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Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (29.03.2015)

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NR. 13 R
29.3.2015
Kopftuchstreit
Neue Serie
Fitnesskult
Antarktis-Station
Runter
damit!
Wie wir Zeit
gewinnen
Nie ohne
Privatcoach
Alltag mit
Pinguinen
FEUILLETON
GELD & MEHR
WIRTSCHAFT
WISSENSCHAFT
Illustration F.A.S.
Pilot hatte Augenprobleme
Neue Details zum Gesundheitszustand. Ermittler sollen Psychopharmaka gefunden haben
cbor./gia. Frankfurt. Am Samstag sind neue Einzelheiten zum Gesundheitszustand des Kopiloten bekanntgeworden, der am Dienstag
ein Flugzeug mit 149 weiteren Personen gezielt zum Absturz gebracht haben soll. Die „New York
Times“ berichtete unter Berufung
auf Ermittlerkreise, dass Andreas
L. wegen Augenproblemen in Behandlung gewesen sei. Möglicherweise hingen mehrere Aufenthalte
an der Universitätsklinik Düsseldorf damit zusammen. Eine Sprecherin wollte gegenüber unserer
Zeitung keine Angaben dazu machen. Sie bestätigte aber, dass er
im Februar zwei- bis dreimal in
der Klinik war und zuletzt am
10. März für eine diagnostische Abklärung. Piloten müssen über ein
ausgezeichnetes Sehvermögen verfügen; Andreas L. hätte deshalb seine Fluglizenz verlieren können.
Schon am Freitag waren Informationen bekanntgeworden, die
auf eine Erkrankung des Kopiloten
hindeuteten. Die Staatsanwaltschaft hatte bei einer Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung
von Andreas L. Krankschreibungen entdeckt. Der Sprecher der
Staatsanwaltschaft
Düsseldorf,
Ralf Herrenbrück, teilte uns dazu
mit, es habe sich um zwei Atteste
von zwei unterschiedlichen Ärzten
gehandelt; eines davon sei zerrissen gewesen. Ein Attest sei auf die
Zeit vom 16. bis zum 29. März ausgestellt gewesen – Andreas L. war
jedoch trotzdem zum Dienst erschienen. Über den Grund der
Krankschreibung äußerte sich Herrenbrück nicht.
Die „Welt am Sonntag“ berichtete, bei der Hausdurchsuchung
seien eine Vielzahl von Medikamenten zur Behandlung einer psychischen Erkrankung gefunden
worden. Nach Angaben eines ranghohen Ermittlers sei der Kopilot
schwer depressiv gewesen und
habe an einem „starken subjektiven Überlastungssyndrom“ gelit-
ten. Das soll aus persönlichen Aufzeichnungen von Andreas L. hervorgehen. Ob Augenprobleme
und psychische Symptome zusammenhingen, blieb am Samstag offen.
Andreas L. arbeitete seit 2013 als
Kopilot für Germanwings, ein
Tochterunternehmen der Lufthansa. Die Lufthansa hatte mitgeteilt,
dass er seine Ausbildung mehrere
Monate lang unterbrechen musste.
Sie nannte jedoch keinen Grund
dafür. Weil er als flugunfähig eingestuft wurde, musste seine Eignung zum Fliegen anschließend
überprüft werden. Er bestand den
Test und erhielt ein Tauglichkeitszeugnis. Auf dieser Grundlage erteilt das Luftfahrt-Bundesamt Fluglizenzen. Mitarbeiter des Amtes haben inzwischen mehrere Tauglichkeitszeugnisse eingesehen, teilte
uns ein Sprecher mit, ohne nähere
Angaben zu machen. Die Ergebnisse seien der Staatsanwaltschaft
mündlich mitgeteilt worden.
In Brüssel wird über Athens Reformen verhandelt
Kann auch bei uns stundenlang der Strom ausfallen?
Ein Stromausfall im Herzen Hollands hat dort am Freitag stundenlang das öffentliche Leben lahmgelegt: Am Amsterdamer Flughafen
Schiphol blieben Flugzeuge am Boden. Züge hielten auf offener Strecke, Straßenbahnen blieben stehen.
Ampeln fielen aus. Menschen steckten in Aufzügen fest. Geschäfte
mussten schließen, weil ihre Kassen und Alarmanlagen nicht mehr
funktionierten. Schulen schickten
ihre Schüler nach Hause. Im Universitätsklinikum Amsterdam wurden die noch laufenden Operationen mit Energie aus Notstromaggregaten zu Ende gebracht, aber
keine neuen begonnen.
Was war geschehen? Bei einer
routinemäßigen Wartung in einem
Umspannwerk bei Amsterdam kam
es am Freitagmorgen zu einem
Kurzschluss. Sicherungen flogen
raus, binnen Sekunden brach die
Am Absturzort in der Nähe von
Seyne-les-Alpes wurden am Samstag die Bergungsarbeiten fortgesetzt. Per Hubschrauber wurden
die sterbliche Überreste von Passagieren ins Tal geflogen. Dort arbeiten Rechtsmediziner an ihrer Identifizierung mit Hilfe von DNAProben der Angehörigen. Nach
dem zweiten Flugschreiber wurde
weiterhin gesucht, er könnte weitere Informationen zum Absturz liefern. In der Kathedrale der nahe
gelegenen Gemeinde Digne-lesBains versammelten sich mehrere
hundert Menschen, um der Opfer
zu gedenken.
Für den 17. April ist im Kölner
Dom ein Gedenkgottesdienst und
eine staatliche Trauerfeier für die
Opfer des Absturzes geplant. Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim
Gauck werden auch Vertreter aus
Frankreich, Spanien und den Ländern erwartet, aus denen die Opfer
des Absturzes stammen.
Frustrierende Tage
Holland in Not
VO N U TA R A S C H E
Wer wusste von der Erkrankung
des Kopiloten? Der Arbeitgeber erfuhr nichts. Doch das private Umfeld habe gewusst, „dass er in Behandlung war“, teilte uns die
Staatsanwaltschaft mit. Es ist zu
vermuten, dass Andreas L. auch im
Kollegenkreis Freunde hatte. Unter seinen Facebook-Kontakten befanden sich etliche Piloten und Stewardessen, mit denen er sich
freundschaftlich austauschte. Die
„Bild“-Zeitung zitierte eine Stewardess, die eine Affäre mit dem Kopiloten gehabt haben will. Sie gab
an, er sei in psychiatrischer Behandlung gewesen. Solche Hinweise hatte es zuvor schon aus seinem
weiteren Bekanntenkreis gegeben.
Möglicherweise hatte die Absturzstelle in den französischen Alpen eine besondere Bedeutung für
den 27 Jahre alten Mann. Nach einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur war er dort zwischen
1996 und 2003 öfter mit seinen Eltern und dem Segelflugclub aus
Montabaur zum Sportfliegen.
Stromversorgung in Nordholland
zusammen. Eineinhalb Stunden
später war zwar das Umspannwerk
repariert. Doch erst nach und nach
floss wieder Strom durch die regionalen Netze. Erst am Nachmittag
hatten alle Haushalte wieder
Strom. Das Verkehrschaos lichtete
sich nur langsam. Es war der
schlimmste Stromausfall in den
Niederlanden seit zehn Jahren.
Mehr als drei Millionen Menschen
im Ballungsgebiet um Amsterdam
und Utrecht waren betroffen. Der
Netzbetreiber Tennet wusste auch
am Samstag noch nicht, wie es zu
dem Kurzschluss kommen konnte.
Tennet ist auch in Deutschland
aktiv. Hier gibt es vier Übertragungsnetzbetreiber; Tennet ist der
größte – mit Stromleitungen von
der dänischen bis zur österreichischen Grenze. Kann es auch bei
uns zu einem solchen Blackout
kommen? „Die Wahrscheinlichkeit
dafür steigt mit jedem Eingriff in
das Netz“, sagt Manuel Frondel
vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. Die
Energiewende macht immer öfter
Eingriffe nötig. Denn die Mengen
von Wind- und Sonnenenergie
schwanken. Etwa tausend Mal im
Jahr muss Tennet die Strommengen justieren. In der Regel merkt
das keiner.
Tatsächlich ist die Stromversorgung in Deutschland eine der zuverlässigsten der Welt. Im Schnitt
fällt bei jedem Verbraucher für 15
Minuten im Jahr der Strom aus,
etwa durch Bauarbeiten. Doch von
Zeit zu Zeit zeigt sich, wie anfällig
grenzüberschreitende Netze sind.
2006 wurde in Papenburg ein
Kreuzfahrtschiff über die Ems ausgeschifft. Vorsichtshalber stellte
Eon zwei Hochspannungsleitungen
ab. Plötzlich waren weite Teile
Frankreichs, Belgiens, Italiens,
Österreichs und Spaniens für zwei
Stunden ohne Strom.
T.G. Frankfurt. In Brüssel verhandeln Vertreter der griechischen
Regierung und der Gläubiger des
Landes seit Freitagabend über eine
Liste mit Reformvorhaben. Nur
wenn darüber Einigkeit erzielt worden ist, wollen die Gläubiger eine
noch ausstehende Kredittranche
von 7,2 Milliarden Euro freigeben.
Die Regierung Tsipras ist dringend auf das Geld angewiesen,
weil sie sonst nach Ostern ihre Kreditverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann und auf eine Staatspleite zusteuert. Anders als in griechischen Medien gemeldet, kamen
die Vertreter Athens nicht mit einem fertigen Plan nach Brüssel.
Die erste Sitzung am Freitagabend dauerte drei Stunden und
fand in nüchterner Atmosphäre
statt. Die Vertreter von EU-Kommission, EZB, IWF und dem Rettungsfonds ESM beklagten sich
über die schlechte Vorbereitung
der Verhandlungen. Zuletzt waren
Radeln statt Reden
Weniger Schmuddel
Zeitumstellung
Elf Gründe, warum
Sie aufs Fahrrad
steigen sollten. Leben
Frankfurts altes
Kneipenviertel macht
sich. Rhein-Main
Obacht: Vergangene
Nacht wurde die Uhr
eine Stunde vorgestellt!
mehrmals Sitzungen auf technischer Ebene in Athen abgesagt
worden. Vertreter der Gläubiger
wurden nicht in griechische Ministerien vorgelassen, obwohl Ministerpräsident Tsipras dies noch am
Montag der Bundeskanzlerin zugesagt hatte. Es seien frustrierende
Tage gewesen, hieß es aus Athen.
Als positiv wurde festgehalten,
dass sich Finanzminister Varoufakis und Verteidigungsminister
Kammenos mit öffentlichen Kommentaren zurückhielten; sie hatten
zuvor den Konflikt mit Berlin angeheizt. Allerdings stieß am Samstag der linksradikale Energieminister Lafazanis in diese Lücke. In einem Interview sprach er sich für
„eine Konfrontation, wenn nicht einen Zusammenstoß mit dem deutschen Europa“ aus. Die Äußerung
weckte abermals Zweifel, ob Tsipras eine Einigung in Brüssel überhaupt in den eigenen Reihen
durchsetzen könnte.
Belgien 4,10 €; Griechenland 4,60 €; Luxemburg 4,10 €;
Niederlande 4,10 €; Österreich 4,10 € ; Frankreich 4,60 €; Italien
4,60 €, Portugal (Cont.) 4,60 €; Schweiz 5,30 sfrs; Spanien,
Balearen und Kanaren 4,60 €; Ungarn 1060 Ft
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Sport für Ältere
Neue Wirklichkeit in den Vereinen
VO N M I C H A E L E D E R
In den Sportvereinen wird alles anders. Jahrzehntelang standen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Nun kommen die meisten
neuen Mitglieder aus der Generation Ü 60. Die Zahlen sprechen eine
klare Sprache: Waren vor 25 Jahren
erst 1,9 Millionen Vereinsmitglieder über 60 Jahre alt, sind es heute
schon 4,2 Millionen. „Die Älteren
sind im Sport unsere größte Wachstumsgruppe. In keinem anderen Bereich haben wir ähnlich steigende
Zahlen“, bestätigt Ute Blessing-Kapelke; sie ist beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für
Fragen des demographischen Wandels und den Seniorensport zuständig. Insgesamt hat der DOSB 27,8
Millionen Mitglieder in mehr als
90 000 Vereinen.
Ein Viertel aller Älteren gehört
gegenwärtig einem Sportverein an
– und die Tendenz steigt. Zur Mitte
des Jahrhunderts werden 26 Millionen Deutsche älter als 65 Jahre sein,
zehn Millionen mehr als heute. In
dieser Gesellschaft gewinnt Sport
sozial- und gesundheitspolitisch an
Bedeutung. In der Bundesregierung befasst sich ein Arbeitskreis
mit Strategien zur Vermeidung von
Pflegebedürftigkeit. Dort spielt der
Vereinssport, vertreten durch den
DOSB, eine wichtige Rolle. Ein
Beispiel: die Sturzprävention. Stürze älterer Menschen haben oft
schwerwiegende Folgen. Das gilt
natürlich als erstes für die Lebensqualität der Betroffenen. Volkswirtschaftlich entstehen durch Oberschenkel- und Hüftfrakturen in
Deutschland direkte Kosten von 2,8
Milliarden Euro pro Jahr.
In Frankfurt hat der DOSB das
Pilotprojekt „Aktiv bis 100“ gestartet. Sogenannte „Hochaltrige“
über 75 Jahre werden zu Bewegungsangeboten gebracht. Die Erfolge sind beachtlich. Mehr als 500
Personen nehmen an diesem Projekt teil, die Nachfrage ist groß.
„Training macht auch im hohen Alter Sinn“, sagt Ute Blessing-Kapelke. „Wir haben gerade bei den
sehr Alten die besten Erfolge.“ Mit
relativ einfachen Übungen zu Geschicklichkeit und Kraft lassen sich
bis zu dreißig Prozent der Stürze
vermeiden. Das Pilotprojekt soll
jetzt in andere Städte gebracht werden. Der DOSB hat unter dem Titel „Aufleben“ ein entsprechendes
Papier für interessierte Kommunen erstellt.
Sport
Lotto: 6, 7, 26, 27, 30, 46 - 4*
Spiel 77: 9 5 5 0 8 2 6
Super 6: 5 7 0 7 8 9
Alle Zahlen ohne Gewähr.
*Superzahl
Abonnentenservice: 01 80 - 234 46 77*
Probe-Abonnement: 01 80 - 252 52*
*(6 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz, aus
Mobilfunknetzen max. 42 Cent pro Minute)
Im Internet: www.faz.net/leserportal
Unser Hotel ist für Gäste da. Nicht für Buchungsportale.
Im Grand Elysée trifft sich Hamburg,
trifft sich die Welt. Mitten in der Stadt
gelegen, am Park und nicht weit weg
von Alster und City. Hier empfängt Sie
das Haus mit persönlicher Offenheit in
herzlich entspannter Atmosphäre. Schlafkomfort und Ruhe gewährleisten Ihnen
unsere Highlights mit großen Luxusbetten, Sky-TV und kostenlosem WLAN,
das Elyseum Spa sorgt für Entspannung.
Der große Festsaal oder der lebendige Boulevard mit seinen Restaurants
und Bars, wo die Vielfalt der internationalen Küche zuhause ist, zeigen,
wie einladend ein 5-Sterne-Hotel sein
kann.
Und damit das so bleibt, haben
wir die Zusammenarbeit mit rein
profitorientierten
Buchungsportalen
verändert oder sogar beendet. Denn
kein Dritter darf durch diese parasitäre
(QWZLFNOXQJ DQ GHU ÀHL‰LJHQ $UEHLW
der Hoteliers mitverdienen.
Wenn Sie direkt buchen, haben Sie nur
Vorteile: den besten Preis, die gewünschte
Zimmerkategorie, weder Storno- noch
Umbuchungsgebühren.Wie seit dem ersten
Tag, seit 30 Jahren, ist uns das Wohl unserer Gäste wichtiger als der Gewinn der
Buchungsportale.
Ihr Eugen Block
Weitere Informationen unter www.grand-elysee.com
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