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Beitrag von IAMO-Direktor Professor Alfons Balmann in der Agra

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Inhalt
Sonderbeilage
DEU TSC HL A ND
WI SSE NS CHAFT
Braucht der ostdeutsche Bodenmarkt eine stärkere Regulierung?
IAMO-Direktor Balmann sieht keinen politischen Handlungsbedarf - Weder Anstieg der Kauf- und Pachtpreise noch strukturelle Entwicklungen besorgniserregend - Wettbewerb und Transparenz auf dem Bodenmarkt sichern - Regulierung der
Übernahme von Anteilen landwirtschaftlicher Unternehmen würde mehr schaden als nützen - Ostdeutsche Landwirtschaft
kein benachteiligter Sektor
Nachfolgend veröffentlichen wir einen Beitrag vom Direktor
des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle, Prof. Alfons B a l m a n n .
Der Wissenschaftler nimmt darin zu einer möglichen stärkeren Regulierung des ostdeutschen Bodenmarkts Stellung.
Balmann widerspricht der Einschätzung, dass die Entwicklungen auf dem Bodenmarkt in den neuen Ländern staatliches Eingreifen erfordern. Für den Wissenschaftler ist weder
der Anstieg der Kauf- und Pachtpreise besorgniserregend
noch sind es die strukturellen Entwicklungen. An Stelle einer
stärkeren Regulierung fordert Balmann Wettbewerb und
Transparenz auf dem Bodenmarkt, der nur so seiner Lenkungsfunktion gerecht werden könne. Die gestiegenen Pachtund Kaufpreise spiegeln laut Balmann lediglich die in den
vergangenen Jahren erzielte Rentabilität der ostdeutschen
Landwirtschaft sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen wider. Nicht berechtigt sei die Kritik an der Privatisierungstätigkeit der Bodenverwertungs- und -verwaltungsge-
sellschaft (BVVG). Fragwürdig seien nicht deren Ausschreibungsergebnisse, sondern sei „das Zurückbleiben der Preise
der anderen, überwiegend privaten Verkäufer und Verpächter“. Mehr schaden als nützen würde nach Einschätzung des
Agrarökonomen eine Regulierung der Übernahme von Anteilen landwirtschaftlicher Unternehmen. Balmann begründet das mit der Vielfalt der vorhandenen Strukturen und den
Besonderheiten der ostdeutschen Landwirtschaft. Sinnvoller
sei, „dass sich Unternehmen, Verbände wie auch die Politik
mit den Ursachen von Unternehmensverkäufen auseinandersetzen und insbesondere die Position der Anteilseigner
durch adäquate Dividendenzahlungen, Transparenzregeln
und Ab ndungsmöglichkeiten stärken“. Vor allem aber seien
Landwirtschaft und Politik gefordert, sich damit auseinanderzusetzen, „dass die ostdeutsche Landwirtschaft kein benachteiligter Sektor ist, der eines besonderen staatlichen
Schutzes vor den Kräften des Marktes und insbesondere des
Wettbewerbs bedarf“.
AgE
S ON DERB E ILA GE
1
Braucht der ostdeutsche Bodenmarkt eine stärkere Regulierung?
von Alfons Balmann1
In den vergangenen zehn Jahren sind die Kauf- und Pachtpreise
landwirtschaftlicher Flächen deutschlandweit deutlich gestiegen. Darüber hinaus entstanden insbesondere in den neuen Bundesländern vereinzelt Holding-Strukturen, in denen Muttergesellschaften oder private Investoren Unternehmen übernommen
haben und diese bewirtschaften beziehungsweise einen Einfluss
auf die Bewirtschaftung ausüben. Beide Entwicklungen haben
sowohl innerhalb der Landwirtschaft als auch in Politik und
Öffentlichkeit erhebliche Aufmerksamkeit erlangt, was sich in
verschiedenen politischen Initiativen widerspiegelt. Das gilt vor
allem für die neuen Bundesländer. In diesem Beitrag werden die
gestiegenen Bodenpreise und die Unternehmensübernahmen
aufgegriffen und mit Blick auf die Entwicklungen in den neuen
Bundesländern beleuchtet. Der Beitrag versucht insbesondere
Antworten darauf zu geben, inwieweit die genannten Entwicklungen tatsächlich Besorgnis erregend sind und ob der ostdeutsche Bodenmarkt einer stärkeren Regulierung bedarf. Die vorgenommenen Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass beides zu
verneinen ist. Die gestiegenen Pacht- und Kaufpreise reflektieren lediglich die in den vergangenen Jahren erzielte Rentabilität
der ostdeutschen Landwirtschaft sowie die günstigen Finanzierungsbedingungen. Fragen zu den jüngsten Kauf- und Pachtpreisentwicklungen werfen weniger die von der BVVG in ihren
Ausschreibungen erzielten Ergebnisse auf, als das Zurückbleiben der Preise der anderen, überwiegend privaten Verkäufer und
Verpächter. Damit der Bodenmarkt seiner Lenkungsfunktion
gerecht werden kann, sind statt einer stärkeren Regulierung vielmehr Wettbewerb und Transparenz auf dem Bodenmarkt erforderlich. Mehr Wettbewerb und Transparenz auf dem Bodenmarkt dürfte auch das Interesse von Investoren an
Unternehmensübernahmen schmälern. Eine Regulierung von
Übernahmen würde aufgrund der Vielfalt der vorhandenen
Strukturen und der Besonderheiten der ostdeutschen Landwirtschaft mehr schaden als nützen. Statt einer Regulierung von
Übernahmen scheint angebracht, dass sich Unternehmen, Verbände wie auch die Politik mit den Ursachen von Unternehmensverkäufen auseinandersetzen und insbesondere die Position der Anteilseigner durch adäquate Dividendenzahlungen,
Transparenzregeln und Abfindungsmöglichkeiten stärken. Vor
allem aber sind Landwirtschaft und Politik gefordert, sich damit
auseinander zu setzen, dass die ostdeutsche Landwirtschaft kein
benachteiligter Sektor ist, der eines besonderen staatlichen
Schutzes vor den Kräften des Marktes und insbesondere des
Wettbewerbs bedarf.
Zur Rolle des Bodenmarktes
Die fundamentale Aufgabe von Märkten besteht neben dem
Austausch von Produktionsfaktoren, Gütern und Dienstleistungen in der Lenkung beziehungsweise Koordination ihrer Nutzung. Dabei liegt die besondere Bedeutung von Marktpreisen
darin, Knappheiten und Wertschätzungen der beteiligten Akteure aufzuzeigen. Das gilt gleichermaßen für den landwirtschaftlichen Bodenmarkt. Die auf dem Bodenmarkt tätigen Akteure
sind in ihren Zielen und Motiven heterogen. Die Akteure verfolgen in erster Linie unmittelbar wirtschaftliche Motive, wie zum
Beispiel als Bewirtschafter, als Verpächter, Verkäufer oder Kapitalanleger. Weitere Motive liegen in der Arbitrage und der Spekulation. Arbitrageure nutzen Marktungleichgewichte aus.
Wenn etwa private Anleger sehr günstige Finanzierungsmöglichkeiten für Bodenkäufe haben, kann es gesamtwirtschaftlich
1
Für wertvolle Anregungen und Hinweise danke ich Lioudmila
Chatalova, Ulrich Koester, Marten Graubner und Christoph
Sahrbacher.
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vorteilhaft sein, wenn sie landwirtschaftliche Flächen erwerben
und diese an landwirtschaftliche Unternehmen verpachten, die
höhere Finanzierungskosten haben. Davon profitieren nicht nur
die Käufer der Flächen, sondern auch die Pächter sowie auch die
Verkäufer. Spekulation resultiert daraus, dass wirtschaftliche
Akteure unterschiedlich optimistische Erwartungen über zukünftige Entwicklungen oder eine unterschiedliche Bereitschaft
zur Übernahme von Risiken haben. Entsprechend sind optimistische und risikofreudigere Anleger oder Landwirte bereit, höhere Kauf- oder Pachtpreise zu zahlen als Pessimisten oder Unternehmen, die nicht bereit oder in der Lage sind, Risiken zu
übernehmen. Jedes der genannten Motive ist für die Funktionsfähigkeit eines Marktes essentiell und trägt dazu bei, die Bodennutzung so zu koordinieren, dass die damit erzielte Wertschöpfung nachhaltig maximiert wird. Dabei ist nicht nur die aktuell
erzielbare Wertschöpfung bedeutsam, sondern auch die längerfristige. Vor diesem Hintergrund liegt eine zentrale Funktion des
Bodenmarktes auch darin, agrarstrukturelle Entwicklungen hin
zu einer nachhaltigen und effizienten Bewirtschaftung zu ermöglichen. Entgegen der häufig negativen Wahrnehmung des
Agrarstrukturwandels in der öffentlichen Diskussion ist dieser
sowohl für die Bereitstellung preisgünstiger Nahrungsmittel als
auch der Generierung von Wertschöpfung insgesamt in der
Landwirtschaft wie auch den ländlichen Räumen bedeutsam.
Wesentliche Determinanten der Bodenpreise sind die erzielbaren beziehungsweise erwarteten Grundrenten und mit Blick auf
Käufe auch die Zinssätze. Die Grundrente spiegelt den jährlichen Beitrag des Bodens zur Wertschöpfung der Landwirtschaft
wider. Sie ist grundsätzlich ein theoretisches Konstrukt, das die
Entlohnung des Faktors Boden widerspiegeln soll. Sie entspricht
konzeptionell der Differenz aus den mit dem Boden erzielbaren
Erlösen beziehungsweise realisierten Werte abzüglich der Kosten aller eingesetzten sonstigen Produktionsfaktoren und -mittel.
Die praktische Bestimmung der Grundrente ist allerdings nicht
trivial. Ungenauigkeiten und Unbestimmtheiten resultieren unter anderem aus der adäquaten Bestimmung der Opportunitätskosten der unternehmenseigenen Faktoren, wie etwa von Eigenkapital und Familienarbeitskräften, Kosten der Übernahme des
Unternehmerrisikos sowie aus dem Umgang mit Skaleneffekten
und heterogenen Flächenqualitäten. Für die folgenden Analysen
wird eine vereinfachte Abschätzung durchschnittlicher Grundrenten vorgenommen, indem von der durchschnittlichen Summe
des Gewinns und der Pachtaufwendungen eines Betriebstyps die
mit Standardwerten des BMEL-Testbetriebsnetzes bewerteten
Kosten der Familienarbeitskräfte und des um das Bodenvermögen verminderten Eigenkapitals abgezogen werden. 2
Langfristig sollte davon ausgegangen werden, dass die jährlichen Bodenkosten und damit insbesondere die Pachtpreise den
Grundrenten entsprechen. Kurz- und mittelfristig kann es jedoch
erhebliche Abweichungen geben. Diese können einerseits durch
Preis- und Ertragsschwankungen hervorgerufen werden. Andererseits können sie daraus resultieren, dass durchschnittliche
Grundrenten viele Besonderheiten der Flächen wie auch der
betrieblichen und unternehmerischen Besonderheiten nicht adäquat widerspiegeln. Das betrifft unter anderem die spezifischen
Besonderheiten einzelner Flächen (wie zum Beispiel Bodenqualität, Größe, Form, Lage, klimatische Bedingungen), die Struktur der jeweiligen Betriebe hinsichtlich Flächen, Arbeitskräften
und Anlagen und deren Opportunitätskosten, die Heterogenität
2
Einen etwas anderen Ansatz verfolgen Tietz und Forstner
(2014), die eine Abschätzung der Grundrenten von Pachtflächen vornehmen. Dieser Ansatz wird hier nicht verfolgt, da
sich potentielle Verzerrungen aus einer inadäquaten Bewertung der eigenen Flächen ergeben.
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der Betriebe (wie zum Beispiel Managementfähigkeiten, Größe,
Ausrichtung und deren regionale Verteilung).
Bei Vernachlässigung besonderer Präferenzen für Bodeneigentum, der mit Verpachtung verbundenen Transaktionskosten
sowie auch steuerlicher Effekte und Risikoüberlegungen sollte
für den Kaufpreis landwirtschaftlicher Flächen grundsätzlich
gelten, dass er dem Quotienten aus Pachtpreis beziehungsweise Grundrenten und dem Zinsansatz entspricht. Allerdings
können sich Zinssätze längerfristig ebenso ändern wie Pachtpreise und Grundrenten. Insbesondere sind aufgrund der Langfristigkeit auch Inflationseffekte und Erwartungen zu berücksichtigen. Grundsätzlich kann daher davon ausgegangen
werden, dass das Verhältnis der Pacht- zu den Kaufpreisen eher
dem langfristigen Realzins als dem Nominalzins entspricht.
Diese Beziehung ergibt sich daraus, dass einerseits unter ansonsten gleichen Annahmen beziehungsweise konstanten Rahmenbedingungen davon auszugehen ist, dass der Bodenpreis
entsprechend der Inflationsrate steigt; denn ansonsten würde er
sich im Zeitablauf relativ verbilligen. Zum anderen ist davon
auszugehen, dass eine positive Korrelation der Änderungsraten
von Erlösen und Kosten der landwirtschaftlichen Produktion
und damit grundsätzlich auch der Grundrenten mit der Inflationsrate besteht. Praktisch sind die Verhältnisse noch komplexer, da sich etwa im Rahmen wirtschaftlicher Entwicklungen
die Ausgabenanteile für Lebensmittel und damit Agrarprodukte ändern, die Opportunitätskosten des Arbeitseinsatzes tendenziell steigen und Produktivitätssteigerungen bei preisunelastischer Nachfrage nach Nahrungsmitteln nicht zwingend
die Grundrenten erhöhen.
Die Funktionsfähigkeit von Bodenmärkten setzt ferner voraus,
dass keine falschen Anreize für die Akteure bestehen und es zu
einem Marktversagen kommt. Derartige falsche Anreize können
sich aus vielfältigen Gründen ergeben. Dazu zählen politisch
festgelegte Preise für bestimmte Erzeugnisse, wie etwa durch
die Förderung der Bioenergie, Externalitäten der Bodennutzung,
wie etwa infolge inadäquater umweltpolitischer Rahmenbedingungen, die Möglichkeit spekulativer Investoren negative Konsequenzen ihres Handelns der Gesellschaft aufzubürden, wie
etwa durch Täuschung ihrer Geldgeber, sowie Marktmacht einzelner Akteure.
Falls es infolge falscher Anreize Fehlsteuerungen auf Märkten gibt, können staatliche Interventionen grundsätzlich
sinnvoll sein. Voraussetzung ist jedoch, dass es dabei zu
keinem Politikversagen kommt, wodurch unter Umständen
noch höhere gesellschaftliche Nachteile entstehen. Um negative Effekte zu vermeiden, sollten politische Interventionen zum einen tatsächlich öffentlichen Interessen folgen
und nicht ideologisch, durch Lobbyinteressen oder gar
durch Korruption motiviert sein. Zum anderen stellt sich die
Frage nach den Transaktionskosten staatlicher Interventionen. Transaktionskosten entstehen neben administrativen
Kosten insbesondere aus unbeabsichtigten negativen Effekten von Eingriffen, die bewirken können, dass die Eingriffe
letztlich mehr schaden als nutzen. Die Gefahr eines Politikversagens resultiert bei komplexen Zusammenhängen daraus, dass sich staatliche Eingriffe im Gegensatz zu Marktlösungen selten auf Selbstorganisationsmechanismen
stützen können. Da insbesondere agrarstrukturelle Prozesse
äußerst komplex sind, ist daher sorgfältig abzuwägen, ob
staatliche Interventionen in den Bodenmarkt selbst bei Vorliegen von Unvollkommenheiten tatsächlich zu einem besseren Ergebnis führen. Die Rolle des Staates sollte sich daher grundsätzlich darauf beschränken, adäquate und
konsistente Regeln zu definieren.
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Zur Situation der Landwirtschaft in den neuen Bundesländern
Seit der deutschen Wiedervereinigung hat sich in den neuen Bundesländern eine leistungsfähige und sehr rentable Landwirtschaft
herausgebildet. Dominiert wird sie einerseits von Juristischen
Personen mit durchschnittlich mehr als 1 000 ha landwirtschaftlicher Fläche (LF) und andererseits von großen Haupterwerbsbetrieben mit mehr als 200 ha LF und einem standardisierten Umsatz von in der Regel über 250 000 Euro (das heißt über 250
Standardoutputeinheiten beziehungsweise SO). Zusammen bewirtschaften diese Unternehmen über 85 % der landwirtschaftlichen Fläche der neuen Bundesländer und haben einen ähnlich
hohen, wenn nicht gar höheren Anteil an der Gesamtproduktion,
der Wertschöpfung und den Arbeitsplätzen der ostdeutschen
Landwirtschaft. Allerdings ist zugleich die absolute Anzahl kleinerer Betriebe um ein Mehrfaches höher.
Wie leistungsfähig und rentabel diese größeren und großen Unternehmen der neuen Bundesländer sind, zeigt sich in den Buchführungsergebnissen des Testbetriebsnetzes des BMEL. Tabelle 1
zufolge erzielten im Wirtschaftsjahr 2013/14 beispielsweise die
größeren Haupterwerbsbetriebe in Sachsen-Anhalt mit einem
Standardumsatz von über 250 000 Euro (250 SO) durchschnittliche Gewinne von gut 200 000 Euro. Auch in den anderen neuen
Bundesländern erwirtschafteten diese Unternehmen durchschnittliche Gewinne von jeweils über 100 000 Euro. Die Juristischen
Personen erzielten in den neuen Bundesländern durchschnittlich
über 260 000 Euro, die sehr großen Juristischen Personen mit einem standardisierten Umsatz von über 3 Mio Euro (3 000 SO)
erzielten durchschnittlich sogar fast 550 000 Euro Gewinn. Die
Betrachtung weiterer Kennzahlen unterstreicht diese Rentabilität.
Je eingesetzter Arbeitskraft erzielten etwa die größeren Haupterwerbsbetriebe in Sachsen-Anhalt im Wirtschaftsjahr 2013/14
Gewinne und Löhne in Höhe von fast 65 000 Euro. Die Eigenkapitalrendite betrug über 18 %. Auch wurde von Ihnen eine Grundrente in Höhe von annähernd 600 Euro/ha LF erwirtschaftet. Im
Vorjahr 2012/13 lagen die Kennzahlen aufgrund der sehr günstigen Preisverhältnisse sogar noch höher. Zwar sind die Erfolgskennzahlen der größeren Haupterwerbsbetriebe in den anderen
ostdeutschen Bundesländern etwas geringer, jedoch auch dort lagen die Grundrenten in jedem Bundesland bei über 360 Euro/ha
und die Eigenkapitalrenditen jeweils im zweistelligen Bereich.
Sehr erfolgreich waren auch die Juristischen Personen. Sie erzielten je Arbeitskraft durchschnittlich 43 500 Euro an Gewinnen und Löhnen, eine Eigenkapitalrendite von 9 % und eine
Grundrente von 296 Euro/ha. Noch rentabler waren die sehr
großen Juristischen Personen mit über 3 000 SO und durchschnittlich über 1 900 ha LF. Diese Ergebnisse liegen deutlich
oberhalb derjenigen der deutschen Haupterwerbsbetriebe insgesamt sowie kleineren und mittleren Haupterwerbsbetriebe in
Sachsen-Anhalt und anderen ostdeutschen Bundesländer. Lediglich bei der Grundrente erzielten die deutschen Haupterwerbsbetriebe insgesamt mit 367 Euro höhere Werte als die
Juristischen Personen. Verantwortlich dafür sind insbesondere
die Haupterwerbsbetriebe in den nordwestdeutschen Bundesländern mit ihrer hohen Veredlungsintensität und ihren für
westdeutsche Verhältnisse relativ großen Betrieben, sowie
die Haupterwerbsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern und
Sachsen-Anhalt.
Die Höhe der berechneten Grundrenten übersteigt bei den größeren Haupterwerbsbetrieben und den Juristischen Personen
deutlich die durchschnittlich gezahlten Pachtpreise. Die größeren Haupterwerbsbetriebe in Sachsen-Anhalt erzielten Grundrentenüberschüsse gegenüber den Pachtzahlungen von durchschnittlich mehr als 300 Euro/ha und die Juristischen Personen
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von deutlich über 100 Euro. Im Vergleich dazu erwirtschaften
Haupterwerbsbetriebe in Deutschland insgesamt deutlich geringere Margen, während kleinere und mittlere Haupterwerbsbetriebe in den neuen Bundesländern kaum Gewinnmargen realisierten. Etwas zu relativieren sind die Ergebnisse mit Blick auf
die im betreffenden Wirtschaftsjahr relativ günstigen Witterungsbedingungen und Preise. Doch auch in den Vorjahren zeigte sich eine hohe Rentabilität.
Die Kennzahlen der Testbetriebe belegen auch, dass die ostdeutschen Unternehmen 25 Jahre nach dem Mauerfall kaum
noch strukturelle Nachteile gegenüber den westdeutschen ausweisen. So sind etwa die Pachtflächenanteile ostdeutscher
Haupterwerbsbetriebe mit etwa 65 % und gut 70 % bei den
Juristischen Personen nur noch unwesentlich höher als die Anteile der Haupterwerbsbetriebe in vielen westdeutschen Bundesländern. Lediglich beim Eigenkapitalbesatz je ha landwirtschaftlicher Fläche finden sich in Ostdeutschland noch deutlich
geringere Werte. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass infolge
der bislang recht niedrig inventarisierten Bodenwerte erhebliche stille Reserven bestehen, so dass das ausgewiesene Eigenkapital die tatsächlichen Vermögen unterschätzt. Auch ermöglichten die hohen Gewinne in den letzten Jahren erhebliche
Eigenkapitalsteigerungen, was sich vermutlich in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Auffällig ist jedoch die vergleichsweise hohe Abhängigkeit der ostdeutschen Landwirtschaft von Subventionen. Diese sind je ha landwirtschaftlicher
Fläche zwar ähnlich hoch wie in Westdeutschland. Allerdings
sind die derzeitigen Direktzahlungen und staatlichen Zuschüsse je Arbeitskraft vor allem bei den größeren Haupterwerbsbetrieben mit über 40 000 Euro enorm. Auch ist der Subventionsanteil an der Wertschöpfung vergleichsweise hoch.
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Die Bodenpreissteigerungen und ihre Ursachen
Seit etwa 2007 sind die Bodenpreise deutlich angestiegen. Nach
Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Kaufpreise in
den neuen Bundesländern zwischen 2007 und 2013 von 4 134
auf 10 510 Euro/ha angestiegen. Sie haben sich damit mehr als
verdoppelt. In den alten Bundesländern stiegen Preise im selben
Zeitraum von durchschnittlich 16 394 auf 25 189 Euro/ha absolut gesehen sogar noch stärker. Auch die Pachtpreissteigerungen
waren in diesem Zeitraum erheblich, wobei die durchschnittlichen Pachtpreise die Dynamik aufgrund der vertragsbedingten
Verzögerungen weniger deutlich aufzeigen als die Preise der
Neuverpachtungen. Neuverpachtungen stiegen zwischen 2007
und 2013 in den neuen Bundesländern von 129 auf 206 Euro/ha.
Auch diesbezüglich war der Anstieg in den alten Bundesländern
von 279 auf 442 Euro/ha absolut gesehen sogar noch höher.
Für intensive Diskussionen haben in den neuen Bundesländern
insbesondere die Preisanstiege bei der Bundesverwertungs- und
-verwaltungs GmbH (BVVG) gesorgt. Die BVVG erzielt bei
freien Verkäufen und Verpachtungen in Relation zum Marktdurchschnitt der neuen Bundesländer weit überdurchschnittliche
Ergebnisse. So lagen die durchschnittlichen Verkaufspreise im
Jahr 2014 nach eigenen Angaben in den Ländern, in denen sie
noch über viel Fläche verfügt, zwischen 13 732 Euro/ha in Brandenburg, 19 730 Euro/ha in Mecklenburg-Vorpommern und
23 361 Euro/ha in Sachsen-Anhalt. Die erzielten Pachtpreise für
Neuverpachtungen lagen in Brandenburg bei durchschnittlich
314 Euro/ha, in Mecklenburg-Vorpommern bei 447 Euro/ha und
in Sachsen-Anhalt bei 577 Euro/ha. Damit entsprechen die
Kauf- und Pachtpreise etwa dem Niveau in den alten Bundesländern, sind allerdings etwa doppelt so hoch wie der ausgewiesene
Durchschnitt in den neuen Bundesländern.
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Zum Verständnis der Bodenpreissteigerungen lohnt ein Blick in
ältere Auswertungen der Testbetriebe. Die Grundrente größerer
Haupterwerbsbetriebe in Sachsen-Anhalt lag nach den Buchführungsergebnissen der BMEL-Testbetriebe zwischen 2004 und
2007 noch bei unter 300 Euro/ha, die der Juristischen Personen
in den neuen Bundesländern insgesamt im selben Zeitraum erst
bei durchschnittlich etwa 110 Euro/ha. Zugleich betrugen die
Pachtpreise der betreffenden Unternehmen ca. 180 beziehungsweise 120 Euro/ha. Bedingt durch die allgemeinen Produktpreissteigerungen insbesondere für Marktfrüchte stiegen ab dem
Wirtschaftsjahr 2007 die Grundrenten deutlich, wenngleich in
Folge von Preis- und Ertragsschwankungen nicht stetig. Wenn
sich das derzeitige Niveau der Grundrenten stabilisiert beziehungsweise die landwirtschaftlichen Unternehmen dies erwarten, sollte davon auszugehen sein, dass sich unter Wettbewerbsbedingungen auch die Pachtpreise an dieses Niveau angleichen
werden. Vor diesem Hintergrund erscheinen die BVVG-Pachtpreise nicht ungewöhnlich hoch. Im Gegenteil: Die durchschnittlichen Neupachtpreise von BVVG-Flächen lagen in den
genannten Bundesländern in den letzten beiden Wirtschaftsjahren jeweils deutlich unterhalb der Grundrenten der größeren
Haupterwerbsbetriebe. Nicht ganz erreicht wurden die BVVGPreise in den jeweiligen Bundesländern im Durchschnitt der
dortigen Juristischen Personen. Diese erwirtschafteten je nach
Bundesland nur Grundrenten zwischen 200 Euro/ha in Brandenburg und 400 Euro/ha in Sachsen-Anhalt. Allerdings sind das
nur Durchschnittswerte. So erwirtschafteten auf den Marktfruchtbau spezialisierte Juristische Personen in Sachsen-Anhalt
im Wirtschaftsjahr 2012/13 nach Berechnungen anhand der
Testbetriebsergebnisse durchschnittlich 553 Euro/ha, die 25 %
der erfolgreichsten Juristischen Personen des Landes sogar eine
durchschnittliche Grundrente von über 800 Euro/ha. Daher ist
davon auszugehen, dass viele Juristische Personen auch die seitens der BVVG erzielten Neupachtpreise erwirtschaften. Noch
mehr gilt dies für überdurchschnittliche Haupterwerbsbetriebe,
die in Sachsen-Anhalt im Wirtschaftsjahr 2012/13 sogar Grundrenten von über 1 000 Euro/ha erzielten. Auch wenn angesichts
zuletzt gesunkener Erzeugerpreise davon auszugehen ist, dass
nicht in jedem Jahr derartige Grundrenten erzielt werden, deuten
die Unternehmensergebnisse darauf hin, dass die seitens der
BVVG erzielten Pachtpreise eigentlich nur die gestiegene Rentabilität der Bodennutzung wiederspiegeln und damit die
BVVG-Auktionen der Lenkungsaufgabe von Bodenmärkten
gerecht werden.
Analog zu den Pachtpreisen haben die gestiegenen Grundrenten
auch ihren Einfluss auf die Kaufpreise, wobei hierbei noch Zinsund Inflationseffekte zu berücksichtigen sind. Die im Jahr 2014
in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg
und Sachsen-Anhalt erzielte Relation der Neupacht- und Kaufpreise der BVVG lag zwischen 2,2 und 2,5 %, die Relation der
Durchschnittspachten zu den Kaufpreisen zwischen 1,8 und
2,0 %. Diese Relationen sind angesichts der Zinsentwicklungen
der vergangenen Jahre nicht überraschend. So lag nach Angaben
der Bundesbank der durchschnittliche Hypothekenzins mit
zehnjähriger Zinsbindung in 2014 bei 3 % bei einer gleichzeitigen Inflationsrate von 1,5 %. Damit lag der Realzins mit etwa
1,5 % noch unterhalb der Pacht-Kaufpreis-Relation.
Ausgehend von der Höhe und Entwicklung der Wertschöpfung
und damit verbunden der beträchtlichen Rentabilität der Landwirtschaft sowie auch der Zinsentwicklung erstaunt die regelmäßige Kritik an den Privatisierungsergebnissen der BVVG. Die
Ergebnisse spiegeln letztlich nur den Wert wider, den die landwirtschaftlichen Unternehmen in den jeweiligen Regionen mit
dem Boden erwirtschaften. Zudem liegen die realisierten Verkaufspreise anderer institutioneller Verkäufer von Flächen, wie
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etwa der Landgesellschaft Sachsen-Anhalt, auf einem ähnlichen
Niveau. Damit tragen die seitens der BVVG veröffentlichten
Ergebnisse zur Transparenz bei und können privaten Verkäufern
und Verpächtern wertvolle Informationen über die Wertigkeit
ihrer Flächen liefern - wenngleich natürlich die spezifischen lokalen Bedingungen sowie auch die jeweiligen Flächeneigenschaften zu berücksichtigen sind.
Ein geteilter Bodenmarkt und die Auswirkungen
Die Ergebnisse der BVVG werfen zugleich aber auch die Frage
auf, warum die übrigen insbesondere privaten Verpächter und
Verkäufer nur einen Bruchteil der BVVG-Ergebnisse erreichen.
Laut Statistischem Bundesamt betrugen die durchschnittlichen
Kaufpreise landwirtschaftlicher Flächen in Sachsen-Anhalt in
2013 11 162 Euro/ha, während seitens der BVVG im selben
Jahr bei freien Verkäufen durchschnittlich 19 355 Euro/ha erzielt wurden. Sollten alle Bodenmarktaktivitäten gleichermaßen
in die Statistik eingeflossen sein, hieße das bei einem Marktanteil der BVVG von 42 %, dass die Nicht-BVVG-Verkäufe zu
einem Preis von durchschnittlich 5 161 Euro/ha erfolgten. Das
wären lediglich 27 % des BVVG-Preises. Das erscheint unplausibel und wirft Fragen nach der Konsistenz der Statistik auf.
Aber selbst der offizielle durchschnittliche Kaufpreis von gut
11 000 Euro ist in Relation zu den BVVG-Ergebnissen sehr
niedrig. Erklärungsansätze könnten abgesehen von standortund flächenspezifischen Preiseffekten darin liegen, dass private
Veräußerer nicht adäquat informiert sind, andere Interessen
verfolgen sowie auch, dass Marktmacht der überwiegend großen und sehr großen landwirtschaftlichen Unternehmen besteht.
Letzteres könnte daraus resultieren, dass die Besitzverhältnisse
der privaten Flächen in Relation zu den landwirtschaftlichen
Schlaggrößen sehr zersplittert sind, sich teilweise sogar innerhalb von Schlägen ohne Wegezugang befinden. Ein anderer
Grund könnte darin liegen, dass in manchen Regionen zwischen
den Unternehmen Absprachen bestehen, nicht gegeneinander zu
konkurrieren.
Ungeachtet der ökonomischen und rechtlichen Beurteilung der
Ursachen wirft der erhebliche Abstand der privaten Preise zu
denen der BVVG Fragen nach den Auswirkungen auf.
Zum einen scheint eine Benachteiligung kleiner privater
Grundbesitzer zu existieren. Sie erhalten offensichtlich systematisch niedrigere Pacht- und Kaufpreise als institutionelle
Eigentümer und haben somit auch eine geringe Teilhabe an den
Grundrenten. Das ruft nicht nur Einkommens- und Vermögensnachteile dieser kleinen Bodeneigentümer hervor, sondern
vermindert auch deren Anreize ihre Flächen dauerhaft, also
auch generationenübergreifend, zu behalten. Die Folge ist längerfristig eine Konzentration zugunsten größerer Eigentümer,
die bessere Verhandlungspositionen gegenüber den landwirtschaftlichen Unternehmen haben oder eine Konzentration in
den Unternehmen. Ein Ausweg könnte für kleinere Eigentümer
darin bestehen, sich in Verwertungsgemeinschaften zu organisieren - wenngleich das vermutlich mit nicht unerheblichen
Transaktionskosten verbunden ist.
Eine weitere Konsequenz eines geteilten Marktes mit weit unterdurchschnittlichen Preisen für einen Großteil der Flächen liegt
darin, dass die Kauf- und Pachtmärkte ihre Lenkungsaufgabe
nur bedingt erfüllen können und der Boden sprichwörtlich nicht
zum besten Wirt kommt. Das behindert längerfristig den Strukturwandel. Zum einen wird der Anpassungsdruck auf wenig effiziente Unternehmen vermindert, was tendenziell dazu führt,
dass diese sich weder hinreichend anpassen noch, dass effizientere Unternehmen wachsen können. Des Weiteren vermindern
verzerrte Preise die Möglichkeiten von Unternehmen mit einem
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besonderen Flächenbedarf sich zu entwickeln, etwa wenn Investitionen in wertschöpfungsintensive Aktivitäten geplant sind.
Und nicht zuletzt besteht die Problematik, dass flächenintensive
Produktionszweige mit geringer Wertschöpfung je Fläche relativ
begünstigt werden.
Sehr günstige Kauf- und Pachtpreise schaffen ferner Anreize,
dass landwirtschaftliche Unternehmen und andere Akteure mehr
damit beschäftigt sind, Wege zu finden, in den Genuss der freien
Renten zu gelangen oder sich diese Renten zu sichern, als sich
auf die Produktion und Entwicklung ihrer Unternehmen zu konzentrieren. Zwar ist die Nutzung von Arbitragemöglichkeiten
eine grundsätzlich wichtige Aufgabe von Marktakteuren, da sie
für Wettbewerb und Transparenz sorgen. Allerdings deuten viele
politische Initiativen zur Begrenzung der Kauf- und Pachtpreise
eher auf eine Beschneidung des Wettbewerbs zugunsten der Sicherung von Renten hin.
Die Konsequenz verzerrter Preise sind letztlich Wohlfahrtsverluste, die nicht nur leistungsfähige Unternehmen in ihrer Entwicklung benachteiligen können, sondern im Zeitablauf auch
kumulativ hinsichtlich der Nachteile privater Bodeneigentümer
wirken.
Ein eingeschränkter Wettbewerb um private Flächen bedeutet
ferner für Unternehmen mit Wachstumsambitionen sowie auch
für solche mit einem besonderen Bedarf an Flächen, dass sie
andere Wege des Flächenzugangs nutzen müssen als über den
privaten Bodenmarkt. Das sind zum einen die öffentlichen Ausschreibungen institutioneller Anbieter wie der BVVG und zum
anderen die Übernahme kompletter Betriebe.
Unternehmensbeteiligungen und Übernahmen
Die Übernahme ganzer Unternehmen oder Teile davon steht
ebenfalls in der öffentlichen Diskussion und dient als Argument
für eine stärkere Regulierung der Bodenmärkte. Einerseits wird
kritisiert, dass externe Investoren ohne Bezug zur Landwirtschaft oder zur Region landwirtschaftliche Unternehmen oder
Anteile aufkaufen (teilweise werden diese Käufe als „share
deals“ bezeichnet) oder dass Holding-Strukturen entstehen
könnten, die zum Abfluss von Wertschöpfung und Steuereinnahmen aus dem ländlichen Raum führen würden. Mit dieser Motivation wurde in einem Anfang 2015 veröffentlichten Gutachten
für den Bundesverband der gemeinnützigen Landgesellschaften
(BLG) geprüft, ob es rechtlich möglich sei, staatliche Eingriffsmöglichkeiten für den Fall der Übertragung von landwirtschaftlichen Unternehmensanteilen zu schaffen. Die Autoren des
Gutachtens kommen zu dem Ergebnis, dass dies grundsätzlich
rechtlich möglich sei. Sie beantworten jedoch weder die Frage,
ob entsprechende Eingriffe sinnvoll sind, noch ob staatliche
Eingriffe vorzüglichere Lösungen generieren.
Um die Frage zu beantworten, ob Eingriffe grundsätzlich sinnvoll sind, sollten zumindest drei Teilfragen geklärt sein. Das ist
zum einen die Frage, wer die Kaufinteressenten sind. Diesbezüglich liegen zwei Studien des Thünen-Instituts vor (Forstner et
al. 2011, Forstner und Tietz 2013). Diese liefern gewisse Einsichten, wie etwa, dass im Regelfall weniger das Interesse an
einer Anteilsübernahme dominiert, als vielmehr das einer kompletten Übernahme von Unternehmen. Das lässt sich wohl zum
einen damit begründen, dass die zu übernehmenden Unternehmen eine Größe aufweisen, die gemessen an den Investitionsvorhaben der Nachfrager überschaubar ist. Das gilt umso mehr,
als für viele landwirtschaftliche Käufer die wesentliche Motivation im eigenen Flächenwachstum zu sehen ist. Zum anderen ist
zu vermuten, dass Transaktionskostenargumente gegen eine
Minderheitsbeteiligung sprechen. Letzteres wäre ein diskussi-
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onswürdiger Aspekt dahingehend, dass moderne Landwirtschaft
eigentlich enorm kapitalintensiv ist und sie grundsätzlich sehr
wohl von stillen Teilhabern beziehungsweise Minderheitsbeteiligungen profitieren könnte.
Derzeit gibt es wenig Belege dafür, dass Agrarholdings besondere Wettbewerbsvorteile besitzen. Anders als etwa in Schwellenländern haben sie unter den hiesigen institutionellen Rahmenbedingungen, abgesehen von möglichen Nischenmärkten, in denen
etwa Standardisierungsvorteile wirken können, kaum Transaktionskostenvorteile. Sollten es steuerliche Vorteile geben, etwa
bedingt durch das Erbrecht, die deren Entstehung befördert,
stellt sich die Frage, inwieweit nicht eher die Steuerschlupflöcher gestopft werden sollten, als die Entstehung von Holdings
indirekt über eine wenig zielgerichtete Bodenmarktregulierung
zu vermeiden.
Die zweite Teilfrage besteht darin zu klären, warum überhaupt
landwirtschaftliche Unternehmen sowie Unternehmensbeteiligungen zum Kauf angeboten werden. Ein Grund für derartige
Angebote können fehlende Rentabilität oder finanzielle Probleme des Unternehmens sein. Sofern keine unternehmerischen
Möglichkeiten zur Lösung finanzieller Probleme gesehen werden, ist in solchen Fällen der Verkauf des Unternehmens oder die
Suche nach neuen Teilhabern eine schlüssige Konsequenz, die
dazu beitragen kann, größeren Schaden zu vermindern, wie
Nachteile von Gläubigern oder eine Liquidation. Ein weiterer
Verkaufsgrund von Unternehmen kann aus dem Generationswechsel auf Ebene des Managements oder der Eigentümer resultieren. Verantwortlich für derartige Verkaufsgründe kann eine
fehlende Vorbereitung auf den Generationswechsel sein, beispielsweise indem nicht rechtzeitig die Nachfolge im Management vorbereitet wurde oder weil kein Nachfolger innerhalb der
Gruppe der Eigentümer und ihrer Familien vorhanden ist. Letzteres gilt vor allem für Familienbetriebe und Personengesellschaften.
Verkäufe im Rahmen des Generationswechsels resultieren möglicherweise auch daraus, dass bei Juristischen Personen mit
mehreren oder vielen Teilhabern die aktuellen und künftigen
Teilhaber keine klare Vision hinsichtlich der Weiterentwicklung
des Unternehmens besitzen oder die Verbundenheit der nachfolgenden Generation mit dem Unternehmen gering ist. Soll derartigen Verkäufen entgegengewirkt werden, stellt sich die Frage,
ob und wie eine Teilhabe der aktuellen und künftigen Anteilseigner an den Werten und Erträgen des Unternehmens gesichert
werden kann. Bedingt durch die Anfang der 90er Jahre geringe
Eigenkapitalbasis sowie auch durch die bis vor einigen Jahren
ungelöste Altschuldenregelung haben viele landwirtschaftliche
Juristische Personen ihre Gewinne bislang ganz überwiegend
thesauriert und kaum ausgeschüttet. Mit Blick auf ein nachhaltiges Interesse der Teilhaber an der Unternehmensentwicklung ist
aber die Sicherung ihrer Einkommens- und Vermögensinteressen essentiell. Vor allem ist deren Teilhabe auch adäquat zu
vermitteln. Entsprechend sollten die Unternehmen eine angemessene Ausschüttungskultur entwickeln und insbesondere Lösungen zur Abfindung ausscheidender Teilhaber entwickeln.
Beides betrifft vor allem Agrargenossenschaften. Sie sollten
prüfen, wie für freiwillig ausscheidende Mitglieder, entweder
adäquate Abfindungsregeln oder geeignete Regeln für eine Handelbarkeit von Anteilen gefunden werden.
Letzteres betrifft auch den Umgang mit den in den Unternehmen
vorhandenen stillen Reserven. So sind laut Tabelle 1 die unternehmenseigenen Flächen bei den Juristischen Personen durchschnittlich mit weniger als 5 300 Euro inventarisiert. Der Wert
dieser Flächen dürfte derzeit mindestens das Doppelte, eher das
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Drei- oder Vierfache, des Buchwertes betragen. Ausgehend von
einem Eigenlandanteil von 28 % und einem durchschnittlich
ausgewiesenen Eigenkapital von 3 000 Euro/ha bedeutet das,
dass der tatsächliche Unternehmenswert häufig mehr als doppelt
so hoch ist. Das gilt umso mehr, als aus den nach wie vor geringen Preisen der Bestandspachten auch in den kommenden Jahren erhebliche Gewinne resultieren. Auch wenn es gute wirtschaftliche und rechtliche Gründe gibt, keine unrealisierten
Bodenwerte und Gewinne zu inventarisieren, sollte seitens der
Unternehmen Transparenz gegenüber den Anteilseignern erwartet werden. Das gilt umso mehr, als Kaufinteressenten bei der
Kalkulation ihrer Gebote für die Übernahme ganzer Unternehmen oder deren Anteile natürlich entsprechende Bewertungen
vornehmen.
Mit Blick auf die genannten Ursachen für Unternehmensverkäufe ergeben sich keine unmittelbaren Gründe für politische Interventionen. Befürchtet man jedoch, dass Unternehmensverkäufe
der eigentliche Anlass für unerwünschte Konzentrationen sind,
dann stellt sich allerdings die Frage, was Politik und insbesondere Verbände tun können oder sollten, um die Anreize zur Veräußerung rentabler Unternehmen nicht unnötig zu stimulieren. Ein
Ansatz könnte in der Verbesserung der Transparenz liegen, damit Unternehmen zumindest nicht unter Wert angeboten werden
und damit für Investoren attraktiv sind.
Hinsichtlich der Rechtfertigung einer Regulierung von Unternehmensübernahmen, stellt sich als dritte Teilfrage, inwieweit
externe Investoren und die Entstehung von Holding-Strukturen
überhaupt als gesellschaftliches Problem anzusehen sind. Formal könnte man versuchen, die Beantwortung dieser Frage zu
umgehen, indem ein politisches Leitbild formuliert wird, das
sich von entsprechenden Unternehmensformen abgrenzt. Praktisch wäre das aber für die neuen Bundesländer höchst problematisch, denn nach der Wiedervereinigung sind extrem vielfältige Unternehmensformen entstanden. Diese reichen von
Familienbetrieben im Haupt- oder Nebenerwerb über Personengesellschaften bis hin zu Juristischen Personen, in den Rechtsformen der GmbH, AG und Genossenschaft. Dabei entstanden
bereits Anfang der neunziger Jahre im Rahmen der Umwandlung von LPGen nicht selten Holding-Strukturen. Auch entstanden schon damals Unternehmen, die von landwirtschaftsfremden Investoren sowie durch Landwirte aus den alten
Bundesländern und nicht selten auch aus den Niederlanden aufgebaut wurden. Die entstandene Vielfalt hat zur Entwicklung der
ostdeutschen Landwirtschaft beigetragen. Gerade die großen
Juristischen Personen oder auch Tierhalter aus den Niederlanden
haben gemessen an der bewirtschafteten Fläche einen weit überproportionalen Anteil an der Wertschöpfung und den Arbeitsplätzen. Insofern stellt sich hinsichtlich eines Leitbildes nicht
nur die Frage nach dessen Sinn, sondern vor allem auch danach,
wie denn gerade die Vielfalt und die damit verbundenen positiven Effekte adäquat abgebildet werden könnten.
Ungeachtet der Führung einer vermutlich wenig zielführenden
Leitbilddiskussion stellt sich die Frage, ob denn die teilweise
angeführten Argumente einer Bedrohung der derzeitigen Strukturen durch externe Investoren tatsächlich stichhaltig sind und
ob Nachteile für die ländliche Entwicklung oder eine übermäßige Konzentration zu befürchten sind. Die Studien des ThünenInstituts lieferten dazu keine eindeutigen Belege. Vor allem gilt
hinsichtlich der bisher entstandenen größeren Holdings, wie
etwa der KTG Agrar, dass diese räumlich verteilt wirtschaften
und an ihren Standorten keine Größen erreichen, die nicht auch
von regional tätigen Agrargenossenschaften erreicht werden.
Zwar gibt es spezielle Nebeneffekte, wie Auswirkungen auf die
regionale Verteilung von Steuerzahlungen, doch lassen sich die-
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se kaum schlüssig für die Rechtfertigung von Eingriffen in Unternehmensstrukturen nutzen. Das wäre vielmehr ein Problem
des allgemeinen Steuerrechts.
Neben den Fragen zur Motivation einer Regulierung von Anteilsübertragungen stellt sich die Frage, was denn eine Regulierung bewirken kann. Wenn etwa die Übernahme eines Unternehmens oder von Unternehmensanteilen genehmigungspflichtig
wäre, müsste festgelegt werden, ab wann denn eine Genehmigung zu versagen wäre. Falls eine Genehmigung versagt werden
sollte, stellt sich dann die Frage inwieweit denn Alternativen zu
gesellschaftlich vorteilhafteren Lösungen führen und wie sich
eine unangemessene Benachteiligung des Verkäufers und anderer Betroffener, wie etwa Anteilseigner und Kreditinstitute, vermeiden lässt. Eine analoge Argumentation zum Grundstücksverkehrsgesetz, wonach die Übernahme durch einen Investor
abzulehnen sei, weil andere übernahmeinteressierte landwirtschaftliche Unternehmen aufstockungsbedürftig seien, lässt sich
für die neuen Bundesländer kaum rechtfertigen. Ebenso wäre es
nicht schlüssig, wenn Landgesellschaften laufende Unternehmen im Interesse heimischer Unternehmen übernehmen und
aufteilen beziehungsweise liquidieren. Denn weder ist zu erwarten, dass Landgesellschaften ein Unternehmen strategisch weiterentwickeln können, noch dass sie es ohne Arbeitsplatzverluste verwerten können.
Agrarpolitische Herausforderungen
Angesichts der wirtschaftlichen Erfolge und der hohen Rentabilität der ostdeutschen Landwirtschaft erstaunen Forderungen, dass die dortigen landwirtschaftlichen Unternehmen beziehungsweise die vorhandenen Strukturen eines besonderen
Schutzes bedürfen und durch bodenpolitische Eingriffe begünstigt werden müssten. Bei der Landwirtschaft der neuen
Bundesländer handelt es sich um keinen benachteiligten Sektor, dessen Entwicklung hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung hinterherhinkt oder der innerhalb der Wertschöpfungskette unter der Marktmacht vor- und nachgelagerter
Bereiche leidet. Ebenso wenig passt für die neuen Bundesländer das Bild einer traditionellen bäuerlichen Landwirtschaft,
die von Betrieben dominiert wird, die mit eigenen Faktoren
wirtschaften. Es dominieren vielmehr Unternehmen, die überwiegend mit Fremdarbeitskräften wirtschaften und den größten
Teil ihrer Fläche von Eigentümern pachten, die selber über
geringe Flächen verfügen. Das gilt auch für die größeren Haupterwerbsbetriebe, die neben den Juristischen Personen einen
Großteil der Fläche bewirtschaften. Entsprechend fließt ein
Großteil der realisierten Wertschöpfung der ostdeutschen
Landwirtschaft in Form von Löhnen und Pachtzahlungen an
ländliche Bevölkerungsgruppen. In der öffentlichen Diskussion werden diese Gegebenheiten kaum berücksichtigt. Im Hinblick auf politisch bekundete Ziele, wie eine Förderung der
ländlichen Räume oder eine breite Verteilung des gesellschaftlichen Eigentums, sollte der Blick der Politik wohl stärker als
bisher auf die Interessen der Arbeitskräfte und Verpächter gerichtet werden als allein auf die der landwirtschaftlichen Unternehmen. Das gilt umso mehr, weil für die neuen Bundesländer auch das traditionelle Klischee nicht zutrifft, dass kleinere
Betriebe arbeitsintensiver wirtschaften und damit eine höhere
Wertschöpfung je Flächeneinheit erzielen (vgl. Tabelle 1). Für
die neuen Bundesländer gilt vielmehr eine umgekehrte Beziehung. Mit steigender Größe nehmen Arbeitseinsatz, Arbeitsentlohnung und Wertschöpfung tendenziell zu. Die Juristischen Personen, und darunter insbesondere die sehr großen
Unternehmen, erwirtschaften je ha die höchste Wertschöpfung
und wenden am meisten für die Entlohnung von Arbeitskräften
auf. Allerdings profitieren auch sie ebenso wie die größeren
Haupterwerbsbetriebe von günstigen Bodenpreisen.
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Eine wirtschaftlich erfolgreiche Landwirtschaft ist ein wichtiger
Baustein der nachhaltigen ländlichen Entwicklung. Verzerrungen auf dem Bodenmarkt zugunsten der landwirtschaftlichen
Unternehmen, wie durch Marktmacht größerer und großer Unternehmen oder durch staatliche Regulierungen zugunsten der
Landwirtschaft, wirken allerdings langfristig kontraproduktiv.
Sie behindern den Wettbewerb und den Strukturwandel darin,
ihre Wohlfahrtswirkungen zu entfalten. Das gilt auch hinsichtlich des Grundstücksverkehrsgesetzes, das nach wie vor davon
ausgeht, dass eine ungesunde Bodenverteilung bereits dadurch
befördert würde, wenn Mitarbeiter oder Anteilseigner landwirtschaftlicher Unternehmen Flächen erwerben statt der Unternehmen selber. Dem ließe sich allerdings kaum sinnvoll begegnen,
indem man zusätzliche Ausnahmetatbestände für begünstigte
Käufe schafft. Vielmehr stellt sich die Frage, ob angesichts der
ostdeutschen Agrarstrukturen das Grundstücksverkehrsgesetz
überhaupt einen Sinn haben kann, solange es als Mittel zur Begünstigung landwirtschaftlicher Unternehmen verstanden wird,
anstatt es auf eine tatsächliche Gefahrenabwehr zu beschränken.
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Unternehmen der neuen Bundesländer neben dem öffentlichen
Druck auch unternehmensspezifischen Herausforderungen stellen. Dies betrifft den Umgang mit dem Generationswechsel,
Transparenz gegenüber ihren Anteilseignern sowie Transparenz
gegenüber lokalen Stakeholdern, wie zum Beispiel den Verpächtern, Beschäftigten sowie der lokalen Bevölkerung.
Nicht näher eingegangen wurde im Rahmen dieses Beitrages auf
die kleineren Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe der neuen Bundesländer. Auch diese sind für die ostdeutsche Landwirtschaft
bedeutsam und erfüllen wichtige Funktionen, vor allem dadurch,
dass sie Nischen besetzen. Der Erfüllung dieser Funktionen
würde eine einseitige Begünstigung dieser Unternehmen jedoch
kaum dienen. Das gilt auch mit Blick auf den Bodenmarkt.
Letztlich müssen auch sie sich dem Wettbewerb stellen. Das
schließt nicht aus, dass die Politik die Bereitstellung besonderer
öffentlicher Leistungen fördern kann. Allerdings sollte sich eine
solche Förderung auf die Leistungen selber beziehen, nicht auf
bestimmte Unternehmen.
Gefahren resultieren allerdings kaum daraus, das Tochterunternehmen einer oder mehrerer Holdings im Raum verteilt sind und
jeweils eine Größe besitzen, die sich nicht gravierend von der
selbständiger Unternehmen unterscheidet. Mit Blick auf Diskussionen um Unternehmensübernahmen stellt sich angesichts der
bisherigen Datenlage zu Holdingstrukturen politisch eher die
Frage, warum es zu Übernahmen kommt, was die Auslöser sind
und wo diesbezüglich Handlungsbedarf besteht, als die Frage
nach Möglichkeiten zur Regulierung von Übernahmen. Es
spricht einiges dafür, dass die Übernahmen zumindest teilweise
aus einem ungenügenden Wettbewerb und fehlender Transparenz auf dem Bodenmarkt motiviert sind. Solange diese Defizite
bestehen, sind Renten durch Unternehmensverkäufe und -übernahmen realisierbar. Würde man die Defizite abbauen, wären
auch externe Investoren und Holdings gezwungen sich einem
echten Wettbewerb zu stellen.
Literaturhinweise
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Buchführungsergebnisse der Landwirtschaft. URL: http://www.bmelvstatistik.de/de/testbetriebsnetz/
Ihren wirtschaftlichen Erfolg haben sich die landwirtschaftlichen Unternehmen der neuen Bundesländer in den vergangenen
25 Jahren erarbeitet. Aber sie haben dabei auch von günstigen
Rahmenbedingungen profitiert. Ihre eigentlichen Herausforderungen liegen heute und künftig in der Überwindung des grundsätzlichen Spannungsfeldes, dass die Unternehmen (i) wirtschaftlich sehr erfolgreich sind, sie (ii) jedoch nach wie vor
enorme Subventionen erhalten sowie (iii) moderne Landwirtschaft in jüngerer Zeit zu einem Politikum geworden ist, dass
gesellschaftlich immer weniger verstanden wird. Ein zügiges
Abschmelzen insbesondere der EU-Direktzahlungen könnte
dazu beitragen, die Konfliktpotentiale innerhalb des Spannungsfeldes ebenso mindern wie die Diskrepanz zwischen Grundrenten und Pachtpreisen. Mit einem Abschmelzen würden sich auch
regelmäßig wiederkehrende Diskussionen um Begrenzungen
von Zahlungen je Betrieb erübrigen. Allerdings müssen sich die
Lehmann, M., Schmidt-De Caluwe, R. (2015): Möglichkeiten
einer gesetzlichen Steuerung im Hinblick auf den Rechtserwerb
von Anteilen an landwirtschaftlichen Gesellschaften sowie zur
Verhinderung unerwünschter Konzentrationsprozesse beim
landwirtschaftlichen Bodeneigentum. Rechtsgutachten im Auftrag des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), Berlin.
Forstner B., Tietz A., Klare K., Kleinhanss W., Weingarten P.
(2011): Aktivitäten von nichtlandwirtschaftlichen und Überregional ausgerichteten Investoren auf dem landwirtschaftlichen
Bodenmarkt in Deutschland, Landbauforschung, Sonderheft
352, Braunschweig.
Forstner B., Tietz A. (2013): Kapitalbeteiligung nichtlandwirtschaftlicher und überregional ausgerichteter Investoren an landwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland. Braunschweig:
Johann Heinrich von Thünen-Institut, Thünen Report 5, Braunschweig.
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt
(2014): Bericht zur Lage der Landwirtschaft des Landes SachsenAnhalt. URL: http://www.landtag.sachsen-anhalt.de/fileadmin/
files/drs/wp6/drs/d3627lun.pdf
Tietz, A., Forstner, B. (2014): Spekulative Blasen auf dem Markt
für landwirtschaftlichen Boden. Berichte über Landwirtschaft
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