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als pdf - Neuhauser Woche

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Lokalzeitung für Neuhausen am Rheinfall und Umgebung
4. Jahrgang, Nr. 13Individuelle
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2. April 2015
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Rückblick auf die Saison
Kritik am Frankenkurs
Englisch mal anders
Die Erstligamannschaft von Pfader
Neuhausen ist auf dem 6. Platz.
Der Präsident zieht Bilanz. Seite 5
An der GV von Schaffhauserland
Tourismus hat Ernst Landolt
die Nationalbank kritisiert. Seite 7
Eine Primarklasse hat ihren
­Englischunterricht auf die Strasse
verlegt. Seite 8
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Migros zieht ins
RhyTech-Areal
Die Migros Ostschweiz hat entschieden, ihre Filiale von der Wil­
denstrasse aufs RhyTech-Areal zu
verlegen. Dies hat der Gemeinderat
gestern bekannt gegeben. In einer
Mitteilung zeigt er sich einerseits
erfreut, dass der Grossverteiler in
Neuhausen bleibt. Gleichzeitig bedauert er den Umzug, denn dadurch werde das Neuhauser Zen­
trum geschwächt. Die Migros sei
ein wichtiger Frequenzbringer. Um
einen Wegzug zu verhindern, habe
der Gemeinderat das Projekt Kirchacker ausarbeiten lassen, teilt er
weiter mit. Dies als Alternative zum
RhyTech-Areal. (r.)
Seite 3
Gratulation zum
95. Geburtstag
Albert Baumann hat fast sein ganzes Leben lang in der Genossenschaftssiedlung Goldberg gewohnt. Bild: vf
«Selbstverwaltung ist am günstigsten»
Der frühere SVP-Einwohnerrat und Kantonsrat Albert
Baumann schwört auf selbstverwaltetes Wohnen. Nach
44 Jahren Vorstandsarbeit hat er das Präsidium der
­ältesten Neuhauser Wohnbaugenossenschaft abgegeben.
Die Bau- und Wohngenossenschaft
Goldberg ist eng mit Albert Baumanns Leben verknüpft. 1947 wurde
sie in einer Zeit der Wohnungnot
von SP-nahen Persönlichkeiten gegründet. Unter ihnen war der damalige Neuhauser Gemeindepräsident
Ernst Illi. In einer ersten Etappe
wurden an der Hegaustrasse zehn
Zweifamilienhäuser in Holzständerbauweise errichtet. 1950 entstanden
unmittelbar daneben – an der Boh-
nenbergstrasse – fünf weitere Häuser aus Backstein. «Als 15-Jähriger
bin ich in dieser zweiten Etappe mit
meinen Eltern hierhergezogen», erzählt Albert Baumann.
Nach der Ehe zurückgekehrt
Als verheirateter Mann ist er
zurückgekehrt, hat mit seiner Frau
Friedel eine der insgesamt 30 Genossenschaftswohnungen genommen und hat mit ihr hier zwei Kin-
der grossgezogen. «Seit 53 Jahren
wohnen wir nun hier», erzählt der
heutige Senior.
Während seines Lebens hat er
sich neben dem Beruf vielseitig
engagiert: beim Fussballclub Amicitia Neuhausen, bei der Regionalgruppe der MultipleskleroseGesellschaft und bei der SVP, für
die er im Einwohner- und im Kantonsrat sass. Und natürlich wirkte
er auch im Vorstand der Bauund Wohngenossenschaft Goldberg
mit. 1971 übernahm er das Amt
des Kassiers und kurz nach seiner
Pensionierung das Präsidium. Als
solcher machte er ausser der …
Fortsetzung auf Seite 2
Die Altersheimverantwortlichen
teilen mit, dass Katharina Bollinger
am kommenden Montag, 6. April,
im Alters- und Pflegeheim Rabenfluh Geburtstag feiert. Sie wird
dann stolze 95 Jahre alt. Die Redaktion gratuliert von Herzen! (r.)
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2 Tribüne
Mein Freund, der Baum
M
ein Apfelbäumchen
hat mich schon
letztes Jahr reich
beschenkt – über
ein Dutzend grosser, süsser Jonagold-Äpfel trug er
erstmalig, deshalb möchte ich ihm
vor seiner neuerlichen Schwerarbeit
etwas Gutes tun. Der Apfelbaumpflege bin ich eigentlich nicht mächtig, also vertraue ich auf den Fundus
des weltumfassenden Datennetzes.
Der erste Schritt, eine «Vitaminkur»
vor dem Winter, war noch das Einfachste. Rund um seinen dicker werdenden Stamm versorgte ich ihn mit
einer reichen Portion Naturdünger,
die Niederschläge werden das Ihrige
tun und die Mineralien in den Boden
befördern. Der letzte Schnee ist seit
einiger Zeit geschmolzen, und kahl
und traurig steht er da, mein Freund,
der Baum. Bevor der Lebenssaft
wieder durch seine Äste fliesst, ist ein
Schnitt angezeigt, sonst wird er der
schönen Äpfel nicht mehr, sondern
weniger tragen, sagt die Gärtnerfachseite schlau.
Ich schaue den Baum an: Fast tut
er mir leid: Muss das jetzt wirklich
sein? Wie ist es möglich, dass ein so
grausamer Schnitt ihm guttut? Ich
traue dem Gartenexperten und
nehme die Schere zur Hand: Alles,
was im letzten Jahr oben hochgeschossen ist – weg! Alles, was seitlich
zu weit hinausragt – Schnitt! Alles,
was nach innen wächst – schnipp
schnapp! Dann ein paar Schritte zurück: Der Baum soll eine schöne
Form haben, und in der Mitte
braucht er Luft. Oje! Viel ist nicht
mehr übrig von der gewesenen Äste-
«Mein Apfelbäumchen tut
mir leid. Wie ist es möglich, dass ein so grausamer Schnitt ihm guttut?»
Grazia Barbera
Neuhauserin
üppigkeit. Und doch stören ein paar
Zweige immer noch die optische
Schönheit – ratsch! So, jetzt reicht’s.
Mein Apfel-Niederstammbaum ist
parat für die frühlingshafte Sonne
und Wärme. Wenn das Leben aus der
Erde wieder in seine gestutzten Äste
steigt, wird er mich zuerst mit seiner
faszinierenden weissen Blütenpracht
erfreuen. Dank der unermüdlichen
Arbeit der Bienen, werden bald Miniäpfelchen in grosser Zahl sichtbar
werden, aber die meisten davon wird
er abwerfen. Wie viele werden wohl
dieses Jahr übrig bleiben?
So radikal wie diesmal habe ich
mein Bäumchen noch nie geschnitten. Spätestens im Sommer, wenn er
seine Arbeit mit der Reifung seiner
Früchte vollendet, wird er mir seine
Antwort geben. Ich gehe hinters
Haus zu meinem Baum – die ersten
klitzekleinen Knospen beginnen sich
schon zu öffnen. Mein Freund, der
Baum, er lebt!
Neuhauser Woche
donnerstag, 2. April 2015
«Selbstverwaltung ist am günstigsten»
Fortsetzung von Seite 1
… Buchhaltung fast alles. So kümmerte er sich etwa um Reparaturen
und sorgte für Nachmieter. «Bis auf
drei habe ich allen hier lebenden
Partien die Wohnung vermietet», sagt
Baumann. Er kenne alle persönlich
und man sei miteinander per Du.
«Wir haben ein richtig schönes familiäres Verhältnis hier», sagt er.
Gut sieht es laut Baumann auch
um den baulichen Zustand der Genossenschaftssiedlung aus. 2008 und
2009 hat man die Wohnzimmer mittels Anbau vergrössert, beziehungsweise Balkone gebaut. Gleichzeitig
hat man die Fassaden erneuert. Auch
innen seien die 3- und 4-ZimmerWohungen im Schuss. Die Mietpreise
liegen mitsamt Nebenkosten bei
1000 Franken, dies bei ruhiger Wohnlage und Aussicht auf die Föhnberge.
So erstaunt es nicht, dass eine Warteliste für Mietinteressierte geführt
werden muss. Auch die Finanzen
sind im Lot. «Es geht und sehr gut»,
sagt Baumann. Dank der günstigen
Zinsen war es letztes Jahr möglich,
die Hypothekarschuld um 200 000
Franken zu vermindern.
Anschluss ist kein Thema
Der Erfolg der Genossenschaft
führt Albert Baumann auch auf die
Selbstverwaltung durch die Bewohner zurück, die alle mit 1500 Franken am Genossenschaftskapital beteiligt sind. Man habe zwar auch
schon Gespräche mit der viel grösseren Bau- und Wohngenossenschaft Rhenania geführt und überlegt, ob es sinnvoll wäre, gewisse
Verwaltungsarbeiten an sie auszulagern. Doch man sei zum Schluss
gekommen, dass es am besten ist,
alles so zu lassen. «Die Selbstverwaltung ist für uns am günstigsten.» Das habe nicht zuletzt damit
zu tun, dass die Genossenschafter
am besten Bescheid wissen über
sich und ihre Siedlung. Dass Albert
Baumann als ehemaliger SVP-Politiker für diese Wohnform schwärmt,
sieht er nicht als Widerspruch. In
der konservativ denkenden Landwirtschaft sei der Genossenschaftsgedanke seit jeher verankert.
Nachfolger gewählt
Obwohl das Präsidium der Genossenschaft Goldberg eine an sich
erfreuliche Aufgabe ist, sieht Albert
Baumann die Zeit gekommen, das
Amt abzugeben. «Mit 81 Jahren
spüre ich langsam das Alter», sagt
er nach 44-jähriger Vorstandstätigkeit. Er hat seinen Rücktritt eingereicht, und am vergangenen Freitag
ist an der Generalversammlung der
bisherige Vizepräsident Robert Werner zu seinem Nachfolger gewählt
worden. Ebenfalls aufgehört haben
nach 26 Jahren der Kassier Daniel
Luginbühl und nach 11 Jahren der
Aktuar Peter Kienzle. Zusammen
mit den neuen Präsidenten besteht
der Vorstand aus Stefan Rohr (bisher), Ralf Swietek (bisher), Cornelia
Wanner (neu), Ruedi Utz (bisher)
und Claudine Welter (bisher).
An der Generalversammlung,
die mit einem Nachtessen im Armbrustschiessstand abgeschlossen
wurde, war auch Gemeindepräsident Stephan Rawyler anwesend.
Er vertrat die Gemeinde, die seit
der Gründung mit einem Betrag
von 10 000 Franken an der Genossenschaft beteiligt ist. (vf )
die gemeinde informiert
Rheinfallfeuerwerk Am 31. Juli
findet wieder das traditionelle
Rheinfallfeuerwerk statt. Der
Gemeinderat hat einen finanziellen Beitrag
von 15 000 Franken gesprochen.
Mit einem FerienSpass & Snäck 2015 haben die Kinder und Jugendlichen während
der Sommerferien freien Eintritt in die Rhyfallbadi Otterstall. Die Gemeinde übernimmt
zudem pro verkauften FerienSpass & Snäck
einen Beitrag von 30 Franken, wobei der
­Gesamtbeitrag auf 3600 Franken limitiert ist.
Zirkusschule «et voilà» In der Zirkusschule
«et voilà» trainieren etwa hundert Kinder
und Jugendliche in einem wöchentlichen
Training in verschiedenen Disziplinen wie
Akrobatik, Trapez, Seillaufen usw. und
­zeigen ihr Können in einem Zirkuszelt beim
Schulhaus Gemeindewiesen. Dieses Jahr
­finden die Auftritte am Freitag und Samstag
29./30. Mai und 5./6. Juni statt. Die Gemeinde unterstützt diese Vorstellungen mit
einem Beitrag von 2500 Franken.
IT-Ausbau Schule Für die Anschaffung und
Installation von Beamern und Visualizern
für die PC-Arbeitsplätze der Sekundarschule
hat der Gemeinderat einen Investitions­
kredit von 32 130 Franken bewilligt.
Danke für die Pflege des Räuberschlosses. Der Verschönerungsverein Neuhausen
am Rheinfall hat eine beeindruckende
­Aktion zur Freilegung der Ruine Neuburg –
«Räuberschloss» genannt – durchgeführt.
Der Gemeinderat dankt den freiwilligen
­Helferinnen und Helfern für den tatkräftigen
Einsatz, die Ruine des Räuberschlosses
von Ästen, Unkraut und Unrat zu befreien
und wieder als eine zusätzliche Attraktion
am Rheinfall zugänglich zu machen.
Das Reglement der Alters- und Pflegeheime (NRB 813.501) wurde im Punkt 2.1.
«Aufnahme und Taxordnung» ergänzt und
vom Gemeinderat verabschiedet. Die Änderungen treten per 1. April in Kraft. Das
­Reglement kann auf www.neuhausen.ch,
Neuhauser Rechtsbuch abgerufen werden.
donnerstag, 2. April 2015
Ostern
Neuhauser Woche
3
die gemeinde
informiert
Häuser auf steilem Felsen als Sinnbild für die Hoffnung. Abgebildet: Manarola, Italien. Bild: Peter Heinrich, pixelio
Gewagte, statt vage Hoffnung
O
stern verbinden wir
mit fröhlichen Bildern. Die Natur erwacht, Bäume und
Sträucher spriessen,
Blumen schenken Farbe und auch
die Sonne gibt wieder mehr Licht.
Ostern wäre doch so schön, wenn
da nicht das Anstössige von Karfreitag, das Ärgernis vom Kreuz
wäre: Der gescheiterte Jesus von
Nazareth, unschuldig am Kreuz
hingerichtet und als Verlierer begraben. Können wir den nicht einfach ad acta legen? Wäre es nicht
angenehmer, Ostern als Fest des
Lebens und des Aufblühens der Natur zu feiern? Ohne Scheitern, ohne
die Enttäuschung des Kreuzes,
ohne diese Niederlage?
Angenehmer wäre es bestimmt,
doch es ginge das Entscheidende
verloren. Der Weg von Karfreitag
nach Ostern, vom Kreuz zur Auferstehung ins Leben gehört zu jedem
Menschen dazu. Er nimmt unsere
Lebenserfahrung ernst. Da wird
nichts ausgeblendet und nichts wegretuschiert. Denn in der begrabenen
Hoffnung der Jünger Jesu an Karfreitag scheinen auch meine erloschenen Träume durch. Im alleingelassenen Jesus erblicke ich meine Enttäuschungen, wo ich im Stich gelassen
wurde. Im Unschuldigen am Kreuz
«Der alte Fischer musste
die Nacht durchleben, um
das Wunder der aufgehenden Sonne zu erfahren.»
Matthias Koch
evang.-reformierter Pfarrer
spiegeln sich das Unrecht in der Welt
und jenes, das mir zugefügt wurde.
Das Scheitern am Kreuz enthält auch
meine Momente des Scheiterns.
An Ostern feiern Christen auf
der ganzen Welt die Auferstehung
Jesu Christi nach seinem Leiden
und Sterben am Kreuz. Sie fordern
damit ein, dass der Fall neu aufgerollt wird. Damit Karfreitag nicht
Endstation bleibt, sondern Ausgangs- und Wendepunkt wird.
Denn Ostern zeigt, wie Neuanfänge
auch dort möglich sind, wo wir
nichts mehr zu hoffen wagen.
Ein alter Fischer wurde einmal
gefragt, wieso er glaube, dass
Christus auferstanden sei. Der alte
Mann lächelte und zeigte auf eine
Handvoll Häuser, die oben an
einem Felsen standen, der steil ins
Meer hinunterragte. «Sehen Sie
diese Häuser?», begann er von seiner Überzeugung zu erzählen.
«Wenn ich nachts draussen auf
dem Meer bin und nach getaner
Arbeit mit meinem Boot zurückkehre, dann erkenne ich am Widerschein in den Fenstern dieser
Häuser, dass der Morgen kommt
und die Sonne aufgeht. So ist es
auch mit dem Glauben, dass Christus auferstanden ist. Sehe ich denn
nicht sein Licht in den Gesichtern
der Menschen, die trotz Niederlagen und Rückschlägen das Wagnis
der Hoffnung nicht aufgegeben
haben?»
Der alte Fischer musste zur See
fahren und die Dunkelheit der
Nacht durchleben, um das Wunder
der aufgehenden Sonne zu erfahren. Genauso verhält es sich mit der
Freude an Ostern. Es ist eine gereifte Freude, die es wagt, die eigenen Niederlagen und Rückschläge
anzunehmen und ins rechte Licht
zu rücken – ins Licht der Hoffnung,
ins Licht neu geschenkter Möglichkeiten.
In diesem Sinne wünsche ich
Ihnen wagemutige Ostern!
Die Migros bleibt in Neuhausen am Rheinfall – das ist
die gute Meldung. Die Entscheidung der Migros im
RhyTech-Areal zu investieren,
schwächt allerdings das Zentrum unserer Gemeinde. Die
Migros ist bekanntlich ein
wichtiger Frequenzbringer.
Dem Gemeinderat war seit
Längerem bekannt, dass die
Migros für die Zeit ab 2018
einen neuen Standort sucht,
da sie an der Wildenstrasse
nicht bleiben kann. Auf diese
Tatsache hat der Gemeinderat
mehrmals hingewiesen; mit
dem Projekt Kirchacker hat er
deshalb eine valable Alternative zum RhyTech-Areal ausarbeiten lassen. Der Gemeinderat hat das Projekt RhyTech-Quartier unterstützt,
indem er die dafür erforderliche Zonenplanänderung
vorsah, welche eine knappe
Zustimmung in der Volksabstimmung fand. Bereits am
29. April um 19.30 Uhr wird
der Öffentlichkeit der Quartierplan RhyTech im reformierten Kirchgemeindehaus
vorgestellt, da das Projekt
RhyTech-Quartier die nächste
Hürde nehmen muss.
Der Gemeinderat bedauert,
dass aufgrund des Entscheids
der Migros Ostschweiz
das Neuhauser Zentrum
geschwächt wird. Dank der
Initiative der Gemeinde
konnte die Migros aus zwei
sehr guten Projekten (RhyTech und Kirchacker) wählen.
Erfreulich ist, dass die Migros
einen grossen Teil der Kosten
des Projekts Kirchacker übernommen hat – zudem konnten auch Beiträge von Bund
und Kanton verwendet werden. Welche Teile des Projekts Kirchacker des siegreichen Architekturbüros Caruso St John nun umgesetzt
werden können, wird der
­Gemeinderat in den kommenden Wochen sorgfältig
prüfen. Dazu dürfte vorab
die überzeugende Ergänzung
des Schulhauses Kirchacker
gehören; der flexible Vorschlag für das Projekt lässt es
zu, dass auch nur einzelne
Etappen gebaut werden.
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Abendmahl, Pfr. Jürgen Ringling,
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donnerstag, 2. April 2015
Sport
Neuhauser Woche
5
«Ein Aufstieg wäre ein ‹Hosenlupf›»
Am vergangenen Samstag beendeten die Pfader Neu­
hausen mit einem Sieg gegen Wetzikon die Erstliga­
saison. Vereinspräsident Nik Schenk zieht eine durch­
zogene Bilanz. Beat Rechsteiner
Die Pfader beenden die Erstligasaison
im Niemandsland der Tabelle auf
Rang 6: Keine Chance auf den Aufstieg,
keine Gefahr bezüglich Liga­erhalt.
Herr Schenk, wie lautet Ihr Fazit?
Nik Schenk: Wir hatten von Beginn an einen reduzierten Spielerkader aufgrund
von zwei Abgängen
und
zwei Langzeitverletzten. Das
bereitete auch
unserem neuen
Trainer, Vaidas
Klimciauskas,
einige Probleme. Letztlich war das
mit ein Grund für die eine oder andere Niederlage zu viel. Andererseits haben wir sehr gute Spiele gezeigt. Das Fazit fällt insgesamt
durchzogen aus.
In der Saison 2013/2014 erreichten
die Pfader die Aufstiegsspiele. Hand
aufs Herz: Haben Sie heuer nicht
mehr erwartet?
Schenk: Nein, das Ziel war ein Rang
im vorderen Mittelfeld der Tabelle.
Die Meisterschaft verlief sehr ausgeglichen, im Mittelfeld sind dar­um
alle Mannschaften eng beisammen.
Wir waren lange an den Aufstiegsplätzen dran, zum Schluss rutsch-
ten wir in der Tabelle noch etwas
nach hinten. Enttäuscht bin ich
jedenfalls nicht.
Mit Julian Vogelsanger und Adrian
Galli sind gleich zwei Pfader in den
Top Fünf der Torschützenliste, andere sind nicht weit davon entfernt.
Das individuelle Potenzial ist also
vorhanden.
Schenk: Sicher. Die Mannschaft ist,
wenn sie denn vollständig antreten
kann, zu vielem fähig. Das hat sie
gezeigt. Die Frage ist einfach, wie
oft die Spieler das ganze Potenzial
abrufen können. In einem Amateurbetrieb ist das nicht ganz einfach.
Wie sind Sie mit der Arbeit des
neuen Trainers Vaidas Klimciauskas zufrieden?
Schenk: Der Trainer hat gut gearbeitet, das ist mein persönlicher
Eindruck, und das bezeugen auch
die Rückmeldungen aus der Mannschaft.
Bleibt er dem Verein erhalten?
Schenk: Ja. Der Trainer und der Vorstand planen bereits die neue Saison im personellen Bereich. Wir wären natürlich froh über den einen
oder anderen guten Neuzugang.
Gibt es sonst personelle Veränderungen?
Schenk: Es sieht gut aus, dass wir
mit den gleichen Leistungsträgern
weiterarbeiten können.
Was sind die mittelfristigen Ziele
auf sportlicher Ebene?
Schenk: Vorderhand ist es wichtig,
dass wir auch im kommenden Jahr
in der 1., 2. und 4. Liga je eine
Mannschaft stellen können. Mir ist
Kontinuität wichtig. Die sehr junge
zweite Mannschaft hat praktisch
ohne Verstärkung aus der ersten
Mannschaft den Ligaerhalt geschafft, zuletzt dank einer um zwei
Tore besseren Tordifferenz.
Ist nicht der Aufstieg in die
­Nationalliga B das grosse Ziel?
Schenk: Die Differenz zwischen der
1. Liga und der NLB ist beträchtlich,
das mussten auch die Aufsteiger aus
der Vorsaison erfahren. Zudem wäre
ein Aufstieg auch finanziell ein «Hosenlupf», vor allem aufgrund der Auswärtsreisen. Wir wollen in der 1. Liga
vorne mitspielen und natürlich würden wir zu einem Aufstieg nicht Nein
sagen. Aber um alles in der Welt diesen
Sprung anzustreben, das wäre verfehlt. Es stellt sich zudem die Frage, ob
es im Kanton Schaffhausen überhaupt
das Potenzial gibt für zwei Mannschaften in der zweithöchsten Liga.
Sie haben die erste Saison als Vereinspräsident hinter sich. Wie war es?
Schenk: Mir macht die Arbeit
Freude, und ich habe ein gutes
Team im Vorstand um mich herum.
Ich kam ja durch meinen Sohn, der
seit Jahren bei den Pfadern spielt,
zurück zum Handball und zu Pfader Neuhausen. Vom Nichtvereinsmitglied sofort zum Präsidenten:
Ich habe den Schritt nicht bereut.
Wie steht der Verein an sich da?
Schenk: Konstant gut. Wir legen einen
grossen Wert auf die Nachwuchsarbeit und betreuen rund 80 Junioren.
Zudem haben wir mit dem 1.-LigaTeam ein Zugpferd. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen
im Kanton ist gut, mit KJS ohnehin,
aber auch mit dem Juniorenverantwortlichen der Kadetten. Da gibt es
jedoch auch gemischte Gefühle: Wir
haben Intermannschaften in der
U-15- und in der U-17-Altersklasse.
Da haben die talentiertesten Spieler
bereits Doppellizenzen mit den Kadetten. Wenn sie sich auf diesem Weg
zum Spitzenclub bewähren, darf man
ihnen natürlich keine Steine in den
Weg legen, sie sollen ja weiterkommen. Aber für uns als Verein sind solche Abgänge schmerzhaft. Wir hätten
diese Spieler gerne bei uns in der ersten Mannschaft.
Sind Sie zufrieden mit der Anzahl
Zuschauer in der Rhyfallhalle?
Schenk: Natürlich hätten wir gerne
mehr Zuschauer. Die meisten, die
kommen, sind sehr treu. Letztlich
ist es aber immer so, dass die Zuschauerzahlen automatisch steigen, wenn die erste Mannschaft
ganz vorne mitspielt.
3:0-Heimsieg zum Rückrundenstart
Am Samstag traf der VFC Neuhausen im ersten Spiel
der Rückrunde auf den FC Thayngen 2. Jan Tröndle
Nach einer langen Vorbereitung und
einem intensiven Trainingslager ging
es also wieder mit einem Ernstkampf
los. Neuhausen startete gut in die
Partie, und schon in der zweiten Minute kam das Heimteam zu einem
Freistoss aus einer aussichtsreichen Position. Neuzugang Plavci
schnappte sich den Ball und lief zum
Freistoss. Aus der Position rechneten
eigentlich alle mit einem Querpass
vors Tor, doch Plavci hatte da was
ganz anderes im Sinn. Er lief an und
zirkelte den Ball ins weite, hohe Eck!
2. Minute, 1:0 VFC! Thayngen schien
etwas überrascht ob der schnellen
Führung und kam erst in der 10. Minute zu einer ersten Chance, die aber
ungefährlich war. Auch ein Weitschuss der Gäste in der 13. Minute
brachte nicht den gewünschten Torerfolg. Neuhausen konnte mit der
Führung im Rücken etwas befreiter
aufspielen, und als ein weiterer Neuzugang, Florian Räss, nach 18. Minuten gleich drei Gegenspieler umkurvte und zum 2:0 einschoss, schienen die Weichen schon früh auf Sieg
gestellt. Aber zu früh gefreut: In der
37. Minute kassierte Asani nach
einem Handspiel auf der Torlinie direkt Rot, Thayngen konnte fortan mit
einem Mann mehr agieren. Den
Handspenalty parierte der Neuhauser Torwart brilliant, den Abpraller
aufs leere Tor schoss der Thaynger an
die Latte – eine kuriose Szene! Mit
einer komfortablen 2:0-Führung für
Neuhausen ging es in die Pause.
Im Wissen, dass man die zweite
Halbzeit mit einem Mann weniger zu
absolvieren hatte, beschränkte sich
der VFC Neuhausen zu Beginn des
zweiten Umgangs aufs Kontern. In
der 50. Minute kam die Heimmannschaft zu einer Chance, die der
Thaynger Goalie aber zunichtemachte. Thayngen war jetzt auf dem
Feld stärker und erarbeite sich auch
die eine oder andere Chance. Doch
entweder hielt Goalie Schenk seinem
Team den Zweitorevorsprung fest,
oder die Thaynger scheiterten an
sich selbst. So auch in der 80. Minute,
als ein Stürmer des FCT völlig unbedrängt nur den Pfosten traf. Im
Gegenzug umdribbelte Severin Diener sämtliche Abwehrspieler inklusive Torhüter, die Entscheidung zum
3:0 für den VFC! So gewann Neuhausen das erste Heimspiel der Rückrunde, vor allem, weil es im Gegensatz zur Gastmannschaft seine Chancen nutzte!
6 Parteien und Vereine
Neuhauser Woche
Loiudice als Präsident bestätigt
Die Parteimitglieder folgten der Einladung von Präsident Renzo Loiudice,
an der diesjährigen Generalversammlung der SP Neuhausen im Volkshaus
teilzunehmen. Das Protokoll der letzten Generalversammlung wurde vom
Vorstand für richtig befunden und
dem Protokollführer Hansjörg Wahrenberger verdankt. Der Präsident erzählte in seinem Jahresbericht über
ein aus SP-Sicht erfolgreiches Jahr
2014. Das Ergreifen des Referendums
gegen eine Reduktion der Gemeindebeihilfe und der beachtliche Abstimmungserfolg waren dabei das zentrale Thema.
Kassier Hansjörg Wahrenberger
konnte von einer gesunden Kasse
und zukünftigen finanziellen Massnahmen berichten. Interessant
waren die Berichte aus dem Regie-
rungsrat, Gemeinderat, Kantonsrat
und Einwohnerrat, welche von den
Amtsträgern selbst verfasst und vorgetragen wurden. Ebenso wurden
spannende Berichte von den Rechnungsrevisoren und aus der Schulbehörde referiert. Alle Berichte wurden mit üppigem Applaus genehmigt
und zur Kenntnis genommen.
Für ein weiteres Amtsjahr stellen sich Renzo Loiudice als Präsident und Hansjörg Wahrenberger
als Kassier zur Verfügung. Der Vorstand der SP Neuhausen bleibt genauso schlagkräftig wie im letzten
Jahr; dieser besteht zusätzlich zum
Präsidenten und zum Kassier aus
Daniel Borer, Peter Gloor, Jakob Walter, Nil Yilmaz sowie aus den Gemeinderäten Franziska Brenn und
Ruedi Meier. Alle Delegierten für die
kantonalen Parteitage wurden ebenfalls wie die im Vorfeld Erwähnten,
per kräftiger Akklamation gewählt.
Ehrung von Peter Gloor
Den Abschluss der Generalversammlung bildete die Ehrung der
Jubilare, welche mit einem kleinen
Geschenk überrascht wurden. Präsident Loiudice würdigte ebenfalls
das Engagement von Peter Gloor,
welcher im letzten Jahr aus dem
Kantonsrat zurückgetreten ist. Peter
Gloor war seit 1989 im Schaffhauser
Kantonsrat. Die SP Neuhausen bedankt sich bei all ihren Mitgliedern,
Sympathisanten, Helfern, Freunden, Amtsträgern und Spendern für
das gute und erfolgreiche Jahr 2014.
SP Neuhausen
Willi Josel wird Ehrenmitglied
Die zahlreich erschienenen Mitglieder erlebten am Mittwochabend, 25. März, eine schnelle
­Behandlung der statutarischen
­Geschäfte, durch welche Parteipräsidentin Sara Jucker führte.
Im zweiten Teil folgten die Berichte aus den Räten und Kommissionen. Kantonsrat Willi Josel führte
erfahren durch die Geschäfte des
Kantonsrates und wies auf die
Wichtigkeit der anstehenden Abstimmung vom 12. April über das
Budget hin. Weiter informierte Gemeinderat Dino Tamagni unter anderem über die Überbauung Kirchacker und die weiteren Geschäfte
sowie die finanziellen Herausforderungen der Gemeinde in der Zu-
kunft. Viel zu reden gab da die
Sanierung der KBA Hard. Dieses
Projekt liegt vielen Mitgliedern
schwer auf dem Magen. Einwohnerratspräsident Arnold Isliker wird
laufend über den Fortschritt dieses
Geschäfts in den Parteitreffs informieren, welche übrigens öffentlich
sind. Patrik Waibel liess die Geschäfte im Einwohnerrat Revue
passieren, und Peter Schmid informierte aus seiner Arbeit in der
­Geschäftsprüfungskommission, bei
welcher er vor allem über die Prüfung im Sozialreferat berichtete.
Andy Neuenschwander gewählt
Da sich Willi Josel Ende des letzten Jahres aus dem Einwohnerrat
zurückgezogen hat, stand die diesjährige Generalversammlung der
SVP Neuhausen am Rheinfall auch
im Zeichen der Ehrung der Verdienste von Willi Josel. Dieser
wurde zum neuen Ehrenmitglied
der Sektion ernannt. Nachgerückt
in den Einwohnerrat ist Sara Jucker.
Neu wird in den Vorstand Andy
Neuenschwander als Beisitzer von
den anwesenden Mitgliedern gewählt.
Im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung genossen die Mitglieder den traditionellen Wurstkäsesalat und diskutierten munter weiter.
SVP Neuhausen am Rheinfall
donnerstag, 2. April 2015
Eine Vakanz
im Vorstand
Am 21. März wurde im Restaurant
Volkshaus die 113. Generalversammlung des Samaritervereins Neuhausen vom Präsidenten Rolf Artho
eröffnet. Der Jahresbericht des
­Vereins für das Jahr 2014 zeigte einmal mehr auf, dass es wieder ein
spannendes Jahr mit tollen Übungen und diversen Aktivitäten war.
In einer Schweigeminute wurde
unserem 2014 verstorbenen Kassier
Christoph Gut gedacht.
Die verschiedenen Jahresrechnungen wurden ohne Einwände genehmigt und verdankt, die Jahresbeiträge bleiben unverändert. Bei den
Wahlen waren einige Posten neu zu
vergeben. Rolf Artho wurde in seinem
Amt als Präsident bestätigt, ebenso
wie Rita Mohler als Materialverwalterin und Assistentin sowie Manuela
Greco, Vreni Fischer und Rolf Artho
als Kurs- und Technische Leiter. Liselotte Burkhalter gab ihr Amt als Vizepräsidentin nach zehn Jahren an
Gianni Boni weiter. Für das Amt des
Kassiers konnte mit Vreni Duvoisin,
Thayngen, eine sympathische und
kompetente Nachfolgerin gefunden
werden. Claudia Schöffel trat nach
drei Jahren als Aktuarin zurück. Leider bleibt dieses Amt vakant.
Für langjährige Vereinsmitgliedschaft wurden geehrt: Rita
Mohler, 20 Jahre, Silvia Pörtner,
25 Jahre (sie erhält am 11. April die
Henry-Dunant-Medaille), Ruth Häseli, 30 Jahre, Vreni Günzler und
Erika Schilling 40 Jahre, Elisabeth
Schön, Berty Meier und Liselotte
Burkhalter, 50 Jahre. Feines Essen
und gemütliches Beisammensein
rundeten den Anlass ab.
Samariterverein Neuhausen
Claudia Schöffel
Gewerbeverein GVDU feiert Jubiläum
Der Gewerbeverein Dachsen-Uhwiesen (GVDU) feiert dieses Jahr
sein 20-jähriges Bestehen. Zwar hatten sich die Uhwieser Gewerbetreibenden erst rund fünf Jahre nach der
Gründung dem Dachsemer Gewerbeverein angeschlossen. Mit ­einigem
Wechsel und Mutationen entwickelte
sich so der GVDU zum heutigen Bestand von 79 Mitgliedern.
Die Beteiligung an den Veranstaltungen war schon immer hoch
gewesen. Doch dass zum Jubiläum
41 Mitglieder erschienen, freute
Hansjörg Rellstab am Freitag ganz
besonders. Er, der witzige Präsident, war schon bei der Gründung
aktiv dabei gewesen – und noch
immer kein bisschen müde! Deshalb wurde Rellstab zum Schluss
des offiziellen Teils durch die anwesenden Vorstandsmitglieder – noch
im Amt stehend – feierlich zum Ehrenmitglied ernannt.
Selbstverständlich konnte es
der Präsident auch beim Jubiläums-
anlass nicht lassen, seine Witze –
zumeist anständige – zum Besten
zu geben. Trotzdem ging die offizielle Bekanntmachung der Traktandenliste unter seiner souveränen
Führung reibungslos über die Bühne
beziehungsweise durch den Saal
des Restaurants beim Schiffssteg.
Da, wo zur Stärkung zuvor ein reichhaltiger Apéro kredenzt worden
war. Im gediegenen Restaurant des
Schlössli Wörth erwartete die Teilnehmenden nun ein feines Drei-
gangmenü, begleitet von erlesenen
Weinen und einem Komikerduo.
Der Präsident ist auch nach
20 Jahren Amtszeit noch immer voll
Freude und Motivation dabei.
­Eigentlich braucht der GVDU ihn
nicht, aber er braucht den GVDU.
So möchte er mit seinem eingespielten Team weitermachen und den
Gewerbeverein Dachsen-Uhwiesen
zu weiteren Höhepunkten führen.
Urs Helstein, Uhwiesen
donnerstag, 2. April 2015
Tourismus
Neuhauser Woche
7
Der Rheinfall ist der Aufhänger
Musicals zum
Mitklatschen
Schaffhauserland Tourismus: Vizepräsident Pablo Net
konnte im «SIG Huus» etwa 100 Personen zur Mit­
gliederversammlung begrüssen. Thomas Güntert
Am Donnerstagnachmittag, 9. April, sind um 14 Uhr alle Neuhauser
Senioren ins reformierte Kirchgemeindehaus eingeladen. Auf dem
Programm ist ein unterhaltsamer
Nachmittag mit der Operetten- und
Musicalbühne Schaffhausen. Diese
unterhält die Anwesenden mit
fröhlicher, beschwingter Musik und
lädt dazu ein, bei den unvergesslichen Melodien aus bekannten Operetten und Musicals mitzuklatschen und mitzusingen. (r.)
Bei der Versammlung gingen die Wahlen zügig über die Bühne. Bild: tgü
Vizepräsident Pablo Net betonte,
dass die Schweizer Nationalbank
dem Schweizer Tourismus mit der
Aufhebung des Euro-Mindestkurses einen dicken Strich durch die
Rechnung gemacht habe. Der
Schaffhauser Regierungsrat Ernst
Landolt zeigte sich verärgert über
den Zeitpunkt, den die Schweizer
Nationalbank für ihre vorhersehbare Entscheidung gewählt hat.
Von hoch bezahlten Wirtschaftsexperten, die die Auswirkungen kennen sollten, hätte er ein Handeln
zum richtigen Zeitpunkt erwartet.
«Ende Sommer wäre der bessere
Zeitpunkt gewesen, nicht im Januar, wenn schon alle Budgets gemacht sind», so Landolt.
«Deutsche Besucher sind ein anderes Preisniveau gewohnt», bemerkte der Neuhauser Gemeindepräsident Stephan Rawyler. Wie Geschäftsführer Beat Hedinger betonte,
liegen die einzigen Chancen von
Schaffhauserland Tourismus künftig
in den Bereichen Qualität und
­ ervice, da man mit dem Preisniveau
S
in Deutschland und Österreich nicht
konkurrieren kann. Da der Radtourismus einen immer grösseren Stellenwert bekommt, sind die fehlenden
Radwege eine der grössten Herausforderung der kommenden Jahre.
Erfolgreiches 2014
Tourismusdirektor Beat Hedinger war mit dem vergangenen Jahr
sehr zufrieden. Trotz dem um 50 000
Franken reduzierten Kantonsbeitrags konnte das Defizit mit rund
19 000 Franken auf einem vertretbaren Mass gehalten werden. Die
Schaffhauser Hotellerie konnte die
Übernachtungszahlen um 8,5 Prozent auf 140 000 Übernachtungen
steigern. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug allerdings nur
knapp zwei Tage. An den Rheinfall
kamen wieder rund 1,3 Millionen
Besucher. Die russischen Besucher
nahmen zwar ab, doch die steigende
Tendenz der Gäste aus dem Nahen
Osten hält weiterhin an. Das Ziel-
Gastronomie aus «einer Hand»
In den vergangenen Wintermonaten wurden verschiedene Massnahmen zur Attraktivierung des Rheinfalls realisiert. Wie das kantonale
Baudepartement letzte Woche mitteilte, betreffen die grössten Veränderungen die Gastronomie auf der Neuhauser Seite. Mit dem Kauf des
Restaurants Park Ende 2014 besitzt der Kanton nun sämtliche Liegenschaften. Dies ermöglicht es, ab dieser Saison die Gastronomie aus
einer Hand zu betreiben. Die Gesamtverantwortung liegt bei André
Müller, Verwaltungsratspräsident der Rheinfall Gastronomie AG. Gastgeber im Restaurant Schlössli Wörth wird weiterhin Daniel Ciapponi
sein, für das Restaurant Park ist es Rade Rizof, und das Bistro Mühleradhaus wird vom «Müller Beck» betrieben. Im Schloss Laufen auf der
­Zürcher Seite bleibt Bruno Greuter von der SV Group der Gastgeber. (r.)
publikum sieht Hedinger im asiatischen Raum, wo künftig noch mehr
geworben werden soll. Im letzten
Jahr hat sich Schaffhauserland Tourismus an einem Asia Pacific Workshop und an der Tourismusfachmesse in Berlin präsentiert. In diesem Jahr will man am Switzerland
Travel Mart in Zermatt teilnehmen,
doch dafür fehlen noch die finanziellen Mittel. In den 20 000 Franken, die für Studien- und Medienreisen ausgegeben werden, sieht
Hedinger eine Investition, die eine
weitaus grössere Wertschöpfung
hat.
Bei den anstehenden Wahlen
wurde der Vorstand bestätigt. Neu
dazukamen Peter Neukomm, Stadtpräsident Schaffhausen, ­Tomislav
Babic, Präsident Gastro Schaffhausen; Remo Rey, f Untersee und
Rhein; Anita Rüedi, Hallau Tourismus; Christoph Schärrer, Wirtschaftsförderung Kanton Schaffhausen und Susanne Winzeler von
Reiat Tourismus.
Gemeinsam sind wir stark
Beat Hedinger betonte, dass
Schaffhauserland Tourismus künftig noch mehr auf Verbände und
Netzwerke angewiesen ist. So besteht eine enge Zusammenarbeit
mit Schaffhauserland Tourismus,
Regionaler Naturpark Schaffhausen,
Schaffhauser Blauburgunderland
und St. Gallen-Bodensee Tourismus.
Das Schaffhauserland beteiligt sich
beim «Grand Tour of Switzerland»,
wo den Touristen eine 1600 Kilometer lange Entdeckungsreise durch
vier Sprachregionen angeboten
wird, und beim «Drei Welten Radweg», bei dem drei bestehende Radwegnetze zu einer 290 Kilometer
langer Radtour entlang dem Schwarzwald, Hochrhein und Bodensee zusammengefasst werden.
Ernst Landolt hofft, dass der
Kantonsrat ein neues Tourismusgesetz ausarbeitet und mit einer Vierfünftelmehrheit zustimmt, damit
es keine Volksabstimmung gibt, die
nur unnötige Kosten verursachen
würde. Dieter Obrist stellte noch
die Erfolgsgeschichte vom Adventure Park Rheinfall vor, dem grösste
Klettergarten der Deutschschweiz.
Daniel Ciapponi, der seit 30 Jahren
am Rheinfall arbeitet, erklärte das
Prinzip der neue Rheinfall Betriebs
AG, zu der sich am 1. Januar lokal
verankerte Schaffhauser Unternehmer zusammengeschlossen haben.
Gedenkanlass
zum Kriegsende
Am 8. Mai 1945 wurde der Zweite
Weltkrieg in Europa beendet. Anlässlich der 70 Jahre, die seither vergangen sind, organisiert der Kanton
Schaffhausen einen Gedenkanlass.
Ziel sei, so die Staatskanzlei, der Opfer zu gedenken und sich gegenüber
den Generationen dankbar zu zeigen, die während des Kriegs grosse
Last zu tragen hatten. Das Programm
des am 8. Mai durchgeführten öffentlichen Anlasses sieht wie folgt
aus: 14.15 Uhr, Kranzniederlegung
beim Soldatendenkmal in Schaffhausen (Rathauslaube); 14.50 Uhr,
Glockengeläut; 15 Uhr, Gedenkfeier
in der Kirche St. Johann; 16.15 Uhr,
vom Regierungsrat offerierter Apéro
vor der Kirche St. Johann (Vordergasse). (r.)
IMPRESSUM
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Redaktion Vincent Fluck (vf)
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8212 Neuhausen am Rheinfall
Erscheinungsweise
Jeweils am Donnerstag
Anzeigenschluss Mittwoch, 9 Uhr
Auflage 5200 Exemplare, verteilt
in alle Neuhauser Haushaltungen
Online www.neuhauserwoche.ch
PERFOR MANCE
neutral
Drucksache
01-12-317927
myclimate.org
8 Die Letzte
Neuhauser Woche
donnerstag, 2. April 2015
angetroffen
Liliane Schärmeli und ihr Sohn Gre­
gor sind zurück vom Einkaufen und
auf dem Weg zu einem Brunch. Dass
der achtmonatige Säugling in einer
Art Tragtuch sitzt, war sein Wunsch.
«Als er ganz klein war, wollte er
nicht, dass man ihn in einen Kin­
derwagen legte.» Das hat auch Vor­
teile für die Mutter. Da sie mit dem
ÖV unterwegs ist, ist ein Tragtuch
viel praktischer. Übrigens: Gregor ist
– der Zufall will’s – bereits zum zwei­
ten Mal in der «Neuhauser Woche»
abgebildet. Wenn er so weiter macht,
ist er bald ein Medienstar. (vf)
Tipp der woche
Englischunterricht am Strassenrand
Ein Lastwagen fährt vorbei. «This is a lorry», sagt ein Kind. «This is car», sagt ein anderes und schaut zur Leh­
rerin hoch, die zustimmend nickt. Zusammen mit ihrer dritten Primarklasse des Schulhauses Gemeinde­
wiesen I und mit Lehrerkollegin Jeannette Grünwald hat Sabine Neumann einen ungewöhnlichen Ort für den
Englischunterricht gewählt. Diese und die letzte Woche sind sie insgesamt viermal an die Zollstrasse gestan­
den und haben auf Papier Buch geführt über die Zahl und die Typen der vorbeifahrenden Fahrzeuge. Auf diese
Weise haben sie nicht nur englische Verkehrsbegriffe repetiert. Sondern: «Für die Zählung haben wir unter­
schiedliche Zeiten gewählt», sagt die Lehrerin, «um zu zeigen, wann es am meisten Verkehr hat.» (Bild: vf)
Der Bodenkohlrabi ist kein bekanntes Gemüse. Bekannter sind
der Kohlrabi, der etwa als Dip
zum Apéro serviert wird, oder
die Herbstrübe, die die Kinder
im November für die Räbeliechtli-Umzüge aushöhlen. Der Bodenkohlrabi ist quasi Kohlrabi und
Herbstrübe in einem: Man nimmt
an, dass er zufällig aus der Kreuzung zwischen der Kohlrabi und
der Herbstrübe entstanden ist.
Genaues über seine Herkunft ist
aber nicht bekannt.
Roh schmeckt die Knolle herb ­
bis erdig. Durch das Kochen
­bekommt sie einen aromatisch
süsslichen Geschmack. Bodenkohlrabi kann beispielsweise
als Salat serviert werden, indem
er in feine Stäbchen geschnitten
oder an der Bircherraffel gerieben wird. Er kann aber auch
­gedünstet, als Suppe oder
im Eintopf gegessen werden.
Oft war Bodenkohlrabi die letzte
Nahrungsreserve in Krisenund Kriegszeiten. Der Winter
1916/17 ist in Deutschland
als Steckrübenwinter in die
­Geschichte eingegangen. (lid)
Am Cantars-Klangfest dabei
Die 100. Generalversammlung war
für Susanne Bösch die Erste als
neue Präsidentin nach Barbara
Mähr, ihrer vor Kurzem verstorbe­
nen Vorgängerin. Margrit Beyeler
und Maria Wäckerlin werden als
neue Vorstandsmitglieder gewählt.
Ursi Geyer, als verdiente Vizepräsi­
dentin, und Daniel Klein, der ver­
sierte Textheftgestalter, werden mit
Applaus und Geschenken aus dem
Vorstand verabschiedet. Einen
vergnüglichen Rückblick auf das
bewegte Jubiläumsjahr mit den
musikalischen Höhepunkten des
­Mozart- und Strawinsky-Requiems
und dem Duo Calva vermittelt
­Käthi Oostlanders Tonbildschau.
Frühlingsfarbene Tulpen korre­
spondieren mit den grün-gelben
Taschen aus den von Doris Rubli
wiederverwerteten Materialien der
Jubiläumsflaggen. Daraus resultiert
der erfreuliche Verkaufsertrag von
760 Franken zugunsten der MKSSingschule, Schaffhausen.
Auch 2015 ist das Musikpro­
gramm, laut den Ausführungen Va­
lentin Gloors, dem umsichtigen Di­
rigenten und musikalischen Leiter
der Kantorei, reich befrachtet mit
kirchenmusikalischen Werken an­
lässlich der Gottesdienstgestaltung
für die Neuhauser reformierte
Kirchgemeinde an den hohen
kirchlichen Feiertagen. Der Chor
wird sich mit Werken Gabrielis,
Schütz’ und Monteverdis am ganz­
tägigen Cantars-Kirchenklangfest
vom 2. Mai 2015 im Schaffhauser
Münster, zusammen mit weiteren
kirchlich engagierten Chören, der
Region präsentieren.
Vor Gottesdienst Lieder üben
Das diesjährige Novemberkon­
zert wird den goldenen Zeiten der
venezianischen Chormusik des
16. Jahrhunderts gewidmet sein.
2016 beabsichtigt die Neuhauser
Kantorei ihr Jahreskonzert in den
frühen Herbst zu verlegen und 2017
in den Frühling. Der Kirchgemeinde
bietet sie an, vor einem Gottesdienst
die Gemeindelieder einzuüben. Zur
Weiterbildung der rund 70 Mitsän­
gerinnen und Mitsänger wird nebst
den Chorproben und dem Chor­
wochenende die Stimmbildung mit
Regula Schütt-Jud, der erfahrenen
Chorleiterin, fortgesetzt.
Nach den Geschäften der GV
und der Ehrung der 25-Jahr-Mit­
gliedschaft von Kaspar Büchi ge­
niessen die sehr zahlreich erschie­
nenen Kantoreimitglieder das kuli­
narische Angebot des süssen und
salzigen Buffets bei angeregter
Unterhaltung. Nicht zuletzt dank
der didaktischen Dirigentenzitate,
gesammelt vom Ehepaar Gehrig.
Demnach werden wir es also in
nächster Zukunft in der Neuhauser
Kantorei so halten: «Mir mached’s
so oder so, so.»
Hans Martin Bernath
Neuhauser Kantorei
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