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der MPZ Newsletter Oktober 2014 - Bayern

EinbettenHerunterladen
Neues vom Museumspädagogischen Zentrum
der MPZ Newsletter
November 2014
Aktuelles
Lehrerfortbildungen
Freizeit im Museum
Neue Ausstellungen im November
Laufende Sonderausstellungen in München
Meldungen aus den Museen
Das komplette Angebot auf www.mpz.bayern.de:
Veröffentlichungen
Schule und Museum
Kindertagesstätten
und Museum
Freizeit
und Museum
MPZ Aktuell
Inhalt Aktuelles
Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern
MPZ-Angebote zur Sonderausstellung des
Münchner Stadtmuseums
31.10.2014 - 19.04.2015
MPZ Familienaktion im Botanischen Garten
München-Nymphenburg
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Samstag, 22.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Sonntag, 23.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Samstag, 29.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
GANZ SCHÖN ANDERS
"Ganz schön anders"
Luxus der Einfachheit. Lebensform
Kindertag in den Staatlichen Antikenjenseits der Norm
sammlungen München
MPZ-Angebote zur Sonderausstellung
16.11.2014
SOStadtmuseums
LEBTEN KINDER, FRAUEN UND
MÄNNER BEI DEN ALTEN GRIECHEN
des Münchner
Noch Termine frei: Mit der Schule in die
Canaletto-Ausstellung
Sonderöffnung für die Schule
17.10.2014 - 18.01.2015
Herbsttagung der Bayerischen
Museumsakademie
"Museum und Kulturelle Bildung"
Ein Bericht
10.10.2014 - 22.02.2015
>>> Hier gibt es noch mehr Neuigkeiten
Kindertag am 16.11.2014 von 10 bis 17 Uhr
in den Staatlichen Antikensammlungen München
Inhalt Aktuelles
Inhaltsverzeichnis - Teil 2
Herbstexkursion der
Bayerischen Museumsakademie
Museumslandschaft Oberfranken
Ein Bericht
Ankündigungen zum Thema "100 Jahre
Erster Weltkrieg in Bayern"
Neue Ausstellungen im November
Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern
MPZ-Angebote zur Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums
31. Oktober 2014 bis 19. April 2015
Abbildung oben:
Anton Schütz: Das Rumfordporträt von
Gainsborough, 1935
© Privatbesitz
Abbildung unten:
Johann Jakob Dorner d. Ä.: Das Almosen, 1790,
© Münchner Stadtmuseum
Englischer Garten, Rumfordsuppe oder die Unterstützung der aufklärerischen Tendenzen
von Kurfürst Karl Theodor werden gerne im Zusammenhang mit Benjamin Thompson,
dem späteren Reichsgrafen von Rumford, genannt. Wer Rumford war und wie vielfältig
seine militär- und sozialreformerischen Leistungen wie auch seine naturwissenschaftlichen Interessen waren, zeigt die neue Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums
unter dem Titel „Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern“ anlässlich des 200. Todestages des Amerikaners. In Massachusetts geboren, beginnt Rumford seine militärische
Laufbahn während des Amerikanischen Bürgerkriegs im Dienst der Engländer. Da er
die Briten unterstützt hatte, muss er Neu-England verlassen, kann allerdings nicht in die
Dienste der englischen Krone treten. Er beschließt, sein Glück am habsburgischen Hof
zu versuchen. Auf dem Weg nach Wien führt ihn eine Verkettung von Umständen an
den Münchner Hof von Kurfürst Karl Theodor. Rumford rückt die militärpolitische Lage
Bayerns, den schlechten Zustand des Militärs und die in Bayern grassierende Armut ins
Zentrum seiner Reformbestrebungen, welche ein zentraler Aspekt der Ausstellung sind.
Militär und Zivilgesellschaft, Armut und Arbeitslosigkeit sowie die Nutzung, Gestaltung
und Teilhabe des öffentlichen Raums – die Themen, auf die Rumford vor zweihundert
Jahren Antworten zu geben versuchte, haben bis heute nicht an Aktualität verloren. Neben reformerischen Bestrebungen widmet sich die Ausstellung auch den wissenschaftlichen Interessen, Forschungen und Ergebnissen Rumfords. Diese reichen, neben vielen
weiteren, von der Entwicklung eines Energiesparofens über die Beschäftigung mit dem
Energiegehalt von Lebensmitteln bis hin zu Experimenten zur Wärmelehre.
Die MPZ-Angebote zur Sonderausstellung finden Sie hier.
Heinrich Häring: Modell des Chinesischen Turms
in München im Maßstab 1:25, 2009, Holz, Höhe 115 cm
© Münchner Stadtmuseum
Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern
MPZ-Angebote zur Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums
31. Oktober 2014 bis 19. April 2015
Graf Rumford – Ein berühmter Migrant als Aufklärer und Reformer in Bayern
Die Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums „Rumford. Rezepte für ein besseres Bayern“ bietet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichste Art und Weise mit dem Leben und Wirken des Pioniers der Aufklärung am Münchner
Hof des Kurfürsten Karl Theodors auseinanderzusetzen. Das vielfältige Spektrum seines
Wirkens erstreckt sich dabei u. a. von Militärgärten zum Englischen Garten, von der
Rumfordsuppe zum Armenhaus oder vom Energiesparofen bis zur Erforschung des
Energiegehalts von Lebensmitteln. Gerade auch Rumfords Bedeutung als Naturwissenschaftler soll neben seinen Sozialreformen gewürdigt werden. Eine spannende Begegnung mit einer der vielseitigsten und interessantesten Persönlichkeiten seiner Zeit.
Führungen buchbar ab 11. November 2014
90 Min; RS, GYM, ab Jgst. 8
Abbildung oben:
Anonym nach Benjamin Thompson:
Der Rumford-Roaster, Weimar 1803
© Münchner Stadtmuseum
Abbildung unten:
Simon Gaßner: Der Apollotempel im Englischen
Garten von München bei Mondschein, 1790
© Münchner Stadtmuseum
zur Onlinebuchung
James Gillray: Graf Rumford und sein Kamin,
1800, kolorierte Radierung
© Münchner Stadtmuseum
Luxus der Einfachheit. Lebensform jenseits der Norm
MPZ-Angebote zur Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums
10.10.2014 - 22.02.2015
In der Sonderausstellung des Münchner Stadtmuseums „Luxus der Einfachheit“ präsentieren zeitgenössische Künstler Foto- und Videoarbeiten, die sich mit alternativen
Lebensentwürfen jenseits der gesellschaftlichen Norm auseinandersetzen. Die internationale Gruppenausstellung geht der Suche von Individueen oder Gruppen nach, die
ein selbstbestimmtes Leben, mit Werten wie etwa Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit oder
der Suche nach Glück außerhalb der Leistungs- und Überflussgesellschaft, führen
möchten. Innere Freiheit, Einfachheit oder spirituelle Lebenswelten werden den Vorstellungen einer globalisierten und digitalisierten Gesellschaft gegenübergestellt. Die
alternativen Lebensformen reichen von Eremiten bis zu temporären Aussteigern, von
religiös oder politisch Gleichgesinnten bis hin zu Visionären einer besseren Welt.
Abbildung oben:
Pau Montes: Ben (Wagenkultur München),
(Ausschnitt) 2014, © Pau Montes
Abbildung unten:
Lucas Foglia: Andrew and Taurin Drinking Raw
Goat's Milk (A Natural Order), (Ausschnitt)
Tennessee 2009
© Lucas Foglia
Das MPZ bietet für Schulklassen zur Sonderausstellung die Führung "Luxus der
Einfachheit – Gibt es alternative Lebensformen jenseits der Norm?" an: In der Ausstellung sind zeitgenössische Foto- und Videoarbeiten präsentiert, die sich mit alternativen Lebensformen außerhalb gesellschaftlicher Vorstellungen und Normen
beschäftigen. Ausgehend von der Lebenswelt der Jugendlichen thematisieren wir die
individuellen Möglichkeiten jedes Einzelnen sein Leben selbstbestimmt zu gestalten.
Dabei berühren wir auch die Fragen: Was ist Luxus? Was ist Einfachheit? Was sagt der
Mainstream? Was sind meine Vorstellungen? In Gruppen analysieren und diskutieren
die Teilnehmer ausgewählte Fotografien der Sonderausstellung.
90 Min, MS / RS / Gym, ab Jgst. 8
zur Onlinebuchung
Tom Hunter: Le Crowbar, 1995 (Ausschnitt)
© Tom Hunter
MPZ Familienaktion im Botanischen Garten München-Nymphenburg
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Samstag, 22.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Sonntag, 23.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Samstag, 29.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Für viele Kinder und auch Erwachsene ist der Advent die schönste Zeit des Jahres.
Die Adventszeit ist verbunden mit Lichtern, Düften wie Zimt und Vanille und Bräuchen
wie z. B. dem Aufstellen eines Adventskranzes. Nach einer Führung, in der die Teilnehmer u. a. Tanne, Fichte, Kiefer, Vanille, Zimt und Pimentbaum kennenlernen und
einiges über deren Nutzung erfahren, können sie ihren eigenen Adventskranz binden
und verzieren oder ein Adventsgesteck anfertigen. Eine Veranstaltung in Kooperation
mit dem Botanischen Garten München-Nymphenburg.
Teilnahmegebühr: EUR 2,00 pro Kind
Erwachsene zahlen Eintritt in den Botanischen Garten
Material je nach Verbrauch:
ca. EUR 15,00 pro Adventskranz (inkl. Kerzen und Zierrat)
ca. EUR 8,00 pro Adventsgesteck (inkl. Kerze und Zierrat)
Teilnehmerzahl begrenzt - Anmeldung erforderlich bis 19.11.2014 beim Botanischen
Garten München-Nymphenburg unter Tel. 089 / 178 61-310
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei dem begleitenden
Elternteil liegt.
Abbildung oben:
Kinder verzieren ihren eigenen Adventskranz.
ANDERS
BEI DEN ALTEN
GRIECHEN
"Ganz schön anders"
Kindertag in den Staatlichen Antikensammlungen München
16.11.2014
Kindertag am 16.11.2014 von 10 bis 17 Uhr
n den Staatlichen Antikensammlungen München
n 10 bis 17 Uhr
lungen München
Die Staatlichen Antikensammlungen in München veranstalten am Sonntag, 16. November,
von 10 bis 17 Uhr wieder einen Kindertag für Kinder von 4 bis 13 Jahren. Er steht unter
dem Motto „Ganz schön anders – So lebten Kinder, Frauen und Männer bei den alten
Griechen“.
Die Menschen im antiken Griechenland lebten in einer ganz anderen Welt. Frauen blieben
meist daheim, kümmerten sich ums Haus und webten Stoffe. Die Männer arbeiteten auf
dem Feld oder führten Krieg. Mädchen und Jungen lernten in der Antike schon früh, welche Rolle für sie vorgesehen war. In kurzen Führungen mit Quiz erfahrt ihr am Kindertag in
den Antikensammlungen Wissenswertes über die Welt der Griechen. Ihr lernt deren Leben in spannenden Spielen, Mitmachaktionen und bei Kreativstationen kennen. Wer mag,
kann sich ein Relief aus Gips gießen, ein buntes Mosaik legen oder Schmuck basteln.
Das Motto des Kindertags orientiert sich an der aktuellen Sonderausstellung „Die Griechen in Italien“.
Kinder haben freien Eintritt.
Eintritt Erwachsene: EUR 1,00
evtl. Materialkosten, EUR 1,00 bis 5,00
Kaffee und Kuchen werden angeboten
Noch Termine frei: Mit der Schule in die Canaletto-Ausstellung
Sonderöffnung für die Schule
17.10.2014 - 18.01.2015
In der Alten Pinakothek werden derzeit die faszinierenden Werke von Bernardo Bellotto und seinem Onkel Giovanni Antonio Canal – beide besser bekannt unter ihrem
Künstlernamen „Canaletto“ – gezeigt. Zu sehen sind unter anderem die großformatigen Ansichten von München, Schloss Nymphenburg, Dresden, und vielen anderen
Städten in Europa, kleinteilige Grafik sowie Bellottos Architekturfantasien.
Während der normalen Öffnungszeiten längst ausgebucht, stehen exklusiv für Schulklassen in MPZ-Begleitung noch Termine während der Sonderöffnungzeiten zur Verfügung: Jeweils mittwochs zwischen 8.30 und 10.00 Uhr können jeweils zwei Klassen
die Ausstellung besuchen – somit ist der Kunstgenuss garantiert. Der Start ist um
8.30, 8,45 oder 9.00 Uhr möglich. Optional kann die Veranstaltung mit vertiefendem
Praxisteil im Atelier gebucht werden.
Der Besuch der Ausstellung mit dem MPZ eignet sich für die Jahrgangsstufen 3 bis
12, wobei zielgruppenorientiert Schwerpunkt und Methodik variiert werden. Fachbezüge ergeben sich zu HSU, Kunst, Geografie oder Technisch Zeichnen. Weitere Hinweise
finden Sie hier.
Abbildung oben:
Bernardo Bellotto, Die Piazzetta di San Marco,
Venedig, um 1742. © National Gallery of Canada,
Ottawa
Abbildung unten:
Bernardo Bellotto, Dresden vom Neustädter
Brückenkopf, 1765. © Staatliche Kunsthalle
Karlsruhe, 2013 / Photo by A.Fischer/H.Kohler
Bernardo Bellotto, München von Osten, 1761
© Alte Pinakothek, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München
Herbsttagung der Bayerischen Museumsakademie
"Museum und Kulturelle Bildung"
Ein Bericht
Die diesjährige Herbsttagung der Bayerischen Museumsakademie fand vom
08. bis 09. Oktober 2014 zu dem Thema „Museum und Kulturelle Bildung“ in
München statt. Dabei machte der bayerische Bildungs- und Kunstminister Dr.
Ludwig Spaenle die umfassende Bedeutung und Dimension des Tagungsthemas in seiner Begrüßungsrede deutlich: „Das Potenzial der kulturellen Bildung
beim Erwerb grundlegender Kompetenzen ist unbestritten. Deshalb ist sie in
meinen Augen die grundlegende Integrationskraft einer pluralistischen Gesellschaft.“ Die Veranstaltung zeichnete sich durch die interdisziplinäre Ausrichtung
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus. Als Referentinnen und Referenten
konnten Vertreterinnen und Vertreter bayerischer Kulturinstitutionen und der
sowohl nationalen als auch internationalen Museumslandschaft gewonnen
werden. Zur Einführung grenzten drei Vorträge die Bedeutungszuweisungen
des Schlagwortes Kulturelle Bildung ein. Die Einblicke in die Kulturvermittlung
des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglichten des Weiteren einen überregionalen Vergleich und Austausch der Umsetzung von Kultureller Bildung. Vorträge
aus der Forschung zum Besucherverhalten setzten die Frage, wer, warum
und wie ein Museum besucht (oder eben nicht), in Relation zu dem Anspruch
kultureller Teilhabe „von allen“. Insgesamt charakterisierte die Verknüpfung von
theoretischer Reflexion und Erkenntnissen aus der Praxis den Tagungsablauf.
Abbildung rechts:
Dr. Rainer Wenrich begrüßt die
Tagungsteilnehmer/innen.
Abbildungen oben:
Eine Abwechslung zu den Vorträgen gab es in
Workshops in verschiedenen Münchner Museen.
Einen detaillierteren Tagungsbericht finden Sie hier.
Über zukünftige Veranstaltungen informiert Sie der Newsletter der Bayerischen
Museumsakademie, zu dem Sie sich hier anmelden können.
Herbstexkursion der Bayerischen Museumsakademie
Museumslandschaft Oberfranken
Ein Bericht
Abbildung rechts:
Bei der Diskussion mit dem Stellvertretenden
Direktor im Innenhof des Fränkische-SchweizMuseums in Tüchersfeld.
Abbildung oben:
Auf der Festung Rosenberg in Kronach wurde die
Gruppe mit Kerzen in die Kasematten geführt.
Abbildung unten:
In Bamberg gab es eine Führung durch alle
Dombergmuseen, die sich seit Kurzem zur
Domberg Initiative zusammengeschlossen haben.
Vom 16.10. bis 19.10.2013 fand die Exkursion der Bayerischen Museumsakademie
nach Oberfranken statt. Dieser bayerische Regierungsbezirk beheimatet um die 190
Museen mit vielfältigen Beständen.
Das breite Spektrum der regionalen Museen schlug sich auch in der Auswahl der
Exkursionsziele nieder. Häuser wie das Deutsche Korbmuseum in Michelau, das
Fränkische-Schweiz-Museum in Tüchersfeld, das Haus der Kultur in Reckendorf oder
das Porzellanikon in Selb gaben das besondere kulturelle Gepräge der Region wieder.
Große wie kleine Häuser wurden besucht und unter verschiedenen Aspekten diskutiert.
So ging man z. B. auf dem Bamberger Domberg auf Fragen der Koordinierung mehrerer Museen ein oder im Deutsch-Deutschen Museum in Mödlareuth auf Überlegungen zu einer Neukonzeption. Ein Besuch der Fränkischen Galerie auf der Festung
Rosenberg in Kronach bot einen Einblick in die Abläufe der jüngsten Neugestaltung
und deren Ergebnis. Anhand der Besichtigungen der einzelnen Häuser und der Gespräche mit Verantwortlichen vor Ort konnten Chancen und Probleme dieser reichen
Kulturlandschaft erarbeitet werden.
Ein reger Austausch der Exkursionsteilnehmer war die Folge. Dieser Eindruck bestätigte sich auch beim Vortrag des oberfränkischen Bezirksheimatpflegers Prof. Dr. Günter
Dippold, der in einer angeregten Diskussion endete.
Über zukünftige Veranstaltungen informiert Sie der Newsletter der Bayerischen
Museumsakademie, zu dem Sie sich hier anmelden können.
Ankündigungen zum Thema "100 Jahre Erster Weltkrieg in Bayern"
Neue Ausstellungen im November
Teil 1
Stadtmuseum Waldkraiburg: bis 30.11.2014
Schlaglichter auf den großen Krieg
Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg 1914 - 1918
Die Ausstellung des Stadtarchivs wirft einen Blick auf die Geschehnisse aus der Sicht
der k. u. k. Monarchie Österreich-Ungarn. Sie legt bewusst den Schwerpunkt auf Dokumente mit biografischem Charakter. Mit Bildern, Landkarten, Büchern und Objekten aus
den Waldkraiburger Heimatarchiven, dem Stadtarchiv, dem Sudetendeutschen Archiv,
dem Sudetendeutschen Museum sowie privaten Leihgaben.
zum Museum
Stadtmuseum Marktoberdorf: bis 15.03.2015
Der große Krieg in Marktoberdorfer Wort und Bild
2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Aus diesem Anlass
bietet die Stadt Marktoberdorf eine Ausstellung mit regionalem Bezug unter dem Titel
„Der große Krieg in Marktoberdorfer Wort und Bild“ an. Hierbei sind unter anderem
Bildmaterialien sowie Feldpostbriefe und Sterbebilder der Gefallenen von Marktoberdorf
zu sehen.
zum Museum
Weitere Ausstellungen im November
Ankündigungen zum Thema "100 Jahre Erster Weltkrieg in Bayern"
Neue Ausstellungen im November
Teil 2
Lese-Museum der Internationalen Jugendbibliothek: 14.11.2014 - 31.10.2015
Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Toleranz
Zu den großen Themen der Menschheit gehören Krieg und Frieden. Unverändert bedrohen gewalttätige Konflikte, Hass, Intoleranz und Fundamentalismus das friedliche
Zusammenleben in der Welt. Bilder von Gewalt, Zerstörung, Kämpfen und Sterben
beherrschen die Nachrichten. Flüchtlingskinder aus Kriegs- und Krisengebieten
finden bei uns ein neues Zuhause. Sie werden zu Schulfreunden jener, die in Wohlstand und Sicherheit aufwachsen. Dadurch werden Kinder auf vielfache Weise mit
den Themen Krieg, Feindseligkeit, Ausgrenzung und Flucht konfrontiert: als Zuhörer,
Beobachter, aber auch als Leidtragende. Das wirft bei ihnen Fragen auf und löst
Gefühle von Angst und Bedrohung aus. Bilderbücher, die sich auf literarischem und
künstlerischem Weg dieser Materie nähern, können nicht alle Fragen beantworten,
aber Denkanstöße geben und Gesprächsanlässe sein. Sie zeigen Hintergründe für
Krieg und Gewalt wie Intoleranz, Fremdenhass, Vorurteile, Machtmissbrauch oder
Unterdrückung, weisen aber auch Wege für friedliche Lösungen auf. Die Eskalation
von Konflikten, die am Ende positiv aufgelöst werden, ist ein wiederkehrendes Motiv.
Toleranz, so die Botschaft vieler Bücher, ist die Voraussetzung für das friedliche
Miteinander der Kulturen und Völker. 1998 wurde das Thema zum ersten Mal in der
Wanderausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Toleranz“
behandelt. Diese war seitdem an vielen Orten weltweit zu sehen. Das Lese-Museum
der Internationalen Jugendbibliothek nahm den sich zum 100. Mal jährenden Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Anlass, die Ausstellung gründlich zu überarbeiten
und neu zu gestalten. Dafür wird die internationale Auswahl literarisch und künstlerisch herausragender Bilderbücher aktualisiert und in neuem Format präsentiert.
Weitere Ausstellungen im November
zum Museum
Abbildung in einem Jugendbuch
Ankündigungen zum Thema "100 Jahre Erster Weltkrieg in Bayern"
Neue Ausstellungen im November
Teil 3
Martin von Wagner-Museum der Universität Würzburg: 16.11.2014 - 15.02.2015
Armin Reumann: Bilder vom Krieg, 1914 – 1918
In den Jahren unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg war der aus Thüringen stammende
Armin Reumann (1889–1952) ein aufgehender Stern der jungen Münchener Kunst. Anfang
1915 eingezogen, verbrachte er dreieinhalb Jahre an wechselnden Fronten, zunächst an
der Ostfront (Russland, Polen, Serbien, Mazedonien), von Mitte 1916 bis Ende 1918 dann
an der französischen Westfront. Für sich selbst schuf Reumann an diesen Orten Hunderte
von Werken, die zum allergrößten Teil noch nie öffentlich zu sehen waren und jetzt zum
Gegenstand einer umfangreichen Ausstellung werden. In seinen Gemälden und Ölskizzen,
Aquarellen, Gouachen und Zeichnungen wird der Erste Weltkrieg so umfassend geschildert
wie kaum irgendwo sonst; rund 250 Werke werden in der Ausstellung gezeigt. Neben das
Schlachtgeschehen treten Aspekte wie Verwundung, Tod und Trauer, Flucht und Gefangenschaft, Nachschub und Transport, das Verhältnis von Soldaten und Frauen, die Sehnsucht
nach Frieden, auch das malerische Interesse am Fremden – und immer wieder das zermürbende Warten im Quartier. Zugleich tritt eine künstlerische Qualität hervor, die das Dokumentarische mit einem unverkennbar modernen Willen zur Gestaltung verbindet. In den
Gemälden der Jahre 1912 bis 1914, von denen eine Auswahl den Anfang der Ausstellung
bildet, liefert der Impressionismus die formalen Mittel, um dem mondänen Großstadtleben
zu begegnen. In seinen Kriegsbildern hingegen lässt sich Reumanns Stil nicht mehr so
einfach bestimmten Stilkategorien zuordnen. In ihnen manifestiert sich eine Ausdrucksvielfalt, die von nüchterner Dokumentation über hochexpressive Dynamik bis hin zu einem
humoristischen Idiom reicht, das karikatureske Züge trägt. Im Unterschied zu anderen,
panoramisch angelegten Ausstellungen aus demselben Anlass steht hier das monografisch
Konzentrierende im Vordergrund.
Weitere Ausstellungen im November
zum Museum
Armin Reumann: Fallender Soldat, 1918
Ankündigungen zum Thema "100 Jahre Erster Weltkrieg in Bayern"
Neue Ausstellungen im November
Teil 4
Pfalzmuseum Forchheim: 29.11.2014 - 06.01.2015
"Weihnachten sind wir wieder zu Hause"
Weihnachten in den Jahren des Krieges – wie erlebten die Menschen diese schwere Zeit
vor 100 Jahren? Dieser Frage geht die Sonderausstellung des Pfalzmuseums Forchheim
nach. 1914: Weihnachtsfest und Jahreswechsel stehen unter dem Eindruck der Ereignisse:
Bis Weihnachten, so hatte Kaiser Wilhelm II. vier Monate zuvor versprochen, würden die
deutschen Soldaten wieder daheim sein. Nun allerdings war daraus nichts geworden.
Am Heiligen Abend 1914 herrscht für ein paar Stunden in den Schützengräben "Weihnachtsfriede": Deutsche, britische und französische Soldaten singen Weihnachtslieder, die Waffen
schweigen. Zu Hause müssen die Familien ohne Vater, Bruder, Onkel dieses und auch die
nächsten Weihnachtsfeste verbringen. Die Feldpostkarten von der Front sind das einzige
Lebenszeichen. Die Kriegsbegeisterung lässt mit den Jahren spürbar nach, und Entbehrungen bestimmen immer mehr den Alltag und auch die Weihnachtszeit. Die Ausstellung zeigt
einzigartige Objekte aus der bedeutenden Privatsammlung von Arno und Tobias Damberger
aus Ebnath: Weihnachtsschmuck der Kaiserzeit, Liebesgaben, die mit der Feldpost verschickt wurden, Briefe von der Front und patriotisches Spielzeug.
zum Museum
Inhalt Schule und Museum
Lehrerfortbildung im November 2014
MPZ-Lehrerfortbildung
Florine Stettheimer - Party, Bühne, Inszenierung
Für Lehrkräfte aller Schularten
Mittwoch, 26.11.2014, 14.45 - 17.15 Uhr
Lenbachhaus - Kunstbau
MPZ-Lehrerfortbildung
Florine Stettheimer - Party, Bühne, Inszenierung
Für Lehrkräfte aller Schularten
Mittwoch, 26.11.2014, 14.45 - 17.15 Uhr
Lenbachhaus - Kunstbau
zur Onlinebuchung
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Florine Stettheimer
eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten der Kunstszene in
New York. Nun wird ihrem Werk eine Sonderausstellung im Kunstbau des Lenbachhauses gewidmet.
Stettheimers farbkräftige Gemälde bieten einen fantastischen
Einblick in das Partyleben, die Salon- und Konsumkultur sowie die
Mode jener Zeit. Zusammen mit ihren Bühnen- und Kostümentwürfen wie auch ihren Gedichten präsentiert sich ein Gesamtkunstwerk.
Die Veranstaltung zeigt kunsthistorische Zusammenhänge auf;
gleichzeitig werden Methoden der Kunstvermittlung, die Praxisangebote zur Ausstellung sowie Ideen für die Einbindung in den Schulkontext vorgestellt.
Florine Stettheimer, Spring Sale at Bendel's, 1921 (Ausschnitt)
Philadelphia Museum of Art
Gift of Miss Ettie Stettheimer, 1951. © 2014 Estate of Florine Stettheimer
Inhalt Freizeit im Museum
Freizeitveranstaltungen bis 07.12.2014
MPZ-Familienaktion
Farben, Formen, Materialien - die wunderbare Welt der Kunst
Für Familien mit Kindern von 6 bis 10 Jahren
Ausschließlich für Inhaber
des Münchner Familienpasses
Samstag, 15.11.2014, 14.00 - 16.00 Uhr
Lenbachhaus
MPZ-Familienaktion
Weltmusik
Für Familien mit Kindern von 4 bis 7 Jahren
Sonntag, 16.11.2014, 10.00 - 12.00 Uhr
Museum Fünf Kontinente
MPZ Familienaktion
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Samstag, 22.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Sonntag, 23.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Samstag, 29.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Botanischer Garten München-Nymphenburg
MPZ-Familienaktion
Von Goldkugeln und Gänsen: Vorweihnachtszeit in Bayern
Für Familien mit Kindern ab 8 Jahren
Sonntag, 07.12.2014, 13.30 - 16.30 Uhr
Bayerisches Nationalmuseum
MPZ-Familienaktion
Farben, Formen, Materialien – die wunderbare Welt der Kunst
Für Familien mit Kindern von 6 bis 10 Jahren
Ausschließlich für Inhaber des Münchner Familienpasses
Samstag, 15.11.2014, 14.00 - 16.00 Uhr
Lenbachhaus
Knallbunt, leuchtend, schillernd, glänzend oder matt - im Lenbachhaus gibt es viel zu entdecken! Die Kunstwerke sind aus den verschiedensten Materialien, sie sind gemalt, fotografiert, geformt,
montiert ... Wir schauen, experimentieren, legen, kleben, zeichnen ... Dabei entstehen individuelle Familien-Museumskataloge
zum Mit-nach-Hause-Nehmen und Weitersammeln. Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Münchner Familienpass.
Teilnahmegebühr: EUR 2,50 pro Kind
Headset-Gebühr: EUR 1,00 pro Person
Erwachsene zahlen Eintritt ins Museum
Material: EUR 2,00 pro Familie
Teilnehmerzahl begrenzt - Anmeldung erforderlich ab 15.10.2014
beim Stadtjugendamt unter Tel. 0 89 / 2 33-3 38 44
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei
dem begleitenden Elternteil liegt.
MPZ-Familienaktion
Weltmusik
Für Familien mit Kindern von 4 bis 7 Jahren
Sonntag, 16.11.2014, 10.00 - 12.00 Uhr
Museum Fünf Kontinente
Wir begeben uns auf eine "Weltreise". Dazu suchen wir in verschiedenen Abteilungen des Museums nach Musikinstrumenten
und besprechen, zu welchen Anlässen Musik gemacht wurde.
Außerdem hören wir Musik aus verschiedensten Ländern und
probieren auch so manches Instrument selbst aus. In der Werkstatt bauen wir eigene Musikinstrumente aus Materialien, die
sonst in der Mülltonne gelandet wären.
Museum Fünf Kontinente
Maximilianstraße 42
80538 München
http://www.museum-fuenf-kontinente.de/
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
9.30 – 17.30 Uhr
Verkehrsanbindung:
U4/U5: Lehel
alle S: Isartor
Tram 17 / Tram 19: Maxmonument
Teilnahmegebühr: EUR 2,50 pro Kind
Material: EUR 1,00 pro Person
Keine Anmeldung erforderlich
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei
dem begleitenden Elternteil liegt.
MPZ Familienaktion
Advent, Advent, ein Lichtlein brennt
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Samstag, 22.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Sonntag, 23.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Samstag, 29.11.2014, 13.00 - 16.00 Uhr
Botanischer Garten München-Nymphenburg
Botanischer Garten
München-Nymphenburg
Menzinger Straße 65
80638 München
www.botmuc.de
Öffnungszeiten der Gewächshäuser:
Januar, November, Dezember
9.00 – 16.00 Uhr
Februar, März, Oktober
9.00 – 16.30 Uhr
April, September
9.00 – 17.30 Uhr
Mai – August
9.00 – 18.30 Uhr
Das Freiland des Gartens ist am Abend eine
halbe Stunde länger geöffnet
Verkehrsanbindung:
Tram 17: Botanischer Garten
Bus 143: Botanischer Garten
Für viele Kinder und auch Erwachsene ist der Advent die schönste Zeit des Jahres. Die Adventszeit ist verbunden mit Lichtern,
Düften wie Zimt und Vanille und Bräuchen wie z. B. dem Aufstellen eines Adventskranzes. Nach einer Führung, in der die Teilnehmer u. a. Tanne, Fichte, Kiefer, Vanille, Zimt und Pimentbaum
kennenlernen und einiges über deren Nutzung erfahren, können
sie ihren eigenen Adventskranz binden und verzieren oder ein
Adventsgesteck anfertigen. Eine Veranstaltung in Kooperation mit
dem Botanischen Garten München-Nymphenburg.
Teilnahmegebühr: EUR 2,00 pro Kind
Erwachsene zahlen Eintritt in den Botanischen Garten
Material je nach Verbrauch:
ca. EUR 15,00 pro Adventskranz (inkl. Kerzen und Zierrat)
ca. EUR 8,00 pro Adventsgesteck (inkl. Kerze und Zierrat)
Teilnehmerzahl begrenzt - Anmeldung erforderlich bis
19.11.2014 beim Botanischen Garten München-Nymphenburg
unter Tel. 089 / 178 61-310
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei
dem begleitenden Elternteil liegt.
MPZ-Familienaktion
Von Goldkugeln und Gänsen: Vorweihnachtszeit in Bayern
Für Familien mit Kindern ab 8 Jahren
Sonntag, 07.12.2014, 13.30 - 16.30 Uhr
Bayerisches Nationalmuseum
Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
www.bayerisches-nationalmuseum.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 – 17.00 Uhr
Donnerstag bis 20.00 Uhr
Verkehrsanbindung:
Tram 18: Nationalmuseum /
Haus der Kunst
Bus 100 (Museenlinie):
Nationalmuseum
U4 / U5: Lehel
Gemeinsam stimmen wir uns im Museum auf die Weihnachtszeit ein, indem wir uns auf Spurensuche nach Heiligen begeben,
deren Namenstag sich in Bayern mit Festen und Bräuchen verbindet. Beim Betrachten von mittelalterlichen Bildern und Skulpturen
entschlüsseln wir Berufsstand, Legenden und Bräuche rund um
die Heiligen Martin, Barbara und Nikolaus. In der Werkstatt kommen wir auch alten Mal- und Vergoldungstechniken auf die Spur
und fertigen "goldenen" Weihnachtsschmuck. Eine Veranstaltung
in Kooperation mit dem Bayerischen Nationalmuseum.
Teilnahmegebühr:
EUR 3,00 pro Kind, mit Familienpass EUR 2,50
Material: EUR 2,50 pro Person
Keine Anmeldung erforderlich
Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtspflicht bei
dem begleitenden Elternteil liegt.
Neue Ausstellungen im November 2014
München
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Bayernweit
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Neue Ausstellungen im November 2014
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München
"Erfolg". Lion Feuchtwangers Bayern
Literaturhaus
bis 15.02.2015
Lion Feuchtwanger, 1884 in München geboren, war 1925 – enttäuscht von den politischen Entwicklungen in seiner Vaterstadt – nach Berlin gezogen. Dort begann er die Arbeit an einem Roman über seine Heimat – über das Land Bayern der Jahre 1921–1924. Sein Roman "Erfolg. Drei Jahre
Geschichte einer Provinz" (erschienen 1930) eröffnet ein facettenreiches gesellschaftliches Panorama Bayerns in den frühen 1920er Jahren. Lion
Feuchtwanger entwirft ein Bild des Landes mit seiner Hauptstadt München, das sich aus realen wie aus erfundenen Orten zusammensetzt. Er
entwickelt eine Typologie der Einwohner, von den "Großkopfigen" über Kleinbürger, Schriftsteller, Ingenieure und Handwerker bis hin zu Königstreuen und Bauernführern, Künstlern und Fabrikanten – Gruppierungen, von denen einige in einer Partei aufgehen, die langsam immer stärker wird und
in dem Putschversuch der Nationalsozialisten am 8./9. November 1923 ihren Höhepunkt erreicht. Feuchtwanger beschreibt eine aus den Fugen
geratene Zeit, die von den Folgen des Ersten Weltkriegs, dem Untergang der Monarchie und dem missglückten Versuch der Räterepublik geprägt
ist. Die Linke wird radikal verfolgt, politische Morde sind an der Tagesordnung und die wirtschaftlichen Verwerfungen der Weimarer Republik,
ausgelöst durch Reparationsforderungen der Siegermächte und Ruhrgebietsbesetzung, wirken durch die Inflation tief in das Alltagsleben der Bevölkerung. Bei aller Kritik, die Feuchtwanger an den bestehenden Zuständen in Bayern ausdrückt, ist sein Text auch geprägt von Sympathie mit seiner
bayerischen Heimat und ihren Bewohnern.
Lion Feuchtwanger © Dirk Schmidt, Illustration
zur Ausstellung
zum Museum
Kaufbeurer Stoffträume. Das Stadtmuseum Kaufbeuren zu Gast im Infopoint
Infopoint Museen & Schlösser in Bayern
bis 20.11.2014
Das mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnete Stadtmuseum Kaufbeuren stellt sich im Infopoint vor: es zählt mit seiner Gründung im Jahr 1879 zu den ältesten stadthistorischen Museen in Bayerisch-Schwaben. Mit der 1901 präsentierten Ausstellung „Volkskunst
im Allgäu“ hat es bayerische Museumsgeschichte geschrieben. Die qualitätvollen Sammlungen sind von überregionaler Bedeutung. Objekte zur Stadtgeschichte sowie zur Volkskunde und Frömmigkeitsgeschichte der Region bilden den Kernbestand. Hinzu kommen herausragende Spezialsammlungen wie die Kruzifixsammlung, die protestantischen Hinterglasbilder und der Nachlass von Ludwig Ganghofer. In
den 2013 neu gestalteten Sammlungsbereichen "Typisch Kaufbeuren - Kreuze und Heilige - Schöne Dinge des Lebens - Bekenntnisse aus
Glas - Mit spitzer Feder" werden alle diese Themen anregend gestaltet und verständlich näher gebracht.
Für den Infopoint hat das Museum unter dem Titel "Kaufbeurer Stoffträume" textilhistorische schöne Dinge des vorletzten und letzten Jahrhundertalltages ausgepackt: einen Flachszopf, ein Webschiffchen und Stoffdruckmodel samt bedruckter Tischdecke sowie eine aufschlussreiche Ansichtsgrafik der Stadt. Denn bis ins 19. Jahrhundert war das Allgäu geprägt vom Anbau des blau blühenden Flachses, aus dem
Leinenstoff hergestellt wurde. Nicht nur das Weben, sondern auch das Färben, Bleichen und Bedrucken waren hier beheimatet.
Stoffdruckmodel, 19. Jh., Stadtmuseum
Kaufbeuren
zum Museum
Museum
vorgestellt
Neue Ausstellungen im November 2014
München
Förderverein der komischen Pinakothek
Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz
bis 25.11.2014
Während in den letzten Jahrzehnten zahlreiche spektakuläre und höchst erfolgreiche Museen der Satire entstanden sind (Hannover, Frankfurt,
Krems, Basel, Straßburg), fehlt trotz des reichhaltigen Münchner Angebots noch immer ein entsprechendes eigenständiges Haus in der so viel
gerühmten Hauptstadt des Humors. Dafür will sich das Künstlerhaus einsetzen. Mit der ganzen Stadt München, ja mit ganz Bayern. 20 Künstler
können besichtigt werden. Darunter sind Flora, Funke, Greven, Glück, Waechter, Haderer, Sowa.
"Einzelkind"
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Automatic.
Gesine Grundmann, Michael Klöfkorn, Björn Kuhligk, Rolf Poellet
Kunstraum
bis 28.11.2014
Gesine Grundmann, Sunday Morning.
Ausgangspunkt für die Ausstellung ist das Interesse an der Gegenüberstellung von Bildender Kunst und Text. Dabei geht es um mehr als die rein
visuellen Qualitäten von Schrift im Bild oder der Entstehung von Bildern im Kopf durch Texte. Ausgewählt wurden vielmehr künstlerische Positionen, die mit textuellen Strukturen arbeiten. Der Versuch, mit Serialität im weitesten Sinn komplexe Ausdrucksformen zu entwickeln, verbindet
die Arbeiten von Michael Klöfkorn, Björn Kuhligk und Rolf Poellet. Als „statische“ Differenz sind die Arbeiten von Gesine Grundmann zu sehen.
Den Serien steht hier das Einzelne in seiner reinen Materialität, im Grunde als möglicher Kristallisationspunkt, gegenüber. Das entstehende
Gefüge der Positionen schafft einen Raum, in dem die Begriffe Text und Bild in gegenseitigen Referenznahmen erzeugt werden. Die Grenzen
zwischen den Begriffen werden zu Gunsten einer übergeordneten Struktur verschoben, die näher an tragfähige Selbstbefragungsstrategien
heranreicht.
Kunst verharrt hier nicht nur in einem Aggregatzustand, sondern entfaltet sich über Gattungs- und Genregrenzen hinweg. Der Zusammenhang, in
dem die verschiedenen Ausdrucksformen stehen, ist als osmotisch zu verstehen, seine Durchlässigkeit führt zu gegenseitigen Inspirationsrückkoppelungen. Es sollen neue Räume eröffnet werden, auch und gerade auf die grundsätzlichen Fragen hin: Warum Text und Kunst? Schrift und
Bild? Und was hat das mit Malerei oder Objekten zu tun?
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Neue Ausstellungen im November 2014
München
Tragende Linien – Tragende Flächen
Oskar von Miller Forum
bis 30.11.2014
Aus Baustoffen wie Holz, Stein und Beton haben die Baumeister früher, nur auf Erfahrung und Intuition gegründet, „stoffgerechte“ Bauwerke erstellt. Die Verwendung von Eisen und Stahl im 19. Jahrhundert führte zur Gründung der Baustatik und damit später zur Bauwissenschaft. Aus dem Gleichgewicht der Kräfte konnte man neue Tragsysteme herleiten und deren Tragfähigkeit quantifizieren. Der Stahl
ermöglichte die Anpassung der Tragwerke an die theoretisch hergeleiteten Systeme, andererseits hat die Baustatik eine wesentliche
Überschreitung der Grenzen der direkten Erfahrungen ermöglicht. Mit den heutigen, computergestützten Hilfsmitteln mit denen die Quantifizierung beliebiger Objekte möglich geworden ist, können sich die Bauingenieure von vorgegebenen statischen Systemen befreien und
Tragwerke in materialgerechter Formensprache entwerfen. Alle Entwürfe des profilierten Tragwerksingenieurs Stefan Polónyi verbindet
das materialgerechte Konstruieren. Im Material zu denken und die Kräfte materialgerecht optimal zu lenken, ist eine Grundforderung, die er
auch heute noch an seine Arbeit stellt. Vom Schalendach der Kirche St. Suitbert in Essen über die Stadtbahnhaltestelle Reinoldi in Dortmund und zahlreichen Brückenbauten im Ruhrgebiet bis zur Neuen Messe Leipzig – alle diese Tragwerke hat Stefan Polónyi in Zusammenarbeit mit namhaften Architekten entwickelt. Mittlerweile befindet sich Polónyis Vorlass im A:AI an der TU Dortmund. Eine Auswahl dieses
umfangreichen Materials ist in der Ausstellung „Tragende Linien – Tragende Flächen" zu sehen.
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Arche Nova – Ist das Kunst oder krabbelt es davon?
Zoologische Staatssammlung München
bis 19.12.2014
Unter dem Titel "Arche Nova - Ist das Kunst oder krabbelt es davon?" werfen Studentinnen des Instituts für Kunstpädagogik der LMU
München einen künstlerischen Blick auf die Zoologische Staatssammlung und alles, was darin lebt - bzw. nicht mehr lebt. Gleichzeitig und
mittendrin sind Tierplastiken des bekannten Münchner Bildhauers Wilhelm Krieger (1877-1945) zu sehen. Längst ist Wissenschaft und
wissenschaftliches Denken fester Bestandteil unseres Alltags. Alles wird vermessen, verglichen und evaluiert. Auch die zeitgenössische
Kunst wendet sich verstärkt der Wissenschaft zu, besonders da sich die Wege von Kunst und Wissenschaft immer wieder treffen: Wissenschaftliche Darstellung hat bei Infografiken und exakten zeichnerischen Illustrationen auch ästhetische Aspekte. Andererseits bedienen
sich zeitgenössische Künstler auch wissenschaftlicher Methoden des Sammelns, Ordnens und Archivierens als Strategien künstlerischer
Forschung.
B. Koch: "Wilhems Rhesusaffe"
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Neue Ausstellungen im November 2014
München
Vanity of Object: Tom Vack – Design Fotografie
Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich
bis 25.01.2015
Das Œuvre des Fotografen Tom Vack (*1948 Chicago) liest sich nicht nur wie ein Who's Who der internationalen Designszene seit den 1980er
Jahren, sondern spiegelt auch die heutige Globalisierung des Designs wider. Im Kontext mit der ständigen Designausstellung der Neuen Sammlung gewinnen die Aufnahmen von Tom Vack zusätzlichen Resonanzraum. Verrätseln und Geschichten erzählen, Emotion, Fantasie und Nostalgie,
das Prozesshafte und Spielerische, Dekonstruktion und neuer Historismus – die Postmoderne revolutionierte nicht nur die Architektur, sondern
auch das Design und dessen Bildstrategien. Die Designer der Gruppen Alchimia und Memphis veränderten die Sprache der Fotografie, die den
neuen Design- Begriff transportierte und die Produkte darstellte. Der Amerikaner Tom Vack, den sein Weg aus den USA nach Italien,
Frankreich und Deutschland führte, hatte an diesen neuen Ausdrucks- und Kommunikationsformen entscheidenden Anteil. Das Werk namhafter
Entwerfer – etwa Michele De Lucchi, Philippe Starck, Ron Arad oder Ingo Maurer – wurde durch seine Aufnahmen vermittelt, die meist für
Zeitschriften oder Herstellerkataloge entstanden. Die Anfänge von Tom Vacks Schaffen fallen in die Blütezeit der Postmoderne. Für seine Fotografien oder Bildfindungen setzte er bewusst Faktoren wie Naivität und unterbewusste Erinnerungen ein. Er experimentierte mit Kino-Effekten und
starken Licht-Schatten-Wirkungen. "Das Objekt in einem Bild zu zeigen, und nicht das Bild eines Objektes aufzunehmen" ist sein gestalterischer
Ansatz. Tom Vack hat das Credo der klassischen Sach- und Produktfotografie verlassen und schafft expressive, atmosphärisch dichte Kompositionen, die Geschichten erahnen lassen – subjektiv, dramatisch, poetisch.
Tom Vack, 1991, für Ron Arad. Objekt: Double
Soft Big Easy. Design: Ron Arad, London, 1991.
Hersteller: Moroso, Italien. © Tom Vack
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Natur – Zufall – Kunst. Die Natur im Medaillenwerk von Friedrich Brenner
Staatliche Münzsammlung
bis 03.05.2015
Friedrich Brenner: Das innere Auge, 2001.
Meditationsgesicht. Bronze.
Der Bildhauer und Medailleur Friedrich Brenner feiert dieses Jahr seinen 75. Geburtstag – ein guter Grund, um mit dieser Sonderausstellung
und einem Begleitbuch den Blick auf Künstler und Werk zu lenken. Auch im Alter sind Friedrich Brenners Schaffenskraft und Ideenreichtum ungebrochen. Als ein Künstler, dem seine Kunst wirklich „Beruf“ und „Berufung“ ist, arbeitet er nicht weniger als in jüngeren Jahren.
Erst kürzlich hat er wieder einmal mit seinem Entwurf einen Münzwettbewerb gewonnen. Die Natur ist eines der Hauptanliegen der Kunst
Friedrich Brenners. Friedrich Brenner sieht die Natur vielseitig durch den Menschen bedroht, durch seine Gier, seine Rücksichtslosigkeit, seine
Hinwendung zu immer mehr Verbrauch und Konsum. In vielen Medaillen hat Friedrich Brenner diese Bedrohung der Natur zum Ausdruck gebracht. Andere zeigen als Gegensatz dazu die unberührte, unbeschädigte Natur, die Wildnis, wie Brenner sie besonders bei seinen zahlreichen
Aufenthalten in Kanada erlebte und auf sich einwirken ließ. Wie Titel und Untertitel dieser Ausstellung ausdrücken, ist sie vor allem Brenners
Naturdarstellungen gewidmet, und hier besonders den Arbeiten, die mit Brenners in der Medaillenkunst wohl einzigartiger Technik entstanden
sind. Verschiedenste Naturformen wie zufällige Fließspuren und Abdrücke überträgt Brenner auf Relief und Medaille. Damit lässt er sie uns
oft ganz neu und manchmal wie bei einem Vexierbild doppelt sehen, aus einer Fließspur wird etwa eine vollständige Küstenlandschaft, und sie
bleibt doch gleichzeitig eine Fließspur. Kleine, auf den ersten Blick völlig unscheinbare Formen, von Brenner mit besonderem künstlerischem
Blick wahrgenommen und beachtet, nimmt er auf und erhebt sie zu monumentaler, großer Landschaft oder anderen großen Themen.
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Neue Ausstellungen im November 2014
München
Lina Bo Bardi 1OO – Brasiliens alternativer Weg in die Moderne
Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne
14.11.2014 – 22.02.2015
Lina Bo Bardi: ESC Pompéia
© Markus Lanz
Die italienisch-brasilianische Architektin Lina Bo Bardi hat mit ihren Bauten, Möbeln, Ausstellungen und Theorien ein herausragendes Werk
geschaffen, das erst in jüngster Zeit wachsende Aufmerksamkeit erhält. In Italien geboren und ausgebildet, spielte sie in der Entwicklung
moderner Architektur in Brasilien eine wichtige Rolle. Sie prägte einen eigenen Gestaltungsansatz, der die gesellschaftliche Bedeutung des
Bauens und seine kulturelle Verankerung in den Mittelpunkt stellt. Mit dem Bemühen um eine »architettura povera« kann Lina Bo Bardi als
Vorläuferin gegenwärtiger Tendenzen engagierter Architektur betrachtet werden. Eine ihrer wichtigsten Leistungen ist es, Bauten geschaffen zu haben, die in der lokalen Öffentlichkeit höchste Akzeptanz finden und sich gängigen Klassifikationen entziehen. Anlässlich Lina Bo
Bardis hundertstem Geburtstag am 5. Dezember 2014 zeigt das Architekturmuseum der TU München die Ausstellung "Lina Bo Bardi 1OO –
Brasiliens alternativer Weg in die Moderne". Die Präsentation stellt die Entwicklung ihrer Architektur in den Mittelpunkt. Am Anfang stehen
die Ausbildung in den 1930er-Jahren in Italien sowie ihre ersten Aktivitäten als Redakteurin und Gestalterin von Fachzeitschriften wie
"Domus", "Lo Stile" und "A. Cultura della Vita". Es folgen ihre ersten Bauten und Projekte in Brasilien, die zusammen mit ihrem wachsenden
Interesse an humanistischen, anthropologischen und politischen Themen in der Architektur vorgestellt werden.
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Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Toleranz
Lese-Museen der Internationalen Jugendbibliothek
14.11.2014 - 31.10.2015
Zu den großen Themen der Menschheit gehören Krieg und Frieden. Unverändert bedrohen gewalttätige Konflikte, Hass, Intoleranz und Fundamentalismus das friedliche Zusammenleben in der Welt. Bilder von Gewalt, Zerstörung, Kämpfen und Sterben beherrschen die Nachrichten.
Flüchtlingskinder aus Kriegs- und Krisengebieten finden bei uns ein neues Zuhause. Sie werden zu Schulfreunden jener, die in Wohlstand und
Sicherheit aufwachsen. Dadurch werden Kinder auf vielfache Weise mit den Themen Krieg, Feindseligkeit, Ausgrenzung und Flucht konfrontiert:
als Zuhörer, Beobachter, aber auch als Leidtragende. Das wirft bei ihnen Fragen auf und löst Gefühle von Angst und Bedrohung aus. Bilderbücher, die sich auf literarischem und künstlerischem Weg dieser Materie nähern, können nicht alle Fragen beantworten, aber Denkanstöße geben
und Gesprächsanlässe sein. Sie zeigen Hintergründe für Krieg und Gewalt wie Intoleranz, Fremdenhass, Vorurteile, Machtmissbrauch oder
Unterdrückung, weisen aber auch Wege für friedliche Lösungen auf. Die Eskalation von Konflikten, die am Ende positiv aufgelöst werden, ist ein
wiederkehrendes Motiv. Toleranz, so die Botschaft vieler Bücher, ist die Voraussetzung für das friedliche Miteinander der Kulturen und Völker.
1998 wurde das Thema zum ersten Mal in der Wanderausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Toleranz“ behandelt.
Diese war seitdem an vielen Orten weltweit zu sehen. Das Lese-Museum der Internationalen Jugendbibliothek nimmt den sich zum 100. Mal
jährenden Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Anlass, die Ausstellung gründlich zu überarbeiten und neu zu gestalten. Dafür wird die internationale Auswahl literarisch und künstlerisch herausragender Bilderbücher aktualisiert und in neuem Format präsentiert.
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Neue Ausstellungen im November 2014
München
Pferde von Yann Arthus-Bertrand
Deutsches Jagd- und Fischereimuseum
15.11.2014 - 04.01.2015
Selle-Français-Hengst unter Rodrigo Pessoa
Der 9-jährige Selle-Français-Hengst Hors la Loi
II (Papillon Rouge x Ariane du Plessis) wird im
belgischen Gestüt Ligny vom berühmten
brasilianischen Springreiter Rodrigo Pessoa
vorgestellt. Foto © Yann Arthus-Bertrand
Menschen und Pferde sind seit jeher eng miteinander verbunden. Über Äcker und Schlachtfelder, über Rennbahnen und Droschkenplätze –
weltweit zieht sich diese einzigartige Beziehung: Die Ausstellung "Pferde von Yann Arthus-Bertrand" illustriert ihre faszinierende Geschichte. Sie
stellt in beeindruckenden Bildern Pferderassen aus aller Welt vor, schildert ihre Entstehung aus den Anfängen in der eurasischen Steppe, ihre
Ausbreitung in alle Erdteile und die Entwicklung der verschiedenen Rassen - je nach den Erfordernissen des Menschen. Es sind keine alltäglichen
Fotografien, die Yann Arthus-Bertrand schafft, denn er lichtet die Tiere wie menschliche Fotomodelle ab: In einem beweglichen Studio vor einem
einfarbigen, einnehmenden Hintergrund, der Ausdruck und Besonderheiten der Tiere in den Vordergrund treten lässt. Dem Künstler ist es auf beeindruckende Weise gelungen, in unbewegten Bildern die choreografische Schönheit der Pferde festzuhalten und wiederzugeben, mit sachkundigen Texten von Jean-Louis Gouraud. Seit über zwanzig Jahren fotografiert Yann Arthus-Bertrand Tiere – auf seinen Reisen rund um die Welt, aber
auch auf Landwirtschaftsausstellungen und Rasseschauen. Für seine Hommage an das Pferd hat er einen ungewöhnlichen Blickwinkel gewählt:
Zum einen porträtiert er die Tiere als Persönlichkeiten, als eigenständige Charaktere. Zum anderen zeigt er sie zusammen mit den Menschen,
die ihr Leben bestimmen, den Besitzern, Ausbildern, Pflegern, Reitern. Pferd und Mensch sind in einer wechselseitigen Beziehung miteinander
verbunden. Über Jahrtausende hat der Mensch die Pferderassen nach seinen Bedürfnissen geformt: die ausdauernden Pferde der Steppenvölker,
die muskulösen Arbeitstiere der gemäßigten Breiten, die edlen Vollblüter. Die Entwicklung der Pferderassen ist auch ein Stück Kulturgeschichte.
Art gelungen.
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Roger Ballen. Theater der Absurdität
Museum Villa Stuck
15.11.2014 - 08.02.2015
Roger Ballen, Sheep on cupboard (Schaf auf
einem Schrank), 2003, aus der Serie: Shadow
Chamber © Roger Ballen
Präsentiert werden 32 Arbeiten des US-amerikanischen, in Johannesburg lebenden Fotografen Roger Ballen. Den Kern der aktuellen Ausstellung
bilden Werke aus der jüngst abgeschlossenen Serie "Asylum of the Birds", die in einer Publikation und einem begleitenden Film 2014 erstmals der
Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Ergänzt werden diese neuen Fotografien durch Arbeiten aus den Serien "Outland", "Shadow Chamber" und "Boarding House". Die Ausstellung im Museum Villa Stuck findet anlässlich der Edition 46 des Magazins der Süddeutschen Zeitung statt, die in diesem
Jahr von Roger Ballen gestaltet wird, und ist nach der umfassenden Retrospektive in der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums
2010/11 die zweite institutionelle Präsentation seiner Fotografien in München. In den 1970er-Jahren bereiste der in New York geborene Fotograf
Roger Ballen zum ersten Mal Südafrika, seit 1981 lebt er in Johannesburg. Roger Ballen fotografiert die weiße Bevölkerung Südafrikas, jedoch
interessiert er sich nicht für die heile Hochglanzwelt derjenigen Menschen, die von dem Apartheidregime jahrelang profitierten. Er widmet sich
vielmehr jenen Menschen, die durch ein Raster gefallen sind, auf der Straße oder in heruntergekommenen Behausungen leben, gezeichnet von
Armut, Hunger, Krankheit und Verfall. Seine Aufnahmen fasst Ballen in dem Buch "Platteland" zusammen. "Platteland" ist das afrikaanse Wort für
Flachland und beschreibt grundsätzlich die Landschaft Südafrikas, geht aber über eine rein geografische Bezeichnung hinaus und kann vielmehr als
Geisteshaltung gedeutet werden. Ballen, der als Geologe in Südafrika tätig war, arbeitet sich immer tiefer in das Lebensumfeld der ausgegrenzten
Menschen hinein. Es entstehen eindringliche Porträts und Aufnahmen von Innenräumen mitsamt den Bewohnern.
zum Museum
München
Neue Ausstellungen im November 2014
Forum 034: Franz Wanner – Toxische Heimat
Münchner Stadtmuseum
21.11.2014 - 25.01.2015
Aus dem Zyklus "Gift – Gegengift.
Krankheitsbilder einer Stadt"
Foto: Franz Wanner, 2012-2014
Die Kabinettausstellung gibt unter dem Titel „Toxische Heimat" einen Einblick in den Zyklus „Gift – Gegengift. Krankheitsbilder einer Stadt".
Seit 2012 setzt sich Franz Wanner in dieser Arbeit mit seiner oberbayerischen Heimat auseinander und seziert seinen Geburtsort Bad Tölz.
Aus recherchierten und fiktiven Momenten montiert er Fotografie und auditive Erzählung zu exemplarischen Bildern deutscher Wirklichkeit.
Die Wechselwirkung zwischen Fakt und Fiktion wirft Fragen auf, die Alltagsinszenierungen durchdringen: Wie lässt sich das Heimatprofil durch Integration der Rüstungsindustrie profitabel verschärfen? Welche Rolle spielt die deutsche Vergangenheit bei der Konstruktion
deutscher Gegenwart? Wie verhalten sich Utopien, wenn sie in die Jahre kommen? In seiner Arbeit "Toxische Heimat" widmet sich Franz
Wanner (*1975) historischen (Un-)Orten seiner Geburtsstadt Bad Tölz von der ehemaligen Kurhalle über die SS-Junkerschule bis zum
Spaßbad Alpamare. In einer Multimediainstallation aus vorgefundenen und selbst aufgenommenen Fotografien, Text- und Soundelementen
demonstriert der Künstler die Transformationen von Krankheits- und Heilsbildern unserer Gesellschaft am Beispiel von Bad Tölz.
zum Museum
Victor Shtivelberg: Fremd und Vertraut
Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz
27.11.2014 - 31.12.2014
Victor Shtivelberg ist 1960 in Odessa, Ukraine, geboren. Dort absolvierte er die Kunsthochschule. Seit 1987 nahm er an über 30 Einzelausstellungen und über 60 Gruppenausstellungen in vielen Ländern teil. Seine Gemälde sind in einigen Museen ausgestellt und befinden sich
in zahlreichen Privatsammlungen weltweit. 1991 wurde er Mitglied der internationalen Kunstvereinigung. Seit 2003 lebt und arbeitet er in
Deutschland. In Lindau ist er 2007 angekommen, dort wohnt er und stellt in seiner eigenen Galerie aus. Obwohl Victor Shtivelbergs Werke
auf dem Realismus basieren, ist es die Mystik seiner inneren Welt, die sie zum Leben erweckt und den Betrachter so fasziniert. Symbole
verschiedenster Kulturen werden miteinander verwoben, sprechen ihre eigene Sprache und erzählen Geschichten, die weder realistisch
noch surrealistisch sind. Über die Jahre hat er eine brillante, ausgereifte und sehr individuelle Farbpalette entwickelt, die er mit großem
Feingefühl einsetzt.
Victor Shtivelberg: "The Guardian of the
Lightvalley"
zum Museum
Neue Ausstellungen im November 2014
München
Courbet – Daubigny. Das Rästel der Schleuse im Tal von Optevoz
Neue Pinakothek
27.11.2014 - 09.03.2015
Wie schnell sich festgefügte Gewissheiten im Licht neuerer Forschung verflüchtigen, zeigt der Blick auf ein Gemälde der Neuen Pinakothek. Die "Schleuse im Tal von Optevoz" wurde 1910 als Werk Gustave Courbets erworben und galt seitdem als frühes, bedeutendes
Landschaftsgemälde des berühmten Künstlers. Eine Restaurierung des Bildes hat jetzt erwiesen, dass der Courbet-Stil und die Signatur
auf eine spätere, postume Überarbeitung zurückgehen und das Gemälde vermutlich von Courbets Zeitgenossen Charles-François Daubigny
(1817–1878) stammt. Die Ausstellung rollt die spannende Geschichte dieses Bildes auf und erhellt den Kontext seiner Entstehung.
Gustave Courbet: Schleuse im Tal
von Optevoz, 1854, © Bayerische
Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek
München
zum Museum
Mode aus dem Rahmen. Kostbar bestickte Kleidung zwischen 1780 und 1800
Bayerisches Nationalmuseum
28.11.2014 - 30.10.2016
Prächtige Gewänder, die die Zugehörigkeit zur Oberschicht, aber auch einen erlesenen Geschmack zum Ausdruck brachten, spielten im 18.
Jahrhundert eine große Rolle. Frankreich gab dabei in ganz Europa den Ton an. Für festliche, repräsentative Roben und Anzüge bevorzugte man
aufwendige Stickereien. Im ausgehenden Ancien Régime kamen hierfür bunte Dessins in Mode, deren kräftige, kontrastreiche Farbzusammenstellungen heute mitunter erstaunlich modern wirken. Solche Seiden- und Metallstickereien wurden von Männern und Frauen in spezialisierten
Meisterbetrieben gefertigt. Im Zentrum der Ausstellung steht ein französisches Hofkleid aus den 1780er Jahren mit feinster Stickerei. Es ist eines
der herausragenden Objekte der Kostümsammlung Williams, die das Bayerische Nationalmuseum 1996 erwarb. Das in Einzelteilen angekaufte
Gewand konnte im Atelier für Textilrestaurierung des Museums in aufwendiger Rekonstruktionsarbeit in seine ehemalige Form zurückgeführt
werden und erstrahlt nun wieder in ganzer Pracht. Hofkleider dieser Art haben sich weltweit kaum erhalten. Daher ist ein Teil der Ausstellung der
Schnittform und der Rekonstruktion dieser besonderen Robe gewidmet. Des Weiteren werden elf bestickte Herrenkleidungsstücke aus der Zeit
zwischen 1780 und 1800 gezeigt, die teilweise bisher noch nie zu sehen waren. Um den Arbeitsprozess der Sticker zu verdeutlichen, präsentiert
die Ausstellung ein äußerst seltenes französisches Album mit den neuesten Stickmustern der damaligen Zeit, aus dem die Kunden das Gewünschte auswählen konnten. Die Mode, die auf den Rahmen der Stickerei-Ateliers entstand und in den feinsten Kreisen getragen wurde, bezaubert bis
heute durch ihre Kostbarkeit, die Fantasie der farbenfrohen Dessins und die Perfektion ihrer Ausführung.
Besticktes Seidenkleid
Foto: Bayerisches Nationalmuseum
zum Museum
Neue Ausstellungen im November 2014
München
El Greco Expressiv
Pinakothek der Moderne
28.11.2014 - 29.03.2015
Ab November wird die "Entkleidung Christi" von El Greco (1541–1614), eine besonders qualitätvolle Wiederholung des berühmten Bildes in der
Kathedrale von Toledo und eines der beliebtesten Werke der Alten Pinakothek, in einem Saal der Pinakothek der Moderne präsentiert. Anlass für
den außergewöhnlichen Ortswechsel ist die sanierungsbedingte Teilschließung der Alten Pinakothek. Das Gemälde wird ausgewählten Werken
expressionistischer Künstler aus der Sammlung Moderne Kunst gegenüberstehen. 1909 unter dem damaligen Direktor Hugo von Tschudi erworben, steht die Münchner Fassung der "Entkleidung Christi" exemplarisch für die enthusiastische Auseinandersetzung mit dem Werk El Grecos
durch Künstler und Förderer der Moderne um 1900.
El Greco und Werkstatt: Entkleidung Christi,
zwischen 1580 und 1595
© Bayerische Staatsgemäldesammlungen,
Alte Pinakothek München
zum Museum
Seifenblasen, Riesenblasen, Schillerfarben, Schaumfabrik und Seifenschlössern
Eine Mitmachausstellung für Kinder ab 4 Jahren
Kinder- und Jugendmuseum München e.V.
29.11.2014 - 07.06.2015
Seifenblasen sind geheimnisvoll und physikalisch ganz schön kompliziert. Seit vielen hundert Jahren fasziniert und erfreut das Spiel mit
dem Gemisch aus Wasser und Seife. An spannenden Stationen kann ausprobiert werden, was man aus Seifenlauge, Luft und viel Fantasie
so alles machen kann. Mit großen Ringen entstehen bunte Riesenblasen, schillernde Seifenhäute und wabernde Schläuche. In die größten
kann man sich sogar hineinstellen. Beim Spiel mit den luftigen Kugelgebilden lassen sich einige naturwissenschaftliche Phänomene entdecken: So schimmert eine Wand aus schwingender Lauge in allen Spektralfarben, und in der Architekturwerkstatt spannen sich Dächer nach
dem Minimalprinzip. In der Schaumfabrik erfährt man alles zur Herstellung und entdeckt Kurioses rund um die Seife. Aus einem Seifenstück
werden dann Blubberschlösser und gewaltige Schaumberge. Eine Ausstellung mit garantiertem Spaßfaktor und erstaunlichem Tiefgang:
Wer würde auf Anhieb in einer Seifenblase einen Lehrmeister für physikalische Experimente, komplexe mathematische Probleme, künstlerische Inspiration und architektonische Vorlagen vermuten? "Seifenblasen" ist eine lebendige und kreative Erlebnisausstellung für Kinder,
Jugendliche und Familien. Sie lässt Seifenblasen und Seifenhäute in allen Größen und Varianten entstehen: faszinierend, unterhaltsam und
spannend zugleich. Die Ausstellung lebt von der Tätigkeit ihrer Besucher. Es geht um den gestaltenden und zugleich vergnüglichen wie
lehrreichen Umgang mit realen Objekten und Materialien: Seife, Wasser, Luft, ein wenig Technik, der eigene Körper und die wachen Sinne.
zum Museum
Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Werkschau Medientechnik 5
Stadtgalerie im Stadtmuseum Deggendorf
bis 16.11.2014
Die Werkschau Medientechnik in Kooperation mit der Technischen Hochschule Deggendorf feiert in diesem Jahr in der Stadtgalerie im
Stadtmuseum ein kleines Jubiläum. Bereits zum fünften Mal präsentieren Studierende und Professoren der Technischen Hochschule
Deggendorf multimediale Arbeiten des Masterstudiengangs: Animation, Video, Foto, Polaroid, Malerei, Installation oder Performance. Die
Ausstellungsreihe möchte die kreative Arbeit, die insbesondere auch am Lehrstuhl für Medientechnik produziert wird, mitten in unsere
Stadt holen und im Stadtmuseum für alle Interessierten sichtbar machen. Bei der Werkschau Medientechnik 5. steht diesmal das Porträt im
Zusammenhang mit den Fragen nach Identität im Mittelpunkt. Das Porträt zählt zu den klassischen Genres in der Malerei und Plastik. Die
Ausstellung reflektiert das Thema mit den Mitteln digitaler und analoger Gestaltung, mit dem Einsatz von Computer, komplexer Software,
Bleistift und Papier, aber auch dem Einsatz des eigenen Körpers. Die vielfältigen Arbeiten bieten überraschende Antworten auf das
generationsübergreifende und immer aktuelle Thema von Bild und Identität.
Werkschau Medientechnik 5
zum Museum
Schlaglichter auf den großen Krieg – Österreich-Ungarn im Ersten Weltkrieg 1914 – 1918
Stadtmuseum Waldkraiburg
bis 30.11.2014
Die Ausstellung des Stadtarchivs wirft einen Blick auf die Geschehnisse aus der Sicht der k. & k. Monarchie Österreich-Ungarn. Sie legt
bewusst den Schwerpunkt auf Dokumente mit biografischem Charakter. Mit Bildern, Landkarten, Büchern und Objekten aus den Waldkraiburger Heimatarchiven, dem Stadtarchiv, dem Sudetendeutschen Archiv, dem Sudetendeutschen Museum sowie privaten Leihgaben.
Blick in einen Schützengraben
© Sudetendeutsches Archiv/Bay.
Hauptstaatsarchiv
zum Museum
Bayernweit
Neue Ausstellungen im November 2014
Künstlerporträts – Von Baker bis Schlusnus
Museum Moderner Kunst – Wörlen gemeinnützige GmbH
bis 18.01.2015
Erich Lessing, Hannes Kilian und Rudolf Klaffenböck gehören zu den namhaften Fotografen, deren spannende Porträtaufnahmen von Künstlern sich im Bestand des Museums befinden. Diese zum Teil psychologisch sehr erhellenden Dokumentarfotografien werden zumeist nur
als Begleitmaterial genutzt, haben jedoch einen hohen künstlerischen Eigenwert. Neben den Fotoarbeiten werden in der Ausstellung auch
zahlreiche Grafiken präsentiert. Hier ist u. a. der Künstler August Philipp Henneberger (1902–1980) aus Kötzting vertreten, der um 1950 eine
Reihe von Porträtskizzen schuf, die in der damals sehr angesehenen, von den Amerikanern herausgegebenen Neuen Zeitung veröffentlicht
wurden. Hierbei handelt es sich um Porträts von Dirigenten wie Herbert von Karajan und Wilhelm Furtwängler, Geigenvirtuosen wie Yehudi
Menuhin, Sängern wie Heinrich Schlusnus oder hinreißende Darstellungen der berühmten Tänzerin Josephine Baker.
zum Museum
Spielzeug aus drei Jahrhunderten aus dem Fundus des Stadtmuseums – Teil 2
Stadtmuseum im Hermansbau, Memmingen
bis 25.01.2015
Spielen ist wichtig für die geistige und soziale Entwicklung des Menschen. Ein Spielzeug ist ein Gegenstand, mit dem vor allem Kinder spielen.
Mit Spielzeugen werden bestimmte Vorgänge des Alltags nachgeahmt und nachgespielt. Schon seit Urzeiten werden Spielzeuge von Kindern
verwendet und dienen zur Vorlage für Geschenkideen. Als das älteste Spielzeug ist die Puppe anzusehen, die teilweise mit Schmuck verziert
wurde. Bereits aus der jüngeren Steinzeit lassen sich puppenähnliche Gebilde aus Ton nachweisen. Im Mittelalter wurden gewappnete Ritter,
Schaukelpferde und natürlich Puppen und Puppenhäuser zum Spielen benutzt. Seit der Industrialisierung hat sich die Spielzeugindustrie
entwickelt, die ihren Ursprung in Nürnberg hatte. Heute wird das meiste Spielzeug in China produziert. Die historischen Ausstellungsstücke des
Museums haben nicht an Aktualität verloren. Sie sind Zeitzeugen, Spiegel und Dokumente ihrer Epoche und Gesellschaft. Das Stadtmuseum
Memmingen zeigt eine andere „Welt des Spielens“ als die heutige, elektronisch geprägte Kindheit und spricht die Sinne und Gefühle von allen
Generationen an.
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Warten auf’s Christkind. Adventskalender von den Anfängen bis zur Gegenwart
Stadtmuseum Kaufbeuren
bis 01.02.2015
Wie viele Tage dauert es noch bis Weihnachten? Wie oft muss ich noch schlafen, bis ich meine Geschenke bekomme? Diese Fragen stellen
sich Kinder in der Vorweihnachtszeit schon seit über hundert Jahren. Um den Kindern die Wartezeit auf den Heiligen Abend zu verkürzen,
bastelten die Eltern bereits vor der Erfindung des Adventskalenders sogenannte Zählhilfen. So malten sie zum Beispiel 24 Kreidestriche
an die Zimmertüre. Anfang des 20. Jahrhundert beginnen schließlich die ersten Verlage Adventskalender für die Vorweihnachtszeit zu
produzieren. Die Regensburger Volkskundlerin Esther Gajek präsentiert in der Ausstellung ihre schönsten, wertvollsten und interessantesten
Stücke aus ihrer Adventskalendersammlung mit über 3000 Exemplaren. Ein kleiner Bereich ist außerdem dem Kaufbeurer Engele gewidmet,
das früher am Abend des 1. Advents anstatt des Nikolaus meist evangelische Familien in Kaufbeuren besuchte. Die erste Weihnachtsuhr
erschien 1902 in Hamburg. Aber auch schon davor hatten Eltern für ihre Kinder solche Uhren gebastelt. 1925 entstanden in dem Verlag
Reichhold & Land Weihnachtsuhren mit drehbarem Zifferblatt.
Weihnachtsuhr
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Tradition bis Moderne X
Quilts 2014 der Patchwork Gilde Deutschland e.V.
Stadtmuseum und Handwerksmuseum Deggendorf
bis 01.02.2015
Alle drei Jahre zeigt die Patchwork Gilde Deutschland, die über 6000 Quilterinnen vereint, in einer jurierten Ausstellung einen aktuellen Querschnitt dieser Textilkunst. Unter dem Titel „Tradition bis Moderne“ vereint die Ausstellung handwerklich hervorragend gearbeitete Quilts aller
Stilrichtungen vom geometrischen, traditionellen Quilt bis hin zur zeitgenössischen Bildinterpretation. Jeder Quilt wurde nach den Kriterien Entwurf und Design sowie Herstellung und Technik bewertet. Eine Rolle spielten dabei der optische Eindruck, die Originalität, die farbliche Gestaltung, das Material, sowie die Ausführung der gewählten Techniken. Zugelassen wurde nur, wer diese Kriterien in herausragender Weise erfüllte.
Diesmal wählte die Jury 46 Quilts von Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und England aus, darunter ist auch der Quilt „Schrifttafel“ der
Deggendorferin Annemarie Zoller-Sicker. Zum ersten Mal werden auch die Quilts der Jury in der Ausstellung präsentiert. Die Wanderausstellung
wird nun als zweite und zugleich einzige Station in Süddeutschland im Handwerksmuseum und Stadtmuseum Deggendorf gezeigt.
Helene Fischer, Wittmund, Polarlicht I
(Ausschnitt)
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Suishû Klopfenstein-Arii – Bilder des Herzens
Siebold-Museum, Würzburg
bis 01.02.2015
Seit ältesten Zeiten gehört die Schriftkunst zu den Grundfesten des ostasiatischen Kulturerbes. Die Schrift wird nicht nur als Zeichensystem für praktische Zwecke verwendet, sondern nach ästehtischen Gesichtspunkten gestaltet und zu einer Kunst gemacht. In der Kalligrafie
spiegelt sich das typisch japanische Empfinden für Flächengestaltung und Proportionen, wie es in der Architektur oder im Design aus Japan wiederzufinden ist. Suishû T. Klopfenstein-Arii, als Kind eines Haiku-Dichters und einer Meisterin der Teezeremonie in Japan geboren,
lotet mit ihren Schriftbildern die Grenze zwischen Kunst und Schrift aus. Mit verschiedenen Pinseln, verschiedener Tusche, verschiedenen
Papieren bannt sie eine Vorstellung, eine Idee in Schriftzeichen. Es ist die emotionale „Resonanz des Lebensatems", die Suishû Klopfenstein-Arii durch die sichtbaren Spuren ihres Pinsels zur Entfaltung bringen möchte. Ohne Pomp oder Farbigkeit verteilt sie schweigsam
schwarze Striche auf dem weißen Papier und schafft damit abstrakte bildhafte Embleme, die dem Betrachter innere Kraft und Harmonie
vermitteln.
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Die Osterrieder Krippe
Herzogskasten Stadtmuseum Abensberg
bis 02.02.2015
Gesamtansicht der im Zweiten Weltkrieg
zerstörten Paderborner Domkrippe, um 1919
Nach seiner Bäckerlehre und neben seinem Brotberuf absolvierte Osterrieder bei dem Abensberger Bildhauer Gallus Weber eine Lehre als
Steinbildhauer und fertigte dort „zahlreiche Figuren in Stein“. Nach dem Tod des Vaters zog er 1889 nach München, wo er zwei Jahre später
in die Akademie der bildenden Künste eintreten konnte. Er schloss 1895 das Studium ab und eröffnete in München sein Atelier. Nach seinem
Selbstverständnis war Osterrieder kein Kunsthandwerker, sondern akademischer Bildhauer. Mit der künstlerischen Avantgarde seiner Zeit
jedoch – etwa mit dem Blauen Reiter – konnte sich Osterrieder nicht identifizieren, ganz im Gegenteil. Er wandte sich bewusst inhaltlich und
formal einer traditionellen künstlerischen Ausdrucksweise zu. Dies sicherte ihm zahlreiche Aufträge aus dem konservativen Bürgertum und
vonseiten des Klerus. Kardinal Michael Faulhaber schrieb Osterrieder ins Gästebuch: „Für Meister Osterrieder sind Glaube und Kunst wirkliche Geschwister“. Sowohl seine Monumentalplastiken, egal ob in Rom oder Altötting, vor allem aber seine Weihnachtskrippen fanden großen Anklang. Osterrieder stellte seine Krippenfiguren in einer von ihm entwickelten, aufwendigen Guss- und Kaschiertechnik her. Als Vorbild
dienten ihm neapolitanische und sizilianische Krippen, welche er während seines Studiums im Bayerischen Nationalmuseum kennengelernt
hatte. Osterrieder hat über 100 verschiedene Figuren entworfen und gefertigt. Neben religiösen Werken fertigte Osterrieder – vor allem vor
und nach dem Ersten Weltkrieg – auch Kriegerdenkmäler, Nagelstelen und patriotische Plastiken, etwa 1911 das Hoch- und Deutschmeisterdenkmal in Siegenburg. Sebastian Osterrieder starb am 5.6.1932 in München-Schwabing, wo sich auch sein Grab befindet.
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Knigge – Über den Umgang mit Menschen
Käthe-Kruse-Puppen-Museum, Donauwörth
bis 22.02.2015
Adolf Freiherr von Knigge, geboren 1752, veröffentlichte ein Jahr vor Beginn der Französischen Revolution seinen heute noch bekannten
"Benimmbuch-Klassiker" "Über den Umgang mit Menschen". Mit diesem Buch hat er sich im Bewusstsein des bürgerlichen Publikums einen
Namen geschaffen, der bis heute Gültigkeit hat. Man spricht vom "Knigge", wenn man über Anstandtsregeln redet oder ein Benimmbuch
empfiehlt. Allerdings liegt hier auch das größte Missverständnis des Buches. Der geneigte Leser wird in diesem Buch wenig darüber finden,
wie man richtig Spargel isst, welche Garderobe man zum Opernbesuch wählt oder wie man sich in Gesellschaft diskret die Nase putzt. Dies
alles steht nicht in diesem Buch, sondern vielmehr, wie man ein anständiger, wohlgelittener Mensch sein kann.
Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge
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Weiß – Aspekte einer Farbe in Moderne und Gegenwart
Museum im Kulturspeicher Würzburg
bis 22.02.2015
Weiß hat in Bildern immer eine besondere Rolle gespielt. Es ist die Farbe des Bilduntergrunds, es dient zum „Höhen“, also der Betonung
des Lichts auf einem Gemälde und wird beim Mischen zum Aufhellen einer Farbe benutzt. Ein autonomer Einsatz von Weiß findet sich jedoch erst in der Kunst des 20. Jahrhunderts, als die Farbe vom Abbild unabhängig wird und Bilder auch monochrom, also auf einer einzigen
Farbe, aufgebaut sein können. Die Ausstellung geht von der Sammlung Ruppert im Museum im Kulturspeicher aus. Die darin enthaltenen
15 Bilder und Objekte von Künstlern wie Andreas Christen, Ad Dekkers, Leo Erb, Norbert Kricke, Jan Schoonhoven, Herman de Vries oder
Günther Uecker bilden den Grundstock des Projekts. Es hat seinen Schwerpunkt in den Werken der Künstlergruppe ZERO und verwandter
Strömungen, richtet den Blick jedoch auch exemplarisch zurück ans Ende des 19. Jahrhunderts, als impressionistische Künstler vor allem
in Schneelandschaften dem Weiß breiten Raum gaben. Abgerundet wird die Schau durch Werke zeitgenössischer Künstler, die sich, teils
ironisch gebrochen, in Objekten und Bildern des Weiß als dominanter Farbe bedienen. Insgesamt sind etwa 90 Werke von 75 Künstlern
ausgestellt, darunter Werke von Hans Arp, Antonio Calderara, Lucio Fontana, Piero Manzoni und Alexander Rodtschenko.
Andreas Christen, Ohne Titel, 1977/74,
Museum im Kulturspeicher Würzburg,
Sammlung Peter C. Ruppert
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Ausstellung „Einknicken oder Kante zeigen? Die Kunst der Faltung“
Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt
bis 22.02.2015
Wer einen Liebesbrief verschickt, faltet das Papier, so oft, bis es in den Umschlag passt. Und der Empfänger nähert sich den Küssen zwischen
den Seiten, indem er Kante um Kante wieder aufklappt. Für das Zusammenfalten von Hemd und Hose hat jeder seine eigene Technik, und
wenn man es gut genug macht, kommt die Kleidung auch ganz glatt wieder aus dem Koffer. Bei Hemd und Hose werden Falten nämlich nicht
gerne gesehen, wenn sie anderswo sitzen als gedacht – so wie bei Plisseeröcken, die seit den 1950er Jahren für artig dekorative Weiblichkeit
stehen, oder der scharfen Bügelfalte, die nach wie vor Akkuratesse beweist. Aus einer Zeitungsseite kann sich jedes Kind einen Hut falten, und
in wenigen Schritten wird aus einem simplen Stück Papier ein Flugzeug. Gefaltet wird überall auf der Welt und in nahezu allen Lebenslagen.
Und doch ist es ein recht verborgenes Thema – denn kaum jemand ist sich bewusst, wie oft man selbst mit Knicken und Falten, mit der Technik
und ihren Ergebnissen zu tun hat. In der ungegenständlichen Kunst war die Faltung von Beginn an ein wichtiges Thema – und zugleich auch
eine zentrale Methode: Die Aufgabe der Zentralperspektive im Kubismus und später im Konstruktivismus führten sowohl in der Malerei als
auch in der Plastik zu zerlegten, mit Kanten und Brüchen versehenen Objekten. Gefaltet wird bis heute in der Kunst nicht nur mit Papier oder
Textilien, sondern auch mit Metall, Plastik und Keramik – bis hin zur Leinwand. In der Fotografie und im Film spielt der reproduzierte Knick als
illusionistische Täuschung eine große Rolle.
Samuel Henne – Untitled (Scheffer), 2012/13.
© VG Bild-Kunst, Bonn 2014
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Ingolstadt in Bewegung – Grenzgänge am Beginn der Reformation
Stadtmuseum Ingolstadt
bis 22.02.2015
Die Ausstellung entführt Sie in die bewegten Jahrzehnte zwischen Mittelalter und früher Neuzeit. Es erwartet Sie eine Welt der Gegensätze im
klerikalen Spannungsfeld der frühen Reformation, ein Aufbruch in neue Welten auf vielen Gebieten des Lebens. Die Besucher können sich auf
außergewöhnliche Exponate freuen. Es werden erstmals seit langer Zeit wieder Objekte aus dem Ingolstädter Ratssilber und noch nie einem
größeren Publikum gezeigte Goldschmiedearbeiten von Privatsammlungen präsentiert. Die Ausstellung wird zudem auf vielerlei Ebenen feste
Denkstrukturen auflösen und Sehgewohnheiten durchbrechen.
Heinrich Vogtherr: Der Narr, kolorierter
Holzschnitt, Inv. Nr. 40-18, Augsburg um 1540,
© Stiftung Schloss Friedenstein Gotha
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Neue Ausstellungen im November 2014
Pinseltanz und Vogelbild
Ostasiatische Tuschmalerei und Kalligrafie aus der Sammlung Walter Gebhard
Kunstmuseum Bayreuth
bis 01.03.2015
Tuschmalerei und Kalligrafie sind verwandte Künste. Während die chinesische Kalligraphie sich schon in den ersten Jahrhunderten nach Christus zu
einer Klassik entwickelt hatte und seitdem als die ‚erste‘ der Künste gilt, wurde die Farben gegenüber zurückhaltende Tuschemalerei erst um 1000
in der Song-Dynastie und unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus zu einer führenden Kunst. Für Japan gewann diese ihrerseits den Stellenwert
einer nachzuahmenden Klassik. So hat im 14. Jahrhundert der Ashikaga-Shogun die Sammlung chinesischer Bild veranlasst, und nach seiner ChinaReise brachte Sesshû Tôyô im 15. Jahrhundert die Ideale des chinesischen Stils nach Japan. Dazu gehört auch die Gestaltung von nahezu leeren
Räumen, besonders aber das freie Spiel mit einem Pinsel, der nicht mehr Umrisse zeichnet, sondern lavieren, ja spritzen darf – oder sogar von
malenden Fingern ersetzt wird. So ist manchmal in der ostasiatischen Kunst kaum auszumachen, ob eine schwungvolle graphische Pinsellinie eher
Zeichen oder eher Zeichnung darstellt. Mit der vorsichtigen Öffnung Japans dem Westen gegenüber entstand auch ein kultureller reger Austausch,
der sich zum Beispiel auf den japanischen Holzschnitt auswirkte, der wiederum die Impressionisten oder auch Paul Gauguin stark beeinflussten.
Eine Auswahl von ca. 100 Einzelwerken von vielen bedeutenden Künstlern und Schulen seit dem 15. Jahrhundert aus der Sammlung von Walter
Gebhard ist im Kunstmuseum Bayreuth zu sehen, dazu Japanische Holzschnitte aus der Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung.
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Der Arzt, dem alle vertrauen
Limeseum, Wittelshofen
bis 08.03.2015
Was machte ein Bewohner des Römischen Reiches, wenn er erkrankte? Hatte er einen Arzt seines Vertrauens? Konnte er sich bereits an
spezialisierte Mediziner wenden? Gab es Krankenhäuser und wer waren überhaupt diese Ärzte?
Die Ausstellung im Limeseum geht diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema Medizin zur Römerzeit nach. Zahlreiche Objekte
von der Pinzette über das Skalpell hin zum Schröpfkopf vermitteln einen Eindruck vom fortgeschrittenen Wissen der antiken Medizin und
ihren Behandlungsmethoden. Der Mensch mit seinen Ängsten und Hoffnungen steht dabei stets im Mittelpunkt.
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
„Landleben verbindet."
Illustrierte Briefe von Olaf Gulbransson und Friedrich August von Kaulbach
Olaf Gulbransson Museum Tegernsee
bis 15.03.2015
Olaf Gulbransson, Karikatur Friedrich August
von Kaulbach, ohne Datum
1929 erwarb der Norweger und Simplicissimus-Zeichner Olaf Gulbransson (1873–1958) den 500 Jahre alten Schererhof hoch über dem Tegernsee.
Er ließ die Räume nach seinen Vorstellungen umgestalten und genoss das naturverbundene Leben in vollen Zügen. Mit dem Blick auf das Tegernseer Tal – seinen persönlichen Fjord – fühlte sich Gulbransson immer wieder an seine Heimat erinnert und machte die umliegende Landschaft
zum Thema seiner Gemälde. Auch Friedrich August von Kaulbach (1850–1920), der Münchner Malerfürst und Akademiedirektor, zog sich gerne
zur Erholung in die Nähe der Berge zurück. In Ohlstadt bei Murnau erbaute er 1893 eine Villa im bäuerlichen Stil, mit seinem bis heute original
erhaltenem Atelier. Jedes Jahr zog er bereits im Mai hinaus, um dort den Sommer im Kreis seiner Familie und Freunde zu verbringen. Es war aber
nicht nur die Vorliebe für das Ländliche, die Friedrich August von Kaulbach und Olaf Gulbransson verband. Trotz des großen Altersunterschieds, der
anders gearteten Charaktere und Biografien pflegten die beiden Maler bereits seit ca. 1905 eine enge Freundschaft, die in rund 60 illustrierten Briefen Gulbranssons und seiner Frau sowie wenigen Antwortschreiben Kaulbachs bezeugt ist. Diese in der Ausstellung erstmals präsentierten Briefe
stammen aus dem Kaulbach-Nachlass in Ohlstadt. Sie bezeugen erneut Gulbranssons Virtuosität und dokumentieren unbekannte Details zur Vita
der beiden Maler, ihre gegenseitigen Besuche und gemeinsamen Reisen. Die Freundschaft zweier berühmter Porträtisten blieb auch sonst nicht
ohne malerische Zeugnisse. Kaulbachs Ruhm als „Damenmaler“ veranlasste Grete Gulbransson im Winter 1911 zu Porträtsitzungen bei ihm.
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Tatiana Trouvé. I tempi doppi
Kunsthalle im KunstKulturQuartier Nürnberg
13.11.2014 - 08.02.2015
Tatiana Trouvé wurde 1968 in Cosenza (Italien) geboren, hat in Nizza studiert und lebt heute in Paris. Sie war mit ihren Arbeiten nicht nur auf den
Biennalen in Venedig (2007) und Sao Paulo (2010) vertreten, sondern auch an der Ausstellung 30 Künstler/30 Räume (2012) in der Kunsthalle
Nürnberg beteiligt. Hier präsentierte die Künstlerin teils großformatige Zeichnungen, in denen sich Innen- und Außenräume zu hybriden
Konstruktionen von surrealen Orten und Wirklichkeiten verbinden. Im Zentrum ihres Werkes, das Bronzeskulpturen, Installationen, Objekte,
Zeichnungen und Eingriffe in die vorgefundene Architektur von Räumen umfasst, steht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Verhältnis
von Raum und Zeit. Der Ausstellungstitel I tempi doppi verweist auf doppelte, einander überschneidende und bisweilen widersprüchliche
Erfahrungen von Zeitlichkeit: die Erinnerung an alltägliche Dinge wie etwa Keile oder Transportkisten und ihre rätselhafte Gegenwart als
Objekte und Skulpturen im Ausstellungsraum; das Ewigkeitsversprechen von Kunstwerken, insbesondere in Materialien wie Bronze und die
Vergänglichkeit der nur für kurze Zeit existierenden Installationen und Interventionen; die sinnlichen Erfahrungen des Ausstellungsbesuchers und
seine zukünftige Erinnerung daran. Auch mehrere Skulpturen tragen den Titel "I tempi doppi" (2013). Schlanke Bronzerohre zeichnen mit großen
ungelenken Bewegungen Formen in den Raum. Sie tragen an ihren Enden Glühlampen, von denen jeweils eine leuchtet, die andere jedoch
nicht. Verdoppelung, Spiegelung und Wiederholung bilden ebenso ein durchgängiges Motiv in Tatiana Trouvés Werk wie die Erinnerung oder der
Aspekt der Dualität oder Gegenpoligkeit.
Tatjana Trouvé, 350 points towards infinity,
2009, ©VG Bild-Kunst
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Botond – Köpfe
Kunst Galerie Fürth
14.11.2014 - 21.12.2014
Botond aus der Serie Schlaf, LKW-Plane
2003, Foto: © Peter Heegmann
Der aus Ungarn stammende vielseitige Bildhauer lebte seit 1979 in Nürnberg und wurde rasch in der Kunstszene bekannt. Die erste Retrospektive im deutschsprachigen Raum ist auf das Thema Kopf beschränkt. Nach seinem Tod hat es bisher lediglich Einzelausstellungen in Köln (Kunstwerk Nippes) und Ungarn (Centre for Modern and Contemporary Arts, Debrecen) gegeben. Der Bildhauer Botond stammte aus Südungarn.
Geboren wurde er 1949 in Pécs (Fünfkirchen). Seit 1979 lebte er in Nürnberg und konnte sich rasch über die fränkische Kunstszene hinaus einen
Namen machen. In den frühen 1980er Jahren waren Pferde und Reiter ein figürliches Thema, dem er mit Draht und Stahlblech viele Facetten
abgewann - ausgesprochen un-, oder besser gesagt antipathetisch. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre trat er in der Kunsthalle Nürnberg
hervor mit der Installation „Echo“. Der Abstraktionsgrad ist höher, das Fragmentarische als Grundton wird sichtbar: In offenen Stahlblechkästen
befinden sich Drahtfiguren. Aus dem Katalogtext dazu, 1986: „Wie seinen Zeichnungen genügen auch den Plastiken Botonds Andeutungen
allgemeiner Stellungen, um Figurenbewegungen zu emanieren.“ (H. P. Miksch). Es folgten noch rund 20 Werkgruppen (bis heute von vielen
gesehen der Turm aus eingeschweißten Büchern im Germanischen Nationalmuseum). Das Generalthema waren der Mensch und seine Auswirkung auf die Natur. 1991 schrieb Botond: „Während wir von Fortschritt und Entwicklung träumten, sind wir von der Naturkatastrophe Mensch
im Schlaf überrascht worden.“
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König Nussknacker
Museum der Deutschen Spielzeugindustrie mit Trachtenpuppensammlung, Neustadt
14.11.2014 - 06.01.2015
Nussknacker, Bergleute, Engel und Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge gehören für viele zum festen Bestandteil des Weihnachtsbrauchtums. Die Ausstellung stellt die schönsten Exemplare aus der Sammlung Reiner & Renate Seibold vor.
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Nussknacker – Gestalt und Geschichte
Die Sammlung Adolf Heidenreich und Gemälde von Ladislava Nouzecka
Museum.Stadt.Miltenberg
14.11.2014 - 31.01.2015
Weihnachtliche Vorfreude ist meist verbunden mit dem knacken leckerer Nüsse verschiedenster Arten. Die Knackinstrumente vergangener Zeiten haben allerdings rein optisch häufig nicht sehr viel mit dem zu tun, was wir heute nutzen. Grund genug einem Sammler dieser
Schmuckstücke einmal über die Schulter zu schauen. Die schönsten Stücke der Sammlung Adolf Heidenreichs werden im Museum.Stadt.
Miltenberg passend zur Weihnachtszeit präsentiert.
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Gerhard Richter. Ausschnitt
Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
14.11.2014 - 22.02.2015
Gerhard Richter, "Portrait Liz Kertelge", 1966
Foto: Leihgabe aus Privatsammlung.
© Gerhard Richter, 2014
Foto: Neues Museum (Annette Kradisch)
Gerhard Richter (geb. 1932) zählt zu den weltweit wichtigsten Künstlern der Gegenwart. Sein Werk hat wie kein zweites die Grundlagen
der Malerei radikal in Frage gestellt, um gleichzeitig der totgesagten Gattung ungeahnte Möglichkeiten zu eröffnen: "Die Absicht: nichts
erfinden, keine Idee, keine Komposition, keinen Gegenstand, keine Form – und alles erhalten: Komposition, Gegenstand, Form, Idee, Bild",
so beschrieb Gerhard Richter selbst sein scheinbar paradoxes Projekt einer Malerei, die auf allen Ebenen der Subjektivität des Künstlers zu
entkommen sucht. Die irritierende Vielgestaltigkeit seiner Kunst, die den klassischen Stilbegriff ad absurdum führt, findet über alle Werkgruppen hinweg in dieser "Zerstörung der Subjektivität, der Intelligibilität und der Idealität der Malerei" (Johannes Meinhardt) einen gemeinsamen Nenner. Mit nicht weniger als 28 Werken von Gerhard Richter aus einem Zeitraum von 1957 bis 2003 spannt die vom Künstler selbst
eingerichtete Ausstellung einen weiten Bogen. Viele prominente Gemälde vereinen sich zu einem großen Panorama: Vom Waldstück, einem
verwischten Fotobild aus dem Jahr 1965, und dem Farbtafelbild Sechs Farben (1966) über das Seestück (bewölkt) von 1969, das altmeisterlich anmutende Gemälde "Schädel mit Kerze" (1983) und eine ganze Reihe abstrakter Bilder bis hin zu "Decke" (1988), das als Übermalung der
zweiten Version des Gemäldes "Erhängte" zum Umfeld des großen "RAF-Zyklus 18. Oktober 1977" gehört. Der Ausstellungstitel "Ausschnitt"
ist einem großen dreiteiligen Bild von 1971 entlehnt. Er unterstreicht, dass die gezeigten Arbeiten zusammen einen repräsentativen Ausschnitt des riesigen Œuvres Gerhard Richters bilden.
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Bayernweit
Neue Ausstellungen im November 2014
Entdeckung
Kunst- und Gewerbeverein, Regensburg
15.11.2014 - 21.12.2014
„Trouble in the Square“
Foto: © Zadok Ben-David, London
Ausgewählte Kunstschaffende des Kontur.Kunstvereins Stuttgart und unserer Region liefern Beiträge zu der Präsentation "Entdeckung".
Unbekanntes Land zu entdecken und zu betreten ist ein unvergänglicher Menschheitstraum. Visionen und Phantasien, die Sehnsucht nach
Freiheit und die Suche nach Gestaltungsspielräumen, Träume und Utopien von einem anderen Leben sind die Kräfte, die den Menschen
zum Aufbruch treiben, die ihn dazu bringen, Heim und Herd, seine vertraute Heimat zu verlassen und sich der unbekannten Gefahr auszusetzen. Selbst unvorstellbare Risiken bremsen kaum unsere Abenteuerlust. Unser Wagemut überwindet die Ungewissheit und die Angst.
Keine Bedrohung, kein Scheitern ist groß genug, dem Menschen seinen Pioniergeist zu nehmen, ihn von Expeditionen und Entdeckungsreisen abzuhalten, zu stark locken die fernen Gestade. Einmal auf dem Weg, wächst die Zuversicht mit jeder ausgestandenen Herausforderung und welche Erlösung, wenn nach langer Fahrt Land in Sicht kommt. In die angespannte Euphorie mischt sich untrennbar die Faszination der Fremdheit, die uns in diesem Wunderland entgegen schlägt und die einhergeht mit dem Staunen, der Überraschung, der Erinnerung
an das, was uns vertraut ist. Und langsam, aber unaufhaltsam und unweigerlich geht dabei eine Veränderung mit uns vor. Wir wachsen,
und mit jedem Fehler, den wir machen, mit jeder neuen Erkenntnis gewinnen wir neues Wissen und neues Selbstvertrauen. Wir lernen die
Welt neu zu sehen, mit anderen Augen, aus anderen Blickwinkeln und wundern uns nicht selten über die Verwandlung, die dabei mit uns
selbst vonstatten geht.
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Weihnachtsgrüße – Weihnachtskrippen
Schlossmuseum Ismaning
15.11.2014 - 01.02.2015
Gezeigt werden die Dorfkrippe der Familie Risinger in ihrer ursprünglichen Kulisse und kleinere Krippen aus Ismaninger Privatbesitz.
Weihnachts- und Neujahrskarten aus der Sammlung Cornelia Oelwein begleiten die Ausstellung, ergänzt durch Feldpostkarten aus dem
Bestand des Gemeindearchivs und des Schlossmuseums.
Detail einer Weihnachtskarte um 1910
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Weihnachten ist Präsent
Diözesanmuseum St. Afra, Augsburg
19.11.2014 - 08.02.2015
Weihnachten ist nicht zufällig ein Fest der Präsente, denn an Weihnachten schenkt Gott sich selbst den Menschen. Seit jeher ist die
Menschwerdung Christi eines der beliebtesten Themen in allen Bereichen der Kunst und neben den klassischen Darstellungen der Geburt
im Stall auch in den Ereignissen vor und nach der Niederkunft der Jungfrau Maria gegenwärtig. Ausgehend von diesem Gedanken zeigt
das Diözesanmuseum St. Afra mit der Sonderausstellung Weihnachten ist "Präsent" vom 19. November 2014 bis 8. Februar 2015 eine
breite Palette an weihnachtlichen Darstellungen aus den eigenen Beständen, darunter zahlreiche bisher nie gezeigte Meisterwerke und
einige bemerkenswerte Krippen. Anschaulich wird so das ganze Weihnachtsgeschehen vorgestellt, beginnend mit der Verkündigung des
Engels Gabriel an Maria über die Anbetung der Hirten und der Könige bis hin zur Beschneidung Jesu und der Flucht nach Ägypten. Dabei
beantwortet die Sonderausstellung spannende Fragen wie etwa: Warum gäbe es ohne den 25. März kein Weihnachtsfest? Womit ist Josef
während der Geburt beschäftigt? Wie finden die Hirten den Stall? Warum kommen die Könige zu dritt? Und wieso bringen Maria und Josef
das Kind in den Tempel? Ob vor 1000 oder vor 50 Jahren geschaffen, ob in Öl gemalt, in Holz geschnitzt, auf Leinen gestickt oder in Stein
gehauen: Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht ohne jede Frage stets das göttliche Kind als Wort, das Fleisch geworden ist. Die direkte
Gegenüberstellung der vielfältigen Objekte zeigt jedoch, wie die Künstler in den verschiedenen Epochen dieselben Themen immer wieder
einfallsreich variierten und neu bereicherten.
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Von oben gesehen. Die Vogelperspektive
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg
20.11.2014 - 22.02.2015
Mit Jacopo de’ Barbaris Riesenholzschnitt von Venedig aus dem Jahr 1500 entwickelte sich die Vogelperspektive in der europäischen
Kunst zu einem geläufigen Bildmotiv. Sie diente zunächst den Herrschenden als sinnfälliger Ausdruck von realer oder beanspruchter Macht
über ein bestimmtes Gebiet. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts entdeckten immer breitere Bevölkerungsschichten den Blick „von oben
herab“ in die Weite: von Berggipfeln, erhöhten Aussichtspunkten, von Kirchtürmen oder mehrgeschossigen Wohnhäusern. Neue technische Errungenschaften wie der Heißluftballon, waghalsige Turmbauten (wie der Eiffelturm) und nicht zuletzt das Flugzeug intensivierten
diese Erfahrung. Den Menschen erschlossen sich plötzlich neue Wahrnehmungshorizonte, die unter anderem im 19. Jahrhundert in der
impressionistischen und im frühen 20. Jahrhundert in der abstrakten Kunst ihren Widerschein fanden.
Theodor Pixis, Tausend Meter über München,
1890, München, Deutsches Museum
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Das Raue und der Glanz
Neues Museum – Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
21.11.2014 - 07.12.2014
Nürnberg verfügt über eine vielfältige und lebendige Kunsthandwerkerszene, die regelmäßig Einblick in ihr Schaffen gibt. Bereits zum fünften Mal zeigt das Forum für Angewandte Kunst Nürnberg e. V. im Lichthof des Neuen Museums ausgewählte Arbeiten von Teilnehmenden
und Gästen der Ateliertage, dieses Mal unter dem Titel "Das Raue und der Glanz". Präsentiert wird eine spannende Vielfalt an Schmuck,
Gerät, Gefäßen und Objekten, deren Materialien von Textil über Holz, Keramik und Glas bis hin zu Metall reichen. Die gezeigten Arbeiten
überzeugen durch Ästhetik der Form, souveränen Umgang mit dem Material und gekonnte Behandlung der Oberfläche. Ob verspielt oder
sachlich, ob sinnlich, funktional oder radikal: die individuellen Umsetzungen des Themas sind variantenreich und veranschaulichen das
breite Spektrum zwischen Rauem und Glänzendem. Die Eröffnung der Ausstellung ist zugleich Startschuss für die Ateliertage "EinBlickBiennale" 2014, die die Gestalter des Forums für Angewandte Kunst am Wochenende vor dem ersten Advent ebenfalls erneut ausrichten.
Nadja Soloviev, Halsschmuck, Brosche, 2013
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Nelken, Zimt und Kardamom: Das Geheimnis der Lebkuchengewürze
Botanischer Garten der Universität Erlangen-Nürnberg
21.11.2014 - 25.01.2015
Besonders in der vorweihnachtlichen Zeit verbreitet sich der aromatische Duft der Lebkuchengewürze in vielen Küchen und Backstuben.
Mit sich bringt er neben der Vorfreude auf die Lebkuchen, für die Nürnberg bekannt ist, auch einen Hauch geheimnisvolle Exotik.
Nelken aus Ostafrika, Zimt aus Sri Lanka, Kardamom aus Indien - die Herkunftsländer der Gewürze sind über die gesamte Welt verteilt.
Ähnlich vielseitig sind die Pflanzen, aus denen die Lebkuchengewürze gewonnen werden. Während es bei dem Gewürznelkenbaum
die getrockneten Blütenknospen sind, die ätherisches Öl enthalten, so werden für die Herstellung von Zimt die dünnen Rindenstücke
des Ceylon-Zimtbaums geschält und getrocknet. Wer mit Kardamom würzt, verwendet dabei die kurz vor der Reife geernteten Früchte
dieses Ingwergewächses. Der Botanische Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg lädt mit der diesjährigen
Winterausstellung dazu ein, die Pflanzen näher kennenlernen, die für den besonderen Geschmack der Lebkuchen verantwortlich sind.
In der Ausstellung "Nelken, Zimt und Kardamom: Das Geheimnis der Lebkuchengewürze" können Besucher neben Anbaugebieten
und Handel auch die historischen Transportrouten erkunden, die mit zu der Erfolgsgeschichte der Nürnberger Lebkuchen beigetragen
haben. Duftproben der verschiedenen Gewürze sind eine Herausforderung für die Nase und ihre appetitanregende Wirkung wird
von vielen unterschiedlichen Lebkuchenrezepten noch unterstrichen. Interessant ist ebenfalls, dass viele weihnachtlichen Gewürze,
wie beispielsweise Ingwer und Anis, gut gegen Verdauungsbeschwerden helfen und mit dafür verantwortlich sind, dass die süßen
Leckerbissen so bekömmlich sind.
zum Museum
Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
100 Jahre Keramik. Lehrer-Schüler-Beziehungen über vier Generationen:
Otto Lindig, Walburga Külz, Lee Babel und Heiner Bauer
Europäisches Museum für Modernes Glas. Zweigmuseum der Kunstsammlungen der Veste Coburg
21.11.2014 - 07.06.2015
Die Ausstellung zeigt ausgewählte Werke der vier Keramiker Otto Lindig (1895-1966), dem Lehrer von Walburga Külz (1921-2002) sowie
deren Schülerin Lee Babel (*1940) und deren Schüler Heiner Bauer (1973-2012). Zentrales Thema sind die Abhängigkeiten und Übernahmen,
aber auch die bewussten Abgrenzungen der Schüler von ihren Lehrern. Während der große Gestalter des Bauhauses Otto Lindig vor allem
mit seiner Gebrauchskeramik stilbildend war, wurden Walburga Külz und Lee Babel insbesondere durch figürliche und architektonische Objekte bekannt. Heiner Bauer vereint beides in seinem Schaffen: Schlichte Gefäße, die durch ihre Akzente setzende Bemalung hervortreten,
stehen neben bühnenartigen Kompositionen, die viele kleine Geschichten erzählen.
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Curd Lessig – Sonderpräsentation zum 90. Geburtstag
Museum im Kulturspeicher Würzburg
22.11.2014 - 16.01.2015
Curd Lessig ist in Würzburg unter anderem für seine Arbeiten im öffentlichen Raum bekannt, die das Leben der Stadt seit den 1950er
Jahren begleiten. Immer wieder war er aber auch mit Ausstellungen seiner Ölgemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken in seiner
Heimatstadt präsent und zeigte die Vielfalt seines Schaffens: von den frühen Architekturkompositionen in gedämpften Farben über seine
abstrakten Bilder bis hin zu den Porträts und Tierbildern. Vor allem in der Zeichnung und in der Druckgrafik zeigt sich Lessigs sicherer Strich
und seine künstlerische Energie. Am 22. November 2014 wird Curd Lessig 90 Jahre alt. Während Sonderausstellungen im Spitäle und
in der BBK-Galerie einen umfangreichen Einblick in sein Schaffen ermöglichen, präsentiert das Museum im Kulturspeicher zu Ehren des
Künstlers Arbeiten aus eigenem Bestand in einer Sonderpräsentation in der Städtischen Sammlung.
Curd Lessig, Bildnis Eva-Marie Lessig, 1951,
Museum im Kulturspeicher Würzburg
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Strizzis, Lackl'n, Goaßlschnalzer
Deutsches Hopfenmuseum, Wolnzach
22.11.2014 - 25.01.2015
Das Bild der Bayern – in keiner anderen Region kommt es so klischeehaft daher wie in Oberbayern. Einfältig, trunksüchtig und rauflustig – so
müssen die Dorfbewohner auf dem Land sein! Das zumindest dachte sich die städtische Bevölkerung, die es im ausgehenden 19. Jahrhundert in Oberbayern aufs Land zog. Schnell war die Rede von den „g’scheerten Lackl’n“ und von den „Strizzis“. Auf Karikaturen zogen
sie unter dem Motto „Schön san mer net, aber gesund“ durchs Dorf. Woher diese Bilder stammen, was von Fremden kommt und was
die Betroffenen selbst dazu beigetragen haben, damit beschäftigt sich diese Ausstellung. Aus den Vorlieben der Bayern wurden Bräuche,
Rituale, Traditionen. Tradition meint immer beides, Theater und Leben. Das Land Bayern ist Kulisse, ist Bühne, auch und vor allem für die
vielen Besucher aus nah und fern. Und die Leute, die hier wohnen, haben seit weit über 100 Jahren verinnerlicht, sich selbst zu inszenieren,
„eigenartig“ zu sein – es ist ihnen zur Natur geworden. Für sie ist das Vorführen und Ausleben ihrer Bräuche Herzensangelegenheit und
Ausdruck von Identität, Zugehörigkeit und Selbstverständnis. „So samma, und i bin oana davo.“ Man ist stolz darauf, sich im Besonderen von
allen andern unterscheiden zu können. Das Alltägliche wird zum Theater, das vorgibt, das Alltägliche zu zeigen. Auf Fremde wirkt das seit
jeher extrem exotisch.
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Euward – Europäischer Kunstpreis
Buchheim Museum der Phantasie, Bernried
22.11.2014 - 28.02.2015
Der Euward wurde im Jahr 2000 durch die Augustinum Stiftung in München initiiert, um zeitgenössischen Künstlern mit geistiger
Behinderung ein professionelles Forum zu bieten. Als Kunstpreis mit internationalem Anspruch hat er das Ziel, die Werke dieser Künstler in
ihren ästhetischen Qualitäten zu würdigen und ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der Euward ist die einzige Institution in Europa, die
international und kontinuierlich die so genannte Outsider Art fördert. Seit 2000 wurde er fünf Mal vergeben. Ort der Preisverleihung und der
begleitenden Ausstellung war bislang das Haus der Kunst in München. Nun soll der Euward erstmals im Buchheim Museum der Phantasie
stattfinden.
Buchheim Museum der Phantasie
(Außenansicht)
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Take It To The Louvre
Städtische Galerie Leerer Beutel, Regensburg
23.11.2014 - 01.03.2015
Phil Collins, Mark Knopfler, Alice Cooper und Zucchero – sie alle haben zu Stift und Papier gegriffen und sich selbst gezeichnet. Ab dem 23. November sind in der Städtischen Galerie im „Leeren Beutel“ über 150 Selbstporträts von namhaften Musikern zu sehen. Die weltweit einzigartige
Sammlung des Münchner Musikjournalisten Gunther Matejka wird erstmals in Bayern gezeigt. Können Musiker auch zeichnen? Diese Frage beantwortet die Ausstellung „Take It To The Louvre“ (basierend auf einer Widmung von Al Jarreau). Über 150 Stars aus Rock, Pop, Country und Jazz haben sich für den Münchner Musikjournalisten künstlerisch betätigt und ein Selbstporträt von sich angefertigt. In der weltweit exklusiven Sammlung
finden sich Zeichnungen von Größen wie: Phil Collins, J.J. Cale, Alice Cooper, Fleetwood Mac, Ronan Keating, Sir Cliff Richard, Zucchero, Smudo
und Mark Knopfler. Die spontan entstandenen Zeichnungen sagen viel über das Selbstverständnis der Musiker aus. Schon alleine die Größe der
Zeichnung lässt Rückschritte auf das Ego der Musikstars zu. „Cliff Richard hat weltweit die meisten Singles verkauft. Dennoch hat er sich so klein
wie eine Briefmarke ins linke Eck gezeichnet“, sagt Matejka, „für andere, weit weniger erfolgreiche Musiker hat dagegen das A4-Format kaum gereicht.“ Ob so oder so – der Bitte nach dem Selbstporträt kamen alle Musiker gerne nach. „Für viele war es eine willkommene Abwechslung vom
Promotion-Alltag. So mancher hat sich richtig Mühe gemacht.“Matejkas Sammlung entstand größtenteils zwischen 1993 und 2003 und umfasst
etwa 250 Zeichnungen. Die besten 150 werden in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel gezeigt. Neben dem musikalischen Stellenwert der
Zeichner waren auch die zeichnerische Qualität sowie die Originalität der Selbstpräsentationen Auswahlkriterien für die Ausstellung.
Selbstporträt © Mark Knopfler
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Fabelhafte Wesen
Federfiguren von Barbara Lenz
Mainfränkisches Museum, Würzburg
26.11.2014 - 01.03.2015
Vor allem aus den Federn verschiedenster Vogelarten kreiert die in Würzburg lebende Künstlerin Barbara Lenz (*1965) ihre "Fabelhaften
Wesen". Auch Naturmaterialien wie Blätter, Disteln, Muscheln oder aber Perlen, Strasssteine und Watte verzieren die Kunstobjekte, die
meist Tierwesen in Menschengestalt darstellen. Viele sind mit einer Spieluhr versehen, manche bewegen sich aufgrund einer im Körper
eingebauten Mechanik zur Musik. Andere sind mit Rauchgeneratoren ausgestattet oder mit einem Mechanismus, der ihnen erlaubt
zierliche Seifenblasen zu pusten. So entsteht eine schillernde Welt zwischen Kunst und Natur, zwischen Mensch und Tier, die Jung und Alt
gleichermaßen in den Bann zieht. Es darf geträumt werden! Fantasie kennt keine Grenzen.
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Bayernweit
Neue Ausstellungen im November 2014
"Weihnachten sind wir wieder zu Hause"
Pfalzmuseum Forchheim
29.11.2014 - 06.01.2015
Weihnachten in den Jahren des Krieges – wie erlebten die Menschen diese schwere Zeit vor 100 Jahren? Dieser Frage geht die Sonderausstellung nach. 1914: Weihnachtsfest und Jahreswechsel stehen unter dem Eindruck der Ereignisse: Bis Weihnachten, so hatte Kaiser
Wilhelm II. vier Monate zuvor versprochen, würden die deutschen Soldaten wieder daheim sein. Nun allerdings war daraus nichts geworden.
Am Heiligen Abend 1914 herrscht für ein paar Stunden in den Schützengräben "Weihnachtsfriede": Deutsche, britische und französische
Soldaten singen Weihnachtslieder, die Waffen schweigen. Zu Hause müssen die Familien ohne Vater, Bruder, Onkel dieses und auch die
nächsten Weihnachtsfeste verbringen. Die Feldpostkarten von der Front sind das einzige Lebenszeichen. Die Kriegsbegeisterung lässt mit
den Jahren spürbar nach und Entbehrungen bestimmen immer mehr den Alltag und auch die Weihnachtszeit. Die Ausstellung zeigt einzigartige Objekte aus der bedeutenden Privatsammlung von Arno und Tobias Damberger aus Ebnath: Weihnachtsschmuck der Kaiserzeit, Liebesgaben, die mit der Feldpost verschickt wurden, Briefe von der Front und patriotisches Spielzeug.
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Eisenbahnausstellung mit Jim Knopf
Pfalzmuseum Forchheim
29.11.2014 - 06.01.2015
Um Spielzeug von heute geht es in der liebevoll gestalteten Eisenbahnausstellung: Die große Lehmann-Gartenbahn fährt im Erdgeschoss der
Kaiserpfalz auf einer Anlage mit ca. 60 Quadratmetern Größe. Gebäude, Figuren und viele Züge laden zum Staunen ein. Unter anderem gibt
es eine Berglandschaft mit einer LGB-Zahnradbahn und eine funktionsfähige Fähre im Hafen. Der Flughafen überragt die gesamte Anlage mit
seinen Flugzeugen, Start- und Landebahn. Jede Stunde ist ein Start und eine Landung zu sehen. Zusätzliche Aktionsknöpfe zur Inbetriebsetzung des Rummelplatzes und der S1-Bahn laden zum Spielen ein. Analog fährt die Fleischmannbahn auf der über fünf Meter langen H0-Anlage.
Selber "fahren" mit Sonderzügen dürfen Groß und Klein auf der Märklin H0-Spielanlage. In diesem Jahr begleiten "Jim Knopf und Lukas der
Lokomotivführer" die Schau in der Spur "G" und "H0". Kinder können die Figuren aus der "Augsburger Puppenkiste" in "Spur G" suchen und erhalten dann eine Kleinigkeit zur Belohnung. Ausgestellt sind die Originalmarionetten von "Jim Knopf" und "Lukas der Lokomotivführer" mit ihrer Lok
"Emma". Kleineren Kindern stehen in der Spielecke ein kleiner Bauernhof und Reiterhof und eine Holzeisenbahn zum Spielen zur Verfügung.
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Bayernweit
Neue Ausstellungen im November 2014
Oh, seht in der Krippe ...
Deutsches Korbmuseum, Michelau
29.11.2014 - 11.01.2015
In einer Sonderausstellung zeigt das Deutsche Korbmuseum über 100 Exponate des weit über Michelau in Oberfranken hinaus bekannten
Krippenbauers Florian Hofmann. Die Krippen versetzen biblische Szenen an die unterschiedlichsten Orte. Mit viel Liebe zum Detail
schmückt sie der Neuenseer Krippenbauer aus.
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Krippenausstellung
Historisches Museum, Regensburg
29.11.2014 - 11.01.2015
Der Krippenverein Regensburg lädt, wie alle fünf Jahre, zu einer großen Krippenausstellung im Historischen Museum der Stadt Regensburg ein.
Der 1922 gegründete Verein zeichnet sich durch facettenreiche Krippendarstellungen aus, die sowohl heimatliche als auch orientalische Bauweisen
abdecken. Großer Beliebtheit erfreuen sich seit jeher die "Regensburg Stadtmotive", die den Figuren Unterkunft in einem Regensburger Szenarium
bieten. Die Motive beschränken sich nicht nur auf klassische Geburtsdarstellungen, sie decken neben dem weihnachtlichen Festkreis auch Themen
aus dem Alten und Neuen Testament ab. Neben "traditionellen" Hauskrippen werden jedoch auch moderne Darstellungen zu sehen sein, die im
Gegensatz zu den klassischen Krippen nicht nur das Gemüt ansprechen, sondern den Betrachter durch Abstraktion und Aktualität zum Nachdenken
anregen wollen.
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
66. Große Schwäbische Kunstausstellung
Schaezlerpalais – Deutsche Barockgalerie, Augsburg
29.11.2014 - 18.01.2015
Traditionell zeigten die Künstler des BBK Augsburg (Berufsverband Bildender Künstler in Schwaben) ihre Werke zum Jahresende in der
Toskanischen Säulenhalle im Zeughaus. Doch weil diese momentan für die Interimspräsentation des Römischen Museums hergerichtet wird,
findet die Große Schwäbische 2014 nun zum zweiten Mal im ehrwürdigen Schaezlerpalais in der Maximilianstraße statt. Zudem steht erstmals
auch ein Teil des H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast zur Verfügung. Gemeinsam veranstalten die Berufsverbände Bildender
Künstler Schwaben-Süd sowie Schwaben-Nord und Augsburg die Ausstellung. Eine Jury stellt die Präsentation zusammen, die einen Überblick
über die Schwäbische Kunstproduktion der vergangenen zwei Jahre gibt.
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Von höchster Delikatesse. Radierkunst von Max Beckmann bis Anders Zorn
Museum Moderner Kunst – Wörlen-Passau
29.11.2014 - 25.01.2015
Die älteste druckgrafische Technik verlor ihre Reproduktionsfunktion Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der Lithografie. Seit dieser Zeit widmeten sich die bildenden Künstler zunehmend den unterschiedlichen Möglichkeiten, die diese Tiefdrucktechnik bietet. Gegenständlich oder abstrakt, realistisch oder phantastisch, monochrom oder farbig – das gratige, feine Lineament, das die Radierung gestattet,
macht diese Technik zu einer bis heute von den Künstlern geschätzten Drucktechnik.
Emil Orlik, Straße in Tunis, um 1912, © MMK
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Kleine Welten. Spielzeug in alten Zeiten
Maximilianmuseum, Augsburg
29.11.2014 - 01.02.2015
Auch dieses Jahr präsentiert das Maximilianmuseum zur Advents- und Weihnachtszeit altes Spielzeug. Was Kinder einst erfreute, kann im
"Schauraum" im 2. Stock bestaunt werden: Puppen in prächtigen Kleidern, zierliches Geschirr aus Kupfer, Zinn und Messing oder fein möblierte Stuben. Im Mittelpunkt stehen dieses Jahr Familien- und Gesellschaftsspiele.
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Rund ums Stillen. Ausstellung zum Ingolstädter Krippenweg 2014
Deutsches Medizinhistorisches Museum, Ingolstadt
30.11.2014 - 06.01.2015
Im Zentrum der kleinen Ausstellung zum Ingolstädter Krippenweg steht das Motiv der "Maria lactans", der milchnährenden Muttergottes.
Das Thema "Stillen" wird in der Ausstellung historisch beleuchtet und auf andere Formen der Säuglingsernährung ausgeweitet. Ausgesuchte Objekte aus der Sammlung des Museums führen den großen Einfallsreichtum vor Augen, der dabei entfaltet wurde.
Wärmflasche mit Säuglingsfläschchen
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
Göttliches Kind
Jesuskinder als Seelentröster und Wallfahrtsziel
Schwäbisches Volkskundemuseum Oberschönenfeld
30.11.2014 - 01.02.2015
Die Ausstellung zeigt die intensive Verehrung des Christkindes anhand zahlreicher Fatschenkinder, Andachtsbilder, seriell in Heimarbeit
hergestellter kleiner Kastenbilder, Kindlein aus Wachs und vielem mehr. Im Mittelpunkt stehen zahlreiche kostbar eingekleidete Jesuskindfiguren, die bis heute in vielen bayerischen Frauenklöstern erhalten sind. Die jungen Novizinnen bekamen beim Eintritt ins Kloster diese
"Seelentrösterlein", die sie im "Gebet mit den Händen" mit Kleidern und Accessoires ausstatteten und innig liebten.
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wohlig wollig
Heimatmuseum Oettingen
30.11.2014 - 01.02.2015
Schafschwemme, ca. 1910
Bei "wohlig wollig" dreht sich alles ums Schaf. Der Bogen spannt sich von den Schäflein der Weihnachtskrippe bis zur Geschichte der
Schafhaltung in der Region und den einzelnen Schritten der Wollverarbeitung. Jede Menge Möglichkeiten sind geboten, selbst aktiv zu
werden. Ob Spinnen, Wickeln, Weben – Ausprobieren ist möglich und erwünscht! Ein wolliger Aktivschrank lädt zum Entdecken zahlreicher
Handarbeitstechniken ein. Material und Werkzeug liegen bereit, jeder kann sein eigenes Woll-Lämmchen mit nach Hause nehmen. Von
Schafen und Lämmern: Sie tummeln sich auf der Weide, in der Weihnachtskrippe, auf religiösen Bildern, in Sprichwörtern und im Brauchtum: Der Hammeltanz gehört zur Oettinger Kirchweih, das Lämmchen zum Osterfest. Das schwarze Schaf ist so bekannt wie das Zählen
der Schäfchen üblich. Schafe waren bis ins letzte Jahrhundert überall zu sehen. Um 1840 soll es in Oettingen rund 1000 Schafe gegeben
haben! Und mit "fettem Hammelfleisch" warben die Metzger sogar in der örtlichen Zeitung. Kein Wunder, dass der Gewinn eines Hammels
beim Hammeltanz den jungen Leuten ein sicheres und geselliges Festessen garantierte. Heute sichern Mittel für Naturschutz und Landespflege die Existenz von Berufsschäfern: In Hainsfarth betreut die junge Schäferin Stefanie Regel eine Herde mit rund 500 Tieren. Von Wolle
und Faden: Zupfen, Kardieren, Spinnen und Haspeln: Das Verarbeiten der geschorenen Wolle war bis ins 20. Jahrhundert hinein den meisten Frauen in ländlichen Gegenden wohl vertraut. Die benötigten Gerätschaften, Spinnräder, Spulräder, und Haspeln gab es in fast jedem
Haushalt. Ausgestellt sind die fein gedrechselten historischen Gerätschaften – und es kann gesponnen, gewickelt und gewebt werden!
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Neue Ausstellungen im November 2014
Bayernweit
„Armin Reumann: Bilder vom Krieg, 1914–1918“
Martin von Wagner-Museum der Universität Würzburg
bis 15.02.2015
Armin Reumann
In den Jahren unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg war der aus Thüringen stammende Armin Reumann (1889–1952) ein aufgehender
Stern der jungen Münchener Kunst. Anfang 1915 eingezogen, verbrachte er dreieinhalb Jahre an wechselnden Fronten, zunächst an der
Ostfront (Russland, Polen, Serbien, Mazedonien), von Mitte 1916 bis Ende 1918 dann an der französischen Westfront. Für sich selbst schuf
Reumann an diesen Orten Hunderte von Werken, die zum allergrößten Teil noch nie öffentlich zu sehen waren und jetzt zum Gegenstand
einer umfangreichen Ausstellung werden. In seinen Gemälden und Ölskizzen, Aquarellen, Gouachen und Zeichnungen wird der Erste Weltkrieg so umfassend geschildert wie kaum irgendwo sonst; rund 250 Werke werden in der Ausstellung gezeigt. Neben das Schlachtgeschehen treten Aspekte wie Verwundung, Tod und Trauer, Flucht und Gefangenschaft, Nachschub und Transport, das Verhältnis von Soldaten
und Frauen, die Sehnsucht nach Frieden, auch das malerische Interesse am Fremden – und immer wieder das zermürbende Warten im
Quartier. Zugleich tritt eine künstlerische Qualität hervor, die das Dokumentarische mit einem unverkennbar modernen Willen zur Gestaltung verbindet. In den Gemälden der Jahre 1912–1914, von denen eine Auswahl den Anfang der Ausstellung bildet, liefert der Impressionismus die formale Mittel, um dem mondänen Großstadtleben zu begegnen. In seinen Kriegsbildern hingegen läßt sich Reumanns Stil nicht
mehr so einfach bestimmten Stilkategorien zuordnen. In ihnen manifestiert sich eine Ausdrucksvielfalt, die von nüchterner Dokumentation
über hochexpressive Dynamik bis hin zu einem humoristischen Idiom reicht, das karikatureske Züge trägt.
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250 Jahre Archiv in der Residenz. Ein Haus der Geschichte im Weltkulturerbe. 1764–2014
Staatsarchiv Würzburg
bis 28.11.2014
Im Jahr 1764 zog das fürstbischöfliche Archiv, untergebracht im Schoderturm der Festung Marienberg, in das neue Residenzschloss in der
Stadt ein. Räumlichkeiten für ein Archiv waren eingeplant . Am 1. Mai 1764 beschleunigte überraschend ein heftiges Unwetter die Dinge:
Der Bergfried der Burg war durch Blitzschlag in Brand geraten, was die sofortige Bergung der gefährdeten Archivalien und die Verbringung
an einen sicheren Ort notwendig machte. Seine endgültige Unterbringung fand das Archiv schließlich im Rundsaal des Mezzaningeschosses im Nordflügel der Residenz, der wegen seiner Ausrichtung nach Norden und den dadurch bedingten klimatischen Gegebenheiten als
besonders geeignet erschien. Von dort breitete sich das Archiv, das durch Säkularisation und Mediatisierung reichen Zuwachs erfuhr, auf
den Nordflügel der Residenz aus. Nach der Zerstörung nahezu sämtlicher Räumlichkeiten und der Vernichtung des zum Teil noch nicht in
Bergungslager verbrachten Archivguts am 16. März 1945 folgte ein langwieriger Wiederaufbau in der Nachkriegszeit.
Heute nimmt das für den Regierungsbezirk Unterfranken zuständige Staatsarchiv Würzburg 65 Räume im Nordflügel der Residenz ein. Im
Jahre 1975 kam eine Außenstelle auf der Festung Marienberg hinzu. Der Gesamtumfang der Bestände beläuft sich gegenwärtig auf knapp
24 laufende Kilometer.
zum Museum
Meldungen aus den Museen im November 2014
Museum vorgestellt
kelten römer museum manching
Paläontologisches Museum München
Fossil des Monats November:
Geweih eines Ur-Hirsches
Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt
Objekt des Monats November:
Gelaufenes Feldpostpäckchen
(Deutsches Reich, 1914–1918)
Kunstmuseum Bayreuth
Kunstwerk des Monats November:
Trens, 1992
Museum vorgestellt
Stadtmuseum Kaufbeuren
Bayerisches Nationalmuseum
Kunstwerk des Monats November:
Die "Sammlung Hermann Göring" im Bayerischen
Nationalmuseum
Eröffnung der neuen Dauerausstellung im
Germanischen Nationalmuseum
Chris Fitzpatrick wird neuer Direktor des
Kunstvereins München
Museum vorgestellt
kelten römer museum manching
Ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung
kelten römer museum manching
Im Erlet 2
85077 Manching
Tel.: 0 84 59 / 32 37 30
www.museum-manching.de
Öffnungszeiten:
Februar bis Oktober:
Dienstag – Freitag
9.30 – 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30 – 17.30 Uhr
November bis Januar:
Dienstag – Freitag
9.30 – 15.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30-16.30 Uhr
Montags geschlossen
Verkehrsanbindung:
Bundesautobahn A9 Ausfahrt Manching,
danach der Beschilderung folgen.
Über einen langen Steg begibt sich der Besucher in die Zeit vor über 2000 Jahren und
gelangt auf eine große Terrasse. Von hier hat man einen schönen Blick über den nahen
Auenwald, der das Freigelände des Museums umgibt. Die „Baustellen“ eines keltischen
Wohnhauses und des Keltenwalls sowie ein keltischer Schöpfbrunnen und der Fluss Paar
laden zu einem Spaziergang durch den Museumspark ein.
Das im Juni 2006 eröffnete Museum beherbergt Funde aus der Keltenstadt Manching und
dem Römerkastell im fünf Kilometer entfernten Oberstimm. Initialzündung für die Errichtung waren die 1986 in Oberstimm gefundenen römischen Patrouillenboote.
Endlich werden die bedeutende keltische Siedlung von Manching und das an der Donau
gelegene Grenzlager Oberstimm in einem Gebäude zusammen gezeigt. Waren die Funde
bisher in der Archäologischen Staatssammlung in München ausgestellt oder im Depot
aufbewahrt, wurden sie nun an ihrem Fundort dem Publikum zugänglich gemacht.
Der moderne Museumsbau des Architekturbüros Fischer, München, schafft durch seine
Raumgestaltung eine angenehme Atmosphäre und erlaubt durch die großen Fensterfronten einen Blick nach draußen in das großzügig angelegte Freigelände.
Besonders beeindruckend ist die zehn Meter hohe Halle, in der die römischen Boote einen
neuen Liegeplatz gefunden haben.
Abbildung oben:
Keltische Achsnägel
Foto: Manfred Eberlein, Archäologische
Staatssammlung München
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Wolfgang David
Römische Schiffswracks von Oberstimm im kelten römer museum
manching
Foto: Wolfgang David
Nähere Informationen zur Ausstellung
Museum vorgestellt
kelten römer museum manching
Ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung
kelten römer museum manching
Im Erlet 2
85077 Manching
Tel.: 0 84 59 / 32 37 30
www.museum-manching.de
Öffnungszeiten:
Februar bis Oktober:
Dienstag – Freitag
9.30 – 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30 – 17.30 Uhr
November bis Januar:
Dienstag – Freitag
9.30 – 15.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30-16.30 Uhr
Montags geschlossen
Verkehrsanbindung:
Bundesautobahn A9 Ausfahrt Manching,
danach der Beschilderung folgen.
Abbildung oben:
Modell der Keltenstadt von Manching
um 130 v. Chr.
Foto: Wolfgang David
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Wolfgang David
Die Zeitreise führt die Museumsbesucher mehr als 2000 Jahre zurück in das florierende Leben der Keltenstadt Manching. Der erste Raum der Dauerausstellung beherbergt
herausragende Stücke wie das einmalige Kultbäumchen und den Hortfund von 483
Goldmünzen. Durch den Nachbau eines keltischen Hauses sowie Modelle der Keltenstadt
und der Wallanlage wird den Besuchern die Wohn- und Lebenssituation nähergebracht.
Neben Grabbeigaben werden auch Funde aus Werkstätten und dem Bereich des Handels
präsentiert.
Über einen Holzsteg gelangt man in den zweiten Teil der Dauerausstellung: die Römerabteilung. Dort werden das Römerkastell Oberstimm sowie die beiden herausragenden
römischen Militärboote, von denen es bisher nur ein weiteres bekanntes Beispiel an der
unteren Donau in Serbien gibt, gezeigt. Sie wurden nach mediterraner Bauart gefertigt und
kamen über die Donau den weiten Weg bis nach Oberstimm, wo sie als Patrouillenboote
am sogenannten „nassen Limes“ eingesetzt wurden.
In einem Medienraum im Zwischenbereich der beiden Ausstellungsteile wird ein Film zur
Keltenstadt Manching gezeigt.
Mit Hilfe eines speziellen Flyers können die archäologischen Fundstellen in und um Manching besichtigt werden. So sind sowohl das Ost- als auch das Südtor des Keltenwalls und
Teile der keltischen Stadtmauer erhalten.
Internationale Sonderausstellungen bereichern regelmäßig das Angebot des kelten römer
museums. Bisher gastierten zum Beispiel keltische Frauen aus Frankreich, mongolische
Steppenkrieger oder makedonische Prinzen in Manching.
Zu den Angeboten für Besucher
Goldschatz
Foto: Maria Meßner
Museum vorgestellt
kelten römer museum manching
Ein Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung
Im Museum was erleben!
kelten römer museum manching
Im Erlet 2
85077 Manching
Tel.: 0 84 59 / 32 37 30
www.museum-manching.de
Öffnungszeiten:
Februar bis Oktober:
Dienstag – Freitag
9.30 – 16.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30 – 17.30 Uhr
November bis Januar:
Dienstag – Freitag
9.30 – 15.30 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage
10.30-16.30 Uhr
Montags geschlossen
Verkehrsanbindung:
Bundesautobahn A9 Ausfahrt Manching,
danach der Beschilderung folgen.
Abbildung oben:
Eine fertige römische Medaille aus
Kupferblech
Foto: kelten römer museum manching
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Wolfgang David
Wie schwer ist der Schild eines keltischen Kriegers? Wie sitzt man in einem römischen
Patrouillenboot, und wie riecht Fischsauce? Derartige Fragen werden im kelten römer
museum im Rahmen von speziell konzipierten Führungen für Vorschulgruppen bis hin zu
Gymnasial- und Berufsschulklassen sowie Erwachsenengruppen beantwortet. Das Angebot ist breit gefächert: Es umfasst an den Lehrplan angepasste Kelten- oder Römerführungen, Exkursionen zu archäologischen Fundstellen oder Kulinarikführungen für Erwachsene.
Auch die praktische Arbeit ist im kelten römer museum bei der Vermittlung von großer
Bedeutung. So entstanden zahlreiche Werkstattprogramme für verschiedene Altersstufen
und Themenbereichen, die neben den Führungen durch die Dauerausstellung und Sonderausstellungen angeboten werden. Schulklassen oder Teilnehmer eines Kindergeburtstages im Museum können römische Gefäße töpfern, eine römische Medaille fertigen, für
das römische Trigon-Spiel Bälle filzen, ein Millefiori-Glas gestalten und vieles mehr. Bei der
Erarbeitung von Angeboten in der Museumswerkstatt wurde mit der Hilfe einer teilabgeordneten Lehrkraft des Museumspädagogischen Zentrums darauf geachtet, die Arbeitsschritte dem Alter und der Motorik der Schüler anzupassen. Natürlich sollte das, was in
der Werkstatt von den Schülern angefertigt wird, auch während der Führung im Original
im Museum wiederzufinden sein.
Mit Projekten wie der Archäologischen Schülerakademie oder der Archäologischen Juniorund Jugendwerkstatt – einmal im Monat freitags – spricht das kelten römer museum
manching Kinder und Jugendliche an, die an Archäologie besonders interessiert sind und
sie vielleicht irgendwann sogar zu ihrem Beruf machen wollen.
Aktuelle Termine und das detaillierte Angebot finden Sie auf www.museum-manching.de.
Anmeldungen und Anfragen an das Pädagogikteam unter
museumswerkstatt@museum-manching.de oder Tel. 0 84 59 / 3 23 73-14.
Führung durch die Römerabteilung
Foto: Gerhard Nixdorf
Museum vorgestellt
Stadtmuseum Kaufbeuren
Stadtmuseum Kaufbeuren
Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren
Tel.: 0 83 41/ 9 66 83 90
http://www.stadtmuseum-kaufbeuren.de/
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 - 17.00 Uhr
Abbildung oben:
Blick in die Abteilung
"Die schönen Dinge des Lebens"
Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Nach über zehnjähriger Schließung präsentiert sich das Stadtmuseum Kaufbeuren, das
zu den traditionsreichsten Museen in Bayerisch-Schwaben zählt, in neuem Gewand.
Auf Besucherinnen und Besucher warten eine 850 m² große Dauerausstellung über die
Geschichte der Stadt Kaufbeuren und ihrer Umgebung sowie einzigartige Spezialsammlungen wie die protestantischen Hinterglasbilder und eine umfangreiche Kruzifixsammlung.
Mit Hörstationen, Audioguides, Mitmachstationen für Groß und Klein, Medienstationen
und Filmsequenzen können Besucher sich auf vielfältige Weise der Sammlung annähern.
In zwei Sonderausstellungen pro Jahr präsentiert das Stadtmuseum zudem unterschiedlichste Themen: So reicht das breit gefächerte Programm von der Mitmach-Ausstellung für
Kinder und Familien über historische Druckgrafik bis hin zur weihnachtlichen Ausstellung
zur Kulturgeschichte des Adventskalenders (zur aktuellen Sonderausstellung bitte hier
klicken). Für die gelungene Neukonzeption hat das Stadtmuseum Kaufbeuren den Bayerischen Museumspreis erhalten.
Das Stadtmuseum Kaufbeuren ist seit einer Ausstellung im Jahr 1901 in einem denkmalgeschützten ehemaligen Patrizierhaus aus dem Jahr 1746 mitten in der historischen
Altstadt untergebracht. Im Zuge der Modernisierung erhielt das Museum einen modernen
Erweiterungsbau, in dem neben einem Kassenbereich mit Museumsshop, zusätzliche
Ausstellungsflächen für Dauer- und Wechselausstellungen, ein Museumspädagogikraum
sowie sanitäre Anlagen untergebracht sind. Der Neubau und das historische Gebäude
umschließen einen ruhigen Museumshof, der für die Museumspädagogik sowie Veranstaltungen genutzt wird. Ein Aufzug ermöglicht den barrierefreien Zugang zu den einzelnen
Abteilungen.
Nähere Informationen zur Ausstellung
Romanischer Kruzifixus
Süddeutschland, um 1220
Stadtmuseum Kaufbeuren, Inv.-Nr. 3076
Foto: Kerstin Wittenburg/ Stadtmuseum Kaufbeuren
Museum vorgestellt
Stadtmuseum Kaufbeuren
Stadtmuseum Kaufbeuren
Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren
Tel.: 0 83 41/ 9 66 83 90
http://www.stadtmuseum-kaufbeuren.de/
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 - 17.00 Uhr
Abbildung oben:
Zum Thema Literatur: Ludwig Ganghofer
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Das Stadtmuseum Kaufbeuren präsentiert unterschiedliche Bestände aus den Bereichen
Stadtgeschichte, Volkskunde, Kunst und Literatur.
In der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte können Besucher die Entwicklung Kaufbeurens von der oberschwäbischen Reichsstadt bis zur bayerischen Kleinstadt in der Zeit der
Industrialisierung verfolgen. Auch die typischen Seiten Kaufbeurens, seine Bedeutung als
Zentrum der Textilherstellung und seine seit der Reformation ausgeprägte Konfessionskultur, werden beleuchtet.
Zu den herausragenden Sammlungen des Stadtmuseums gehört die Kruzifixsammlung
mit rund 300 Kreuzen. Sie ist in ihrer Epochen- und Formenvielfalt eine der bedeutendsten
und umfangreichsten ihrer Art in Süddeutschland.
Mit der 1901 präsentierten Ausstellung „Volkskunst im Allgäu“ hat das Stadtmuseum
bayerische Museumsgeschichte geschrieben. Besucher erfahren in der neu gestalteten
Ausstellung mehr über die Hintergründe und die Macher dieser besonderen Ausstellung.
Eine weitere Besonderheit der Sammlung sind die protestantischen Hinterglasbilder. In der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand in Kaufbeuren ein Produktionszentrum für
diese außergewöhnlichen Bilder mit ihrer typisch protestantischen Bildsprache. Die Frage,
warum gerade der preußische König Friedrich der Große in Kaufbeuren porträtiert wurde,
wird in dieser Abteilung beantwortet.
Auch den aus Kaufbeuren stammenden Schriftstellern, die mit ihrem Schaffen einen
festen Platz in der Literaturgeschichte einnehmen, ist ein Stockwerk gewidmet. Die
Museumsbesucher sind eingeladen, sich näher mit Hans Magnus Enzensberger, Ludwig
Ganghofer, Sophie La Roche und Christian Jakob Wagenseil zu beschäftigen und Neues
über sie zu entdecken.
Zu den Angeboten für Besucher
Eulenpokal, 1543
Stadtmuseum Kaufbeuren, Inv.-Nr. 1352
Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Museum vorgestellt
Stadtmuseum Kaufbeuren
Angebote für Besucher
Stadtmuseum Kaufbeuren
Kaisergäßchen 12-14
87600 Kaufbeuren
Tel.: 0 83 41/ 9 66 83 90
http://www.stadtmuseum-kaufbeuren.de/
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 - 17.00 Uhr
Abbildung oben:
In der Ausstellung zur Stadtgeschichte
Kaufbeurens gibt es viel zu entdecken.
Abbildung unten:
Museumsgebäude
Foto: Stadtmuseum Kaufbeuren
Das Stadtmuseum möchte Besucher jeden Alters begeistern und möglichst vielen und
unterschiedlichen Zielgruppen gerecht werden. So finden sich von der interaktiven Familienführung bis zum Kunst- und Geschichtsplausch für Senioren verschiedenste Angebote
im Vermittlungsprogramm.
Für den abwechslungsreichen Museumsbesuch bietet das Stadtmuseum Kaufbeuren an:
- Medien- und Filmstationen
- Kinderpfad für Familien
- Mitmach-Stationen für Groß & Klein
- Kostenloser Audioguide
- Taststationen für Blinde und Sehbehinderte
- Museumspädagogische Angebote für Erwachsene, Familien und Kinder
- Führungen auf Englisch, Italienisch und Russisch.
Für Kindergärten und Vorschulgruppen sowie für Schulklassen hält das Stadtmuseum
Kaufbeuren ein umfangreiches Führungsprogramm bereit. Während die Kleinsten mit
dem Museumsbewohner Helmut Holzwurm verschiedene Museumsobjekte kennenlernen (Kontakt: annelie.gräser@kaufbeuren.de), können sich Grundschulkinder mit Essen in
der Vergangenheit bzw. dem Leben in der mittelalterlichen Reichsstadt vertraut machen.
Außerdem haben Schulklassen der 1. bis 6. Jahrgangsstufe die Möglichkeit, mit Lisa eine
Zeitreise durch das Museum zu machen (Kontakt: stadtmuseum@kaufbeuren.de).
Nähere Informationen zu den Programmen für Schulen und Kinder finden Sie hier.
Bei einer museumspädagogischen Aktion
Chris Fitzpatrick wird neuer Direktor des Kunstvereins München
Der Kunstverein München freut sich sehr, die Ernennung seines neuen Direktors bekannt
zu geben. Aus einer Vielzahl hochkarätiger Bewerbungen hat sich der Vorstand nach
intensiven Diskussionen für den amerikanischen Kurator Chris Fitzpatrick entschieden. Als
Nachfolger von Bart van der Heide wird er den Posten des Direktors am 1. Januar 2015
antreten.
In den vergangenen fünf Jahren wurde der Kunstverein München sehr erfolgreich von
Bart van der Heide geleitet. Durch seine Arbeit und sein Engagement hat er entscheidend
dazu beigetragen, die Position des Kunstvereins in inhaltlicher wie struktureller Hinsicht zu
stärken. Sein besonderes Augenmerk richtete Bart van der Heide dabei auf die internatio­
nale und interdisziplinäre Ausrichtung des Programms. Das zeigten Einzelausstellungen
– unter anderem von Simon Denny, Cathy Wilkes, Tobias Madison, Keren Cytter, Richard
Tuttle und unlängst Ger van Elk – sowie Gruppenausstellungen wie La Voix Humaine,
Group Affinity und The Imaginary Museum, die durch ihre kunsthistorische Relevanz auch
international Aufmerksamkeit erregten. Zum Abschluss seines Programms wird Bart van
der Heide die Einzelausstellung des walisischen Künstlers James Richards kuratieren, die
im Januar 2015 eröffnet wird.
Chris Fitzpatrick (geb. 1978 in New York) ist seit 2012 als Direktor von Objektif Exhibitions
tätig, einer gemeinnützigen Institution für zeitgenössische Kunst in Antwerpen. Nach
seinem Master-Abschluss am California College of the Arts 2009 machte Chris Fitzpatrick
schon bald durch unkonventionelle Ausstellungsformate auf sich aufmerksam, etwa indem
er deren zeitlichen Aspekt neu bewertete. Sein kuratorischer Ansatz ist stark an der jeweiligen künstlerischen Position orientiert.
Das neue Programm des Kunstvereins München unter der Leitung von Chris Fitzpatrick
startet im April 2015.
Paläontologisches Museum München
Fossil des Monats November:
Geweih eines Ur-Hirsches
Paläontologisches Museum München
Richard-Wagner-Straße 10
80333 München
www.palmuc.de
Öffnungszeiten:
Montag – Donnerstag
8.00 – 16.00 Uhr
Freitag
8.00 – 14.00 Uhr
Erster Sonntag im Monat
10.00 – 16.00 Uhr
Verkehrsanbindung:
U 2 / 8: Königsplatz
U1: StiglNovembererplatz
Bus 100 (Museenlinie): Lenbachhaus
Geweihe sind einzigartige Organe und der unverkennbare Kopfschmuck der männlichen
Hirsche, zu welchen im wissenschaftlichen Sinne alles vom asiatischen Muntjak über Rehund Damwild bis hin zu den südamerikanischen Zwerghirschen zählt. Nicht nur die in der
Regel stark verzweigte Struktur, sondern auch der Lebenszyklus, bestehend aus Abwurf
und Neubildung, machen Geweihe so bemerkenswert. Das Geweih ist ein Knochen,
der aus einem Sockel auf dem Stirnknochen wächst und während des Wachstums von
einer samtartigen Haut umhüllt ist, welche danach abgestoßen wird. Das Geweih dient
dann sowohl als Waffe als auch als Schauorgan im innerartlichen Verhalten. Die Evolution
der Hirsche und ihrer Geweihe ist mit vielen Fossilen gut belegt. Das Fossil des Monats
November ist eine Kostbarkeit unter den fossilen Geweihen: mit 19 Millionen Jahren ist
es eines der ältesten Beispiele, die man weltweit kennt. Es stammt aus einer frühen Entwicklungslinie der Hirsche und verdeutlicht die Einfachheit dieser Geweihe im Vergleich
zu den heutigen, teilweise hoch komplexen Strukturen. Neben der geringen Größe zeigt
es eine nur einfach gegabelte Spitze und sitzt auf einem sehr hohen, schlanken Sockel,
welcher dem Stirnbein entspringt. Er saß allerdings nicht wie bei den heutigen Hirschen
hinter der Augenhöhle, sondern an deren äußerstem Rand und ragte senkrecht in die
Höhe. Geweihabwurf fand damals schon statt, wohl aber eher selten. Der Procervulus
(lat.: Urhirschlein) lebte in einer Zeit mit wenig ausgeprägten Jahreszeiten und deutlich höheren Temperaturen als heute. Damit ist sicher, dass der Geweihzyklus zwar noch keinem
ausgeprägten Rhythmus folgte, aber dessen fundamentaler Mechanismus schon damals
existierte. Im Lauf der Evolution der Hirsche scheint der Geweihzyklus sukzessive eine
wechselseitig von Sozialverhalten und Fortpflanzungsrhythmus der Hirsche beeinflusste
Entwicklung genommen zu haben, die ihrerseits wiederum eine Anpassung an klimatische Veränderungen notwendig machte. Dies ist eine plausible Erklärung, wie es zu der
komplexen Geweihentwicklung unter den Hirschen der modernen Welt kommen konnte.
Geweih eines Ur-Hirsches
Procervulus praelucidus
(Obergfell, 1957)
Alter: ca. 19 Millionen Jahre (Miozän)
Wintershof-West b. Eichstätt, Oberbayern
Höhe: 14 cm
SNSB-BSPG 1937 II 16481
Bayerisches Nationalmuseum
Kunstwerk des Monats November:
Die "Sammlung Hermann Göring" im Bayerischen Nationalmuseum
Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
www.bayerisches-nationalmuseum.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 – 17.00 Uhr
Donnerstag bis 20.00 Uhr
Verkehrsanbindung:
Tram 18: Nationalmuseum /
Haus der Kunst
Bus 100 (Museenlinie):
Nationalmuseum
U4 / U5: Lehel
Aus der umfangreichen Kunst-„Sammlung“, die Hermann Göring durch Kauf, Raub und
Nötigung angehäuft hat, werden über 400 Objekte seit den 1960er Jahren im Bayerischen
Nationalmuseum verwahrt. Die US-Behörden hatten nach 1948 bis dahin nicht restituierte
Werke schrittweise in die Treuhänderschaft deutscher Behörden überführt. Die Verwaltung übernahmen in der Folge die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Bayern.
Letzterer überwies die Bestände an einschlägig spezialisierte staatliche Museen Bayerns.
Die Objekte im Bayerischen Nationalmuseum gehören sehr unterschiedlichen Gattungen
an. Besonders hervorzuheben sind daneben 72 Skulpturen bzw. Skulpturenensembles,
meist Werke der Gotik oder in gotischer Art. Eine Auswahl dieser Objekte hatte Göring für
die Ausstattung seines nördlich von Berlin gelegenen Landsitzes Carinhall verwendet. Es ist
ein wichtiges Anliegen des Bayerischen Nationalmuseums, anhand der heute verfügbaren
Quellen zu prüfen, ob über die Provenienz dieser Arbeiten mehr zu ermitteln ist, als dies in
der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich war. Insbesondere geht es dabei um die Frage, ob
weitere Stücke identifiziert werden können, die Göring unrechtmäßig erworben hat, um sie
den Erben der Vorbesitzer übergeben zu können. Eine flämische Tapisserie aus Göring-Besitz wurde im Sommer 2013 vom Bayerischen Nationalmuseum restituiert. Die Skulpturen
aus der „Sammlung Göring“ waren 2012 bis 2014 Gegenstand eines von der Arbeitsstelle
für Provenienzforschung in Berlin sowie der Eleonora Schamberger-Stiftung in München geförderten Forschungsprojekts. Die Ergebnisse sind in der Objektdatenbank des Bayerischen
Nationalmuseums unter „Sammlung Hermann Göring“ sowie bei www.lostart.de recherchierbar. Zusätzlich werden im November fünf Bildwerke unterschiedlicher Größe, Werkstoffe und Qualität als „Kunstwerk des Monats“präsentiert, um die mit der Erforschung ihrer
Herkunft verbundenen Probleme und Perspektiven beispielhaft vorstellen zu können.
Ausgestellt in Saal 130a
Öffentliche Führung: Donnerstag, 27.11.2014, 18.00 Uhr
Eines der fünf Kunstwerke des Monats: Stehender Ritter aus der
"Sammlung Hermann Göring", Österreich, um 1520
Holz, gefasst © Bayerisches Nationalmuseum München
Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt
Objekt des Monats November:
Gelaufenes Feldpostpäckchen
(Deutsches Reich, 1914–1918)
Bayerisches Armeemuseum Ingolstadt
Neues Schloss
Paradeplatz 4
85049 Ingolstadt
Tel.: +49 (0) 8 41 / 93 77-0
www.armeemuseum.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag
9.00 - 17.30 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertage
10.00 - 17.30 Uhr
Aus praktischen und psychologischen Gründen musste die Armee dafür sorgen, dass ihre
Soldaten und deren Angehörige und Freunde in der Heimat während des Krieges durch
einen leistungsfähigen Postverkehr in Verbindung bleiben konnten. Im Feld und in der
Heimat waren Ende 1915 mehr als 25.000 Menschen damit beschäftigt, die Soldatenpost
zu bewältigen. Die Zahl der verschickten Postkarten, Briefe und Päckchen war enorm. Allein
im Januar 1915 gingen beim Heer pro Tag durchschnittlich 7,9 Millionen Postsendungen ein,
im März 1918 waren es 11,1 Millionen. Umgekehrt, also in Richtung Heimat, liefen vom
Heer im Mai 1915 pro Tag 5,8 Millionen Sendungen, im März 1918 waren es 7,9 Millionen.
Während des ganzen Krieges sollen 28,7 Milliarden Feldpoststücke versandt worden sein.
Der Stellungskrieg begünstigte im Unterschied zum Bewegungskrieg der ersten Kriegswochen den Postverkehr, da die Truppen ihre Position kaum veränderten. Briefe brauchten
in der Regel nur zwei bis drei Tage von der Heimat an die Front im Westen, Päckchen vier
bis sechs Tage. In den Weiten des Ostens, auf dem Balkan und erst recht an den weit
entfernten Fronten des Osmanischen Reichs in Palästina, im Kaukasus und im Irak waren
die Verhältnisse wesentlich ungünstiger. Die Post war sehr zuverlässig, doch kam es immer
wieder zu Postsperren, etwa wenn Truppenverlegungen verschleiert werden sollten. Und es
gab eine Überwachung der Post durch die Vorgesetzten. Dies konnten aber nur Stichproben
sein. Zudem ließen sich diese Kontrollen umgehen, indem man die Post einem Kameraden
in den Heimaturlaub mitgab, der sie in den innerdeutschen, nicht überwachten Postverkehr
brachte. Das gezeigte Päckchen ist „gelaufen“, wurde also verschickt. Die Beschriftung ist
leider nur teilweise lesbar. Der Empfänger war ein Landsturmmann namens Schneider,
der beim bayerischen Reserve-Infanterieregiment Nr. 23 Dienst tat. Absender war Frieda
Schneider aus Weißdorf in Oberfranken. Leider wissen wir nicht, was die Sendung enthielt.
Das Päckchen (Inv. Nr. 146-2014) wird normalerweise im Depot des Museums verwahrt.
Derzeit ist es in der Sonderausstellung „’Mein süßes Tinchen!’ – Kriegsalltag Bergisch Gladbach 1914/18“ (9. November 2014 bis 31. August 2015) zu sehen.
Gelaufenes Felpostpäckchen
1914–1918, Inv. Nr. 146-2014
© Bayerisches Armeemuseum
Kunstmuseum Bayreuth
Kunstwerk des Monats November:
Trens, 1992
Zum hundertsten Geburtstag von K.O. Götz
Kunstmuseum Bayreuth
Maximilianstraße 33
95444 Bayreuth
www.kunstmuseum-bayreuth.de
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag
10.00 - 17.00 Uhr
Die Künstlervereinigung CoBrA war eine Gruppe des Aufbruchs, ein mehr oder minder
loser Verband von ambitionierten Stürmern und Drängern. Und Karl Otto Götz war einer
von ihnen. Nach der Auflösung von CoBrA gründete Götz mit Otto Greis, Heinz Kreutz und
Bernard Schultze in Frankfurt die Künstlergruppe Quadriga und sorgte abermals für Furore.
Denn Götz' Arbeiten waren zu unkonventionell, zu provokant, zu sehr Avantgarde, als dass
sie in einer Galerie in den fünfziger Jahren keinen Anstoß erregt hätten. Mit der auf spielerischem Weg entwickelten Maltechnik mit der Rakel betrat Götz gestalterisches Neuland.
Seine Innovationskraft blieb Götz zeitlebens erhalten. Immer wieder suchte er nach neuen
formellen Kompositionsmöglichkeiten, die, weil sie so unkonventionell anmuteten, dann
auch den kunstgeschichtlichen Terminus "Deutsches Informell" begründeten. Götz prägte
die Nachkriegsmoderne als Künstler und als Lehrer. Der Professor an der Kunstakademie
in Düsseldorf begleitete u. a. die Anfänge von Bernhard Blume, Gotthard Graubner, Sigmar
Polke, Gerhard Richter und H. A. Schult. Bis vor Kurzem war der gänzlich erblindete Maler
noch künstlerisch aktiv.
Karl Otto Götz: Trens, 1992. Lithografie, Auflage 38 von 40.
Germanisches Nationalmuseum dokumentiert Einheit des deutschsprachigen Kulturraums
Neue Dauerausstellung zur Gründungsgeschichte des Forschungsmuseums in Nürnberg Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle spricht bei Eröffnung
Germanisches Nationalmuseum
Nürnberg
Kartäusergasse 1
90402 Nürnberg
www.gnm.de
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Mittwoch 10.00 - 21.00 Uhr
Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle dankte bei der Eröffnung der neuen Dauerausstellung
im Germanischen Nationalmuseum den an Konzeption und Einrichtung Beteiligten. Er
gratulierte zum gelungenen Gemeinschaftswerk: "Wirklich große Sammlungen wie die des
Germanischen Nationalmuseums ziehen ihre Anziehungskraft aus ihrer Vollständigkeit und
erreichen an zentralen Sammlungs- und Ausstellungsorten ein außerordentlich breites Publikum. Durch die Veranschaulichung der Gründungsgeschichte dieses Hauses wird dabei
in besonderer Weise deutlich, dass die fränkische, die bayerische und die gesamtdeutsche
Identität sich nicht ausschließen. Sie bilden stattdessen die vielfältigen Facetten unseres
historisch gewachsenen politischen Gefüges und auch unseres Selbstbewusstseins."
Das Germanische Nationalmuseum mit seinem Bestand von heute über 1,3 Mio. Objekten
wurde 1852 auf Initiative des fränkischen Adligen Hans Freiherr von und zu Aufseß gegründet. Aufseß wählte in der Museumssatzung den Begriff "germanisches Museum" –
analog zu der neu gegründeten Wissenschaft der Germanistik, die sich auf den gesamten
deutschen Sprach- und Kulturraum bezog. Damit befand sich das Museum von Anfang an
in einem interessanten Spannungsfeld, in dessen Zentrum die Frage stand, ob es sich nun
vornehmlich um ein bayerisches oder um ein deutsches Nationalmuseum handele. Bereits
1853 erfolgte die Anerkennung des neuen Museums als öffentliche "Anstalt zum Zwecke
wissenschaftlicher Forschung und Bildung" durch den bayerischen Staat und 1854 die
Überlassung des Kartäuserklosters als Ausstellungsort. Mit der Reichsgründung von 1871
wurde das Germanische Nationalmuseum offizielles Nationalmuseum deutscher Kunst
und Kultur. Als Mitglied der Leibniz-Forschungsgemeinschaft wird das Museum heute vom
Bund und vom Freistaat Bayern – unter Beteiligung der Stadt Nürnberg – kofinanziert.
Eröffnung der Dauerausstellung zur Gründungsgeschichte des
Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg
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