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ACC 623 fall term 2011 - Syllabus

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„Interdisziplinäres Compliance-Seminar“
Master of International Business Administration
Schwerpunktbereichsseminar Jura auf Staatsexamen
Sommersemester 2015
Inhalt:
Das Seminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende der Wirtschaftswissenschaftlichen und
Juristischen Fakultät in den Studiengängen „Master of International Business Administration“
und „Jura auf Staatsexamen“. Die Seminarleiter führen in die interdisziplinäre Materie der
Compliance ein. Im Anschluss daran bearbeiten die Teilnehmer betriebswirtschaftliche und
juristische Themenkomplexe aus dem Compliance-Bereich. Das Seminar schließt mit Vorträgen und Diskussionen ab und wird durch einen Vortrag eines externen Compliance-Experten
abgerundet.
Anmeldung:
Das Seminar ist auf 12 Teilnehmer begrenzt. Interessenten bewerben sich bis zum 31. März
2015 mit einem aktuellen Notenauszug und der Angabe von zwei Präferenzthemen per Email
bei accounting@europa-uni.de. Die Erteilung der Zu- und Absagen sowie die Bekanntgabe der
Themenzuteilung erfolgt am 13. April 2015.
Ablauf:
–
Am 14. April 2015 findet von 13.30 bis 17 Uhr in HG 110 eine Einführungsveranstaltung
statt, in der das übergeordnete Thema sowie die einzelnen Themenbereiche erläutert werden.
–
Während der Bearbeitungszeit werden von den Betreuern Gliederungsbesprechungen angeboten.
–
Die Seminararbeiten sind am 22. Juni 2015 als Ausdruck im Sekretariat des betreuenden Lehrstuhls sowie per Email an den jeweiligen Betreuer abzugeben.
–
Die Kolloquien (Vorträge und Diskussionen) finden am 30. Juni 2015 von 12 bis 18 Uhr und
am 1. Juli 2015 von 9.30 bis 13 Uhr jeweils in GD04 statt.
Bewertung:
In die Gesamtnote gehen zu 70% die Note der schriftlichen Seminararbeit, zu 20% die Note
des mündlichen Vortrags sowie zu 10% die mündliche Mitarbeit während der Kolloquien ein.
Compliance-Seminar – Prof. Hardeck/Prof. Makowicz/Prof. Wüstemann
Veranstaltungsübersicht
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Form:
Die Seminararbeiten werden individuell verfasst; die Vorträge erfolgen bei Doppelbesetzung
von Themen in der entsprechenden Gruppe. Die Seminararbeit umfasst 12 bis 15 Seiten. Der
linke Rand sollte 5 cm, der rechte Rand 1,5 cm, der obere Rand 2,5 cm und der untere Rand 3
cm breit sein. Die Arbeiten sind 1,5-zeilig (Ausnahme: mehrzeilige Überschriften und längere
Zitate 1-zeilig) zu schreiben. Der zu verwendende Schrifttyp ist „Times New Roman“. Für den
Text ist ein Schriftgrad von 12 Punkt, für Fußnoten von 10 Punkt zu verwenden. Es ist ein
normaler Zeichenabstand zu wählen (keine Schmalschrift). Blocksatz und Silbentrennung sind
zu verwenden. Alle Arbeiten sind einseitig auf DIN A4-Papier zu drucken. Alle weiteren
Formvorschriften entnehmen Sie bitte den Richtlinien für das wissenschaftliche Arbeiten des
betreuenden Lehrstuhls:
Betriebswirtschaftliche Arbeiten: http://www.wiwi.europauni.de/de/lehrstuhl/fact/rechnungslegung/_geschuetzte_Dokumente/Richtlinien_Juli_2014.p
df
Juristische Arbeiten: http://www.rewi.europauni.de/de/lehrstuhl/pr/poloerecht/Lehrveranstaltungen/gestaltungsrichtlinien_seminararbeite
n2-11.pdf
Seminarverantwortung und -durchführung:
Prof. Dr. Inga Hardeck (Hardeck@europa-uni.de)
Ernst & Young Stiftungs-Juniorprofessur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Accounting and Taxation
Prof. Dr. Bartosz Makowicz (Makowicz@europa-uni.de)
Lehrstuhl für Polnisches Öffentliches Recht, einschließlich Europa- und Wirtschaftsrecht
Prof. Dr. Sonja Wüstemann (Wuestemann@europa-uni.de)
Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Rechnungslegung und Controlling
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Compliance-Seminar – Prof. Hardeck/Prof. Makowicz/Prof.Wüstemann
Veranstaltungsübersicht
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Themen:
Thema 1:
Compliance Management Systeme für den Mittelstand: Notwendigkeit oder Modeerscheinung?
Betreuer: Prof. Dr. Bartosz Makowicz
Bearbeitungshinweis:
Während umfangreiche CMS anfänglich in Großkonzernen eingeführt wurden, entscheiden
sich immer mehr kleine und mittelgroße Unternehmen dafür, in fundierte ComplianceStrukturen zu investieren. Dabei stehe sie vor einer besonderen Herausforderung: Einerseits
sind sie den gleichen Compliance-Risiken, wie multinationale Konzerne, ausgeliefert, andererseits verfügen sie über deutlich geringere persönliche und finanzielle Ressourcen. Doch muss
sich ein Mittelständler mit dem Thema überhaupt befassen? Braucht der Mittelstand tatsächlich
Compliance-Strukturen oder handelt es sich lediglich um eine Modeerscheinung? Vielleicht
lassen sich Compliance-Strukturen auch ohne aufwendige Kosten implementieren?
Einstiegsliteratur:
S. Behringer, Compliance und KMU, in: S. Behringer (Hrsg.), Compliance für KMU, Berlin 2012.
P. Fissenewert, Warum Compliance im Mittelstand wichtig ist, in: P. Fissenewert (Hrsg.),
München 2013
J. A. Campos Nave/J. Zeller, Corporate Compliance in mittelständichen Unternehmen,
BB 2012, 131 ff.
Thema 2:
Nationale und Internationale Standards für Compliance Management Systeme (CMS)
– eine vergleichende Analyse
Betreuer: Prof. Dr. Bartosz Makowicz
Bearbeitungshinweis:
Die Vereinheitlichung der betriebswirtschaftlichen Prozesse führt zur Effizienz- und Gewinnsteigerung. Zu dem Zweck werden verschiedene Standards erlassen. Zwar fehlt es derzeit in
Deutschland an einem anerkannten generischen Standards für CMS, doch hat der Prüfungsstandard IDW PS 980 auf die Ausgestaltung der Compliance-Strukturen indirekt einen erheblichen Einfluss gehabt. Doch wie verträgt sich der Standard mit der neuen Norm ISO 19600
und wir ist in dem Zusammenhang die Rolle des weiteren TÜV-Standards zu beurteilen? Eine
vergleichende Untersuchung könnte zur Erarbeitung von konkreten Zukunftsaussichten führen.
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Compliance-Seminar – Prof. Hardeck/Prof. Makowicz/Prof.Wüstemann
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Einstiegsliteratur:
J. Horney/M. Kuhlmann, Der Entwurf des IDW für einen Standard zur Prüfung von Compliance-Management-Systemen aus der Sicht der Unternehmenspraxis, CCZ 2010, 192 ff.
B. Makowicz, Wie ISO-bereit ist Ihr CMS? Elemente, Innovationen und Ansätze der neuen
Norm ISO 19600 Compliance Management Systems, Compliance Praxis 2014, S. 32 ff.
E. Sünner, Von der Sorge für gesetzeskonformes Verhalten – Zugleich eine Besprechung des
ISO-Entwurfs 19600, CCZ 2015, 2 ff.
Thema 3:
Accounting Compliance – Maßnahmen zur Verhinderung von Bilanzmanipulationen
Betreuer: Prof. Dr. Sonja Wüstemann
Bearbeitungshinweis:
Große Bilanzskandale haben in den letzten Jahren das Thema Accounting Compliance, d.h. die
Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen Regeln zur Buchführung, Jahresabschlusserstellung und Offenlegung, als einen wichtigen Bestandteil der generellen Compliance-Bewegung
hervorgebracht. Um Bilanzmanipulationen (sog. Accounting Fraud) und somit auch strafrechtliche Sanktionen sowie Reputationsverluste vorzubeugen, bedarf es neben den externen Überwachungsverfahren (insbes. gesetzliche Jahresabschlussprüfung und EnforcementMechanismus), auch interner Maßnahmen, die nach den Vorschlägen der Literatur im Rahmen
in das Interne Kontrollsystem (IKS) bzw. das Risikomanagementsystem (RKS) integriert werden sollen. Ziel der Seminararbeit zu diesem Thema ist es, die gesetzlichen Grundlagen zur
Rechnungslegung sowie die Haftungsrisiken in Bezug auf Bilanzmanipulationen darzustellen
und anschließend zu erarbeiten, wie sich interne Maßnahmen zur Gewährleistung von Accounting Compliance in den betrieblichen Ablauf integrieren lassen.
Einstiegsliteratur:
Eschenfelder, Eike Dirk (2014): Accounting Compliance – Haftungsrisiken und Organisationsanforderungen bei der Rechnungslegung in Kapitalgesellschaften, in: BB, 69. Jg., S.
685–689.
Boecker, Corinna/Zwirner, Christian (2014): Begriffsbestimmung und ausgewählte Maßnahmen für die Praxis, in: IRZ, 9. Jg., S. 95–99.
Boecker, Corinna/Zwirner, Christian (2014): Unternehmensinterne Faktoren zur Gewährleistung einer ordnungsgemäßen Rechnungslegung, in: IRZ, 9. Jg., S. 135–138.
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Thema 4:
Prüfung von Compliance Management Systemen – Zweck, Ablauf und Rechtsfolgen
Betreuer: Prof. Dr. Sonja Wüstemann
Bearbeitungshinweis:
Compliance Management Systeme können nur dann effektiv zur Vermeidung von Regelverstößen beitragen, wenn sie regelmäßig auf ihre Angemessenheit und Wirksamkeit
überprüft werden. Auch zur Steigerung des Vertrauens bei Vertragspartnern und ganz
generell aus Reputationsgründen wird zunehmend eine unternehmensexterne und damit
objektive Prüfung von Compliance Management Systemen nachgefragt. Als Reaktion auf
diesen Trend hat das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) im Jahre 2011 einen Standard
mit „Grundsätze(n) ordnungsmäßiger Prüfung von Compliance Management Systemen“
verlautbart, der sich zwar prinzipiell an Wirtschafsprüfer richtet, aber wegen der Vorgabe
von Grundelementen eines Compliance Management Systems auch für Unternehmen
relevant ist. Ziel der Seminararbeit zu diesem Thema ist es, die Gründe für eine Prüfung
bzw. Zertifizierung von Compliance Management Systemen herauszuarbeiten, Prüfungsmaßnahmen im Einklang mit IDW PS 980 darzustellen und kritisch zu würdigen sowie
mögliche Rechtsfolgen der Zertifizierung zu diskutieren.
Einstiegsliteratur:
Hülsberg, Frank M./Laue, Jens C. (2013): Die Prüfung von Compliance ManagementSystemen nach IDW PS 980, in: Compliance: Aufbau, Management, Risikobereiche, hrsg. v.
Inderst, Cornelia u. a., 2. Aufl., Heidelberg u. a., S. 152–181.
Rieder, Markus S./Jerg, Marcus (2010): Anforderungen an die Überprüfung von ComplianceProgrammen, in: CCZ, 3. Jg., S. 201–207.
Withus, Karl-Heinz/Hein, Oliver (2011): Prüfung oder Zertifizierung eines Compliance
Management Systems, in: CCZ, 4. Jg., S. 125–133.
Thema 5:
Förderung der Tax Compliance bei kleinen und mittleren Unternehmen – Erkenntnisse aus dem „Horizontal Monitoring“-Programm in den Niederlanden
Betreuer: Prof. Dr. Inga Hardeck
Bearbeitungshinweis:
Die niederländische Finanzverwaltung Belastingdienst ist ein Vorreiter in der Entwicklung kooperativer Ansätze zwischen den Steuerpflichtigen und der Finanzverwaltung.
Dies manifestiert sich in dem Programm Horizontal Monitoring, welches u.a. der Förderung der Tax Compliance dienen soll. Dieses ist Ende 2005 als Pilotprojekt mit 20 Großunternehmen gestartet und wurde anschließend ausgeweitet. Nunmehr können auch kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) teilnehmen, wobei die Zusammenarbeit über
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Steuerberater (Tax Intermediaries) abgewickelt wird. Mithilfe der Seminararbeit soll Horizontal Monitoring als Instrument zur Förderung der Tax Compliance bei KMUs kritisch
beleuchtet werden, wobei sowohl die Perspektive der KMUs als auch der Finanzverwaltung zu berücksichtigen ist.
Einstiegsliteratur:
Committee Horizontal Monitoring Tax and Customs Administration (2012): Tax supervision:
Made to measure - Flexible when possible, strict where necessary, The Hague.
OECD (2013): Together for better outcomes: Engaging and involving SME taxpayers and
stakeholders, Paris.
Tax and Customs Administration (2012): Guide to horizontal monitoring within the SME
segment.
van der Hel-van Dijk, L./Pheijffer, M. (2012): A Tailor-Made Approach to Fiscal Supervision:
An Evaluation of Horizontal Monitoring, in: IBFD, S. 578-581.
van der Hel–van Dijk, L./Poolen, T. (2013) : Horizontal Monitoring in the Netherlands: At the
Crossroads, in: IBFD, S. 6673-678.
Thema 6:
Tax Compliance und Steuervermeidung – (K)ein Widerspruch?
Betreuer: Prof. Dr. Inga Hardeck
Bearbeitungshinweis:
Die Finanzverwaltung hat ein anderes Verständnis des Terminus „Tax Compliance“ als die
herrschende Literaturmeinung. Einer Auffassung des Arbeitskreises „Externe und Interne
Überwachung der Unternehmen“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.
(DB 2010, S. 1510) folgend, beinhaltet der Begriff Compliance „die Einhaltung aller für ein
Unternehmen relevanten rechtlichen und ethischen, branchenspezifischen und organisationsinternen Handlungs- und Verhaltensregeln.“ Ist Tax Compliance so weit zu interpretieren, dass
in einem vorauseilenden Gehorsam auch die seitens der Finanzverwaltung unerwünschte, aber
legale Steuervermeidung zu unterlassen ist? Oder erfordert Tax Compliance gerade dem Unternehmensinteresse folgend, rechtlich zulässige gesetzgeberische Spielräume zur Optimierung
der Steuerbelastung zu nutzen? Die Seminararbeit soll dieser offenen Frage nachgehen.
Einstiegsliteratur:
Besch, C./Starck, A., § 34: Tax Compliance, in: Hauschka, C.E. (Hrsg.) (2010): Corporate
Compliance, 2. Auflage, München.
Huber, E.; Seer, R. (2007): Steuerverwaltung im 21. Jahrhundert: Risikomanagement und
Compliance, in: Steuer und Wirtschaft, Jg. 84, S. 355–371
Streck, M./Binnewies, B., Tax Compliance, in Deutsches Steuerrecht 2009, S. 229-234.
Streck, M./Mack, A./Schwedhelm, R. (Hrsg.) (2010): Tax Compliance. Risikominimierung
durch Pflichtenbefolgung und Rechteverfolgung, Köln.
Tipke, K.; Lang, J. (2013): Steuerrecht, 21. Aufl., Köln.
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