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10/2014
BANKEN IN DER PRESSE
10. Erscheinungsjahr
EDITORIAL
Liebe Leser,
Philip Knauer
Banken sammeln Kapital, bündeln es und finanzieren daraus die Wirtschaft. So die bisher gängige Definition der Transformationsaufgabe der Finanzinstitute. Doch mit dieser Daseinsberechtigung scheint es angesichts der aktuellen Zinspolitik der EZB vorbei zu sein: Immer mehr Geldhäuser schrecken anlagewillige Kunden mit negativen Zinsen für ihre Einlagen ab. Bisher traf
dies nur einige Unternehmen: Eon, Lufthansa, Hornbach, Heraeus und Deutsche Post – sie alle
sahen sich schon mit solchen Strafzinsen konfrontiert. Jetzt aber greift die Deutsche Skatbank
auch Privaten in die Tasche: Zum 1. November senkt sie den Zins auf ihrem Tagesgeldkonto auf
minus 0,25 Prozent. Kleiner Trost: Dies gilt erst für Einlagen ab 500.000 Euro. Doch lassen Sie
uns dieses Szenario einfach mal weiterdenken. Wenn Anleger Strafzinsen zahlen, müssten doch
Kreditnehmer eigentlich Dankeszinsen bekommen …
Ihr
NEWSÜBERBLICK
Kleine Geldhäuser sollen bei der europäischen Bankenabgabe weniger zahlen: Jede Bank ist entsprechend ihrer Größe und ihrem
Risikoprofil beitragspflichtig, so ein Vorschlag der EU-Kommission. +++ Pfandbriefe im Volumen von 1,7 Mrd. Euro erwarb die EZB im
Oktober zu Beginn ihres Kaufprogramms. +++ Ihr milliardenschweres Anleihenkaufprogramm zur Stützung der Konjunktur hat die Fed
zum Monatsende beendet. +++ Die Nassauische Sparkasse (Naspa) verabschiedet sich von ihrem blau-orangenen Schriftzug und steigt
zum Januar 2015 auf das Rot der Sparkassen um. +++ Mitte kommenden Jahres zerlegt sich die ÖVAG selbst und gibt ihre Banklizenz
zurück. Die Aufgaben als Service- und Zentralorganisation des Volksbankenverbundes sollen an ein regionales Institut übergehen.
02
FREITAGmittag
MELDUNGEN
Stresstest zeigt Probleme in Italien
25 der 130 getesteten Institute der Eurozone sind durch den Stress­
test der EZB gerasselt. Insgesamt stellten die Aufseher bei den
Durchfallern eine Kapitallücke von 25 Mrd. Euro fest. Als einzige
deutsche Bank hat die Münchner Hypothekenbank den Test nicht
bestanden. Allerdings ist sie wie knapp die Hälfte der durchgefal­
lenen Banken bereits auf der sicheren Seite, da sie in den vergangenen Monaten ihren Kapitalpuffer für Krisenzeiten verbessert hat.
Die übrigen Kandidaten müssen ihre Lücke in den nächsten sechs
bis neun Monaten schließen.
Eines hat der Test ganz deutlich gezeigt: Das Epizentrum der Euro­
krise liegt nicht mehr in Griechenland, Spanien oder Portugal, sondern in Italien. Insgesamt neun italienische Geldhäuser schafften
die vorgegebenen Hürden nicht. In Zypern und Griechenland traf
es je drei Banken, in Belgien und Slowenien jeweils zwei.
Größtes Sorgenkind in Italien ist die Traditionsbank Monte dei
Paschi. 2,1 Mrd. Euro fehlen dem Geldhaus im Falle einer anhaltenden Krise – das schlechteste Ergebnis des gesamten Bankentests.
Dass das Institut die Lücke aus eigener Kraft stopfen kann, gilt als
unwahrscheinlich. Der Aufsichtsrat prüft derzeit „alle strategischen
Optionen“. Italiens Notenbank favorisiere einen Verkauf des
Hauses, schreibt die SZ. Übernahmekandidaten wären demnach
die italienische Ubi Banca oder die französische BNP Paribas.
Der Stresstest auf Basis der Bilanzen von 2013 ist die letzte Stufe
des bisher größten Bankenchecks in Europa. Ein Jahr lang hat die
EZB gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden und der
Beratungsfirma Oliver Wyman die 130 größten Geldhäuser der
Eurozone auf Herz und Nieren überprüft, bevor sie künftig die
Aufsicht über die Institute übernimmt.
Deutsches Mittelstandsgeschäft wird französischer
Das Geschäft mit dem deutschen Mittelstand ist auch für auslän­
dische Banken attraktiv. Jüngstes Beispiel ist die französische Bank
Oddo & Cie, die jetzt für den Einstieg in das deutsche Firmen­kun­
den­­geschäft das Frankfurter Brokerhaus Seydler gekauft hat. 46 Mio.
Euro zahlt Oddo an die britische Seydler-Mutter Close Brothers.
Sowohl Oddo als auch Seydler sind auf die Kapitalbeschaffung
für kleinere und mittlere Unternehmen spezialisiert – allerdings
mit unterschiedlichem Erfolg: Im vergangenen Jahr erzielten die
Franzosen 298 Mio. Euro Umsatz, Seydler lediglich 40 Mio. Euro.
Für seine neue Tochter hat Oddo dennoch große Pläne. In den
nächsten drei Jahren soll der Umsatz um 30 % wachsen. Auch
im Bereich Vermögensverwaltung sind die Franzosen offen für
Zukäufe in Deutschland.
FREITAGmittag
03
>>
Rechtskosten werden zum Damoklesschwert
Im dritten Quartal leidet die Deutsche Bank erneut unter den
Rückstellungen für die über 6.000 Rechtsstreitigkeiten, in die sie
verwickelt ist. Sie erhöhte die Rückstellungen für juris­tische Alt­
lasten abermals um 894 Mio. Euro. Dadurch entstand bei dem
Geldhaus ein Fehlbetrag von 92 Mio. Euro. Bei der Schweizer Groß­
bank UBS zeigt sich ein ähnliches Bild. Im dritten Quartal legte
sie wegen anhaltender juristischer Querelen und regulatorischer
Angelegenheiten 1,8 Mrd. Franken zurück. Das schnitt tief in die
Bilanz und lässt das Geschäftsergebnis vor Steuern auf -544 Mio.
Franken einsacken. Auch die Bank of America rutschte mit -70 Mio.
Dollar tief in die roten Zahlen. Hintergrund ist eine Rekordstrafe
für den Verkauf fauler Hypothekenpapiere. Im Vorjahr hatte das
In­stitut noch einen Gewinn von 2,2 Mrd. Dollar erzielt.
knapp 3 % auf 5,73 Mrd. Dollar steigern. Damit übertraf die amerikanische Nummer 4 erneut den Marktführer JP Morgan Chase, der
nach einem Minus im Vorjahr jetzt 5,57 Mrd. Dollar verdiente. Das
Wall-Street-Haus profitierte dabei von einem robusten Geschäft im
Wertpapier­handel.
Zurück unter den Großverdienern ist die US-Investmentbank
Morgan Stanley. In den vergangenen drei Monaten stieg der
Gewinn des Geldhauses um 83 % auf 1,7 Mrd. Dollar. Auch die
Goldmänner glänzen wieder: Aufgrund einer kräftigen Erholung
im Anleihehandel konnte Goldman Sachs sein Nettoergebnis um
48 % auf 2,24 Mrd. Dollar erhöhen.
Jobbarometer
Aufgrund von neuen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten musste die Citigroup ihr Quartalsergebnis korrigieren: Zuvor hatte sie
einen Gewinn von 3,4 Mrd. Dollar gemeldet. Allerdings schritten
behördliche Anfragen und Ermittlungen schneller voran, sodass Citi
inzwischen 600 Mio. Dollar für Rechtskosten zur Seite legen musste. Dadurch reduziert sich das Quartalsplus auf 2,84 Mrd. Dollar.
Commerzbank
Etwa weitere 100 Investmentbanker müssen Reuters zufolge
die Commerzbank verlassen. Gleichzeitig machten Gerüchte
die Runde, dass das Geldhaus einen Teilumzug seines Invest­
mentbankings von London nach Frankfurt plane.
Im Gegensatz dazu konnte die kalifornische Bank Wells Fargo im
dritten Quartal trotz eines anhaltenden Rückgangs im wichtigen
Hypothekengeschäft ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr um
Lloyds Banking Group
Bis Ende 2015 will die britische Großbank 9.000 Arbeitsplätze
streichen – rund 10 % der Belegschaft.
FREITAGmittag
04
PERSONALIEN
Josef Ackermann,
Axel Hörger,
Robert Bambach
Axel Hummel,
Ex-Chef der Deutschen Bank, soll dem neuen Aufsichtsboard der
Bank of Cyprus vorstehen und ihr helfen, wieder auf die Beine zu
kommen.
übernimmt bei der Commerzbank-Tochter Commerz Real das neu
geschaffene Vorstandsressort Real Estate Acquisitions.
Oliver Behrens,
Chief Executive Officer bei UBS Deutschland, hat zu Ende März 2015
gekündigt. Auf ihn folgt Thomas Rodermann, Vorstandssprecher
der Deutschen Bank Privat- und Geschäftskunden.
zuletzt verantwortlich für das Geschäft der Sberbank in Ungarn,
leitet künftig das Europageschäft der Russen.
Ivan Iskrov
Vize bei der Dekabank, soll Deutschlandchef der US-Invest­ment­
bank Morgan Stanley werden. Die Stelle ist vakant, seit Dirk
Notheis vor zwei Jahren wegen unrühmlicher E-Mails gehen
musste.
wirft als Konsequenz aus der Bankenkrise in seinem Land als
Notenbankchef Bulgariens hin, sobald eine Entscheidung über den
weiteren Umgang mit dem Kriseninstitut Corpbank gefallen ist.
Peter Bosek
ehemaliger Banker der UBS, übernimmt nach der Hauptver­
sammlung im Mai 2015 den Chefposten bei der Deutschen Börse.
zieht zum Jahreswechsel in den Vorstand der Erste Group ein. Er
wird für das neu auszurichtende Retailgeschäft verantwortlich sein.
Zudem folgt Jozef Síkela auf Franz Hochstrasser als Vorstand für
das Firmenkundengeschäft. Herbert Juranek, zuständig für das
IT-Geschäft und die Organisation, verlässt das Führungsgremium
der Bank. Für ihn gibt es keinen Nachfolger.
Christoph Brand
scheidet aus dem Partnerkreis der US-Investmentbank Goldman
Sachs aus.
Elizabeth Ford
ist ab Januar bei der Deutschen Bank für die Einhaltung der
Grundsätze guter Unternehmensführung im Amerika-Geschäft
zuständig. Zuvor wurde das Geldhaus von den US-Aufsehern
wegen seiner Bilanzierung gerügt.
Carsten Kengeter,
Lesetja Kganyago,
bisher Vizegouverneur, wurde zum Chef-Währungshüter in Süd­
afrika ernannt.
Susanne Klöß und Dr. Ralph Müller
steigen zum 1. November in den Vorstand der Postbank auf. Klöß
zeichnet für das Ressort Produkte verantwortlich, Müller wird Chief
Operating Officer.
Manuel Medina-Mora
zieht sich wohl zum Jahresende als Leiter des Privatkunden­
geschäfts der Citigroup zurück, berichtet das Wall Street Journal.
FREITAGmittag
05
>>
Dr. Timo Reinschmidt
verstärkt seit Oktober die britische Standard Chartered als Mana­
ging Director im Bereich Corporate & Ins­titutional Clients in
Deutschland. Zudem ist er Head of Financial Institutions Germany,
Austria and Switzerland.
Marcus Schenck,
derzeit bei Goldman Sachs, löst Stefan Krause als Finanzvorstand
der Deutschen Bank ab. Krause wechselt in das neu geschaffene
Ressort Strategie. Eigentlich sollte Schenck auf den GoldmanDeutschlandchef Alexander Dibelius folgen. Dieser ernannte mit
Wolfgang Fink und Jörg Kukies jetzt zwei Eigengewächse als neue
Deutschland-Chefs.
Johann Strobl,
Risikochef der Raiffeisen Zentralbank, verlässt das Institut. Er wird
künftig nur noch dem Vorstand der Osteuropatochter Raiffeisen
Bank International angehören.
Eric Varvel,
bei Credit Suisse für die Bereiche Aktien und Investmentbanking
zuständig, zieht sich aus der Führung der Investmentbank zurück.
Zudem war er CEO für die Region Asien-Pazifik. Varvels alte Auf­
gaben teilen sich jetzt drei Manager: Jim Amine und Tim O’Hara
steigen zu Co-Chefs der Investmentbank auf. Die Verantwortung
für die Region Asien-Pazifik übernimmt Helman Sitohang. Alle drei
werden zudem im Vorstand der Gesamtbank vertreten sein.
IMPRESSUM
fleischers
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