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Heft 116
Sommer
2014
MITTEILUNGEN
Inhalt
Aktuell
Ausbau Tierwissenschaften, Verstärkung Agrarforschung . . 2
Neues aus dem Hans Eisenmann-Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Neu: Gemeinsamer Masterstudiengang
Gartenbaumanagement von TUM und HSWT . . . . . . . . . . . . . . 3
Winterschool „Horticultural Science“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Studierendenaustausch mit der Tokyo University . . . . . . . . . . 5
The Sustainable Intensification of European Agriculture . . . 6
Kohlenstoffvorräte und Sequestrierungspotentiale … . . . . . . 9
Netzwerk „Pflaume“ der Deutschen Genbank Obst . . . . . . . . 12
Internationalisierung/Innovation bay. Molkereiwirtschaft . 13
Verbesserte Bedingungen für unternehmerische
Forschung, Entwicklung und Innovation . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Tag der Agrar- und Gartenbauwissenschaften . . . . . . . . . . . . 15
BayWa-Vorstandschef Lutz wird TUM-Honorarprofessor . . . 19
Verleihung der Max Schönleutner Medaille
an Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Großes Fest am Obstbau zu Ehren von
Professor Dr. Walter Feucht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
40-jähriges Absolvententreffen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Hoffest der Fachschaft Agrar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
Grüne Woche 2014 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
VWU-Tagesexkursion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Pfingstexkursion in die Niederlande . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Fahrradfahren an Eliteuniversitäten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
Schafe und Ponys auf den Shetlands . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
Fach für Fach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
Veranstaltungskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
In eigener Sache . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Beitrittserklärung/Änderungsmitteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Bericht zur Grünen Woche auf Seite 24
Aktuell
Ausbau der Tierwissenschaften, Verstärkung der Agrarforschung am WZW
Die Tierwissenschaften werden am Standort
Weihenstephan ausgebaut. Dies ist eine klare Strategie der Hochschulleitung. Die ersten
Schritte werden bereits umgesetzt: Derzeit
läuft die Ausschreibung für fünf tierwissenschaftliche Professuren.
Track-Positionen werden neue Themenfelder
eröffnet bzw. vorhandene verstärkt. Hierzu
zählen Ausrichtungen wie Reproduktionsbiotechnologie, neuronale Kontrolle der
Nahrungsaufnahme, Metagenomik, Immunologie und Regenerationsbiologie.
Als ein essentielles Standbein der Agrarwissenschaften stehen die Tierwissenschaften im Konfliktfeld zwischen Tierwohl/
Tiergesundheit und der Produktion gesunder, sicherer (und für den Verbraucher erschwinglicher) Lebensmittel. Was sind die
biologischen Bedürfnisse hoch-produktiver
landwirtschaftlicher Nutztiere, wie misst
man das Wohlbefinden der Tiere, welche
Konsequenzen für die Tierhaltung, welche
bau-, betriebstechnische und hygienische
Strategien kann man daraus ableiten? Mit
diesen Fragen wird sich in Zukunft die neueingerichtete Professur für Ethologie und
Livestock Management beschäftigen. Gleichzeitig wird der Lehrstuhl für Tierphysiologie
neu besetzt. Mit drei zusätzlichen Tenure-
Die rasante Entwicklung neuer Technologien
im Bereich der Genomik, Genetik, PhänotypAnalytik sowie neue Möglichkeiten für genetische und züchterische Interventionen
stellen die Tierwissenschaften vor weitere
Herausforderungen. Hier sollen insbesondere die Tenure-Track-Professuren den Link zwischen den Agrar-, den Ernährungs- und den
Biowissenschaften stärken. Die Synergieeffekte werden sich in erfolgreicher Forschung
widerspiegeln. Die Forschungsbereiche Tierund Humangesundheit überschneiden sich
zunehmend, man spricht von „One Health“,
und so ist es folgerichtig, auf eine engere
Anbindung mit der Veterinär- und HumanMedizin hinzuarbeiten. Dies sind längerfristige Ziele, hier soll in Zukunft ein neues
Forschungsgebäude die erforderliche Infrastruktur bereitstellen.
In etwas näherer Zukunft ist der Bau einer
neuen Tierhaltung für Groß- und Kleintiere
geplant, welche die bereits bestehende Tierhaltung für Rinder (Veitshof), für etwa 1000
Schweine und etwa 2000 Hühner (Thalhausen) ergänzen wird. Bereits jetzt wird die experimentelle Tierhaltung zentral organisiert,
so dass alle tierwissenschaftlichen Lehrstühle für ihre geförderten Projekte gleichberechtigten Zugriff zu den Versuchsmöglichkeiten
haben werden. Betrachtet man dazu noch
die Kollaborationsmöglichkeiten mit der
HSWT, der LfL und der Veterinär-Medizin, bietet das WZW ein hervorragendes Umfeld für
die moderne Tierforschung.
Prof. Angelika Schnieke, Ph.D.,
Dekanin der Fakultät Wissenschaftszentrum
Weihenstephan
Neues aus dem Hans Eisenmann-Zentrum
Vortragsreihe der HEZ Akademie
Im Sommersemester stand die traditionelle Vortragsreihe der HEZ Akademie
ganz im Zeichen des Tierwohls und der
Tiergesundheit.
Den Anfang machte am 30. April Prof. Dr.
Holger Martens von der Freien Universität Berlin mit seinem Vortrag „Die Milchkuh - wenn die Leistung zur Last wird“.
Prof. Martens beschäftigte sich mit dem
gehäuften Auftreten von Krankheiten in
der frühen postpartalen Phase und ging
dabei besonders auf die Korrelation zwischen Leistung und Krankheitsrisiken ein,
die kontorvers diskutiert wird. Viele der
Erkrankungen hingen mit der negativen
Energiebilanz (NEB) in der Laktationsphase zusammen. Das Tier produziere
verstärkt Milch, der Energiebedarf werde
aber nicht durch die Futteraufnahme gedeckt. Ein Rückkopplungsmechanismus
zur Kontrolle fehle. Ziel müsse es sein, das
Ausmaß und die Dauer der NEB zu reduzieren, indem neben einer Optimierung
der Fütterung auch eine Überprüfung der
Zuchtziele veranlasst werde.
2
Ende Mai berichtete Prof. Dr. Dr. Michael Erhardt von der LMU in seinem
Vortrag „Messbarkeit von Tierwohl am
Beispiel der Hühnermast“ über seine
vergleichenden Studien im Bereich der
Hühnerhaltung. Hier wurde die konventionelle Hühnerhaltung mit der Privathofhaltung verglichen. So ginge es
in dem neuen Aufzuchtkonzept „Privat­
hof-Geflügel“ neben dem Einsatz einer
langsamer wachsenden Linie und damit einer längeren Aufzuchtdauer um
mehr Platz pro Tier, Beschäftigungsangebote sowie den Zugang zu einem
überdachten Wintergarten. Anhand wissenschaftlich messbarer Tierschutzindikatoren sollte das Tierwohl im alternativen Aufzuchtkonzept bewertet werden.
Die unter Privathofbedingungen aufgezogenen Tiere wiesen eine verbesserte
Tiergesundheit auf, und die Ausübung
arteigener Verhaltensweisen wurde ermöglicht.
Den Abschluss der Sommersemesterreihe machte im Juli Frau Dr. Edna Hillmann von der ETH Zürich mit ihrem
Vortrag „Hey Kuh, wie fühlst Du Dich?
- Muh!“. Ziel ihrer Forschung ist die
Identifizierung von Parametern für objektivierbare Aussagen über Zustände
von Tieren. Frau Dr. Hillmann berichtete eindrucksvoll über verschiedene Beispiele von Verhaltensexperimenten mit
landwirtschaftlichen Nutztieren und
zeigte Möglichkeiten und Grenzen der
Messbarkeit von Tierwohl unter Laborbedingungen und in der Praxis auf.
Die Vorträge der Akademie waren mit
jeweils an die 100 Teilnehmern sehr gut
besucht, was sicher auf die aktuelle und
auch gesellschaftspolitisch relevante
Themenauswahl und die exzellenten
Referenten zurück zu führen ist.
Die Manuskripte bzw. Präsentationen
Akademie können auch auf der Homepage des Hans Eisenmann-Zentrum
(www.hez.wzw.tum.de) eingesehen und
heruntergeladen werden.
VWU-Mitteilungen 116
Agrarwissenschaftliches Symposium
Am 25. September 2014 findet das alljährliche Agrarwissenschaftliche Symposium des Hans Eisenmann-Zentrums
statt – in diesem Jahr bereits zum 5. Mal.
Unter dem Titel „Agrarische Stoffkreisläufe: Nährstoffmanagement – Umweltschutz – Ressourceneffizienz“ wird
der Themenbereich der Stoffströme der
modernen Landwirtschaft von verschiedenen Seiten beleuchtet.
Nährstoffmanagement - Umweltschutz Ressourceneffizienz
Die moderne Landwirtschaft muss die wachsende Nachfrage nach qualitativ hochwertigen und sicheren Agrarprodukten für die
Ernährung von Menschen und Nutztieren,
für die stoffliche Verwertung in industriellen
Prozessen sowie die Gewinnung von Energie
sicherstellen. Gleichzeitig muss sie die Anforderungen an den Schutz des Klimas und der
Umwelt, einschließlich Wasser und Boden,
sowie den Tierschutz erfüllen.
Dies löst unweigerlich eine Fülle von Stoffströmen in die Umwelt aus, die in der Öffentlichkeit zum Teil kontrovers diskutiert
werden. Stichworte wie Stickstoff, Phosphor,
Schwermetalle, Grundwasser, Treibhausgase
und Gülleverordnung sind in diesem Zusammenhang häufig zu hören.
Das 5. Agrarwissenschaftliche Symposium
„Agrarische Stoffkreisläufe“ soll diesen Themenbereich aus den Blickwinkeln des Nährstoffmanagements, des Umweltschutzes
und der Ressourceneffizienz aufgreifen und
mit Hilfe fachkompetenter Referenten detailliert betrachten. Darüber hinaus werden Posterpräsentationen über aktuelle Weihenstephaner Forschungsprojekte aus dem Bereich
der agrarischen Stoffkreisläufe informieren.
Produktion setzen und neue Instrumente
und Lösungsansätze an die Hand geben.
Das Symposium findet statt am Donnerstag, den 25. September 2014 im Hörsaal
17 der Tierwissenschaften und im Hans
Eisenmann-Zentrum
für
Agrarwissenschaften, Liesel-Beckmann-Str. 1 und 2 in
85354 Freising-Weihenstephan. (siehe S.39)
Weitere Informationen auf der Homepage
des Hans-Eisenmann-Zentrums (http://
www.hez.wzw.tum.de/index.php?id=89)
Claudia R. Luksch,
Wissenschaftliche Referentin
Hans Eisenmann-Zentrum
Die agrarwissenschaftlichen Symposien
dienen als Plattform zur Diskussion aktueller Fragen von öffentlichem Interesse. Sie
sollen aus der Wissenschaft heraus Impulse
für nachhaltige Strategien in der agrarischen
Neu: Gemeinsamer Masterstudiengang Gartenbaumanagement von TUM und HSWT
Ab dem Wintersemester 2014/15 werden in Weihenstephan Experten für alle
Bereiche der gartenbaulichen Wertschöpfungskette ausgebildet
Die Technische Universität München (TUM)
und die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) bieten ab dem kommenden
Wintersemester 2014/15 den neuen Masterstudiengang Gartenbaumanagement
am Studienort Freising-Weihenstephan an.
Der Master Gartenbaumanagement orientiert sich konsequent an den Bedürfnissen
der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette gartenbaulicher Produkte, von der Produktion der Vorleistungen bis
zum Einzelhandel (vgl. Abbildung 1). In der
Struktur des Studienganges zeigt sich sowohl die Grundlagenorientierung der TUM,
als auch die Anwendungsorientierung der
HSWT in einem abgestimmten Gesamtkonzept. Dies bietet den Studierenden die
Möglichkeit zur individuellen Spezialisierung und Profilbildung sowohl im Hinblick
auf konkrete Berufsziele als auch auf die
weitere individuelle Entwicklung in Führungspositionen.
VWU-Mitteilungen 116 Gartenbauliche Supply Chains und die gehandelten Produkte sind sehr komplex. Unternehmen von unterschiedlicher Größe, kulturellem Hintergrund, Managementstruktur,
Knowhow und Kompetenzen arbeiten regional, national und auch international intensiv
zusammen, um auf den Märkten bestehen
zu können. Auf dem Weg von der Produktion
zum Konsumenten werden auf den Stufen
entlang der Supply Chains verschiedene Anforderungen an das Produkt gestellt. Neben
spezifischen Anforderungen an Produkt und
Prozess sind aber auch die Rahmenbedingungen (z.B. Politik, Gesellschaft und Technik) bei der Entwicklung und Steuerung von
Supply Chains zu berücksichtigen. Um die
verschiedenen Anforderungen und Besonderheiten entlang der Wertschöpfungsketten, insbesondere an den Schnittstellen, zu
managen und zu koordinieren, ist ein tiefes
Verständnis aller Ebenen und Stufen dieser
Ketten und deren Zusammenwirken nötig.
Diesem Umstand wird der Studiengang
durch eine gezielte Auswahl von Modulen
zu Themen wie Supply Chain Management,
Qualitätsmanagement, Nachhaltigkeit, Unternehmensführung und Corporate Social
Abbildung 1: Wertschöpfungsketten im Hortibusiness (in Anlehnung an Bokelmann, 2009)
Responsibility gerecht. Alles in allem vermittelt der Studiengang den Studierenden
spezifisches Managementwissen und zusätzliches Knowhow, um im Anschluss insbesondere verschiedenste Schnittstellenfunktionen der Wertschöpfungskette übernehmen
zu können.
Berufliche Perspektiven
Potentielle Arbeitgeber für Absolventen sind
unter anderen Groß- und Einzelhandelsunternehmen für gartenbauliche Produkte,
verarbeitende Unternehmen, sowie Dienstleistungsunternehmen der Wertschöpfungskette, insbesondere Logistikunterneh3
men. Insgesamt erschließt der Studiengang
ein sehr umfangreiches Tätigkeitsfeld, das
von genossenschaftlichen und privaten Erfassungsgroßhändlern sowie Importeuren
bis zu Einzelhandelsunternehmen, etwa
dem klassischen Lebensmitteleinzelhandel,
aber auch Gartencentern oder Einzelhandelsgärtnereien reicht. Das gesamte Arbeitsfeld ist von einem bereits bestehenden
Nachwuchsmangel an qualifizierten Fachund Führungskräften gekennzeichnet und
wird zukünftig einen wachsenden Bedarf
aufweisen. Weiterhin besteht in öffentlichen
Forschungseinrichtungen und in forschenden Unternehmen des Hortibusiness ein
erheblicher Bedarf an wissenschaftlichen
Nachwuchskräften.
Aufbau des Studiengangs
Der Masterstudiengang Gartenbaumanagement umfasst vier Semester und setzt sich
aus Pflicht- und Wahlmodulen zusammen.
Der Aufbau ermöglicht es, dass der Studiengang im Winter- wie auch im Sommersemester begonnen werden kann. Das umfangreiche Angebot an Wahlmodulen bietet
ein hohes Maß an Flexibilität und vielfältige
Vertiefungsmöglichkeiten. Das im Masterstudiengang Gartenbaumanagement verankerte Managementpraktikum im Wahlbereich eignet sich insbesondere, um einen
kürzeren Auslandsaufenthalt in das Studium
zu integrieren - ohne damit die Regelstudienzeit zu verlängern (Mobilitätsfenster im 3.
Semester).
Bewerbung
Absolventen mit einem Abschluss (Bachelor oder vergleichbarer Abschluss) in den
Studiengängen Gartenbauwissenschaften,
Gartenbau, Agrarwissenschaften, Landwirtschaft, Umwelt- und Naturwissenschaften,
Biologie, Betriebswirtschaft oder vergleichbaren Studiengängen sind eingeladen, sich für
Abbildung 2: Aufbau des Studienganges
den Masterstudiengang Gartenbaumanagement zu bewerben. Weiterführende Informationen zu Bewerbung und Studienberatung
befinden sich auf der Internetseite der Studienfakultät für Agrar- und Gartenbauwissenschaften (agrar.wzw.tum.de) oder kontaktieren Sie direkt den Studiengangskoordinator
Dr. Markus Gandorfer (markus.gandorfer@
tum.de, Tel. 08161 71 3567).
Winterschool „Horticultural Science“
Ein internationales Seminar über aktuelle
Forschungsthemen der Gartenbauwissenschaften fand in den Frühjahrssemesterferien in Freising statt. Eingeladen waren
alle Studierenden des internationalen
Studiengangs „Horticultural Science“ an
allen Partneruniversitäten, um im Rahmen
einer „winterschool“ ihr normales Kursangebot durch ein zusätzliches Modul zu
bereichern. Dozenten aus Wien, Bologna,
Bozen, Berlin und Weihenstephan boten
ein umfangreiches Vortragsprogramm,
das die wissenschaftliche Bandbreite der
Gartenbauwissenschaften insgesamt und
der Partnerhochschulen im Besonderen
widerspiegelte. Die teilnehmenden Studierenden aus Freising, Wien, Bologna und
Berlin konnten Dozenten der anderen Universitäten persönlich kennenlernen und
sich über deren Forschungsschwerpunkte
informieren. Erste Kontakte für zukünftige
Masterarbeiten wurden geknüpft und die
Organisation des Auslandsaufenthaltes
konnte vielfach in die Wege geleitet werden. Den äußeren Rahmen bildete das Kardinal-Döpfner-Haus am Domberg, wo ein
arbeitsames und freundliches Ambiente
auch die sozialen Aspekte förderte.
4
Prof. em. Dr. Walter Feucht zieht mit seiner ein-
Dr. Bartscherer informiert die Teilnehmer der
im Alter von 85 Jahren noch in seinen Bann
den Dom
drucksvollen Darbietung die Studierenden auch
Vortragsprogramm der Winterschool
Horticultural Science 2014
PD Dr. H. Halbwirth, TU Vienna: „Color
codes: Ecological and molecular aspects of
the colouration of fruits and flowers.“
Prof. Dr. B. Poppenberger, TU München:
„Growth regulation by plant hormones biology and application“
Winterschool über Freisings Historie und erklärt
Prof. em. Dr. J. Meyer, TU München: „Optimization of energy efficient greenhouses“
Prof. Dr. G. Costa, Università di Bologna:
„The role of horticulture in the society:
technical, organisational and productive
aspects“
Prof. Dr. U. Schmidt, Humboldt Universität
zu Berlin: „From Ecology to Engineering –
VWU-Mitteilungen 116
Vereinbarung zum Studierendenaustausch mit der
Tokyo University of Agriculture and Technology
Plant Response Based Process Control in
Greenhouses“
Dr. C. Andreotti, Freie Universität Bozen:
„Fruit production in mountain area: South
Tyrol as a case study“
Prof. Dr. M. Tagliavini, Freie Universität
Bozen: „Net ecosystem carbon and greenhouse gas budget in orchards“
Dr. F. Spinelli, Università di Bologna: „Deciphering the complex network of ecological
interactions in the orchard in order to increase the sustainability of fruit production“
Dr. Angeli, Università di Bologna: „The importance of chemical ecology in sustainable agriculture: from research to application“
Prof. em. Dr. W. Feucht, TU München: „Polyphenols as signals in Plants“
Dr. T. Sieberer, TU München: „Identification
of novel plant growth regulators by chemical genetic approaches“
Prof. Dr. Guglielmo Costa von der Universität Bo-
logna wirbt sehr engagiert für die Internationale
Gartenbauwissenschaftliche Gesellschaft (ISHS)
Prof. Dr. V. Bitsch, TU München: „Sustainability in Horticultural Value Chains: Challenges and Perspectives.“
Prof. Dr. D. Treutter, TU München: „Weihenstephan Rootstocks: From Past to Present“
VWU-Mitteilungen 116 Auf Einladung der Tokyo University of Agriculture and Technology (TUAT) reisten Prof.
Heinz Bernhardt (Studiendekan der Studienfakultät für Agrar- und Gartenbauwissenschaften, Lehrstuhl Agrarsystemtechnik)
sowie PD Dr. Markus Gandorfer (Auslandsbeauftragter der Studienfakultät für Agrarund Gartenbauwissenschaften, Lehrstuhl
Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus) nach Japan, um Vereinbarungen zum
Austausch von Studierenden im Rahmen der
Internationalisierungsbemühungen beider
Institutionen zu treffen. Die Vereinbarungen
gehen auf den im Jahr 2013 verabschiedeten Letter of Intent zwischen dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt sowie der
Tokyo University of Agriculture and Technology zurück.
Die TUAT ist in zwei Fakultäten (Faculty of
Agriculture, Faculty of Engeneering) gegliedert, wobei die Agrarfakultät in fünf Departments organisiert ist. Insgesamt werden an
der TUAT ca. 6000 Studierende ausgebildet
und etwas mehr als 400 Professorinnen und
Professoren gehen an dieser traditionsreichen Institution ihrer Lehre und Forschung
nach. Die geschichtlichen Wurzeln der TUAT
reichen bis in das Jahr 1874 zurück (weitere
Infos unter: http://www.tuat.ac.jp/en/).
Während des einwöchigen Aufenthalts
(22.03.2014 bis 29.03.2014) wurde ein vielseitiges Programm absolviert. So konnten die
verschiedenen Forschungseinrichtungen der
TUAT sowie benachbarte und kooperierende
Gespräch mit Repräsentanten der
Tokyo University of A
­ griculture and Technology
Forschungsinstitute (z.B. die Saita Prefecture
Tea Experiment Station; National Food and
Agriculture Research Organization in Tsukuba) besucht werden. Weiterhin fanden
intensive Gespräch mit Repräsentanten der
TUAT statt, um die Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Technischen Universität
München vorzustellen und den geplanten
Austausch von Studierenden zu präzisieren.
Im Rahmen zweier Forschungsseminare
stellten Prof. Bernhardt sowie Dr. Gandorfer
ihre Arbeiten zum Thema Precision Agriculture an der TUAT sowie an der National Food
and Agriculture Research Organization in
Tsukuba vor.
An einem Austausch interessierte Studierende von Masterkursen der Studienfakultät für Agrar- und Gartenbauwissenschaften können sich gerne an PD Dr. Markus
Gandorfer
(markus.gandorfer@tum.de;
Tel. 08161-71-3567) wenden.
PD Dr. Markus Gandorfer* und
Prof. Dr. Heinz Bernhardt**
*Lehrstuhl Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus & Auslandsbeauftragter der Studienfakultät für Agrar- und Gartenbauwissenschaften
**Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik & Studiendekan der Studienfakultät für Agrar- und Gartenbauwissenschaften
5
The Sustainable Intensification of European Agriculture
Preliminary ideas from a review sponsored
by the RISE Foundation –
Motivation, definitions and interpretation
Why Sustainable Intensification?
The concept arises as a response to the
challenges to global food security posed
by continuing population and economic
growth in the face of scarcities of agricultural land and water and the dangers
posed by climate change, agricultural pollution and biodiversity loss.
Whilst strenuous efforts must be devoted
to reducing food waste and the harmful
effects of overconsumption, a significant
growth in food production will be required by mid-century.
There is general consensus that it would
be unacceptably damaging to climate and
biodiversity if this were based on further
conversion of forest, grasslands and wetlands.
Thus the next increment in output must
come from continued intensification of
existing agricultural land – but this must
be accompanied by a step reduction in the
negative environmental impacts of agriculture. Hence the concept of sustainable
intensification.
What is Sustainable Intensification?
Sustainable Intensification means simultaneously improving the productivity &
environmental management of agricultural land.
The prime goals are a resource efficient
agriculture with significantly higher environmental performance. Ecosystem
degradation is itself reducing agricultural
productivity.
Intensification is not the goal, but will be
a consequence of achieving those goals.
The principal agricultural input which
will have to increase is knowledge per
hectare. This means improving productivity of crops and animals whilst reducing:
the leakages of nutrients, crop protection
6
chemicals and greenhouse gases; soil erosion and biodiversity loss; expanding conservation outputs of agriculture.
Because intensity and sustainability of
agricultural systems vary enormously the
sustainable intensification development
path will differ widely between locations,
increasing agricultural output in some
and conservation outputs in others.
What Does this Mean for EU Agriculture?
Most of the increased food demand will
arise outside Europe. EU agriculture is already amongst the most intensive in the
world. The EU has a large environmental
footprint through its agricultural imports,
and much EU farming fails to meet environmental standards.
Together these imply that sustainable intensification of EU agriculture must place
more emphasis on the first word of the
couplet.
This will require: significant changes in
the mind set of land managers; innovation in the way we do and communicate
research and development; more benchmarking of environmental as well as
economic performance of farms; greater
cooperation horizontally and vertically in
the food chain and with other rural stakeholders. Research, trade, environmental
and agricultural policies will also have to
adapt.
Deconstructing Sustainable Intensification.
Intensity is well defined (as a ratio of inputs or output per hectare) and it is measurable but it is generally denigrated! This
is because of concern about the harmful
polluting effects of some inputs in some
circumstances.
High intensity does not automatically
mean unsustainable agriculture / unacceptable environmental performance.
Where it does, there may have to be a
reduction in intensity. Our case studies
on soil resilience and nutrient surplus in
some livestock areas illustrate this.
If we are prepared to use the language
of ecosystem services, recognizing that
agricultural land can provide both provisioning services of food and energy, and
non-provisioning regulating supporting
and cultural services, then intensification
can refer to more food output per hectare
or more environmental services per hectare (e.g. lapwings fledged/ha).
Sustainability is not well defined or measured but is universally loved! The Brundtland definition „meeting the needs of the
present generation without compromising the ability of future generations to
meet their own needs“ does not define
the time horizon, and implies that an unsustainable system has exceeded a limit,
tipping point, threshold or irreversibility.
Unfortunately the literature on the sustainability of agricultural systems is
non-convergent. Each study invents its
own indicators and whether and how to
aggregate them, and does not seem to
have accepted official indicator sets such
as defined by the EEA. In 49 studies reviewed we counted 500 different indicators covering the three dimensions, economic, social and environmental.
There have been few attempts to discover sustainability thresholds, and the only
limits identified were set by legislation.
Improving sustainability is therefore a
matter of raising environmental performance where it does not meet EU standards.
Sustainability Metrics at the Farm Level
A sustainable intensification path can
only be defined with respect to specific
farm systems in specific locations to address specific concerns.
There are considerable efforts to collect,
benchmark and publicize farm economic performance, and there are reasons to
believe farmers will respond positively to
such information. In contrast, there are
few efforts to collect farm environmental performance, no benchmarks, and less
reason to expect farmers to respond spontaneously.
There is scope for more public action to
collect and disseminate information to
help farmers improve environmental perVWU-Mitteilungen 116
Policy Levers
Europe already has a highly developed
framework of agricultural support and
environmental regulation. Patently it has
not yet guided the sector to the optimal
mix of productivity gain with acceptable
environmental standards. The report, to
be released in June 2014, will suggest directions for future policy reform.
The report will include three case studies:
soil resilience and performance, nutrient
recovery and recycling and biodiversity
management.
European Land Quality as a Foundation
for the Sustainable Intensification of
Agriculture
The quality of land and soil is one of the
most important parameters for agricultural production. However, agricultural
land use causes physical, chemical and biological impacts, resulting from mechanical soil management like tillage and harvesting to the application of organic and
inorganic fertilizers and pesticides.
The European agricultural sector has
steadily intensified for centuries and is
now among the most productive in the
world. Agricultural activities take place on
sites and soils with different depths, textures, mineralogical and chemical composition, organic matter content, and topographic features. This means that they
react very differently to agricultural soil
management.
The questions we now face are: can we
further increase agricultural production, and should biomass production be
considered as the only target of agriculture? If not, how do we maximize the
output of goods and services provided
by soils and land, such as rainwater filtration, production of clean and drinkable groundwater, or the maintenance
of biodiversity? These are especially important given that industrialised agriVWU-Mitteilungen 116 © Creatas Jupiterimages
formance – but few resources. However,
there may be considerable scope to extend and deepen the role of commercial
sustainability schemes to bring about noticeable improvement in productivity and
environmental performance.
culture produces mainly monocultures,
which are ecologically unstable and can
only be maintained by protective human
interference.
Under intensive agricultural systems, the
additional functions of soil and land mentioned above can be attained only if the
soil is resilient to environmentally negative impacts such as erosion, compaction,
and contamination. At the same time,
soils and sites must perform in a way that
guarantees an optimal agricultural biomass production.
In view of all these aspects of sustainable land use, we developed a soil and
land evaluation scheme for Europe. It was
based on the assumption that the best
soils would display both the highest resilience and the best productive performance.
Our first step was to analyse 61 % of all
arable land in 23 EU countries, based on
available data on physical and chemical
soil characteristics and the geographical distribution of the plots. By scoring 6
main soil parameters, including soil organic carbon, clay content, clay and silt
content, depth, pH and cation-exchange
capacity and topography, we found that
39 % of the soil is not suitable for sustainable intensification at all. 17.6 % of
the soil may be further intensified on a
limited basis. Moreover, 6,2 % of the productive surface should be extensified for
environmental reasons, and sustainable
intensification can be recommended for
just 37,2 % of the arable land surface.
Sustainable Intensification – Nutrient
Management
Applying the concept of SI to nutrient
management requires a reduction in environmental damage (1), whilst maintaining
or increasing yields (2) through more efficient nutrient use.
The pattern of nutrient use in Europe
offers the possibility of finding better
ways to use nutrients in manure or sewage sludge in order to reduce pollution
and the need to apply artificial fertilizers
and make better use of these scarce resources.
Nutrient Flow in Europe
Three areas can be identified in Europe:
• Arable areas
• Livestock regions
• Urban regions
Arable regions export food and feed including nutrients. High amounts of mineral fertilizer have to be applied in these
regions. In livestock regions the feed import leads to an excess of nutrients. In
urban regions excess nutrients occur in
wastewater and sewage sludge. Closing
the nutrient loop means transporting nutrient surpluses back to arable regions.
Economies of Scale and Transport Costs
The concentration of nutrients is reduced
when animal feed is fed to livestock. There
is high water content in manure and sewage sludge and therefore waste transportation is expensive. A better husbandry
option is to couple the numbers of livestock in a region to the area of cultivated
land requiring fertilizer, thus preventing a
7
regional imbalance of nutrients. This may
require a reduction in scale of animal production, with higher production costs, but
lower total costs when waste transport
costs are included. The challenge is to find
the economically and environmentally optimum concentration of livestock per area.
Manure properties such as sanitary features and odor impact can be improved
by thermophilic digestion. This new waste
processing option also produces green energy. Future agricultural policy needs to
focus more on nutrient management. Different political options lead to a more efficient nutrient use. The key question is how
to enforce or encourage the rescaling and
relocation of livestock production. This implies regional thresholds: measure oriented
policy like thresholds for livestock units per
hectare or goal oriented policy like maximum nutrient leaching per hectare.
Biodiversity and Agricultural Production:
Supporting Synergies
Agriculture is one of the most important
causes of biodiversity loss due to intensification and land use changes. In this section, we focus on agro-biodiversity i.e. biodiversity (above and below ground), which
is connected with agricultural production.
The general assumption is that biodiversity declines with increasing yield/
intensity (black line in graph), but there
is also evidence, that biodiversity varies
considerably between sites of the same
intensity.
Currently, an increase in biodiversity usually induces a decrease in yield (extensification), and an increase of yield induces a loss of biodiversity (intensification).
Sustainable intensification can mean an
increase of both factors at the same time
and/or same place.
One main reason for variations in biodiversity at the same level of yield is the difference
in landscape structure. This refers to the
quantity and quality of landscape elements.
In complex landscapes the intensity can be
higher without decreasing biodiversity.
There are further approaches to increase
biodiversity and intensity simultaneous8
ly: through the design of spatio-temporal
variety of land use, agro-forestry, eco-agriculture (McNeely, J.A. & Scherr, S.J. 2001),
differentiated land use (DLN) (Haber 1971),
and increase of efficiency. These approaches either affect the landscape or the field as
a site of conservation and take place either
within the field or between the fields (landscape elements).
The task is to evaluate which combinations of approaches/measures are able to
increase biodiversity without decreasing
(or with increasing) yield within a given landscape. A site-specific approach is
needed. Therefore we have to (a) improve
the knowledge about positive trade-offs
between biodiversity and intensity, (b) define „new“ measures and instruments like
cooperation measures, regional budgets
and planning instruments, and (c) evaluate effects of implementing the defined
measures/instruments on economic, social, (and other ecological) factors.
Some Tentative Conclusions
• Sustainable Intensification is a useful,
globally based concept to steer farmers
to land management which has a better balance between food production &
environment.
• The EU must maintain its drive for agricultural productivity improvement,
and at the same time all agricultural
research and development must show
it has integrated environmental considerations to enable a step-up in environmental performance.
• No single (or pair of) simple development paths emerge from the concept of
Sustainable Intensification. Each farm
system/location has its own combination of economic, environmental challenges and contributions. Each will have
its own optimum combination of provisioning and non-provisioning services.
• Greater effort should be made to measure and benchmark farm-level environmental performance as a spur to action,
matching the success of farm management economics.
• There is scope to get greater traction
towards sustainable intensification
from commercially inspired sustainability schemes; these could usefully
enrol existing commercial relationships
between farmers and up- and downstream sectors.
• More focused efforts are required to
help identify zones and issues where
practices are approaching – or have surpassed environmental thresholds, as exemplified by our soil study.
• For some challenges, solutions will require innovative approaches which involve cooperation between farmers and
other stakeholders in catchments, natural zones or intensive livestock regions.
• Policy conclusions will be produced in
the full final report (to be released in
June 2014).
The RISE Foundation is a public utility
foundation that supports sustainable agriculture and rural communities in Europe
according to a long-term vision which is
not only resource efficient and increasingly productive, but also works to ensure
ecosystem resilience, produces safe and
healthy food, manages the countryside
and improves the quality of life in rural areas. Our long-term vision is a productive,
green agricultural sector supporting a vibrant rural economy in Europe.
If you are interested in supporting our
work and future work on sustainable intensification, please contact us at:
The RISE Foundation
67, rue de Treves
BE-1040 Brussels
Tel: +32 (0) 2 234 3000
rise@risefoundation.eu
www.risefoundation.eu
The contributors to this study are Allan Buckwell1,
Andreas Nordang Uhre2, Annabelle Williams2, Jana
Poláková1, Winfried E H Blum3, Jasmin Schiefer3,
Georg J Lair3, Alois Heissenhuber4, Peter Schießl4,
Christine Krämer4 and Wolfgang Haber4.
1 Institute for European Environmental Policy, London
and Brussels.
2 RISE Foundation, Brussels
3 Institute for Soil Research, University of Natural
Resources and Life Sciences, BOKU, Vienna.
4 Agricultural Production and Resource Economics,
Technische Universität München, Weihenstephan.
VWU-Mitteilungen 116
Kohlenstoffvorräte und Sequestrierungspotentiale in landwirtschaftlich genutzten Böden Bayerns
Hintergrund
Die organische Bodensubstanz (Humus)
ist eine entscheidende Komponente für
die Fruchtbarkeit und Produktivität von
Böden. Eine völlig neue Bedeutung erlangte die Humusforschung im Kontext des
Klimawandels, da die Humusvorräte der
Böden den größten terrestrischen Kohlenstoffspeicher darstellen. Die bisherigen Kenntnisse bezüglich der Vorräte an
Bodenkohlenstoff (SOC) und deren Steuergrößen sind allerdings sehr beschränkt,
insbesondere unter landwirtschaftlich
genutzten Flächen. Der Großteil der bisherigen Studien bezieht sich traditionell nur
auf die obersten 30 cm der Böden, obwohl
in tieferen Bodenbereichen bedeutende
SOC-Vorräte vorhanden sein können. Zudem werden wichtige Bodenparameter
für die Ermittlung von SOC-Vorräten aus
Zeit- und Kostengründen oft nur abgeschätzt.
Aufgrund des besonderen Interesses an
der Humusversorgung der Böden Bayerns
wurde vom Referat Bodenschutz des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) in
Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für
Bodenkunde der TUM das Projekt „Der
Humuskörper bayerischer Böden im Klimawandel – Auswirkungen und Potentiale“ initiiert. Die Studie wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und
Verbraucherschutz finanziert. Anhand von
1460 Bodenprofilen, die zum Großteil aus
dem LfU-Projekt GRABEN stammen – einer
der umfangreichsten Bodeninventuren,
die bislang in Mitteleuropa durchgeführt
wurden – sollten Erkenntnisse bezüglich
der SOC-Speicherung in Ober- und Unterböden gewonnen werden. Anhand der Ergebnisse sollte eine SOC-Karte für Bayern
erstellt und Steuergrößen der SOC-Speicherung abgeleitet werden. Zudem zielte
die Studie darauf ab, an ausgewählten
Standorten die Humusqualität zu beurteilen und mögliche Potentiale für eine zusätzliche Speicherung von Kohlenstoff (CSequestrierung) in Bayern abzuschätzen.
Status quo der SOC-Vorräte
Die Ergebnisse zeigen, dass Grünlandböden deutlich mehr SOC (11,8 kg m-2) speichern als Ackerböden (9,0 kg m-2). Dies
war allerdings nicht auf Unterschiede
im Oberboden, sondern im Unterboden
VWU-Mitteilungen 116 Oben: Grundlage des Projekts stellte ein umfangreicher Datensatz des LfU aus 1460 Bodenprofilen bis
zu einer Tiefe von 1 m unter verschiedenen Landnutzungen dar
Unten: In landwirtschaftlich genutzten Böden können auch in tieferen Bodenbereichen bedeutende SOCMengen gespeichert sein (Foto: M. Lungu)
zurückzuführen. Eine Analyse der spezifischen SOC-Vorräte verschiedener Bodentypen machte deutlich, dass die hohen
Unterbodenvorräte von Grünlandböden
pedogenetisch zu erklären sind, da SOCreiche Auenböden (Gleye) vorwiegend als
Grünland genutzt werden. Diese Erkenntnis stellt die Rolle der Landnutzung als dominierenden Faktor der SOC-Speicherung
in Frage und deutet auf eine Relevanz von
pedogenetischen Prozessen für die Akkumulation von SOC hin.
Überraschenderweise speichern Waldböden inklusive der organischen Auflage
deutlich weniger SOC (9,8 kg m-2) als bislang angenommen und unterscheiden
sich damit von Ackerböden nur geringfügig. Offensichtlich wurden die Humusvorräte von Waldböden bisher systematisch
überschätzt, möglicherweise aufgrund
ungenauer Annahmen zur Lagerungs9
dichte. Andererseits konnte aus den Daten geschlossen werden, dass die Humusvorräte in landwirtschaftlich genutzten
Böden generell unterschätzt wurden. In
der Literatur wurde bislang ein Rückgang
der SOC-Vorräte von 30 bis 80 % in Folge
der Bodenbearbeitung angenommen. Im
Gegensatz dazu weisen die Ergebnisse
unserer Studie auf weitaus geringere SOCVerluste von unter 20 % hin. Dies ist zum
einen auf die oberflächennahe Erfassung
der SOC-Vorräte in älteren Studien zurückzuführen. Ackerböden besitzen insgesamt
eine höhere Mächtigkeit der Oberböden
verglichen zu Grünland- und Waldböden.
Dies kann auf eine pflugbedingte Krumenvertiefung zurückgeführt werden, einhergehend mit einer Umverlagerung von
SOC in tiefere Bodenbereiche. Dadurch
kam es zu einer Unterschätzung von SOCVorräten und damit zu einer Fehlinterpretation der Effekte der Landnutzung auf
die Humusversorgung der Böden. Darüber
hinaus kommt es möglicherweise zu einer
verstärkten Bildung organo-mineralischer
Verbindungen aufgrund einer kontinuierlichen Freilegung reaktiver Mineraloberflächen innerhalb des gepflügten Oberbodens. Hierdurch wird wahrscheinlich der
Kontakt mit organischen Bodenbestandteilen wie Ernterückständen gefördert,
was sich positiv für die Stabilisierung und
Akkumulation von SOC in Ackerböden auswirkt.
Die Erstellung einer SOC-Karte mittels
geostatistischer Methoden ermöglichte
eine Abschätzung der gesamten SOCVorräte in Bayern bis zu einer Tiefe von 1
m. In den Acker- und Grünlandböden Bayerns sind insgesamt 242 und 134 Mt SOC
gespeichert. Der Großteil der gesamten
Acker-SOC-Vorräte Bayerns entfällt dabei
auf das Tertiär-Hügelland, aber auch die
Gäuregionen, den Jura und das Nordbayerische Hügelland. Den größten Beitrag zu
den Grünland-SOC-Vorräten liefern das Alpenvorland und die Alpen.
Steuergrößen der SOC-Speicherung
Die Analyse der Einflussgrößen auf die
SOC-Vorräte deutet auf eine herausragende Rolle der Bodenfeuchte hin. Eine
reduzierte Mineralisation der organischen
Bodensubstanz in grundwasserbeeinflussten Böden wie z.B. Gleyen stellt den
10
wichtigsten Faktor für die Akkumulation
von SOC in landwirtschaftlich genutzten
Böden Bayerns dar. Eine weitere bedeutsame Steuergröße ist der Faktorenkomplex Klima. Die Höhe des Niederschlags
kontrolliert die ober- und unterirdische
Primärproduktion und somit den Eintrag organischer Substanz in den Boden.
Dementsprechend konnte ein Anstieg der
SOC-Vorräte mit einem Anstieg des Niederschlags sowohl für Acker- als auch für
Grünlandböden beobachtet werden.
Die mittlere Jahrestemperatur als weiterer
klimabezogener Faktor beeinflusst ebenfalls deutlich die SOC-Speicherung, da der
mikrobielle Abbau der organischen Bodensubstanz generell ein temperaturabhängiger Prozess ist. In Grünlandböden war ein
deutlicher Rückgang der SOC-Vorräte bei
steigendem Temperaturregime erkennbar.
Im Gegensatz dazu blieben die SOC-Vorräte
von Ackerböden überwiegend auf einem
konstanten Niveau innerhalb des betrachteten Temperaturbereichs. Ursache hierfür
ist möglicherweise die landwirtschaftliche
Praxis in Form von organischer oder mineralischer Düngung, Auswahl von Fruchtfolgen und Sorten, erosionsmindernde
Bewirtschaftung und gegebenenfalls Bewässerung. Dies schwächt vermutlich den
Einfluss der klimatischen Faktoren auf die
SOC-Speicherung ab, da der potentielle Klimaeinfluss durch das landwirtschaftliche
Flächenmanagement nivelliert wird.
Beurteilung der Humusqualität
Eine Detailuntersuchung an 99 ausgewählten Standorten sollte Erkenntnisse
bezüglich der Humusqualität der Böden
Bayerns erbringen. Dies wurde mittels
einer chemisch-physikalischen Auftrennung der Bodenproben in leicht, intermediär und schwer abbaubare Fraktionen erreicht. Sowohl in Acker- als auch
in Grünlandböden sind nahezu 90 % der
gesamten SOC-Vorräte in intermediären
und stabilen SOC-Pools gespeichert. In
Ackerböden war dabei ein relativ hoher
SOC-Anteil mit Schluff- und Tonpartikeln
assoziiert, die die Vermutung einer positiven Wirkung der Bodenbearbeitung auf
die Bildung organo-mineralischer Assoziationen bekräftigte. Im Vergleich dazu
zeigten sich dagegen in Waldböden weitaus geringere Anteile von intermediärem
und stabilem SOC und dementsprechend
höhere Anteile labiler SOC-Vorräte (40 %).
Obwohl der Gesamt-SOC-Vorrat in Waldböden etwas höher war als in Ackerböden,
wurden niedrigere intermediäre und stabile SOC-Vorräte im Vergleich zu landwirtschaftlich genutzten Böden festgestellt.
Acker- und Grünlandböden sind daher
als besonders vorteilhaft bezüglich einer
langfristigen Speicherung der vorhandenen SOC-Vorräte sowie einer verstärkten
Festlegung von Kohlenstoff einzustufen.
Die räumliche Verteilung funktioneller
SOC-Fraktionen und -Pools zeigte hohe
labile SOC-Vorräte in den Alpen und den
östlichen Mittelgebirgen sowie in Mooren im Voralpenland und in Flussauen. In
diesen Regionen sollten jegliche Störungen wie beispielsweise ein Wechsel der
Landnutzung vermieden werden, um größere SOC-Verluste zu verhindern. Darüber
hinaus ist in diesen Bereichen mit hohen
SOC-Verlusten in Folge des Klimawandels
zu rechnen, da ein Temperaturanstieg
vermutlich zu einem starken Abbau der
labilen SOC-Vorräte führt.
C-Sequestrierungspotentiale
Das SOC-Speicherpotential landwirtschaftlicher Böden hängt in erster Linie
vom Feinbodenanteil des Bodens ab
(Mittel-/Feinschluff und Ton). Aus Texturdaten sowie einer Isolierung der Feinbodenfraktion an ausgewählten Ackerund Grünlandstandorten konnten Daten
zur aktuellen und maximalen SOC-Speicherung innerhalb dieser Fraktion gewonnen werden. Die Differenz dieser
beiden Werte stellt das Potential für eine
zusätzliche langfristige Festlegung von
Kohlenstoff in den Böden dar, das sogenannte C-Sequestrierungspotential. Da
Acker- und Grünlandböden nur zu 50 bis
70 % SOC-gesättigt sind, könnten bedeutende zusätzliche Kohlenstoffmengen
gespeichert werden. Eine flächenmäßige Abschätzung des C-Sequestrierungspotentials zeigte, dass in den landwirtschaftlich genutzten Böden Bayerns
insgesamt 108 Mt SOC zusätzlich gespeichert werden könnten. Diese Menge entspricht 395 Mt CO2-Äquivalenten, mehr
als der vierfachen Menge der jährlichen
Treibhausgasemissionen Bayerns von 92
Mt CO2-Äquivalenten (Stand 2010).
VWU-Mitteilungen 116
Fazit
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich,
dass die Acker- und Grünlandböden Bayerns große Vorräte an SOC speichern. Offenbar spielen dabei die bislang wenig beachteten Unterböden eine wichtige Rolle,
da sich durch Krumenvertiefung und Förderung der Stabilisierung der organischen Bodensubstanz infolge der Bodenbearbeitung
bedeutende SOC-Vorräte akkumulieren.
In den Alpen und den östlichen Mittelgebirgen sowie in Mooren und Flussauen im
Alpenvorland besteht allerdings die Gefahr
von SOC-Verlusten, da hier in Folge des Klimawandels mit einem verstärkten Abbau
relativ großer Anteile labiler SOC-Vorräte
zu rechnen ist. Acker- und Grünlandböden
sind generell als besonders vorteilhaft bezüglich einer langfristigen Speicherung der
SOC-Vorräte und einer verstärkten Festlegung von Kohlenstoff einzustufen. Obwohl
es teilweise große Unsicherheiten bezüglich der Effizienz und Anwendbarkeit von
Maßnahmen zur Steigerung der SOC-Vorräte in landwirtschaftlich genutzten Böden
gibt, könnte eine angepasste Landnutzung
von Acker- und Grünlandböden grundsätzlich zu einer bedeutsamen Festlegung von
C führen. Daneben ist ein Anstieg der SOCVorräte auch mit anderen Vorteilen wie einer Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit,
der Bodenstruktur, der Wasserspeicherkapazität und letztendlich der Agrarproduktivität
verbunden. Weitere beachtenswerte Aspekte höherer SOC-Vorräte sind ein verringertes Risiko der Bodenerosion, eine geringere
Eutrophierung und Gewässerbelastung
sowie ein reduzierter Betriebsmitteleinsatz.
In weiteren Studien sollte die ökonomische
und politische Umsetzbarkeit verschiedener
Maßnahmen untersucht werden, mit denen
eine gesteigerte C-Sequestrierung in landwirtschaftlich genutzten Böden Bayerns erreicht werden kann.
Dr. Martin Wiesmeier und Dr. Rico Hübner
Anmerkung: Weiterführende Veröffentlichungen
auf Anfrage (Email: rico.huebner@gmail.com).
Innovative technische Neuerungen zur Bodenbearbeitung und Saatgutausbringung
ermöglichen die Direktsaat bzw. Mulchsaat von Mais mit guten Ergebnissen bei gleichzeitiger Humusanreicherung und Erosionsschutz (Fotos: R. Hübner)
VWU-Mitteilungen 116 11
Weihenstephan als ein Standort des Netzwerks „Pflaume“ der Deutschen Genbank Obst
Neben staatlichen Einrichtungen unterhalten auch private Organisationen
Sammlungen alter Obstsorten. Dies
geschieht jedoch weitgehend unabhängig voneinander. Deshalb wurde
2007 die Deutsche Genbank Obst DGO
(www.deutsche-genbank-obst.de) ins Leben gerufen, um die genetischen Ressourcen im Obstbau langfristig für Züchtung
und Forschung zu erhalten. Die DGO setzt
sich aus obstartspezifischen Netzwerken
zusammen. Die Netzwerke Apfel, Erdbeere
und Kirsche sind bereits etabliert, die Netzwerke Pflaume, Birne und Rubus befinden
sich noch im Aufbau. Jedes Netzwerk wiederum besteht aus mehreren Partnern, die
ihre eigenen Sortensammlungen in die
DGO einbringen.
Bei den Sorten, die in die DGO aufgenommen werden, handelt es sich um deutsche
Sorten, Sorten mit soziokulturellem, lokalem oder historischem Bezug zu Deutschland und Sorten mit wichtigen obstbaulichen Merkmalen für Forschungs- und
Züchtungszwecke wie beispielweise Resistenzen. Diese Sorten werden nicht an zen-
Variabilität von Pflaumensorten in der DGO –
Sachsen-Anhalt, die Landwirtschaftlichen
Lehranstalten Triesdorf, die Universität Hohenheim und das Obstbauzentrum Jork.
traler Stelle gesammelt, sondern verbleiben in den Sammlungen der Partner.
Während die Aktivitäten der DGO durch
das Institut für Züchtungsforschung für
Gartenbauliche Kulturen und Obst des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Dresden-Pillnitz
koordiniert werden, erfolgt die Koordinierung innerhalb der Netzwerke durch einen
der im Netzwerk aktiven Partner. Im Falle
des Netzwerks Pflaume obliegt diese Aufgabe dem Fachgebiet Obstbau am WZW.
Die weiteren Partner des Netzwerks sind
das JKI in Dresden-Pillnitz, das Bundessortenamt in Wurzen, die Landesanstalt für
Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau
a) Rote Eierpflaume; b) Auerbacher; c) Frühe Mirabelle; d) Löhrpflaume
Die Europäische Pflaume (Prunus domestica L.) stellt eine überaus vielfältige Steinobstart dar und umfasst sowohl Pflaumen,
Zwetschen, Renekloden als auch Mirabellen. Gerade bei den äußeren Fruchtmerkmalen wie Größe, Form und Farbe zeigt sich
die Variabilität dieser Obstart. Das Spektrum reicht von kleinfrüchtigen Mirabellen
bis zu Pflaumen mit der Größe eines Hühnereis, von rundlichen bis zu länglich ovalen Früchten, von rötlichen über gelben und
grünen bis hin zu dunkelblauen Früchten
(Abb.). Dementsprechend groß ist auch die
genetische Variabilität hinsichtlich abiotischer und biotischer Resistenzfaktoren.
Um diese Variabilität zu bewahren, sind
bisher ca. 200 Pflaumensorten Bestandteil
der DGO. Etwa 90 Sorten sind bereits Bestandteil der Weihenstephaner Pflaumengenbank, die im Rahmen eines Pflaumenzüchtungsprogramms etabliert wurde.
Im Zuge des weiteren Aufbaus findet ein
Sortenabgleich zwischen den Netzwerkpartnern statt, dem sich der Austausch
von Sorten anschließt, um jede Sorte an
wenigstens zwei Standorten zu erhalten
und so das Risiko eines Verlusts der Sorte
zu minimieren. Die Sorten der DGO werden sowohl pomologisch als auch molekularbiologisch evaluiert, um den Sortencharakter zu bestätigen und Redundanzen zu
vermeiden, welche beispielsweise entstehen können, wenn Sorten in unterschiedlichen Regionen Deutschlands unter verschiedenen Namen bekannt sind.
Diese auf dem hexaploiden Chromosomensatz der Europäischen Pflaume beruhende Variabilität bietet für die aktuelle
Pflaumenzüchtung und zukünftige Züchtungsbemühungen viele Möglichkeiten
sowohl hinsichtlich der Fruchteigenschaften als auch hinsichtlich der Anbaueignung und des Pflegebedarfs neuer Sorten.
Genetische Analysen werden dazu beitragen, geeignete Kreuzungspartner auszuwählen.
Dr. Johannes Hadersdorfer, Prof. Dr. Dieter Treutter
12
VWU-Mitteilungen 116
Forschungsprojekt zur Internationalisierung und Innovation in der bayerischen
Molkereiwirtschaft gestartet
Am Lehrstuhl für Produktions- und Ressourcenökonomie landwirtschaftlicher Betriebe
fiel im April der Startschuss für ein Projekt
zum Auslandsengagement und zur Innovationsleistung von Molkereiunternehmen. Die Forschungsgruppe „Markt, Preis,
Wertschöpfungskette“ untersucht darin
den Einfluss verschiedener Internationalisierungs- und Innovationsstrategien auf
den Unternehmenserfolg, denn die deutsche Milchwirtschaft steht in einem zunehmenden Wettbewerb um nationale und
internationale Marktanteile. Die erzeugte
Milchmenge ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen und Studien prognostizieren auch zukünftig eine deutliche
Steigerung. Auf der anderen Seite stagniert
national der Pro-Kopf-Konsum und die Bevölkerungszahl ist rückläufig. Dies bedeutet, dass die zusätzliche Milchmenge auf
dem Exportmarkt verwertet werden muss.
Die Voraussetzungen der Unternehmen
sind dafür unterschiedlich, wie schon
die sehr heterogene Molkereistruktur in
Deutschland und speziell Bayern zeigt. Auf
der einen Seite gibt es einzelne (multi-)nationale Unternehmen, die durch ihre Größe in der Lage sind, die nötigen Ressourcen
aufzubringen, um Exportmärkte erfolgreich zu bearbeiten bzw. die gesamte Palette möglicher Auslandsengagements
bis hin zu Direktinvestitionen zu nutzen.
Andererseits wird ein großer Teil der Milch
noch von kleinen und dem Mittelstand
zuzuordnenden Unternehmen verarbeitet, die mit deutlich unterschiedlicher
Intensität und Aktivität im Ausland agieren. Die Frage nach der wirtschaftlich am
erfolgversprechendsten Internationalisierungsstrategie ist dabei für jede Molkerei
in mittel- bis langfristiger Perspektive von
zentraler Bedeutung.
Die Studie widmet sich somit folgenden
Forschungsfragen:
• Inwieweit müssen unterschiedliche Internationalisierungsstrategien in der
bayerischen Molkereiwirtschaft verfolgt
werden, um unternehmerischen Erfolg
zu erzielen?
• Welche konkreten Strategien bieten sich
hier für einzelne Unternehmensarten an?
• Was genau ist die Bedeutung von Innovation für einen erhöhten Internationalisierungsgrad in der bayerischen Molkereiwirtschaft der Zukunft? Führt vermehrte
Innovationstätigkeit im Unternehmen zu
einer erfolgversprechenderen internationalen Aktivität und umgekehrt?
• Welche Lehren können aus den Erfahrungen anderer internationaler Milchsektoren für bayerische Unternehmen
gezogen werden?
• Inwieweit muss der staatliche Rahmen
zur Außenhandelsförderung etc. effektiver gestaltet werden und können zusätzliche unterstützende Maßnahmen
ergriffen werden?
Die ökonometrischen Analysen (z.B. Regressionsanalyse) werden auf einen Paneldatensatz angewendet, der Daten von
deutschen und ausländischen Molkereiunternehmen umfasst. Durch die Zusammenarbeit mit Vertretern der bayerischen
Molkereiwirtschaft wird die Praxisrelevanz
der Forschungsarbeit gewährt. Die Ergebnisse werden im Rahmen des Projektes mit
allen interessierten Gruppen diskutiert.
Ziel der Arbeit ist neben der Untersuchung
der grundsätzlichen Zusammenhänge die
Ableitung von Handlungsempfehlungen
für die Politik sowie Managementempfehlungen für Unternehmen der Molkereibranche.
Das Forschungsprojekt, das bis Dezember
2016 läuft, wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten (StMELF).
Dr. Corina Jantke,
Lehrstuhl für Produktions- und
Ressourcenökonomie
VWU-Mitteilungen 116 © Gene Krebs iStock
Auch die Produktionsstrategie muss vor
dem Hintergrund eines erhöhten Internationalisierungsbedarfs hinterfragt werden.
Dabei spielen Anzahl und Erfolg innovativer
Produkte und Produktionsverfahren eine
wesentliche Rolle. Im Bereich der Innovativität des deutschen respektive bayerischen
Milchsektors besteht allerdings noch enormer Forschungsbedarf; dies vor allem auch
im Hinblick auf das Zusammenspiel mit einer erfolgreichen Internationalisierung der
milchverarbeitenden Unternehmen.
13
Verbesserte Bedingungen für unternehmerische Forschung, Entwicklung und Innovation
Effiziente Forschung, innovative Produkte
und der Einsatz modernster Produktionsverfahren bilden die Grundlage für die
Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Aus diesem Grund unterstützen EU,
Bund und Länder Unternehmen, insbesondere die kleinen und mittleren (KMU),
durch z. B. die Förderung von Innovationstätigkeit, Technologietransfer, Existenzgründung oder Forschungsinfrastruktur.
Seit dem 1. Juli 2014 gelten nun die neuen Vorschriften der EU-Kommission für
die staatliche Förderung von Unternehmen in den Bereichen Forschung,
Entwicklung und Innovation (FuEuI).
Die Bestimmungen finden sich in der
Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung (AGVO) und im Unionsrahmen.
Letzterer zeigt auf, welche Bedingungen
Projekte erfüllen müssen, damit die Mitgliedstaaten staatliche Beihilfen für FuEuI-Maßnahmen an Unternehmen ausreichen dürfen. In der AGVO ist geregelt,
unter welchen Umständen Maßnahmen
nicht im Voraus bei der Kommission
zur Genehmigung angemeldet werden
müssen.
Details und weitere Informationen zur
AGVO und zum Unionsrahmen unter:
http://europa.eu/rapid/press-release_IP14-586_de.htm
Erklärte Absicht der EU-Kommission
ist es, mit diesen Regelungen das Wirtschaftswachstum zu stützen und subventionsbedingte Wettbewerbsverzerrungen
im Binnenmarkt zu begrenzen. Es sollen
öffentliche Mittel eingesetzt werden, um
private Investitionen für Vorhaben zu mobilisieren, die andernfalls nicht durchgeführt würden und um den Transfer von
Wissen in das Marktgeschehen zu erleichtern.
14
Die EU setzt dazu in den neuen Vorschriften auf eine größere Flexibilität bei der
Umsetzung von FuEuI-Beihilfen durch
die Mitgliedsstaaten. Das heißt, dass die
Obergrenzen, bis zu denen Beihilfen nicht
bei der Kommission zur vorherigen Genehmigung angemeldet werden müssen,
deutlich angehoben worden sind und dass
das Spektrum an Maßnahmen, die dafür
in Frage kommen, um Pilotvorhaben und
Prototypen, Innovationscluster sowie Prozess- und Organisationsinnovation erweitert wurde.
Details und weitere Informationen zu KMU:
http://ec.europa.eu/enterprise/policies/
sme/facts-figures-analysis/sme-definition/
index_de.htm
Überdies wurden die Beihilfehöchstsätze
für Forschungsprojekte, die nicht Grundlagenforschung sind, erhöht. Der FuEuIUnionsrahmen legt fest, dass große Unternehmen Beihilfen von bis zu 70 % bzw.
kleine Unternehmen von bis zu 90 % der
beihilfefähigen Kosten erhalten können.
Die Höhe der Beihilfe hängt nicht allein
von der Unternehmensgröße, sondern
auch von der Verbreitung der aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse und von
der Durchführung der Projekte allein oder
in Kooperation mit anderen Unternehmen
und/oder Forschungseinrichtungen ab.
Die EU trägt damit der Tatsache Rechnung,
dass die Komplexität und Geschwindigkeit
heutiger Entwicklungen und Innovationen
die multidisziplinäre Zusammenarbeit
über Unternehmensgrenzen hinaus erfordert, um Marktrelevanz zu erhalten. Insbesondere KMU können hier an Grenzen
stoßen, die durch Kooperationen speziell
mit Universitäten und Hochschulen überwunden werden können.
„Knowledge is the only competitive advantage of our times, it grows through open
interaction with others.“ (Ronald Coase,
britischer Wirtschaftswissenschaftler)
Die Argumente für Forschungskooperationen von Unternehmen mit wissenschaftlichen Einrichtungen sind vielfältig. Als Beispiele seien hier angeführt:
• geringe unternehmenseigene Ressourcen (monetär/personell) für FuE
• gezielterer Einsatz der eigenen Ressourcen
• Zugang zu spezifischem Verfahrensund Methoden-Know-how
• Zugang zu Labortechnik, Anlagen, Prüfund Messtechnologie etc.
• Verteilung wirtschaftlicher und/oder
technischer Risiken
• Kontakt zu potentiellen Mitarbeitern
Die Form der Kooperation kann dabei variieren; denkbar sind z. B. die gemeinsame Ausschreibung und Betreuung einer
Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit, ein
bezahlter Forschungsauftrag oder die Förderung zeitlich befristeter Forschungsprojekte. Bestenfalls entsteht ein auf Dauer
angelegtes nutzenbringendes, partnerschaftliches Verhältnis zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtung. An
dieser Stelle sei daran erinnert, dass es Ziel
der Vereinigung Weihenstephaner Universitätsabsolventen (VWU) ist, die Verbindung zwischen ehemaligen Absolventen
aus Weihenstephan und ihrer Hochschule
zu fördern und dazu jedem Interessenten
eine direkte Plattform zur Kommunikation und Interaktion auch im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation bietet.
Dr. Corina Jantke,
Lehrstuhl für Produktionsund Ressourcenökonomie
VWU-Mitteilungen 116
Tag der Agrar- und Gartenbauwissenschaften am 11.07.2014
In deren ersten Teil stellten sich die neu
berufenen Professoren Menapace und
Lutz vor. Prof. Dr. Luisa Menapace hat seit
Sommer 2013 den neu geschaffenen Lehrstuhl für Governance in International Agribusiness inne und befasst sich in ihrer Forschung mit der Struktur, der Arbeitsweise
und der Rolle von Märkten und Organisationen in der Agrarindustrie.
Der Vergleich der Herkunftsschutzsysteme der EU und der USA stand im Mittelpunkt ihres Vortrages „Schutz von Tradition und Herkunft als Wettbewerbsvorteil
in einer globalisierten Welt“. Prof. Menapace sieht dabei im starken Schutzsystem der EU einen höheren Wohlfahrtseffekt, sowohl Konsumenten als auch
die Produzenten herkunftsgeschützter
Produkte ziehen daraus einen größeren
Nutzen als aus dem deutlich schwächeren Schutzsystem der USA.
Zum Honorarprofessor für Betriebswirtschaftslehre des Genossenschaftswesens
wurde der Vorstandsvorsitzende der BayWa
AG Klaus Josef Lutz im November vergangenen Jahres bestellt. Prof. Lutz beleuchtete in
seinem Vortrag die Zukunft des Genossenschaftswesens vor der zunehmenden Internationalisierung der Märkte. Begrenzte
Wachstumsmöglichkeiten der deutschen
Zentralgenossenschaften am Heimatmarkt, die Herausforderungen der globalen
Ernährungssicherung und die Forcierung
der Erneuerbaren Energien böten wichtige
Wachstumsansätze, auf die als Reaktion
die Internationalisierung des Geschäftes
und die Identifikation neuer Geschäftsfelder geboten seien. Daraus ergeben sich als
zentrale Herausforderungen, die von den
Genossenschaften zu bewältigen seien, das
Management des Veränderungsprozesses
und der kulturellen Diversität, das Risikomanagement und die Kapitalbeschaffung.
VWU-Mitteilungen 116 © kasto80 iStock
Die stetig steigenden Studierendenzahlen spiegelten sich bei der Verabschiedung unserer Absolventinnen und
Absolventen anlässlich des Tages der Agrar- und Gartenbauwissenschaften am
11.07.2014 wider. Rund 200 Bachelor- und
Masterstudierende haben in den letzten
12 Monaten ihr Studium mit Erfolg abgeschlossen und sorgten für eine gut besuchte Veranstaltung.
In seinem Bericht über die Studienfakultät
konnte Prof. Bernhardt die überaus positive Entwicklung der Studierendenzahlen
darstellen. Diese schlagen sich besonders
deutlich in den Bewerberzahlen zum kommenden Wintersemester nieder: So bewarben sich für den Bachelorstudiengang
Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften sowie für den seit dem vergangenen Jahr in Straubing angebotenen
Bachelorstudiengang
Nachwachsende
Rohstoffe rund 350 Interessenten, für die
6 Masterstudiengänge unserer Studienfakultät lag die Bewerberzahl bei über 400.
Mit diesen Zahlen wird sicher auch das
große Engagement der Studienfakultät
zur Etablierung neuer Studiengänge in
den letzten Jahren honoriert. Ganz aktuell
startet zum kommenden Wintersemester
der gemeinsam mit der HSWT angebotene
Masterstudiengang Gartenbaumanagement und ergänzt damit perfekt das Studienangebot im Bereich Gartenbauwissenschaften mit der klaren Zielsetzung der
großen Nachfrage am Arbeitsmarkt nach
qualifizierten Fach- und Führungskräften
im Hortibusiness gerecht zu werden.
Auch in diesem Jahr bot der gemeinsam
von der Studienfakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften, dem Hans EisenmannZentrum, der Max Schönleutner Gesellschaft und der Fachschaft organisierte Tag
der Agrar- und Gartenbauwissenschaften
die Möglichkeit, verdiente Personen zu ehren (siehe S. 18 ff.). Diese Möglichkeit nutzte
auch erstmals die Fachschaft Agrar- und
Gartenbauwissenschaften, die Johannes
Wutz und Charlotte Feucht für ihr ehrenamtliches Engagement für die Fachschaft
ehrten.
Inzwischen schon Tradition hat der Preis
der MSGW für die beste Promotionsarbeit
im Bereich Agrar- und Gartenbauwissenschaften, der in diesem Jahr an Dr. Christian
Krapf ging. Die Arbeit mit dem Titel „Evaluation of near infrared spectroscopy to
estimate process parameters in anaerobic
digestion of agricultural feedstocks“ wurde
von Prof. Schmidhalter und Prof. Heuwinkel
betreut.
Seitens der Studienfakultät ist die Ehrung
des Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft Jakob Opperer
hervorzuheben, der für seine langjährige
engagierte Unterstützung der Lehre und
den herausragenden persönlichen Einsatz
zur Stärkung der Agrarwissenschaften am
Wissenschaftszentrum Weihenstephan gewürdigt wurde.
Ein großes und herzliches Dankeschön geht
an dieser Stelle an die VWU, die mit ihrer
finanziellen Unterstützung ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Tag der
Agrar- und Gartenbauwissenschaften in einem schönen Rahmen abgehalten werden
konnte und vor allem den Absolventinnen
und Absolventen als würdiger Abschluss
ihres Studiums in Erinnerung bleiben wird.
Susanne Minges, Studienfakultät für Agrar- und
Gartenbauwissenschaften
15
Die diesjährige Absolventenrede zum Tag der Agrarwissenschaften
Sehr geehrter Studiendekan Prof. Bernhardt,
liebe Gäste und Ehrengäste, liebe Studenten
und Angehörige, liebe Absolventen,
ich habe heute die Ehre, als Vertreter der
Studentenschaft auf unser Studium zurückzublicken. Hierbei spreche ich einerseits für diejenigen Studenten, die im
Laufe des vergangenen Jahres ihren Masterabschluss in den Agrar- und Gartenbauwissenschaften erreicht haben, aber auch
für die Bachelorabsolventen im Bereich
Agrar- und Gartenbau. Ich hoffe, die meisten von Euch können sich in den folgenden
Worten wiederfinden.
Der Erstkontakt mit der Alma Mater hier
in Weihenstephan begann für uns Studenten in den meisten Fällen mit dem Gespräch im Rahmen des Eignungsfeststellungsverfahrens. Danach hatte man den
Eindruck: „Hier rührt sich was, neben der
Wissenschaft scheinen Lehre und Studierende in Weihenstephan wichtig zu sein.“
Was ist uns durch ein solches Auswahlverfahren erspart geblieben? Sicherlich ein
Numerus clausus, wie in anderen Studiengängen; außerdem hoffnungslos überfüllte Hörsäle und begrenzte Praktikums16
plätze; Jedenfalls kam es – so der Eindruck
– dadurch nicht nur auf Noten an, sondern
auf Persönlichkeit und Motivation jedes
Einzelnen.
Allerdings merkten wir zu Beginn des Studiums auch, dass die beste Motivation
nichts nützt, wenn wichtige Lehrstühle
und Fachgebiete, wie z.B. die Tierernährung oder die Landtechnik vakant sind und
die Lehre nur eingeschränkt bzw. gar nicht
gegeben ist. Solch ein Umstand ist für die
Qualität des Lehrbetriebs nicht förderlich.
Da die angesprochenen Lehrstühle jedoch
bald wiederbesetzt wurden, kann man sagen, dass wir, die in dieser Zeit studiert haben, Glück hatten.
Aktuell stellt sich die Situation im Fall der
Lehrstühle Tierhygiene bzw. der Tierphysiologie allerdings wieder ähnlich dar wie damals. Deshalb ein Appell an die Menschen,
die in die Entscheidungsprozesse um die
Nachfolge und Umgestaltung der genannten Fachgebiete eingebunden sind: Obwohl
aus Sicht von Verwaltung und Forschung sicher gute Gründe gegen eine allzu schnelle
Wiederbesetzung vakanter Lehrstühle existieren, wofür man auch Verständnis auf-
bringen sollte: Bitte lassen Sie die Folgen
für den Lehrbetrieb und die Studierenden
nicht außer Acht!
Selbst unter Forschungsaspekten muss
man sich nach in den letzten Jahren vollzogenen und vor teilweise noch geplanten
Umstrukturierungen in unserer Agrarfakultät die Frage gefallen lassen: Wie sollen
im Extremfall ein Pflanzenbau ohne Versuchsstationen und Felder bzw. eine Tierernährung ohne Ställe und Tiere fachgerecht
forschen?
Gemessen am Lehrbetrieb in Massenfächern wie Maschinenbau oder Jura herrschen bei uns in den Agrarwissenschaften
schon alleine zahlenmäßig geradezu paradiesische Zustände: In den allermeisten Fällen hat man als Student in den kleinen Vorlesungen einen Ansprechpartner für seine
Belange unter den Professoren wie auch
im akademischen Mittelbau. Wir Studenten selbst waren nie eine anonyme Gruppe, in der sich keiner kennt. Egal, ob für die
Prüfungsvorbereitung, oder zu etwaigen
Festlichkeiten wie dem Maifest oder Freibierfest – genügend Mitstreiter findet man
bei uns in jeder Lebenslage. Gefreut haben
wir uns in diesem Zusammenhang darüber,
VWU-Mitteilungen 116
dass sich die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter dafür interessiert haben,
was die Studentenschaft um- und antreibt
und man sie deshalb auch abseits des Lehrbetriebs in unseren Reihen gesehen hat.
Unser Studium ist ein Querschnitt durch
zahlreiche naturwissenschaftliche, aber
auch ökonomische und bisweilen sogar
juristische Disziplinen. Dies erfordert Input
aus den verschiedensten Fachrichtungen,
wobei ergänzende eigene Erfahrungen in
dieser Systemwissenschaft unerlässlich
sind. Praktika und Exkursionen mögen hier
geeignete Stichworte sein. Am WZW ist
man darauf gut eingestellt – auch wenn
das manch Außenstehende anders sehen
mögen. Um den Bezug zur Praxis muss
man sich zwar immer noch selbst kümmern, Möglichkeiten hierzu hatten wir im
Studium jedoch genügend.
Dazu wurden unter anderem zahlreiche
Gastvorlesungen zu den verschiedensten
Inhalten angeboten, sowie die seit ein paar
Jahren erprobten Exkursionen in alle Welt
(Beispiele: Niederlande, USA, China, Brasilien).
Wahrscheinlich auch daraus ist über die
Zeit ein gutes Verhältnis zwischen vielen
Studierenden und Dozenten gewachsen.
VWU-Mitteilungen 116 Gerade für uns Master-Absolventen hatte
die Studienzeit etwas Besonderes zu bieten, das mit uns an die Uni kam und mit
uns wieder ging – die Studiengebühren.
Gezahlt hat die gut 500 € pro Semester
wahrlich niemand von uns gerne. Dennoch fuhr die Fachschaft der Agrar- und
Gartenbauwissenschaften hierzu bei den
Studentenprotesten im Jahr 2009, bei denen unter anderem gegen die Studiengebühren aufbegehrt wurde, eine von vielen
Studentenschaften abweichende Linie
und wir distanzierten uns als Fachschaft
offiziell davon, als auch der Audimax in
Weihenstephan besetzt wurde. Wir fanden mehrheitlich, dass die Studiengebühren in unserer Studienfakultät immerhin
klug verwaltet und sinnvoll verwendet
wurden. Die Studenten hatten also einen
erkennbaren Gewinn aus ihrem monetären Einsatz, wie es vorher in einer solchen
Form nie möglich gewesen wäre. Angefangen von Softskill-Seminaren und der Studienberatung über Exkursionszuschüsse
bis hin zu Kosten-Beihilfen für innovative
Abschlussarbeiten waren das alles Dinge,
die unser Studium reicher gemacht haben.
Auf diese gewonnene Qualität sollte wenn
möglich nicht verzichtet werden, auch
wenn das durch den Wegfall der Beiträge
sicher nicht einfacher geworden ist.
Meine Damen und Herren,
in jedem Abschluss steckt auch ein neuer
Anfang. Die meisten unserer BachelorAbsolventen finden sich mittlerweile in
einem Masterstudiengang in den Agrarund Gartenbauwissenschaften wieder.
Wir Masterabsolventen haben zumeist
bereits den Schritt in ein Arbeitsverhältnis
gewagt, sei es im öffentlichen Dienst, in
einem Unternehmen oder gar nicht so selten auf dem elterlichen Betrieb. Bereits im
Studium hatten wir Studierende zahlreiche Möglichkeiten (Praktika, Abschlussarbeiten), Kontakte zu Marktteilnehmern zu
knüpfen. Das unterstreicht: Wir Agrar- und
Gartenbaustudenten sitzen nicht in einem
Elfenbeinturm, sondern wir stehen mit
beiden Beinen – mit Arbeitskleidung und
Sicherheitsstiefeln genauso wie im Anzug
mit Lackschuhen – fest in der Realität.
Ich möchte mich stellvertretend für uns
Absolventen bei allen an der Universität,
mit denen wir Kontakt hatten und die uns
die ganze Zeit über gefördert wie auch
gefordert haben für den angenehmen
menschlichen Umgang und ihre Hilfe bedanken.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Vinzent Beat
17
Ehrungen anlässlich des Tages
der Agrar- und Gartenbau­
wissenschaften
Übergabe Dr.-Heinrich-Baur-Förderpreise: Dr. Christian Biernath, Prof. Dr. Wilhelm Windisch,
Dipl.-Ing. agr. Cordula Vogel, Dr. Hubert Pausch
Dr.-Heinrich-Baur-Förderpreise
• Dr. Hubert Pausch für seine Doktorarbeit: „Genome-wide analysis of complex
traits in cattle“.
• Dr. Christian Biernath, für seine Doktorarbeit: „Modeling climate change impacts on the yield and quality of crops
based on leaf photosynthesis with the
acclimatization to elevated CO2“.
• Dipl.-Ing. agr. Cordula Vogel für ihre Arbeit zur Speicherung organischer Substanz an der Mineralphase von Böden.
Preis der Max Schönleutner Gesellschaft
Weihenstephan e. V. für die beste Promotionsarbeit im Bereich Agrar- und Gartenbauwissenschaften
• Dr. Christian Krapf. Thema: Evaluation of
near infrared spectroscopy to estimate
process parameters in anaerobic digestion of agricultural feedstocks.
• Betreuer: Prof. Dr. Urs Schmidhalter und
Prof. Dr. Hauke Heuwinkel
Übergabe Preis der Max Schönleutner Gesellschaft Weihenstephan: Dr. Josef Bosch,
Dr. Christian Krapf, Prof. Dr. Hauke Heuwinkel
Ehrungen der Studienfakultät für Agrarund Gartenbauwissenschaften
Präsident Jakob Opperer für seine langjährige engagierte Unterstützung der Lehre
und den herausragenden persönlichen
Einsatz zur Stärkung der Agrarwissenschaften am Wissenschaftszentrum Weihenstephan.
Ehrung der Fachschaft Agrar- und Gartenbauwissenschaften
Charlotte Feucht und Johannes Wutz für
ihr ehrenamtliches Engagement in der
Fachschaftsarbeit.
Ehrung Fachschaft: Josef Bauerdick, Charlotte Feucht, Johannes Wutz
18
VWU-Mitteilungen 116
Auszeichnungen der Studienfakultät für
die besten Absolventen
• Monika Fleschhut (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Robert Zeindl (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Felix Forster (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Annika Bartuschat (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Xaver Fischer (M. Sc. Agrarmanagement)
• Alexander Wunder (M. Sc. Agrarmanagement)
• Annika Lenz (M. Sc. Agrarmanagement)
• Markus Eitle (M. Sc. Horticultural Science)
• Nicolò Dall´Aglio (M. Sc. Horticultural Science)
• Marco Bertolazzi (M. Sc. Horticultural Science)
• Molla Mengist (M. Sc. Horticultural Science)
• Rupert Stäbler (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Bernadette Mayr (B. Sc. Agrarwissen-
schaften und Gartenbauwissenschaften)
• Manfred Mayer (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Andreas Ganal (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Anna Steinborn (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Roswitha Aumann (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Markus Moser (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
Preise des Bayerischen Bauernverbandes
für die besten Absolventen
• Monika Fleschhut (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Robert Zeindl (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Felix Forster (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Xaver Fischer (M. Sc. Agrarmanagement)
• Alexander Wunder (M. Sc. Agrarmanagement)
• Annika Lenz (M. Sc. Agrarmanagement)
• Markus Eitle (M. Sc. Horticultural Science)
• Nicolò Dall´Aglio (M. Sc. Horticultural Science)
• Marco Bertolazzi (M. Sc. Horticultural Science)
• Rupert Stäbler (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Bernadette Mayr (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
• Manfred Mayer (B. Sc. Agrarwissenschaften und Gartenbauwissenschaften)
Preis der Vereinigung Weihenstephaner
Universitätsabsolventen für herausragende Masterarbeiten
• Anna Stadler (M. Sc. Agrarwissenschaften)
• Barbara Hailer (M. Sc. Horticultural Science)
Preis des BHGL (Bundesverband Hochschulabsolventen / Ingenieure Gartenbau und
Landschaftsarchitektur e.V.)
Markus Eitle (M. Sc. Horticultural Science)
BayWa-Vorstandschef Lutz wird TUM-Honorarprofessor
Die Technische Universität hat einen neuen ehrenamtlichen Hochschullehrer: Klaus
Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der
BayWa AG, ist zum Honorarprofessor für
Betriebswirtschaftslehre des Genossenschaftswesens bestellt worden. Die Ernennungsurkunde hat ihm am 15. November
TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann
überreicht.
Klaus Josef Lutz ist seit 2008 CEO der
BayWa AG, deren Geschäftstätigkeiten
sich auf die Segmente Agrar, Bau und
Energie mit speziellem Fokus auf erneuerbaren Energien erstrecken. Der gebürtige Münchner gehört den Aufsichtsräten
einer Reihe börsennotierter und privater
Unternehmen an. An der TUM engagiert
sich Lutz seit geraumer Zeit mit der Vorlesung „Betriebswirtschaftslehre des
Genossenschaftswesens“ für die Masterstudiengänge
Agrarwissenschaften,
Agrarmanagement, Umweltplanung und
Ingenieurökologie.
Mit seiner Lehrtätigkeit an der TUM
schlägt Lutz eine starke Brücke von der
VWU-Mitteilungen 116 agrarwirtschaftlichen Theorie zur Berufspraxis: Im Rahmen von turnusmäßigen
Kamingesprächen fördert er zusätzlich
den Austausch zwischen Studierenden
und Führungspersönlichkeiten.
TUM-Präsident Herrmann: „Professor Lutz
ist eine Bereicherung für unser Professorenkollegium. Er hat in vielen Branchen der
Wirtschaft überzeugende Führungsleistungen erbracht und dabei einen Erfahrungsschatz erworben, den er nunmehr an
unsere Studierenden weitergibt.“
Quelle: TUM Campus, Pressemitteilungen
(20.11.2014)
Festakt in Weihenstephan am 14.02.2014
Anlässlich der Bestellung zum TUM-Honorarprofessor fand am 14.02.2014 ein gemeinsamer Festakt auf Einladung der BayWa
AG und der TUM in Weihenstephan statt.
TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann hielt
die Ansprache anlässlich der Ernennung
zum Honorarprofessor. Die Laudatio auf
­Honorarprofessor Klaus Josef Lutz wurde von
Herrn Heißenhuber gehalten.
TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann über-
reicht Klaus Josef Lutz, dem Vorstandsvorsitzenden der BayWa AG, seine Ernennungsurkunde
zum Honorarprofessor an der TU München. (Bild:
A. Heddergott/TUM)
19
Verleihung der Max Schönleutner Medaille an Prof. Dr. Dr. h.c. Alois Heißenhuber
Die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bayern ist eine innovative, zukunftsorientierte Branche. Die Max Schönleutner Gesellschaft Weihenstephan
(MSGW) versteht sich als Vermittlerin
zwischen Unternehmen und Verbänden
im Agrarbereich und Wissenschaft und
Forschung.
In Fortführung der von Max Schönleutner
1803 in Weihenstephan begründeten Tradition fördert der Verein den Ergebnis-, Erfahrungs- und Gedankenaustausch zwischen
den Lehr- und Forschungseinrichtungen für
Landwirtschaft und Gartenbau sowie der
landwirtschaftlichen und gartenbaulichen
Praxis. Landwirte und Gärtner mit ihren
Betrieben, Beratungs- und Wirtschaftsunternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und die agrarischen und gartenbaulichen Interessenverbände bekunden
ihr großes Interesse an einer umfassenden
Förderung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften in Weihenstephan.
Im Jahr 1970 stiftete die Fakultät für Landwirtschaft und Gartenbau der TU München-Weihenstephan die Max Schönleutner Medaille. Sie wird zum Dank und zur
Anerkennung an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch ihr Wirken um Lehre,
Forschung und Entwicklung der Wissenschaften des Land- und Gartenbaus in Bayern außerordentliche Verdienste erworben
haben. Seit 2008 wird die Medaille von der
neu gegründeten Max Schönleutner Gesellschaft Weihenstephan vergeben.
Seit der Vergabe der Medaille durch die
MSGW ist Herr Prof. Dr. Alois Heißenhuber
- nach Ministerpräsident a. D. Dr. Günther
Beckstein, dem Agrarhistoriker Prof. Dr.
Alois Seidl, dem Vorstandsvorsitzenden
der Baywa AG Prof. Klaus Lutz und Staatsminister a.D. Josef Miller - der fünfte Empfänger dieser höchsten Auszeichnung des
Campus am Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) in Anerkennung seiner Verdienste um die Agrar- und Gartenbauwissenschaften an der TU München.
Die Verleihung erfolgte am 13. Mai im Rahmen eines Festaktes, zu dem die MSGW
vier Weggefährten von Prof. Dr. Alois Heißenhuber eingeladen hatte. Im einzelnen
referierten
• Prof. Dr.-Ing. Holger Magel (Präsident Bayerische Akademie ländlicher Raum e.V.),
• Prof. Dr. Stephan Dabbert (Rektor der
Universität Hohenheim),
• Prof. Dr. Wilhelm Windisch (Direktor
Hans Eisenmann Zentrum) und
Auf dem Bild von rechts:
Dr. J. Bosch, Prof. Dr. H. Magel, Frau Anne Hönig,
Prof. Dr. A. Heißenhuber, Prof. Dr. W. Windisch,
Prof. Dr. S. Dabbert
• Frau Anne Hönig (Studentin der Agrarwissenschaften und Mitglied der Fachschaftsvertretung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften).
Die Verleihung der Max Schönleutner Medaille an Herrn Prof. Dr. Alois Heißenhuber
wurde vom Vorsitzenden der Max Schönleutner Gesellschaft, Herrn Dr. Josef Bosch,
vorgenommen.
Dr. Josef Bosch, MSGW
Großes Fest am Obstbau zu Ehren von Professor Dr. Walter Feucht
Zum 85. Geburtstag des Obstbau-Emeritus kamen sie aus Nah und Fern nach
Weihenstephan; zahlreiche ehemalige
MitarbeiterInnen und DoktorandInnen
ließen es sich nicht nehmen, ihrem früheren Chef und Doktorvater persönlich
mit Glückwünschen ihre Aufwartung zu
machen. Dieser gab sich die Ehre und war
sehr angetan und hocherfreut über die
gigantische Resonanz zur spontanen Einladung. Bei einem köstlichen Mittagessen,
Kaffee und Kuchen, einem Gläschen Wein
oder Bier konnte man „alte“ Zeiten aufleben lassen; frische Doktoranden lernten
die erfahrenen kennen und locker gewordene Verbindungen wurden gefestigt. Ein
Höhepunkt des Festes war natürlich die
Festansprache des Jubilars, der in lockerer
Weise – wie früher in seinen allseits beliebten Vorlesungen – plauderte. Diesmal
20
wählte er jedoch kein wissenschaftliches
Thema aus dem Obstbau oder den Pflanzenwissenschaften. Vielmehr bot er einen
historischen Abriss seines Lebens, den er
mit vielen verbalen Bildern und zeitkritischen Kommentaren illustrierte und das
Publikum gekonnt in seinen Bann zog. Ein
Entertainer alter Schule!
Feucht immer noch wissenschaftlich aktiv
Auch wissenschaftlich hätte er einiges zum
Besten geben können! Seine Forschungsleistungen und Publikationstätigkeiten
sind ungebrochen und so fällt es dem Kolumnisten nicht schwer, nach der Laudatio
zum 80. Geburtstag – nur fünf Jahre später
– abermals eine Würdigung zu verfassen
und dies ohne Plagiat. So möchte ich seine
Publikationen der letzten fünf Jahre zum
Anlass nehmen, um ein Highlight seiner
wissenschaftlichen Kompetenz hervorzuheben. Nun, jeder, der Feucht kennt, weiß,
dass ihm Forschung immer das Wichtigste
war. Während viele seiner Kollegen auch
sehr in Politik und Wissenschaftsmanagement aufgingen, konnte er diese typischen
Professorenaufgaben im Ruhestand endlich abgeben. Was übrig blieb, ist sein Steckenpferd, das er unermüdlich vorantreibt.
Einige Leser und natürlich alle Gratulanten
wissen auch um dieses Hobby: Polyphenole – ein Thema, das lange Zeit kaum ernst
genommen wurde und ihm eher Spott und
Mitleid einbrachte. Als Feucht begann, sich
über die Funktionen dieser sekundären
Pflanzenstoff Gedanken zu machen, konnten viele nichts damit anfangen; allenfalls
Chemiker fanden Gefallen an der Vielfalt
der in der Natur vorkommenden phenolischen Strukturen. Damals war gängige
VWU-Mitteilungen 116
Meinung, dass Pflanzenzellen, die Polyphenole akkumulierten, zum Tod verurteilt waren wegen deren Toxizität und Oxidierbarkeit. Ein angeschnittener Apfel verbräunt;
Pflanzen, die bei in-vitro-Kultivierung
Schwierigkeiten machen, werden braun
und sterben ab. Polyphenole sind an allem
Schuld. Diese negative Einschätzung hat
sich mittlerweile geändert. Sekundärstoffe sind salonfähig geworden. Feucht geht
nun sogar soweit, zu behaupten, Polyphenole würden im Zellkern wichtige Funktionen bei der Aktivierung der Genexpression
und bei epigenetischer Regulation übernehmen. Das Vorkommen der phenolischen Flavonoide im Zellkern aktiver Pflanzenzellen und sogar in Stammzellen bevor
deren Differenzierung einsetzt beschäftigt
Feucht im Ruhestand. Allerdings liegt die
erste Beobachtung dieser Art schon einige
Zeit zurück und wurde von ihm im Jahr 1987
in der Zeitschrift „Gartenbauwissenschaft“
zum ersten Mal veröffentlicht. Damals
musste er selbst die Möglichkeit eines Artefakts noch einräumen. Inzwischen konnte er die Existenz von Flavonoiden in Zellkernen verschiedener Pflanzen zweifelsfrei
nachweisen. In enger Kooperation mit der
Arbeitsgruppe von Prof. Polster wurde die
Interaktion von Flavonoiden mit Histonproteinen des Zellkerns gezeigt. Eine von
Feucht etablierte, selektive Färbemethode
erlaubt es, die Organisation und Struktur
des Chromatins detailliert zu beobachten.
Dies gewährt Einblick in das Zusammenspiel zwischen dem Schicksal der Zelle und
den Zellkernflavonoiden. Die Modellpflanze der letzten fünf Jahre war Taxus baccata.
An dieser Pflanze machte er offenkundig,
dass Phytohormone und Umweltfaktoren,
wie Hitze und Trockenheit, massiv über
Präsenz und Abwesenheit von Flavonoiden
im Nukleus entscheiden. Ein Zusammenhang zur epigenetischen Regulation über
den Histoncode ist offensichtlich. Darüber hinaus zeigte er auch die Affinität von
Flavonoiden (im Speziellen Catechin) zu
Histonproteinen in menschlichen Zellen
und bewies deren Beteiligung am Oxidationsschutz. Viele Fragen zur Funktion von
Polyphenolen bleiben aber noch offen und
so hat der rastlose Wissenschaftler Walter
Feucht keine Zeit für Müßiggang. Es bleibt
zu wünschen, dass er sich noch lange und
in guter Gesundheit mit dieser faszinierenden Thematik auseinandersetzen kann.
VWU-Mitteilungen 116 Feuchts Publikationen in der
Schaffensperiode zwischen seinem
80. und 85. Geburtstag
• Feucht, W., Schmid, M., Polster, J., Dithmar,
H., Treutter, D. (2013) Flavanols in the nuclei of the tea bush (Camellia sinensis) –
broadening the perspectives to human
health. J. Appl. Bot. Food Qual. 86, 16-23
• Feucht, W., Treutter, D., Dithmar, H., Polster, J.: Loss of nuclear flavanols during
drought periods in Taxus baccata. Plant
Biology (2012b) 1-9
• Feucht, W., Treutter, D., Polster, J.: Flavanols in nuclei of tree species: facts and
possible functions. Trees – Structure and
Function 26 (2012a) 1413–1425
• Feucht W., Schmid M., Treutter D. (2011)
Nuclei of Tsuga canadensis: Role of Flavanols in Chromatin Organization. Int. J.
Mol. Sci. 2011, 12, 6834-6855
• Mueller-Harvey. I., Feucht, W., Polster, J.,
Trnkovád, L., Burgose, P., Parkere, A.W.,
Botchwaye, S.W. (2012) Two-photon excitation with pico-second fluorescence
lifetime imaging to detect nuclear association of flavanols. Analytica Chimica
Acta 719, 68– 75
• Bauer J; Neubauer K ; Dithmar H; Polster
J; Feucht W; (2009) Flavanols in nuclei
and cytoplasm: reduction of the micronuclei-inducing effect of aflatoxin b1 in
v79 cells through catechin. Advances in
food sciences 31, 82-88
• W Feucht, H Dithmar, J Polster. (2009)
Nuclei of Taxus baccata: Flavanols Linked
to Chromatin Remodeling Factors. J. Botany, 1-9
Collage oben: Der heitere Jubilar Professor Dr.
Walter Feucht umgeben von fröhlichen Gratulanten. In der Collage sind zu sehen: Hermann
Schimmelpfeng, Frau Feucht, Dr. Johannes Ha-
dersdorfer, Dr. Sabine Michalek, Dr. Martin Geibel
(oben); Dr. Markus Gutmann, Dr. Ulrich Mayr,
Marcella Gutmann, Dr. Peter Schwalb, Marlene
Kramler, Renate Kleiner, Sieglinde Kröner, Dr.
Ionela Regos (unten).
Bild rechts: Doktorandengenerationen kamen
zum Fest: Dr. Slike Peterek, Dr. Otmar Bayer, Dr.
Martin Geibel, Dr. Erwin Schmitt, Dr. Sybille Mi-
chaelis, Dr. Peter Schwalb, Dr. Astrid Lux-Endrich,
Dr. Hans Bauer (linke Tischseite); Dr. Christine
Holzapfel, Veronika Bayer, Dr. Susanne Rühmann.
21
40-jähriges Absolvententreffen
Am 5. Juli 2014 trafen sich bei strahlendem Sonnenschein die Weihenstephaner
Absolventen der Studienrichtung Agrarwissenschaften und Ökotrophologie der
Studienjahre 1970 bis 1974 anlässlich des
40-jährigen Studienabschlusses. Treffpunkt
war das Hans-Eisenmann-Zentrum (HEZ).
Mehr als die Hälfte der damaligen Absolventen kamen zu dem Treffen und nahmen teilweise eine ganz weite Anreise auf sich.
Das Treffen initiiert und organisiert hat
Franz Kettenberger, vor Ort war ihm der
Jahrgangskollege Alois Heißenhuber behilflich. Die Gruppe wurde vom Direktor des
Hans-Eisenmann-Zentrums, Herrn Prof. Dr.
Wilhelm Windisch, begrüßt und in einem
eindrucksvollen Vortrag über die Entwick-
lung Weihenstephans und über die Rolle
des Hans-Eisenmann-Zentrums informiert.
Es war außerordentlich interessant zu erfahren, was sich in Weihenstephan in 40
Jahren geändert und entwickelt hat und
wie gut die Einrichtungen für die zukünftigen Herausforderungen gerüstet sind. All
jenen, die daran mitgewirkt haben gebührt
unsere Hochachtung und unser Dank.
Anschließend zeigte uns Herr Windisch
noch bei einem Gang über den Campus
die umfangreichen baulichen Neuerungen. Im Hörsaal 13 (im Bräustüberl) ließen
wir den schönen und gelungenen Tag ausklingen. Es wurde angeregt, ein derartiges
Treffen in absehbarer Zeit zu wiederholen.
Folgende Absolventen haben teilgenommen
Alsing Ingrid und Wolfgang, Bestler Roswitha, Donauer Franz, Faltermeier Andreas, Freund Heinrich, Geiger Hans, Härdl
Gertraud, Heißenhuber Alois, Hondele
Alfred, Janker Karl, Kammermeier Ottmar,
Kettenberger Franz, Kurz Werner, Littmann
Edgar, Maierbeck Marianne, Maurer Franz,
Mikasch Richard, Neuhuber Franz, Riedmann Bertram, Roßbauer Rosi, Rottmann
Oswald, Rutzmoser Karl, Schneider Franz,
Schön Max, Schönhammer Hans, Schodlok Roland, Schröder Mechthild und Franz,
Schühlein Günther, Sperlein Erich, Sprengel Dorothe, Summer Ludwig, Waller Josef,
Weinberger-Miller Paula, Taubeneder Sigmund, Zauner Michael, Zeller Josef
Alois Heißenhuber
22
VWU-Mitteilungen 116
Hoffest der Fachschaft Agrar
Am 17. Juni 2014 fand unser diesjähriges
Hoffest statt. Es war bereits das sechste
Mal, dass wir uns in Dürnast trafen. Los
ging es am Nachmittag mit der Agrar­
olympiade. Acht Teams traten gegeneinander an, um sich in agrarwissenschaftlich
orientierten Spielen zu messen. Aufgaben, die es zu meistern galt, waren z.B.
Kirschkernweitspucken oder im Finale
eine Schubkarrenrennen-Staffel, auf einer
mit Schmierseife beschichteten Plane. Die
Teams waren wie immer mit großem Eifer
dabei. Es lohnte sich: die Gewinner bekamen einen Gutschein zum Kart-Fahren,
währenddessen der 2. Platz einen Gutschein zum Essengehen bekam.
Noch während die Olympiade in vollem
Gange war, wurde eine Kuh nach Dürnast
gebracht. Wie auch schon in den vergangenen Jahren stellte uns der Veitshof eine
„Bingo-Kuh“ für unser alljähriges KuhBingo zur Verfügung. In diesem Jahr ließ
die Kuh etwas länger auf sich warten, um
mit ihren ersten Kuhfladen das Feld des
Gewinners zu düngen. Die glücklichen
Gewinner in diesem Jahr waren 3 Mädels
aus dem 4. Semester, die sich zu dritt ein
Feld kauften und sich somit gemeinsam
über den Gewinn (einige Gutscheine und
kulinarische Kleinigkeiten) freuen konnten. Den Abendausklang begleitete unsere
langjährige Hoffest-Band. Die 5 Studentinnen und Studenten aus dem letzten Mastersemester gaben ihre letzte Vorstellung.
Die Stimmung war super und auch die
nach der Vorstellung folgende eineinhalbstündige Zugabe muss in Zukunft auch
erst einmal erneut getoppt werden.
Wir bedanken uns bei allen, die geholfen
haben, das Hoffest so mitzugestalten. Vor
allem natürlich dem Versuchsgut Dürnast
und Versuchsleiter Weindl für die gute Unterstützung, vielen Dank auch an Herrn
Schmölz für die Kuh. Danke an alle Helfer,
Mitwirkende, die Band und das Wetter, das
uns in diesem Jahr von Regen verschonte.
Es war ein schöner Tag und wir freuen uns
aufs nächste Jahr.
Marie Janson & Sarah Klein
VWU-Mitteilungen 116 23
Grüne Woche 2014
Am Sonntagmorgen, den 19.01.2014, ging
unser vollbesetzter Bus mit Frau Minges
als Betreuerin mit leichter Verspätung
vom Parkplatz „Sauwiese“ in Richtung
Berlin ab. Mit reichlich Pause und musikalischer Unterhaltung von einer einzigen
CD, die in Dauerschleife lief, erreichten
wir am frühen Abend Berlin. Der restliche
Tag stand zur freien Verfügung, was auch
gerne angenommen und vielseitig ausgenutzt wurde. Mit einem Kulturprogramm,
beispielsweise der Besichtigung der
Reichstagskuppel, gemütlichem Abend-
essen mit Cocktails und ausgelassenen
Feiern war für jeden etwas dabei. So blieb
fast keiner trotz des bevorstehenden vollen Programms des kommenden Tages am
Abend in unserer Herberge, dem Amstel
House Hostel.
Am nächsten Morgen gab es mehr oder
weniger munter gemeinsames Frühstück,
bevor wir mit dem Bus zur Grünen Woche
aufbrachen.
Auf dem Plan standen zunächst gemeinsame Standbesuche zu verschiedenen
Themenbereichen entsprechend unserer
Studiengänge. Die „NawaRos“ hatten eine
Führung beim Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik und
beim Bundesverband Bioenergie e. V. und
wir Agrar- und Gartenbauwissenschaftler
beim Julius Kühn-Institut in der Halle des
Landwirtschaftsministeriums. In knappen
2 Stunden wurden uns in vier Stationen
sowohl innovative Ansätze zur Bekämpfung von Apfelkrankheiten als auch ein
Projekt zur Erfassung der Backweizenqualität mittels Nahinfrarotspektroskopie vorgestellt. Außerdem zeigten uns die
Züchtungsforscher des JKI ein Forschungsprojekt zu kurzstrohigem Roggen für verbesserte Wassernutzungs- und Nährstoffeffizienz. Durch die kurzen Halme sind die
Pflanzen standfester, wodurch eine bessere Ausnutzung des Ertragspotenzials der
Pflanze gewährleistet werden kann, was
vor allem im Hinblick auf die Klimaveränderung interessant ist. In der letzten Station erfuhren wir schließlich einiges über
die Bedeutung der Aufrechterhaltung der
Sortenvielfalt mit Hilfe der Deutschen
Genbank Obst und konnten anschließend
selbst verschiede Apfelsorten verkosten.
Dank der interessanten Vorträge in kleinen Gruppen und der Möglichkeit, jederzeit Fragen zu stellen war die Führung des
Julius Kühn-Instituts eines der Highlights
der Exkursion.
Den restlichen Tag hatten wir Zeit, das
Messegelände eigenständig zu erkunden.
In verschiedenen Hallen luden die Stände
der Bundesländer sowie der unzähligen
internationalen Aussteller zu den Bereichen Bio, Tier, Blumen und vielen weiteren
Themengebieten nicht nur zum Erkunden
sondern auch zum Probieren und Verkosten ein.
Am frühen Abend ging es schließlich sichtlich ruhiger als bei der Hinfahrt zurück
nach Freising.
Im Namen der gesamten Gruppe möchte
ich mich bei Frau Minges für die gute Organisation und die interessante Fahrt bedanken.
Christina Mack
24
VWU-Mitteilungen 116
VWU-Tagesexkursion zu SAME DEUTZ-FAHR DEUTSCHLAND GmbH Lauingen
Am 3. April 2014 besuchten VWU-Mitglieder die Firma SAME DEUTZ-FAHR
DEUTSCHLAND in Lauingen. Eingeladen
hatte uns ein ehemaliger Weihenstephaner, Herr Martin Grob. Er ist dort für die
Leitung von Werbung & Kommunikation
zuständig. Zuerst bekamen wir umfangreiche Informationen über die Entwicklung der Firma, die aktuelle Produktpalette sowie über demnächst zu erwartende
Neuerungen. Bei den Traktoren wird das
VWU-Mitteilungen 116 Angebot in der oberen Leistungsklasse erweitert. Wir erfuhren auch, daß ein
vollkommen neues Werk sozusagen auf
der grünen Wiese gegenüber dem jetzigen Werksgelände gebaut wird. Der
Spatenstich erfolgt noch dieses Jahr. In
einem Werksrundgang bekamen wir einen Einblick in die am Standort Lauingen
erfolgenden Fertigungsarbeiten. Eine besondere Attraktion stellte schließlich die
Möglichkeit dar, auf dem Testgelände eine
Probefahrt mit den neuesten Traktorenmodellen durchzuführen. Zusammen mit
Herrn Martin Grob gab es zum Abschluß
noch ein Gruppenfoto.
Prof. Dr. Dr. h.c. A. Heißenhuber
25
Pfingstexkursion in die Niederlande
Auch in diesem Jahr organisierte Prof. Dr.
A. Heißenhuber wieder die traditionelle
Pfingst­exkursion. Von 09. bis 13. Juni 2014
reisten die Studenten der Agrarwissenschaften in die Niederlande.
Von Freising aus startete die Reise in das ca.
800 km entfernte NH Zoetermeer Hotel.
Das 4-Sterne Hotel lag zentral zwischen Den
Haag, Rotterdam, Leiden und Gouda. In Zoetermeer gibt es u. a. auch die Miniaturstadt
Madurodam.
Vom Hotel aus ging es am nächsten Tag zu
Frau Gooijer in das Ministry of Economic Affairs in Den Haag. Hier fanden Gespräche zu
Themen im Bereich der Tierhaltung (Labelling,
Tierwohl, Antibiotikaeinsatz, Düngeverordnung, Güllemanagement) statt. Im Anschluss
besuchten die Teilnehmer die Firma Cefetra
in Rotterdam. Cefetra ist ein niederländischer
Großhandel im Agrarbereich. Vor allem ist
Cefetra Lieferant von Getreide und Soja für
die Mischfutterindustrie in Europa. Daneben
werden Rohstoffe für die Nahrungs- sowie
Biokraftstoffindustrie gehandelt. Im September 2012 wurde Cefetra von der BayWa akquiriert (http://www.cefetra.com).
Am Abend wurde eine Stadtrundfahrt durch
Rotterdam gemacht. Der seetüchtige Bus
fuhr u. a. im Wasser entlang der spektakulären Skyline von Rotterdam.
Am Mittwoch ging es weiter zu einem
südlich von Rotterdam gelegenen Lohnbetrieb der Gebrüder Verkooyen in Langeweg. Auf diesem Betrieb, der im Jahr
– neben anderen Lohnarbeiten – über
600.000 Tonnen Wirtschaftsdünger verarbeitet, wurde eine Anlage zur Aufbereitung von organischem Material besichtigt
(http://www.verkooyen.nl/Mainframe.html).
Am gleichen Tag wurde noch der Milchviehbetrieb der Familie Volleringan besucht.
Dieser liegt nordöstlich von Rotterdam. Die
Milch auf diesem Betrieb wird in einem
modern gebauten Stall für Friesland Campina produziert. Auf dem Betrieb haben
schon mehrere Tiere der Rasse Holstein
Friesian über 100.000 Liter Lebensleistung
erbracht. Der organische Dünger wird mit
Wasser verdünnt und somit verträglicher
für die Gräser auf den Flächen verschlaucht
(http://boerderijlandleven.nl/en/).
26
Gruppenbild der Exkursionsteilnehmer
Am Donnerstag fanden einige Vorträge an
der niederländischen Universität Wageningen statt. Die Universität ist spezialisiert
auf Lebens- und Agrarwissenschaften, einschließlich einer über die Landesgrenzen hinaus bekannten Abteilung für Agrargeschichte. Sie wurde 1918 als Landbouwhogeschool
Wageningen gegründet und 1986 in Landbouwuniversiteit Wageningen umbenannt.
Am Mittag wurde im Restaurant der Zukunft gegessen. Hinter diesem Lokal steckt
ein beeindruckender Forschungskomplex.
Was essen wir wann am liebsten? Wie
wichtig ist das Umfeld für die Ernährung?
Und wie kann man Menschen dazu bringen, zu gesünderen Lebensmitteln zu
greifen? Wer das Restaurant betritt, merkt
auf den ersten Blick nichts von dem groß
angelegten Forschungsprojekt, um das es
eigentlich geht. Das „Futurum“ wirkt wie
eine moderne, weitläufige Kantine. Doch
wer hier speist, steht unter voller Beobachtung und wird Teil eines lebenden Labors. Das gesamte Lokal ist mit Kameras
ausgestattet, die jeden Aspekt des Aufenthalts registrieren. Wohin schaut der
Besucher zuerst? Welche Tische werden
am liebsten gewählt? Wie läuft der Entscheidungsprozess beim Essen ab? Was
wird aufgegessen und was stehen gelassen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich
das Forschungsteam. Ziel ist es, herauszufinden, was Konsumenten möchten,
aber auch wie man sie dazu bringen kann,
sich gesünder zu ernähren. Ein spannendes Szenario, über das die Besucher zwar
Bescheid wissen, an das man aber kurz
nach dem Betreten des Lokals nicht mehr
denkt.
Von Wageningen ging es weiter südöstlich nach Ewijk zur Besichtigung eines
modernen Legehennenstalls. In dem von
der Universität Wageningen entwickelten
Rondellstall wurde versucht, die Wünsche
und Vorstellungen der Gesellschaft im Bezug zur zeitgemäßen Tierhaltung sowie
die Bedürfnisse der Tiere unter einen Hut
zu bringen. Willy Derks aus Ewijk, Provinz
Gelderland, gehört zu den Landwirten,
die den Rondellstall in die Praxis umgesetzt haben. 30.000 Legehennen finden
in seinem Stall Platz. Wie eine riesige Torte mit 85 m Durchmesser sieht der Stall
von weitem aus. Zehn Segmente mit jeweils 3.000 Tieren liegen kreisförmig um
das Zentrum, das die Technik beherbergt.
Zwischen den Stallbereichen befindet sich
immer ein überdachter Bereich, in dem
die Hühner scharren können. Übernachtet
wurde im nahe gelegenen NH Hotel Arnheim.
Rondellstall
Am Freitag ging es dann wieder nach
Deutschland Richtung Frankfurt nach
Eschenburg im Westerwald. Dort wurde
der Familienbetrieb Klein besichtigt. Dem
Bio-Legehennenbetrieb ist eine Packstelle
sowie Färberei angeschlossen. Die Reise
endete dann schließlich im ca. 470 km südlich gelegenen Freising.
Johannes Lenz und Max Klarer
VWU-Mitteilungen 116
Fahrradfahren an Eliteuniversitäten –
der Vergleich von Weihenstephan mit Harvard, Yale und Co.
Hochschulen und damit auch Hochschulorte
zeichnen sich hinsichtlich der Personenzusammensetzung und ihrer Bedürfnisse durch
einige Besonderheiten aus, die dazu führen,
dass der Anteil der Radfahrer und der Wunsch
Fahrrad zu fahren überdurchschnittlich hoch
sind. Die Eliteuniversitäten von Harvard bis
Yale haben längst erkannt, dass es neben einem hervorragenden wissenschaftlichen Umfeld ebenso wichtig ist, sich auch der übrigen
Lebensbedürfnisse anzunehmen, wenn man
um die besten Köpfe konkurriert. Die Förderung des Fahrradverkehrs hat daher für diese
Universitäten einen sehr hohen Stellenwert.
Im Folgenden wird ein Überblick gegeben,
durch welche Maßnahmen diese Eliteuniversitäten ihre Attraktivität erhöhen. Der Vergleich
mit Weihenstephan wird zeigen, dass in Weihenstephan noch viel Luft nach oben ist. Dies
ist als Chance zu begreifen, die Attraktivität
für die besten Wissenschaftler und die besten
Studenten mit vergleichsweise einfachen und
preiswerten Maßnahmen steigern zu können.
Universitäten sind prädestiniert für den
Radverkehr
Die Menschen an Universitäten sind, bedingt
durch den hohen Anteil an Studenten, Doktoranden und des nicht dauerhaft beschäftigten Mittelbaus, überdurchschnittlich jung. Für
diesen Personenkreis ist Geld knapp. Beides
spricht für das Fahrrad. Gleichzeitig sind aber
auch – und das trifft dann gerade auch für
die Professorenschaft zu – die Leistungsbereitschaft und der Leistungsanspruch an sich
selbst besonders hoch. Dies gilt ebenso für
die physische Leistung, nicht zuletzt deshalb
– mens sana in corpore sano – weil eine dauerhaft hohe geistige Leistung nicht zu Lasten des
Körpers gehen darf. Fahrradfahren erlaubt, beides zu kombinieren, weil die Bewegung abseits
von Computer und Mobiltelefon die Muse für
tiefes und kreatives Nachdenken schafft. Und
zu guter Letzt zeichnet sich dieser Personenkreis dadurch aus, dass er überdurchschnittlich
viel Zeit der Arbeit widmet und die verfügbare
Zeit wesentlich die Leistung limitiert. Es liegt
daher nahe, verschiedene Dinge zu kombinieren und z.B. die Zeit, die sowieso mit dem Pendeln vergeudet wird, durch Pendeln mit dem
Fahrrad auch dafür zu nutzen, den Körper fit zu
halten.
Harvard, Yale und Co.
Sucht man auf der Homepage von Harvard
nach dem Stichwort „bicycle“, so werden mehVWU-Mitteilungen 116 rere Tausend Treffer angezeigt. Bei den anderen
Eliteuniversitäten ist es ähnlich. In Weihenstephan gibt es gerade mal eine (dreifach gespiegelte) Seite mit dem Stichwort „Fahrrad“. Diese
beschäftigt sich ausführlich mit der Erreichbarkeit Weihenstephans mit dem Flugzeug und
dem Zug und enthält dann den einzigen, dürren Satz „Innerhalb von Freising ist das Fahrrad zu empfehlen“, ohne zu erklären, wie der
Zug- oder Flugzeugbenutzer zu einem Fahrrad
kommt. Dies ist alles, was derjenige erfährt, der
sich über die Möglichkeiten des Radfahrens in
Weihenstephan informieren will.
1
In Weihenstephan gibt es eigentlich nur unter
dem Balkon der Mensa überdachte Fahrradab-
Die vielen Treffer bei Harvard und Co. haben
ihren guten Grund, denn es gibt viel, wodurch
sich die Attraktivität einer Eliteuniversität fördern lässt:
stellplätze. In den Semesterferien lassen die
• Karten zeigen, wie man Harvard und Co.
am besten mit dem Fahrrad erreicht; denn
das muss man wissen, bevor man sich eine
Wohnung sucht und Ortskenntnis hat.
• Duschen für die Fahrradpendler sind strategisch über den Campus verteilt, denn
niemand sitzt gern verschwitzt in einem
Seminar.
• Dort gibt es dann auch abschließbare
Spinde für Helme, Schuhe etc. Gerade Studenten können ja schlecht die Ausrüstung
von Hörsaal zu Hörsaal schleppen. Die Sitzplätze in den Hörsälen sind eng genug.
• Fahrradreparaturstationen sind über den
Campus verteilt. Es gibt es Stationen für
die Selbstreparatur kleinerer Probleme,
aber auch Reparaturstationen mit Personal, bei denen man in der Früh sein Fahrrad abgeben kann und so trotz Panne am
Abend auch wieder nach Hause kommt.
Man kann ja schlecht bis Samstag warten,
bis man Zeit hat, ein Fahrradgeschäft aufzusuchen, und dann noch mal eine Woche,
bis das Fahrrad endlich repariert ist.
• Die entstehenden Reparaturkosten werden selbstverständlich von der Hochschule rückerstattet, denn die profitiert am
meisten davon, wenn sie gesunde und
leistungsfähige Mitarbeiter und Studenten hat. So wird die Rückerstattung in Harvard auch begründet. Die amerikanischen
Eliteuniversitäten sind bekanntlich auch
finanziell sehr geschickt. Den Vorteil, dass
der Radverkehr viel weniger Platz benötigt
und ihnen weniger Kosten verursacht als
der Autoverkehr, bekommen die Universitäten dann noch obendrein.
Fahrrad auf den Ständer geschnallt werden.
Studenten hier ihre Fahrräder, die sie nicht mit
nach Hause nehmen wollen. Weil die Radständer
ungeeignet sind und sich der Rahmen daran
nicht diebstahlsicher anschließen lässt, muss das
• Wer Leistung erbringen will, braucht ein
leistungsfähiges Fahrrad. Das ist nicht
billig. Also braucht es sicherere und überdachte Abstellplätze für das Fahrrad.
• Man kann in Harvard und den anderen
Eliteuniversitäten das Fahrrad registrieren
lassen – und nur diese Fahrräder kommen
in den Genuss der Vergünstigungen. Diese
Fahrräder sind damit gleichzeitig gegen
Diebstahl versichert, falls doch mal eines
wegkommt.
• Studenten sind mehrere Monate nicht
an der Universität. Das Fahrrad kann man
in der Zeit nicht irgendwo stehen lassen
(Foto 1). Für Studenten gibt es für wenig
Geld abschließbare Fahrradboxen, die monatsweise gemietet werden können.
• Fahrradwege, die auch wirklich den Radfahrern gehören, vernetzen den Campus.
Die Liste lässt sich noch lange fortsetzen.
Man denke nur an die vielen Einträge auf der
Homepage von Harvard. Wenn einmal die
Weichen richtig gestellt sind, bekommt das
Ganze eine Eigendynamik. So finden sich bei
Harvard und Co. dann auch viele Seiten der
Mitarbeiter, auf denen sie Tipps geben, von
der Kaufberatung über Trainings- und Tourentipps bis hin zu Seiten, die mit ihren Fotos und
Berichten die Lust am Radfahren anstacheln.
Wie sieht es in Weihenstephan aus?
In Weihenstephan findet man von alldem
nichts. Es gibt keinen einzigen Radweg,
sondern Radfahrer müssen sich entweder
27
2
Trotz Fußgängerzone werden die Fahrradständer
vor dem zentralen Hörsaalgebäude vollständig
zugeparkt.
3
4
Die ausgewiesenen Autoabstellflächen
(schraffiert) nehmen einen erheblichen Anteil
des Weihenstephaner Berges ein, während die
ausgewiesenen Fahrradabstellflächen (schwarz)
kaum zu erkennen sind.
5
Alle Fahr­räder wurden neben dem Fahrradstän-
der abgestellt. Der Fahrradständer ist verwaist,
weil er technisch ungeeignet ist.
28
den Fußgängern unterordnen, wenn das
Radfahren auf Fußwegen oder in Fußgängerzonen erlaubt ist, oder sie werden von
Autofahrern bedrängt (Foto 2). Eine Karte
der Radwege erübrigt sich damit natürlich.
Die Möglichkeiten, ein Fahrrad abzustellen
sind sehr begrenzt und oft in einem technisch jämmerlichen Zustand (Foto 3). Das
Dekanatsgebäude mit immerhin 368 Sitzplätzen für Studenten verfügt gerade mal
über eine Fahrradabstellfläche von 7,5 m2.
Gerade 1% der Hörer kann demnach mit
dem Fahrrad kommen. Die Liste der Defizite ließe sich noch lange fortsetzen.
Einer der wesentlichen Gründe, warum es
an amerikanischen Eliteuniversitäten so
viel besser um Fahrradbelange bestellt ist,
liegt wohl darin, dass der amerikanische
Fahrradfahrerverband (League of American Bicyclists) die besten Universitäten
auszeichnet, von Bronze über Silber und
Gold bis zu Platin. Harvard hat beispielsweise den Silberstatus erreicht, während
Stanford sogar mit Platin glänzt. Die Auszeichnung hängt davon ab, wieviele von
insgesamt 73 Prüfkriterien positiv beantwortet werden. Eine Auswahl davon findet sich in Box 1. Die meisten dieser Prüfkriterien müssten in Weihenstephan wohl
negativ beantwortet werden. Bei vielen
Kriterien würde man in Weihenstephan
nur Unverständnis oder gar Spott ernten,
wie zum Beispiel die Frage, ob auch die Polizei das Fahrrad benutzt. Diese Frage zeigt
gleichzeitig, dass von einer ausgezeichneten Universität erwartet wird, dass sie
über den eigenen Einflussbereich hinaus
wirkt und u.a. die Polizei, die öffentlichen
Verkehrsträger und die Fitnessstudios
einbindet. Auch die anderen Fragen, wie
nach dem Preis einer Parklizenz für Autos
oder einer Wirtschaftlichkeitsberechnung,
sind höchst bemerkenswert. Sie zeigen,
dass die Förderung des Radverkehrs nicht
nur einer Interessengruppe dienen soll,
sondern im ökonomischen Interesse einer Universität liegt. Die Technische Universität München bezeichnet sich selbst
als Unternehmeruniversität, unternimmt
aber – zumindest was den Verkehr betrifft
– wenig zur Optimierung ihrer Wirtschaftlichkeit. Immerhin über 40 amerikanische
Universitäten wurden von der League of
American Bicyclists ausgezeichnet. Eine
Reihe der Prüfkriterien positiv zu beant-
Auswahl von 73 Prüffragen der League of American
Bicyclists an Hand derer die fahrradfreundlichsten
Universitäten ausgezeichnet werden.
•Haben Sie einen Fahrradbeauftragten?
•Welchen Anteil seiner Arbeitszeit (100% … 10%)
widmet er Fahrradbelangen?
•Wie viele Stunden pro Woche arbeiten Universitätsmitarbeiter außer dem Fahrradbeauftragten
an Fahrradbelangen?
•Haben Sie einen Fahrrad-Beraterstab? Wie oft
trifft er sich?
•Welche Web-Adresse hat Ihr Fahrrad-Programm?
•Wie stellt Ihre Universität sicher, dass die am Ende
der Fahrt benötigten Einrichtungen für Radfahrer
vorhanden sind (Abstellplätze, Duschen, Schließfächer…)?
•Was von den folgenden Einrichtungen stellt die
Universität Fahrradpendlern zur Verfügung (kostenlose Schließfächer in den Gebäuden, kostenlose Duschen, ermäßigte Beträge bei Fitnessstudios,
Fahrradreparaturständer, Wartungsmaterial wie
Werkzeug, Pumpen und Schläuche, geschultes Reparaturpersonal).
•Wieviel kostet eine Parklizenz für Autos pro Jahr?
•Gibt es eine Wirtschaftlichkeitsberechnung des
Fahrradverkehrs für Ihre Universität?
•Hat Ihre Universität ein Fahrradverleihprogramm?
•Wie ist das Verhältnis der Bevölkerungszahl zur
Zahl der Fahrradabstellplätze?
•Wie viele öffentliche Verkehrsmittel sind mit Fahrradträgern ausgestattet?
•Welcher Anteil der Polizisten kontrolliert mit dem
Fahrrad?
worten, sollte daher auch in Weihenstephan möglich sein.
In den vergangenen Jahren ist in Weihenstephan viel getan worden, um die
Attraktivität des Standortes zu erhöhen.
Beispielsweise wurden Kinderbetreuungseinrichtungen geschaffen, weil es
nicht nur auf Messgeräte und Hörsäle ankommt, sondern Effektivität nur möglich
ist, wenn auch das Umfeld stimmt. Die
Förderung des Radverkehrs ist die nächste
große Baustelle, um der Attraktivität und
Leistungsfähigkeit von Weihenstephan
Schwung zu geben.
Alfred Schreiber, Prof. Dr. Karl Auerswald,
VCD-Kreisverband Freising e.V
VWU-Mitteilungen 116
Schafe und Ponys auf den Shetlands, Großbritanniens sturmumtostem, nördlichsten Außenposten
Die etwa 160 km vom schottischen Festland
entfernt zwischen Nordsee und Atlantik
gelegenen Shetlands sind der nördlichste
Außenposten Großbritanniens. Das Archipel besteht aus rund 100 Inseln, von denen
gerade mal 15 ständig bewohnt werden. Auf
der größten von ihnen, der sich fast 90 km in
Nord-Südrichtung erstreckenden Insel Mainland, befindet sich Lerwick, die Hauptstadt
der Inselgruppe. In ihr leben rund 7.000 der
insgesamt ca. 22.000 Shetländer. Und als
Shetländer fühlen sich die Menschen auch in
erster Linie, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit
zu Schottland und zu Großbritannien.
Vielseitige Natur – reiche Geschichte
Obwohl wind- und sturmumtost, ist das Klima auf den Shetlands das ganze Jahr über
relativ gemäßigt. Dafür sorgt der Golfstrom,
dessen Einfluss die Temperaturschwankungen gering hält. Die nahezu baumlosen, von
vielen kleinen Seen durchzogenen Inseln, sind
von sanften Hügeln geprägt. Diese tragen
neuerdings, wenn sie höher als 150 m über
N.N. aufragen, kurioserweise die Bezeichnung
„Marilyn“. Der höchste der insgesamt 19 „Marilyns“ ist mit 452 m der „Ronas Hill“ im Norden
von Mainland. Auf den meist von Ginster und
Heidekraut bewachsenen Hügelkuppen blühen im Frühjahr Narzissen und Primeln. Dazu
kontrastieren das Grün der landwirtschaftlich
genutzten Flächen, vor allem Weideland, und
das Blau des Meeres, das an keiner Stelle des
Inselreiches mehr als 5 km entfernt ist. Steile Kliffs, tief eingeschnittene Fjorde sowie
überwältigende Buchten mit weißen Sandstränden bestimmen auf insgesamt 2.700 km
Uferlänge das Landschaftsbild. Damit bieten
die Shetlands Wanderern, Sportfischern und
– bedingt durch Hunderte verschiedener heimischer Vogelarten sowie durch unzählige
Zugvögel im Frühjahr und Herbst – Ornithologen einen beinahe paradiesisch anmutenden
Flecken Erde. Speziell für Vogelfreunde stellen
die Shetland-Inseln Foula und Fair Isle überaus lohnenswerte Ziele dar.
Aber auch unter historischen Aspekten erweisen sich die seit über 6.000 Jahren von
Menschen besiedelten Shetlands als höchst
beachtenswert. Davon zeugen eine Reihe
beeindruckender archäologischer Stätten.
Ein markantes Beispiel dafür ist die Siedlung
Jarlshof ganz im Süden von Mainland mit ihren Rundhäusern aus der Bronze- und Eisenzeit. Nicht weniger interessant sind die weit
VWU-Mitteilungen 116 vor der Zeitenwende errichteten Brochs, burgenähnliche Rundbauten, die bei feindlichen
Angriffen vermutlich Schutz- und Verteidigungsfunktionen hatten, sowie die auf die
Wikinger zurückgehenden Langhäuser. Das
vielschichtige Erbe schlägt sich darüber hinaus in Musik, Brauchtum und lokalen Festen
nieder. Zu erwähnen sind hier beispielsweise
die ebenfalls aus der Epoche der Wikinger
stammenden „Feuer-Festivals“, deren spektakulärer Höhepunkt das immer gegen Ende
erschöpft sein. Und obwohl neuerdings in
der Nähe der Shetlands ein ergiebiges Erdgasfeld entdeckt wurde, dessen Ausbeutung voranschreitet, setzt man verstärkt auf
Windenergie. Dafür ist der „windigste Platz
Europas“, wie die Shetlands nicht zu unrecht
bezeichnet werden, nachgerade prädestiniert. So ist eine, allerdings von einigen Seiten bekämpfte, Windfarm mit 100 Turbinen
in Planung, deren Strom auf das britische
Festland exportiert werden könnte. Derzeit
Über den Dächern von Lerwick, der Hauptstadt der Shetlands
Januar stattfindende „Up Helly Aa“ („Ende
der heiligen Tage“) darstellt.
sind auf den Inseln nur 10 Turbinen zur Gewinnung von Windenergie in Betrieb.
Fischfang, Landwirtschaft, Öl, Gas und Wind
Die Wirtschaft der Shetlands wird seit Beginn der 1970er-Jahre neben dem Fang und
der Verarbeitung von Fischen sowie der
Landwirtschaft wesentlich von der Erdölförderung in der Nordsee bestimmt. Letzteres
ist einerseits durchaus positiv zu bewerten,
wie etwa das Arbeitsplatzangebot – auf den
Shetlands befindet sich der größte Ölhafen
Europas – oder das hervorragend ausgebaute Netz von Straßen, die häufigen Fährverbindungen zwischen den einzelnen Inseln
und die großzügigen Freizeiteinrichtungen
zeigen. Andererseits existiert jedoch stets
die Gefahr einer Verschmutzung des Meeres mit all den negativen Auswirkungen auf
Fischfang und Lachszucht sowie auf den
eine immer wichtigere Rolle spielenden Tourismus. Das bisher gravierendste Ereignis in
diesem Zusammenhang war die Havarie des
Öltankers „Braer“ an der Südspitze der Insel
Mainland im Jahre 1993. Dabei flossen rund
85.000 Tonnen Rohöl ins Meer.
Das Shetland-Schaf
Die über 1.000 Jahre alte Rasse der Shetland-Schafe gehört, wie etwa die Rassen der
vierhörnigen, pittoresk aussehenden Manx
Loaghton-Schafe auf der Insel Man oder der
sich von Seetang ernährenden North Ronaldsay-Schafe auf der schottischen Orkney-Insel
North Ronaldsay, zu den „Rare Breeds“ (seltene, gefährdete Rassen) Großbritanniens.
Shetland-Schafe sind durch Genügsamkeit,
Zähigkeit, Abhärtung und Wetterunempfindlichkeit charakterisiert. Die vergleichsweise kleinwüchsigen, zartgliedrigen Tiere
können deshalb ganzjährig auf den Weiden
der Inseln gehalten werden. Ihre Nahrung suchen sie – wegen der meist dürftigen Futtergrundlage notgedrungen – eher weiträumig,
das heißt als extensiv agierende „browsers“,
denn kleinflächig als intensive „grazers“. Dies
erklärt nicht zuletzt ihren immensen Wert
für den Erhalt der sich im Verlaufe der Jahrtausende herausgebildeten Vegetation der
Inseln. Um einen besseren Schlachtkörper zu
erreichen, werden Shetland-Schafe teilweise
mit Schafen der Rasse Cheviot gekreuzt. Zur
Ausmast wird ein Teil der Tiere auf die fette-
Die Ölvorkommen im East Shetland Basin
werden voraussichtlich in etwa 20 Jahren
29
aktiv. Als Leistungsschau der Tiere gilt die
alljährlich im August stattfindende „Viking
Shetland Pony Show“.
Oben: Die Siedlung Jarlshof – eine der markanten
archäologischen Stätten auf den Shetlands.
Unten: Wilma Malcolmson, führende Designerin
und Strickerin von Shetland- Schafwollprodukten
vor einem Teil ihrer Muster.
ren Weiden des schottischen Festlandes verbracht.
Ein besonderes Attribut der Shetland-Schafe,
die üblicherweise gegen Ende Juli / Anfang
August geschoren werden, ist ihre außergewöhnlich feine, weiche Wolle. Diese zeichnet
sich durch eine Vielzahl von Farben – man
zählt alleine elf Hauptfarben – aus und stellt
die Basis für die Erzeugung der weltweit bekannten, mit historischen Mustern versehenen Wollsachen dar. Somit besitzt Schafwolle auf den Shetland-Inseln traditionell einen
hohen ökonomischen Stellenwert. Während
das Wollgarn heutzutage, im Gegensatz zum
ehedem üblichem häuslichen Handspinnen
und Färben, fabrikmäßig in einer Anlage im
Örtchen Sandness an der Westküste von
Mainland hergestellt wird, findet die Strickerei nach wie vor hauptsächlich in Heimarbeit
statt. Häufig werden die erzeugten Produkte
wie Pullover, Schals, Mützen oder Handschuhe direkt von den Strickerinnen verkauft. Die
auf den Shetlands derzeit wohl führende
Designerin und Strickerin, Wilma Malcolmson, bietet in ihrem Laden in Cunningsburgh
südlich der Inselhauptstadt Lerwick besonders farbenfrohe und originelle Schafwoll30
Erzeugnisse an. Eine 1983 gegründete „Shetland Knitwear Trades Association“ und die
alljährlich im Oktober abgehaltene „Shetland Wool Week“ unterstützen das Strickgewerbe der Shetland-Frauen.
Das Fleisch der Lämmer der ShetlandSchafe wird wegen seiner Fettarmut, seiner
Zartheit und Saftigkeit sowie seines leicht
„süßlichen“ Geschmacks vom Verbraucher
überaus geschätzt. Dank ihrer natürlichen
Ernährungsweise und der Haltung in einer
gesunden, durch Luftverschmutzung und
sonstige schädliche Einflüsse kaum beeinträchtigten Umwelt, kann ihre Aufzucht per
se als ökologisch eingestuft werden. Die Farmer preisen ihre Lämmer unter dem Slogan
„Taste Shetland“ an; ein „Shetland Food Festival“ im November eines jeden Jahres sowie
zahlreiche „Agricultural Shows“ auf verschiedenen Shetland-Inseln während der Sommermonate tragen ebenfalls zur Steigerung
der Vermarktungschancen für die Lämmer
des heimischen Shetland-Schafes bei.
Shetland-Ponys – vom Arbeitstier zum
Freizeitpferd
Neben Schafen gelten Ponys als unbestreitbares Markenzeichen der Shetlands, wo sie
seit mindestens 2.000 Jahren beheimatet
sind und domestiziert werden. Wegen der
kargen Futtergrundlage auf den Inseln überlebten vor allem nur die kleineren, zäheren
Tiere. Aufgrund dieser natürlichen Selektion
entwickelten sich die heute bekannten, kleinwüchsigen Shetland-Ponys. Ihr isoliertes Leben auf der Inselgruppe hatte eine jahrhundertelange Reinzucht zur Folge. Andererseits
kreuzte man die Tiere in mehrere andere
Rassen ein. So in das englische DartmoorPony und das japanische Hokkaido-Pferd.
Zudem waren sie die züchterische Grundlage für die in Nordamerika und Mitteleuropa
verbreiteten Amerikanischen Shettys. Heute
sind Shetland-Ponys fast überall auf der Welt
anzutreffen. Auf den Shetlands selbst sind
derzeit immer noch rund 100 Ponyzüchter
Shetland-Ponys weisen bei einem Gewicht
von 150 bis 200 kg ein Stockmaß zwischen
lediglich etwas über 80 cm bis maximal 110
cm auf. Ihr Haarkleid ist im Sommer kurz und
glänzend, im Winter dagegen lang, dicht und
nahezu undurchdringlich. Es besteht dann
aus zwei Lagen, wobei die Unterwolle vor
Kälte und Wind schützt, die Oberschicht das
Wasser ableitet. Damit trotzen die Tiere kalten wie nassen Wetterbedingungen und bevorzugen wegen ihres starken Bewegungsdranges die freie Natur. Besonders auf der
Shetland-Insel Yell, wo die recht zutraulichen,
wenig schreckhaften Ponys größtenteils in
kleinen Herden leben, ist dies gut zu beobachten. Eine üppige Mähne, ein kräftiger
Stirnschopf und ein stark behaarter, langer
Schweif, ein kurzer, muskulöser Hals sowie
ein breiter Rücken sind weitere Charakteristika der genügsamen Tiere, die bis zu 40 Jahre
alt werden können. Sie treten in verschiedenen Farben auf, wobei auf den ShetlandInseln hauptsächlich Rappen und Braune anzutreffen sind. Daneben gibt es dort Füchse,
Schimmel und Schecken.
Wegen ihrer geringen Größe, gepaart mit
Kraft, Zähigkeit und Robustheit, setzte man
Shetland-Ponys früher in großer Zahl in den
Kohlegruben Großbritanniens ein. Dies war
verstärkt der Fall, nachdem durch ein zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlassenes Gesetz,
den sogenannten „Mines Act“, die Arbeit von
Frauen und Kindern in Bergwerken verboten
wurde. Viele der Tiere mussten ihr ganzes
Dasein untertage fristen und verloren dabei
nicht selten ihr Augenlicht. Des weiteren
dienten sie von alters her als Trag- und Zugtiere beim Abbau des Torfes sowie für die
Arbeit auf den Feldern der Crofter (Kleinbauern, die ihr Land von adeligen Grundherren
gepachtet haben). Die Fron der Ponys in den
Bergwerken und auf den Äckern gehört nun
der Vergangenheit an. In unseren Tagen werden die ruhigen, klugen, geduldigen, manchmal freilich auch eigensinnigen Zwergpferde, die prinzipiell für alle Sparten der Reiterei
ausgebildet und genutzt werden können,
vorwiegend für Ponyreiten, Ponykutschfahrten und Ponytrecking eingesetzt und gelten
als erklärte Freunde und Lieblinge der Kinder.
Von Dr. Walter Kreul
VWU-Mitteilungen 116
Fach für Fach
Lehrstuhl für Pflanzenernährung
(Prof. Dr. Urs Schmidhalter)
schiedener Vortragsveranstaltungen sowohl an der
of Field Crops Selectia insbesondere über Präzisi-
Herr Kipp beschäftigte sich im Rahmen seines
Tagungen und Vorträge
onslandwirtschaft und Bodenfruchtbarkeit.
Forschungsprojektes mit der Phänotypisierung
4. SOLIBAM Annual Meeting
3th International Plant Phenotyping Symposium in
lungsstadium. Weizensorten unterscheiden sich
Zum Jahrestreffen des SOLIBAM-Projekts (www.
17. - 19.02.2014
Biomasse zu akkumulieren. Mit Hilfe einer vollau-
züchtung relevante Merkmale hin zu untersuchen.
Universität in Balti wie auch am Research Institute
verschiedener Weizensorten im frühen EntwickChennai/Indien,
im frühen Wachstum deutlich in ihrer Fähigkeit
solibam.eu), das im Februar im Bildungszentrum
Poster: PhenoTrac – an approach to widen the bot-
tomatisierten Phänotypisierungsanlage für Topf-
auf dem Domberg veranstaltet wurde, erschienen
tleneck in field phenotyping using spectroscopy
mehr als 40 Gäste aus 12 europäischen Ländern und
and digital imaging. Kipp., S.; Schmidhalter, U.
Keimung und Bestockung phänotypisiert, um Un-
Workshop EU-Projekt Oscar
denen Weizensorten zu identifizieren. Im zweiten
17.02.-19.02.2014 in Freising
Äthiopien. Zentrales Thema der Veranstaltung war
eine verbesserte Nutzung der Biodiversität der Kulturpflanzen, sei es durch neue Ansätze in der Züch-
03.-04.06.14 in Freising, Versuchsstation Dürnast
tung, sei es durch verbesserte, nachhaltige Anbau-
Zum Workshop im Rahmen des EU-Projekts „OS-
methoden. Die Technische Universität trägt hier u.
CAR“ (www.oscar-covercrops.eu), der im Juni statt-
a. durch die Untersuchung der Auswirkungen diver-
fand, erschienen Wissenschaftler und Züchter aus
sifizierter Anbausysteme sowie durch die Anwen-
Deutschland, Dänemark und Marokko. Thema die-
dung neuer Methoden der Phänotypisierung bei.
ses Treffens war die Erweiterung des Spektrums an
versuche wurde das Pflanzenwachstum zwischen
terschiede im Wachstumsverhalten der verschieProjektabschnitt wurden am HRPPC in Canberra in
anbauwürdigen Leguminosen, die als ZwischenFachtagung der landwirtschaftlichen Umweltbera-
früchte bzw. Untersaaten verwendet werden kön-
Steiermark: „Effiziente Düngestrategien und Dün-
verschiedenen Arten konnten in Feldbeständen
tung Steiermark und der Landwirtschaftskammer
nen. Mehr als 800 Akzessionen von annähernd 100
getechniken im Ackerbau“
oder im Gewächshaus besichtigt werden, von de-
19.02.2014 in Deutsch Goritz, Steiermark
nen viele auch unter deutschen Bedingungen viel-
Vortrag von Prof. Dr. Urs Schmidhalter: „Effiziente
versprechend erscheinen.
Düngestrategien im Ackerbau.
Forschungsprojekt an der Australian Plant Phenomics Facility
links: Hochdurchsatz-Phänotypisierung in voll-
jektarbeiten. Vortrag von M. Sc. Gero Barmeier, Prof.
(Doktorand am Lehrstuhl für Pflanzenernährung)
Dr. U. Schmidhalter. Hochdurchsatz-Phänotypisie-
die Möglichkeit, ein dreimonatiges Forschungs-
rechts: The Plant Accelerator in Adelaide,
rung von Gerste.
projekt an der Australian Plant Phenomics Facility
Phänobrid Project Meeting
24.02.2014 in Freising. Übersicht über laufende Pro-
Im Frühjahr diesen Jahres bot sich Sebastian Kipp
automatisierten Gewächshausanlagen
­Australien
(APPF) in Australien durchzuführen. Das Vorhaben
einer ebenfalls automatisierten Anlage (PlantScan)
GFP-Tagung Thema: Futterpflanzen
wurde durch ein Stipendium der Bayer Science and
3D Modelle von Einzelpflanzen erstellt, um daraus
29.4.2014 in Weihenstephan und Triesdorf
Education Foundation gefördert, für das sich Herr
pflanzenphysiologische Informationen zu extrahie-
Vortrag von Prof. Schmidhalter über die Thematik:
Kipp erfolgreich beworben hatte.
ren, wie z.B. das dynamische Wachstumsverhalten,
die Blatt-Architektur oder Nährstoffverteilung.
Phänotypisierung von Gräsern – Ziele, Status und
Entwicklungsbedarf.
Das APPF ist durch seine wegweisende Forschung
Pflanzen-Phänotypisierung
Die Erfahrungen und Ideen, die Herr Kipp von sei-
Moldawien
weltweit hoch angesehen und bietet jungen
nem Forschungsaufenthalt mitbringt, werden in
Im Zeitraum vom 7.-11. Mai hielt sich Prof. Dr. U.
Wissenschaftlern herausragende Entwicklungs-
großem Maße dem Lehrstuhl für Pflanzenernäh-
auf
dem
Gebiet
Schmidhalter zusammen mit den Kollegen Prof. Dr.
möglichkeiten. Die Einrichtung besteht aus zwei
rung zu Gute kommen, der seit vielen Jahren erfolg-
J.-C. Munch, PD Dr. E. Priesack und Herr Dr. T. Selige
Forschungseinheiten, dem High Resolution Plant
reich im zukunftsorientieren Forschungsgebiet der
im Rahmen des vom Internationalen Büro geför-
Phenomics Center (HRPPC) in Canberra und dem
Nutzpflanzen-Phänotypisierung aktiv ist.
derten Vorhabens „Chernwater“ in Moldawien auf.
Plant Accelerator in Adelaide. Die Forschungs-
Dieser Aufenthalt diente dazu, die moldawische
schwerpunkte erstrecken sich von der Entwicklung
Landwirtschaft kennen zu lernen und die Basis für
innovativer Phänotypisierungsmethoden im Ge-
eine wissenschaftliche und technische Zusammen-
wächshaus und in Feldversuchen (HRPPC) bis hin
arbeit zu schaffen. Im Rahmen von vier Betriebsbe-
zur kommerziellen und forschungsbasierten Phä-
sichtigungen erhielten die Besucher nicht nur einen
notypisierung von Nutzpflanzen (The Plant Accele-
Forschungsaufenthalt am Lehrstuhl für Pflanze-
sehr guten Überblick in die moldawische Landwirt-
rator). Dabei kommen nicht-invasive Phänotypisie-
nernährung von 15.01.-15.07.2014 und bearbeitet
schaft, sondern es konnten auch erste Ansätze
rungsmethoden wie z.B. Hyperspectral-, Thermal-,
verschiedene Vorhaben im Rahmen der Präzisions-
entwickelt werden, die zu Weiterentwicklungen
Fluorescence und RGB Imaging im Hochdurchsatz
landwirtschaft und des Precision Phenotyping.
und Verbesserungen beitragen können. Zugleich
zum Einsatz, um Genotypen herkömmlicher Nutz-
informierten die deutschen Partner im Rahmen ver-
pflanzen im großen Maßstab auf für die Pflanzen-
VWU-Mitteilungen 116 Gast am Lehrstuhl für Pflanzenernährung
Dr. Salah Elsayed Mohamed Elsayed, Manufi University of Sadat City,
31
Lehrstuhl für Grünlandlehre
(Prof. Dr. Hans Schnyder)
Dissertationen
Alexander Braun: Carbon and nitrogen isotope turnover in animals and animal products.
Die Analyse von stabilen Isotopen in tierischen Geweben erlaubt Rückschlüsse auf die Nahrungsaufnahme von Tieren, wenn der gewebespezifische
Umsatz der stabilen Isotopen bekannt ist. Ziele
dieser DFG-geförderten Studie waren, (i) mittels
unterschiedlicher Zeitspannen speichern, und (iii)
Die Trinkwasseraufnahme von Weideochsen vari-
kompartimenteller Modellierung den isotopischen
dass die Halbwertszeiten sich zwischen (künstli-
ierte abhängig von den Umweltbedingungen stark,
Umsatz in Milch an Hand eines Isotopieumstel-
chen) Isotopieumstellungsversuchen und (natürli-
von 0 bis 30 l/d. Regen und hohe Bodenfeuchte er-
lungsversuches zu quantifizieren, um anschlie-
chen) mehrfachen Fluktuationen nicht unterschei-
höhten die Feuchtigkeit des Grases durch Interzep-
ßend mittels Vorwärtsmodellierung zu validieren,
den. Erstmals konnte auch gezeigt werden, dass
tion, Taubildung und Guttation und erhöhten somit
ob so gewonnene Modellparameter auch bei na-
sich der isotopische Turnover von kleinen, versuchs-
auch den Wassergehalt der Nahrung. Dies vermin-
türlicher isotopischer Fluktuation gelten; (ii) den
technisch einfacher zu handhabenden Modellorga-
derte die Aufnahme von Trinkwasser.
isotopischen Umsatz bei natürlicher isotopischer
nismen wie Ratten auf weit größere Organismen
Fluktuationen mittels Rückwärtsmodellierung zu
wie Kühen übertragen lässt, wenn entsprechend
bestimmen; (iii) den Effekt des Proteingehaltes der
des metabolischen Körpergewichts skaliert wird.
Nahrung auf den isotopischen Umsatz zu testen,
und (iv) den Umsatz von N-Isotopen einzelner Ami-
Die Ergebnisse der Dissertation wurden in mehreren
nosäuren zu messen. Dafür wurden Milch, Laktose,
Artikeln in begutachteten Zeitschriften veröffentlicht.
Kasein, Milchfett, Kot und Haare der Kuh (Bos taurus) sowie Urin, Kot, Blutplasma, Leber, Niere, Lunge,
Milz, Gehirn, Herz, Muskel und zwölf Aminosäuren
Luanzi Sun Water intake and water isotope relations in animal feed (vgl. Bild)
Silagewasser war überraschenderweise nicht durch
den Trocknungsprozess an
18O
angereichert, son-
dern gegenüber dem Blattwasser in frischem Gras
abgereichert. Nachdem Silage im Futtertrog verteilt
wurde, änderte sich 18O im Silagewasser weiter und
je nach Atmosphärenbedingungen in unterschiedlicher Richtung, was gut durch das Craig-GordonModell beschrieben werden konnte.
des Muskels der Ratte (Rattus norvegicus) in drei
Die isotopische Zusammensetzung des Sauerstoffs
Isotopieumstellungsversuchen untersucht.
(18O) variiert im Körperwasser domestizierter Pflan-
Durch die futterbedingten Umstellungen war
18O
zenfresser saisonal und entlang eines geographi-
im aufgenommenen Wasser von silagegefütterten
Die erste Reaktion im tierischen Gewebe nach einer
schen Niederschlagsgradienten. Werden Tiere bzw.
Ochsen im Stall um 6 ‰ isotopisch abgereichtert
Änderung der isotopischen Zusammensetzung der
Tierprodukte zu verschiedenen Zeitpunkten un-
im Vergleich zum aufgenommenen Wasser von We-
Nahrung trat bei allen Geweben mit einer Verzö-
tersucht, kann der saisonale den geographischen
ideochsen. Dies entspricht etwa der Variation, wie
gerung von ca. 12 h auf. Der folgende isotopische
Trend überlagern und damit Rückschlüsse auf die
sie auf Grund des breitengradabhängigen Gradien-
Turnover wurde am besten von Ein-Pool-Modellen
geographische Herkunft verhindern. Daher ist es
ten im Niederschlag zwischen Sizilien und Schott-
repräsentiert. Diese Modelle konnten die isotopi-
notwendig, die Einflussgrößen und ihre Effekte auf
land zu erwarten ist.
sche Fluktuationen bei natürlicher Ernährung er-
den saisonalen Trend von 18O zu verstehen. Allge-
klären. Diese natürlichen Fluktuationen konnten
mein bekannte Einflussgrößen sind die Trinkwas-
Die Ergebnisse der Dissertation wurden in mehreren
aber auch für eine Rückwärtsmodellierung genutzt
seraufnahme und 18O im Wasser der Nahrung. Bei-
Artikeln in begutachteten Zeitschriften veröffentlicht.
werden, um die Poolkinetik ohne aufwändigen
des ändert sich durch die Nahrungsumstellung von
Isotopieumstellungsversuch zu quantifizieren. Ein
Winter- auf Sommerfutter. Diese Änderungen und
hoher Proteingehalt der Nahrung beschleunigte
ihr zu erwartender Einfluss auf
den isotopischen Umsatz. Der Proteinumsatz im
ser domestizierter Pflanzenfresser waren bisher je-
tierischen Gewebe bestimmte auch die Kinetik des
doch noch nicht quantifiziert.
18O
im Körperwas-
Ausländische Gäste am
Lehrstuhl für Grünlandlehre
Dr. Sachiko Idota und Herr Yusuke Kajiya (Doktorand) von der University of Miyazaki (Japan) waren
Stickstoffs verschiedener Aminosäuren. Jedoch tra-
vom 08.12.13 bis 05.02.14 am Lehrstuhl für Grün-
gen verschiedene Aminosäuren, je nach dem ob sie
Die vorliegende Studie untersuchte die Variation
landlehre und arbeiten im Rahmen eines gemeinsa-
im Tier synthetisiert und/oder transaminiert wer-
von 18O in allen Sauerstoffquellen, welche durch die
men Forschungsprojektes in Tibet an Isotopenana-
den können, unterschiedliche Informationen über
Nahrungsumstellung von Silage zu frischem Gras
lysen vom Horn und Haaren des Yak. Dabei ging es
die Nahrung.
induziert wird, wobei als Modellorganismen Mast-
um die Frage, ob sich transhumante und sesshafte
ochsen dienten. Hauptaugenmerk dieser Studie
Haltungsweisen retrospektiv erkennen lassen.
Die Ergebnisse legen nahe, dass (i) Verzögerungen
war, (i) die Trinkwasseraufnahme von Ochsen auf
zwischen Nahrungsumstellung und Reaktion der
der Weide vorherzusagen, (ii) Einblick in die Mecha-
Gewebe berücksichtigt werden sollten, (ii) dass die
nismen der Variation von
Halbwertszeiten verschiedener Gewebe desselben
bekommen und (iii) 18O aller Sauerstoffquellen von
Tieres eine Spanne von Faktor 100 aufweisen und
Ochsen vorherzusagen, unabhängig ob diese mit
damit als isotopische Uhr die Nahrungsinformation
frischem Gras oder mit Silage gefüttert werden.
32
18O
im Silagewasser zu
Diego Michelini aus Uruguay hielt sich vom 22.04.
bis 23.05.14 für einen Wissenschaftleraustausch mit
Dr. Lattanzi am Lehrstuhl für Grünlandlehre auf.
VWU-Mitteilungen 116
Lehrstuhl für Tierernährung
(Prof. Dr. Wilhelm Windisch)
Personelles
Martin Hanauer
Absolvent des Masterstudiums der Agrarwissenschaften im Schwerpunkt Agrobiowissenschaften
Tier an der TUM in Freising-Weihenstephan, ist seit
Beginn des Jahres Doktorand in der Arbeitsgruppe
von Dr. Carmen Fahn am Lehrstuhl für Tierernährung. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit
der Wirkung von Spurenelementen im Nutztier.
Speziell interessiert ihn die Wirkung einer abgestuften alimentären Kupferversorgung auf das ruminale Mikrobiom und die daraus resultierenden Interaktionen zwischen Wirt und Metagenom.
Peter Loibl
Absolvent des Masterstudiums der Agrarwissenschaften im Schwerpunkt Agrobiowissenschaften
Tier an der TUM in Freising-Weihenstephan, erhielt
im März 2014 ein Promotionsstipendium der H. Wil© agsandrew iStock
helm Schaumann Stiftung und ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bayerischen Landesanstalt für
Landwirtschaft (LfL) und als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Frau Dr. Carmen Fahn am Lehrstuhl für
Tierernährung tätig. In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der Frage, inwieweit Tierwohl im Kon-
beit beschäftigt sie sich in ihrer Dissertation mit
Daniel Brugger, Katharina Weiss, Wilhelm Windisch:
text zur Tierernährung unter praktischen Haltungs-
der Charakterisierung des ruminalen Mikrobioms
Effect of latent zinc deficiency on fecal digestibility
bedingungen messbar ist. Sein Fokus liegt dabei auf
durch DNA-Klassifizierung mittels qPCR und Next
of dry matter and crude protein as well as activity
den Bereichen Ferkelerzeugung und Schweinemast.
Generation Sequencing. Den Schwerpunkt ihrer
of trypsin and alpha-amylase in pancreatic homo-
Arbeit sieht sie in der Ableitung tierindividueller
genates of weaned piglets.
Robert Zeindl
Unterschiede, die einem erfolgreichen Einsatz von
Carmen Fahn, Wilhelm Windisch, Elisabeth Zißler:
Absolvent des Masterstudiums der Agrarwissen-
Futterzusatzstoffen in der praktischen Wiederkäu-
Characterization of the rumen microbiome with
schaften im Schwerpunkt Agrobiowissenschaften
erfütterung oft im Wege stehen.
DNA-classification by qPCR including (bio)chemical
Tier an der TUM in Freising-Weihenstephan, arbeitet seit Beginn des Jahres ebenfalls mit einem
Ehrungen und Auszeichnungen
parameters of rumen fermentation.
Peter Loibl, Daniel Brugger, Wilhelm Windisch, Car-
Promotionsstipendium der H. Wilhelm Schaumann
Peter Loibl erhielt im Mai 2014 den Förderpreis der ös-
men Fahn: In vitro investigations on the trypsin-
Stiftung als Doktorand in der Arbeitsgruppe von Dr.
terreichischen Arbeitsgemeinschaft für Lebensmittel-,
inhibiting potential of maize kernels.
Christiane Becker am Lehrstuhl für Tierernährung.
Veterinär- und Agrarwesen (ALVA) für seine herausra-
Carlo Pinna, Christiane Becker, Carmen Fahn, Wil-
In seiner Dissertation beschäftigt er sich mit der
gende Masterarbeit zum Thema „Untersuchungen
helm Windisch, Giacomo Biagi: Effect of feeding
Aufklärung von Transferrouten pflanzlicher mikro-
zur Aktivität eines Trypsininhibitors in Maiskörnern“
diets added with fructooligosaccharides and diffe-
RNA Moleküle aus dem Futter in den Schweineor-
ring in their protein content and digestibility on dog
ganismus mittels RT-qPCR und Next Generation
Martin Hanauer wurde im März mit dem H. Wil-
Sequencing. Besonderes Augenmerk legt er auf die
helm Schaumann Preis für eine herausragende
Halbwertszeit dieser Moleküle im Nutztierorganis-
Masterarbeit im Bereich Tierernährung ausgezeich-
mus und mögliche Orte ihrer Akkumulation sowie
net. Seine Arbeit beschäftigte sich mit dem Einfluss
die wichtigsten Ausscheidungswege.
einer feinabgestuften alimentären Zinkversorgung
Elisabeth Zißler
auf die Expression von Zinktransportern in Jejunum
und Colon von Absetzferkeln
Absolventin des Masterstudiums der Agrarwissenschaften an der TUM in Freising-Weihenstephan,
ist als Promotionsstipendiatin der Hanns-SeidelStiftung Doktorandin in der Arbeitsgruppe von
Dr. Carmen Fahn. Aufbauend auf ihrer MasterarVWU-Mitteilungen 116 intestinal microbiota.
Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft für Lebens-
mittel-, Veterinär- und Agrarwesen (ALVA) „Angewandte Forschung – gibt es neue Wege?“ vom 19.20. Mai 2014 in Wieselburg-Land, Österreich
Christiane Becker, Marzell Buffler, Wilhelm Windisch: Neubewertung der Eisensupplementierung
Tagungen und Vorträge
beim Saugferkel.
Jahrestagung der Gesellschaft für Ernährungsphy-
bauer, Wilhelm Windisch: Auswirkungen eines kurz-
siologie (GfE) vom 18.-20.03.2014 in Göttingen
Daniel Brugger, Katharina Weiß, Stefanie Donaufristigen Zinkmangels beim Absetzferkel.
33
Lehrstuhl für Physiologie
(Prof. Dr. Michael W. Pfaffl)
rence 2014 „Fibroblast Growth factors in Development & Disease“ (02.-07.03.2014, Ventura, Kalifornien, USA
Tagungen und Vorträge
Ausländische Gäste am Lehrstuhl für Physiologie
Prof. Dr. Michael W. Pfaffl
MIQE challenges and solutions in expression profiling
-AGBIO – 1st European Animal and Plant Symposium,
25. - 26. February 2014, Amsterdam, Netherlands
Dr. David Kradolfer
ETH Zürich, Universitätsstr.2, 8092 Zürich, Schweiz
(25.11.13 – 06.12.13)
mRNA and microRNA Expression Profiling using
© defun iStock
RNA Seq. - Project meeting: Prof. Steve Harakeh &
Prof. Afif Abdel Nour „Microbiota Biomarkers in
Sithyphone Khounsaknalath
Kyushu National University Corp. Faculty of Agricul-
Obese patients in Saudi Arabia“; Kooperation TUM
ture, Graduate School Kuju Agricultural Research
mit King AbdulAziz University, Jeddah, Saudi Arabia.
Center, 4045-4-Kuju-cho, Takeda-city, Oita 878-0201,
20. – 21. March 2014, Hotel Majestic Tower, Dubai,
Japan
Vereinigte Arabische Emirate
Dr. Georgi Beev
Marzell Buffler, Christiane Becker: Absorption von
New surveillance concepts in food safety – 14. – 18.
59Fe im Duodenum bei akuter Eisendefizienz.
April 2014, Natal, Brazil
Carmen Fahn, Josef Prücklmaier, Elisabeth Zißler,
MIQE challenges and solutions – The use of omic
Physics“, Agricultural Faculty, Trakia University, Stara
Wilhelm Windisch: Erfassung unterschiedlicher
technologies for transcriptional biomarker disco-
Zagora 6000, Bulgaria
Populationen von Pansenmikroorganismen mittels
very. - 14th May 2014, INRA, Génétique Animale et
qPCR bei Wechsel von energie- und rohfaserreicher
Biologie Intégrative, Paris, France.
Fütterung.
Exosome
Peter Loibl, Daniel Brugger, Wilhelm Windisch, Car-
on
men Fahn: Erste Ergebnisse zur Untersuchung von
Microgenomics 2014 - 15th – 16th May 2014, Corde-
Rr.St. „Nena Tereze“, pn „Mutter Theresa“, nn 10000
Trypsininhibitoren in Maiskörnern.
liers Campus of the Pierre and Marie University, Pa-
Prishtine 10000 Pristina
Robert Zeindl, Stefan Thurner, Wilhelm Windisch:
ris, France
Republika e Kosoves Republik Kosovo
Prof. Dr. Dieter Schams
Rreze Gecaj
„Angiogenesis in the ovary – most important regu-
Universität Prishtina
Elisabeth Zißler, Carmen Fahn, Wilhelm Windisch,
latory event for follicle and corpus luteum develop-
Agriculture and Veterinary Faculty/Biotechnology
Cornelia Fischer, Verena Aichner, Thomas Ettle:
ment and function in cow“
Rr.St. „Nena Tereze“, pn „Mutter Theresa“, nn 10000
Proteinbewertung von Sojaprodukten aus bayeri-
ISSR – International Reproduction Meeting in Delhi,
Prishtine 10000 Pristina
schem Anbau und heimischer Verarbeitung.
Indien (06.02. – 08.02.2014)
Republika e Kosoves Republik Kosovo
isolation
profiling
using
Department of „Biochemistry Microbiology and
and
Flutura Ajazi
holistic
RNA-Seq
and
expressi-
Universität Prishtina
RT-qPCR.
Agriculture and Veterinary Faculty/Biotechnology
Vergleich von Sojaprodukten aus bayerischer Aufbereitung mit konventionellen Sojaextraktionsschroten (SES) anhand von in vitro-Parametern
Sonstiges
„FGF´s and angiogenesis – important regulatory
event in reproduction“ - Gordon Research Confe-
Die Tätigkeiten am Lehrstuhl für Tierernährung
waren im vergangenen Semester in besonderem
Maße von der Einrichtung der im Herbst neu bezogenen Laborräume im Hans Eisenmann-Zentrum
(HEZ) und der Etablierung moderner Analysenmethoden in den neuen Räumlichkeiten geprägt.
Auf der anderen Seite gehen dem Lehrstuhl mit
dem unmittelbar bevorstehenden Abriss der Versuchsanlage Tierernährung (VAT) im kommenden
Winter elementare Versuchseinrichtungen und
Tierhaltungsmöglichkeiten verloren, die derzeit
nicht ersetzt werden können. Daher wird intensiv
an Kompensationsmöglichkeiten gearbeitet, um
den Forschungs- und Studienbetrieb im Bereich der
Tierernährung weiterhin aufrechterhalten zu kön© RGtimeline iStock
nen. Über die künftige Entwicklung werden wir zu
einem späteren Zeitpunkt (hoffentlich mehr Positives) berichten.
34
VWU-Mitteilungen 116
Prof. Dr. George Vellidis (University of Georgia) als
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre –
Umweltökonomie und Agrarpolitik
(Prof. Dr. Klaus Salhofer)
Gastprofessor am WZW
Tagungen und Vorträge
bayerischen Staatsministeriums für Bildung und
Paul Feichtinger
Im Rahmen des Gastprofessorenprogramms des
Kultus, Wissenschaft und Kunst verbrachte Prof.
14.11.2013 Weihenstephaner Sozioökonomisches Kol-
George Vellidis von der University of Georgia vom 23.
loquium, TUM Weihenstephan. Vortrag: „The Influ-
Mai bis 1. Juni 2014 einen Lehr- und Forschungsauf-
ence of the EU Common Agricultural Policy on Agri-
enthalt am Wissenschaftszentrum Weihenstephan.
cultural Land Prices - A Spatial Approach to Bavaria“.
© digicomphoto iStock
Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik
(Prof. Dr. Heinz Bernhardt)
Der Kontakt zwischen den beiden gastgebenden
Lehrstühlen (Agrarsystemtechnik, Prof. Dr. Heinz
Bernhardt / Ökonomik des Gartenbaus und Land-
Magnus Kellermann
28.11.2013 Weihenstephaner Sozioökonomisches
schaftsbaus, Prof. Dr. Vera Bitsch), und Prof. Vellidis
Kolloquium, TUM Weihenstephan. Vortrag: „Out-
besteht bereits seit vielen Jahren über das TransAt-
put Price Deflators and the Sources of Productivity
lantic Precision Agriculture Consortium (www.velli-
Growth“.
dis.org/tapac/). Federführend bei der Organisation
des Aufenthaltes und bei der Betreuung des Gastes
wirkte PD Dr. Markus Gandorfer (Lehrstuhl für Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus).
Klaus Salhofer
19.09.2014 3rd Beeronomics Conference, York, England. Vortrag: „Labour Productivity Development
and Labour Reallocation in the German Brewing
Prof. Vellidis ist Experte auf dem Gebiet des Preci-
Sector.“ (joint work with Giannis Karagiannis, Ma-
sion Farming und unterrichtete während seines
gnus Kellermann and Stefan Kilian)
Aufenthaltes ausgewählte Inhalte seines Kurses
Lehrstuhl für Produktions- und
­Ressourcenökonomie landwirtschaft­
licher Betriebe
(Prof. Dr. Johannes Sauer)
Neueinstellungen
Diana Berger, Sekreteriat (seit 13.01.2014)
Fabian Frick, Doktorand (seit 14.04.2014)
Dr. Corina Jantke, wissenschaftliche Mitarbeiterin
Stanley Robert Thompson
(seit 01.04.2014)
17.04.2014 Weihenstephaner Sozioökonomisches
Richard Smart, wissenschaftlicher Mitarbeiter (seit
(u.a. Angewandte Physik, Sensorik für differenzierte
Kolloquium, TUM Weihenstephan. Vortrag: „2014 US
27.01.2014)
Landnutzung, Produktionsökonomie und Manage-
Farm Bill: An Overview“.
Phillip Wree, Doktorand (seit 01.03.2014)
Principles of Precision Agriculture. Er war in diverse
Module aus Bachelor- und Masterstudiengängen
ment von Pflanzenbaubetrieben sowie Präzisionspflanzenbau) der Studienfakultät für Agrar- und
Gartenbauwissenschaften eingebunden. Die Aus-
Ayenew
Andreas Widenhorn
21.11.2013 Weihenstephaner
Sozioökonomisches
führungen von Prof. Vellidis wurden von den Studie-
Kolloquium, TUM Weihenstephan. Vortrag: „Diffe-
renden sehr positiv aufgenommen.
rentiation in Demand with Different Food Retail
Formats.“
Darüber hinaus fungierte Prof. Vellidis am 23. Mai
2014 ihm Rahmen eines Workshops als Coach für
sechs Doktoranden, die sich in ihrer Promotion mit
Precision Agriculture beschäftigen, und lieferte da-
Yesigat
Habtamu,
Doktorand
(seit
01.04.2014)
Ausländische Gäste am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre – Umweltökonomie und Agrarpolitik
Prof. Stanley Thompson, Ohio State University, Co-
bei wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung
lumbus, USA, las in diesem Sommersemester die
der jeweiligen Forschungsarbeiten.
Vorlesung „Applied Statistics and Econometrics“.
Gastwissenschaftler
Erin Chang, Taiwan, Juli 2012 – Dezember 2015
Lemlem Teklegiorgis Habtemariam, Äthiopien, Mai
2012 – Mai 2015 (KAAD-Stipendiatin)
Professor Robert Finger (Bonn), Juni 2014
Exkursionen
Pfingstexkursion
Niederlande
(09.06.2014
–
13.06.2014)
Leitung: Prof. Dr. Alois Heißenhuber, Dr. F.-X. Maidl,
Der Lehr- und Forschungsaufenthalt von Prof. Velli-
Associate Prof. Luis Mundaca, International Insti-
dis diente schließlich auch zur Intensivierung und
tute for Industrial Environmental Economics, Lund
Fortführung der Kooperation zwischen beiden Uni-
University, Sweden.
versitäten. Diese soll auch zukünftig durch den Austausch von Studierenden und Doktoranden nachhaltig gefestigt werden.
Philipp Wree
Auslandsaufenthalte
Prof. Dr. J. Sauer
Jerusalem (Israel), 04.02.2014 – 07.02.2014, TUMDelegation zu Besuch bei der Hebrew University
Israel zur Verstärkung der Kooperation auf Hoch-
Michael Mederle,
Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik
schulebene (mit Vortrag über Forschungsbereiche
des Lehrstuhls)
Natal (Brasilien), 05.05.2014 – 10.05.2014, Internationaler Workshop zu Interdisziplinärer Forschung im
Bereich Biodiversitätserhalt „Positive Conservation:
A Shift in the Conservation Science Agenda“ (mit
Vortrag zu Agrarumweltprogrammen)
VWU-Mitteilungen 116 35
spielt. Historische Persistenz würde bedeuten,
dass heutiges ökonomisches Verhalten durch geschichtliche Vorkommnisse teilweise erklärt werden kann. Ein Beispiel ist der Sklavenhandel, der
nachgewiesener Weise in Ghana das Vertrauen der
Menschen reduziert hat und zwar unterschiedlich
stark, je nachdem wie nah die Vorfahren an der
Küste gelebt haben. Vertragslandwirtschaft und
Export bieten den Landwirten Ghanas tendenziell
höhere Profite, aber die Geschäftsbeziehungen erfordern viel Vertrauen. Dies ist nur eine von mehreren historischen Variablen, die auf ihren AgrarEinkommenseffekt hin untersucht werden sollen.
Eine dritte Studie (Wüpper, Sauer) wird die MethoAuszeichnungen
Brüssel (Belgien), 01.04.2014, Forum for Agriculture
den „Discrete Choice Analysis“ und „Agent Based
Prof. Dr. Dr. h.c. A. Heißenhuber
(FFA). Podiumsdiskussion zum Thema „Sustainable
Modelling“ vergleichen. Es ist zu untersuchen, in
Verleihung der Max Schönleutner - Medaille am
Intensification in Europe: Practical Approaches“
wie weit die beiden Ansätze Substitute oder Kom-
13.05.2014
München 06.05.2014, ICM, International Symposi-
plemente sind, wenn zu erklären ist, wie sich land-
um on occasion of IFAT. Vortrag: „Nutrient Recycling
wirtschaftliche Intensivierung unter den Ananas-
to Protect Water and Climate – a Contribution to
Landwirten im südlichen Ghana verbreitet.
Tagungen und Vorträge
Balance the Material Cycle in Rural Areas“
Eine vierte Studie (Wüpper) soll sich der Effizienz
Prof. Dr. J. Sauer
Brüssel (Belgien), 27.01.2014 - 28.01.2014, Vorberei-
Dr. M. Zehetmeier
tung eines internationalen Projektantrags
Berlin, 02.04.2014, International Farming Systems
Helsinki (Finnland), 26.02.2014 - 28.02.2014, Tagung
Association (IFSA), Workshop-Organisation „Sustai-
und Vortrag zu Agrarumweltprogrammen
nability of Dairy Farms - Concepts, Measurements
Prag
(Tschechische
Republik),
04.03.2014
–
07.03.2014, EU-Projekt Genesis, Wissenschaftliche Konferenz, zwei Vorträge zur Bewertung von
Grundwasserressourcen
Rom (Italien), 26.03.2014 – 28.03.2014, Abschluss eines Projektantrags
Brüssel (Belgien), 28.04.14 - 29.04.14, Vorbereitung
eines internationalen Projektantrags
Oslo (Norwegen), 27.05.2014 – 29.05.2014, Vorbereitung eines internationalen Projektantrags, Vortrag
zur Modellierung von Agrarumweltverhalten von
Landwirten
and Empirical Results“
und Profitabilität der Ananas-Landwirte Ghanas
widmen.
Urbane Landwirtschaft und Kulturkapital
In diesem Projekt (Wüpper, Ibañez, Sauer, Gutierrez Uribe) geht es um ein randomisiertes Feld-
Berufung in wissenschaftliche Gremien
Experiment zur Messung des kausalen Effekts von
•Dr.-Heinrich-Baur-Hochschulschenkung, Beirats-
das Vertrauen und die Fähigkeit zur Kooperation
Prof. Dr. J. Sauer
mitglied
•Studienstiftung des Deutschen Volkes, Berlin, Mitglied der Auswahlkommission
•Studienstiftung des Deutschen Volkes, Berlin, Berufung zum Vertrauensdozenten an der TUM
gemeinschaftlicher, urbaner Landwirtschaft auf
der Beteiligten sowie ihrer gefühlten Kontrolle, ihr
Leben zu verbessern. Das Studiengebiet liegt in
Medellin, Kolumbien. Hierzu wurden im April/Mai
2014 bereits Kontakte zu Partnern aufgenommen,
sowie Vorab-Informationen eingeholt (z.B. welche
Projekte zu urbaner Landwirtschaft gab es in der
Forschungsprojekte am Lehrstuhl
Vergangenheit, was ist für die Zukunft geplant,
Verbreitung nachhaltiger Innovationen in Ghana
welche Erfahrungen wurden bisher gemacht, wel-
Internationaler Produktivitäts-Workshop, Experten-
Eine erste Studie (Wüpper, Sauer, Kleemann) un-
che Organisationen sind momentan in diesem
beitrag, Vortrag zur Produktivitätsmessung
tersucht die Effektivität von Trainings auf die
Feld aktiv).
Paris (Frankreich), 01.06.2014 - 03.06.2014, OECD
Verbreitung verschiedener Technologien zur nach-
Welche Orte profitieren vom UNESCO Weltkultur-
Prof. Dr. A. Heißenhuber
haltigen Intensivierung. Es ist davon auszugehen,
Brüssel (Belgien), 28.01.2014, Europäisches Parla-
dass die Wirksamkeit von Trainings von folgenden
ment, RISE Workshop on the Sustainable Intensifi-
Faktoren abhängen: (1) Neuheit der Technologie,
In dieser Studie (Wüpper, Patry) soll ein sehr großer
cation of Agriculture in Europe. Vortrag: „Nutrient
(2) Kompliziertheit der Technologie, (3) Kapital-
Datensatz (319.000 Befragte an 791 Orten) genutzt
recycling and closing nutrient loop“ und „Biodiver-
ausstattung und -zugang der Haushalte sowie (4)
werden, um herauszufinden, wie sehr die Weltkultur-
sity and sustainable intensification“
Haushaltsspezifischer Profit der Innovation. Eine
erbe-Stätten ihren Status zeigen. In einem zweiten
Tutzing, 30.01.2014, Akademie für Politische Bil-
generell positive Wirkung sollte die Vertrags-Land-
Schritt wird mit einem räumlich-ökonometrischen
dung. Vortrag: „Lösungsansätze für eine zukunftsfä-
wirtschaft haben.
Modell analysiert, woher die gemessene Heteroge-
erbe-Status?
nität stammt. Diese ist so zu interpretieren, dass das
hige Landwirtschaft“
Freising-Weihenstephan, 14.02.2014, Festakt aus
Eine zweite Studie (Wüpper, Sauer) untersucht,
Ausmaß, wie stark ein Ort seinen Weltkulturerbe-
Anlass der Verleihung der Honorarprofessur an
wer an Vertragslandwirtschaft teilnimmt und wer
Status vermarktet, davon abhängt, wie stark der Ort
Klaus Josef Lutz, Vorstandsvorsitzender der Baywa
von ihr am meisten profitiert. Insbesondere wird
von diesem Status profitiert. Besonderes Interesse
AG. Laudatio auf Honorarprofessor Klaus Josef Lutz
untersucht, ob historische Persistenz eine Rolle
gilt diesbezüglich dem Zusammenhang von Welt-
36
VWU-Mitteilungen 116
kulturerbe-Nutzen und bio-physischem Zustand der
plore its impacts on resource allocation decisions,
Stätten. Zusätzlich ist es aus Marketing-Sicht wichtig
innovation and adoption of technologies, and far-
zu lernen, wie man die globale Präsenz der Weltkul-
mers’ adaptation mechanisms. We are going to use
turerbe-Marke erhöhen kann.
European FADN (Farm Accountancy Data Network)
panel data and primary data (will be collected for
Menschenwürdige Beschäftigung im ländlichen
the purpose), and will be analyzed with robust eco-
Raum (Decent Rural Employment – DER)
nometric estimation procedures.
der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
Verknüpfung von erhobenen Betriebsdaten, Treib-
Der Lehrstuhl (Abate Kassa) kooperiert derzeit mit
(FAO) der UN im Rahmen eines Forschungsprojektes, das sich auf ländliche Armutsbekämpfung
durch mehr und bessere Beschäftigungs- und Ein-
hausgas (THG)-Modellen und GEOdaten als Grund-
lage für die ex ante Bewertung von THG-Vermeidungsoptionen in der Landwirtschaft (Vorstudie)
Lehrstuhl für Ökonomik des Gartenbaus
und Landschaftsbaus
(Prof. Dr. Vera Bitsch)
Semestergeschehen
Qualitätsmanagement-Exkursion in die Pfalz mit
Studierenden des 5. Semesters B. Sc. Agrar- und Gartenbauwissenschaften gemeinsam mit der HSWT.
Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Qualitätsmanagement-WeGa-Student“ trafen sich Studierende
und Lehrende fünf deutscher Hochschulen zu einem
Workshop in Schifferstadt. Teil des Programmes
kommensmöglichkeiten für die Armen konzent-
Ziel der Vorstudie (Zehetmeier) ist es, THG-arme Be-
waren Zertifizierungsübungen, Expertenvorträge,
riert. Besserer Zugang zu einer menschenwürdigen
triebs-/Produktionssysteme zu identifizieren und
ein Sensorikseminar, sowie eine Betriebsbesichti-
ländlichen Beschäftigung (Decent Rural Employ-
festzustellen, welche politischen Instrumente zur
gung bei der Firma Havita-Frischsalate GmbH. Der
ment - DRE) ist als eine Schlüsselkomponente zur
Vermeidung von THG-Emissionen eingesetzt wer-
Workshop ist zentraler Bestandteil einer modernen
Beseitigung von extremer Armut und Hunger aner-
den können. Für die Beurteilung von Maßnahmen
Lehrveranstaltung, die aus klassischer Vorlesung,
kannt und z.Z. hat DRE eine große Bedeutung durch
zur Vermeidung der THG-Emissionen ist die Berück-
Teleteaching und Onlineelementen besteht.
internationale Organisationen und Regierungen
sichtigung der Heterogenität der Betriebe (Standort,
gleichermaßen gewonnen. Es hat auch besondere
sozio-ökonomische Faktoren, Intensität der Viehhal-
Aufmerksamkeit in globalen Entwicklungsprozes-
tung, Güllemanagement, Intensität der Pflanzen-
sen wie der Post-2015-Entwicklungsagenda erhal-
produktion etc.) von zentraler Bedeutung. Sowohl
ten. Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojekts
die ökonomischen und ökologischen Wirkungen als
ist, den DRE-Prozess in Bezug auf politische Maß-
auch die Bereitschaft zur Implementierung einzelner
nahmen, Strategien und Praxis und dazu gehörigen
Klimaschutzmaßnahmen hängen sehr stark davon
Auswirkungen auf Armutsbekämpfung zu bewer-
ab, in welchem Kontext sich der Betrieb befindet.
ten und zu analysieren. Die Forschungsaktivitäten
Folgende Arbeitsschritte werden im Projekt durch-
werden eine Vielzahl von spezifischen Fragestel-
geführt: (a) Erstellung eines Modells zur Bilanzierung
lungen und Themen rund um das DRE-Konzept be-
von THG-Emissionen unterschiedlicher Betriebs-/
trachten und im Rahmen von Promotionsarbeiten
Produktionssysteme mit möglichst genauem Stand-
und verschiedenen Masterthesis-Arbeiten durch-
ortbezug durch Verknüpfung mit GEOdaten. (b) Si-
geführt.
mulation von THG-Emissionen von Praxisbetrieben.
(c) Statistische/ökonometrische Verfahren zur Klas-
Sozioökonomische Bewertung von Gentechnik
sifizierung von Betriebs-/Produktionssystemen. (d)
Im Hinblick auf die sozioökonomische Bewertung
Statistische/ökonometrische Verfahren zur Auswer-
von Gentechnik, speziell im Weizen, soll die Reakti-
tung der THG-Emissionen und ökonomischen Kenn-
on globaler Weizenpreise betrachtet werden, wenn
größen der Praxisbetriebe.
Gentechnik in verschiedenster Weise thematisiert
bzw. eingesetzt wird (Wree).
Das Projekt ist an der Bayerischen Landesanstalt für
Landwirtschaft in Freising und München angesie-
In einer weiteren Herangehensweise werden die
ökonomischen Konsequenzen, die sich durch den
Verzicht auf Gentechnik für die Gesellschaft erge-
delt.
Personelles
Ehrungen und Auszeichnungen
M.Sc. Jan Alpmann
Verleihung des Best-Poster-Awards auf der Gewisola-Konferenz in Berlin am 27.09.2013. Der Titel des
ausgezeichneten Posters lautet: Milchkonflikt und
resultierende Verbandsstrukturen – ökonomische
und emotionale Auswirkungen von Marktliberalisierung.
M.Sc. Annkatrin Hartwich
GIL-Preis für die „Beste Posterpräsentation“ auf
der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik
des Landbaus (GIL) in Bonn am 26.02.2014. Frau
Hartwich wurde für Ihre Präsentation zum Thema
„Risikomanagement im Obstbau“ ausgezeichnet.
Das Thema der Tagung lautete „IT-Standards in der
Agrar- und Ernährungswirtschaft, Fokus: Risiko- und
Krisenmanagement“.
Berufung in wissenschaftliche Gremien
Seit 2013 gehört Prof. Dr. Vera Bitsch dem Herausge-
ben, analysiert. Als Beispiel hierzu dient eine Wei-
bergremium des German Journals of Agricultural
zensorte, die vom IPK Gatersleben mittels Gentech-
Economics (GJAE) an. Weiterhin wurde Prof. Bitsch
nik gezüchtet wurde. Erste Versuche zeigen, dass
in den Vorstand mehrerer wichtiger wissenschaft-
mit der neuen Sorte ein Mehrertrag von bis zu 30%
licher Organisationen berufen. Dazu zählen seit Be-
realisiert werden könnte.
ginn 2013 die International Food and Agribusiness
Management Association (IFAMA) und die Gesell-
Impacts of Risk in Resource Allocation, Innovation
and Adaptation Mechanisms: The Case of Arable
Farms in EU (Germany)
schaft für Wirtschaft- und Sozialwissenschaften des
Landbaus (GeWiSoLa) seit Beginn 2014. Zusätzlich
wurde sie vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI),
The implication of risk, as an inherent element in
Fachbereich Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik
the production system, is one of the key elements
(MEG FA), 2013 in den Fachausschuss Arbeitswissen-
of decision making process in farming. The research
schaften im Landbau berufen. Im Juni 2014 wurde
project (Ayenew, Sauer) will analyze risk and ex-
Prof. Bitsch vom Bundesministerium für Ernährung
VWU-Mitteilungen 116 37
Ende November 2013 hielt Prof. Bitsch den Einführungsvortrag beim ersten Symposium für Ökonomie im Gartenbau in Göttingen. Sie sprach über
den wissenschaftlichen Hintergrund und die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeitsmessung in
gartenbaulichen Wertschöpfungsketten. Ihr Beitrag wird demnächst im Tagungsband veröffentlicht. Veranstaltet wurde das Symposium von Dr.
Walter Dirksmeyer, Thünen Institut, Braunschweig,
und Prof. Dr. Ludwig Theuvsen, Universität Göttingen. Bei dem Symposium trafen sich Vertreter der
Gartenbauökonomie aus ganz Deutschland, einschließlich der Agrarverwaltungen, Berufsschulen,
Hochschulen und Universitäten. Die gelungene
Veranstaltung soll in den kommenden Jahren mit
und Landwirtschaft (BMEL) in die Bewertungskommission Deutscher Innovationspreis Gartenbau
berufen. Der Innovationspreis Gartenbau wird seit
1997 vom BMEL in den Bereichen Pflanze, Technik
und Kooperation/Betriebsorganisation für hervorragende, beispielgebende Innovationen vergeben.
Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.
Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der
Landwirtschaft e.V. (KTBL) nimmt Bewerbungen bis
zum 15. März entgegen. Die Bewertung erfolgt anhand der innovativen Qualität, der Bedeutung der
Innovation innerhalb der Gartenbauwirtschaft, der
praktischen Anwendung, der Marktchancen und
Hinblick auf die akademische Lehre und Forschung.
Hierzu sprachen Prof. Dr. Wolfgang Lentz von der
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
und Prof. Dr. Wolfgang Bokelmann von der Humboldt-Universität zu Berlin zur Entwicklung der
Studierendenzahlen und der Entwicklung bei den
Ingenieuren und dem akademischen Nachwuchs.
Prof. Bitsch diskutierte die internationale Vernetzung der deutschen Hochschullehre und Forschung
im Bereich Gartenbau, insbesondere am Beispiel
Weihenstephan. Der Nachmittag schloss mit einer politisch-ökonomischen Analyse der Frage, ob
sich der Gartenbau als selbständige Disziplin an
deutschen Universitäten und Fachhochschulen
halten kann durch den Präsidenten der Hochschu-
wechselnden Standorten fortgesetzt werden.
le RheinMain, Prof. Dr. Detlev Reymann. Fragen der
Gleichfalls nahm Meike Rombach am ersten Sym-
an den Universitäten und der Forschungsförderung
posium für Ökonomie im Gartenbau in Göttingen
teil und hielt dort einen Vortrag zur Verbraucher-
kritischen Anzahl der gartenbaulichen Lehrstühle
wurden ebenso diskutiert wie das Promotionsrecht
an Fachhochschulen.
wahrnehmung von Clubsorten, am Beispiel der Birnensorte Angelys.
Markus Gandorfer nahm im Februar 2014 an einer
einwöchigen Workshop-Tour des TransAtlantic Pre-
Im März wurde Prof. Bitsch zur 49. Gartenbauwis-
cision Agriculture Consortiums teil. Er hielt dabei an
senschaftlichen Tagung nach Dresden eingeladen,
drei Veranstaltungsorten in Georgia und Alabama
um die internationale Perspektive zur Beurteilung
(USA) Vorträge zum Thema Ökonomik von Precision
der Nachhaltigkeit im Gartenbau darzustellen. In
Farming Technologien.
den globalen Wertschöpfungsketten des Gartenbaus kommt abweichenden Werthaltungen der
Die 51. Betriebswirtschaftliche Fachtagung Garten-
Akteure eine erhebliche Bedeutung zu. Weiterhin
bau des ZBG fand 9. September 2013 in Berlin unter
die Preisträger zur Auszeichnung vor.
müssen regional unterschiedliche Gesetze und
dem Leitthema „Unternehmensnachfolge und –kri-
Gegebenheiten berücksichtigt werden. Die Domi-
sen“ statt. Stefan Mair präsentierte dort den aktu-
Neuanstellung
nanz international agierender Handelsketten und
ellen Stand seines Promotionsprojektes unter dem
Konzerne gegenüber lokalen Produzenten und
Arbeitstitel „Familiäre Faktoren – Nachfolge ohne
Herr Shamshad hat seinen Master in International
kleinen und mittelgroßen Verarbeitern führt zur
Krise.“
des Modelcharakters für andere Betriebe. Die Bewertungskommission schlägt dem Bundesminister
Herr Asim Shamshad ab Juli 2014
Horticulture an der Leibniz Universität Hannover
abgeschlossen. In seiner Master Thesis analysierte
er die Wertschöpfungskette von Mangos in einer
Fallstudie. Weiterhin verfügt er über einen Master
in Business Administration, Spezialisierung in Agri-
Veränderung der ländlichen Strukturen. Nicht nur
die ökologischen, sondern auch die ökonomischen
und sozialen Folgen der Gestaltung von Lieferketten und der Anforderungen an die Produktion sind
zu bedenken.
Ausländische Gäste am Lehrstuhl
Prof. Elaine Yakura von der Michigan State University, East Lansing (USA) verbrachte im November 2013
auf Einladung von Prof. Vera Bitsch (Lehrstuhl Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus) einen
business und einen Bachelor in Agrartechnik.
Zur aktuellen Situation des deutschen Gartenbaus
einwöchigen Forschungs- und Lehraufenthalt an
Tagungen und Vorträge
und den Gestaltungsmöglichkeiten der Gartenbau-
der TUM. Während ihres Aufenthalts veranstaltete
ökonomen fand im Mai ein gartenbauökonomi-
Prof. Yakura sehr gut besuchte Workshops zu den
versität Hohenheim anlässlich der Verabschiedung
sches Kolloquium in Hannover statt. Die hochkaräti-
Themenbereichen Networking und Verhandlungs-
ge Besetzung der Vortragenden und Teilnehmende
strategien. Der Aufenthalt wurde durch das Gast-
aus Spitzenpositionen der deutschen Gartenbau-
professorenprogramm des Bayerischen Staatsmi-
wirtschaft führten zu angeregten und kritischen
nisteriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft
Diskussionen auf höchstem Niveau. Am Vormittag
und Kunst finanziert.
Prof. Dr. Vera Bitsch sprach im Oktober an der Univon Prof. Dr. agr. Volker Hoffmann und zum Einstand
von Prof. Dr. Andrea Knierim zum Thema qualitative Forschungsmethodologie. Insbesondere ging
Prof. Bitsch auf die Rolle der Grounded Theory bei
der Bearbeitung von Wicked Problems ein. Als „Wicked“ beschreiben wir Problemstellungen in der
realen Handlungswelt, die zu komplex sind um von
Experten gelöst zu werden. Sie benötigen das Einbeziehen unterschiedlicher Interessengruppen und
können gemanagt, aber nicht einer endgültigen Lösung zugeführt werden.
38
sprachen unter anderem Dr. Siegfried Scholz vom
Zentralverband Gartenbau e.V. zur aktuellen Situation und Dr. Christian Bock von der Landwirtschaftlichen Rentenbank zu Finanzierungsbedingungen
und Investitionsklima im deutschen Agrarsektor.
Die Vorträge am Nachmittag konzentrierten sich
auf die Situation und Zukunft der Gartenbau im
VWU-Mitteilungen 116
Veranstaltungskalender
25. September 2014 · 5. Agrarwissenschaftliches Symposium
Hans Eisenmann-Zentrum für Agrarwissenschaften
Agrarische Stoffkreisläufe
Nährstoffmanagement l Umweltschutz l Ressourceneffizienz
9:15 Uhr
Begüßung
Prof. Dr. W. Windisch, TU München
Direktor des Hans Eisenmann-Zentrums
9:45 Uhr Probleme in Nährstoffbilanzen – eine Herausforderung für die Zukunft
Prof. Dr. H.-G. Frede, Justus-Liebig-Universität Gießen
Ungleichgewichte in den Nährstoffbilanzen sind das Ergebnis eines nicht optimierten
25.09.2014
Agrarwissenschaftliches Symposium HEZ
Am 25. September findet das alljährliche
Agrarwissenschaftliche Symposium des
Hans Eisenmann-Zentrums statt – in diesem Jahr bereits zum 5. Mal. Unter dem
Titel „Agrarische Stoffkreisläufe: Nährstoffmanagement – Umweltschutz – Ressourceneffizienz“ wird der Themenbereich
der Stoffströme der modernen Landwirtschaft von verschiedenen Seiten mit Hilfe
fachkompetenter Referenten detailliert
beleuchtet.
¯HIER DAS PROGRAMM
Nährstoffmanagements und gleichzeitig Ursache von erheblichen Belastungen der Umweltmedien Wasser und Luft. Das Problem ist alt, aber immer noch nicht gelöst. Zwar steigen die
Bilanzüberschüsse in Deutschland seit längerem nicht mehr, aber die regionalen Unterschiede
sind größer geworden. Diese Probleme werden am Beispiel der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor dargestellt. Möglichkeiten, aber auch Grenzen verschiedener Regulierungsmaßnahmen
werden aufgezeigt.
10:45 Uhr Kaffeepause
11:15 Uhr
Nährstoffflüsse im Milchvieh-Futterbaubetrieb – Optimierungspotentiale im Hinblick
auf eine novellierte Düngeverordnung
Prof. Dr. F. Taube, Christian-Albrechts-Universität Kiel
Spezialisierte Milchvieh-Futterbaubetriebe zeichnen sich dadurch aus, dass ein vergleichsweise geringer Anteil des eingesetzten Futterstickstoffs (Proteins) in Produktstickstoff (Milch/
Fleisch) umgesetzt werden kann, da die Stickstoffverwertungseffizienz der Milchkuh physiologisch auf maximal ca. 30- 35 % begrenzt ist.
Umso wichtiger ist es, alle verfügbaren produktionstechnischen Möglichkeiten auszunutzen,
um eine maximale Nährstoffnutzungseffizienz zu gewährleisten. Neben einer optimalen Rationsgestaltung betrifft dies insbesondere das Nährstoffmanagement im Futterbau im Hinblick
auf eine bedarfsgerechte Düngung und optierte Ausbringungstermine und Applikationstechniken beim Einsatz organischer Dünger. Ziel sollte es sein, eine möglichst hohe Eiweißbereitstellung aus betriebseigenen Futtermitteln zu erreichen, um so den Bedarf an Zukauffuttermitteln zu minimieren.
Alle diese Maßnahmen gewinnen durch die anstehende Novellierung der Düngeverordnung
zusätzlich an Gewicht, da Fehler im Nährstoffmanagement zukünftig deutlich stärker als
bisher anhand positiven Nährstoffbilanzsalden zu identifizieren sein werden.
11:45 Uhr Modellgestützte Analyse und Optimierung betrieblicher Stoffkreisläufe
Prof. Dr. K.-J. Hülsbergen, TU München
Die Stickstoffkreisläufe und Stickstoffemissionen landwirtschaftlicher Betriebe sind
von den Standortbedingungen, den Betriebsstrukturen (Tierbesatz, Fruchtfolge), der
Düngungs- und Fütterungsintensität, der Verfahrensgestaltung (eingesetzte Technik,
Düngerapplikation) und weiteren Faktoren abhängig.
Mit leistungsfähigen Modellen können diese komplexen betrieblichen Stickstoffflüsse
analysiert, bewertet und optimiert werden. Die besondere Herausforderung besteht da© Andreas Spachtholz iStock
rin, Betriebe als Systeme zu beschreiben und die zahlreichen Interaktionen und Stoffflüsse, z.B. zwischen Futterbau, Tierhaltung und Biogassystemen, abzubilden.
Am Beispiel ökologischer und konventioneller Betriebe werden Ergebnisse dieser Systemanalysen dargestellt und Strategien zur Erhöhung der Stickstoffeffizienz abgeleitet. Hierbei wird
insbesondere auf das N-Minderungspotenzial der sensorgestützten teilflächenspezifischen
Stickstoffdüngung eingegangen.
VWU-Mitteilungen 116 39
12:15 Uhr Mittagspause/ Postersession
14:15 Uhr Nährstoffanfall bei Nutztieren steuern
Prof. Dr. H. Spiekers, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Art und Menge des Nährstoffanfalls lässt sich bei den Nutztieren über die Ausgestaltung
der Produktionsverfahren, die Futtermittel und die Tierernährung steuern. Beim Rind
stehen Menge und Art der N-Ausscheidung besonders im Fokus. Lösungsansätze werden
aufgezeigt, die die Verwertung von Grasprodukten besonders betreffen.
14:45 Uhr Wirtschaftsdünger – die Quadratur des Kreises
Prof. Dr. U. Schmidhalter, TU München
Wirtschaftsdünger stellen eine quantitativ enorm wichtige Nährstoffquelle dar, deren
Wert noch nicht genügend wahrgenommen wird. Da durch sie auch bedeutende Umweltbelastungen entstehen, sind Optimierungen im Einsatz erforderlich, z.B. durch angepasste Fütterung, verlustfreiere Gewinnung im Stall, Verbesserungen im Lager sowie bei
der Ausbringung auf dem Felde.
Dieser Vortrag zeigt auf, wie Wirtschaftsdünger besser wertgeschätzt werden und wie sie
optimiert eingesetzt werden. Eine neu entwickelte Methodik erlaubt es, Ammoniakverluste
präzise und vereinfacht einzuschätzen. Wirtschaftsdünger erfordern einen geschlossenen
Nährstoffkreislauf. Nährstoffe müssen dort zurückgeführt werden, wo sie hergekommen
sind. Um dies zu erreichen, müssen die Nährstoffströme erfasst und dokumentiert werden.
Dafür ist teilweise ein neues Denken, vor allem aber ein entsprechendes Handeln erforderlich.
15:15 Uhr Kaffeepause/ Postersession
16:00 Uhr Wirtschaftsdünger – überregional verwerten
Dr. H. H. Kowalewsky, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
In allen Regionen Deutschlands gibt es landwirtschaftliche Betriebe, bei denen mit
Gülle, Gärrest oder Geflügelkot mehr Nährstoffe anfallen, als auf diesen Betrieben zur
Düngung der Flächen benötigt werden. Diese überschüssigen Nährstoffe müssen zu
Betrieben mit Nährstoffbedarf transportiert werden. Das geht in vielen Fällen problemlos, weil zwischen dem Nährstoffüberschuss- und den Nährstoffbedarfsbetrieben keine
großen Entfernungen überbrückt werden müssen. Anders dagegen im Nordwesten Niedersachsens. Aufgrund der intensiven Veredlung müssen die Nährstoffüberschüsse von
dort aus nicht selten über mehr als 200 km in die im östlichen Niedersachsen gelegenen
Ackerbauregionen gebracht werden. Das verursacht hohe Kosten. Inzwischen gibt es aber
eine ganze Reihe von Verfahren, mit denen sich diese Kosten reduzieren lassen. Bei diesen
Verfahren wird der Nährstoffkreislauf zwischen Tier und Pflanze nicht nur betriebswirtschaftlich sinnvoll, sondern auch umweltverträglich geschlossen.
16:30 Uhr Nachhaltige Intensivierung – leeres Schlagwort oder hilfreiches Konzept?
Prof. Dr. A. Heißenhuber, M.Sc. P. Schießl, Dr. Ch. Krämer, TU München
Der Begriff „nachhaltige Intensivierung“ ruft allenthalben Widerspruch hervor. Ist
das nicht nur ein neuer aber inhaltsleerer Begriff oder gibt es dafür eine stichhaltige
Begründung? Die einfachste Erklärung für „nachhaltige Intensivierung“ wird häufig mit
der Aussage „mehr mit weniger erzeugen“ umschrieben. Dieses Ziel ist doch wirklich
nicht neu, seit jeher wurden diese Möglichkeiten genutzt. Wie ist der Begriff „nachhaltige
Intensivierung“ heute zu erklären?
© Andreas Spachtholz iStock
17:00 Uhr Novellierung der Düngeverordnung
Dr. A. Malcharek, Bayer. Staatsministerium für Ernährung, Landwirschaft und Forsten
17:30 Uhr Schlussworte
40
Prof. Dr. W. Windisch, TU München
Direktor des Hans Eisenmann-Zentrums
VWU-Mitteilungen 116
16.10.2014
BAT-Tagung
Am 16. Oktober 2014 wird die Bayerische
Arbeitsgemeinschaft Tierernährung (BAT)
in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl
Tierernährung ihre 52. Beratertagung veranstalten. Der diesjährige Schwerpunkt
lautet „Tierernährung und Umwelt“. Die
Tagung findet im Kardinal-Döpfner-Haus
am Domberg in Freising statt.
HIER DAS PROGRAMM BAT-TAGUNG ˘
52 Jahre BAT – Beratertagung – „Tierernährung und Umwelt“
16. Oktober 2014 in Freising
Herrn Prof. Dr. agr. Dr. med. vet. h.c. Dr. agr. mult. h.c. Manfred Kirchgeßner zum 85. Geburtstag gewidmet
Vorläufiges Tagungsprogramm
08:30 Uhr Anmeldung
09:30 Uhr Eröffnung und Begrüßung (Aula)
Dr. G. Beck, Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
09:00 Uhr Nährstoffemissionen aus der Tierhaltung in Bayern
Dr. M. Wendland, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
10:40 Uhr
Nährstoffmanagement als Grundlage der nachhaltigen Intensivierung
Prof. Dr. A. Heißenhuber, M.Sc. P. Schießl und Dr. Ch. Krämer,
Technische Universität München-Weihenstephan
11:20 Uhr
Aktueller Stand zur Umsetzung der Düngeverordnung
N.N., BayStMinELF
12:00 Uhr
Vorstellung der Poster
12:15 Uhr
Mittagspause
13:15 Uhr
Posterbesichtigung (Lantpertsaal)
14:00 Uhr
Sektion „Schwein“ (Korbinianssaal)
Sektion „Rind“ (Aula)
Emissionen von N und P
N-Effizienz i
Dr. H. Lindermayer, Bayerische Landesanstalt für
Dr. H. Schuster, Bayerische Lan-
aus der Schweinehaltung in Bayern
14:40 Uhr
n der Rinderfütterung
Landwirtschaft
desanstalt für Landwirtschaft
Emissionen und Immissionsschutz
Nährstoffausscheidungen über
Dr. S. Neser,
Rinderhaltung
in der Schweinehaltung
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Wirtschaftsdünger aus der
Dr. W. Lüpping,
LWK Schleswig-Holstein
15:20 Uhr
Verantwortungsvoller Einsatz von Spurenelementen Nährstoff-Zusammensetzung
in der Schweinefütterung
und Düngewirkung von Biogas-
München-Weihenstephan
Dr. S. v. Tucher, Technische
Prof. Dr. W. Windisch, Technische Universität
gärresten
Universität München-Weihenstephan
16:00 Uhr
Kaffeepause und Posterbesichtigung
17:00 Uhr
In der Aula: Ehrungen, Verleihung der BAT-Posterpreise
© Ralf Seker iStock
N.N., Prof. Dr. W. Windisch
18:00 Uhr
VWU-Mitteilungen 116 Gemütlicher Ausklang in der Korbiniansklause
41
© tortoon iStock
25.-28.02.2015 Jahrestagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft
Vom 25. bis 28. Februar 2015 findet am
Campus Weihenstephan die 50. Jahrestagung der Deutschen Gartenbauwissenschaftlichen Gesellschaft (DGG) statt. Die
Tagung wird gemeinsam von der Technischen Universität München sowie der
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf veranstaltet. Auf Seiten der TUM ist Frau Prof.
Vera Bitsch (Lehrstuhl Ökonomik des Gartenbaus und Landschaftsbaus) federführend für die Organisation verantwortlich.
© Fuse
05.-10-09.2015 Jahrestagung der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft in München
Vom 5. bis 10. September 2015 findet die
Jahrestagung, der etwa 2000 Mitglieder starken Deutschen Bodenkundlichen
Gesellschaft, erstmals in München statt
– in München, weil die Hörsäle in Weihenstephan zu klein sind. An der letzten
Jahrestagung 2013 in Rostock haben 800
Wissenschaftler und Bodenexperten aus
Deutschland teilgenommen, 2011 in Berlin
waren es über 1000 Teilnehmer. Motto der
Jahrestagung 2015 wird sein „Unsere Böden – Unser Leben“. Die Schirmherrschaft
übernimmt Herr Staatsminister Dr. Marcel
Huber von Bayerischen Staatsministerium
für Umwelt und Verbraucherschutz. Initiator und verantwortlich für die Ausrichtung in München ist Prof. Dr. Jean Charles
Munch vom Institut für Bodenökologie
des Helmholtz Zentrums München und
Inhaber des Lehrstuhls für Bodenökologie
in Weihenstephan. Das Team der Tagungspräsidenten ergänzen Prof. Karl Auerswald
vom WZW, Lehrstuhl für Grünlandlehre,
und Frau Prof. Carola Küfmann vom Department für Geographie an der LudwigMaximilians-Universität München. An
der Vorbereitung der Tagung, insbesondere der Ausrichtung von Exkursionen, ist
neben dem Wissenschaftszentrum Weihenstephan die geballte bodenkundliche
Kompetenz des Münchner Raumes vertreten: das Institut für Geowissenschaften
der LMU, die Hochschule WeihenstephanTriesdorf, die Bayerische Landesanstalt für
Landwirtschaft, die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, das
Bayerisches Landesamt für Umwelt und
das Wasserwirtschaftsamt München.
42
VWU-Mitteilungen 116
In eigener Sache
Protokollbericht über die VWU-Mitgliederversammlung
Zur fünften Mitgliederversammlung der Anschließend ging Herr Pahl auf einzelVereinigung Weihenstephaner Universitäts- ne, oben angesprochene Aktivitäten und
absolventen (VWU) am 19.02.2014 konnte Förderungen im Kalenderjahr 2013 ein. Die
der VWU-Vorsitzende, Herr Prof. Heißenhu- verstärkt durchgeführten Förderungsmaßber, rund 70 Teilnehmer begrüßen.
nahmen sowie die Kostensteigerungen
(insbesondere Porto und damit deutlich
Der Geschäftsführer der VWU, Dr. Pahl, er- höhere Kosten für den Versand der VWUläuterte zunächst die Mitgliederentwick- Mitteilungen) haben zwischenzeitlich dazu
lung, die sich erfreulicherweise stetig nach geführt, dass die Ausgaben die Einnahmen
oben bewegt. Allerdings schlägt sich diese übersteigen. Der Vorstand regte daher eine
Entwicklung nur abgeschwächt im Mit- Diskussion über die weitere Gestaltung der
gliedsbeitragsaufkommen nieder, da die Aktivitäten (Ausgabenseite) und der Mitsteigenden Mitgliederzahlen sehr stark gliedsbeiträge (Einnahmenseite) an. Die
auf Beitritte von Studierenden zurückzu- letzte Erhöhung der Mitgliedsbeiträge liegt
führen sind.
bereits ca. 25 Jahre zurück.
Die größten Positionen auf der Ausgabenseite sind die VWU-Mitteilungen und die
Förderungen von verschiedenen Aktivitäten am Campus. So unterstützt die VWU
u. a. die Erstsemesterveranstaltungen, den
Unternehmertag, den Tag der Agrar- und
Gartenbauwissenschaften mit Verabschiedung der Absolventen sowie die Präsenz
der Studienfakultät auf Fachmessen und
Exkursionen für Absolventen und Studenten.
Herr Dr. Amon konnte berichten, dass die
Rechnungsprüfung, die er gemeinsam
mit Herrn Dr. Maidl am 13.02.2014 durchgeführt hat, keinerlei Beanstandungen
ergab. Der Vorstand wurde von der Versammlung entlastet.
In der folgenden Diskussion wurden im
Wesentlichen folgende Anregungen, Vorschläge und Statements abgegeben:
• Den stark ermäßigten Studierendenbeitrag nur für eine begrenzte Zeit gewähren.
• Überhaupt keine Ermäßigung für Studierende gewähren, da diese stark von
den Aktivitäten und Förderungen durch
die VWU profitieren.
• Kosten der VWU-Mitteilungen ca. 6 €
pro Mitglied.
• Die VWU-Mitteilungen nur noch digital
zur Verfügung stellen.
• Zunächst die gewünschten Aktivitäten/
Ausgaben planen und daraus die Höhe
der Mitgliedsbeiträge herleiten.
Als Ergebnis dieser, teilweise sehr engagiert geführten Diskussion ergaben sich
folgende Eckpunkte, über die in der Versammlung Konsens hergestellt wurde:
• Die Fortführung der Aktivitäten und
Förderungen in der bisherigen Form ist
sinnvoll und von den Mitgliedern gewünscht. Sie sollen dementsprechend
auch weitergeführt werden.
• Die VWU-Mitteilungen werden auch
weiterhin in Papierform versendet.
• Im nächsten Heft sowie beim Beitritt
neuer Mitglieder wird abgefragt, ob
der Versand postalisch oder digital gewünscht wird.
• Die VWU-Mitteilungen werden auf der
Website zum Download bereitgestellt.
• Bei der Überprüfung des Studierendenstatus wird der Beitrittszeitpunkt mitberücksichtigt und ggf. der Status überprüft.
• Die Mitgliederversammlung beschließt
mit 39 Ja-Stimmen und einer Enthaltung die Erhöhung des regulären Jahresmitgliedsbeitrages auf 15 € und die Erhöhung des ermäßigten Jahresbeitrages
für Studierende auf 5 €. Die Erhöhung
der Beiträge wird zum 01.01.2015 wirksam.
Zum Abschluss der Versammlung berichtete Prof. Heißenhuber noch über die im
Jahre 2014 geplanten Exkursionen.
Protokollführung: Susanne Minges
Impressum
Mitteilungen der Vereinigung Weihenstephaner Universtitätsabsolventen · www.wzw.tum.de/vwu
Anschrift:
Vereinigung Weihenstephaner
Universitätsabsolventen
Alte Akademie 14
85350 Freising-Weihenstephan
Geschäftsführer/Redaktion:
Dr. H. Pahl
Telefon (0 81 61) 71-35 58
Telefax (0 81 61) 71-44 26
Hubert.Pahl@tum.de
Mitgliederbetreuung:
Dipl.-Ing. agr. Barbara Kolonko
Telefon (0 81 61) 71-34 10 /-35 59
Telefax (0 81 61) 71-44 26
Barbara.Kolonko@tum.de
VWU-Mitteilungen 116 Bankverbindung:
Konto-Nummer 142 240
Sparkasse Freising
BLZ 700 510 03
IBAN: DE 87 7005 1003 0000 1422 40
Swift-BIC: BYLADEM1FSI
Herausgeber:
Der Vorstand der Vereinigung Weihen­stephaner
Universitätsabsolventen,
Vorsitzender:
Prof. Dr. Dr. h.c. A. Heißenhuber
Mitglieder des Vorstandes: Prof. Dr. A. Heißen­huber,
Prof. Dr. K.-J. Hülsbergen, Prof. Dr. F. J. Schwarz,
MR J. Stockinger, Prof. Dr. D. Treutter
Erscheinungsweise:
Die Mitteilungen erscheinen im Selbstverlag zweimal pro Jahr, Auflage 1.300.
Der Bezugspreis ist für Mitglieder der Vereinigung
Weihenstephaner Universitätsabsolventen im
Jahresbeitrag enthalten.
Gestaltung, Satz: Dipl. oec. troph. A. v. Mendel,
avm@vonmendel.de
Zeichnung im Logo: H. Keller, Landtechnik
Fotos zu den Beiträgen (soweit nicht anders
genannt) von den Autoren der Artikel; Fotos vom
Campus: A. v. Mendel
Herstellung: Druckerei Kuttner, Inh. S. Lerchl,
Freising, Tel. (0 81 61) 53 03 25
43
Haben Sie eine (neue) Email-Adresse?
In der letzten Zeit bieten wir für unsere
Mitglieder vermehrt Veranstaltungen an,
die kurzfristig zustande kommen. Darunter sind z.B. Tagesexkursionen und Vortragsveranstaltungen. Eine Information
über die VWU-Mitteilung ist so kurzfristig
meist nicht möglich. Damit Sie diese Informationen erhalten, ist eine Email-Adresse
notwendig.
In diesem Zusammenhang ergeht unsere Bitte um Mitteilung der Email-Adresse
nicht nur an diejenigen, von denen wir im
Moment noch keine Email-Adresse haben.
Vielmehr wenden wir uns auch an diejenigen Mitglieder, die uns bereits eine EmailAdresse zukommen haben lassen, welche
aber vielleicht nicht mehr dem aktuellen
Stand entspricht.
Am zuverlässigsten und naturgemäß einfachsten ist es, wenn Sie uns Ihre aktuelle
Email-Adresse per Email zuleiten (bitte an:
Barbara.Kolonko@tum.de).
In der Hoffnung, Ihnen auf diesem Wege
zukünftig noch mehr attraktive Veranstaltungen anbieten zu können, verbleiben
wir mit freundlichem Gruß
Prof. Dr. Alois Heißenhuber,
VWU-Vorsitzender
und Dr. Hubert Pahl,
VWU-Geschäftsführung
Vorankündigungen
• Besuch der Molkerei Berchtesgadener
Land in Piding an einem Mittwochnachmittag im Wintersemester
• Wochenendexkursion nach Prag mit Besuch der Universität im Wintersemester
• Exkursion nach Rom (u.a. zur FAO) Anfang März 2015
Sofern Sie an einer Teilnahme Interesse
haben, können Sie sich schon jetzt vormerken lassen.
Anmeldung per Email an: info.wdl.wzw@
tum.de
© RudyBalasko istock
Die VWU bietet ihren Mitgliedern nachfolgende Exkursionen an, welche teilweise
schon fest fixiert sind, teilweise sich auch
noch erst in der Planungsphase befinden:
• Besuch bei der Firma ACCO Fendt in
Marktoberdorf am Freitag, den 13. Februar 2015
✁
Beitrittserklärung/Änderungsmitteilung
n Hiermit erkläre ich meinen Beitritt zur Vereinigung Weihen­
stephaner Universitätsabsolventen (VWU); der Jahresbeitrag
beträgt 15,– €/Jahr (Studierende: 5,– €/Jahr). Ich bin damit
einverstanden, dass die fälligen Beiträge von meinem nebenstehend genannten Konto abgebucht werden.
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Vereinigung Weihenstephaner
Universitätsabsolventen
Mitgliederbetreuung
Dipl.-Ing. agr. Barbara Kolonko
Alte Akademie 14
85350 Freising-Weihenstephan
44
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VWU-Mitteilungen 116
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Seele and Geist
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