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Ausgabe September 2014 als PDF - Rollikids

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29.09.2014
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G 30 80 | Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e. V.
Sport + Mobilität
mit Rollstuhl
Nr. 09 | SEPTEMBER 2014
33. Jahrgang
• Schwimm EM:
Kirsten Bruhn krönt Abschied
mit drei Medaillen
• E-Rollstuhlhockey-WM
Niederländer sichern
sich den Titel
rollikids.de
GRUNDLAGEN SCHAFFEN
A R B E I T A M D E TA I L L
FA M I L I E N S P O R T K U R S I N R H E I N S B E R G L
HANDBIKESICHERHEITSTRAININGL
A L L E V E R A N S TA LT U N G E N
ALLE TERMINE 2015L
www.rollstuhlsport.de
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Motiv wie 0514
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VORWORT
Lassen Sie uns gemeinsam
was ins Rollen bringen!
Liebe Mitglieder des DRS,
liebe Freundinnen und Freunde des
Rollstuhlsports,
Sport ist nicht nur im Hinblick auf eine gesunde Lebensweise empfehlenswert. Betrieben mit Gleichgesinnten werden
durch ihn gemeinsame Erlebnisse und die Grundlage für einen aktiven und mobilen Alltag geschaffen.
Wie in keinem anderen Lebensbereich gelingt es im Sport,
Menschen zu vereinen. Menschen mit unterschiedlichen Möglichkeiten können Barrieren überwinden und Gemeinsames erreichen. Inklusive Sportangebote gehören bereits in vielen Vereinen zum Portfolio.
Walter Scheel,
DRS-Ehrenpräsident
Die gesamtgesellschaftlich stetig wachsende Bedeutung von Inklusion möchte die neue Kampagne des DRS ›Gemeinsam was ins Rollen bringen‹ nutzen und zeigen, dass Inklusion durch Sport
gelebt wird und Sport einen ganz wesentlichen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen leistet.
Die Förderung von Sport und Mobilität ist originäre Aufgabe des DRS. ›Stark im Sport, voll im Leben‹ – gemäß diesem Motto wollen wir eine große Öffentlichkeit schaffen und auf die vielfältigen Rollstuhlsportangebote aufmerksam machen und Menschen mit und ohne Behinderungen
zum Sporttreiben bewegen. Auffällig, witzig, modern – so sollen vor allem junge Menschen von
der Kampagne angesprochen und für Inklusion durch Sport sensibilisiert werden.
Basis und Garanten unseres Vorhabens, den Inklusionsgedanken und den Ausbau von Rollstuhlsportangeboten zu fördern, sind unsere Vereine und Sportgruppen, die durch ihre tägliche Arbeit grundlegend den Weg in eine inklusive Gesellschaft bereiten. Grundpfeiler unseres Verbandswesens sind die vielen ehrenamtlich für den Rollstuhlsport Engagierten – ihnen allen gebührt unser Dank und sie gilt es besonders, in ihrem Tun zu stärken.
Dr. Klaus Kinkel,
DRS-Ehrenpräsident
Die geschaffene verstärkte Aufmerksamkeit für uns und unsere Sache möchten wir nutzen, um
durch unterstützende Maßnahmen die bestehende Vereinsarbeit nachhaltig zu stärken, wie
auch um Interessierte zu ermutigen, sich einzubringen und den Ausbau von Angeboten voranzutreiben. Bei Fragen rund um den Au bau von Rollstuhlsportgruppen oder neuen Vereinen beraten und unterstützen wir gern.
Die Kampagne selbst kann jedoch nur ein Anstoß sein – mit Leben muss sie durch Mitwirken gefüllt werden. Alle sind aufgerufen, die Angebote zu nutzen und aktiv an ihrer Gestaltung mitzuwirken.
Seien Sie dabei und lassen Sie uns gemeinsam noch viel mehr ins Rollen bringen.
Herzlichst
Ulf Mehrens
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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INHALT
Impressum
Sport + Mobilität mit Rollstuhl
Informationsschrift des DRS e.V.
33. Jahrgang, Heft 09/2014 – Sept. 2014
Herausgeber
Deutscher Rollstuhl-Sportverband
Friedrich-Alfred-Str. 10 · 47055 Duisburg
www.rollstuhlsport.de
www.facebook.com/rollstuhlsport
28
Redaktion und Layout
Pleßmann Design
Gregor Pleßmann, g.p. (verantw.)
Lambertus-Kirchplatz 7 · 59387 Ascheberg
redaktion@rollstuhlsport.de
Anzeigen
Pleßmann Kommunikations Design
Es gilt die Preisliste Nr. 15/2013
Mit Beiträgen von
Ulf Mehrens, Julia Walter, Kevin Müller,
Andreas Joneck, Christel Schlisio, Ute Herzog,
David Lebuser, Michaela Muth, Simone
Trimborn-Hömberg/Tatjana Sieck, Marc
Schuh, Heiko Striehl, Klaus D. Herzog, Gudrun
Köberle, Horst Strohkendl, Kai Kramer, Silvia
Hosse, Thomas Stephany, Aggi WiggersSembritzki, Sarah Stöcker, Kerstin Abele,
Carola Strobel, Johannes, Susanne Lang,
Andreas Hardt
Druck
Burlage Druck + Einband, Freckenhorst
Erscheinungsweise
monatlich
Verkaufspreis
ist durch den DRS-Mitgliedsbeitrag abgegolten. Nichtmitglieder können ›Rollstuhlsport‹
über die DRS-Geschäftsstelle beziehen.
Einzelheft: 2,00 € – Jahresabo: 20,00 €
(Inland, Ausland zzgl. Porto)
Redaktionsschluss
Redaktionsschluss ist jeweils der 5. des Vormonats. Digitale Daten für Artikel/Fotos senden Sie bitte an redaktion@rollstuhlsport.de.
Hinweis
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben
nicht unbedingt die Meinung der Redaktion
wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen.
Titelbild
Abenteuerlust und eine Portion Mut
bewiesen die Teilnehmer/innen des
1. Rollikids Skate Day in Dortmund.
Foto: Malte Wittmershaus
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
8
30
OKTOBER 2014
KURZ & BÜNDIG
6
NEUE KAMPAGNE
Der DRS bringt was ins Rollen
45
KBZO
Kleiner Beitrag zur Inklusion
45
ROLLSTUHLTENNIS
Demo am Rothenbaum in
Hamburg
MENSCHEN
8
27
INTERVIEW
Kirsten Bruhn zum Abschied ihrer
Schwimmkarriere
TITEL
9
SCHWIMM EM
Bruhn krönt Abschied mit drei
Medaillen
14
WM E ROLLSTUHLHOCKEY
Niederländer sichern sich den
WM-Titel 2014
NACHRUF
Servus und Danke Herbert!
SPORT VOR ORT
10
RBB EM HANNOVER
EM-Rang drei für deutsche
U25-Juniorinnen
18
ROLLIKIDS
Grundlagen schaffen – Arbeit am
Detail
16
PARA KANU EM
Konkurrenz wird größer
22
24
MOBIKURSE FÜR ERWACHSENE
Still sitzen gilt nicht
ROLLIKIDS SKATE DAY
Die eigenen Grenzen ein Stück
erweitern
25
27
RBC KÖLN 99ERS
RBB beim DFB-Sommercamp
ROLLIKIDS MOBIKURSE
Für’s Leben lernen
26
30
SPORT VOR ORT
Nostalgie 1972
EHEMALIGE ROLLIKIDS
»Wie war das so als ›rollikid‹?«
Marc Schuh gibt Antworten
34
RBC KÖLN 99ERS
Die ›Rolli Rookies‹ kommen
26
ROLLIKIDS ANSPRECHPARTNER
Adressen des Fachbereiches
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18
28
ROLLIKIDS SCHNELLFAHREN
Der Spaß kommt von ganz alleine
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FAMILIENSPORTKURS
Rheinsberg sucht die Supertalente
33
ERFAHRUNGSBERICHT
Pro Activ mit Freeway und alber
Twion Antrieb
34
FAMILIENSPORTKURS
»Wir haten imer vihl Spass«!
39
ERFAHRUNGSBERICHT
»Erlebnisreiche Zeit auf Teneriffa«
40
ROLLIKIDS BUS
»Big wheels keep on turning …!«
41
ROLLIKIDS TERMINE
Fachbereichstermine 2015
42
ROLLIKIDS HANDBIKE
SICHERHEITSTRAINING
»Nächstes Jahr wieder!«
FACHBEREICHE
27
ROLLSTUHL RUGBY
KidzCamp in Neckargemünd
31
ROLLSTUHL RUGBY
Rollstuhl Rugby in Baden
DRS SERVICE
36
36
REHACARE 2014
Fachmesse und Kongress für
Menschen mit Behinderungen
REHACARE 2014
DRS auf der Rehacare
37
44
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PARTNERFORUM
46
AUSSCHREIBUNGEN UND
ERGEBNISSE
DRS ANSPRECHPARTNER
DRS TERMINKALENDER
Oktober 2014
Die DRS rollikids trauern um
Klaus Mangelmann
aus Duisburg.
Klaus, selbst langjähriger aktiver Rollstuhlsportler,
setzte sich mit seinem ganzen Herzen für die Jugendarbeit
im DRS ein und brachte vielen kleinen Rollifahrern den
Umgang mit dem Rollstuhl bei.
Er verstand es, die Menschen zu begeistern, die Kids zu
motivieren und er blieb jedem, der ihn kennenlernte in
positiver Erinnerung.
Auch wir werden Klaus Mangelmann immer in Erinnerung behalten und danken
ihm herzlich für sein Engagement.
Unser herzliches Beileid gilt seiner Frau, seiner Familie und seinen Freunden.
Ute Herzog, Ingrid Kühne mit Sven für die DRS rollikids
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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KURZ & BÜNDIG
Unter diesem Mo o startet der DRS seine
durch die Ak on Mensch geförderte Inklusionskampagne unter der Schirmherrscha von Bundesministerin Andrea Nahles. Alle Vereine sind aufgerufen Gemeinsam was ins Rollen zu bringen!
Durch Inklusion gewinnen alle
Wir stellen gemeinsam die Förderung
von Inklusion in der Gesellschaft und die
Forderung nach einem gemeinsamem
Miteinander in das Zentrum der Kampagne und zeigen, dass Inklusion im Sport
heute bereits gelebt wird und sich der Inklusionsgedanke des Sports auf andere
Lebensbereiche übertragen lässt.
Stark im Sport, voll im Leben
Zielgerichtet wollen wir mit den dynamischen Motiven die gesamte Gesellschaft,
von Jung bis Alt ansprechen und so eine
nachhaltige öffentliche und politische
Wahrnehmung erzeugen.
Die beeindruckenden Leistungen von
Rollstuhlsportlern sowie das vielfältige
Rollstuhlsportangebot der Vereine werden auf breiter Basis präsentiert. Nacheifern? Kein Problem! – Noch nicht aktiv gewordene werden motiviert, Hemmschwellen zu überwinden, selbst sportlich aktiv zu werden und sich in einem
von über 330 Vereinen zu engagieren –
denn: Wer stark im Sport ist, steht auch
voll im Leben.
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Der DRS bringt
was ins Rollen
Förderung des Inklusionsgedankens durch Sport steht im Fokus
entsteht, die gemeinsam was ins Rollen
bringt.
Vereine, die bislang noch kein Rollstuhlsportangebot haben, werden hinsichtlich inklusive Angebote informiert
und bei der Umsetzung durch Beratung
und Ausbildung von Trainern und
Übungsleitern unterstützt.
So profi eren Sie als Verein
Im Fokus der Kampagne steht die Stärkung der Basisarbeit. Mit unseren Angeboten möchten wir unsere Vereine in ihrer täglichen Arbeit unterstützen. Nutzen
Sie die durch die Kampagne erhöhte Aufmerksamkeit für Rollstuhlsport, um Interessierte, Partner und Förderer für Ihre
Angebote zu begeistern. So können Sie
beispielsweise von unserem Angebot
pro itieren:
und Projekten unter dem Kampagnenmotto gemeinsam mit dem DRS
■ Öffentlichkeitswirksames Bewerben
des Vereinsangebotes durch über die
Website zum Download zur Verfügung
gestellten Materialien
Der Startschuss zur Kampagne erfolgte
am 19. September 2014 in Hamburg. Alle
Vereine werden im Anschluss umfassend
über die Kampagne und ihre Möglichkeiten informiert.
Das bringen wir ins Rollen
Flächendeckend sollen Angebote für alle
Interessierten geschaffen und stetig erweitert werden. Eine Plattform für alle,
die eine Möglichkeit suchen, Rollstuhlsport zu betreiben, ist ab Herbst 2014 die
Webseite www.ins-rollen-bringen.de.
Über eine interaktive Vereinslandkarte
können sich Sportgruppen und Vereine
hier mit ihrem Angebot darstellen. Interessierte, die im bestehenden Angebot
nicht das Richtige für sich inden, werden
über das Forum mit Gleichgesinnten zusammengebracht. Bei allen Fragen rund
um die Vereinsgründung steht der DRS
als kompetenter Ansprechpartner mit
Rat und Tat zur Seite. Eine Community
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Kampagnenmotiv mit
Annika Zeyen.
■ Präsentation des Vereins und seines
Angebotes über die kampagneneigenen Kanäle
■ Aktive Mitgliederakquise durch Nut-
zung der vom DRS zur Verfügung gestellten Materialien
■ Nutzung von Kampagnenmaterialien
zur Information und dem Gewinnen
von Partnern und Fördern
■ Vergrößerte Präsenz bei massenwirk-
samen Events vor Ort durch Nutzung
von über den DRS bezogenen Eventmaterialien
■ Durchführung von Veranstaltungen
Ab Frühjahr 2015 ist die Kampagne
dann deutschlandweit bei Aktionstagen präsent.
Seien Sie mit dabei, die Kampagne
lebt von Ihren Ideen und Ihrem Engagement. Bringen Sie noch heute was ins
Rollen.
Kontakt
Deutscher Rollstuhl-Sportverband
Julia Walter
Projektkoordinatorin
›Gemeinsam was ins Rollen bringen‹
Friedrich-Alfred-Straße 10
47055 Dusiburg
Fon 02 03 / 71 74-191
julia.walter@rollstuhlsport.de
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Foto: Peter Lindoerfer
MENSCHEN
INTERVIEW MIT KIRSTEN BRUHN
»Ein Urschrei des Jubels –
und der Erleichterung.«
S
chöner hätte der Abschluss nicht
sein können«, sagt Kirsten Bruhn.
Mit zwei Goldmedaillen und einmal Bronze verabschiedet sich die querschnittgelähmte Schwimmerin endgültig
von der internationalen Bühne. Über ihre
letzte Europameisterschaft, ihre großartige Karriere und ihr Leben danach
sprach Kevin Müller mit der 44-Jährigen.
Kirsten Bruhn, es ist vorbei. Zweimal Gold
und einmal Bronze bei Ihrer letzten
Europameisterschaft und dem Abschied
aus der Nationalmannschaft. War das der
perfekte Abschluss?
Kirsten Bruhn: Das war es de initiv, schöner hätte es nicht sein können. Ich habe
sogar mehr mitgenommen als erwartet.
Natürlich habe ich über 100 Meter Brust
und 100 Meter Rücken mit Medaillen spekuliert. Dass es dann aber zweimal Gold
wird und ich auch noch über 50 Meter
Freistil Bronze gewinne, damit hatte ich
nicht gerechnet. Und sogar die Zeiten waren gut – das ist für mich das Sahnehäubchen.
Eigentlich viel zu schade, um aufzuhören –
zumal Sie die Strecken weiterhin
dominieren. Wären die Paralympics in Rio
2016 nicht auch noch eine reizvolle
Herausforderung?
Kirsten Bruhn: Natürlich, aber man sollte
sein Bauchgefühl nicht ignorieren – und
das hat mir klar signalisiert, dass es jetzt
die richtige Zeit ist, um einen Schlussstrich zu ziehen. Der Spaß an der Sache
ist die oberste Maxime und der geht irgendwann etwas löten, wenn man zwölf
Jahre am Stück Leistungssport gemacht
hat. Auch der Körper ruft allmählich
›Stopp‹, speziell die Schultern machen
Probleme.
Davon war in Eindhoven aber für den
Außenstehenden nichts zu sehen.
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Kirsten Bruhn: Gerade die 100 Meter Rücken waren die Hölle für mich. Nach der
Wende habe ich mich nur noch gequält
und hatte schon gedacht, dass es nicht
mehr reicht. Beim Anschlag habe ich
dann einen Urschrei losgelassen.
Vor Freude?
Kirsten Bruhn: Sagen wir so: Es war ein
Urschrei des Jubels – aber auch der Erleichterung, dass es jetzt vorbei ist. Das
Ventil war auf, und ich habe alle Emotionen herausgelassen. Die Nervosität war
vor den Rennen doch ziemlich groß. Unterschwellig schwingt natürlich schon
mit, dass es die letzten Wettkämpfe sind
und man vom Gefühl her einen schönen
Abschied haben möchte.
Blicken Sie nicht doch mit etwas
Wehmut zurück?
Kirsten Bruhn: Nein, dafür bin ich zu sehr
Pragmatikerin. Ich habe den Entschluss
so gefasst und ziehe ihn jetzt auch durch.
Nichtsdestotrotz blicke ich gerne auf die
Zeit zurück. Es waren zwölf tolle Jahre, in
denen ich unglaublich viele Eindrücke
und Erfahrungen sammeln durfte, die mir
keiner mehr nehmen kann. Außerdem
war es eine Entwicklung, die mir persönlich sehr gut getan hat, um nach dem Motorradunfall damals mit meinem Leben
klarzukommen. Das war alles sehr wohltuend für mich und der Sport hat mir dabei sehr geholfen. Ich konnte es zwar
nicht ständig genießen, da ich ein sehr
ehrgeiziger Mensch bin, aber als Fazit
kann ich sagen: es war immer schön.
Dreimal Paralympics-Gold, sechsfache
Welt- und achtfache Europameisterin:
Jeder Fußballer hätte wohl ausgesorgt. Sie
auch?
Kirsten Bruhn: Das wäre schön, aber zurücklehnen kann ich mich jetzt nicht, sondern muss mir weiterhin Lohn und Brot
Kirsten Bruhn
verdienen. Ich bin Mitarbeiterin der Pressestelle des Unfallkrankenhauses in Berlin und dort in der Funktion als Botschafterin tätig. Das ist auch eine spannende
Herausforderung.
Und im Wasser sehen wir Sie gar nicht
mehr?
Doch natürlich, ich werde mich künftig
nur anders im Wasser au halten. Zunächst mache ich noch bei einer Art
Show-Event (Paralympic Day) in der Londoner Schwimm-Arena von 2012 mit und
auch bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im November. Ohnehin werde
ich jetzt rund zwei Jahre abtrainieren.
Und ein Leben ganz ohne Schwimmen
wäre für mich undenkbar. Das gehört zu
meinem Leben, das gehört zu mir, und ich
habe keine andere Alternative, um mich
so auszupowern, wie beim Schwimmen.
Bleiben Sie auch dem paralympischen
Schwimmen verbunden?
Ich werde es auf alle Fälle weiterhin verfolgen und begleiten. Ob als Patin oder
Ratgeberin in der Nationalmannschaft –
da ist vieles denkbar. Gerade die Nachwuchsförderung und die Animation zu
mehr Bewegung liegen mir sehr am Herzen. Es muss ja nicht zwangsläu ig immer
in Richtung Leistungssport gehen. Doch
Schwimmen zu lernen, ist in meinen Augen ein Muss – alleine schon, um in bestimmten Situationen überleben zu können. Welche Rolle ich da auch künftig
übernehmen könnte, eines kann ich ausschließen: Ich werde de initiv keine Trainerin.
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roßer Applaus für eine ganz
Große des paralympischen
Sports: Kirsten Bruhn hat mit
dem Ende der Europameisterschaften der Schwimmer mit Behinderung Abschied genommen von der internationalen Bühne und als Aktive der
deutschen Nationalmannschaft (siehe Interview). Zweimal Gold und einmal Bronze holte die 44-jährige Wasbekerin
(Schleswig-Holstein) im Pieter van den
Hoogenband-Schwimmstadion in Eindhoven und feierte damit einen perfekten
Abschluss ihrer großartigen Karriere.
Diese hatte die nach einem Motorradunfall querschnittgelähmte Vorzeigeathletin
2002 begonnen. Damit hatte Bruhn noch
einmal großen Anteil am gelungenen Abschneiden der deutschen Schwimmer.
»Ich freue mich sehr für Kirsten, dass sie
so einen tollen Abschied erleben durfte.
Zweimal Gold und einmal Bronze – mehr
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ging einfach nicht«, sagte Bundestrainerin Ute Schinkitz. Die zog insgesamt ein
positives Fazit. Nach sieben spannenden
Wettkampftagen belegten Deutschlands
Athleten mit sechsmal Gold, achtmal Silber und zehnmal Bronze Platz sieben im
Medaillenspiegel.
Weltweites Niveau steigt
»Es gibt zwar keinen Grund zu überschwänglicher Euphorie, aber wir haben
viele gute Ergebnisse und einige neue
Bestzeiten gesehen, was sich auch in Medaillen ausgedrückt hat«, resümierte
Schinkitz. Alles könne jedoch im Sport nie
rund laufen, so dass auch in Eindhoven
wieder Freud und Leid eng beieinander
gelegen hätten. So landeten die deutschen Schwimmer alleine achtmal auf
dem undankbaren vierten Platz und verpassten weitere Medaillen nur hauchdünn. »Es ist zu spüren, dass das welt-
Bruhn krönt Abschied
mit drei Medaillen
Foto: Müller/DBS
Erfolgreicher Abschluss der IPC Schwimm Europameisterschaften
»Wir müssen weiter
hart an uns arbeiten,
um den Anschluss an
die Weltspitze zu
halten.«
weite Niveau immer höher wird«, beobachtete Teammanager Bernhard von
Welck. Besonders die Ukraine, Russland
und Großbritannien trumpften groß auf.
Für die Bundestrainerin war die EM eine
Zwischenstation auf dem Weg zu den Paralympics 2016; eine Standortbestimmung unter Top-Bedingungen, die in
Eindhoven herrschten. »Für uns ist jetzt
Halbzeit – zwei Jahre nach London und
zwei Jahre vor Rio. Wir müssen weiter
hart an uns arbeiten, um den Anschluss
an die Weltspitze zu halten«, betonte
Schinkitz.
Mit Sebastian Iwanow ist ein Hoffnungsträger im deutschen Team nach langer
Leidenszeit zurückgekehrt. Der Leverkusener hatte in den vergangenen anderthalb Jahren mit Verletzungen zu kämpfen
und musste im März 2013 an der Schulter
operiert werden. Erst Anfang des Jahres
ist Iwanow wieder ins Training eingestiegen, voll belastbar ist er erst seit April.
Bei der EM meldete sich der 29-Jährige
dafür eindrucksvoll zurück und war mit
zweimal Gold, zweimal Silber und einmal
Bronze der erfolgreichste deutsche
Schwimmer. »Ich hätte nicht gedacht,
dass ich so gut abschneiden werde. Die
Zeiten waren noch nicht perfekt, aber das
konnte man auch nicht erwarten«, erklärte Iwanow. Kleiner Wermutstropfen war
für ihn die knapp verpasste Goldmedaille
über 100 Meter Freistil. »Da will ich immer unbedingt gewinnen und war daher
etwas enttäuscht. Insgesamt überwiegt
aber eindeutig die Freude.« Lob gab’s
auch von der Bundestrainerin: »Wir sind
total glücklich, dass er zurückgekehrt ist.
Sebastian hat unser Vertrauen zurückgezahlt und wird gestärkt aus den Wettkämpfen hervorgehen.«
Ebenfalls eine gute Ausbeute trotz einiger Rückschläge in diesem Jahr gelang
Daniela Schulte. Die blinde Schwimmerin
Glänzender Abgang von Kirsten Bruhn
bei der Schwimm EM.
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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TITEL
gewann einmal Gold, zweimal Silber und
einmal Bronze. »Ich bin super happy, dass
ich so gut abgeschnitten habe, obwohl ich
einige gesundheitliche Probleme hatte«,
sagte die 32-Jährige. Jetzt wolle sie rechtzeitig die Kurve bekommen und wieder
konstant trainieren können. Denn: »Rio
ist das große Ziel.«
Neben den Routiniers im Team überzeugten auch die jungen Schwimmer – allen
voran Elena Krawzow. Die sehbehinderte
20-Jährige gewann über 100 Meter Brust
die Goldmedaille mit Europarekord und
ließ noch zwei dritte Plätze folgen. Die
erst 17-jährige Emely Telle durfte über
die Silbermedaille über 100 Meter Brust
und einige persönliche Bestzeiten jubeln.
Ebenfalls deutliche neue Bestleistungen
schwamm auch Maike Naomi Schnittger,
die damit dennoch dreimal nur auf Rang
vier landete. In ihrem letzten Rennen
dann aber das versöhnliche Ende: Lautstark angefeuert vom deutschen Team
am Beckenrand holte sich die 20-Jährige
Bronze über 400 Meter Freistil. »Endlich«, jubelte Schnittger anschließend
und freute sich über die ersehnte Medaille. Dabei war sie zwischenzeitlich sogar
auf Goldkurs und führte 50 Meter vor
dem Anschlag, musste ihre Konkurrentinnen auf der letzten Bahn aber noch ziehen lassen.
Ebenfalls einen packenden Zweikampf
lieferte sich Torben Schmidtke über 100
Meter Brust. In einem schnellen Kopf-anKopf-Rennen lag der 25-Jährige bis 30
Meter vor dem Ziel vorne, verpasste Gold
aber knapp und gewann Silber in neuer
persönlicher Bestzeit. Hinter ihm landete
mit Christoph Burkard ein Teamkollege,
der seine aktive Karriere aus beru lichen
Gründen eigentlich schon beenden wollte. Stattdessen holte er EM-Bronze – eine
verrückte Geschichte. Genau wie Tobias
Pollap, der im vergangenen Jahr etwas
RBB EM HANNOVER
EM-Rang drei für deutsche
U25-Juniorinnen
Niederlande und Großbritannien noch zu stark
Foto: Andreas Joneck
D
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ie deutsche RollstuhlbasketballNationalmannschaft der U25-Juniorinnen hat bei der Europameisterschaft in Hannover Rang drei belegt und damit Bronze gewonnen. Der alte und neue Europameister Niederlande
sowie Großbritannien waren zu stark für
den deutschen Nachwuchs, der in der niedersächsischen Landeshauptstadt gegen
die Konkurrenz Niederlagen einstecken
musste.
»Wir haben als Team wertvolle Erfahrungen sammeln können. Gerade, weil
wir mit der U25 selten die Gelegenheit
für Testspiele haben, war es für uns eine
Herausforderung gegen die super eingespielten Briten und Niederländer zu bestehen. In einigen Spielen sind wir nicht
wach genug aus der Halbzeit gekommen,
was uns zurückgeworfen hat«, so die
Neu-Hannoveranerin Linda Dahle (Hannover United/Team BEB). Für Sie und
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
abgetaucht war, sich aber toll zurückkämpfte und weitere Medaillen nur
knapp verpasste.
Einen Start nach Maß feierte die Newcomerin im deutschen Team: Denise Grahl
sicherte sich bei ihrer ersten EM zweimal
Silber und einmal Bronze, schwamm zudem zwei neue Bestzeiten. »Damit hatte
ich nicht gerechnet. Es hat richtig Spaß
gemacht«, freute sich die 21-Jährige. Eine
weitere Hoffnungsträgerin für die Zukunft und auf dem Weg nach Rio 2016.
Und Kirsten Bruhn? Die wird die deutschen Schwimmer weiterhin unterstützen, wenn auch nicht mehr aktiv im Wasser. »Ich werde es aber auf alle Fälle weiter verfolgen und begleiten. Ob als Patin
oder Ratgeberin in der Nationalmannschaft – da ist vieles denkbar. Gerade die
Nachwuchsförderung liegt mir sehr am
Herzen«, sagte Bruhn und ergänzte: »Eines kann ich allerdings ausschließen: Ich
werde de initiv keine Trainerin.«
Quelle: DBS
Das Sportereignis ist ein Entwicklungsturnier der International Wheelchair Basketball Federation (IWBF), um Nachwuchsmannschaften die Chance zu geben, sich international zu messen. Ausgerichtet wurde es vom Behinderten-Sportverband Niedersachsen e. V. (BSN) in der
Akademie des Sports in Hannover. Viele
Nationen haben nicht die inanziellen
Möglichkeiten, ihre U-Nationalteams zu
internationalen Turnieren zu entsenden.
Aus diesem Grund trafen in Hannover lediglich drei Teams aufeinander.
Die Ergebnisse:
Niederlande
Deutschland
Großbritannien
Deutschland
Großbritannien
Niederlande
–
–
–
–
–
–
Deutschland
Großbritannien
Niederlande
Niederlande
Deutschland
Großbritannien
48:34
36:57
47:67
41:63
41:29
50:23
Die Austragungsstä e
Linda Dahle (l.) beim Korbversuch im
Spiel gegen die Niederlande.
Teamkameradin Andrea Seyrl war die EM
ein Heimspiel.
Insgesamt konnten sich am ersten Augustwochenende mehr als 500 begeisterte Zuschauer und 80 Sportlerinnen, Trainer, Of izielle, Delegierte und Volunteers
von den idealen Bedingungen für den Behindertensport in der Akademie des
Sports überzeugen können. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen ist auch der Paralympische Trainingsstützpunkt im Rollstuhlbasketball hier verortet.
Text | Andreas Joneck
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neues Motiv
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Foto: Ralf Kuckuck/dbs akademie
FOTO DES MONATS
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Zweite herausragende Heim-WM
■ Nach der Weltmeisterschaft im Sportschießen in Suhl
fanden mit der E-Rollstuhlhockey-WM in München die
zweiten Welt-Titelkämpfe in Deutschland statt. Sportlich
und organisatorisch setzte die Veranstaltung in der
Münchner Eissporthalle neue Maßstäbe.
Nach eine tollen Eröffnungsfeier endete das erste Spiel
des deutschen Teams – Spielszene mit Stefan Utz (m.) –
6:6 gegen den späteren Vize-Weltmeister Belgien.
Foto: Josef Schwarz
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Fotos: Bernd Reinthaler
Bunte Eröffnungsfeier mit vielen
spektakulären Darbietungen.
Das deutsche Team vor dem ersten
Gruppenspiel gegen Belgien (6:6).
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TITEL
Neuer Weltmeister: das Team der Niedelande
hatte allen Grund zum Jubeln.
E ROLLSTUHLHOCKEY WM
Niederländer sichern
sich den WM-Titel 2014
Deutschland auf Platz 5 – Beispielhaftes Turnier
E
s waren aufregende und spannende Tage in München, angefangen von der wundervollen
Eröffnungsfeier bis zum spannenden Finale. Nie zuvor war E-Rollstuhlhockey so präsent in den Medien und nie
zuvor wurde das dynamische Spiel so gut
in Szene gesetzt. Stefan Utz, Projektleiter
der WM und Nationalspieler, resümiert:
»Trotz der Enttäuschung über unseren 5.
Platz sind wir mehr als glücklich über
diese unserer Meinung nach sehr gelungene Weltmeisterschaft. Die Arbeit des
letzten Jahres hat sich gelohnt und mithilfe der über 100 ehrenamtlichen Helfer
haben wir eine Veranstaltung auf die Beine gestellt, die für einen Nischensport
wie Elektrorollstuhl ihresgleichen sucht.
Wir sind stolz darauf und sehr dankbar
für die großartige Unterstützung aller
Sponsoren und Förderer, ohne die wir
diese WM niemals hätten realisieren können.«
Nach einem spannungsgeladenen
Spiel der beiden stärksten Mannschaften
des Turniers konnte sich die niederländische Mannschaft mit einem 1:0 (Torschütze Kamai Tahtahi) gegen Belgien
durchsetzen und darf sich ab sofort Weltmeister im Elektrorollstuhl-Hockey nennen. Vor rund 750 Zuschauern ging die
erfolgreiche Weltmeisterschaft in München zu Ende. Die deutsche Mannschaft
schied bereits in den Vorrundenspielen
aus und belegt nach einem 5:4 gegen die
Schweiz Platz 5.
gegen Finnland hat uns das 7:2 gegen Italien leider auch nicht mehr geholfen.«
Im Rahmen einer feierlichen Siegerehrung direkt im Anschluss an das Finalspiel überreichten die Sportbotschafterinnen Birgit Kober und Anna Schaffelhuber die Pokale und Medaillen an alle Spieler. Torschützenkönig der E-Hockey-WM
2014 ist Bjorn Sarrazyn aus Belgien mit
insgesamt 20 Toren. 14 mal traf Paul Emmering aus Heidelberg und schoss damit
die meisten Tore für die deutsche Mannschaft.
Das sportliche Ziel wurde aus deutscher Sicht zwar verfehlt. Es bleibt aber
zu hoffen, dass die Sportart E-Rollstuhlhockey einen Schub durch diese WM bekommt.
Platzierungen
Julian Wendel, Teammanager der deutschen Mannschaft, zu dieser Platzierung:
»Wir wussten zwar von Anfang an, dass
wir aufgrund eines personellen Umbruchs nicht mehr so stark sind wie 2010
und in der Gruppe A mit Belgien, Italien
und Finnland drei sehr starke Gegner hatten, sind aber trotzdem enttäuscht, unser
Ziel, das Halb inale, nicht erreicht zu haben. Im ersten Spiel gegen Belgien (6:6)
und auch im zweiten gegen Finnland
(6:4) haben wir sicher einige Chancen
vertan. Und nach dem Sieg von Belgien
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
Niederlande
Belgien
Finnland
Dänemark
Deutschland
Schweiz
Italien
Australien
Ergebnisse auf Seite 46 bzw. im Internet
unter www.ewh2014.com.
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A
lle acht deutschen Para-Kanuten
ereichten bei den Europameisterschaften in Brandenburg an
der Havel die Finalrennen. Die Europameisterschaft auf dem Beetzsee, mit 85
körperbehinderten Paddlern aus 19 Nationen, war die bisher größte Veranstaltung dieser Art seit Bestehen den ParaKanu-Rennsports.
Nach den Klassi izierungen am Mittwoch und Donnerstag wurden am Freitag
neben den Vorläufen bereits einige Finalrennen ausgetragen. Ingo Greiner aus
Leipzig war der erste Starter für Deutschland im V1 der Startklasse A. Er wurde in
einem sehr schnellen Rennen am Ende
Fünfter.
Die Konkurrenz wird in allen Disziplinen und Startklassen mit der steigenden
Zahl an Teilnehmern immer größer. So
gingen allein achtzehn neue Sportler an
den Start, die bisher noch nie international in Erscheinung getreten waren.
Dies wurde auch bei den Samstags-Finalrennen sehr deutlich. Tom Kierey
(KCB Berlin) gelang es nicht, sich nach
dem Weltmeistertitel 2013 auch den Europameistertitel zu sichern. Im Vorfeld
hatte er zwar angegeben: »Für die Europameisterschaft habe ich die letzte Woche etwas rausgenommen, um meinem
Körper die notwendige Erholung zu geben, aber das klare Ziel ist die Verteidigung des Weltmeistertitels in Moskau in
vier Wochen.« Aber so ganz zufrieden
wirkte er bei der Siegerehrung im K1LTA auf dem Bronzeplatz nicht.
Über die gleiche Plazierung, nämlich
den dritten Platz im V1-LTA, freute sich
Brit Gottschalk vom WV Schierstein sehr,
da er für sie nicht so zu erwarten war.
Speziell die Damen hatten im V1 sehr mit
dem starken Wind schräg von hinten zu
kämpfen. Bei ihrem zweiten Start, im K1LTA, den sie erst seit zwei Jahren fährt,
16
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Fotos: Uschi Zimmermann, Christel
Foto:Schlisio
Privat
SPORT VOR ORT
PA R A K A N U
Konkurrenz wird größer
12 Para-Kanu Finalrennen in Brandenburg – acht Mal
deutsche Paddler dabei!
kam Brit dann am Nachmittag auf einen
8. Platz. Der Bayer Stefan Deuschl (RP
Augsburg) erreichte im K1-TA über das
Semi inale den Endlauf und belegte in einem sehr starken Rennen ebenfalls den 8.
Platz.
Die Neuen in der deutschen Para-Kanu-Mannschaft, Susanne Wichmann (Aktiv e. V. Stahnsdorf), die im Kajak-Einer
der Startklasse A startete, und im V1 – TA
der Hallenser Ivo Kilian, zahlten bei ihren
ersten internationalen Titelkämpfen
doch etwas Lehrgeld. Susanne wurde
Fünfte. Ivo verließen am Ende doch etwas
die Kräfte im Kampf um die Medaillen
und er wurde knapp Sechster. Der zahlreich angereiste Fan-Club aus Halle bejubelte diese Leistung lautstark.
Alle acht deutschen
Starterinnen und
Starter erreichten
die Finalrennen.
Tom Kierey (4. v. l.)
und Britta Gottschalk (7. v. l.)
belegten am Ende
jeweils den dritten
Platz.
Ein Wackler kurz vor Rennende kostete
Christian Mathes (Foto oben) von der SG
BeNi Regensburg den angestrebten Platz
auf dem Treppchen.
So iel die Medaillenausbeute der
deutschen Para-Kanuten ähnlich wie im
letzten Jahr in Portugal aus.
Sein letztes internationales Rennen
beendete Gerhard Bowitzki (PCK Wassersport Schwedt) völlig überraschend. Als
er den Schlussspurt in aussichtsreicher
Position ansetzte, verkantete er sein Paddel und kenterte spektakulär vor der vollbesetzten Tribüne. Der Präsident des
DKV, Thomas Konietzko, kommentierte
dies dann am Bootssteg so: »Das war ja
ein toller Abgang von dir!«
Text | Christel Schlisio
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Anzeige Hollister
Motiv wie 0814
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Kinder- und Jugendsport im DRS
Auch nach mehr als
20 Jahren Aufbauarbeit im
Foto: Andreas Stich
Dabei tragen gerade diese Details maßgeblich zum Gelingen bei. Die kleinen
Lernschritte beim Erlernen der Fahrtechniken, die feinen und genauen Einstellun-
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
»Methodik ist Arbeit am Details.« ist einer
der Kernsätze in der Übungsleiterausbildung mit Dr. Horst Strohkendl. Und dies
trifft insbesondere auch zu auf den Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit
schwersten und Mehrfach-Behinderungen, und auch für besonders ängstliche
Kinder. »Die beste Methode kann das
Üben nicht ersetzen«, ist ein weiterer
Kernsatz der Lehre, der im Kinder- und
Jugendbereich beherzigt zu gutem Erfolg
und Freude an der Bewegung führt. Steht
diese Meinung dem Mainstream des ›immer-etwas-Neues-ausprobierens‹ auch
etwas entgegen, können wir vor allem bei
den Spielen erkennen, wie gerne und immer besser Kinder in den Kindersportgruppen ihr Spiel miteinander spielen
und dabei das Spiel durch verfeinerte
Taktik und Variation immer mehr Tiefe
des DRS ist es eine unserer Hauptaufgaben zu den
Grundlagen für eine gute
Bewegungsentwicklung
und zur Bewegungsfreude, Selbstbewusstsein
und Freude am sozialen
Miteinander für Kinder
und Jugendliche mit Rollstuhl beizutragen.
Grundlagen schaffen – Arbeit am Detail
Fachwissen weitertragen
Kinder- und Jugendsport
gen bei der Rollstuhlversorgung, die genaue Technik des Ballwurfs, die kleinen
Lernschritte beim Erlernen des Schwimmens, die kleine Regelanpassung beim
Spiel, genau diese Details sind es, die die
Voraussetzung zum Lernen und zu einer
möglichst guten und ganzheitlichen Entwicklung beitragen. Die fachlichen Details inden wir sowohl im pädagogischen
Bereich, als auch im sporttechnischen, in
der Rollstuhltechnik, in der Vermittlung
der Fahrtechnik, in der Vermittlung von
Spielverständnis, Spieltaktik und Sporttechniken. Daher ist die Übungsleiterausbildung Rollstuhlsport eine unserer wichtigen Säulen im Au bau des Kinder- und
Jugendsports.
DRS rollikids
D
ie Aufgaben des Rollstuhlsports sind weit umfassender als beim Sport für Kinder
und Jugendliche ohne Behinderung.
Für Kinder ohne Beeinträchtigung ist
es normal das Laufen zu erlernen, sie
können sich die Bewegungsmöglichkeiten bei allen anderen abschauen und vielfältige Bewegungen ausprobieren. Für
Kinder mit Rollstuhl gilt dies nicht. Sie
haben nur selten andere Rollstuhlnutzer
als Vorbild für ihre eigenen Bewegungen.
Ein Rollstuhltraining ist zwar im Sinne einer Ausbildung im Gebrauch des Hilfsmittels laut SGB IX vorgesehen, doch nur
sehr wenige erhalten ein Rollstuhltraining und häu ig muss die Finanzierung
über die Krankenkasse erkämpft werden.
Dazu kommt noch, dass die Rollstuhlversorgung nicht immer passend und bewegungserleichternd ist, sondern sich oftmals bewegungshemmender auswirkt als
es eigentlich sein müsste.
So ergibt sich für den Rollstuhlsport
ein weites Aufgabenfeld, bei dem es in
vielerlei Hinsicht auf Details und ein spezi isches Fachwissen ankommt, von dem
viele nicht einmal erahnen, dass es dies
überhaupt gibt, da sie sich um dieses Thema nie weiterführende Gedanken gemacht haben.
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rollikids.de
Fotos: Klaus D. Herzog
versorgung anzuwenden. Es kommt eben
auf die Details an, die ein spezi isches
Fachwissen erfordern, die der erfahrene
Nutzer erspürt und erkennt, dem Laien
aber, der das Rollstuhlfahren selbst nicht
ausprobiert hat, verborgen bleiben. Fortbildungen zum Thema Rollstuhlversorgung und Mobilitätsförderung können bei
den DRS rollikids besucht und auch gebucht werden.
bekommt. Durch kleine Regelanpassungen gelingt es die Spiele einerseits an die
bestehende Gruppe anzupassen, andererseits offen zu sein für neue junge DRS
Sportler.
Die Jugendlichen verfeinern ihre Techniken in unterschiedlichen Sportarten.
Auch hier kommt es wieder auf Details
an, z. B. die richtige Position zum Korb
beim Basketball, das zielgenaue Passen
zum Schläger des Mitspielers beim E-Hockey, das Drücken des Balls nach außen
beim Ballau heben am Rad beim Rugby,
das exakte Fixieren des Handschuhs und
die Schlagtechnik beim Handbikefahren,
die Stellung der Flic-Flacs beim MonoSkifahren. Grundlegende Techniken, die
zur Ausübung der jeweiligen Sportart erlernt werden. Inzwischen können die
›rollikids‹ vielfältige Sportarten ausprobieren.
»Wenige Zentimeter entscheiden über
Sieg oder Niederlage«, ist ein weiterer
markanter Kernsatz, den wir von Axel
Görgens bei den Fortbildungen hören
können. Dabei bezieht sich die Aussage
bei ihm nicht etwa auf den Gewinn einer
Medaille, sondern betrifft zumeist die
Einstellung der Hinterradposition bei der
Rollstuhlversorgung. In diesem Jahr
konnte ich wieder zwei Kinder mit
Schwerstbehinderung erleben, die durch
einen leicht zu fahrenden Rollstuhl überhaupt erst das selbsttätige Fahren erlernt
haben. Ein konsequent gut eingestellter,
leichter und wendiger Rollstuhl lässt sich
mit wenig Kraft fahren und reagiert
schon bei leichter Berührung mit den
Händen oder Armen. Dabei kommt es
eben auf wenige Zentimeter an, so dass
die Hinterradachse nahe dem Körperschwerpunkt ist, die Sitzhöhe so, dass der
angewinkelte Unterarm knapp über dem
Hinterrad ist, die Sitzbreite möglichst eng
gewählt, so dass der Grei bereich möglichst groß ist und der Rollstuhl wendig
zu fahren und leicht anzukippen ist. Mit
einem leicht anzukippenden Rollstuhl ist
das Befahren von Bordsteinkanten und
Die Aufgaben des
Rollstuhlsports sind
weit umfassender als
beim Sport für Kinder
und Jugendliche ohne
Behinderung.
das Balancieren auf den Hinterrädern
sehr viel leichter und angstfreier zu erlernen und genau das ist in dem Fall mit
›Sieg oder Niederlage‹ gemeint.
Im Alltag sehen wir glücklicherweise
immer mehr gut angepasste Kinder- und
Jugendrollstühle. Ein großer Dank geht
dabei an 4ma3ma, die mit gutem Beispiel
voranging und inzwischen einige Nachahmer gefunden hat, wenn auch noch viel
zu wenige. Unglaublich, dass es für einige
Firmen immer noch so schwierig ist, die
Grundlagen einer guten Aktivrollstuhl-
Kompetenzen der Übungsleiter
Bei der Vermittlung der Rollstuhlfahrtechniken fangen die Feinheiten schon bei
der Grei haltung und Armführung an. Dazu kommt die richtige Schubtechnik, bis
hin zu den artistisch anmutenden Fertigkeiten, die das Balancieren auf den Hinterrädern erfordern, wie beispielsweise
das sichere Herunterfahren einer Gefällstrecke oder Bordsteinkante.
Viele kleine Details in den Fahrtechniken einerseits und in der Vermittlung dieser, also in den methodischen Schritten,
andererseits, die unsere Übungsleiter zunächst selbst erlernen, um anschließend
die Vermittlung zu erlernen.
Dabei geht es auch darum Ängste der
Lernenden anzunehmen und zu verstehen. Es hilft nicht zu sagen: »Du brauchst
keine Angst zu haben«, wenn die Angst
doch da ist. Der Übende fühlt sich unverstanden und die Angst bleibt. »Ich weiß,
dass Du Angst hast. Die Angst schützt
Dich«, verhilft zu Vertrauen und letztendlich mit methodisch kleinen Lernschritten zur Überwindung der Angst, zu Könnens- und Erfolgserlebnissen, Mut und
Selbstvertrauen. »Das Maß der Angst
wird aufgewogen durch das Vertrauen,
das der Lernende zum Übungsleiter entwickelt hat.« (Zitat Horst Strohkendl).
❱❱❱
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rollikids.de
Viele machen sich keine Gedanken darüber, wie die Kinder und Jugendlichen das
Rollstuhlfahren erlernen, oder dass man
es überhaupt erlernen sollte. Anfang des
Jahres starteten wir eine Umfrage zum
Erlernen des sicheren Umgangs mit dem
Rollstuhl. Die Fragebögen dazu können
auf der Startseite unserer Homepage
www.rollikids.de heruntergeladen und digital ausgefüllt werden. Gegen Ende des
Jahres werden die Rückläufe ausgewertet
und die Ergebnisse veröffentlicht. Wir
hoffen sehr mit dieser Aktion letztendlich
eine sichere Finanzierung des Rollstuhlfahrtrainings durch die Krankenkasse erreichen zu können. Auf diesem Weg sind
wir für jede Mithilfe, die dazu beiträgt,
dankbar.
Vorbilder zeigen Möglichkeiten auf
Kleine Lernschritte, Mut machen und
auch Vorbild sein. In vielen Bereichen erleben wir, wie wichtig diese Grundlagen
für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen mit Rollstuhl sind und wie
dankbar die Eltern den Übungsleitern,
vor allem den Rollstuhlnutzern unter den
Übungsleitern sind, dass sie durch die
wöchentlichen
Sportangebote,
die
Schnuppertage, die Vereinsaktivitäten,
Fahrten und Spieltage, vor allem aber
durch ihr Vorbild-sein Wegbegleiter und
Wegbereiter für ihre Kinder sind.
Herbert Winterl, der den Kids notfalls
bei jeder einzelnen Kurve neu Mut zuspricht und ihnen geduldig die Technik
des Mono-Skifahrens vorzeigt. Gerda
Pamler, die die skifahrenden Talente – im
Schnee und auf dem Wasser – motiviert
und ihnen ausgefeilte Techniken vermit-
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Fotos: Malte Wittmershaus, Klaus D. Herzog
Rollstuhlfahren will erlernt sein
telt. Nora Sties, die es immer wieder
schafft, den Kindern und Eltern sehr klar
zu machen, wie wichtig die Eigenaktivität
der Kinder ist und wie grundlegend eine
passende Rollstuhlversorgung dafür ist.
Klaus D. Herzog, der immer wieder Gespräche übers Erwachsen werden, Verantwortung übernehmen, Loslösen vom
Elternhaus, Selbstständigkeit und Selbstbestimmung führt und den Kids Mut
macht in kleinen Schritten ihren Weg gut
zu bewältigen. Markus Vogel, der mit den
Kids beim Handbiken das Schalten, das
vorausschauende Fahren geduldig übt
und dabei so viel Lebensfreude und Witz
ausstrahlt, dass es eine Freude ist ihm zuzuschauen. Heini Köberle, der als großer
Sportler dem Rennfahrnachwuchs die
große Sportwelt eröffnet, sie zusammen
mit seiner Frau Gudrun jahrelang begleitet, au baut und motiviert. Patrick Moser,
der bei den Schulprojekten immer wieder
geduldig von seinem Lebenserfahrungen
berichtet und den aufmerksamen Zuhörern kindgemäß und anschaulich die Auswirkungen der Spastik erklärt, so dass
die Kinder ihre/n Mitschüler/in mit Beeinträchtigung besser verstehen. David
Lebuser, der den Kindern Mut macht,
über Rampen zu fahren und Kunststücke
auszuprobieren.
Wir haben in unseren Reihen viele
Vorbilder, die den Kindern und ihren Eltern positive Lebensperspektiven aufzeigen, sie alle sind so wichtig für die Kinder
und Jugendlichen mit Rollstuhl. Ich konnte nur Einige davon beispielhaft aufzählen. Viele engagierte Übungsleiter aus unseren Reihen sind in den Vereinen vor Ort
jede Woche und manche Wochenenden
Neben dem vielfältigen Bewegungsangebot bieten die Kurse der DRS rollikids
auch immer wieder die Möglichkeit, neue
Kontakte zu knüpfen – wie hier beim
Familiensportkurs im Haus Rheinsberg.
und Ferien für die rollikids da. Ihnen gebührt großer Dank für ihren großartigen
Einsatz. Der Lohn sind die vielen positiven Rückmeldungen der Familien über
viele Jahre hinweg.
Um die vielfältigen Bereiche und Aktionen der rollikids zu dokumentieren,
haben wir beschlossen ein Animationsvideo herstellen zu lassen und haben mit
Jörg von Wangenheim einen Filmmenschen gefunden, der uns mit viel Geduld
und guter Kameraführung seit fast zwei
Jahren begleitet und nun einzelne Filmsequenzen für unsere Homepage und eine
Gesamtdokumentation über die rollikids
fertigstellt. Eindrucksvolle Videos über
den JUROBACUP und die Schnellfahrlehgänge sind inzwischen fertig und auf unserer Homepage www.rollikids.de unter
Sportangebote/Basketball/JUROBACUP
und Sportangebote/Leichtathletik zu bewundern.
Rollstuhlsportprojekte an Schulen
Auch über die Schulprojekte gibt es Videos auf der Homepage. Die deutschlandweiten Anfragen von Schulen nach der
Möglichkeit für Schülergruppen Rollstuhlsport auszuprobieren steigen immens. Wir bemühen uns durch ein Netzwerk viele bedienen zu können. Dabei ist
es von zentraler Bedeutung, dass nicht
einfach Rollstühle ausgeliehen werden,
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Kinder- und Jugendsport im DRS
System hinterfragen
Ich glaube, es ist ein guter Zeitpunkt die
Grundlagen unsere Arbeit zu dokumentieren und eben auch die Vielfältigkeit,
das Spezielle und die Besonderheiten
deutlich herauszustellen. Es ist vielen
Menschen nicht klar, was es bedeutet und
nach sich zieht mit einer Behinderung zu
leben, mit all den Vorurteilen die herrschen, mit dem Druck zur Normalität, zur
gleichwertigen Leistung in einer Gesellschaft, die Messbares, Konformes und
Vergleichbares ungleich hoch bewertet.
Selbst in den Bemühungen um Inklusion
steckt sehr häu ig der Zwang zur Anpassung an das bestehende System, dabei
wäre es für alle gut, auch mal das System
in Frage zu stellen und an die Vielfalt der
Menschen anzupassen. Die einzelnen
Menschen jedoch spüren vor allem in Krisen und Trauerzeiten wie wichtig die
nicht messbaren zwischenmenschlichen
Werte sind, wie wohltuend gemeinsame
Erlebnisse und der Austausch der Erfahrungen unter Gleichgesinnten sind. Wie
bereichernd das Miteinander in Unterschiedlichkeit sein kann und wie viel
Freude gemeinsame Sportmöglichkeiten
bieten können, haben wir bei unserem
Familiensportkurs in diesem Jahr wieder
erlebt, es gab so viele ›Supertalente‹, die
wir gemeinsam entdecken durften (s. Bericht Seite 32).
Häu ig treffen wir auch auf die Meinung, dass im Zuge der Inklusion besondere Kompetenzen nicht mehr benötigt
werden. »Das geht schon«, »den lassen
wir einfach mitmachen«, heißt es dann
anfänglich und die Nöte und Sorgen des
›Zwangsangepassten‹, vor allem aber
auch seine Bedürfnisse und Rechte werden nicht beachtet, geschweige denn auf
Selbstbestimmung wert gelegt. Wenn es
dann doch nicht passt, ist schnell der
›Schuldige‹ gefunden. Viele unserer rollikids-Sportler, vor allem die Sportlichen
unter ihnen, die eine Regelschulen besuchen und damit ›voll integriert‹ sind, sind
vom Sportunterricht befreit, oder machen nur teilweise den zumeist an normierten Sportarten orientierten Sportunterricht mit. Es gibt inzwischen aber auch
positive Beispiele, bei denen der Sportunterricht vielfältiger und reicher an die
Schülergruppe angepasst ist, so dass alle
Schüler davon pro itieren. Denn im Sport
besteht die Chance die Wertschätzung
der Vielfalt deutlich herauszustellen,
wenn die ganze Vielfalt des Sports mit
den unterschiedlichsten Bewegungsformen, im Wettkampf und im Miteinander,
in der Kreativität und Konformität, im
Wagnis, in der Herausforderung, in der
Natur oder in der Halle, im Ehrgeiz und
Fleiß oder im ruhigen Erleben der Entspannung vermittelt wird, so dass jeder
Schüler Freude an der Bewegung und am
sportlichen Miteinander indet. Das ist
mein großer Wunsch an den Schulsport
und wäre ein guter Beitrag der inklusiven
Bestrebungen.
Für die rollikids wünsche ich mir weiterhin so viele engagierte Menschen und
noch viele weitere Unterstützer, so dass
wir viele Projekte, die zur Zeit nicht angegangen werden können, doch noch umsetzen können. Kurse zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sowie
Schwimmlernkurse wären zwei Beispiele.
Bei drei freien Wünschen wünsche ich mir
ganz besonders für die rollikids – aber
auch für erwachsene Menschen, die auf
einen Rollstuhl angewiesen sind – dass
die Finanzierung eines umfassenden und
ganzheitlichen Rollstuhltrainings (Ausbildung im Gebrauch des Rollstuhls) in
Form der Rollstuhltrainingskurse gesichert und die Kurse zahlreich angeboten
werden können. Damit diese bedeutende
Grundlage für die Menschen beim Rollstuhlsport sicher gestellt ist.
Text | Ute Herzog, August 2014
Fotos: Klaus D. Herzog
sondern, dass erfahrene Rollstuhlnutzer
in die Fahrtechniken und Sportmöglichkeiten einweisen, vor allem aber auch für
Fragen aus ihrem Leben zur Verfügung
stehen um bestehende Barrieren, Vorurteile und Unsicherheiten abzubauen.
Ute und Klaus Herzog – beliebte Sportangebote: Rollstuhlbasketball – und Kegeln.
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■ In Dortmund fand in diesem Jahr
der erste Skate-Workshop für Rollikids
statt. Die steilen Rampen des DietrichKeuning-Hauses in Dortmund mögen zuerst nicht den Anschein erwecken, dass
sie für Rollstühle geeignet seien, doch
wer gesehen hat, wie viel Spaß die Rollikids an diesem Tag dort hatten, wird Skateparks von da an mit anderen Augen sehen.
David Lebuser, Workshop-Leiter und
Chairskating Pro i, sagt dazu: »Kinder
brauchen einen Spielplatz und wenn man
Räder unter dem Hintern hat, dann ist ein
Skatepark besser geeignet als ein Sandkasten.« Tatsächlich tobten sich die Kids,
welche sich zuerst aber ganz brav ein wenig Theorie anhören mussten, komplett
aus. Am Anfang aber stand ein kleiner
Einführungskurs an. Wie dreht man auf
der Rampe, wie fährt man rückwärts und
was mache ich, wenn ich es nicht ganz
nach oben schaffe? Das waren die Fragen,
die Lebuser erst einmal klärte und dabei
in »Ich zeige vor, ihr macht nach«-Manier
die Theorie nicht zu langweilig werden
ließ. »Jedes Kind ist unterschiedlich, die
einen sind mutiger, regelrechte Draufgänger, die man bremsen muss. Andere brauchen ein bisschen länger, aber am Ende
konnte hier jeder seine Grenzen ein Stück
erweitern und so auch Sicherheit für den
Alltag erlangen«, so der 27-Jährige.
Tatsächlich kamen hier auch zurückhaltende Kinder aus sich heraus und
konnten gar nicht genug bekommen vom
Adrenalin und von der Geschwindigkeit
beim Heruntersausen der Rampen. Die
mutigeren Kids fanden sich derweil auf
den höheren Rampen und den steilen
Schrägkurven wieder und fanden hier ihren Spaß.
Natürlich steht Spaß an erster Stelle, aber
die Sicherheit muss dabei gewährleistet
sein. Helme und Schoner gab es von der
Skateboard Initiative Dortmund e. V., welche die Skatehalle im Dietrich-KeuningHaus betreibt, zum ausleihen, in allen
Größen und für jeden genug. »Es gibt anfangs oft den Vorbehalt, dass Skaten gefährlich sei, mit dem Rollstuhl noch mehr
als mit dem Skateboard oder dem BMXRad. Die Erfahrungen aus über einem
Jahr Chairskating-Workshops beim DRS
bestätigen dies aber in keinster Weise.
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Fotos: Malte Wittmershaus/DRS
rollikids.de
Die eigenen Grenzen
ein Stück erweitern
1. Rollikids Skate Day im Dortmunder Skatepark Dietrich-Keuning-Haus
»Bei unseren Workshops ist bisher noch
nichts Dramatisches passiert«, sagt Malte
Wittmershaus, Sportkoordinator vom
DRS. Der eine oder andere Sturz komme
zwar schon mal vor – wie in vielen anderen Rollstuhlsportarten auch – aber
»auch Rollikinder müssen das Recht haben, sich mal eine Schramme oder 'nen
blauen Fleck holen zu dürfen – hinfallen
und wieder aufstehen gehört zur Persönlichkeitsentwicklung eines jeden jungen
Menschen dazu – ebenso wie Wagnisse
einzugehen und diese zu meistern.«
Auch das vielbesprochene Thema ›Inklusion‹ wird beim Skaten ohne große
Regelungen und Au lagen einfach gelebt
und umgesetzt, auch von der ›gehenden
Skaterszene‹. Lebuser hierzu: »Inklusion
ist überall, auch hier und hier vielleicht
sogar besonders«.
Das Ziel, was die Initiatoren der
Chairskating-Kurse verfolgen, ist simpel dazu passt ein eben so simples Beispiel:
Inklusion an Schulen ist dieser Tage ein
großes Thema. Was aber, wenn die Pausenklingel die letzte Stunde beendet? Ist
es dann vorbei mit Inklusion? Lebuser
darauf: »Sollte es natürlich nicht! Wenn
sich in einer Klasse Freundschaften bilden, sollten die Schüler/innen doch die
Möglichkeit haben, einem gemeinsamen
Hobby nachzugehen, dass man immer
und überall ohne große Planung und Regelwerk durchführen kann, in dem man
sich ausprobieren und beweisen kann –
deshalb ist Skateboard und BMX fahren
bei Kids doch auch so poulär. Rollikids
sind da nicht anders als andere Kinder!
Wenn sich Jugendliche also nach der
Schule im Skatepark zum ›Cruisen‹ und
›Shredden‹ treffen, muss dann der Freund
im Rollstuhl zuschauen? Nein, muss er
nicht. In Dortmund weiß das heute jeder
von denen, die dabei waren.«
Am späteren Nachmittag ging Lebuser
dann selbst nochmal auf die Piste und
zeigte ein paar Sprünge, Drehungen, auf
einem, sowie auf allen vier Rädern. Dass
das heute noch keins der Rollikids macht,
ist klar, denn nur Übung macht den Meister. Aber mit großen offenen Augen hat
hier der eine oder andere sicherlich ein
neues Ziel gefunden und ein neues Vorbild, zumindest im Skatepark.
Lia Verbeek, von der RBG Dortmund
51 e. V., organiserte am Rand, dass keiner
ohne Helm und ohne Kuchen bleiben
musste. Am Ende gab es dann auch für jeden noch ein paar Geschenke und für den
ein oder anderen noch ein Autogramm
von David Lebuser. Rollikids Frontfrau
Ute Herzog zeigte sich auch begeistert
und machte sogar mit, im Skatepark, im
Rollstuhl, was von nun an für alle Beteiligten ein Stück normaler geworden ist.
Text | David Lebuser
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Anzeige Otto Bock
Motiv neu
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Fotos: Manfred-Sauer-Stiftung
SPORT VOR ORT
W
er Sport treibt, tut sich
und seinem Körper Gutes.
Das ist nichts Neues indet
der DRS und dies gilt für
Rollstuhlfahrer und Fußgänger gleichermaßen. Trotzdem schaffen wir es oft
nicht unseren Alltagstrott zu durchbrechen. »Dabei gibt es so wenig gute Gründe einfach daheim sitzen zu bleiben.« Das
meint zumindest Stefan Lange, Sportlehrer, DRS-Referent und seit 15 Jahren Rollstuhlfahrer.
Stefan Lange war jahrelang Mitarbeiter im BG Unfallkrankenhaus Hamburg
und ist Leiter der Mobilitäts- und Rollstuhltrainingswochen Stufe 2, welche die
Manfred-Sauer-Stiftung in Lobbach in Kooperation mit dem DRS anbietet. Die einwöchigen Trainings haben es in sich.
Schritt für Schritt werden die Leistungsgrenzen der Teilnehmer ausgelotet und
erweitert, so dass jeder Teilnehmer auf
sein persönliches Ziel hinarbeiten kann.
Dabei steht das Beherrschen des Rollstuhls, d. h. Kippen, Wenden, Stufen und
Treppen überwinden, genauso auf der
Stundenplan wie das Erlernen von Falltechniken, Gymnastik und Fitness. Begleitpersonen – ob Partner, Verwandte,
Freunde oder Assistenten – sind bei den
Trainings nicht unbedingt notwendig,
aber gerne gesehen, denn auch hier liegt
ein Schwerpunkt: die ergonomisch korrekte Hilfestellung für alle Beteiligten,
aber auch das korrekte Erteilen von Anweisungen an die Helfer.
Still sitzen gilt nicht
Mobilitäts und Rollstuhltrainingskurse für Erwachsene
Im Betreuer-Team be inden sich auch die
beiden Rollstuhlfahrer Matthias Schilling
und Tobias Knecht, beide Referenten des
DRS, die sich unter anderem der Optimierung der Rollstühle verschrieben haben.
Kleinere Korrekturen werden hierbei
gleich vor Ort vorgenommen. Bei größerem Optimierungsbedarf werden fachkundige Empfehlungen für die Umsetzung im betreuenden Sanitätshaus gegeben. Auch die unterschiedliche Lähmungshöhe der Betreuer ließt bei der
Vermittlung verschiedener Techniken positiv mit ein. »Wir haben hier ein SpitzenTeam zusammengestellt. Einer allein
könnte ein so vielfältiges Wissen gar
Die einwöchigen Trainings haben es in sich. Schritt für Schritt werden die
Leistungsgrenzen der Teilnehmer ausgelotet und erweitert
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nicht vermitteln. Und die Manfred-SauerStiftung bietet uns alles, was wir für die
Trainings brauchen«, sagt Stefan Lange.
Alle Anlagen, d. h. das Hotel, das Restaurant, der Fitness- und Wellnessbereich
und die Sporthalle sind rollstuhlgerecht
aufgebaut. Rund um das Haus sind, in den
Landschaftsparcours eingepasst, Trainingselemente wie Kopfsteinp laster,
Schotter und Rasen sowie Stufen in verschiedenen Höhen vorhanden. Projektiert sind bereits verschieden hohe Bordsteinkanten, um urbane Alltagssituationen an Parkplätzen, Bahnhöfen und Bushaltestellen nachstellen und trainieren zu
können. Auch das Einsteigen in das Auto
sowie das Verladen des Rollstuhls gehören ebenfalls dazu.
Bernd Neubauer nahm zum ersten Mal
am Mobilitäts- und Rollstuhltraining in
der Manfred-Sauer-Stiftung teil: »Meine
Erwartungen zu diesem Kurs wurden
deutlich übertroffen! Einerseits waren
die Vielseitigkeit der Kursinhalte (neben
dem eigentlichen Mobilitätstraining
Kraft- und Fitnesstraining, Schwimmen)
für mich sehr überzeugend. Der Erfahrungsaustausch in allen Belangen des
Querschnittes und das Vorleben von routinierten Alltagshandlungen waren motivierend. Zum anderen die Art und Weise,
wie die Inhalte vermittelt wurden, hochprofessionell und doch mit einer großen
Prise Humor, Stefan noch einmal vielen
Dank hierfür.
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Meiner Frau hat gefallen, dass die teilnehmenden Fußgänger gleich zu Kursbeginn Rollstühle ›verpasst bekamen‹ und
die Kursinhalte auch mit dem Rollstuhl
(na ja, das Kippen iel schon schwer)
durchgeführt wurden. Noch in der zweiten Woche (ohne Trainer) sind wir gemeinsam mit den Rollstühlen über Stock
und Stein gefahren. Weiter war es für sie
interessant, wie einfach es ist, einem Rollstuhlfahrer über hohe Schwellen zu helfen. Das Thema als Rollstuhlfahrer andere
anzuleiten ist ein neuer Aspekt, der uns
wichtig erscheint.«
Stefan Lange ist von dem einwöchigen
Trainingskonzept überzeugt. »Natürlich
erreichst du auch schon vieles in den Wochenendkursen, aber man sollte sich auch
die Zeit geben, sich auf neue Techniken
einzulassen, vielleicht nochmals nachzufragen, etwas zwei oder auch dreimal zu
trainieren bis man den Ablauf verinnerlicht hat. Das kannst du nur in einem entsprechenden Zeitrahmen machen. Aber
ein Wochenende ist da oft zu kurz.«
Das klingt nach harter Arbeit. »Am Ende der Woche gehen die Kräfte dann
schon zur Neige«, bestätigt Stefan Lange
schmunzelnd, »aber ein bisschen Muskelkater schweißt bei den abendlichen Gesprächen umso mehr zusammen.«
Und das gehört eben auch dazu: Erfahrungen auszutauschen, miteinander Spaß
haben, zu reden und zu lachen. Egal ob es
um Ernährungsfragen, Optimierung des
Rollstuhls, KFZ- oder Wohnungsumbauten, Sport oder Urlaubsplanung geht, es
indet sich immer ein Ansprechpartner
der seine Erfahrungen gerne teilt. Am
Abend im Biergarten oder unter dem gläsernen Dach des Restaurants fällt es
leicht den Tag gemütlich ausklingen zu
lassen. Wellnessangebote wie die rollstuhlgerechte Sauna oder das Bewegungsbad zaubern den Muskelkater weg
und ein entspanntes Lächeln auf die Gesichter der Teilnehmer und die meisten
sind sich einig, dass man sich sicher bei
einem der nächsten Kurse wieder treffen
wird.
Stefan Lange: »Mein Ziel ist es nicht,
aus jedem Teilnehmer einen Spitzensportler zu machen, sondern Grundlagen
zu vermitteln, die das alltägliche Leben
erleichtern und aufwerten. Ob du dich
nach dem Training für Handbiken interessierst oder den Weg zur Arbeit einfach
nur sicherer und souveräner bewältigst,
spielt keine Rolle. Hauptsache du nimmst
ein bisschen mehr für dein Leben mit.«
Text | Michaela Muth,
Manfred-Sauer-Stiftung
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rollikids.de
Für’s Leben lernen
Mobilitäts- und Rollstuhltrainingskurse für Kinder und Jugendlche
Foto: Lisann Hömberg
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■ Der Fachbereich Kinder- und Jugendsport bietet seit vielen Jahren
deutschlandweit Mobilitäts- und Rollstuhltrainingskurse an. Dies sind fünftägige Lehrgänge, in denen Kinder und Jugendliche das Rollstuhlfahren und vieles
andere rund um das Leben im Rollstuhl
erlernen und erfahren können. So werden
Wege zu mehr Selbständigkeit und
Selbstbestimmung aufgezeigt. In angenehmer Atmosphäre und auf spielerische
Art und Weise lassen sich viele Dinge ausprobieren und erlernen, die vorher unvorstellbar erschienen. Die Kurse setzen
an den Fähigkeiten der Teilnehmer an,
das gemeinsame Erleben steht im Mittelpunkt. Für die Durchführung der Kurse
ist ein vielseitig ausgebildetes Übungsleiterteam aus Fachleuten verschiedener
Bereiche verantwortlich. Grundsätzlich
sind Rollstuhlfahrer im Team.
Darüber hinaus wird geübt, wie man im
Rolli gemeinsam eine Treppe schafft oder
wie in Begleitung eine Rolltreppe benutzt
werden kann.
In den meisten Fällen übernehmen die
gesetzlichen Krankenkassen ganz oder
teilweise die Kosten für den/die Teilnehmer/in und ein Elternteil.
Text | Simone Trimborn-Hömberg
und Tatjana Sieck
Neugierig geworden?
Weitere Informationen gibt es bei
Tatjana Sieck, DRS-Bundeszentrale
Fon 0 40 / 73 06 - 19 91
Fax 0 40 / 73 06 - 13 90
t.sieck@buk-hamburg.de
und bei Simone Trimborn-Hömberg
DRS-FB Kinder- und Jugendsport
Fon 0 23 04 / 2 35 54
trimborn-hoemberg@web.de
Zielgruppe und Kostenübernahme
Termine 2015
Alle Rollstuhlnutzer sind bei diesem Angebot angesprochen, alle Altersgruppen
sind eingeladen, ob sie den Rollstuhl täglich nutzen oder nur für weitere Strecken
oder zum Sport. Die Eltern werden in das
Programm der Kurse einbezogen. Sie haben selbst die Chance auszuprobieren,
wie Rollstuhl fahren geht und lernen, wie
ein gut eingestellter Rollstuhl aussieht.
04.04. – 10.04.2015
Bathildisheim, 34454 Arolsen
01.08. – 07.08.2015
Bathildisheim, 34454 Arolsen
Ein dritter Kurs ist in Planung. Ort und
Termin standen bei Redaktionsschluss
noch nicht fest. Infos unter www.rolli
kids.de/Mobilität/Rollstuhltrainingskurse.
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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29.09.2014
14:43 Uhr
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Fotos: Privat
rollikids.de
www.rollikids.de
FB-Vorsitzende
Ute Herzog
Altenbödinger Str. 40, 53773 Hennef
Fon 0 22 42 / 72 66
Fax 0 22 42 / 90 14 88
ute.herzog@rollikids.de
www.rollikids.de
Assistent FB-Leitung
Mihai Lucas
mihai.lucas@rollikids.de
stellv. FB-Vorsitzende
Susanne Bröxkes
susanne.broexkes@rollikids.de
Öffentlichkeitsarbeit
»Wie war das so
als ›rollikid‹?«
Klaus D. Herzog
aussenminister@rollikids.de
Sportgruppen für Kinder und
Jugendliche
Marc Schuh über seinen Einstieg in den Rollstuhlsport – und was
daraus geworden ist
gelistet in der DRS-Geschä sstelle
(info@rollstuhlsport.de) und auf
www.rollikids.de → Sportgruppen
Geschichte und unter anderem der amtierende Vizeweltmeister.
Parallel habe ich mit 17 Jahren als
Jahrgangsbester in Chemie und Physik
Abitur gemacht und studiere seit 2007
Physik. Zur Zeit forsche ich an meiner
Masterarbeit, die ich Ende Oktober abgebe. Anfang November werde ich mit der
Promotion beginnen.
E-Stuhlsport
Stephan Frantzen
e-rollstuhlhockey@rollikids.de
Jugend-Basketball
Peter Richarz
jugendbasketball@rollikids.de
JUROBACUP
Susanne Bröxkes
jurobacup@rollikids.de
Mobikurse
Simone Trimborn-Hömberg
mobikurse@rollikids.de
Marc Schuh, kam als rollikid zum Sport.
Selbstverteidigung
Petra Rossdeutscher
selbstverteidigung@rollikids.de
Wintersport, Handbike
skifahren@rollikids.de
Ausbildung/Lehre
Dr. Horst Strohkendl
lehre@rollikids.de
Rollstuhlentwicklung
Fabian Dirla
himmelb@gmx.de
Internet
www.rollikids.de
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Kurze Laufbahn ab Kindesalter bis heute:
Im Alter von fünf Jahren haben mich meine Eltern im Rollstuhl-Club in Köln (RSC)
angemeldet. Dort habe ich in einer sehr
spielerischen Art und Weise den Umgang
mit dem Rollstuhl und den Spaß an der
Bewegung gelernt. Mit der Zeit wurde ich
immer schneller und geschickter und
durfte schließlich im angeschlossenen
Baskettballteam mitspielen. Über Umwege mit Tennis bin ich schließlich in der
Leichtathletik gelandet und dort geblieben.
Bis heute bin ich der einzige Europäer,
der über 400m unter 46 Sekunden geblieben ist, der zweitschnellste Mensch der
Was war dir inhaltlich wichtig als rollikidsTeilnehmer, am Sport, an Kursen?
Mir war und ist am wichtigsten, dass ich
gelernt habe, dass Bewegung Spaß macht.
Auch in einem Alltagsrollstuhl kann man
sich schnell und selbstständig fortbewegen. Mit der Zeit wurde daraus der Ehrgeiz der schnellste 400m-Sprinter der
Welt zu werden.
Wie hast du die unterschiedliche rollikidsGruppe erlebt, von sehr sportlich
ambitionierten (also Euch) bis schwerstbehinderten Mitspielern? Hat es dir etwas
mitgegeben? Und wenn ja, was?
Für mich war und sind die Leistungsunterschiede immer schwierig gewesen, besonders wenn am gleichen Ziel gearbeitet
wurde. Ich bin ehrgeizig und leider nicht
sehr geduldig. Aber die großen Leistungsunterschiede haben mir gezeigt, dass es
mir entsprechend sehr gut geht und ich
habe es zu schätzen gelernt, dass ich im
Alltag fast keine Einschränkungen habe.
29.09.2014
14:43 Uhr
Wie fällt dein (kritisches) Fazit aus? Hast
du einen Impuls aus heutiger Sicht, einen
Rat für die heutigen rollikids?
Zuerst geht mein Dank an die Übungsleiter, welche als Ehrenamtler ihre Zeit damit verbracht haben, mir zu zeigen, wie
gut man sich im Rollstuhl bewegen kann.
Ohne dieses Engagement hätte ich nicht
diesen Weg gehen können.
Es wird auch immer wichtiger, dass
mit dem Sport früh begonnen wird. Die
Paralympics haben in den letzten Jahren
eine starke Veränderung durchgemacht.
Während früher häu ig Versehrte und
Späteinsteiger noch gute Chancen hatten,
zu den Paralypmics zu fahren, ist zumindest mein Sport mittlerweile durch junge
Vollpro is dominiert, welche seit Kindertagen Sport treiben und bereits als Jugendliche in den Leistungssport gekommen sind. Viele leben vom Sport (so auch
ich) und studieren nebenbei oder widmen sich nur noch dem Sport.
Kinder- und Jugendsport im DRS
R O L L S T U H L R U G BY
KIDz CAMP in
Neckargemünd
Rollstuhl Rugby TRY OUT an
der SRH Schule
■ Sechs Spieler der Outlaws und der
Lions Heidelberg kamen zu einem Demospiel mit anschließendem Mitmachangebot an die SRH Schule nach Neckargemünd. Der Einladung der vier Sportlehrer
und der Physiotherapeutin Monika Stephan folgten auch Heiko Striehl und Silke
Freund vom Fachbereich Rollstuhl Rugby.
Diese brachten zehn Rugbystühle zum
ausprobieren mit, welche von den Inklusionsschulklassen begeistert angenommen wurden. Nach dem Demospiel und
Fotos: Privat
Die Fragen stellte Ute Herzog.
Seite 27
Foto: Heiko Striehl
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gemeinsamen Mittagessen lernten die
Schülerinnen und Schüler die Historie
des Rollstuhl Rugbys kennen und nach
dem Theorieteil ging es sofort ans ausprobieren. Berührungsängste gab es keine und mit oder ohne Handicap ging es
auf Torejagd. Die Lehrer waren Feuer und
Flamme und auch aktiv dabei. Gelebte Inklusion mit sechs Stunden Rollstuhl Rugby.
Text | Heiko Striehl
SPORT VOR ORT
RBB beim DFBSommercamp
Servus und Danke Herbert!
Am 31.08.2014 ist unser Übungsleiterkollege und Freund
Herbert Winterl verstorben.
Wer ihn kannte, weiß was dies bedeutet.
»Ohne Herbert hätte ich das nie geschafft« hieß der letzte Artikel in der Rollstuhlsport Zeitschrift 06/2014 über ihn, und das gilt für viele – auch für mich.
■ 250 Kinder und Jugendliche kamen
in den Genuss im Rahmen des DFB Sommercamps in Kooperation mit Aktion
Mensch, der Sporthochschule Köln und
dem RBC Köln 99ers das Sportgerät Rollstuhl zu erleben. Unter dem Motto ›KidsClubs – grenzenlos aktiv und bewegt‹,
fand Anfang August das vierte Event dieser Art statt, für Kinder im Alter von acht
bis zwölf Jahren aus 22 Fußballclubs der
1. und 2. Bundesliga.
Für die Kinder ist es immer ein großartiges Erlebnis den Rollstuhl als Sportgerät wahrzunehmen und auch komplett
unvoreingenommen mit den behinderten
und nichtbehinderten Sportlern, die Rollstuhlbasketball als Inklusive Sportart betreiben, umzugehen bzw. in Kontakt zu
treten.
Im Namen der DRS RolliKids sage ich:
»Servus und Danke Herbert für alles!
Du bleibst mir ein Vorbild im Leben wie im Sterben
P iaDi und habe die Ehre!!!«
Dein Freunde Klaus und Ute mit Samira u. v. a. m.
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2013
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14:43 Uhr
rollikids.de
Im Nachwuchsbereich für Kinder- und
Jugendliche herrscht eine große Nachfrage
an Lehrgängen. Der Pfingstlehrgang in
Köln vom Fachbereich Rollikids erfreut
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Kinder- und Jugendsport im DRS
Der Spaß kommt
ganz von alleine
sich immer größerer Beliebtheit. Die vom
Fachbereich Leichtathletik unterstützten
Fotos: Gudrun Köberle
Lehrgänge ergänzen das Angebot.
Das Rollstuhlschnellfahren erfreut sich insgesamt ansteigender
potentieller Interessentenzahl
■ Nachwuchsarbeit in der sehr an-
spruchsvollen Sportart – anspruchsvoll in
Bezug auf Technik und intensivem Training – ist spannend und interessant. Die
Schnellfahrer sind unterschiedlichsten
Alters, unterschiedlichster Behinderungen und werden zunächst mit leihweise
zur Verfügung gestellten Rennrollstühlen
versorgt. Auch die speziellen Schnellfahrhandschuhe gibt es zum Ausprobieren.
Trainer in Vereinen gibt es noch wenige, Schwerpunktvereine gibt es schon.
Deshalb war es von Anfang an ein Anliegen die Begleiter, meist Elternteile, in die
Lehrgänge mit einzubeziehen. Das Finden
der richtigen Sitzpositionen, auf die Technik achten, zum Training begleiten und
motivieren, das alles macht das tolle Elternteam auf einem Lehrgang. Neue
Sportler wie auch Begleiter werden
schnell aufgenommen und eingeführt.
Spaß ist der Motor, der die Trainer, die
jungen Sportler und alle die dabei sind,
antreibt. Fleißig sind die angehenden
Schnellfahrer dabei, die Fahrtechnik richtig ein- und umzusetzen. Zu den Lehrgängen werden inzwischen junge Schnellfahrer als Co-Trainer und erfolgreiche Vorbilder eingeladen. Anfänger hören aufmerk-
28
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Ein Garant für die erfolgreiche
Nachwuchsarbeit: Heini Köberle (l.) im
Gespräch mit einer Trainigsgruppe.
sam zu. Und es geht nicht nur um Sport,
Tipps für den Alltag sind ebenso wichtig.
»Wie fährst Du alleine mit Rennrolli und
Gepäck im Zug durch Deutschland?« »Wie
fahre ich mal Auto?« Und vieles mehr
wird besprochen.
Natürlich ist es wichtig, dass sich auch
Erfolg einstellt. Zunächst ist das Ziel, eine
400m-Runde zu schaffen. Spätestens bei
der vorletzten Einheit muss vom Trainer-
team die Zeit gestoppt werden. Prinzipiell
gibt es auf dem Lehrgang keine Besten
und keine Schnellsten, auch keine Platzierungen. Zeiten werden gestoppt, verlesen, das Rennen für den Einzelnen analysiert. Jeder gibt sein Bestes, nur so können unterschiedliche Behinderungen und
Altersgruppen Leistung abliefern.
Wichtig in der Nachwuchsarbeit ist
auch der Kontakt außerhalb der Lehrgänge und Wettkämpfe. Trainingshinweise,
wer möchte auch Trainingspläne, Tipps
und Tricks, das gehört dazu.
Wettkämpfe gemeinsam besuchen,
sind Motivation. Die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften, den Schweizer
Juniorenmeisterschaften oder eine Einladung zum 100m-Einlagerennen beim
ISTAF in Berlin sind Ziele, die anspornen.
Daduch wird automatisch das Training
intensiver und zielorientierter.
Sichtungslehrgänge des DBS gehören
zu weiteren Förderungen und eine Nominierung der leistungsstarken älteren
Schnellfahrer zu Junioren-Weltmeisterschaften sind Ziele im Leistungsbereich.
Das Geheimnis der erfolgreichen
Nachwuchsarbeit im Schnellfahren liegt
in der Konsequenz. Lehrgänge, die in einem bestimmten Rhythmus statt inden,
d. h. verlässliche Daten wie zum Beispiel
der ›Köln‹- oder ›Büsum‹-Lehrgang. Eine
weitere wichtige Säule stellen authentische Trainer und Vorbilder dar. Keine Frage, keine Information darf zu viel sein.
Und nicht zu vergessen bzw. an erster
Stelle: der Spaß. Spaß am Schnellfahren,
Spaß auf dem Sportplatz und Spaß nach
dem Training beim Spiel oder Austausch.
Schnellfahr-Video zu sehen unter:
www.rollikids.de/Sportarten/Leichtath
letik.
Text | Gudrun Köberle
Besondere Motivation: die Teilnahme
am 100-Meter-Einlagerennen beim ISTAF
in Berlin.
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Anzeige ERGO
Motiv wie 08/2014
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Foto: Stadtarchiv Heidelberg
SPORT VOR ORT
Rollstuhlrennen bei den XXI. Weltspielen der
Gelähmten/International Stoke Mandeville
Games 1972 in Heidelberg.
XXI. WELTSPIELEN DER GELÄHMTEN IN HEIDELBERG
Nostalgie 1972
Geschichten und ein neues Buch über die Historie der
›Heidelbergspiele‹
wiesen, dass es Einzelne auch ohne Sport
schaffen können.
Das sehr lesenswerte Buch konnte natürlich nicht alle Details erfassen, die
dann beiläu ig durch Ruth Lambsbach
und mir zur Sprache kamen:
■ Die deutschen Teilnehmer mussten in
wenigstens drei Sportarten starten, um
nominiert zu werden. Ruth spielte in
der neu gegründeten Damen Nationalmannschaft,
im Tischtennis und im
Fün kampf. Ihre gewonnene Goldmedaille ist besonders hervorzuheben,
als sie dazu Rollstuhlfahren, Schwimmen, Bogenschießen und Leichtathletik absolvieren musste.
■ Die Damen spielten mit einem Miniball und die Freiwur linie war um einen (1)
Meter nach vorne verlagert. Übrigens wurden un-
■
ter sieben Mannschaften die deutsche
Auswahl vierte.
Die Männer gewannen die 2. Division,
die aus 12 Mannschaften bestand. Die
1. Division stellte sieben Mannschaften
mit den USA als Sieger mit 59:58 über
Israel, nach einer fragwürdigen Entscheidung eines deutschen Schieds-
Foto: Privat
A
m 7. August 2014 wurde im
Rahmen einer Vernissage im
Olympia-Zentrum in Heidelberg das Buch zur Geschichte der XXI. Weltspiele der
Gelähmten in Heidelberg 1972 vorgestellt. Daniel Westermann ist der Autor,
der sein Sportstudium mit dem Schwerpunkt Journalismus mit der Diplomarbeit
über die Heidelbergerspiele abschloß. Als
Zeitzeuge wurde ich neben Ruth Lambsbach zu dieser Veranstaltung geladen. Im
DRS gut bekannt ist Jörg Schmekel, der
Geschäftsführer des damaligen Organisationskomitees und als Vertreter des DBS
Karl Quade. Moderiert wurde die Veranstaltung von Matthias Berg und Marcel
Bergmann, ZDF-Sportredakteur.
Natürlich stand der Begründer der
modernen Behandlungsmethode für
Querschnittsgelähmte, Sir Ludwig Guttmann, im Zentrum der Ausführungen. Dazu lieferte Manfred Sauer (›No Sports!‹)
nicht nur einen eindrucksvollen Film
über ihn und die Stoke Mandeville Games,
sondern auch ein Psychogramm über Sir
Ludwig: ein autoritärer, geradliniger,
kompromissloser Visionär. Nicht der
Sport war seine übergeordnete Zielsetzung, sondern aus Menschen mit Querschnittslähmung anerkannte in der Gesellschaft integrierte Steuerzahler zu machen. Vielen hat dabei der Einstieg in den
Sport und das Erlebnis der Sportgemeinschaft geholfen. Manfred Sauer hat be-
Herbert Krah und Sir Ludwig Guttmann (r.).
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
14:43 Uhr
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richters. Für die fünf deutschen
Schiedsrichter des badischen Verbandes war es eine leichte Aufgabe, um
Spielern wie Ed Owen und Baruch Hagai das Wasser reichen zu können. Die
im Nachhinein berühmte deutsche
Schiedsrichterausbildung nahm erst
sechs Jahre später ihren Anfang.
R O L L S T U H L R U G BY
Rollstuhl Rugby
in Baden
Gesellscha licher Au ruch
1972 kennzeichnete den gesellschaftlichen Au bruch der Rollstuhlfahrer. Im lokalen Bereich von Heidelberg wurde die
Presse aktiv und die interessierten Zuschauer ermutigten die begonnene Öffentlichkeitsarbeit weiterzuführen. Von
nicht ungefähr startete das Bernd-BestTurnier in Köln im gleichen Jahr. Und
eher zufällig starteten Klaus Schüle von
der Sporthochschule Köln und der Autor
das Projekt Bewegungserziehung mit
Kindern mit Spina bi ida an der Förderschule Köln Belvederestrasse.
Der heutigen Generation von Übungslei-
Daniel Westermann
Die XXI. Weltspiele der
Gelähmten in Heidelberg 1972
Entstehungsgeschichte und Ablauf
Band 9 der Schriftenreihe des Stadtarchivs
Heidelberg. Hrsg. vom Stadtarchiv Heidelberg.
160 S., br., mit 45 Abb., 17,90 €
ISBN 978-3-89735-807-2.
tern und Rollstuhlsportlern kann man die
psychologisch belastete und schwierige
Situation zwischen den Rollstuhlfahrern
und den nichtbehinderten Menschen der
Gesellschaft kaum verdeutlichen. Am
ehesten helfen zwei Beispiele, um die bestehenden Schwierigkeiten und Aufgaben
nachzuvollziehen:
■ Begeistert erzählte ich einem äußerlich
erkennbaren Spitzenbasketballer, der
mich mehr als eine Kop länge überragte, von Rollstuhl-Basketball. Seine im
Nachhinein nachvollziehbare Frage
lautete: »Woher nimmst Du eigentlich
die vielen Helfer?« Ich stutzte verblüfft.
Prinz Charles (m.) mit
Birgitta Blomqwist 1987.
■
»Die die Rollstuhlfahrer schieben!« Eigentlich richtig gedacht. Kannte ›Otto
Normalverbraucher‹ damals nur den
Rollstuhlfahrer, der in der Öffentlichkeit durch einen Helfer geschoben
wird.
Es dauerte noch einige Zeit, bis auch
das Fernsehen auf den Behindertensport aufmerksam wurde. Bei den XXV.
Weltspielen der Gelähmten in Toronto
1976 tauchte der Chef des ZDF-Sportstudios, Alfons Spiegel, auf, seines Zeichens Diplom-Sportlehrer und Absolvent der DSHS Köln. Einmal schauen,
was sich im Behindertensport so tut?
Als Sportkollegen kam man sich schnell
näher, so dass die Bitte erlaubt war:
»Ihr könntet für uns etwas in der Öffentlichkeit tun!« Gesagt getan: Hurra,
im Herbst 1977 erhielt ich mit Regina
Isecke eine Einladung in das aktuelle
Sport-Studio mit dem damaligen Moderator Hanns Joachim Friedrichs. Alle
Beteiligten waren uns absolut wohlgesonnen! Dennoch herrschte eine große
Unsicherheit bei den Redakteuren, wie
werden die Zuschauer auf Behindertensport und eine Rollstuhlfahrerin
reagieren? Werden sie den Fernseher
eventuell ausschalten? Im Nachhinein
war die Sorge unbegründet, wobei Regina Isecke ihren Part großartig darstellte. Aus Vorsicht und um die großzügigen zehn Minuten, die uns eingeräumt wurden, zu sichern, wurden wir
zwischen die Berichterstattung der
1. Bundesliga und der Formel 1 platziert.
Gedankt sei an dieser Stelle den Pionieren des Rollstuhlsports, die die heutige
gesellschaftliche Anerkennung der Rollstuhlfahrer eingeleitet haben. Unter ihnen, um nur einige zu nennen: Herbert
Krah, Guido Schievink, Willi Brinkmann,
Jochen Walter, Bernd Best, sowie Walter
Weiss, Hans Knöller, Birgitta Blomqwist.
Text | Horst Strohkendl, DRS-Lehrwart
Drei Tage – drei KIDz CAMPs
■ Das Reha- und Nachwuchsteam
des Fachbereich Rollstuhl Rugby mit
Silke Freund und Heiko Striehl war
Anfang Juli beim ›Behindertensport
macht Schule‹-Projekt des Badischen
Behinderten- und Rehabiltationssportverbandes in Baden-Baden im
Einsatz. Drei Schulklassen der Stufe 3
und 4 sammelten die ersten Erfahrungen mit einem Sportrollstuhl. 66 Kids
und zwei Lehrer zeigten hier vollen
Einsatz. Nach dem Auftritt wurden wir
spontan eingeladen, am Montag zwei
Stunden Rollstuhl-Sportunterricht zu
geben!
Foto: Heiko Striehl
29.09.2014
Foto: Privat
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Einen Tag später folgte Heiko
Striehl der Einladung von Holger
Kranz, der das Präventionsprojekt der
Deutschen Stiftung Querschnittlähmung ›No risk – no fun?‹ in Baden
Württemberg durchführt, nach Wiesloch ins Ottheinrich Gymnasium. Ziel
ist es, auf Gefahren im Alltagsleben
hinzuweisen und Kop barrieren abzubauen. Hier stand Esther Weber für
Fragen der Jugendlichen zur Verfügung. Sechs 9. Klassen lernten von
Holger den Umgang mit dem Rollstuhl
beim Bewältigen eines Parcours. Des
Weiteren konnten Handbikes der Firma Speedy ausprobiert werden. Das
sportliche Highlight waren die zehn
Rugby Rollstühle, die fast pausenlos
im Einsatz waren. An den beiden Tagen spielten 165 Jugendliche, darunter
16 US-Austauschschüler und drei Lehrer. Prävention und Inklusion unter einem Dach.
Weitere Infos gibt es im Internet:
www.dsq.de/index.php/no-risk-nofun/praevention.
Text | Heiko Striehl
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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29.09.2014
14:43 Uhr
rollikids.de
I
Insgesamt 13 Familien mit mindestens je einer/einem Rollstuhlfahrer/in, vom Kleinkind
bis zur Oma, plus Übungsleiter;
insgesamt 45 Leute, plus zwei
selbstzahlende Gäste waren für eine Woche beisammen, um gemeinsam zu spielen, Sport zu treiben, sich zu bewegen
und es sich so richtig gut gehen zu lassen.
Seite 32
Rheinsberg sucht
die Supertalente
7. DRS rollikids-SCHWALBE Familien-Sportkurs – eine
Woche Sport, Spiel und viel Bewegung
Inklusion (er)leben
Fotos: Klaus D. Herzog
Nahezu unbemerkt, scheinbar wie von
selbst, formte sich durch die liebevolle
und erfahrene Art und Weise von Ute
Herzog und ihrem Team eine superstarke
Gruppe. Es spann sich ein Netzwerk, das
gemeinsam echte Inklusion vom Feinsten
(er)lebte. Sei es nun beim gemeinsamen
Sport in der Halle, beim Aus lug in den
Zoo oder nach Berlin. Der Tag wurde gemeinsam begonnen und beendet, es gab
Spiele, bei denen alle gleichberechtig mitmachen konnten oder exklusive Spiele
und Trainingsstunden für z. B. Basketballund Rugby Cracks oder ein Handbike
Team.
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Besonders eindrücklich wurde mir das
Miteinander beim Kegeln deutlich; es
spielten die Kinder gegen ihre Eltern. Die
kleine Healy genauso wie Oma Gerda, der
bärenstarke Micha und auch der spindeldürre Bernhard. Es waren ein Toben und
ein Anfeuern, eine Begeisterung und eine
Freude, voller Ehrgeiz und Zufriedenheit.
Ein echtes, bereicherndes Miteinander.
Klar konnten sich immer wieder Einzelne heraus- oder zurückziehen, aber als
Gruppe waren wir stark und wurden wesentlich mehr als die Summe der Einzelnen.
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Die inneren Kräfte stärken, menschliche Beziehungen eingehen und jeden so
sein zu lassen, wie er/sie ist. Nicht nach
den De iziten fragen, sondern die Stärken
inden und am Anspruchsniveau arbeiten. Klar altbekannte methodische
Grundlagen, aber hier wurden sie mit Leben erfüllt, verfeinert und in ihrer
schönsten Form erspürt.
»Können wir nicht noch etwas länger
bleiben?« »Wann sehen wir uns wieder?«
»Warum gibt es diesen Kurs nicht öfters?« »Kommt Ihr uns mal besuchen?«
»Es war sooooooooo schön!«, das waren
einige Stimmen der Teilnehmer.
Familienfreundliche Kosten
Sehr froh waren wir, dass wir dank
der großzügigen Unterstützung durch
SCHWALBE den Kurs zu wirklich familienfreundlichen Kosten anbieten konnten.
Auch kam uns das Haus Rheinsberg Hotel
am See mit besonders kinderfreundlichen Preisen entgegen. Und es war noch
etwas Geld von der STO-Spende da, um
zusätzlich mit Mitteln dort zu helfen, wo
es von Nöten war, und nicht zuletzt die Fi-
nanzierung zweier Zimmer durch die Kollekte eines Gottesdienstes bot uns die
Möglichkeit, diesen Kurs genau so durchzuführen, wie wir es gemacht haben; mit
einem super Übungsleiterteam, mit gutem Material und so unterschiedlichen
und doch ähnlich betroffenen Familien.
Jede/r bringt sich ein
Durch nichts zu bezahlen war und ist
aber das herzliche Engagement aller sich
einzubringen, egal ob als begeisterter
Praktikant mit super Ideen, der sogar ein
eigenes Kurslied mitbrachte, als Übungsleiter mit schier endlosen Ideen und Ausdauer, als Eltern, die sich nicht nur um ihre eigenen Kinder kümmern, sondern wie
selbstverständlich auch auf anderer Leute Kinder sehen oder als Kinder und Jugendliche, die weit vor und nach dem ofiziellen Programm noch in der Halle toben und keine/n ausschließen, sondern
selbst die Spiele so anpassen und variieren, dass auch die Kleinsten, oder Größten, ›Dicksten oder Dümmsten‹, ›Tief- und
Hochbegabtesten‹ mitmachen können.
Viele Sachen wurden erlebt und erfahren, Neues konnte ausprobiert werden,
29.09.2014
14:43 Uhr
Seite 33
Fotos: Britta Kramer, Klaus D. Herzog
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»Inklusion ist machbar…!!!«,
wenn die richtigen Leute, zur
gleichen Zeit an einem besonderen Ort zusammen kommen.
So geschehen im August dieses Jahres in Brandenburg im
Haus Rheinsberg, Hotel am
See.
E R FA H R U N G S B E R I C H T:
PROACTIV mit
Freeway und alber
TWION Antrieb
■ Hallo, ich bin Kai, 12 Jahre alt und
neue Freundschaften wurden geschlossen und alte gefestigt. Ihren Höhepunkt
fand die Woche wieder einmal im fulminanten Abschlussabend, der mit dem
heiß ersehnten Familientausch begann
und durch ein Feuerwerk an Aufführungs-Highlights (Akrobaten, Sängern,
Comedians, Tänzern) bereichert und geschmückt wurde, und in einer leidenschaftlichen Disco-Party endete.
Ein Hoch auf Rheinsberg – DANKE an alle!!!
– wir kommen sehr gerne wieder.
KlausD.Herzog@gmx.de
Verschnaufpause beim Familientausch.
berichte aus dem Familiensportkurs in
Rheinsberg.
Während eines Aus luges in den Tierpark durfte ich mir einen besonderen
Rollstuhl vom Übungsleiter Klaus Herzog
ausleihen. Einen PROACTIV Speedy for
all, an den ein Freeway-Lenkvorsatz angekoppelt war. Dieser Lenkvorsatz besteht aus einem 20“-Rad, einem Lenker,
einer Handbremse sowie einem speziellen Ankopplungssystem an den Rollstuhl.
Durch dieses System werden die beiden
kleinen Vorderräder des Rollstuhls angehoben, so dass der Rolli nun auf drei großen Rädern fährt. Anschließend tauschte
ich noch die normalen Antriebsräder gegen TWION-Räder von alber aus. In diesen Rädern be inden sich Elektromotoren und Akkus, sowie die komplette Elektronik. Dadurch wird die Antriebskraft
des Greifreifens verstärkt und gesteuert.
Die motorische Höchstgeschwindigkeit
kann bis zu 10 km/h reichen, ab ca. 20
km/h beginnen die Motoren allerdings zu
bremsen. Durch diesen Bremsvorgang
werden die Akkus automatisch aufgeladen. Ich brauchte jetzt also nur noch zwei
bis drei Mal Schwung geben, beide Hände
an den Lenker legen und schon fuhr ich
ganz bequem eine kleinere Strecke ohne
weiteres Antreiben der Räder.
Dadurch dass der Rollstuhl nun auf
drei Rädern fährt, ist das Fahrgefühl ganz
Kai Kramer (l.) und Klaus D. Herzog.
anders. Auf glattem Untergrund rollt das
Gefährt ganz leicht und schnell, auf unebenem Untergrund, z. B. Waldboden,
werden die Baumwurzeln und Schlaglöcher ganz einfach überrollt. Ohne den
Freeway-Lenkvorsatz müsste ich ständig
in gekippelter Rollstuhlposition fahren
und ständig Anschwung geben. Und ohne
elektrische Unterstützung würde ich erst
gar nicht in den hügeligen Wald fahren.
Es hat mir richtig Spaß gemacht, zügig
durch den Wald zu düsen und die Fußgänger mal zu begleiten und öfters schon
davon zu fahren, egal ob es nun bergauf
oder bergab ging.
Das Praktische an dem TWION-System
ist, dass es mit Bluethooth verbunden
werden kann und ich so sämtliche Informationen wie z. B. den Akkustand, die Geschwindigkeit u. v. a. m. auf meinem
Smartphone erfahren kann.
Ich würde mir wünschen, dass die Akkus noch etwas länger halten, da nach
dem Aus lug (ca. acht Kilometer) die Akkus fast leer waren. Als ich den Rollstuhl
wieder abgeben musste, habe ich mir folgendes für die Weiterentwicklung der Räder überlegt:
• die Akkus sollten länger halten
• der Motor sollte auch beim Handbikefahren den Antrieb unterstützen
Zum Schluss möchte ich hier sagen, dass
ich so ein Gefährt gerne im Alltag einsetzen möchte, allerdings bräuchte der Motor, für mich als kleinen Raser, nicht bei
20 km/h zu bremsen – naja, ich hab ja
fürs Schnellfahren auf der Bahn auch
noch meinen Rennrollstuhl …
Text | Kai Kramer
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
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29.09.2014
14:43 Uhr
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Foto: Privat
rollikids.de
»Wir haten imer
vihl Spass!«
Ein ganz persönlicher Rückblick
auf den Familiensportkurs in
Haus Rheinsberg
■ Ich bin mit Mama und Papa nach
Belihn gefahren. Ich habe Schwimmen
und Rüken Schwimmen und Tauchen mit
Ute Herzuk geüpt und ich habe sehr ihl
dazu gehlent.
Michei wahr auch beim Hendbeiken und
Markus wahr sehr begeistatt und wahr
sehr hin und her gerissen.
Der Kurs hat mir ihl geholfen. Ich habe
sogar auf der Strasse Hendbeiken gelernt.
Wir waren auch Kegeln und abenzt in der
Bar. Wir haten imer vihl Spass.
Fielen Dank an dass ganze Tim.«
Silvia Hosse
SPORT VOR ORT
Die ›RolliRookies‹ der
99ers kommen
Nachwuchsarbeit bei den
Kölner Basketballern
■ In diesem Jahr haben die Köln 99ers
den nächsten Schritt in ihrer Nachwuchsförderung gemacht und bieten ab sofort
eine Trainingsgruppe speziell für Kinder
und Jugendliche an: die ›Rolli-Rookies‹!
Dass bei den Köln 99ers in den letzten
Jahren gute Nachwuchsarbeit geleistet
wurde, kann man leicht an dem 21-jährigen Dominik Zielke und dem 15-jährigen
Max Winter erkennen. Dominik ist aktueller U-23 Weltmeister, Max wurde kürzlich in die U-19 Nationalmannschaft berufen. Neben Dominik und Max gibt es im
Verein weitere junge und talentierte Spieler, die in den aktuell vier Senioren-Teams
des Vereins trainieren.
34
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
»Unser Kind hat wieder ein
Stückchen dazugelernt«
Wir erleben, dass unser Kind physisch
und psychisch gefordert und gefördert
wird, viel Freude »mit den vielen FreundInnenen« hat, immer wieder ein Stückchen dazulernt, reifer wird und dass es
ihr und uns auf dem Familienrollstuhl-
Um die Förderung dieser jungen
Sportler zu optimieren, vor allem aber
um weitere Nachwuchsspieler für den
Verein zu gewinnen, haben die Köln
99ers ihr Angebot zur neuen Saison um
die Trainingsgruppe ›Rolli-Rookies‹ erweitert. Über ein Jahr wurde hinter den
Kulissen daran gearbeitet, die für die
›Rolli-Rookies‹ notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen: Mit der Kraemer
GmbH wurde nicht nur der passende
Partner gefunden. Auch konnten feste
Hallenzeiten und Sportrollstühle zum
Verleihen organisiert sowie eine erfahre-
Hatte viel Spaß beim
Familiensportkurs: Silvia Hosse
sportkurs sehr gut geht. Vielen Dank an
das ganze Team für euer Engagement und
die Unterstützung in ›fast‹ allen Bereichen.
Mama & Papa von Silvia
ne Trainerin engagiert werden.
Bei den ›Rolli-Rookies‹ haben Kinder und
Jugendliche im Alter von etwa 10 bis 17
Jahren die Möglichkeit, die Sportart Rollstuhlbasketball kennenzulernen und in
den wöchentlichen Trainingseinheiten
die spezi ischen Techniken des Spiels zu
erlernen und zu verbessern. Es sind sowohl Neulinge als auch Spielerinnen und
Spieler, die schon erste Erfahrungen gesammelt haben, willkommen.
Das Besondere der ›Rolli-Rookies‹:
Das Angebot gilt nicht nur für RollstuhlfahrerInnen, auch Kinder und Jugendliche ohne Behinderung sind herzlich Willkommen. Denn auch die ›Rolli-Rookies‹
sollen – wie der ganze Verein – alle vereinen, die sich für Rollstuhlbasketball begeistern!
Trainiert wird donnerstags und freitags von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr in
der Sporthalle des Georg-Simon-OhmKollegs in Köln-Gremberg. Weiterführende Informationen sowie die Möglichkeit
zur Anmeldung gibt es auf der Homepage
des Vereins unter www.rbc-koeln99ers/
nachwuchs oder via E-Mail an thomas.
stephany@rbc-koeln99ers.de.
Text | Thomas Stephany
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Anzeige Meyra
Motiv neu
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SERVICE
BELEGUNG DER HALLEN
Halle 3
Foto: Messe Düsseldorf
Barrierefreies Wohnen • Themenpark
Menschen mit Behinderung und Beruf •
Marktplatz Gehirn – Hilfen für Menschen
mit erworbener Hirnschädigung • BAG
Selbsthilfe • REHACARE Forum (zuvor Café
Forum und Hilfsmi el-Forum) • Leben mit
Pflege• Interna onale Gemeinscha sstände
• Ergo- und Physiotherapie • Orthopädie,
Fahrgeräte, Rollstühle, Rollstuhlzubehör •
Alltagshilfen • Sport, Spiel und Freizeit
Halle 4
Kid’s World – Integra ve Kinderbetreuung •
Interna onale Gemeinscha sstände • Hilfsmi el für Kinder • Orthopädie, Fahrgeräte,
Rollstühle, Rollstuhlzubehör • Alltagshilfen
REHACARE 2014
Fachmesse und Kongress für
Menschen mit Behinderungen
24. bis 27. September – mehr als 800 Aussteller aus 34 Ländern
Topthemen: Automobil und Reisen |
Moderne Alltagshilfen | Wohnkonzepte
■ Alles was Menschen mit Behinde-
rung, P legebedarf und chronischen
Krankheiten das Leben leichter macht,
steht vom 24. bis 27. September 2014 in
Düsseldorf im Mittelpunkt der internationalen Fachmesse REHACARE. Mehr
als 800 Aussteller aus 34 Ländern bie-
ten in fünf komplett ausgebuchten Messehallen einen repräsentativen Überblick über Hilfen für ein selbstbestimmtes Leben. Ein Kongress, zahlreiche Themenparks und Informationsveranstaltungen in den Hallen laden dazu ein,
sich über die aktuellen Themen und
Trends rund um Rehabilitation, P lege
und Älterwerden zu informieren.
Quelle: www.rehacare.de
Halle 5
Gemeinscha sbereich für blinde und sehgeschädigte Menschen • Hilfsmi el für gehörlose und schwerhörige Menschen • Elektronische Hilfsmi el und Kommunika on •
Medizinische Versorgung • Orthopädie,
Fahrgeräte, Rollstühle, Rollstuhlzubehör •
Alltagshilfen • Pflegehilfsmi el • Mobilität
und Reisen
Halle 6
Kfz-Umrüster und Hersteller • Orthopädie,
Fahrgeräte, Rollstühle, Rollstuhlzubehör •
Alltagshilfen • Pflegehilfsmi el
Halle 7.0
Kunst im Studio 111 / Offenes Atelier •
Internet Lounge
Halle 7a
Sport-Center
CCD Süd
REHACARE-Kongress • Aussteller-Seminare,
-Vorträge und -Workshops
Der DRS auf der REHACARE
Informationen über Rollstuhlsportangebote
Foto: Messe Düsseldorf
■ Die bedeutendste Fachmesse für
Rehabilitation, Prävention, Inklusion
und P lege öffnet in Düsseldorf wieder
ihre Tore. Vom 24. bis 27. September
können Sie den DRS auf dem Gemeinschaftsstand der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung DGUV (Halle 3
Stand C 74) besuchen.
In Halle 7a präsentiert der Behinderten-Sportverband Nordrhein-Westfalen (BSNW) im Sport-Center wieder
eine breite Palette aus den Bereichen
Behinderten- und Rehabilitationssport.
Unter den zahlreichen Mitmach-Angeboten wird es auch in diesem Jahr wieder einen Rollstuhl-Parcours geben.
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Mitmachen und ausprobieren:
Rollstuhlparcours im Sport-Center.
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Daten & Fakten
24. – 27. September 2014
Düsseldorf Messegelände
Eingänge Nord und Süd
Hallen 3 – 7
Öffnungszeiten für Aussteller
Täglich von 9.00 – 19.00 Uhr
Öffnungszeiten für Besucher
Mi woch bis Freitag: 10.00 – 18.00 Uhr
Samstag: 10.00 – 17.00 Uhr
Besucher-Telefon-Hotline:
+49 (0)211 4560-7614
Tageskarte
Online-Ticket-Shop (eTicket): 7,– €
An den Messekassen: 12,– €
Ermäßigte Tageskarte
Online-Ticket-Shop (eTicket): 7,– €
An den Messekassen: 7,– €
Alle Infos
www.rehacare.de
Quelle: www.rehacare.de
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Verlagssonderveröffentlichung
Pro Ac v auf der Rehacare
Neuheiten in allen Produktgruppen
DRS-Partner stellt in Halle 6 Stand D30 aus
Neue Produkte in der EVO-Serie
Auf der RehaCare 2014 stellt PRO ACTIV zwei neue Produkte in
der EVO-Serie vor: Traveler 4all EVO und Speedy 4all EVO - die
standardisierte Variante der 4you-Modelle. Diese beiden Rollstühle zeichnen sich wie alle Rollstühle der EVO-Serie durch
das neue Bremskonzept der Integralbremse, eine neue Rahmengeometrie mit Sitzknick, ein neues Seitenteil und ein iligranes Design aus.
Neue Op onen im Handbike- und Zuggeräte-Bereich
Bequem Reichweite verlängern. Für BionX-Antriebsssyteme
wurde eine Wechselsteckverbindung als Umschaltlösung für
den zweiten Akku entwickelt, sodass mit wenigen Handgriffen
zwischen beiden Akkus umgeschaltet werden kann. Für das
neodrives-Antriebssystem wird ein neues Akkugehäuse (ab
2015 lieferbar) vorgestellt. Bei diesem Akkugehäuse sind der MagnetStecker und der Wake-upTaster von oben zugänglich. Dadurch kann einfach
zwischen beiden Akkus
umgesteckt werden.
Neue elektrische und
automatische Schaltungsmöglichkeiten. Ab der RehaCare 2014 sind zwei
neue Schaltungen im PRO ACTIV Programm: die elektrische
Schaltung Al ine di2 für das NJ1 Adaptivbike und die 2-GangAutomatik-Schaltung IGH 2 von BionX für das NJ1 e-assistant.
Diese Schaltungen sind hinsichtlich der Bedienung sehr bequem und optimal für Tetraplegiker geeignet. In Verbindung
mit der hydraulischen Rücktritt-Scheibenbremse sind keinerlei
Züge oder Kabel an den Handgriffen.
mitwachsen. Außerdem kann durch diese Verstellmöglichkeiten eine Standardisierung verschiedener Baugruppen erzielt
werden, was den Vorteil der geringeren Lieferzeiten birgt. Das
geringe Gesamtgewicht und der optimale Leichtlauf machen
den Rollstuhl auch für Kinder mit geringer Armkraft zum geeigneten Gefährten.
Ganz neu bietet PRO ACTIV einen abklappbaren und winkelverstellbaren Zentral-Einhandschiebegriff als Ausstattungsoption an. Mit einem Handgriff ist die Griffeinheit im Winkel angepasst für gutes
Handling oder auch komplett abgeklappt
für den optimalen Transport.
Neue Op onen für Rollstühle
Neuheiten im Bereich der Rollstuhloptionen sind der CarbonKleiderschutz und der Greifring ›Curve‹. Der Carbon-Kleiderschutz hat eine hervorragende isolierende Wirkung, ein geringes Gewicht und ein sportliches, schnittiges Design. Der Greifring ›Curve‹ überzeugt durch seine optimierte Pro ilform, die
sich an der Anatomie der Hand orientiert und einen kraftschonenden und kontrollierten Griff ermöglicht.
Weitere Informationen:
www.proactiv-gmbh.de
RehaCare Halle 6 Stand 6D30
DRS-Partner auf der Rehacare
Audi
Halle 06, Stand B65
Coloplast
Halle 04, Stand G19
Li y-Kinder-Produktserie erweitert: Der neue
Li y 4all mit op malen Verstellmöglichkeiten
Hollister
Halle 05, Stand G22
Der Litty 4all ist die standardisierte Variante des
bewährten und individuellen Kinderrollstuhls Litty
4you. Während der Litty
4you durch den absolut
individuellen
Rahmen
glänzt, ist der Litty 4all ein
Rolli mit umfassenden und
optimalen Verstellmöglichkeiten. So kann der Litty 4all stets mit den Kids
Meyra
Halle 06, Stand B33/C40
Ottobock
Halle 03, Stand H35 (04/E03, G03, H15, FG.4/4A01)
Pro Activ
Halle 06, Stand D30
Teleflex
Halle 05, Stand E37
Volkswagen Halle 06, Stand B81 (FG.6/06A03)
Wellspect
Halle 05, Stand H35
Quelle: www.rehacare.de, Angaben ohne Gewähr
Partnerforum
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Anzeige Sopur
Motiv neu
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Fotos: Aggi Wiggers
rollikids.de
»Erlebnisreiche
Zeit auf Teneriffa«
entsprechende Motivation geschafft hatten, überglücklich und erhielten dadurch
neues Selbstbewusstsein und auch ein
gestärktes Selbstvertrauen.
Es war eine Freude zu erleben, wie
Brigitte z. B. staunte: »Ich kann ja einen
Schläger halten und treffe sogar den Ball!
Mach bitte ein Foto, sonst glaubt mir das
niemand daheim!« Vielfältige Aussagen
wurden auf Grund des direkten Erlebens
gemacht: »Super, dass ich mich jetzt besser und sicherer im Rollstuhl fortbewegen kann!« Oder im wohlig temperierten
Schwimmbad: »Ich kann ja im Wasser
selbstständig gehen!« Oder: »Ist das toll,
auf dem Rücken zu schweben!«
Je intensiver ich den Gästen durch
meine sportliche Begleitung in der Turnhalle begegnete und sie so näher kennenlernte, je mehr trat die Behinderung aus
dem Blickfeld und die menschliche und
sehr wertvolle Beziehung trat stärker in
Aggi Wiggers-Sembritzki über ihren Aufenthalt und ihr
Engagement im Spa & Sport Hotel Mar y Sol auf Teneriffa
■ Einige Tage vor Weihnachten 2013
gab es ein telefonisches Gespräch mit Ute
Herzog zu diversen Abstimmungen unserer Skikurse in Neuss. Hierbei fragte sie
mich beiläu ig, ob ich nicht Zeit und Lust
hätte, Klaus Herzog, ihren Ehemann, zehn
Tage im Hotel Mar y Sol auf Teneriffa bei
den sportlichen Angeboten und Aktivitäten mit Gästen des Hotels zu unterstützen. Das Angebot ge iel mir und ich sagte
spontan zu. Einen Tag später erhielt ich
von der Hoteldirektorin einen Anruf, dass
meine Hilfe dort willkommen sei. Erst
dann realisierte ich meinen schnellen
Entschluss und war sehr gespannt, was
mich auf Teneriffa erwarten würde.
Von Ute und Klaus, die bereits seit
zwei Wochen auf der Insel aktiv waren,
wurde ich freundlich am Flughafen empfangen. Sie versorgten mich mit Informationen, machten mich mit der Hoteldirektion Frau Baum-Fischer und Herrn Fischer sowie Frau Kraus bekannt, die mit
mir meine Einsatzmöglichkeiten besprachen.
Im Hotel traf ich auf Gäste aus vielen
Nationen, aus allen Altersgruppen und
mit den verschiedensten Behinderungsarten. In der gesamten Hotelanlage
herrschte eine angenehme, ruhige und fa-
miliäre Atmosphäre. Ich lernte Familien
kennen, die mit einem Familienmitglied
mit Behinderung – ob Kind, einem Ehepartner oder einem Elternteil – ihren Urlaub dort verbrachten. Auch traf ich Paare an, beide mit einer Behinderung, wovon einige sich für einen längeren Zeitraum im Hotel eingemietet hatten.
Das Hotel ist nicht nur wegen seiner
behindertengerechten und komplett rollstuhlgerechten Ausstattung und Einrichtung bekannt, sondern verfügt darüber
hinaus über beste Sport- und Physiotherapiemöglichkeiten.
In der wunderbar gut ausgestatteten
Turnhalle konnten wir die Gäste bestens
darin unterstützen, ihr sportliches Können zu p legen oder gar zu verbessern,
gaben entsprechende Tipps, Hilfestellungen, waren Spielpartner und Spielgegner.
Den Gästen, die sich nicht zutrauten,
sportliche Aktionen durchzuführen,
machten wir Mut, es einfach mal mit diesem oder jenem Sportgerät bzw. es mit einer zu ihnen passenden Sportart auszuprobieren. Viele Gäste benötigten einen
kleinen Anstoß von außen, um wieder Zutrauen und Selbstsicherheit zu ihrer eigenen Körperlichkeit zu bekommen. Sie waren, nachdem sie die Überwindung durch
Aggi Wiggers (r.) machte den Gästen
Mut, einfach mal eine Sportart oder ein
Sportgerät auszuprobieren.
den Vordergrund. Das gemeinsame Erleben und die intensiven Gespräche mit allen Gästen – mit und ohne Behinderung –
zeigten deutlich, dass die Ziele der Inklusion hierdurch gut umzusetzen und erreichbar sein sollten.
Neben den Räumlichkeiten und der
Ausstattung des Hotels sind die Strandpromenade und die Strände erwähnenswert, da diese tolle Möglichkeiten zu Freizeitaktivitäten für alle Rollifahrer bieten,
ob mit Handbike, E-Rolli, E-Scooter etc.
bis hin zum Schwimmen im Meer.
Dies sind nur einige Eindrücke und
Beispiele, die ich bei meinem Aufenthalt
und meiner Tätigkeit erlebt habe. Ich
fühlte mich reich beschenkt, dass ich viele wunderbare Menschen kennenlernen
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rollikids.de
durfte und nachhaltige Eindrücke und Erfahrungen sammeln konnte, so dass mir
der Abschied von den lieb gewordenen
Gästen schwer viel.
Im Nachhinein kann ich sagen, dass
meine Erwartungen im positiven Sinne
bei weitem übertroffen wurden. Die erlebnisreiche Zeit im Spa & Sport Hotel
Mar y Sol wird mir lange in schöner Erinnerung bleiben.
Text | Aggi Wiggers-Sembritzki
Teneriffa hat das ganze
Jahr Saison
Foto: Klaus D. Herzog
■ Im September ist Aggi wieder für 4 Wochen in der Sporthalle aktiv. Wer mehr
Aktion möchte, kann im Oktober einen
Aktiv-Rolli Urlaub mit Gerda Pamler unternehmen, da stehen Kajakfahren im
Meer, eine Quad-Tour, Jet-Ski fahren sowie Gleitschirm liegen auf dem Programm. Ute und Klaus Herzog sind dann
wieder Ende Dezember, Anfang Januar
mit Kinder-, Familien- und Breitensportangeboten vor Ort. Wir freuen uns schon
sehr!
Klausd.herzog@gmx.de
Infos unter www.marysol.org
Ute und Klaus Herzog auf Teneriffa –
mit Blick zum Pico del Teide, dem dritthöchsten Inselvulkan der Erde.
40
Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
»Big wheels keep
on turning …!
Computer Logbuch von SU SI 7967, dem Fachbereichsbus
der DRS rollikids.
■ Gut zweieinhalb Jahre haben wir
nun den neuen Bus der rollikids – auf der
Uhr sind bereits wieder über 55.000 km
und wenn ich die Zahlen vom letzten Jahr
lese, so waren es sicher auch in den vergangenen 12 Monaten ähnlich viele Rollstühle, die wir transportierten (800 –
900) und ähnlich viele Leute (ca. 1800),
die wir erreichten. Die Schulprojekte sind
nach wie vor sehr stark gewünscht und
so hatte Ute zusammen mit den Kollegen,
Aggi, Horst, Jens und Patrick u. a. im vergangenen Schuljahr pro Monat wieder ca.
zwei Schulprojekte durchgeführt, das
sind etwas über 20 Veranstaltungen (teils
mehrtägig) mit je ca. 30 Rollstühlen, d. h.
sie musste ca. 600 Rollis ein- und ausladen. Bei im Schnitt drei Klassen hat sie also um die 1800 Kinder, Lehrer und damit
Familien erreicht!!!
Ähnliche Arbeit an den Schulen wird
deutschlandweit auch von anderen Kolleg/innen durchgeführt, besonders zu erwähnen sind hier Beate Schaffelhuber im
süddeutschen Raum und das Team um
Nora Sties und Thomas Reinelt in Rheinland-Pfalz. Wenn man dann die laufenden
Veranstaltungen wie JUROBACUP Spieltage, die Fahrten zu den Sportstunden
der Vereine, die Fortbildungen im Januar,
Juni und September, sowie die Physio-,
Schiedsrichter- und Lehrerfortbildungen
dazu zählt, so kommt man auf gut und
gern 800 – 900 Rollstühle, die wir umher
fuhren. Die Skigeräte und die Schüler zur
Skihalle nach Neuss, kommen noch dazu.
Der logistische und personelle Aufwand
dafür ist sehr hoch, wir haben fast 50
Rollstühle bereit zu stellen und zu warten, allein dafür sind zwei Garagen von
Nöten und diverse Helfer. Die Finanzierung ist zwar für dieses Jahr noch über
die Kultur- und Sozial Stiftung der Provinzial Rheinland Versicherungen und
der Kämpgen Stiftung sowie die Bezirksregierung Köln weitestgehend gedeckt –
aber die Zukunft leider ungewiss.
Rollis und Material für alle Veranstaltungen vorzuhalten ist ein sehr großer
Aufwand und viel Arbeit. Danke an dieser
Stelle an die Unterstützer von den Firmen, die hier helfen. 2013/14 waren dies
allen voran Pro Activ, die Ulrich Alber
GmbH (jetzt Alber GmbH), aber auch
Ottobock und ETAC. Dank Ralf Kirchhoffs
Vermittlung konnten wir ganz knapp vor
Weihnachten 2013 fünf ausgemusterte
Stühle vom ev. Stift in Koblenz abholen –
einer davon reiste direkt mit uns ins Mar
y Sol nach Teneriffa und durfte wegen hohen Bedarfs auch bleiben. Diese Tage besucht ihn Aggi Wiggers, die für vier Wo-
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Kinder- und Jugendsport im DRS
Fotos: Klaus D. Herzog
chen die Turnhallenpräsenz in dem herrlichen SPA- & Sporthotel verstärkt. Ute
und ich liegen nach Weihnachten wieder
hin – wir freuen uns schon sehr darauf!
Beim Reparieren der Rollis halfen uns
wieder ganz super toll die Kollegen von
der 4ma3ma aus Dortmund/Köln und
Heinz Schneider aus Troisdorf. Wir brauchen auch nächstes Jahr wieder gute (gebrauchte) Rollis für unsere Arbeit und
Hilfen beim Reparieren, also scheut euch
nicht, uns anzusprechen, wenn ihr helfen
könnt – danke!
Gerade eben kommen wir vom 7. DRS
– SCHWALBE Familiensportkurs aus
Rheinsberg zurück, der Bus ist noch gar
nicht richtig ausgepackt, da wird bereits
wieder ein Hänger voller Rollis abgeholt
für eine Infoveranstaltung vom Nachwuchsübungsleiter Marcel Gerber –
manchmal geht es hier in Altenbödingen
wirklich zu wie im Taubenschlag. Rheinsberg war klasse und unser Büsschen erledigte alle Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit – schwächeln tun da eher meine
Schultern, nun hab ich ja auch über 55
Jährchen auf dem Buckel und das Einund Aussteigen geht nicht mehr so locker
lockig von statten wie vor Jahren – da gehen mir dann schon auch mal Gedanken
an eine Hebebühne oder doch einen langen Caddy oder gar die Vorruhestandsaltersteilzeit durch den Kopf. Ein bisschen
Abspecken wäre ja auch nicht schlecht …
Zum Glück gibt es ja doch auch einige
junge engagierte Kollegen/innen, wie
z. B. David Lebuser, der mit seinem
ChairSkating viele rollikids erreicht – und
bei mir verschieben sich eben Arbeitsschwerpunkte: »We will see – big wheels
keep on turning!«
All die oben erwähnten Aktionen sind
ohne die inanzielle und ideelle Unterstützung vieler Menschen nicht möglich,
so möchten wir uns ganz herzlich bedanken, dass Ihr bzw. Sie uns auch im vergangenen Jahr wieder so engagiert geholfen haben. Dies waren vor allem die
Kämpgen Stiftung, Tele lex (Medical Service), die Alber GmbH und Schwalbe, sowie Genny Mobility und hier besonders
Sylvia Hanus, die für uns Spenden akquirierte, um einen Sitz-Segway kaufen zu
können, so von der Town & Country Stiftung, der Bau irma Karl, dem IngenieurBüro Apfelböck und Incocare. Für weitere
Zuschüsse bedanken wir uns bei der Stiftung Deutscher Rollstuhlsport sowie der
Dr. Dirk Baier Stiftung, und Jurek Lunyszyn mit seinem Team von der Skihalle in
Neuss.
Ein besonderes Highlight des vergangenen Jahres war sicher die Paralympics
Teilnahme diverser ehemaliger rollikids
und die fünf Gold Medaillen von Anna
Schaffelhuber in Sotschi. Sehr berührt hat
uns die große Hilfsbereitschaft ehemaliger Kursteilnehmer nach dem erschreckenden Brand bei Herbert in Schwarzach.
Sehr wehmütig sage ich diesmal: Keep on
rolling, und möge uns der Saft nicht so
schnell ausgehen – bis neulich !
klausd.herzog@gmx.de
Termine 2015
ÜL-Fortbildung Mobilitäts- und
Rollstuhltrainingskurse
Termin 10./11.01.15 u. 09./10.01.16
Ort: Köln
Inhalt: Fortbildung (auch Lizenzverlängerung), Koordina on der Mobikurse und Kursverteilung
Teilnehmer: alle Übungsleiter und
Prak kanten der Mobikurse
JUROBACUP-Versammlung
(Jugend-Rollstuhlbasketball)
Termin: 21.02.2015
Ort: Köln
Inhalt: Koordina on und Weiterentwicklung des JUROBACUP
Teilnehmer: Übungsleiter der
JUROBACUP-Mannscha en, offen für
Interessierte
ÜL-Fortbildung Kinder- und
Jugendsportgruppen
Termin: 06./07.06.2015
Ort: Köln
Inhalt: Fortbildung (Lizenzverlängerung), Koordina on der Kinder- und
Jugend-Rollstuhlsport-Gruppen,
Erfahrungsaustausch
Teilnehmer: Übungsleiter der Kinderund Jugendgruppen für Rollstuhlsport,
offen für Interessierte
Fortbildung Rollstuhlversorgung und Mobilitätsförderung
Termin: 19./20.09.2015
Ort: Köln
Inhalt: Fortbildung zum
speziellen Thema
Teilnehmer: Therapeuten, Lehrer,
Mitarbeiter im Rehafachhandel,
Eltern u. a. Interessierte (Teilnahmegebühr)
Fachbereichssitzung
Kinder- und Jugendsport
Termin: 08.11.14 und 07.11.15
Ort: Berlin und Köln
Inhalt: Koordina on der
Fachbereichsaufgaben
Teilnehmer: Mitglieder des Fachbereichs, offen für Interessierte
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14:44 Uhr
W
ie in den Jahren zuvor,
war die Handbike-Woche
auch dieses Jahr wieder
ein lustiges, aufregendes
und lehrreiches Ereignis.
Als Einstieg und zum besseren Kennen
lernen wurde erst einmal gemeinsam Pizza gebacken und gegessen. Danach gab es
eine erste Handbike-Einweisung.
Am Montag regnete es leider, weshalb
die Kursteilnehmer nach dem gemeinsamen Frühstück in die Aula des Internats
fuhren. Dort galt es einen Hindernissparcour zu überwinden. Die Aufgaben waren
unter anderem eine Engstelle, das rechtzeitige Schalten und Bremsen, sowie das
gerade Befahren einer Linie.
Den Dienstag konnten wir dann für eine erste Ausfahrt nützen. Diese führte
uns zu einem nahe gelegenen Parkplatz.
Dort wurde geübt Handzeichen zu geben.
Aber auch Straßenschilder und richtiges
Einparken kamen nicht zu kurz. An einzelnen Stationen konnte mit Hilfestellung
speziell geübt werden. Das Mittagessen
war nach dem morgendlichen Sport dringend nötig um Kraftreserven wieder aufzufüllen. In zwei Gruppen unterteilt,
machten wir Nachmittags eine Ausfahrt
nach Ravensburg/Weingarten. In einer
abendlichen Theoriestunde wurden die
jugendlichen Handbiker auf ihre Führerscheinprüfung vorbereitet.
Die große Turnhalle lernten wir am
Mittwoch kennen, da es in Strömen regnete. Dort gab es wieder einen anspruchsvollen Parcour, mit nachgebauten
Bordsteinen und trickreichen Parklücken.
Der Donnerstag stand ganz im Zeichen
des Bodensees. Früh morgens wurden die
Handbikes und Fahrräder aller Teilnehmer in die Autos geladen und los ging’s.
Am Bodensee angekommen teilten wir
uns wieder in zwei Gruppen auf und erkundeten die Radwege um den wunderschönen See. Zum Mittagessen im Restaurant des MYCO Yachtclubs trafen wir uns
dann alle wieder. Nach dieser Verschnaufpause folgte wohl das Highlight des Tages. Eine Ausfahrt auf dem Bodensee in
einem Wasserskiboot von MYCO. Mit
Freuden nahmen wir die Einladung, an
nächstes Jahr wiederzukommen. Hier
schon mal einen großen Dank an MYCO
für die tolle Einladung.
Abends ging es dann um’s Ganze: die
theoretische Führerscheinprüfung stand
an. Aber alle Teilnehmer bestanden mit
Bravour! Am nächsten Morgen ging es
gleich weiter mit der praktischen Prü-
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Seite 42
fung, in der jeder zeigen konnte was er
unter der Woche gelernt hatte. Die Übergabe der Führerscheine wurde von der
ganzen Gruppe gefeiert.
Diese wunderschöne Woche klang mit
einem letzten gemeinsamen Mittagessen
aus, aber ich hoffe einige Teilnehmer
auch nächstes Jahr wieder zu sehen.
Text | Sarah Stöcker, Helferin
Tolle Praktikumstage
Als Praktikantin hatte ich die Möglichkeit,
von Sonntag bis Mittwoch beim Handbike
Sicherheitskurs in Ravensburg dabei zu
sein. Der Kurs wurde von Gerda Pamler
geleitet und von Sarah, Nico und Franz
tatkräftig unterstützt. Das HandbikeTeam traf sich am Sonntag Nachmittag etwas früher, um Einzelheiten des Ablaufs
zu besprechen – für mich eine gute Gelegenheit, das Team ein bisschen kennen zu
lernen. Nach und nach trudelten die Teilnehmer ein, teils mit und teils ohne Eltern. Nach einer Begrüßung durch Gerda
wurde gemeinsam das Abendessen vorbereitet, es gab Pizza und die Kinder haben mit Feuereifer die Zutaten geschnippelt.
Jeder Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück das wir selber zubereitet
haben, so war man gestärkt für die kommenden Aufgaben. Teilweise hatte uns
»Nächstes
Jahr wieder!«
Berichte und Stimmen zum Handbike-Sicherheitstraining vom 10. bis 15. August 2014 in Ravensburg
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Ein Kurs in Kooperation dem Deutschen
Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der
Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV).
Das Erlernte wurde gruppenweise in
Alltagssituationen angewendet.
Fotos: Gerda Pamler
Foto: Gerda Pamler
rollikids.de
Vormittag verbrachten
wir wegen des Regens in
der Sporthalle, wieder
wurde ein Parcours aufgebaut und mit Matten
Bordsteine simulert, eine
Herausforderung für die
Teilnehmer. Am Ende der
Vormittagseinheit machten wir noch ein paar
Spiele, um Koordination
Eines der vielen Highlights: Die Bootsfahrt
und Geschicklichkeit zu
auf dem Bodensee.
fördern – und auch der
das Wetterglück verlassen, es hat ge- Spaß kam natürlich nicht zu kurz. Für
schüttet wie aus Kübeln. Aber wir hatten mich waren es ein paar tolle Praktikumimmer die Möglichkeit in die Aula bzw. stage bei denen ich viel gelernt habe.
die Sporthalle auszuweichen, so dass sich Text | Kerstin Abele, Praktikantin
die Kinder auch bei Regen austoben
konnten. Mit großem Eifer haben die Teilnehmer den aufgebauten Parcours be- »Ich war dieses Jahr das erste Mal bei eiwältigt, auch die Ausfahrten in die Umge- nem Handbike-Sicherheitstraining dabei.
bung – die selbstverständlich mit Helm Mir hat es sehr viel gebracht. Ich hatte sehr
und Sicherheitswesten stattfanden – viel Spaß und habe viel gelernt. Wir haben
gemeinsam viel erlebt. Um das Essen hamachten großen Spaß.
Ein Highlight war die Tour am Diens- ben wir uns gemeinsam gekümmert. Die
tag Nachmittag in die Eisdiele nach Wein- Schiffstour auf dem Bodensee mit der Wasgarten. Da haben wir sogar ein paar Son- serskifahrt von Nico war aus meiner Sicht
nenstrahlen eingefangen und das Eis das Beste der Woche!«
Carola Strobel
schmeckte doppelt gut! Anschließend haben wir noch eine Handbike-Runde in der
Stadt gedreht und die Teilnehmer konn- »Mir hat die Woche sehr gut gefallen.«
Johannes
ten anhand reeller Verkehrssituationen
Erfahrungen sammeln. Den Mittwoch
Hatten viel Spaß zusammen und haben viel gelernt: die
TeilnehmerInnen des Handbikesicherheitstrainings.
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SERVICE
Ehrenpräsidenten
Walter Scheel & Dr. Klaus Kinkel
Vorstand
Vorsitzender
➜ Ulf Mehrens
DRS Bundeszentrale, c/o BUK Hamburg
Bergedorfer Str. 10, 21033 Hamburg
Fon 0 40 / 73 06 - 1382, Fax 0 40 / 73 06 -1390
Mobil 0170 / 7957495
u.mehrens@buk-hamburg.de
1. stellv. Vorsitzender
➜ Jean-Marc Clément
Marbachweg 70, 60435 Frankfurt/Main
Fon 0 69 / 65 30 96 95, Fax 0 69 / 65 56 85
Jean-Marc.Clement@t-online.de
2. stellv. Vorsitzender
➜ Uwe Bartmann
Uwe Bartmann
Georg-Schumann-Weg 11, 07747 Jena
Fon 0 36 41 / 47 37 44
Uwe.Bartmann@rollstuhlsport.de
DRS-Kontaktstellen
Bundeszentrale Hamburg
c/o BUK Hamburg,
Bergedorfer Str. 10, 21033 Hamburg
Fax 0 40 / 73 06 - 13 90
➜ Ulf Mehrens (Leitung & Steuerung)
Fon 0 40 / 73 06 - 1382
u.mehrens@buk-hamburg.de
➜ Inga Geering (Assistenz)
Fon 0 40 / 73 06 - 1381
i.geering@buk-hamburg.de
DRS-Referat Sport & Öffentlichkeitsarbeit
➜ Anthony Kahlfeldt (Leitung des Referats)
Fon 0 40 / 73 06 - 3815
a.kahlfeldt@buk-hamburg.de
➜ Maria Surzukova (Öffentlichkeitsarbeit)
Fon 0 40 / 73 06 - 1645
maria.surzukova@rollstuhlsport.de
➜ Malte Wittmershaus (Sportkoordination)
Fon 0 40 / 73 06-1648
malte.wittmershaus@rollstuhlsport.de
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Ihre DRS-Ansprechpartner
DRS-Referat Klinik, Lehre & Breitensport
➜ Peter Richarz (Leitung des Referats)
Fon 0 40 / 73 06 - 3814, Mobil 01 71 / 229 34 66
P.Richarz@buk-hamburg.de
➜ Tatjana Sieck (Organisation
Rollstuhl- und Mobilitätstraining)
Fon 0 40 / 73 06 - 1991
t.sieck@buk-hamburg.de
Bundesgeschäftsstelle Duisburg
Deutscher Rollstuhlsportverband e.V.
Friedrich-Alfred-Str. 10, 47055 Duisburg
Fax 02 03 / 71 74 - 181
info@rollstuhlsport.de, www.rollstuhlsport.de
DRS-Referat Service & Beratung
➜ Laura Löffler (Leitung des Referats)
Fon 02 03 / 71 74 - 190
Laura.Loeffler@rollstuhlsport.de
➜ Alexander Groth (Service und Beratung)
Fon 02 03 / 71 74 - 180
Fax 02 03 / 71 74 - 181
Alexander.Groth@rollstuhlsport.de
➜ Daniel Jakel (Vereinsservice + Verwaltung)
Fon 0203 / 7174-182
Daniel.Jakel@rollstuhlsport.de
➜ Julia Walter (Projektkoordinatorin)
Fon 0203 / 7174-191
Julia.Walter@rollstuhlsport.de
Kinder- und Jugendsport
DRS-Rollikids
➜ Ute Herzog
Altenbödinger Str 40, 53773 Hennef
Fon 0 22 42 / 72 66, Fax 0 22 42 / 90 14 88
ute.herzog@rollikids.de
www.rollikids.de
Verbandsärzteteam
➜ Dr. med. Klaus Röhl
BG Kliniken Bergmannstrost
Direktor Zentrum für Rückenmarkverletzte
und Klinik für Orthopädie
Fon 03 45 / 1 32 63 11
Fax 03 45 / 1 32 63 13
verbandsarzt@rollstuhlsport.de
➜ Dr. Sabine Drisch
Leitende Oberärztin, Fachärztin für Physikalische
und Rehabilitative Medizin BGU Murnau
Mobil 01 79 / 244 00 78
verbandsarzt@rollstuhlsport.de
Stiftung Deutscher Rollstuhlsport
Friedrich-Alfred-Str. 10, 47055 Duisburg
Fon 02 03 / 71 74 - 190
Fax 02 03 / 71 74 - 181
stiftungdr@gmx.de
www.stiftung-deutscher-rollstuhlsport.de
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
Rechtsberatungsteam
c/o BUK Hamburg, s.o.
allgemeine und
behindertenspezifische Beratung
Rechtsanwalt Jörg Albers
Fachanwalt für Sozialrecht
Gubener Str. 50, 10243 Berlin
Fon 0 30 / 797 30 28, Fax 0 30 / 88 91 28 94
mail@joerg-albers.de
www.joerg-albers.de
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Sozialrecht
Christian Au LL.M.
Hauptsitz: Bahnhofstraße 28, 21614 Buxtehude
Fon 0 41 61 / 866 511-0, Fax 0 41 61 / 866 511-2
Zweigstelle: Buxtehuder Str. 68 A, 21635 Jork
Fon 0 41 62 / 912 92 82, Fax 0 41 62 / 912 92 06
rechtsanwalt@rechtsanwalt-au.de
www.rechtsanwalt-au.de
Rechtsanwalt Jochen Link
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Mediator
Bodensee: Lippertsreuter Str. 4
88662 Überlingen
Fon 0 75 51 / 301 02 00, Fax 0 75 51 / 30 10 20 49
Schwarzwald: Niedere Straße 63
78050 Villingen-Schwenningen
Fon 0 77 21 / 331 66, Fax 0 77 21 / 331 97
info@anwaltskanzlei-vs.de
www.anwaltskanzlei-vs.de
Rechtsanwalt Thomas Reiche LL.M.oec
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Fachanwalt für Strafrecht
Kanzlei Düren: Oberstr. 113, 52349 Düren
Fon 0 24 21 / 50 06 54, Fax 0 24 21 / 50 09 59
tr@reiche-ra.de, www.reiche-ra.de
Zweigstelle Köln: Dürener Str. 189, 50931 Köln
Fon 02 21 / 28 27 54 77, Fax 02 21 / 29 78 09 49
DRS-Kontoverbindung
DRS-Konto
Volksbank Bonn Rhein-Sieg
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DRS Spendenkonto
Volksbank Bonn Rhein-Sieg
IBAN DE29 3806 0186 5333 3330 33
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Mehr Infos unter www.rollstuhlsport.de
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SPORT VOR ORT
Ein Rollstuhlkarussell auf dem Pausenhof – Invacare unterstützt
Stiftung Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben (KBZO)
■ Rauf auf den Spielplatz, rein ins Ka-
russell, kräftig drehen und schon geht’s
rund. Für Rollstuhlfahrer leider oft noch
immer ein Ding der Unmöglichkeit. Nicht
aber für die Schülerinnen und Schüler der
Stiftung KBZO. Denn seit einigen Wochen
R O L L S T U H LT E N N I S
Demo am Rothenbaum: »Tierisch
anstrengend – hätte
ich nicht gedacht«
■ Herrliches Sommerwetter, die tradi-
tionsreiche Tennisanlage am Hamburger
Rothenbaum brummte. Die Vorfreude der
Zuschauer auf die beiden Halb inals beim
wichtigsten ATP-Turnier in Deutschland
war zu spüren, Philipp Kohlschreiber und
der junge Sascha Zverev würden um den
Einzug ins Endspiel antreten. Grade war
ein Doppel gespielt, als Appetithappen
sozusagen. Und immerhin auch schon
rund 2000 Zuschauer auf den Rängen.
Dann kam Tony Dittmar auf den Centre
Court.
Viele Besucher wollten gerade zu den
Bratwurstständen, sich ein Eis besorgen
oder ein Kaltgetränk, aber plötzlich war
ihre Neugierde geweckt. Dittmar, der die
Glasknochenkrankheit hat, saß im Rollstuhl und spielte Tennis. Auf der anderen
Seite des Netzes spielte ihm Bundestrainer Christoph Müller die Bälle zu und die
steht auf dem Freigelände der Geschwister-Scholl-Schulen in Weingarten ein Rollstuhlkarussell.
»Die Realisierung des mit einem hohen inanziellen Aufwand verbundenen
Projekts wurde erst durch die vielen
Tennisfans in Hamburg waren zunehmend fasziniert, mit welcher Präzision
der 19 Jahre alte Nachwuchsspieler aus
Rosdorf bei Göttingen returnierte und dabei link seinen Rollstuhl über den Platz
bewegte. Müller erklärte gleichzeitig die
speziellen Regeln beim Rollstuhltennis,
etwa dass es erlaubt ist, den Ball zweimal
aufprallen zu lassen, erläuterte die internationale Turnierserie und erwähnte
auch die großen Erfolge der deutschen
Spieler, vor allem der Frauen um Sabine
Ellerbrock. Die meisten Zuschauer schauten sich die Demonstration mit großem
Interesse an. Vor allem, als dann noch ein
Balljunge gebeten wurde, sich selbst einmal in einen Tennisrollstuhl zu setzen
und sich mit Tony Dittmar zu messen. Natürlich war das völlig aussichtslos, aber
umso beeindruckender. Schon bei den
kleinen Drehbewegungen, beim richtigen
›Hinstellen‹ zum Ball, beim ›Antritt‹ wurde deutlich, wie schwierig es für den ungeübten Fußgänger ist mit dem Sportgerät Rollstuhl umzugehen. Und dann noch
Tennisbälle schlagen, die Bewegungen
koordinieren. »Tierisch anstrengend ist
das – hätte ich nicht gedacht« sagte der
junge Mann, der sich richtig freute, als er
schließlich einige Bälle zu Müller zurückspielen konnte. »Super«, lobte Tony Ditt-
Foto: Privat
Kleiner Beitrag zur Inklusion
Spenden möglich«, bedankte sich der
Vorstandsvorsitzende der Stiftung KBZO,
Dr. Ulrich Raichle, anlässlich der of iziellen Einweihung und hob die großzügige
Unterstützung durch den Elternbeirat
und die Invacare GmbH hervor: Invacare
überbrachte vergangenen Winter 3.000
Euro, der Elternbeirat spendete 4.000
Euro aus dem Erlös eines Weihnachtsbasars.
In der Spezialanfertigung inden mehrere Rollstuhlfahrer Platz, sie bietet aber
auch Stehplätze. Udo T. Weinstock, Leiter
der Kommunikationsabteilung von Invacare erklärt: »Für viele ist das Rollstuhlkarussell auf den ersten Blick ›nur‹ ein
Spielgerät. In Wirklichkeit ist es ein kleiner, dafür aber wichtiger Beitrag zur Inklusion. Die Schülerinnen und Schüler
mit Handicap müssen den anderen jetzt
nicht mehr beim Karussellfahren zusehen, sondern haben gemeinsam mit ihnen Spaß!«
Text |Susanne Lang
Eindrucksvolle Demonstration:
Rollstuhltennis am Hamburger
Rothenbaum mit Tony Dittmar.
mar, die rund 2000 Zuschauer applaudierten herzlich. Sie hatten etwas gelernt
in dieser gelungenen, 15minütigen Demonstration, sie haben eine neue Facette
von Tennis gesehen – eine die genauso
viel Spaß macht und ebenso leistungssportlich betrieben werden kann, wie das
Tennis, das sie bisher kannten.
Text | Andreas Hardt, Medienmannschaft
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SERVICE
DRS-Terminkalender 2014
O K TO B E R
04.10. – 18.10.14
Aktiver Rolli-Urlaub auf Teneriffa
Teneriffa
04.10.14
RBBL Saisonstart 2014/15 RSV Lahn-Dill vs. Köln 99ers
Wetzlar
05.10.14
Int. Tanzturnier British Open
Stevenich (Großbritannien)
10.10. – 12.10.14
Trainer C Leistungssport ›Behindertensport‹, Tanz, Teil 5/5
Bad Vilbel (Hessen)
10.10. – 11.10.14
TalentTage des Behinderten Sportverband Niedersachsen (BSN)
Wolfsburg
11.10.14
Deutschlandpokalturnier Tischtennis
Bad Blankenburg
15.10.14
Tanzworkshops für Rollstuhlfahrer
Heidelberg
15.10.14
B. Braun lädt zum Hygienetag ein
Melsungen
18.10.14
Landesmeisterschaft M-V & Rollstuhltanzfest
Neubrandenburg
18.10. – 24.10.14
Asian Para Games
Incheon (Südkorea)
18.10.14
Rollstuhltischtennis, 1. Bundesliga, Spieltag 1/4
Bayreuth
20.10. – 21.10.14
Fachtagung ›Ambient Assisted Living – technische Unterstützung im Alltag‹
Berlin
24.10. – 26.10.14
Mobilitäts- und Rollstuhltraining, Stufe 2
Lobbach
24.10. – 26.10.14
Mobilitäts- und Rollstuhltrainingskurs für Erwachsene
Schönau
25.10. – 26.10.14
Übungsleiter B Fortbildung/Lizenzverlängerung
Bad Wildungen
25.10.14
Tanzturnier Venlo
Venlo
25.10. – 26.10.14
Rollstuhltanz-Festival
Duisburg
25.10.14
11. Deutsche Boccia-Meisterschaften
Roßdorf
30.10. – 31.10.14
Drei-Länder-Symposium ›Multi-Resistenzen‹
Tuttlingen
Stand: 02.09.2014 Weitere Infos unter www.rollstuhlsport.de
AUSSCHREIBUNGEN
Lehrwesen
DRS Kurs Nr. 146005
Lizenzverlängerung/
Fortbildung Übungsleiter-B
Veranstalter: Deutscher Rollstuhl-Sportverband
e. V., Fachbereich Lehrwesen Ausrichter: Deutscher Rollstuhl-Sportverband e. V., FB Lehrwesen
Lehrgangsleitung: Dr. Horst Strohkendl (Lehrwart DRS) Organisation: DRS Referat Klinik &
Lehre Zeitrahmen: 25.-26.10.2014 Ort: Werner
Wicker Klinik in 34537 Bad Wildungen Unterkunft: Diese ist selbst zu reservieren bei der Kurverwaltung Bad Wildungen-Reinhardshausen,
Quellenweg 43, 34537 Bad Wildungen, Fon
0 56 21 / 96 32 43 (09:00 – 17:00 Uhr) Lehrgangsgebühren/Kosten (ohne Verpflegung) 100,00 €
für Mitglieder in Vereinen des DRS; 150,00 € für
Mitglieder in Vereinen des DBS; 300,00 € für
Nichtmitglieder. Die Lehrgangskosten müssen bis
zum Anmeldeschluss mit dem Kennwort aus
Lehrgangsnummer, Name des Teilnehmers und
Lehrgangsdatum überwiesen werden (Bankbe-
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Sport + Mobilität mit Rollstuhl 09/2014
leg beifügen)! Für Unterkunft und Verpflegung
werden die Kosten direkt vor Ort bezahlt. Verpflegung während des Lehrganges: Frühstück
2,50 €; Mittag 4,00 €; Abendessen 4,00 € Meldeschluss: 25.09.2014 Anmeldung: BG Unfallkrankenhaus Hamburg, Frau Tatjana Sieck, Referat
Klinik, Lehre & Breitensport, Bergedorfer Str. 10,
21033 Hamburg, Et.sieck@buk-hamburg.de
Bankverbindung: DRS Konto bei der Volksbank
Bonn Rhein-Sieg eG, IBAN DE73 3806 0186 5333
3330 17, BIC GENO DE D1 BRS.
ERGEBNISSE
E-Rollstuhl-Hockey
Weltmeisterschaft München
Gruppe A
Deutschland
Finnland
Italien
Finnland
Deutschland
Belgien
–
–
–
–
–
–
Belgien
Deutschland
Belgien
Italien
Italien
Finnland
6:6
6:4
5:9
6:4
7:2
11 : 5
Gruppe B
Niederlande
Australien
Schweiz
Australien
Niederlande
Dänemark
–
–
–
–
–
–
Dänemark
Niederlande
Dänemark
Schweiz
Schweiz
Australien
Platzierungsspiele
Deutschland
– Australien
Schweiz
– Italien
Halbfinale
Belgien
Niederlande
– Dänemark
– Finnland
8:2
0 : 21
3:8
2 : 10
11 : 3
5:2
11 : 1
5:4
6:2
5:1
Spiel um Platz 7/8
Australien
– Italien
3:9
Spiel um Platz 5/6
Deutschland
– Schweiz
5:4
Spiel um Platz 3/4
Dänemark
– Finnland
4:5
Finale
Belgien
0:1
– Niederlande
Stand: 12.08.2014
Alle Termine unter www.rollstuhlsport.de
SuM_0914_48:Layout 1
29.09.2014
14:44 Uhr
Seite 47
Anzeige B_Braun
Motiv neu
SuM_0914_48:Layout 1
29.09.2014
14:44 Uhr
Seite 48
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Motiv neu
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Seele and Geist
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