71, 80
52, 62
52, 71
52, 62
52
52, 63
x
x
x
62
x
x
RIEMCHEN
190/62/62
52
52, 62, 71
52, 62, 71
lebigkeit und die Fähigkeit, mit
vielen anderen Materialien zu
harmonieren, sind dem Einsatz
des Pflasterklinkers kaum
Grenzen gesetzt. Seine Werthaltigkeit sichert dem Stein einen festen Platz in der Freiraumgestaltung.
220/80/52
50, 62, 78
62, 78
50
212/70/52
240/59/52
240/70/71
x
52, 62, 71
200/52/x
200/63/x
200/71/x
200/80/x
240/52/x
240/63/x
240/71/x
PFLASTERPLATTEN
100/100/x
50
150/150/x
180/180/x
65
200/200/x
205/205/x
52, 62
Mosaik 5 oder 6
Bischofsmützen
52, 62
52, 71
x
x
x
52, 63,
71, 80
52, 63,
71, 80
52, 62
52, 71
43, 65
SONDERFORMEN
x
x
x
x
x
x
x
x
Teilweise werden die Formate nur auf Bestellung gefertigt
WEITERE SONDERFORMEN
AKA und GIMA fertigen gerumpelte Pflasterklinker, ebenfalls von der Betonsteinindustrie hat sich AKA den Kreisklinker abgeschaut. Damit lassen sich aus vier Formaten
Kreise pflastern. Glasierte Quadratsteine in
Blau und Grün ermöglichen in Verbindung
mit den Standardmaßen Farbkombinationen
in der Fläche.
Bockhorn verkauft mit „Trio“ einen Rechteckstein, der sich in Dreiecke zerlegen lässt.
Elbklinker-Horwege/Witt 1885 ist auf Sonderanfertigungen im großen Stil speziali-
16
siert. Dazu gehören zahlreiche Formsteine
und glasierte Klinker.
GIMA: Spezialität sind quadratische Formate, besonders geriffelte Platten und Platten
mit Rauten, dazu die GIMA-Waffelplatte.
Außerdem vertreibt GIMA Ton-Verbundsteine in S- und TT-Form sowie in „Fisch-Form“.
Hagemeister hat schon vor Jahren das
Rechteckprogramm mit den Formaten „Tessin“ und „Lugano“ aufgelockert. Das sind
vom Rechteck abgeleitete modifizierte Pflasterklinker, mit deren Hilfe sich Parkettver-
bände gestalten lassen. Mit „Trealit“, einem
fünfteiligen Verbundsystem, weckt Hagemeister das „Legofieber“ im Landschaftsgärtner.
Kerawil hat ebenfalls einen Radialklinker für
Kreis und Bögenverbände im Programm.
Wittmunder bietet seinen Pflasterklinker aus
dem Werk Neuschoo auch als Torfbrandklinker im Oldenburger Format an.
Sickerklinker, das sind Rechtecksteine mit
ausgesparter Ecke, werden von AKA, Kerawil
und Wienerberger angeboten
25/2004
Hersteller von Pflastermaterialien aus Ton
Handelsname
ABC Klinkergruppe
AKA Stradalit Pflasterklinkerwerke
Bockhorner Klinker
Elbklinkerwerk Horwege/Witt 1885
Feldhaus Klinker Vertriebs-GmbH/
Werther Klinker
GIMA-Girnghuber Dachziegelu. Klinkerwerk
Hagemeister
Kerawil Tonwerke Wilhelmshöhe
Klinkerwerk Muhr
Penter Klinker Klostermeyer
Röben Tonbaustoffe
Wienerberger Ziegelindustrie
Wittmunder Klinker
Glasierte Einleger:
Avantgardeners
Keramikwerkstatt
25/2004
Hersteller/Lizenzgeber
Postfach 11 53, 49505 Recke,
Telefon 05453/93 33-0, Fax -45
Postfach 14 30, 49464 Ibbenbüren,
Telefon 05451/94 24-0, Fax -78
Postfach 12 63, 26342 Bockhorn,
Telefon 04453/702-0, Fax -22
Barenkrogerstr. 65, 21706 Drochtersen,
Telefon 04148/6 19 2-0, Fax -10,
Remseder Straße 11, 49196 Bad Laer,
Telefon 05424/29 20 12-0, Fax -9,
Ziegeleistraße 56, 84163 Marklhofen
Telefon 08732/24-0, Fax -00
Appelhülsenerstraße, 48301 Nottuln
Telefon 02502/804-0, Fax 79 90
Postfach 13 36, 32556 Löhne,
Telefon 05732/10 90-0, Fax -10
Bergheider Strasse 1,03238 Lichterfeld
Telefon 03531/65 03-0, Fax 620 20
Osnabrücker Straße 67, 49565 BramschePente, Telefon 05461/93 12-0, Fax -12
abc@abc-klinker.de,
www.abc-klinker.de
info@aka-ziegelgruppe.de,
www.aka-ziegelgruppe.de
bockhorner-klinker@t-online.de,
www.bockhorner-klinker.de
info@witt1885.de
www.witt1885.de
info@feldhaus-klinker.de
www.feldhaus-klinker.de
info@gima-ziegel.de
www.gima-ziegel.de
info@hagemeister.de
www.hagemeister.de
info@kerawil.de
www.kerawil.de
www.klinkerwerke-muhr.de
info@penter-klinker.de,
www.penter-klinker.de
Postfach 209, 26340 Zetel
Telefon 04452/88-0, Fax -245
Oldenburger Allee 26, 30659 Hannover
Telefon 0511/61 070-0, Fax 61 44 03
Mühlenstr. 69, 26409 Wittmund
Telefon 04462/94 74-0, Fax 38 98
roeben@roeben.com
www.roeben.com
info@wzi.de
www.wienerberger.de
info@wittmunder-klinker.de
www.wittmunder-klinker.de
www.torfbrandklinker.de
Telefon 0421/52 93 50
Telefon 09565/72 30
www.avantgardeners.de
www.keramik-werkstatt.de
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