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Warum Humboldt? – 2 Humboldt, Kasachstan und - HFT Stuttgart

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Hochschule
für Technik
Stuttgart
Oktober 2014
Stallgeflüster 42
Warum Humboldt? – 2
Humboldt, Kasachstan und die HFT Suttgart.
Zur Rolle unserer Forschung
Interdisziplinäre Forschungsprojekte – 5
OB Fritz Kuhn zu Besuch – 10
»Forschung mit Feuer und Flamme« – 19
Interview mit drei HFT-Professorinnen
Ghana: Ein Land im Aufbruch – 36
Editorial
»Die wichtigsten Profilelemente der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften
(HAW; früher: Fachhochschulen) bestehen
aus einer zeitgemäßen Verbindung von Wissenschaft mit Praxisorientierung in qualitativ
hervorragender Lehre, angewandter Forschung und gesellschaftlicher wie wirtschaftlicher Innovationskraft.« So steht es auf der
Homepage der Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften Baden-Württemberg (www.
hochschulen-bw.de). »Lehre und Forschung«,
so ist auch die Gewichtung beider Bereiche
an der HFT Stuttgart. Forschung steht dabei
an zweiter, aber nicht an letzter Stelle. Denn:
Mit knapp über drei Millionen Euro wurden im
vergangenen Jahr so viele Drittmittel eingeworben wie noch nie zuvor.
Koordiniert werden die HFT-Forschungsaktivitäten im Institut für Angewandte Forschung. Mittlerweile gibt es an der HFT
Stuttgart sieben Kompetenzzentren. Sie bündeln die überwiegend zwischen den Fakultäten interdisziplinär ausgeübte Forschung
zu den Schwerpunktthemen »Energieeffiziente Gebäude und Nachhaltige Stadtentwicklung« und »Technologien für räumliche
Daten und Simulation«. Das ist die Theorie.
Doch wie sieht es in der Forschungspraxis
aus? Was braucht es, um neben dem hohen
Lehrdeputat erfolgreich zu forschen? Die
Antwort auf diese Frage geben drei in der
Forschung aktive HFT-Professorinnen: Leidenschaft für ein Thema, Organisationstalent, Kreativität, Frustrationstoleranz und
Kommunikationsfähigkeit. Und was ist der
Lohn für die Doppelbelastung »Lehre und
Forschung«? Die Freiheit, ohne größeren
Zeitdruck eigene Ideen verwirklichen zu
können!
Michaela Leipersberger-Linder
Titelthema
Warum Humboldt?
Humboldt, Kasachstan und die HFT Stuttgart:
Zur Rolle unserer Forschung
von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Huep
Natürlich ließe sich Alexander von Humboldt, welcher etwa
von Beginn bis Mitte des neunzehnten Jahrhunderts als
Naturforscher große Teile der Welt erkundete, hervorragend
dem Thema »Forschung« zuordnen; und da der Schreiber dieser Zeilen Geodät ist, fühlt er sich dieser Thematik auch selbst
nahe. Zutreffender ist hier jedoch die kurze Beschäftigung mit
Alexanders Bruder, nämlich Wilhelm von Humboldt, welcher
im preußischen Innenministerium sein »humboldtsches Bildungsideal« den verschiedenen Bildungsreformen aufprägte.
Dieses Ideal begründet heutzutage den zentralen Grundsatz der »Einheit von Forschung und Lehre« an Universitäten
sowie – seit vielen Jahren und mit zunehmender Durchdringung – auch an anderen Hochschultypen. Die HFT Stuttgart
als eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW)
weiß mit dem Anspruch, sowohl Lehre als auch Forschung zu
betreiben und für deren gegenseitige Durchdringung zu sorgen, also nicht nur das Landeshochschulgesetz (LHG) hinter
sich, sondern vor allem das Gedankengebäude Wilhelm von
Humboldts. Ein umfassender Diskurs zu diesem Gedankengebäude verbietet sich schon aufgrund ausbildungsbedingter
Unzulänglichkeiten beim Verfasser dieses Beitrags, doch
zwei subjektiv herausgegriffene Vergleiche zwischen damals
und heute seien erlaubt:
1. Humboldt wirkte in einer Zeit preußischen Wiedererstarkens nach den napoleonischen Kriegen; das Bürgertum
emanzipierte sich, nicht zuletzt auch in seinen Ansprüchen
auf eine allgemeine Bildung. Offensichtlich herrschte die
nötige Aufbruchstimmung, um Reformen zu gestalten und
durchzusetzen. Die heutige Gesellschaft ist wahrscheinlich
saturierter und komplexer; und dieses Umfeld hat den aktuellen LHG-Änderungen nur wenig humboldtsche Dynamik
beschert – zumindest beim zwar publikumswirksam, aber
immer noch zögerlich behandelten forschungsrelevanten
Thema »Promotionsrecht an HAW«.
2. Im Kontext der sich damals entwickelnden bürgerlichen
Aufklärung formulierte Humboldt, dass man sich an Universitäten erstens als »autonomes Individuum« entwickeln und
zweitens dem »Weltbürgertum« verpflichten solle. Der erste
Aspekt impliziert die »Selbstbestimmung und Mündigkeit
durch Vernunftgebrauch«, und der zweite fordert die Vernetzung der autonomen Individuen über die »Auseinandersetzung mit den großen Menschheitsfragen« ein. Aus dieser
Sichtweise leiten sich heutzutage die Begrifflichkeiten der
»Einheit von Lehre und Forschung«, aber auch der »Freiheit
von Lehre und Forschung« ab.
Zunächst ein kurzer Bezug zur Lehre: Gerade Universitäten setzen an der von Humboldt sehr weit gedachten Unabhängigkeit von wirtschaftlichen und staatlichen Interessen
an und begründen damit vielfach, keine rein berufsbezogene
Ausbildung zu leisten. Sie sehen sich damit im kritischen
Widerspruch zur Bologna-Reform.
Und was bedeutet die Freiheit von wirtschaftlichen bzw.
staatlichen Interessen für die Forschung? Sowohl Universitäten als auch HAW agieren und reagieren heute in einem
anderen
gesellschaftlichen
Umfeld
als
zu
Zeiten HumTransparenz der
boldts – teilweise mit neoDrittmittelforliberalistischen
Zügen.
Der
überwiegende Teil der Forschung geht in
schungsaktivitäten ist drittmithumboldtsche
telfinanziert, seien es öffentliche
oder private Geldgeber. Insofern
Richtung
ist die humboldtsche Idee der
völligen Unabhängigkeit in Lehre
und Forschung heute nur – noch? – beschränkt umsetzbar.
Alles andere wäre aus Verfassersicht auch unrealistisch, aber
der Grundgedanke hat auf jeden Fall Bestand.
Ohne die Deutungshoheit beanspruchen und die Umsetzbarkeit einschätzen zu können, scheint dem Verfasser der
neue Paragraf 41a LHG zur »Transparenz der Drittmittelforschung« in die humboldtsche Richtung einer unabhängigen
Universität oder Hochschule zu zeigen.
Und was ist mit Kasachstan?
Im Hinblick auf diesen Beitrag ist es schlicht ein zeitlicher
Zufall, dass der Verfasser einige Wochen zuvor an einer
kasachischen Universität weilte, und zwar als Mitglied einer
Gutachtergruppe für die Akkreditierung mehrerer Bachelorund Master-Studiengänge sowie für die Zertifizierung eines
PhD-Programms. Kasachstan orientiert sich am europäischen
Qualifikationsrahmen, bestimmte Mittelzuweisungen sowie
Strukturentscheidungen werden staatlicherseits an erfolgreiche Akkreditierungen und Zertifizierungen geknüpft – also
eine gewisse Parallele zu unserer Situation in Deutschland.
Es zeigen sich jedoch deutlich mehr Parallelen, und zwar
zur Entwicklungsgeschichte der HAW und ihrer heutigen Forschungsrolle – dargestellt im Zeitraffer: Die kasachischen
Universitäten befinden sich als mittelbare Folge der Auflösung der Sowjetunion in einem Transformationsprozess von
vorwiegend der Lehre verpflichteten Ausbildungsstätten zu
Universitäten mit Lehr- und Forschungsauftrag sowie Promotionsrecht. Das Lehrpersonal führt teilweise ausschließlich
Lehre und teilweise auch Forschung durch – bei allerdings
ausbauwürdiger Vernetzung in der internationalen Forschergemeinschaft. Das generelle Bewusstsein und Interesse
hinsichtlich Forschung – allein schon wegen der Master-Studiengänge – ist auf jeden Fall vorhanden und wird auch staatlicherseits gefordert und gefördert. Jedoch: Das Lehrdeputat
entspricht umgerechnet zirka den uns bekannten 18 SWS.
Aufgrund extern gewünschter und finanzierter Forschungsvorhaben können »von höherer Stelle« Deputatnachlässe
gewährt werden, wobei zuständiges Ministerium, Universität
und Wirtschaft die anwendungsbezogene Forschung wohl im
Vordergrund sehen. Der akademische Mittelbau unterliegt
zahlenmäßig deutlich dem zur Forschung zu aktivierenden
Lehrpersonal. Diesen gesamten Absatz hätte man auch
»Zur Situation an einer HAW« übertiteln können.
Im Vergleich zeigen sich natürlich auch deutliche, derzeitige Pluspunkte der Forschungsförderung in Deutschland: Genannt seien zum einen die größere Vielfalt und der
höhere Umfang drittmittelfinanzierter Projektmöglichkeiten.
Zum anderen sind aber vor allem Unabhängigkeit und Transparenz bei Themenfindung und Mittelgewährung klarer
geregelt, indem nicht »das Ministerium«, sondern eine Gutachtergruppe nach bestimmten Verfahren über einen Projektantrag entscheidet – bei allem Missmut, der dabei bei den
Antragstellern gelegentlich aufkommen kann. Die mögliche
Gewährung eines Forschungs- oder Fortbildungssemesters,
um auch auf diesem Wege Forschungsaktivitäten zu begünstigen, ist bei der besuchten kasachischen Universität übrigens nicht Usus.
Man kann aber auch vordergründig neidisch werden: Die
Wirtschaft und teilweise auch die Gesellschaft Kasachstans
befinden sich in einer post-sowjetischen Dynamik, welche
die unsrige und wohl auch diejenige in Humboldts Ära übersteigt. Sie wird getragen durch die Exploration umfangreicher
Bodenschätze, der Anfelderung von Technologie- und Dienstleistungsbereichen sowie durch eine – zurückhaltend formuliert – forsche und zentralistische Regierungsform. Alles dies
schlägt auch auf Forschung und Lehre durch, vor allem im
MINT- und zudem im BWL-Bereich.
Neidfaktor 1: Mit schlüssigen Projekt-Konzepten sind
Forschungs-Ressourcen auch außerhalb irgendwelcher vorgegebener Programme und Ausschreibungen relativ leicht
erschließbar.
Neidfaktor 2: Auch wenn es sich um eine Universität handelt, fordert das Ministerium für die aufkommenden PhDProgramme eine externe Zertifizierung. Ein vom Ministerium
für Wissenschaft, Forschung
und Kunst (MWK) BadenQualitätsWürttemberg thematisiertes
sicherungsverQualitätssicherungsverfahren
für mögliche HAW-gemeinfahren für HAWsame Promotionsprogramme
gemeinsame
zeigt in eine ähnliche Richtung.
Nur: Konzept, Umsetzung
Promotionsund Ressourcenbereitstellung
programme
scheinen in Kasachstan innerhalb eines Jahres realisierbar
zu sein, mit sicherlich schnellen positiven Auswirkungen im
akademischen Mittelbau und Nachwuchs sowie in den Forschungsaktivitäten.
Ein abschließendes Magengrummeln hinsichtlich »qualitätsgesicherter« PhD-Programme, Promotionskollegs etc.
sei aufgrund der kasachischen und auch anderer Erfahrungen nicht zurückgehalten: Es besteht die Gefahr, die dem
Bachelor-Master-System – trotz aller Gegensteuerungsversuche – inhärente Verschulungstendenz nun auch auf die
Konzeption und Bewertung von Promotionsprogrammen zu
übertragen und damit die Promovierenden auf ihrem Weg
der Erkenntnisgewinnung über Gebühr einzuengen. Denn
eine Promotion soll der Forschung sowie auch der Qualifizierung wissenschaftlichen Nachwuchses und nicht einfach dem
durchstrukturierten Erwerb eines Titels dienen.
Und wo steht die Forschung an der HFT Stuttgart?
Zunächst sei der Begriff »Forschung« etwas näher ergrün-
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
2&3
det: Den zu findenden Definitionen ist gemein, dass es sich
um die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen mit
wissenschaftlichen Methoden handelt. Forschung bedeutet also zeitlichen Aufwand, denn es geht primär nicht um
das rein zufällige Stoßen auf neue Erkenntnisse. Ferner sind
wissenschaftliche Qualifikation und Vernetzung der Forschenden gefragt, um eine adäquate Methodik sowie die Einordnung der Erkenntnisse zu gewährleisten. An erster Stelle
ist hiermit die Professorenschaft angesprochen, deren Einstellungsvoraussetzungen gemäß der Landeshochschulgesetze die Wissenschaftlichkeit sowohl für Universitäten als
auch für Hochschulen der Angewandten Wissenschaften beinhalten, aber auch Akademische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Studierende, speziell im Master-Bereich. Zur
Forschungstätigkeit gehört zudem die Pflicht, gewonnene
Erkenntnisse in wissenschaftlichen Zeitschriften und auf
wissenschaftlichen Tagungen zu publizieren. Dieser wissenschaftliche Austausch spiegelt sich wiederum in Humboldts
»Weltbürgertum«.
Dem Hochschultyp HAW wird normalerweise die »Angewandte Forschung« zugedacht, deren Ergebnisse eine unmittelbarere Praxisrelevanz besitzen sollen und die im Rahmen
der »Entwicklung« relativ leicht in konkrete Produkte einfließen können. Die Entwicklungstätigkeit findet vorwiegend
in Unternehmen und Organisationen statt und veranschaulicht die allgemeine Praxisnähe von HAW über Kooperationen mit Externen. »Angewandte Forschung« findet, historisch begründet, eher im Ingenieurbereich statt, hat aber
mittlerweile auch den Informatik- und Dienstleistungsbereich
erfasst. Die Aktivitäten im Institut für Angewandte Forschung
(IAF) der HFT Stuttgart aus Geoinformatik, Mathematik,
Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie bestätigen es.
Die »Grundlagenforschung« erfolgt vorwiegend an Universitäten, ist aber auch den HAW nicht grundsätzlich versagt. Sie zielt auf allgemeinen Erkenntnisgewinn und die
Erkennung grundsätzlicher Gesetzmäßigkeiten hin, ohne
gleich zwingend einen praktischen Nutzen vor Augen zu
haben. Somit ist sie Grundlage für »Angewandte Forschung«,
welche sich übrigens auch an Universitäten findet, und in der
Finanzierung eher bei öffentlichen denn bei privatwirtschaftlichen Geldgebern erfolgreich. Da die öffentliche Messlatte,
etwa bei der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft (DFG),
sehr hoch hängt, sind die HAW strukturabhängig nur bedingt
erfolgreich. Immerhin erreichte auch die HFT Stuttgart DFGFörderungen, beispielsweise eines Vermessungsprojektes
auf dem Grönlandeis. Und einige bauphysikalische Projekte
an der HFT Stuttgart gehen deutlich in Richtung »Grundlagenforschung«.
Wie sieht uns unser Dienstherr, das MWK, und damit die
Politik? Bindende Aussagen finden sich natürlich im für alle
Hochschultypen geltenden LHG: In Paragraf 40 zu »Aufgaben der Forschung; Forschungseinrichtungen« wird neben
dem Erkenntnisgewinn auch die Einheit von Forschung und
Lehre angesprochen. Und Paragraf 46 zu »Dienstaufgaben der Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer« nennt
zuvorderst Wissenschaft, Forschung, Lehre und Weiterbildung, begleitet von den Möglichkeiten einer temporären, reinen Forschungsprofessur (mit nötigem Deputatsausgleich
innerhalb der Fakultät) oder auch des Ausweises einer reinen
Lehrprofessur (was man vor allem in Grundlagenfächern an
Universitäten vorfindet).
Die Außendarstellung auf der MWK-Homepage erscheint
hingegen erstaunlich unpräzise und undifferenziert: Für
die Universitäten finden sich die Stichworte »Verknüpfung
von Forschung und Lehre auf hohem Niveau«, »Förderung
des wissenschaftlichen Nachwuchses« und »Technologietransfer«(!). Die HAW werden bedacht mit »Verbindung von
Wissenschaft und Praxiserfahrung«, »strukturpolitische
Funktionen« und »Wissens- und Technologietransfer«. Bleibt
noch die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit
»Verzahnung von Theorie und Praxis« und »Auftrag zu kooperativer Forschung«.
Das treibt einen kurz auf die Homepage des Bayerischen
Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und
Kunst: Die Universitäten besitzen ein Ausbildungsangebot
»an den Bedürfnissen der Praxis orientiert« und sind »substantieller Teil der Forschung in Bayern«. Die HAW (Fachhochschulen) werden durch »ausgeprägten Praxisbezug«,
»anwendungsorientierte Forschungsarbeit« und als »Innovationsmotoren der Region« charakterisiert. Der Leser mag
entscheiden, auf welcher Homepage er sich mit der HFT
Stuttgart in der Tat zu Hause fände.
Vor dem Hintergrund dieser ganzen Aufgabenzuweisungen und humboldtschen Ideale sei ein Blick auf die realen
Rahmenbedingungen – um nicht »Begrenzungen« zu sagen –
geworfen, einschließlich gelegentlicher Seitenblicke auf den
im selben LHG abgedeckten Hochschultyp Universität:
Mit der Reform des Hochschulrahmengesetzes (HRG) von
1985 wurde »Angewandte Forschung« Teil des Auftrags der
damaligen – früher als reine Lehreinrichtungen definierten – Fachhochschulen, offensichtlich jedoch ohne relevante Nachsteuerung bei den Lehrdeputaten. So beträgt unser Lehrdeputat
mit 18 Semesterwochenstunden (SWS) noch heute das Doppelte von Universitätsprofessuren. Sicher darf man die Administration zum Beispiel eines Universitätsinstitutes nicht
völlig vernachlässigen, aber an der Universität stehen damit
per se acht bis neun SWS für Forschungsaufgaben zur Verfügung. Entsprechend gilt für jede dortige Professur direkt
die Forschungsvermutung. Im Umkehrschluss richtet sich
nach herrschender Meinung der Forschungsauftrag an eine
HAW zunächst als Ganzes. Folglich entscheidet die jeweilige
Professorin oder der Professor einer HAW selbst über die
Schwerpunktsetzung in Richtung Lehre und/oder Forschung.
Zwar ist es möglich, auch an der HFT Stuttgart durch forschungsbedingte Deputatreduktionen das SWS-Niveau einer
Universitäts-Professur zu erreichen, allerdings nur bei entsprechender Vorleistung durch Einwerbung von Drittmitteln,
bei entsprechenden AusgleichsLehrdeputat für möglichkeiten für die Lehre
innerhalb der Fakultät und
HAW-Professoren innerhalb einer Deckelung für
doppelt so hoch die Hochschule insgesamt durch
die
Lehrverpflichtungsverordwie an Universi- nung (LVVO). Hinzu kommt die
weiter oben genannte Regelung
täten
nach Paragraf 46 LHG, temporär Forschungsaufgaben direkt
zuzuweisen, was in der Handhabung noch komplexer ist. Die
Situation wird noch unübersichtlicher, da Deputatreduktionen
in die Kapazitätsberechnung für die Lehre und damit in die
Zuweisung von Studienplätzen eingehen könnten und das
HAW-Profil der in Vorlesungen und Übungen durchgängigen
professoralen Lehre geschwächt werden könnte. Letzteres
wird auch gerne bei Studiengangs-Akkreditierungen thematisiert.
Ein weiteres Problem, das die HFT Stuttgart mit den anderen HAW teilt, ist der gegenüber Universitäten auf den Kopf
gestellte Stellenkegel aufgrund eines relativen kleinen Mittelbaus, also der verfügbaren Akademischen Mitarbeiter außerhalb bereits eingeworbener konkreter Forschungsprojekte.
Allerdings: Neben einer zentralen Forschungskoordination
im IAF hat die HFT Stuttgart mittlerweile auch Forschungskoordinatoren in allen drei Fakultäten eingestellt, um Professoren hinsichtlich Fördermöglichkeiten und Antragsstellung
zu unterstützen. Ferner konnten drei Kollegen insgesamt vier
Stellen aus dem MWK-Mittelbauprogramm einwerben.
Die Bindung geeigneter Akademischer Mitarbeiter für die
Forschung würde zudem erleichtert, wenn sich die Möglichkeiten zur Promotion an einer HAW tatsächlich ausweiten ließen. In Promotionskollegs sowie
in einzelnen bilateralen VereinbaHFT Stuttgart
rungen mit Universitäten – aber
eben nur in deren Abhängigkeit – ist forschungsthegelingt dies der HFT Stuttgart
matisch breit
seit Jahren; immerhin lässt das
positioniert
LHG auch ausdrücklich HAWProfessorinnen und -Professoren als Prüfer zu. Auf sich warten lassen aber immer noch
nähere Bestimmungen zur Ausgestaltung eines temporären,
HAW-übergreifenden Promotionsrechts – trotz entsprechender Experimentierklausel im aktuellen LHG.
Unter den geschilderten Bedingungen ist HAWForschung eher durch wenige, aber leistungsstarke Schwerpunkte geprägt. Da es keine Institutsfürsten gibt, sind diese
vorrangig interdisziplinär angelegt, wie man an anderer Stelle
dieses »Stallgeflüsters« sehen kann, zum Beispiel auf Seite
5. Mittlerweile ist die HFT Stuttgart forschungsthematisch
breit positioniert – und das stimmt heute und für die Zukunft
positiv!
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Huep, hat Geodäsie
an der TU Braunschweig und der Universität
Hannover studiert; dort war er ab 1980 auch
wissenschaftlicher Mitarbeiter. Mit der Promotion wechselte er 1985 zur Forschung und Entwicklung von Leica Geosystems, Heerbrugg/
Schweiz, bzw. Atlanta/USA. Ab 1989 hielt er
leitende Positionen in Entwicklung und Marketing bei Carl Zeiss, Oberkochen und Jena,
begleitet durch eine Zusatzausbildung am
International Institute for Management Development/Lausanne. Seit 1998 ist Huep an der
HFT Stuttgart Professor für Vermessung und
Geoinformatik und seit 2007 Prorektor für Wissenschaft und Forschung. Seine persönliche
Erfahrung ist, dass erfolgreiche Forschungsund Entwicklungsprojekte auf Interdisziplinarität, internationale Vernetzung sowie
Integration mit Betriebswirtschaft und Marketing gründen und das finde sich auch an der
HFT Stuttgart wieder.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Titelthema
BW-CAR – ein neuer Weg für Forschung
und Promotion
von Prof. Rainer Franke
Nein, der Name hat nichts mit Autos zu tun, auch wenn »BW«
für Baden-Württemberg steht und damit implizit für einen
Automobilstandort. »CAR« heißt hier jedoch Center of Applied
Research, und es meint die Forschung an den Hochschulen
für Angewandte Wissenschaften des Landes. Dass sich da in
den vergangenen zwanzig Jahren unübersehbar etwas entwickelt hat, ist nicht mehr zu bestreiten. Die HFT Stuttgart
ist dafür ein gutes Beispiel, man muss sich nur unsere Drittmitteltabellen anschauen, die außergewöhnlichen Projekte,
gefördert durch Bund, EU, DFG und mehr, oder das aktuelle
Promotionskolleg »Smart City«. Weil unsere Entwicklung in
die Breite und Tiefe mit inzwischen sieben IAF-Kompetenzzentren jedoch kein Einzelbeispiel ist, hat die Rektorenkonferenz der HAW vor rund zwei Jahren beschlossen, dass man
künftig einen gemeinsamen Weg gehen will, um die angewandte Forschung hochschulübergreifend nach außen noch
besser sichtbar zu machen und natürlich auch zu stärken.
Ende Juni 2013 trafen sich forschungsstarke Professorinnen und Professoren aller HAW in unserer Aula, um die
BW-CAR-Initiative mit einem ersten Workshop auf den Weg
zu bringen. Das positive Echo war einhellig, und so entstanden
verschiedene Arbeitsgruppen, um landesweit Forschungsschwerpunkte zu identifizieren und in entwicklungsfähige
Cluster zu gliedern. Wenige Wochen später wandelte sich die
langjährige Rektorenkonferenz RKH in den Verein HAW BW
e.V. um und eröffnete eine eigene Geschäftsstelle im Haus der
Wirtschaft, gleich neben der HFT Stuttgart. Folgerichtig war
es ein nächster Schritt, auch der Forschungsinitiative einen
professionellen Rahmen zu geben. Im Mai 2014 wurde dazu
eine Geschäftsordnung verabschiedet, Anfang Juli fand die
konstituierende Sitzung des Gründungssteuerkreises statt
und ein Vorstand wird folgen. Gleichzeitig stellte das Wissenschaftsministerium eine Stelle für einen Forschungskoordinator zur Verfügung, die auch bereits besetzt werden konnte.
Als Forschungsschwerpunkte kristallisieren sich im Moment
Anwendungs- und Querschnittsbereiche heraus, von Energiesystemen bis zu Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.
Neben der Sichtbarkeit und einer konsequenten Vernetzung
werden dann auch verbesserte Rahmenbedingungen für die
HAW-Forschenden zu den Zielen und Aufgaben von BWCAR gehören sowie die Entwicklung eines Qualitätssystems.
Das betrifft nicht nur die Schwerpunkte, sondern auch die
Aufnahme von Professorinnen und Professoren, die auf der
Grundlage von Forschungskennzahlen erfolgen und regelmäßig überprüft werden wird. Mit den Stichworten Verbund und
Qualitätssicherung sind die beiden wesentlichen Voraussetzungen genannt, die in der sogenannten Experimentierklausel des neuen Landeshochschulgesetztes für ein eigenes,
begrenztes HAW-Promotionsrecht festgeschrieben sind. BWCAR kann und muss deswegen der Weg sein, den die HAW
in diese Richtung zu gehen haben. Für die Attraktivität und
damit auch für die Zukunftsfähigkeit unserer Hochschulen ist
dieser Schritt unverzichtbar, davon bin ich überzeugt.
Doktoranden und ihre Forschungsthemen
zusammengestellt von
Annette Kunz-Engesser
An der HFT Stuttgart
arbeiten zahlreiche Professorinnen
und
Professoren an vielfältigen
Fo r s c h u n g s p r o j e k t e n .
Hierbei werden sie durch
Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen unterstützt,
die häufig eine Promotion
anstreben. Zwar besitzen
die Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften
derzeit kein eigenständiges
Promotionsrecht,
jedoch ermöglicht das Landeshochschulgesetz
ein
kooperatives Promotionsverfahren, bei dem sowohl
eine Professorin bzw. ein
Professor der HFT Stuttgart als auch eine Universitätsprofessorin bzw.
ein Universitätsprofessor
im In- und Ausland die
Betreuung und Prüfung
übernehmen.
Prof. Dr.-Ing.Volker Coors:
Detlev Wagner
(TU München, Univ.-Prof.
Dr. rer. nat. Kolbe) »Quality
evaluation of 3D city models
– structure and organization
of validation rules, formalization of error model and error
reporting«
Prof. Dr. habil
Ursula Eicker:
Karina Bloche Daub
(Universität Leipzig, Prof. Dr.
Thrän) »Regionaler Mehrwert durch die energetische
Nutzung von Biomasse«
Antoine Dalibard
(TU Berlin, Prof. Dr. Ziegler)
»Advanced controls of solar
driven adsorption chillers«
Tobias Erhart
(Strathclyde University Glasgow, Prof. Dr. Infield) »Optimisation of heat-led CHPs
based upon ORC-technology«
Fernando Gómez Castro
(Universität Kassel, Prof. Dr.
Vajen) »Entwicklung von
Kollektor/Regeneratoren für
Flüssigsorptionsanlagen«
Stefan Hess
(de Montfort University
Leicester, Prof. Dr. Hanby)
»Generation of Process Heat
by Improved Solar Thermal
Collectors with Reflectors«
Prof. Dr.-Ing.
Heinz-Martin Fischer:
Priit Pikk Nooremteadur
(Estonian University of Life
Sciences, Estland) »Solar
cooling with PVT collectors«
Pilar de Monsalvete
(University of Nottingham,
Prof. Dr. Robinson) »Physical Modelling of Subsystems
in Urban Quarters«
Steffi Reinhold
(Acoustic Research Unit,
School of Architecture, University of Liverpool, Prof.
Hopkins, Prof. Gibbs) »Complex time-varying structureborne sound sources in
buildings«
Prof. Dr.-Ing.
Michael Hahn:
Alvand Miraliakbari
(TU Dresden, Prof. Maas;
HFT, Dr. habil. Engels)
»Automatic collection and
inspection of road surface
conditions with the help of
reflectance
spectroscopy
and laser scanning«
Daniel Schneider
(Johannes Gutenberg Universität Mainz, Prof. Dr.
Schömer) »Application-Driven Motion Planning«
Judith Siedler
(Johannes Gutenberg Universität Mainz, Prof. Dr.
Schömer) »Feature-Based
Registration«.
Prof. Dr. Nicola Wolpert
Anja Mantel
(Johannes Gutenberg Universität Mainz, Prof. Dr.
Schömer)
»Data
Structures and Algorithms for the
Calculation of ‚All Tolerance
Violating Primitives‘«
Struktur des Instituts für Angewandte Forschung
Forschungskoordinatoren an der HFT-Stuttgart
Die Forscherinnen und Forscher an der HFT Stuttgart arbeiten in den Schwerpunktbereichen
»Energieeffiziente Gebäude und Nachhaltige Stadtentwicklung« und »Technologien für räumliche Daten und Simulationen« zusammen. Um die interdisziplinäre Kommunikation und
Zusammenarbeit zu erleichtern, wurden an der HFT Stuttgart Kompetenzzentren eingerichtet, die von Forschungskoordinatoren geleitet werden. Das sind für die Fakultät A Michael
Bossert (Foto li.), für die Fakultät B Andrea Schneider (Foto Mitte) und für die Fakultät C
Dr. Martin Weis (Foto re.).
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
4&5
Interdisziplinäre Forschungsprojekte
http://www.hft-stuttgart.de/Forschung/Aktuell/
FORSCHUNG AN DER HFT-STUTTGART
Energiesimulation von Stadtquartieren
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Andrea Schneider
Zwei Kompetenzzentren der Hochschule
für Technik Stuttgart, das Zentrum für nachhaltige Energietechnik (zafh.net) und das
Zentrum für Geodäsie und Geoinformatik
haben ihr Fachwissen gebündelt, um die
Entwicklung einer neuen interdisziplinären
Simulationsumgebung umzusetzen. Das
interdisziplinäre Team unter der Projektkoordination von Prof. Dr.-Ing. Volker Coors
und Prof. Dr. habil Ursula Eicker kombiniert
Wissen aus den Bereichen Bauphysik, erneuerbare Energietechnik, Geoinformatik und
Softwareentwicklung. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi) geförderte Projekt startete 2012 und
läuft bis 2015.
Ziel dieser Simulationsumgebung ist die
Realisierung vielfältiger Lösungen für die
Energieanalysen für Stadtquartiere, ganzer Städte und Regionen. Von der Diagnose
des Heizwärmebedarfs durch PhotovoltaikPotenzialstudien bis hin zur Simulation von
Gebäudesanierungs- und erneuerbaren
Energieversorgungsszenarien bietet diese
urbane Simulationsumgebung den Stadtplanern und Stadtmanagern eine wesentliche Unterstützung für die Definition und
Koordinierung einer niedrig-CO2 Energiestrategie ihrer Stadt. Die Hauptspezifizität
dieser Simulationsumgebung besteht in ihrer
Anwendung von virtuellen 3D-Stadtmodellen
als realistische Eingangsdaten für Simulationen sowie Visualisierungs- und Kommunikationsupport. Seit wenigen Jahren, wird das
riesige Potenzial virtueller 3D-Stadtmodelle,
die geometrische und semantische Daten
ganzer Städte speichern, insbesondere in
den Bereichen Stadtplanung, Umwelt und
Energie, immer häufiger angewandt. Parallel steigt rasant die Anzahl der Städte, die
über ein virtuelles 3D-Stadtmodel verfügen.
Gleichzeitig sinken aufgrund neuer Technologien bei der automatischen Datenerfassung,
wie zum Beispiel airborne-Laserscanning,
die Dauer sowie die Investitionskosten für
die notwendige Generierung. Somit werden
durch die Automatisierung des Gesamtprozesses der Wärmebedarfsermittlung, Netzund Anlagensimulation und Rückmeldung
an den Verbraucher entscheidende Zeit- und
Kostenersparnisse erzielt. Durch die Nutzung von 3D-Geodaten eröffnen sich weitere
Anwendungsfelder im Bereich des kommunalen Energiemanagements.
Zur Planung von innovativen Sanierungskonzepten und Netzstrategien ist eine Übersicht über den aktuellen Wärme-/Kälte- und
Beleuchtungsstrombedarf sowie eine effiziente Möglichkeit zur Berechnung und Visualisierung von Szenarien dringend notwendig.
Beides ist aber auf gesamtstädtischer Ebene
bisher wenig bis gar nicht untersucht worden,
da bisherige Methoden zur energetischen
Gebäudesimulation für die Detailbetrachtung von Einzelgebäuden entwickelt wurden und den Einfluss der Stadtmorphologie
meist nicht berücksichtigen (Verschattung
und Interreflexionen, Himmelslichtanteile für
Tageslichtnutzung, Strömungsverhältnisse
und Winddrücke für natürliche Lüftung, Wär-
meinseln durch versiegelte Flächen etc. ).
Die HFT Stuttgart hat bereits sehr vielversprechende Erfahrung mit der Nutzung
von 3D-Stadtmodellen für die Wärmebedarfssimulation und Potentialanalyse erneuerbarer
Energien
von
Stadtgebieten
gemacht. Im Rahmen des Projektes SimStadt sollen die modular aufgebauten Simulationswerkzeuge weiterentwickelt und
als Toolboxen verfügbar gemacht werden,
welche sich für die Simulation von Stadtquartieren eignen. Ziel ist die Bereitstellung einer Simulationsumgebung, welche
Gebäudebedarfsanalysen mit dezentraler
erneuerbarer Einspeisung über Netzsimulationen koppelt und somit die Berechnung
von Szenarien für Lastmanagement, Speicherdimensionierung sowie Bedarfsentwicklungen ermöglicht. Weitere Angaben
zum Projekt und zu den beteiligten Partnern
finden sich auf der Projekthomepage www.
simstadt.eu.
Wüstenrot wird zur Plusenergiegemeinde
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Ursula Pietsch
Bereits im Jahr 2007 hat die Gemeinde
Wüstenrot im Landkreis Heilbronn beschlossen, zur Plusenergiegemeinde zu werden.
Das heißt, die Kommune will bis 2020 ihren
gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren
Energien wie Biogas, Erdwärme, Photovoltaik, Solarthermie und Windkraft auf der
Gemeindefläche von 3000 Hektar selbst
erzeugen.
Zusammen mit dem Zentrum für Nachhaltige Energietechnik (zafh.net) und weiteren
Partnern wurde diese Idee samt einer Reihe
von innovativen Lösungsansätzen in einen
Forschungsantrag formuliert und bekam den
Zuschlag: Von 2012 bis 2016 läuft nun das
vom Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie mit mehr als drei Millionen Euro
geförderte Projekt EnVisaGe im Programm
Eneff:Stadt/Eneff:Wärme. Der offizielle Titel
lautet: »Kommunale netzgebundene Energieversorgung – Vision 2020 am Beispiel der
Gemeinde Wüstenrot« (www.envisage-wuestenrot.de). Die Projektkoordination liegt bei
Dr. Dirk Pietruschka vom zafh.net. Seitdem
setzt Wüstenrot seinen Weg in die Energiewende unter wissenschaftlicher Begleitung
fort. Das Projektteam erarbeitet einen bis
2020 umsetzbaren Energienutzungsplan
unter Einsatz von innovativen Planungswerkzeugen auf 3D-Geoinformationsbasis
(GIS) in Kooperation mit dem Zentrum für
Geodäsie und Geoinformatik der HFT Stuttgart unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Volker
Coors. Auf Potenzialanalysen aufbauend,
werden verschiedene Szenarien entwickelt.
Diese dienen als Grundlage für eine fundierte
Roadmap.
Als Plusenergie-Modellprojekt entsteht
die Neubausiedlung »Vordere Viehweide«,
ein großflächig mit geothermischer Wärme
versorgtes Wohnquartier. Eine europaweit
einmalig nach dem System Doppelacker
angelegte »Agrothermiefläche« speist ein
kaltes Nahwärmenetz, das die Gebäude im
Winter mittels Wärmepumpen heizt und im
Sommer kühlt. Die Agrarfläche über dem Kollektor kann ganz normal bewirtschaftet werden und bringt auf diese Weise doppelten
Ertrag. Intelligentes Lastmanagement wird
für die Siedlung in einem virtuellen Kraftwerk modellhaft umgesetzt und messtechnisch begleitet. Energie von hier – so lautet
die Devise. Dazu gehört auch die Wärmeversorgung für den Ortsteil Weihenbronn
mit Biomasse und Solarenergie. Das zafh.
net untersucht hier das Zusammenspiel von
Solarkollektoren und einem Heizwerk in
einem Netz. Diese Kombination verspricht
eine im Jahresverlauf optimale Wärmeversorgung bei geringem Einsatz von Brennstoffen.
Außerhalb der EnVisaGe-Förderung
plant die Gemeinde eine Stromtankstelle,
die Umstellung der Straßenbeleuchtung
auf LED und ein weiteres nachhaltiges
Wärmenetz für die Ortsmitte. Zur Finanzierung hat sich im Juli die Wüstenroter
Energiegenossenschaft gegründet, unter
Begleitung eines interdisziplinär arbeitenden HFT-Teams. Weitere Angaben zum
Projekt und zu den beteiligten Partnern finden sich auf der Projekthomepage www.
envisage-wuestenrot.de.
Wie viel Energie verbraucht Ihr Haus?
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Dr. Martin Weis
Das Projekt WeBest unter der Projektkoordination von Prof. Dr.-Ing. Volker Coors (Geoinformatik) und Prof. Dr. habil. Ursula Eicker
(zafh.net/Bauphysik) beschäftigt sich mit
der Web-basierten Simulation des energetischen Gebäudezustands und zielt besonders auf Hauseigentümer ab. Gefördert wird
es von der Bundesanstalt für Landwirtschaft
und Ernährung (BLE) im Rahmen der Richtlinie über die Förderung von Innovationen
zur Verbesserung des Verbraucherschutzes
bei Dienstleistungsangeboten im Energiebereich. Das Projekt startete bereits 2013
und läuft noch bis Sommer 2016. Ziel des
Forschungsvorhabens ist die Entwicklung
eines auf 3D-Stadtmodellen basierenden
Webportals zur Erstellung von Wärmebedarfsprognosen, Sanierungsvorschlägen und
Empfehlungen zur Energieeinsparung. Dabei
soll zum einen Verbrauchern – im Schwerpunkt Hausbesitzern – ein Werkzeug an
die Hand gegeben werden, das es ermöglicht, den energetischen Gebäudezustand,
das eigene Energieverbrauchsverhalten und
die Auswirkungen möglicher Sanierungsaktionen selbständig bewerten zu können.
Außerdem erhält der Verbraucher die Möglichkeit, vorhandene Informationen hinsichtlich der baulichen Gegebenheiten als auch
des Verbrauchsverhaltens zu aktualisieren.
Durch diesen »Crowd Sourcing-Ansatz« sollen die Eingangsdaten des Berechnungsmodells signifikant verbessert werden und somit
die Qualität der eigentlichen Berechnungsergebnisse als auch des 3D-Stadtmodells der
Kommune insgesamt gesteigert werden.
Mit Hilfe eines Werkzeugs soll Verbrauchern für einzelne Gebäude als auch betei-
ligten Kommunen auf Quartiersebene die
Berechnung und Simulation ermöglicht werden. So wird im Rahmen des Projekts ein
Workflow entwickelt, um den Dienst auf
kommunaler Ebene zur Verfügung zu stellen.
Kommunen erhalten damit präzisere Entscheidungsgrundlagen – etwa für die Aufsetzung von Sanierungsprogrammen oder die
Umsetzung ihrer Energie- und Klimaschutzstrategien – die letztlich wiederum dem Verbraucher zugutekommen.
Eine Schwierigkeit bei der Wärmebedarfsberechnung über 3D-Stadtmodelle liegt
in der Erfassung von energetischen Gebäudekennwerten – zum Beispiel ob bereits
Sanierungsmaßnahmen am Gebäude (Fassadendämmung etc.) durchgeführt wurden.
Ein Schwerpunkt des Projekts ist es deshalb,
Möglichkeiten der automatisierten Erfassung
dieser Daten zu eruieren. So wurden mit
einem Spezialfahrzeug Thermographieaufnahmen gemacht und detailliert untersucht.
Im Projekt WeBest werden an der HFT
Stuttgart vorhandene Technologien, Konzepte und Verfahren aus unterschiedlichen
Forschungsbereichen und Disziplinen zusammengeführt. Hauptdatenbasis des Systems
sind 3D-Stadtmodelle der Landesvermessungsämter bzw. der beteiligten Städte und
Kommunen. Diese können dann entweder
für eine detaillierte Wärmebedarfssimulation
durch Verbraucher mit energetischen Kennwerten versehen oder für eine Schätzung
des Wärmebedarfs durch Kommunaldaten
über Gebäudealter, Nutzung und Gebäudetyp angereichert werden. Ein mit wenigen
Kommunaldaten angereichertes Stadtmodell
ermöglicht bereits eine vereinfachte Wärmebedarfsanalyse nach dem Monatsbilanzverfahren.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Absolventen SS 2014 I Preise
Absolventinnen und Absolventen SS 2014
Bachelor-Studiengang Architektur
Aksoy, Biray l Akyürek, Demet l Alber, Katharina l Altenhofen, Eva l Balci, Esra l Bader,
Jonas l Bagceci, Yasemin l Baier, Sebastian
l Balbestre, Rosetta l Boeve, Sarah l Brunner, Patrick l Buchberger, Raphaela l Cakir,
Sevda Nazan l Cohnen, Oliver l Coskun,
Sümeyra l Daske, Tobias l Dieterle, Julia l Dietrich, Regina l Döner, Mehmet l Eisenmann,
Vera l Endreß, Natascha l Erdönmez, Emre l
Erlewein, Niklas l Firat, Firdes Gülsah Cilek l
Fischer, Lisa l Forster, Tanita Karen l Frahm,
Björn l Geier, Julian l Gmein, Andreas l Götz,
Laura l Hasenmaile, Nina l Hodzic, Adis l Hrastovic, Benita l Isoni, Simon l Jäger, Vanessa
l Kalausek, Brigitte l Kammerer, Johannes l
Kapernekas, Anna l Karatay, Mahmut l Kayrak, Emre l Kircheisen, Ana Paula l Kizil,
Sümeyra l Krieg, Vivian l Krüger, JaschaVanessa l Löcklin, Stefanie l Ludwig, Nelly l
Luithardt, Cathrin l Maisch, Florian l Mann,
Nicole l Müller, Daniel l Neureuther, Janine l
Petrascu, Sebastian l Riedesser, Anja l Röder,
Sarah l Rogg, Madeleine l Rückschloß, Anna
Leonie l Sahiner, Esma l Samanci, Neslihan l
Schirrmann, Aaron l Schmid, Niclas l Schnapper, Mirjam Hannah l Schnellberger, Pia l
Schuch, Tobias l Schütz, Nicolas l Stadler,
Carlos Ruben l Stehlig, Janine l Stüber, Tony
l Traum, Sebastian Karl l Vasileva, Stefanka
l Veli, Tayfun l Vorderobermeier, Angelika l
Wissmann, Marc l Wochele, Florian l Yilmaz,
Nahide l Zurmahr, Maurice.
Bachelor-Studiengang Bauphysik
Adlung, Franziska l Demuro, Marco l Eschbach, Philipp l Gora, Toni l Haag, Yves-Lucas l
Ickinger, Alex l Klein, Andreas l Klose, Stefan l
Lemke, Daniel l Oettmeier, Matthias l Pfeiffer,
Arne l Schaaf, Lydia l Schraut, Marcel l Weinhold, Johannes l Wilde, Christoph.
Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen
Bacher, Patrick-Sascha l Badocha, Christian
l Baydemir, Ferhat l Behling, Florian l Bosch,
Jeannette Brigitta l Braun, Benjamin l Breckel, Marc l Brühl, Jennifer l Bühn, Lennart
l Centgraf, Fiete l Costa, Eva-Maria l Dannenmann, Fabian l Dündar, Fatih-Mehmet
l Eichele, Michael l Eisenmann, Fabienne l
Enderle, Andreas l Eraslan, Cevahir l Frey,
Benjamin l Fuchs, Nicholas l Gebhardt, Thomas l Helzer, Nadja l Hillebrand, René l Hofmann, Jan l Holder, Marc l Höflacher, Ulrich
l Kleemann, Marco Bernd l Kling, Thomas l
Korkmaz, Gamze l Laftsidis, Georgios l Latus,
Dominik l Latuschko, Aleksey l Maier, Natalie
l Mattheus, Susanne l Metz, Patricia l Mössinger, Julian l Nowicki, Michael l Rau, Julian
Dominik Johannes l Reiff, Matthias, l Rothfuß,
Tobias l Rukavina, Nikola l Schmatze, Marc l
Schmid, Frieder l Schmidt, Justine l Schmidt,
Philip l Schramm, Marcel l Schreiber, Melanie l Schua, Philippe l Schulz, Philipp l Seel,
Patrick l Sen, Eren l Studenak, Ralf l Tonch,
Anja l Turmus, Aslihan l Walz, Daniel l Wehrmann, Jasmin l Wetzel, Michael l Yesil, Kübra l
Zaja, Frane-Marijan.
Bachelor-Studiengang
Infrastrukturmanagement
Bantien, Marc l Beck, Thomas l Berggötz, Pia
l Bernert, Stefanie l Bogenschütz, BenjaminManuel l Borst, Hannah l Dang, Vu Minh Duc
l Deuring, Patrick l Goll, Laura l Grund, Jasmin l Herre, Philipp l Hippich, Isabel l Hoffleit,
Markus l Ingelfinger, Johannes l Jank, Florian
l Jungkunst, Andreas l Kobzev, Alexandra l
Lehrke, Dominic l Malz, André l Ok, Abdurrahman l Penzenstadler, Mathias l Polziehn,
Christian l Röckle, Simon l Schweikert, Karin
l Sivorotka, Filippos l Sokolowski, Michal l
Stieb, Philipp l Stopper, Stefan l Ströbele,
Hannes l Temel, Semih l Thomanek, Marius
l Uhrig, Kai l Vöhringer, Tobias l Wilhelm, Philip.
Geldpreise
Joseph-von-Egle-Preis
von der Stadt Stuttgart (1.000 Euro):
Miriam Kaiser, B.Sc.,
SG Mathematik
Egle-Preisträgerin Miriam Kaiser.
Foto: privat
Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft
Bareiß, Daniel l Barth, Jana l Bezeryan, Heiko
l Blaich, Johanna l Currle, Carsten l Dathe,
Natalie l Dzierzon, Heidrun l Frank, Bettina
l Gehrig, Selina l Giuliano, Mario l Hahn, Lisa
l Hartlieb, Melanie l Hassel, Anika Sophia l
Kleiner, Ines l Krieger, Sabrina Marie-Therese
l Kury, Larissa l Ludwig, Jan l Mayr, Regina l
Monteiro Miranda, Patrick l Münstedt, Julia
l Oravecz, Edina l Petricevic, Sergio l Pöhler,
Désirée l Preßler, Luisa l Rosenberg, KingaSandra l Sauter, Markus l Schmidt, Samuel l
Steybe, Pascal l Tochmann, Carina l Volberg,
Nadine Carina l Völkle, Isabell l Walter, Sven.
Bachelor-Studiengang Informatik
Behrens, Mario l Dengler, Christian l
Ouadghiri Idrissi, Lekbir l Röder, Bianca l
Slodczyk, Christian l Wünsche, Benno.
Bachelor-Studiengang Informationslogistik
Bulach, Dietmar l Englert, Christoph l Fingerle, Julius l Grathwohl, Ariane l Kazak,
Fatih l Keleta, Benjamin l Korkmaz, Volkan l
Sobotta, Severine Rita.
Bachelor-Studiengang Innenarchitektur
Eberlein, Andreas l Graf, Sonja l Lukas,
Monika Olivia l Mocko, Patricia l Pander,
Johanna l Reddemann, Jana l Tonne, Susann
l Yurdakul, Meral.
Bachelor-Studiengang KlimaEngineering
Baumeister, Samuel l Fischer, Isabel l Großmann, Anna Maria l Kälber, Pascal l Lang,
Timo l Offtermatt, David Max.
Bachelor-Studiengang Mathematik
Adesso, Michele Franco l Chudalla, Arthur
l Dursun, Mustafa l Eroglu, Murat l Ersoy,
Sema l Fischer, Manos l Gencer, Adem l Greiner, Pierre l Hanickel, Sandra l Kaiser, Miriam
l Köbler, Lukas l Krause, René l Lale, Zehra
l Letsch, Mike l Meyer, Olha l Perri, Dominik l Poliwatsch, Natalia l Prokop, Svetlana l
Schwäke, Uwe l Steiz, Arthur l Timrova, Olena
l Tudzynski, Andreas l Weidemann, Elena l
Yildirim, Gizem.
Bachelor-Studiengang
Vermessung und Geoinformatik
Biela, Nicolai l Burde, Kevin l Chatzilazarou,
Theofilos l Falter, Sascha l Hauske, Tanja l
Helle, Ralph-Peter l Hässler, Moritz Christian
l Koch, Raoul l Meischke, Oliver l Mutschler,
Axel l Wiegand, Alexander.
Bachelor-Studiengang
Wirtschaftsinformatik
Bartsch, Martin Andreas l Baumgärtner,
Norman l Bochtler, Marcel l Fichtner, Stefan l Fihn, Björn l Günal, Aysegül l Hütter,
Matthias l Nass, Sebastian l Roth, Christiane
l Tischler, Michael l Wolf, Georg.
Bachelor-Studiengang
Wirtschaftspsychologie
Brunner, Melanie l Fehrs, Christian l Geiß,
Hanna Kristin l Hachtel, Tanja l Hausser,
Marco l Kling, Susanne Franziska l Koch, Christine l Liebig, Oliver l Mücke, Simeon l Neuper, Marcus l Rommel, Stefanie l Schwägler,
Jessica l Tost, Claudius l Wolf, Melissa.
Master-Studiengang Architektur
Aljundi, Youssr l Bertsch, Michael l Bower,
Patrizia l Elmas, Merve l Erfurt, Lidia l Ertelt,
Ida l Fischer, Marina l Gießler, Thomas l Gromadzka, Maria l Hees, Sabrina l Hehr, Louise l Hofmann, Christiane l Höger, Mathias l
Klose, Laura l Koch, Annika l Kohler, Dominik l Kurzal, Thomas l Köhl, Dominique l
Muraschko, Elena l Rink, Manuel l Roth,
Heiko l Savva, Maria l Schultze, Joana l Schumacher, Christian l Schäfer, Yasemin l Speier,
Marc l Stojic-Pejak, Jovana l Stütz, Manuel l
Thelen, Leonie l Wagner, Andrea l Wedig,
Benjamin l Werth, Natasha l Yilmaz, Leyla l
Zimmermann, Ralf.
Master-Studiengang
General Management
Becker, Kim Josef l Bischler, Lisa l Gotsch,
Ariane l Hammann, Dominic l Kütter, Sabine l
Lang, Katja l Leins, Christian l Li, Xi, l Müller,
Carola l Schwarz, Alexander l Thoma, Marina
l Ziegler, Theresa.
Preis der Freunde der
Hochschule für Technik Stuttgart e.V.
(insgesamt 2.000 Euro):
- Stefanie Bernert, B.Eng.,
SG Infrastrukturmanagement
- Susanne Franziska Kling, B.A.,
SG Wirtschaftspsychologie
- Sarah Röder, B.A., Architektur
- Anna Leonie Rückschloß, B.A., Architektur
- Stefanie Rommel, B.A.,
SG Wirtschaftspsychologie
Knödler-Decker-Preis (je 500 Euro):
- M.Sc. Jasmin Dieringer, SG Mathematik
- M.A. Joana Schultze, SG Architektur
- M.Sc. Mark Spiegel,
SG Konstruktiver Ingenieurbau
- M.A. Theresa Ziegler,
SG General Management
Preis der Versicherungsgesellschaften
im Raum Stuttgart (750 Euro):
René Krause, B.Sc., SG Mathematik
Preis Novatec GmbH (400 Euro)
M.Sc. Silvio Eichmann,
SG Software Technology
Bund Deutscher
Baumeister-Preis (2 x 500 Euro)
- Ulrich Höflacher, B.Eng.,
SG Bauingenieurwesen
- Philippe Schua, B.Eng.,
SG Bauingenieurwesen
Preis IPM-Beitrat
M.Sc. Tobias Karl Schütz,
SG International Project Management
BDB-Förderpreis Vermessung (500 Euro):
Philipp Trzaskowski, B.Eng.
SG Vermessung und Geoinformatik
6
Master-Studiengang Grundbau/Tunnelbau
Altmann, Simon l Gallasch, Mattes l Kirsch,
Sabrina l Mambo Monkam, Aymar Aubin
l Mathis, Stefan l Repkow, Christopher l
Scheuerer, Carolin.
Master-Studiengang Innenarchitektur
(IMIAD)
Benning, Sarah l de Kruyff, Sabrina l Ernst,
Stefanie l Fieber, Katharina l Forchhammer,
Magdalena l Götze, Lena l Kriebel, Vera l
Novak, Simon l Racic, Andreja l Rehle, Valerie l Rodenkirchen, Martina l Schill, Verena l
Schröcker, Sonja l Schultheiß, Carmen l Steinsträter, Nina l Stöcklein, Bastian l Stützlein,
Franziska l Unger, Fabiane l Vogel, Isabel l
Weglarzy, Sonja l Wurm, Sabine l Zechmeister, Sandra.
Master-Studiengang
International Project Management
El-Sayed Masoud El-Baz, Ahmed l Gyimah
Jnr., George l Khambata, Farhaan l Kuhn,
Thore-Philipp l Rupova, Nadezhda l Soudan,
Dani l Venugopal, Sandeep Bharadwaj.
Master-Studiengang
Konstruktiver Ingenieurbau
Birke, Johannes l Fritz, Stephanie l Haas,
René l Kurz, Ann-Kathrin l Rohrer, Florian l
Schilling, Georg Stefan l Spiegel, Mark l Ulusoy, Serdar l Wellstein, Isabell l Wutschka,
Bastian.
Master-Studiengang Mathematik
Dieringer, Jasmin l Dursunbek, Ömür l Heidenhöfer, Lena Johanna l Medved, Sergej l
Riedlinger, Sabrina l Schwarz, Beate l Trang,
Jens.
Master-Studiengang Photogrammetry
and Geoinformatics
Ali, Sajid l Imran, Hafiz Ali l Jacob, Jaibu l
Khondoker, Md. Shafiqul Isla l Wehrle, David.
Master-Studiengang Software Technology
Avetisyan, Tatevik l Badillo Ortega, Alfonso
Alejandro l Basavarajaiah, Shubha l Ebert,
Sebastian l Eichmann, Silvio l Horvath, Zsofia
l Kolb, Michael l Prakasapathy, Ramalingam
l Rajanna, Monisha l Shenoy, Pradeep Ananthararya l Stürzenhofäcker, Marcel l Uddin,
Shohrab.
Master-Studiengang Stadtplanung
Benitez Cardona, Jairo Alonso l Bielecki, Karl
l Hemmen, Iris l Hurt, Sabrina l Mai, Michael l
Schweyer, Charlotte l Strobel, Verena.
Master-Studiengang Vermessung
Bareiß, Maik l Knipping, Alexander l Piotrowski, Christian l Schneider, Michael l Trzaskowski, Philipp.
Stand 15.9.2014
Buchpreise
Preise der Karl Krämer Fachbuchhandlung:
- Jonas Bader, B.A., SG Architektur
- Jeanette Brigitta Bosch, B.Eng.,
SG Bauingenieurwesen
- Ariane Grathwohl, B.Sc.,
SG Informationslogistik
- Matthias Hütter, B.Sc.,
SG Wirtschaftsinformatik
- Christine Koch, B.A.,
SG Wirtschaftspsychologie
- Vivian Krieg, B.A., SG Architektur
- Florian Maisch, B.A., SG Architektur
- Uwe Schwäke, B.Sc., SG Mathematik
- Florian Wochele, B.A., SG Architektur
- Benno Wünsche, B.Sc., SG Informatik
DAAD-Preis (1.000 Euro):
M.A. Sandra Zechmeister,
SG IMIAD
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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T +49 (0)711 8926 2590
F +49 (0)711 8926 2594
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info@hft-stuttgart.de
8
Preise und Auszeichnungen
Ausgezeichnete Materialstudie
vom Studiengang Innenarchitektur
Im Studienverlauf der Innenarchitektur ist das »WürfelProjekt«, das von Professor Eberhard Holder und Christoph
Völcker betreut wird, bereits eine feste Größe: Alle BachelorStudierenden müssen im zweiten Semester einen Würfel im
Maß 15 x 15 x 15 cm herstellen, die thematische Ausrichtung wechselt allerdings jedes Semester. Im Wintersemester
2013/14 stand das Material Papier im Fokus. Jetzt wurde die
Studienarbeit »paperwork« von Elisabeth Kocher mit dem
zweiten Platz des materialPREIS ausgezeichnet.
Der materialPREIS wurde zum zweiten Mal von der Materialagentur »raumPROBE« ausgelobt, dieses Jahr unter dem
Motto: »Materialien haben viele Gesichter und Geschichten«.
Die Bewertungskategorien reichten über Innovation, Design
und Kollektion bis zu Ökologie und Studie. Die hochkarätige
Jury zählte 99 eingereichte Materialinnovationen. Dabei war
die Bandbreite der Teilnehmer ebenso vielseitig wie die Materialien an sich: Etablierte Unternehmen, junge Entwickler und
Studierende stellten sich dem Vergleich.
Am 27. Mai war es dann soweit: »raumPROBE« lud rund
150 Gäste zur Preisverleihung ins Stuttgarter Haus der Architekten ein. Die Bachelor-Studierende Elisabeth Kocher erhielt
die 2. Auszeichnung in der Kategorie »Studie« für ihren
Würfel »paperwork« als »verblüffende Neuauffassung von
Papier«. Elisabeth Kochers Intension war die typische Assoziation von Papier als ein leichtes, filigranes und empfindliches Material umzukehren. Warum sollte Papier nicht auch
mal massiv und schwer sein? Über intensives Studieren und
experimentelles Erforschen des eigentlich bekannten Materials gelangte sie zu neuen Erkenntnissen. Am Ende eines
detailliert dokumentierten Prozesses zu additiven Materialien
und dem genauen Verhalten von unterschiedlichen Papiersorten in verschienden Situationen stand die Verbindung
von handelsüblichen Weißleim mit zerkleinerten Papier – die
genauen Zutaten und Verarbeitungsweisen bleiben natürlich
ein Geheimnis. Nur so viel sei gesagt: Den letzten Schliff gibt
die Oberflächenveredelung. Die Jury war von der unorthodoxen Verwendung des Papiers überzeugt, was auch in ihrem
Statement zu lesen war: »Das kennt man, wenn aus Versehen
ein Taschentuch in der Hosentasche mitgewaschen wird«, so
ein Jurymitglied. »Papier kommt vielfältig zum Einsatz, aber
nie massiv. Die Struktur der Studie ist einmalig, individuell und
zufällig wie die Natur. Sie erinnert an Marmor und ist bemerkenswert ästhetisch.«
Die Auszeichnung ist zwar das I-Tüpfelchen, aber die
Erkenntnisse aus dieser intensiven Studie sind Elisabeh
Kocher mindestens genauso viel wert: »Es ist schön, den Prozess der Kreativität mit all seinen Höhen und Tiefen durchzu-
stehen.« Als alle materialspezifischen Probleme überwunden
waren und der Entwurf stand, blieb nur noch die Zeit als
letzter zu schlagender Gegner übrig. »Das Spannendste am
Seminar Grundkurs ist die Ideenentwicklung, obwohl man
nicht weiß, wo der Weg einen hinführen wird, kann man sich
einfach vom Prozess tragen lassen.«
Elisabeth Kocher wurde mit dem zweiten Platz des
materialPREIS ausgezeichnet. Foto: Andreas Körner
Kirchhoff-Preis
von Jochen Schwab
Im Rahmen der Präsentation der Abschlussarbeiten im Studienbereich Bauingenieurwesen wurde am 22. Juli 2014 zum 40. Mal der
Preis der Franz und Alexandra Kirchhoff-Stiftung für ausgezeichnete Abschlussarbeiten
auf den Lehrgebieten Verkehrswesen, Geotechnik und Baubetrieb an der HFT Stuttgart
vergeben. Jörg Eschenbach von der STRA-
BAG AG überreichte Juliane Schmidt, B.Eng.,
den Preis für ihre Bachelor-Arbeit mit dem
Thema »Auswirkungen von dynamischen
Geschwindigkeitsempfehlungen auf den Verkehrsablauf und die Schadstoffemissionen
von Kraftfahrzeugen« zusammen mit einem
Preisgeld von 1.000 Euro. Betreut wurde die
Arbeit im WS 2013/14 von Prof. Dr.-Ing. Rolf
Karajan und Prof. Dr.-Ing. Lutz Gaspers.
Preisträgerin Juliane Schmidt, B.Eng. und
Jörg Eschenbach/STRABAG AG.
Foto: Jochen Schwab
LEONHARD WEISS-Preis
von Jochen Schwab
Am 22. Juli 2014 wurde im Rahmen der Präsentation der Abschlussarbeiten im Studiengang Bauingenieurwesen zum zwölften
Mal der Preis der Firma LEONHARD WEISS
GmbH Co. KG/Göppingen für die beste
Bachelor-Arbeit verliehen. Ingo Hauser von
LEONHARD WEISS überreichte den mit 500
Euro dotierten Preis an Alexandra Wohlrab, B.Eng., für ihre herausragende Bache-
lor-Arbeit mit dem Thema »Bautechnische
Erfassung, Kartierung und Beurteilung des
Fugenmörtels am Alten Schloss in Stuttgart und am HFT-Hauptgebäude für spätere
Sanierungsarbeiten«. Die Arbeit wurde im
WS 2013/14 von Prof. Dr.-Ing. Gabriele Grassegger-Schön und Ulrike Roggenbuck-Azad
betreut. Zum Abschluss der Plenumsveranstaltung lud LEONHARD WEISS zu einem
Ausklang ein.
Preisträgerin Alexandra Wohlrab, B.Eng.,
Prof. Dr.-Ing. Gabriele Grassegger-Schön,
und Ingo Hauser/LEONHARD WEISS GmbH
(v.l.n.r.). Foto: Jochen Schwab
Beton-Preis
von Prof. Dr.-Ing. Silvia Weber
Am 22. Juli 2014 wurde der Beton-Preis der
Beton Marketing Süd GmbH an Eren Sen,
B.Eng., vergeben. Dieser Preis wird für die
beste Abschlussarbeit auf dem Gebiet der
Betontechnologie an den Hochschulen in
Baden-Württemberg, Bayern und RheinlandPfalz verliehen. Ulrich Nolting, Geschäfts-
führer der Beton Marketing Süd, überreichte
Eren Sen den Preis für seine Bachelor-Arbeit
mit dem Thema »Hydro-5-Frischbetonprüfer/Untersuchung der Genauigkeit und
Zuverlässigkeit«, die im WS 2013/14 unter
der Betreuung von Prof. Dr.-Ing. Silvia Weber
und Werner Beer angefertigt worden war.
Preisträger Eren Sen, B.Eng. und Ulrich
Nolting, Beton Marketing Süd.
Foto: Jochen Schwab
Gottlob Rommel-Preis
von Prof. Dr.-Ing. Silvia Weber
Am 22. Juli 2014 wurde der Gottlob RommelPreis für Betoninstandsetzung an eine Absolventin der HFT vergeben. Karen Grimm,
Personalleiterin von der Gottlob Rommel
GmbH, überreichte Anja Tonch, B.Eng., den
Preis für ihre Bachelor-Arbeit zum Thema
»Untersuchungen alternativer Vorgehensweisen zur Instandsetzung von Brückenkappen«, die im SS 2014 unter der Betreuung
von Prof. Dr.-Ing. Silvia Weber und Dr. Stephan Bruder angefertigt worden war.
Preisträgerin Anja Tonch, B.Eng. (re.)
und Karen Grimm, Gottlob Rommel GmbH.
Foto: Jochen Schwab
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
9
Aus der Hochschule
Ulrike Messerschmidt als neue Kanzlerin im Amt
von Petra Dabelstein
Ulrike Messerschmidt hat ihr Amt als Kanzlerin der Hochschule für Technik Stuttgart
zum 1. Juli 2014 angetreten. Der Hochschulrat hatte sie im Februar zur neuen Kanzlerin gewählt. »Ich freue mich sehr auf meine
neuen Aufgaben und darauf, die positive Entwicklung der HFT Stuttgart weiter vorantreiben zu dürfen«, erklärt Messerschmidt. »Das
Spannende an der Tätigkeit einer Kanzlerin
ist der Gestaltungsspielraum, verbunden mit
vielfältigen Herausforderungen.«
An der Hochschule für Technik Stuttgart
übernimmt Ulrike Messerschmidt als Kanzlerin die Verantwortung für die Verwaltung
und die Finanzen der Hochschule. Sie tritt die
Nachfolge von Kanzler Gerhard Blöchle an,
der nach 24 Jahren an der HFT Stuttgart im
Juni 2014 in den Ruhestand ging.
Ulrike Messerschmidt war seit 2010
Kaufmännische Direktorin im Linden-
Museum Stuttgart und zuvor acht Jahre lang
im Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg tätig. Aus
dieser Zeit im Wissenschaftsministerium hat
sie die HFT Stuttgart bereits als renommierte
Bildungseinrichtung kennengelernt.
Als Kanzlerin einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), welche in
den letzten Jahren viel Autonomie und Freiheit erhalten und damit einen enormen Entwicklungssprung gemacht hat, ist für sie
das Stichwort »Dienstleistungsorientierung«
sehr wichtig.
Die HFT Stuttgart ist in den vergangenen
Jahren stark gewachsen. Neue Studiengänge, steigende Studierendenzahlen – einhergehend mit einer wachsenden Zahl an
Professorinnen und Professoren sowie Mitarbeitern – erforderten auch entsprechende
Anpassungen und Weiterentwicklungen in
der Hochschulverwaltung. Diese ist an der
HFT Stuttgart unterteilt in eine Wirtschaftsabteilung mit ihren beiden Referaten Personal und Finanzen sowie in eine studentische
und eine technische Abteilung.
»Besonders gefragt sind Dienstleistungsorientierung und Servicequalität in
der Verwaltung gegenüber ihren vielfältigen
Ansprechpartnern. Diese Schlüsselbereiche
möchte ich zunächst als ersten Schwerpunkt
meiner zukünftigen Aufgaben in den Blick
nehmen«, sagt Ulrike Messerschmidt. »Der
Erfolgsfaktor meiner Tätigkeit als Kanzlerin
fußt für mich sowohl im Selbstvertrauen als
auch in einer Unvoreingenommenheit, die
einen offenen Blick in die Zukunft wirft und
sich von den Herausforderungen am Horizont nicht schrecken lässt.«
Ulrike Messerschmidt ist seit dem 1. Juli 2014
Kanzlerin der HFT Stuttgart.
Foto: Sandra Wrage
Kanzler Gerhard Blöchle im Ruhestand
von Prof. Rainer Franke
24 Jahre lang, von 1990 bis 2014, war Gerhard
Blöchle verantwortlich für Wirtschaft und
Personal der HFT Stuttgart. Eine unglaublich
lange Zeit, wenn man bedenkt, was allein in
den letzten zehn Jahren so alles passiert ist.
Aber der Reihe nach.
1951 in Horb geboren, begann Gerhard
Blöchle seinen beruflichen Weg zunächst mit
dem Vorbereitungsdienst für den gehobenen
Verwaltungsdienst. Im Sommer 1973 schloss
er ein Studium an der Fachhochschule für
öffentliche Verwaltung Kehl mit dem »Dipl.
Verwaltungswirt (FH)« ab. Knapp zwei Jahre
arbeitete er danach als Gemeindeinspektor,
bevor er 1975 ans Kultusministerium versetzt wurde. Geführt vom langjährigen Minister Hahn, war das Ministerium damals auch
noch für Hochschulen und Universitäten
zuständig. Elf Jahre war Gerhard Blöchle hier
im Referat »Universitätskliniken« tätig, wo
ihm bereits »in hohem Maße selbständiges
Handeln abverlangt« wurde, wie man ihm
bescheinigte. Im Herbst 1986 wechselte er
dann im längst eigenständigen Ministerium
für Wissenschaft, Forschung und Kunst ins
Referat »Fachhochschulen«, wo er auch die
damalige Fachhochschule für Technik Stuttgart betreute, die spätere HFT Stuttgart. Als
die Hochschule 1989 einen Leitenden Verwaltungsbeamten als Nachfolger für Oberregierungsrat Otto Göttinger suchte, bewarb er
sich, inzwischen Geschäftsleitender Beamter, und wurde von der Auswahlkommission
einstimmig gewählt.
Im Februar 1990 trat Gerhard Blöchle
seinen Dienst an. Die Fachhochschule für
Technik hatte damals 2.000 Studierende, 82
Professoren, 135 Lehrbeauftragte und 60
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Angeboten
wurden die Diplomstudiengänge Architektur, Innenarchitektur, Bauingenieurwesen,
Bauphysik, Mathematik und Vermessungswesen. Allein diese kurze Aufzählung verdeutlicht im Vergleich mit heute, welche
Entwicklung und welchen Aufschwung die
Hochschule seither durchlaufen hat. Mehrere
Landeshochschulgesetze kamen und gingen,
ebenso das Leitbild der »unternehmerischen
Hochschule« und die Studiengebühren. Ein
langer Weg bis zu den aktuell 28 Bachelorund Master-Studiengängen und doppelt so
vielen Studierenden. Stellen, Finanzen und
Räume waren verlässliche Problembegleiter
während all dieser Jahre, und der Verwaltungsdirektor benötigte viel Erfahrung und
Geschick mit diesen Themen.
Sichtbarer Ausdruck seiner erfolgreichen
Arbeit war dann im Juni 2008 die Ernennung
Gerhard Blöchles zum Kanzler der HFT Stuttgart. Sechs Jahre sind seither vergangen.
Jahre in denen er auch noch im Vorstand
der Kanzlerkonferenz tätig war, in denen
der aktuelle Ausbau der Bachelor-Studiengänge abzusichern war, das Didaktikzentrum
gegründet, ein Neubau begonnen wurde und
die eingeworbenen Drittmittel bis auf über
fünf Millionen Euro im Jahr 2013 anstiegen,
um nur einige Meilensteine zu nennen. Die
feierliche Verabschiedung Gerhard Blöchles
am 22. Mai, zum Ende seiner Amtszeit, war
ein sehr persönlich gehaltenes Ereignis. Wir
gehen davon aus, dass es unserem Kanzler
gefallen hat und rufen ihm ein herzliches
»Lebewohl» hinterher.
Feierliche Verabschiedung
Fotos: Petra Dabelstein
und Michaela Leipersberger-Linder
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
10
Aus der Hochschule
Zweifache Verleihung der Ehrensenatoren-Würde
Dieter Straub und Fritz Deufel sind neue Ehrensenatoren der HFT Stuttgart
von Petra Dabelstein
Die Hochschule für Technik Stuttgart hat das Recht, herausragende Persönlichkeiten, die sich um die Entwicklung der
Hochschule außerordentlich verdient gemacht haben, mit
der Würde einer Ehrensenatorin oder eines Ehrensenatoren
zu ehren, um langjähriges, hohes Engagement für die Hochschulziele auszuzeichnen. 2014 wurden mit einem akademischen Festakt von Rektor Prof. Rainer Franke zwei neue
Ehrensenatoren-Würden verliehen und zwar an:
Dieter Straub
Alumnus und heutiger Hochschulratsvorsitzender
der Hochschule für Technik Stuttgart.
Straub wurde für seine hohe Verbundenheit und sein Engagement für die Entwicklung der Hochschule gewürdigt. Die
Laudatio hielt Senatorin E.h. Dr. Gisela Meister-Scheufelen.
Dieter Straub studierte von 1978 bis 1982 Bauingenieurwesen an der Hochschule für Technik Stuttgart, damals Fachhochschule für Technik. Seinen Berufseinstieg begann er als
Bauleiter, 1989 wechselte er zur LEONHARD WEISS GmbH
& Co.KG. Seit 1998 leitet er das Unternehmen als Geschäftsführer für die Bereiche Ingenieur- und Schlüsselfertigbau, seit
2011 auch im Bereich Gleisbau.
Seit 2001 engagiert sich Dieter Straub an seiner ehemaligen Hochschule als Mitglied im Unternehmerbeirat der
Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft. Mitglied im Hochschulrat der HFT Stuttgart ist er seit September 2003. Zum Vorsitzenden des Hochschulrats wurde er im
Oktober 2009 gewählt.
Fritz Deufel
Alumnus und erster Vorsitzender des Vereins
Freunde der Hochschule für Technik Stuttgart e.V.
Deufel wurde für seine starke Verbundenheit mit der HFT
Stuttgart und sein Engagement für die Entwicklung der
Hochschule gewürdigt. Die Laudatio hielt Senator E.h. Ulrich
Scholtz.
Fritz Deufel studierte von 1960 bis 1965 Bauingenieurwesen an der Hochschule für Technik Stuttgart, damals Fachhochschule für Technik. Seinen Berufseinstieg begann er als
Bauingenieur in einer mittelständischen Firma, 1968 gründete er sein eigenes Ingenieurbüro. Heute ist er Geschäftsführer der Fritz Deufel Ingenieurgesellschaften mbH.
Seit 1990 engagiert sich Fritz Deufel an seiner ehemaligen Hochschule im Verein Freunde der HFT Stuttgart e.V.,
zunächst je drei Jahre als Beisitzer und Schriftführer und seit
2006 als zweiter Vorsitzender. 2009 hat er das Amt des ersten
Vorsitzenden übernommen und übt dies bis heute aus.
Während seiner Amtszeit ist besonders hervorzuheben,
dass der Verein Freunde der HFT Stuttgart e.V. im Dezember 2010 das Stiftungskapital für die Studienstiftung der
Hochschule für Technik Stuttgart bereitgestellt hat. Die hochschuleigene Studienstiftung fördert sowohl begabte und
leistungsstarke Studierende als auch Studierende mit einem
besonderen persönlichen Hintergrund. Die Stipendien werden seit 2011 vergeben.
Rektor Prof. Rainer Franke, Senatorin E.h. Dr. Gisela Meister-Scheufelen, die neuen Ehrensenatoren Dieter Straub
und Fritz Deufel mit Senator E.h. Ulrich Scholtz (v.li.n.re.). Foto: HFT Stuttgart
Besuch von Oberbürgermeister Fritz Kuhn
von Petra Dabelstein
Dass angewandte Forschung an der Hochschule für Technik Stuttgart einen hohen
Stellenwert hat, wurde beim Besuch des
Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn
deutlich. Er besichtigte die Labore und Forschungseinrichtungen, informierte sich aber
auch umfassend über die Studienmöglichkeiten und Studienbedingungen an der HFT
Stuttgart. Rektor Prof. Rainer Franke, das
Rektorat und Prof. Dr. habil. Ursula Eicker,
Leiterin des Instituts für Angewandte Forschung an der HFT Stuttgart, hießen den
Oberbürgermeister herzlich willkommen und
führten ihn durch die Hochschule.
Kuhn konnte sich einen umfassenden
Einblick über die aktuellen Forschungsprojekte verschaffen. Im Fokus standen die beiden Projekte »Kommunale netzgebundene
Energieversorgung (EnViSaGe)« und »Smart
Cities with Sustainable Energy Systems (CINERGY)«. Ebenso auf der Tagesordnung
standen die Solarprüfstände und das Labor
für Tageslichtplanung sowie das Wettbewerbshaus home+, ein preisgekröntes Plus-
Energiehaus, das aus einem studentischen
Projekt für den internationalen Solar Decathlon Europe-Wettbewerb hervorgegangen ist.
sind unter anderem die EPF Lausanne sowie
die Städte Wien und Genf sowie das Kanton
Genf.
Erneuerbare Energien
Im Rahmen des EnViSaGe-Projekts startet
die Gemeinde Wüstenrot unter der wissenschaftlichen Begleitung der HFT Stuttgart in
die Energiewende. Die Kommune will ihren
gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren
Energieträgern wie Biogas, Erdwärme, Wärmepumpen, Photovoltaik und Solarthermie
selbst erzeugen und Überschüsse an der
Strombörse vermarkten.
Ein Betonkicker – von Studierenden für
Studierende
Über den Besuch des Oberbürgermeisters
freuten sich auch die Studierenden aus dem
Studiengang Bauingenieurwesen, die gerade
einen Betonkicker für den Innenhof herstellten. »Von Studierenden für Studierende« – diese Idee kam bei Fritz Kuhn, der
selbst auch gerne Tischkicker spielt, gut an.
Internationales Doktorandenprogramm
Beim EU-geförderten Projekt CI-NERGY
Smart City leitet die Hochschule ein europaweites Graduiertenprogramm zum Thema
Nachhaltige Städte. Doktoranden in verschiedenen europäischen Städten arbeiten
einem Anwendungsprogramm zu, mit dem
sich umfassende urbane Entwicklungen hin
zu einer energieeffizienten und ressourcenschonenden Stadt planen lassen. Partner
Das Rektorat der HFT Stuttgart und die Leiterin des Instituts für Angewandte Forschung,
Prof. Dr. habil. Ursula Eicker (re.), hießen Oberbürgermeister Fritz Kuhn herzlich willkommen.
Foto: HFT Stuttgart
Oberbürgermeister Fritz Kuhn wurde während eines Rundgangs durch die Hochschule über
verschiedene Forschungsprojekte und -einrichtungen informiert sowie der Neubau und ein noch
im Bau befindlicher Betonkicker von Studierenden gezeigt. Fotos: HFT Stuttgart
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Aus der Hochschule
Chef der Bauabteilung besucht HFT Sutttgart
von Petra Dabelstein
Architekt Rolf Sutter, Bauchef im Ministerium
für Finanzen und Wirtschaft, besuchte die
Hochschule für Technik Stuttgart. Zusammen mit Rektor Prof. Rainer Franke besichtigte er die Gebäude der Hochschule, erhielt
einen Einblick in deren Nutzung und verschaffte sich einen fundierten Überblick über
die räumliche Situation der Innenstadt-Hochschule.
Mit dem Besuch kehrte Rolf Sutter an
seine alte Hochschule zurück. Von 1971 bis
1975 studierte er Architektur an der Hochschule für Technik Stuttgart, damals noch
Fachhochschule für Technik.
Die HFT Stuttgart verteilt sich heute auf
neun Gebäude. Sieben davon liegen zentral
rund um die Schellingstraße am Stadtpark,
der Studienbereich Wirtschaft ist in der Lautenschlagerstraße untergebracht und das
Labor für Bauphysik in Stuttgart-Vaihingen.
Von besonderem Interesse bei diesem
Arbeitsbesuch war der Neubau der Hochschule, der sich gerade im Bau befindet. 2015
wird der Sichtbetonbau für die Hochschule
zur Verfügung stehen. »Damit wird ein seit
Jahren bestehendes Flächendefizit endlich
etwas gemildert«, erklärt Rektor Prof. Rainer
Franke. »Zukünftig benötigt die HFT Stuttgart jedoch aufgrund der steigenden Studierendenzahl zusätzliche Flächen.«
Rolf Sutter, Bauchef im Ministerium für
Finanzen und Wirtschaft, und Rektor Prof.
Rainer Franke bei der Besichtigung des HFTNeubaus. Foto: HFT Stuttgart
Neuer Master-Studiengang
Verkehrsinfrastrukturmanagement
von Petra Dabelstein
Die ganzheitliche Betrachtungsweise der
Verkehrsinfrastruktur steht im Fokus des
neuen Master-Studiengangs Verkehrsinfrastrukturmanagement an der Hochschule
für Technik Stuttgart. Interessant ist dieser
für Studieninteressierte, die bereits einen
Bachelor-Abschluss in Infrastrukturmanagement oder Bauingenieur- und Verkehrswesen erfolgreich absolviert haben.
Interdisziplinäres, zukunftsorientiertes
Master-Studium
Mobilität ist eine Grundvoraussetzung
unseres Lebens und Wirtschaftens geworden. Unter dem Einfluss von Klima-
wandel,
Ressourcenverknappung
und
demographischen Verschiebungen kommt
ihr eine Schlüsselfunktion zur zukunftsfähigen Gestaltung unserer Lebensverhältnisse zu. Diese Herausforderungen erfordern
von den Kommunen und Regionen zunehmend komplexere, integrierte Siedlungsund Verkehrsentwicklungsplanungen sowie
eine effiziente Infrastrukturplanung. Hier
setzt der Master-Studiengang Verkehrsinfrastrukturmanagement an. Er nimmt in
einer ganzheitlichen Betrachtungsweise die
Verkehrsinfrastruktur in den Blick. In interdisziplinärer Ausrichtung werden die wirtschaftlichen, technischen und juristischen
Komponenten von Planung, Entwurf, Betrieb
und Erhaltung von Verkehrsinfrastrukturanlagen beleuchtet. Dabei werden alle Verkehrsträger sowie alle Mobilitätsformen vom
Individualverkehr bis zum Öffentlichen Personennahverkehr einbezogen. Die Fakultät
Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft bereitet die Studierenden in einem
dreisemestrigen Vollzeitstudium optimal auf
einen Abschluss als Master of Engineering
(M.Eng.) vor.
Hervorragende Berufsaussichten
Nachdem in Deutschland das Verkehrsnetz
in den vergangenen Jahrzehnten sukzessive
ausgebaut wurde, geht der Fokus nun zunehmend auf Pflege und Erhalt von Verkehrsin-
frastruktur bzw. deren effiziente Steuerung
über. »Bislang wurde in bestehenden Studiengängen häufig nur der Neu- und Ausbau
von Verkehrsanlagen thematisiert. Auf die
aktuellen Anforderungen und Problemlagen
sind Berufseinsteiger klassischer Studiengänge daher meist unzureichend vorbereitet.
In diese Lücke stößt der neue Master-Studiengang
Verkehrsinfrastrukturmanagement. Daher werden in der Praxis dessen Absolventinnen und Absolventen stark
nachgefragt sein, sei es von Betreibern von
Verkehrsanlagen, Verkehrsbetrieben, Ingenieurbüros sowie von auf Verkehr spezialisierten Beratungsgesellschaften«, erklärt
Studiendekan Prof. Dr.-Ing. Lutz Gaspers.
CHE-Ranking
Top-Bewertungen für Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
von Petra Dabelstein
Die neuesten Ergebnisse des Hochschulrankings des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) wurden im Mai 2014
veröffentlicht. Dabei wurden die beiden Bachelor-Studiengänge Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik der
Hochschule für Technik Stuttgart neu bewertet.
Die Studiengänge Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik erhielten von den befragten Studierenden für den
Bereich Praxisbezug die Noten 1,9 für Betriebswirtschaft und
1,6 für Wirtschaftsinformatik.
Insgesamt liegt der Studiengang Wirtschaftsinformatik
an der HFT Stuttgart bundesweit im vorderen Bereich unter
den besten Studiengängen. Neben der Spitzenbewertung für
den Praxisbezug erhielten auch andere Bereiche gute Bewertungen. Vor allem die Betreuung bei Auslandsaufenthalten
wurde sehr gut beurteilt.
Auch die Bachelor-Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen der HFT Stuttgart sind im CHE-Ranking zu
finden. Der Bachelor-Studiengang Architektur ist unter den
ersten zehn Hochschulen und bekommt Spitzenbewertungen
für die Bereiche Reputation in Studium und Lehre, Wissenschaftsbezug, Betreuung durch Lehrende sowie Studiensituation gesamt.
Der Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen liegt auf
Platz zehn und erhält Spitzenbewertungen in den Bereichen
Betreuung durch Lehrende und Studiensituation insgesamt.
Studiengang Betriebswirtschaft unter
den Top Ten
von Petra Dabelstein
571 Personalchefs haben für die Zeitschrift WirtschaftsWoche Wirtschafts-Studiengänge bewertet. Die Hochschule
für Technik Stuttgart landete dabei unter den Top Ten der
besten Fachhochschulen 2014. Das Ranking der WirtschaftsWoche legte den Fokus der Bewertung auf die Praxisrelevanz.
Es ging um die Frage, welche Hochschulen die Studieren-
den am besten auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes vorbereiten. Die Experten aus der Wirtschaft beantworteten
Fragen zu den Fähigkeiten, auf die sie bei der Einstellung
von Absolventinnen und Absolventen achten, zum Beispiel
lösungsorientiertes Denken, Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
Der HFT-Studiengang Betriebswirtschaft landete dabei
auf Platz neun im aktuellen Ranking 2014.
Seit 2003 bietet die HFT Stuttgart den Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft an, seit 2008 den Master General Management. Weitere Schnittstellenstudiengänge im
Studienbereich Wirtschaft sind Wirtschaftspsychologie,
Wirtschaftsingenieurwesen (Bau und Immobilien), Wirtschaftsinformatik und Infrastrukturmanagement.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Aus der Hochschule
Für eine bessere Zukunft
DAAD-Förderprogramm EPOS – Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge
von Prof. Dr.-Ing. Dietrich Schröder
Mit seinem Programm »Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge« hat
der DAAD ein Bildungsprogramm erstellt,
das mehrere Meilensteine auf dem Weg zur
Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele gesetzt hat. Gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort mit internationalen Partnern zu
vernetzen, spielt bei der Entwicklung vieler
Länder eine wichtige Rolle. Es ist die beste
Garantie für eine bessere Zukunft mit weniger Armut, mehr Bildung und Gesundheit für
alle. Zielgruppe für das Programm sind junge
Berufstätige mit einem ersten akademischen
Abschluss und mindestens zwei Jahren einschlägiger Berufserfahrung in einer Behörde,
der Industrie, einem Unternehmen oder einer
Nicht-Regierungsorganisation. Seit seiner
Einführung im Jahr 1999 hat der Studiengang
»Photogrammetry and Geoinformatics« sich
mit mehr als 350 Studierenden aktiv in das
Förderprogramm eingebracht.
Nachdem die befristete Förderung des
Studiengangs 2012 ausgelaufen war, hat
sich der Studiengang nun erfolgreich um
eine Wiederaufnahme in das Programm
beworben. Pro Jahrgang können so für die
nächsten sieben Jahre rund acht Stipendien
an junge Berufstätige aus Entwicklungsländern zur akademischen Weiterbildung an der
HFT Stuttgart vergeben werden – eine große
Chance vor allem für die Länder, in denen aus
finanziellen Gründen qualifizierte Personen
kaum die Möglichkeit haben, ein Auslandsstudium aufzunehmen. Die Wiederaufnahme in
das Förderprogramm ist außerdem mit einer
direkten Unterstützung des Studiengangs
durch den DAAD verbunden. Diese erlaubt es
dem Studiengang – wie bisher – eine fachliche Betreuung der Studierenden durch ein
zusätzliches Tutorenprogramm auf einem
hohen Niveau anzubieten, die allen Studierenden des Studiengangs zugutekommt. Des
Weiteren leistet der Studiengang damit auch
in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zur
Internationalisierung der Hochschule.
Umweltleitlinien für unsere Hochschule
Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Hochschulbetrieb
von Daniel Worm
Die Hochschule für Technik Stuttgart ist
sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung
bewusst und geht mit gutem Beispiel im
Umweltschutz voran. Der Umweltausschuss
der Hochschule verabschiedete im April 2014
die Umweltleitlinien der HFT Stuttgart, die
zukünftig richtungsweisend auf dem Weg
zu einem nachhaltigen Hochschulbetrieb
sein werden. Die HFT Stuttgart hat bereits
das Thema »Nachhaltige Entwicklung« fest
in den Struktur- und Entwicklungsplan verankert und verfolgt den weiteren Ausbau
entlang der fünf Gestaltungsfelder für eine
nachhaltige Entwicklung, die vom Netzwerk
»Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung«
entwickelt wurden. Hierbei handelt es sich
um die Themen Lehre, Forschung, Betrieb/
Institution, Transfer und Governance/Lenkungsform, in deren Rahmen die Nachhaltigkeitsstrategie der Hochschule umgesetzt
werden soll. Innerhalb des Gestaltungsfelds
Betrieb/Institution stellen die Umweltleitlinien verbindliche umweltbezogene Hochschulabsichten dar, die zukünftig im Rahmen
eines Umweltmanagementsystems nach
EMAS (Eco Management and Audit Scheme)
verfolgt werden sollen. Sie bilden den Rahmen für konkrete Umweltziele, um die
Umweltleistung der Hochschule zu verbessern.
Die Hochschule beabsichtigt, ihre internen und externen Anspruchsgruppen aktiv
in den Prozess miteinzubinden, um so kontinuierlich ihren Ressourceneinsatz zu minimieren, ihre CO2-Bilanz zu verbessern und
Umweltbelastungen zu reduzieren. Dabei
unterstützt das Zentrum für Nachhaltige
Entwicklung als interdisziplinäre Plattform
die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der
HFT Stuttgart und ist Anlaufstelle für alle
Anspruchsgruppen.
International Sustainable Campus Network
HFT Stuttgart wird als erste deutsche Hochschule Mitglied im International Sustainable Campus Network (ISCN)
von Petra Dabelstein
Das International Sustainable Campus Network (ISCN) ist ein weltweites Forum für
führende Hochschulen, Universitäten und
Firmen. In diesem internationalen Netzwerk
werden Informationen, Ideen und Best Practices für einen nachhaltigen Betrieb eines
Campus ausgetauscht und die Integration von
Nachhaltigkeit in Forschung und Lehre unterstützt. Im Jahr 2009 ging das ISCN eine Partnerschaft mit dem Global University Leaders
Forum (GULF) ein, einer Weltwirtschaftsforum-Initiative, in der sich die 26 weltweit
besten Universitäten zusammenschlossen,
um eine Campus-Nachhaltigkeitscharta zu
entwickeln. In dieser Charta wird zwischen
drei Kernprinzipien der Nachhaltigkeit unterschieden, ein Engagement auf höchster
Ebene der jeweiligen Institution festgelegt
und die Verpflichtung festgehalten, dass alle
Mitglieder jährlich einen Bericht zu den Nachhaltigkeitszielen, Initiativen und Leistungen
erstellen. Die Mitglieder repräsentieren hochrangige Universitäten aus 14 Ländern in Amerika, Europa, Asien, Afrika und Australien.
»Wir freuen uns, dem ISCN anzugehören.
Dadurch können wir mit international renommierten Partnern Erfahrungen austauschen
und neue Wege entwickeln, um die Verbesserung der Nachhaltigkeit in Campus-Pilotprojekten umzusetzen,« erklärt Michael Bossert,
Geschäftsführer des Forschungszentrums für
Nachhaltige Energietechnik und Forschungs-
koordinator der Fakultät für Architektur und
Gestaltung.
Nach der erfolgreichen Unterzeichnung
der Mitgliedschaft sagte der ISCN-ProgrammManager Bernd Kasemir: ”We are delighted
to welcome Stuttgart University of Applied
Sciences into the ISCN and look forward to
providing a platform for international value
exchange and partnership on campus sustainability”.
Neue Vorstände für die Fakultäten B und C
Prof. Dr.-Ing. Thomas Benz und Prof. Dr. Peter Heusch ins Amt des Dekans gewählt
von Petra Dabelstein
Ende Juni wurde in der Fakultät B sowie in
der Fakultät C ein neuer Fakultätsvorstand
gewählt.
Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik
und Wirtschaft (Fakultät B)
Ab Wintersemester 2014/15 wird Prof.
Dr.-Ing. Thomas Benz die Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft leiten.
Benz ist zum Wintersemester 2006/07
an die HFT Stuttgart berufen worden und
hat den neuen Bachelor-Studiengang
»Wirtschaftsingenieurwesen
(Bau
und
Immobilien)« als Studiendekan erfolgreich
aufgebaut. Zusammen mit Prodekan Prof. Dr.
Kai Kürschner (Studienbereich Bauingenieurwesen) und Studiendekan Prof. Dr. Georg
Hauer (Studienbereich Wirtschaft) wird er die
Fakultät ab Wintersemester 2014/15 führen.
Harald Petermann unterstützt als Referent
den Fakultätsvorstand bei der Steuerung,
Organisation und Verwaltung der Fakultät.
Fakultät Vermessung, Informatik und
Mathematik (Fakultät C)
Prof. Dr. Peter Heusch, bisher Prodekan der
Fakultät, wurde in der Fakultät Vermessung,
Informatik und Mathematik nun zum Dekan
gewählt.
Heusch wurde zum Wintersemester
2004/05 als Professor für Grundlagen der
Informatik an die HFT Stuttgart berufen.
Von 2005 bis 2010 war er Studiendekan des
Bachelor-Studiengangs Informatik. Zusammen mit Prodekan Prof. Dr. Paul-Georg
Becker (Studienbereich Mathematik) und
Studiendekan Prof. Dr.-Ing. Dietrich Schröder (Studienbereich Vermessung) wird er die
Fakultät ab Wintersemester 2014/15 führen.
Neues Dekanat Fakultät B: Prof. Dr. Georg Hauer, Prof. Dr.-Ing. Thomas Benz
und Prof. Dr. Kai Kürschner.
Neues Dekanat Fakultät C: Prof. Dr. Paul-Georg Becker, Prof. Dr. Peter Heusch
und Prof. Dr.-Ing. Dietrich. Schröder. Fotos: HFT Stuttgart
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
13
Aus der Hochschule
HFT Stuttgart erhielt Zuschlag bei
BWS-Plus 2014
von Dr. Michael Geiger
Die Erfolgschancen lagen nur bei 1:7, aber
der Antrag der Studiengänge Architektur
und Stadtplanung im BWS-Plus-Programm
der Baden-Württemberg-Stiftung wurde von
einer Gutachterkommission bewilligt.
Das Förderprogram BWS-Plus dient der
Stärkung der internationalen Beziehungen
zu ausländischen Hochschulen und dem Ausbau des Hochschul-Netzwerks, indem inno-
vative Projekte finanziell gefördert werden.
Nun sollen an der HFT Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Spitzenuniversität Chinese
University of Hongkong von 2015 bis 2017
binationale Workshops mit Studierenden
und Professoren der Studiengänge Architektur und Stadtplanung beider Hochschulen durchgeführt werden. »Designing Public
Space«, so der Titel des Projekts. Ziel ist der
Vergleich der ästhetischen und kulturellen
Prägungen bei der Gestaltung öffentlicher
Plätze in Hongkong und Stuttgart. In diesem
Rahmen sollen die verschiedenen bauhistorischen und baukulturellen Hintergründe in
Europa und China studiert, Merkmale der
Stadtstrukturen und öffentlichen Räume in
Hongkong und Stuttgart festgestellt sowie
Gestaltungsfibeln und Gestaltungsvorschläge
erarbeitet werden. Um die bereits bestehende Kooperation zu intensivieren und zu
verstetigen, wird die gemeinsame Betreuung
von Studienprojekten und Master-Thesen,
Aufbau eines gemeinsamen Promotionsvorhabens; Entwicklung eines thematischen
curricularen Rahmens für den Studierendenaustausch sowie ein regelmäßiger Austausch
der Lehrenden angestrebt. Die Summe von
85.000 Euro wurde seitens der BW-Stiftung
für dieses Projekt zugesichert.
Logistik elektrisiert
Erforschung von Einsatzpotentialen von e-Mobilität in der Logistik
von Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann
Mit steigendem Umweltbewusstsein gewinnt e-Mobilität
im Bereich der Logistik an Bedeutung. So hat sich das Land
Baden-Württemberg zum Ziel gesetzt, bis 2050 die Treibhausemissionen um 90 Prozent zu reduzieren. Forschung
und Lehre sind gefordert, neue Nutzungskonzepte zu erarbeiten und einen Beitrag zur Verbreitung nachhaltiger Technologien zu leisten.
Der Studiengang Informationslogistik setzt sich bereits
seit Jahren mit dem Thema der e-Mobilität im Bereich der
Personenbeförderung auseinander. Um die Logistik als
neuen Anwendungsbereich für e-Mobilität besser erforschen
zu können, wurde nun ein Mercedes e-Cell Vito für die Hochschule angeschafft. So soll unter anderem die Reichweitenoptimierung unter Berücksichtigung der Beladungszustände
und der speziellen topografischen Gegebenheiten im Raum
Stuttgart untersucht werden. Die Studierenden der Informationslogistik sollen hierbei einen wichtigen Beitrag im Sinne
eines »forschenden Lernens« leisten und ihre Kenntnisse
in den Bereichen Routenoptimierung, Telematik, Sensoren
und Logistik einbringen. So sind im Rahmen mehrerer Vor-
lesungen bereits innovative Konzepte von Studierenden
zum Einsatz und zur Nutzung des e-Cell Vito – auch an der
HFT Stuttgart selbst – entwickelt worden. Im Vorfeld der
Beschaffung wurden vergleichbare Projekte recherchiert,
Befragungen durchgeführt, Fahrtenbücher vorhandener
Diesel-Fahrzeuge analysiert und innovative Nutzungskonzepte für Elektrolieferwagen erarbeitet. Die Studierenden
sollen somit aktiv in Forschungsaktivitäten integriert und für
das Thema der ökologischen Logistik sensibilisiert werden.
»Ich muss zugeben, dass ich am Anfang des Semesters der
Elektromobilität, speziell für den Einsatz in der Logistik, sehr
skeptisch gegenüberstand. Nach der Projektarbeit sind mir
nun aber die tatsächlichen Potentiale elektrischer Lieferwagen bewusst geworden. Es ist schön zu sehen, dass unsere
Ergebnisse nun in die Nutzung des e-Cell Vito einfließen«, so
Barbara Ettischer, Studentin im sechsten Semester Informationslogistik.
Am 25. Juni 2014 wurde ein Mercedes e-Cell Vito an der
HFT Stuttgart in Empfang genommen. Die Informationslogistik-Studierenden sind begeistert, dass der Hochschule nun
ein eigener Elektrolieferwagen zur Verfügung steht.
Der Mercedes e-Cell Vito ist der erste Elektrolieferwagen
für die HFT Stuttgart. Er wird von den Studierenden
des Studiengangs Informationslogistik für
Forschungszwecke genutzt. Foto: HFT Stuttgart
E-Ultraleichtfahrzeug »TrottiElec«
von Prof. Dr. Markus Schmidt
Bei einem Treffen der TrottiElec-Arbeitsgruppe beim Ministerium für Verkehr und
Infrastruktur Baden-Württemberg wurde
das erste Elektro-Ultraleichtfahrzeug an die
Projektkoordinatorin Kristina Herb von der
HFT Stuttgart übergeben. Mitglieder dieser
Arbeitsgruppe gehören den Hochschulen
Stuttgart und Pforzheim an.
Im dem von der Geschäftsstelle der
Studienkommission für Hochschuldidaktik geförderten Lehrprojekt entwickelt die
Hochschule Pforzheim einen elektrisch
unterstützten Faltroller als Versuchsträger
für studentische Fahrzeugmechatronik- und
Verkehrstechnik-Projekte.
Der
Projektname »TrottiElec« steht für »Trottinette
Electrifié«, da in der Schweiz der Tretroller gerne »Trotti« genannt wird. Die HFT
Stuttgart plant im Rahmen ihres neuen
Master-Studiengangs Verkehrsinfrastrukturmanagement eine TrottiElec-Versuchsträgerflotte aufzubauen, um die Auswirkungen
elektrisch unterstützter »Last-Mile«-Fahr-
zeuge wissenschaftlich zu untersuchen. Das
MVI BW berät das TrottiElec-Team mit dem
Ziel, eine Nutzungsgenehmigung von Gehwegen für einen Feldversuch zu erreichen.
In Gegenwart der HFT-Professoren
Dr.-Ing. Axel Norkauer (li.) und Dr.-Ing. Markus
Schmidt (re.) nimmt Kristina Herb, B.A., den
ersten TrottiElec-Versuchsträger von Prof. Dr.
habil. Oliver Zirn entgegen.
Foto: privat
Hochschulfinanzierung
von Benjamin Peschke
Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften begrüßen die gemeinsame Zusage
des Wissenschafts- und des Finanzministeriums für eine substantielle Verbesserung
der Grundfinanzierung aller Hochschulen im
Land. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die
Ankündigung der Landesregierung zunächst
nur erwarten lasse, dass ihr Finanzierungsrisiko reduziert werden könnte, nicht aber
die
bestehenden
Finanzierungslücken
geschlossen. »Die größere Verlässlichkeit
der Finanzierung darf jedoch nicht mit einer
verbesserten Finanzierung der Hochschulen
verwechselt werden«, betont der stellvertretende Vorsitzende der HAW-Rektorenkonferenz und Rektor der Hochschule Offenburg,
Prof. Dr. Winfried Lieber. »Von dem, was von
der damaligen Landesregierung im Jahr 2007
für den Ausbau der Studienplätze als auskömmliche Finanzierung betrachtet wurde,
sind wir heute weiter entfernt denn je.«
Gerade die HAW haben den hochschulpolitischen Auftrag für einen zügigen Ausbau
der Studienanfängerkapazitäten in BadenWürttemberg sehr ernst genommen und
einen erheblichen Anteil der hochschulpolitischen Verantwortung für die Studienchancen der jungen Leute übernommen, die an
die Hochschulen drängen. Sie haben damit
auch dem Wunsch der baden-württembergischen Wirtschaft entsprochen, die auf die
jungen Fachkräfte der HAW im ganzen Land
angewiesen sind. Schon heute studieren
etwa 30 Prozent aller Studierenden und jede
zweite zukünftige Ingenieurin oder Ingenieur im Land an den HAW. Nach der neuesten Prognose der Kultusministerkonferenz
(KMK) bleiben die Studierendenzahlen im
Südwesten bis mindestens 2024 auf dem
derzeitigen hohen Niveau.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
14
Forschnung
Dem Klimawandel auf der Spur
Eismassenänderung im Randbereich des grönländischen Inlandeises
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Prof. Dr.-Ing. Manfred Stober
Dieses Projekt untersucht die Veränderung der Eismassen
in Grönland. Begonnen wurde das Projekt mit anderer Zielsetzung, nämlich mit der Bestimmung der Refraktion (Lichtstrahlkrümmung) bei der trigonometrischen Höhenmessung
über vereisten Flächen in Grönland. Diese entsteht durch vertikale Temperaturunterschiede, die in Zusammenarbeit mit
dem Studiengang Bauphysik gemessen wurden. In den Kampagnen 1991 und 1994 wurde an der Station »Swiss-Camp«
(69°33‘41‘‘N, 49°20‘45‘‘W) der ETH Zürich gearbeitet. Als
Ergebnis zeigte sich, dass die Refraktion in Grönland zehnmal
größere Werte annimmt als in unseren Breiten.
Schon 1991 wurde beim Swiss-Camp ein Pegel-Netzwerk
vermarkt und mittels GPS eingemessen. Dieses Netz bildete
die Grundlage für das Projekt zum Studium von Fließgeschwindigkeit und Massenbilanzänderungen des Inlandeises
und damit zum Studium der Auswirkungen des Klimawandels.
Von 1991 bis 2011 wurden elf Messkampagnen durchgeführt. Ein zweites Messgebiet »ST2«, in tieferer Höhenlage,
wird seit 2004 beobachtet. Somit verfügen wir über die längste Messreihe dieser Art in ganz Grönland. Die Forschungsschwerpunkte sind:
Temperaturen beständig zu. Während all der Jahre bestand
eine hervorragende Zusammenarbeit mit internationalen
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Institutionen (ETH Zürich, Uni Boulder/USA, GEUS Kopenhagen, Uni
Buffalo/USA, Uni Berlin, Uni Innsbruck, ESA, Alfred-WegenerInstitut Bremerhaven). Mit einer abschließenden Kampagne
wird 2014 das Projekt messtechnisch beendet. Bei den zwölf
Messungen haben neben dem Autor die Professoren Dr.-Ing.
Peter Breuer und Dr.-Ing. Paul Rawiel sowie Wissenschaftliche Mitarbeiter und viele Studierende mit Abschlussarbeiten
aus dem Studiengang Vermessung und Geoinformatik mitgewirkt. Die Finanzierung des Projektes erfolgte durch verschiedene Quellen: DFG, die Hochschule, Fakultät C, Verein Freunde
der HFT Stuttgart e.V., Knödler-Decker-Stiftung, externe
Sponsoren sowie beträchtliche Eigenmittel im Jahr 2014.
Unser Mann im grönländischen Eis:
Prof. Dr.-Ing. Manfred Stober. Foto: privat
- Änderung der Eismassenbilanz in Bezug zu meteorologischen Daten und regionalen Klimamodellen sowie zur
Albedo der Eisoberfläche,
- Fließgeschwindigkeit des Eises mit zeitlichen Veränderungen,
- Validierung theoretischer Fließmodelle,
- Deformationsbestimmung der Eisoberfläche,
- Topographische Geländemodelle zur Validierung von
Satelliten-Altimetrie: ICESat (USA), CryoSat-2 (ESA), für
2014 TerraSAR-X und TanDEM-X (ESA).
Als Ergebnisse können hier nur die zeitliche Höhenänderung bei Swiss-Camp gezeigt werden. Klar ersichtlich ist die
beschleunigte Höhenabnahme (negative Eismassenbilanz),
die im Zeitraum 1991 bis 2002 noch bei 0,25 m/Jahr lag, aber
seit 2006 schon 1,1 m/Jahr beträgt. Sie geht einher mit einer
Zunahme der Lufttemperatur um rund +0,15 °K/Jahr. Auch
die Fließgeschwindigkeit nimmt unter dem Einfluss höherer
Die Messungen am Swiss Camp (69°33‘41‘‘N, 49°20‘45‘‘W) zeigen eine sich beschleunigende Höhenabnahme
(Eisschmelze) in diesem Gebiet – und dokumentieren so die dortige Klimaveränderung.
Quelle: Manfred Stober
Forschungsprojekt PVTintegral auf der weltweit
wichtigsten Industriemesse
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Nansi Palla
Die Hochschule für Technik Stuttgart präsentierte vom 7. bis zum 11. April auf der HANNOVER MESSE 2014 das aktuell laufende
Forschungsprojekt »PVTintegral« auf dem
Gemeinschaftsstand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
in Halle 2 »Research & Technology«. Ausgestellt wurde – neben allgemeinen Infos
zum Entwicklungsstand des Projektes – ein
PVT-Kollektor als Prototyp. Veranschaulicht
wurde das Prinzip dieser noch relativ neuen
Technologie anhand von Visualisierungen
und des Modells des siegreichen Plusenergiegebäudes home+ (Wettbewerbsgebäude
zum Solar Decathlon Europe 2010). Ein
besonderer Höhepunkt auf dem Messestand
war der Besuch von Bildungsministerin Prof.
Dr. Johanna Wanka und des EU-Energiekommissars Günther Oettinger.
Innerhalb des Projektes »PVTintegral«
werden unter der Projektleitung von Prof.
Dr.-Ing. Jan Cremers Photovoltaisch-/Thermische-Kollektoren (PV/T-Kollektoren) im
Hinblick auf optimale Lösungsansätze in der
Gebäudeintegration und Systemkombination
entwickelt und am Outdoor-Prüfstand an der
HFT Stuttgart (Dachterrasse Bau3) unter
dynamischen Bedingungen geprüft. Die
Besonderheit liegt darin, dass sich einfache
physikalische Prinzipien zu Nutze gemacht
werden. Denn die PV/T-Kollektoren werden
nicht nur zur Strom- und Wärmeversorgung
eingesetzt, sondern auch zur Erzeugung von
Kälte mittels nächtlicher Strahlungskühlung.
Erste Untersuchungen zeigen, dass nachts
bei klarem Himmel Kühlleistungen von etwa
50-120W/m² erreicht werden können. Durch
die Kombination von PV und Solarthermie
in einem Modul können wertvolle Dach- und
Fassadenflächen doppelt genutzt werden.
Die weltweit wichtigste Industriemesse
ist die zentrale Zukunftsplattform für internationale Entscheidungsträger aus dem
produzierenden Gewerbe und der Energie-
wirtschaft. Unter dem Leitthema »Integrated
Industry – NEXT STEPS« wurden auf der
HANNOVER MESSE 2014 als zentrale Themen Industrieautomation & IT, Energie- und
Umwelttechnologien, industrielle Zulieferung
sowie Forschung und Entwicklung vereint.
Die Niederlande war dieses Jahr das Partnerland der HANNOVER MESSE.
Über 180.000 Interessierte besuchten an
den fünf Tagen die Messe. Insgesamt kann
auch die HFT Stuttgart einen erfolgreichen
Messeauftritt verbuchen. Es gelang nämlich
den Mitarbeitern der HFT Stuttgart vor Ort
nicht nur das Know-how der Hochschule zu
dieser speziellen Technologie und Anwendung zu verbreiten, sondern auch zahlreiche
internationale Kontakte zur Industrie und
anderen Forschungseinrichtungen zu knüpfen, aus denen sich Folgeprojekte ergeben können. Neben dem Auftritt auf dem
Stand des BMBF präsentierte sich die HFT
Stuttgart mit ihren aktuellen Forschungsaktivitäten auch auf dem Gemeinschafts-
stand von Baden-Württemberg International
(bw-i).
Besuch des BMBF-Messestandes
von Prof. Dr. Johanna Wanka und des
EU-Energiekommissars Günther Oettinger.
Foto: Nansi Palla
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Forschung I Veranstaltungen
Forschen für bessere Straßen
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Dr. Martin Weis
Das Projekt RoadInspect, »Erfassung und Bewertung von
Straßenzuständen mit Hilfe der Reflexionsspektroskopie –
Entwicklung einer kinematischen Plattformlösung«, möchte
die Frage nach dem Straßenzustand mit Hilfe von fahrzeuggestützter Sensorik beantworten.
Das Problem ist lange bekannt und immer aktuell: Das
Straßennetz ist eine der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturen in Deutschland, aber sein Zustand verschlechtert sich
über die Zeit. Stetig zunehmendem Verkehr und damit immer
größerer Belastung und Abnutzung stehen immer weniger
Mittel zur Erhaltung des Straßennetzes gegenüber. Es müssen rechtzeitig Reparaturmaßnahmen geplant und eingeleitet werden. Den aktuellen Straßenzustand regelmäßig zu
bestimmen, ist aufwändig, aber eine notwendige Voraussetzung für die optimale Planung der Straßenerhaltung. Werden Erhaltungsmaßnahmen zu spät eingeleitet, steigen die
Kosten überproportional. Der Anteil der Straßenkilometer am
Straßennetz ist am größten für die lokalen, kleineren Straßen
(Gemeindestraßen: über 400.000 km) und nimmt mit zunehmender Überregionalität ab (Kreis-, Landes-, Bundesstraßen
und Autobahnen: über 200.000 km).
An dieser Stelle setzt das Projekt an: Die Erfassung des
Straßenzustandes soll automatisiert werden. Mit einem
hohen Automatisierungsgrad lassen sich größere Teile des
Straßennetzes in kürzerer Zeit überprüfen. Die automatisierten Messungen können regelmäßiger durchgeführt werden,
um die Zustandsänderungen auch über die Zeit zu beobachten. Dazu werden verschiedene Sensorsysteme kombiniert
und auf mobilen Plattformen montiert, mit denen der Zustand
während der Überfahrt bestimmt werden kann. Ein Teil der
Sensoren wird für die Navigation genutzt, hier kommen GPSEmpfänger und intertiale Messsysteme zum Einsatz. Intertiale Messsysteme (IMU) messen Beschleunigungen und
Drehungen, sie werden in Kombination mit GPS für sehr
detaillierte Positions- und Lagemessungen genutzt. Die hochgenauen Posititonsdaten werden zur Verortung der weiteren
Messdaten genutzt, so dass die Ergebnisse detailliert dem
überfahrenen Straßenabschnitt zugeordnet werden können.
Um den Straßenzustand zu erfassen, kommen weitere
Sensoren zum Einsatz. Ein Laserscanner sammelt 3D-Daten
von der Straßenoberfläche zur Detektion von Schäden wie
Schlaglöchern und Spurrillen. Eine hochauflösende Kamera
nimmt vor allem Risse in der Oberfläche auf und wird in der
Testphase auch zur visuellen Beurteilung genutzt. Ein spezielles Spektrometer mit aktiver Beleuchtungseinrichtung
erfasst laufend spektrale Signaturen der Reflexion an der
Straßenoberfläche. Ziel des Projektes ist es, die dabei entstandenen Spektralkurven verschiedenen Straßenzustandsklassen zuzuordnen. Dazu müssen Merkmale aus den Daten
extrahiert werden, die für eine Klassifizierung in die entsprechenden Zustandsklassen genutzt werden können. Um das
Klassifikationsverfahren trainieren zu können, werden Messungen an Straßenabschnitten durchgeführt, die von Experten bewertet wurden. Daraufhin können Merkmale gesucht
und ausgewählt werden, die eine automatische Klassifikation
in die gewünschten Klassen ermöglicht. Am Ende des Prozesses steht eine Karte, in der die aktuell gemessenen Straßenzustände aufgeführt sind. Mit diesen Informationen lässt
sich ein vorausschauendes Erhaltungsmanagement implementieren, das den Aufwand minimiert und damit nicht nur
während der Erfassung bares Geld einspart.
Mit diesem Auto, das bestens ausgerüstet ist, lassen sich
aktuelle Straßenzustände erfassen. Foto: Martin Weis
»Denk Mal Wärme«
Nachhaltiges, energetisches Quartierskonzept für die Barockstadt Ludwigsburg
FORSCHUNG AN DER HFT STUTTGART
von Sylvia Bialk
Forschende, Lehrende, Studierende und
städtische Partner haben am 21. Juni 2014
gemeinsam die außergewöhnliche »Denk
Mal Wärme« Aktion auf dem Marktplatz der
Barockstadt Ludwigsburg veranstaltet. Auf
Plakaten, Stellwänden, Info-Ständen und mit
Straßen-Graffiti wurden Ziele der Energiewende für wertvolle Barockgebäude vermittelt.
Das Zentrum für Nachhaltige Stadtentwicklung der HFT Stuttgart arbeitet derzeit
gemeinsam mit dem Zentrum für Nachhaltige
Energietechnik und mehreren externen Partnern an einem interdisziplinären Forschungsprojekt zur energetischen Sanierung der
historischen Bausubstanz. Mit dem Projekt
»Nachhaltiges, energetisches Quartierskonzept für die Barockstadt Ludwigsburg« wird
das Ziel verfolgt, energetische Sanierungsstrategien mit gestalterischen Kriterien zu
verknüpfen. Das Forschungsprojekt wird im
Rahmen des Modellvorhabens »Gebäudebestand« (Energieeffizienz, Denkmalschutz)
durch das Bundesinstitut für Bau, Stadt- und
Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und
Reaktorsicherheit gefördert.
Ein besonderer Schwerpunkt der praxisorientierten
Forschung liegt darin, Gebäudeeigentümer
und Bewohner zu aktivieren, sowie wichtige
Akteure wie unter anderem das Stadtplanungsamt Ludwigsburg, die Stadtwerke, die
Denkmalschutzbehörde und die Ludwigsburger Energieagentur einzubinden. Die eintägige »Denk Mal Wärme«-Aktion diente dazu,
das Bewusstsein für baukulturell anspruchsvolle energetische Sanierungsprozesse bei
den Bewohnern und Eigentümern zu wecken
sowie Möglichkeiten der erneuerbaren Energieversorgung aufzuzeigen.
Für die Durchführung der Aktion wurden fakultätsübergreifende Kompetenzen
der HFT Stuttgart und externe Akteure eingebunden. Gemeinsam mit Prof. Wolfgang
Grillitsch, Mitarbeitern und Studierenden des
HFT-Master-Studiengangs Interior Architectural Design wurden Themen zur Energiewende in kreativer Weise im Straßenraum
dargestellt. Auf den Ausstellungstafeln wurde
die Entstehung und Verteilung erneuerbarer
Energie aus dem lokalen Holzhackschnitzelwerk thematisiert. Um auf die Leitungen mit
regenerativer Fernwärme in der Barockstadt
aufmerksam zu machen, wurden kunstvolle
Graffitis mittels eines »Feuermännchen«Symbols auf das Straßenpflaster gemalt. An
Informationsständen konnten Interessierte
fachliche Details erfahren und sich über
die Anschlussmöglichkeiten an das bestehende Fernwärme-Leitungsnetz informieren. Außerdem wurde die Aktion von Prof.
Dr. Thomas Bäumer und Prof. Dr. Stephanie
Huber unterstützt. Studierende der Wirtschaftspsychologie befragten während der
Aktion Passanten, um das Interesse sowie
die Akzeptanz alternativer Energieversorgungsvarianten zu erfragen. Die Aktion hat
bei Eigentümern, Bewohnern und Passanten
großes Interesse für alternative Energieträger geweckt. Abstrakte Themen wie erneuerbare Energien und Fernwärmeleitungen
wurden mit unkonventionellen und innovativen graphischen Qualitäten dargestellt.
Seitens der Begleitforschung wurde die
Aktion von Prof. Dr.-Ing. Detlef Kurth, Prof.
Dr. habil. Ursula Eicker sowie Dr. Dirk Pie-
truschka geleitet und von Sylvia Bialk, Markus Brennenstuhl gemeinsam mit Charlotte
Klose aus dem Referat für Nachhaltige Stadtentwicklung der Stadt Ludwigsburg koordiniert.
Die Zusammenarbeit aller – HFT-Professorinnen und -Professoren sowie Studierenden – bei der wunderbaren Gestaltung
der Aktion zeigt, welche fachübergreifenden
Kompetenzen unsere Hochschule entfalten
kann.
Das »Feuermännchen«-Symbol machte
Passanten auf regenerative Fernwärme
aufmerksam. Foto: Sylvia Bialk
Echte Hochschulluft schnuppern!
von Katharina Orth
In der Osterwoche öffnete die Hochschule
für Technik Stuttgart ihre Pforten für Studieninteressierte und bot zum zweiten Mal
ein Schnupperstudium an. Schülerinnen
und Schüler konnten eine Woche lang an
regulären Vorlesungen der Hochschule teilnehmen und sich wie richtige Studierende
fühlen. Insgesamt standen 40 Schnuppervorlesungen auf dem Plan, eine Infoausstellung
und Kurzpräsentationen rundeten das Angebot ab.
Fotos: HFT Stutttgart
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Veranstaltungen
Tag der Forschung – Eine erfolgreiche
Veranstaltung geht in das dritte Jahr
von Annette Kunz-Engesser
Der Tag der Forschung am 30. Juni 2014 an der Hochschule
für Technik Stuttgart erfreute sich nun schon zum dritten
Mal einer regen Nachfrage und großem Interesse. Über 120
Besucher kamen, um an der Veranstaltung mit dem Themenschwerpunkt »Innovatives Bauen« teilzunehmen.
Vorträge, Podiumsdiskussionen und Fragen aus dem
Publikum wechselten sich unter der Moderation von Prof.
Dr.-Ing. Thomas Stark von der Hochschule Konstanz ab. In
zwei Blöcken präsentierten Forscherinnen und Forscher
der Hochschule für Technik Stuttgart und Gäste aus der
Praxis ihre Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Thesen von innovativen Materialien, Methoden zur Sanierung
denkmalgeschützter Gebäude, innovativen Fabrikkonzepten und Bürobauten bis hin zu energieautarken Kommunen
und Sanierungskonzepten für die Barockstadt Ludwigsburg.
Reflektionen zu einer nachhaltigen Baupolitik eröffneten die
Diskussion über Gebäude und Quartiere der Zukunft.
Nach der Begrüßung und Eröffnung der Veranstaltung
durch Rektor Prof. Rainer Franke, gab Prof. Dr. habil. Ursula
Eicker, Leiterin des Instituts für Angewandte Forschung (IAF)
und des Forschungszentrums Nachhaltige Energietechnik
(zafh.net), einen Überblick über die zahlreichen interdisziplinären Forschungsprojekte an der Hochschule und forderte zur Diskussion darüber auf, inwieweit unsere Städte
gedämmt werden sollen, welche Materialien sich aus Energie- und Ressourcensicht am besten eignen und welchen Beitrag die erneuerbaren Energien liefern können.
Prof. Dr. Thomas Auer (TU München/Transsolar) eröffnete die Vortragsrunde mit Betrachtungen zu einer personifizierten Energiebilanz und erörterte Themen um die
CO2-Reduktion vor dem Hintergrund der Baukultur, den heutigen Mobilitätsansprüchen, dem KlimaEngineering der einzelnen Gebäude und dem System Stadt.
Prof. Dr.-Ing. Jan Cremers stellte anschließend im Themenbereich »Bauen – Innovative Materialien« die neusten
Einsatzmöglichkeiten von Membranen, zum Beispiel von
transluzenten Aerogel-gefüllten ETFE-Paneelen, im Baubereich vor.
Prof. Dr. Andreas Beck berichtete über seine Forschung
im Bereich der Vakuumwärmedämmung, die vor allem in der
energetischen Sanierung neue Optionen eröffnet.
Dass das Bauen mit Naturmaterialien wie Lehm und Bambus ebenfalls eine Option ist, die den Einsatz von »dreckiger«
Energie in den Entwicklungsländern reduzieren kann, zeigte
Prof. Andreas Löffler mit seinem Vortrag über seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit im informellen Bausektor
in Kolumbien.
Prof. Dr. Gabriele Grassegger-Schön gab einen Einblick in
die neuesten Möglichkeiten des Erhalts, der Erneuerung und
der Restaurierung von Materialien im Bestand.
Im zweiten Block zeigte Prof. Volkmar Bleicher auf, wie
das KlimaEngineering durch den Einsatz und die Erprobung
von innovativen Technologien in einer Fabrik der Zukunft
funktionieren kann.
Solche innovativen Technologien bedürfen auch eines
intensiven Gebäudemonitoring, welches die berechneten
Soll-Werte mit gemessenen Ist-Werten vergleicht, um eine
Betriebsoptimierung zu gewährleisten. Wie dies umge-
16
setzt werden kann erläuterte Andreas Biesinger anhand der
Begleitforschung für das Bürogebäude Z3 der Firma Züblin.
Nach der Betrachtung von innovativen Materialien
und Gebäuden erweiterte Dr. Dirk Pietruschka anhand der
Gemeinde Wüstenrot den Blickwinkel auf ganze Stadtquartiere und Kommunen. Wüstenrot startete unter wissenschaftlicher Begleitung in die Energiewende und plant, bis 2020 den
gesamten Energiebedarf aus erneuerbaren Energieträgern
selbst zu erzeugen.
Wie wichtig bei der Entwicklung von energetischen und
nachhaltigen Quartierskonzepten der Umgang mit Bestandsgebäuden, erhaltenswerter Bausubstanz und Baudenkmälern
ist zeigte Prof. Dr.-Ing. Detlef Kurth anhand der Barockstadt
Ludwigsburg auf.
Überlegungen zu einer Baupolitik der Nachhaltigkeit
durch Dr. Harald Strauß bildeten den Auftakt zu der anschließenden Diskussion über Gebäude und Quartiere der Zukunft.
2015 wird der Tag der Forschung mit dem Schwerpunktthema Industrie 4.0 fortgesetzt. Weitere Informationen unter:
http://www.hft-stuttgart.de/Forschung/
Der Tag der Forschung an der HFT Stuttgart stieß erneut auf großes Interesse. Foto: Eric Duminil
Sicherheit durch, mit und für die Informatik
10. Informatiktag 2014
von Prof. Dr. Peter Heusch
Der 10. Informatiktag am 15. Mai war dem
Thema »Sicherheit« gewidmet. Dabei ging
es nicht nur um die Themen, die seit den
Enthüllungen von Edward Snowden praktisch täglich in den Nachrichten zu sehen
sind, sondern auch darum, wie sich in vielen
Bereichen ein Sicherheitsgewinn durch und
für die Informatik erzielen lässt.
Den Anfang machte Master-Absolvent
Andres Lalama Jimenez, der aktuell bei Philipps Medical in Böblingen tätig ist. Die rund
80 Anwesenden erfuhren von ihm zunächst
in einem interessanten Vortrag, mit welchen
Werkzeugen die Informatik hilft, Risiken für
Mutter und Kind während der Schwangerschaft sowie der Geburt zu minimieren. Auch
weist der Trend in Richtung mobile Anwendungen. Möglicherweise wird es in nicht
allzu ferner Zukunft Apps geben, die mit Hilfe
kleiner Sensoren den Gesundheitszustand
beider Personen überwachen, um im Falle
eines Problems schnell und rechtzeitig ärztliche Hilfe rufen zu können.
Der nächste Vortrag handelte von der
Auswertung sozialer Netzwerke als Instrument der Marktforschung. Die große Frage,
die viele Unternehmen umtreibt, ist hier, was
die Kundinnen und Kunden tatsächlich über
ein Produkt denken und welche Wünsche in
Bezug auf eine Weiterentwicklung aus Sicht
dieser Gruppe am dringendsten sind. Vera
Mund, freiberufliche Beraterin, führte hier ein
besonders interessantes Beispiel aus dem
Bereich der Hausgeräte an. Konkret ging es
um automatische Staubsauger, die tagsüber
selbstständig die Wohnung säubern, wenn
die Bewohner arbeiten. Viele Hersteller solcher Geräte gehen davon aus, dass der hierbei verursachte Lärm eher nebensächlich ist.
Durch die Analyse von Beiträgen in sozialen
Netzwerken konnte ein Hersteller jedoch
herausfinden, dass dieser Aspekt durchaus
wesentlich sein kann, nämlich für Kundinnen
und Kunden, die ein Haustier haben. Niemand möchte schließlich ein Hausgerät, dass
die Katze oder den Hund zu Tode erschreckt.
Schlussendlich zeigte Finn Steglich von
der Firma SySS aus Tübingen, welche Maßnahmen man ergreifen muss, um seinen
Rechner vor unliebsamen Programmen zu
schützen. Er zeigte unter anderem, wie
eine auf dem Rechner gespeicherte, scheinbar harmlose Datei, die möglicherweise
noch nicht einmal ausgeführt wurde, bei der
Installation von Software nahezu beliebigen
Schadcode ins System einschleusen kann.
Ein anderes Beispiel war die Installation
eines Handy-Virus, der eine SMS der Bank
bei einer Online-Überweisung abfängt und
umleitet. Auf diese Art wird das eigene Konto
geplündert, obwohl scheinbar alles ok ist:
Die Bank sendet eine Bestätigungs-SMS ans
Handy, und der darin enthaltene Code wird
korrekt abgetippt.
Zum Schluss wurde, wie jedes Jahr, der
Novatec-Förderpreis durch Konrad Pfeilsticker, Chief Technical Officer der Novatec GmbH, verliehen. Für den mit 250 Euro
dotierten Preis waren 14 Studierende der
Informatik und Wirtschaftsinformatik nominiert, gewonnen haben ihn Steffan Röhrig
und Nico Krieg für ihre Leistungen im WS
2013/2014 sowie Kay Kilian Rückert und
Martin Brümmer für ihre Leistungen im SS
2013. Der ereignisreiche Tag endete mit
einem gemütlichen Beisammensein, das von
den Studentinnen und Studenten des Studienbereiches Informatik mit der Unterstützung von Block 4 e.V. organisiert wurde.
Interessante Vorträge (oben re.: Andres Lalama Jimenez) und die Vergabe des NovatecFörderpreises waren die Highlights des Informatikertags 2014. Fotos: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Veranstaltungen
Steuerung aller Dinge bequem vom Sofa
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7. Tag der Informationslogistik 2014
von Simon Freund
Der 7. Tag der Informationslogistik an der
HFT Stuttgart zeigte spannende Themen
aus dem Bereich der Informationslogistik auf.
Am 9. April 2014 präsentierten Vortragende
aus Forschung und Anwendung aktuelle und
zukunftsorientierte Themen.
Die Eröffnung der Veranstaltung übernahm Rektor Prof. Rainer Franke. Anschließend referierte Heiko Wissel von der
Fichtner IT-Consulting AG aus Stuttgart
über das Thema Business meets Spatial –
Informationslogistik auf SAP HANA und den
richtigen Einsatz des Systems.
Zweiter Redner war Dietmar Döttling
von der Pilz GmbH & Co. KG aus Ostfildern.
Mit dem SafetyEYE der Firma wird die Überwachung von Gefahrenbereichen um ein
Vielfaches vereinfacht. Am Beispiel des Glet-
scherbusses am Hintertuxer Gletscher wurde
der praktische Einsatz erläutert. Hier wird
das SafetyEyey zur Überwachung der Türzuhaltung, Geschwindigkeit, Abstand der Gondeln, Seilspannung und weiterer Bereiche
eingesetzt.
Ist das Huhn des Bauern für den Verkauf überhaupt geeignet? Diese Frage stellte
sich Dr. Carsten Cruse von der CLK GmbH in
Münster mit dem Thema »Bildverarbeitung
und Robotik im Lebensmittelsektor und der
Industrie«. Hier werden mit den genannten
Hilfsmitteln unter anderem Fleischwaren
geprüft. Das System erkennt Qualitätsprobleme, so dass nur einwandfreie Ware beim
Verbraucher ankommt.
Nach einer Pause eröffnete Prof. Dr.
Friedmann Mattern von der ETH Zürich mit
dem Thema M2M, das Internet der Dinge und
Smart Metering. Eine der grundsätzlichen
Fragen hierbei war, wie man reale Dinge mit
dem Internet verbindet und wie man dann
mit diesen Dingen kommunizieren kann. Als
Beispiel diente eine Zimmerpflanze, bei der
über Sensoren der Feuchtigkeitsgehalt der
Erde gemessen und über Funk dem Pflanzenbesitzer mitgeteilt wird, wann sie gegossen werden sollte.
Ebenfalls mit dem Internet der Dinge
befasste sich der InformationslogistikAbsolvent Steffen Kremer von der Bosch
Thermotechnik GmbH in Wetzlar. Bei ihm
kommuniziert jedoch nicht die Zimmerpflanze mit dem Internet der Dinge sondern
unter anderem die Heizung im Keller. Ziel ist
es, Verbrauchern eine intelligente Heizungssteuerung zur Kostensenkung zur Verfügung
zu stellen.
Den Abschluss bildete Kai Kreuzer aus
Darmstadt, der irgendwann beschlossen
hatte, sein Haus zu automatisieren. Die am
Markt verfügbaren proprietären Systeme
waren jedoch hierfür kaum brauchbar. Deshalb entwickelte er eine eigene Open-Source
Plattform: openHAB – Offene Plattform für
Heimautomation. Mit dieser Plattform lassen
sich viele Produkte von unterschiedlichen
Herstellern einbinden, die sich dann bequem
vom Sofa aus mit dem Smartphone steuern
lassen, so dass der Nutzer nie wieder einen
Schalter drücken muss.
Die Vortragsfolien sind unter »Aktuelles«
im Studiengang Informationslogistik auf der
HFT-Homepage abrufbar.
Baukultur der Nachkriegsmoderne, Reflexion
und Transformation
von Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp
Am 10. April 2014 fand an der Hochschule für Technik Stuttgart ein Symposium der Wüstenrot Stiftung zur Baukultur
der Nachkriegsmoderne statt, das in Kooperation mit dem
Master-Studiengang Stadtplanung konzipiert und durchgeführt wurde. Dabei standen drei zentrale Aspekte im Vordergrund: Die Bedeutung und Wertschätzung des baukulturellen
Erbes der Nachkriegsmoderne, der Diskurs zum denkmalpflegerischen Umgang mit Gebäuden und Ensembles aus dieser
Zeit sowie die Aufgabe, für eine nachhaltige Zukunft dieser
Wohnquartiere Sorge zu tragen
Der Baukultur der Nachkriegsmoderne wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft mit einer ambivalenten, kritischen
Haltung begegnet. Das Interesse an einem verstärkten Diskurs ist jedoch groß und spiegelte sich in über 320 angemeldeten Symposium-Gästen wider.
Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung
Baukultur, und Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert thematisierten die öffentliche Wahrnehmung und die Bedeutung der
Nachkriegsmoderne für das Bild der Stadt. Es gehe dabei, so
die Referenten, vor allem um die Qualitäten und die Gestaltung der Gebäude und um das distanzierte Verhältnis zu den
Leitbildern und zum Städtebau dieser Zeit. Eine Annäherung
an die Aufgaben, die im Umgang mit den Nachkriegsgebäuden zu bewältigen seien, fände derzeit meist nur zögerlich
statt, gewinne jedoch deutlich an Relevanz. Nicht zuletzt, weil
die Gebäude in die Jahre gekommen sind und ihr Erhalt oder
ihre Transformation zur Debatte stehen.
In zwei parallel ablaufenden Foren wurden die Themen
»Nachkriegsmoderne und Denkmalpflege« und »Wohnen
und Quartiersentwicklung« vertieft und mit den Gästen diskutiert. Im Forum I »Nachkriegsmoderne und Denkmalpflege«
wurde über den Erhalt und die Unterschutzstellung baukulturell herausragender Gebäude referiert. Im Forum II »Wohnen und Quartiersentwicklung« stand die Weiterentwicklung
der Wohnungsbaubestände der 1950er bis 1970er Jahre im
Mittelpunkt. Über 50 Prozent des Mietwohnungsbestandes
stammen aus den 1950er bis 1970er Jahren; 70 Prozent davon
sind unsaniert.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion, moderiert
von Dr. Stefan Krämer und Reiner Nagel, diskutierten Prof.
Dr. Adrian von Buttlar (Berlin) und Honorarprofessorin Dr. (I)
Elisabeth Merk (München) über die Kriterien erhaltenswerter
Bausubstanz, eine zeitgemäße Veränderung und Erneuerung
der Bauten unter Beibehaltung der baukulturellen Gesichtspunkte sowie die Reflexion des Themas in der Gesellschaft.
Ziel der Veranstaltung war es, gewonnene Erkenntnisse
vorzustellen, offene Fragen zu erörtern, den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zu fördern und beteiligte
Akteure unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen, um
zu einer Fortsetzung und Intensivierung des fachlichen Diskurses anzuregen. Dies ist sehr gut gelungen.
Ein Beispiel der Baukultur der Nachkriegsmoderne.
Foto: privat
Sitzen bleiben!
Ostervorlesung 2014
von Petra Dabelstein
250 Kinder zwischen sieben und 12 Jahren
besuchten am Samstag, 5. April 2014, die
Ostervorlesung an der Hochschule für Technik Stuttgart. »Sitzen bleiben!« lautete das
Motto.
Die Professoren Wolfgang Grillitsch,
Thomas Hundt und Karsten Weigel aus
dem Studiengang Innenarchitektur hatten
ein spannendes Programm rund ums Sitzen
gestaltet. Worauf kann man überall sitzen?
Wie kann man sitzen? Wie viele Kinder können eigentlich auf einem Stuhl sitzen? Auf
der Bühne fanden sich allerlei unterschiedliche Stühle von berühmten Designern. Was
haben sich diese beim Entwerfen gedacht?
Für welche Zwecke ist welcher Stuhl? Stühle
aus Holz, Kunststoff und Blech wurden
begutachtet.
Zudem wurde gezeigt, dass man auch auf
einem Stuhl mit einem Bein ganz gut sitzen
kann. Das Sitzen auf den unterschiedlichsten
Stühlen wurde dann auch von den Kindern
nach der Kindervorlesung ausgiebig getestet.
Die HFT Stuttgart bietet zweimal im Jahr
eine Vorlesung für Kinder an. Dazu bereiten Professorinnen und Professoren aus
den unterschiedlichen Studienbereichen –
von Architektur über Bauingenieurwesen
und Bauphysik bis zu Betriebswirtschaft,
Vermessung, Informatik und Mathematik –
spannende Themen speziell für Kinder vor.
Die nächste Kindervorlesung findet
voraussichtlich am Samstag, den 13. Dezember 2014 statt.
Supertoll für die Kids: Sitzproben!
Fotos: Sandra Wrage
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Veranstaltungen
17. Workshop »EDV in der Stadtplanung«
von Roland Hahn
Am 18. Februar 2014 begrüßte Rektor Prof.
Rainer Franke wieder zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum 17. Workshop
»EDV in der Stadtplanung« in der HFT-Aula.
Diese interdisziplinäre Veranstaltung hat sich
inzwischen etabliert und wurde zum sechsten Mal in Folge unter der Leitung von Prof.
Rainer Kettemann ausgerichtet. In acht praxisorientierten Workshops konnten sich die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ITAnwendungen in der Stadtplanung und ver-
wandten Disziplinen informieren. Auch die
HFT Stuttgart war mit einigen Vorträgen und
Workshops beteiligt, die erfreulicherweise
auch von Studierenden mitgestaltet wurden.
Nora Goetz (Studierende im Master-Studiengang Stadtplanung) hielt einen Vortrag
zum Thema »Bürgerbeteiligung 2.0: E-Partizipation anhand eines webbasierten Beteiligungstools« (Master-Thesis betreut von
Prof. Dr.-Ing. Volker Coors).
Prof. Rainer Kettemann leitete den Workshop »GIS und Cloud«. Im Rahmen dieses
Workshops stellte Georg Dilk (Studierender
im Bachelor-Studiengang »Vermessung und
Geoinformatik«) das Ergebnis seiner Bachelor-Arbeit »Erstellung eines Online-Geoinformationssystems für das Blauhöhlensystem«
vor. Georg Kahles (Studierender im MasterStudiengang Photogrammetry and Geoinformatics) präsentierte als Ergebnis einer
Projektarbeit erste Ansätze zur Erstellung
eines »Eco-GIS« an der HFT Stuttgart.
Prof. Dr.-Ing. Volker Coors leitete den
Workshop »SimStadt: Wärmesimulation auf
18
Basis von 3D-Stadtmodellen«. Prof. Dr.-Ing.
Eberhard Gülch und M.Sc. Marius Ziegler
stellten die »Einfache 3D-Modellierung von
Gebäuden mit Structure-from-Motion Algorithmen« vor.
Auch für das nächste Jahr ist der Workshop »EDV in der Stadtplanung« wieder
geplant. Ein Rückblick mit Bildern und allen
Vorträgen ist zu finden unter www.hft-stuttgart.de/GIS.
11. Esri-Anwendertreffen Baden-Württemberg
von Roland Hahn
Mehr als 120 Geoinformatikerinnen und
Geoinformatiker als Anwender von Esri-Produkten aus Baden-Württemberg trafen sich
am 26. Juni 2014 zu ihrem 11. Anwendertreffen an der Hochschule für Technik Stuttgart, wo sie von Rektor Prof. Rainer Franke
begrüßt wurden.
Esri ist der weltweit führende Hersteller von geographischen Informationssystemen (GIS). Esri-Software wird in nahezu
allen Ländern der Erde zur Lösung raumbezogener Fragestellungen eingesetzt. An
der HFT Stuttgart wird vor allem das EsriHauptprodukt ArcGIS in der Lehre und in Forschungsprojekten verwendet.
Prof. Dr.-Ing. Dietrich Schröder gab
daher zunächst einen Überblick über aktuelle Aktivitäten der HFT Stuttgart, bei
denen Esri-Software zum Einsatz kommt.
Der Schwerpunkt der Arbeiten lag in komplexen Analysen räumlicher Daten und die
Online-Visualisierung in verschiedenen studentischen Projekten, Bachelor- und MasterAbschlussarbeiten und Forschungsprojekten.
Im
praxisorientierten
Vortragsblock
stellten Anwender aus unterschiedlichen
Bereichen aktuelle Projekte vor. So wurde
über den Einsatz von Geoinformationssystemen bei einer Nichtregierungsorganisation und zwei Landratsämtern berichtet. Im
Anschluss gaben eine Vertreterin und zwei
Vertreter der Firma Esri in Vorträgen und
Workshops einen Überblick über den derzeitigen Stand der Software und über künftige Entwicklungen. Auch hierbei war, wie
schon in den Vorjahren, der Trend zur mobilen Datenerfassung und zur Speicherung der
Daten in der Cloud deutlich zu erkennen.
Wie immer waren auch wieder diverse Aussteller im Lichthof vertreten, die den Gästen
Gelegenheit boten, sich über Software-Entwicklungen und Dienstleistungen rund um
Esri-Produkte zu informieren.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen sehr gerne (wieder), um neue Informationen
zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen sowie Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.
Fotos: Michael Paulmann
Internationale Studierendenwoche
Studiengang Mathematik
von Professor Dr. Annegret Weng
In der Woche vom 29. Juni bis 6. Juli 2014
richtete der HFT-Studiengang Mathematik
eine Projektwoche für die Mathematikstudierenden der Partnerhochschulen aus. Es
kamen interessierte Studierende aus Aberdeen (Schottland), Dublin (Irland) und Oviedo
(Spanien). Das abwechslungsreiche Programm, das vom Studienbereich Mathematik
geboten wurde, reichte von einer Einführung
in mathematische Problemlösungen, über
Einblicke in die Industriemathematik und in
die mathematische Kryptographie bis hin zu
Themen wie Finanz- und Versicherungsmathematik und Optimierung. Eine Exkursion
zu Daimler mit einer Werksbesichtigung rundete das fachliche Programm ab. Bei einem
Pizzaessen und einem Grillfest kamen die
ausländischen Studierenden mit den Professorinnen und Professoren sowie den HFTStudierenden ins Gespräch. Ein vielfältiges
Rahmenprogramm mit Stadtführung, Besuch
des Daimlermuseums und einem Ausflug
nach Tübingen mit Stadtführung und obligatorischer Stocherkahnfahrt, organisiert durch
das Akademische Auslandsamt, rundeten
das Programm ab. Die Rückmeldung der Teilnehmer war ausnahmslos positiv. Wir hoffen
darauf, dass die Woche die weitere Zusammenarbeit mit unseren Partnerhochschulen
stärken wird und wir auch in Zukunft weiterhin viele Mathematikstudierende an der HFT
in Stuttgart willkommen heißen können. Mit
einer großzügigen Spende wurde die Projektwoche von der Wüstenrot & Württembergische AG unterstützt.
Foto: privat
Impressum
Stallgeflüster 42 | Oktober 2014
Herausgeber:
Rektor
Prof. Rainer Franke
Redaktionsbeirat:
Angela Blanco-Vogt, SG IPM | Petra Dabelstein, Presse und
Marketing | Ida D‘ Ottavio, SG B | Simon Freund, SG IL | Volker Fux, SG BP | Jörg Hepperle, SG VG | Lisa Ingenhaag, SG
BW | Cornelia Jänicke, Fakultät A | Gabriella Kiss, SG M |
Sabine Lewandowski, SG IPM | Henning Mackwitz, SG MSP
I Franziska Schüle, SG ISM | Nicole Wanner, SG A | Sandra
Wrage, Presse und Marketing | Susanne Zinth, SG I.
Redaktion und Layout:
Michaela Leipersberger-Linder, Presse und Marketing
Druck/Auflage:
Druckhaus Waiblingen, 3.000 Exemplare
E-Mail:
michaela.leipersberger-linder@hft-stuttgart.de
Erscheinungsdatum:
Semesterbeginn
Adresse:
Hochschule für Technik Stuttgart
Schellingstraße 24
70174 Stuttgart
Redaktionsschluss:
ca. acht Wochen vor Semesterbeginn
Anmerkungen:
Beiträge der Autorinnen und Autoren geben nicht die
Meinung der Redaktion wieder.
Nachdruck von Beiträgen (mit Quellenangabe und
gegen Belegexemplar) ist nach Absprache möglich.
Wir können nicht garantieren, dass unaufgefordert eingereichte Manuskripte abgedruckt werden. Grundsätzlich
freuen wir uns über jeden Beitrag! Die Redaktion behält sich
Kürzungen der Beiträge vor.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Interview 42
Forschung mit Feuer und Flamme
Interview mit den HFT-Professorinnen Dr. habil. Ursula Eicker,
Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp und Dr. Nicola Wolpert
Michaela Leipersberger-Linder sprach mit Prof. Dr. Nicola Wolpert, Prof. Dr. habil. Ursula Eicker
und Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp. (v.l.n.r.). Foto: Nicole Wanner
Leipersberger-Linder (L): In der Fakultät A gibt es
momentan zehn forschungsaktive Professorinnen und
Professoren, in der Fakultät B 14 und in C 19. Jede von
Ihnen repräsentiert eine dieser Fakultäten. Was haben
Sie gemacht, bevor Sie an unsere Hochschule kamen?
Eicker (E): Ich habe Physik studiert und in Edinburgh promoviert. Nach der Promotion bin ich nach Frankreich zu einer
Firma gegangen, die Solarzellen produziert. Dann habe ich an
das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung
Baden-Württemberg gewechselt. 1993 habe ich an der Hochschule im Studiengang Bauphysik angefangen.
Simon-Philipp (S): Ich habe an der Universität Stuttgart
und an der ETH in Zürich studiert. Im Anschluss daran war
ich in verschiedenen Büros tätig, dann an der Uni in der Lehre
und Forschung und habe dort auch promoviert. Danach war
ich vier Jahre im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft
Baden-Württemberg im Bereich Stadterneuerung beschäftigt. Seit 2007 bin ich an der HFT.
Wolpert (W): Ich habe an der Universität Münster Mathematik studiert. Nach dem Studium bin ich nach Saarbrücken
gegangen und habe in den Bereich Informatik gewechselt, in
dem ich auch promoviert habe. Im Anschluss daran habe ich
dreieinhalb Jahre am Max-Planck-Institut für Informatik gearbeitet und geforscht, bevor ich an die Hochschule gekommen
bin.
L: Forschung wird nicht zwingend mit dem Studienbereich Architektur verbunden. Warum forschen Sie, Frau
Dr. Simon-Philipp?
S: Für mich ist das eine logische Konsequenz. Ich bin an einer
Hochschule beschäftigt, also forsche ich. Das ist natürlich nur
möglich, wenn man als Architekt kein großes Büro hat.
L: Welchen persönlichen Vorteil bringt einem Forschung
an einer Hochschule?
S: Man hat viele Freiheiten. Man kann sich eigene Themen
aussuchen, eigene Ideen verwirklichen und hat die Freiheit zu
arbeiten, wann, wie, wo und mit wem man will.
E: Im Forschungsumfeld arbeiten innovative Leute. Es
gibt keine festgefahrenen Strukturen. Mit Praxisprojekten,
die von der Industrie in Auftrag gegeben werden, ist immer
ein starker Druck verbunden,
weil dort in kürzester Zeit ErgebForschung ist
nisse erwartet werden. Sicher,
gleich Freiheit
auch öffentliche Aufträge sind
nicht leicht zu bekommen. Aber
wenn man sie hat, kann man drei Jahre lang an einem Thema
arbeiten, ohne dass einem ständig jemand im Nacken sitzt.
L: Wird es aber nicht immer zeitlich eng, auch bei
Forschungsprojekten?
(Alle lachen.)
E: Klar. In Anträgen verspricht man tendenziell immer viel,
weil man die Projekte gewinnen möchte. Es herrscht auch
dort ein gewisser Druck, etwas abzuliefern, aber die Ergebnisse und deren Kontrolle sind offener. Firmen dagegen
möchten für ihr Geld direkt etwas sehen und können nur
schwer verstehen, wenn Ergebnisse nicht auf Knopfdruck
abgerufen werden können.
L: Welche Fähigkeiten und Kompetenzen braucht man,
um im Bereich Forschung erfolgreich zu sein?
E: Man muss eine langfristige Begeisterung für ein Thema
haben. Damit man auf dem Stand der Wissenschaft und der
Technik bleibt, muss man sich kontinuierlich weiterbilden.
Man muss sich informieren, auf Tagungen gehen, wissenschaftliche Literatur lesen und auf dieser Basis immer wieder
neue Ideen entwickeln.
S: Man braucht eine hohe Frustrationsgrenze. Man muss
wahnsinnig viel lesen und recherchieren und sich selber
Druck machen, um dranzubleiben. Man muss sich selber gut
strukturieren können. Und zu Hause braucht es jemanden,
der akzeptiert, dass überall Fachliteratur rumliegt. Ich habe
drei Kinder – bei uns wird immer und überall gearbeitet.
E: Man muss viel Lesen. Ich
Um zu forschen, lese gerne im Garten. Sonntagsmorgens ein paar Paper zu lesen
braucht man
und ein Gutachten abzugeben,
das ist für mich nichts BelastenLeidenschaft,
des.
Kreativität und
W: Bei mir liegt auch immer
Literatur
rum. Es ist selbstverOrganisationsständlich, dass ich samstags
talent
und sonntags wissenschaftliche
Veröffentlichungen lese. Es gibt
selten Wochenenden, an denen ich nichts für meinen Forschungsbereich mache. (Alle stimmen zu.)
S: Kreativität finde ich auch noch extrem wichtig. Man
kann nicht forschen, wenn man nicht kreativ ist. Man muss
immer wieder neue gedankliche Verknüpfungen erstellen
und neue Ideen einbringen.
L: Ohne Leidenschaft geht es nicht, Frustrationstoleranz,
Kreativität und Organisationstalent braucht es auch ...
W: … Ja, und Kommunikations- und Teamfähigkeit ist sehr
wichtig. Man arbeitet in der Forschung ja nicht alleine, sondern mit vielen Menschen zusammen.
E: Vor allem, weil es ja immer mehr Verbundprojekte gibt.
Zudem muss man ein riesengroßes Netzwerk haben. Auf so
eine Art von Beziehungen muss man Lust haben, denn solche
Netzwerke müssen ständig gepflegt werden.
L: Auf der Homepage des Ministeriums für Bildung und
Forschung im Zuge der Frauenförderung im Bereich Forschung steht: »Frauen und Männer haben unterschiedliche Sichtweisen und Denkansätze«. Was meinen Sie
dazu?
S: Fachlich und inhaltlich gibt es ganz viele individuelle Unterschiede zwischen verschiedenen Personen, zum Beispiel wie
diese denken, ihre Projekte strukturieren und bearbeiten.
Aber dass etwas davon typisch Mann oder typisch Frau sei,
habe ich bislang nicht feststellen können. Unterschiedlich ist
jedoch die Art zu kommunizieren.
W: Ich glaube auch, dass die Unterschiede eher individueller Natur sind, also wie Leute überhaupt arbeiten. Aber
beim Aspekt »Kommunikation« muss ich sagen, dass diese
eine ganz andere ist, wenn es sich um gemischte Teams
handelt. Die Kommunikation in Forschungsteams profitiert
meiner Meinung nach sehr davon, wenn beide Geschlechter
vertreten sind.
E: Inhaltlich sehe ich auch keine Unterschiede. Frauen
sind vielleicht ein bisschen weniger eitel. In der Forschung
geht es oft um die »Platzhirschposition« – Wer ist der Beste in
der Community? Wer wird für Keynote-Vorträge eingeladen?
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Es gehört schon eine Portion Egoismus dazu, wenn man sich
in den Vordergrund stellen und der erste auf den Papers sein
will. Da nehmen sich Frauen eher zurück und protzen nicht so
mit dem, was sie leisten. Und: Männer können sich vielleicht
etwas mehr in Details verbeißen. Mir wird das irgendwann zu
langweilig. Frauen haben vielleicht eine etwas weitere Sicht
auf die Dinge und auf den Nutzen von dem, was man tut.
L: Sie, Frau Dr. Eicker, sind seit 1993 an der Hochschule.
Wie waren die Anfänge im Bereich Forschung?
E: Die ersten zwei Jahre war ich vollauf mit der Lehre beschäftigt. Dann habe ich angefangen, kleinere innovative Projekte
zu machen. Mein Themenfeld ist im Laufe der Jahre gesellschaftlich immer relevanter geworden. So sind die Anzahl
der Projekte und die der Mitarbeiter kontinuierlich gewachsen. Aber die ersten sieben, acht Jahre waren wir eine relativ überschaubare Gruppe von Mitarbeitern. In den ersten
Jahren habe ich alle Anträge selber geschrieben, viele Projekte selber abgewickelt und verwaltet. Mittlerweile habe ich
Mitarbeiter, die schon 15 Jahre oder länger dabei sind. Diese
arbeiten selbstständig und verwalten ihre eigenen Projekte.
L: Was war das erste größere Forschungsprojekt an der
Hochschule?
E: Das Zafh-Projekt. Das war eine Landesausschreibung des
Wissenschaftsministeriums, in der es darum ging, ein Zentrum für angewandte Forschung an Fachhochschulen zu
installieren. Gemeinsam mit dem damaligen Rektor Prof. Dr.
Martin Stohrer habe ich überlegt, ob wir es schaffen könnten,
so ein Leuchtturm-Projekt an unsere Hochschule zu holen.
Das war für uns ein richtig großes Projekt, das uns für fünf
Jahre sieben Stellen garantiert hat. 2002 wurde dann das
zafh.net an unserer Hochschule gegründet. Das zafh.net hat
die Forschungsstruktur hier an der Hochschule in der heutigen Form erst möglich gemacht.
S: Dass Forschung an Fachhochschulen gewollt, unterstützt und gefördert wird, hat sich erst in den vergangenen
Jahren entwickelt. Als ich 2007 an die Fakultät A kam, wurde
dort noch intensiv über Forschung im Bereich Architektur
diskutiert. Es gab zwei Lager: Diejenigen, die forschten und
diejenigen, die sich ganz der Lehre verschrieben hatten. Aber
das hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Forschung ist in der Fakultät A heute viel mehr akzeptiert.
E: Das ist natürlich sehr abhängig vom Studiengang. In
der Bauphysik waren alle schon immer forschungsorientiert.
Es gab nie einen Gegenwind. Es wurde und wird eher wohlwollend gesehen.
W: In der Fakultät C wird Forschung sehr positiv bewertet.
Auch ich habe nie Gegenwind gespürt, sondern eher Unterstützung und Verständnis für mich und meine Forschung
erhalten.
L: Lehre gehört zum Selbstverständnis der ehemaligen
Fachhochschulen. Nun kommt die Forschung dazu. Welche Auswirkungen hat es auf die Lehre, dass Sie intensiv
mit Forschung beschäftigt sind?
S: Wir haben mit 18 SWS eine enorm hohe Lehrverpflichtung.
Wenn man diese Stundenzahl unterrichtet und dann noch
forscht, Gremienarbeit macht, Veröffentlichungen herausgibt
und Vorträge hält, ist das zeitlich kaum zu schaffen.
W: Die Lehre darf unter der
Hohes LehrForschung nicht leiden. Wenn
man also neben der Lehre noch
deputat erschwert
forschen möchte, ist es eine foldie Forschung
gerichtige Konsequenz, dass
man dafür viel Zeit von seiner
Freizeit investieren muss.
L: Drehen wir den Spieß um: Welche Vorteile ergeben
sich für die Lehre, dass Sie in der Forschung aktiv sind?
Was haben die Studierenden davon?
E: Man muss zwischen Bachelor- und Master-Studiengängen unterscheiden. Den Master SENCE mit seinem
Abschluss Master of Science würde es zum Beispiel ohne
Forschung gar nicht geben. Unsere Kompetenz im Bereich
Forschung kommt meiner Meinung nach vorrangig in den
höheren Semestern zum Tragen.
W: In unserer Fakultät sieht es ein klein wenig anders
aus. Ich kann natürlich nur über die Bereiche Mathematik und
Informatik reden. In unseren Forschungsgebieten kommen
wir mit den aktuellen Fragestellungen, die Firmen beschäftigen, in Kontakt. Das sind Themengebiete, in denen unsere
Studierenden teilweise später arbeiten werden. Deswegen
passt Forschung bei uns gut zur Lehre, denn man kennt die
offenen Fragen: Womit beschäftigen sich die Firmen? Und
was sind die Dinge, die ich meinen Studierenden beibringen sollte? Forschung dient bei uns als Vorbereitung auf die
Arbeitswelt.
Fortsetzung Seite 20
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Interview 42
S: Wir bringen im Master-Studiengang Stadtplanung
Inhalte aus der Forschung in die Lehre ein. Es gibt immer wieder Master-Thesen, die sich mit Forschungsthemen beschäftigen. Wir bieten Lehrveranstaltungen an, die auf einem
Forschungsprojekt aufbauen, zum Beispiel Revitalisierung
von Stadtzentren im europäischen Vergleich. Da ist im Forschungsbudget sogar ein gewisser Betrag für den Lehrtransfer vorgesehen.
L: Die Hochschule für Technik Stuttgart ist eine relativ
kleine Hochschule. 2013 hatten wir 61 nationale und
internationale Forschungsprojekte und mit knapp über
drei Millionen Euro die höchste Drittmitteleinwerbung
bisher. Inwieweit ist die kleine Größe der HFT Stuttgart
ein Vorteil im Bereich Forschung?
E: Der Hauptvorteil sind die kurzen Wege. Wir haben hier eine
direkte Kommunikation mit der Hochschulleitung, der Verwaltung und natürlich auch mit den Kolleginnen und Kollegen.
Wir bearbeiten immer mehr interdisziplinäre Projekte. Etwas
Vergleichbares gib es an den Universitäten nicht. An der HFT
Stuttgart gibt es zwischen den Fakultäten und Studiengängen einen guten, fachlichen
HFT-Forschung: Austausch, frei von Eitelkeiten.
Die Kleinheit macht eine solche
Viele interdiszipli- enge Kooperation möglich. Und
man kann neu hinzugekomnäre Projekte
mene Kollegen, die sich für die
Forschung interessieren, relativ
schnell in Projekte einbinden. Unser klares Profil ist ein großer Vorteil. Innerhalb unserer Kompetenzzentren kann man
unter der Klammer »Energieeffiziente Gebäude und Nachhaltige Stadtentwicklung« die Forschungsschwerpunkte fast
aller Studiengänge zusammenfassen. In der Fakultät C ist es
die Klammer »Technologien für räumliche Daten und Simulationen«, die das Forschungsfeld in diesem Bereich beschreibt.
Wir profitieren alle von den Kompetenzen der anderen und
deren Verbindungen.
S: Unser Vorteil im Vergleich zu den Universitäten ist der
direkte Draht zur Verwaltung, die in Bezug auf die – auch
finanzielle – Planung und Abwicklung von Forschungsprojekten sehr gut aufgestellt ist. Unsere Verwaltung ist flexibel,
es gibt kurze Wege, und es wird immer eine Lösung für ein
Problem gefunden.
L: Die HAW tragen den Begriff Forschung in ihrem
Namen. Seitens der Universitäten wird es jedoch nicht
so gerne gesehen, dass die HAW im Bereich Forschung
immer stärker werden. Warum?
E: Zusätzliche Konkurrenz wird nie gerne gesehen. Hinzukommt die Angst vor dem Verlust von Privilegien. Das Promotionsrecht ist noch ein Privileg der Universitäten, und das will
man ungerne teilen. Aber sich abzugrenzen, hilft meiner Meinung nach wenig. Man hält die Entwicklung damit nicht auf.
Am besten ist es, miteinander zu kooperieren.
L: Was haben die Universitäten für ihre Forschung zur
Verfügung, was Sie gerne hätten, was den HAW fehlt?
Einstimmig: Zeit!
E: Geld und Strukturen.
S: Aus meiner Sicht ist das Wichtigste Zeit. Und dass es
Forschungskoordinatoren und Mitarbeiter gibt, die Verwaltungsaufgaben übernehmen. Wir haben eine viel dünnere
Personaldecke als die Universitäten. An einem Ausbau in
dieser Richtung muss weiter gearbeitet werden. Für mich
ganz speziell ist das hohe Lehrdeputat eine große Belastung,
obwohl ich sehr gerne in der Lehre bin.
W: Die Semesterwochenstunden sind bei HAW-Professoren wirklich hoch angesetzt, wenn man zugleich in der
Forschung tätig ist. Zudem haben die Unis fest eingeplante
Forschungsstellen, die eine Kontinuität in den Projekten
sicherstellen, die so an den HAWs nicht existiert.
E: Genau. Unser Problem ist, dass wir keine Planstellen
haben. Es fehlt bei uns der komplette Mittelbau. Auch beim
Thema Infrastruktur sind wir schlecht aufgestellt. Es gibt zum
Beispiel keinen offiziellen Schlüssel dafür, wie viele Räumlichkeiten und Flächen wir HAW-Forschenden zur Verfügung
gestellt bekommen. Wenn Forschung verstärkt an den HAW
gewünscht wird, muss das unbedingt geändert werden.
L: Es ist in Planung, dass für HAW Professorinnen und
Professoren das Promotionsrecht – Stichwort »Experimentierklausel« – zeitlich befristet vergeben wird. Wie
beurteilen Sie das?
E: Zu dieser »Experimentierklausel« fehlt momentan noch
eine Rechtsverordnung. Es gab einen sehr starken Protest
seitens der Universitäten gegen die Einführung dieser Klausel. Diese würden lieber die kooperative Promotion ausgebaut haben. Demnach würde das Promotionsrecht weiterhin
bei den Unis bleiben, und wir dürften uns dann als Zweitgutachter beteiligen. Es ist noch nicht klar, ob man überhaupt
einen Modus finden wird, eine wie auch immer geartete
Gruppe von HAW-Professoren mit dem Promotionsrecht aus-
zustatten. Wenn allerdings nur das kooperative Verfahren
das Ergebnis dieser Diskussion wäre, wäre das außerordentlich unbefriedigend für uns HAW-Professoren.
L: Mit dieser »Experimentierklausel« wäre auch die Verpflichtung einer Evaluation verbunden. Eine Verpflichtung, die für Universitätsprofessoren nicht gilt, oder?
E: Die HAW versuchen, sich evaluierbare Strukturen zu überlegen. Genau dafür wurde das Baden Württemberg Center of
Applied Research (BW-CAR) gegründet. Hier wurden zusammen mit den Rektoren Kriterien
für Drittmittel und PublikatiEvaluierbare
onen festgelegt, die Professoren
Strukturen für ein erfüllen müssen, damit sie in das
HAW-Promotions- virtuelle Forschungszentrum
aufgenommen werden. Wir verrecht
suchen, selber für Promotionen
ein Qualitätssicherungsverfahren zu installieren. Insofern warten wir nicht darauf, bis das
Ministerium eine Entscheidung trifft und Vorgaben macht,
sondern überlegen uns selber, wie es laufen könnte. Aber die
Universitäten werden langfristig auch mehr Auflagen bekommen, was die Qualitätssicherung von Promotionen angeht.
L: Seitens der HAW scheint es eine enorme Innovationskraft und die Bereitschaft zu geben, sich zu hinterfragen
und überprüfen zu lassen. Auch ein Problem für die Universitäten?
E: Sicher. Wenn wir solche Qualitätssicherungsverfahren
für Promotionen ins Spiel bringen, werden die Universitäten
davon nicht unberührt bleiben. Für die Unis würde dadurch
ein Mehraufwand entstehen, den diese fürchten.
S: Mehraufwand und Konkurrenz.
L: Wie sieht es denn bei Ihren Studierenden aus? Wie
groß ist dort das Interesse an Forschung? Wie erspüren
Sie, ob dort Forschungskompetenzen vorhanden sind?
E: Am ehesten in den Master-Studiengängen. Da erkennt man
am besten, wer fähig ist, selbstständig zu arbeiten, eigenständig Fragen zu vertiefen und genügend Kreativität mitbringt,
um in die Forschung zu gehen.
W: Manchmal zeichnet sich das auch in den Vorlesungen
ab. Wenn man sieht, wie die Studierenden gestellte Aufgaben
bearbeiten, kann man dort auch entsprechende Fähigkeiten
und Tendenzen feststellen.
L: Was können Sie denn für die Studierenden tun, bei
denen Sie merken, dass die Fähigkeiten vorhanden sind,
um in den Bereich Forschung zu gehen?
S: Oft legt die Master-Thesis die Basis für eine forschende
Zukunft. Manche kommen direkt nach der Master-Thesis mit
dem Promotionswunsch auf uns zu. Andere wiederum gehen
erst ein paar Jahre in die Praxis und kommen dann für die Promotion wieder zu uns.
E: Im Master SENCE müssen im dritten Semester alle Studierenden einen Forschungsantrag schreiben. Da schaffen
sich viele schon ihre eigenen Stellen. Nicht alle Anträge werden eingereicht, aber aus diesem Superpool von Ideen entsteht das ein oder andere reale Projekte. Dann haben wir die
Prüfungsordnung geändert, weil wir festgestellt haben, dass
aus diesem eigentlich wissenschaftlich orientierten Master
relativ wenige Veröffentlichungen hervorgehen. Von den drei
Arbeiten – zwei Projektarbeiten und der Master-Thesis –
muss nun eine als wissenschaftliche Veröffentlichung auf
Englisch geschrieben werden.
L: An der HFT Stuttgart bündelt das Institut für Angewandte Forschung (IAF) die anwendungsorientierte
Forschung und Sie, Frau Dr. Eicker, sind die Leiterin des
Instituts. Welche Aufgaben hat das IAF? Wie ist es strukturiert?
E: Vor etwa 20 Jahren stand dem IAF eine Forschungsstelle
zur Verfügung, die immer dort in Projekten eingesetzt wurde,
wo es notwendig war. Das hat sich natürlich grundlegend
geändert. In den letzten Jahren haben wir eine gute Infrastruktur für die Koordination der Forschung entwickelt mit
einer zentralen Forschungskoordination, die unter anderem
den Tag der Forschung ausrichtet. Das zafh.net war das erste
Kompetenzzentrum, das entstanden ist. Heute haben wir sieben Kompetenzzentren, und seit einem Jahr Forschungskoordinatoren, die im IAF Ansprechpartner für die Fakultäten sind.
Es wäre toll, wenn wir eine gewisse Grundinfrastruktur künftig verstetigen könnten.
L: Worin liegt das Interesse der Unternehmen, mit denen
Sie im Forschungsbereich zusammenarbeiten?
W: In meinem Bereich werden zum Beispiel für geometrische
Probleme Lösungen gesucht und einzelne von uns entwickelte Verfahren werden auch schon in der industriellen
Praxis verwendet. Ich bin neun Jahre an der Hochschule. Das
ist für den Bereich Forschung keine lange Zeit. Mein langfristiges Ziel ist, ein eigenes Softwaretool zu entwickeln, das
Firmen nutzen können. Dafür braucht man aber deutlich länger als neun Jahre und natürlich auch mehr Mitarbeiter. Das
heißt, die von mir und meinen Mitarbeitern entwickelte Software ist auf dem Weg dahin, dass sie Dinge kann, die Firmen
interessieren, aber ich kann nicht behaupten, dass es sich
dabei schon um eine marktreife Software handelt.
E: Für die Firmen ist vor allem interessant, dass wir auf
dem aktuellen Stand der Wissenschaft sind und immer neue
Ideen haben, wo es hingehen könnte. Kleinere Firmen haben
überhaupt keine Ressourcen, um sich im wissenschaftlichen
Umfeld zu bewegen. Die Zusammenarbeit bietet den Firmen
also ein Know-how auf einem Gebiet, das sie selbst nicht
bearbeiten können.
L: Das klingt aber so, also gäbe es im Bereich Forschung
gar kein Ende. Worin liegen dann Ihre Erfolgserlebnisse?
E: Es wird viel umgesetzt, das sind die Erfolgserlebnisse.
Wir machen viele Projekte zur Gebäudeeffizienz und erneuerbaren Energien mit Unternehmen wie Bosch, Festo oder
dem SWR. Die testen dann zum Beispiel verbesserte Automationsstrategien in ihren Gebäuden und sparen dadurch Energie. Auch viele EU-Projekte, wie zum Beispiel das laufende
»Industrial Process Heat by Solar Collectors-Projekt«, sind
durch die Installation von sehr großen Solarthermieanlagen in
industriellen Prozessen umsetzungsorientiert.
L: Ich höre aber heraus, dass bei Ihnen nie der Moment
kommt, wo Sie sich zurücklehnen und auf die getane
Arbeit schauen können. Stimmt mein Eindruck?
E: Ja. Aber wenn es anders wäre, ginge es nicht weiter. Sobald
ein Antrag abgegeben ist, vergesse ich den erst einmal und
setze neue Projekte in Gang. Man ist immer auf der Suche
nach neuen Projekten und Veröffentlichungen.
L: Leidenschaft und Kreativität machen also das Abschalten für eine gewisse Zeit fast unmöglich?
S: Ja. Die Leidenschaft für ein Forschungsgebiet trägt man
immer mit sich herum. Und so sitze ich auch mal spät abends
im Garten und lese wissenschaftliche Texte. Arbeit und Freizeit lassen sich nicht voneinander trennen.
L: Wie sehen Sie die Forschungszukunft der Hochschule
für Technik Stuttgart?
E: Die Strukturentwicklung der vergangenen zwei Jahre
war extrem positiv. Wenn wir es schaffen würden, da etwas
Verstetigung hinsichtlich der Personalausstattung reinzubekommen, wäre ich guter Dinge. Die Entwicklung hin zum
Promotionsrecht und zu einem Forschungsverbund über die
Hochschule hinaus könnte dazu beitragen, dass wir weiter wachsen und noch größere Projekte angehen könnten.
Für mein Themenfeld gilt, dass wir sehr gut aufgestellt sind.
Unsere Breite ist unsere Stärke. Wir haben dadurch ein super
Standing.
W: Auch der Großraum Stuttgart mit den vielen Firmen,
die unsere Hochschule umgeben, ist ein großer Vorteil für die
Weiterentwicklung im Bereich Forschung.
L: Was sind Ihrer Meinung nach die großen Themen der
Zukunft, wo wir als Hochschule mit unserer Forschung
wegweisend sein können?
E: Mit der Energiewende haben wir locker bis 2050 zu tun.
W: In meinem Bereich wird es um »Industrie 4.0« gehen,
die Vermischung von virtueller und realer Welt. Und auch um
die Optimierung von Ressourcen, das Monitoring von Prozessen in Echtzeit, also IT-Technik und Produktion in allen
Bereichen.
S: In meinem Bereich ist und bleibt nachhaltige Stadtentwicklung das Thema der Zukunft. Uns werden auch künftig
die Energiethemen und der demografische Wandel intensiv
beschäftigen, vor allem im Zusammenhang mit dem Wohnungsbaubestand, insbesondere den Gebäuden der 1950er,
1960er, 1970er Jahre und dabei die Frage, wie man diese
Gebäude und Gebiete zukunftsfähig weiterentwickeln kann.
Verknüpft mit Themen wie Mobilität und Prozessqualität.
L: Um diese Zukunftsthemen zu bearbeiten, haben wir
alles unter einem Dach, nicht wahr?
S: Ja, fast alles. Meiner Meinung nach fehlt uns noch ein bisschen die Kompetenz im Bereich der Soziologie bzw. Stadt-/
Wohnsoziologie, da diese bei meinen Forschungsthemen eine
große Rolle spielt.
E: In den Umsetzungsprojekten wäre auch oft ein rechtlicher Input hilfreich (einstimmige Zustimmung).
Forschungsgebiete der HFT-Professorinnen:
Prof. Dr. habil. Ursula Eicker: Solares Heizen und Kühlen,
Gebäudesimulation und -automation
Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp: Stadtentwicklung,
Stadterneuerung, Städtebauförderung, Städtebau,
Wohnungsbau
Prof. Dr. Nicola Wolpert: Geometrie und industrielle Anwendungen, Effiziente geometrische Algorithmen
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
Aushang Praktikanten Köpfe HfT quer 2014_Layout 1 02.09.2014 15:57 Seite 1
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22
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Verbindung zwischen Wirtschaft und Hochschule
von Prof. Dr. Peter Heusch
Der Kontakt- und Informationstag Wirtschaft/
Hochschule (KITT) ist seit über zehn Jahren eine feste Größe an der HFT Stuttgart.
Zunächst unregelmäßig veranstaltet, hat sich
seit 2007 ein jährlicher Rhythmus eingependelt, wobei KITT und Informatiktag am selben
Tag, aber zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Dies kommt vor allen den Studierenden zugute, die meist zum Wintersemester
eine Praxisstelle oder ein Abschlussprojekt
suchen, denn eine Vorlaufzeit von rund drei
bis fünf Monaten ist sowohl für die Firmen als
auch für die Studierenden optimal.
Seit einigen Jahren beobachten die Studierenden der Studienbereiche Informatik
und Mathematik eine interessante Veränderung auf dem Arbeitsmarkt. Der Trend
bewegt sich weg von dem früheren Verfahren, dass die Studierenden sich bei den Firmen bewerben, um rechtzeitig interessante
Praxis- oder Abschlussprojekte zu ergattern. Stattdessen bewerben sich nun Firmen
bei den Studierenden, um sich frühzeitig die
besten Talente zu sichern.
Vor diesem Hintergrund waren die
Stände zum 10. Kontakt- und Informationstag Wirtschaft/Hochschule am 15. Mai auch
schon kurz nach Beginn der Reservierung
fast vollständig vergeben. Mit über 400 Studierenden aus den Studienbereichen Mathematik, Informatik, Wirtschaftsinformatik und
Betriebswirtschaft konnten die Unternehmen sicher sein, interessante Gespräche mit
interessierten Bewerberinnen und Bewerbern zu führen. Zusätzlich gab es für die aus-
stellenden Unternehmen noch die Chance,
sich den Studierenden mit einem Vortrag zu
präsentieren. Eine Möglichkeit, die sich 18
der 30 Firmen nicht entgehen ließen.
Auch außerhalb der Hochschule wird der
KITT inzwischen beachtet. So gab es Anfragen, auch an anderen Hochschulen Werbung
für den KITT zu machen. Aus Sicht der veranstaltenden Fakultät Vermessung, Informatik und Mathematik ist die Größe des
KITT aktuell jedoch sehr gut – weder ist das
Angebot für die Studierenden zu klein, noch
ist es unübersichtlich. Umgekehrt gilt dies
auch für die Firmen, die eine auf ihren Bedarf
passende Anzahl an Studierenden erwarten können. Eine moderate Vergrößerung
ist allerdings nicht ausgeschlossen. Zum
Schluss zogen sowohl die Aussteller als auch
die HFT Stuttgart ein positives Fazit. Ergänzend bleibt noch zu sagen, dass der Termin
des nächsten Kontakt- und Informationstag
Wirtschaft/Hochschule bereits feststeht: Er
wird am 7. Mai 2015 stattfinden.
Neuer Trend: Firmen nutzen Kontakttage,
um sich unter den Studierenden die besten
Talente zu sichern. Foto: privat
Workshop »Finance and Insurance«
von Miriam Kaiser, Michele Adesso und
Prof. Dr. Hans-Helmut Heizmann
Bereits zum vierten Mal fand am 16. Juni
der Workshop »Finance and Insurance« des
Studienbereichs Mathematik statt. Auch
in diesem Jahr konnten sechs Referenten
gewonnen werden, sodass eine abwechslungsreiche Mischung von Vorträgen aus
dem Banken- und Versicherungsbereich
geboten wurde. Dadurch wurde den anwesenden Studierenden und interessierten
Gästen die Gelegenheit gegeben, fundierte
Einblicke in aktuelle Fragestellungen zu
erhalten und sich über die vielfältigen Einsatzbereiche von Mathematikern in Banken
und Versicherungen zu informieren. Erstmalig wurde in diesem Jahr der Workshop als
Fortbildungsveranstaltung für Aktuare von
der DAV anerkannt.
Den Vortragsreigen begann Prof. Dr. Stefan
Reitz, Mitglied des Lehrkörpers an der HFT
Stuttgart. Er widmete sich dem Thema des
Credit Value Adjustments und des Wrong
Way Risks als Teil der Regelungen zu Basel
III. Speziell betrachtete er die Messung des
Kontrahentenrisikos von Derivaten als Teil
des Kreditrisikos.
Daran anschließend präsentierte Prof. Dr.
Andreas Pfingsten von der Universität Münster im Vortrag »Spezialisierung vs. Diversifikation im Kreditgeschäft« die Resultate
eines aktuellen Diskussionspapiers bei der
Deutschen Bundesbank. Dabei wurde die
Fragestellung untersucht, ob es besser sei,
Kreditzusagen auf gewisse Branchen zu
konzentrieren oder diese zu diversifizieren
und damit über verschiedene Sektoren zu
streuen.
Dr. Thomas Ridder von der DZ Bank in
Frankfurt gab in seinem Vortrag »Basel 3.5 –
Anmerkungen zur Methodik hinter den neuen
Vorschlägen zur Behandlung von Verbriefungen« einen Überblick über das spannende
Finanzinstrument »Verbriefungen« und den
damit verbundenen aktuellen Diskussionsvorschlag des Basler Ausschusses.
Nach einer Mittagspause folgten drei
Fachvorträge aus der Versicherungsbranche.
Den Anfang machte Dr. Andreas Fröhlich von der R+V Versicherung. Er gab einen
anschaulichen Überblick über das Thema
der stochastischen Risikomodellierung in
der Schadenversicherung. Daran schlossen
sich die Ausführungen von Dr. Fabian Steil
von der Landesbank Baden-Württemberg
an. In seinem Vortrag »Solvency II – Aktueller
Stand und Implikationen für die Kapitalan-
lage« beleuchtete er die Auswirkungen von
Solvency II auf das Anlageverhalten der deutschen Versicherer.
Den Abschluss bildete der Vortrag von
Dr. Jens Winter von der Allianz AG Stuttgart. Sein Beitrag trug den provokanten Titel
»Lebensversicherung im aktuellen Umfeld:
geht das?« Zunächst hob er die zunehmende
Bedeutung einer adäquaten Altersvorsorge
hervor. Er verteidigte die häufig in der Kritik
stehenden einschlägigen Versicherungsprodukte, indem er auf den Risikoausgleich im
Kollektiv und im Zeitverlauf verwies, welchen
diese Produkte gewährleisteten.
Scrum Summer School bei der NovaTec GmbH
von Prof. Dr. Gerhard Wanner
Wie bereits in den vergangenen Jahren konnten wieder zehn Studierende der HFT Stuttgart in der vorlesungsfreien Zeit an der Scrum
Summer School teilnehmen. Diese wird von
der NovaTec GmbH, einem IT-Dienstleister
aus Leinfelden-Echterdingen, angeboten
und durchgeführt.
Scrum (englisch für »Gedränge«) ist ein
Vorgehensmodell der Softwaretechnik. Der
Ansatz von Scrum ist empirisch, inkrementell und iterativ. Er beruht auf der Erfahrung,
dass die meisten modernen Entwicklungsprojekte zu komplex sind, um durchgängig
planvoll umgesetzt zu werden, und auf der
Erkenntnis, dass allein ständig verfügbares
Feedback den Erfolg sichert. Damit wird
vermieden, die anfänglich gegebene Komplexität durch einen komplexeren Plan zu
steigern.
Zusammen mit weiteren zehn Studierenden der Hochschule Esslingen und der
Hochschule Reutlingen lösten die Studierenden der HFT Stuttgart verschiedene Aufgabenstellungen. Die Aufgabenstellungen
kamen nicht aus der IT, sondern wurden auf
Basis von LEGO gestellt. Mittels Teamarbeit,
schnellem Reagieren und effizienter Arbeitsweise ging es um das agile Lösen von Problemstellungen. Bei dieser Arbeit im Team
hatten alle Studierenden viel Spaß und lösten
die gestellten Aufgaben auf beeindruckende
Weise. Sie wurden dabei perfekt von den beiden Trainern der NovaTec GmbH, Christian
Richter und Boris Steiner, unterstützt.
Kern der Scrum Summer School ist der
Kurs Professional Scrum Foundations (PSF)
der Scrum.org, der erste Baustein auf dem
Weg zum Scrum-Profi. Im Anschluss an die
Veranstaltung hatten die Studierenden die
Möglichkeit, eine offizielle Zertifizierungsprüfung der Scrum.org abzulegen. Die
Kosten für diese Prüfung wurden ebenfalls
von der NovaTec GmbH übernommen.
Die von der NovaTec durchgeführte
Scrum Summer School ist ein weiteres
Kapitel der engen Kooperation zwischen
der NovaTec und der HFT Stuttgart. Neben
dem Sponsoring des Informatiktags vergibt die NovaTec auch den Preis für den
jeweils besten Absolventen im internationalen Master-Studiengang Software Technology. Außerdem lobt die NovaTec einen
Förderpreis für die besten Studierenden in
den Bachelor-Studiengängen Informatik und
Wirtschaftsinformatik aus und unterstützt
die Informatik an der HFT Stuttgart insgesamt finanziell. Gleichzeitig gibt es zahlreiche
Studierende, die ihr Betreutes Praktisches
Studienprojekt bei der NovaTec durchführen
oder ihre Abschlussarbeit dort anfertigen.
Im dichten Gedränge – »Scrum« – kamen Studierende der Hochschulen Esslingen,
Reutlingen und Stuttgart zu studentischen Höchstleistungen. Fotos: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Veranstaltungen
Schüler schnuppern
Informatik-Luft
Veranstaltungskalender
Stand 1. Oktober 2014
MiNe-MINT-Thementag Informatik
von Prof. Dr. Stefan Knauth
18 motivierte Schülerinnen und Schüler
kamen am 30. April 2014 auf Einladung von
der MINT-Initiative Mittlerer Neckar (MiNeMINT) an die HFT Stuttgart, um auf dem
»Thementag Informatik« Hochschulluft zu
schnuppern. Dass der Termin am Ende der
Osterferien lag und mit einem Bewerbungsverfahren verbunden war, konnte die Schülerinnen und Schüler nicht davon abhalten,
an die Hochschule zu kommen. Sie wurden
dafür mit einem interessanten Tag belohnt.
Die Professoren Dr. Peter Heusch und
Dr. Stefan Knauth boten den Schülern sechs
Stunden lang Einblicke in die Welt der Informatik. Diese reichten von der Theorie der
Worterkennung über die systematische Software-Entwicklung bis hin zur Programmie-
rung von Robotern. Zu dem letzten Gebiet
gab es auch praktische Aufgaben, die von
den Schülern mit viel Engagement bearbeitet
wurden.
Aufgelockert wurden die technischen
Themen mit einer Führung durch den Computerpark des Informationszentrums, zu Mittag gab es Studentenfutter in der Mensa. Der
»Thementag Informatik« fand zum fünften
Mal in Folge statt, und MiNe-MINT-Betreuer
Erich Knauß bestätigt: »Das Echo war wiederum sehr positiv, die Schüler loben die Vielseitigkeit der Veranstaltung und die gute
technische Ausstattung.«
Für die Thementage 2015 kann man
sich ab Herbst wieder anmelden, und zwar
unter der Internet-Adresse des Veranstalters
www.mine-mint.de.
Bei Google ganz oben
stehen
Vortrag zum Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO)
von Prof. Dr. Oliver Höß
Für Unternehmen und Organisationen, ob im
eCommerce und eBusiness oder in anderen
traditionellen Bereichen, ist es von entscheidender Bedeutung, bei der Suche in Suchmaschinen, vor allem aber bei der wichtigsten
Suchmaschine Google, ganz oben zu stehen.
Und mit »ganz oben« ist eine der Positionen
eins bis drei gemeint, da nur dort entsprechende Klick-Raten erzielt werden. Dies ist
nur mit entsprechender Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimization) möglich.
Zu diesem Thema hielt am 20. Mai Tobias
Fox, Suchmaschinen-Experte der Firma Verdure (www.verdure.de) im Rahmen der Vorlesung »eCommerce« an der HFT Stuttgart
einen Vortrag. Aufgrund des spannenden
Themas waren auch noch weitere Zuhörer der Studiengänge Wirtschaftsinformatik,
Informatik und Informationslogistik aufmerksam und engagiert dabei.
Fox zeigte die wesentlichen Erfolgsfaktoren der sogenannten On-Page-Optimierung
(Optimierung auf der Webseite zum Beispiel
durch optimierte Gestaltung der Texte und
Navigationsstrukturen) sowie der Off-PageOptimierung (Optimierung der Seite durch
sogenannte Backlinks) auf. Quintessenz ist,
dass ein erheblicher Teil der Optimierung
solide Handwerksarbeit ist. Es ist aber immer
»schwarze Magie« mit dabei, da Google die
Ranking-Mechanismen immer weiter entwickelt und diese nicht vollständig offenlegt.
Erfolg für HFT-Team
21. Stuttgart-Lauf
von Prof. Dr. Peter Heusch
Am 21. Stuttgart-Lauf nahm die HFT Stuttgart mit insgesamt 14 Personen teil. Fünf von
ihnen liefen im Halbmarathon, weitere sechs
den Staffel-Halbmarathon und drei Personen
den erstmals angebotenen Siebenkilometerlauf. Herausragend war – wie in den vergangenen Jahren – wieder Stephanie Mosler,
die sich vom neunten Platz im Halbmarathon
auf den vierten Platz verbessern konnte. Die
Staffel mit Marcel Martin, Johannes Lang und
Lisa Pataki erreichte Platz drei.
Auch der teils wolkenbruchartige Regen
konnte die Laune der Teilnehmer nicht mindern, die sich gegenüber dem Vorjahr allesamt verbessert haben.
Für diejenigen, die sich dieses Jahr nicht
anmelden konnten, besteht spätestens ab
Januar 2015 eine Möglichkeit, die verpasste
Möglichkeit im nächsten Jahr nachzuholen.
29.10.2014 Probestudientag für Mädchen
12:30–17:30 Uhr,
Bau 1, HFT Stuttgart 30.10.2014 Wachstum, Wettbewerb und
Wohlbefinden – Die Tretmühlen
des Glücks
Vortrag im Rahmen des Ethikums
17:30 Uhr, Aula, Bau 1,
HFT Stuttgart 07.11.2014 10. Vermessungsingenieurtag/
3. Geodätentag
Studienbereich Vermessung
9:00 Uhr, Aula und Lichthof, Bau 1,
HFT Stuttgart 13.11.2014 GIS Day 2014
Studienbereich Vermessung
19.11.2014 Studieninfotag 2014
Veranstaltung für Studieninteressierte
9:00–16:45 Uhr, Aula und Lichthof,
Bau 1, HFT Stuttgart 21.11.2014 20. Mathematikertag
Studienbereich Mathematik
Aula, Bau 1, HFT Stuttgart 21.11.2014 Messe »Master and More«
Veranstaltung für MasterStudieninteressierte
9:00–16:00 Uhr,
Liederhalle Stuttgart 22.11.2014 Messe »Bachelor and More«
Veranstaltung für Studieninteressierte
9:00–16:00 Uhr,
Liederhalle Stuttgart 27.11.2014 Stipendiatenfeier
Veranstaltung der Studierendenförderung
17:30–21:30 Uhr, Aula, Bau 1,
HFT Stuttgart 05.12.2014 Bauphysikertreffen
Studienbereich Bauphysik
Tiefenhörsaal U37, Bau 1,
HFT Stuttgart 12.12.2014 -
15.01.2015
Ausstellung Stadtvisionen
Studiengang Stadtplanung
Bau 1, HFT Stuttgart 12.12.2014 Tag der Planung
Studiengang Stadtplanung
14:00 Uhr, Aula, Bau 1,
HFT Stuttgart 18.12.2014 »Die Wachstumsparty ist vorbei!
Wie kann Wirtschaft ohne Wachstum
funktionieren?«
Vortrag im Rahmen des Ethikums
17:30 Uhr, Aula, Bau 1, HFT Stuttgart
Haben sich nach dem Lauf wieder erholt: das HFT-Laufteam. Foto: Petra Dabelstein
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Verschiedenes
Neues Beiratsmitglied bei Runder Tisch GIS e.V.
Quelle: Fakultät C
Auf der jüngsten Mitgliederversammlung
des Runden Tisch GIS e.V. im Mai wurde
Prof. Dr.-Ing. Volker Coors als Beiratsmitglied gewählt. Der Runde Tisch GIS e.V. ist
eines der größten, ehrenamtlich organisier-
ten Netzwerke zum Thema Geoinformation
in Deutschland. Das Dreieck aus Behörden,
Unternehmen und Wissenschaft, in dem sich
die Geoinformationswirtschaft gewöhnlich
bewegt, wird beim Runden Tisch GIS e.V.
zum Kreis, in dem alle Beteiligten gleichbe-
rechtigt ihr Know-how einbringen und ihre
Interessen austauschen können. Der Runde
Tisch GIS e.V. fördert so den Dialog und die
Kooperation, wann immer es um den Umgang
mit raumbezogenen Daten und Diensten
und den dafür notwendigen speziellen Soft-
warelösungen geht. Die über 200 Mitglieder
des Runden Tisches GIS e.V. kommen aus
Deutschland – hier vor allem aus Bayern und
Baden-Württemberg –, Österreich und der
Schweiz.
Eberhard Gülch erneut im Vorstand der DGPF
Quelle: Fakultät C
Auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Photogrammetrie,
Fernerkundung und Geoinformation e.V.
(DGPF) am 26.März 2014 an der HCU in Hamburg wurde Prof. Dr.-Ing. Eberhard Gülch als
Sekretär in den fünfköpfigen Vorstand der
Gesellschaft wiedergewählt. Die Gesellschaft
besteht seit 1909. Sie dient der Förderung,
Pflege und dem Erfahrungsaustausch in Forschung, Entwicklung und Anwendung von
Photogrammetrie, Fernerkundung und Geoinformatik in den verschiedenen Zweigen der
Wissenschaft, Gesellschaft und Technik. Das
Kuratorium der Stiftung Photogrammetrie,
Fernerkundung und Geoinformation (PFGeo)
hat Gülch am 27. März 2014 in Hamburg in
den dreiköpfigen Stiftungsvorstand bestellt.
Die selbständige Stiftung privaten Rechts
fördert die DGPF insbesondere durch Unterstützung eines Nachwuchsförderpreises.
Eberhard Gülch ist seit 2003 Professor
für Photogrammetrie und Geoinformatik
an der HFT Stuttgart und Leiter des Labors
»Interpretation und Messung von bildgebenden Sensoren« (LIMES). Er ist zudem
Associate Editor der Zeitschrift der Internationalen Gesellschaft für Photogrammetrie
und Fernerkundung (ISPRS), Mitglied im Editorial Board weiterer internationaler Fachzeitschriften und seit 2011 Co-Chair des AK
Bildanalyse und Bildverstehen der DGPF.
Skiwettkämpfe 2014
von Ulrich Walter
Der 63. Bauschullauf fand dieses Jahr am 21. und 22. Februar
bei guten Bedingungen in Jungholz/Tirol statt. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Hochschulen Esslingen und
Stuttgart nahmen an den Wettkämpfen in den Disziplinen
Langlauf, Riesentorlauf und Snowboard teil. Die Mannschaft
der HFT Stuttgart schlug sich sehr gut und erreichte hervorragende Einzelplatzierungen. Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.bauschullauf.de abrufbar.
Der nächste Bauschullauf findet vom 6. bis 8. März
2015 statt. Informationen für Interessierte gibt es ab sofort
bei Ulrich Walter (Bau 2, Raum 110). Studierende erhalten einen Unkostenzuschuss. Anmeldeschluss wird Anfang
Februar 2015 sein. Und um alle Interessierten richtig auf den
Geschmack zu bringen, hier noch ein Kommentar von Erwin
R. Kurz, Pressesprecher des Rotenberger Vertreter-Convents
(RVC): »Die Studierenden der baden-württembergischen
Hochschulen streben in diesen Tagen in die wohlverdienten Semesterferien. Gleichzeitig laufen im Hintergrund
die Vorbereitungen auf das, was Insider als ‚Bauschullauf‘
bezeichnen: die baden-württembergischen Ski-Hochschulmeisterschaften. Denn: Der nächste Winter kommt bestimmt,
auch wenn heute keiner weiß, wie viel Schnee es geben wird.
Doch auf die Jungs des Skiklubs Jungholz ist Verlass. Sie zaubern immer wettkampffähige Skipisten und Loipen. Für die
alpinen Wettbewerbe wie Riesentorlauf und Snowboard
kommen zur Not Schneekanonen zum Einsatz. Wie in den
Jahren zuvor war auch 2014 großer sportlicher Einsatz nach
dem olympischen Grundsatz ‚Dabei sein, ist alles‘, zu spüren
gewesen. Der RVC lädt alle Mitglieder der baden-württembergischen Hochschulen hiermit zum Bauschullauf 2015 ein.
Wir möchten mit dieser Veranstaltung den sportlichen und
gesellschaftlichen Dialog fördern. Sie sind sowohl als aktiver
Teilnehmer wie auch als Fan herzlich willkommen.«
Am Start des Riesentorlaufs. Foto: Bernd Seichter
Buchtipp
Strategisches GIS-Management – 3. Auflage erschienen
von Prof. Dr. Franz-Josef Behr
Die Einführung und das Management von
Geoinformationssystemen stellen an jede
Organisation hohe Anforderungen in Bezug
auf Qualifikation, Organisation und Finanzierung, die ein strategisches Vorgehen notwendig machen. Das im Wichmann Verlag in
der dritten, vollständig überarbeiteten Auflage erschienene Buch »Strategisches GISManagement« vermittelt erfolgsrelevante
Aspekte für den gesamten Prozess, von der
Planung bis zur Systemimplementierung. Das
Buch orientiert sich am aktuellen Stand der
Technik. Das Lehrbuch richtet sich an Geoin-
formatiker, Kartographen, Geographen, Vermessungsingenieure und Informatiker, die
innerhalb ihrer Organisation mit der Aufgabe
der Systemeinführung oder des Systemmanagements beauftragt sind. Für Berater ist es
ein Leitfaden, um kompetent GIS-Projekte zu
begleiten.
Prof. Dr. Franz-Josef Behr:
»Strategisches GIS-Management«
ISBN: 978-3-87907-534-8;
HFT-Bibliothek Buchsignatur: VT446
Das MaterialSTUDIO der HFT Stuttgart
von Prof. Lutz Dickmann und Prof. Benno Bauer
Das MaterialSTUDIO ist eine innovative und interdisziplinäre Plattform an der Fakultät Architektur und Gestaltung
der HFT Stuttgart. Das MaterialSTUDIO vermittelt Prinzipien
um Werkstoffe entsprechend einer architektonischen Konzeption im Entwurfs- und Planungsprozess zu verwenden.
Hierfür wird werkstoffspezifisches Fachwissen vermittelt,
mit dem Ziel Material und dessen Fügung gewinnbringend
für den Entwurf nutzbar zu machen. Sorgfältig ausgewählte
Materialmuster und Anschauungsmodelle, eine OnlineDatenbank, sowie Workshops und Veranstaltungen zum
Thema Material, ergänzen die werkstoffübergreifende Lehre
von Baukonstruktion und Tragwerksplanung. Das MaterialSTUDIO betont einen ganzheitlichen Ansatz und schärft das
Profil der Ausbildung an der HFT Stuttgart und unterstreicht
deren architektonische Haltung.
Das MaterialSTUDIO, wie es einmal aussehen könnte – Entwurfsvarianten (Visualisierung: Jan Henrik Schwarzer)
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Berufungen I Persönliches
Berufungen
Prof. Dr. rer. nat. Norbert Geuder, Fakultät für Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft | Fachgebiet Energieoptimiertes Planen und Bauen
Nach dem Studium der Physik an der Universität Würzburg
war Norbert Geuder am Bayerischen Zentrum für Angewandte
Energietechnik tätig. Dort untersuchte er ab 1995 das thermische Verhalten von Gebäuden im Zusammenhang mit ihrer
lichttechnischen Auslegung und der Fassadengestaltung. Im
Rahmen der Promotion optimierte er thermische und lichttechnische Eigenschaften dreier Fassadenelemente. 2002
wechselte er zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
(DLR) an die Forschungseinrichtung »Plataforma Solar« nach
Spanien. Dort bewertete er verschiedene Solartechnologien
energetisch und ökonomisch und erstellte Potentialstudien und
kontinentübergreifende Szenarien zur Solarenergienutzung.
Nach Aufbau des Bereiches »Meteorologische Systeme« führt
er seit 2009 in der Firma CSP Services, einer DLR-Ausgründung, Solarertragsstudien und Standortanalysen für solarthermische Großkraftwerke durch, betreut Lehrgänge und berät
Industriekunden. Dr. Norbert Geuder wurde zum WS 2014/15
an die HFT Stuttgart berufen.
Menschen an der
HFT Stuttgart
Geburtstage
Professorinnen und Professoren im Ruhestand
15.10. 65 Prof. Dr. Angelika Kreitmeier
26.11. 70 Prof. Dr. Wolf-Ulrich Böttinger
26.12. 75 Prof. Christian Kupke
07.01. 70 Prof. Dr.-Ing. Albert Lücken
30.01. 75 Prof. Karin Förster
08.03. 70 Prof. Dr. Günther Herz
11.03. 75 Prof. Werner Stoll
12.03. 85 Prof. Dr.-Ing. Werner Gerold
Prof. Dr. rer. nat. Marcel Gurris, Fakultät Vermessung,
Informatik und Mathematik | Fachgebiet Mathematik
Marcel Gurris studierte von 2002 bis 2006 Mathematik mit der
Vertiefungsrichtung Numerik an der Technischen Universität
Dortmund. Von 2007 bis 2010 arbeitete er dort am Institut für
Angewandte Mathematik als wissenschaftlicher Angestellter
an der Entwicklung numerischer Methoden und Software zur
Strömungssimulation. Bei Prof. Dr. Dmitri Kuzmin promovierte
er 2010 über implizite Finite Elemente Verfahren für kompressible Gas- und partikelbeladene Gasströmungen. 2011 wechselte er zur CLAAS Selbstfahrende Erntemaschinen GmbH, wo
er als Berechnungsingenieur und Projektleiter für Methodenentwicklung die Strömungs- und Partikelsimulation einführte
und in den Validierungsprozess von Traktoren, Mähdreschern
und Feldhäckslern integrierte. Zum WS 2014/15 wurde Marcel
Gurris an die HFT Stuttgart berufen.
Prof. Dr.-Ing. Joachim Hirschner, Fakultät Bauingenieurwesen, Bauphysik und Wirtschaft | Fachgebiete Gebäudebetrieb
und Facility Management
Joachim Hirschner war nach seinem Studium des Bauingenieurwesens an der Universität Stuttgart in einem großen mittelständischen Bauunternehmen tätig, bevor er als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an das Institut für Baubetriebslehre der Universität
Stuttgart wechselte. Dort war er für den Aufbau des neuen
Studiengangs Immobilientechnik und Immobilienwirtschaft als
Studiengangmanager tätig und widmete sich mit seiner Promotion dem Thema »Technisches Controlling bei der Projektentwicklung«. Danach folgte im Jahr 2007 die Gründung der IWTI
GmbH, in der er bis heute als Geschäftsführender Gesellschafter tätig ist – schwerpunktmäßig mit dem Thema »Nachhaltiges
Bauen«, wodurch er auch über die Zulassungen als DGNB-Auditor und LEED AP verfügt. Mit verschiedenen Lehraufträgen
und der Durchführung von unterschiedlichen Forschungsprojekten blieb er der Lehre und Forschung stets weiter verbunden. Darüber hinaus ist er seit 2002 Vorsitzender Vorstand der
Stiftung Immobilie in Stuttgart. Zum WS 2014/15 wurde Joachim
Hirschner an die HFT Stuttgart berufen.
Neuer Personalrat gewählt
von Petra Dabelstein
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der HFT Stuttgart haben einen neuen
Personalrat gewählt. Die neu gewählten Mitglieder freuen sich über das entgegengebrachte Vertrauen.
Grundlage für die Tätigkeit des Personalrats ist das Landespersonalvertretungsgesetz Baden-Württemberg. Bei
vielen Entscheidungen der Dienststelle
die eine einzelne Person, eine größere
Gruppe oder alle Beschäftigten betreffen, bestimmt der Personalrat mit bzw.
muss angehört werden.
Der neue Personalrat besteht aus
sieben Mitgliedern, deren Amtszeit fünf
Jahre beträgt. Personalratsvorsitzender ist Lutz Ecker (Verwaltung/Refe-
rat Finanzen), erste Stellvertreterin
ist Nicole Wanner (Fakultät A/Akademische Mitarbeiterin), zweite Stellvertreterin ist Bettina Laser (Rektorat/
Studierendenförderung). Weitere Mitglieder sind Christian Mohl, Karin
Sauermann, Kerstin Kornmann und
Ralf Möser.
Honorarprofessorinnen/-professoren
31.10. 65 Claudio Cavadini
13.11. 80 Dr.-Ing. Ulrich Völter
Ehrensenatorinnen/-senatoren
27.11. 70 Prof. Dr. hab. inz. Piotr Wach
Kurzinfos
Bauphysikertreffen
In diesem Jahr findet das Bauphysikertreffen nicht (wie
die vergangenen Jahre) am letzten Freitag im November statt, sondern am ersten Freitag im Dezember. Bitte
merken Sie sich den 5. Dezember 2014 für das Bauphysikertreffen 2014 vor.
Wir korrigieren …
Leider waren in der Zeitung Nummer 41 zwei Autorenangaben nicht korrekt: Der Artikel »Architektur im
künstlerischen Blick« wurde von John Patrick Mikisch
und der Artikel »Nudeln-mit-Ketchup-Tage sind passé«
von Katrin Hartmann verfasst.
Mitglieder des neuen Personalrats sind: Bettina Laser, Ralf Möser, Christian Mohl, Nicole Wanner, Kerstin Kornmann,
Karin Sauermann und Lutz Ecker (v.l.n.r.). Foto: HFT Stuttgart
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Reiseberichte
Einmal Riga, einmal Bergen … – ERASMUS
macht’s möglich!
von Petra Dabelstein und Barbara Kreis
Zwei Kolleginnen aus dem Rektorat haben
eine Staff Mobility Week in Riga, Lettland und
in Bergen, Norwegen an den dortigen Universitäten verbracht. Was ist eine Staff Mobility
Week? Darunter versteht man eine Fort- und
Weiterbildungsmaßnahme für Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aus der Lehre
und der Verwaltung an europäischen Hochschulen, finanziert durch ERASMUS -Gelder.
University of Bergen (UiB), Norwegen
Die UiB ist mit 14.000 Studierenden, sechs
Fakultäten und 60 Abteilungen, Zentren und
Instituten die zweitgrößte Universität in Norwegen. Bereits zum fünften Mal organisierte
die Universität eine Staff Mobility Week
(SMW). 52 Kolleginnen und Kollegen aus 17
europäischen Ländern trafen sich für eine
Woche zu einem fachlichen und kulturellen
Austausch. Über 250 Bewerbungen gingen
insgesamt an der Universität für diese SMW
ein, die sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Bereichen Communication,
Library, IT und Student Affairs wandte. Entsprechend teilten sich die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer tagsüber auf die einzelnen
Fachbereiche auf. Diese Arbeit und der Austausch in den jeweiligen Departments waren
sehr intensiv und man bekam einen guten
Einblick in die Arbeit an anderen Hochschulen. Diskussionen, Workshops und Präsentationen der einzelnen Hochschulen und der
Gastgeberhochschule wechselten sich ab.
Abends wurden eine Wanderung, ein Stadtrundgang, eine Museumsbesichtigung und
eine Fahrt zu einem Aussichtsberg angeboten. Ein Tag war für eine ganztätige Fahrt
zum Hardanger Fjord reserviert. Wunderschön!
Technical University Riga, Lettland
Die Technical University Riga in der lettischen
Hauptstadt ist mit 14.000 Studierenden und
neun Fakultäten die größte technische Hochschule im Baltikum. Zum dritten Mal organisierte die RTU eine International Staff Week;
das Programm richtete sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen
der Hochschulen. Alle Teilnehmerinnen und
Teilnehmer hatten die Möglichkeit, entweder im neu gebauten Studentenwohnheim
zu wohnen und so einen Eindruck der Wohnheime zu bekommen oder aber in einem
Hotel unterzukommen. 40 Kolleginnen und
Kollegen aus zehn Ländern nahmen an dem
fünftägigen Programm teil, das mit einer Vorstellung der Hochschulen, der Teilnehmer
und der Technical University Riga begann.
Es folgten eine Stadtführung, gemeinsame
Essen, Besichtigungen der Fakultäten und
Einrichtungen der RTU und Ausflüge in die
Umgebung Rigas.
Neben dem fachlichen Input und dem
Kennenlernen der beiden Universitätsstädte Bergen und Riga und deren Umge-
bung waren sicherlich die interessanten
Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus
ganz Europa das Schönste an diesen Staff
Mobility Weeks. Alle Veranstaltungen fanden auf Englisch statt, so konnten wir unsere
Englischkenntnisse auffrischen. Wir können
die Teilnahme an einer SMW jeder Kollegin
und jedem Kollegen nur ans Herz legen. Es
war eine tolle Erfahrung!
Bei Fragen zu Programmen wie diesen
sowie der ERASMUS-Personalmobilität allgemein wenden Sie sich bitte an Barbara
Kreis.
Machen auch Sie sich auf den Weg! – Von einer Staff Mobility Week kommt man mit vielen
neuen Erfahrungen und Eindrücken wieder nach Hause zurück. Foto: Petra Dabelstein
Bodensee-Exkursion für ausländische
Studierende
von Dr. Michael Geiger
Die Willkommenskultur für unsere ausländischen Studierenden an der HFT Stuttgart
zu pflegen bedeutet auch, ihnen die landschaftlichen Schönheiten und kulturgeschichtlichen Höhepunkte Süddeutschlands
vorzustellen. Zu diesem Zweck organisiert
das Akademische Auslandsamt mit Mitteln
des DAAD einmal pro Monat an einem Samstag eine landeskundliche Exkursion.
Im Sommersemester 2014 fanden die
ersten Ausflüge nach Nürnberg und Ravensburg statt. Am 14. Juni ging es mit 67 Studierenden der Partneruniversitäten und
internationalen Master-Studiengänge bei
sommerlichem Wetter mit dem Zug an den
Bodensee. Junge Leute aus Indien, China,
Südostasien, Afrika, Nordamerika, Lateinamerika, der Europäischen Union und auch
einige einheimische Studierende unterhielten sich bestens schon im Zug. In ausgelassener Stimmung erreichte die Gruppe
Friedrichshafen und nahm dann das Schiff
nach Meersburg. Zwei Stadtführer erklärten auf Deutsch und Englisch die Geschichte
der mittelalterlichen Stadt und leiteten die
Gruppe dann von der Unterstadt zur Terrasse
des Neuen Schlosses. Am Nachmittag gab
es Gelegenheit, im Bodensee zu schwimmen
oder einfach am Ufer die Seele baumeln zu
lassen. Am späten Nachmittag setzten wir
mit dem Schiff nach Konstanz über. Dann
erfolgte auch schon bald die Rückfahrt mit
dem Zug nach Stuttgart.
67 Studierende der HFT-Partneruniversitäten und internationalen Master-Studiengänge fuhren an den Bodensee und hatten
dabei sichtlich viel Spaß. Foto: Michael Geiger.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Stipendien und mehr
Stipendienvergabe: großer Gewinn, auch für
Unternehmen
von Bettina Laser
Seit 2011 vergibt die HFT Stuttgart Stipendien an ihre Studierenden. Einige Unternehmen sind von Beginn an dabei. So
auch die Stuttgarter »Wüstenrot & Württembergische AG«
(W&W) und die in Zürich ansässige »AMSTEIN + WALTHERT
AG«. Melanie Heckel, Fachleiterin Konzernpersonal Grundsatz bei der Wüstenrot & Württembergische AG und Marcus
Knapp, Bereichsleiter Bauphysik, Partner und Mitglied der
Geschäftsleitung bei der AMSTEIN + WALHTERT AG, sind für
die Stipendienvergabe und die Betreuung der Stipendiaten
zuständig. Beide haben uns einige Fragen beantwortet.
Sie fördern seit mehreren Jahren Stipendien an der
HFT Stuttgart. Warum?
Melanie Heckel:
So kommen wir frühzeitig in Kontakt mit besonders engagierten und qualifizierten Studierenden, die bereits während
des Studiums bei uns erste Praxiserfahrungen sammeln oder
nach dem Studium beruflich direkt bei uns einsteigen können.
Außerdem erleichtern wir es den Studierenden, ihre Ausbildung zu finanzieren und ermöglichen es ihnen damit, sich
besser auf das Studium konzentrieren zu können – eine WinWin-Situation also.
Marcus Knapp:
Wenn junge Menschen sich mehr auf das Studium konzentrieren können und weniger von möglichen finanziellen Sor-
gen abgelenkt sind, ist das für die Gesellschaft ein großer
Vorteil. Zudem möchten wir so auch neue Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter gewinnen.
Wieso fördern Sie gerade an der HFT Stuttgart
Stipendien?
Melanie Heckel:
Uns gefällt am HFT-Stipendium besonders, dass nicht nur
begabte und leistungsstarke Studierende gefördert werden, sondern auch der persönliche Hintergrund bei der Vergabe berücksichtigt wird – beispielsweise ein ausgeprägtes
gesellschaftliches Engagement oder persönliche erschwerte
Bedingungen. Hier übernehmen wir als Unternehmen
gesellschaftliche Verantwortung. Außerdem ist die HFT
Stuttgart seit mehreren Jahren einer unserer Hochschulkooperationspartner, da das Studienangebot, insbesondere in
den Bereichen Mathematik und (Wirtschafts-) Informatik, gut
zu uns passt.
Marcus Knapp:
Das Bauphysikstudium, das in Stuttgart angeboten wird, ist
meinem Erachten nach einmalig in Europa. Zudem besteht
in diesem Fachgebiet in Deutschland, Österreich und in der
Schweiz ein Mangel an qualifizierten Personen.
Welche Möglichkeiten haben Stipendiaten
interessierte Studierende in Ihrem Unternehmen?
Melanie Heckel:
Wir bieten Studierenden bereits während des Studiums interessante Einblicke in die Praxis mit attraktiven Praktika,
Studien- und Abschlussarbeiten und der Möglichkeit eines
direkten Berufseinstiegs an. Je nach Qualifikation besteht
auch die Möglichkeit, über ein Traineeprogramm einzusteigen. Für unsere Stipendiaten haben wir ein spezielles Stipendiatenprogramm mit verschiedenen Bausteinen eingerichtet.
Marcus Knapp:
Alles, was ihnen vorschwebt. Wir sind ein sehr breit aufgestelltes Unternehmen, welches bereits intern die Möglichkeit bietet, sich umfänglich zu vernetzen. Wir sind durch
die Unternehmensgröße von rund 700 Mitarbeitern in der
Schweiz und rund 300 Mitarbeitern in Zürich vorwiegend
mit Großprojekten betraut. Durch die unterschiedlichen
Dienst-leistungen, die wir in den Projekten umsetzen, steht
einer jungen Mitarbeiterin bzw. einem jungen Mitarbeiter ein
breites Spektrum von Tätigkeitsfeldern zur Verfügung. Wenn
eine Stipendiatin bzw. ein Stipendiat ein Praktikum absolvieren oder an internen Weiterbildungskursen teilnehmen
möchte, wird dieser Platz zuerst an diese Person vergeben.
In der Vergangenheit hatten wir bereits zwei Studierende für
ein Praktikum bei uns in Zürich.
und
Die Komfortzone hinter sich lassen
Erster Job-Talk für Stipendiaten
von Philippe Schua und Katrin Hartmann
»Per aspera ad astra – Über raue Pfade
gelangt man zu den Sternen«. Mit diesen
Worten empfingen Elisa Ciociola und Prof.
Jürgen Volm etwa 15 Studierende beim
ersten Job Talk des Stipendiatenprogramms
in der Geschichte der HFT Stuttgart.
Elisa Ciociola ist Personalreferentin der
Volksbank Ludwigsburg eG. Prof. Jürgen
Volm hat die Geschäftsführung der Drees &
Sommer Schweiz GmbH inne und ist einer
der ersten Professoren an der HFT Stuttgart, der sein Studium im eigenen Stall absolviert hat. Beide gaben sehr ehrliche Einblicke
in ihre eigenen beruflichen Entwicklungen
und waren sich einig, dass sich Auslandsaufenthalte und Weiterbildungen positiv auf
die Stärkung der Persönlichkeit auswirken.
Jeder sollte den eigenen Horizont durch
Erfahrungen und Fortbildungen erweitern,
auch wenn der Weg, der letztendlich zum
Ziel führt, nicht immer nur steil bergauf geht.
Die Komfortzone verlassen, neue Herausforderungen annehmen und ständig an sich
arbeiten – das sind wichtige Stichworte, die
man immer im Kopf behalten sollte.
Ein weiterer Tipp, den Volm eindringlich
formulierte, lautet: Kein Geld der Welt kann
eine Stelle rechtfertigen, auf der man sich
nicht wohl fühlt. Wichtig ist, in sich hineinzuhören und zu prüfen, ob man mit seiner Persönlichkeit in der Firma und im Beruf gut
aufgehoben ist und ob man Freude bei dem
empfindet, was man tut.
Die anschließend eingeleitete Fragerunde
begann zunächst zögerlich, doch nach kurzer
Zeit wurden die Referenten mit interessierten Nachfragen und Erkundigungen von Seiten der Stipendiaten beinahe überschüttet.
Die offene, beinahe freundschaftliche Atmosphäre gab schließlich den Ausschlag dafür,
dass der geplante Zeitrahmen unbemerkt
überschritten wurde.
Die Veranstaltung wurde von den teilnehmenden Stipendiatinnen und Stipendiaten
als voller Erfolg gewertet, denn die beiden
Referenten begeisterten die Studierenden
mit ihren eindrucksvollen Karrierewegen
sowie den als sehr wertvoll beurteilten Tipps
zum Einstieg ins Berufsleben. Fakt ist, dass
der erste Job-Talk an der HFT Stuttgart nicht
der letzte sein wird!
Das Stipendiatenprogramm ging im Sommersemester 2014 in seine erste Pilotphase.
Der Gedanke, der dem Programm zugrunde
liegt, ist der Aufbau von Netzwerken. Innerhalb der Hochschule haben Stipendiatinnen
und Stipendiaten die Möglichkeit, sich durch
die Teilnahme an Projekten untereinander
und auch mit ihrer Hochschule zu vernetzen.
Nach außen und in die berufliche Zukunft
blickend, können die Studierenden durch
Veranstaltungen wie den Job-Talk außerdem
frühzeitig Kontakte in die Wirtschaft hinein
knüpfen.
Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund
ums Stipendium ist Bettina Laser von der
Stabsstelle »Studierendenförderung«.
Der erste Job-Talk an der HFT Stuttgart wird nicht der letzte bleiben. Foto: Katrin Hartmann
Spannende Präsentationen
von Prof. Dr. Falk Huppenbauer
und Christine Wolff
Im WS 2011/12 startete der Bachelor-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen Bau
und Immobilien (WBI) an der HFT Stuttgart
mit 40 Studierenden. Zum Ende des WS
2013/14 kamen die ersten Studierenden aus
ihrem Betreuten Praktischen Studienprojekt
(BPS) zurück an die Hochschule. Im Rahmen des BPS sollen die Studierenden erste
berufliche Erfahrungen in Unternehmen,
Organisationen oder Behörden der Bauund Immobilienbranche im In- und Ausland
sammeln. Über die gemachten Erfahrungen
berichteten die Studierenden im Rahmen
eines Kolloquiums im 6. Semester. Zu den
Präsentationen hatte der Studiengang WBI
auch die Studierenden des 4. Semesters
eingeladen, für die aktuell die Suche nach
einem passenden Praktikumsplatz ansteht.
Dabei stand der Erfahrungsaustausch an
erster Stelle. Die spannenden Berichte und
Einblicke zeigten in vielfältiger Hinsicht
die Schwierigkeiten in der Praxis auf. Auch
wurden Unterschiede zwischen mittelständischen Unternehmen und den großen Bau-
konzerne aus den Berichten deutlich. Beim
anschließenden geselligen Austausch konnten weitere Fragen gestellt und Tipps bei den
Studierenden des höheren Semesters eingeholt werden. »Das hätten wir uns im vierten
Semester auch gewünscht, solche Tipps zu
bekommen.« »Insgesamt war das BPS eine
wertvolle Erfahrung«, so lassen sich die Meinungen der Studierenden des 6. Semesters
zusammenfassen. Auch die Professorinnen
und Professoren waren von den Berichten
sehr angetan und sehen das BPS als wichtiges Element der Praxiserfahrung.
Studiengang WBI: Erfahrungsberichte
aus dem Praxissemester sind auch für untere
Semester interessant. Foto: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
28
Studentische Projekte
StadtRaumLeben
Blog für urbane und freiraumbezogene Prozesse rund um den Lebensraum Stadt
von Julia Seiler und Olivia Schwedhelm
StadtRaumLeben ist ein Blog, auf dem Themen rund um Stadt, Stadtleben, Menschen
und die vielfältige Nutzung des öffentlichen
Raums gesammelt, thematisiert und fokussiert werden. Dabei geht es nicht nur um bauliche Gegebenheiten, sondern vor allem um
die Kulisse der gebauten Stadt als Lebensraum für die Menschen – also um Lebensorte
in der Stadt. Seit diesem März gibt es diesen
Blog. Wir, die Autorinnen Julia Seiler und Oli-
via Schwedhelm, studieren im dritten Semester im Master-Studiengang Stadtplanung
und hatten seit längerem die Idee, einen Blog
über den Lebensraum Stadt, das Stadtleben,
die Menschen in der Stadt und die vielfältige
Nutzung des öffentlichen Raums zu schreiben. Weil wir in Stuttgart und Ingolstadt
leben, studieren und arbeiten, konzentrieren
sich räumlich gebundene Themen auf diese
beiden Städte. Wir berichten aber natürlich auch über spannende Themen aus der
ganzen Welt. Der Blog stellt eine Plattform
sowohl für Fachleute und Planer als auch
insbesondere für alle Interessierten dar, die
sich mit der Stadt als ihrem Lebensraum auseinandersetzen. Im Fokus stehen Themen
und Aspekte, die zur Lebensqualität in der
Stadt beitragen: Stadt ist Vielfalt! Was trägt
zur Vielfalt bei? Wie nutzen die Menschen
den Lebensraum Stadt? Wo hält man sich
auf? Was gibt es für (bauliche) Veränderungen in der Stadt? Zeitgeist? Lifestyle?
Subkulturen?
Die Idee wurde im Studiengang sehr
positiv aufgenommen und kurzerhand in ein
eigenes Studienprojekt umgewandelt, das
uns als Wahlfach angerechnet wird. Aber
auch wenn das Semester vorbei ist, soll das
Bloggen auf StadtRaumLeben weitergehen.
Wir freuen uns, euch als Leser auf dem Blog
unter »StadtRaumLeben.de«, in Facebook,
bei Twitter und auf Pinterest begrüßen zu
dürfen.
Perang – Wir ziehen in die Schlacht!
von Wolfgang Hüttig
Wieder hat sich ein mutiges Entwicklerteam
im Rahmen des Software-Projekts 2 bei Prof.
Dr. Gerhard Wanner daran gemacht, ein
iPad-Spiel zu entwickeln. Das Team, bestehend aus dreizehn Studierenden, durchlebte
alle Phasen eines Projektes, von der ersten
Idee bis zur Fertigstellung und lernte dabei,
dass die Entwicklung eines Spiels nicht nur
Spaß, sondern vor allem viel Arbeit bedeutet.
Perang lässt sich am einfachsten als
eine Multiplayervariante von »Angry Birds«“
beschreiben. Hier schießt man jedoch mit
Kanonen – nicht auf Spatzen, sondern auf
Prinzessinnen. Ziel des Spiels ist es, die Prinzessin des Gegners zu besiegen, ohne die
eigene zu verlieren. Die Herausforderung:
Die Prinzessinnen beider Spieler befinden
sich jeweils in einem schützenden Haus, das
es zu zerstören gilt. Dabei sollte die Sicherheit der eigenen Prinzessin jedoch nicht
vernachlässigt werden. So besteht die Möglichkeit, anstatt eines Schusses die eigene
Verteidigung wieder aufzubauen oder zu
festigen. Hier gilt es, die richtige Mischung
zu finden, denn nach spätestens zehn Runden ist das Spiel vorbei. Gewonnen hat der
Spieler, der zuerst die gegnerische Prinzessin
besiegt oder dessen eigene Prinzessin nach
Ablauf der zehn Runden am wenigstens in
Mitleidenschaft gezogen wurde.
Damit die zukünftigen Spieler ihren Spaß
mit Perang haben können, lag eine Menge
Arbeit vor uns. Ideen wurden gesucht, gefunden, verworfen und verändert, bis schließlich das Konzept entstand, auf dem das Spiel
heute basiert. Das Spiel sollte in mehreren
Sprints à zwei bis drei Wochen entwickelt
werden. Oberstes Ziel war es, möglichst
schnell eine rudimentäre, aber lauffähige
Version des Spiels präsentieren zu können.
Nach dem ersten Sprint folgte die Ernüchterung: Probleme in der Kommunikation, mangelnde Erfahrung mit den Werkzeugen und
»chaotisches« Integrieren führten dazu, dass
nach dem ersten Sprint eine zwar lauffähige,
aber hochgradig mit Fehlern behaftete Software vor den Studierenden lag. Auch die für
den zweiten Sprint geplante Multiplayerfähigkeit des Spiels stand unter keinem guten
Stern. Die Verwaltung des Multiplayercontents sollte über das Apple-eigene Gamecenter erfolgen. Für den Testzugang konnte
jedoch nicht der hochschuleigene DeveloperAccount benutzt werden; ein eigener musste
her. Dies verzögerte die Anbindung an das
Gamecenter und somit das Testen der Multiplayerfähigkeit des Spiels. Und zuletzt muss-
ten wegen der Anbindung an das Gamecenter
zum Ende des Projektes noch große Teile des
Codes restrukturiert werden.
Aber gerade auch aufgrund der zahlreichen Schwierigkeiten war es ein sehr lehrreiches Softwareprojekt. Wir haben gelernt,
dass ein Projektplan oft mehr eine Richtlinie
als eine Vorgabe ist und sich mit dem Projekt weiterentwickelt. »Continuous Integration« war für viele bisher nur ein Begriff aus
einem Software Engineering-Buch. Doch
nach der ersten »chaotischen« Integration
haben wir schnell die Vorzüge kurzer Integrationszyklen schätzen gelernt. Und mit
Objective-C sprechen wir eine weitere Sprache in der Welt der Informatik. Nach einer
Schlacht mit den Apple-Developer- und Veröffentlichungsrichtlinien könnt ihr »Perang«
nun bald im App-Store finden. Mehr Informationen zum Spiel findet ihr jetzt schon unter:
http://perang.bplaced.de/
Das Entwicklerteam: Jan Gertgens, Marc Schaber, Artjom Besuschkow, Felix van Gunsteren,
Gabriel Friedel, Jan Höppner, Julian Hangstörfer, Katharina Mueller, Matthias Abt, Thimo Klüser,
Tobias Fleischer, Wolfgang Hüttig, Benjamin Ziegler. Foto: privat
Lean oder nicht lean? Lasst uns picken!
von Sousana Koschorreck und Johann Holzmann
Dienstag, 17. Juni 2014 – ein Tag, an dem wir die Gelegenheit
hatten, unsere kleine Logistik-Welt zu erweitern. Von unserer
gut gelaunten Professorin Dr. Andrea Lochmahr und der nicht
minder gut gelaunten Entwicklerin des Spiels und Geschäftsführerin von trilogIQa, Dr.-Ing. Julia Boppert, wurden wir in
Empfang genommen. Wir kamen, um zu spielen. Vorgesehen war ein Planspiel … logischerweise ein logistisches. Um
im Vorfeld die wichtigsten theoretischen Fragen zu klären,
erläuterte uns Julia Boppert die für uns wichtigsten Begrifflichkeiten wie Takt, Durchlauf- und Zykluszeit anhand von
Beispielen. Das hatten wir wohl verstanden und sahen uns
durchaus in der Lage, die Theorie in der Praxis anzuwenden.
Gespielt wurde in zwei Teams in vier Runden á acht Minuten. Nur vier? Das klang nach ziemlich wenig. Wie sollten wir
damit den ganzen Tag verbringen?
Erste Runde
Für die erste Runde wurden die Gruppen eingeteilt und Aufgaben zugeordnet. Vorgesehen waren ein Kommissionierer,
zwei Verpacker, ein Staplerfahrer, ein Kunde mehrere Zeitnehmer und Prozessbeobachter. Alle zwei Minuten wurde
ein Auftrag, bestehend aus mehreren Einzelaufträgen, durch
den Kunden in das System eingesteuert. Der Kommissionierer pickte jeden Einzelauftrag in Kleinladungsträger (KLT)
und der Staplerfahrer verbrachte diese dann zur Packstation.
Je nach Menge im KLT wurde von den zwei Verpackern der
Inhalt in kleine bzw. große Kartons umgeladen, verpackt und
zur Abholung vorbereitet. Daraufhin holte der Staplerfahrer
die fertig verpackte Ware ab und lieferte sie an den Kunden
aus. Leere KLTs wurden zur Kommissionierung zurückgebracht. Die Prozesse des Spielverlaufs wurden zeitlich erfasst
und die Prozessbeobachter identifizierten Verschwendungen
sowie Stärken und Schwächen des Systems. Erster Lerneffekt: Stets miteinander absprechen, was gemessen werden
soll! Communication is the key!
Zweite Runde:
Nun konnten erste Prozessoptimierungen am eigenen
Arbeitsplatz durchgeführt werden. Erstaunlicherweise entpuppten sich einzelne vermeintliche Prozessverbesserungen
als Verschlechterungen. Im Ergebnis konnten nicht alle Aufträge in der vorgegebenen Zeit bearbeitet werden. Schlussendlich lief es auf das Prinzip »learning by doing« hinaus.
Dritte Runde:
In der dritten Runde wurden zunächst unsere Prozess-,
Durchlauf- sowie Zykluszeiten graphisch dargestellt. Das
gelang jedoch nur partiell, da nicht einheitlich gemessen
wurde. Nun war etwas Improvisationstalent gefordert. Trotz
weiterer Optimierungen gelang es wieder nicht, alle Aufträge
in der vorgegebenen Zeit an den Kunden auszuliefern. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir uns das noch nicht erklären, auch
wenn wir mit noch so großem Eifer und Spaß bei der Sache
waren.
halte der Arbeitsstationen, die Arbeitsverteilung und Prozessabläufe sowie die Anzahl der Mitarbeiter. Jedes Team
entwickelte eine eigene Strategie. Beide Teams waren deutlich schneller als in den Runden eins bis drei und haben alle
Aufträge in rund der Hälfte der gegebenen Zeit bewältigt.
Wie das? Nun, wie eingangs berichtet, sind in einem Prozess
Durchlauf- und Zykluszeiten und der Takt die wichtigsten
Größen für einen reibungslosen, erfolgreichen Prozess. Wir
hatten uns zu sehr auf SCHNELLIGKEIT konzentriert und
dabei Takt- und Zykluszeiten völlig außer Acht gelassen.
Fazit: Am Ende des Tages waren alle »schlauer« als vorher und aus Theorie wurde Praxis. Auch wenn die Theorie
zunächst vermeintlich klar war und wir die Begriffe verstanden hatten, so wurde es in der Praxis doch schwer bei der
Umsetzung. Es war ein sehr unterhaltsamer und vor allem
lehrreicher Tag für uns »Beschaffung und Logistik«-Schwerpunktler, der viel Spaß gemacht hat.
Letzte Runde:
In Runde vier durfte alles verändert werden, die ArbeitsinHochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Studentische Projekte
»Lange Nacht der Statistik«
Studiengang Wirtschaftspsychologie
von Dorothée Kiesel
Varianzanalysen, Multiple Regressionen,
Faktorenanalysen … – das sind nur ein paar
exemplarische Verfahren, die die Studierenden im Studiengang Wirtschaftspsychologie
während des zweiten Semesters in Statistik
kennenlernen. Diese Verfahren werden in
der Vorlesung und Übung, bei der die Statistiksoftware SPSS genutzt wird, ausführlich
behandelt. Manche der Verfahren kann man
per Taschenrechner bewältigen, aber erst das
Selberrechnen führt bei vielen Studierenden
zum kompletten Verständnis der mathematischen Formeln. Allerdings braucht es etwas
Übung im Umgang mit statistischen Auswertungen. Aufgrund dessen wird seit dem Sommersemester 2013 ein Tutorium angeboten,
das wöchentlich stattfindet. Darüber hinaus
wird jedes Semester eine »Lange Nacht der
Statistik« veranstaltet. Hier haben die Studierenden auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, alle statistischen Verfahren, die sie bis
zu diesem Zeitpunkt kennengelernt haben,
anhand von Übungsaufgaben zu wiederholen. Die Studierenden bearbeiten die Aufgaben in Kleingruppen oder alleine. Dabei
werden sie von Prof. Dr. Katrin Allmendinger und zwei Tutoren betreut. Neben den zu
lösenden Aufgaben gibt es genug Raum, um
individuelle Fragen zu den Verfahren zu stellen sowie sich gegenseitig mit Erklärungen
zu unterstützen. Um eine angenehme
Lernatmosphäre zu schaffen und die Kräfte
zu regenerieren, steht ein Buffet zur Verfügung, zu dem alle etwas beitragen. Die
Abende klingen oft mit spontanen, fachlichen,
aber auch nicht-fachlichen Gesprächen aus.
Finanziell gefördert wird das tutorielle Angebot durch Drittmittel, die Prof. Dr. Katrin
Allmendinger bei der Geschäftsstelle für
Hochschuldidaktik in Karlsruhe im Rahmen
der Ausschreibung »Entwicklung und Erprobung tutorieller Betreuungsmodelle« eingeworben hat.
Visionen für eine Seebühne
Master-Studiengang Konstruktiver Ingenieurbau
von Roman Reith, Felix Hilger, Tim Schloz
und Hermann Strasser
Zu Beginn der Lehrveranstaltung »Konstruktives Entwerfen im Hochbau« wurden uns
Studierenden verschiedene Ziele, Theorien
und Vorgehensweisen zum Entwurf und
der Gestaltung von Hochbauten von Prof.
Rolf Kicherer vorgestellt und die Rahmenbedingungen der Studienarbeit erläutert.
Für die Landesgartenschau in Überlingen
im Jahr 2020 sollte eine Seebühne entworfen
und eine Vorplanung durchgeführt werden.
Am 25. März 2014 wurden gemeinsam mit
Rolf Kicherer und Ida D’Ottavio eine Ortsbegehung in Überlingen unter der Führung von
Roland Leitner, städtischer Geschäftsführer der Landesgartenschau Überlingen 2020
GmbH, durchgeführt. Hier konnten Fragen
zum Gelände, den Präferenzen der Stadtverwaltung und Bestimmungen des Bodensees
gestellt und die Gegebenheiten unmittelbar
besprochen werden.
Im Anschluss ging es weiter zur Seebühne in Bregenz. Gerd Alfons, Technischer
Direktor der Bregenzer Festspiele, zeigte uns
im Rahmen einer Führung die Seebühne und
gewährte uns Einblick in Backstage-Bereiche
sowie in die außergewöhnliche Bühnentechnik der Seebühne, des Festspielhauses und
Kongresszentrums. Er gab uns auch auf die
besonderen Anforderungen eines solchen
Bauwerkes viele wertvolle Tipps und Hinweise.
Als Inspiration für den Entwurf der Seebühne wurden in der darauffolgenden Woche
von den Studierenden verschiedenste Konzert-, Theater- und Seebühnen in einer
kurzen Präsentation vorgestellt. Hierbei lag
der Schwerpunkt auf der Grundidee bzw.
dem Entwurfsgedanken, der den jeweiligen
Bauwerken zugrunde lag. Innerhalb der
folgenden zwei Wochen entwarf jeder der
Studierenden eine Lösung und stellte diese
anhand einfacher Handskizzen und einem
Arbeitsmodell vor. Nun wurden Gruppen
gebildet und – ausgehend von den jeweiligen
Einzelentwürfen – Gruppenkonzepte entwickelt. Eine Herausforderung war hierbei, die
Stärken der Einzelentwürfe zu erkennen und
zu einem stimmigen Gesamtentwurf zusammenzuführen.
Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten
wurden am 13. Mai 2014 im Rahmen der
Zwischenpräsentation an der HFT Stuttgart
vorgestellt und diskutiert. Auch Roland Leitner nahm an der Veranstaltung teil. Nach
einer weiteren Bearbeitungsphase fand
am 3. Juni 2014 dann die hochschulinterne
Abschlusspräsentation statt.
Die abschließende Präsentation aller Entwürfe fand schließlich am 24. Juni 2014 im
Rathaus in Überlingen statt, der auch Oberbürgermeisterin Sabine Becker einen Besuch
abstattete.
Bis am Ende der Entwurf stand, wurden viele Ideen entwickelt, verstanden,
verbessert, verworfen und vermischt. Die
Erfahrung, einen solchen Prozess einmal zu
durchlaufen, ist für uns angehende Ingenieure ungemein wichtig. Die Ergebnisse aus
dieser interessanten und facettenreichen
Aufgabenstellung waren für alle Beteiligten
eine Bereicherung.
Die Studierenden besichtigten die Seebühne in Bregenz, um wichtige Informationen
für so ein Bauwerk zu sammeln. Foto: Ida D‘Ottavio.
Projekt Pedelec in Filderstadt
Studierende des Studienganges Infrastrukturmanagement arbeiteten gemeinsam mit unserer Nachbarstadt Filderstadt an
einer Nutzungsanalyse für Pedelecs in Filderstadt
von Lukas Laszlo
Prof. Dr.-Ing. Lutz Gaspers lud die Studierenden des fünften
Semesters ein, in einem interdisziplinären Projekt die Potenziale für die Nutzung von Pedelecs in Filderstadt näher zu
untersuchen. Jürgen Lenz vom Stadtplanungs- und Hochbauamt der Stadt Filderstadt unterstützte die Studierenden bei
diesem Vorhaben tatkräftig. Ein Pedelec ist eine spezielle
Ausführung eines Fahrrads mit Elektromotor, bei dem der
Fahrer von einem Elektroantrieb nur dann unterstützt wird,
wenn er pedaliert.
Die Stadt Filderstadt engagiert sich seit langem für den
Radverkehr, unter anderem nimmt sie an der Aktion »Radkultur« des Landes Baden-Württemberg teil und fördert das
Radfahren in der Stadt mit ganz konkreten Maßnahmen, wie
zum Beispiel dem Ausbau des Radwegenetzes oder dem Aufbau einer Pedelec-Verleih-Station im Rahmen des Netz-E2-R Projektes.
Die künftigen Infrastrukturmanager unterstützten das
Engagement Filderstadts für alternative Verkehrsmittel mit
ihrem interdisziplinären Projekt. Das ganze Sommersemester setzten sie sich hierzu mit den örtlichen Rahmenbedingungen auseinander, um herauszufinden, welche
Potenziale unsere Nachbarstadt bietet. Da mag man zu der
Ansicht kommen, dass eine einfache, städtische Analyse
genügen sollte. Doch den jungen Infrastrukturmanagerinnen
und -managern reichte das nicht aus. Sie wollten es genau
wissen: Was wünschen sich die Bürger in Bezug auf das
Fahrradfahren und Pedelecs? Wo drückt der Schuh beim Tritt
in die Pedale in Filderstadt? Aber vor allem: Was kann man
besser machen?
So starteten die Studierenden neben einer umfangreichen Recherche auch eine große Umfrage. In einem engen
Zeitrahmen – das Sommersemester ist ja bekanntlich recht
kurz – befragten sie mit unterschiedlichen Methoden (auf der
Straße und Online) Bürger, Unternehmen und Fahrradhändler
Filderstadts nach ihrer Meinung zu Pedelecs und zum Fahrradfahren allgemein.
Alles in allem war es den Studierenden am Ende möglich,
knapp 200 Meinungen auszuwerten und diese in die Potenzialanalyse miteinfließen zu lassen. Ein Rücklauf von knapp 200
Fragebögen bildet zwar noch keine statistisch neutrale Basis,
lässt aber sehr wohl eine Tendenz in der Meinung der Filderstädter erkennen. Ganz klar lässt sich sagen, dass Pedelecs
und Fahrradfahren in Filderstadt voll im Trend liegen. Wenn
dann künftig das ein oder andere Problem angegangen wird,
wie zum Beispiel das gesicherte Abstellmöglichkeiten zur
Verfügung gestellt werden, gibt es für Pedelecs in Filderstadt
kein Halten mehr und Straßen für Autos können umgewidmet
werden. Hier haben die Filderstädter den Stuttgartern einiges
voraus ;-) …
Die 12 angehenden Infrastrukturmanager fassten die
Ergebnisse ihrer Umfrage und der umfangreichen Recherche in einem 188-seitigen Bericht zusammen. Dieser enthält
nicht nur eine Beschreibung der Filderstädter Rahmenbe-
dingungen, sondern zeigt zugleich Möglichkeiten und Wege
auf, die die Stadt Filderstadt zukünftig für ein PedelecNutzungskonzept begehen kann. Der Bericht bzw. die Arbeit
der Studierenden soll der Stadt Filderstadt als Grundlage für
die Entwicklung neuer Ideen im Umgang mit Pedelecs dienen.
Am 3. Juli, durften die Studierenden ihren Abschlussbericht im Stadtplanungsamt Filderstadt vor Mitgliedern der
Verwaltung vorstellen. Jürgen Lenz und seine Kollegen waren
von der Arbeit begeistert. Eine weitere Kooperation mit der
HFT Stuttgart können sie sich auch zukünftig vorstellen.
Die Studierenden des Studiengangs Infrastrukturmanagement präsentierten ihre Arbeit im Stadtplanungsamt
Filderstadt. Foto: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
30
Studentische Projekte
Rendite vs. Baukultur: Villa Berg
von Prof. Horst Sondermann
Stuttgarts Prachtruine Villa Berg, die hinter den verlassenen
Boliden des SWR auf einem recht verwilderten Hügel vor sich
hin dämmert, war schon – zusammen mit dem Parkareal,
in dem sie liegt – des Öfteren Gegenstand von Studienarbeiten, vornehmlich der Architektur-Studiengänge der HFT
Stuttgart. Eine wahre Herkulesaufgabe: Zunächst eine
komplexe städtebauliche Fragestellung aufgrund der heterogenen Übergänge zu den angrenzenden Quartieren –
besonders herausfordernd, wenn man den naheliegenden
Brückenschlag zum Neckar ins Auge fasst –, dann die immer
schwierige Debatte, wie mit großformatigen Spezialbauten
umzugehen ist, die niemand mehr braucht (die SWR-Anlagen), deren Abriss gleichwohl aus den verschiedensten Gründen nicht selbstverständlich ist – und schlussendlich die
Frage aller Fragen: Wie halten wir es mit der Villa Berg, einem
veritablen Württemberger Schloss (viele der Potsdamer und
Berliner Hohenzollern-Immobilien sind wesentlich kleiner!),
das traurig ramponiert dasteht, gleichwohl in seinem Innern
ein weiteres Baudenkmal – den Eiermann‘schen Sendesaal
mit Orgel – birgt.
Ein problematischer Dreiklang also, der Stuttgarts Planer und den aktuellen Eigentümer der störrischen Immobilien offensichtlich paralysiert, denn es passiert schlichtweg
nichts. Ein zentrales Stuttgarter Thema, städtebaulich,
architektonisch, künstlerisch, auch gesellschaftlich; mit verheißungsvollem Potenzial für alle, auch diejenigen von uns,
die entnervt die Augen abwenden von all den neuen, verunglückten »Quartieren«, die gerade entstehen.
Als Mitglieder einer Stuttgarter Hochschule mit einschlägiger Tradition liegt es für uns nahe, dass wir an dieser Stelle
helfend eingreifen, indem wir uns im Rahmen mehrerer, über
diverse Studiengänge der HFT Stuttgart und Semester hinweg angelegter Projekte mit der Lösung der Frage »Villa
Berg« befassen. Dabei gilt es auseinanderzuhalten, welche Fragen von Planern gelöst werden können und welche
nicht; die städtebauliche Fassung des Parkareals, die denkbare urbane Aufforstung der Brache am Neckar und schlussendlich auch die Behandlung der SWR-Bauten im Park sind
in Planungsseminaren und -szenarien lösbar – die Wiederbelebung der Villa, welcher Art auch immer, ist es zunächst
einmal nicht. Denn auch wenn sich die Beteiligten immer
wieder zu Nutzungsvorschlägen für das ehemalige Lustschloss hinreißen lassen, sollte klar sein, dass die städtische
Gesellschaft dabei mitgehen muss – ein Blick auf das neue
Berliner »Schloss« zeigt dies deutlich. Dessen Bau war eine
fast 20-jährige Debatte vorausgegangen, in Feuilletons, Podiumsdiskussionen, Wettbewerbsverfahren – und vorschnelle
Statements von Planern, auch namhaften Architekten, haben
dabei eher den Protest der Stadtgesellschaft herausgefordert
als den Entscheidungsprozess beschleunigt. In Stuttgart hat
eine ergiebige Diskussion der Zukunft der Villa Berg indes
gerade erst begonnen.
Die Peripherie fachlich beplanen und die Mitte für die allgemeine Diskussion freihalten: Das scheint uns ein gangbarer
Weg, den wir mit Studienarbeiten, Masterplänen, Hochbauentwürfen etc. in den nächsten Semestern gehen wollen. Um
die Energien bestmöglich zusammenzufassen und die Ergebnisse der Stuttgarter Bürgerschaft zugänglich zu machen, ist
zudem eine Ausstellung im nächsten Frühsommer geplant, in
der die Ergebnisse in Texten, Plänen und Modellen präsentiert werden sollen.
Neuer Entwurf für das Christian-Wagner-Haus
von den Studierenden des 1. Semesters
Innenarchitektur
Ein neues Konzept für das Christian-WagnerHaus in Warmbronn soll künftig mehr Besucher in die Ausstellungräume locken. Genau
das war die Aufgabe eines Kurzprojekts im
SS 2014 für die Bachelor-Studierenden des
1. Semesters Innenarchitektur unter der Leitung von Prof. Klaus-Peter Goebel.
Während der Ortsbegehung am 31. Mai
2014 analysierten und vermaßen die Studierenden nicht nur die vorgefundenen Räumlichkeiten, sondern setzten sich auch intensiv
mit dem Menschen Christian Wagner, seinen
Werken, den Gedichten und den darin festgehaltenen Gedanken auseinander. Dabei
wurde klar, dass Christian Wagner zu seiner Zeit ein Querdenker war. Einer, den die
Menschen nicht verstanden haben. Einer,
der verspottet wurde, weil er sich seine
ganz eigenen Gedanken über die Umwelt,
die Natur und sich selbst gemacht hat. Er
gilt heute als einer der Vorreiter in Sachen
Umweltschutz und Achtung der Tierwelt.
Basierend auf diesen gesammelten Eindrücken wurde ein Konzept für das ganze
Haus erstellt, um dieses zu einem Ort zu
machen, an dem Menschen gerne zusammenkommen.
Die vielschichtige Nutzung als Ausstellungsgebäude, Standesamt und Proberaum
für den ortsansässigen Musikverein, stellt
die Planerinnen und Planer vor eine große
Herausforderung: Klar gegliederte Nutzungsbereiche sowie eine selbsterklärende
Wegeführung durch die Ausstellung sind
derzeit noch nicht möglich, aber dringend
notwendig. Auch sollen die »guten Stücke«
der Ausstellung (Druckschriften, Bücher, originale Möbelstücke und eine nachgestellte
Kochnische) künftig in angemessenem Rahmen präsentiert werden können. Dazu sol-
len unter anderem Licht- und Farbkonzepte
verhelfen. – Es gibt viel zu tun im ChristianWagner-Haus, aber die für das Haus zustän-
für den Lichthof, die es zu inszenieren galt.
Dabei standen der Raum und seine Architektur stets im Mittelpunkt. Das Licht sollte die
gewünschten Effekte unterstützen, je nach
Anforderung als beispielsweise gerichtetes,
ungerichtetes Licht, als Effektbeleuchtung
bis hin zur diffusen Allgemeinbeleuchtung.
Die Studierenden zogen mit Messgeräten aus, um Leuchtdichten der Räume und
Reflexionsgrade der Oberflächen zu messen,
um Werte für die anschließenden Modelle zu
sammeln und die reale Lichtwirkung zu visualisieren. Nach Erarbeitung der Gestaltungskonzepte und Nutzungsprofile wurden Ideen,
die zunächst durch Stimmungsbilder, Skizzen
und Piktogramme präsentiert wurden, am
Modell getestet und überprüft. Lichtquellen wurden überdacht und erste technische
Umsetzungen überlegt.
Unterstützung erhielten die Studierenden durch reflexion-Mitarbeiter. Sie vermittelten die Anforderungen an Modelle und
Präsentationstechniken. So erhielten sie
Einblicke in Lichtplanungssoftware sowie
Hilfe beim Erstellen von Grauplänen. Für den
Modellbau mit LEDs wurden sie in die Künste
des Lötens eingeführt und konnten einige
Tricks, um effektvolle Beleuchtungsplanung
ins Modell zu transformieren, erlernen.
Höhepunkt war die Ausstellung »Licht
im Hof« am 17. Juli. Hier wurden die vier Projekte mit ihren Entwicklungen präsentiert.
Dabei wurde deutlich, wie atmosphärisch,
effektvoll und realitätsnah Lichtplanung
umgesetzt werden kann.
Beim Projekt »Deckenkino« wurde
der Lichthof am Abend zum Kinosaal, das
Deckenlicht zur Leinwand für die liegenden Kinobesucher. Im »Museum« werden
die Umgänge zum Ausstellungsraum, der
Lichthof selbst zum Zentrum inszenierter
Skulpturen. Effektbeleuchtung durch einen
eigens dafür konzipierten Kronleuchter lässt
den Lichthof als »Bar« zur blauen Stunde
erstrahlen. Und die vierte Gruppe plante die
aktuelle Nutzung des Lichthofs als Ort für
Studierende am Tag sowie für Abendveranstaltungen der Hochschule: Atmosphärische
Beleuchtung am Abend und verbesserte
Konditionen bei Tag.
Nicht zuletzt durch die praktische Umsetzung am Modell konnten die Studierenden
für ihren weiteren Studienweg wichtiges
Handwerkzeug mitnehmen.
dige Christian-Wagner-Gesellschaft e.V. hat
signalisiert, Änderungen in die Wege zu leiten und die Konzepte umzusetzen.
Ein weiteres Highlight bei der Ortsbegehung war der von Frei Otto gestaltete Brunnen,
der sich ideal für ein Gruppenfoto eignete. Foto: privat
Licht im Hof
von Simone Völcker
In diesem Sommersemester hat der Studiengang Innenarchitektur 14 Studierenden
die Möglichkeit zu einem besonderen Projekt für architektonische Lichtplanung gegeben. Für einen spannenden Workshop in drei
Blöcken konnten Thomas Mika mit seinem
Züricher Büro reflexion gewonnen werden.
Das Google Headquarter in Zürich zählt
ebenso zu seinen Projekten wie der Schweizer Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai
oder der Hafen von Lachen in der Schweiz.
Die Studierenden wurden an einen
exemplarischen, idealtypischen, integralen
Lichtplanungsprozess
herangeführt.
In
theoretischen und praktischen Projektphasen wurden allgemeine Grundsätze der
Lichtgestaltung und -technik diskutiert und
sinnlich erfahrbar gemacht.
Betrachten, analysieren, interpretieren –
anhand dieser drei Aufgabenfelder haben die
Studierenden Entwürfe für den Lichthof im
Bau 1 der Hochschule für Technik Stuttgart
entwickelt.
Vier Gruppen à vier Studierenden aus
dem dritten und fünften Semester der Innenarchitektur überlegten Nutzungskonzepte
Intensiv wurde von Studierenden des Studiengangs Innenarchitektur daran gearbeitet,
den HFT-Lichthof ins rechte Licht zu setzen.
Foto: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Ausstellungen I Workshops im Ausland
Vernissage im Lichthof der HFT
von Dilan Sezer
Innenarchitektur-Studierenden des 3. Semesters stellten am 26. Mai 2014 ihre
Arbeiten im Fach »Simulation neue Medien
und Präsentationsgrafik« unter der Betreuung von Prof. Thomas Hundt im Lichthof
der HFT Stuttgart aus. Die Studierenden
bekamen die Aufgabe, ein Kunstwerk oder
Gemälde auszusuchen, das einen Innenraum
darstellte. Diese Abbildungen wurden dann
detailliert analysiert: Blickwinkel, Raumgrößen und -proportionen, Lichteinfall und
vieles mehr wurde berücksichtigt. Auf dieser
Grundlage fertigten die Studierenden Pläne
und Modelle ihres Raumes an, welche im
Lichthof abschließend präsentiert wurden.
In den Vorlesungen lehrte Thomas Hundt die
verschiedenen Methoden der plangrafischen,
perspektivischen und visuellen Darstellung,
die die Studierenden in ihren Arbeiten umsetzen konnten.
Auch das Ausstellungskonzept war Teil
der Semesteraufgabe. Einfach, aber genial
sollte es werden, Thema »Suchspiel«. Die
plangrafischen Arbeiten wurden mit Holzwäscheklammern an Paketschnur unter den
Arkadenbögen aufgehängt und durchnummeriert. Auch die Raum-Modelle, die mittig auf einer großen Tafel platziert wurden,
erhielten eine Nummer. Nun war es an den
Gästen der Ausstellung, herauszufinden,
welches Modell zu welchen Plänen gehört
und umgekehrt. Dieser Impuls sorgte für
angeregte Unterhaltungen und gute Stimmung auf der Vernissage und im Ausstellungszeitraum.
Einfach, aber genial sollte es sein.
Foto: privat
Umgestaltung eines Stadtkirchen-Foyers
von Susanne Zinth
Studierende des 4. Semesters Bachelor-Innenarchitektur entwickelten im WS
2013/14 im Fach »Licht Material Raum« unter
der Leitung von Prof. Diane Ziegler Ideen zur
Neugestaltung des Foyers der Stadtkirche in
Tuttlingen. Die Stadtkirche Tuttlingen wurde
zu Beginn des 18. Jahrhunderts in klassizistischer Bauweise errichtet und im 19. Jahrhundert mit Jugendstilelementen erweitert.
In den 1970er Jahren wurde dann der bestehende Kirchenraum verkürzt und ein Foyer
zum Haupteingang eingezogen. Dieses Foyer
gestalteten die Studierenden in Teamarbeit
neu und präsentierten ihre Entwürfe zuerst
in den Räumen der HFT Stuttgart einer
Abordnung der Kirchengemeinde und am 27.
Mai folgte die Ausstellung in den Kirchenräumen Tuttlingens, die von den Gemeindemitgliedern stark frequentiert wurde.
Krakau ist Architektur pur
Lehrendenmobilität in Krakau
von Anja Klafki
Wer nach anderthalb Stunden Flug am Flughafen in Krakau
aussteigt, merkt: Hier passiert etwas. Der Provinzflughafen wird gerade erweitert, um den Ansturm der Besucher zu
bewältigen. Mit 760.000 Einwohnern und 160.000 Studierenden ist Krakau nicht nur die zweitgrößte Stadt Polens, sondern auch einer seiner wichtigsten Universitätsstandorte.
Seit 2008 unterhält die HFT Stuttgart für die Studiengänge
Architektur und Stadtplanung eine Partnerschaft mit der dortigen Fakultät für Architektur und ihren 2.000 Studierenden.
Das ERASMUS-Mobilitätsprogramm ermöglichte es mir als
Lehrbeauftragte, dort eine Woche zu unterrichten. Thema
meines Workshops war »Pictorial Spaces«, die Auseinandersetzung mit (Bild-) Raum und Räumlichkeit mittels künstlerischen Holzschnitts.
Gearbeitet wurde in den Räumen von Stefan Dousa, Professor für Plastisches Gestalten. Der Tageslicht-Lehrsaal liegt
im Dachgeschoss des Fakultätsgebäudes, einem Teil des ehemaligen Königspalastes Łobzów aus dem 16. Jahrhundert. In
Krakau ist das keine Seltenheit. Die mittelalterliche Innenstadt überstand seit dem Tatarensturm 1241 alle Ereignisse
der wechselvollen polnischen Geschichte und gehört neben
Thorn/Torun´ zu den beiden polnischen Städten, die auch
den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. So finden
sich hier Gebäude aller Stilepochen europäischer Architek-
tur nebeneinander, einschließlich einiger Beispiele für den im
früheren kommunistischen Polen vorherrschenden Baustil. In
Reinform kann man diesen in der Nachbarstadt Nova Huta
betrachten. Sie wurde um ein Stahlwerk als kommunistische
Musterstadt geplant und errichtet.
Krakau wartet heute mit einer Reihe zeitgenössischer
Bauten auf wie dem Luftfahrtmuseum von Psyall, Ruge, Arata
Isozakis Manggha-Museum für Japanische Kunst und Technik
sowie dem MOCAK Museum of Contemporary Arts von Claudio Nardi, die erfrischende Akzente ins Stadtbild setzen.
Überaus erfrischend waren auch die Teilnehmer meines
Workshops, polnische Studierende aus Krakau sowie ERASMUS-Gäste aus Ungarn, Deutschland und China. Lehrsprache
war selbstverständlich Englisch, mit der man auch an allen
touristischen Hotspots gut zurechtkommt.
Insgesamt waren sie zu siebt. Bewusst habe ich mich für
eine kleine Gruppe entschieden, um die Studierenden aus verschiedenen Semesterstufen intensiv und individuell betreuen
zu können. Eine richtige Entscheidung, wie sich schnell
herausstellte, denn die legten gleich richtig los. Zunächst
übten sie den technischen Umgang mit Holz, Schneidewerkzeugen, den richtigen Farbauftrag und Druckvorgang und
setzen eigene architektonische Skizzen in Holzschnitte um.
Bereits am zweiten Tag entstanden die ersten experimentellen Bilder. Beeindruckend war die überaus kreative Unbe-
fangenheit im Umgang mit dem Material und der Aufgabe.
Man merkte den Studierenden ihre gute künstlerische Ausbildung an, auf die bei der Aufnahmeprüfung und im gesamten
Studium großen Wert gelegt wird. Neben dem Unterricht bei
Professor Dousa gibt es an der Fakultät ein umfangreiches
Lehrangebot für Freihandzeichnen und auch Fotografie. Die
hohe Qualität der Ergebnisse des Workshops sprechen für
sich. Fazit: Tolle Studierende, tolle Bedingungen und eine
tolle Stadt im Herzen Europas, die immer einen Besuch wert
ist.
Konzentriert bei der Sache: Izabela Kanadys und
Eszter Kiss beim Holzschnitt-Workshop. Foto: privat
Urban Regeneration – Workshop in Barcelona
von Senta Hajek
Drei Studierende des Bachelor-Studiengangs
Innenarchitektur wurde ausgewählt, um im
März an einem internationalen Workshop
in Spanien teilzunehmen. In Begleitung von
Prof. Klaus-Peter Goebel und Prof. Wolfgang
Grillitsch verbrachten sie spannende und
abwechslungsreiche Tage im Herzen Barcelonas.
Die Barcelona School of Design and Engineering (ELISAVA) lud Studierende aus ganz
Europa ein, um vom 16. bis zum 29. März
2014 unter dem Motto »Urban Regeneration«
Lösungsvorschläge und Design-Konzepte zu
folgender Problemstellung zu erarbeiten: Ein
Wohnviertel mit drei Hochhäusern im Stadtgebiet »La Pau« wird heute überwiegend von
älteren Menschen bewohnt. Die ursprünglich
sehr großzügigen Wohnungen können heute
nicht mehr im vollen Umfang von der Bevölkerung genutzt werden. Es wurde also nach
einer innovativen Idee gesucht, die Wohnsituation an die aktuellen Gegebenheiten
anzupassen, dem Viertel neue Attraktivität
zu verleihen und die Bewohner untereinander besser zu vernetzen.
Zu Beginn stellten die anwesenden
Professoren der verschiedenen Hochschulen sich selbst, ihre Hochschulen und ihre
Fachgebiete vor. Des Weiteren stand eine
Exkursion zu dem im Mittelpunkt stehenden Wohnareal auf dem Plan. Die international zusammengesetzten Arbeitsgruppen
stürzten sich mit vollem Elan auf die gestellte
Aufgabe und brachten Erstaunliches und
Innovatives hervor: von Ideen, die Woh-
nungen auf verschiedene Art und Weise zu
teilen, neue Eingänge zu erschließen, den
Bewohnern Aktivitäten zu bieten, damit sie
selbst die treibende Kraft werden können,
um das Viertel zu gestalten, bis hin zu ganzen
Platzgestaltungen. Es war eine spannende
und mit vielen Diskussionen gespickte Zeit.
Abschließend wurden die HFT-Studierenden,
Senta Hajek, Marie Henn und Kerstin Reyer
in ihren Teams für ihren Ideenreichtum mit
den vorderen Plätzen belohnt.
Neben dem Projekt gab es in Barcelona
natürlich einiges zu sehen. So wurden zum
Beispiel der Palau Güell, der Barcelona-Pavillon und viele weitere Sehenswürdigkeiten
besichtigt. Für die Abordnung aus Stuttgart
war es eine spannende, abwechslungs- und
lehrreiche Zeit, die keiner missen möchte.
»Hard work« in den Räumen
der ELISAVA. Foto: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
32
Ausland I Exkursionen
BPS mal woanders
von Jan Höppner
Stuttgart bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, das im Studium geforderte Betreute
Praktische Studienprojekt (BPS) bei ansässigen Firmen durchzuführen. Gerade in
meinem Studiengang Informatik gibt es viele
attraktive Firmen. Der Grund warum ich hier
berichte, ist, dass ich die Chance wahrgenommen habe, mein BPS im Ausland, genauer
in England, zu absolvieren. Dabei hatte ich
nie konkret geplant, mein BPS im Ausland
durchzuführen, – aber auch nie ausgeschlossen. Da ich bei Prof. Dr. Rainer Keller bereits
zwei Semester als wissenschaftliche Hilfskraft tätig war, lag es nahe, ihn zu fragen, ob
er Ideen hätte, wo man sich bewerben kann.
Wie die meisten Professoren hat auch
er
Kontakte zu internationalen Firmen.
Rainer Keller hat den Kontakt zu der
Firma Allinea Software Inc. in Warwick/
England hergestellt. Allinea entwickelt hoch
skalierbare und benutzerfreundliche Analyse-Tools für den High-Performance-Computing-Bereich. Zuerst habe ich ein lockeres
Kennenlerngespräch via Skype mit dem
Chef der Firma geführt. Man wollte vor allem
herausfinden, ob das, was ich bisher gelernt
hatte, ausreichend war, um in der Firma mitarbeiten zu können. Das Gespräch verlief
erfolgreich.
Von meinem Betreuer in der Firma erhielt
ich Tipps, um in Warwick eine Wohnung zu
finden. Über eine Website habe ich dann
Kontakt zu einem älteren Ehepaar aufgenommen, die mir sofort ein Zimmer vermietet
haben. Für fünf Monate habe ich bei Nicole
und Jim im Haus gewohnt. Küche, Bad und
Garten konnte ich mitnutzen. Ein Fahrrad,
mit dem ich täglich ins Büro gefahren bin,
haben sie mir auch zur Verfügung gestellt.
Gerade in der Anfangszeit haben die beiden
mir sehr geholfen, mich in England und der
neuen Umgebung zurechtzufinden. Beide
waren – typisch Englisch – immer sehr
freundlich und hilfsbereit. Hilfsbereit, freundlich und sehr locker war auch die Stimmung
in der Firma. Allinea Software besteht aus
rund 30 Angestellten. Das Team war bunt
gemischt und setzte sich aus Engländern,
Franzosen, Spaniern und Deutschen zusammen. Es war sehr spannend und interessant,
mit so unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten.
Mein Hauptprojekt bestand darin, das
interne Dokumentationssystem umzustellen. Ich habe dabei verschiedene Verfahren
und Ansätze zum Schreiben von technischen
Dokumentationen evaluiert. Als Ergebnis
habe ich das ganze System nach LaTeX konvertiert und in den Buildprozess der Software integriert. Dies bringt dem Team sehr
viele Vorteile: Sie können nun parallel an
einer Dokumentation arbeiten und sämt-
liche LaTeX-Dateien sehr leicht mit der internen Versionsverwaltungssoftware pflegen.
Neben diesem Hauptprojekt hatte ich auch
andere Aufgaben, zum Beispiel den k-Means
Algorithmus, welcher zur Vektorquantisierung und Clusteranalyse verwendet wird, für
verschiedene, neue Plattformen wie CUDA,
Intel Xeon Phi und mit OpenMP zu implementieren. Bei den wöchentlichen Teammeetings
wurde über den Fortschritt der einzelnen
Arbeiten berichtet; es wurde viel gescherzt,
und wir sind anschließend oft gemeinsam
zum Lunch in den Pub gegangen.
Ich kann nur jedem einen Auslandsaufenthalt empfehlen. Man hat die Chance, nicht
nur seine Sprachkenntnisse aufzubessern,
sondern sammelt sehr viele Erfahrungen.
Redet einfach mal mit der Professorin oder
dem Professor eures Vertrauens, wenn das
BPS ansteht. Vielleicht wisst auch ihr dann
bald, wohin eure Reise gehen wird.
Student Volunteer in Denver/USA
von Arne Schauf
Die Supercomputing (SC) ist mit über 10.000 Teilnehmern
die größte Konferenz im Bereich High Performance Computing und Netzwerke. Sie fand dieses Mal in Denver, Colorado
statt. Letztes Semester hat Prof. Dr. Rainer Keller im Wahlfach »Paralleles Rechnen« die SC vorgestellt und gefragt,
ob jemand beim Student-Volunteer-Programme teilnehmen
möchte. In diesem Programm können Studierende aus der
ganzen Welt die Konferenz mit organisieren, an der Konferenz teilnehmen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Es gibt eine Vielzahl an Aufgaben, angefangen bei Auf- und
Abbau, über Einlasskontrolle bis hin zur Hilfe beim Einrichten
und der Betreuung des eigens für die Konferenz errichteten
Hochleistungsnetzwerks »SCinet« – was für 10.000 Teilnehmer eine Herausforderung ist. Da ich mich für Netzwerke
interessiere, habe ich mich – unterstützt von Rainer Kel-
ler – beworben. Im November 2013 durfte ich dann für zwei
Wochen nach Denver fliegen.
Ich wurde dem WLAN-Team von SCinet zugeteilt und
habe zusammen mit anderen Studierenden 180 Access Points
(AP) im gesamten Konferenzcenter aufgebaut und verkabelt.
Während der SC habe ich dann gemeinsam mit Admins der
Firma Cisco das Netzwerk am Laufen gehalten, ausgefallene Geräte ausgetauscht und an stark frequentierten Stellen zusätzliche APs aufgestellt. Außerdem hatte ich eine Idee
für eine Anzeige für die auf der Messe installierten SC-Monitoring-Bildschirme: Ich programmierte in Django eine Webseite, die Statusinformationen, wie zum Beispiel die Anzahl
verbundener Geräte anzeigt und die Anzahl von sogenannten »Rogue APs« sowie deren räumliche Position ausgibt.
Das hat das Interesse der Cisco-Ingenieure geweckt; das JobAngebot habe ich aber vorerst nicht angenommen.
Übernachtet haben wir Studierenden in Doppelzimmern
in einem sehr schönen Hotel in der Nähe des Konferenzcenters in Down-Town Denver. Auch für die Verpflegung wurde
seitens der Organisation gesorgt: Wir bekamen Gutscheine
für verschiedene Restaurants im Umfeld und konnten damit
zum Mittagessen gehen. Am Abend wurden meist alle SCinetStudierenden von einem Mitarbeiter in ein Restaurant oder
zu Aktivitäten, wie zum Beispiel Bowling, eingeladen. Auch
um die Stadt zu erkunden, war genug Zeit, wenn es auf der
Konferenz gerade mal etwas ruhiger war.
Jedem, der sich für Netzwerke, schnelle Computer oder
auch einfach die Organisation einer so großen Veranstaltung
interessiert, kann ich nur empfehlen, sich für das StudentVolunteer-Programme zu bewerben. In 2014 wird die SC in
New Orleans stattfinden – sicherlich auch ein sehr interessantes Ziel.
Exkursion der Superlative
Exkursion nach Dubai und Abu Dhabi
von Jacob Frölich
Schon bei der Anmeldung zu dieser Exkursion mit einem
großen Ansturm auf die Anmeldeliste wurde deutlich, was für
eine Anziehungskraft diese Exkursion auf die Studierenden
der Studiengänge Infrastrukturmanagement und Bauingenieurwesen hatte. Daher beschloss Prof. Dr.-Ing. Lutz Gaspers
kurzerhand, die ursprüngliche Beschränkung der Teilnehmerzahl von 15 auf 40 zu erweitern.
Am 10. Juni 2014 flogen wir am Frankfurter Flughafen los.
Als wir um zwei Uhr nachts in Dubai aus dem Flughafen traten, schlug uns eine backofenähnliche Hitze entgegen. Müde
vom Flug bezogen alle ihre Zimmer, denn am nächsten Morgen sollte das Exkursionsprogramm starten.
Nach einer sehr kurzen Nacht machten wir uns auf, Dubai
mit all seinen imposanten und teils »verrückten« Gebäuden
zu erkunden. Direkt neben unserem Hotel befand sich die
bekannte Skihalle in der Emirates Mall. Auf unserem Weg
zum Atlantis Hotel fuhren wir an mehreren Groß-Baustellen vorbei, die man in der Art so schnell kein zweites Mal
sieht. Unsere Tour führte uns auch an den Strand vor dem
berühmten »Burj Al Arab Hotel«, das anscheinend das beste
Hotel der Welt sein soll.
Im Anschluss daran ging es zum »Burj Khalifa«, dem mit
828 Metern derzeit höchsten Gebäude der Welt. Aber um
dorthin zu gelangen, mussten wir uns erst einmal den Weg
durch die weltgrößte Shoppingmall mit sagenhafter einer Millionen Quadratmeter Ladenfläche kämpfen. Als das geschafft
war, stiegen wir in die schnellsten Aufzüge der Welt ein, die
uns in nur 60 Sekunden von null auf 452 Meter brachten. Spätestens hier war allen klar, dass in Dubai immer nur das Beste,
Schnellste und Größte der Welt gebaut wird. Der Anblick, der
sich uns dort oben bot, war atemberaubend, denn von hier
oben konnte man die wahren Dimensionen von Dubai, den
aufgeschütteten Inseln und den vielen anderen Gebäuden
erahnen.
Am nächsten Tag stand erneut ein Superlativ auf dem
Programm: Der neue Flughafen »Dubai World Central«
umfasst eine Fläche von rund 140 km² und soll nach seiner
Fertigstellung bis zu 200 Millionen Passagiere und 12,5 Millionen Tonnen Güter pro Jahr abfertigen können. Zu diesem
Großprojekt erhielten wir eine Präsentation und im Anschluss
eine Rundfahrt über das Areal. Bei der Besichtigung der
»American University of Sharjah« wurden uns in einem Rundgang alle Themen zum Studiengang »Civil Engineering« und
die dortigen Laboreinrichtungen erläutert.
Am 13. Juni ging es mit dem Bus durch die Berg- und
Wüstenlandschaft der Ostküste. Dort besichtigten wir unterwegs unter anderem die älteste Moschee der Emirate.
Für die folgenden zwei Tage standen die Besichtigungen
zweier Baustellen der Firma Züblin sowie einer dazugehörigen Betonfertigteilanlage in Abu Dhabi an. Erstes Ziel
war eine Baugrube, an der Schlitzwände erstellt wurden.
Danach besichtigten wir Baustellen des »Strategic Tunnel
Enhancement Programme«, bei dem ein 40 Kilometer langer
Abwassertunnel unter Abu Dhabi angelegt wird. Dieses Microtunneling-Projekt wird im Pipe Jacking-Verfahren durchgeführt, über das wir ausführlich informiert wurden. Auch hier
wurde uns ein sehr guter Eindruck in die Arbeitswelt, Sitten,
Bräuche und den Umgang mit dem Personal gegeben. Ein
Besuch der »Sheikh-Zayed-Moschee« in Abu Dhabi, die rund
500 Millionen Euro gekostet hat und Platz für 40.000 Gläubige bietet, durfte nicht fehlen. Am letzten Tag haben wir eine
Wüstensafari mit anschließendem Abendessen in der Wüste
gemacht. So ging eine unglaublich beeindruckende Exkursion
zu Ende.
Gruppenfoto vor einem Betonfertigteillager. Foto: Henry Philippsen
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
33
Ausland I Exkursionen
Lehrstück für innovativen Wohnungs- und Städtebau
Exkursion des Bachelor-Studiengangs Architektur nach Amsterdam
von Cornelia Jänicke
Die Exkursion nach Amsterdam mit dem zweiten Semester
im Bachelor-Studiengang Architektur hatte ein straffes Programm. Einen ersten Eindruck von der Stadt bekamen wir
durch eine Grachtenfahrt. Am nächsten Tag standen das Stedelijk- und das Van Gogh-Museum auf dem Plan; es folgten
als Themenschwerpunkte Projekte der renommierten Architekturbüros UN Studio in Amsterdam und MVRDV in Rotterdam.
Einen Teil der Projekte haben wir auf eigene Faust
erkundet, Referate der Studierenden trugen zum Verständnis der Gebäude bei. Für andere Gebäude erhielten wir eindrucksvolle Führungen, wie im Wohnhaus Silodam und im
Lloyd-Hotel, beides Projekte von MVRDV. Highlight war der
abschließende Besuch beider Büros, wo uns ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht wurde und die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Büros uns ihre Arbeitsweise und Auffassungen erläuterten.
Der letzte Tag stand unter dem Motto »Innovativer Wohnungsbau«. Dazu brachen wir mit dem Fahrrad zu einer mehrstündigen Tour ins östliche Hafengebiet Amsterdams auf.
Dieses Gebiet wurde nur bis zum Zweiten Weltkrieg als
Hafen genutzt. Durch die Erweiterung des westlichen Hafens
verlor es an Bedeutung und wurde schließlich in den 1990er
Jahren saniert. Die Umnutzung der Silos, der Speicher und
anderer Hafengebäude zu Wohnungen, kombiniert mit Neubauten namhafter Architekten wie Hans Kollhoff, Diener und
Diener, Wiel Arets, und innovativen Wohnquartieren sowie
den experimentellen Wasserwohnungen des Architekturbüros Marlies Rohmer, ergeben ein spannendes Ensemble.
Sie sind ein Lehrstück für Innovationen im Wohnungs- und
Städtebau.
Python Brücke. Foto: Lukas Hüfner
Auf den Spuren von Alvar Aalto
von Vanessa Zeng
Gleich am ersten Tag startete die Exkursion
für die 30 Studierenden aus dem Bachelor-Studiengang Architektur und ihre vier
Begleitpersonen mit einer Busreise von Helsinki nach Lohja und Littoinen. In Lohja konnten die Studierenden einen Einblick in den
Ablauf der Holzproduktion des finnischen
Unternehmens Metsä Wood, ehemals Finnforest, bekommen.
Beim nächsten Stopp in Littoinen wurde die
Gruppe herzlichst in der Korhonen Manufak-
tur mit einem Rhabarberkuchen und einem
interessanten Vortrag über die Geschichte
des Unternehmens begrüßt. Die Korhonen
Manufaktur gehört mittlerweile zu Vitra/
Artek, vertreibt aber immer noch nach alter
Tradition die von Alvar Aalto entworfenen
Möbelstücke, von denen am Ende der Führung am liebsten jeder eines mit nach Hause
genommen hätte.
Zurück in Helsinki füllten Führungen
durch die Finlandia Halle, das Kulturhaus,
das Studio und das Wohnhaus des Funk-
tionalisten Aalto das Programm. In der Keramik-Fabrik »The Arabia Factory« konnte
das finnische Design bewundert werden. So
wurden die restlichen Löcher im Koffer mit
Tassen und Gläsern aus dem Souvenirshop
gestopft.
In den hellen Abendstunden der Mittsommernacht machten die Studierenden auf
der Suche nach Trollen, Snorke und Mumins
sprichwörtlich die Nacht zum Tag.
Die Exkursion endete mit einem Tagesausflug zur Sibelius Halle nach Lahti. Zum
krönenden Abschluss gelang es den Studierenden mit etwas Glück und Geschick, die
Salpausselkä-Schanze einzunehmen, bis die
Gruppe nach diversen Telemarkversuchen
über die Stadionsprechanlage aufgefordert
wurde, die Schanze zu verlassen. (Anmerk.
d. Red.: Telemarken ist eine ursprünglich aus
Norwegen stammende Skitechnik. Der Fahrer kniet beim Fahren auf dem bergseitigen
Ski, indem er die Ferse des hinteren Fußes
hochhebt und den Talski nach vorne schiebt.
Quelle: Wikipedia)
so einen teilautomatisierten und sicheren
Transport im Bereich des Terminals. Die
Betankung erfolgt ebenfalls automatisch.
Einige der AGV besitzen sogar schon einen
elektrischen Antrieb. Die Ladung der Akkus
soll vor allem dann erfolgen, wenn die zahlreichen Windräder in der Region für Spitzen
in der Öko-Stromversorgung sorgen.
Während einer Bustour und einer
Bootstour konnten die Studierenden Highlights der City-Metropole erleben. Überrascht waren einige Teilnehmer von der im
Gegensatz zu Stuttgart weit verbreiteten
Backsteinarchitektur. Doch es wurden auch
Gemeinsamkeiten zwischen den beiden
Städten Hamburg und Stuttgart entdeckt.
Zum Beispiel ist auf dem Weg zwischen der
Jugendherberge und den Landungsbrücken
ein Weinberg mit 75 Rebstöcken zu finden.
Der Weinberg war ein Geschenk der Wirte
des Stuttgarter Weindorfs an die Hamburger Bürgerschaft. Auch hier spielt Logistik
eine entscheidende Rolle, denn die Trauben
werden zur Verarbeitung und Abfüllung nach
Baden-Württemberg geliefert und anschließend wieder nach Hamburg zurückgefahren.
Auf großer Fahrt
von Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann
Hamburg gilt als der dynamischste Logistikstandort in Deutschland. Im Rahmen einer
viertägigen Exkursion konnten Studierende
der Informationslogistik dort drei bedeutende
Unternehmen besuchen und mit Fachleuten
über aktuelle Anforderungen in der Logistik
diskutieren.
Als erstes wurde die Retourenabwicklung bei Hermes Fulfilment in Augenschein
genommen. Hermes Fulfilment übernimmt
für viele namhafte Unternehmen des Versandhandels neben der Lieferabwicklung
auch weitere Aufgaben wie zum Beispiel die
Abwicklung der retournierten Bestellungen.
Die zurückgelieferten Waren müssen ausgepackt, geprüft und aufbereitet werden, um
dann dem Versand in neuwertigen Zustand
wieder zugeführt zu werden. Die entsprechenden Sortier-, Kommissionier- und Lagerprozesse wurden während der Führung
ausführlich gezeigt.
Bei Airbus konnte am nächsten Tag die
Produktionslogistik bei einem Flugzeugbauer
in Augenschein genommen werden. Die
Anlieferung der meisten Teile ist bei Airbus
an einen Logistikdienstleister ausgegliedert
und wird durch entsprechende Pull-Mecha-
nismen bedarfsgerecht abgerufen. Die
Logistik der Großkomponenten wie Flügel,
Rümpfe oder Leitwerke erfordert in einem
europaweit agierenden Konzern besondere
Maßnahmen und Transportmittel, die zu Luft,
zu Wasser und auf der Straße die reibungslose Versorgung der Produktion sicherstellen
müssen. Zudem bestehen spezielle Anforderungen an das Tracking & Tracing, das beim
A380 unter anderem über funkbasierte Identifikations- und Ortungssysteme realisiert
wird.
Mit dem Bus ging es dann weiter zu einer
Rundfahrt über das Hafenterminal Altenwerder der Hamburger Hafen und Logistik
AG. Hier herrschte reger Betrieb. Die aufwändigen Andockmanöver, das Löschen der
Ladung und die landseitigen logistischen
Prozesse wurden ausführlich erläutert. Während der Fahrt über das Terminal wurde die
OOCL Chongqing mit 366m Länge und 48m
Breite im Hafenbecken mit Hilfe einiger
Schlepper gewendet und angedockt. Die Entladung erfolgt über gigantische Containerbrücken. Die »Automated Guided Vehicle«
(AGV) übernehmen die abgeladenen Container. Die Steuerung der AGV erfolgt über im
Boden versenkte Transponder und erlaubt
Bei Airbus wurde die Produktionslogistik in Augenschein genommen. Foto: privat
Delicious Cherries
von Beate Baur
Während der Exkursionswoche besuchten
Studierende des Master-Studiengangs Photogrammetry and Geoinformatics, begleitet
von Prof. Rainer Kettemann, die Abteilung
»Produktion« des Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) in Karls-
ruhe. Vom Satellitenpositionierungsdienst
SAPOS als Basis für Landeskoordinaten,
über die Erzeugung digitaler Landschaftsmodelle, 3D-Gebäudemodellierungen (LoD2)
und das automatische Generalisieren von
topographischen Karten konnten die Studierenden verfolgen, wie in der baden-württ-
embergischen Landesbehörde gearbeitet
wird. Besonders interessant war der Besuch
für diejenigen, die in ihrem Heimatland bei
einer entsprechenden Behörde arbeiten.
Sehr erfreut waren die Teilnehmer über die
überaus freundliche Aufnahme beim LGL und
die gute Organisation. Während der Mittags-
pause überraschte ein Mitarbeiter die Studierenden mit einem Korb Kirschen, was für
viele unserer ausländischen Studierenden
ein ganz neues Geschmackserlebnis war.
Eine Führung zu den klassischen Sehenswürdigkeiten in Karlsruhe und ein Besuch im
Biergarten rundeten den Besuch ab.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
34
Exkursionen
HFT = High Frequency Trading?
von Ebru Calimlioglu und Silke Beck
Am 15. April 2014 bekamen 14 Studierende aus dem Studienbereich Wirtschaft im Rahmen des Vertiefungsfachs »Kapitalmärkte und Banken« bei Prof. Dr. Tobias Popovic´ an der
Börse Stuttgart einen Einblick in die spannende Welt der
Kapitalmärkte. Dabei wurden uns die Themen wie die aktuelle Debatte über den Hochfrequenzhandel (High Frequency
Trading) in den Vereinigten Staaten und Themen wie Broker,
Market Maker sowie der Unterschied zwischen Limit- und
Market Orders nähergebracht.
Die Börse Stuttgart mit einem Handelsvolumen von rund
89 Milliarden Euro im Jahr gilt als zweitgrößter Handelsplatz
für Privatanleger in Deutschland. Mit der European Warrant Exchange, kurz Euwax, stellt sie Europas attraktivsten
Handelsplatz für Hebel- und Anlageprodukte. Dort werden
verbriefte Derivate wie Optionsscheine, aber auch Anlagezertifikate und Aktienanleihen gehandelt. Insbesondere im
Handel mit Unternehmensanleihen und Fonds ist Stuttgart
Marktführer in Deutschland. Zu Beginn hörten wir eine span-
nende Einführung von Ulli Spankowski, stellvertretender Leiter von Stuttgart Financial. Er verdeutlichte unter anderem,
welche Auswirkungen die High-Speed-Händler auf den Börsenmarkt haben. Durch die ultraschnellen Computer werden
in den USA mehr als 60 Prozent der Aktiengeschäfte durchgeführt. Warum ist das ein Problem? Marktteilnehmer, die
keinen ultraschnellen Computer besitzen, können an diesem
Hochfrequenzhandel nicht teilnehmen. Das trifft vor allem
Privatanleger. Da diese meist ohne Computeralgorithmen im
Markt agieren, sind sie tendenziell langsamer, und es besteht
die Gefahr, dass dies systematisch von Hochfrequenzhändlern ausgenutzt wird. Auch andere Probleme gehen mit dem
Hochfrequenzhandel einher. Wenn sich beispielsweise Hochfrequenzhändler binnen Nanosekunden vom Markt zurückziehen, wird dem Markt die durch die Hochfrequenzhändler
suggerierte Liquidität schlagartig entzogen. Andere Marktteilnehmer sind aber verpflichtet, sich bei jeder Marktsituation
an den festgelegten Preis zu binden und können sich nicht so
einfach aus dem Markt zurückziehen. Auch kann durch die
Computeralgorithmen ein sogenannter »Flash-Crash« ausgelöst werden, bei dem viele Hochfrequenzhändler aufgrund
bestimmter Auslöser praktisch zeitgleich verkaufen. Die
Folge: Der Kurs rauscht in den Keller! Die Börse Stuttgart gibt
den Hochfrequenzhändlern aufgrund des vorherrschenden
Handelssystems keine Möglichkeit zur Ausnutzung ihrer
Geschwindigkeitsvorteile. Aufgrund des vorherrschenden
Auktionsprinzips und dem Einsatz von Market Makern haben
Hochfrequenzhändler dort praktisch keine Vorteile.
Nach einer Pause wurden uns Fachbegriffe rund um die
Börse erklärt. Anschließend durften wir selbst im Rahmen
einer Simulation als Wertpapierhändler agieren. Jedem Studierenden wurde ein Laptop mit den Programm LiveX zur
Verfügung gestellt. In LiveX wurde ein Börsenhandelstag
dargestellt. Während wir fleißig Aktien kauften und verkauften, konnte man die Entwicklung der Preise im Laufe diesen
Tages beobachten. Interessant war es zu sehen, wie sich eine
Meldung aus der Politik auf die Entwicklungen der Kurse auswirkte. Ein spannendes Erlebnis!
Was Logistik mit Bier zu tun hat …
von Nadja Borowitz und
Tiamat Schönbeck
Gemeinsam mit unserer Professorin Dr.
Andrea Lochmahr führte uns die Exkursion
mit unserer Vertiefungsrichtung »Beschaffung und Logistik« am 27. Juni 2014 zur Firma
AEB. Bevor es mit dem weltbekannten Logistik-Planspiel »Beergame« losging, wurde
uns das Unternehmen vorgestellt: Das mittelständische Unternehmen ist seit 35 Jahren auf dem Softwaremarkt vertreten und
zählt heute zu einem der führenden Anbieter
globaler IT-Leistungen und Services für ein
erfolgreiches Supply-Chain-Management.
Nach der Firmenpräsentation und den
Hinweisen zu diversen Einstiegs- und Karrierechancen bei AEB kamen wir zum Hauptteil der Exkursion, dem Beergame. Wir
spielten in Gruppen zu jeweils vier Personen,
wobei jedes Teammitglied eine andere Rolle
inne hatte. In jedem Team gab es eine Brauerei, einen Lieferanten, einen Großhandel
und einen Einzelhandel. Der Einzelhandel
bekam wöchentlich die Auftragsgröße der
Kunden mitgeteilt und konnte beim Großhändler bestellen. Dieser wiederrum beim
Lieferanten und der Lieferant schließlich bei
der Brauerei, welche die Menge des zu brauenden Bieres festlegte.
Das Spiel setzte sich aus zwei Aktionsstufen zusammen: der Auftragsübermittlung
und der Auftragsauslieferung. Jeder neue
Auftrag durfte erst dann aufgedeckt werden, wenn die vorherige Lieferung erfolgt
war. Absprachen der verschiedenen Akteure
waren untersagt. Den eigenen Bedarf konnte
man daher nur anhand des Lagerbestandes
und der aktuellen Bestellung festmachen –
ganz so, wie es eben auch in der betrieblichen
Praxis vor sich geht. Sowohl Kürzung der
Auftragsmenge für den eigenen Bedarf als
auch und die unvorhersehbare Aufstockung
der Bestellmenge des Kunden sowie abermalige Erhöhung oder Absenkung führten
nach und nach zu erheblichen Lieferverzögerungen und völlig überhöhten Lagerbeständen innerhalb der gesamten Lieferkette.
Diese Wirkungsweise nennt sich Peitschen-
effekt bzw. Bullwhip-Effekt. Am Ende jeder
Spielrunde wurden alle Lagerbestände und
Lieferrückstände der Lieferkette aller Teammitglieder erfasst und mit Kostensätzen
belegt. Die geringsten Gesamtkosten nach 40
Spielrunden hatte das Team »Subeerb«. Die
stolzen Gewinner wurden mit einem echten
Bierpreis ausgezeichnet. Wir lernten daraus,
dass eine schnelle und einfache Bestell- und
Auftragsübermittlung ohne Verzögerungen
nur durch eine einwandfreie Kommunikation
zwischen allen Beteiligten der Lieferkette
möglich ist. Ein funktionierender Kommunikations- und Informationsfluss ist die
Voraussetzung, um den Bullwhip-Effekt zu
vermeiden und Kosten für alle Akteure einzusparen. Auch lernten wir, dass die Logistik
aufgrund der zunehmenden Globalisierung
eine immer wichtigere Rolle spielt und ihre
Bedeutung in der Wirtschaft stetig steigt.
Wir hatten einen spannenden Tag bei AEB,
an dem wir erlerntes Wissen aus der Vorlesung »Beschaffung und Logistik« anwenden
konnten.
Team »Subeerb« gewann das Beergame und wurde dementsprechend
mit einem Bierpreis ausgezeichnet. Foto: privat
Sensoren in Produktion und Logistik
von Prof. Dr.-Ing. Dieter Uckelmann
In der Vorlesung »Sensoren für geometrische Größen« werden den Studierenden
der Informationslogistik unterschiedlichste
Sensoren vorgestellt und auch eigene Messungen durchgeführt. Der Einsatz von Sensoren im industriellen Umfeld hat dabei einen
hohen Stellenwert. Am 15. April 2014 hatten
die Studierenden der Informationslogistik die
Chance, die Balluff GmbH zu besuchen und
Einblicke in die Produktion und Vermarktung
von Sensoren zu gewinnen. Die weltweit
tätige Firma mit Hauptsitz auf den Fildern ist
seit Jahren auf industrielle Sensorsysteme
spezialisiert. Bemerkenswert ist zudem das
bei Balluff eingesetzte, automatisierte Hochregallager, das die zeitgerechte Belieferung
der Kunden unterstützt. »Bei Balluff hat mir
sehr gefallen, dass der interne Waren- und
Informationsfluss durch unterschiedliche
Sensoren aus eigener Herstellung unterstützt wird«, so Patriz Adelmann, Student im
zweiten Semester. »Bei der Führung wurde
zudem gut veranschaulicht, mit welcher
Sorgfalt bei den Sensoren vorgegangen werden muss, um den Endkunden – trotz der
großen Anzahl an sensiblen Bauteilen – fehlerfreie Produkte zu liefern.«
Die Optimierung logistischer Prozesse
stand bei dem Besuch des IBM RFID Test &
Innovation Center in Böblingen am 6. Mai im
Vordergrund. Mit Radio-Frequency Identification (RFID) kann die automatische Identifikation ohne Sichtverbindung und im Pulk
erfolgen, so dass eine Prozessüberwachung
und Steuerung dort ermöglicht wird, wo der
klassische Barcode an seine Grenzen kommt.
»Bei IBM wurde die genaue räumliche
Ortung von Fahrzeugen und Ladungsträgern durch den Einsatz von RFID anschaulich
am Bildschirm visualisiert«, meint Aljoscha
Schulte, ebenfalls Student im zweiten Semester. »Die im IBM RFID Test & Innovation
Center gezeigte Verknüpfung von Theorie,
Forschung und Praxis hat mein Interesse für
das Themengebiet über die Vorlesung hinaus
geweckt.«
Besuch bei einem Global Player
von Prof. Dr. Oliver Höß
Am 18. Juni 2014 besuchten Studierende der
HFT Stuttgart aus mehreren Studiengängen
mit Informatikbezug unter Begleitung von
Prof. Dr. Oliver Höß das Unternehmen AEB
in Stuttgart-Degerloch. Die AEB GmbH ist ein
mittelständisches IT-Unternehmen aus Stuttgart und hat sich von einem Ingenieurbüro für
Software-Entwicklung zu einem führenden
Anbieter globaler IT-Lösungen und Services
für Supply Chain Management mit über 370
Mitarbeitern entwickelt. AEB ist ein internationales Unternehmen mit über 5.000 Kunden in Europa, Asien und Amerika und besitzt
Tochterunternehmen unter anderem in Leamington Spa (UK), Singapur und in Zürich.
Im Rahmen der Exkursion stellte der Unternehmensgründer Peter M. Belz eindrucksvoll die Historie und die Unternehmenskultur
von AEB dar. Anschließend formulierte der
Gastredner Prof. Jochen Ludewig von der
Universität Stuttgart, einer der Urväter des
Stuttgarter Software Engineerings, die
Anforderungen an heutige Software-Ingeni-
eure. Der Alltag eines Softwareentwicklers
bei AEB sowie die Funktionalität des Hauptprodukts ASSIST wurden dann durch AEBMitarbeiter erläutert. Nach einer Führung
durch die Büros und das Rechenzentrum
endete die gelungene Exkursion mit einem
gemütlichen Grillen auf der Dachterrasse.
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
35
Exkursionen I Auslandssemester
Von History@IBM zu Future@IBM
von Prof. Dr. Peter Heusch
Kaum jemand macht sich heute beim
Umstieg von einem alten Smartphone oder
PC auf ein neues Gerät darüber Gedanken,
ob die vorhandenen Apps oder die installierte
Textverarbeitung auch auf dem neuen Gerät
läuft. Vor 50 Jahren war das noch anders. Ein
neuer Rechner – oft sogar vom selben Hersteller – benötigte nicht nur komplett neue
Hardware, sondern auch neue Programme.
Oft musste man erst noch eine neue Programmiersprache lernen, um das System
zum Laufen zu bringen. Außerdem gab es
für kaufmännische und technische Anwendungen verschiedene Computertypen.
Das änderte sich am 7. April 1964, als die
Firma IBM mit dem Rechnertyp 360 die erste
universelle Computerarchitektur vorstellte,
verbunden mit dem Versprechen, dass die für
diesen Rechner geschriebene Software auch
auf allen nachfolgenden Systemen lauffähig sein wird. Mit diesem System schuf IBM
einen Standard, der noch heute gültig ist. Das
ermöglichte unter anderem die Entstehung
Peter Heusch und Prof. Dr. Ulrike Pado – zu
IBM nach Böblingen gefahren waren, um dort
unter anderem einen interessanten Vortrag
von Martin Mähler zur Historie und Zukunft
der IBM zu hören. Im Anschluss daran gab
es eine praktische Übung mit Lochkarten auf
historischen Maschinen. Hier konnten die
Studierenden unter Anleitung von vier ehemaligen IBM-Mitarbeitern feststellen, um
wie viel bequemer Programmierung heute im
Vergleich zu den 1960er Jahren ist.
einer von den Rechnerherstellern unabhängigen Softwareindustrie, und damit letztlich Studiengänge, wie Software Technology
an der HFT Stuttgart. Aber auch hier geht
die Entwicklung weiter. Vielleicht werden
wir in zehn Jahren Computer nicht mehr programmieren, sondern ihnen nur noch die Probleme beschreiben, und die Computer finden
dann weitgehend selbständig die Lösungen?!
Dies und vieles andere erfuhren 20 Studierende des Maser-Studiengangs Software
Technology, die – begleitet von Prof. Dr.
Eine eCommerce-Erfolgsstory
von Prof. Dr. Oliver Höß
Am 17. Juni 2014 wurde im Rahmen der Vorlesung eCommerce von Prof. Dr. Oliver Höß
eine Exkursion zur internetstores GmbH in
Esslingen durchgeführt. Das Unternehmen
zählt zu den erfolgreichsten eCommerceUnternehmen im Fahrrad- und OutdoorBereich und betreibt unter anderem die
Seiten www.fahrrad.de, www.bikester.com
und www.campz.com (in verschiedenen Ländervarianten) sowie www.bikeunit.de und
www.bruegelmann.de. Das Unternehmen
wurde im Jahr 2003 durch René Marius Köhler als Onlineshop für Fahrräder gegründet
und hat sich inzwischen zum Global Player
entwickelt, der mit über 350 Mitarbeitern und
dungslandschaft vorgestellt, die dafür sorgt,
dass das umfangreiche Online-Angebot den
Kunden performant zur Verfügung steht. Es
war auch sehr beeindruckend, die weitestgehend automatisierten Lager- und Logistikprozesse zu sehen, die für die Lieferung der
realen Produkte, die es auch im eCommerceZeitalter noch gibt, notwendig sind.
Onlineshops in zehn Ländern einen dreistelligen Millionenumsatz erwirtschaftet. Im Rahmen der Exkursion hatten die Studierenden
des Studiengangs Wirtschaftsinformatik die
Gelegenheit, auch hinter die Kulissen des
Unternehmens zu blicken. Durch Burkhard
Wagner, den IT-Leiter von internetstores,
wurde die IT-Infrastruktur und die Anwen-
»Auf diese Steine können Sie bauen«
von Anis Aliti und Nora Ferwagner
Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch, verbunden mit dem Klopfen auf vier rote Steine?
Spätestens bei dem bekannten Fuchs mit
Brille ist jedem bewusst, dass es sich um
die Bausparkasse Schwäbisch Hall handelt.
Am 27. Mai 2014 durften wir im Rahmen der
Vorlesung »Kapitalmärkte und Banken« (3.
Semester Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft) an einer Exkursion zur Bausparkasse Schwäbisch Hall unter der Leitung von
Prof. Dr. Tobias Popovic´ teilnehmen.
Die Bauparkasse Schwäbisch Hall (BSH)
ist die Bausparkasse der DZ BANK-Gruppe
und unter der Säule der Genossenschaftsbanken einzuordnen. Mit einem Marktanteil
von fast einem Drittel ist die BSH die größte
Bausparkasse Deutschlands. Wir wurden am
Hauptsitz in Schwäbisch Hall empfangen.
Die erste Station des Tages war das Markenhaus, ein kleines gemütliches Haus, das die
Verbindung der Bausparkasse mit ihrer Heimat verdeutlichen soll. Dort sollen die Kunden auf emotionaler Ebene angesprochen
werden, daher auch der Spruch »Du kaufst
keinen Bausparvertrag, sondern den wichtigsten Ort der Welt.« Diese Werbekampagne
wurde sogar mit dem Goldenen Effie ausgezeichnet, einer bedeutenden Marketing-Auszeichnung, die in Deutschland vergeben wird.
1931 wurde der Grundstein für die heutige Bausparkasse Schwäbisch Hall gelegt.
Schon das erste Firmenlogo zeigte Bausteine, später werden diese mittlerweile
vier Bausteine mit dem Slogan »Auf diese
Steine können Sie bauen« ergänzt. Logo
und Slogan bringen zum Ausdruck, wofür
die Bausparkasse Schwäbisch Hall steht:
Sicherheit, Vertrauen, Kompetenz und Zuverlässigkeit. Danach haben wir einen Einblick
in das Geschäftsmodell und die Nachhaltigkeitsstrategie der Bausparkasse in Form
eines Fachvortrags von Roland Vogelmann
(Bereichsleiter Politik und Gesellschaft,
Geschäftsführer der Schwäbisch Hall Stiftung) unter Mitwirkung von Herrn Buesink
(Bereich Politik und Gesellschaft) erhalten.
Nach einem hervorragenden Mittagessen,
zu dem wir vom Vorstandsmitglied Jürgen
Gießler eingeladen wurden, erwartete uns
ein Vortrag über die Einstiegsmöglichkeiten
bei Schwäbisch Hall. Insgesamt ist die BSH
ein sehr attraktiver Arbeitgeber: Die Bausparkasse bietet neben Kernarbeitszeit und
Homeoffice auch eine seit 1969 bestehende
Kindereinrichtung, den sogenannten »Fuchsbau«, in dem Kinder zwischen ein bis zehn
Jahren betreut werden. Auch die Vergütung
und diverse Sonderleistungen machen die
BSH zu einem beliebten Arbeitgeber. Nicht
umsonst wurde die Bausparkasse Schwäbisch Hall 2014 zu einem der attraktivsten
Arbeitgeber in Deutschland gewählt.
The best memories and experiences in your life
by Francisco Gonzalez Perez
My experience at the MBA programme in Liverpool can be
described as one which definitely will have an impact in my
career and life. From my experience as an international student at the IPM programme at HFT Stuttgart, I learned that
sometimes launching into what you may consider at first the
»unknown«, may turn up bringing you not only personal and
professional growth but also some of the best memories and
experifour 4 months in a totally new environment, culture and
education system such as the one at Liverpool John Moore’s
University (LJMU).
Once in Liverpool, I was fascinated by its educational and
strong cultural environment. These characteristics makes
Liverpool, the once awarded 2008 European Capital of Culture, an ideal city to achieve that perfect balance between
undergoing postgraduate studies and developing your intercultural skills getting immersed in a totally different culture.
My group consisted of awesome individuals, which came
from different sectors of the building industry and different
nationalities ranging from: Africa, Turkey, Germany, England,
Egypt, Dubai, Austria and Puerto Rico; all sharing the same
passion of enhancing each other’s leadership and business
skills. This diversity combined with the strong expertise in
Business offered by LJMU academics, allows you to gain
the necessary global business skills and confidence to influ-
ence any organization you may form part of throughout your
career, no matter in which country you stand.
I have to honest; it was tough and probably even
doubted my capabilities sometimes. The academics challenged us daily in applying business thinking and concepts into
our own experiences in the building industry, and to further
develop our research and writing skills to high quality standards. But as Nelson Mandela once said: “It always seems
impossible until it’s done”, though the experience seemed
challenging at first the guidance obtained from the LJMU academics and the bond formed with such an awesome group
international individuals always made me feel accompanied in
this journey. With all of this, it is very difficult if not impossible
to fail.
I have no doubt that joining this optional MBA to further
enhance my business skills was the correct decision towards
the achievement of my career goals and would recommend it
to anyone who has the chance.
Liverpool and friends. Photos: Francisco G. Perez
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
36
Freundschaftsdienst in Ghana
Ghana: Ein Land im Aufbruch
Architekturstudierende stellen Entwürfe für ein multifunktionales Versammlungsgebäude vor
von Wieland Schmidt und Prof. Stefan Zimmermann
Der kleine Ort Agbenoxoe (gesprochen: Agbenohoi) liegt in
Ghanas Volta-Region am östlichen Ufer des Volta-Stausee.
Dort wurden Anfang März fünf studentische Entwürfe für
ein Community-Center durch Wieland Schmidt, Architekt und
Lehrbeauftragter, und durch Prof. Stefan Zimmermann dem
Dorfrat vorgestellt. Ausgehend von privatem Engagement
entstanden diese Entwürfe im Fach »Konstruktives Entwerfen« des Master-Studiengangs Architektur im WS 2013/14.
Die Aufgabe
Die Aufgabe war, ein multifunktionales, weitgehend offenes
Gemeinschaftszentrum zu entwerfen. Dieses soll bei Versammlungen, Beerdigungen und anderen Anlässen bis zu 200
Menschen Platz bieten und weiteren Teilnehmern gestatten,
sich auf dem Platz davor zu versammeln. Im Alltag soll den
Kindern im Ort eine Hausaufgabenbetreuung angeboten werden. In den bestehenden einfachen Lehmhäusern gibt es vielfach weder elektrisches Licht noch geeignete Tische dafür.
Nach ausführlicher Vorstellung, lebhafter Diskussion und
eingehender Begutachtung der einzelnen Pläne zeigten die
um Dorfchef Togbe Opeku VI versammelten Ältesten und
die extra in das Heimatdorf angereisten Jüngeren eine klare
Präferenz für einen der Entwürfe und deutliches Interesse
an einem zweiten. Für die Umsetzung wurden verschiedene
Anregungen geäußert. Die beiden ausgewählten Entwürfe
wurden nun im SS 2014 vertieft und nahezu ausführungsreif ausgearbeitet. Ziel ist es, dauerhaft, konstruktiv elegant,
nachhaltig sowie klima- und standortgerecht zu bauen und
dabei Investitionsvolumen wie auch Folgekosten gering zu
halten. Aus diesem Grund müssen die Gebäudestrukturen
einfach gestaltet sein, damit sie in weiten Teilen von den Dorfbewohnern in Eigenleistung hergestellt werden können. Geplant ist außerdem, mit Studierenden die Realisierung dieses
Projektes vor Ort zu begleiten.
Der Ort Agbenoxoe
Mit dem Bau des Staudamms in Akosombo hat das Wasser
des Volta-Stausees das ursprünglich ertragreiche Ackerland
rund um Agbenoxoe überschwemmt. Es entstand eine starke
Abwanderung nach Accra. Dennoch ist die Verbindung zum
Herkunftsort mit den vier sozial und familiär eng verbundenen Klans intakt, vor allem bei Beerdigungen kommen
Hunderte von Menschen zusammen. Wegen seiner Mariengrotte ist Agbenoxoe zugleich ein wichtiger Wallfahrtsort für
Christen in Ghana.
Warum Ghana?
Als aufstrebendes Schwellenland ist Ghana politisch eines
der stabileren Länder in Afrika, die überall präsenten »Segnungen« der westlichen Welt stehen in krassem Kontrast
zu der Lebenssituation vieler Menschen, die oft in einfachen
Hütten und Behausungen am Straßenrand leben. Es gibt aber
auch eine hervorragend ausgebildete Mittel- und Oberschicht.
Man spürt, dass das Land im Aufbruch ist. Die Bearbeitung
dieser Aufgabe ist ein Freundschaftsdienst; sie erhebt nicht
den Anspruch ein Entwicklungshilfe- oder wissenschaftliches
Pilotprojekt zu sein. Wir stoßen damit eine kleine Infrastrukturmaßnahme an, die für eine lokale Dorfgemeinschaft hilfreich ist.
Aufgrund der lokalen Klimabedingungen, der begrenzten
Materialverfügbarkeit und der Notwendigkeit zu handwerklichen Eigenleistungen vermitteln wir unseren Architekturstudierenden die Notwendigkeit, sich auf das Wesentliche
und Essentielle zu konzentrieren. Die Aufgabe zeigt uns, dass
Architektur spezifische, lokale Lösungen braucht sowie einen
ingenieurtechnisch-konstruktiven Sachverstand, der auf die
Berechnung von 25 Lastfallkombinationen verzichten kann.
In diesem Sinne werden wir uns zusammen mit den Studierenden bemühen, in ein bis zwei Jahren das fertige Projekt
präsentieren zu können.
An dem Projekt waren folgende Studierende beteiligt: Sümeye Sagkol, Christine Klippert, Anna Pach, Alisa
Moisei, Gloria Meilhammer, Daniela Natalia Rossaro, Katrin Bruns, Stephanie Stock, Francesco Abajo Duran,
Fabian Maier und Marco Findling. Betreuer: Prof. Lutz Dickmann, Prof. Gerd Gassmann, Wieland Schmidt
und Prof. Stefan Zimmermann. Fotos: privat
Hochschule für Technik Stuttgart Stallgeflüster 42 Oktober 2014
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Seele and Geist
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