close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

DUS MAGAZIN 41 - Flughafen Düsseldorf

EinbettenHerunterladen
41
DUS MAGAZIN
H E R
B S T
2014
Germania
Die große Unbekannte
Tokio
Lost in Translation?
Colorado
Winter Wonderland
e
t
n
u
b
zieht
.
n
a
l
vöge
ö
rK
e
d
f
u
A
:
n
e
x
a
l
Re
Shoppen oder
geht beides.
www.duesseldorf.de
2
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
seit 13 Jahren oder 41 Ausgaben halten wir Sie in unserem Kundenmagazin
regelmäßig über interessante Reiseziele, neue und altbekannte Airlines und über das
Geschehen bei uns am Flughafen auf dem Laufenden. Das soll auch so bleiben. Wir haben
uns aber Gedanken über ein neues Format gemacht. Das „DUS Magazin“ wird es künftig
in dieser Form nicht mehr geben. Sie halten die letzte Ausgabe in der Hand. Dafür wollen
wir mit einem neuen Medium demnächst nicht nur unsere Fluggäste und Besucher des
Airports erreichen, sondern auch unsere Anwohner in der Nachbarschaft. Freuen Sie sich
also auf eine neue Zeitung, die wir ab Januar dann wieder wie gewohnt kostenlos bei uns
im Terminal und am Bahnhof Düsseldorf Flughafen anbieten, und auch den Nachbarn
zustellen werden.
Jetzt möchten wir Sie in diesem Heft ein letztes Mal mit auf die Reise nehmen. Zum
Beispiel nach Tokio. Seit März diesen Jahres fliegt All Nippon Airways täglich von
Düsseldorf in die japanische Metropole. Unser Autor hat sich für Sie dort schon einmal
umgeschaut und getestet, wie man sich als Deutscher in der Mega-City ohne japanische
Sprach- und Schriftkenntnisse zurechtfindet.
Sie sind eher Wintersportler? Warum nicht mit dem Flugzeug ins Skigebiet reisen? Die
Rocky Mountains sind bekannt für ihre kilometerlangen Pisten und ihre fantastische Natur
ganz ohne Hüttenzauber. Welche Airline Sie zu den Hängen in Colorado bringt, erfahren
Sie ab Seite 28.
In unserem Airline-Portrait stellen wir Ihnen eine große Unbekannte vor: Germania. Die
Fluglinie mit dem urdeutschen Namen ist seit Ende der achtziger Jahre am Himmel unterwegs und fliegt ab Düsseldorf mehr als 30 Ziele an. Wir haben uns von dem Streckenplaner
erklären lassen, wie ein Flugplan zustande kommt.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
Viel Spaß beim Lesen
wünscht
Thomas Schnalke
Geschäftsführer
3
DUS MAGAZIN
Die Kundenzeitschrift von Düsseldorf Airport
Herausgeber
Flughafen Düsseldorf GmbH
Consumer Marketing
Leitung: Eckhard Mischke
Redaktionsleitung
Karl-Heinz Morawietz, Jörn Bücher
Flughafen Düsseldorf GmbH
Marketingkommunikation
Postfach 30 03 63
40403 Düsseldorf
T +49 (0)211 421-24950
F +49 (0)211 421-2760
dusmagazin@dus.com
dus.com
Streckenplaner Dirk Helf verplant die GermaniaFlotte zu exotischen Zielen. Auch ab Düsseldorf.
Seite 10
Gestaltung
Karl-Heinz Morawietz
Fotos
Bernhard Krieger (Seite 28-35)
Karl-Heinz Morawietz (Seite 8-17)
Andreas Wiese (Seite 18-25, 36-46)
Deutsche Bahn AG (Seite 7)
Fotolia (Seite 6, 26)
Litho
MUMBECK – Agentur für Werbung GmbH,
Wuppertal
Druck
Druckpartner, Essen
4
Baseball in Tokio? Unser Autor und Fotograf
war einen Tag auf eigene Faust in der Millionenmetropole unterwegs. Und hat überlebt.
Lesen Sie seinen Bericht ab Seite 18
Impressum und Inhalt
News 06
Lichtbild 08
Airline
Germania
Die große Unbekannte 10
Movements 16
Travel
Tokio
Lost in Translation? 18
Winter Wonderland USA. Tolle Natur und kilometerlange Pisten ganz ohne Hüttenzauber. Starten
Sie ab Seite 28
Steckbrief Warschau 26
Colorado
Winter Wonderland 28
Junior Travel
Emil Kammerer 36
P
Service
Ray mag Micra 38
Messe Düsseldorf
‚Irasshaimase‘ 40
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
Bürostandort Tokio. Dr. Andreas Moerke leitet
die Tochtergesellschaft der Messe Düsseldorf in
Japan. Seite 40
5
Strand, Shopping, Business:
Flugplannews Winter 2014/15
Fernweh? Dann nichts wie weg. Der Winterflugplan von Düsseldorf Airport lässt keine Wünsche offen.
Sowohl für den Sonnenanbeter, den Wintersportler, den Städtetouristen und natürlich auch den
Geschäftsreisenden. Bei etwa 140 Nonstop-Zielen sollte für jeden etwas dabei sein.
Hier sind die Flugplannews für die Wintersaison, gültig vom 26. Oktober 2014 bis zum 28. März
2015: Air Berlin startet eine Karibik-Offensive mit Frequenzaufstockungen in die beliebten Urlaubsgebiete Mittelamerikas. Punta Cana in der Dominikanischen Republik wird dann vier Mal pro Woche
angeflogen, Puerto Plata – ebenfalls eine Destination in der Dom. Rep. – zwei Mal pro Woche und auch
in Varadero auf Kuba landet zwei Mal pro Woche ein Jet der Air Berlin. Gegenüber der Wintersaison
13/14 erhöht sich das Angebot für Sonnenhungrige und Karibikfans immerhin um 62 Prozent. Mit
Marrakesch in Marokko und Fagernes in Norwegen nimmt Air Berlin gleich zwei neue touristische
Mittelstreckenziele in den Winterflugplan von Düsseldorf auf.
Auch Germanwings baut den Flugplan in Düsseldorf kontinuierlich aus. Neu im Winter: Agadir,
Hurghada, der Istanbuler Flughafen Sabiha Gökçen, Thessaloniki und Teneriffa. London-Stansted
wird mit zwölf Flügen pro Woche in gleicher Frequenz angeflogen wie bereits im Sommer. Ganzjährig
fliegt Germanwings nun auch Venedig an, und das mit vier Flügen pro Woche.
Erstmalig fliegt jetzt auch die TUIFly von Düsseldorf auf die Kapverdischen Inseln. Ins Programm
aufgenommen für Reiseveranstalter, sind die Flüge aber auch im Einzelplatzverkauf auf tuifly.com
buchbar.
Wer im Winter mit Aeroflot nach Moskau möchte, dem stehen vier tägliche Verbindungen zur
Auswahl, eine mehr als im letzten Winter. Und auch die Air China hat aufgestockt. Der chinesische
Staatscarrier geht mit vier wöchentlichen Flügen nach Peking an den Start, eine Frequenz mehr als
noch im Winter 13/14.
6
News
Schweizer Gastfreundlichkeit:
Etihad Regional nach Genf und London
Seit dem 2. Juni startet eine neue Airline ab DUS: Etihad Regional (F7) fliegt jeden Samstag nach Genf
(GVA) und 17 mal pro Woche nach London-Stansted (STN). Die London-Strecke übernimmt Etihad
Regional von airberlin. Gute Nachrichten für Meilensammler: Die F7-Passagiere können Etihad Guest
Meilen sammeln und von den Vorteilen des Vielfliegerprogramms profitieren. Die gesammelten Meilen
können auf über 3.000 Flugrouten weltweit mit Etihad Airways und ihren Partner-Airlines, wie Air Berlin,
Virgin Australia und American Airlines, eingelöst werden.
Der Einstieg von Etihad bei der Schweizer Darwin Airline, die seit Januar unter Etihad Regional firmiert, ist ein weiterer Baustein der strategischen Neuausrichtung des Staatscarriers aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Araber möchten künftig ihr Streckenangebot innerhalb Europas ausweiten
und die Anzahl der Umsteigepassagiere über Abu Dhabi steigern. Etihad Regional verfügt über eine
Flotte von zehn Saab 2000. Die Entscheidung für diese Turboprops fiel unter anderem aufgrund ihrer
Geschwindigkeit, denn sie sind die schnellsten Flugzeuge ihrer Kategorie. Die geräumige, leise und
vibrationsfreie Kabine bietet Platz für 50 Passagiere.
Im Bus nach DUS
Der Düsseldorfer Airport ist jetzt noch besser für niederländische und belgische Fluggäste erreichbar.
Die Deutsche Bahn bietet eine neue IC Bus-Linie zwischen Düsseldorf, Eindhoven und Antwerpen
an. Die neue Busverbindung führt mindestens dreimal am Tag über den Düsseldorfer Airport, den
Düsseldorfer Hauptbahnhof, Eindhoven Station (Stationsweg) sowie Antwerpen Centraal (Koningin
Astridplein). Die Fahrt zwischen Düsseldorf Airport und Eindhoven dauert etwa zwei Stunden, zwischen
Düsseldorf Flughafen und Antwerpen rund drei Stunden. Tickets für die einfache Fahrt mit dem modernen Doppeldeckerbus von Antwerpen nach Düsseldorf gibt es mit dem „Europa-Spezial IC Bus“ ab
14 Euro. Kombiniert mit der BahnCard 25 ist die Fahrkarte bereits ab 10,50 Euro erhältlich. Fahrkarten
für die Reise zwischen Düsseldorf und Eindhoven beziehungsweise zwischen Eindhoven und Düsseldorf sind ab 9 Euro beziehungsweise mit BahnCard 25 ab 6,75 Euro erhältlich. Es besteht Reservierungspflicht. Die Sitzplatzreservierung ist bereits im Fahrpreis enthalten.
Weitere Infos unter www.bahn.de/icbus. Fahrkarten gibt es unter www.bahn.de, am DB Automaten, im DB Reisezentrum, in einer DB Agentur oder telefonisch beim DB Reise-Service unter der
Rufnummer 01806 99 66 33.
30 Minuten kostenlos surfen
Der Flughafen weitet seine digitalen Services aus und bietet in Kooperation mit Vodafone seinen
Passagieren und Gästen einen kostenfreien WLAN Zugang an. Nutzer registrieren sich einfach nach
dem Start des Browsers auf der Anmeldeseite und erhalten im Gegenzug einen 30-minütigen,
uneingeschränkten Internetzugang via WLAN. Sollte diese Zeit nicht reichen, ist der Zugang kostengünstig erweiterbar.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
7
8
Lichtbild
For you.
Es ist selten, dass eine Abkürzung auch noch einen Sinn ergibt. Im Falle des IATACodes von Germanwings – 4U – ist dies so. Die beiden Zeichen stehen vor jeder
Flugnummer. Englisch ausgesprochen hört es sich an wie „for you“. Das haben
die Strategen bei der Airline gut gemacht. Seit dem Start in Düsseldorf Anfang
April 2014 wächst das Streckennetz der Airline ständig. Zuletzt wurden Flüge nach
London-Stansted und Rijeka in Kroatien aufgenommen.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
9
10
Germania
Die große Unbekannte
Dirk Helf ist der „Network Planner“ der Airline und legt fest,
welcher Germania-Flieger wann wohin fliegt.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
11
D
er Name lässt keinen Zweifel daran, aus
welchem Land diese Fluglinie kommt:
Germania, das klingt urdeutsch. Die
Flugziele, die von den grün-weißen Jets
angesteuert werden, haben dagegen
recht exotische Namen: Kutahya, Porto
Santo oder Zonguldak stehen im Flugplan. Könnten Sie auf Anhieb die Länder nennen,
in denen diese Orte liegen?
Einer, der es ganz genau weiß, ist Dirk Helf.
Der 47-jährige ist bei Germania für die Streckenplanung und den Flugplan verantwortlich.
„Director Scheduling & Network Planning“ steht
auf seiner Karte. Von seinem Berliner Büro aus
legt er mit seinem Team fest, wann und wohin
die 24 Germania-Flugzeuge fliegen.
Etwa mit einem Jahr Vorlauf des jeweiligen
Sommer- oder Winterflugplans beschäftigt sich
Helf mit den zukünftigen Umläufen „seiner“ Flotte. Dabei muss er eine Vielzahl von Einflussgrößen berücksichtigen: Flug- und Bodenzeiten der
Maschinen gehören dazu, die Betriebszeiten an
den verschiedenen Flughäfen und die Verfügbarkeit der eigenen Crews. Ein Puzzlespiel mit
vielen Teilen. Dirk Helf nennt das Rotationsplanung. Wann wird welcher Germania-Flieger
von welchem Airport aus wohin fliegen? „Ein
Grundgerüst gibt es schon aus der vorherigen
Saison. Viele Flüge wird es auch im nächsten
Jahr wieder geben“, weiß Helf. Doch Germania
will wachsen. Weitere Flugzeuge sollen zur Flotte
dazukommen, die Zahl der angeflogenen Ziele
wird steigen.
Ein neuer Flugplan beginnt mit einer leeren
Excel-Tabelle. Senkrecht stehen die Wochentage von Montag bis Sonntag in der Liste, in der
Waagerechten seine 24 Flieger. Die sind festen
Abflughäfen in Deutschland zugeteilt. In Düsseldorf sind fünf Maschinen stationiert, der Airport
ist damit die größte aller Germania-Stationen.
Helf plant die Umläufe so, dass die Flugzeuge
abends wieder zu ihren jeweiligen Heimatflughäfen zurückkehren. Woher aber weiß Dirk Helf,
wohin die Maschinen fliegen sollen?
„70 Prozent der Kapazitäten werden von Reiseveranstaltern gebucht. Sie bestimmen damit
auch den Zielort“, erklärt der Streckenplaner.
Germania hat sich in den letzten Jahren den
Ruf in der Branche erarbeitet, auch sogenannte
Nischen zu bedienen, die für andere Airlines
nicht interessant sind, aus ganz verschiedenen
Gründen. Sei es, weil sie nicht das richtige Flugzeug dafür haben oder die Umläufe nicht in ihr
12
Konzept passen. Porto Santo ist so ein Beispiel.
Die kleine Nachbarinsel von Funchal ist neu im
Programm des Portugal-Spezialisten Olimar.
Germania fliegt exklusiv von Düsseldorf aus das
Eiland im Atlantik an, sonst macht es niemand
aus Deutschland heraus. Oder Zonguldak in der
Türkei. In die Bergarbeiterstadt an der Schwarzmeerküste reisen viele türkische Kumpel, die
schon lange im Ruhrgebiet leben, um ihre Familien zu besuchen. Ein Nischenmarkt, den ein
Veranstalter entdeckt und mit Germania den
richtigen Airline-Partner gefunden hat. „Als
relativ kleine Airline suchen wir keine unmittelbare Konfrontation mit den Branchengrößen“,
erklärt Helf die Strategie der Fluglinie. „Aber wir
beobachten den Wettbewerb sehr genau und
haben uns inzwischen bei vielen Veranstaltern
einen Namen gemacht.“
Das war nicht immer so. Früher hat Germania
Flugzeuge an Airlines vermietet. Im sogenannten
„Wet-Lease“ – das heißt, das komplette Flugzeug
wird mit Crews verliehen – flogen Germania-Maschinen bei anderen Airlines, zum Teil auch in
deren Lackierung und von außen gar nicht mehr
als Germania-Flieger erkennbar. Heute spielt
dieses Geschäftsfeld keine so große Rolle mehr.
Zwei Germania-Flieger sind dauerhaft an das
Tochterunternehmen Gambia Bird verliehen und
in Westafrika stationiert. Für die Flottenplanung
von Dirk Helf spielen die beiden Airbusse keine
Rolle. Obwohl er natürlich auch immer genau
weiß, wo diese beiden Flieger gerade sind.
Nach der groben Planung in der Excel-Tabelle
werden die Daten in eine spezielle Software
übertragen. „Aircraft Movement Control“ heißt
das Programm, das von Helf und seinem Team
benutzt wird. Hier kann man für jedes Flugzeug
den täglichen Umlauf genau sehen. Wann startet
der Flieger morgens an welchem Airport, wie
lange ist er in der Luft, wie lange am Boden? Die
Software hilft bei der Planung, aber sie ist nicht
Airline
Germania – Die große Unbekannte
Dirk Helf
Director Scheduling & Network Planning
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
13
„intelligent“ und kann nicht von selbst den Umlauf
eines Flugzeuges optimieren oder Vorschläge dafür
unterbreiten. Dazu ist immer noch eine Menge Knowhow und Erfahrung nötig. Der „Network Planner“
ist kein klassischer Ausbildungsberuf. „Learning by
doing“ heißt hier die Devise. Dirk Helf hat 16 Jahre
bei Air Berlin gearbeitet und ist eher zufällig auf den
Stuhl des „Network Planners“ gekommen. Nach
seiner Anfangszeit im „Ops“, einer zentralen Stelle am
Airport, die sich um die Abfertigung aller Flugzeuge
einer Airline kümmert, wurde er vom damaligen Air
Berlin-Chef Joachim Hunold gefragt, ob er sich diese
neue Aufgabe vorstellen könnte. Helf sagte ja, Air
Berlin flog zu diesem Zeitpunkt mit gerade mal acht
Fliegern. Der Rest war Lernen im Job, den Kollegen
über die Schulter gucken und sich selbst weiterentwickeln. Als Helf die Airline vor etwa einem Jahr verließ,
flogen knapp 150 Air Berlin-Maschinen täglich am
Himmel über Europa, Amerika und der Karibik. 30 Mitarbeiter waren inzwischen mit der Netzwerk-Planung
beschäftigt. Der Wahl-Berliner Helf, der in Essen
geboren wurde und im Rheinland aufgewachsen ist,
zog nur ein paar Meter weiter in sein neues Büro bei
Germania im Nordwesten Berlins, ganz in der Nähe
des Flughafens Tegel.
Hier sind die Herausforderungen ganz andere:
Ein kleines Team und eine Airline im Aufbruch. Wenn
2015 weitere Jets zur Germania-Flotte dazukommen
will Helf auf jeden Fall einen Reserveflieger in seine
Planungen einbeziehen. Das heißt aber nicht, dass
der Flieger die ganze Zeit untätig herumstehen wird.
Das wäre für jede Airline viel zu teuer. Neben den
lange geplanten Flügen für Veranstalter oder solchen,
die ganz klassisch direkt von der Airline angeboten
werden – zum Beispiel Liniendienste nach Beirut oder
nach Erbil im Irak – gibt es immer wieder Sonderflüge.
„An manchen Tagen bekommen wir bis zu 100 Anfragen, ob einer unserer Jets nicht für Fußballfans
gechartert werden kann oder kurzfristig für eine andere Airline fliegen kann“, berichtet Helf. Aus weniger
als einem Prozent dieser Anfragen wird hinterher
tatsächlich ein Flug, aber in der Regel sind diese
Charterflüge ein lukratives Zusatzgeschäft für die
Airline. Mit einem Flieger auf Reserve wäre Germania
in diesem Geschäftsfeld deutlich flexibler.
Die Angebote für solche Sonderflüge werden in
Helfs Abteilung erstellt und sind Tagesgeschäft für
ihn und sein Team. Genau wie die ständige Optimierung des feststehenden Flugplans. Fluglotsenstreik
in Frankreich, Vulkanausbruch in Island oder eine
14
K
Germania in DUS
Flugziele Sommer 2014:
AdanaTürkei
AnkaraTürkei
AntalyaTürkei
BeirutLibanon
BurgasBulgarien
BursaTürkei
EdremitTürkei
EnfidhaTunesien
ErbilIrak
ErzurumTürkei
FuerteventuraSpanien
HeraklionGriechenland
HurghadaÄgypten
IstanbulTürkei
Karlovy Vary
Tschechien
KutahyaTürkei
LanzaroteSpanien
Las Palmas
Spanien
PalermoItalien
PalmaSpanien
Porto Santo
Portugal
PristinaKosovo
RhodosGriechenland
SamsunTürkei
Santa Cruz La Palma Spanien
SkopjeMazedonien
SulaimaniyyaIrak
TeneriffaSpanien
ThessalonikiGriechenland
VarnaBulgarien
ZonguldakTürkei
schlichte Verspätung von mehreren Stunden sorgen dafür, dass es
nicht langweilig wird. Manchmal storniert der Veranstalter einen Flug,
weil es doch keine Nachfrage gibt. Auch dann muss das Flugzeug
umgeplant werden und steht für andere Einsätze zur Verfügung.
Zwei der fünf Germania-Jets, die in Düsseldorf stationiert sind,
ist in den Farben des Veranstalters Alltours lackiert. 125 Millionen
Euro hat der Flieger frisch ab Werk gekostet. Die müssen erstmal
wieder verdient werden und dazu muss der A321 viele Male zwischen
Düsseldorf und den Urlaubszielen rund ums Mittelmeer hin- und
herfliegen. Denn ein Flugzeug, dass am Boden steht, verdient kein
Geld, so eine uralte Airliner-Weisheit. Und genau das ist Dirk Helfs
Job: So zu planen, dass „seine Flieger“ so oft und so lange wie
möglich in der Luft sind.
Airline
Germania – Die große Unbekannte
Historie
Germania ging 1986 aus der SAT (Special
Air Transport) hervor. Diese wurde bereits
1968 in Stuttgart gegründet, verlegte ihren
Firmensitz bald danach nach Düsseldorf
und flog mit gebrauchten Caravelle 10R der
LTU. Germania bestellte fabrikneue Boeing
737-300, die 1989 geliefert wurden, und
der Flugbetrieb konnte beginnen. Die Geschäftsleitung des Unternehmens war mit
dem ehemaligen Lufthanseaten Mustapha
Muscati und einer der schillernsten Persönlichkeiten der deutschen Luftfahrtszene,
Hinrich Bischoff, besetzt. Die neuen Jets
wurden sofort verleast, vier der Boeings
flogen Ende der achtziger Jahre in den
Farben von Condor, viele weitere Airlines
sollten folgen. Nach der Wiedervereinigung
Deutschlands verlegte Germania ihren Firmensitz nach Berlin. Zuvor hatte man sich
an dem Veranstalter „Berliner Flugring“ beteiligt und die Firma wenig später komplett
übernommen. Einer Expansion in Berlin
stand nichts mehr im Wege. Berühmt geworden sind die sogenannten „BeamtenShuttle“ zwischen Bonn und Berlin. Germania erhielt damals den Zuschlag für bis
zu sechs tägliche Flüge zwischen der alten
und der neuen Hauptstadt. Nach dem Tod
Bischoffs im November 2005 änderte sich
das Geschäftsmodell von Germania. Das
Leasing spielte eine untergeordnete Rolle,
Germania wollte als „echte“ Airline wahrgenommen werden, mit eigenem Flugplan und Flügen im Voll- und Teilcharter für
verschiedene deutsche Reiseveranstalter.
Infos und Reservierungen unter:
www.flygermania.de
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
15
Movements
Auf dem Düsseldorfer Airport landen immer wieder außergewöhnliche
Flieger. Neue und exotische Airlines bilden die Ausnahmen im täglichen
Betrieb. In dieser Rubrik stellen wir Ihnen einige seltene Gäste vor.
Ein ganz besonderes Highlight am 22. Juli war
diese DHC-8-300 von Maldivian Airlines!
Was machte der exotische Flieger mit dem Delfin
im Leitwerk ausgerechnet in Düsseldorf? Die
kleine Airline von der Inselgruppe im Indischen
Ozean hatte sich den Turboprop-Flieger – ihre
siebte Maschine – in Kanada gebraucht gekauft.
Der Auslieferungsflug auf die Maledivien führte
mit vielen Stopps über unseren Airport. Die
Maschine kam aus Keflavik auf Island und flog
nach kurzem Tankstopp weiter ins süditalienische Brindisi.
16
Solche „Delivery Flights“ sind nichts Ungewöhnliches im Luftverkehr. Es war allerdings das
erste Mal, dass unser Airport Zwischenstopp für
solch einen Flug wurde. Normalerweise landen
die Flugzeuge dort, wo es entlang der Route
einen Wartungsschwerpunkt für den jeweiligen
Flugzeugtyp gibt.
In Düsseldorf setzen verschiedene Airlines
die DHC-8 täglich im Linienverkehr ein: Air Berlin,
Austrian, Fly Be und Intersky gehören aktuell
dazu. Air Berlin Technik kümmert sich vor Ort um
die größere Version der DHC-8, die „Q 400“.
Movements
Mister Robbie Williams kam für eine Nacht in
die Stadt und reiste standesgemäß mit einem
gemieteten Biz-Jet an. In diesen Canadair
Regionaljet passen normalerweise 50 Passagiere, viele Airlines fliegen dieses Muster im
täglichen Linienbetrieb. Der britische VIP-JetBetreiber TAG Aviation dürfte die Maschine
mit deutlich weniger Sitzen für seine exklusive
Kundschaft ausgestattet haben. Superstars
brauchen einfach Platz!
Noch mehr Platz brauchen die Rolling Stones
samt Entourage. Die Alt-Herren-Band landete im
Juni für ein Konzert in der Esprit-Arena auf dem
Düsseldorfer Airport. Für ihre „14 on fire“-Tour
wurde diese Boeing 737-400 von dem griechischen Betreiber GainJet gemietet und standesgemäß mit dem Band-Logo dekoriert. Wo
diesmal die Herren Jagger und Richards saßen,
nahmen vor ein paar Jahren noch ganz normale
Passagiere Platz. Die Boeing wurde 1992 fabrikneu an KLM ausgeliefert und flog bis 2011 bei
der Airline.
Die libysche Fluglinie Afriqiyah Airways wurde
durch den Bürgerkrieg im eigenen Land besonders hart getroffen und musste den Flugbetrieb
am 17. März 2011 sogar komplett einstellen. In
der Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen wurde ein Einflugverbot für in Libyen registrierte Flugzeuge nach Europa verhängt, das bis
heute gilt. Afriqiyah mietete Flieger anderer Airlines um ihre wichtigsten Verbindungen aufrecht
zu erhalten. Dieser Airbus A319 des tunesischen
Ferienfliegers Syphax Airlines kam im Juni 2014
auf einem Düsseldorf-Flug zum Einsatz.
Im Dezember 2012 stellte die Airline ihr neues
Erscheinungsbild vor und besiegelte damit auch
formal den Bruch mit dem „alten“ Libyen aus den
Zeiten vor dem Krieg. 2014 wurden einige Flieger
in Irland registriert und werden von der dort
ansässigen Firma Air Contractors betrieben,
allerdings in vollständiger Afriqiyah-Lackierung.
Damit ist die Airline wieder zurück auf europäischen Flughäfen. Dieser Airbus A320 war die
erste Maschine im neuen Look, die in Düsseldorf
landete.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
17
18
Tokio
Lost in Translation?
Ein zwölfstündiger Selbstversuch, sich als Deutscher ohne
japanische Sprach- und Schriftkenntnisse in der Mega-City
zu bewegen und dabei die Stadt ein wenig kennenzulernen.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
19
W
ie schwierig ist es, sich in einer Stadt
wie Tokio zu bewegen, ohne Guide
oder Dolmetscher und mit nur vier japanischen Vokabeln im Gepäck? Werde ich beim Versuch, mit der U-Bahn zu
fahren, nur Bahnhof verstehen? Werde
ich mich mit Englisch oder mit Händen
und Füßen verständigen können? Ein Tag
Tokio im Selbstversuch – sechs Stationen in
zwölf Stunden. Begleiten Sie mich bei meinem
Versuch, nicht verloren zu gehen.
Meine erste Sorge wird mir gleich zu Anfang
genommen. Bei der Fahrt zum Tsukiji Fischmarkt stelle ich mit Freuden fest, wie einfach
es ist, in Tokio U-Bahn zu fahren. Alle Schilder
in den Bahnhöfen sind zweisprachig und es ist
kaum vorstellbar, dass man ein U-Bahn System
besser organisieren kann als es die Japaner
tun. Das müssen sie auch, denn täglich nutzen
knapp acht Millionen Menschen das öffentliche
Transportsystem Tokios. Ohne die Bahnen wäre
ein geregelter Tagesablauf in dieser dichtbesiedelten großen Stadt einfach nicht möglich. Die
Fahrkarten sind vergleichsweise preiswert: Ein
Tagesticket, das nur für die Metro gilt, kostet
umgerechnet etwas mehr als fünf Euro. Für
das „Tokyo Combination Ticket“, mit dem alle
Verkehrsmittel im Großraum der Metropole
genutzt werden können, werden 11,50 Euro pro
Tag fällig.
Zum perfekt organisierten öffentlichen
Nahverkehr gesellt sich eine penible Sauberkeit
in den Bahnhöfen und Zügen. Die Japaner sind
genauso diszipliniert und höflich, wie ich es mir
vorgestellt habe. Die einzigen Menschen, die in
der Metro „drängeln“, sind uniformierte Bahnangestellte, die Fahrgäste mit sanftem Druck in die
Wagen schieben, damit die Türen schließen können und der Zug pünktlich abfahren kann. Dabei
tragen sie weiße, makellos saubere Handschuhe.
Ganz genau wie die Taxifahrer, deren Auftreten
eher an einen klassischen Chauffeur als an einen
hessischen Langzeitstudenten erinnert. Ich
weiß jetzt bereits genau, was ich in Deutschland
vermissen werde.
20
K
1
Travel
Lost in Translation?
Tsukiji Fischmarkt –
Sushi zum Frühstück
Ich bin spät dran, es ist schon 7 Uhr. Für die große Thunfischversteigerung wäre 5 Uhr die richtige Zeit gewesen. Aber ich bin
ja auch hier, um zu frühstücken. Vorher möchte ich noch einen
Blick in die Hallen der Fischhändler werfen und versuche, bei dem
geschäftigen Treiben nicht allzusehr im Wege zu stehen. Bis mir ein
freundlicher Sicherheitsbeamter per Handzettel bedeutet, dass ich
mich um diese Uhrzeit hier gar nicht aufhalten darf. Dann also doch
gleich zum Frühstück. Etwas früh für rohen Fisch, aber wo, wenn
nicht hier, darf ich das frischeste Sushi der Welt erwarten.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
21
2
3
Hamarikyu Garten – Tausche Tee gegen Hektik
Nach diesem etwas hektischen Auftakt suche ich
Entspannung bei einer Tasse Matcha Tee im Teehaus des benachbarten Hamarikyu Gardens. Der
Kontrast könnte größer kaum sein: Beim Betreten
des Gartens kommt es mir vor, als hätte jemand
an der Fernbedienung den Ton ausgestellt. Die
Großstadt ist nur noch als mürrisches Gegrummel
zu hören und je weiter ich in den Garten vordringe,
desto mehr übernehmen die Vögel das akustische
Kommando. Im Teehaus werde ich von einer
Kabuki Theater –
Das alte Japan sehen
Das Kabuki Theater mit seiner traditionellen Architektur passt so gar nicht in die Umgebung des
hypermodernen Geschäftsviertels Ginza. Und
auch das Outfit der Besucher dieser morgendlichen Matinee kann kontrastreicher nicht sein:
Vom kurzbehosten amerikanischen Touristen
bis zur feinen japanischen Dame im Kimono.
Theater-Neulinge haben die Möglichkeit, auch
einzelne Akte zu besuchen. Ich verzichte auf eine
Simultanübersetzung per Kopfhörer, um den
Gesang und die Dialoge besser wahrnehmen zu
können, die neben den prachtvollen Kostümen
den Reiz dieses Theaterstückes ausmachen. Die
Handlung bleibt mir auf diese Weise leider komplett verborgen, nicht jedoch die etwas schrägen,
hohen Stimmen der Damen in diesem Stück, die
traditionell von Männern gespielt werden.
22
freundlichen älteren Dame empfangen, die etwas
Englisch spricht und die mir einen Zettel mit Instruktionen reicht. Wann und wie oft soll ich meine Teeschale vor und nach dem Trinken drehen?
Wann darf ich mein Gebäck essen? Ich versuche
alles richtig zu machen, was mir natürlich nicht
auf Anhieb gelingt. Aber meine Gastgeberin erkennt meine Bemühungen und dankt sie mir mit
einem Lächeln und einer tiefen Verbeugung.
K
4
Travel
Lost in Translation?
Tofuya Ukai – Tofu kann köstlich sein
Auf die Kultur folgt wieder ein kulinarischer Höhepunkt: Tofu! In Deutschland kennt
man den unzureichend als Sojabohnenquark beschriebenen Tofu nur als Fleischalternative für Vegetarier. In Japan jedoch ist er eine gleichwertige Zutat der traditionellen Küche des Landes. Und im Tofuya Ukai ist der Genuss dieser Spezialität nicht
nur ein Erlebnis für den Gaumen. Denn die Atmosphäre in diesem traditionsreichen
Haus, einer ehemaligen Sake Brauerei, ist einzigartig. Nachdem ich den zugehörigen
Garten durchquert habe, werde ich an der Rezeption des Restaurants von meiner
Gastgeberin empfangen, die mich zu meinem Tisch geleitet. Die Bezeichnung Kellnerin erscheint mir angesichts der Aufmerksamkeit und Gastlichkeit, die mir während
meines Aufenthaltes zuteil wird, völlig unangebracht. Der Geschmack und die
Präsentation der Speisen machen diesen Besuch unvergesslich und ja – Tofu kann
tatsächlich köstlich sein!
www.ukai.co.jp/english/shiba
Tokio mit All Nippon Airways
ab 771 Euro
hin und zurück inkl. Steuern und Gebühren
Online buchen auf dus.com
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
23
5
Kappabashi Straße –
Scharfe Messer vom Meister
Die Kappabashi Straße ist ein riesiger Fachmarkt für die Köche der
unendlich vielen Restaurants Tokios. In den Geschäften findet man
alles, was man zum Kochen und zur Einrichtung eines Restaurants
braucht: Geschirr, Töpfe, Küchenwerkzeuge, Berufskleidung,
Sushi-Imitate und natürlich Messer. Die japanischen Messer und
ihre Schärfe sind legendär und in der Kappabashi Straße möchte
ich mir ein Messer für zuhause kaufen und auch etwas darüber
erfahren, wie ich dessen Schärfe erhalten kann. Bei Herrn Sashida
werde ich fündig. Die Auswahl fällt allerdings nicht leicht, denn auf
25 Quadratmetern bietet er mehr als 2.500 Messer an! Die Schärfe
führt mir der Experte mit einem Zeitungstest vor. Die Klinge teilt die
Zeitungsseite mühelos in zwei Teile, obwohl Herr Sashida nur minimalen Druck ausübt. Ich habe Glück, denn er erkärt mir am Messer
eines Kunden, der es zum Schärfen in den Laden gebracht hat, die
Grundzüge des Schleifens. Der Meister benötigt je nach Zustand
des Messers 30 bis 45 Minuten und verwendet Schleifsteine in
sechs verschiedenen Körnungen. Beizeiten werde ich es auch
einmal probieren, aber an die Fähigkeiten eines Herrn Sashida werde ich natürlich niemals herankommen. Deshalb werde ich mein
Messer lieber bei meinem nächsten Besuch in seine Obhut geben,
denn dass ich diese faszinierende Stadt noch einmal besuchen
werde, ist bereits fest beschlossen.
24
K
6
Travel
Lost in Translation?
Tokyo Yakult Swallows –
Baseball auf Japanisch
In Vorbereitung dieses Tages habe ich mich gefragt: Welche typisch japanische Sportart könnte
ich mir wohl anschauen? Die Antwort: Baseball!
Wie typisch mag das sein angesichts von Sumo,
Judo oder Bogenschießen? Baseball wird in
Japan schon seit 1872 gespielt und ist nicht nur
als Profisport beliebt, sondern auch an Schulen
und Universitäten. Ich verstehe nicht nur kein
Japanisch, ich verstehe auch nichts von Baseball. Und da ich mit Englisch im „Tokyo Yakult“
Fanblock nicht weiterkomme, lasse ich mir von
einem amerikanischen Touristen die Regeln erklären. So richtig verstanden habe ich das Spiel
danach immer noch nicht, aber dem Enthusiasmus der Fans kann ich mich nicht entziehen. Die
„Swallows“ haben nach dem Spiel einen neuen
Fan, genauso wie Tokio und seine Bewohner, die
einem Fremden zu jeder Zeit das Gefühl geben,
nicht verloren zu sein.
www.yakult-swallows.co.jp/english
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
25
26
C
Steckbrief Warschau
Hinkommen
Düsseldorf (DUS) – Warschau (WAW)
Airline
Flug
AbflugAbflugzeit
Germanwings
4U 9742
DUS
07:00 Uhr
Germanwings
4U 9728
DUS
14:35 Uhr
Germanwings
4U 9722
DUS
18:35 Uhr
Eurolot K2 542
DUS
10:10 Uhr
Eurolot K2 548
DUS
19:35 Uhr
Ankunftszeit
08:40 Uhr
16:15 Uhr
20:15 Uhr
12:25Uhr
21:50Uhr
Frequenz
Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa
Mo, Di, Mi, Do, Fr
Mo, Di, Mi, Do, Fr, So
Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa
Mo, Di, Mi, Do, Fr, Sa, So
Stand: 10.09.2014
B
X
Hinblättern
Germanwings bietet den einfachen Flug im Winter bereits ab 39,99 Euro, inkl. Steuern und Gebühren an.
Hinweise
Polen gehört zu den Ländern mit dem meisten Fleischkonsum weltweit. Insbesondere Schweinefleisch ist sehr beliebt.
Das polnische Nationalgericht Bigos, ein Schmorgericht aus Schweinefleisch, Sauerkraut und Pilzen ist mittlerweile
auch bei uns Deutschen bekannt. Bei den polnischen Spezialitäten Barszcz, Zurek, Uszki, Golabki, Pirogi, Flaki müssen
Sie wahrscheinlich passen. Übrigens, das allseits beliebte Bagel dagegen stammt auch aus Polen.
Polen ist das sechstgrößte Land der Europäischen Union, bezahlt wird hier in der Landeswährung Zloty.
Für einen Euro bekommen Sie etwa vier Zloty.
Polen trinken mit Vorliebe Wodka! Diese Aussage stimmt nicht mehr ganz. Mittlerweile ist Bier das populärste
alkoholische Getränke, vor allem bei jungen Leuten.
Der Kirchenkantor Pjotrek Popolski erfand bereits vor mehr als 100 Jahren die Pop-Musik und alle heute bekannten
Welthits haben Michael Jackson und Co. von ihm geklaut. Das zumindest behauptet die Gruppe„Der Familie Popolski“.
Vielleicht finden Sie ja bei Ihrem nächsten Besuch in Polen einen Beleg für diese wagemutige These.
w
Hinsehen
c
Hinsetzen
Fast alle, die sich in der Warschauer Altstadt verabreden, treffen sich an der Sigismundsäule aus dem Jahre 1644.
Sie ist das älteste und zugleich höchste weltliche Denkmal Warschaus. Hier, mitten auf dem Schlossplatz mit dem
Königsschloss, liegt der Ausgangspunkt für die über 700 Jahre alte Altstadt. Während des Zweiten Weltkriegs dem Erdboden gleichgemacht, wurde sie von Grund auf rekonstruiert und 1980 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.
Gastronomisch haben die Restaurants in Warschau in den letzten Jahren eine radikale Wandlung erlebt. Statt sozialistischem Einheitsbrei gibt es jetzt für jeden Geschmack das passende Gericht. Also, mutig drauf los probieren! Vielleicht
eine der oben beschriebenen lokalen Spezialitäten. Ein Relikt aus vergangenen Tagen hat sich allerdings bis in die
heutigen Tage hinübergerettet: die Milchbar (bar mlecczny). Ein spartanisches, aber gutes und preiswertes Esslokal mit
typisch polnischem Flair.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
27
28
Colorado
Via New York ins Winter Wonderland
Skifahren und Snowboarden in den Rocky Mountains auf den
WM-Pisten von Vail und Beaver Creek.
Von Bernhard Krieger
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
29
W
erbeslogans sind häufig die pure
Übertreibung. Aber Vail ist wirklich
„like nothing on earth.“ Colorados
Vorzeige-Skigebiet ist riesig, der
„Champagne Powder“ in den legendären Back Bowls trockener als James
Bonds Lieblingsmartini und die Waldabfahrten in Blue Sky Basin schlicht ein
Traum. Vail allein ist schon fantastisch, zusammen mit seinem Schwesterresort Beaver Creek
ist es grandios. „Vail ist einfach super“, schwärmt
Ski-Megastar Lindsey Vonn über ihre Heimat.
Deutschlands Slalom-Champion Felix Neureuther
pflichtet der Amerikanerin bei. „Vail ist unvergleichlich“, sagt der Garmisch-Partenkirchener
im Gespräch mit dem DUS Magazin. Die alpine
Ski-WM im Februar 2015 könnte für ihn an keinem besseren Ort stattfinden, schließlich hat er
dort 2007 seinen ersten Podestplatz im Weltcup
eingefahren. „In Vail und Beaver Creek habe ich
mich immer unheimlich wohl gefühlt“, erzählt der
Bayer, der bei der WM 2015 wieder ganz vorne
sein will: „Mein Ziel ist eine Medaille“, erklärt
Neureuther.
Hier dreht sich alles ums
Snowboarden und Skifahren
Als größtes Ski-Resort des Kontinents ist Vail
die Ikone des Skisports in Nordamerika, sein
Schwesterresort Beaver Creek bis heute der
Inbegriff von Luxus in den Bergen. Auf uns wirkt
das am Reißbrett entworfene Beaver Creek mit
seinen riesigen Chalets, den tausenden Weihnachtsbäumen und dem Eislaufring im Zentrum,
als sei es einem Bilderbuch mit naiver Malerei
entsprungen. Alles ist perfekt, alles nobel.
Der Skibus, mit dem wir ins Zentrum fahren,
hat feine Ledersitze, Holzintarsien und Lichterketten an der Decke. „Das ist also das berühmte Service-Paradies USA“, denken wir beim
Aussteigen – da stürzen auch schon zwei gute
Geister in Beaver Creek-Jacken mit Namensschildchen auf uns zu. Greg schnappt sich unsere
Ski, David winkt mit dem täglichen Pistenreport.
Zum Glück wird der legendär trockene Pulverschnee in Colorados Skigebieten nicht flächendeckend platt gewalzt. „Knapp ein Drittel der
Pisten sind heute unpräpariert“, klärt uns David
auf. Der tägliche „Grooming Report“ garantiert,
dass sich Anfänger nicht auf die naturbelasse30
US-Skistar Lindsey Vonn
präsentiert die WM-Damen-Abfahrt „Raptor“
in ihrem Heimatort Vail.
nen Runs verirren und wir sie schnellstmöglich
finden. „20 Zentimeter Neuschnee“, meldet der
Report. „You will have a great day!“, verspricht
Greg, während er uns über beheizte Gehwege
und Rolltreppen zum Lift führt.
Dort wartet schon Mike Williams, um uns die
Pisten zu zeigen, auf denen Vonn, Neureuther
und Co. im Februar um Medaillen kämpfen werden. Mike arbeitet seit Jahrzehnten als Skilehrer
in Vail und Beaver Creek. Er kennt jede Ecke der
WM-Gebiete und weiß: „In Beaver Creeks
weich-gespülter Schale steckt ein verdammt
harter Kern!“ Von der Luxus-Fassade sollten
wir uns nicht täuschen lassen, warnt Mike. Wie
in fast allen Resorts in Colorado könne man
natürlich auch hier Schneeschuhwandern, mit
Hundeschlitten- oder Pferdekutschen fahren
und auch mit Snowmobilen durch die Gegend
knattern – am Ende aber drehe sich doch alles
ums Snowboarden und Skifahren. Die eine Hälfte
der 148 Pisten zwischen dem 2255 Meter hoch
gelegenen Ort und dem 3488 Meter hohen Gipfel
sei zwar leicht bis mittelschwer, die andere Hälfte
aber höchst anspruchsvoll, weshalb Beaver
Creek zu Recht das Herz der alpinen Ski-WM
sei. Die meisten Rennen werden im Februar vor
seiner Bilderbuch-Kulisse ausgetragen.
Mit 120 Stundenkilometern ins Tal
Die schwierigen Abfahrten werden in den USA
„Black Diamond“, die allerschwierigsten „Double
Black Diamond“ genannt. Einige sind sogar mit
Warnschildern versehen: „Experts only!“ Zu den
K
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
Travel
Winter Wonderland Colorado
31
32
K
„Double Blacks“ gehören natürlich auch die
WM-Abfahrten – die „Birds of Prey“, auf denen
die Männer mit über 120 Stundenkilometern ins
Tal rasen werden und die neue Damen-Abfahrt
„Raptor“. „Das sind mit die schwierigsten Abfahrten im Ski-Weltcup“, hatten uns Felix’ Eltern,
Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, nach
ihrem letzten Besuch in Vail und Beaver Creek
erzählt.
Die Höhe ist Fluch,
aber auch Segen
Als wir mit Mike in die Birds of Prey hineinschießen, verstehen wir, was die beiden deutschen
Ski-Legenden meinten. Atemberaubend schlängelt sich die von hohen Fangzäunen gesicherte
Piste mit furchteinflößenden Steilstücken durch
die in Colorado bis zu den Gipfeln reichenden
Tannenwälder. Nach dem Adrenalinkick wechseln wir auf eine der sanft abfallenden GenussAbfahrten durch lichte Espen-Wälder. Die Höhe
fordert ihren Tribut. Wir sind ganz schön außer
Atem, obwohl wir uns im auch schon 1.600 Meter
hoch gelegenen Denver ein wenig akklimatisiert
hatten.
Die Höhe ist Fluch, aber auch Segen. Dank
der enormen Höhe der Skigebiete und der
trockenen Luft ist der Schnee in Colorado viel
pulvriger als in den Alpen. Spielend leicht lassen
sich die Ski in dem aufstaubenden Powder drehen. Die enorm breiten und fast menschenleeren
Pisten machen das Skifahren zum puren Vergnügen. Entspannt gleiten wir an riesigen Blockhütten vorbei. Einige der viele Millionen Dollar teuren
Villen direkt an den Pisten gehören Promis wie
Tom Hanks und Justin Timberlake.
Zu sehen bekommt man die Stars aber allenfalls mal in den feinen Berghütten Beano’s und
Zach’s Cabin. Abends sind diese Nobel-Skihütten auch für das normale Publikum zugänglich.
Dann können auch Touristen mit einem von einer
Pistenraupe gezogenen Schlitten zum Abendessen zu den Hütten hinauffahren. Mittags aber
heißt es: „Sorry, members only!“ Bis zu 100.000
Dollar kostet die Aufnahmegebühr.
Am nächsten Morgen wechseln wir mit dem
Skibus in knapp 20 Minuten ins 16 Kilometer
entfernte Vail, das nicht zuletzt europäische
Ski-Pioniere, wie der frühere österreichische
Rennläufer Pepi Gramshammer, zu einem der
besten Skigebiete der Welt gemacht haben. „Ein
Freund ist mal alle Pisten und Varianten gefahren
und hat mehr als eine Woche gebraucht“, erzählt
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
Travel
Winter Wonderland Colorado
Skilehrer Horst Essl. Der gelernte Kunstmaler aus
Österreich hat die Lüftlmalerei nach Colorado
gebracht und unter anderem die Fassaden des
Ski-Museums und des Gasthof Gramshammer
bemalt – im Sommer versteht sich. Im Winter
ist Horst jede Sekunde auf dem Berg. „Allein die
Vorderseite ist schon grandios. Viele wären überglücklich, wenn sie einen so weitläufigen Berg
hätten. Dabei ist er für uns nur der Einstieg ins
Paradies“, schwärmt Horst. Sein Paradies sind
die Back Bowls, eine Reihe von insgesamt mehr
als drei Kilometer breiten Talschüsseln.
Vollgas im Pulverschnee
„No friends on a powderday!“
Anders als in Europa darf man in Nordamerika die Pisten verlassen und innerhalb des
gesicherten Skigebietes in jeden Wald oder Hang
hineinfahren. So ergeben sich in den riesigen
Back Bowls unzählige Geländeabfahrten. „Und
das ist einzigartig“, erklärt Lindsey Vonn, die
nach ihrer Knieverletzung hart für ihr Comeback
bei ihrer Heim-WM arbeitet. Die Back Bowls
sind Lindseys „Lieblings-Areal“, erzählt Skilehrer
Horst, der jetzt zur Eile mahnt. „Hat es frisch
geschneit, musst du selbst in den riesigen Back
Bowls schnell sein“, meint der ausgewanderte
Österreicher. So höflich die Amerikaner sonst
auch sind, an Neuschneetagen gilt: „No friends
on a powderday!“ Also geben wir Vollgas und
jagen durch den fast knietiefen Pulverschnee.
Tempolimits gibt es hier nicht – anders als in
den sogenannten „Slow Zones“ auf den Pisten.
Dort wacht die Ski Patrol in allen Skigebieten in
Nordamerika darüber, dass Anfänger und langsamere Skifahrer nicht gefährdet werden. Rasern
wird der Skipass entzogen. In den USA wird auf
den Pisten nicht gerast und auf den Hütten auch
nicht exzessiv gefeiert oder getrunken. Hüttengaudi wie in Österreich gibt es in Colorado nicht.
Als wir an der Two Elk Lodge am Rand der Back
Bowls vorbeifahren, grölt denn auch kein Anton
aus Tirol, stattdessen ist leise Jazz-Musik zu
hören.
Ist die weiße Pracht in den Bowls durchpflügt,
weichen wir genauso wie Lindsey und die anderen Einheimischen nach Blue Sky Basin aus.
„Hier ist man mitten in der Natur und kann großartige Abfahrten durch die Wälder machen“,
schwärmt die viermalige Gesamtweltcupsiegerin. Der Gipfel des Blue Sky Basin-Areals ist
fast zehn Kilometer Luftlinie von Vail entfernt.
Hier sieht man nichts als die schneebedeckten
33
Colorados Skiorte: Von mondän bis skurril
Berge und unendlich weite Wälder, in denen im
Sommer Bären unterwegs sind. Zurück nach Vail
fahren wir natürlich Lindsey’s Run – eine schwarze Piste, die Vail seiner berühmtesten Skifahrerin
gewidmet hat.
Wer Glück hat, trifft die Freundin von Golfstar
Tiger Woods unten im Tal machmal beim Après
Ski. Das Lieblingslokal der zweimaligen Weltmeisterin ist das Vendetta’s. „Das ist ein italienisches
Restaurant mit guter Pizza und der Après SkiTreff der Einheimischen”, erklärt Lindsey. Das
Vendetta’s gehört noch zu den wenigen alteingesessenen Lokalen in Vail. Viele andere mussten
in den vergangenen Jahren neuen Top-Hotels,
Nobel-Boutiquen und Gourmet-Restaurants weichen. Kulinarisch steht Vail dem ewigen Rivalen
Aspen nun in nichts mehr nach, seitdem auch
Starköche wie Nobu Matsuhisa Dependancen
eröffnet haben.
Das einst alpine Stadtbild gleicht sich durch
die großen Neubauten aber immer mehr dem
anderer Ski-Resorts an. Die Amerikaner halten
Vail immer noch für eine Art Alpendorf, während
so mancher Europäer nicht viel Alpines mehr
entdecken kann und ein wenig das Western Flair
anderer Skiorte in Colorado vermisst. Vails Ortsbild mag Geschmackssache sein, für passionierte Skifahrer und Snowboarder bleibt es mit
seinen umliegenden, mit demselben Skipass
befahrbaren Schwesterresorts Beaver Creek,
Breckenridge und Keystone aber das Maß aller
Dinge in Colorado.
Zur WM schauen alle nach Vail und Beaver Creek. Colorado hat Winterurlaubern
aber noch viel mehr zu bieten: Zwei weitere Weltklasse-Resorts, viele Geheimtipps und das skurrilste Ski-Gebiet Nordamerikas. Wir beschränken uns hier
darauf, Ihnen vier davon kurz und knapp etwas näher vorzustellen.
Aspen
Hollywoodstars, Nobel-Boutiquen und Gourmet-Restaurants – Aspen ist das
St. Moritz Nordamerikas. Im Winter schweben Dutzende Privatjets auf dem kleinen Aspener Flughafen ein, dann wird das einstige Silberminenstädtchen zur
Bühne der Stars und Sternchen. Antonio Banderas wedelt die Hänge hinunter,
Jack Nicholson bummelt teuflisch grinsend durch die Fußgängerzone und Paris
Hilton räkelt sich in gewohnt knappem Outfit auf einem Schlitten für die Fotografen. Das Schaulaufen der Promis hat das 2.422 Meter hoch gelegene Aspen
zum berühmtesten Skiort der USA gemacht. Aber das knapp eine Flugstunde von
Denver entfernt liegende Städtchen hat nicht nur Glanz und Glamour zu bieten,
sondern auch eines der besten Skigebiete der Welt mit gleich vier Bergen: Den
3.417 Meter hohen Hausberg Aspen Mountain mit rassigen Steilhängen und herausfordernden Buckelpisten, die Könnern vorbehaltenen Aspen Highlands, Buttermilk mit sanften Anfängerpisten und gigantischen Halfpipes für Snowboarder
und Freestyler und das rund 30 Autominuten entfernte Snowmass-Areal, das mit
über 130 Pistenkilometern größer ist als die drei übrigen Berge zusammen. Alle
Gebiete sind mit kostenlosen Skibussen miteinander verbunden.
Telluride
Vor 100 Jahren war Telluride ein verrufenes Kaff im Wilden Westen. Im Schatten
des 4.060 Meter hohen Palmyra Peak raubte Gangster Butch Cassidy seine erste
Bank aus. Und das mitten auf der Main Street, die heute rund um das historische
New Sheridan Hotel mit seiner legendären Saloon-Bar noch aussieht, wie in den
wilden Zeiten. Wo sich einst Cowboys und Minenarbeiter mit leichten Mädchen
vergnügten, treffen sich heute Snowboarder und Skifahrer zum Après Ski. Der einstige Sündenpfuhl hat sich in ein Weltklasse Ski-Resort mit 120 Abfahrten verwandelt, das im Südwesten Colorados knapp zwei Stunden vom Flughafen Montrose
entfernt liegt. Viele halten Telluride sogar für das landschaftlich schönste Skigebiet Nordamerikas.
Steamboat
Steamboat behauptet den trockensten Pulverschnee Nordamerikas zu haben und niemand hat bislang widersprochen. Auf die sechs Gipfel des Skigebiets
rieseln pro Saison im Durchschnitt fast neun Meter feinster Powder nieder. Das
rund 260 Kilometer nordwestlich von Denver gelegene Resort mit über 160 Pisten
ist besonders bei Familien und Freestylern beliebt, die sich in gleich vier Funparks
austoben können. Müde Muskeln entspannt man abends in den Natural Hot
Springs. Ganz in der Nähe von Steamboat sprudeln über 150 heiße Quellen aus
dem Boden.
Ski-Legenden und USA-Fans Rosi Mittermaier
und Christian Neureuther in Colorado.
34
Copper Mountain
Copper lassen viele auf dem Weg nach Vail im wahrsten Sinne des Wortes links
liegen. Das Resort liegt gleich neben der Interstate 70 gut eineinhalb Stunden
westlich von Denver. Ein Abstecher lohnt. Copper bietet enorm viele Abfahrtsmöglichkeiten im unpräparierten Gelände und über 140 Pisten – eine davon
heißt Rosi’s, zu Ehren von Olympiasiegerin Rosi Mittermaier. Ihr Sohn Felix hat
das nur zufällig erfahren. „Als er dort zuletzt trainierte, sah er die nach Rosi benannte Abfahrt und hat uns gleich ein Foto geschickt“, erzählt sein Vater Christian
Neureuther.
K
Travel
Winter Wonderland Colorado
Anreise
Mit Air Berlin und One World-Partner American Airlines kommen Sie am besten
von Düsseldorf nach Vail. Zuerst nonstop vom Rhein nach New York, Abflug um
13:05, Ankunft um 15:35 Ortszeit. Knapp zwei Stunden später startet der Flug
AA 2448 direkt nach Vail, Ankunft um 20:10 Uhr.
Alternativ können Sie auch mit Lufthansa nonstop nach Chicago fliegen und
weiter mit United über Denver nach Vail. Dazu müssen Sie zwei Mal umsteigen,
aber die Reisezeit ist recht ähnlich: Abflug in DUS um 12:30 Uhr, Ankunft in Vail
um 20:11 Uhr.
Mit Air Berlin und American via New
York in den Schnee. Die beiden One
World-Carrier bieten im Winter die
schnellste Verbindung ab DUS in
Skigebiete Colorados. Infos über
Tarife und Umsteigeverbindungen
nach Colorado finden Sie unter
www.airberlin.com
.
Stopover in Denver
Auf dem Weg in Colorados Ski-Resorts lohnt ein Zwischenstopp in Denver. Die
Hauptstadt des Bundesstaates Colorado lockt mit Museen, gleich sieben ProfiSportteams, Shopping, Klasse-Restaurants und einer überraschend bunten Barund Café-Szene. Das Leben in Downtown spielt sich rund um die 16th Street und
den besonders schönen Larimer Square ab. Die auf 1609 Metern liegende „MileCity“ ist perfekt, um den Jetlag zu verkraften und sich an die Höhe der Rockies zu
gewöhnen.
Wintersport in Colorado
Colorado bietet westlich von Denver Dutzende Ski-Resorts. In diesem Winter
stehen Vail & Beaver Creek im Mittelpunkt. Die Ausrichter der alpinen SkiWeltmeisterschaft 2015 (2. – 15. Februar) sind zwei Ski-Gebiete der Extraklasse.
Zusammen mit den rund eine Autostunde entfernten Skigebieten Breckenridge
und Keystone gehören sie zu den Vail Resorts, die alle mit einem Skipass befahren werden können.
Unterwegs im riesigen Skigebiet
von Telluride. Wer in dem Weltklasse-Ski-Resort abfahren will,
hat die Qual der Wahl zwischen
120 Pisten.
Pisten & Lifte:
Vail (2476 – 3527 Meter):
193 Pisten, 53 % schwer, 29 % mittel, 18 % leicht, 31 Lifte.
Beaver Creek (2469 – 3488 Meter):
149 Pisten, 38 % schwer, 43 % mittel, 19 %leicht, 25 Lifte.
X
Infos
Kostenloses Infomaterial liefert das Colorado Tourism Office
www.colorado.com.
Alpine Ski WM 2015 Vail
Beaver Creek
www.vailbeavercreek2015.com
Vail Resorts
www.vailresorts.de
Aspen Snowmass www.aspensnowmass.com
Telluride: www.tellurideskiresort.com
Arapahoe-Basin arapahoebasin.com
Copper Mountain www.coppercolorado.com
Crested Butte
www.skicb.com
Steamboatwww.steamboat.com
Winter Park
www.winterparkresort.com
Alle Ski-Resorts Amerikas sowie viele Stories und News rund um den Wintersport
präsentiert ab Oktober das neue Online-Magazin www.ski-usa.net.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
35
„Alleine nach Schweden.“
Emil Kammerer aus Düsseldorf
36
Junior Travel
Was ist das Schönste
am Fliegen?
Wen möchtest du im
Flugzeug auf keinen
Fall neben dir sitzen
haben?
Was hast du auf deine
Reise alles mitgenommen?
„Das Essen. Beim letzten
Mal bekam ich Pizza.“
„Die gefährlichste
Schlange von der Welt.“
„Meinen Kopfhörer und
Musik von Peter Fox.“
Was hast du dir
von der Reise
mitgebracht?
„Süßigkeiten, Kaugummi
und ein rotes Modellflugzeug.“
Was war das
Schönste im Urlaub?
Mit Oma und Opa im Flugzeugmuseum.“
Was würdest du
machen, wenn du für
einen Tag Flughafendirektor wärst?
Was gefällt dir
hier am Flughafen
besonders gut?
Wohin möchtest du
einmal fliegen?
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
„Ich würde den Menschen
zeigen, wo es hier zum
Flugzeug geht.“
„Hier gibt es so viel zu
gucken und man kann
alles einkaufen.“
„Nochmal nach Australien,
mit dem größten Flugzeug
der Welt, dem A380.“
Emil Kammerer – gerade
mal sieben Jahre alt – ist ein
echter Reiseprofi und hat dementsprechend schon viel gesehen von der Welt. Mit seinen
Eltern machte er bereits in
Australien, in Spanien und in
Frankreich Urlaub. Und Schweden ist eine zweite Heimat für
den Düsseldorfer Knirps. Kein
Wunder, denn Mutter Susann
ist gebürtige Schwedin und die
Großeltern leben in Linköping.
Vor kurzem ist er sogar ‚alleine‘
nach Stockholm geflogen, um
Oma und Opa zu besuchen.
„Unaccompanied Minor“
heißt es im Airline-Jargon,
wenn Kinder ohne Begleitung
reisen. Flughafen und Fluggesellschaft übernehmen dann
die Betreuung während der
Reise.
„Ich hatte gar keine Angst“,
gibt Emil selbstbewusst zu Protokoll. „Eine nette Stewardess
hat sich die ganze Zeit um mich
gekümmert.“
Und am Stockholmer Flughafen warteten ja auch schon
Oma und Opa auf ihren Enkel.
37
P
Ray mag Micra
Ein neuer Roboter erleichtert das
Parken am Airport.
R
ay kommt auf leisen Sohlen daher. Aus dem Nichts,
und wie von Geisterhand gesteuert, taucht er vor
seiner Beute auf, greift mit seinen Krallen vorsichtig
unter die vier Gummipfoten, verschwindet mit ihr
in der Tiefe der Höhle und legt sie behutsam zu
all den anderen Beutetieren, die eng aneinander
gekauert darauf warten, nach ein paar Tagen ihren rechtmäßigen
Besitzern zurückgegeben zu werden.
Ray, der übrigens noch zwei Brüder hat, ist in diesem Falle kein
böses Monster, seine Beute keine hilflosen Tiere und die Höhle ist
das Parkhaus 3 am Düsseldorfer Flughafen. Ray ist der neue Parkroboter am Airport, der das Parken für seine Kunden bequemer,
schneller und leichter macht und für den Flughafen den Vorteil
bietet, den vorhandenen Parkraum effektiver nutzen zu können.
Sieht so – wie momentan im Erdgeschoss des Parkhauses 3 am
Düsseldorfer Flughafen – die Zukunft des Parkens aus? Die Idee ist
gar nicht so abwegig. Zur offiziellen Vorstellung von Ray kam ein
großer Tross an Medienvertretern angereist. „Der Spiegel“ widmete
dem Parkroboter eine Doppelseite und sogar amerikanische Journalisten wurden hellhörig.
Was macht diesen Ray so interessant? Wir wollten es wissen
und baten die Studentin Ann-Katrin Schmidt, ihr Auto in die Obhut
seiner Fangarme zu geben. „Studenten gehören zwar nicht unbedingt zum Kundenstamm von Ray, sondern eher Geschäftsreisende“, sagt uns Lars Randerath vom Bereich Parken am Airport, aber
für beide dürfte gelten, dass das Herumkurven in Parkhäusern und
das Einparken nicht unbedingt zu ihren Lieblingsbeschäftigungen
zählt.
Ann-Katrin hat sich vor ihrer Fahrt zum Airport auf der Flughafen-Webseite dus.com einmalig kostenlos registriert und einen
Parkplatz für den Zeitraum ihrer Reise reserviert. Damit Ray ihr
Auto später erkennt, hat sie ihr Nummernschild eingegeben und
ihre Flugnummern von Hin- und Rückflug hinterlassen. Ray aufzuspüren ist kinderleicht. Am Parkhaus 3 zeigt ein großes Schild
„PremiumPLUS Parken“, wo es lang geht. Mit der EC- oder Kreditkarte, die Ann-Katrin bei der Anmeldung ebenfalls angeben hat,
öffnet sich die Schranke, dann fährt sie ihren roten Micra in eine
der sechs blau ausgeleuchteten Übergabeboxen. Ein grüner Haken
auf dem Bildschirm vor ihr zeigt, dass sie richtig steht. Ähnlich wie
in einer Waschanlage. Auf dem gleichen Bildschirm wird die Studentin vom linken Niederrhein mit Namen begrüßt. Jetzt kann der
Wagen entladen werden. Und damit auch wirklich nichts im Auto
vergessen wird, muss Ann-Katrin am Monitor noch beantworten,
38
ob sich Menschen, Tiere oder eventuell noch Gepäck im Wagen befinden. Denn wenn Ray erst einmal den Micra abtransportiert und
platzsparend untergebracht hat, kann es dauern, bis er sich wieder
zum richtigen Wagen vorgearbeitet hat.
Sobald Ann-Katrin mit einem Knopfdruck bestätigt hat, dass
niemand mehr im Wagen ist, scannt sie lediglich noch mit der
„DUS PremiumPLUS-Parking“-App den dargestellten QR-Code
oder druckt sich ein QR-Ticket aus und schon kann sie beruhigt ins
gegenüberliegende Terminal gehen und für ihren Flug einchecken.
Derweil wird der Wagen unsichtbar von einem Laser vermessen
und von Ray abgeholt. Der Roboter kann die Autos extrem platzsparend parken, weil viel weniger Zufahrtswege notwendig sind
und kein ausreichender Abstand zum Nachbarauto eingehalten
werden muss. Es muss ja niemand mehr aus- oder einsteigen.
„Das ist wirklich beindruckend“, schwärmt Ann-Katrin, „keine
Parkplatzsuche, kein Herumkurven.“ Genauso zügig geht es auch
bei ihrer Rückkehr. Das System ist mit der Flughafendatenbank
verbunden und weiß, wann sein Kunde zurückkommt und ob er
Handgepäck dabei oder größere Stücke aufgegeben hat. Kurz
nach der Landung – sind Koffer verladen gewesen, einige Minuten
später – bekommt der Kunde seinen Wagen in einer der sechs
Boxen abgestellt. Welche, wird einem auf dem Handy mitgeteilt,
aber auch auf einem Anzeigemonitor beim Abholen des Wagens.
Ann-Katrin hatte für ihren Rückflug einen Koffer aufgegeben. Das
System bekommt automatisch eine Mitteilung, wann Ann-Katrins
Kofferband rollt und weiß deshalb exakt, wann ihr Wagen bereitzustehen hat. Jetzt muss sie nur noch einsteigen und das Parkhaus
verlassen. „Mein Wagen steht sogar schon in Fahrtrichtung abfahrbereit“, freut sich Ann-Katrin und flitzt nach Hause.
Die Vorteile von Ray
• keine Parkplatzsuche – für mehr Zeit vor dem Abflug
• außergewöhnlicher Parkkomfort durch vollautomatisches Einparken
• überwachter moderner Parkbereich mit faszinierender Technik
• keine Schlüsselabgabe für den Ein- und Auslagerungsvorgang
• bargeldlose Bezahlung per EC- oder Kreditkarte
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
39
40
Irasshaimase – Willkommen!
In Tokio leitet Dr. Andreas Moerke die japanische
Tochtergesellschaft der Messe Düsseldorf
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
41
W
er im Worldwideweb
nach Dr. Andreas Moerke
sucht, bekommt Treffer,
die sich fast immer um Japan drehen. Der deutschjapanische Wirtschaftskreis
taucht im Zusammenhang mit
seinem Namen auf, das Deutsche Institut für Japanstudien, Japans Zukunftsindustrien, die Japanvertretung der Düsseldorfer
Messe in Tokio oder etwa eine Doktorarbeit zum
Thema „Organisationslernen über Netzwerke:
Die personellen Verflechtungen von Führungsgremien japanischer Aktiengesellschaften“.
Und dann findet sich noch folgendes Zitat, das
keinen Zweifel mehr daran lässt, dass dieser
Mann mit urdeutschem Namen wohl so fest mit
dem Land des Lächelns verbandelt ist, wie der
rote Punkt in einer Japanflagge. „Die japanischen Aussteller sind sehr zufrieden“, sagt
er. „Die Standaktivitäten haben viele Besucher
angelockt.“
42
Messe Düsseldorf
Irasshaimase – Willkommen!
Wir stellen fest: kaum ein Suchergebnis im
Zusammenhang mit Dr. Moerke, das nicht irgendwo „Japan“ im Text hat. Und das hat seinen
guten Grund. Dr. Andreas Moerke ist Geschäftsführer der „Messe Düsseldorf Japan“, er lebt in
Tokio und ist seit seiner Jugend von Japan und
seinen Menschen in den Bann gezogen. Unsere
erste Begegnung findet dann untypischerweise
nicht in Tokio statt, sondern in Düsseldorf. Genau
genommen auf den weltweit renommierten
Leitmessen „wire & Tube“, die Düsseldorf an
diesen Tagen zur Welthauptstadt der Draht- und
Rohrindustrie machen.
Am Rande der Ausstellungsflächen begrüßt
er in einer Art bayerischem Biergarten japanische Aussteller und übersetzt den anwesenden
Japanern flüssig die Ansprachen von Messegeschäftsführer Joachim Schäfer und dem
japanischen Generalkonsul Kaoru Shimazaki.
Nach einem Messetag wollen die japanischen
Aussteller sich bei dem, was gerne als „deutsche
Kultur“ im Ausland angesehen wird, entspannen.
Zwischen Brezeln, Leberkäs, höflichen Ansprachen und folkloristischer Stimmungsmusik
bleibt für Moerke wenig Muße. Sein Messetag
ist noch lange nicht zu Ende. Er bleibt auch nach
Feierabend Ansprechpartner für die japanischen
Aussteller. Etwa 20 japanische Firmen sind zu
wire & Tube nach Düsseldorf gekommen, um
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
Japaner sind rücksichtsvoll.
Selbst in der Hauptverkehrszeit
geht es diszipliniert zu.
Wenn sich Dr. Andreas Moerke
mit den Düsseldorfer Kollegen
austauscht, dann – bedingt
duch die Zeitverschiebung –
am besten abends.
43
ihre Innovationen zu präsentieren. Wer kann sie
besser beraten als Dr. Moerke. Seit 1998 treten
beide Messen gemeinsam an. 70.000 Besucher
werden es am Ende sein, die zu den Weltleitmessen wire & Tube gekommen sind. Seit über 100
Jahren gilt Düsseldorf als heimliche Hauptstadt
der Rohrbranche.
Die heimischen, weltweit bekannten Messen
wie etwa wire & Tube, MEDICA, K, drupa, interpack bilden das eine Standbein der Düsseldorfer
Messemacher am Rhein. Deutschland ist mit
sieben der fünfzehn umsatzstärksten Messegesellschaften weltweit der Standort für Messen
und Ausstellungen schlechthin. Nicht weniger
als zwei Drittel aller führenden Weltleitmessen
finden hier statt. Mit allein 24 davon nimmt die
Messe Düsseldorf Gruppe international einen
Spitzenplatz ein.
Das andere Standbein der Messe Düsseldorf
sind die erfolgreichen Auslandsaktivitäten. Und
hier kommt wieder Dr. Moerke ins Spiel. Er ist
einer von vielen Repräsentanten, die den Slogan
„Basis for Business“ fernab der heimischen Märkte
in die Tat umsetzen.
Wir verschieben unseren Termin, heute genießen seine japanischen Gäste verständlicherweise
den Vorzug. Also verabreden wir uns deshalb
einige Tage später im Kongresscentrum. Bevor
er wieder zurück nach Tokio muss, wollen wir mit
ihm über „seinen Markt“ reden.
Und das fällt ihm leicht. Schließlich lebt er seit
2007 in Tokio. „Mittendrin, da wo es brummt“ hat
die japanische Messetochter ihre Büroräume, der
Kaiserpalast ist ganz in der Nähe. „Es ist wichtig
für unsere Reputation, eine Dependance mitten
im Zentrum zu haben“, sagt Dr. Moerke. Vier feste
Mitarbeiter und zwei Teilzeitkräfte tun dort genau
das, was in Düsseldorf am Rhein seit 1974 erfolgreich vorgemacht wird: Unternehmen eine Plattform bieten, damit sie ihre Produkte präsentieren
können. Produzenten und Konsumenten sowie
Unternehmen und Experten zusammenführen.
Und mit ihren Auslandsrepräsentanzen bietet die
Messe den Unternehmen neue Chancen, sich
in den Wachstumsmärkten dieser Welt und im
globalen Markt zu positionieren. Insgesamt acht
Tochterunternehmen sind über den ganzen Globus verteilt. Eine davon ist die Messe Düsseldorf
Japan. Am Standort Tokio unterstützt sie Firmen
bei der Erschließung neuer Marktchancen und
der Pflege geschäftlicher Kontakte. Die Tochter44
gesellschaft sorgt im Full-Service für professionell
vorbereitete Präsenz japanischer Unternehmen
bei Messen in Düsseldorf, aber auch weltweit.
Seit 20 Jahren haben die Düsseldorfer
Messemacher ein Standbein in der japanischen
Hauptstadt und machen ein Top-IncomingGeschäft. Seit sieben Jahren hat Dr. Moerke
dort das Ruder in der Hand. Als er 2006 von der
Messe Düsseldorf einen Anruf erhielt und ihm
der Geschäftsführerposten für die japanische
Tochtergesellschaft in Tokio angeboten wurde,
war die Zusage nur folgerichtig. Denn Andreas
Moerke war der ideale Kandidat für diesen Job.
Von seinem Vater hatte er die Asienaffinität mitbekommen. Der unterrichtete bereits in Ostasien
Deutsch. Dr. Moerke studierte Japanologie und
promovierte in Betriebswirtschaft, das Thema
seiner Dissertation hatten wir bereits erwähnt:
Darin analysiert er die Zusammenhänge zwischen personellen Verbindungen und wirtschaftlichen Entwicklungen von der Mitte der 1980er
Jahre bis in die jüngste Vergangenheit.
Die Entscheidung zwischen wissenschaftlicher Karriere oder Job in der Wirtschaft war
spätestens dann überfällig, als er begann, sich
als Berater für mittelständische Unternehmen,
die im japanischen Markt Fuß fassen wollten,
einen Namen zu machen. Mit zwei Freunden
baute er eine Firma auf, die sowohl japanischen
Messe Düsseldorf
Irasshaimase – Willkommen!
Die Düsseldorfer Messe ist mit
69 Auslandsvertretungen für
132 Länder weltweit vernetzt.
Dr. Andreas Moerke schafft die
„Basis for business“ in Tokio.
DUS MAGAZIN 41 | Herbst 2014
45
Messe Düsseldorf
Irasshaimase – Willkommen!
Energy Storage Summit Japan
Am 6. November 2014 werden Unternehmen, Wissenschaftler und japanische
Regierungsvertreter im Akasaka Station
TKP Conference Center in Tokio zum
1. Internationalen Energy Storage
Summit Japan zusammenkommen und
Fragen rund um das Thema Energiespeicherung zu erörtern. Dem Summit
wird ein Tag mit Unternehmensbesuchen
vorgeschaltet sein.
Mit dem Energy Storage Summit Japan
etabliert die Messe Düsseldorf das Thema
neben Deutschland, China, Indien und
den USA in einem weiteren führenden
Markt der Welt und führt erstmals eine
Konferenzmesse in Japan durch.
Der Japanfachmann
Moerke weiß um die
kulturellen Unterschiede
zwischen Deutschen und
Japanern. Das macht
ihn für seine japanischen
Geschäftskunden zum
kompetenten Ansprechpartner.
46
als auch deutschen Unternehmen halfen, Absatzmärkte zu finden. Der Anruf aus Düsseldorf
machte ihn dann 2007 zum Incoming-Fachmann
für das Auslandsgeschäft der Messe Düsseldorf
in Japan. Dank seiner exzellenten Sprachkenntnisse und seines hervorragenden Verständnisses
der japanischen Gesellschaft weiß er wie seine
Ansprechpartner „ticken“. Im interkulturellen
Austausch kann schnell etwas schief gehen.
Pressemitteilungen, die Website und alle Newsletter wurden fortan in Japanisch erstellt und
nicht mehr in Englisch. „Wenn wir im japanischen
Markt agieren wollen, müssen wir den Content
in Japanisch bieten.“ Auch gibt es jetzt viel mehr
Informationen über den europäischen Markt. „Ich
möchte die Kunden früh abholen und nicht erst,
wenn die nächste Anmeldung zur Messe fällig
wird.“ In Tokio bietet Moerke seinen Geschäftspartnern vor allem eins: Beratung und professionelle Unterstützung bei der Erschließung neuer
Märkte und Branchen. Mit dem Energy Storage
Summit Japan im November diesen Jahres führt
die Messe Düsseldorf Gruppe erstmals eine
internationale Veranstaltung in Tokio durch.
Dank der neuen Nonstopverbindung von All
Nippon Airways rücken Düsseldorf und Tokio
jetzt enger zusammen. Aber nicht nur geschäftlich ist diese Megametropole mit rund acht Millionen Einwohnern allein in den inneren Distrikten
und über 24 Millionen Menschen im gesamten
Ballungsraum interessant. „Der öffentliche Raum
wird hier geachtet und gepflegt“, schwärmt
Moerke. An einem Ort, am dem so viele Menschen zusammenleben, ist diese Rücksichtnahme nicht nur vorteilhaft, sondern geradezu
notwendig. Der Einzelne tritt für das Gemeinwesen in den Hintergrund. Auch die enorme
Servicequalität lässt Moerke nicht unerwähnt.
„Man kann rund um die Uhr alles erledigen.“ Und
dann sei da noch das exzellente Essen: „Tokio ist
der perfekte Ort, um zu schlemmen.“
Dr. Andreas Moerke hat sich eine zweite Heimat in Tokio geschaffen. Diese Megastadt biete
mit ihren spannenden Gegensätzen einen ungeheuren Lebenskomfort. Sie sei einerseits klein
und direkt, gleichzeitig aber auch groß und weit.
Trotz der vermeintlichen Enge und der siebenstündigen Zeitverschiebung zu Deutschland, die
Moerkes Arbeitsrhythmus diktiert, – schließlich
gehört ein permanenter Austausch mit den Düsseldorfer Kollegen zum Tagesgeschäft – bleibt
genügend Zeit und Raum, um seinen Hobbies
nachzugehen. Sport, zum Beispiel Schwimmen,
Radfahren, Laufen, entspannt ihn. Außerdem
kocht er gerne.
Trotz aller Sympathie für das Land der aufgehenden Sonne zieht es ihn im Sommerurlaub
immer wieder nach Deutschland. „Am liebsten
ans Meer.“ ‚O machi shite imasu – Sie sind immer
herzlich willkommen‘, können wir da aus deutscher Sicht nur sagen.
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
29
Dateigröße
6 872 KB
Tags
1/--Seiten
melden