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Konjunkturbericht 3/2014 - Echo online

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www.darmstadt.ihk.de
Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar
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H
Konjunkturbericht
Konjunktur auf ungewissem Kurs
Der IHK-Geschäftsklimaindex bündelt Lage und
Erwar­tungen der Unternehmen und prognostiziert
das künftige Wirtschaftswachstum. Nach dreimali­
gem Anstieg in Folge knickt er im Herbst 2014 um
neun Punkte ein. Er liegt nun bei 110,3 Punkten,
jedoch noch über der Wachstumsschwelle von 100.
Dies bedeutet, dass die südhessische Wirtschaft
weiter wächst, aber der Wachstumspfad ist flach.
160
Geschäftsklima
140
120
Quelle: IHK Darmstadt
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35%
65%
53%
18%
12%
Tendenz
¢
Erwartung
8
¢
40
JAHR
Lage
Entwicklung in Südhessen
Noch laufen die Geschäfte der südhessischen Unter­
nehmen gut. Gegenüber dem Frühsommer hat sich
die Situation auf erfreulichem Niveau stabilisiert.
35 Prozent der Unternehmen sind zufrieden, weitere
53 Prozent der Unternehmen machen moderate
Geschäfte. Nur zwölf Prozent sind mit ihrer Lage
unzu­frieden. Der Saldo aus positiven und negativen
Lage­beurteilungen bleibt damit konstant.
Deutlich eingetrübt haben sich die Erwartungen
an die kommenden Monate. Nur jedes sechste
Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung der
Geschäf­te. Die große Mehrheit der Unternehmen
erwartet eine Seitwärtsbewegung, aber fast jedes
fünfte befürchtet einen Abschwung. Der Saldo aus
guten und schlechten Einschätzungen sinkt deutlich
um 16 Zähler auf minus ein Prozentpunkt.
Der gesunkene Optimismus schlägt sich in den In­
vestitionsplänen nieder. Die Mittel für Investitionen
werden wieder reduziert und fokussieren sich auf
den Ersatzbedarf. Noch unbeeindruckt zeigen sich
die Unternehmen bei den Beschäftigungsplänen.
So hält der Beschäftigungsaufbau an, wenn auch
nur moderat. Anders als die Unternehmen aus
Mittel- und Nordhessen sehen die südhessischen
Unternehmen das Auslandsgeschäft fast unverän­
dert optimistisch.
INDIKATORPUNKTE
Situation in Deutschland
Selten hat sich ein positives Konjunkturbild so schnell
eingetrübt wie in den letzten Monaten. In Europa
kommt die Konjunktur nicht vom Fleck. Bei den
deutschen Verbrauchern ist die Stimmung verhalten,
und die Unternehmen verzeichnen Auftragsrück­
gänge und zögern bei Investitionen. Internationale
Krisen wie in der Ukraine und die Auseinanderset­
zungen in Syrien und im Irak drücken die Aussichten
zusätzlich. So ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt
im zweiten Quartal leicht gesunken, auch das dritte
Quartal zeigt sich schwunglos. Damit erleidet die
deutsche Konjunktur einen Wachstumsdämpfer:
In ihrem Herbstgutachten haben die wirtschafts­
wissen­schaftlichen Forschungsinstitute ihre Prognose
nach unten korrigiert. Sie prognostizieren 2014 ein
Wachstum von nur noch 1,3 Prozent.
Einzelindikatoren
Beschäftigung
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Quelle: IHK Darmstadt
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INDIKATORPUNKTE
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75%
12%
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Tendenz
Investitionen
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Quelle: IHK Darmstadt
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INDIKATORPUNKTE
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unverändert
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65%
18%
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Tendenz
Exporte
60
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Quelle: IHK Darmstadt
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INDIKATORPUNKTE
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positiv
unverändert
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27%
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1
2
3
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2
3
Investitionsnachfrage verhalten
Nach einer zaghaften Aufwärtsbewegung im
Frühsommer zeigen sich die Investitionen wieder
schwunglos. So dreht der Saldo der Investitions­
pläne in den Negativbereich (Saldo minus ein Pro­
zentpunkt). Gegenüber dem Frühsommer beträgt
der Saldorückgang fünf Zähler.
Das Gastgewerbe (Saldo plus neun Prozentpunkte),
die Hersteller von Investitionsgütern (Saldo plus
sechs Prozentpunkte) und die personenbezogenen
Dienstleister (Saldo plus elf Prozentpunkte) erhöhen
ihre Budgets überdurchschnittlich. Zurückhaltung
üben die Hersteller von Vorleistungsgütern (Saldo
minus sechs Prozentpunkte) und das Baugewerbe
(Saldo minus zehn Prozentpunkte).
Export nahezu ungebrochen
Allen Risiken zum Trotz setzt sich der Exporterfolg
südhessischer Unternehmen fort. Ausgehend von
einem hohen Niveau rechnen noch immer 27 Prozent
der Unternehmen mit einer weiteren Steigerung des
Auslandsgeschäfts. Nur acht Prozent fürchten einen
Rückgang (Saldo plus 19 Prozentpunkte). Gegenüber
der Vorumfrage sinkt der Saldo um fünf Prozent­
punkte. Überdurchschnittlich optimistisch sind die
Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern.
65%
8%
Tendenz
¢
-60
JAHR
Beschäftigungspläne noch im Plus
Trotz der gedämpften Erwartungen an die Zukunft
halten die Unternehmen an ihren Beschäftigten fest.
Es überwiegen sogar leicht die einstellungswilligen
Unternehmen (13 Prozent) gegenüber den Unterneh­
men, die Personal reduzieren wollen (zwölf Prozent).
Gegenüber der Vorumfrage ist dies ein Saldorück­
gang um drei Prozentpunkte.
Am einstellungsfreudigsten sind die Industrieunter­
nehmen (Saldo plus 14 Prozentpunkte). Auch die
Bauindustrie will Personal einstellen (Saldo plus
neun Prozentpunkte). Die Dienstleister liegen im
südhessischen Trend. Schwach zeigen sich die Be­
schäftigungspläne im Kreditgewerbe (Saldo minus
21 Prozentpunkte) und im Gastgewerbe (Saldo mi­
nus 14 Prozentpunkte).
2
Wirtschaftszweige
160
Industrie
140
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Quelle: IHK Darmstadt
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positiv
unverändert
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22%
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67%
70%
60%
15%
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Erwartung
Lage
160
3
¢
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Tendenz
2
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Investitionen
2
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INDIKATORPUNKTE
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Beschäftigung
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JAHR
Baugewerbe
140
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Quelle: IHK Darmstadt
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unverändert
negativ
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18%
77%
73%
14%
9%
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68%
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Tendenz
14%
Investitionen
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3
Beschäftigung
2
Erwartung
1
¢
INDIKATORPUNKTE
8
Lage
40
JAHR
Industrie mit Auftragsplus
37 Prozent der Unternehmen berichten von guten
Geschäften und nur sieben Prozent klagen.
Gegenüber der Frühsommerumfrage ist der Saldo
unverändert auf hohem Niveau (Saldo plus 30 Pro­
zentpunkte). Im Gegensatz zur gesamthessischen
Industrie freuen sich die südhessischen Unterneh­
men über einen gestiegenen Auftragseingang, vor
allem aus dem Ausland.
Trotz der guten Auftragslage hinterlassen die ge­
dämpften Erwartungen auch in der Industrie ihre
Spuren. Nur 18 Prozent der Industrieunternehmen
sehen die Zukunft positiv und immerhin 15 Prozent
befürchten eine Verschlechterung. Gegenüber dem
Frühsommer ist dies ein deutlicher Saldorückgang
um 22 Punkte.
Im Einklang mit der guten Auftragslage stehen die
expansiven Beschäftigungspläne (Saldo plus 14 Pro­
zentpunkte). Bei den Investitionen hält sich die
Industrie zurück (Saldo minus zwei Prozentpunkte).
Baugewerbe in Höchstform
Die Baukonjunktur ist schwungvoll wie noch nie.
68 Prozent der Unternehmen melden gute Werte, nur
fünf Prozent sind unzufrieden. Gegenüber der Vorjah­
resumfrage ist dies ein Saldozuwachs um 17 Punkte,
gegenüber dem Frühsommer 2014 sogar ein Plus
um 25 Zähler.
Der Auftragsbestand hat auf hohem Niveau noch­
mals angezogen. 41 Prozent der Bauunternehmen
melden eine Auftragsreichweite von zwei bis drei
Monaten. Jedes dritte Unternehmen berichtet von
Aufträgen für vier oder mehr Monate.
Die Erwartungen haben angesichts der bevorstehen­
den kalten Jahreszeit etwas nachgegeben. Neun Pro­
zent der Bauunternehmen erwarten verbesserte Ge­
schäfte, 14 Prozent sind pessimistisch. Gegenüber
dem Frühsommer ist dies ein saisonüblicher Saldo­
rückgang um elf Prozentpunkte.
Den Personalbestand will der Bau ausweiten (Saldo
plus neun Prozentpunkte), während die Investitions­
budgets gekürzt werden (Saldo minus neun Prozent­
punkte).
3
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Einzelhandel
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Quelle: IHK Darmstadt
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unverändert
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16%
71%
Einzelhandel
Handel
Großhandel
13%
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17%
71%
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63%
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20%
Erwartung
Lage
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¢
Tendenz
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Investitionen
1
INDIKATORPUNKTE
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Beschäftigung
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Gastgewerbe
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Quelle: IHK Darmstadt
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positiv
unverändert
negativ
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38%
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2
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17%
5%
61%
77%
22%
18%
26%
Sorgenvoller Blick in die Zukunft
Das Gastgewerbe ist zufriedener als im Frühsommer,
denn der Saldo klettert um 20 Punkte. Angesichts or­
dentlicher Auslastungszahlen äußern sich 38 Prozent
positiv und nur zehn Prozent negativ. Verschlechtert
hat sich die Zukunftseinschätzung. Auch saisonbe­
dingt gibt der Saldo zwölf Zähler ab und steht nun
bei minus fünf Prozentpunkten. Die Beschäftigungs­
pläne drehen wieder in den negativen Bereich
(Saldorückgang um 18 Punkte auf minus 13 Pro­
zentpunkte). Die Mittel für Investitionen werden
erhöht (Saldozuwachs um neun Zähler auf plus neun
Prozentpunkte).
57%
52%
¢
¢
¢
Tendenz
17%
Investitionen
10%
Beschäftigung
1
9
Erwartung
2
¢
INDIKATORPUNKTE
1
8
Lage
20
JAHR
Solide Lage, aber schwache Aussichten
Mit dem laufenden Geschäft ist der Einzelhandel
nicht unzufrieden. 16 Prozent der Unternehmen
berichten von guten Geschäften und 13 Prozent
klagen. Damit klettert der Lagesaldo um neun
Zähler auf plus drei Prozentpunkte. Es leiden jedoch
die Zukunftserwartungen (Saldorückgang um
16 Prozentpunkte). Die Beschäftigungs- und Inves­
titionspläne der Einzelhändler haben sich aufgehellt,
sind aber noch immer negativ (Saldo minus vier
beziehungsweise minus drei Prozentpunkte).
4
140
Verkehr und Logistik
120
100
Quelle: IHK Darmstadt
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60
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positiv
unverändert
negativ
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53%
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Erwartung
Tendenz
Lage
27%
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20%
20%
20%
67%
67%
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13%
13%
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¢
Investitionen
2
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INDIKATORPUNKTE
8
Beschäftigung
20
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Banken
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120
Quelle: IHK Darmstadt
100
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positiv
unverändert
negativ
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2
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14%
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2
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29%
43%
79%
50%
64%
43%
¢
¢
Tendenz
21%
21%
7%
¢
9
Optimismus verflogen
Beim laufenden Geschäft haben die Institute wenig
Grund zu Klage. Fast jedes dritte Institut äußert sich
positiv und nur sieben Prozent melden schwache
Zahlen. Das Kreditvolumen wurde nochmals deut­
lich ausgeweitet. Mit Blick auf die Zukunft sind die
Banken aber wieder pessimistisch, denn der Saldo
gibt 35 Zähler ab. Der Optimismus des Frühsommers
erweist sich als Einmaleffekt. Trotz dieser Zukunft­
seinschätzungen will der Bankensektor investieren
(Saldo plus acht Prozentpunkte). Die Beschäftigten­
zahl wird jedoch deutlich reduziert (Saldo minus
21 Prozentpunkte).
Investitionen
3
Beschäftigung
2
Erwartung
1
¢
INDIKATORPUNKTE
8
Lage
40
JAHR
Unterwegs mit mittlerer Drehzahl
Verkehr und Logistik berichten von einer ruhigen
Geschäftslage. Im Gegensatz zur Frühsommerum­
frage überwiegen die Unternehmen mit schwacher
Geschäftslage (Saldo von minus sieben Prozent­
punkten). Mit Blick auf die Zukunft haben die opti­
mistischen Unternehmen die Nase vorn (Saldo plus
sieben Prozentpunkte). Gegenüber dem Frühsommer
gibt der Saldo aber sechs Punkte nach. Die Investiti­
onspläne der Branche sind neutral (Saldo von null
Prozentpunkten). Die Zahl der Beschäftigten wird
leicht ausgebaut (Saldo plus sieben Prozentpunkte).
5
180
Dienstleistungen
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Quelle: IHK Darmstadt
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19%
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¢
¢
Investitionen
19%
Beschäftigung
Lage
¢
Tendenz
3
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12%
2
Einzelne Dienstleistungsbranchen
160
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Quelle: IHK Darmstadt
120
100
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9
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2
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10
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positiv
unverändert
negativ
2
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12
1
13
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2
3
14
1
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72%
61%
3
18%
38%
66%
51%
22%
17%
¢
¢
Tendenz
3
6%
22%
Information und
Kommunikation
Unternehmensbezogene
Dienstleistungen
2
Unternehmensdienste gefragt
Die Unternehmensdienste bilden die Speerspitze
der Dienstleister. Der Lagesaldo gibt drei Punkte ab,
liegt aber noch immer bei plus 27 Prozentpunkten.
Auch die Erwartungen lassen sechs Zähler nach
(Saldo plus zwei Punkte). Beschäftigungs- und
Investitions­pläne (Saldo plus ein Prozentpunkt
beziehungsweise minus neun Prozentpunkte) sind
jeweils schwächer als im Frühsommer.
Deutlich schwächere Geschäfte als im Frühjahr ma­
chen die Informations- und Kommunikationsdienst­
leister (Saldorückgang um 25 Punkte). Die Erwar­
tungen haben sich ebenfalls verschlechtert. So gibt
der Erwartungssaldo zehn Punkte ab (Saldo minus
16 Prozentpunkte). Beschäftigungs- und Investitions­
pläne sind neutral.
16%
11%
¢
Erwartung
3
¢
2
Lage
1
Erwartung
INDIKATORPUNKTE
8
Lage
60
JAHR
Verhaltene Zukunftsaussichten
In ihrer Geschäftslage folgen die Dienstleister dem
südhessischen Trend (Saldo plus 24 Prozentpunkte),
allerdings gibt der Saldo drei Punkte ab. Der Opti­
mismus der Frühsommerumfrage ist verschwunden
(Erwartungssaldo plus drei Prozentpunkte). Vermut­
lich aus diesem Grund rutschen die Investitions­
pläne um 14 Punkte in den Negativbereich (Saldo
minus sieben Prozentpunkte). Die Beschäftigungs­
pläne sind verhalten (Saldo plus ein Prozentpunkt).
6
Thema
Fachkräftesicherung
Im Herbst befragen wir die Unternehmen traditio­
nellerweise zu ihren Erfahrungen bei der Personal­
suche. Die aktuelle Situation: 26 Prozent der Unter­
nehmen mit Einstellungsbedarf beklagen, dass sie
offene Stellen zwei Monate oder länger nicht mit
geeignetem Personal besetzen können. Zum Ver­
gleich: Vor einem Jahr haben 24 Prozent diese Frage
bejaht. Besonders große Probleme bei der Personal­
suche haben aktuell die Hersteller von Investitions­
gütern (47 Prozent), Verkehrs- und Logistikdienst­
leister (43 Prozent) und die personenorientierten
Dienstleister (37 Prozent).
Die Unternehmen suchen gut ausgebildete und
spezialisierte Fachkräfte. Nur 19 Prozent der ein­
stellungswilligen Unternehmen suchen Mitarbeiter
ohne Berufsausbildung. Gesucht werden Fachkräfte
mit (Fach-) Hochschulabschluss (39 Prozent),
Fachkräfte mit einer dualen Berufsausbildung
(39 Prozent) oder Fachwirt /Meister beziehungswei­
se einer anderen Weiterbildung (35 Prozent).
Mit Blick auf die Sicherung ihres künftigen Fach­
kräf­tebedarfs setzen die Unternehmen auf Bewähr­
tes: Fast jedes zweite Unternehmen will die eigenen
Ausbildungsbemühungen verstärken und in Weiter­
bildung investieren. Ferner wollen die Unternehmen
für Bewerber attraktiver werden (35 Prozent der
Nennungen) und mehr auf ältere Mitarbeiter
(24 Pro­zent) zurückgreifen. Mehr als jedes fünfte
Unternehmen will zu einer besseren Vereinbarkeit
von Familie und Beruf beitragen (22 Prozent).
Immerhin 20 Prozent denken an die Einstellung von
Fachkräften aus dem Ausland, aber nur vier Prozent
möchten Auszubildende aus dem Ausland anwerben.
Wie wollen Sie zukünftig auf eventuelle
Fachkräfteengpässe reagieren?
Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
(z.B. Bezahlung, Arbeitsplatzqualität) 35%
Einstellung von Auszubildenden
aus dem Ausland 4%
Einstellung von Fachkräften
aus dem Ausland 20%
Können Sie in Ihrem Unternehmen derzeit offene Stellen
längerfristig (mehr als zwei Monate) nicht besetzen, weil
Sie keine passenden Arbeitskräfte finden?
Beschäftigung/Einstellung
älterer Mitarbeiter
ausweiten 24%
Nein, derzeit kein Personalbedarf 49%
Ja 26%
Vereinbarkeit von Familie
und Beruf erleichtern 22%
mehr Ausbildung 49%
mehr Weiterbildung 43%
(Angaben in Prozent, Mehrfachnennung möglich)
Nein, keine Probleme bei der Besetzung 26%
(Angaben in Prozent)
7
Thema
Risiken für die Wirtschaft
Auch dieses Mal haben wir die südhessischen Unter­
nehmen um die Einschätzung von Risiken für die
nächsten zwölf Monate gebeten.
Nur fünf Prozent der Unternehmen sehen mögliche
Turbulenzen an den Devisenmärkten. Ein moderates
Risiko ist der Zugang zu finanziellen Mitteln (14 Pro­
zent). Ebenso viele Unternehmen sehen die weitere
Entwicklung der Auslandsnachfrage mit Sorge
(15 Prozent).
Wie in den letzten Umfragen fürchten die Unter­
nehmen vor allem die Erlahmung der Inlandsnach­
frage. Die Risikowahrnehmung hat jedoch zuge­
nommen. Waren es zur Frühsommerumfrage
46 Prozent der Unternehmen die hierin ein Risiko
sehen, sind es aktuell 49 Prozent. Wie immer sorgt
sich besonders die Einzelhandelsbranche um die
Inlandsnachfrage, weil diese von der Entwicklung
der Binnenkaufkraft unmittelbar abhängt. So beträgt
die Risikonennung bei den Einzelhändlern auch
75 Prozent. Zum Vergleich: Im Frühsommer betrug
dieser Wert im Einzelhandel noch 61 Prozent.
Auch Arbeitskosten werden als Risiko wahrgenommen
(40 Prozent). Dies sind zwei Punkte weniger als im
Frühsommer und sogar vier Punkte weniger als zu
Jahresbeginn, als die wirtschaftspolitische Diskussion
durch den Mindestlohn dominiert wurde. Es folgen
die politischen Rahmenbedingungen mit 39 Prozent.
Gegenüber der Vorumfrage beträgt der Rückgang
einen Zähler. Als weitere Risikofaktoren werden
Energie- und Rohstoffpreise mit 35 Prozent
(Frühsommer: 36 Prozent) genannt. Ein möglicher
Fachkräftemangel wird von 32 Prozent aller Unter­
nehmen als Risiko genannt.
Wo sehen Sie die größten Risiken bei der wirtschaftlichen
Entwicklung Ihres Unternehmens in den kommenden zwölf Monaten?
49%
Inlandsnachfrage
15%
Auslandsnachfrage
14%
Finanzierung
Arbeitskosten
40%
Fachkräftemangel
Wechselkurs
32%
5%
Energie-/Rohstoffpreise
35%
Rahmenbedingungen
39%
Impressum
Methodik
Herausgeber
Industrie- und Handelskammer Darmstadt
Rheinstraße 89, 64295 Darmstadt
Postfach 100705, 64207 Darmstadt
Der Geschäftsklimaindikator dient als Barometer der aktuellen Stimmung der Unternehmen.
Er ist ein Mittelwert aus der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage und den Zukunftserwar­
tungen der Unternehmen. Der Indikator kann zwischen 0 und 200 Punkten schwanken. Je höher
der Wert, desto besser das Geschäftsklima. Die Indikatoren zu Beschäftigung, Investitionen und
Exporten werden aus der Differenz der positiven und negativen Antworten ermittelt.
Neutrale Aussagen bleiben unberücksichtigt. Die Pfeile stellen die aktuellen Differenzen grafisch
dar. Weitere methodische Hinweise zur Konjunkturumfrage finden Sie im Internet unter:
www.darmstadt.ihk.de (Dokumenten-Nr. 1845)
Geschäftsbereich Standortpolitik
Dr. Peter Kühnl (Autor)
Telefon:06151 871-107
E-Mail: kuehnl@darmstadt.ihk.de
Gestaltung: Klöppinger Identity, Darmstadt
Druck: apm AG, Darmstadt
Der Konjunkturbericht erscheint dreimal im Jahr. An der Konjunkturumfrage Herbst 2014 haben
sich 317 Unternehmen beteiligt.
Der Nachdruck von Text und Grafiken ist nur mit Quellenangabe gestattet.
www.kloeppinger - identity.de
(Angaben in Prozent, Mehrfachnennung möglich)
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Seele and Geist
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