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Mai 1945 – Ein Land wird befreit

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Mai 1945 – Ein Land wird befreit
Themenschwerpunkt im NDR Fernsehen,
in den NDR Radioprogrammen und auf NDR.de
Start: Donnerstag, 23. April
Unbekannte Geschichten entdecken
70 Jahre ist es bald her: der 8. Mai 1945, einer der wichtigsten
Tage der deutschen Geschichte. Tag der Befreiung, Tag des
Kriegsendes.
An manchen Orten aber kam das Ende früher. Manchmal hatte
das geographische Gründe, manchmal militärische, manchmal auch menschliche. Einzelne, mutige Leute suchten den
Kontakt zu Briten oder Amerikanern, um so für ihr Dorf, ihre
Stadt Schlimmeres zu verhindern. Viel war lange nicht über
diese Leute bekannt. Ihre Geschichten sind oft nur Fußnoten in
den Geschichtsbüchern, wenn überhaupt. So wie der Fall einer
Gruppe von Männern aus Hamburg, die mit Entschlossenheit
und Courage weiteres sinnloses Blutvergießen verhinderten.
Keine zweite Operation Gomorrha, in der im Feuersturm mehr
als 40.000 Hamburger starben. Stattdessen endlich: Frieden.
des Stabsarztes Hermann Burchard und die des Hamburger
Kampfkommandanten Alwin Wolz. Hubertus Meyer-Burckhardt
erzählt diese bislang kaum bekannte Geschichte, die an
Originalschauplätzen in Hamburg und in der Lüneburger Heide
verfilmt wurde.
Der Film ist der Auftakt des NDR Schwerpunktes „Mai 1945 Ein Land wird befreit“, der sich intensiv mit dem Ende des
Zweiten Weltkrieges in Norddeutschland beschäftigt. Allein
fünf Produktionen der Reihe „Unsere Geschichte“ im NDR
Fernsehen widmen sich dieser bewegten Zeit. An diesen
Dokumentationen haben die Landesfunkhäuser in Schwerin
und Hannover wie auch die Kollegen von Ecomedia und dbate
mitgearbeitet.
Einer der mutigen Menschen, der Hamburg die bedingungslose
Kapitulation ermöglicht, ist Albert Schäfer, ein Fabrikbesitzer
aus Harburg. Sein Werk steht unter britischem Artilleriebeschuss, in seinem Keller ist ein Notlazarett eingerichtet
worden, der Stabsarzt Hermann Burchard hat hier das Sagen.
Trotz vieler Meinungsverschiedenheiten verbindet die beiden
Männer ein verwegener Plan, sie wollen zu Fuß an die Frontlinie
und die britischen Kommandeure um die Verschonung des
Lazarettes bitten.
Auch unsere Radioprogramme nehmen das Thema umfassend
auf, u. a. mit dem von Fred Breinersdorfer geschriebenen
Hörspiel „Elser“. Es zeichnet ein packendes, emotionales
Porträt des Widerstandskämpfers Georg Elser und entstand im
Zusammenhang mit dem gleichnamigen Film, der im Frühjahr
in die Kinos kommt. NDR.de startet die Multimediadokumentation „Die Befreiten“: Dort erzählen Zeitzeugen mit bewegenden Schicksalen Autoren aus der Generation der Enkelkinder,
wie sie die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges er- und
überlebt haben.
Am Morgen des 29. April brechen sie auf, es folgen dramatische Tage, der Kampf um das Schicksal der Hansestadt
beginnt.
Ich freue mich mit Ihnen darauf, viele unbekannte Geschichten
zu entdecken, die unsere Heimat zu dem gemacht haben, was
sie heute ist.
Mit dem 60-minütigen Dokumentarspiel „Hamburg 1945 – ­
wie die Stadt gerettet wurde“ zeigen wir erstmals ausführlich
die aufwühlende Geschichte des Fabrikanten Albert Schäfer,
Lutz Marmor
NDR Intendant
Die Fernsehsendungen
„Unsere Geschichte:
Hamburg 1945 – Wie die Stadt gerettet wurde“
Sendetermin: Donnerstag, 23. April, 20.15 Uhr, NDR Fernsehen
Das Dokumentarspiel von Autor Jobst Thomas schaut zurück
auf die Schicksalstage, die der Kapitulation Hamburgs am
3. Mai 1945 vorausgegangen sind, und stellt deren dramatische
Ereignisse in aufwendig inszenierten Spielsequenzen (Regie
Torsten Wacker) nach. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Männer,
die damals wesentlich – auch unter Einsatz ihres Lebens – zur
unblutigen Beendigung des Krieges beigetragen haben. In den
Geschichtsbüchern kommen sie jedoch, wenn überhaupt, nur
als Randfiguren vor. „Hamburg 1945 – wie die Stadt gerettet
wurde“ erzählt die Geschichte hinter der Geschichte.
In den letzten Apriltagen haben die britischen Truppen Hamburgs südlichen Stadtrand erreicht. Ihre Artillerie eröffnet das
Feuer auf den Stadtteil Harburg. Dabei werden die PhoenixWerke, ein kriegswichtiger Reifenhersteller, mehrfach getroffen.
Seit einem Bombenangriff wenige Monate zuvor sind bereits
alle umliegenden Krankenhäuser vollkommen zerstört. Deshalb
ist in den Kellern der Phoenix-Werke ein Reservelazarett eingerichtet worden, nicht nur für deutsche Verwundete, sondern
auch für verletzte, in Gefangenschaft geratene britische Soldaten. Um das Lazarett vor weiteren Zerstörungen zu schützen,
hat Stabsarzt Hermann Burchard eigenmächtig angeordnet,
auf dem Werksdach ein weit sichtbares Rotes Kreuz anzubringen. Werksleiter Albert Schäfer, ein angesehener Hamburger
Kaufmann, fühlt sich übergangen und stellt Burchard zur Rede.
Er sieht in dem Roten Kreuz auf dem Werksdach einen Verstoß
gegen die Genfer Konvention, weil in einigen Hallen noch gearbeitet wird. Burchard seinerseits wirft Schäfer vor, die Reifenproduktion trotz des eingerichteten Lazaretts nicht eingestellt
zu haben. Der Streit endet unversöhnlich.
Dennoch raufen sich die beiden zusammen, denn plötzlich
verbindet sie ein verwegener Plan. Zu Fuß wollen sie sich an
die Frontlinie heranwagen und die britischen Kommandeure
um Verschonung des Lazaretts bitten. Als sie sich am 29. April
morgens zu den britischen Stellungen aufmachen, beginnen
ereignisreiche Tage voller Dramatik. Bevor am 3. Mai für die
Hansestadt der Krieg – anders als befohlen – kampflos zu Ende
geht, ist Hamburgs Schicksal gänzlich ungewiss.
Der 60-minütige Film wird präsentiert und erzählt
von Hubertus Meyer-Burckhardt.
Stab
Autor
Regie Szenen Kamera Szenen
Kamera Dokumentation
Schnitt
Kostümbild
Ausstattung
Grafik
Musik Ton Produktionsleitung Herstellungsleitung
Produzent NDR Redaktion Moderation & Sprecher Dr. Jobst Thomas
Torsten Wacker
André Lex
Jürgen Staiger
Sigrid Sveistrup
Antje Gebauer
Michael Möldner
stodt mediendesign
Carsten Heussmann
Andreas Kluge, Pascal Chavel
Evelyn Hein / Jörg Kuhlmann
Klaus Behrsing
Ulf Thomas (jumpmedientv)
Marc Brasse (Leitung),
Claudia Wallbrecht
Hubertus Meyer-Burckhardt
Besetzung
Albert Schäfer
Elisabeth Schäfer
Prof. Dr. Hermann Burchard
Thomas Lindsay
Kradmelder
Götz Burger
Marion Elskis
Nico König
Eric Bouwer
Michael Lott
Zeitzeugen
Uwe Bahnsen
Dr. Jan Heitmann
Dr. Peter Schäfer
Elisabeth Sahlmann
Dr. Elisabeth Schwabe
Buchautor
Historiker
Sohn von Albert Schäfer
Tochter von Alwin Wolz
Tochter von Albert Schäfer
Die Fernsehsendungen
„Unsere Geschichte:
Mein 45 – Norddeutsche erinnern sich an das Kriegsende“
Sendetermin: Donnerstag, 23. April, 21.15 Uhr, NDR Fernsehen
Vor fast 70 Jahren war der Krieg in Norddeutschland zu Ende. In einer Kooperation zwischen dem
NDR und der Video-Plattform dbate.de erzählt der Film „Mein 45“ das Kriegsende in einer neuen
Form – als subjektives „Tagebuch“ von Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen direkt in die Kamera
sprechen, ergänzt durch authentisches Rohmaterial alliierter und deutscher Kameraleute. Autor
und Regisseur Manfred Uhlig lässt Menschen zu Wort kommen, die den Zusammenbruch, das
unglaubliche Chaos und den vorsichtigen Neuanfang erlebt haben. Viele der Zeitzeugen sprechen
zum ersten Mal über die aufwühlende Zeit. Sie erinnern sich, wie Schmuck und Wertsachen aus
Angst vor Plünderern in Erdlöchern versteckt wurden oder wie Gerüchte umgingen, die farbigen
US-Soldaten würden „Kinder klauen“. Eine KZ-Überlebende erzählt, wie sie Dolmetscherin der
britischen Besatzer wurde, ohne ein Wort Englisch zu können. Ein Deserteur schildert das Versteck,
in dem er auf St. Pauli die Jagd auf ihn überlebte. Erstklässlerinnen des Jahres 1945 erinnern sich
an die Filmaufnahmen, die die Wochenschau von ihnen machte, und an ihr Schulbrot: ein Stück
Steckrübe.
Ergänzt wird die Dokumentation von seltenen und zum Teil noch nie gesendeten Archivaufnahmen:
komplette Filmrollen, oft in Farbe und noch mit „Klappe“, bevor sie zu Wochenschauen zusammengeschnitten wurden. Diese unzensierten und ungekürzten Bilder zeigen die letzten Luftangriffe,
Kolonnen von Flüchtlingen, die zerstörten Innenstädte, die schwierige Versorgungslage, die Flucht
über zerstörte Elbbrücken, den Schock angesichts der befreiten Konzentrationslager in einer
eindringlichen Nähe, die an die Unmittelbarkeit heutiger Handyvideos erinnert.
Parallel zur Ausstrahlung im NDR präsentiert die Video-Plattform dbate.de in einem großen
Schwerpunkt zum Jahrestag zusätzliche Interviews mit Zeitzeugen bzw. einige Interviews in voller
Länge.
Produzent: Dr. Thomas Schuhbauer (ECO Media TV Produktion)
NDR Redaktion: Marc Brasse
Die Fernsehsendungen
„Unsere Geschichte:
Als die Polen in den Norden kamen“
Sendetermin: Mittwoch, 29. April, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen
Es ist ein nahezu unbekanntes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte: Seite an Seite mit
den Engländern marschierten auch Soldaten der polnischen Exilregierung nach Norddeutschland. Ganze drei Jahre blieben sie – und waren für die Kleinstadt Haren im Emsland sogar mehr
als eine Besatzungsmacht. Als viele Harener dachten, der Krieg sei vorbei, mussten sie Pfingsten
1945 ­unerwartet innerhalb von 24 Stunden ihre Häuser räumen. Nur das Nötigste durften sie
mit­nehmen. Knapp 1000 Familien wurden obdachlos. Fortan wohnten Polen in ihrer Heimatstadt;
Soldaten, aber auch befreite Kriegsgefangene und Vertriebene. Haren war quasi über Nacht eine
kleine polnische Enklave geworden, ein Lager für so genannte „Displaced Persons“. Der Ort verlor
sogar seinen Namen und hieß ab jetzt Maczków. Die Harener Bevölkerung kam bei Freunden und
Verwandten in den umliegenden Dörfern unter. Die britische Militärregierung hatte so ent­schieden.
In der Dokumentation „Unsere Geschichte: Als die Polen in den Norden kamen“ von Joop Wösten
erinnern sich die letzten noch lebenden Zeitzeugen an die Ereignisse, Dazu kommen historische,
teilweise bislang unveröffentlichte Filmaufnahmen. Dokumente aus britischen Archiven zeugen
von einer Nachkriegsepisode, die aus heutiger Sicht absurd erscheinen mag, für viele Tausend
Menschen – Deutsche wie Polen – aber drei Jahre lang Lebensalltag war.
Produzent: Henning Papstein (Filmteam Papstein)
NDR Redaktion: Susanne Wachhaus
Gefördert mit Mittel der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen / Bremen
Die Fernsehsendungen
„Unsere Geschichte:
Als die Russen kamen und gingen“
Sendetermin: Mittwoch, 6. Mai, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen
Erika ist verbrannt. Im Alter von drei Monaten. Ende April 1945, als die Russen nach Neustrelitz
kamen. Ihr Bruder, Wilfried Baganz, erblickt erst vier Jahre später das Licht der Welt. Das Schicksal
seiner Schwester lässt ihn bis heute nicht los. So wie er hat fast jede Familie im Osten Deutschlands ihre eigene Geschichte, die mit dem Einmarsch der Russen begann.
In Grünow, 15 Kilometer östlich von Neustrelitz, hatte die Front Tage zuvor stillgestanden. Willi
Görs und Liane Behrens erinnern sich an die allgegenwärtige Angst vor der Roten Armee. Wie alle
flüchteten, zunächst in den Wald; später wurden Mädchen und Frauen auf Dachböden, in Besenkammern versteckt … Der Russe nahm sich, was Sieger sich nehmen, erzählt der 83-jährige Karl
Funk achselzuckend.
Fast 50 Jahre blieben sie. Und genau so hatte es der Vater der kleinen Renate prophezeit. „Pass
auf! Und alles wird verstaatlicht, so wie in der UdSSR!“ Vor dem Krieg hatte die Familie eine kleine
Landwirtschaft, so wie viele Grünower. Eine bald verordnete deutsch-sowjetische Freundschaft
gab es nur auf dem Papier. Ihren Ausweis hat Renate Garz noch. Erst nach dem Abzug der Russen
1994 wird deutlich, in welch absurden Parallelwelten man sich eingerichtet hatte; Russen und
Deutsche. Mitten durch die Stadt ging ein grüner Bretterzaun, dahinter die verbotene sowjetische
Zone, man hatte sich daran gewöhnt …
Als Aufräumer macht sich nach dem Abzug der Truppen Frank Fechner im Auftrag der Stadt an die
Arbeit, in die zweigeteilte Welt Ordnung zu bringen. In „Als die Russen kamen … und gingen“ erzählen Anne Gänsicke und Gudrun Brigitta Nöh eine 70 Jahre dauernde Geschichte, die noch nicht zu
Ende ist.
Produktion: Hanse TV
NDR Redaktion: Birgit Müller
Unterstützt durch die NDR Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern
Die Fernsehsendungen
„Unsere Geschichte:
Friedland – Als die Väter nach Hause kamen“
Sendetermin: Mittwoch, 13. Mai, 21.00 Uhr, NDR Fernsehen
Das Ende 2014 in Hamburg angelaufene Musical „Das Wunder von Bern“ feiert große Erfolge mit
einer Geschichte, die die Deutschen immer noch berührt: Ein ehemaliger Soldat kehrt in den
Fünfzigerjahren aus der Gefangenschaft heim in ein fremdes Land, in eine fremde Familie. Erst
langsam gewinnen er und sein Sohn, der ihn kaum kannte, wieder Vertrauen zueinander. Die
Dokumentation „Friedland – Als die Väter nach Hause kamen“ von Heinrich Billstein erzählt die
wahre Geschichte hinter dem „Wunder von Bern“. Vor fast 60 Jahren, am 12. Oktober 1955, kamen
die letzten Gefangenen des zweiten Weltkriegs aus der Sowjetunion nach Deutschland. Noch
heute erschüttern die hoch emotionalen Bilder aus dem Lager Friedland: Kinder, die ungläubig auf
die ausgemergelte Gestalt starren, die ihr Vater sein soll, Frauen, die weinend ihren Ehemännern
um den Hals fallen, Mütter, die erkennen müssen, dass ihre jahrelange Hoffnung auf die Rückkehr
ihrer Söhne brutal und endgültig zerstört wurde. Und Heimkehrer, die ähnlich wie die Hauptfigur
im „Wunder von Bern“ mühsam wieder in der Nachkriegsgesellschaft Tritt fassen. Der Film erzählt
faszinierende Geschichten von Spätheimkehrern, die mit dem letzten Zug nach Friedland kamen,
von jungen Mädchen, die die oft ausgemergelten und traumatisierten Gefangenen in Empfang
nahmen, von Töchtern, die ihrem Vater halfen, ein neues Leben anzufangen.
Die Rückkehr der Väter hat Spuren in vielen Familien hinterlassen, über die erst jetzt gesprochen
werden kann. Was löste die Heimkehr aus? Wie gingen die Familien damit um? Der Film beleuchtet
auch den Transport selbst, der von der DDR-Reichsbahn durchgeführt wurde, und erzählt die unbekannte Geschichte eines Geheimtransports, der wenige Wochen nach dem „Zug der Zehntausend“
in Friedland ankam – mit verplombten Türen und unter scharfer Bewachung von Rotarmisten. Wer
war in diesen Waggons?
Produzent: Dr. Thomas Schuhbauer (ECO Media TV Produktion)
Redaktion: Marc Brasse
Beiträge zum Schwerpunkt
„Mai 1945 – Ein Land wird befreit“
In den Landesprogrammen um 19.30 Uhr im NDR Fernsehen
„Hallo Niedersachsen“
NDR Reporterinnen und Reporter sprechen für das Regionalmagazin mit Zeitzeugen aus dem ganzen Bundesland, die über
die Ereignisse vor und während der Befreiuung 1945 berichten.
Dabei wird zum Beispiel an den Juden Julius Katz erinnert, den
Menschen in Groß Oesingen vor den Nazis geschützt hatten,
an den Einmarsch der US-Truppen in Braunschweig, an die
letzten Kriegstage in Augustfehn, als das Lager der Kriegs­
marine geplündert wurde, und daran, dass in Edewecht noch in
den letzten Kriegstagen Hunderte Menschen starben. Berichte
schildern u. a., wie sich der junge Gefreite Willi Herold als
Offizier ausgab und im Strafgefangenenlager Achendorfermoor
innerhalb von acht Tagen rund 100 Gefangene hinrichten ließ,
wie SS-Leute, Uniformierte und Celler Bürger vier Tage vor der
Besetzung durch alliierte Truppen Jagd auf geflohene KZ-Häft­
linge machten, sich die Menschen in Hannover in der zerbombten Stadt einrichten und so genannte „Displaced People“ nach
Kriegsende weiter in einem Camp direkt neben dem abgebrannten, ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen lebten.
„Schleswig-Holstein Magazin“
Das „Schleswig-Holstein Magazin“ geht in der Rubrik „Zeitreise“
mit mehreren Filmen auf den Schwerpunkt ein. Darin geht es
u. a. um die Selbstbefreiung von Elmshorn: Arbeiterbewegung,
Gewerkschaften, SPD und Bürger verjagten Nazis und Wehrmacht eine Woche vor der Kapitulation – ein in Norddeutschland
einmaliger Vorgang. Weiteres Thema: Erich Koch, Rudolf Höß
und viele andere Nazigrößen – Schleswig-Holstein diente ihnen
und anderen Kriegsverbrechern nach 1945 als Unterschlupf.
„Nordmagazin“
Das „Nordmagazin“ plant jeweils sonntags am 12. April sowie
am 3. und 5. Mai in der Rubrik „Zeitreisen“ die Beiträge
­„Deutsches Mädchen in Stettin“, „Als die Russen kamen“ und
„Zehn Tage im Mai – das Kriegstagebuch Radloff“. Darüber hinaus geht das Magazin mit einer Reihe von aktuellen Magazinberichten auf den Schwerpunkt ein.
„Hamburg Journal“
Das „Hamburg Journal“ plant folgende Beiträge:
8. März: „Hamburg damals“:
Kindertransporte nach ­Großbritannien
19. April: „Hamburg damals“:
Das KZ Neuengamme wird ­aufgelöst
3. Mai: „Hamburg damals“:
Britische Truppen rücken ein / Hamburg kapituliert
4. Mai: Bericht über die Gedenkveranstaltung „70 Jahre
Kriegsende und Befreiung der Konzentrationslager“
in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit u. a.
­Bundespräsident Joachim Gauck, dem Ersten Bürgermeister Olaf Scholz, Victor Malbecq, Präsident der
Amicale Internationale KZ Neuengamme, und Detlef
Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.
7. Mai: Beitrag über die Einweihung des Denkmals zur
­Erinnerung an die Kindertransporte
Die Radiosendungen
NDR Kultur
DIENSTAG, 31. MÄRZ, 20.00 UHR
„Kulturforum: Georg Johann Elser. 1905 – 1945.
Ein deutsches Schicksal“
Von Valerie Stiegele
Am 8. November 1939 um 21.21 Uhr explodierte auf einer
Feier der nationalsozialistischen „Alten Kämpfer“ im Münchner
Bürgerbräukeller eine Zeitbombe. Hitler, dem die Bombe gegolten hatte, traf sie nicht: Er hatte den Saal 13 Minuten vorher
verlassen, um seinen Sonderzug nach Berlin zu erreichen. Ausgeführt hatte das Attentat der Schreinergeselle Georg Johann
Elser – allein, ohne Mitwisser oder Helfer, ohne jeden Kontakt zu
Widerstandskreisen. Beim Versuch, über die Schweizer Grenze
zu gelangen, wurde Elser verhaftet. Kurz vor Kriegsende, am 9.
April 1945, 20 Tage vor der Befreiung des Lagers Dachau durch
die Amerikaner, wurde Elser auf Befehl von höchster Stelle
ermordet.
Produktion: SFB/HR/SDR/WDR 1982.
MITTWOCH, 1. APRIL, 20.00 UHR
„Hörspiel am Mittwoch: Elser“
Von Fred Breinersdorfer
Das Hörspiel erzählt die Hintergründe des fehlgeschlagenen
Anschlags von Georg Elser und zeichnet ein packendes, emotionales Porträt des Widerstandskämpfers, den sie in seiner
Heimat den „kleinen Schorsch“ nannten. Das Hörspiel entstand
im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Film von Oliver
Hirschbiegel, der am 9. April in die Kinos kommt.
Produktion: SWR/NDR 2015.
DIENSTAG, 21. APRIL, 20.00 UHR
„Kulturforum: Kreml und Krim in unseren Köpfen –
Neue Russlandbilder der Deutschen“
Von Manuel Waltz und Marcel Raabe
Wladimir Wladimirowitsch Putin, Präsident der russischen Föderation, prägt derzeit das Bild, das wir von Russland haben. Wie
sehen die Russlandbilder der Deutschen aus, wie haben sie sich
in den letzten Jahren, in den letzten Monaten verändert? Das
Feature führt die Hörerinnen und Hörer in Putins Lieblingskneipe ,,Am Thor“ direkt am Albertplatz in Dresden. Welches Bild
wird hier von Putin gezeichnet? Außerdem werden Teilnehmer
eines für das Feature eingerichteten Stammtisches die Vielfalt
der Russlandbilder kommentieren, begleiten und einordnen:
Journalistinnen und Journalisten, die in den letzten Jahren das
öffentliche Russlandbild in Deutschland geprägt haben.
Produktion: NDR 2015.
DIENSTAG, 5. MAI, 20.00 UHR
„Sinfonisches Konzert – In der Hoffnung auf Frieden“
Gedenkkonzert zum Ende des Zweiten Weltkriegs am
8. Mai 1945
Dmitrij Schostakowitsch: Sinfonie Nr. 7 C-Dur op. 60
(„Leningrader“)
Jens Joneleit: „Ehrfurcht (Andacht)“ (UA)
Osnabrücker Symphonieorchester, Wolgograder Akademisches
Sinfonisches Orchester
Leitung: Andreas Hotz
Aufzeichnung vom selben Tag in Moskau
Produktion: NDR/Deutschlandradio Kultur
MITTWOCH, 6. MAI, 20.00 UHR
„Hörspiel: Der Krieg geht zu Ende. Chronik für Stimmen –
Januar bis Mai 1945“
Von Walter Kempowski
70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs – das könnte Anlass
sein, wieder zuzuhören. In mehreren Jahren intensiver Sammeltätigkeit hatte der in Rostock geborene Schriftsteller Walter
Kempowski (1929 – 2007) Dokumente für seine Jahrhundertcollage „Echolot. Ein kollektives Tagebuch“ aus mehr als 4000
Familiennachlässen zusammengetragen. Aus der einzigartigen
Dokumentation entstand eine vielstimmige und aufwendige
Hörspieldokumentation. Ausschnitte aus dieser Großproduktion spiegeln die dramatischen Geschehnisse der letzten Kriegsmonate bis zum Neubeginn nach der Kapitulation.
Produktion: HR/BR/NDR/SWF 1995.
FREITAG, 8. MAI, 19.30 UHR
„Journal Plus“: Dokumentation der Feierstunde im Deutschen
Bundestag zum 70. Jahrestag des Kriegsendes
Die Radiosendungen
FREITAG 8. MAI, 20.00 UHR
„Das Wolgograd-Projekt – In der Hoffnung auf Frieden“
Von Christiane Irrgang
Zum 70. Jahrestag des Kriegsendes haben das Osnabrücker
Symphonieorchester und das Akademische Sinfonische Orchester Wolgograd erneut mit einem gemeinsamen musikalischen
Projekt der Opfer des Krieges gedacht: In mehreren Konzerten
im März in Osnabrück und im Mai in Wolgograd und Moskau
stand Dmitrij Schostakowitschs siebte Sinfonie, die „Leningrader“, im Mittelpunkt. Das Werk entstand 1941 unter dem Eindruck der deutschen Belagerung. Die Auftragsarbeit „Ehrfurcht
(Andacht)“ des Berliner Komponisten Jens Joneleit dagegen
reflektiert die Schrecken des Zweiten Weltkrieges aus heutiger
Sicht. Christiane Irrgang hat das Projekt begleitet und berichtet
mit Interviews und Reportagen von dieser außergewöhnlichen
musikalischen und menschlichen Begegnung.
SONNTAG, 11. MAI, 11.00 UHR
„Feature am Sonntag: Männer im Mutterland –
Nachkriegskinder auf der Couch“
Von Helmut Kopetzky
Der Zweite Weltkrieg hinterlässt in Deutschland zweieinhalb
Millionen Halbwaisen. Fast ein Drittel aller Männer, die zwischen
1933 und 1945 geboren wurden, starten vaterlos ins Leben – oft
im Schatten einer übermächtigen „tapferen Kriegerwitwe“.
Auch die Mutter des Autors erlebt den totalen Zusammenbruch.
Sie legt sich einen Körperpanzer zu, die Fassade muss gewahrt
werden. Den 14-jährigen Sohn stylt sie mit Bügelfaltenhose und
Beamtenhut zum Ersatzgatten – „seht her, mein Mann ist nicht
umsonst gefallen!“
Produktion: RBB/RB/SR/WDR/ORF 2006.
NDR Info
FREITAG, 3. APRIL, 11.00 UHR
„Das Feature: Verlorene Väter“
Von Katharina Seiler
Nach dem Tod ihres Vaters findet Katharina Seiler eine Kiste mit
verstaubten Manuskripten auf dem Dachboden. Romane und
Kurzgeschichten, die ihr Vater in den 50er- und Anfang der
60er-Jahre geschrieben hatte. Ihr Vater, 1927 in Berlin gebo-
ren, musste mit 16 als Flakhelfer in den Krieg, war Mitglied in
der Waffen-SS und geriet 1945 in britische Gefangenschaft in
Belgien. „Das Lager war die Vorhölle, in der den Tätowierten
die Demokratie eingeprügelt wurde.“ Im Zentrum des Romans
wie auch des Features steht das Verhältnis zwischen dem Vater
und dem Großvater, der als überzeugter Nazi die Kindheit und
Jugend des Vaters geprägt hat.
Produktion: NDR 2015.
SONNTAG, 3. MAI, 17.05 UHR
„Forum am Sonntag: Kalt und Stumm – Wie Kriegsenkel
ihre Eltern erleben“
Von Katharina Jetter
Kinder, die Mitte der 50er- bis Mitte der 70er-Jahre in Deutschland geboren wurden, wuchsen in Sicherheit auf. Obwohl sie
den Zweiten Weltkrieg nicht erlebt haben, leiden viele von ihnen
doch an den Folgen. Sie sind geprägt durch die Erlebnisse ihrer
Eltern, die in Trümmern, umgeben von Gewalt, Schuld und Tod,
geboren wurden oder ihre Kindheit verbracht haben. Das Thema
Zweiter Weltkrieg ist auch 70 Jahre nach seinem Ende in vielen
Familien gegenwärtig.
DIENSTAG, 5. MAI, 20.30 UHR
„Das Forum: Vom Untergang der „kleinen Leute“ –
Tausende Menschen nehmen sich bei Kriegsende das Leben“
Von Michael Hollenbach
Es ist ein weitgehend verdrängtes Kapitel aus den letzten Tagen
des Zweiten Weltkriegs: beim Einmarsch der Roten Armee gehen
allein im Städtchen Demmin in Mecklenburg-Vorpommern hunderte Menschen in Flüsse und Wälder, um sich umzubringen. Im
ganzen Land breitet sich eine wahre „Selbstmordepidemie“ aus.
Über die Motive und Hintergründe ist bisher wenig bekannt, Angst
vor der Roten Armee dürfte ebenso eine Rolle gespielt haben wie
eine tiefsitzende Verunsicherung am Ende der Nazi-Herrschaft.
NDR Info informiert außerdem im „Forum Zeitgeschichte“ u. a.
über die so genannten „Trümmerfrauen“, über die Morde am
Bullenhuser Damm in den letzten Kriegstagen, Vergewaltigungen bei Kriegsende und die „Kriegsgräberfürsorge“. In der Reihe
„Welt-Wissen“ geht es zum Beispiel um das „Letzte Aufgebot“,
den „Führerbunker“ und „Torgau“.
Die Radiosendungen
N-JOY
NDR 1 Welle Nord
„Timeline Kriegsende“: N-JOY wagt zum Jahrestag des Kriegsendes ein Experiment und konfrontiert seine jungen Hörerinnen
und Hörer auf dem Smartphone mit dem Thema. MessengerDienste wie WhatsApp gehören zum Alltag der SmartphoneGeneration. N-JOY wird allen Hörerinnen und Hörern, die sich für
das WhatsApp „Broadcast-Angebot“ der jungen Welle des NDR
registriert haben, in Echtzeit Pop-Up-Meldungen von den Ereignissen vor 70 Jahren schicken. Die jungen Hörerinnen und Hörer
sollen so die Ereignisse vor 70 Jahren auf ihrem Smartphone
Stunde für Stunde nacherleben können.
„Vor 70 Jahren – Kriegsende in Schleswig-Holstein“ heißt eine
fünfteilige Reihe auf NDR 1 Welle Nord von Montag, 4. Mai, bis
Freitag, 8. Mai, in „Von Binnenland und Waterkant“. Ebenfalls
in „Von Binnenland und Waterkant“: ein Gespräch mit Prof.
Uwe Danker vom Institut für Schleswig-Holsteinische Zeit- und
Regionalgeschichte (5. Mai ) u. a. über Schleswig-Holstein als
Zuflucht für Nazigrößen und das Verhalten der einheimischen
Nazifunktionäre.
Vom 4. bis 9. Mai wird N-JOY außerdem Originaltöne von jungen
Hörerinnen und Hörern senden, die die Frage beantworten:
Warum sind Frieden und Freiheit so wichtig? Die Statements
werden eine Woche lang immer wieder überraschend und
unkommentiert an verschiedenen Stellen im Tagesprogramm
zu hören sein.
NDR 2
Aktuelle Berichterstattung über das Thema Kriegsende in den
Sendungen „NDR 2 Kompakt“.
NDR 1 Niedersachsen
NDR 1 Niedersachsen berichtet vom 4. April bis zum 7. Mai
über einschneidende Ereignisse auf dem Weg zum Kriegsende:
Während bereits am 4. April 1945 die Stadt Osnabrück kapituliert, schweigen die Waffen im Harz erst am 7. Mai. Bereits am
6. Mai ’45 beginnt in Hannover der demokratische Neuanfang:
Kurt Schumacher eröffnet das SPD-Büro.
In der einstündigen Sendung „Unser Thema“ informiert
NDR 1 Niedersachsen am 16. April, 7. Mai und 4. Juni jeweils um
19.05 Uhr über „70 Jahre Kriegsende in Niedersachsen“, „Als
Haren an der Ems polnisch werden sollte“ bzw. „Das Schweigen
der Väter“.
Am 15. April kommen auf NDR 1 Niedersachsen Zeitzeugen zu
Wort, die sich an ihre Befreiung in Bergen-Belsen erinnern.
NDR 1 Radio MV
NDR 1 Radio MV informiert zum 70. Jahrestages des Kriegs­
endes über die Bedeutung des KZ Buchenwald für die DDR
(29. März), erinnert zu dessen 70. Todestag an Dietrich Bonhoeffer (3. April), fragt, wie die Menschen in Vorpommern den
Tag der Befreiung erlebten (26. April) und wie die Befreiung in
Mecklenburg war (1. Mai).
NDR 90,3
NDR 90,3 sendet am 3. Mai ein Hafenkonzert zum Thema
„­Kapitulation, Überlebenskampf und Neubeginn – Hamburg
im Mai 1945“. Darüber hinaus greift NDR 90,3 das Thema im
­Rahmen der aktuellen Berichterstattung tages- und wochen­
aktuell auf.
NDR.de
Multimedia-Story „Die Befreiten“
In der Multimediadokumentation „Die Befreiten“ auf NDR.de erzählen Zeitzeugen mit bewegenden
Schicksalen, wie sie die letzten Monate des Zweiten Weltkrieges er- und überlebt haben. Autoren
aus der Generation der Enkelkinder führen und dokumentieren die Gespräche. Der Grundgedanke
dabei: „Was Du schon immer über Deine Großeltern wissen wolltest, aber bisher nicht zu fragen
wagtest.“
Die NDR Autorinnen und Autoren reden mit den Zeitzeugen über Liebe, Freundschaft, Musik,
(Über)leben, Angst und Kapitulation. Sie sprechen über einen Alltag, der auf den zweiten Blick
nicht ganz alltäglich war. Die Gesprächspartner sind Verfolgte, Desertierte und Befreite. Einige
von ihnen gehen an Schulen oder in Fernsehstudios und erzählen ihre Geschichte; das heißt, sie
haben keine Scheu vor der Kamera und erinnern sich – manchmal schmerzhaft – an ihre Erlebnisse
und Schicksale.
„Die Befreiten“ ist erlebbare Geschichte – modern erzählt auf NDR.de.
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NDR Presse und Information
Redaktion: Iris Bents
Bildnachweis: © NDR/jumpmedientv GmbH
Fotos: www.ard-foto.de
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Fax (040) 41 56 - 21 99
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