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AMBIENTE WOHLFÜHLOASEN - B+L Verlags AG

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Auftakt Hammam Basar, Zürich
AMBIENTE
WOHLFÜHLOASEN
Der Luxus des Archaischen
Mit dem im vergangenen Dezember eröff-
Der erste Deutschschweizer Hammam der
nicht nur ein Nebenprodukt der beiden Über-
neten «Hammam Basar» an der Zürcher
Migros im Zürcher Niederdorf versprach
bauungen im Patumba-Park. Vielmehr war die
Mühlebachstrasse hat sich die Unterneh-
ein echtes orientalisches Baderitual. Doch
Realisierung eines Hammams die Triebfeder
merin Lis Mijnssen einen Lebenstraum
was ein Hammam in seiner ursprünglichen
für Lis Mijnssens Bauprojekt.
erfüllt. Die Geschichte der Villa Patumba
Bedeutung ist, kann eigentlich erst der
Den Weg von der Idee bis zu Realisierung —
und des öffentlich zugänglichen Patum-
neue «Hammam Basar» im Zürcher Seefeld
auch der Wohneinheiten an der Mühlebach-
ba-Parks haben die Architektur und Mate-
beantworten. Das orientalische Baderitual
strasse — mitgestaltet hat die Zürcher Innenar-
rialisierung des orientalischen Baderaums
dient der porentiefen Körperreinigung; der
chitektin Gabi Faeh; in enger Zusammenarbeit
mitgeprägt. Das Verschwenderische des
Hammam ist ein öffentliches Badezimmer
mit den Basler Architekten Miller & Maranta,
Hammams mit seinem Salon liegt dabei
mit Waschtrögen statt mit Pool. Während
die für die Architektur der Wohneinheit Müh-
nicht in einer orientalischen Form- und Far-
man ihn in islamischen Ländern Allah
lebachstrasse verantwortlich zeichnen. Das
benopulenz, sondern in einer ganz bewuss-
zuliebe aufsucht, dient er bei uns dem Wohl-
Zurücknehmen von orientalischen Farben
ten Archaik und konsequenten Umsetzung
befinden. Nacktheit ist Pflicht, darum sind
und Formen zugunsten eines Raumerleb-
ökologischer Vorgaben.
die Badetage im «Hammam Basar» streng
nisses rückt in den Baderäumlichkeiten die
TEXT Christina Horisberger
geschlechtergetrennt. Frauen haben Vor-
Materialisierung und Lichtführung in den Vor-
FOTOS Susana Bruell
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architektur + technik 3 | 2014
rang, Männer dürfen samstags und montags.
dergrund. Boden und Wände sind aus Jura-
Dieses Festhalten an der Tradition war eine
kalkstein. Für die oberen, teils geometrisier-
Bedingung für Investorin und Unternehmerin
ten Wandflächen, die grosse Kuppel und die
Lis Mijnssen. Und ihr Hammam für Zürich ist
Decken suchte Gabi Faeh nach einem Feinputz
Das Musharabi-Ornament der Gebäudehülle taucht punktuell auch
im neuen «Hammam Basar» auf. Jurakalk und sandweisser «Terra
di Pietra» schaffen zusammen mit einer präzisen Lichtdramaturgie
ein introvertiertes Wohlfühlerlebnis.
auf Kalkbasis. Gefunden hat sie ihn im «Terra
di Pietra», einem Kalkspachtel, entwickelt
von Maler Claude Bickel. Auch für die mediterran anmutenden Sitzmöbel wurde dieser
Kalkabrieb auf dem Trägermaterial Duripanel verwendet. Für die Holzmöbel und -einbauten wurde Thuja verarbeitet, von Bäumen
im Patumba-Park, die gefällt werden mussten. Eine Herausforderung war nicht nur das
radikale Einhalten der ökologischen Vorgaben
(natürliche Materialien auch für die Textilien
und Füllungen, keine synthetischen Leime,
tung wurde experimentiert: Die nackte Haut
soll in vorteilhaftem Licht erscheinen. Entstanden ist so unter anderem eine Kaskade
aus Glastropfen in der zentralen Kuppel in
Kooperation mit Christian Deuber (Lichttechnik) und Thomas Blank (Glasmacher).
a + t Webcode 25918
Kunststoff usw.). Auch bezüglich der Beleuch-
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Kunst und Fotos
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