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Die Temporärarbeit in der Schweiz

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Die Temporärarbeit
in der Schweiz
Aktualisierungsstudie
2014
Inhaltsverzeichnis
In einer vom Marktforschungsinstitut gfs-zürich durchgeführten
Tele­fonumfrage hat swissstaffing im Spätherbst 2014 1‘000 Personen
befragt, die im Jahr zuvor temporär gearbeitet haben. Die vorliegende
Studie fasst die Ergebnisse zusammen. Sie basieren auf einer Zufallsstichprobe von sechs grossen Personaldienstleistern und sind repräsentativ für deren Kandidatenstamm.1
4 Executive Summary
5 Wer arbeitet temporär?
5Funktion
6 Branche
8 Ausbildung
9Alter
10 Geschlecht
0Nationalität
1
11 Zivilstand und familiäre Situation
Zusammen erwirtschaften diese Personaldienstleister mehr als 25%
des Gesamtumsatzes der Schweizer Temporärbranche. Bereits in den
Jahren 2006 und 2010 führte swissstaffing eine Telefonumfrage bei
rund 1‘000 Temporärarbeitenden durch. Die neue Umfrage zeigt wiederum spannende Entwicklungen.
12 Wie lange arbeitet man temporär?
12 Die Temporärarbeit insgesamt
13 Dauer eines Temporäreinsatzes
14Wie bettet sich die Temporärarbeitserfahrung
14
15
in den beruflichen Werdegang ein?
Situation vor und nach dem Temporäreinsatz
Temporärarbeitende, die eine Festanstellung suchen
17 Warum arbeitet man temporär?
18 Wie zufrieden sind Temporärarbeitende?
18 Lohn
18 Allgemeine Zufriedenheit
Herausgegeben im März 2015
von swissstaffing, dem Verband der
Personaldienstleister der Schweiz
Wie bei Telefonumfragen üblich, sind gewisse Verzerrungen der Repräsentativität nicht
auszuschliessen. Menschen mit fremdländischen Sprachkenntnissen sowie junge Männer sind erfahrungsgemäss weniger bereit, an einer Telefonumfrage teilzunehmen, als
Menschen mit einer Schweizer Muttersprache bzw. ältere Männer und Frauen generell.
Dies beeinflusst die Repräsentativität der Umfrage.
1
2
19
20
Wie bilden sich Temporärarbeitende weiter?
Weiterbildungsfonds temptraining
21
Wie gross ist der Temporärarbeitsmarkt?
22
Impressum
www.swissstaffing.ch
swissstaffing
Stettbachstrasse 10
CH-8600 Dübendorf
3
1% 1%
Executive Summary
Seit der letzten Aktualisierungsstudie aus dem Jahr 2010 hat sich
die Temporärbranche in der Schweiz weiter dynamisch entwickelt.
Lag der Branchenumsatz im Jahr 2010 noch bei 5,2 Milliarden Franken, so wurden im Jahr 2014 nach Schätzungen von swisstaffing
6,5 Milliarden Franken in der Temporärbranche umgesetzt. Damit ist
die Temporärbranche in diesem Zeitraum mit einem Zuwachs von
über 21% dreimal stärker gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt.
Die Grundlage für diesen Erfolg legen die über 300‘000 Temporär­
arbeitenden in der Schweiz, die im Jahr 2014 bei einem Personaldienstleister Beschäftigung fanden. Die Flexibilität und das Können
dieser Mitarbeitenden sind der Schlüssel für einen erfolgreichen
Personalverleih. Dies spiegelt sich auch in den Ergebnissen der neuen
Aktualisierungsstudie wider. So hat das Qualifikationsniveau unter
den Temporärarbeitenden im Vergleich zu den vorangegangenen
Befragungen aus den Jahren 2006 und 2010 kontinuierlich zuge­
nommen. Infolgedessen können 69% der Temporärarbeitenden als
gut qualifizierte Fachkräfte eingesetzt werden.
In diesem Zusammenhang sticht besonders hervor, dass es den
Personaldienstleistern immer besser gelingt, Angebot und Nach­
frage zusammenzubringen. Im Vergleich zur Vorstudie ist der Anteil
der Mitarbeitenden mit Berufsqualifikation, die eine unqualifizierte
­Tätigkeit ausüben, von 24% auf 14% gesunken – ein Rückgang von
über 40%! Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass die
Temporärarbeitenden mit dem vermittelten Arbeitsplatz und dem
Service ihres Personalvermittlers sehr zufrieden sind.
Die zunehmende Qualifikation der Temporärarbeitenden zahlt sich
aus. Der Anteil der Mitarbeitenden, die einen Stundenlohn von über
30 Franken erhalten, ist seit der letzten Befragung von einem knappen Viertel der Befragten auf über ein Drittel nach oben geschnellt.
Eine Zunahme von ebenfalls 40%! Gleichzeitig haben sich die Stundenlöhne in der Lohngruppe unterhalb von 30 Franken deutlich
erhöht. Dies zeigt sich auch in der Zufriedenheit der Mitarbeitenden
mit ihrem Gehalt. 71% finden ihren Stundenlohn angemessen oder
sogar mehr als angemessen.
Die Temporärarbeit ist und bleibt eine Brücke in den Arbeitsmarkt.
Standen 57% der Mitarbeitenden vor ihrer Temporärarbeitsphase im
Erwerbsleben, sind es danach 74%. Besonders auffallend ist dabei,
dass die Attraktivität der Temporärarbeit deutlich zugenommen hat.
Wollten im Jahr 2006 nur weniger als 20% der Temporärbeschäftigten ein Jahr nach ihrem ersten Einsatz weiterhin temporär arbeiten,
hat sich dieser Anteil im Jahr 2014 mit über 40% mehr als verdoppelt.
Gleichzeitig beschränkt sich die Temporär­arbeitsphase bei 82% der
Beschäftigten nach wie vor auf maximal zwei Jahre.
Temporärarbeit ermöglicht Feststellensuchenden, gezielt und in Ruhe
nach ihrer Wunschstelle zu suchen. Die attraktiven Arbeitsbedingungen im Personalverleih sowie der Fachkräftemangel erhöhen die
Attraktivität der Branche. Zudem ist festzustellen, dass immer mehr
Menschen nach ihrem ersten temporären Einsatz nach einer weiteren Temporäranstellung suchen, unter anderem, weil diese Arbeitsform ihren Bedürfnissen entspricht.
60%
11%
50%
12%
40%
31%
20%
Funktion
16%
30%
Knapp ein Drittel (31%) der Temporärarbeitenden sind als Hilfskräfte
im Einsatz. Etwas mehr als zwei Drittel verrichten Fachaufgaben im
handwerklichen, technischen, administrativen oder dienstleistungsbezogenen Bereich. Nur 2% üben akademische oder führende Berufe
aus.
67%
28%
10%
0%
Dienstleistung / Verkauf
administrative Fachkraft / Büro / KV
technische Fachkraft / Informatik
handwerkliche Fachkraft
Fachkraft
Hilfskraft
akademische Funktion
Kader / Führungskraft
Temporärarbeitende nach beruflicher Funktion
Anzahl Beobachtungen: 990
100%
1%
1%
60%
67%
63%
40%
20%
31%
9%
0%
Temporärarbeitende
Temporär arbeitende Frauen sind häufiger mit Hilfsaufgaben betraut
(37%) als Männer (27%). Zudem werden Frauen in Fachfunktionen
häufiger im Bereich Administration und Dienstleistung eingesetzt,
während männliche Fachkräfte häufiger handwerklich oder technisch arbeiten.
In Industriebranchen werden Temporärarbeitende besonders häufig
für Hilfsaufgaben eingesetzt (35%), im Baugewerbe ist der Hilfsarbeiteranteil dagegen unterdurchschnittlich (22%).
3%
25%
80%
Kader / Führungskraft
akademische Funktion
Fachkraft
Hilfskraft
Seit den letzten swissstaffing-Umfragen aus den Jahren 2006 und
2010 ist der Hilfsarbeiteranteil zugunsten des Fachkräfteanteils
deutlich gesunken. Diese Verschiebung dürfte Ausdruck des generellen Trends in Richtung höher qualifizierter Arbeit sein. Sie zeigt, dass
Personaldienstleister mit diesem Trend Schritt halten, auch wenn sie
proportional deutlich mehr Hilfsarbeitende beschäftigen als der Rest
der Wirtschaft.
Temporärarbeitende nach Funktion,
im Vergleich zu allen Erwerbstätigen
Anzahl Beobachtungen: 990
Zusatz­q uelle: BFS, Schweizerische
Arbeits­k räfteerhebung, 2014
alle
Erwerbstätige
70%
60%
50%
40%
2006
2010
2014
30%
20%
Temporärarbeitenden nach beruflicher Funktion,
2006, 2010 und 2014 im V
­ ergleich
Anzahl Beobachtungen: 2006: 1‘017, 2010: 995, 2014: 991
10%
0%
4
Wer arbeitet temporär?
70%
Hilfskraft
Fachkraft
akademische
Funktion
Kader /
Führungskraft
5
Branche
An allen Beschäftigten beträgt der in Vollzeitäquivalenten gerechnete
Anteil der Temporärarbeitenden 2,1%. Deutlich überdurchschnittlich
ist deren Anteil mit 6,5% im Baugewerbe, überdurchschnittlich ist
ihr Anteil mit 6% in der Industrie. Im Dienstleistungssektor arbeiten
1,5% der Beschäftigten temporär. Einzelne Branchen setzen Temporärarbeit häufig ein, sodass der Anteil Temporärarbeitender hier
höher liegt. Dies gilt insbesondere für das Bauhauptgewerbe (11%),
die Nahrungsmittelherstellung (10%), die chemische Industrie (10%),
den Fahrzeugbau (8,5%) sowie die Maschinen- und Elektroindustrie
(8%). In diesen Branchen ist die Temporärarbeit offensichtlich nicht
mehr wegzudenken. Sie leistet dort einen vitalen Beitrag an die Branchen-Produktion.
Die Temporärarbeit verteilt sich auf alle Sektoren und auf zahlreiche Branchen. Knapp 40% der Temporärarbeitenden – das entspricht
über 32‘000 Vollzeitäquivalenten – sind im Dienstleistungssektor
beschäftigt. Davon verteilt sich die Mehrheit auf das Gastgewerbe
und T
­ ourismus (8%), Transport und Lagerung (6%), Detailhandel (5%)
sowie Gesundheit und Soziales (3%). Gut ein Drittel arbeitet in der
­Industrie; die meisten davon in der Maschinen-/Elektroindustrie
(10%) oder chemischen Industrie (7%), in der Nahrungsmittelher­
stellung (6%) sowie in der Metallindustrie (3%). Ein Viertel der
Temporär­arbeitenden wird im Bauhaupt- (12%) und Bauneben­
gewerbe (12%) eingesetzt.
25%
Baunebengewerbe /
Ausbaugewerbe /
Bauinstallation
20%
Bauhauptgewerbe / Hoch- oder Tiefbau
10%
6
Bildungswesen
Gesundheit / Soziales
Informatik / Forschung und Entwicklung
Banken / Versicherungen
(Gross-)Handel
Öffentliche Verwaltung
Kommunikation / Callcenter / Telefonmarketing
Temporärarbeitende nach Branche
Anzahl Beobachtungen: 990
ø Alle Branchen
0%
Detailhandel
Dienstleistung
Industrie
Baugewerbe
ø Dienstleistung
Post / Kurier
Temporärarbeitende nach Branche
Anzahl Beobachtungen: 380
ø Industrie / Handwerk
2%
Transport / Lagerung
0%
8%
ø Baugewerbe
4%
Gastgewerbe / Hotellerie / Tourismus
37%
6%
Gummi / Glas
Industrie
5%
8%
Metall
10%
6%
2%
Elektrizität / Gas / Wasser / Öl
0%
10%
15%
3%
5%
2%
10%
Holz / Papier / Druckerei
6%
anderes
1%
Autos / Fahrzeuge
30%
2%
2%
Uhren
25%
3%
Holz / Papier / Druckerei
Metall
6%
20%
Nahrungsmittel / Tabak
15%
Chemie / Pharma
7%
Maschinen-/Elektroindustrie, 10%
med. Geräte, Präzisionsinstrumente
5%
2%
20%
35%
Temporärarbeitende nach Branche
Anzahl Beobachtungen: 363
25%
2%
Textil / Bekleidung / Leder
40%
Dienstleistung
2%
Maschinen- / Elektroindustrie
39%
30%
anderes
Öffentliche Verwaltung
Banken / Versicherungen
(Gross-)Handel
Kommunikation / Callcenter /
Telefonmarketing
Reinigung / Haushalt
Gesundheit / Soziales
Detailhandel
Transport / Lagerung
Gastgewerbe / Hotellerie /
Tourismus
Autos / Fahrzeuge
24%
7%
Nahrungsmittel / Tabak
0%
35%
Chemie / Pharma / Medizin / Kosmetik
Baugewerbe
Baunebengewerbe / Ausbaugewerbe
5%
40%
12%
Bauhauptgewerbe / Hoch- oder Tiefbau
Temporärarbeitende nach Branche
Anzahl Beobachtungen: 235
12%
15%
Temporärarbeitende nach Branche
Anzahl Beobachtungen: 991
Zusatzquellen BFS
Beschäftigungsstatisik 2013
7
22%
70%
8
20%
5%
5%
10%
50%
51 Jahre u. älter
41-50 Jahre
36-40 Jahre
53%
31-35 Jahre
obligatorische Berufslehre / Fachhochschule /
Schulzeit (inkl. (Berufs-)Matur Universität /
10. Schuljahr)
ETH
26-30 Jahre
keine Schuloder Berufsbildung
Temporärarbeitende nach Alter
Anzahl Beobachtungen: 995
0%
21-25 Jahre
0%
40%
100%
30%
20%
10%
2%
30%
58%
7%
4%
7%
5%
7%
60%
43%
Universität / ETH
Fachhochschule
höhere Fach- und
Berufsausbildung
(Berufs-)Matur
0%
Berufslehre
Temporärarbeitende nach Ausbildung
Anzahl ­Beobachtungen: 999
80%
15%
Vorbereitungskurse
41-jährig und älter
26-40-jährig
bis 25-jährig
40%
29%
20%
27%
Temporärarbeitende nach Alter
im V
­ ergleich zu allen Erwerbstätigen
Anzahl Beobachtungen: 995
Zusatzquelle: BFS, Erwerbstätigenstatistik, 2014
13%
0%
Temporärarbeitende
alle
Erwerbstätige
100%
19%
80%
7%
30%
38%
25%
60%
8%
20%
53%
Temporärarbeitende
alle
Erwerbstätige
Temporärarbeitende nach Alter
2006-2014 im Vergleich
Anzahl Beobachtungen: 995
0%
51 J. +
0%
5%
41-50 J.
15%
36-40 J.
21%
10%
31-35 J.
20%
Hochschule, Fachhochschule,
höhere Berufsbildung
(Berufs-)Matur
Berufslehre
Obligatorische Schule, Anlehre
26-30 J.
39%
21-25 J.
Temporärarbeitende nach Ausbildung
im Vergleich zu allen Erwerbstätigen
Anzahl Beobachtungen: 999
Zusatz­q uelle: BFS, Schweizerische
Arbeits­k räfteerhebung, 2014
2014
2010
2006
15%
40%
bis 20 J.
Das Ausbildungsniveau der Temporärarbeitenden hat sich in den
vergangenen zehn Jahren kontinuierlich erhöht. Dabei ist sowohl
der Anteil der Hochschulabsolventen als auch der Anteil der Personen mit abgeschlossener Berufslehre gestiegen. Der Grund für diese
steigende Qualifizierung: Seit 2006 hat insbesondere der Anteil der
temporären Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufslehre stark
zugenommen. Der Anteil der Temporärarbeitenden ohne Berufsausbildung ist in diesem Zeitraum um 6 Prozentpunkte gefallen. Obwohl
die Temporär­arbeitenden zunehmend besser ausgebildet sind, haben
sich die Tätigkeitsprofile der zu besetzenden Stellen noch nicht im
gleichen Umfang verändert. Im Jahr 2006 übten 47% der Temporärbeschäftigten eine Hilfsarbeitertätigkeit aus, obschon nur 23% keine
Berufsausbildung abgeschlossen hatten. Damit wurde mehr als die
Hälfte der Hilfsarbeiterjobs von Arbeitnehmern mit Berufsausbildung
ausgeführt. Diese Lücke schliesst sich zunehmend. So hatten im
Jahr 2014 17% der Temporärarbeitenden keine Berufsausbildung und
der Anteil der Hilfsarbeitsstellen lag nur noch bei 31%. Entsprechend
wurden nur noch gut 45% der Hilfsjobs von Temporärarbeitenden mit
Berufsabschluss verrichtet. Diese Zahlen zeigen, dass der Anteil jener,
die trotz einer Berufsqualifikation eine ungelernte Tätigkeit ausüben,
deutlich gesunken ist – von 24% auf 14%.
Temporärarbeitende nach Ausbildung
2006-2014 im Vergleich
Anzahl Beobachtungen: 999
10%
10%
30%
Temporärarbeit ist vor allem bei jüngeren Menschen beliebt. Ein
Viertel (27%) der Temporärarbeitenden ist jünger als 26 Jahre. Das
entspricht einem Anteil von 12% an der Gesamtheit aller Erwerbstätigen in dieser Altersgruppe. Demgegenüber arbeiten nur 3,5% der über
40-Jährigen temporär. Da dies eine grosse Altersgruppe darstellt, sind
dennoch 30% der Temporärarbeitenden älter als 40-jährig, knapp 13%
sind sogar älter als 50-jährig. Der Anteil der über 40-Jährigen hat seit
2006 kontinuierlich zulasten der unter 26-Jährigen zugenommen.
Temporärarbeit wird also zunehmend auch für ältere Stellensuchende
eine valable Option.
13%
13%
40%
obligatorische Schulzeit
(inkl. 10. Schuljahr)
Erwerbstätige mit Berufslehrabschluss sind unter den Temporärarbeitenden im Vergleich zu allen Erwerbstätigen übervertreten.
Dies gilt auch für Erwerbstätige ohne Berufsausbildung und hängt
mit den Jobprofilen zusammen, die Personaldienstleister anbieten.
Ihr Jobportfolio umfasst praktisch ausschliesslich Fach- und Hilfsfunktionen, aber kaum akademische oder Kaderpositionen (vgl.
Seite 5). Dennoch verfügen 12% der Temporärarbeitenden über einen
Hochschulabschluss. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass einige
Hochschulabsolventen über die Temporärarbeit in die Arbeitswelt
einsteigen oder nach dem Bachelor-Abschluss ihr Master-Studium
mit Hilfe von Temporärarbeit finanzieren.
2014
2010
2006
15%
keine Schul- oder
Berufsbildung
Gut die Hälfte (53%) der Temporärarbeitenden verfügt über einen
Lehrabschluss. Ein Sechstel (17%) hat nur die obligatorische Schulzeit
absolviert oder verfügt über keine Schulbildung. 7% der Temporärarbeitenden verfügen über die (Berufs-)Matur und 12% über eine
Hochschulausbildung.
Alter
17%
50%
bis 20 Jahre
Ausbildung
20%
20%
60%
9
Geschlecht
Etwas mehr als zwei Drittel (68%) der Temporärarbeitenden sind
Männer, knapp ein Drittel (32%) sind Frauen.2 Dieses Verhältnis hat
sich seit der letzten Umfrage von swissstaffing aus dem Jahr 2010
zugunsten der Männer von 62% auf 68% erhöht. Männer arbeiten
häufiger temporär als Frauen. Dies hängt mit dem Branchenmix der
Temporärarbeit zusammen. Denn Temporärarbeit wird in männerdominierten Branchen wie dem Baugewerbe und gewissen Industrie­
branchen stärker nachgefragt als in Dienstleistungsbranchen (vgl.
Seiten 6-7).
Nationalität
Die Hälfte (50%) der Temporärarbeitenden sind Schweizer, die andere
Hälfte hat eine ausländische Staatsangehörigkeit.3
Unter den ausländischen Temporärarbeitenden bilden Erwerbstätige
aus Deutschland (8%), den Balkanländern (7%) und Portugal (7%) die
grössten Gruppen.
Ausländische Erwerbstätige sind unter den Temporärarbeitenden
im Vergleich zu allen Erwerbstätigen übervertreten. Dies gilt
insbeson­dere für Menschen aus Deutschland, Portugal und dem
­Balkan.
1%
10%
100%
100%
32%
80%
36%
60%
60%
Frau
Mann
68%
54%
20%
0%
53%
20%
10%
44%
Temporärarbeitende nach Zivilstand im Vergleich
zur ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren
Anzahl Beobachtungen: 984
Zusatzquelle: BFS, STATPOP, 2013
Temporärständige Wohnmitarbeitende bevölkerung
20%
30%
40%
50%
8%
Portugal
7%
Balkanländer
7%
Italien
40%
5%
3%
Türkei
2%
Frankreich
2%
60%
Kinder
keine Kinder
8%
aussereuropäisches Land
Temporärarbeitende nach familiärer ­Situation
Anzahl Beobachtungen: 987
7%
anderes europäisches Land
Temporärarbeitende nach Nationalität
Anzahl Beobachtungen: 983
50%
40%
Andere Länder
Spanien
Frankreich
Italien
Portugal
Deutschland
20%
2
Die eingangs erwähnte, hinsichtlich gewisser Merkmale möglicherweise eingeschränkte Repräsentativität macht sich hier bemerkbar. Gemäss Vollerhebung des Seco
liegt der Ausländeranteil höher.
3
10
Vier von zehn Temporärarbeitenden haben Kinder. Unter den
­Temporärarbeitenden mit Kindern sind 64% verheiratet, 14% ledig
und 20% geschieden.
Rund 28% der alleinverdienenden sowie hauptverdienenden Temporärarbeitenden haben Kinder. Nebenverdienende arbeiten im
Schnitt weniger lang temporär (14 Monate) als Hauptverdienende,
Alleinverdienende und zu gleichen Teilen Verdienende mit Partner
(18-19 Monate). Die durchschnittliche Einsatzdauer ist bei Neben- und
Alleinverdienenden deutlich geringer als bei Temporärarbeitenden,
die in ihrem Haushalt Hauptverdiener sind oder zu gleichen Teilen
mit ihrem Partner zum Haushaltseinkommen beitragen.
15%
30%
Die eingangs erwähnte, hinsichtlich gewisser Merkmale möglicherweise eingeschränkte Repräsentativität macht sich hier bemerkbar. Gemäss Vollerhebung des Seco
liegt der Frauenanteil tiefer.
Über die Hälfte (53%) der Temporärarbeitenden sind ledig. Ein Drittel
(36%) ist verheiratet oder in einer Partnerschaft. Dieses Verhältnis ist
in der ständigen Wohnbevölkerung (ab 15 Jahren) praktisch umgekehrt. Der hohe Anteil Lediger unter den Temporärarbeitenden ist
Ausdruck ihres deutlich unterdurchschnittlichen Alters. Ein Zehntel
der Temporärarbeitenden ist geschieden und 1% verwitwet.
Fast die Hälfte (48%) der Temporärarbeitenden bestreitet ihren
Lebensunterhalt bzw. den ihrer Familie alleine. Ein Fünftel (20%)
ist Hauptverdiener/in. Auch wenn Temporäreinsätze in der Regel
für eine überschaubare Dauer eingegangen werden, ist sie für zwei
Drittel der Temporärarbeitenden während dieser Zeit die zentrale
Einnahmequelle. Für ein Drittel dient der Temporärjob als Nebenverdienst oder als gleichwertiger Beitrag zum Familienverdienst.
50%
Schweiz
Deutschland
Spanien
verwittwet
geschieden
verheiratet / in einer Partnerschaft
ledig
0%
alle
Erwerbstätige
0%
43%
40%
Temporärarbeitende nach Geschlecht
im Vergleich zu allen Erwerbstätigen
Anzahl Beobachtungen: 1000
Zusatzquelle: BFS, Erwerbstätigenstatistik, 2014
Temporärarbeitende
Zivilstand und familiäre Situation
80%
46%
40%
5%
8%
10%
Ausländische Temporärarbeitende nach Nationalität
im Vergleich zu allen Erwerbstätigen
Anzahl Beobachtungen: 983
Zusatzquelle: BFS, SAKE
0%
Temporärarbeitende
48%
17%
20%
als Alleinverdiener/in
als Hauptverdiener/in
als Nebenverdiener/in
zu gleichen Teilen mit
meinem/meiner Partner/in
Temporärarbeitende und ihr Lebens­u nterhalt
Anzahl Beobachtungen: 954
alle
Erwerbstätige
11
Wie lange arbeitet man temporär?
Dauer eines Temporäreinsatzes
Die Temporärarbeit insgesamt
Ein Viertel der Temporärarbeitenden leistet Einsätze, die maximal
vier Wochen dauern. Eine Minderheit (15%) hingegen ist länger im
Einsatz, in seltenen Fällen bis zu 10 Jahren. Das Verhältnis zwischen
den verschiedenen Einsatzzeiten ist im Vergleich zu den Umfragen
aus den Jahren 2006 und 2010 nahezu unverändert geblieben.
zum ersten Mal
temporär gearbeitet
45%
55%
bereits früher
temporär gearbeitet
Menschen, die in der Schweiz temporär arbeiten, tun dies im Schnitt
13 Monate (Median). 82% der Temporärarbeitenden sind spätestens
nach zwei Jahren nicht mehr über Personaldienstleister angestellt.
Damit bestätigt sich das auch in den letzten Umfragen aus den Jahren 2006 und 2010 beobachtete Phänomen: Temporärarbeit dauert in
der Regel nur ein paar Monate. Sie dient den Arbeitnehmenden als
Einstieg in den Arbeitsmarkt, Zwischenlösung oder Sprungbrett zu
einer Festanstellung.
Temporärarbeitende und ihre
Erfahrung mit dieser Arbeitsform
Anzahl Beobachtungen: 994
6%
17%
Von den befragten Temporärarbeitenden gaben etwas mehr als die
Hälfte (55%) an, zum ersten Mal in ihrem Leben temporär zu arbeiten. Dabei leistet die Hälfte (50%) nur einen einzigen Einsatz. Ein
Viertel (27%) absolviert zwei oder drei Einsätze. Ein weiteres Viertel (23%) wird häufiger, höchstwahrscheinlich in Kurzeinsätzen,
platziert. Knapp die Hälfte (46%) derjenigen, die mehrere Einsätze
leisten, geben an, temporär zu arbeiten, um berufliche Erfahrungen
zu sammeln.
1 Einsatz
2 Einsätze
3 Einsätze
4 bis 10 Einsätze
mehr als 10 Einsätze
50%
12%
Temporärarbeitende nach Anzahl Einsätze
innerhalb ihrer Temporärarbeits-Phase
Anzahl Beobachtungen: 884
15%
82%
25%
25%
24%
22%
20%
20%
20%
20%
17%
15%
15%
14%
15%
15%
12%
11%
9%
10%
12%
10%
6%
5%
12
5%
3%
0%
Temporärarbeitende nach Dauer
eines einzelnen Temporäreinsatzes
Anzahl Beobachtungen: 894
53 und mehr Wochen
27-52Wochen
13-26 Wochen
9-12 Wochen
5-8 Wochen
1-4 Wochen
über 4 Jahre
über 3-4 Jahre
über 2-3 Jahre
19-24 Monate
13-18 Monate
7-12 Monate
4-6 Monate
0%
1-3 Monate
Temporärarbeitende nach Dauer
ihrer Temporärarbeits-Phase
Anzahl Beobachtungen: 894
13
Wie bettet sich die Temporärarbeitserfahrung
in den beruflichen Werdegang ein?
Temporärarbeitende, die eine Festanstellung suchen
Im Vergleich zu den vorangegangenen Studien hat sich der hohe
­Beschäftigungsgrad ein Jahr nach dem Temporäreinsatz bei 74%
­stabilisiert. Im Jahr 2010 konnte der gleiche Wert gemessen werden.
Bei der Befragung aus dem Jahr 2006 waren erst 60% beschäftigt.
Ein Fünftel (20%) der Temporärarbeitenden sucht im Anschluss an
den Temporäreinsatz keine Festanstellung, sondern eine Weiterbildung, einen weiteren Temporäreinsatz oder anderes. 80% suchen
eine Festanstellung, davon ist ein knappes Drittel (29%) aber auch
offen für weitere Temporäreinsätze.
Situation vor und nach dem Temporäreinsatz
Personen, die temporär arbeiten, sind nach dem Temporäreinsatz
wesentlich besser in den Arbeitsmarkt integriert als vor ihrem
­Temporäreinsatz.
100%
Gut ein Viertel (29%) der Temporärarbeitenden gelangt aus einer
Festanstellung zum Temporäreinsatz. Rund ein Jahr nach ihrem
letzten Einsatz befinden sich mit 37% deutlich mehr in einer Fest­
anstellung.
80%
10%
2%
60%
Insgesamt steht etwas mehr als die Hälfte (57%) der angehenden
Temporärarbeitenden im Erwerbsleben. Ein Viertel (23%) ist vor
­ihrem Temporäreinsatz arbeitslos. Etwa ein Fünftel (20%) ist in
­Ausbildung bzw. beruflich inaktiv. Damit hat sich dieser Wert seit
der letzten Befragung im Jahr 2010 kaum verändert.
2% 1%
9%
1%
14%
22%
2%
2%
23%
3%
2%
4%
1%
2%
30%
6%
120
7%
40%
100%
2%
4%
7%
7%
80%
3%
2%
4%
1%
100
20%
37%
5%
42%
37%
Hausfrau/-mann, Renter/in
in einer Aus-/Weiterbildung
im Studium
in der Lehre
arbeitslos
selbständigerwerbend
in einem Temporäreinsatz
in einer befristeten Anstellung
in einer Festanstellung (unbefristet)
Temporärarbeitende und ihre berufliche
­Situation nach dem Temporäreinsatz
2010 und 2014 im Vergleich
Anzahl Beobachtungen: 985/970
16%
2%
Knapp die Hälfte (49%) der feststellensuchenden Temporärarbeitenden finden die gewünschte Festanstellung innert Jahresfrist.
­Insgesamt bleiben knapp vier Fünftel (78%) der feststellensuchenden
Temporärarbeitenden auch nach dem Temporäreinsatz im Erwerbsleben integriert.
16%
14%
Rund ein Jahr nach der Temporärarbeitserfahrung sind drei Viertel
weiterhin im Arbeitsmarkt integriert. Nur 16% fallen in die Arbeitslosigkeit. Diese Bilanz verdeutlicht, dass die Temporärarbeitenden
in ihren Einsätzen wertvolle Erfahrungen sammeln und Kontakte
knüpfen, die ihnen helfen, einen längerfristigen Platz im Arbeitsmarkt zu finden.
0%
2006
2010
2014
23%
60%
3%
Hausfrau/-mann, Renter/in
in einer Aus-/Weiterbildung
19%
im Studium
40%
in der Lehre
arbeitslos
6%
selbständigerwerbend
in einem Temporäreinsatz
20%
in einer befristeten Anstellung
29%
in einer Festanstellung (unbefristet)
Temporärarbeitende und ihre berufliche S
­ ituation
vor sowie nach dem Temporäreinsatz
Anzahl Beobachtungen: 985
14
4%
2%
30%
5%
0%
Aus-/Weiterbildung
anderes
0%
vorher
40%
60%
80%
feste Anstellung
weiterer Temporäreinsatz
37%
20%
2014
2010
2006
2010 hatten gut ausgebildete Schweizer oder junge Temporärarbei­
tende eine überdurchschnittliche Chance (54%-58%) auf eine Fest­
anstellung. 2014 ist die Situation grundsätzlich anders: Zwischen
Schweizern und Ausländern gibt es keine Unterschiede mehr. Dies
könnte daran liegen, dass die Zuwanderung in die Schweiz zunehmend qualifizierter wird und gezielt in die Bereiche stattfindet, in
denen die offenen Stellen nicht durch das vorhandene Arbeitskräfte­
potential besetzt werden können.
Überdurchschnittliche Chancen auf eine Festanstellung haben Temporärarbeitende, die vor dem Temporäreinsatz bereits festan­gestellt
waren oder ihre Lehre abgeschlossen haben (Wahrscheinlichkeit
liegt bei 49% bzw. 45%). Gute Aussichten auf eine Festanstellung
haben ebenfalls Arbeitslose (37%) sowie Temporärarbeitende, die eine
Aus- bzw. Weiterbildung (35%) oder ein Studium (33%) abgeschlossen
haben. Unterdurchschnittliche C
­ hancen haben Personen (22%), die
seit mehr als zwei Jahren t­ emporär arbeiten. Sie bleiben zwar gut in
den Arbeitsmarkt integriert, aber erhalten seltener Festanstellungen
und bleiben häufiger temporär b
­ eschäftigt (51%).
An diesen Zahlen wird erneut die Brückenfunktion der Temporär­
arbeit deutlich.
Temporärarbeitende und gewünschte
­berufliche Situation nach dem letzten
­Temporäreinsatz im zeitlichen Vergleich
Anzahl Beobachtungen: 912
nachher
15
Für viele Arbeitslose ist die Temporärarbeit der erste Schritt, um
wieder in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu k
­ ommen. Bei ehemals Festangestellten ist die Temporärarbeit die Brücke zwischen
zwei f­ esten Anstellungsverhältnissen. Für viele Arbeitnehmer, die
eine Lehre, eine berufliche Tätigkeit oder ein S
­ tudium abgeschlossen
haben, bietet die Temporärarbeit die Möglichkeit, erste Berufserfahrungen zu sammeln. Bei den Lehrab­gängern und vermutlich auch bei
vielen Studierenden ist dies in der Regel ihre erste Stelle und bildet
damit einen wichtigen Einstiegs­kanal in die Arbeitswelt. 45% der
Lehrabgänger gelingt es, innert Jahresfrist eine Festanstellung zu
finden.
Bildung
100%
3%
4%
2%
1%
2%
2%
1%
Alter
1%
30%
Bessere Chancen auf eine feste Anstellung ist der meist g
­ enannte
Grund für die Annahme einer Temporärarbeit. Für etwas mehr als
die Hälfte (52%) ist dieser Beweggrund wichtig oder sehr wichtig.
An zweiter Stelle (47%) steht der Grund, dass einem der Per­sonal­
verleiher die Stellensuche abnimmt. An dritter Stelle steht der
Wunsch, berufliche Erfahrungen zu sammeln (für 41% wichtig oder
sehr wichtig). Ein Drittel der Temporärarbeitenden entscheidet sich
aber auch für den Temporäreinsatz, weil er sich zur Überbrückung
­eignet. Mit F
­ lexibilität zusammenhängende Beweggründe waren
für einen erheblichen Teil der Temporärarbeitenden von Bedeutung.
32% s­ chätzten die Möglichkeit, den Zeitpunkt und die Dauer der
Arbeit frei w
­ ählen zu können. Ein Viertel der Befragten suchte nach
­Abwechslung und entschied sich deshalb für die Temporärarbeit.
18% nutzten die Temporärarbeit in Ergänzung zu anderen Tätig­
keiten.
Berufliche Situation
vor Temporäreinsatz
100%
100%
80%
45%
80%
55%
2%
60%
45% der Temporärarbeitenden geben an, sich bewusst für diese
Arbeitsform entschieden zu haben, weil sie zu ihrer damaligen
Lebenssituation passte. Dieser Anteil ist seit den Umfragen von 2006
und 2010 kontinuierlich leicht gestiegen. Die anderen 55% arbeiten
temporär, weil sie keine andere (feste) Stelle gefunden haben.
17%
16%
80%
Nationalität
Warum arbeitet man temporär?
Der steigende Anteil der Temporärarbeit erklärt sich unter anderem
dadurch, dass sich diese Arbeitsform zunehmender Beliebtheit erfreut.
So wünschen sich 40% der Befragten, weiterhin temporär beschäftigt
zu sein. In der Studie aus dem Jahr 2006 waren dies lediglich 20%.
Diese Entwicklung lässt sich besonders stark bei Personen beobachten,
die bereits im Jahr zuvor temporär beschäftigt waren. So wünscht sich
gut ein Viertel dieser Gruppe keine feste A
­ nstellung mehr, sondern
sucht gezielt ein temporäres Arbeitsverhältnis.
60%
60%
40%
40%
Ich arbeitete freiwillig t­ emporär,
das passte zu meiner damaligen
Lebenssituation.
Ich arbeitete temporär,
weil ich keine andere Stelle
­gefunden hatte.
Temporärarbeitende und ihre Entscheidung
für die Aufnahme einer Temporärarbeit
Anzahl Beobachtungen: 983
30%
5%
16
Hausfrau/-mann,
Renter/in
Studium
Lehre
arbeitslos
selbstständig
Temporärarbeit
Weiterbildung,
sonst.Ausbildung
Feststellensuchende Temporärarbeitende und ihre
berufliche Situation nach dem Temporäreinsatz,
in Abhängigkeit von persönlichen Merkmalen
Anzahl Beobachtungen: 729
Festanstellung
(unbefristet)
51-70-jährig
41-50-jährig
26-40-jährig
0%
befristete Anstellung
Temporärarbeitende und ihre berufliche
Situation nach dem Temporäreinsatz, alle
und nur Feststellensuchende im Vergleich
Anzahl Beobachtungen: 985/729
0%
bis 25-jährig
Feststellensuchende
Hausfrau/-mann, Renter/in
in einer Aus-/Weiterbildung
im Studium
in der Lehre
arbeitslos
selbständigerwerbend
in einem Temporäreinsatz
in einer befristeten Anstellung
in einer Festanstellung (unbefristet)
20%
Ausländer
Alle
20%
Schweizer
0%
42%
hoch
37%
20%
mittel
5%
tief
40%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
um meine Chancen auf eine feste Anstellung zu steigern
weil so der Personalverleiher die Stellensuche für mich übernahm
um beruflich Erfahrungen zu sammeln
eine Überbrückungslösung zwischen zwei anderen Tätigkeiten
um den Zeitpunkt und/oder die Dauer der Arbeit frei wählen zu können
da ich Abwechslung suchte
um eine Ergänzung zu meinen anderen Tätigkeiten zu haben
Feststellensuchende Temporärarbeitende
und ihre berufliche Situation nach dem
Temporäreinsatz, in Abhängigkeit von der
beruflichen Vergangenheit
Anzahl Beobachtungen: 729
Temporärarbeitende nach Beweggrund
für die Aufnahme einer Temporärarbeit
(Skala: wichtig + sehr wichtig)
Anzahl Beobachtungen: 980
17
71%
Wie zufrieden sind Temporärarbeitende?
30%
30%
25%
Lohn
20%
Die Stundenlöhne der Temporärarbeitenden verteilen sich auf ein
breites Spektrum. Wie im Jahr 2010 verdienen über 70% der Zeitarbeitenden einen Stundenlohn zwischen Fr. 20.– und Fr. 34.90. Jedoch hat
sich die Lohnverteilung in dieser Spanne deutlich nach oben entwickelt. Verdienten im Jahr 2010 die Temporärarbeitenden am häufigsten einen Lohn zwischen Fr. 20.– bis Fr. 24.90, so lag der Lohn im Jahr
2014 am häufigsten zwischen Fr. 25.– und Fr. 29.90. Auch der Anteil
jener, die mehr als Fr. 30.– verdienen, ist deutlich gestiegen. Waren es
2010 noch knapp ein Viertel der Temporärarbeitenden, nahm der Anteil im Jahr 2014 auf über ein Drittel zu. Insgesamt hat sich damit der
Anteil der Temporärarbeitenden, die mehr als Fr. 30.– verdienen, um
beachtliche 10 Prozentpunkte erhöht. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass mit 71% knapp drei Viertel der befragten Temporärarbeitenden mit ihrem Lohn zufrieden sind: Ein Viertel findet
den Lohn angemessen, ein Drittel findet ihn mehr als angemessen.
Mehr als ein Zehntel findet ihn sogar deutlich mehr als angemessen.
Zugenommen hat insbesondere der Anteil der Stundenlöhne, die über
den im Gesamtarbeitsvertrag Personalverleih vereinbarten Mindestlöhnen liegen. Für diese positive Entwicklung scheint vor allem die
zunehmende Qualifikation der Temporärarbeitenden verantwortlich
zu sein.
15%
23%
18%
11%
5%
2%
18
1%
Temporärarbeitende und Weiterbildung
Anzahl Beobachtungen: 998
2%
13%
weiss nicht / keine Antwort
Fr. 50.– oder mehr
Fr. 45.– - 49.90
Fr. 40.– - 44.90
9%
Wie nützlich war diese Weiterbildung
für Ihre Karriere?
6%
10%
58%
17%
34%
1 = überhaupt nicht angemessen
2
3 = angemessen
4
5 = deutlich mehr als angemessen
35%
34%
25%
Temporärarbeitende und ihre
­Zufriedenheit mit dem Lohn
Anzahl Beobachtungen: 990
23%
20%
15%
–
1
2
3
+
5
4
3.6
11%
10%
Temporärarbeitende mit Weiterbildung
und Finanzierung der Weiterbildung
Anzahl Beobachtungen: 151
3.7
temptraining
4
Personalverleiher
0%
3.7
Geschwindigkeit der Vermittlung
Qualität der vermittelten Arbeit
Etwa ein Drittel der Befragten hat die Kosten für die Weiterbildung
selbst getragen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass bei zwei Dritteln der Befragten die Weiterbildung vom Einsatzbetrieb (32%), dem
Personalverleiher (23%) oder vom Weiterbildungsfonds temptraining4
(11%) finanziert wurde. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass
die Temporärarbeit einen wertvollen Beitrag zur fortlaufenden beruflichen Qualifizierung der Arbeitnehmer leistet und somit die Lücke
zwischen den Fähigkeiten eines Mitarbeitenden und den Anforderungen des Arbeitsmarkts schliessen kann. Die Finanzierung der
Weiterbildungen über temptraining, Personalverleiher oder Einsatzbetrieb stellt dabei sicher, dass die Möglichkeit einer Weiterbildung
nicht vom Portemonnaie der Temporärarbeitenden abhängig ist.
32%
Einsatzbetrieb
Persönliche Betreuung
Etwa ein Sechstel (17%) der Temporärarbeitenden hat während der
Temporärarbeit eine Weiterbildung besucht. Insgesamt waren die
Teilnehmer mit ihrer Weiterbildung sehr zufrieden. Drei Viertel fanden diese nützlich. 58% gaben dabei sogar an, dass sie die Weiterbildung als sehr nützlich empfanden.
30%
5%
Zufriedenheit insgesamt
1 = völlig unnütz
2
3 = nützlich
4
5 = sehr nützlich
Temporärarbeitende mit Weiterbildung
und Nützlichkeit der Weiterbildung
Anzahl Beobachtungen: 163
14%
15%
Temporärarbeitende und
ihre Z
­ ufriedenheit mit der
­Temporär­a rbeit und den
­Dienstleistungen ­i hres
­Personalverleihers; Mittel­werte
Anzahl Beobachtungen: 965
Fr. 35.– - 39.90
Fr. 30.– - 34.90
Fr. 25.– - 29.90
Fr. 20.– - 24.90
0%
unter Fr. 20.–
Temporärarbeitende und ihr
(Brutto-)Stundenlohn
Anzahl Beobachtungen: 1‘000
keine Weiterbildung besucht
83%
7%
6%
Temporärarbeitende
Wie schon in den Studien 2006 und 2010 sind die Temporärarbei­
tenden mit ihrem temporären Beschäftigungsverhältnis zufrieden.
Dabei schätzen sie besonders, dass sie dank des Engagements ihres
Personalverleihers in kurzer Zeit unter guten Arbeitsbedingungen
in einem Einsatzbetrieb eingesetzt werden können. Die individuelle
und persönliche Betreuung durch den Personalverleiher wird von den
Temporärarbeitenden überdies als sehr positiv empfunden.
Weiterbildung besucht
während Temporärarbeit
10%
24%
Allgemeine Zufriedenheit
Wie bilden sich Temporärarbeitende weiter?
17%
Seit dem 1. 7. 2012 profitieren Temporärarbeitende vom Weiterbildungsfonds temp­
training. Dieser ist eine Errungenschaft des Gesamtarbeitsvertrags Personalverleih.
4
19
Wie gross ist der Temporärarbeitsmarkt?
Weiterbildungsfonds temptraining
Seit dem 1. 7. 2012 profitieren Temporärarbeitende vom Weiterbildungsfonds temp­training. Dieser ist eine Errungenschaft des
­Gesamtarbeitsvertrags Personalverleih.
Jedem sechsten Temporärabeitenden (16%) ist temptraining ein
Begriff. Unter jenen, die den Weiterbildungsfonds kennen, hatte ein
knappes Viertel bereits direkten Kontakt mit temptraining. Diese
Resultate zeigen, wie gut temptraining bereits im Jahr 2013 unter den
Temporärarbeitenden verankert war, obwohl sich der Fonds noch im
Aufbau befand.
In den letzten zwanzig Jahren ist das Temporärarbeitsvolumen pro
Jahr um durchschnittlich 9,7% gewachsen. Schwierige Wirtschaftsverhältnisse, Unsicherheiten und Umwälzungen in der globalen
Wirtschaftsordnung – Technologisierung und Globalisierung sind
hier die Stichworte – haben zu einer steigenden Nachfrage der Unternehmen nach flexiblen Personallösungen geführt. Auch auf Arbeitnehmerseite haben sich die Präferenzen verändert. Mehr Menschen
als früher entscheiden sich für Jobunterbrüche oder wollen Verschiedenes ausprobieren.
35 000
30 000
25 000
20 000
Von den Temporärarbeitenden, die schon einmal mit temptraining
in Kontakt standen, waren knapp zwei Drittel (61%) zufrieden oder
sehr zufrieden. Der Hauptgrund, warum man mit der Leistung von
temptraining unzufrieden sein könnte, ist sicherlich, wenn Weiterbildungskosten nicht übernommen wurden. Betrachtet man den
Zufriedenheitsgrad jener Personen, deren Weiterbildung von temptraining bezahlt wurde, liegt die Zufriedenheit bei 76%.
15 000
Im Jahr 2013 arbeiteten in der Schweiz 302‘526 Personen temporär.
Gemäss Schätzungen von swissstaffing dürfte diese Zahl im Jahr
2014 leicht darunter liegen. Die Temporärarbeitenden erzielten im
Jahr 2013 eine Gesamtlohnsumme von 4,7 Milliarden Franken. Im
Jahr 2014 dürfte sich der Wert auf diesem Niveau stabilisieren.
10 000
5000
2013
2014
2011
2012
2010
2009
2007
2008
2005
2006
2003
2004
2001
2002
1999
2000
1997
1998
1995
1996
1993
1994
0
Anzahl Temporärarbeitende eines Jahres, 2014 geschätzt
Quelle: Seco, Berechnungen von swissstaffing
Die Personaldienstleister erwirtschafteten durch den Verleih dieser
temporären Mitarbeitenden zusammen einen Branchenumsatz
von 6,5 Milliarden Franken im Jahr 2013 und von schätzungsweise
6,5 Milliarden Franken im Jahr 2014.
50 000
0%
20%
40%
60%
80%
100%
40 000
2013
2014
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1998
1999
0
1997
Zufriedenheit der Temporärarbeitenden mit
temptraining, Anzahl Beobachtungen: 50
10 000
1996
47
20 000
1995
20
1 = sehr unzufrieden
2
3 = zufrieden
4
5 = sehr zufrieden
1994
17
30 000
64
1993
9
12
1992
7
18
1991
Personen, die schon einmal direkt
mit temptraining zu tun gehabt haben
(Total n=50)
6
1990
Personen, deren Weiterbildung
von temptraining bezahlt wurde
(n=17)
Lohnsumme aller Temporärarbeitenden, 2014 geschätzt
Quelle: Seco, Berechnungen von swissstaffing
20
21
Impressum
swissstaffing
Verband der Personaldienstleister der Schweiz
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CH-8600 Dübendorf
Tel: +41 (0)44 388 95 40
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Redaktion
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Marius Osterfeld, swissstaffing
Auskunft
Marius Osterfeld, swissstaffing
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Nicole Hunziker-Felber, RED’GOLD KOMMUNIKATION
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Gestaltung
Andrea Gmünder, feinform grafik
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