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Erfahrungsbericht - Akademisches Auslandsamt

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Erfahrungsbericht
Name: T e r e s a R o t h a c h e r
Austauschjahr: WS 2014/15
Gastuniversität: Universidad Nacional de Cuyo
Stadt: Mendoza
Land: Argentinien
Aus Spam-Schutzgründen wird die E-Mail-Adresse nicht im Internet veröffentlicht,
kann aber im Akademischen Auslandsamt erfragt werden.
Anreise: Nach der Zusage der Universität Augsburg habe ich mich schon bald über die
verschiedenen Anreisemöglichkeiten informiert. Es gibt einige verschiedene Varianten nach
Mendoza zu gelangen und empfehlenswert ist es, sich schon sehr früh mit dem Kauf des
Flugtickets auseinandersetzen, um ein möglichst günstiges Angebot zu erhalten. Die meisten
Flüge nach Mendoza werden mit einem Zwischenstopp in Buenos Aires oder Santiago de
Chile angeboten. Eine weitere Option ist die Anfahrt mit komfortablen Reisebussen von
diesen beiden Städten aus. Dabei sollte aber beachtet werden, dass die 7-stündige
Überfahrt von Chile nach Argentinien in den Wintermonaten durch eine Sperrung des
Andenpasses oft nicht möglich, und die rund 15-stündige Fahrt von Buenos Aires mit viel
Gepäck eher unangenehm ist. Da ich keine unnötigen Transfers machen wollte, habe ich
mich für einen Flug über Chile nach Mendoza entschieden. Mit TAM Airlines konnte ich 2
Gepäckstücke á 23 kg mitnehmen und musste auch nicht, wie so oft in Buenos Aires, vom
internationalen Flughafen zum nationalen Flughafen wechseln.
Unterbringung:
Meine
Unterkunft
im
Zentrum
der
Stadt
habe
ich
von
einer
Austauschstudentin aus dem Vorjahr vermittelt bekommen. Somit hatte ich schon vor meiner
Abreise eine feste Bleibe für 1.900 argentinische Pesos sicher. Für diesen Preis bekommt
man leicht ein Einzelzimmer in einer Wohngemeinschaft. Natürlich gibt es auch noch
günstigere Unterbringungsmöglichkeiten, bei welchen aber damit zu rechnen ist, sich ein
Zimmer teilen zu müssen. Hier liegt der Preis bei ungefähr 1.500 Pesos. Wer in dieser
Preisklasse wohnen möchte, muss sich im Klaren sein, dass der Zustand der Zimmer oft
nicht mit dem Deutschen Standard zu vergleichen ist.
Möchte man sich nicht schon vor der Abreise auf eine Unterkunft festlegen, so ist das auch
kein Problem. In einer Facebook-Gruppe der Austauschstudenten Intercambistas UNCuyo
1
werden schon vor und während der ersten Vorlesungswoche Wohnungen sowie Zimmer
beworben und vermittelt. Neben einer Unterkunft im Zentrum besteht auch die Möglichkeit
günstig in einem Studentenwohnheim auf dem Unicampus in schönen Zimmern bzw. kleinen
Appartements unterzukommen. Hierbei ist aber zu beachten, dass die Busanbindung ins
Zentrum nachts und an Wochenenden sehr schlecht, und die Gegend um das Gelände
herum mit Einbruch der Dunkelheit nicht unbedingt die Sichterste ist.
Universität: Die Universidad Nacional de Cuyo befindet sich auf einem schönen Campus
außerhalb der Stadt inmitten eines großen Parks. Mit dem Bus vom Zentrum aus beträgt die
Fahrzeit zwischen 10-15 Minuten. Jede Fakultät hat eine eigene Cafeteria und in der
universitätseigenen Mensa wird zwischen 12 Uhr - 14 Uhr ein komplettes Mittagessen für 3
Pesos (ca. 30 Cent) angeboten.
Die UNCuyo genießt in Argentinien einen sehr guten Ruf. Das Kursangebot an der Facultad
de las Ciencias Económicas ist sehr abwechslungsreich und die Kurse werden
ausschließlich auf Spanisch angeboten. Aufgrund meines international ausgerichteten
Studiums fand ich es sehr schade, dass die Anzahl an Kursen mit internationalem Fokus
sehr gering ist.
Die Kurswahl gestaltet sich sehr flexibel. Während der ersten beiden Wochen dürfen die
Austauschstudenten die verschiedenen Kurse besuchen und müssen sich erst gegen Ende
der zweiten Woche verpflichtend für die einzelnen Kurse immatrikulieren. Möchte man einen
Kurs am Ende doch nicht belegen, so muss das der Fakultät frühzeitig mitgeteilt werden.
Je nach Kurs und Lehrstuhl wird die Endleistung anhand einer finalen Prüfung und oft
mehrerer Zwischenprüfungen (Parciales) festgemacht. Auf einer Notenskala von 1 bis 10 gilt
eine Prüfung ab 6 Punkten (bzw. 60 %) bestanden. Um zur Endprüfung zugelassen zu
werden, müssen alle Parciales bestanden werden. Ist dies nicht der Fall, besteht die
Möglichkeit sich mit einer Nachprüfung (Recuperatorio) zu verbessern. Die Endprüfungen im
argentinischen Sommersemester finden im November, Dezember sowie Februar statt. Ich
habe meine Prüfungen alle im November geschrieben, da ich die Zeit nach dem Semester
für eine größere Reise nutzen wollte.
Außer dem morgendlichen Spanischkurs hatte ich immer erst ab 14 Uhr regulär
Vorlesungen, da vormittags die Veranstaltungen für die Erstsemester stattfinden und ich nur
Kurse aus den höheren Jahrgängen belegt hatte.
2
Mendoza,
Umgebung und Freizeitmöglichkeiten:
Mendoza,
die Hauptstadt
der
gleichnamigen Provinz, ist vor allem bekannt für die Produktion exzellenter Weine und als
das Tor zu Chile. Im Großraum der Stadt leben etwa 1,1 Mio. Menschen. Umgeben ist
Mendoza von einer kargen Trockensteppe, die aber in der unmittelbaren Umgebung der
Stadt bewässert wird und sowohl die Landwirtschaft als auch den Weinanbau ermöglicht. Im
Zentrum sind die Straßen gesäumt von Bäumen und auf den zahlreichen Plätzen und in den
Parks
kann
man
zwischendurch
entspannen.
Außerdem
gibt
es
verschiedenste
Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Sei es eine Weinverkostung in einer der zahlreichen
traditionellen Bodegas, die Besteigung des naheliegenden Cerro Arcos, die Erkundung des
höchsten Berges von Südamerika, ein Bad in heißen Thermen inmitten der Anden, oder ein
gemütlicher Barabend mit dem argentinischen Trendgetränk aus Italien Fernet Branca auf
der Straße „Aristides“; Mendoza hat viel zu bieten. Um letzteres genießen zu können, muss
man sich auf alle Fälle an die argentinischen Ausgehzeiten gewöhnen. Generell findet in
Argentinien alles etwas später statt. Gekocht und gegessen wird erst ab 22 Uhr und zu einer
sogenannten Previa, einem Treffen vor dem Feiern, wird man um ca. 24 Uhr eingeladen.
Wer anschließend tanzen gehen möchte, sollte nicht vor 2 Uhr morgens aufbrechen, da viele
Clubs, die sogenannten Boliches, sich erst um 3 Uhr anfangen zu füllen. Da ist es keine
Seltenheit, dass man erst weit nach dem Sonnenaufgang aus einer der, in den Vororten
liegenden, Open-Air-Discos zurückkehrt.
An der UNCuyo existiert ein tolles Tutorenprogramm und eine studentische Initiative namens
Descubriendo Mendoza organisiert stets interessente und spannende Ausflüge für
Austauschstudenten und Argentinier.
Außerdem stellt die Stadt einen guten Ausgangspunkt für Ausflüge in weiter entfernte Ziele
dar. Dank des gut ausgebauten Busnetzes konnte ich während meines Aufenthaltes
problemlos Ausflüge nach San Rafael, Córdoba, Salta, Santiago de Chile, Valparaíso und
Buenos Aires unternehmen.
Lebenshaltungskosten: Wie viel Geld man vor Ort ausgibt, hängt in Argentinien vor allem
von der aktuellen Wirtschaftslage ab. Der argentinische Peso leidet unter ständiger Inflation,
was zu spürbar höheren Preisen führt. Die Kosten für Grundnahrungsmittel sind vergleichbar
mit denen in Deutschland. Bei Pflege-, sowie Milchprodukten, elektronischen Geräten und
Kleidung muss jedoch mit höheren Preisen gerechnet werden. Während meines
Auslandssemesters existierte nicht nur ein offizieller, sondern auch ein inoffizieller
Wechselkurs, der als Dollar Blue oder Euro Blue bezeichnet wird. Den deutlich höheren
blauen Wechselkurs findet man auf den Straßen und in den Wechselstuben, den Cuevas. So
illegal es auch klingen mag: es wird momentan von den Behörden geduldet und wechseln zu
einem Blaukurs lohnt sich finanziell enorm! Wer aufmerksam ist, nicht direkt auf der Straße
3
wechselt und im Internet den ungefähren Wechselkurs auf der Website einer nationalen
Zeitung in Erfahrung bringt, sollte ohne Probleme zum Blaukurs tauschen können. Zum
Wechseln werden sowohl Dollar- als auch Euronoten sehr gerne gesehen. Anfangs war ich
nicht ganz sorgenfrei und befürchtete, dass mir irgendwann einmal Falschgeld untergejubelt
werden würde. Jedoch ist mir das während meines 6-monatigen Aufenthalts glücklicherweise
kein einziges Mal passiert.
Sprachniveau/ Sprachkurse vor Ort
Um an der UNCuyo studieren zu können, muss mindestens ein Sprachniveau von B2
nachgewiesen werden. Vor Ort bietet die Facultad de Filosofía y Letras einen
kostenpflichtigen Spanischkurs an. Am besten fragt man direkt im Büro der Secretaría de
Extensión Universitaria nach den genauen Terminen. Mittels eines mündlichen, als auch
eines schriftlichen Einstufungstests werden die Sprachschüler dann in verschiedene
Niveaustufen eingeteilt. Gelehrt wird nicht nur die spanische Grammatik, sondern auch die
Geschichte sowie die Kultur von Argentinien. Ich würde jedem empfehlen dieses Programm
zu absolvieren, da man sprachlich, geschichtlich und kulturell sehr viel lernen kann.
Außerdem wird für eine geringe Gebühr eine Sprachprüfung, das Certificado de Español:
Lengua y Uso, für Spanisch als Fremdsprache angeboten.
Klima und Wetter: Während meines 4-monatigen Aufenthalts in Mendoza hat es kaum
geregnet und selten war der Himmel wolkenbedeckt. Da Mendoza sich in einer
wüstenähnlichen Zone befindet, ist also eigentlich immer, außer in den Sommermonaten,
angenehmes Wetter. In den Wintermonaten kann es ganz schön kalt werden, weswegen
man warme Kleidung und Wollsocken nicht vergessen.
Außerdem wird Mendoza in den Wintermonaten oft von einem heißen und trockenen
Föhnwind heimgesucht, welcher dann an den darauffolgenden Tagen kalte Temperaturen
verursacht. Der Wind hat einen starken Einfluss auf das öffentliche Leben und führt sogar
gelegentlich zum Unterrichtsausfall in den Schulen und Universitäten.
Fazit: Abschließend möchte ich noch sagen, dass das Auslandssemester in jeglicher
Hinsicht eine tolle und spannende Erfahrung war. Trotz einiger wirtschaftlicher, sozialer (und
im Jahr 2014 wohl auch sportlicher) Probleme sind die Argentinier, wie ich erwartet hatte,
lebensfrohe, freundliche und sehr aufgeschlossene Menschen. Diese unbeschwerte Art und
die atemberaubende Natur Argentiniens haben mein Auslandsstudium wohl am meisten
positiv geprägt.
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