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Leseprobe zum Titel: Süddeutsche Zeitung (04.11.2014) - Die Onleihe

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Ein Land in Quarantäne – In Nordkorea grassiert die Ebola-Panik
Politik
NEUESTE NACHRICHTEN AUS POLITIK, KULTUR, WIRTSCHAFT UND SPORT
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HF1
(SZ) Mit der Zeit werden Begriffe, die einmal als eher unerfreuliche Zuordnungen
galten, zu Ehrentiteln. Dem Schandmaul
zum Beispiel wurde im Mittelalter mit der
sogenannten Mundbirne das Maul gestopft – das war ein aus Eisen gefertigtes
Gewinde, das sich im Mund des Schandmauls dehnte und diesem im schlimmsten
Fall den Kiefer brach. Heute ist jeder Fernsehkabarettist ein Schandmaul, sobald er
den Namen der Kanzlerin mit spitzem
Mund ausspricht. Der Ketzer wiederum
fand sich nach ausgiebiger Ketzerei auf
dem christlichen Scheiterhaufen wieder.
Heute findet sich der Ketzer eher auf der
Spiegel-Bestsellerliste wieder, wenn er ein
freches Buch über die angeblichen Machenschaften des Klerus schreibt. Aber so
sind unsere weichgespülten Gemüter: Alles deuten wir ins Erfreuliche um, und jeden schlecht gelaunten Persilkritiker umarmen wir mit der ganzen Gewalt unserer
Herzlichkeit.
Es gibt eigentlich nur noch eine
Schimpfbezeichnung, die sich mit ihrer
ganzen Wucht in unsere Zeit gerettet hat
und deren Adressaten wir mit unverstelltem Hass hinterherjagen – die Rede ist
vom Nestbeschmutzer. Damit sind Menschen gemeint, die manches an ihrem
Land oder der Stadt, aus der sie stammen,
auszusetzen haben und diese Ansicht in
Wort, Bild oder Schrift öffentlich machen.
Zuletzt wurde der Whistleblower Edward
Snowden als Nestbeschmutzer bezeichnet.
Das Nest, das er beschmutzt hat, sind die
USA. Und der Schmutz, den Snowden in
das Nest gelegt haben soll, ist seine Beschreibung der Überwachungsmethoden
seines früheren Arbeitgebers NSA. Dabei
sind ja wohl hier die Vereinigten Staaten
selbst ein ganz schmuddeliges Nest gewesen, und Edward Snowden war mit der
Mistforke darin unterwegs. So muss man
das ja wohl als aufgeklärter Facebook-ickhör dir-trapsen-Zeitgenosse korrektermaßen sehen.
Der berühmte Wiener Nestbeschmutzer Karl Kraus hat das Bild einmal wie folgt
frech verkehrt: „Ich bin der Vogel, den sein
Nest beschmutzt“, schrieb er in einem seiner glänzenden, unfassbar witzigen Aphorismen, bei denen man jedes Mal denkt:
Ein Gehirn, in welchem derartige Feuerwerke abbrennen, muss wirklich ein Gehirn der Extraklasse sein. Für uns Standardhirne deshalb noch einmal zur Klärung: Nicht er, Karl Kraus, beschmutzt
sein Nest. Nein, das Nest selbst, also die
Stadt, das Land, ist dermaßen verdreckt
und verkommen, dass ein edler Geist nur
besudelt werden kann, wenn er sich darin
aufhält. Wäre New Yorks früherer Bürgermeister Michael Bloomberg amerikanischer Präsident geworden, müsste bald jeder Bürger, der sein Nest beschmutzt, eine
empfindliche Geldstrafe abdrücken. Es ist
ja jetzt schon so, dass Hundehalter, die ihre
Bulldoggen in den Central Park machen
lässt, hundert Dollar zahlen müssen.
MÜNCHEN, DIENSTAG, 4. NOVEMBER 2014
70. JAHRGANG / 45. WOCHE / NR. 253 / 2,40 EURO
FBI belauschte
Fifa-Funktionäre
Ex-Vorstand Blazer zeichnete
heimlich Gespräche auf
München – Das FBI hat bei seinen Ermittlungen gegen Funktionäre des WeltfußballVerbands Fifa offenbar einen prominenten
Spitzel eingesetzt: Der US-Amerikaner
Chuck Blazer, 69, selbst langjähriger FifaVorstand und 2011 wegen unversteuerter
Millioneneinnahmen aufgeflogen, wurde
von den US-Ermittlern offenbar zur Kooperation überredet. Unter anderem soll Blazer bei den Olympischen Spielen 2012 in
London Treffen mit Funktionären aus
Russland, Ungarn, Australien und den USA
organisiert haben. Die Gespräche soll er
mit einem in einem Schlüsselanhänger versteckten Mikrofon aufgezeichnet haben.
Laut amerikanischen Quellen interessiert
sich das FBI für 44 Sportfunktionäre, daraunter auch Fifa-Präsident Sepp Blatter,
unter anderem wegen der WM-Vergaben
2018 und 2022. Blazer war über zwei Dekaden Generalsekretär des Nord- und Mittelamerikaverbands Concacaf. 2011 war herausgekommen, dass er Verbandsgelder im
zweistelligen Millionenbereich auf Privatkonten abgezweigt hatte. sz
Sport
Für den US-Präsidenten steht an diesem Dienstag vermutlich der letzte Wahltag seiner politischen Karriere an. Barack Obama (hier
in Detroit) kann zwar weder gewählt noch abgewählt werden, aber die Abstimmung über den Kongress liefert einen Maßstab für seine Stärke. Um die ist es – nach allen Umfragen – schlecht bestellt. Das Land zweifelt aber nicht nur an seinem Präsidenten, sondern
fragt, ob nicht die Verfassung Grund für die Lähmung der Politik ist.
FOTO: AP/PABLO MARTINEZ MONSIVAIS
Seite 4 und Feuilleton
Die letzte Wahl
EU-Außenchefin zweifelt an Sanktionen
Wie wirksam sind Europas Zwangsmaßnahmen gegen Moskau? Die neue Chefdiplomatin Mogherini
glaubt nicht daran, dass Putins Ukraine-Politik durch Wirtschaftsboykotte geändert werden kann
von stefan braun
und cerstin gammelin
Berlin/Brüssel – Die neue Außenbeauftragte der Europäischen Union, Federica
Mogherini, hat Zweifel an der Wirksamkeit
der Sanktionen geäußert, welche die Europäische Union gegen Russland erlassen
hat. Tatsache sei, „dass sie auf die russische Wirtschaft wirken, dass sie von der
russischen Führung und deren Umfeld gespürt werden“, sagte Mogherini an ihrem
ersten Arbeitstag in Brüssel im Gespräch
mit der SZ und fünf weiteren europäischen
Zeitungen. „Aber die offene Frage ist immer noch, ob Moskau seine Politik deshalb
ändern wird.“ Die EU hatte im März eine
Sanktionsliste beschlossen und diese seither mehrmals erweitert. Auf der Liste stehen Reisebeschränkungen, das Einfrieren
von Krediten und anderen Finanzierungen
sowie ein Boykott von wirtschaftlichen Ressourcen. Die Sanktionen sollen Russlands
Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen, die territoriale Integrität der Ukraine
zu achten.
Trotz des „Fragezeichens“, von dem
Mogherini sprach, will sie an den Strafmaßnahmen festhalten. Die EU-Kommission
werde in den kommenden Tagen über weitere Maßnahmen beraten. Das Thema stehe auch auf der Tagesordnung des Treffens der europäischen Außenminister am
17. November. „Es wäre großartig, Sanktionen abzubauen“, sagte Mogherini, „aber
das würde bedeuten, dass die Krise in der
Ukraine gelöst ist, und das ist sie nicht.“
Die Italienerin wertete die Wahlen vom
Sonntag in den Rebellenhochburgen Donezk und Luhansk als illegitim und als Ver-
stoß gegen den Friedensplan von Minsk.
Dennoch werde die EU an den dort beschlossenen Vereinbarungen festhalten.
„Wenn wir den Prozess für beendet erklären, was bleibt uns dann noch?“, fragte sie.
„Ich werde bis 100 000 zählen, bevor ich
das tue.“ Mogherini forderte die Regierung
in Moskau auf, ihrerseits an dem Abkommen festzuhalten. „Wir brauchen jetzt Antworten aus Moskau.“ In den nächsten Tagen werde sie mit den Verantwortlichen telefonieren. Wenn das Abkommen blockiert werde, sei die Diplomatie praktisch
am Ende. „Es wird sehr schwer werden,
dann erneut einen Dialog mit Moskau aufzunehmen.“
Mogherini sagte, nach den separaten
Wahlen in Kiew und im Osten des Landes
sei die Ukraine „ in der Realität ein gespaltenes Land“. Dennoch bestehe die EU wei-
terhin auf der Einheit und territorialen Integrität der Ukraine.
Ähnlich äußerte sich der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Er
betonte, die Abstimmung in der Ostukraine verstoße „gegen Buchstaben und Geist
der Minsker Vereinbarung“. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, dass es nötig werden könnte, „über eine erneute Verschärfung der Sanktionen nachzudenken“,
sollte die Lage schlimmer werden. Allerdings gibt es nach SZ-Informationen in der
Regierung keine konkreten Pläne, die
Sanktionen zu lockern oder zu verschärfen. Vielmehr wird im Auswärtigen Amt
und im Kanzleramt dafür geworben, in der
EU darüber zu reden, unter welchen Kriterien die im nächsten Jahr auslaufenden
Sanktionen verlängert, verschärft oder gelockert werden könnten. Seiten 4 und 7
HEUTE
Thema des Tages
Das gestohlene Tor von Dachau:
Warum alle von einer gezielten
Provokation ausgehen
2
Die Seite Drei
Ahmed Eldin ist 19 – und er hat das
Cover der neuen „Pink-Floyd“-CD
gestaltet. Ein Treffen in Kairo
3
Meinung
Berlin ist in der Weltpolitik
derzeit ein Vermittler
auf Bewährung
4
Das Politische Buch
Wie sich Europa kaputtspart.
Eine gute Analyse der
EU-Wirtschaftspolitik
15
Dienstagmorgen, 7.30 Uhr. Verschlafen
schleppt sich der Büroarbeiter in Richtung Aufzug. Plötzlich vibriert das Mobiltelefon. Nein, der Chef ist nicht dran.
Auch in der Chat-Gruppe des Kegelvereins herrscht um diese Zeit noch Ruhe.
Der Störenfried ist das Handy selbst. Es
möchte nur kurz daran erinnern, dass
man auch die Treppe nehmen könnte.
Das sei besser für den Kreislauf – und das
Lauftraining habe man auch schon drei
Mal sausen lassen.
Was nach einer Szene aus einem schrägen Zukunftsroman klingt, findet in
Wahrheit längst statt. Das amerikanische
Gesundheitsministerium hat, wie die
Nachrichtenagentur Bloomberg meldet,
im Sommer ein Experiment gestartet. Dabei wurden im Ministeriumsgebäude kleine Elektrokästen angebracht. Aufgabe
der „Beacon“ genannten Apparate ist es,
das Bewegungsverhalten ausgewählter
Mitarbeiter aufzuzeichnen und ihnen Ge-
Wirtschaft
Wohnraum ist wertvoll.
Und trotzdem stehen
viele Büros leer
Medien
TV-/Radioprogramm
Kinder- und Jugendliteratur
München · Bayern
Rätsel
Familienanzeigen
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Süddeutsche Zeitung GmbH,
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21045
4 190655 802404
Bewegungsmelder
US-Ministerium steuert Wohlbefinden der Mitarbeiter mit Apps
sundheitstipps zu geben. Fünf Mal eine
Wasserfontäne passiert und nicht gestoppt? Ringbimbim. Sie könnten mal etwas trinken! Einen Schritt zu nahe an den
Süßigkeiten-Automaten herangetreten?
Schon will das Telefon wissen, ob man
sich den Verzehr des Schokoriegels auch
gut überlegt hat.
Das Werk von Gesundheitsgurus? Das
wäre zu einfach. Nachdem Technikfirmen Telefone zu Hightech-Kommunikationszentralen weiterentwickelt haben,
steht der nächste große Sprung an. Die
Technik soll über Körper und Gesundheit
wachen. Kapitalgeber aus dem Silicon Valley sprechen seit Monaten von kaum etwas anderem. Wer ein neueres iPhone besitzt, hat von Apple kürzlich eine Gesund-
heitssoftware spendiert bekommen, die
vom Körperfettanteil über den Blutdruck
fast alles messen und analysieren kann.
Die Armbanduhr, die Apple bald verkaufen will, soll dazu dienen, diese Daten unkompliziert zu erheben.
Konkurrent Google denkt derweil darüber nach, seinen Kunden eines Tages Nanopartikel ins Blut zu verabreichen. Die
Partikel sollen über eine Handy-App
Alarm schlagen, wenn Krebsgefahr besteht. Nebenbei entwickelt der Konzern eine Kontaktlinse, die Diabetiker vor einem
raschen Blutzuckerabfall warnen soll.
Das alles geschieht einerseits, weil viele
in Kalifornien glauben, man könne die
Welt mit Technik jeden Tag ein Stück besser machen. Andererseits steckt hinter
der Datensammelei ein Milliardengeschäft. Der Verkauf von hochgerüsteten
Armbändern ist lukrativ. Die Analysefirma Gartner geht davon aus, dass der Umsatz mit Körperanalysegeräten bis 2016
auf sechs Milliarden Dollar anwächst.
Wer weiß, an welchen Krankheiten ein
Mensch leidet und wie er sich ernährt,
kann gezielter Werbung verkaufen. Die
Mega-Daten sind außerdem interessant
für die Gesundheitsindustrie, die ihre Produkte besser steuern kann.
Im Projekt des Gesundheitsministeriums spielt Datenschutz keine große Rolle. Ebenso wird die Frage ausgeblendet,
ob es nicht ein unzulässiger Eingriff in die
Privatsphäre der Mitarbeiter sein könnte,
sie ständig mit Ratschlägen zu drangsalieren. Stattdessen fragt Projektleiter Naganand Murty: „Was wäre, wenn man einen
Engel auf der Schulter sitzen hätte, der einem hilft, die richtigen Entscheidungen
zu treffen?“
pascal paukner
Lokführer drohen mit neuen Streiks
Nach geplatzten Verhandlungen mit der Bahn kündigt die Gewerkschaft GDL Arbeitskämpfe an, die länger dauern könnten
Berlin – Bahnfahrer werden sich in den
kommenden Tagen erneut auf Streiks einstellen müssen. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) teilte am Montagabend mit, dass auch die jüngsten Verhandlungen mit der Bahn gescheitert seien.
Dem Staatskonzern warf sie ein „rechtswidriges Verständnis des Grundgesetzes“
vor. Damit habe die Bahn „weitere Arbeitskämpfe provoziert“. Wann genau die Lokomotivführer streiken wollen, blieb vorerst
offen. Die Gewerkschaft versicherte aber,
darüber „rechtzeitig“ zu informieren. Unbestätigten Gerüchten zufolge könnte der
Streik diesmal bis zu 91 Stunden dauern, also vier Tage.
Am Morgen hatte die Bahn bereits mitgeteilt, die GDL habe am Sonntagabend
„vertrauliche Tarif-Gespräche kurz vor
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dem Durchbruch platzen“ lassen. Demnach hatten sich Vertreter der Bahn in den
vergangenen Tagen dreimal mit der GDLSpitze getroffen, um „einen tragfähigen
Vorschlag zur Beilegung der Tarifauseinandersetzung zu erarbeiten“. Dabei ging es zunächst noch nicht um höhere Löhne, sondern nur um Verhaltensregeln. Eine solche
Vereinbarung ist nötig, weil es bei der
Bahn derzeit zwei Gewerkschaften gibt,
die sich bislang nicht einigen konnten, wer
welche Berufsgruppe vertreten darf.
Hatte die GDL in der Vergangenheit nur
für Lokführer verhandelt, will sie bei diesen Tarifgesprächen erstmals auch für Zugbegleiter einen Tarifvertrag abschließen.
In dieser Berufsgruppe dürfte aber die Eisenbahngewerkschaft EVG deutlich mehr
Mitglieder als die GDL haben. Umgekehrt
will die EVG diesmal auch einen Tarifvertrag für Lokführer abschließen, von denen
jedoch mit Abstand die meisten bei der
GDL sind. Theoretisch könnte die Bahn einfach mit beiden Gewerkschaften zwei verschiedene Tarifverträge abschließen, doch
Personalvorstand Ulrich Weber lehnt das
ab. Er befürchtet eine Spaltung der Belegschaft und besteht deshalb auf Regeln, die
verhindern, dass am Ende innerhalb ein
und derselben Berufsgruppe unterschiedliche Regeln für Löhne, Schichten und Wochenarbeitszeit gelten.
Der Vertrag, über den die Bahn mit der
GDL-Spitze in den vergangenen Tagen verhandelt hatte, sah vor, dass die GDL – neben der EVG – tatsächlich erstmals eigenständig auch für Zugbegleiter einen Tarifvertrag abschließen darf. Umgekehrt soll-
te die EVG auch für Lokführer verhandeln
dürfen. Die Tarifgespräche sollten jeweils
parallel geführt werden. Für den Fall, dass
es dabei zu einem unauflöslichen Konflikt
kommt, sollte jedoch bei Lokführern die
GDL und bei Zugbegleitern die EVG das
letzte Wort haben.
Diesen Punkt nahm die GDL-Spitze als
Beleg dafür, dass die Bahn ihr nur eine
„Scheinzuständigkeit für Zugbegleiter“ zugestehen wolle. Die geplante Vereinbarung
zeige, dass die GDL „freiwillig und ohne jede Begründung ihre eigenen Grundrechte
und die Grundrechte ihrer Mitglieder mit
Füßen treten sollte“. Einen eigenen Vorschlag, wie sich unterschiedliche Regelungen innerhalb einer Berufsgruppe vermeiden ließen, machte die Gewerkschaft
nicht. daniela kuhr
Seite 4
Krankenkassen sollen
Gesunde fördern
Berlin – Wer gesund lebt, soll künftig von
seiner Krankenkasse dafür belohnt werden. Jede Kasse werde „in der Regel verpflichtet, in ihrer Satzung Boni als finanzielle Anreize für ein gesundheitsbewusstes
Verhalten ihrer Versicherten vorzusehen“,
heißt es im Referentenentwurf für ein Präventionsgesetz von Gesundheitsminister
Hermann Gröhe (CDU). Das soll auch für betriebliche Angebote zur Gesundheitsförderung gelten. sz
Seiten 4 und 5
24 Flüchtlinge ertrinken
im Bosporus
Istanbul – Vor der Küste Istanbuls sind am
Montag mindestens 24 Flüchtlinge ertrunken. Ihr Boot kenterte nach Behördenangaben an der Bosporus-Mündung zum
Schwarzen Meer. Die Küstenwache rettete
sieben Bootsinsassen. Die meisten Flüchtlinge sollen aus Afghanistan stammen, einige waren demnach Syrer und Turkmenen. Sie stiegen in Istanbul ins Boot und
wollten über das Schwarze Meer nach Rumänien gelangen. afp
Seite 7
Mysteriöse Millionen
im Nachlass eines Abtes
Düsseldorf – Das Benediktinerkloster Neresheim in Baden-Württemberg ist möglicherweise in einen größeren Fall von Geldwäsche verwickelt. Nach dem Tod des Abtes ist ein Vermögen in Höhe von 4,4 Millionen Euro unbekannten Ursprungs aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt gegen einen 82-jährigen Rechtsanwalt, der das Geld über Mittelsmänner an
das Kloster geschleust haben soll, um Steuern zu umgehen. sz
Panorama
Milchpreise
brechen ein
München – Wegen des Überangebots auf
dem Milchmarkt senkt der Discounter
Aldi die Preise. Seit Montag kostet der Liter
Vollmilch statt 69 Cent nur noch 59 Cent.
Das teilten Aldi Nord und Aldi Süd mit.
Auch Milchprodukte wie Quark oder Sahne werden um vier bis sechs Cent billiger.
Die Fleischpreise sinken ebenfalls. Der
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter warnt vor einer neuen Krise am Milchmarkt. sz
Wirtschaft
Dax ▼
Dow ▼
Euro ▼
Xetra 17 Uhr
9248 Punkte
N.Y. 17 Uhr
17350 Punkte
17 Uhr
1,2484 US-$
- 0,85%
- 0,23%
- 0,0040
DAS WETTER
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20°/ 5°
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NACHTS
Im Westen und Norden Regen. Sonst ist es
wechselnd wolkig bis stark bewölkt. In
Ober- und Niederbayern scheint die Sonne. An den Alpen Föhn. Elf bis 18, bei Föhn
über 20 Grad. In den höheren Lagen stürmische Böen.
Seite 15
Die SZ gibt es als App für Tablet
und Smartphone: sz.de/app
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