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Hochschulverbund Psychotherapie NRW - Ruhr-Universität Bochum

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Hochschulverbund Psychotherapie NRW
10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
Übersicht der Workshops und Vorträge samt Kurz- und Langabstract.
Anbieter/Institut (alphabetisch nach Namen sortiert )
1.
Dipl.-Psych. Merle Ahrberg/ Dipl.-Psych. Julia
Hitzel
Workshops
Keine Panik bei Panik und Phobien!
Kurzabstracts
Vertiefung von Konfrontationsverfahren bei Panik und Phobien: Möglichkeiten von Reizkonfrontation und
Symptomprovokation, Umgang mit
typischen Schwierigkeiten bei der
Exposition und Vorgehen bei seltenen
spezifischen Phobien in Theorie &
Praxis.
Langabstracts
Reizkonfrontation in vivo gilt als Mittel der Wahl bei der
verhaltenstherapeutischen Behandlung von Panik und
Phobien. Der Workshop soll als fallbezogene Vertiefung
von Konfrontationsverfahren verstanden werden, indem
wir die unterschiedlichen Varianten von Reizkonfrontationen sowie die wichtigsten Elemente der Exposition bei
Panikstörung und spezifischen Phobien zusammentragen
und an vielen Punkten auch selbst ausprobieren werden.
Dabei möchten wir auf viele spezielle therapiepraktische
Fragen Antworten geben wie z.B.: Wie setze ich Reizkonfrontationen bei Panikstörungen ein, die über den Hyperventilationstest hinausgehen? Wie gehe ich bei seltenen
Phobien vor, wie z.B. der Angst vor Übelkeit/Erbrechen
oder der Angst vor bestimmten Tieren (Vögel, Spinnen
etc.)? Wie kann ich längere Expositionssitzungen in meine
Therapieorganisation integrieren? Zudem werden wir auf
typische Schwierigkeiten eingehen, die im Rahmen von
Konfrontationstherapien auftreten können, wie z.B. Motivationsprobleme von Patienten, Grenzen der Reizkonfrontation bei Patienten mit körperlichen Erkrankungen/ Ein-
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Abstracts Stand: März 2014
schränkungen etc.
Als Therapeutinnen im Forschungsprojekt „Psychotherapie bei Angstanfällen und Phobien“ der Ruhr-UniversitätBochum mit derzeit mehr als 120 behandelten Patienten
besteht ein Schwerpunkt unserer therapeutischen Arbeit
in der Durchführung von Reizkonfrontationen innerhalb
und außerhalb des Therapieraumes.
2.
Dipl.-Psych. Renate Bauer/
Prof. Dr. Reinhard Maß
Das Hamburger Modell der
Paartherapie bei sexuellen
Störungen
Es wird die Sexualtherapie nach dem
Hamburger Modell vorgestellt, die für
Paare in fester Partnerschaft mit
sexuellen Funktionsstörungen geeignet ist.
Der hier vorgestellte psychotherapeutische Ansatz zielt
auf Paare in fester Partnerschaft, bei denen sexuelle
Funktionsstörungen (Ejaculatio praecox, Vaginismus,
Erektionsstörungen, Dyspareunie etc.) aufgetreten sind.
Ausgehend von dem Ansatz von Masters und Johnson
wurde in der Abteilung für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am UKE in Hamburg im Laufe der letzten
Jahrzehnte ein effektives Behandlungsangebot entwickelt,
bei dem verhaltenstherapeutische, tiefenpsychologische
und körpertherapeutische Komponenten miteinander in
einer intensiven übungs- und erfahrungsorientierten Therapie verbunden wurden. In dem Workshop soll eine Übersicht über diesen Therapieansatz gegeben werden, es
sollen dabei auch einzelne Techniken näher vorgestellt
werden; Möglichkeiten und Grenzen, Indikationen und
Kontraindikationen werden aufgezeigt. Der Workshop
umfasst Übungen und praktische Beispiele aus dem psychotherapeutischen Alltag. Die Veranstaltung richtet sich
vorwiegend an psychotherapeutisch tätige psychologische
und ärztliche Kolleginnen und Kollegen, die eine sexualtherapeutische Weiterbildung in Betracht ziehen.
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3.
Dr. Kai Baumann
Posttraumatische Verbitterungsstörung und Weisheitstherapie
Weisheitstherapie ist ein Ansatz zur
Behandlung von Ärger- und Kränkungserleben durch Verbesserung
der Fähigkeit zum Perspektivwechsel
und der Suche nach verschiedenen
Sinn stiftenden Perspektiven.
Kränkungen und anhaltender massiver Ärger durch z. B.
Arbeitsplatzverlust, Arbeitsplatzkonflikte (Mobbing) oder
Partnerschaftskonflikte führen häufig zu protrahierten
Anpassungsstörungen, die im klinischen Alltag eine große
Rolle spielen und psychotherapeutisch schwer zu behandeln sind.
Ein neuer Subtyp der Anpassungsstörungen, der sich auf
lebensübliches Kränkungs- und Ärgererleben bezieht, ist
das Konzept der Posttraumatischen Verbitterungsstörung
(PTED) mit dem Leitsymptom der anhaltenden Verbitterung.
Weisheitstherapie ist ein verhaltenstherapeutischer Behandlungsansatz für PTED und Anpassungsstörungen, der
auf dem für psychotherapeutische Fragestellungen erweiterten Berliner Weisheitsparadigma nach Baltes basiert.
Das Ziel der Weisheitstherapie ist die Steigerung der Problembewältigungskompetenzen beispielsweise durch Verbesserung von emotionalen Kompetenzen, der Fähigkeit
zum Perspektivwechsel und der Suche nach verschiedenen Sinn stiftenden Perspektiven.
Neben der Vorstellung des Konzeptes der PTED sollen
verschiedene Techniken der Weisheitstherapie durch
praktische Übungen gezeigt werden.
4.
Dr. Margarete Bolten
Behandlungskonzepte und methoden bei Schreistörungen
im Säuglings- und Kleinkindalter
Im Workshop werden anhand von
videogestützten Fallvignetten das
diagnostische und therapeutische
Vorgehen bei Schrei- und Schlafstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter vorgestellt.
Wenn Paare Eltern werden, kann dies, neben all dem Neuen und Schönen, auch eine Reihe von Herausforderungen
und Schwierigkeiten mit sich bringen, die bewältigt werden müssen. Kinder, die exzessiv schreien, quengeln und
Probleme mit dem Schlafen haben, können Eltern an ihre
Belastungsgrenzen bringen. Die Bewältigung dieser Verhaltensprobleme hängt von der Balance zwischen kindli-
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cher Regulationsfähigkeit und den intuitiven Regulationshilfen der Eltern ab. Wenn sich Eltern jedoch von ihrem
Kind völlig überfordert fühlen, ist es schwierig und oft
ohne Hilfe kaum möglich diese Probleme zu überwinden.
Deshalb brauchen sowohl die Eltern als auch das Kind
Unterstützung, um ein Persistieren dieser Schwierigkeiten
und tiefer greifende Störungen der Eltern-Kind-Beziehung
zu vermeiden. Denn Fehlentwicklungen in diesem Lebensalter können langfristige negative Entwicklungsverläufe
nach sich ziehen, weshalb die frühzeitige Behandlung
dieser Verhaltensprobleme einen hohen präventiven Wert
hat.
Im Workshop werden anhand von videogestützten Fallvignetten das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei
Schreiproblemen sowie Schlafstörungen im Säuglingsund Kleinkindalter vorgestellt.
5.
Dr. Margarete Bolten
Behandlungskonzepte und methoden bei Fütterstörungen
im Säuglings- und Kleinkindalter
Im Workshop werden anhand von
videogestützten Fallvignetten das
diagnostische und therapeutische
Vorgehen bei Fütterstörungen im
Säuglings- und Kleinkindalter vorgestellt.
Regelmäßige Nahrungsverweigerung, Würge- bzw. Brechattacken, bizarres Essverhalten oder Gedeihstörungen
ohne medizinische Ursache treten bei ca. 10 % aller gesunden, reifgeborenen Säuglinge und Kleinkinder auf und
sind ein häufiger Grund für große Besorgnis bei den betroffenen Eltern. Familieninteraktionen werden durch eine
Fütterstörung häufig sehr stark beeinträchtigt. Oft entwickeln sich dysfunktionale Interaktionsmuster hinsichtlich
des Fütterns bzw. Essens, die über einen langen Zeitraum
persistieren.
Im Workshop werden anhand von videogestützten Fallvignetten das diagnostische und therapeutische Vorgehen bei
Fütterstörungen im Säuglings- und Kleinkindalter vorgestellt. Dabei wird insbesondere auf die pädiatrische, funktionelle und psychologische Diagnostik sowie Interventionsmaßnahmen zur Stärkung der Eltern-Kind-Interaktion
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eingegangen. Es wird ein Therapiekonzept vorgestellt, das
insbesondere den Auf- und Ausbau von selbst-regulierter
und lustvoller Nahrungsaufnahme des Kindes sowie die
bedürfnisgerechte und freudvolle Eltern-Kind(Fütter/Ess)-Interaktion fokussiert.
6.
Dr. Henrik Büch
Individualisierte Therapie von
Kindern und Jugendlichen mit
sozialen Ängsten im Einzeltherapiesetting nach dem Therapieprogramm THAZ
Wie führe ich eine erfolgreiche Therapie von sozialen Ängsten bei Kindern
im Einzeltherapiesetting durch? In
dem Workshop wird die Behandlung
nach dem Therapieprogramm THAZ
soziale Ängste vorgestellt.
Wie behandele ich Kinder mit sozialen Ängsten im Einzeltherapiesetting?
Der Workshop stellt das therapeutische Vorgehen bei der
Behandlung von sozialen Ängsten im Kindesalter nach
dem Therapieprogramm THAZ soziale Ängste vor. Das
Behandlungsmanual ist der 2. Band des Therapieprogramms für Kinder und Jugendliche mit Angst- und
Zwangsstörungen (THAZ). Das Manual ist modular aufgebaut und besteht aus kind- und elternzentrierten Interventionen, die individuell angepasst werden können. In dem
Workshop werden die einzelnen therapeutischen Interventionen von THAZ soziale Ängste praxisnah an VideoFallbeispielen und in Kleingruppenarbeit eingeübt. Beim
Aufbau sozialer Kompetenzen wird unterschieden zwischen Fertigkeiten, um Kontakte zu knüpfen (z.B. Grüßen,
Gespräche führen, mit anderen spielen) und Fertigkeiten,
um Konflikte zu lösen (z.B. Umgang mit geärgert werden,
sich zur Wehr setzen oder seine Meinung äußern). Die
Planung, Vermittlung und Durchführung von Expositionsübungen wird praxisnah und konkret vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt wird auch auf den Einbezug der
Eltern gelegt, der in der Einzeltherapie von sozialen Ängsten oftmals einen wichtigen Stellenwert hat.
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7.
PD Dr. Ralf Demmel
Motivational Interviewing, Teil
1: Wie motiviere ich »unmotivierte« Patienten?
Im Fokus des Workshops stehen Interventionen zur Förderung der Behandlungsmotivation bzw. Veränderungsbereitschaft (Readiness Ruler,
Value Card Sort etc.).
Motivational Interviewing (MI) ist ein zugleich patientenzentriertes und direktives Behandlungsverfahren. Zentrales Merkmal ist der Verzicht auf ein konfrontatives Vorgehen: Die Vorbehalte des Patienten werden nicht als »Widerstand« (»Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug!«), sondern vielmehr als »normale« Reaktion auf verfrühte Forderungen des Therapeuten verstanden.
MI wurde zunächst in Abgrenzung zur herkömmlichen –
meist konfrontativen – Behandlung alkoholabhängiger
Patienten entwickelt. In den vergangenen Jahren wurde
der Anwendungsbereich jedoch zunehmend erweitert
(Adipositas, Anorexia nervosa, Diabetes, Störungen im
Kindes- und Jugendalter etc.). Insbesondere »schwierige«
Patienten scheinen von einer solchen Behandlung zu profitieren.
Im Fokus des ersten Workshops stehen Interventionen zur
Förderung der Behandlungsmotivation bzw. Veränderungsbereitschaft (Readiness Ruler, Value Card Sort etc.).
Methoden: Referate, Rollenspiele, Paper-and-PencilÜbungen, Auswertung von Audio- und Videoaufzeichnungen, Life- und Videodemonstrationen.
8.
PD Dr. Ralf Demmel
Motivational Interviewing, Teil
2: Widerstand – was tun?
Im Fokus des zweiten Workshops
stehen Interventionen zur Vermeidung von Widerstand (Agreement
with a twist, Shifting focus etc.).
Motivational Interviewing (MI) ist ein zugleich patientenzentriertes und direktives Behandlungsverfahren. Zentrales Merkmal ist der Verzicht auf ein konfrontatives Vorgehen: Die Vorbehalte des Patienten werden nicht als »Widerstand« (»Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug!«), sondern vielmehr als »normale« Reaktion auf ver-
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frühte Forderungen des Therapeuten verstanden.
MI wurde zunächst in Abgrenzung zur herkömmlichen –
meist konfrontativen – Behandlung alkoholabhängiger
Patienten entwickelt. In den vergangenen Jahren wurde
der Anwendungsbereich jedoch zunehmend erweitert
(Adipositas, Anorexia nervosa, Diabetes, Störungen im
Kindes- und Jugendalter etc.). Insbesondere »schwierige«
Patienten scheinen von einer solchen Behandlung zu profitieren.
Im Fokus des zweiten Workshops stehen Interventionen
zur Vermeidung von Widerstand (Agreement with a twist,
Shifting focus etc.).
Methoden: Referate, Rollenspiele, Paper-and-PencilÜbungen, Auswertung von Audio- und Videoaufzeichnungen, Life- und Videodemonstrationen.
9.
Dr. Julia Diemer
Der Einsatz virtueller Realität
in der Psychotherapie
Der Workshop vermittelt den Forschungsstand zu Virtueller Realität
(VR) in der Expositionstherapie und
ermöglicht im praktischen Teil das
Ausprobieren eines VR-Systems.
Die Durchführung von Expositionstherapien in vivo ist teilweise sehr aufwändig und die gefürchteten Stimuli können
nur eingeschränkt aufgesucht bzw. kontrolliert werden.
Durch die Entwicklung moderner Computertechnologie ist
es inzwischen möglich kostengünstig virtuelle Welten zu
generieren und zu präsentieren, in denen sich Patienten
„präsent“ fühlen. Virtuelle Welten werden auf ihren Einsatz bei der Expositionstherapie zunehmend wissenschaftlich untersucht und haben sich als effektiv erwiesen.
Im Workshop werden der Stand der Forschung im Bereich
der Expositionstherapie mit virtuellen Welten sowie der
Einsatz von VR als Forschungsmethode vermittelt. Durch
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
Videopräsentationen wird ein Eindruck von verschiedenen
virtuellen Welten gegeben. Zusätzlich wird eine Einführung in das notwendige Equipment für die Durchführung
einer VR Exposition gegeben und Fragen der praktischen
Umsetzung dargestellt. Die Vorteile und Nachteile von VR
Exposition sowie Einsatzfelder sollen diskutiert werden.
In einem „Hands-on“-Teil können die Teilnehmer selbst in
VR Welten, die mittels Head-Mounted Display und Head
Tracking System präsentiert werden, eintauchen.
10. Prof. Dr. med. Matthias
Dose
Manie, Wahn, Schizophrenie –
Wie werden Manie, Wahn und SchizoMöglichkeiten und Grenzen der phrenie medikamentös behandelt?
Psychopharmakologie
Was sind erwünschte, was unerwünschte Wirkungen? Zahlreiche
Video-Beispiele begleiten die Vermittlung der Grundlagen der Psychopharmakologie.
Grundlage der Behandlung von Manie, Wahn und Schizophrenie ist nach derzeit verbindlichen Leitlinien sämtlicher
internationaler Fachgesellschaften die Behandlung mit
Psychopharmaka. Für Psychotherapeut/inn/en ist es daher wichtig, von Patienten genannte Psychopharmaka
bezüglich ihrer erwünschten und unerwünschten Wirkungen zu kennen und einschätzen zu können.
Im Workshop werden die wichtigsten zur Behandlung von
Manie, Wahn und Schizophrenie eingesetzten Medikamentengruppen (Antipsychotika, „mood-stabilizer“, Antidepressiva und Tranquilizer) nach folgendem Schema besprochen:
Struktur, Wirkungsmechanismus, erwünschte und unerwünschte Wirkungen (mit zahlreichen Videobeispielen für
wichtige unerwünschte Wirkungen) sowie häufig gebrauchte Handelspräparate der einzelnen Gruppen. An
einigen Beispielen wird auch die kritische Rezeption von
Leitlinien und klinischen Studien zu Medikamentenwirkungen diskutiert.
Ziel des Workshops: Die Teilnehmer/innen können von
ihren Patienten genannte Medikamente hinsichtlich zu
erwartender Wirkungen und Nebenwirkungen zuordnen
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und die Frage beantworten, ob von den Patient/inn/en
geklagte Phänomene störungs- oder medikamentenbedingt sind.
11. Prof. Dr. med. Matthias
Dose
Manie, Wahn, Schizophrenie –
Klassifikation und Diagnostik
nach ICD-10
An zahlreichen Video-Beispielen aus
dem klinischen Alltag lernen die Teilnehmer/innen, psychopathologische
Befunde zu erheben und im Sinne
einer Diagnose nach ICD-10 zu klassifizieren.
Auf Grundlage von Patienten-Videos lernen die Teilnehmer/innen Manie, Wahn und Schizophrenie an Beispielen
aus der klinischen Praxis kennen.
Die Videos dienen zum Einüben der Erhebung des psychopathologischen Befundes nach dem AMDP-System.
Die Diskussion des psychopathologischen Befundes ist die
Grundlage der gemeinsamen Überlegungen zur diagnostischen Zuordnung im Rahmen der „Internationalen Klassifikation psychischer Störungen/ICD-10“.
Gemeinsam werden die Hauptmerkmale des jeweiligen
Störungsbildes, mögliche Differenzialdiagnosen und die
Kriterien der ICD-10 für die jeweiligen Störungsbilder besprochen.
12. Prof. Dr. med. Matthias
Dose
Autismus Spektrum Störungen
– Qualifizierte statt „Mode“Diagnosen
Autismus-Spektrum-Störungen auf
dem „Vormarsch“? Video- und Fallbeispiele vermitteln Grundlagen einer
qualifizierten und damit gegenüber
„Selbst“ - und „Schnell“-Diagnosen
validen Diagnostik bei Erwachsenen.
Spezialisierte Einrichtungen zur Diagnostik und Therapie
autistischer Störungen bei Erwachsenen werden häufig
von Personen aufgesucht, die (z.T. nach Recherche und
„Selbst-Test“ mit Fragebögen im „Internet“) zu der Überzeugung gelangt sind, von einer Störung des autistischen
Spektrums (in der Regel „Asperger-Syndrom“) betroffen
zu sein.
Demgegenüber lässt sich im Rahmen einer gründlichen
Erhebung der Vorgeschichte (möglichst unter Einbeziehung fremdanamnestischer Angaben aus dem familiären
und sozialen Umfeld), psychiatrischen und testpsychologi-
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schen Untersuchung die selbstgestellte Diagnose eines
„Asperger-Syndroms“ häufig nicht bestätigen.
Mehrere spezialisierte Ambulanzen berichten, dass die
selbst gestellte Diagnose einer „Autismus-SpektrumStörung“ (oft zur Enttäuschung und Erzürnung der Untersuchten) in mehr als 50% nicht bestätigt werden kann.
Als wichtiges differenzialdiagnostisches Kriterium erweist
sich dabei die Frage, ob die (von nahezu allen Patienten)
geschilderten Probleme der „reziproken sozialen Interaktion und Kommunikation“ nicht einer anderen psychischen
Störung (z.B. einer schizotypen oder schizophrenen oder
einer Zwangsstörung) zuzuordnen sind.
An Video-und Fallbeispielen werden die Schritte zur Diagnostik vermittelt und Differenzialdiagnosen ausführlich
erklärt und diskutiert.
13. Dr. Anne Dyer
Dialektisch-behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung nach Gewalterfahrungen in der Kindheit –
Teil I
Die DBT-PTSD ist ein Behandlungsprogramm für Patienten mit schwerer
Posttraumatischer Belastungsstörung nach kindlichen Gewalterfahrungen. Dieser Workshop stellt die
Grundlagen der DBT-PTSD dar.
Die DBT-PTSD ist ein Behandlungsverfahren für Patienten
mit schwerer Posttraumatischer Belastungsstörung nach
schwerer Gewalterfahrung in der Kindheit. Wir adaptierten
eine Kombination aus Interventionen der DialektischBehavioralen Therapie, der traumafokussierten Kognitiv
Verhaltenstherapie und neuen Behandlungselementen so,
dass sie den spezifischen Bedürfnissen dieser Patienten
gerecht werden. Die Effektivität der stationären DBTPTSD wurde über eine randomisiert-kontrollierten Studie
nachgewiesen. Die niedrige Drop-out Quote legt eine hohe
Akzeptanz der expositionsorientierten Behandlung durch
die Patienten nahe.
Dieser Workshop stellt das Behandlungsprogramm sowie
die wichtigsten Behandlungsmethoden im Überblick vor.
Ein Schwerpunkt liegt auf den zu beachtenden Besonder-
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
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heiten dieser Patientengruppe. Darüber hinaus wird mit
der dynamischen Hierarchie eine Möglichkeit der Hierarchisierung von Behandlungszielen dargestellt. Es werden
sowohl Fallbeispiele vorgestellt als auch Übungen durchgeführt.
Grundlagenkenntnisse der DBT und der traumafokussierten Kognitiven Verhaltenstherapie werden vorausgesetzt.
14. Dr. Anne Dyer
Dialektisch-behaviorale Therapie für Posttraumatische Belastungsstörung nach Gewalterfahrungen in der Kindheit –
Teil 2
Die DBT-PTSD ist ein Behandlungsprogramm für Patienten mit schwerer
Posttraumatischer Belastungsstörung nach kindlichen Gewalterfahrungen. Dieser Workshop stellt die
Grundlagen der DBT-PTSD dar.
Die DBT-PTSD ist ein Behandlungsverfahren für Patienten
mit schwerer Posttraumatischer Belastungsstörung nach
schwerer Gewalterfahrung in der Kindheit. Wir adaptierten
eine Kombination aus Interventionen der DialektischBehavioralen Therapie, der traumafokussierten Kognitiv
Verhaltenstherapie und neuen Behandlungselementen so,
dass sie den spezifischen Bedürfnissen dieser Patienten
gerecht werden. Die Effektivität der stationären DBTPTSD wurde über eine randomisiert-kontrollierten Studie
nachgewiesen. Die niedrige Drop-out Quote legt eine hohe
Akzeptanz der expositionsorientierten Behandlung durch
die Patienten nahe.
Dieser Workshop stellt das Behandlungsprogramm sowie
die wichtigsten Behandlungsmethoden im Überblick vor.
Ein Schwerpunkt liegt auf den zu beachtenden Besonderheiten dieser Patientengruppe. Darüber hinaus wird mit
der dynamischen Hierarchie eine Möglichkeit der Hierarchisierung von Behandlungszielen dargestellt. Es werden
sowohl Fallbeispiele vorgestellt als auch Übungen durchgeführt.
Grundlagenkenntnisse der DBT und der traumafokussierten Kognitiven Verhaltenstherapie werden vorausgesetzt.
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Abstracts Stand: März 2014
15. Dipl.-Psych. Margarita
Engberding/ Dipl.-Psych.
Julia Beumler
Prokrastination - pathologisches Aufschieben
Der Workshop „Prokrastination - Pathologisches Aufschieben“ umfasst:
•
Symptome und Verbreitung:
Ab wann ist Aufschieben
pathologisch?
•
Differentialdiagnostik
•
Ätiologie & Störungsmodell
•
Therapeutisches Vorgehen
•
Schwierige Therapiesituationen
In diesem Workshop werden folgende Inhalte vermittelt
und mit praktischen Übungen vertieft:
• Symptome und Verbreitung von pathologischem Aufschieben (Prokrastination): Aufschieben – das tut doch
fast jeder mal (durchschnittlich nur 2% kennen es gar
nicht von sich)! Aber ab wann ist Aufschieben behandlungsbedürftig oder pathologisch?
• Differentialdiagnostik: Abgrenzung zu Depression,
ADHS, Prüfungsangst und relevanten Achse II Störungen
(insb. narzisstische/zwanghafte PS)
• Ätiologische Faktoren und Zusammenhang mit relevanten psychischen Merkmalen (z.B. Versagens- und Bewertungsangst., Perfektionismus, self-handicapping)
• Bedingungsanalyse & Störungsmodell
• Behandlungsziele und zentrale Therapiebausteine
• Wirkmechanismen der Verhaltensänderung: Realistische Planung, Pünktlichkeit und Arbeitszeitrestriktion
• Welche therapeutische Haltung ist günstig bei Prokrastination? Therapeutische Interaktion und schwierige Therapiesituationen
16. Dipl.-Päd. Martin Faber
Multimodale Therapie von Kindern mit aggressivem Verhalten mit den Therapieprogramm
THAV und dem computergestützten Training ScouT
Im Kurs wird das Therapieprogramm
für Kinder mit aggressivem Verhalten
(THAV) vorgestellt und das computergestützte Training für Kinder mit
aggressivem Verhalten ScouT kennengelernt.
Die Therapie von Kindern mit aggressiven Verhaltensstörungen stellt eine besondere Herausforderung dar, weil
diese Störungen häufig auftreten, meist einen chronischen
Verlauf haben und schwer zu behandeln sind. Neben elternzentrierten Interventionen sind patientenzentrierte
soziale Kompetenztrainings zum Standard in der Verhaltenstherapie geworden.
Der Kurs wird einen Überblick über das Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV)
geben. THAV stellt ein umfassendes Behandlungspaket
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
zur multimodalen Behandlung von Kindern im Alter von 612 Jahren mit aggressivem Verhalten besonders gegenüber Gleichaltrigen dar. Es kann im Einzel- oder Gruppensetting durchgeführt werden. Patientenzentrierte Interventionen bilden den Kern der Behandlung. Schwerpunkte
liegen hierbei auf der Schulung der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung, der Entwicklung und Stärkung
von Impulskontrolle, dem sozialen Fertigkeitentraining
sowie auf der Modifikation sozialer Interaktionen. Darüber
hinaus bezieht das Therapieprogramm auch familien- und
schulzentrierte Interventionen mit ein.
17. Dipl.-Psych. Dr. Jule Frettlöh
Psychologische Behandlung
von chronischen Schmerzstörungen
Des Weiteren wird das computergestützte Training für
Kinder mit aggressiven Verhalten ScouT vorgestellt.
Der Workshop soll Einblicke in die
Entsprechend der von der IASP (International Association
diagnostische und therapeutische
for the Study of Pain) empfohlenen und inzwischen allgeVorgehensweisen der speziellen
mein anerkannten Sichtweise ist chronischer Schmerz Schmerzpsychotherapie (SSPT) geunabhängig vom jeweiligen Krankheitsbild - als ein mulben. Anhand von Fallbeispielen sollen tidimensionales Phänomen zu betrachten. Die Erkrankung
Möglichkeiten und Grenzen dieser
beschränkt sich nicht nur auf das Erleben des zum Teil
therapeutischen Arbeit verdeutlicht
langjährigen Schmerzes selbst, sondern wird im Verlauf
werden.
der Chronifizierung insbesondere im Verhalten, in Stimmungen und Gefühlen, in Gedanken, Erwartungen und
Überzeugungen sichtbar. Infolge chronischer Schmerzen
verändert sich nicht selten auch die soziale und wirtschaftliche Situation der Patienten. Chronische
Schmerzerkrankungen sind somit ein komplexes Ereignis,
an dessen Entstehung und Aufrechterhaltung neben physiologischen auch psychische (d.h. emotionale, kognitive
und verhaltensmäßige) Komponenten beteiligt sind. Die
psychischen Anteile bestimmen in erheblichem Ausmaß
die Beeinträchtigung des Patienten und damit seine Therapiebedürftigkeit.
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Abstracts Stand: März 2014
18. Prof. Dr. Kurt Hahlweg
Familienbetreuung schizophre- Der Einbezug von Familienangehöriner Patienten zur Rückfallpro- gen in die ambulante Nachbetreuung
phylaxe
senkt die hohe Rückfallrate bei schizophrenen Patienten deutlich: von ca.
40% auf ca. 10% im ersten Jahr nach
Klinikentlassung.
Nach einem theoretischen Überblick über die psychologischen Aspekte der Schmerzchronifizierung und den damit
verbundenen Folgen für Patienten werden die zentralen
Wirkfaktoren psychologischer Schmerztherapie diskutiert.
Es folgt eine Darstellung der psychologischdiagnostischen Methoden (Schmerzanamnese bzw. Exploration; Schmerz-Psychometrie). Aus den diagnostischen
Befunden werden die Ziele der psychologischen Schmerzbehandlung sowie mögliche Interventionsansätze abgeleitet. Verschiedene verhaltenstheoretische Interventionsmodule werden an einem ausführlichen Fallbeispiel vorgestellt und auf Wunsch im Rollenspiel demonstriert.
Durch den Einbezug von Familienangehörigen in die ambulante Nachbetreuung kann die immer noch hohe Rückfallrate bei schizophrenen Patienten deutlich gesenkt werden:
von ca. 40% bei üblicher psychiatrischer Langzeittherapie
auf ca. 10% im ersten Jahr nach Klinikentlassung. Im Kurs
sollen die wesentlichen Komponenten dieser Art von
Rückfallprophylaxe dargestellt und eingeübt werden: Diagnostik, insbesondere Verlaufsdiagnostik psychotischer
Erkrankungen, Analyse familiärer Kommunikation; Aufklärung der Familie über Entstehung und Verlauf von Psychosen; Wirkung der Neuroleptika-Medikation; Kommunikations- und Problemlösetraining und Möglichkeiten der
Krisenintervention. Auf das Vorgehen im Rahmen einer
ambulanten Einzeltherapie mit psychotischen Patienten
wird ebenfalls eingegangen
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Abstracts Stand: März 2014
19. Dr. Nina Haible-Baer
Psychotherapie bei ADHS im
Erwachsenenalter
20. Dipl.-Psych. Rebecca
Hartmann/ Dr. Julia Wager
Chronische Schmerzen im
Kindes- und Jugendalter:
Schmerz als Symptom in der
psychotherapeutischen Arbeit
Erwachsene mit ADHS kommen immer häufiger auch in
die psychotherapeutische Versorgung. Nicht zuletzt deswegen, weil sich in den Behandlungsleitlinien die Empfehlung zur dualen Behandlung von Medikation und Psychotherapie durchgesetzt hat.
Was aber die konkreten therapeutischen Maßnahmen
sind, welche zur Linderung der Symptomatik führen ist
noch nicht genauer definiert. Gerne wird vom verhaltenstherapeutischen Vorgehen als effektive Behandlung bei
ADHS im Erwachsenenalter gesprochen. Das tatsächliche
Vorgehen kann jedoch äußerst vielfältig sein.
In diesem Workshop sollen verschiedene therapeutische
Ansätze zum Umgang mit ADHS im Erwachsenenalter
vorgestellt und von den Teilnehmern erarbeitet werden.
Im Mittelpunkt soll dabei das „Training bei ADHS im Erwachsenenalter“ stehen.
Den Teilnehmern soll eine Vorstellung zur konkreten Gliederung und Umsetzung der psychotherapeutischen ADHSBehandlung vermittelt werden. Gerne können die Teilnehmer eigene Fallbeispiele und Fragen mitbringen.
Der Workshop gibt einen Überblick
Chronische Schmerzen treten im Kindes- und Jugendalter
über häufige Schmerzarten im Kinhäufig auf. Bei ca. 3-5% kommt es zu ausgeprägten Beeindes-/Jugendalter und deren Diagnos- trächtigungen im Alltag, Schulausfällen und emotionaler
tik. Auf Grundlage eines biopsychoso- Beeinträchtigung. Chronische Schmerzen haben eine hohe
zialen Modells werden multimodale
Komorbidität mit anderen psychischen Störungen.
Behandlungsmethoden erarbeitet
Daher sind Psychotherapeuten immer wieder mit Schmerz
konfrontiert, auch wenn es nicht das Leitsymptom ist. Die
Wirksamkeit multimodaler Ansätze in der Schmerztherapie ist belegt. Der Workshop bietet einen Überblick über
häufig auftretende Schmerzarten und deren differentialdiagnostische Abgrenzungen. Es werden diagnostische Instrumente vorgestellt, die eine Klassifikation der chroni-
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schen Schmerzen ermöglichen. Auf der Grundlage des
biopsychosozialen Modells zur Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen Schmerzen werden multimodale schmerztherapeutische Interventionen anhand von
ausgewählten Fallbeispielen besprochen. Zudem wird die
Rolle der Eltern bei der Entstehung und Aufrechterhaltung chronischer Schmerzen erarbeitet.
Der Workshop bietet einen wissenschaftlichen Überblick
und zielt durch Übungen darauf ab, dass vorgestellte Konzepte in den eigenen klinischen Alltag übertragen werden.
21. Dr. Jens Hartwich-Tersek
Alles Psyche oder was? Behandlung somatoformer Störungen
In dem Workshop wird u.a. anhand
von Fallbeispielen spezifisch auf Gesprächsführungstechniken und Interventionen eingegangen.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass Patienten mit
unklaren körperlichen Beschwerden (z.B. somatoforme
Schmerzstörung, Fibromyalgie, Somatisierungsstörung
oder Hypochondrie) von psychologischen Behandlungen
profitieren können. Allerdings erschweren ein somatisch
orientiertes Krankheitsverständnis sowie sozialmedizinische Probleme (z.B. ein Rentenbegehren) die Arbeit mit
diesen Patienten, die deswegen allgemein als „schwierig“
gelten.
In dem Workshop wird der Beziehungsaufbau und das
Vermitteln des biopsychosozialen Störungsmodells bei
Patienten mit unklaren körperlichen Beschwerden vermittelt. Spezifisch wird auf Gesprächsführungstechniken,
Einsatz von Biofeedback und kognitive Interventionen eingegangen. Anhand von Fallbeispielen und auch Fallvorstellungen seitens der Workshopteilnehmer werden Ideen
entwickelt, wie Patienten mit unklaren körperlichen Beschwerden zur psychologischen Behandlung motiviert
werden können - und wie Erfolge der Psychotherapie bei
dieser Patientengruppe gesteigert werden können.
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Abstracts Stand: März 2014
22. Dipl.-Psych. Vivian Jückstock
23. Dipl.-Psych. Stephan Kauffeldt
Psychotherapie bei Sexualstraftätern
Psychose und Fitness – Ein
Widerspruch? (Salutogene
Aspekte bei der Bewältigung
von Psychosen)
Empirisch fundierte Therapie von
Sexualstraftätern soll anhand von
psychodynamisch und kognitivbehavioral geprägten einzel- und
gruppentherapeutischen Vorgehensweisen praxisnah vermittelt werden.
Ziel dieses Workshops ist es, Hintergründe und Vorgehensweisen empirisch fundierter Therapie von Sexualstraftätern praxisnah zu vermitteln.
Im ersten Teil des Workshops werden diagnostische Gesichtspunkte besprochen, anschließend werden unterschiedliche Instrumente zur Risikoerfassung vorgestellt
und an Fallbeispielen gemeinsam zur Anwendung gebracht. Therapeutische Vorgehensweisen zur psychotherapeutischen Behandlung von Sexualstraftätern werden
am Beispiel des Hamburger Modells der ambulanten
Gruppenpsychotherapie für pädosexuelle Männer, sowie
anhand eines Leitfadens für die Einzeltherapie erörtert.
Die zugrundeliegenden Ansätze vereinen psychodynamisches Verständnis mit kognitiv-verhaltenstherapeutischen
Elementen und ggf. medikamentöser Begleittherapie.
Der Workshop stellt ein neues Thera- Wie lassen sich defizit- bzw. symptomorientierte Erkläpieprogramm für Psychoserungsmodelle für Psychosen in Einklang bringen mit einer
Betroffene vor, das erstmals in einem gesundheits- und fitnessbezogenen Sichtweise? Bei geeigenständigen und umfassenden
nauerem Hinschauen resultieren interessante ErgänzunModul gesundheits- bzw. fitnessbegen und Synergien, inklusive weiterer therapeutischer
zogene Interventionen mit einbezieht. Optionen. Das BE-GO-GET-Programm (Bewältigungs- und
gesundheitsorientierte Gruppen- und Einzeltherapie) stellt
ein Behandlungsprogramm für Psychosekranke dar, das
genau diesen Spagat schafft. Das Verfahren basiert auf
einer verhaltenstherapeutischen Grundlage und bezieht
darüber hinaus Methoden aus der Erwachsenenpädagogik
und dem Bereich der Kompensation kognitiver und sozialer Beeinträchtigungen ein. Somit wird eine aktive Einbeziehung der Teilnehmer gefördert, womit das Programm
über einen reinen Umgang mit den vorhandenen Defiziten
hinausgeht. Des Weiteren werden Elemente des sogenannten »Recovery«-Ansatzes integriert, zu denen u.a.
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das Prinzip der Normalisierung und eine positive Gesundheitsförderung gehören. Der Workshop fokussiert vor allem das Modul „RUNDUM FIT - Körperliche und Mentale
Fitness. Neben einer kurzen theoretischen Einführung gibt
es einen fundierten Einblick in die praktische Umsetzung.
24. PD Dr. Christoph Kröger
Paartherapie nach sexueller
Außenbeziehung
Die Paartherapie nach sexuellen Außenbeziehungen integriert bekannte
kognitiv-behaviorale Interventionen
mit Verfahren aus dem Bereich der
Traumatherapie. Anhand von Präsentationen und Rollenspielen werden
beispielhaft Interventionen demonstriert und eingeübt.
25. Dr. Martin Liebig, M.A.
Patientenrechte – Ableitungen
für die Praxis
Das Patientenrechtegesetz verfolgt
das Ziel, Patienten eine deutlich bessere Grundlage als bisher zu bieten,
ihre Rechte einzufordern. Welche
Ableitungen ergeben sich für die Praxis?
In der Wertehierarchie von Paaren steht „Treue“ an (fast)
höchster Stelle. Nach der Entdeckung oder Offenlegung
einer sexuellen Außenbeziehung ist das Gefühlschaos bei
der Mehrzahl groß. Beide Partner leiden häufig unter einer
klinisch bedeutsamen depressiven bzw. ängstlichen
Symptomatik. Die Zufriedenheit mit der Partnerschaft ist
niedriger als bei "herkömmlich" verkrachten Paaren. Daher gelten Paare nach Affäre auch als besonders schwierig zu behandeln. In neueren Veröffentlichungen wird eine
Außenbeziehung als ein zwischenmenschliches Trauma
verstanden. Die darauf aufbauende Paartherapie integriert
bekannte kognitiv-behaviorale Interventionen (Problemlösetraining, Kognitive Techniken) mit Verfahren aus dem
Bereich der Traumatherapie (Strategien zur Emotionsregulation, Expressives Schreiben, Vergebungsfördernde
Techniken). Sie umfasst drei Stufen: Schäden begrenzen,
Bedeutung geben und vorwärts schauen. Anhand von
Präsentationen und Rollenspielen werden beispielhaft
Interventionen demonstriert und eingeübt.
Zum 26.03.2013 ist das Patientenrechtegesetz in Kraft
getreten. Patientinnen und Patienten sollen „als kritische
Verbraucher“ dem Behandelnden „auf Augenhöhe gegenüberstehen“, um eine deutlich bessere Grundlage als bisher zu erhalten, ihre Rechte einzufordern. Eine weitere
Stärkung der Patientenrechte ist durch die jüngste Rechtsprechung zu den verfassungsrechtlichen Voraussetzun-
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26. Prof. Dr. Tania Lincoln
Kognitiv-behaviorale Interventionen für Wahn und Halluzinationen
gen einer Unterbringung und Zwangsbehandlung erfolgt.
Bereits dem Berufsrecht liegt ein partnerschaftlichkommunikatives Modell zugrunde, in dem sich Psychotherapeut und Patient als gleichberechtigte Partner über die
Krankheit und ihre Behandlung verständigen. Angesprochen sind das Erfordernis der Aufklärung und Einwilligung, die Dokumentation und das Einsichtsrecht. Welche
Ableitungen ergeben sich für die stationäre und ambulante Praxis?
In kurzen Übungen werden der AufSind Wahn und Halluzinationen psychologisch behandelbau einer vertrauensvollen therapeu- bar? Noch immer fühlen sich viele Therapeuten verunsitischen Beziehung, die Arbeit mit
chert, wenn sie mit diesen Symptomen konfrontiert werindividuellen kognitiven Erklärungsden. In den letzten 20 Jahren ist die Anwendung kognitivmodellen für psychotische Symptome behavioraler Therapie für Wahn und Halluzinationen vor
und kognitive Techniken für Wahn
allem in Großbritannien vorangetrieben und evaluiert
und Halluzinationen vermittelt.
worden. Mit ermutigenden Ergebnissen. Auch in Deutschland stoßen die Ansätze inzwischen auf wachsendes Interesse und werden in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) empfohlen. Das verständnisbasierte Vorgehen
und kognitive Interventionen zur Veränderung dysfunktionaler Annahmen im Zusammenhang mit Symptomen stellen die zentralen therapeutischen Elemente dar. Psychotische Symptome stehen im Fokus der Behandlung und die
Erfassung der Probleme erfolgt anhand einer individuellen
Problemanalyse, basierend auf den Zielen des Patienten.
Der Schwerpunkt des Workshops wird auf der Reflexion
über Ähnlichkeiten und Überschneidungen von psychotischen Symptomen zum „normalen“ Erleben liegen sowie
auf der praktischen Anwendung der Methoden. In Form
von kurzen Übungen werden der Aufbau einer vertrauensvollen therapeutischen Beziehung mit misstrauischen
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oder wahnhaften Patienten, die Arbeit mit individuellen
kognitiven Erklärungsmodellen für psychotische Symptome und kognitive und meta-kognitive Techniken für Wahn
und Halluzinationen vermittelt.
27. Dr. Christof Loose
Schematherapie mit Kindern
und Jugendlichen
Der Workshop führt in die Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen einschließlich Elternarbeit ein
und zeigt, wie das Schema- und Modusmodell auf das Kindes- und Jugendalter übertragen werden kann.
Literatur:
Lincoln, T. (2006). Kognitive Verhaltenstherapie der Schizophrenie. Ein individuenzentrierter Ansatz zur Veränderung von Wahn, Halluzinationen und Negativsymptomatik.
Göttingen: Hogrefe. (Achtung: Ab Sommer erscheint die 2.
überarbeitete Auflage)
Der Workshop führt in die Schematherapie mit Kindern
und Jugendlichen einschließlich Elternarbeit ein und zeigt,
wie das Schema- und Modusmodell auf das Kindes- und
Jugendalter übertragen werden kann.
Bezüglich der Elternarbeit liegt der Fokus auf elterlichen
Schemata und Modi, die durch das Verhalten des Kindes
aktiviert werden. Zum Beispiel könnten weinende Kinder
als kritisierend oder bestrafend erlebt werden, wodurch
Eltern möglicherweise maladaptive Bewältigungsstrategien entwickeln, die wiederum zu ungünstigen Aufschaukelungsprozessen führen (Stichwort: Schema-ModusTransaktionsmodell).
Im Fokus der Therapie mit dem Kind steht die Modusarbeit
mithilfe von Fingerpuppen (geeignet ab 6 Jahren). Mit der
„Arbeit am Inneren Haus“ lernen die Teilnehmer eine
Technik der Biografiearbeit kennen, die den ErfahrungsSchema-Modus-Zusammenhang eindrucksvoll vor Augen
führt.
Gut strukturierte Arbeitsblätter zur Modus-Arbeit (ModusAufstellung, - Beobachtung, -Analyse und -Memo) machen
den Ablauf der Therapie nachvollziehbar und transparent.
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Es besteht ausreichend Zeit für Fragen.
28. Dipl.-Psych. Janet Mandler/ Wiebke Vormstein
Einsatz auf 4 Pfoten: tiergestützte Interventionen in der
Psychotherapie
Das Seminar vermittelt Informationen
zum Einsatz von Hunden in der Psychotherapie. Neben zahlreichen Praxisbeispielen werden theoretische
Hintergründe, Rahmenbedingungen,
rechtliche Grundlagen, Hygiene u.a.
thematisiert.
Die positive Wirkung von Hunden auf den Menschen ist
unumstritten, insbesondere Kinder fühlen sich von Hunden
oft magisch angezogen. Im Seminar erhalten die Teilnehmer ausführliche Informationen zum Einsatz von Hunden
in der kinder- und jugendpsychotherapeutischen Praxis,
Kinder- und Jugendpsychiatrie und anderen stationären
und ambulanten Settings.
Neben theoretischen Hintergründen für den Einsatz von
Hunden in der Psychotherapie werden folgende Kriterien
für das therapeutische Arbeiten mit dem Hund vorgestellt:
•
•
•
•
•
Welche Rahmenbedingungen müssen gegeben
sein, um einen Hund in der Praxis oder Klinik einsetzen zu können?
Rechtliche Grundlagen
Hygiene
Welche Hunderassen sind geeignet? Eigenschaften des Therapiehundes, Sozialisierung, Größe,
Fellbeschaffenheit etc.
Ausbildung des Mensch-Hund-Teams
Von den Seminarleiterinnen werden für LiveDemonstrationen einige Therapiehunde mitgebracht, anhand derer die Teilnehmer selbst erspüren können, wie
sich die Arbeit mit einem Hund anfühlt.
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29. Dr. Stephanie Mehl
30. Dr. Stephanie Mehl
31. Dr. Thomas Meyer
Kognitive Verhaltenstherapie
für Patienten mit Psychosen:
Implementierung in die stationäre Versorgung
Der Workshop stellt spezielle Interventionen der kognitiven Verhaltenstherapie für Patienten mit Psychosen
und Implementierungsmöglichkeiten
in die stationäre Behandlung vor.
Der Workshop stellt spezielle Interventionen der kognitiven Verhaltenstherapie für Patienten mit Psychosen vor,
die sich besonders gut für den stationären Alltag eignen.
Die praktische Umsetzung der Interventionen wird vorgestellt, Möglichkeiten für die Mitarbeit von Co- Therapeuten
anderer Berufsgruppen werden präsentiert und typische
Probleme und Lösungen vorgestellt. Zusätzlich wird diskutiert, wie die Kognitive Verhaltenstherapie der Schizophrenie mit anderen gruppentherapeutischen Methoden
(Psychoedukation, metakognitives Training) kombiniert
werden kann.
Im zweiten Teil des Workshops werden Weiterentwicklungen der kognitiven Verhaltenstherapie bei Schizophrenie,
die der sog. „Dritten Welle“ der KVT angehören, vorgestellt und deren Implementierung in den stationären Alltag diskutiert.
Kognitive Verhaltenstherapie
Interventionen der kognitiven Verhal- Der Workshop bietet eine Einführung in die kognitive Verfür Patienten mit Psychosen
tenstherapie für Patienten mit Psyhaltenstherapie bei Patienten mit Psychosen. Es werden
chosen werden präsentiert (BezieInterventionen zum Beziehungsaufbau, zur Erarbeitung
hungsaufbau, Vermittlung eines Prob- eines Problemmodells, zur Veränderung von Wahn, Hallulemmodells, Veränderung von Wahn, zinationen und Negativsymptomatik vorgestellt, zusätzlich
Halluzinationen und Negativsympto- werden rückfallpräventive Interventionen thematisiert.
matik, Rückfallprävention).
Umgang mit bipolarer Depres- Unipolare Depressionen sind uns sehr Sowohl in der universitären als auch in der psychotherasion und Manie in der ambulan- vertraut, aber bipolare Störungen?
peutischen Ausbildung nimmt die Behandlung unipolarer
ten Praxis
Der Workshop vermittelt, was man a) Depressionen einen großen Stellenwert ein. Anders sieht
bei bipolaren Depression beachten
es aus, wenn es um den Umgang mit bipolaren Patienten
sollte und b) wie man mit manischen geht und es existiert eine sehr große Zurückhaltung, KliSymptome umgeht.
enten mit bipolaren Störungen ambulant in Behandlung zu
nehmen. Ziel dieses Workshops soll es sein, den Teilnehmern Einblick in die Behandlung dieser Patienten und
deren Spezifika aufzuzeigen. Dies beginnt bereits mit dem
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32. Dipl.-Psych. Daniela Möller
PTBS Behandlung – Besonderheiten bei der Traumabearbeitung im Hinblick auf primäre
und sekundäre traumaassoziierte Emotionen
Erkennen hypomaner und manischer Symptome bei Patienten, die sich in der Praxis wegen akuter Depressionen
vorstellen. Anschließend sollen wichtige Behandlungsbausteine der kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierten Rezidivprophylaxe wie „Erkennen von Frühwarnzeichen“, „Aufbau von Tagesstruktur“ und die „Kognitive
Umstrukturierung von dysfunktionalen Gedanken“ vorgestellt und erprobt werden, vor allem aber der Umgang mit
maniformen Symptomen in der ambulanten Praxis. Der
Workshop richtet sich primär an Psychotherapeuten/innen, die in niedergelassenen Praxen oder Tageskliniken
arbeiten.
Der Schwerpunkt dieses Workshops
Traumafolgestörungen sind äußerst vielschichtig und
liegt auf der Vorstellung von Interven- führen häufig zu einer Verstärkung und Aufrechterhaltung
tionen zur Modifikation traumaassozi- posttraumatischer Symptome. Insbesondere dysfunktioierter Gefühlsnetzwerke (Differenzie- nale Interpretationen eines traumatischen Ereignisses
rung von primären und sekundären
(sekundär) und einhergehende starke Emotionen (z.B.
traumabedingten Emotionen).
Schuld, Scham, Wut, Selbsthass) lassen den „Schrecken
des Traumas“ für die Betroffenen häufig nicht verblassen.
Bei der Traumabearbeitung ist es daher unerlässlich sehr
genau zwischen primären (peritraumatischen) und sekundären traumaassoziierten Emotionen zu unterscheiden, da
diese jeweils anderen Interventionen zugänglich sind.
In diesem Workshop soll der Schwerpunkt, neben allgemeinen Aspekten der kognitiv-behavioralen Therapie der
Posttraumatischen Belastungsstörung, insbesondere auf
der Elaboration und der Modifikation traumaassoziierter
Gefühlsnetzwerke liegen. Konkrete Interventionen zur
Reduktion und zu einem verbesserten Umgang mit primären und sekundären traumabedingten Emotionen werden vorgestellt und möglichst praxisnah eingeübt. Ebenso
sind die kritische Diskussion und der Erfahrungsaustausch
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untereinander (gerne auch an eigenen Fallbeispielen) im
Rahmen des Workshops sehr willkommen.
33. Dr. phil .Dipl.-Psych. Tilmann Müller/ Dr. Beate
Paterok
Der Workshop gliedert sich in drei
Schlaf erfolgreich trainieren –
Diagnostik und Behandlung von Teile. Im ersten Teil wird eine Übersicht über die Grundlagen des geSchlafstörungen
sunden Schlafs und der Schlafregulation gegeben. Im zweiten Teil wird
anhand von Fallbeispielen und Videodemonstrationen eine Übersicht
über die verschiedenen Störungsbilder vermittelt. Der dritte Teil befasst
sich mit den spezifischen verhaltenstherapeutischen Interventionen und
den derzeit aktuellen medikamentösen Alternativen.
Schlafstörungen (Insomnien) gehören zu den häufigsten
Symptomen psychischer Erkrankungen. In ihrer chronifizierten Form sind Insomnien mit einem erheblichen Leidensdruck verbunden und können zu zahlreichen Folgestörungen führen. Interessanterweise werden Schlafstörungen in der psychotherapeutischen Praxis jedoch zumeist nur als Sekundärsymptomatik angesehen und mit
relativ ineffektiven therapeutischen Maßnahmen wie z.B.
Entspannungstrainings behandelt. Ebenso fehlt häufig
das differentialdiagnostische Wissen, um die Symptome
des Patienten einer der über 80 verschiedenen Schlafstörungsdiagnosen (Internationale Klassifikation der
Schlafstörungen ICSD) zuzuordnen. Gerade für die Abgrenzung der sog. „psychosomatischen“ Schlafstörungen von den organisch bedingten Schlafstörungen ist ein
spezialisiertes Wissen erforderlich. Der Workshop gliedert sich daher in drei Teile. Im ersten Teil wird eine
Übersicht über die Grundlagen des gesunden Schlafs
und der Schlafregulation gegeben. Im zweiten Teil wird
anhand von Fallbeispielen und Videodemonstrationen
eine Übersicht über die verschiedenen Störungsbilder
gegeben. Der dritte Teil befasst sich mit den spezifischen verhaltenstherapeutischen Interventionen und den
derzeit aktuellen medikamentösen Alternativen.
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34. Dr. med. Schide Nedjat
Autismus-Spektrum-Störungen
über die Lebensspanne. State
of the art zu Diagnostik und
Therapie
Die Prognose von Menschen mit
ASS kann bei früher Erkennung und
evidenzbasierter Intervention deutlich verbessert werden. Der Workshop stellt den aktuellen Kenntnisstand dar.
Autismus-Spektrum-Störungen finden in den letzten
Jahren ein zunehmendes Interesse sowohl in der Öffentlichkeit als auch in Medizin und Psychotherapie.
Während in der Grundlagenforschung eine rege Entwicklung zu unterschiedlichen Facetten zu verzeichnen ist,
gilt dies für die praktische Versorgung autistischer Menschen in Psychiatrie und Psychotherapie nur eingeschränkt.
In der Bundesrepublik kommt als Besonderheit hinzu,
dass ein großer Teil der therapeutischen Angebote außerhalb der Zuständigkeit und damit auch der Qualitätsstandards des medizinisch-psychotherapeutischen Systems verortet ist. Anliegen des Workshops ist es daher
neben der Darstellung des aktuellen Wissensstands
auch, für eine Arbeit mit diesem Personenkreis zu motivieren. Diagnostische Vorgehensweisen und bewährte
Einzel- und Gruppentherapiebausteine werden in Theorie und Praxis (Videos, Patientenvorstellung) erläutert.
Außerdem werden Fragestellungen zu schulischer und
beruflicher Förderung und sozialrechtlichen Problemen
aufgegriffen.
35. Dipl.-Psych. Frauke
Niehues
Training emotionaler Kompetenzen nach Prof. Dr. M. Berking
Das TEK ist ein Intensivprogramm
zur Verbesserung der Stress-,
Selbstwert und Emotionsregulation,
dass sowohl im Einzel- als auch im
Gruppensetting angewendet werden
kann.
Das „Training emotionaler Kompetenzen“ ist ein Intensivprogramm zur Verbesserung der Stress-, Selbstwertund Emotionsregulation, dass sowohl im Einzel- als auch
im Gruppensetting angewendet werden kann. Es wurde
an der Universität Bern auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse von Professor Dr. Matthias Berking
entwickelt. Das TEK wird mittlerweile über den klinischen
Bereich hinaus auch im beratenden und präventiven
Bereich angewendet und es gibt Weiterentwicklungen
wie z.B. das TEK für Lehrer oder Führungskräfte. Die
positive Wirkung ist wissenschaftlich mehrfach bestätigt.
Die emotionale Kompetenz wird
durch die Vermittlung folgender
Bausteine gefördert: Wissen über
Entstehung und Funktionen von
Emotionen, Muskel- und Atementspannung, Bewertungsfreie Wahr- Das Training emotionaler Kompetenzen umfasst folgen-
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nehmung, Akzeptanz und Toleranz, de aufeinander aufbauende Inhalte:
Selbstunterstützung, Analyse und
• Wissensvermittlung im Bereich Entstehung und
Regulation von Emotionen. Im
Funktion von Stress und Emotionen
Workshop wird darüber hinaus da•
Vermittlung
von Entspannungstechniken
rauf eingegangen, wie man eine
•
Techniken
zur bewertungsfreien Wahrnehmung
positive Gruppendynamik fördert und
von Emotionen
schwierige Patienten integrieren
• Techniken zur Steigerung der Akzeptanz- und Tokann.
leranzfähigkeit von Emotionen
• Übungen zur Erhöhung des Selbstwertes
• Übungen zur Erhöhung der Selbstfürsorge und gesundheitsfördernder Verhaltensweisen
• Einübung differenzierter Emotionsanalysen
• Vermittlung emotionaler Regulationsstrategien
Da für die Arbeit mit Emotionen die therapeutische Beziehung und positive Gruppenatmosphäre von besonderer Bedeutung ist, werden im Workshop zusätzlich Tipps
und Tricks zu deren Gestaltung vermittelt.
36. Dr. Gabriele Pfoh
Veränderung und Motivationsförderung mit Lösungsorientierter Kurztherapie
Simplify, simplify, simplify. Lösungs- Die Lösungsorientierte Kurztherapie fokussiert zielstreorientierte Kurztherapie zur Motivati- big darauf einen Weg zu finden, der selbstbestimmt posionsförderung und Veränderung.
tive Veränderung bewirkt und auf persönliche Kompetenzen und Ressourcen baut. Dabei gilt, dass auch miVorstellung, Fragen, Anwendungen.
nimale Veränderungen große Wirkung haben können
und die Lösung nicht immer mit dem Problem verbunden
ist. Der Workshop stellt die Lösungsorientierte Kurztherapie vor und vermittelt in einzelnen Schritten deren Anwendung.
37. Dr. Gabriele Pfoh
Ambulante Behandlung komplizierter Trauer bei Erwachsenen
Nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen entwickelt eine kleiner Teil der Hinterbliebenen Komplizierte Trauer. An der LudwigMaximilian-Universität in München
wurde eine ambulante, kognitivverhaltenstherapeutisch
basierte
Nach dem Tod eines nahe stehenden Menschen entwickelt eine kleine Gruppe von Trauernden eine besondere
Form der Trauer. Diese Form der Trauer war bisher als
Komplizierte Trauer bekannt. Nun hat das DSM-5 dieses
Konstrukt unter der Bezeichnung Anhaltende Komplexe
Trauerstörung als Diagnose zur weiteren Untersuchung
aufgenommen. Das geplante ICD-11 soll das Konstrukt
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Einzeltherapie für Erwachsene mit
Komplizierter Trauer entwickelt. Der
Workshop bietet den Teilnehmern
an, die Grundlagen dieser Einzeltherapie zu erlernen. Die einzelnen
Phasen werden Schritt für Schritt
erörtert und die entsprechenden
therapeutischen Techniken anhand
von Beispielen vorgestellt.
als bona fide Störung ebenfalls enthalten.
An der Ludwig-Maximilian-Universität in München wurde
eine ambulante, kognitiv-verhaltenstherapeutisch basierte Einzeltherapie für Erwachsene mit Komplizierter
Trauer entwickelt und evaluiert.
Der Workshop ermöglicht den Teilnehmern die Grundlage dieser Einzeltherapie zu erlernen. Auf der Grundlage
eines Therapiemanuals werden die einzelnen Behandlungsphasen Schritt für Schritt erörtert und die entsprechenden therapeutischen Techniken an Hand von Beispielen vorgestellt.
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38. Prof. Dr. Reinhard Pietrowsky
Alptraumtherapie – Vorstellung Vorstellung eines Therapiemanuals,
basierend auf dem Ansatz der Imaeines standardisierten Theragery Rehearsal Therapie. Ziel ist die
pieverfahrens
Reduktion von Alpträumen sowie
des Ausmaßes der dabei erlebten
negativen Affekte.
Alpträume stellen in der psychotherapeutischen Praxis
ein weit verbreitetes Problem dar, passende Therapieansätze sind rar.
Basierend auf dem Ansatz der Imagery Rehearsal Therapie wurde ein Therapiemanual entwickelt, mit dem
sowohl PatientInnen mit primärer Alptraumsymptomatik
als auch solche mit komorbiden Alpträumen behandelt
werden können.
Ziel der Therapie ist die Reduktion der Alpträume sowie
der dabei erlebten Angst. Im Rahmen von 8 Einzelsitzungen sollen die PatientInnen erlernen, „ihre Alpträume“ derart zu verändern, dass sie angstfrei erlebt werden können. Kernelement der Therapie stellt dabei die
Imagination dar.
Der Workshop soll in seiner theoretischen Einleitung
zunächst einen knappen Überblick über bestehende
Therapieverfahren geben. Das Therapiemanual und
seine Bausteine werden vorgestellt und ein kurzer Einblick in die Daten einer ersten Evaluation gegeben. Die
einzelnen Therapiebausteine, speziell die konkrete Alptraummodifikation werden anschließend im Detail erörtert und von den WorkshopteilnehmerInnen anhand von
Fallbeispielen erprobt.
39. Dr. Neele Reiß
Schematherapie bei Borderline
Persönlichkeitsstörung
Schematherapeutische Behandlungsstrategien wie Imaginationsübungen
und Stühletechniken zur Behandlung
von Patienten mit Borderline Persönlichkeitsstörung werden vorgestellt.
In der Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung
(BPS) fokussieren die meisten psychotherapeutischen
Ansätze auf lebensbedrohliche Symptome wie Suizidalität
oder Selbstverletzungen. Auf der anderen Seite führen
Symptome wie Dysphorie oder innere Leere zu einer Abnahme des allgemeinen Funktionsniveaus und einer niedrigen Lebensqualität. Schematherapie wurde speziell für
chronische psychische Störungen wie BPS entwickelt und
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40. Dipl.-Psych. Sandra Schirm Klärungsorientierte Psychothe- Durch das „Modell der Doppelten
Handlungsregulation“ als Grundlage
rapie bei Persönlichkeitsstösoll ein Verständnis für die Patienrungen
tengruppe entwickelt und daraus
allgemeine therapeutische Prinzipien
(z.B. für die Beziehungsgestaltung)
abgeleitet werden.
strebt eine ganzheitliche Verbesserung der Symptomatik
an. Die Behandlung der BPS im Rahmen der Schematherapie zielt auf die Veränderung von Schemamodi durch
eine Kombination kognitiver, verhaltensbezogener und
emotionsfokussierter Techniken. Ein weiteres zentrales
Element ist die Gestaltung der Therapiebeziehung, die
durch „limitierte elterliche Fürsorge“ gekennzeichnet ist.
Mit den Teilnehmern sollen Übungen zum Erkennen unterschiedlicher Modi durchgeführt und eine schematherapeutische Fallkonzeptualisierung erstellt werden. Der
therapeutische Umgang mit unterschiedlichen Modi insbesondere mittels emotionsfokussierter Interventionsstrategien wie z.B. Imaginationsübungen soll vorgestellt und
geübt werden.
Es wird eine Einführung in die Therapie von Persönlichkeitsstörungen gegeben, in das sog. „Modell der Doppelten Handlungsregulation“ und aus diesem Modell werden
allgemeine therapeutische Prinzipien abgeleitet. Besonderes Gewicht wird hier auf die Aspekte der Beziehungsgestaltung und die Entwicklung von Änderungsmotivation
gelegt sowie auf den Umgang mit manipulativen Interaktionsformen und „Interaktionstests“ und der Bearbeitung
dysfunktionaler Schemata. Zwei der häufigsten Persönlichkeitsstörungen, die histrionische und die narzisstische,
sollen ausführlicher beleuchtet werden: Typische Probleme und interaktionelle Schwierigkeiten, Probleme mit
Motivation und Compliance und starke Intellektualisierung.
Es werden zudem neben Strategien der komplementären
Beziehungsgestaltung (Handeln zur Motivebene) vor allem
Konfrontationstechniken und solche Strategien behandelt,
mit deren Hilfe Therapeuten Therapiemaßnahmen „an das
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System des Klienten andocken“ können (sog. „Trojanische
Pferde“). Auch Umgang mit Tests und schwierigen Interaktionssituationen werden erörtert.
41. Dr. Bernt Schmitz
Psychoedukation bei
Persönlichkeitsstörungen: “Too
terrible to tell the patient and
too awful to discuss?“
Der Workshop gibt einen Überblick
über die vorliegenden psychoedukativen Programme für Patienten mit
Borderline-Persönlichkeitsstörungen
und deren Angehörige und es wird
ausführlicher ein psychoedukatives
Programm für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen
Persönlichkeitsstilen vorgestellt, das
in Abgrenzung zum kategorialen
Konzept der Persönlichkeitsstörungen auf einem dimensionalen Modell
der Persönlichkeitsstile basiert.
Trotz intensiver Forschung im Bereich der Persönlichkeitsstörungen ist das Wissen immer noch begrenzt und
es gibt viele Fragen und kontroverse Standpunkte. So wird
auch seit Jahren kontrovers diskutiert, ob ein Patient mit
der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung über seine
Diagnose aufgeklärt werden sollte.
Die Argumente gegen die Aufklärung über die Diagnose
einer Persönlichkeitsstörung beziehen sich vor allem auf
die stigmatisierende Sprache und Defizitorientierung der
kategorialen Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen und
die Sorge, dass Patienten oder Familien mit dem Befund
demoralisiert, gekränkt oder stigmatisiert werden. Die
Argumente für die Aufklärung über die Diagnose beziehen
sich gleichermaßen auf die Ich-Syntonie der Persönlichkeitsstörungen sowie auf die zunehmenden Informationsbedürfnisse von Patienten und Angehörigen und das Recht
des Patienten auf Aufklärung und Informierung oder auf
klärende, emotional entlastende und Hoffnung vermittelnde Aspekte, die durch weitergehende störungsspezifische Psychoedukation zur Wirkung kommen..
Vor dem Hintergrund dieser Diskussion wird im Workshop
über die vorliegenden psychoedukativen Programme für
Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen und
ihre Angehörigen berichtet und es wird ausführlicher ein
psychoedukatives Programm für Patienten mit Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen Persönlichkeitsstilen
vorgestellt, das in Abgrenzung zum kategorialen Konzept
der Persönlichkeitsstörungen auf einem dimensionalen
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42. Prof. Dr. Rudolf Stark
Ethische und berufsrechtliche
Fragen in der Psychotherapie
Berufsrechtliche Fallen des psychotherapeutischen Alltags werden anhand von Beispielen diskutiert, die in
der Vergangenheit zu Patientenbeschwerden geführt haben.
43. Prof. Dr. Rudolf Stark
Sexuelle Sucht
Sexuelle Sucht ist eine bisher wenig
beforschte Störung. Der Workshop
behandelt die Symptomatologie,
Ätiologie und Therapie dieser Erkrankung unter Berücksichtigung
neurobiologische Aspekte
Modell der Persönlichkeitsstile basiert. Das Programm
berücksichtigt die schwierigen Problemstellungen bei
Patienten mit Persönlichkeitsstörungen in besonderer
Weise durch Ressourcen- und Problemorientierung, plausible und sinnstiftende Verstehensmodelle, nichtkonfrontative Motivierungsstrategien und Kompetenzförderung. Das Therapieprogramm wurde mit hoher Akzeptanz und Wirksamkeit in der stationären Psychosomatik,
Suchttherapie und Akutpsychiatrie evaluiert.
Die Berufsordnungen der Landespsychotherapeutenkammern beschreiben die Pflichten einer Psychotherapeutin/eines Psychotherapeuten zum Beispiel bezüglich Datensicherheit, Patientenaufklärung, Schweigepflicht und
Abstinenz. Gegen diese berufsrechtlichen Vorgaben wird
leider manchmal verstoßen, was sich in Beschwerden
über Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten widerspiegelt. Um potentielle Verletzungen der Berufspflichten zu vermeiden, werden in dem Workshop zunächst die
ethischen Grundlagen besprochen, auf denen die Berufsordnungen basieren. Daraufhin wird anhand von Beispielen diskutiert, wo berufsrechtlich einwandfreies Arbeiten
endet und problematisches Verhalten beginnt
Der Workshop beschäftigt sich mit dem Störungsbild der
sexuellen Sucht, deren exakte diagnostische Einordnung
nach wie vor umstritten ist. Interessanterweise wird diese
Störung bisher wenig wissenschaftlich untersucht, obwohl
deren Bedeutung inzwischen evident ist.
In dem Seminar werden anhand von Fallvignetten verschiedene Erscheinungsformen der Störung vorgestellt.
Entstehungsbedingungen werden insbesondere auch auf
der Basis von neurowissenschaftlichen Konzepten diskutiert. Hierzu werden aktuelle eigene Forschungsbefunde
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44. PD Dr. Sefik Tagay
aus dem Bereich der Sexuellen Responsivität und Sexueller Motivation vorgestellt. Ausgehend von ätiologischen
Überlegungen werden Therapieansätze entwickelt und
diskutiert.
Neben der Informationsvermittlung zu dem Störungsbild
sollen während des Workshops die spezifischen Probleme
der sexuellen Sucht diskutiert werden.
Traumadiagnostik und trauma- Die Vermittlung interkultureller Kom- Eine Migration ist meist ein einschneidendes Lebensereigfokussierte Behandlungsverpetenzen für Therapeuten wird in der nis und mit vielfältigen Stresssituationen verbunden, die
fahren bei Menschen mit MigVersorgung zunehmend wichtig. In
unterschiedlich erlebt und verarbeitet werden. Dem Mikrationshintergrund
diesem Workshop sollen traumaspe- rozensus zufolge lebten 2006 rund 15,3 Millionen Menzifische Diagnostikinstrumente und
schen mit Migrationshintergrund in Deutschland, was
traumafokussierte Behandlungsvereinen Anteil von 19% an der Gesamtbevölkerung ausfahren v.a. anhand von Fallbeispielen macht. Insgesamt wird von ca. 200 verschiedenen Ethnien
bei Menschen mit Migrationshinterin Deutschland berichtet.
grund vermittelt werden.
Trauma und Migration können in zweifacher Hinsicht miteinander verknüpft sein. So sind Betroffene z. T. in ihren
Heimatländern mit Ereignissen konfrontiert, die mit Krieg,
Flucht, Vertreibung und sehr häufig mit sexualisierter
Gewalt einhergehen. Häufig sind diese Erlebnisse Grund
für die Auswanderung in ein anderes Land. Zum anderen
sind Menschen, die ihre Heimat verlassen auch in der Folge dieser Auswanderung mit einer Reihe belastender Ereignisse konfrontiert.
Themen dieses Workshops sind:
• Bedeutung von Wanderung, Flucht, Asyl und neuer Heimat
• Kulturspezifische Diagnostik bei Migranten
• Traumafokussierte Behandlungsverfahren bei
Migranten
• Umgang mit Sprache, Sprachbarrieren und Übersetzern
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
•
•
45. Dr. Patrizia Thoma
Neuropsychologie psychischer
Störungen
Der Workshop gewährt einen Einblick
in die wichtigsten neuropsychologischen Störungsmodelle für häufige
psychische Erkrankungen und beleuchtet deren Nutzen für (Differential-)Diagnostik und Therapie.
Ressourcen und Werteorientierungen bei Migranten
Spezielle Übungen zu ausgewählten Themen anhand von Fallbeispielen
Psychische Störungen sind durch eine Reihe von strukturellen und funktionellen Veränderungen des Gehirns gekennzeichnet. Die damit häufig einhergehenden kognitiven
Auffälligkeiten, vorwiegend in den Bereichen Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen, stellen
nicht nur eine zusätzliche Belastung für die betroffenen
Patienten und ihre Angehörigen dar, sondern können psychotherapeutisch und psychiatrisch tätigen Behandlern zu
einem besseren Verständnis der oft komplexen Störungsbilder verhelfen.
Die Veranstaltung verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlich
fundierten Einblick in folgende Themenbereiche zu gewähren:
• Vermittlung der wichtigsten neuropsychologischen Störungsmodelle für häufige psychische
Erkrankungen
• Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung neuropsychologischer Charakteristika zur Subtypisierung heterogener Störungsbilder, wie z.B. schizophrener Psychosen
• Diskussion der Rolle neuropsychologischer Veränderungen als Vulnerabilitätsmarker für psychische Störungen und als Outcome-Prädiktor für
das Ansprechen auf Behandlung
• Implikationen neurowissenschaftlicher Erkenntnisse für die psychotherapeutische Behandlung
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
46. Dr. Johanna Thünker
Alptraumtherapie – Vorstellung Vorstellung eines Therapiemanuals,
basierend auf dem Ansatz der Imaeines standardisierten Theragery Rehearsal Therapie. Ziel ist die
pieverfahrens
Reduktion von Alpträumen sowie
des Ausmaßes der dabei erlebten
negativen Affekte.
Alpträume stellen in der psychotherapeutischen Praxis
ein weit verbreitetes Problem dar, passende Therapieansätze sind rar.
Basierend auf dem Ansatz der Imagery Rehearsal Therapie wurde ein Therapiemanual entwickelt, mit dem
sowohl PatientInnen mit primärer Alptraumsymptomatik
als auch solche mit komorbiden Alpträumen behandelt
werden können.
Ziel der Therapie ist die Reduktion der Alpträume sowie
der dabei erlebten Angst. Im Rahmen von 8 Einzelsitzungen sollen die PatientInnen erlernen, „ihre Alpträume“ derart zu verändern, dass sie angstfrei erlebt werden können. Kernelement der Therapie stellt dabei die
Imagination dar.
Der Workshop soll in seiner theoretischen Einleitung
zunächst einen knappen Überblick über bestehende
Therapieverfahren geben. Das Therapiemanual und
seine Bausteine werden vorgestellt und ein kurzer Einblick in die Daten einer ersten Evaluation gegeben. Die
einzelnen Therapiebausteine, speziell die konkrete Alptraummodifikation werden anschließend im Detail erörtert und von den WorkshopteilnehmerInnen anhand von
Fallbeispielen erprobt.
47. Dipl.-Psych. Christina Totz- Positive Emotionen – Wie können wir sie stärker in die Psyeck
chotherapie einbeziehen?
Die Positive Psychologie gewinnt
immer mehr an Bedeutung. In diesem
Workshop stehen aktuelle Forschungsergebnisse und der Einsatz
von positiven Modulen in der therapeutischen Praxis im Vordergrund.
Das wissenschaftliche Bild positiver Emotionen bestand
bislang vor allem darin, genereller Marker für ein Zufrieden- und Glücklich-Sein und damit für mentale Gesundheit zu sein (Diener & Seligman, 2004). Mittlerweile konnten Kontrollstudien zeigen, dass der Zustand und das Erleben positiver Emotionen viele verschiedene Verläufe im
Leben vorhersagen bzw. beeinflussen (Lyubomirsky, King
& Diener, 2005), die Lebensdauer verlängern (Danner,
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48. Dr. Friederike Vogel
Schematherapie bei Borderline
Persönlichkeitsstörung
Snowdon & Friesen, 2001), Immunfunktionen stärken
(Cohen, Doyle & Turner, 2003) sowie zu weniger Schmerzen, Einschränkungen und Mortalität bei Patienten mit
chronischen Erkrankungen (Gil et al., 2004) führen können.
Mit der Positiven Psychologie entwickelt sich eine neue
Strömung, die den Fokus nicht mehr nur auf die Beschwerden und Schwächen von Patienten legt, sondern
die Stärken und positiven Eigenschaften in den Mittelpunkt stellt. Im Workshop soll der aktuelle Forschungsstand vorgestellt und diskutiert werden sowie ein Einblick
in die Anwendung von positiven Modulen (wie Achtsamkeits- und Meditationsübungen, Positive Stimmungsprotokolle, Ressourcen- und Stärkenaktivierung u.v.m.) in der
Praxis geboten werden.
Schematherapeutische Behandlungs- In der Behandlung der Borderline Persönlichkeitsstörung
strategien wie Imaginationsübungen
(BPS) fokussieren die meisten psychotherapeutischen
und Stühletechniken zur Behandlung Ansätze auf lebensbedrohliche Symptome wie Suizidalität
von Patienten mit Borderline Persön- oder Selbstverletzungen. Auf der anderen Seite führen
lichkeitsstörung werden vorgestellt.
Symptome wie Dysphorie oder innere Leere zu einer Abnahme des allgemeinen Funktionsniveaus und einer niedrigen Lebensqualität. Schematherapie wurde speziell für
chronische psychische Störungen wie BPS entwickelt und
strebt eine ganzheitliche Verbesserung der Symptomatik
an. Die Behandlung der BPS im Rahmen der Schematherapie zielt auf die Veränderung von Schemamodi durch
eine Kombination kognitiver, verhaltensbezogener und
emotionsfokussierter Techniken. Ein weiteres zentrales
Element ist die Gestaltung der Therapiebeziehung, die
durch „limitierte elterliche Fürsorge“ gekennzeichnet ist.
Mit den Teilnehmern sollen Übungen zum Erkennen unterschiedlicher Modi durchgeführt und eine schemathera-
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peutische Fallkonzeptualisierung erstellt werden. Der
therapeutische Umgang mit unterschiedlichen Modi insbesondere mittels emotionsfokussierter Interventionsstrategien wie z.B. Imaginationsübungen soll vorgestellt und geübt werden.
49. Dr. Volker Völke/ Prof. Dr.
Boris Suchan
Neuropsychologie in der Psychotherapie
50. Dipl.-Psych. Ruth von Brachel
Steigerung der Änderungsmotivation bei Anorexia und Bulimia Nervosa
Seit 2012 ist die neuropsychologische
Therapie als Leistung der GKV anerkannt worden. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Neuropsychologie und
wie können Inhalte der Neuropsychologie für die psychologische Psychotherapie genutzt werden? Dieser
Frage wird dieser Workshop nachgehen. Es werden Konzepte der Neuropsychologie vorgestellt, aber auch
Funktionen des Gehirns und ihre Beteiligung am Verhalten.
Seit 2012 ist die neuropsychologische Therapie als Leistung der GKV anerkannt worden. Was verbirgt sich hinter
dem Begriff Neuropsychologie und wie können Inhalte der
Neuropsychologie für die psychologische Psychotherapie
genutzt werden? Dieser Frage wird dieser Workshop
nachgehen. Es werden Konzepte der Neuropsychologie
vorgestellt, aber auch Funktionen des Gehirns und ihre
Beteiligung am Verhalten. Störungen im Bereich des Gedächtnisses können den Erfolg einer Psychotherapie deutlich beeinträchtigen. Ebenso sind Aufmerksamkeitsleistungen oder Handlungsplanung oder Handlungskontrolle
entscheidend für den Verlauf einer Psychotherapie.
Der Workshop vermittelt die Grundlagen der Neuropsychologie und deren Beteiligung und Einfluss in der Psychotherapie. Es werden neben ausgewählten neuropsychologischen Funktionsbereichen auch Grundlagen der
Diagnostik und Therapie in diesem Bereich vorgestellt.
Den TeilnehmerInnen sollen Interven- Eine Hauptursache für die schlechte Prognose bei der
tionen zum Umgang mit den für Ess- Behandlung von Essstörungen wird in der mangelnden
störungen typischen Ambivalenzen
Änderungsmotivation dieser Patientengruppe gesehen.
vermittelt werden. Es werden Techni- Die therapeutische Arbeit im Umgang mit der Ambivalenz
ken vorgestellt, die sich als wirksam der Patientinnen gegenüber einer Änderung der Essstöerwiesen haben.
rungssymptomatik stellt dabei eine besondere Herausforderung dar. Interventionen zur Erhöhung der Änderungsbereitschaft können wichtige und hilfreiche Handwerkszeuge im Umgang mit diesen Motivationsschwierigkeiten
sein. Diese sollen den TeilnehmerInnen im Rahmen des
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Workshops vermittelt werden. Es werden insbesondere
solche Methoden eine Rolle spielen, die sich an das Phasenmodell der Veränderung (Prochaska & DiClemente,
1983) sowie an das von Miller und Rollnick (2002) entwickelte Motivational Interviewing anlehnen
51. Dipl.-Psych. Irene Warnecke
Imagination in der Behandlung
von Angststörungen
Der Einsatz von schematherapeutischen Imaginationstechniken als
Bestandteil der Behandlung von
Angststörungen wird unter Anderem
am Beispiel der Sozialen Phobie vorgestellt.
Die Anwendung imaginativer psychotherapeutischer
Techniken bietet die Möglichkeit zur Bearbeitung belastender Erinnerungen, sowie aktueller und zukünftiger
Situationen in der Vorstellung des Patienten. Das schematherapeutische „Imaginative Überschreiben“ ist eine emotionsorientierte und erlebnisbasierte Intervention mit dem
Ziel emotional belastende Situationen bezüglich ihrer
emotionalen Bedeutung zu verändern. Dies soll es den
Patienten ermöglichen in für sie schwierigen Situationen
emotional weniger stark auf problematische Themen zu
reagieren und somit ihre psychische Belastung zu reduzieren. Patienten, die unter Ängsten leiden, kann diese Intervention dabei helfen ihr Verhalten in angstbesetzten Situationen zu verändern und ihre Selbstwirksamkeitserwartung zu stärken.
Die Technik aus der Schematherapie nach Young kann als
Intervention sowohl bei Störungen auf Achse-I, wie der
Sozialen Phobie, als auch bei Persönlichkeitsstörungen
eingesetzt werden.
Am Beispiel von Prüfungsangst und Sozialer Phobie soll
die Anwendung der Technik vorgestellt werden. In Videobeispielen werden Imaginationsübungen gezeigt, weiterhin sind Übungen mit den Teilnehmern geplant.
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52. Dipl.-Psych. Martin Widemann/ Dipl.-Psych. Frank
Fischelmanns
Skillstraining Teil 1 – Eine praxisorientierte Einführung
Der Schwerpunkt des Workshops
liegt in der praxisnahen Vermittlung
der fünf Module des Skilllstrainings,
in Anlehnung an das interaktive Therapieprogramm von Martin Bohus.
Wir planen eine praxisnahe Vermittlung der fünf Module
des Skilllstraining in Anlehnung an das interaktive Therapieprogramm von Martin Bohus. Dabei sollen die TeilnehmerInnen immer wieder in die Rollen von Patienten
schlüpfen und das Skillstraining aktiv miterleben und
mitgestalten und haben somit auch Gelegenheit, schwierige Therapiesituationen einzubringen. Zwischen den Modulen wird es kurze theoretische Inputs geben; der Schwerpunkt soll aber auf der aktiven Durchführung und Einübung relevanter Interventionen des Skillstraining liegen.
53. Dipl.-Psych. Martin Widemann/ Dipl.-Psych. Frank
Fischelmanns
Skillstraining Teil 2 – Eine praxisorientierte Einführung
Der Schwerpunkt des Workshops
liegt in der praxisnahen Vermittlung
der fünf Module des Skilllstrainings,
in Anlehnung an das interaktive Therapieprogramm von Martin Bohus.
Wir planen eine praxisnahe Vermittlung der fünf Module
des Skilllstraining in Anlehnung an das interaktive Therapieprogramm von Martin Bohus. Dabei sollen die TeilnehmerInnen immer wieder in die Rollen von Patienten
schlüpfen und das Skillstraining aktiv miterleben und
mitgestalten und haben somit auch Gelegenheit, schwierige Therapiesituationen einzubringen. Zwischen den Modulen wird es kurze theoretische Inputs geben; der Schwerpunkt soll aber auf der aktiven Durchführung und Einübung relevanter Interventionen des Skillstraining liegen.
54. Dr. Katrin Woitecki
Multimodale Behandlung von
Kindern und Jugendlichen mit
Tic-Störungen
Im Kurs werden u.a. neue diagnostische Verfahren und Materialien des
Therapieprogramms THICS zur kognitiv-behavioralen Behandlung von TicSymptomen vorgestellt.
Tic-Störungen sind motorische Zuckungen oder Lautäußerungen, die unwillkürlich und plötzlich einsetzen. Es gibt
eine immense Variation hinsichtlich des Schweregrades
und der Ausprägungsformen. Passagere diskrete TicSymptome treten im Kindesalter sehr häufig auf. Das
Tourette-Syndrom ist eine schwere, seltene und häufig
chronische Störung. Die multimodale Therapie umfasst
spezielle verhaltenstherapeutische Methoden sowie die
medikamentöse Behandlung. Im Kurs werden folgende
Themen teilweise exemplarisch mit dem Therapieprogramm THICS (Woitecki, K. & Döpfner, M. (in Vorberei-
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tung). Therapieprogramm Tic-Störungen (THICS)) bearbeitet:
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55. Dr. med Marc Wolff
„Ich will das gar nicht tun“ –
besondere Kniffe im Umgang
mit komplexen Zwangsstörungen
Es soll interaktiv und mit Beispielvideos ein Einblick in die Therapie bei
komplexen Zwangserkrankungen
gegeben werden mit besonderem
Augenmerk auf der Vorbereitung der
einzelnen Expositionsübungen.
Diagnostische Verfahren zur Erfassung des Störungsbildes.
Die multimodale Behandlung der Störung mit Indikationen zur Beratung ohne weiterführende
Therapie, zu verhaltenstherapeutischen Interventionen und zur medikamentösen Therapie.
Das verhaltenstherapeutische Behandlungsprogramm der Reaktionsumkehr (habit reversal).
Bewältigung bei residualen Tic-Symptomen.
Es besteht die Möglichkeit, eigene Fälle zu besprechen
und exemplarisch die Therapieplanung zu diskutieren.
Zwangsstörungen sind mit einer Lebenszeitprävalenz von
1-2 % häufig und führen oft zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Dennoch erhalten nur
etwa ein Zehntel der Betroffenen eine effektive Therapie.
Ziel des Workshops ist es, interaktiv und begleitet durch
exemplarische Therapievideos einen plastischen Einblick
in die Therapieplanung und –durchführung bei komplexen
Zwangserkrankungen zu geben. Ein besonderes Augenmerk soll hierbei auf der detaillierten Vorbereitung der
einzelnen Expositionsübungen liegen, gerne können die
Teilnehmer auch eigene Erfahrungen und Therapiebeispiele einbringen und zur Diskussion stellen. Darüber hinaus soll ein kurzer Überblick über den aktuellen Stand der
Therapieforschung vermittelt und auch auf Therapiemöglichkeiten bei komorbiden psychotischen Erkrankungen
eingegangen werden.
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56. Dr. Kristina Wulf
57. Dr. Tanja Zimmermann
Stress bei Kindern und Jugend- Thema des Workshops sind Überlaslichen
tungen von Kindern durch Schul- und
Alltagsstress. Anhand eines in der
praktischen Arbeit entwickelten Ansatzes werden therapeutische Lösungswege präsentiert.
Stress bei Kindern und Jugendlichen wird ein zunehmend
größeres Thema und gerät damit auch immer stärker in
den Fokus von Psychotherapie. Durch Veränderungen der
Schullandschaft aber auch der gesamten Gesellschaft
steigen Überlastungsgefühle und Ängste bei Kindern und
Jugendlichen an - oft ohne dass die Familien sich in der
Lage sehen, an der Situation etwas zu verändern.
Der Workshop stellt einen therapeutischen Ansatz vor, der
sich mit Stress und Ängsten bei Kindern und Jugendlichen
beschäftigt. Der Ansatz stellt dabei nicht kritische Lebenssituationen in den Mittelpunkt sondern die alltägliche
Be-und Überlastung durch Schule und Alltag (lange
Schultage, verplante Freizeit, Zukunftsängste).
Bausteine des Ansatzes sind kognitive Umstrukturierung,
Ziel- und Zeitmanagement, Emotionales Coping, Ressourcenaufbau und Selbstwertstärkung sowie Umfeldstrukturierung. Die Bausteine können auch therapeutische Interventionen anderer Störungsbilder ergänzen.
Der Ansatz wurde in der Gemeinschaftspraxis der Dozentin als Reaktion auf den zunehmenden Bedarf konzipiert.
Er verbindet die Erfahrung aus der Praxis mit aktuellen
Forschungsergebnissen.
Seite an Seite: Psychoonkologi- Die Diagnose einer Krebserkrankung Krebserkrankungen wie z.B. Brustkrebs bedrohen als posche Aspekte in der Psychothe- wie z.B. Brustkrebs beeinflusst nicht tenziell tödliche Krankheit die eigene Existenz, die Bezierapie
nur die betroffene Frau, sondern auch hungen und die Lebenspläne der erkrankten Frau, aber
den Partner. Das kognitivauch der ganzen Familie. Nach der Diagnose treten häufig
verhaltenstherapeutische Unterstüt- Depressionen, Ängste, sexuelle und Beziehungsstörungen
zungsprogramm für Paare ist ein
auf. Die meisten Interventionsprogramme konzentrieren
kurzes manualbasiertes Training, das sich auf die Unterstützung der betroffenen Frauen und die
sowohl in der psychotherapeutischen Förderung ihrer individuellen Copingstrategien. Jedoch
Praxis als auch im Kliniksetting für
sind auch die Partner durch die Folgen der KrebserkranPsychoonkologen anwendbar ist. Der kung belastet und stellen zudem die wichtigste Quelle
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10. Jahreskongress Psychotherapie Wissenschaft-Praxis 18./19. Oktober 2014
Abstracts Stand: März 2014
Workshop vermittelt die wesentlichen
Elemente des Trainings wie partnerschaftliche Stressbewältigung,
Kommunikation und den Umgang mit
sexuellen Problemen mit Hilfe von
Fallbeispielen und Kleingruppenarbeit.
emotionaler und praktischer Unterstützung für die Frau
dar. Dennoch gibt es kaum Interventionen, die dies systematisch und standardisiert berücksichtigen.
In diesem Workshop wird eine kurze kognitiv-behaviorale
Intervention für Paare vorgestellt, die sowohl im Rahmen
einer psychotherapeutischen Praxis als auch in einem
Kliniksetting für Psychoonkologen anwendbar ist. Das
Training ist manualbasiert und wird sowohl in der Standarddurchführung als auch in der individuellen Anwendung an einzelnen Fällen dargestellt. In der standardisierten Form werden der Patientin und ihrem Partner in fünf
Sitzungen Fertigkeiten zur Stressbewältigung, Kommunikation und Krankheitsbewältigung sowie zum Umgang mit
sexuellen Problemen besprochen. Eine kognitivbehaviorale Fallkonzeptualisierung, die der Intervention
vorangestellt ist, kann in der Wahl der spezifischen Interventionskomponenten helfen und hat somit große Bedeutung für den Zuschnitt auf den individuellen Fall. Die wesentlichen Elemente des Trainings werden in dem Workshop dargestellt, anhand von Fallbeispielen besprochen
und in der Anwendung in Kleingruppen geübt.
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