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UNTERNEHMENSPORTRÄT Seite 17
MUM November 2014 35 Jahre Bio-Müsli aus Bayern:
Heute schon geknuspert?
Die Barnhouse-Gründer Neil Reen und Sina Nagl erfanden das Bio-Knuspermüsli "Krunchy".
Zwei naturkostbegeisterte Menschen, ein Backofen und ein Fahrrad – mehr brauchte es nicht, um 1979 den Grundstein
für Barnhouse zu legen. Heute ist das Unternehmen aus dem bayerischen Mühldorf am Inn mit seinem Bio-Knuspermüsli
weltweit erfolgreich.
Anfang der 80er-Jahre kam die Naturkostbewegung in Schwung. Das erkannten auch
Sina Nagl und Neil Reen, die mit Barnhouse
1979 ihr eigenes Unternehmen gründeten.
Der Plan: Neben anderen Bio-Lebensmitteln
auch das Knuspermüsli Crunchy aus England
zu importieren, was es damals noch nicht in
Bio-Qualität gab. Letzteres scheiterte – der
englische Hersteller glaubt schlichtweg nicht
an den Erfolg des jungen Unternehmens.
dadurch länger satt und ist für den Insulinhaushalt verträglicher. Die Krunchy-Müslis
werden nicht nur im gesamten Bundesgebiet
ausgeliefert, sondern finden auch europa- und
weltweit zahlreiche Abnehmer.
Hohe Qualität hat für Barnhouse Priorität.
Das beginnt schon bei der täglichen Arbeit:
„Wir versuchen jedes Problem, jede Kundenreklamation so präzise aufzuarbeiten, dass
eine optimale Produktion und ein optimales
Produkt dabei herauskommen. Dabei gibt es
für uns keinen Status quo. Wir entwickeln uns
täglich weiter“, erklärt Reen. Auf der Produktionsstrecke werden ständig Proben entnommen, verschiedene Parameter überprüft und
die Qualität somit dauerhaft gesichert.
Aufgeben kam für Nagl und Reen aber nicht
in Frage. Kurzerhand starteten sie in der Küche ihrer Münchner Wohnung die Produktion
eines eigenen Knuspermüslis, das ausschließlich auf biologischen Rohstoffen basierte. Als
Name wurde Krunchy gewählt, zur besseren
Unterscheidung gegenüber der englischen
Variante. Die ersten Abnehmer der Tagesproduktion von rund vier Kilogramm waren fünf
Bio-Läden in München, ausgeliefert wurde damals noch per Fahrrad.
Auch bei der Rohware ist der Hersteller aufmerksam: Entspricht die Qualität nicht dem
eigenen Bio-Standard, wird ein LKW durchaus unverrichteter Dinge zurückgeschickt. Neben den gesetzlichen vorgeschriebenen Kontrollen nimmt Barnhouse die Lieferanten auch
selbst unter die Lupe. „Nur so bekommen wir
die Qualität, die wir wollen“, sagt Sina Nagl,
verantwortlich für Warenbeschaffung und
Controlling. Alle Zutaten werden „so regional wie möglich und so global wie nötig“ eingekauft. Das Getreide stammt beispielsweise
zum größten Teil aus benachbarten Mühlen
in Süddeutschland.
Vom Kellerbäcker zum
modernen Betrieb
Die folgenden Jahre waren von langsamem,
aber stetigem Wachstum geprägt. Zunächst
zogen die Jungunternehmer in eine Kellerbäckerei um, danach wechselte der Betrieb in
den ersten Stock eines Gebäudes über einer
Schreinerei. Im Laufe der 80er-Jahre wurden
viele verschiedene Bio-Produkte entwickelt
und hergestellt. Ein großer Teil davon war zu
diesem Zeitpunkt einzigartig auf dem deutschen Markt. Dazu zählen beispielsweise die
erste Bio-Vollkorn Babynahrung für Kinder
mit Kuhmilchunverträglichkeit, Bio-Schokoladentafeln sowie Bio-Tütensuppen ohne Hefeextrakt und gesunde Fertiggerichte.
1998 ging es dann in die erste eigene Produktionsstätte in Mühldorf am Inn. Das Anwesen
wurde selbst geplant und für die Bedürfnisse
eines modernen Backbetriebs konzipiert.
Barnhouse konzentrierte sich ab diesem
Zeitpunkt vollständig auf die Produktion des
Krunchy-Müslis. „Das ist es, was wir lieben
und was wir am besten können“, betont Neil
Reen.
Mit Bio und Ethik stark
Höchste Qualität und einwandfreie Zutaten sind für Barnhouse besonders wichtig.
Hohe Qualität im Fokus
Heute stellt das Unternehmen bis zu 15 Tonnen des Bio-Müslis pro Tag her. War das erste Backblech noch 50 Zentimeter lang, so
läuft die Produktion heute vollautomatisiert
und nach höchsten Qualitätsstandards auf
zwei je 40 Meter langen Backstraßen. Über
60 speziell ausgebildete Fachkräfte arbeiten
im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr, an
fünf Tagen die Woche. Das Sortiment umfasst
über 20 Sorten Frühstückscerealien und Knuspermüsliriegel aus Hafer, Dinkel, Amaranth
und Quinoa. Gesüßt wird mit Rohrzucker,
Honig und Reissirup. Der langkettige Zucker
wird nur langsam ans Blut abgegeben, macht
Das "Krunchymobil" auf Tour: Mit dem Lastenfahrrad reist das Barnhouse-Team von Bio-Laden zu Bio-Laden.
Alle Barnhouse-Produkte werden grundsätzlich ohne Aromen oder Geschmacksverstärker hergestellt. So stammt etwa das Erdbeeraroma aus der Verwendung von echten,
gefriergetrockneten Erdbeeren. Tricks, wie
zum Beispiel die Zugabe von Zitronensäure,
sind dagegen tabu. Gleiches gilt auch für „erlaubte“ Hilfsstoffe, die sich oft in Bio-Ware
finden: natürliche Aromen, Verdickungsmittel aus Apfelpektin oder Guarkernmehl oder
Maisstärke sind in Barnhouse-Produkten
nicht zu finden. Auch Inhaltsstoffe, die eine
kostengünstigere oder einfachere Herstellung ermöglichen, lehnt das Unternehmen
kategorisch ab. Der Bio-Pionier setzt lieber
auf Erfahrung und Wissen. Rezepturen werden nicht der Produktion angepasst, sondern
genau umgekehrt.
Obwohl „100 Prozent Bio“ für Barnhouse das
wichtigste Motto ist, kommen auch andere
Werte nicht zu kurz. Besonders wichtig sind
dem Unternehmen eine ethische Handlungsweise, ökologisches und soziales Engagement
sowie partnerschaftlicher Umgang mit Mitarbeitern, Lieferanten und Kunden. Diese Philosophie zeigt sich auch in der Mitgliedschaft
im Verband „WerteMarken“. Der Zusammenschluss aus acht Bio-Unternehmen hat sich
unter dem Leitbild „Bio allein ist nicht genug“
der Frage verschrieben, wie Ethik heute im
wirtschaftlichen Handeln gelebt werden kann.
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