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Infoblatt vom 01.04.2015

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rbb PRAXIS sucht Ihre Krankengeschichte!
Sie haben gesundheitliche Beschwerden? Sie sind schon bei verschiedenen Ärzten gewesen und
haben immer noch keine klare Diagnose? Sie wären bereit, sich einer Live-Diagnose im Studio zu
unterziehen? Sie wohnen in Berlin oder Brandenburg? Wir können Ihnen vielleicht helfen.
Dann bitten wir Sie, uns kurz Ihre Krankengeschichte zu schildern und Kopien Ihrer Arztbefunde
zu schicken. Wenn möglich, legen Sie bitte ein Foto von sich bei.
Wir arbeiten mit einer Reihe von Ärzten zusammen, die zur Live-Diagnose zu uns ins Studio
kommen. Vielleicht finden wir Ärzte, die Ihnen helfen könnten.
Schreiben Sie uns eine E-Mail und schicken Sie Arztbefunde als Anhang an:
praxis@rbb-online.de
oder schicken Sie uns alles per Post an:
Redaktion rbb PRAXIS
Masurenallee 8-14, 14057 Berlin
rbb Praxis – Das Gesundheitsmagazin
am 01.04.2015, 20.15 – 21.00 Uhr
Die Themen:
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Nahrungsmittelcholesterin - Gefahr im Osterei?
Aktuelle Studien: Impfungen schützen vor plötzlichem Kindstod
Morton Neurom – Der quälende Nervenschmerz im Fuß
Sensomotorische Einlagen - Was stärkt den Fuß?
Osterurlaub: Ohne Rückenschmerz ans Ziel
Serie: „Wie bitte?“ Kleine, unbekannte Zehen
Nahrungsmittelcholesterin – Gefahr im Osterei?
Ob gebraten oder hart gekocht: Eier schmecken und sind günstig, lassen sich
vielfältig zubereiten und enthalten Vitamine. Zu viel Ei gilt allerdings als
gefährlich: Besonders das Eigelb enthält jede Menge Cholesterin. Ein hoher
Cholesterinspiegel wiederum erhöht die Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Doch wie groß ist die Gefahr aus dem Ei tatsächlich? Und wie gefährlich ist das in
anderen Nahrungsmitteln enthaltene Cholesterin?
Ein Ei der mittleren Größe enthält rund 220 Milligramm Cholesterin. Wegen ihres
hohen Cholesteringehaltes gelten Eier als Cholesterinbomben – und damit als
besonders riskant für die Gesundheit. Denn ein hoher Cholesterinspiegel kann zu
Ablagerungen in den Gefäßen führen, die sich zu Arteriosklerose entwickeln und
die Adern verstopfen. Die Folgen sind Herzinfarkt und Schlaganfall. Jahrelang
rieten Ernährungsexperten deshalb, nicht mehr als zwei bis drei Eier wöchentlich
zu essen.
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Doch nicht nur Eier, auch zahlreiche andere Lebensmittel, wie zum Beispiel
Innereien, enthalten viel Cholesterin und gelten deshalb als besonders
ungesund. Ein paar Beispiele: 100 Gramm Leber (370 Milligramm Cholesterin),
Kaviar (300 Milligramm) Butter (220 Milligramm) oder Garnelen (140
Milligramm).
Zusammensetzung der Fette entscheidend
Mittlerweile ist die Wissenschaft schlauer und weiß: Viel mehr als der absolute
Cholesteringehalt beeinflussen Art und Menge der insgesamt aufgenommenen
Nahrungsfette unsere Gesundheit. Dabei spielen der Gehalt an gesättigten
(einfach ungesättigten und mehrfach ungesättigten) Fettsäuren eine wichtige
Rolle: Je weniger gesättigte Fettsäuren in einem Lebensmittel vorkommen, desto
besser. Diese Fettsäuren sind vor allem in tierischen Fetten wie Butter, Fleisch,
Wurstwaren, Milch und Milchprodukten enthalten. Deshalb gilt die simple Regel:
Je weniger tierische Fette man isst, desto weniger gesättigte Fettsäuren nimmt
man auf und desto weniger Cholesterin gelangt ins Blut. Ungesättigte
Fettsäuren, die unter anderem in Fisch, Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen wie
Olivenöl vorkommen, können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.
Cholesterinspiegel gesunder Menschen wird kaum beeinflusst
Und wie sieht es nun mit den Eiern aus? Amerikanische Forscher haben ihnen
mittlerweile die Absolution erteilt. Denn sie konnten in Studien nachweisen, dass
das Cholesterin in Nahrungsmitteln unseren Cholesterinspiegel im Blut kaum
beeinflusst. Spezielle Mechanismen im Verdauungssystem gesunder Menschen
verhindern, dass der Körper zu viel Cholesterin aus den Nahrungsmitteln
aufnimmt. Wird mit der Nahrung vermehrt Cholesterin zugeführt, drosselt der
gesunde Körper die eigene Cholesterinproduktion, sodass die Cholesterinwerte
im Blut nahezu konstant bleiben. Selbst der Genuss mehrerer Eier pro Tag ist
deshalb ungefährlich. Offenbar gilt das auch für andere Lebensmittel wie
Fleischprodukte. Nun wollen US-Gesundheitsexperten entsprechende Warnungen
aus den offiziellen Ernährungsratschlägen streichen. Der Cholesterinspiegel im
Blut wird also nicht vom aufgenommenen Nahrungscholesterin beeinflusst,
sondern durch die körpereigene Produktion in der Leber. Dabei spielt wiederum
das Fett, das wir essen, eine wichtige Rolle. Gesättigte Fettsäuren, wie sie in
gehärteten Fetten enthalten sind, zum Beispiel in Wurst und Schweinebraten,
Pommes Frites, Gebäck, Chips oder Crackern, erhöhen den Wert des
„schlechten“ LDL-Cholesterins.
Gutes Cholesterin, schlechtes Cholesterin
Mediziner unterscheiden zwei Arten von Cholesterin: Das „gute“ HDL-Cholesterin
schützt die Gefäße. Es sorgt im Blut für den regelmäßigen Abtransport von
„schlechtem“ LDL-Cholesterin. Schwimmt zu viel LDL-Cholesterin im Blut, lagert
es sich an den Gefäßwänden ab und führt im Zusammenspiel mit dem
Immunsystem zu den bereits erwähnten arteriosklerotischen Plaques. Sie
verengen die Gefäße, so dass weniger sauerstoffreiches Blut ins Gewebe gelangt.
Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folge sein.
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Und wie war das jetzt mit den Eiern?
Letzten Endes sind Eier sogar gesund: Sie enthalten wenig gesättigte Fettsäuren,
dafür viele Mikronährstoffe, Vitamine (D, B, K), Mineralstoffe und Jod. Die
Nährstoffe befinden sich sowohl im Eigelb als auch im Eiweiß, der überwiegende
Anteil ist allerdings im Eidotter enthalten. Der hohe Eiweißgehalt im Ei
unterstützt die Sättigung und hilft sogar beim Abnehmen. Das im Ei enthaltene
Lecithin schützt nicht nur Leber und Dickdarmschleimhaut, es verbessert auch
Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnisleistung, stärkt die Nerven und hilft bei
Stress. Lecithin verhindert zudem die Aufnahme des Cholesterins aus dem Eigelb
in die Darmwand und damit in den Blutkreislauf.
Wer sollte weniger oder keine Eier essen?
Sich beim Eierkonsum zurückhalten sollten Typ-2-Diabetiker, deren Blutwerte
schlecht eingestellt sind. Bei ihnen könnte sich das Cholesterin kristallisieren,
warnen Experten. Auch bei einem LDL-Cholesterin-Wert über 200 sollte man
sich beim Eierkonsum mäßigen.
Grundsätzlich gilt aber: Wer seine hohen Blutfettwerte senken möchte, sollte
versuchen das Normalgewicht zu erreichen, Sport treiben, mit dem Rauchen
aufhören und auf gehärtete Fette verzichten, statt auf das Frühstücksei.
Fett sollte am besten nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr
ausmachen, bestehend aus etwa zwei Dritteln ungesättigten und höchstens
einem Drittel gesättigten Fettsäuren.
Experten im Beitrag
Dr. med. Mathias Riedl, Facharzt für Innere Medizin, Diabetologe,
Ernährungsmedizin, Notfallmedizin, Verkehrsmedizin, medicum Hamburg
STANDORT Berliner Tor: Beim Strohhause 2 • 20097 Hamburg
STANDORT Farmsen: An der Walddörferbahn 15 • 22159 Hamburg
Tel.: 040 - 80 79 79 0
Internet: http://www.medicum-hamburg.de
E-Mail: info@medicum-hamburg.de
PD Dr. med. Jens Aberle, Facharzt für Innere Medizin - Endokrinologie/
Diabetologie, Leiter der Sektion Endokrinologie, Stoffwechsel, Diabetologie
III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Eppendorf (UKE)
Neues Klinikum (O10), 2. Stock, Martinistr. 52
20246 Hamburg
Internet: https://www.uke.de/kliniken/medizinische-klinik-3/index_7117.php
PD Dr. med. Ingo Eitel, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie
Geschäftsführender Oberarzt, Leiter Herzkatheterlabor
Medizinische Klinik II - Kardiologie, Angiologie, Intensivmedizin
Ratzeburger Allee 160 , Zentralklinikum (Haus 40)
23538 Lübeck
Tel.: 0451 500-2501
Internet: http://www.innere2-luebeck.uk-sh.de/
3
Prof. Dr. Andreas Pfeiffer
Ernährungswissenschaftler, Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Abteilung für Klinische Ernährung
Arthur-Scheunert-Allee 114-116, 14558 Bergholz-Rehbrücke
Tel.: 033 200 - 88 770
E-Mail: afhp@dife.de
Internet: www.dife.de
Weiterführende Informationen im Internet
Cholesteringehalt in Lebensmitteln
http://www.apotheken-umschau.de/Erhoehte-BluttfettwerteCholesterin/Cholesterinwerte-Cholesteringehalt-in-Lebensmitteln-57728_5.html
Buchtipp
Gut essen bei erhöhtem Cholesterin
Dagmar von Cramm
Verlag Stiftung Warentest, 2012
ISBN: 978-3-86851-041-6
Preis: 19,90 €
Impfungen schützen vor plötzlichem Kindstod
Seit einem halben Jahr dauert die Masernepidemie in Berlin und Brandenburg
nun schon an. Ein Grund dafür sind Impflücken bei jüngeren Erwachsenen. Jetzt
befürchten die Experten sogar, dass sich die Virusinfektion auch in andere
Regionen Deutschlands ausbreitet. Dabei scheint es so einfach: Impfen,
Immunität aufbauen, geschützt sein – und fertig. Impfgegner stellen es genau
umgekehrt dar: Impfungen haben mehr Nebenwirkungen als dass sie nutzen.
Solchen Argumenten nimmt jetzt eine aktuelle Studie aus der Charité den Wind
aus den Segeln: Offenbar gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen
der Impfrate und dem plötzlichen Kindstod. Impfen scheint vor dem plötzlichen
Kindstod zu schützen. Die rbb Praxis hat die Fakten für Sie aufbereitet.
Berlin und Brandenburg schlagen Alarm: Seit Oktober sind in der Hauptstadt 866
Menschen an Masern erkrankt, die meisten davon sind Erwachsene. Ein Kleinkind
starb im Februar an den Folgen der Infektion. Pro Tag gibt es im Schnitt 15
Neuerkrankungen. Schuld daran sind die vielen ungeimpften jungen
Erwachsenen: Nach einer Analyse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in
Deutschland (DEGS1) ist bundesweit jeder fünfte 18- bis 29-Jährige und jeder
zweite 30- bis 39-Jährige nicht gegen Masern geimpft. Solche Impflücken
konsequent aufzuholen, darin hat Deutschland bislang keine Tradition – ein
gesundheitspolitisches Problem. In Berlin und Brandenburg haben die Behörden
und Facharztverbände in den letzten Wochen zu drastischen Maßnahmen
gegriffen: Ungeimpfte Kinder dürfen nicht in den Kindergarten oder die Schule
gehen. Babys sollen statt mit 11 Monaten schon mit neun Monaten gegen
Masern geimpft werden. Und nur geimpfte Menschen dürfen engeren Kontakt
mit Säuglingen haben. Denn offenbar wissen viele noch immer nicht, welche
Verantwortung sie für sich selbst und andere haben. Weltweit gibt es nach WHO4
Angaben jedes Jahr mehr als 100.000 Masern-Todesfälle. Besonders gefährdet
sind Babys im ersten Lebensjahr – ein Alter, in dem viele Eltern auch vor der
Impfung zurückschrecken.
Je höher die Impfquote, desto seltener der plötzliche Kindstod
Die Bedeutung von Impfungen geht für die Kleinsten über eine Maserninfektion
hinaus: Wissenschaftler der Berlin School of Public Health (BSPH) der Charité Universitätsmedizin Berlin haben einen statistischen Zusammenhang zwischen
Impfverhalten und der Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes feststellen.
Innerhalb der vergangenen 40 Jahre schwankte in den USA die Impfquote
entsprechend gesellschaftlicher Trends. Die Kindstodrate steht dabei in einem
umgekehrten Verhältnis zur Impfabdeckung gegen Diphtherie-TetanusKeuchhusten. Bei steigenden Impfquoten sinken zeitgleich die Fälle von
plötzlichem Kindstod. Eine 10 Prozent höhere Quote in einer Bevölkerung, in der
Studie am Beispiel der USA errechnet, verringert die Häufigkeit des plötzlichen
Kindstodes um fast 10 Prozent.
Aufklärung erhöhte Furcht vor Nebenwirkungen
Nun könnte man meinen, dass Aufklärung mit Hilfe solcher Studienergebnisse
die Impfraten erhöht. Tatsächlich gelingt es durch Gespräche, falsche Annahmen
über die Nebenwirkungen von Impfungen zu korrigieren. Ein Beispiel dafür ist der
Glaube, wonach die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) das Risiko
für Kinder erhöht, autistisch zu werden. Dieser Irrtum lässt sich einer Studie des
US-amerikanischen Politik- und Sozialwissenschaftlers Brendan Nyhan vom
Dartmouth College zufolge beseitigen, wenn man den Betreffenden Daten dafür
vorlegt, dass es zwischen Impfung und Autismus keinen Zusammenhang gibt.
Rund die Hälfte der knapp 1.800 Studienteilnehmer korrigierte daraufhin seinen
Irrglauben.
Allerdings steigt nach einem solch korrigierten Irrtum nicht unbedingt die
Bereitschaft zu impfen. Im Gegenteil, sie kann sogar abnehmen – und das vor
allem bei den Personen, die dem Impfen gegenüber besonders skeptisch
eingestellt sind. In der Nyhan-Studie lag die Wahrscheinlichkeit dafür, Kinder
künftig impfen zu lassen, bei den am stärksten gegen die MMR-Vakzine
eingestellten Probanden zunächst bei 70 Prozent. Nach der Aufklärung sank sie
auf 45 Prozent.
Filmbeitrag: Stefan Sperfeld
Infotext: Constanze Löffler
Experten im Beitrag
Dr. med. Martin Karsten
Facharzt für KInderheilkunde
Aßmannshauser Straße 11A
14197 Berlin
http://www.kinderarzt-wilmersdorf.de/
Tel.: 030-8215161
5
Prof. Dr. med. Jacqueline Müller-Nordhorn, DPH
Leitung Berlin School of Public Health
Charité - Universitätsmedizin Berlin, CVK: Campus Virchow-Klinikum
Seestr. 73, 13347 Berlin
Zugang über Reinickendorfer Str. 61/62
Tel.: 030 - 450 570 872
http://bsph.charite.de/ueber_uns/team/personenseiten/jacqueline_mueller_nord
horn/
Weiterführende Informationen
Link zur Pressemitteilung der Charité Studie
http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/je_hoeh
er_die_impfquote_desto_seltener_der_ploetzliche_kindstod/
Link zur Berichterstattung über die Charité-Studie im Deutschen Ärzteblatt
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62309/Ploetzlicher-Kindstod-bei-hoherImpfquote-seltener?s=impfen+charite
Morton Neurom – Der quälende Nervenschmerz im Fuß
Ein gemütlicher Spaziergang mit dem Hund, plötzlich schießen Schmerzen in den
Fuß. Das Auftreten wird zur Qual. Was könnte dahinter stecken? Der Orthopäde
Dr. Bauwens hat einen Verdacht: eine Nervenverdickung zwischen dem zweiten
und dritten Zeh, das sogenannte Morton Neurom. Welche Behandlungsmethode
kann jetzt dauerhaft helfen?
Bei der Patientin im Film nahmen die Schmerzen im Fuß zunächst schleichend zu.
Als sie eines Tages spazieren geht, schießen die Schmerzen plötzlich in den Fuß ähnlich einem elektrischen Schlag. Erst als sie beginnt, den Fuß zu bewegen,
werden ihre Beschwerden langsam besser. Von nun an hilft sie sich mit kleinen
„Entlastungstricks“ und weiten, bequemen Schuhen. Doch als der schmerzhafte
Zustand sich weiter verschlechtert, geht sie zum Orthopäden. Ein Besuch, der
sich lohnt.
Nach ausführlicher Befragung vermutet der Orthopäde, dass es sich bei der
Patientin um ein Morton Neurom handelt, auch Morton Neurinom oder
allgemeiner Metatarsalgie genannt. Der Nerv, der zwischen der zweiten und
dritten Zehe entlang verläuft, ist chronisch gereizt – und hat einen Nervenknoten
gebildet. Der ist entzündet und schwillt an. Fachärzte nennen die knotige
Entzündung ein Neurom. Das Röntgenbild gibt die Nervenverdickung nicht preis,
sie kann nur ertastet werden. Beim Ertasten des Neuroms zwischen den
Mittelfußknochen kann der Fußspezialist einen spezifischen Druckschmerz
auslösen. Nicht immer ist die Diagnose so einfach wie bei der Patientin im Film,
da sich das Knötchen nicht unbedingt ertasten lässt. Dann muss weiter
untersucht werden.
Das Morton Neurom ist häufig die Folge einer Spreizfußfehlstellung. Es tritt
meist bei Frauen auf. Aber auch Männer – oft Laufsportler mit hohem
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Trainingspensum – können darunter leiden. Das Morton Neurom kann
konservativ, also ohne Operation, beispielweise mit Kortison-Injektionen
behandelt werden. Der Wirkstoff bessert die Entzündung, die Schwellung geht
zurück. Bei einigen Patienten reicht das schon. Die meisten kommen aber nach
einer gewissen Zeit wieder, weil ihre Beschwerden erneut aufflackern. Dann
können die Ärzte erneut spritzen, oder der Orthopäde setzt spezielle Einlagen
ein.
Wer eine lebenslange Lösung will, sollte sich jedoch operieren lassen. Der Arzt
kann durch die Fußsohle schneiden oder über den Fußrücken an den
Nervenknoten gelangen. Der Schnitt ist bis zu zwei Zentimeter groß. Je nach
Methode haben die Patienten anschließend mehr oder weniger
Laufbeschwerden, weil die Narbe auf dem Fuß ist oder in der Sohle. Für
trittsichere Bewegung und eine bessere Heilung bieten sich Fußübungen an.
Experte im Beitrag
Dr. med. Kai Bauwens, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,
Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie
Weydingerstraße 18, 10178 Berlin
Tel. 030/2415892
Internet: www.bauwens-broecker.de
E-Mail: info@bauwens-broecker.de
Weiterführende Adresse
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Tel.: +49 (0)30 – 340 60 36 00
E-Mail: office@dgou.de
Internet: www.dgou.de
Weiterführende Informationen im Internet
Ausführliche Informationen zu den verschiedenen Therapie des Morton Neurom
von der Gelenk Klinik Gundelfingen
http://gelenk-klinik.de/orthopaedische-erkrankung/fuss/morton-neurommittelfusschmerzen-metatarsalgie.html
Informationen zum Morton Neurom von der Uniklinik Heidelberg
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Morton-Neurom-MortonMetatarsalgie.118067.0.html
Sensomotorische Einlagen - Was stärkt den Fuß?
Plattfüße, Rückenschmerzen, Beckenschiefstand – sensomotorische Einlagen
sollen helfen, wenn die Füße Schmerzen verursachen. Die Hersteller der teuren
Einlagen versprechen, dass der Fuß durch in die Einlage eingearbeitete
Unebenheiten trainiert und gestärkt wird. Die rbb Praxis fragt nach: Wie und
wem helfen sensomotorische Einlagen?
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Obwohl sie einigermaßen fragil aussehen, sind unser Füße von Natur aus robust
und widerstandsfähig. Quasi unbemerkt umrunden wir im Laufe unseres Lebens
bis zu viermal die Erde und legen so an die 160.000 Kilometer zurück. Doch
damit nicht genug: Auf den beiden Stützen lastet auch das gesamte
Körpergewicht. Um das tragen zu können, sind unsere Füße komplex gebaut: 26
Knochen, 33 Gelenke, zwei Dutzend Muskeln und über 100 Bänder sorgen für
Halt und Bewegung. Die Ferse stabilisiert, der Mittelfuß macht den Fuß
beweglich. Mit dem Vorfuß rollen wir ab und die Sohle dämpft das Gewicht. Alles
zusammen ein Wunderwerk der Statik, auf dem sich mehr Sinneszellen befinden
als im Gesicht.
Fußprobleme durch zu viel Komfort?
Normalerweise kommen wir mit gesunden, unverformten Füssen zur Welt.
Muskeln und Rezeptoren sind wichtig für den Bewegungsapparat, verkümmern
aber durch modernes Schuhwerk. Im Laufe des Lebens klagen wir über
Beschwerden wie Hühneraugen, Plattfüße und Hammerzehen bis hin zu
Durchblutungsstörungen, Gicht und Arthrose.
Frauen leiden vier bis fünf Mal häufiger an deformierten Füssen, denn sie haben
ein schwächeres Bindegewebe und hormonelle Extremleistungen wie
Schwangerschaft oder die Wechseljahre machen die Bänder bei ihnen weicher.
Und: Frauen muten ihren Füssen durch ungünstiges Schuhwerk einiges zu. Spitze
Pumps und Ballerinas quetschen Vorderfuß und Zehen. High Heels verlagern fast
das gesamte Körpergewicht auf die Fußballen. Die Sehnen des Vorderfußes
leiern aus, es entstehen Spreizfüße oder ein Ballenzeh, der Hallux valgus, wie
Experten die markante Fehlstellung auch nennen. Er sorgt für schmerzhafte
Druckstellen.
Zurückhaltende Therapie von Orthopäden und Sportmedizinern
Die Ärzte behandeln Fußprobleme heute vielerorts zurückhaltend: Orthopäden
und Sportmediziner setzen am Fuß nur noch selten Skalpell und Gips ein.
Stattdessen dehnen Physiotherapeuten verkümmerte Bänder und Sehnen.
Einlagen sollen schlaffe Muskeln stärken und Unterschiede ausgleichen. Das
beste Training nach Expertenmeinung ist jedoch das Barfußlaufen. Dabei muss
der Fuß sich an die Unebenheiten des Bodens anpassen und das wiederum stärkt
die Muskeln und beugt Fehlstellungen vor.
Barfußlaufen - die gesündeste Art der Fortbewegung
Unsere Vorfahren haben sich gezwungenermaßen ohne Schuhe fortbewegt. Es
liegt also in unserer Natur, nicht in Schuhen durchs Leben zu gehen. Über Kiesel
staksen, durch kalte Bäche waten oder Sand durch die Zehen rieseln lassen: Die
Massage stimuliert die Reflexzonen und belebt und entspannt den ganzen
Körper. Temperaturreize und balancierende Bewegungen stimulieren und
kräftigen Muskulatur, Gelenke, Sehnen und Bänder. Fuß-Experten raten
außerdem zu zehn Minuten Fuß-Training täglich: Zehenspitzenstand oder das
Stehen auf einem Bein, am besten mit geschlossen Augen, stärken die Muskeln
und schulen Koordination und Gleichgewichtssinn.
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Sensomotorische Einlagen
So genannte sensomotorische Einlagen versuchen das Barfußlaufen auf
natürlichem Boden zu imitieren. Sie sind eine Art Dauer-Trainingsprogramm für
die Fußmuskeln. Die Einlagen haben kleine Druckpolster und Erhebungen. In den
verschiedenen Kammern ist ein Kautschuk-Granulat. Das kann der Arzt nach den
individuellen Anforderungen des Patienten befüllen. Im Gegensatz zu
konventionellen Einlagen, die das Fußskelett lediglich stützen, stimulieren die
neuen Einlagen die Muskulatur. Sie sollen wieder so kräftig werden, dass sie das
Längsgewölbe des Fußes in seiner korrekten Lage halten können.
Die Einlagen können bei verschiedenen Beschwerden wie Plattfüßen,
Rückenschmerzen, Beckenschiefstand etc. helfen. Bisher konnten allerdings erst
einzelne Studien, die sich auf spezielle Produkte bezogen und von den
Herstellern selbst initiiert waren, einen Nachweis der Wirksamkeit belegen. Ein
genereller Nachweis fehlt noch – übrigens genauso wie für konventionelle
orthopädische Einlagen. Im Gegensatz zu diesen werden aber genau deshalb die
Kosten für sensomotorische Einlagen bisher nur einigen gesetzlichen Kassen auf
Antrag übernommen. Private Krankenkassen übernehmen die Kosten in der
Regel, so auch im Film: die private Krankenversicherung der Patientin erstattete
die Kosten von 240 Euro für das Paar Spezialeinlagen.
Experte im Beitrag
Matthias Löcher
Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin und für Chirurgie
Praxis für Manuelle Medizin und Osteopathie
Florastraße 79, 13187 Berlin
Tel.: 030 88668985
E-Mail: team@arztpraxis-loecher.de
Internet: www.arztpraxis-loecher.de
Osterurlaub: Ohne Rückenschmerz ans Ziel
Jetzt starten viele Berliner und Brandenburger in die Osterferien! Und
Autofahrer wissen, was nun kommt: Das Reiseziel ist fern, der Rücken schmerzt
aber schon nach wenigen Metern. Die Fahrt wird mit den Beschwerden schnell
zur Qual. Besonders im Stau! Die rbb Praxis zeigt Gegenmittel: Übungen, für die
man nicht mal aussteigen muss – ein Stau oder ein kurzer Stopp am Rande
reichen oft schon aus.
Wer Auto fährt, kennt es: Nach einer Weile fühlt man sich eingeengt und schlapp.
Aus medizinischer Sicht ist das nicht verwunderlich: Durch das lange Autofahren
schaltet das Herz-Kreislaufsystem in den Ruhezustand um. Weniger Blut wird ins
Gehirn gepumpt – und man wird müde.
Die meisten Autositze sind zudem leider alles andere als rückenfreundlich. Man
kann sich kaum bewegen und sitzt gebeugt. Die Wirbelsäule bewegt sich nicht; die
Muskulatur verspannt. Zudem führt konzentriertes Fahren – wie bei hohen
Geschwindigkeiten auf der Autobahn – durch den erhöhten Grundtonus der
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Muskulatur zu Verspannungen in den Beinen, im Nacken-Schulter-Gürtel und in
den Stützmuskeln der Lendenwirbelsäule.
1) Legen Sie deshalb einen Stopp ein, um Ihre Wirbelsäule zu mobilisieren:
vorbeugen und den Rücken rund machen. Dann zurückbeugen, die Brust
rausstrecken. Wiederholen Sie die Bewegung einige Male langsam im
Wechsel.
2) Dehnen Sie sich, indem Sie sich sanft in eine Richtung drehen. Verweilen
Sie etwa 10 bis 15 Sekunden in der Dehnspannung. Oder verschränken Sie
die Hände hinter dem Kopf und beugen Sie den Oberkörper seitlich. Halten
Sie auf jeder Seite 10 bis 15 Sekunden inne. Durch die Dehnung wird die
Muskulatur zusätzlich gekräftigt. Vor allem werden Muskeln, die verkürzt
sind, wieder gestreckt.
3) Sich bewegen und auch mal aussteigen – das ist nach eineinhalb bis zwei
Stunden wichtig. Bringen Sie Ihren Körper sanft in Schwung. Strecken Sie
sich erst mal ausgiebig. Treten Sie dann auf der Stelle, werden Sie
schneller, um schließlich locker los zu joggen. Machen Sie das etwa 3
Minuten lang.
4) Wer sportlich ist, kann sich auch zum Hampelmann machen. Die Bewegung
regt das Herz-Kreislaufsystem an. Das Gehirn wird mit frischem Sauerstoff
versorgt, das erhöht die Konzentrationsfähigkeit und Ihre Muskeln
entspannen sich. So werden Sie garantiert blitzschnell fit für die nächsten
Stunden im Auto.
Experte im Beitrag
Claudius Kohdadad, Sportwissenschaftler
ARS VITALIS Fitnessclub GmbH
Hauptstraße 19, 10827 Berlin
Tel.: +49 (0)30 – 311 65 94 70
Internet: http://www.ars-vitalis.de
Weiterführende Informationen im Internet
Rückenschonend fahren – die besten Tipps
http://www.special-rueckenschmerz.de/tipps-praevention/autofahren-ohnerueckenschmerzen-die-besten-tipps-id130886.html
Serie: „Wie bitte?“ - Kleine, unbekannte Zehen
Täglich sind wir auf sie angewiesen, aber trotzdem stecken sie den ganzen Tag in
Socken und Schuhen. Ehrlich gesagt wissen wir recht wenig über sie: unsere
Zehen. Das fängt ja schon beim Namen an - die Praxis klärt auf.
Unsere Hand. Da wären: Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger, kleiner
Finger – jeder hat seinen eigenen Namen. Doch wie ist das am Fuß? Großer Zeh,
kleiner Zeh. Und die drei in der Mitte? Selbst Ärzte haben keine richtigen Namen
10
für die drei. Nur der große Zeh wird von Ärzten als „Hallux“ bezeichnet, der
kleine als „Digitus minimus“
Für die drei wichtigen Zehen dazwischen sagt der Mediziner nur „Digiti pedis.“
Und das heißt wörtlich übersetzt: „Finger des Fußes“. Lediglich eine eigene
römische Ziffer steht jeder dieser Zehen zu, also II, III, IV.
Übrigens:
Die Füße samt Zehen tragen uns im Laufe des Lebens dreimal um die Erde.
Frauen sollen pro Jahr durchschnittlich 214 Kilometer allein beim Shopping
zurücklegen und der Mensch allgemein macht durchschnittlich 8.000 bis 10.000
Schritte am Tag.
Weiterführende Adresse
Zentralverband der Podologen und Fusspfleger Deutschlands e.V.
Auf den Äckern 33
59348 Lüdinghausen
Tel.: 02591-980736-0
E-Mail info@zfd.de
Internet: www.zfd.de
RBB
„rbb Praxis“
Masurenallee 8 –14
14057 Berlin
www.rbb-praxis.de
Redaktion:
Redaktionsassistenz:
Moderation:
Infotext:
Stand der Information:
Lucia Hennerici, B. Kaiser
Christine Salminger
Raiko Thal
Constanze Löffler
01.04.2015
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