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16. Oktober 2014 - HSH Nordbank

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MARKTBERICHT VOLKSWIRTSCHAFT
WOCHENBAROMETER
16. Oktober 2014
Rezession und Panik
Das R-Wort ist wieder da. In Deutschland sind die Auftragseingänge eingebrochen
und die Exporte befinden sich im Sinkflug. Gleichzeitig hat sich China von seinen
alten Wachstumsniveaus um die 10 Prozent verabschiedet, während IS-Terror und
die Russland-Sanktionen die Unternehmen von Investitionen zurückhalten und die
Aktienmärkte global in den Keller rauschen. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ist in seinem jüngsten Weltwirtschaftsausblick pessimistischer. Ganz
offensichtlich steht das von den globalen Entwicklungen so abhängige Deutschland
wieder vor einer Rezession und die Wirtschaftspolitik sollte unbedingt handeln.
Und jetzt erst mal tief Luft holen. Das obige Bild entspricht ungefähr dem, was uns
in den vergangenen Wochen in den Medien vorgesetzt wurde. Wie dramatisch ist
die Lage denn nun wirklich? Richtig ist, dass die letzten Konjunkturindikatoren aus
Deutschland enttäuscht haben. Zum einen ist dies aber auf Sondereffekte zurückzuführen (z.B. späte Sommerferien). Zum anderen ist in erster Linie der exportorientierte Sektor betroffen, während der Inlandskonsum ganz ordentlich wächst. Weiter
werden einige Anleger, die auf den Dax gesetzt haben, derzeit nicht gerade die beste
Laune haben. Ein Stand von rund 8550 Punkten, der ungefähr dem Niveau von vor
einem Jahr entspricht, ist volkswirtschaftlich jedoch keineswegs ein Beinbruch.
Und was ist mit China? Ja, was soll schon sein? Die Wirtschaft im Reich der Mitte
expandiert in der Tat langsamer, nämlich mit ungefähr 7 Prozent. Damit ist China
aber weiterhin eine wichtige Stütze für die Weltwirtschaft. Der IS-Terror und die
Russland-Krise belasten sowohl die Konjunktur als auch die Psyche, keine Frage.
Immerhin scheint die Eskalationsspirale bei den Auseinandersetzungen zwischen
Russland und der Ukraine zum Halten gekommen zu sein. Wie es im Grenzgebiet
zwischen Syrien, Türkei und Irak weitergeht, ist unklar. Schließlich ist noch der
IWF zu nennen. Der Fonds erwartet trotz der Prognoseanpassungen für das kommende Jahr einen globalen BIP-Anstieg von erfreulichen 3,8 Prozent.
Natürlich ist nicht alles gut. Vielleicht beobachten wir derzeit tatsächlich das Platzen von durch die Liquiditätsschwemme der letzten Jahre aufgepumpten
Assetpreisblasen. Aber die konjunkturellen Zahlen sind weitaus weniger dramatisch als der allgemeine Tenor in den Medien nahe legt. Panik ist nicht angebracht
und wir sollten uns daran gewöhnen, dass nach der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit vieles sich anders entwickelt als man es gewohnt ist.
Dazu zählt auch der Konjunkturverlauf, der zäher, rumpeliger und unsteter verläuft
als in vergangenen Zyklen. Überhastete staatliche Eingriffe würden die Ausschläge
vermutlich noch verstärken und zu einer langfristigen Verschlechterung des Investitionsklimas beitragen und gleichzeitig den öffentlichen Ausgabenspielraum in der
Zukunft einschränken. Darauf sollte die Bundesregierung verzichten – und etwas
ruhiger atmen.
HSH NORDBANK.DE
WOCHENBAROMETER
16. Oktober 2014
SEITE 1
Rentenmärkte
Aktienmärkte brechen ein, Staatsanleihen können massive Zuflüsse verbuchen: Die Angst vor einem Konjunktureinbruch ist
wieder da.
An den Märkten geht die Panik um. Investoren flüchten im großen Stil aus risikoreicheren Anlagen wie Aktien und flüchten sich in die sicheren Häfen Treasuries
und Bundesanleihen. Dies hat die Aktienmärkte weltweit einbrechen lassen und
die Renditen innerhalb kürzester Zeit abschmelzen lassen. 10jährige T-Notes sind
von 2,40% bis auf ein Tief von 1,86% gefallen, Bundesanleihen gleicher Laufzeit
haben neue Tiefststände bei rund 0,72% erreicht. Die Heftigkeit dieser Bewegungen verwundert. Wodurch wurde sie ausgelöst? Die Antwort lautet: Massive Konjunkturängste gehen um. Die Anleger befürchten zunehmend, dass die Weltkonjunktur ins Stocken gerät. Dabei erscheinen diese Ängste zum jetzigen Zeitpunkt
doch etwas übertrieben zu sein. In den USA gehen wir weiterhin von einem soliden
Wirtschaftsaufschwung aus. Zwar ist zuletzt der Empire Manufacturing Index
spürbar hinter den Erwartungen zurückgeblieben und auch die Einzelhandelsumsätze haben im September enttäuscht, doch dies ist noch lange kein Beinbruch und
eher als kleiner Rücksetzer zu interpretieren. Die ISM-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor befinden sich mit Ständen knapp
unterhalb der 60 Punkte auf hohen Niveaus und deuten auf ein spürbares Wachstum in den USA hin. Auch für den wichtigen Wachstumsmarkt China hat sich
nichts geändert: Alles deutet weiterhin auf ein dynamisches Wachstum von rund
7% hin. Nur die Eurozone bereitet Sorgen. Angesichts des sich auch in Deutschland deutlich abschwächenden Wachstums steigen die Konjunkturrisiken für die
Währungsunion zunehmend. Im August ist die Industrieproduktion im Vergleich
zum Vormonat um 1,8% gefallen. Die Konjunkturschwäche der Eurozone birgt Risiken für die Weltkonjunktur, doch für Panik ist es eindeutig zu früh. Kritisch wird
es allerdings, wenn sich die aktuellen Bewegungen an den Märkten noch verstärken und die Stabilität der Finanzmärkte weiter ins Wanken gerät.
In diesem Umfeld ist selbst für moderate Renditeanstiege kein Platz. Im Gegenteil,
es ist nicht auszuschließen, dass die Renditen noch weiter unter Abwärtsdruck geraten. In den nächsten Tagen werden in den USA einige neue Zahlen zum Immobilienmarkt veröffentlicht. Da dieser auch schon vor den aktuellen Konjunkturängsten immer wieder Schwächesignale gesendet hat, ist nicht auszuschließen, dass die
eine oder andere Datenveröffentlichung hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Dies ist für sich genommen noch wenig kritisch, könnte aber bedeuten, dass es den
Pessimismus an den Märkten verschärft. Auch das GfK Konsumklima sowie die
Oktober-Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe sowie den
Dienstleistungssektor in der Eurozone könnten für weitere Ängste sorgen, an dieser Stelle durchaus gerechtfertigt. Spannend dürfte werden, ob die Fed angesichts
der derzeitigen Panik tatsächlich wie geplant ihre Anleiheankäufe Ende Oktober
einstellt.
Zinsstrukturkurven
2,40
2,25
2,10
1,95
1,80
9-Oct
10-Oct
13-Oct
14-Oct
15-Oct
16-Oct
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
Deutschland: Staatsanleiherendite
10J. Laufzeit (in Prozent, p.a.)
0,95
0,90
0,85
0,80
0,75
0,70
9-Oct
10-Oct
13-Oct
14-Oct
15-Oct
16-Oct
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
Wochenveränderung der Peripheriespreads gegenüber
Bundesanleihen*
(aktuelle Spreads in Klammern)
Belgien (30 bp)
Frankreich (38 bp)
Irland (94 bp)
Spanien (134 bp)
Italien (165 bp)
Portugal (252 bp)
-5
5
15
25
35
45
*Differenz generischer 10-J.-Renditen in Basispunkten
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
Eine längerfristige Betrachtung der Rentenmärkte finden
Sie in unserer monatlich erscheinenden Publikation Rententrends.
Aus Sicht eines Euro-Investors können die Renditen ausländischer Anleihen wie US-Staatsanleihen infolge von
Währungsschwankungen steigen oder fallen.
(oben: aktuelle Renditekurven von Bundesanleihen und US-Treasuries
unten: jeweilige Renditeveränderung der Laufzeiten seit 01. Oktober)
Berichtswoche
2,50
2,00
in %
USA: Staatsanleiherendite
10J. Laufzeit (in Prozent, p.a.)
Beginn:
09.10.2014, 08:00 Uhr
Ende:
16.10.2014, 10:00 Uhr
1,50
1,00
0,50
0,00
-0,50
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
5
0
-5
in bp -10
-15
-20
-25
Deutschland
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
HSH NORDBANK.DE
USA
WOCHENBAROMETER
16. Oktober 2014
SEITE 2
Covered Bond-Märkte
Im Raum stehendes EZB-Ankaufvolumen kaum umsetzbar
Covered Bonds, Spread ggü. Midswap
Am Primärmarkt für EUR-Benchmarks herrscht seit dem 8. Oktober Ruhe. An dem
in Basispunkten
Tag bot die Canadian Imperial Bank of Commerce (CIBC) einen HypothekenpfandLand, Veränd. ggü. 08.10.
brief mit einem Volumen von 1 Mrd. EUR an. Dieser wurde bei einer Laufzeit von fünf
15.10.2014
Jahren flat zu Mid Swap untergebracht. Anfang Oktober hatte die belgische Belfius
08.10.2014
Kern
Bank nach einer zweiwöchigen Investoren-Roadshow den ersten öffentlich besicherDeutschland, -2 bp
Frankreich, -3 bp
ten Covered Bond aus Belgien überhaupt platziert. Die Anleihe ging mit einem Spread
Österreich, -3 bp
Niederlande, -2 bp
von 3 bp über Mid Swap in die Vermarktung und wurde letztendlich bei einer
Peripherie
7jährigen Laufzeit und einem Volumen von 1,25 Mrd. EUR zu Mid Swap plus 1 bp geSpanien, -2 bp
preist. Die Sparkasse KölnBonn offerierte ebenfalls eine Benchmark-Anleihe. Das
Portugal, -5 bp
Italien, -4 bp
10jährige Papier hatte ein Emissionsvolumen von 500 Mio. EUR und wurde zu Mid
Irland, -2 bp
Swap flat an den Markt gebracht. Die BPCE stockte ihren im Juni begebenen
Nordics
Schweden, -1 bp
10jährigen Hypothekenpfandbrief um 400 Mrd. EUR auf. Die Emissionen erfreuten
Finnland, -2 bp
sich einer guten Nachfrage bei den Investoren, mit Orderbüchern, die sich schnell füllDänemark, -2 bp
Norwegen, -2 bp
ten.
UK/Übersee
Am 2. Oktober hat die EZB die Konditionen ihrer Covered Bond-Ankäufe bekannt geUSA, -1 bp
Kanada, -2 bp
geben. Danach sollen die Käufe in der zweiten Oktober-Hälfte beginnen und für minGroßbritannien, -1 bp
destens zwei Jahre erfolgen. Entsprechend groß war die Spannung zuletzt, wann und
-20 0 20 40 60
wie sich die EZB am Covered Bond-Markt zeigen würde. Die EZB hat anders als bei ih- Quellen: Bloomberg, iBoxx, HSH Nordbank
Basis: täglich von iBoxx ermittelte Kursdaten
ren beiden vorherigen Covered Bond-Ankaufprogrammen (CBPP1 & CBPP2) keine
konkreten Zielwerte für Emissionsgröße, Laufzeiten, Ankaufvolumen und Zeitrahmen Euro-Covered Bond Emissionen der
für die zu erwerbenden Anleihen verkündet. Die Notenbank beabsichtigt, signifikante letzten 12 Monate im VorjahresverKäufe von Covered Bonds und ABS zu tätigen, um ihre Bilanzssumme zusammen mit gleich, in Mrd. Euro
den beschlossenen TLTROs von derzeit 2 Bill. EUR um 1 Bill. EUR zu erhöhen. Mit
25
den nun bekannten Konditionen hat die EZB jedoch mögliche Ankaufvolumina in den
20
Raum gestellt – rund 600 Mrd. EUR bei den Covered Bonds und 400 Mrd. EUR bei
den ABS –, diese dürften aber angesichts der Enge der Märkte kaum ansatzweise um15
gesetzt werden. Denn das Niedrigzinsumfeld und die damit verbundene Jagd der Investoren nach Rendite lässt viele Anleger ihre gekaufen Covered Bonds bis zur Fällig10
keit halten. Ein Verkauf der Papiere ist kaum gewünscht. Entsprechend müsste die
EZB hohe Preise bieten, um die Investoren doch von einen Verkauf zu überzeugen,
5
was wiederum Risiken für die Notenbank birgt. Zudem schrumpft der Covered BondMarkt, so dass die EZB zusehen muss, private Investoren nicht zu verdrängen und auf 0
Okt 13
Apr 14
Okt 14
diese Weise den Markt nachhaltig zu verzerren. Die Währungshüter können zwar dieEmissionsvolumen
Vorjahreswert
ses Mal auch von Banken einbehaltene Covered Bonds kaufen, d.h. Covered Bonds, die
Quelle: Dealogic, HSH Nordbank, Daten vom 16.10.2014,
von den Banken als Sicherheiten bei Repo-Geschäften mit der Notenbank genutzt
10 Uhr
werden. Da sich die Banken allerdings über die Tender der EZB günstiger Liquidität
beschaffen können, ist kaum davon auszugehen, dass sie diese der EZB verkaufen
werden. Am Sekundärmarkt setzte sich die Spread-Einengung nach der Bekanntgabe
der Kaufkonditionen der EZB fort, doch die Ankündigung des Programmes Anfang
September hat die Spreads wesentlich deutlicher zusammenlaufen lassen.
Letzte 15 Covered Bond-Emissionen, global, in EUR, > 250 Mio. Euro
Emissions-
Emittent
ISIN
Deckung
datum
Emissions-
Aufsto-
Lauf-
Spread
Kupon
Rtg
Rtg
Rtg
volumen in
ckung?
zeit in
ggü.
in %
S&P
Mdys
Fitch
Mio. EUR
Jahren
Midswap
in bp bei
Emission
8th Oct 2014
7th Oct 2014
7th Oct 2014
6th Oct 2014
1st Oct 2014
30th Sep 2014
29th Sep 2014
29th Sep 2014
22nd Sep 2014
17th Sep 2014
17th Sep 2014
15th Sep 2014
11th Sep 2014
11th Sep 2014
11th Sep 2014
Canadian Imperial Bank of
Commerce - CIBC
Sparkasse KoelnBonn AoeR
BPCE SFH
Belfius Bank SA/NV
Hypo Tirol Bank AG
Swedish Covered Bond Corp
DNB Boligkreditt AS
HSH Nordbank AG
Commerzbank
Danske Bank A/S
Muenchener Hyp
HY PO NOE Gruppe Bank
WL Bank
Abbey National Treasury
Services plc
Abbey National Treasury
Services plc
XS1121257445
Hypothek
1.000
Nein
5,0
0
0,375
NR
Aaa
AAA
DE000SK003B9
FR0011993518
BE0002477520
AT0000A19Y 02
XS1117542412
XS1117515871
DE000HSH4UX4
DE000CZ40KE5
XS1113212721
DE000MHB10S4
XS1112184715
DE000A12UGG2
Hypothek
Hypothek
Öffentlich
Öffentlich
Hypothek
Hypothek
Hypothek
Hypothek
Hypothek
Hypothek
Hypothek
Hypothek
500
400
1250
300
1000
1.250
500
1.000
1000
300
500
600
Nein
Ja
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
Nein
10,0
9,7
7,0
5,0
7,0
5,0
7,0
5,0
4,9
5,0
7,0
10,0
0
n.v.
1
16
1
-3
7
-5
-2
-10
7
0
1,125
1,750
0,625
0,500
0,625
0,375
0,750
0,375
0,375
0,375
0,750
1,125
AAA
AAA
AAA
NR
NR
AAA
NR
NR
AAA
NR
NR
AAA
NR
Aaa
Aaa
Aa2
Aaa
Aaa
Aa3
Aaa
NR
NR
Aaa
NR
NR
NR
NR
NR
NR
NR
NR
AAA
AAA
NR
NR
NR
XS1111559339
Hypothek
1500
Nein
5,0
2
0,375
AAA
Aaa
AAA
XS1111559685
Hypothek
1.500
Nein
10,0
30
1,250
AAA
Aaa
AAA
Quelle: Dealogic, Daten vom 16.10.2014, 10 Uhr
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16. Oktober 2014
SEITE 3
Devisenbericht
Finanzmarktturbulenzen lösen Spekulationen über eine Verzögerung
des Fed-Exits aus und stärken momentan den Euro. Yen profitiert,
während das GBP sich schwach zeigt.
Der EUR/USD-Wechselkurs zeigte sich in der aktuellen Berichtswoche bei einem
Kursverlauf in der Bandbreite zwischen 1,261 und 1,284 sehr volatil. Mit einem aktuellen Kurs von 1,281 wertete der Euro gegenüber dem Greenback zur Vorwoche leicht
auf. Offensichtlich haben die Turbulenzen an den Aktienmärkten, die unter anderem
von den schwachen US-Einzelhandelsumsätzen ausgelöst worden sind, Spekulation
über ein Fortlaufen des QE-Programms der Fed angeheizt und damit den US-Dollar
unter Druck gesetzt. Zu Beginn der Berichtswoche hatte die Veröffentlichung negativer
Konjunkturdaten (u.a. ZEW-Index) aus der Eurozone zunächst zu einer Abwertungsbewegung des Euros geführt. Die schlechte Lage in der Eurozone spiegelt sich auch in
einem Rückgang der Industrieproduktion von 1,8% mom im August wider. Sollten die
Turbulenzen an den Aktienmärkten anhalten, könnte dies – im Gegensatz zu der bisherigen Beobachtung – durchaus eine Flucht in die traditionelle Fluchtwährung des
Dollar auslösen und diesen stärken.
Der EUR/GBP konnte diese Woche kräftig zulegen und erreichte auch wieder die Marke von 0,80. Momentan rangiert das Währungspaar um die 0,8001. Die Wirtschaftsdaten zeichneten diese Woche ein gemischtes Bild. Mit 1,2% fiel die jüngste Inflationsrate
überraschend niedrig aus und dürfte damit die Erwartung einer verzögerten Straffung
der Geldpolitik Vorschub leisten. Gute Nachrichten gab es vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sank in den letzten drei Monaten von 6,2% auf 6,0%. Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Löhne verglichen zum letzten Jahr nominal nur um 0,7%
stiegen. Somit sind die Reallöhne weiterhin gesunken. Bank of England-Governor
Mark Carney betonte, dass der Leitzins angehoben wird noch bevor positive Reallohnzuwächse erreicht werden. Wir halten den aktuellen Anstieg für übertrieben und sehen
EUR/GBP im Laufe der kommenden Woche unter der Marke von 0,80.
USD/JPY hatte diese Woche Schwierigkeiten an den letzten Höchstständen anzuknüpfen und verlor kräftig an Wert. Aktuell notiert das Währungspaar bei 106,26, nachdem
die japanische Währung am 15.10. im Zuge der globalen Finanzmarktturbulenzen reflexartig signifikant gegenüber dem US-Dollar zulegte. Der Greenback kam bereits in
den Vortagen unter Druck-, ausgelöst von den enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätzen, die Spekulationen über eine Verzögerung der geldpolitischen Straffung
durch die Fed anheizten. Auch von Seiten der japanischen Konjunktur gab es keine guten Nachrichten. Die saisonbereinigte Industrieproduktion sank im August um 1,9%.
Des Weiteren drückt der über die vergangenen Monate zu beobachtende schwache Yen
auf die Stimmung. In der japanischen Bevölkerung werden mittlerweile Stimmen laut,
die Ministerpräsident Shinzo Abe für seine Wirtschaftspolitik kritisieren. In der Tat
werden durch die Abwertung der heimischen Währung die Importe von Vorleistungen
teurer. Kurzfristig kann der Yen noch etwas aufwerten, insbesondere, wenn die Instabilitäten an den Finanzmärkten anhalten.
Wechselkursbewegungen gegenüber dem EUR
EUR/USD
1,290
1,280
1,270
1,260
1,250
9-Oct
10-Oct
13-Oct
14-Oct
15-Oct
16-Oct
14-Oct
15-Oct
16-Oct
15-Oct
16-Oct
15-Oct
16-Oct
EUR/GBP
0,806
0,801
0,795
0,790
0,784
9-Oct
10-Oct
13-Oct
USD/JPY
108,5
107,8
107,1
106,4
105,7
105,0
9-Oct
10-Oct
13-Oct
14-Oct
EUR/CHF
1,2130
1,2110
1,2090
1,2070
1,2050
9-Oct
10-Oct
13-Oct
14-Oct
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
Eine längerfristige Betrachtung der Devisenmärkte finden Sie
in unserer monatlich erscheinenden Publikation Rententrends.
Berichtswoche
Beginn:
09.10.2014, 08:00 Uhr
Ende:
16.10.2014, 10:00 Uhr
(Veränderungen seit dem Handelsbeginn 02. Oktober)
JPY
NZD
CHF
HUF
DKK
AUD
GBP
CAD
NOK
RUB
-3,5%
-2,5%
-1,5%
-0,5%
0,5%
Quellen: Bloomberg, HSH Nordbank
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16. Oktober 2014
SEITE 4
Kalender für die kommende Woche
Freitag, 17. Oktober
Konjunkturdaten USA
Konjunkturdaten Eurozone
Redetermine
Montag, 20. Oktober
Konjunkturdaten Eurozone
Konjunkturdaten UK
Redetermine
Staatsanleihenauktionen
Dienstag, 21. Oktober
Konjunkturdaten USA
Konjunkturdaten UK
Konjunkturdaten Schweiz
Konjunkturdaten Japan
Staatsanleihenauktionen
Mittwoch, 22. Oktober
Konjunkturdaten USA
Staatsanleihenauktionen
Donnerstag, 23. Oktober
Konjunkturdaten USA
Konjunkturdaten Eurozone
Konjunkturdaten UK
Staatsanleihenauktionen
Freitag, 24. Oktober
Konjunkturdaten USA
Konjunkturdaten Eurozone
Konjunkturdaten UK
Redetermine
Konsens-
letzter
schätzung
Wert
1008
1030
84
k.A.
956
1003
84.6
6816
0 / -1
k.A.
k.A. / k.A.
-0,1 / -0,8
32.3
0,9 / 7,9
Sep 14
Sep 14
Sep 14
Sep 14
Aug 14
5.1
k.A.
k.A.
k.A.
-0.4
5.1
10.9
1.4
3.4
-0.2
Hypothekenanträge (W/W, in %)
Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %)
CPI Kernrate (M/M / J/J, in %)
Deutschland begibt Staatsanleihe: 2 Mrd. EUR 2046-er
42. KW
Sep 14
Sep 14
k.A.
0 / 1,6
0,2 / 1,8
5.6
-0,2 / 1,7
0,01 / 1,7
USA
FR
FR
FR
GE
GE
EC
EC
EC
UK
USA
Index der Frühindikatoren (M/M, in %)
Geschäftsklimaindex
PMI verarbeitendes Gewerbe
PMI Dienstleistungen
PMI verarbeitendes Gewerbe
PMI Dienstleistungen
PMI verarbeitendes Gewerbe
PMI Dienstleistungen
Verbrauchervertrauensindex
Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %)
30-Year TIPS
Sep 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Oct 14
Sep 14
0.7
k.A.
k.A.
k.A.
49.5
55
50
52
-12
k.A. / k.A.
0.2
96
48.8
48.4
49.9
55.7
50.3
52.4
-11.4
0,2 / 4,5
USA
GE
GE
IT
IT
UK
Verkäufe neuer Häuser (in Tsd.)
Importpreisindex
GfK Konsumklima
Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %)
Verbrauchervertrauensindex
BIP (Q/Q / J/J, in %)
EZB-Redner: Praet
Sep 14
Sep 14
Nov 14
Aug 14
Oct 14
Q3
472.5
k.A. / k.A.
8.1
k.A. / k.A.
k.A.
0,7 / 3
504
-0,1 / -1,9
8.3
-0,11 / -1,49
102
0,9 / 3,2
Zeit
Land Veröffentlichung
Zeitraum
14:30
14:30
15:55
11:00
USA
USA
USA
IT
Baubeginne (in Tsd.)
Baugenehmigungen (in Tsd.)
Verbrauchervertrauen Uni Michigan
Leistungsbilanz (in Mio. EUR)
Fed-Redner: Yellen
EZB-Redner: Constancio, Coeure, Weidmann, Nowotny
08:00
10:00
01:01
GE
EC
UK
11:00
11:00
SO
BE
Erzeugerpreise (M/M / J/J, in %)
Sep 14
Leistungsbilanz (in Mrd. EUR)
Aug 14
Rightmove Häuserpreisindex (M/M / J/J, in %)
Oct 14
EZB-Redner: Coeure
Slowakei begibt Staatsanleihen: 2024-er und 2029-er
Belgien begibt Staatsanleihen: 2045-er , 2041-er und 2024-er
16:00
10:30
08:00
09:00
06:30
12:00
USA
UK
CH
CH
JP
FI
Verkäufe bestehender Häuser (in Mio.)
Nettoverschuldung öff. Sektor (in Mrd. GBP)
Handelsbilanz (in Mrd. CHF)
M3 Geldmengenwachstum (J/J, in %)
Aktivitätsindex (M/M, in %)
Finnland begibt Staatsanleihe: 2028-er
13:00
14:30
14:30
11:30
USA
USA
USA
GE
16:00
08:45
09:00
09:00
09:30
09:30
10:00
10:00
16:00
10:30
16:00
00:00
08:00
10:00
12:00
10:30
Sep 14
Sep 14
Oct 14
Aug 14
Quelle: Bloomberg, HSH Nordbank
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WOCHENBAROMETER
16. Oktober 2014
SEITE 5
Übersicht Staatsanleiherenditen
(Renditen in Prozent, Spreads ggü. Bunds in bp, Veränderungen jeweils in bp seit dem 09. Oktober 2014 in Klammern)
Benchmark
Renditeaufschläge anderer Staatsanleihen der Eurozone ggü. Bunds
Bundesanleihen
Frankreich
Rendite
1J
-0,07 (-1 )
2J -0,06 (+1 )
3J -0,05
(0)
4J
0,00 (-2)
5J
0,12 (-2)
6J
0,20 (-5)
7J
0,32 (-7 )
8J
0,49 (-8)
9J
0,63 (-9)
10J 0,79 (-9)
30J 1,68 (-1 4)
Spread
4 (+1 )
6 (-1 )
9 (+2)
15 (+1 )
20 (+2)
24 (+3 )
29 (+2)
30 (+2)
31 (+3 )
38 (+4)
53 (+4)
Renditen weiterer Staatsanleihen
Italien
Spanien
Irland
Portugal
Griechenland
Schweiz
UK
USA
Japan
Spread
42 (+5)
59 (+1 1 )
82 (+1 8)
95 (+1 6)
104 (+1 5)
124 (+1 8)
137 (+20)
156 (+22)
156 (+23 )
165 (+24)
207 (+25)
Spread
Spread
11 (+5)
9
(0)
30 (+5)
44 (+9)
41 (+1 1 )
56 (+1 1 )
49 (+1 3 )
Spread
Spread
85
129
164
189
203
221
262 (+46)
252 (+45)
Rendite
0,47 (-4)
0,56 (-1 2)
0,83 (-22)
1,08 (-23 )
1,29 (-24)
1,45 (-23 )
1,59 (-23 )
1,76 (-22)
1,76 (-22)
2,01 (-20)
2,78 (-1 3 )
Rendite
0,10 (+2)
0,31 (-1 1 )
0,71 (-1 7 )
91 (+1 6)
94 (+1 8)
Rendite
0,01 (+1 )
-0,04 (-1 )
-0,02 (-1 )
0,01 (-1 )
0,08 (+1 )
0,17 (+2)
0,21 (0)
0,31 (+2)
0,32 (0)
0,42 (-3 )
1,09 (-7 )
Rendite
0,02 (-1 )
0,04 (-1 )
0,06 (0)
0,09 (+1 )
0,15 (+1 )
0,17 (+1 )
0,26 (0)
0,32 (0)
0,32 (0)
0,49 (0)
1,64 (+2)
48
64
76
83
98
95
97
127
134
179
(+4)
(+6)
(+8)
(+1 0)
(+1 2)
(+1 4)
(+1 4)
(+1 6)
(+1 7 )
(+1 9)
(+28)
(+3 1 )
(+40)
(+44)
(+44)
(+45)
529 (+1 24)
558 (+89)
713 (+1 44)
615 (+7 0)
1,32 (-21 )
1,76 (-23 )
2,10 (-21 )
2,90 (-1 5)
Quelle: Bloomberg und HSH Nordbank, Renditen vom 16.10.2014, 10:00 Uhr
Übersicht Covered Bonds
Spread ggü. Midswap in Basispunkten am 15.10.2014, Veränderung ggü. 08.10.2014 in Klammern
Kern
Peripherie
Nordics
UK/Schweiz/Übersee
Deu t sch l a n d Öpfe
-11 (-1)
Spa n i en si n gl e n a m e Cédu l a s
18 (-2,2)
Sch weden
-10 (-1)
UK
-3 (-0,6)
Deu t sch l a n d Hy pfe
-10 (-2,4)
Spa n i en joi n t Cédu l a s
54 (-3,8)
Dä n em a r k
-8 (-1,8)
Sch wei z
-3 (-0,9)
Fr a n kr ei ch OF
-7 (-3)
It a l i en
22 (-4)
Fi n n l a n d
-9 (-1,7)
Ka n a da
-3 (-1,7)
Fr a n kr ei ch St r u kt . CB
-9 (-2,1)
Por t u ga l
38 (-5,3)
Nor wegen
-6 (-1,5)
USA
3 (-0,8)
Ni eder l a n de
-9 (-2,3)
Ir l a n d
9 (-1,8)
Öst er r ei ch
1 (-3,4)
Quelle: Bloomberg, iBoxx, HSH Nordbank, Basis: täglich von iBoxx ermittelte Kursdaten
Übersicht Wechselkurse
(Veränderungen seit dem 09. Oktober 2014 in Klammern)
Hauptwährungspaare
EUR-Wechselkurse
USD-Wechselkurse
EUR/USD
1 ,2 7 9 2
(+0 .2 %)
EUR/DKK
7 ,4 4 5 7
(0 %)
EUR/CA D
1 ,4 4 2 6
(+1 .9 %)
USD/CA D
1 ,1 2 7 6
(+1 .7 %)
EUR/GBP
0 ,8 0 0 1
(+1 .4 %)
EUR/SEK
9 ,1 8 4 6
(+0 .6 %)
EUR/A UD
1 ,4 5 9 6
(+1 .6 %)
USD/A UD
1 ,1 4 0 8
(+1 .3 %)
EUR/JPY
1 3 5 ,9 3
(-1 .1 %)
EUR/NOK
8 ,3 8 4 0
(+2 .3 %)
EUR/NZD
1 ,6 0 6 7
(0 %)
USD/NZD
1 ,2 5 5 7
(-0 .2 %)
EUR/CHF
1 ,2 0 6 8
(-0 .4 %)
EUR/PLN
4 ,2 1 3 0
(+0 .7 %)
EUR/ZA R
1 4 ,1 6 3 0
(+0 .5 %)
USD/ZA R
1 1 ,0 7 1 6
(+0 .2 %)
GBP/USD
1 ,5 9 8 8
(-1 .1 %)
EUR/HUF
3 0 7 ,1 1
(+0 .1 %)
EUR/RUB
5 2 ,1 4 9 9
(+2 .2 %)
USD/CNY
6 ,1 2 5 1
(-0 .1 %)
USD/JPY
USD/CHF
1 0 6 ,2 6
0 ,9 4 3 4
(-1 .3 %)
(-0 .6 %)
EUR/T RY
EUR/CZK
2 ,9 0 1 7
2 7 ,5 5
(+0 .5 %)
(+0 .2 %)
EUR/KRW
EUR/CNY
1 3 6 0 ,3 2
7 ,8 3 6 2
(+0 .3 %)
(+0 .1 %)
USD/RUB
USD/SGD
4 0 ,7 6 8 2
1 ,2 7 2 1
(+2 %)
(+0 .3 %)
Quelle: Bloomberg und HSH Nordbank, Wechselkurse vom 16.10.2014, 10:00 Uhr
Prognosen der HSH Nordbank
16.10.14
Zi n ssä t ze
31.12.14
31.03.15
30.06.15
30.09.15
31.12.15
1 0 :0 0 Uh r
USA
fed fu n ds (Zi el zon e) (% )
0,25
0 - 0 ,2 5
0 - 0 ,2 5
0 - 0 ,2 5
0 ,2 5
0 ,5 0
3-Mon a t s-Li bor -USD (% )
0,23
0 ,2 3
0 ,2 5
0 ,3 0
0 ,3 5
0 ,7 0
2-jä h r i ge St a a t sa n l ei h en (% )
0,30
0 ,5 0
0 ,5 0
0 ,5 5
0 ,7 5
1 ,0 0
5-jä h r i ge St a a t sa n l ei h en (% )
1,28
1 ,6 0
1 ,6 0
1 ,7 5
1 ,9 0
2 ,1 5
10-jä h r i ge St a a t sa n l ei h en (% )
2,06
2 ,4 0
2 ,4 0
2 ,6 0
2 ,8 0
3 ,1 0
2-jä h r i ge Swa psa t z (% )
0,58
0 ,7 5
0 ,7 0
0 ,7 5
0 ,9 5
1 ,2 0
5-jä h r i ge Swa psa t z (% )
1,48
1 ,7 5
1 ,7 5
1 ,9 0
2 ,1 0
2 ,3 5
10-jä h r i ge Swa psa t z (% )
2,22
2 ,5 5
2 ,5 5
2 ,7 5
2 ,9 5
3 ,2 5
T en der sa t z (% )
0,05
0 ,0 5
0 ,0 5
0 ,0 5
0 ,0 5
0 ,0 5
3-Mon a t s-Eu r i bor (% )
0,08
0 ,0 0
-0 ,0 5
-0 ,0 5
0 ,0 0
0 ,0 0
2-jä h r i ge Bu n desa n l ei h en (% )
-0,06
-0 ,1 0
-0 ,1 5
-0 ,1 5
-0 ,1 0
-0 ,0 5
5-jä h r i ge Bu n desa n l ei h en (% )
0,10
0 ,1 5
0 ,1 0
0 ,1 0
0 ,1 5
0 ,2 0
10-jä h r i ge Bu n desa n l ei h en (% )
0,75
0 ,9 0
0 ,8 0
0 ,8 0
0 ,9 0
1 ,0 0
2-jä h r i ge Swa psa t z (% )
0,21
0 ,2 0
0 ,1 5
0 ,1 5
0 ,2 0
0 ,2 5
5-jä h r i ge Swa psa t z (% )
0,41
0 ,4 5
0 ,4 0
0 ,4 0
0 ,4 5
0 ,5 0
10-jä h r i ge Swa psa t z (% )
0,99
1 ,1 0
1 ,0 0
1 ,0 0
1 ,1 0
1 ,2 0
Eu r o/US-Dol l a r
1,28
1 ,2 4
1 ,2 2
1 ,2 1
1 ,2 0
1 ,2 0
Eu r o/CHF
1,21
1 ,2 1
1 ,2 1
1 ,2 1
1 ,2 2
1 ,2 2
Eu r o/GBP
0,80
US-Dol l a r /Yen
106
0 ,7 7
1 07
0 ,7 6
1 09
0 ,7 5
112
0 ,7 4
115
0 ,7 4
117
Eu r ozon e
Wech sel ku r se
Quelle: Bloomberg, HSH Nordbank
Die Prognosen der HSH Nordbank werden monatlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine ausführliche Darstellung der Prognosen und der Prognoseveränderung ist in der
monatlich erscheinenden Publikation Rententrends enthalten. Aus Sicht eines Euro-Investors können die Renditen ausländischer Anleihen wie US-Staatsanleihen infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen. Hinweis: Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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16. Oktober 2014
SEITE 6
Glossar
Basispunkt
BIP
Covered Bonds
Credit Default Swap
(CDS)
Euribor
Emittent
EONIA
Futures
Ifo-Index
ISIN
ISM-Index
Leitzins
Libor
mom
Peripheriesprads
Pfandbrief
PMI-Index
Rating
Rendite
Renditekurve
(Zinsstrukturkurve)
Staatsanleiherendite
Staatsanleiheauktionen
Swap
Tapering
Wechselkurs
US-Treasuries
yoy
Zinsstrukturkurve
Zinssatz-Einheit, 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt. D.h. 25 Basispunkte sind 0,25 %. Basispunkte wird mit „bp“
abgekürzt
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP; im Englischen gross domestic product (GDP)) ist eine wichtige Kennzahl der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Sie gibt den Gesamtwert der innerhalb eines Jahres in einem Land hergestellten Güter, Waren und
Dienstleistungen für den Endverbrauch an.
Covered Bonds sind gedeckte Schuldverschreibungen. Besondere Eigenschaft ist der zweifache Schutz der Anleger durch einerseits Haftung des ausgebenden Finanzinstituts (meist eine Bank) und andererseits Deckung durch einen speziellen
Sicherheitenpool, häufig bestehend aus erstklassigen Hypotheken oder Anleihen des öffentlichen Sektors, auf die die Anleger bevorrechtigt zugreifen können. Deutsche Pfandbriefe (siehe Pfandbriefe) sind in diesem Sinne Covered Bonds. Jedoch sind Covered Bonds, die nicht aus Deutschland stammen und daher nicht unter das Pfandbriefgesetz fallen, keine Pfandbriefe. Der Begriff
„Covered Bond“ ist kein geschützter Begriff.
Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Finanzkontrakt, den zwei Vertragspartner miteinander abschließen und mit dem Ausfallrisiken gehandelt werden. Der eine Vertragspartner, der sogenannte Sicherungsgeber, sichert die Auszahlung einer Versicherungssumme zu, wenn der dem Kontrakt zugrundeliegende Anleiheschuldner ausfällt. Für diese Absicherung zahlt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber eine Prämie.
Die „Euro Interbank Offered Rate“ ist der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft. Der EURIBOR ist für kurzfristige Kredite Verhandlungsbasis (Banken verlangen den jeweiligen EURIBOR + x Basispunkte) und gibt wichtige Informationen für die Anlage von Festgeldern, da er als Referenz für die Festsetzung des Festgeldzinses benutzt wird.
Emittenten wie Banken, Investmentgesellschaften oder Staaten sind Herausgeber von Finanzprodukten.
Der „Euro Overnight Index Average“ ist der Zinssatz, für den sich Banken auf dem Interbankenmarkt im Euroraum über Nacht
gegenseitig Geld leihen können (kurzfristige unbesicherte Geldmarktkredite).
Futures sind börslich handelbare Terminkontrakte zwischen zwei Parteien. Im Gegensatz zu Optionen sind sie nicht nur halbseitig sondern sowohl für den Verkäufer (Verpflichtung zur Lieferung) als auch den Käufer (Verpflichtung zur Abnahme) verbindlich. Durch den Kontrakt wird das Underlying, die Menge, der Termin (fixer Zeitpunkt in der Zukunft) und der konkrete, bei Vertragsabschluss festgelegte, Preis geregelt.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex (kurz: Ifo-Index) ist ein Konjunkturindikator für Deutschland, der auf der Basis von rund 7000 Unternehmen vom ifo Insitut für Wirtschaftsforschung monatlich ermittelt wird und ein Frühindikator für die wirtschaftliche Ermittlung darstellt. Es gibt zahlreiche Unterindizes für einzelne Branchen.
Jedes am Markt gehandelte Wertpapier hat eine ISIN (International Securities identification Number oder Wertpapierkennnummer).
Der ISM-Index ist ein Konjunkturindikator bzw. Geschäftsklimaindex für die USA, der auf der Basis einer Umfrage unter USUnternehmen monatlich ermittelt wird. Er wird als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Es
gibt den ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe und den ISM-Index für den Dienstleistungssektor. Der ISM wird vom Institute for Supply Management erstellt.
Der Leitzins ist der Zinssatz, der von einer Zentralbank festgelegt und gesteuert wird. Je nach Zentralbank werden Zinssätze mit
unterschiedlichen Laufzeiten gesteuert. Die US-Notenbank zielt beispielsweise auf den Übernachtzinssatz (Laufzeit: 1 Tag), die
Europäische Zentralbank auf einen Geldmarktsatz mit einer Laufzeit von zwei Wochen und die Schweitzer Notenbank auf den
Libor für Schweizer Franken mit einer Laufzeit von drei Monaten.
Die „London Interbank Offered Rate“ (Libor) ist ein täglich festgelegter Referenzzinssatz im Interbankengeschäft, zu dem sich
Banken gegenseitig Geld leihen. Der 3-Monats-Libor ist z.B. der Zinssatz heute für ein über drei Monate laufendes Geldmarktgeschäft. Der Libor gilt bei vielen Finanzmarktgeschäften als Referenzgröße für die Zielrendite. Man spricht dann z.B. von dem 3Monats-LIBOR + 150 Basispunkten.
Veränderung von Finanz- und Konjunkturdaten gegenüber dem Vormonat (mom = month-on-month)
Peripheriespreads sind die Risikoaufschläge der Peripheriestaatsanleiherenditen gegenüber den Renditen deutscher Staatsanleihen mit der gleichen Laufzeit. Im Rahmen der Finanzmarktkrise innerhalb der Eurozone wird unterschieden zwischen der Peripherie (das sind die Länder, die von der Staatsschuldenkrise erfasst waren, wozu in der Regel Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien gezählt werden) und den Kernländern (das sind in der Regel Deutschland, Finnland, Niederlande und Österreich).
Von einer Bank begebene Anleihe, die durch eine Realsicherheit besichert ist. Dem Investor bietet neben der Bonität der emittierenden Bank im Fall einer Insolvenz eine sogenannte Deckungsmasse größere Sicherheit. Gemäß dem deutschen Pfandbriefgesetz kann man unterscheiden in Hypothekenpfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Immobilienkredite), Öffentlicher Pfandbrief (Deckung durch Kredite und Anleihen an die öffentliche Hand), Schiffspfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Schiffskredite) und Flugzeugpfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Flugzeugkredite). Das deutsche Pfandbriefgesetz legt bestimmte Bedingungen fest, durch die die Qualität der Deckungs-Vermögenswerte sichergestellt
werden soll. Pfandbriefähnliche Anleihen aus anderen Ländern werden im Allgemeinen „Covered Bonds genannt. Siehe dazu
auch „Covered Bonds“.
Der PMI-Index ist ein Konjunkturindikator bzw. ein Geschäftsklimaindex. PMI steht für Purchasing Manager Index und wird
von dem Unternehmen Markit für zahlreiche Länder und Regionen insbesondere für die beiden Sektoren „Verarbeitendes Gewerbe“ und „Dienstleistungssektor“ auf der Basis einer Umfrage unter Einkaufsmanagern erstellt. Die PMI-Indizes werden als
wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder einer Region angesehen.
Ein Rating (engl. für Einstufung/Bewertung) ist die Klassifizierung der Bonität von Wertpapier-Emittenten durch spezialisierte
Agenturen. Diese vergeben Codes zum Zweck der Einstufung. Die jeweiligen Codes variieren je nach Ratingagentur. Die größte
Ratingagentur Standard & Poor`s beispielsweise stuft von AAA bis D ein. AAA steht für die höchste Qualität. D für „in default“,
den Totalausfall des Schuldners.
Ganz allgemein gibt die Rendite das Verhältnis von Auszahlungen zu den Einzahlungen einer Kapitalanlage an und wird meist in
Prozent und pro Jahr angegeben. In der Regel beziehen sich die Research-Publikationen auf Anleiherenditen, die sich laufend
ändern können und vom Kupon und vom Wertpapierkurs abhängen. Die Rendite und der Kurs einer Anleihe bewegen sich bei
einer Anleihe mit einem festen Kupon umgekehrt zueinander.
Die Renditekurve (auch: Zinsstrukturkurve) zeigt an, welche Renditen für Anleihen verschiedener (Rest-)Laufzeiten eines Emittenten (z. B. der Bundesrepublik Deutschland) gezahlt werden. Eine Renditekurve wird steiler, wenn ein Anstieg der Zinssätze
erwartet wird. Investoren werden sich für kürzere Laufzeiten entscheiden und nicht Wertpapiere mit einer längeren Laufzeit kaufen, die daraufhin eher unattraktive Zinssätze aufweisen.
Rendite einer Staatsanleihe (siehe Rendite).
Staaten wie die USA und Deutschland versteigern Staatsanleihen im Rahmen von Staatsanleiheauktionen. Die Termine für diese
Auktionen stehen im Regelfall bereits mehrere Monate vorher fest.
Ein Austausch zukünftiger Zahlungsströme, bei der jede Partei die Zahlungsverbindlichkeiten der anderen übernimmt. Zielsetzung ist die Ausnutzung von relativen komparativen Vorteilen. (Arbitrage). Häufige Formen sind Zins- und Währungsswaps. Ein
Zins-Swapsatz ist ein Zinssatz, der sich im Rahmen eines derartigen Tauschgeschäftes ergibt. Der fünfjährige Euro-Swapsatz
ergibt sich aus dem Tausch des zukünftigen variablen Zahlungsstroms, der in der Regel auf der Basis des Drei-Monats-Euribors
festgestellt wird, gegen einen festen Zinssatz. Letzterer ist der Euro Zins-Swapsatz.
Tapering bezeichnet die Reduktion von Anleiheankäufen durch die Notenbank über einen längeren Zeitraum.
Der Wechselkurs bezeichnet den Preis für eine Währung in Einheiten einer anderen Währung. Der EUR/USD-Wechselkurs bezeichnet beispielsweise den US-Dollar Preis, der für einen Euro bezahlt werden muss.
Staatsanleihen, die von der US-Zentralregierung emittiert werden und eine Laufzeit von mehr als einem Jahr bis zu zehn Jahren
Laufzeit haben. US-Bills haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr und US-Notes von mehr als zehn Jahren.
Veränderung gegenüber dem gleichen Tag/Monat/Zeitraum vom Vorjahr (yoy = year-on-year)
Siehe Renditestrukturkurve
Quelle: HSH Nordbank
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16. Oktober 2014
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