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Länder rechnen dieses Jahr mit mehr als 500.000

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LESESTOFF: MILITÄRISCHE MUSKELSPIELE IN OST UND WEST | ZEITGESCHEHEN
FreiePresse
REICHENBACHER ZEITUNG
LOKALES
WALDKIRCHEN
Neue Glocken
für die Kirche
Zwei neue Bronzeglocken können
noch in diesem Jahr im Turm des
Waldkirchener Gotteshauses erklingen, wenn die Pläne von Pfarrer Frank Pauli aufgehen. Die vorhandenen Eisenglocken dürfen
aus Sicherheitsgründen nicht
mehr läuten. Auch der stählerne
Glockenstuhl soll erneuert werSeite 9: Bericht
den. (sia)
A N ZE I G E
Autofahrern in
Sachsen drohen
neue Staus
Die Autobahnen im Freistaat kommen in die Jahre.
Vielerorts müssen sie
saniert werden. Zahlreiche
Baustellen sind die Folge.
VON GABI THIEME
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IN DIESER AUSGABE
Sachsen In einigen Orten
gehen Bürger auf
eigene Faust auf Streife
Wirtschaft Nach mehr als
30 Jahren wird die europäische Milchquote abgeschafft
SPORT AM MONTAG
CHEMNITZ — Auf den 567 Kilometern
Autobahnen in Sachsen wird es in
diesem Jahr so viele Baustellen geben wie seit Jahren nicht. Nachdem
ein Großteil der Trassen in den
1990er-Jahren von Grund auf ausgebaut worden war, müssen nun laut
Landesverkehrsamt
zunehmend
verschlissene Abschnitte saniert
werden. 2015 stellt der Bund dazu
rund 30 Millionen Euro zur Verfügung. Starke Nerven werden Kraftfahrer vor allem rund um Dresden
brauchen, wo fünf zum Teil mehrmonatige Baustellen auf der A 4,
A 13 und A 17 geplant sind.
Einen Vorgeschmack gibt es derzeit im Bereich der A-4-Brücke über
das Triebischtal, wo in Richtung
Dresden seit Anfang dieses Monats
gearbeitet wird. Nach Auskunft des
Landesverkehrsamtes sollen die Arbeiten dort bis Ostern abgeschlossen
sein. Insgesamt müssen demnach in
diesem Jahr vier Autobahnbrücken
instand gesetzt werden.
Die längste und teuerste Baustelle wird es ab 27. April auf der A 4
zwischen Ottendorf-Okrilla und
dem Dreieck Dresden-Nord geben,
wo die Fahrbahn auf zehn Kilometer Länge unter Beibehaltung von
vier eingeengten Fahrstreifen saniert wird. Auch im Südwesten
Sachsen-Team mit Auftakt-Sieg
LEIPZIG — Bei dem tragischen Flugzeugabsturz in den französischen
Alpen ist auch eine Leipziger Künstlerin ums Leben gekommen. Die
Frau stammt ursprünglich aus Halle
und war in beiden Städten tätig.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (beide CDU) drückten den Hinterbliebenen ihre Anteilnahme aus. „In diesen Tagen sind wir oft in Gedanken
bei all denen, die einen geliebten
Menschen verloren haben“, erklärte
Tillich. „Alle zuständigen Behörden
des Freistaates werden den Angehörigen zur Seite stehen, damit sie den
Rat und die Hilfe finden, die sie jetzt
benötigen“, so der Ministerpräsident. In Halle richteten Freunde an
einem für Kunstprojekte genutzten
Zeitungskiosk einen Gedenkort für
die Tote ein.
Der Airbus A320 der Germanwings war am Dienstag abgestürzt.
Alle 150 Menschen an Bord kamen
ums Leben. Nach Darstellung der Ermittler führte offenbar der Copilot
den Absturz bewusst herbei. Am
17. April soll im Kölner Dom mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Trauerakt der Opfer gedacht
Seite 8: Bericht
werden. (epd/dpa)
Sachsens wird der Verkehr diesen
Sommer nicht ungehindert rollen.
Hier gibt es auf der A 72 zwischen
Reichenbach und Zwickau-West auf
zehn Kilometern Länge von August
bis Oktober ein Nadelöhr. In Richtung Bayern wird es ab Pirk schon ab
Juli eng. Hier ist eine 7,6 Kilometer
lange Baustelle angekündigt.
Im Raum Chemnitz sind zwischen Glösa und Chemnitz-Mitte
2,8 Kilometer zu sanieren. Der dreistreifige Abschnitt gehört zu den
dichtbefahrensten in Sachsen. Noch
mehr Verkehr rollt nur rund um die
Landeshauptstadt, wo zwischen der
Raststätte Dresdner Tor und dem
Dreieck Dresden-West ab Mitte Juli
der Fahrbahnbelag erneuert wird.
Obwohl Beton in der Regel 30 Jahre
hält, muss dieser Abschnitt wegen
der extremen Belastung durch bis zu
50.000 Fahrzeuge pro Tag bereits
nach 15 Jahren erneuert werden. Saniert wird der Abschnitt mit einer
Asphaltschicht. Eine Sprecherin des
Landesverkehrsamtes begründete
das damit, dass die Sanierung damit
schneller gehe und der Abschnitt
mit knapp drei Kilometern Länge
vergleichsweise kurz sei. Dass viele
Arbeiten zum Unmut der Tourismuswirtschaft in den Sommerferien stattfinden, wurde damit begründet, dass dann weniger Fahrzeuge
auf Autobahnen unterwegs seien.
Fortgesetzt wird zudem ein bundesweites Brückenprojekt: An Brücken, die Autobahnen überqueren,
werden die Mittelpfeiler bei laufendem Verkehr mit massiven Betonleitwänden nachgerüstet. Dieser
„Anprallschutz“ soll auch dazu dienen, dass bei Unfällen nicht die gesamte Statik in Gefahr gerät.
FOTO: ARNE DEDERT/DPA
Deutschland gewinnt 2:0
Der Fußball-Weltmeister ist in
der EM-Qualifikation wieder in der
Spur. Durch Tore von Reus und Müller siegte die deutsche Mannschaft
in Georgien mit 2:0.
Abschnitt (AS – Anschlussstelle)
AS Chemnitz Glösa – AS Chemnitz Mitte
AS Pirk – Landesgrenze Bayern
AS Reichenbach – AS Zwickau West
AS Ottendorf-Okrilla – Dreieck Dresden Nord
AS Pulsnitz – AS Ohorn
Rastanlage Dresdner Tor – AS Dresden West
Triebischtalbrücke
Zschonergrundbrücke
AS Radeburg – Dreieck Dresden Nord
Fahrbahn der AS Uhyst, Salzenforst und Burkau
Tilo Steiner
Quelle: Landesamt für Straßenbau und Verkehr
Formel 1 Sebastian Vettel
holt in Sepang den ersten
Grand-Prix-Sieg für Ferrari
Fußball Der Chemnitzer FC
erreicht nach 2:0 in Bautzen
das Landespokal-Finale
WETTER VOR ORT
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Ausführliches Wetter: Ratgeber
10014
Länge
Bauzeit
2,8 km
Mai - Juli
7,6 km
Juli - Oktober
10,2 km August - Oktober
9,9 km
Mai - Juli
6,0 km
Juni - August
3,0 km
Juli - Oktober
2,0 km
bis Ostern
350 m
Juli - August
7,6 km März - Ende 2016
August - Oktober
OBERBÜRGERMEISTERWAHL
Sieg für Freie Wähler
in Annaberg
ANNABERG-BUCHHOLZ — Rolf Schmidt
Gleich in seinem ersten Rennen für das sächsische Motorrad-Team Saxoprint RTG hat Alexis Masbou einen Sieg gefeiert. Der Franzose entschied
in Katar das Auftakt-Rennen der Motorrad-WM in der Moto3-Klasse erst
auf der Zielgerade für sich. Der Italiener Enea Bastianini fuhr nicht einmal eine halbe Motorradlänge hinter dem Sieger über den Zielstrich.
Masbou war vor der Saison zum Rennstall aus Hohenstein-Ernstthal gekommen. Sein Teamkolleg, der Schotte John McPhee, rundete das gute
Rennwochenende für die Sachsen ab. In der Moto2-Klasse gewann mit
Jonas Folger aus dem bayrischen Schwindegg ein deutscher Fahrer. Vom
10. bis zum 12. Juli steht für Saxoprint RTG der Heim-Grand-Prix am
FOTO: DPA
Sport: Bericht
Sachsenring auf dem Programm.
Aues Zoo der Minis hat einen neuen Star – Schuld ist ein Hengst aus dem Allgäu
trägt bereits die seltene Fellfarbe Palomino, ein gelb-weißliches Fell. Seit
Jahren ist er regelmäßiger Liebesgast
ist neuer Oberbürgermeister von
Annaberg-Buchholz. Der 55-Jährige
erreichte im zweiten
Wahlgang
69,12 Prozent der
Stimmen. Damit
setzte sich der Kandidat der Freien
Wähler deutlich
gegen seinen CDUKontrahenten Steffen Simon (30,88 Prozent) durch.
„Für mich ist das Ergebnis ein Ausdruck dafür, dass die Bürger eine Veränderung im Rathaus wollen“, sagte
Schmidt. Er tritt die Nachfolge von
Barbara Klepsch (CDU) an, die im
November als Sozialministerin in
die Regierung nach Dresden gewechselt ist. (tw)
ÖFFENTLICHER DIENST
Blond und blaue Augen
Da staunten die Pfleger des Auer
Zoos der Minis nicht schlecht: In der
vergangen Woche brachte die Falabella-Stute „Jacki“ ein Fohlen zur
Welt, das aus der Reihe tanzt. Das Besondere am Neuankömmling ist
sein Fell: hell cremefarbig mit einem
leichten Hauch von grün-grau. Das
kleine Ponny hat dazu blaue Augen.
Pferdefreunde sprechen von einem
Cremello, Smoky Cream. Schuld an
der ungewöhnlich Färbung sind vererbte Gene, die zu einer Aufhellung
der Haare des Tieres führen. ZooSprecherin Bärbel Schroller spricht
von einem Sechser im Lotto: So ungewöhnlich sei diese Geburt. Verantwortlich dafür ist Vater „Mighty“, ein Hengst aus dem Allgäu. Der
Leipzigerin
unter Opfern
des Absturzes
Zentraler Trauerakt am
17. April im Kölner Dom
Baustellen auf Autobahnen 2015
A 4
A 72
A 72
A 4
A 4
A 4
A 4
A 17
A 13
A 4
Einzelpreis 1,10 Euro
FOTO: PRIVAT
Montag, 30. März 2015
in Aue. „Ein potentes Kerlchen mit
einer hohen Deckrate“, sagte Schroller. Nun traf sein Gen-Material erst-
mals auf eine entsprechende Veranlagung beim Muttertier, so dass ein
cremefarbenes Fohlen das Licht der
Welt erblickte.
Noch ist nicht ganz klar, ob die
Auer ihre neue Sensation auch behalten dürfen, die Nachfrage werde
groß sein, hieß es. Zunächst will
man aber einen Namen für das 42
Zentimeter große und sieben Kilogramm schwere Fohlen finden. Namensvorschläge könnten an den
Zoo geschickt werden, so Schroller.
Bedingung: Es muss ein weiblicher
Name sein und mit J beginnen, wie
bei Mutter „Jacki“. Christian Meyer
Tierpflegerin Silke Bauer mit der neuen Sensation im Auer Tiergarten. Ein
Name für das Fohlen wird noch gesucht.
FOTO: GEORG ULRICH DOSTMANN
EINE BILDSTRECKE finden Sie unter
www.freiepresse.de/BILDERGALERIE
Lehrer stimmen
Tarif nur zum Teil zu
DRESDEN — Die 800.000 Beschäftig-
ten im Öffentlichen Dienst der Länder erhalten in den kommenden
zwei Jahren mehr Geld. Gewerkschaften und Arbeitgebern einigten
sich am Samstag in Potsdam darauf,
die Gehälter rückwirkend zum
1. März um 2,1 Prozent zu erhöhen.
2016 soll es eine weitere Anhebung
um 2,3 Prozent, mindestens 75 Euro
pro Monat geben. Für die Betriebsrente werden allerdings höhere Beiträge fällig. Vereinbart wurde zudem
eine neue Entgeltordnung für Lehrer. Die Gewerkschaft GEW trägt
diesen Teil des Kompromisses jedoch nicht mit und erwägt neue
Lehrer-Streiks. Das sächsische Finanzministerium bezifferte die Kosten für das Land auf 140 Millionen
Euro. (rtr) Seite 4: Bericht/Leitartikel
4 190933 001109
Die Zeitung im Internet:
www.freiepresse.de
53. Jahrgang, Nr. 75, VERLAG UND REDAKTION:
09111 Chemnitz, Brückenstraße 15, Tel. 0371 6560
SERVICE-TELEFON: 0800 80 80 123
MONTAG BIS FREITAG: 6.00–18.00Uhr | SAMSTAG: 6.00–13.00 Uhr
Telefonische Anzeigenannahme | Abo-Service | Ticket-Service
2 Freie Presse
NACHRICHTEN
SACHSEN
Montag, 30. März 2015
Gebrochenes Bein gerichtet – Elefantenbaby wieder wohlauf
ANTI-PEGIDA
Konzert und
Konferenz für Dialog
DRESDEN — Vor dem Hintergrund der
anhaltenden Pegida-Demonstrationen haben Dresdner Bürger ein Zeichen für Weltoffenheit und Dialogbereitschaft gesetzt. Beim zweiten
Open-Air-Konzert des Vereins „Dresden – Place to be!“ spielten am Samstagabend Bands aus elf Nationen.
Auf einer Bürgerkonferenz hatte es
zuvor Podiumsdiskussionen und
Vorträge gegeben, bei denen Menschen unterschiedlicher Meinungen ins Gespräch kamen. „Der Tag
war ein Erfolg“, sagte eine Vereinssprecherin. Insgesamt seien 5000 Besucher gezählt worden. Aus dem gesamten Spektrum hätten sich Dresdner in gegenseitigem Respekt an den
Debatten beteiligt, hieß es. (dpa)
FLÜCHTLINGE
Lehrer beklagen
zu große Klassen
LEIPZIG — Der Sächsische Lehrerverband hat zu große Klassen beklagt,
in denen Flüchtlingskinder Deutsch
lernen sollen. „Aus pädagogischer
Sicht sind zehn bis maximal 15 Kinder in den „Deutsch als Zweitsprache“-Klassen die Obergrenze“, sagte
Verbandschef Jens Weichelt. In der
Praxis würden jedoch Klassen von
bis zu 24 Schülern gebildet. Weichelt warnte davor, Flüchtlingskinder
auf bestimmte Schulstandorte zu
konzentrieren. Das sei der Integration nicht förderlich. Der Sächsischen
Bildungsagentur zufolge saßen im
Januar 2577 Schüler in Vorbereitungsklassen. Von den rund 318.000
Schülern an den öffentlichen Schulen des Freistaats hätten 22.900 einen Migrationshintergrund. (dpa)
JUGEND FORSCHT
Acht Tüftler beim
Bundeswettstreit
LEIPZIG — Ein Roboter, der über Hin-
dernisse marschiert, ein neues Verfahren zur Herstellung von Hohlkörpern aus Zement – Schüler aus
Sachsen haben beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ teils patentreife Lösungen vorgelegt, wie die
Wettbewerbsleitung mitteilte. Sie
wurden in Leipzig als Sieger geehrt.
Acht Tüftler, darunter drei Chemnitzer und eine Schülerin aus Burgstädt, werden Sachsen beim Bundesfinale vom 26. bis zum 30. Mai in
Ludwigshafen vertreten. (dpa)
DOMOWINA
Sprachförderung
bildet Schwerpunkt
DREIKRETSCHAM — Die
Domowina,
der Dachverband der Sorben und
Wenden, hat auf ihrer Hauptversammlung die Ziele für die nächsten
zehn Jahre abgesteckt. Das von ihr
beschlossene Programm steht unter
dem Motto „Verbundenheit, Offenheit, Verantwortung“, wie Domowina-Sprecherin Bärbel Felber mitteilte. Laut Programm bleibt es die
wichtigste Aufgabe, zur Erhaltung
und Entwicklung des Sorbischen
beizutragen. (dpa)
Das Leipziger Elefantenbaby mit dem gebro-
chenen Bein hat die Operation gut überstanden und ist wohlauf. Vier Stunden dauerte
der Eingriff. „Das Kleine ist stabil. Es ist munter, neugierig und viel in Bewegung“, sagte
eine Zoo-Sprecherin gestern. „Im Moment
sieht es sehr gut aus, aber eine endgültige
Prognose können wir noch nicht abgeben.“
Zootierarzt Andreas Bernhard sagte, „wir
sind mit der Entwicklung zufrieden, müssen
aber betonen, dass die Kleine noch nicht
über den Berg ist.“ Ein Expertenteam des
Leibniz-Instituts hatte das Junge am Freitag
(Foto rechts) operiert und den rechten Oberschenkel gerichtet. Der Bruch werde nun
von zwei etwa zwölf Zentimeter langen Platten fixiert. Ein Bauchgurt entlastet den kleinen Elefanten beim Stehen. FOTOS: ZOO LEIPZIG/DPA
EIN VIDEO kurz nach der Geburt des Elefantenbabys und wie es wahrscheinlich zu
der Verletzung des Kleinen kam, können
Sie ansehen, wenn sie diesen Code mit
dem Smartphone oder Tablet scannen.
» www.freiepresse/elefantenbaby
Sachsen gehen in einigen Orten
auf eigene Faust auf Streife
Weniger Polizei, mehr
Einbrüche: Im Freistaat
sorgen Bürgerwehren
selbst für Sicherheit, weil
sie sich vom Staat nicht
ausreichend geschützt fühlen. Das Innenministerium
warnt jedoch davor.
VON JÜRGEN BECKER
CHEMNITZ — In Rothenburg erhielten
angehende Kriminalisten kürzlich
direkt vor der eigenen Haustür der
Hochschule der Sächsischen Polizei
praktischen
Anschauungsunterricht: Binnen weniger Wochen
schlugen Diebe und Einbrecher
gleich 34 Mal in dem beschaulichen
Städtchen an der polnischen Grenze
zu. Im Schutz der Dunkelheit hatten
sie es auf Autos, Fahrräder, Schrott,
Werkzeug und Gartengeräte abgesehen. Einige junge Rothenburger
wollten dem aber nicht länger tatenlos zusehen – und gründeten eine
Bürgerinitiative. Deren Mitstreiter
gingen jede Nacht selbst auf Streife.
Verdächtiges meldeten sie der Polizei. „Das hat gut geklappt“, bilanziert Bürgermeisterin Heike Böhm
(SPD). „Zurzeit ist es bei uns wieder
ruhig. Deshalb sind die Patrouillen
kürzlich wieder eingestellt worden.“
Auch die Leipziger „Gartenfreunde Südost“ haben dieses Jahr schon
nächtliche Kontrollrunden gedreht,
um Einbrecher abzuschrecken,
nachdem bei ihnen in den ersten
beiden Januarwochen 29 Lauben
aufgeknackt worden waren. Von
2007 bis 2012 hatten sie schon einmal Patrouillen organisiert, nachdem ihre Schrebergartenanlage 150
Mal von Kupferdieben heimgesucht
worden war. „Zwar lief die Polizei
auch jetzt bei uns verstärkt Streife“,
sagt der Vereinsvorsitzende Michael
Baumann. „Unser Gelände ist aber
riesig. Da nützt es nicht viel, wenn
die Beamten nur ein paar Mal in der
Nacht nach dem Rechten schauen.“
Ob in Ebersbach oder in Ostritz
im Kreis Görlitz, in Chemnitz, Dresden oder im Erzgebirge – immer
häufiger wissen sich Bürger einfach
nicht mehr anders zu helfen, als den
Schutz ihres Hab und Gutes in die eigene Hand zu nehmen. Sachsens Innenministerium hält davon aber
nichts. „Bürgerwehren agieren ohne
rechtliche Grundlage und verstoßen
gegen den Grundsatz des staatlichen
Gewaltmonopols“, sagt Ministeriumssprecher Martin Strunden. „Von
Seiten des Ministeriums besteht
kein Verständnis für Personen, die in
amtsanmaßender Weise gegenüber
Mitbürgern Selbstjustiz verüben.“
Auch die Gewerkschaft der Polizei
(GdP) warnt vor Auswüchsen. De-
„Kein Verständnis
für Personen, die in
amtsanmaßender
Weise gegenüber
Mitbürgern Selbstjustiz verüben.“
Martin Strunden Sprecher des
sächsischen Innenministeriums
ren Landeschef Hagen Husgen hat
aber zumindest Verständnis für die
Bürger. „Die Menschen fühlen sich
nicht mehr genügend vom Staat geschützt. Wir haben doch gar keine
Beamten mehr, die präventiv tätig
sein können.“ Seit 2003 seien im
Freistaat 2000 Polizisten eingespart
worden. „Wer soll denn da noch in
Leipzig oder Rothenburg Streife fahren?“, fragt Husgen, zumal die Kriminalität gestiegen sei. Die Anzahl
der Diebstähle hat sich laut Kriminalstatistik von 2009 bis 2014 um
rund 35.000 auf 145.000 Fälle erhöht, während die Aufklärungsquo-
Staat setzt Bürgern auf Streife enge Befugnisgrenzen
Rechtlich bewegen sich Bürger, die
sich zu Wehren zusammenschließen,
nach Einschätzung von Martin Heger,
Strafrechtsprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin, auf sicherem Terrain, solange sie nicht als Polizisten auftreten oder sich polizeiliche Befugnisse anmaßen. Das heiße,
sie dürften zwar Notwehr und Nothilfe leisten, wenn sie oder jemand Anderes angegriffen würden. Auch dürf-
ten sie einen Kriminellen festhalten,
wenn er auf frischer Tat ertappt worden sei, bis die unverzüglich verständigte Polizei eintreffe. „Nur weil mir
jemand verdächtig vorkommt, darf
ich aber niemanden festhalten, seinen Ausweis kontrollieren, ihn oder
seinen Rucksack durchsuchen, selbst
wenn ich dadurch eine Straftat verhindern könnte“, sagt Heger. „Das
darf nur die Polizei.“ (juerg).
te um rund fünf Prozentpunkte zurückging. Nicht mal mehr jeder dritte Dieb wird erwischt. Der Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Frank Conrad, zeichnet ein
düsteres Bild: Die letzten Monate
zeigten, dass die sächsischen Polizisten an ihre Grenzen stoßen. „Veranstaltungen nach Versammlungsrecht mussten abgesagt werden, die
Verfahrensbearbeitung ist nicht
mehr zu schaffen, Abschiebungen
können nicht realisiert werden,
kurzum: die Polizei ist unter diesen
Bedingungen und aufgrund des Stellenabbaus handlungsunfähig.“
Bis Ende 2016 scheiden erneut
270 Polizisten altersbedingt aus. Deren Stellen werden nicht wiederbesetzt. Gewerkschaften und Grüne
treten zwar sogar für eine Personalaufstockung ein. Selbst der Koalitionspartner der CDU, die SPD, fordert
einen Stopp des Stellenabbaus. Den
wird es vorerst aber nicht geben.
Ausscheidende Polizisten sollen allerdings zumindest auf eigenen
Wunsch ein bis zwei Jahre länger arbeiten dürfen. Darauf haben sich
CDU und SPD kürzlich verständigt.
Bürgermeisterin Heike Böhm
gibt sich derweil keinen Illusionen
hin. „Selbst wenn bei uns zwei Polizeiautos mehr unterwegs wären,
würde das keine Einbrüche verhindern“, sagt sie. „Die Banden, die bei
uns agiert haben, sind jetzt nur weitergezogen. Irgendwann kommen
sie zu uns zurück.“ Darauf haben
sich die Mitstreiter der „Initiative gegen Diebstahl in Rothenburg und
Umgebung“ zumindest schon eingestellt. Wenn es erneut losgeht, werden auch sie sich wieder die Nächte
um die Ohren schlagen.
Auch Prag will
bessere Luft
im Erzgebirge
Suche nach Ursachen
des Katzendreck-Gestanks
OLBERNHAU — Sachsen und Tsche-
chien wollen bei der Bekämpfung
des sogenannten Katzendreck-Gestanks im Erzgebirge enger kooperieren. Informationen sollten den
tschechischen Behörden künftig
schneller übermittelt werden, teilte
Sachsens Umweltministerium am
Samstag nach einer Veranstaltung
der Bürgerinitiative „Saubere Luft
im Erzgebirge“ in Olbernhau mit.
Daran hatten auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD)
und Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt (CDU) teilgenommen.
Die tschechische Regierung signalisierte erstmals ihr Interesse, den Ursachen für die auch gesundheitsbelastende Luftverschmutzung auf
den Grund gehen zu wollen. „Wir
sind Nachbarn und wollen gute Beziehungen“, sagt Kurt Dědič vom
Prager Umweltministerium.
Der Gestank tritt bei bestimmten
Wetterlagen im Erzgebirge und im
Vogtland auf. In den vergangenen 15
Jahren hatten die Behörden immer
wieder Untersuchungen vorgenommen. Dabei fand man heraus, dass
der Geruch in der nordböhmischen
Industrieregion seinen Ursprung
hat. Eine einzelne Quelle ließ sich
aber bisher nicht identifizieren. Derzeit wird an einer Analysemethode
für Mercaptane gearbeitet. Das sind
Stoffe, die bei petrochemischen Reaktionen entstehen können und
schon in geringen Konzentrationen
stark riechen und Gesundheitsprobleme verursachen können. Sollten
weitere Analysen notwendig sein,
werde das nicht an der Finanzierung
scheitern, betonte Hendricks. (tor)
Schwerstarbeit im Osterhasen-Postamt
Mitten in der Lausitz lebt
der Osterhase. Das
glauben zumindest viele
Kinder und schicken
bergeweise Briefe.
VON LUISE BINDER
SEIFHENNERSDORF — Kurz vor Ostern
herrscht Hochbetrieb im Oberlausitzer Osterhasen-Postamt. Dutzende
Briefe erreichen den Sitz von Meister Lampe derzeit jeden Tag. „Heute
kam sogar einer aus Japan an“, sagt
Anja Wauer vom Kindererholungszentrum (Kiez) Querxenland. Auch
Kinder aus Tschechien, Dänemark,
Kroatien, Finnland, den USA oder
Polen hätten bereits an den Osterhasen geschrieben. „Fast alle Kinder
wünschen sich gutes Wetter für das
Osterfest, damit sie draußen suchen
können“, so Wauer. Einige zeigten
sich in ihren Briefen besorgt, ob der
Hase die ganze Arbeit auch schaffe.
In diesem Jahr feiert das Oberlausitzer Osterhasen-Postamt sein
zehnjähriges Bestehen und ist von
Eibau nach Seifhennersdorf umgezogen. „Olli Osterhase“ und seine
Frau „Lotti Langohr“ wohnten
schließlich schon seit 2010 im Kiez
Seifhennersdorf. 2005 war die Poststelle in der Oberlausitz eingerichtet
worden. Damals landeten rund 250
Briefe und Karten im Briefkasten. Im
Laufe der Zeit steigerte sich die Zahl
der eingehenden Post. Unterdessen
sind es schon über 2000 Briefe pro
Jahr. Seit 2005 haben den Hasen und
seine Gehilfin mehr als 14.200 Briefe
aus 16 Ländern weltweit erreicht,
berichtet Anja Wauer.
Die bekanntere Adresse für Post
an Meister Lampe ist das niedersächsische Ostereistedt. Die Filiale in
dem kleinen Ort zwischen Hamburg
und Bremen besteht schon seit
mehr als 30 Jahren. Doch auch das
Postamt in der Oberlausitz habe sich
mittlerweile einen Namen gemacht,
sagt Wauer. Viele Sorgen beschäftigten die Kinder – etwa ob der Osterhase sie auch im Urlaub findet. Zur
Sicherheit schickten viele ihre Urlaubsanschrift. Adressiert seien die
Briefe meist an „Olli Osterhase“. Dabei sei es vor allem seine Frau, die die
Briefe beantworte, sagt Wauer. Jedes
Kind bekomme eine Antwort. Darin
stehe, wie es dem Osterhasen geht.
Und natürlich gehe „Lotti Langohr“
auch individuell auf die Fragen eines jeden Kindes ein.
Um die Adressaten ohne Absender zu klären, sind die Osterhasen
auch in den sozialen Netzwerken
unterwegs. Alle Briefe und gebastelten Kunstwerke an das OsterhasenPostamt werden aufbewahrt und in
ein Buch gebunden. Allein 2014 entstanden vier Bücher in A4-Größe
mit je 340 Seiten. (dpa)
Der „Osterhase Olli“ bekommt derzeit viel Post.
FOTO: MATTHIAS WEBER/DPA
ZEITGESCHEHEN
Montag, 30. März 2015
Freie Presse
3
Militärische Muskelspiele mit Risiko
Die Ukraine-Krise hat
zahlreiche Manöver und
Übungen in Osteuropa
und in Russland ausgelöst.
Die Drohgebärden schüren
das Misstrauen zwischen
der Nato und Moskau.
Das europäische Sicherheitskonzept, in dem auch
gegenseitige vertrauensbildende Maßnahmen
verankert sind, liegt in
Trümmern.
VON STEPHAN LORENZ
CHEMNITZ — Die Kinder auf dem
Marktplatz in der estnischen Hafenstadt Pärnu durften mal anfassen:
Gewehre, Stryker-Schützenpanzer
und echte amerikanische GI‘s. Am
22. März startete der US-Straßenmarsch von Estland nach Deutschland in dem Seebad an der Ostsee. Eine Demonstration der Verbundenheit mit den östlichen Nato-Mitgliedsstaaten, sagen die US-Militärs.
Dutzende Radschützenpanzer
und andere Fahrzeuge der US-Army
überqueren auf dem Rückweg von
Übungen an ihren Heimatstandort
im oberpfälzischen Vilseck die baltischen Staaten, Polen und Tschechien. In Vilseck werden sie am 1. April
zurückerwartet. Der Standort liegt
an einem der größten Truppenübungsplätze in Europa. Dort in
Grafenwöhr verbrachte Elvis Presley während seiner Armeezeit in
Deutschland von 1958 bis 1960 viele
Monate bei Manövern. Auf die „Presley-Jahre“ inmitten des Kalten Krieges ist die Stadt Grafenwöhr heute
noch stolz.
An Zeiten des Kalten Krieges erinnert auch das derzeitige Verhältnis zwischen der Nato und Russland.
Beide Seiten demonstrieren seit Wochen Stärke: Moskau weitete Mitte
März seine Militärmanöver in mehreren Regionen des Landes deutlich
aus. Die Anzahl der an den Übungen
teilnehmenden Soldaten sei auf
80.000 verdoppelt worden, sagte der
russische Generalstabschef Waleri
Gerasimow. Unter anderem verlegte
Russland Langstreckenbomber auf
die vor einem Jahr annektierte ukrainische Halbinsel Krim. Zudem wurde bekannt, Russland wolle Iskander-Raketen in der Exklave Kaliningrad stationieren. Die Nato warf
Russland vor, den Westen mit grenznahen Manövern zu provozieren.
Russlands Vize-Außenminister Alexej Meschkow kritisierte jedoch seinerseits die jüngsten Nato-Aktivitäten im Baltikum und im Schwarzmeeraum: „Solche Handlungen destabilisieren die Lage.“ Allein im vergangenen Jahr fanden in der Ukraine acht Übungen zum Teil mit Natooder US-Beteiligung statt.
Der Westen arbeitet seit einem
halben Jahr, seit dem Nato-Gipfel in
Wales Anfang September 2014, an
einem Aktionsplan zur Erhöhung
der Einsatzbereitschaft in Osteuropa
(„Readiness Action Plan“). Das Ziel
ist eine verstärkte Eingreiftruppe
(Nato Response Force), die bis Herbst
30.000 Soldaten zählen soll.
Darüber hinaus werden die Amerikaner permanent mit 250 Panzern
und gepanzerten Fahrzeugen nach
Europa zurückkehren. Sie haben damit schon begonnen. Kräfte in Stärke von je einem Bataillon werden in
den baltischen Staaten sowie in Polen und Rumänien stationiert. Damit erhalten die baltischen Staaten
das, was sie immer wollten: Neben
der Nato eine bilaterale Verpflichtung der USA.
In der Zwischenzeit soll eine Kette militärischer Übungen in Osteuropa unter dem Titel „Operation Atlantic Resolve“ (Atlantische Entschlossenheit) die Bereitschaft der
USA zur Verteidigung der östlichen
Bündnispartner demonstrieren. Höhepunkt der Manöver in Osteuropa
ist laut Pentagon eine Übung mit Be-
Militärshow der russischen Streitkräfte in Rostow am Don Mitte März: Flugvorführung der Kunstflugstaffel Russische Ritter.
teiligung einer Reihe von Nato-Staaten vom 17. Mai bis Anfang Juni
2015. Zusätzlich sind in Tschechien
vom 22. Juni bis zum 3. Juli auf dem
südböhmischen Truppenübungsplatz Boletice Manöver geplant. Derzeit bereitet die Nato in Ulm das Manöver „Trident Juncture“ in Südeuropa mit bis zu 35.000 Soldaten vor.
Das Manöver wurde allerdings
„Politisch ist es
eine klare Demonstration, dass die
Nato-Partner ihren
Bündnisverpflichtungen auch mit
militärischen
Mitteln nachkommen können.“
Armin Staigis Sicherheitsexperte
schon vor zwei Jahren in Auftrag gegeben – vor der Ukraine Krise.
Das alles geschieht vor dem Hintergrund der „Nato-Russland-Gründungsakte“ von 1997. Damals hatten sich beiden Seiten gegenseitig
versprochen, trotz Nato-Erweiterung keine zusätzlichen substanziellen Kampftruppen in Europa permanent zu stationieren. Dazu sagt
der Sicherheitsexperte Oberst a. D.
Wolfgang Richter von der Stiftung
Wissenschaft und Politik: „Es wurde
aber nie definiert, was ,substanziell‘
ist, das wollten die Amerikaner
nicht. Sie haben sich so die Interpretationsfreiheit erhalten. Auch das
ebenfalls versprochene Anpassungsabkommen zum Vertrag über
konventionelle Streitkräfte in Europa (A-KSE-Vertrag) wurde vom Westen nicht ratifiziert.“
Das neue Rüstungskontrollabkommen hat 1999 die blockbezogenen Gruppenbegrenzungen von
1990 durch nationale und territoriale Obergrenzen für jeden einzelnen
Vertragsstaat ersetzen sollen. Russland hat das Abkommen 2004 ratifiziert, ebenso Weißrussland, die Uk-
raine und Kasachstan. Die Nato-Mitglieder knüpften dagegen ihre Zustimmung an den vollständigen Abzug russischer Truppen aus Georgien und Moldawien. Die Folge: Die
baltischen Staaten traten 2004 der
Nato bei – sind damit auch dem
Kontrollabkommen von 1990 nicht
unterworfen. Deshalb gibt es dort
keine territorialen Rüstungsobergrenzen. Nach Ansicht Russlands ist
das Baltikum daher eine nicht
rechtsverbindlich limitierte Aufmarschbasis der Nato unmittelbar
vor St. Petersburg.
Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, gegen die Grundlagen der
europäischen Sicherheitspolitik zu
verstoßen, das fördert die Bedrohungsängste ebenfalls auf beiden
Seiten. Richter: „Man kommt aber
trotz der strategischen Fehler des
Westens nicht dran vorbei: Die unmittelbaren Auslöser der neuen Stationierungspolitik und der Manöver
der Nato waren die Krim-Annexion
und die russische Intervention in
der Ostukraine.“
Die Nato-Russland-Gründungsakte von 1997 war eine politische,
FOTO: ACTIONPRESS
keine rechtsverbindliche Vereinbarung. Nato und Russland versprachen, ihre Sicherheitskooperation
zu vertiefen. Sie war als eine Rückversicherung gedacht, dass trotz der
Nato-Erweiterung den russischen Sicherheitsinteressen Genüge getan
wird. Zwei Jahre vor der zweiten
Nato-Erweiterung 2004 wurde der
Nato-Russland-Rat ins Leben gerufen. Ein Beratungsgremium, mit
dem man Russland enger an die
Nato heranführen wollte, quasi als
informelles Mitglied. In der aktuellen Krise, wo der Dialog besonders
gebraucht wird, wurde die militärische Zusammenarbeit in diesem
Gremium eingestellt. „Das ganze Sicherheitssystem in Europa funktioniert im Moment nicht“, meint
Richter. Zur Vertrauensbildung gehören auch gegenseitige Beobachtungen von Manövern. Im Moment
ist das nicht möglich, obwohl im sogenannten Wiener Dokument solche Beobachtungen festgelegt sind.
2011 wurde es durch die 57 Mitglieder der Organisation für Sicherheit
und Zusammenarbeit in Europa
zum letzten Mal überarbeitet. Sein
Sicherheit und Vertrauen
Das „Wiener Dokument“, das die 57
Mitgliedsstaaten der OSZE unterzeichnet haben, wurde 1990 nach
dem Ende des Kalten Krieges vereinbart und zuletzt 2011 überarbeitet. Es
umfasst Maßnahmen zur Steigerung
der Transparenz und zur Vertrauensbildung sowie Mechanismen zur friedlichen Beilegung von Konflikten.
Rückfahrt vom Manöver im Baltikum: Truppen der US-Army fahren auf ihrem Weg zurück zum Standort im bayerischen Vilseck auch durch Lettland.
FOTO: VALDA KALNINA/DPA
Darin verpflichten sich die Staaten,
einmal pro Jahr Informationen über
ihre Streitkräfte, ihre Waffensysteme,
ihre Verteidigungsplanung und ihren
Militärhaushalt zu liefern. Ebenfalls
jährlich müssen die großen Manöver
gemeldet werden, die im Jahr darauf
geplant sind. Die Informationen können vor Ort durch Inspektionsteams
überprüft werden. Auch gegenseitige
Besuche von Manövern, Flugplätzen
und anderen militärischen Einrichtungen sind vorgesehen. (slo)
Ziel: Transparenz. Es sieht Gebietsinspektionen und Überprüfungsbesuche an ausgewählten Standorten
vor. Die erlaubte Anzahl an Inspektionen ist allerdings sehr gering, die
Hürden für Manöverbeobachtungen sind hoch: Bei Manövern mit
9000 Mann sollen die OSZE-Staaten
informiert werden, ab 13.000 sollen
Beobachter eingeladen werden.
Deutschland und andere Staaten
hatten schon vor der Ukraine-Krise
mehrfach gefordert, diese Hürden
zu senken. Russland aber lehnte ab
mit dem Argument: Wenn ihr die
konventionelle Rüstungskontrolle
(A-KSE) blockiert, dann werden wir
euch auch keine Erhöhung der
Transparenz zubilligen. Für Seestreitkräfte sind solche vertrauensbildenden Maßnahmen auf Anlandungen amphibischer Kräfte begrenzt, aber für Übungen auf hoher
See ausgeschlossen.
Auch der Vertrag über den „Offenen Himmel“ dient der Transparenz. Er erlaubt kooperative Beobachtungsflüge mit zertifizierten
Flugzeugen und Beobachtungssensoren, wobei das Personal des beobachteten mit dem des beobachtenden Staates an Bord zusammenarbeitet. Westliche Staaten und die
Ukraine haben vergangenes Jahr
von März bis Anfang September 25
solcher Beobachtungsflüge über
russischem und 9 über ukrainischem Territorium ausgeführt.
Russland hat sich dabei vertragskonform verhalten, im Sommer 2014 allerdings einen 40 Kilometer breiten
Streifen an der Grenze zum ostukrainischen Konfliktgebiet als Gefahrenzone deklariert. Dies schränkt
die Beobachtung des unmittelbaren
Grenzgebiets ein.
Laut Armin Staigis, Vizepräsident der Berliner Bundesakademie
für Sicherheitspolitik und Brigadegeneral a. D., haben Manöver eine
politische und eine militärischpraktische Dimension: „Politisch ist
es eine klare Demonstration, dass
die Nato-Partner ihren Bündnisverpflichtungen auch mit militärischen Mitteln nachkommen können und wollen. Auch wenn Russland es als Provokation wertet, für
die östlichen Bündnispartner ist es
ein wesentlicher Teil der politischen
Rückversicherung.“
Gleichzeitig nutzen die Militärs
solche Übungen aber auch, um die
Reaktionsfähigkeit des Gegners zu
testen. Staigis nennt ein Beispiel:
„Ein russisches Flugzeug fliegt auf
den baltischen Luftraum zu. Dann
steigen die dort stationierten NatoAbfangjäger auf. Die andere Seite
sieht dann genau: Wie lange haben
die gebraucht, um in die Luft zu
kommen? Wann haben sie uns bemerkt. Wie reagieren sie, wenn wir
kurz vor dem baltischen Luftraum
wieder abdrehen.“ Es sei ein militärisches Muskelspiel mit Risiken: „Es
kann auch mal was schiefgehen, es
muss nur einer falsch oder zu spät
reagieren ...“ Staigis wirft den Russen
vor, sie würden über hoher See die
Regeln der internationalen Luftfahrt
verletzen, in dem sie einfach den
Flugtransponder ausschalten. „Damit sind die Bomber oder andere Militärmaschinen für die zivile Luftfahrt nicht mehr auszumachen. Es
könnte im Extremfall zu einem Zusammenstoß mit einem zivilen
Flugzeug kommen. Damit gefährden die Russen die nationale Luftfahrt, wenn sie das über der Ostsee
oder bei Großbritannien machen.“
Jüngst war bekannt geworden,
dass eine irische Passagiermaschine
im Februar nahe der irischen Küste
einem russischen Bomber ausweichen musste. In Militärkreisen ist es
ein offenen Geheimnis, dass es in
den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von „Beinah-Crashs“ mit
russischen Flugzeugen gegeben hat.
Der Nato-Oberbefehlshaber in
Europa, Philip Breedlove, forderte
jüngst, man solle verlässliche Kommunikationskanäle einrichten, um
ernste Zwischenfälle entschärfen zu
können. Er brachte ein neues „Rotes
Telefon“ ins Spiel -– so wie es 1963
nach der Kubakrise zwischen den
USA und der Sowjetunion eingerichtet worden war.
KOMMENTAR & HINTERGRUND
Montag, 30. März 2015
LEITARTIKEL
IM FOKUS
Kein Interesse
an Streik
Amanda Knox
ist endgültig frei
CHRISTOPH ULRICH
ZUM TARIFABSCHLUSS
IM ÖFFENTLICHEN DIENST
Höchstes italienisches Gericht beendet
fast acht Jahre währendes Justizdrama
FOTO: ABC/DPA/ARCHIV
4 Freie Presse
christoph.ulrich@freiepresse.de
I
n den vergangenen Wochen haben die Konjunkturforscher ihre Prognosen für das deutsche
Wirtschaftswachstum angehoben,
die Steuereinnahmen sprudeln. Allein im Februar stieg das Aufkommen um sechs Prozent gegenüber
dem Vorjahresmonat. Hinzu
kommt die Entlastung für die Bundesländer durch das niedrige Zinsniveau. Die Kosten für den Schuldendienst sinken. Für die Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes waren
das gute Rahmenbedingungen für
den Tarifpoker. Mit wirkungsvollen
Warnstreiks hatten sie den Arbeitgebern signalisiert, dass sie auch zu einem flächendeckenden Streik in
Deutschland bereit sind. Die Einigung nach der vierten Verhandlungsrunde war deshalb nicht so
überraschend. Niemand wollte für
einen großen Streik im Öffentlichen
Dienst verantwortlich sein, schon
gar nicht mitten in einem beginnenden Konjunkturaufschwung.
Von ihrer Maximalforderung mit
einer Erhöhung der Löhne um 5,5
Prozent sind die Gewerkschaften
mit dem jetzt erzielten Abschluss
zwar weit entfernt, trotzdem ist es
ein Schönwetter-Ergebnis. In der
Summe entspricht der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst der
Länder einer Anhebung um 4,61
Prozent für 24 Monate. In der als gut
situiert geltenden Chemieindustrie
erreichten die Arbeitnehmer lediglich 2,8 Prozent für 17 Monate. Würden die Konjunktur nicht laufen
und die Steuereinnahmen dahindümpeln, hätte die Länder sicher
mehr Widerstand geleistet.
So blieben sie nur gegenüber den
Lehrern hart. Die Forderung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, für die 200.000 angestellten
Lehrer das Einkommen an die verbeamteten Kollegen anzugleichen,
ist den Ländern vor allem langfristig
ein zu teures Unterfangen. Die Länder müssen nämlich die Schuldenbremse im Blick haben, die ihnen
spätestens 2020, in Sachsen schon
heute, eine Nettokreditaufnahme
verbietet. Deshalb hatten die Arbeitgeber auch auf Zusatzbeiträge der
Angestellten für die Altersvorsorge
gedrängt. Auch hier ging es um den
langfristigen Effekt bei den Kosten
der betrieblichen Altersversorgung,
die aufgrund des Zinsniveaus für die
Länder immer teurer wird. Auf diese
Weise wird die Schuldenbremse
künftig zu einem entscheidenden
Thema in den Tarifverhandlungen.
Bei den Lehrern ist es schon so.
IMPRESSUM
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KARIKATUR: TOMICEK
Sommerzeit.
Nach fast acht Jahren Justizgerangel
haben die Amerikanerin Amanda
Knox und ihr Ex-Freund erleichtert
auf ihren endgültigen Freispruch in
Italien reagiert. „Ich bin so dankbar,
dass ich mein Leben zurückhabe“,
sagte die 27-Jährige in ihrer Heimat
Seattle unter Tränen. Das höchste
Gericht in Italien hatte Knox und
den Italiener Raffaele Sollecito Freitagnacht von ihrer Verurteilung zu
langen Haftstrafen freigesprochen,
weil sie nicht schuld an dem Mord
an der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher seien.
Deren Familie zeigte sich nach
dem überraschenden Urteil schockiert. Denn wer ihre Tochter tötete
und warum, bleibt auch nach dem
fünften Urteil in dem Fall unklar.
Als einziger sitzt der Ivorer Rudy
Guede wegen Beihilfe zum Mord eine 16 Jahre lange Haftstrafe ab. Die
Ermittler waren sich aber einig, dass
er nicht allein gehandelt haben
kann. Knox und Sollecito können
nun ihr Leben wieder neu beginnen.
Knox will ihren Freund, einen Musiker, heiraten. Auch Sollecito hat eine neue Freundin. (dpa)
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Tarifeinigung: Ein Haar in der Suppe
Fast könnte man meinen,
es gebe ein Happy End.
Doch einige bleiben
wieder außen vor, bei der
Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst. Ein „Alle für
Einen“ gibt es wohl nicht.
ON THERESA MÜNCH
UND RUPPERT MAYR
POTSDAM — Jens Bullerjahn ist ja
selbst Gewerkschafter. In der IG
BCE, der Gewerkschaft, die für die
Chemieindustrie gerade ein kräftiges Lohnplus ausgehandelt hat. Entsprechend freundlich ist der Ton,
auch wenn der SPD-Politiker hier in
Potsdam zwar neben Verdi-Chef
Frank Bsirske, aber doch auf der anderen Seite steht. Am Ende verkünden sie zusammen einen Tarifabschluss für die rund 800.000 Beschäftigten der Länder, unerwartet
schnell und ohne allzu viele harte
Worte. Die Länder zeigen sich zufrieden, viele ihrer Angestellten
auch – nur die Lehrer sind enttäuscht, erbost, wieder einmal.
Die harten Fakten klingen so:
2,1 Prozent mehr Geld zum 1. März
2015, ein Jahr später weitere 2,3 Prozent, mindestens aber 75 Euro. Keine Kürzung bei der betrieblichen Altersversorgung – bis auf leicht höhere Zusatzbeiträge. Für Bsirske „unterm Strich akzeptabel“. Ursprünglich hatten die Gewerkschaften ein
Plus von 5,5 Prozent gefordert. Vor
allem dass sie die Altersvorsorge stabil gehalten haben, werten sie als
großen Erfolg.
Bullerjahn, Finanzminister von
Sachsen-Anhalt und Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft der
Länder, räumt ein, der Abschluss
verlange den Beschäftigten einiges
ab, vor allem wegen der Zusatzbeiträge. „Das wissen wir auch.“ Es ist
ein Geben und Nehmen: Entlastet
ihr mich bei der Altersvorsorge, gebe ich euch mehr Lohn. Denn gerade die betriebliche Altersversorgung
hatte den Ländern Sorgen gemacht.
Sie belastet die Kassen, weil die Menschen immer älter werden und die
Zinsen so niedrig sind.
Das können nicht alle Länder
gleich gut verkraften. Zwar schlossen sie das vergangene Jahr insgesamt mit einem Überschuss von
1,9 Milliarden Euro ab. Ende 2014
standen sie nach Angaben des Statistischen Bundesamts aber auch mit
621,9 Milliarden in der Kreide. Der
Unterschied zwischen finanzschwa-
chen und reicheren Ländern ist
groß, die Schuldenbremse immer
im Hinterkopf.
Die Schlussrechnung der Einigung bedeutet für die Länder – ohne
Hessen, das nicht in der Tarifgemeinschaft ist – in diesem Jahr nun
Mehrkosten von insgesamt 650 Millionen Euro. Mit so einer Größenordnung hatten sie schon gerechnet.
2016 sind 1,5 Milliarden fällig, die
man jetzt noch in die Haushalte einplanen kann. Machbar also. Einstimmig, so betont Bullerjahn dann
auch, hätten sie dem Abschluss zugestimmt.
So weit, so gut. Wenn da nicht das
Problem der rund 200.000 angestellten Lehrer wäre. Die bekommen
zwar jetzt mehr Geld. Mit ihrem
Wunsch nach gleicher Bezahlung
für Angestellte und Beamte sind sie
aber schon wieder abgeblitzt. Zum
dritten Mal. Bullerjahn hatte mehrfach angedeutet, er finde nicht gut,
dass es für die Lehrer keinen einheitlichen Tarifvertrag gebe. Eine komplette Angleichung, wie die Lehrergewerkschaft GEW sie fordert, sei
für die Länder aber einfach zu teuer.
Das Kompromissangebot lehnte die
Lehrergewerkschaft GEW ab. Die
Länder hätten Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten auch noch per Tarifvertrag festschreiben wollen, kritisiert Verhandlungsführer Andreas Gehrke
erbost. Und betont zugleich, die Lehrer seien nicht friedenspflichtig, sie
könnten streiken.
Die anderen Gewerkschaften seien voll solidarisch, sichert Bsirske
zu. Aber streiken, das müssten die
Lehrer jetzt allein. Sie könnten nicht
erwarten, dass der Küstenschutz für
sie auf die Straße gehe. Jeder in der
GEW weiß, dass Verdi kaum Lehrer
vertritt. Die Bereitschaft, für diese
den Kopf hinzuhalten, ist gering.
Mit Erzwingungsstreiks in den
Schulen ist es ohnehin so eine Sache. Zum einen gibt es bundesweit
nur rund 200.000 angestellte Lehrer,
aber 650.000 verbeamtete. Letztere
dürfen nicht streiken. Dass ganze
Schulen dichtmachen müssten, wäre also unwahrscheinlich. Nur in
Sachsen, Berlin und mit Abstrichen
noch in Nordrhein-Westfalen, so
heißt es in den Gewerkschaften,
würde man wohl genügend angestellte Lehrer für einen wirkungsvollen Streik aufbieten können.
Und dann sind da noch Abiprüfungen, Klassenfahrten, die Zeit vor
den Zeugnissen. Zeiten also, in denen streikende Lehrer bei Schülern
und Eltern auf Unverständnis stoLeitartikel
ßen würden. (dpa/fp)
Die Details der Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst
Das Demo-Zubehör der Gewerkschafter darf wieder in den Schrank. Man ist
sich einig geworden. Jedenfalls weitgehend.
FOTO: RALF HIRSCHBERGER/DPA
Rückwirkend zum 1. März gibt es für
die Angestellten im Öffentlichen
Dienst der Länder 2,1 Prozent mehr
Geld. Auf das so gestiegene Entgelt
kommen 2016 noch einmal 2,3 Prozent drauf, mindestens aber 75 Euro.
Insgesamt steigen die Löhne und Gehälter damit um durchschnittlich
4,61 Prozent, in den unteren Entgeltgruppen sogar um bis zu 6,87 Prozent.
Im Osten liegt der Beitrag derzeit bei
2,0 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Für die Arbeitnehmer
steigt er in den drei Jahren um jeweils
0,75 Prozentpunkte, liegt 2017 also
bei 4,25 Prozent. Dafür steigt im Osten das Weihnachtsgeld in mehreren
Schritten auf West-Niveau. Die Zusatzbeiträge reichen über die Laufzeit
des Tarifvertrags bis Ende 2016 hinaus.
Bei der Altersvorsorge gibt es keine
Einschnitte in der Leistung, es werden
aber Zusatzbeiträge fällig. Im Westen
heißt das, dass auf den bisherigen Arbeitnehmeranteil von 1,41 Prozent in
diesem Jahr 0,2 Prozent aufgeschlagen werden. Im nächsten Jahr liegt
der Zusatzbeitrag bei 0,3 Prozent,
2017 bei 0,4 Prozent des Bruttolohns.
Auszubildende bekommen in diesem
und im nächsten Jahr jeweils 30 Euro
monatlich mehr und einen Tag mehr
Urlaub.
Die Zusatzkosten des Abschlusses
für die Arbeitgeber betragen in diesem Jahr 650 Millionen Euro, 2016
noch einmal 1,5 Milliarden. (dpa)
Frankreich: Klatsche für Hollandes Sozialisten
Bei der zweiten Runde der
Regionalwahlen verlor die
Präsidentenpartei etwa die
Hälfte ihrer Départements
an die Konservativen.
VON BIRGIT HOLZER
PARIS — Genussvoll kostet Nicolas
Sarkozy seinen Triumph aus. Er
wartet erst die euphorischen „Nicolas!“-Rufe seiner Anhänger ab, bevor
er loslegt. „Noch nie hat eine Regierung so sehr das Scheitern auf jeder
Ebene verkörpert, noch nie hat sie so
viel Misstrauen und Ablehnung hervorgerufen“, erklärt der Chef der
konservativen UMP, die aus der gestrigen zweiten Runde der französischen Départementswahlen als klare Siegerin hervorgeht. Ein verheißungsvolles Ergebnis für ihn: „Eine
neue Etappe beginnt, die Hoffnung
für Frankreich erwacht neu!“
Bislang regierte die UMP in 41
der 101 französischen Départementsräte, die vergleichbar mit den
deutschen Kreistagen sind. Nun
nimmt sie den Sozialisten bis zu 30
ab. Die Niederlage für die Regierungspartei erscheint dabei umso
härter, als sich darunter einige traditionelle linke Hochburgen befinden,
etwa im Norden, in Hollandes Wahlheimat Corrèze und der Bretagne.
Sarkozys Rechnung ist aufgegangen: Nach seinem politischen
Comeback vor wenigen Monaten
ging es ihm darum, seine von Skandalen und internen Machtkämpfen
gebeutelte Partei wieder auf Erfolgskurs zu bringen und sich den Rang
als erste Oppositionspartei nicht
von der Front National streitig machen zu lassen. Umso härter hatte er
diese im Wahlkampf angegriffen
und auf deren Themen wie Einwan-
derung und Integration gesetzt.
Zwar distanzierten sich auch Parteifreunde von seinen teils markigen
Sprüchen. Nun aber darf sich der
François
Hollande
Französischer
Präsident
FOTO: YOAN VALAT/DPA/ARCHIV
frühere Staatspräsident, der sich
2017 wieder in dieses Amt wählen
lassen will, bestätigt fühlen.
Die Regierung gerät derweil noch
stärker unter Druck. Ohne Umschweife räumte Premierminister
Manuel Valls die Niederlage ein:
„Die Linke, die zu gespalten war, verzeichnet einen klaren Rückgang
trotz der guten Bilanzen der Regierenden in den Départements.“ Als
erste Lehre aus der Wahlschlappe
werde die Regierung die Anstrengungen für eine Verbesserung der
Arbeitsmarktsituation verdoppeln
und Maßnahmen für private und öffentliche Investitionen treffen, versprach Valls. Eine große Herausforderung bleibe das „viel zu hohe“ Ergebnis der extremen Rechten: „Das
bedeutet einen dauerhaften Umsturz unserer politischen Landschaft.“
Zunächst war unsicher, ob die
Front National überhaupt ein Département eroberte. Ihr Erfolgskurs
ist aber keineswegs gebremst. Parteichefin Marine Le Pen jubelte über
das „historische Ergebnis“ bei einer
lokalen Wahl: „Es bestärkt uns als
große politische Kraft. Das ist der Sockel für die Siege von morgen.“
Denn ihr Hauptziel, die lokale Verwurzelung, scheint erreicht: Fehlten
der Front National unter dem früheren Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen,
der sich nichts aus lokaler Basisar-
beit machte, Parteikader vor Ort, so
trat sie nun fast überall im Land an.
Dabei erzielte sie nicht nur in ihren
traditionellen Bastionen im Nordosten und an der Côte-d`Azur starke Ergebnisse, sondern drang auch in den
Westen vor.
Gingen allerdings in der ersten
Runde nur gut die Hälfte der 42 Millionen Berechtigten wählen, lag die
Beteiligung gestern noch geringer.
Im Wahlkampf hatten lokale Themen kaum eine Rolle gespielt, zumal die Départements abgeschafft
oder zumindest ihre Kompetenzen
neu definiert werden sollen: Derzeit
kümmern sie sich um bestimmte
Sozialhilfeleistungen, Landstraßen,
Mittelschulen und regionale Wirtschaftsförderung. Im Zuge einer großen Gebietsreform bis zum Sommer
wird über die Zukunft dieser Verwaltungsebene entschieden – und damit die künftigen Aufgaben derjenigen, die gestern gewählt wurden.
POLITIK
Montag, 30. März 2015
NACHRICHTEN
TERRORISMUS
Neun Mädchen in
den Irak gereist
BERLIN — Aus
Deutschland sind
nach Angaben des Verfassungschutzes bereits mehr als 70 Frauen aus
der islamistischen Szene in das
Kampfgebiet nach Syrien und in den
Irak ausgereist. Darunter seien auch
neun minderjährige Mädchen, sagte
der Präsident des Bundesamts für
Verfassungsschutz,
Hans-Georg
Maaßen. Insgesamt haben sich bislang 650 Islamisten aus Deutschland auf den Weg nach Syrien und in
den Irak gemacht. Der Verfassungsschutz beobachte mit Sorge, dass
sich die Propaganda der Terrormiliz
Islamischer Staat (IS) zunehmend
an junge Frauen richte. (dpa)
AFGHANISTAN
Mord an Fotografin:
Keine Todesstrafe
KABUL — Das Todesurteil gegen den
Mörder der deutschen Fotografin
Anja Niedringhaus ist vom Obersten Gericht Afghanistans in eine
Haftstrafe abgemildert worden. Der
Polizist müsse für 20 Jahre ins Gefängnis, teilte ein Justizvertreter gestern mit. Der Polizist hatte die
48-jährige Niedringhaus vor fast einem Jahr an einem Kontrollpunkt
in der Unruheprovinz Chost erschossen. Die Fotografin der Nachrichtenagentur AP wollte über die
Präsidentschaftswahl berichten. Der
Täter war im Juli 2014 zunächst zum
Tode verurteilt worden. (dpa)
Freie Presse
5
Arabische Liga will Eingreiftruppe schaffen
Das Treffen der Organisation in Kairo stand im
Zeichen der Kämpfe im
Jemen. Aber es gibt auch
andere Bedrohungen.
Bündnis aus 22 Staaten
VON MAHMOUD MOURAD
UND YARA BAYOUMY
SCHARM EL SCHEICH/ADEN — Die Staa-
ten der Arabischen Liga wollen der
Brandherde in der Region künftig
mit einer gemeinsamen Eingreiftruppe Herr werden. Unter dem Eindruck der wachsenden Gefahr eines
Bürgerkriegs im Jemen beschlossen
die Staats- und Regierungschefs gestern auf ihrem Gipfeltreffen im
ägyptischen Scharm el Scheich die
Gründung einer solchen Task-Force.
Es könnte Monate dauern, bis dafür Strukturen und Logistik aufgebaut sind. In der Vergangenheit waren Versuche, eine gemeinsame
Streitmacht aufzubauen, immer
wieder wegen unterschiedlicher
Machtinteressen gescheitert.
Die Teilnahme an der panarabischen Truppe sei freiwillig, heißt es
im Gipfelkommunique der Staatengruppe. In ihrer Erklärung stellen
sich die arabischen Länder hinter
den Präsidenten des Jemen, der mit
Unterstützung einer von Saudi-Arabien geführten Allianz gegen die
vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Die Kämpfe weiteten
sich am Wochenende aus.
Die Länder auf der Arabischen
Nabil Elaraby, Generalsekretär der Arabischen Liga, informiert auf einer Pressekonferenz in Kairo über die Ergebnisse des Gipfeltreffens. Es stand ganz im Zeichen des Konflikts im Jemen.
FOTO: AMR ABDALLAH DALSH/REUTERS
Halbinsel und in Nordafrika fühlen
sich zunehmend durch islamistische Gruppierungen wie den Islamischen Staat (IS) bedroht. Dieser
dehnt seinen Einfluss nach der Eroberung von Teilen Iraks und Syriens auf weitere Länder aus. Hinzu
kommen die Konflikte in Libyen
und im Jemen, wo sich Saudi-Arabien und der Iran einen Stellvertreterkrieg liefern. Die neue Truppe werde
einschreiten, „um auf Antrag wichtiger Länder gegen Bedrohungen
von Sicherheit und Frieden eines
Mitgliedsstaates vorzugehen“, heißt
es in der Erklärung. Der Irak meldete
allerdings Vorbehalte dagegen an.
Der Vorschlag einer gemeinsamen
Eingreiftruppe stammt vom ägyptischen Präsidenten und Gipfel-Gastgeber Abdel Fattah el Sisi, der seinen
islamistischen Vorgänger Mohammed Mursi stürzte und seither gegen
die Muslimbrüder und andere islamistische Aufständische kämpft.
Die Arabische Liga rief die jemenitischen Huthi-Rebellen auf, die
Hauptstadt Sanaa zu verlassen und
ihre Waffen an die „rechtmäßigen“
Behörden auszuhändigen. Im Jemen
flog die von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz den fünften
Tag in Folge Angriffe gegen die vom
Iran unterstützten Huthis. In der
Altstadt von Aden lieferten sich beide Seiten heftige Kämpfe. Die wich-
tige Hafenstadt war der Rückzugsort
von Präsident Abd-Rabbu Mansur
Hadi, in dem er nach seiner Vertreibung aus der Hauptstadt die vergangenen Monate über residierte. Seine
Anhänger berichteten, mindestens
drei Menschen seien bei einer Schießerei im Zentrum ums Leben gekommen. Das von den Huthi-Rebellen kontrollierte Gesundheitsministerium sprach von 35 Toten und 88 Verletzten durch saudiarabische Luftangriffe. Auch aus Sanaa und aus dem wichtigsten Hafen
am Roten Meer, Hodeida, wurden
Kämpfe gemeldet. In der Provinz
Schabwa wurden Anwohnern zufolge 30 Huthis getötet.
Die Arabische Liga ist ein Zusammenschluss arabischer Staaten in Asien und Afrika. Die Organisation besteht seit 1945 und hat ihren Sitz in
der ägyptischen Hauptstadt Kairo.
Der Liga gehören 21 Länder sowie der
international nur von 135 der 193
UN-Mitgliedern anerkannte Staat Palästina an. Fünf Länder – darunter die
Türkei und Indien – haben einen Beobachterstatus. Die Organisation soll
die Beziehungen der arabischen Staaten untereinander fördern und ihre
Interessen nach außen vertreten. Zudem sollen Streitfälle zwischen arabischen Ländern geschlichtet werden.
Oberste Organe sind der Rat und das
Generalsekretariat. Einmal im Jahr
kommen die Staatsoberhäupter zu einem Gipfeltreffen zusammen. (fp)
Wegen des Vormarschs der Huthi
brachten immer mehr Länder ihre
Diplomaten aus Aden in Sicherheit.
Nach der Eroberung der Hauptstadt
Sanaa, die sich seit September unter
Kontrolle der Rebellen befindet, hatten Saudi-Arabien, die Vereinigten
Arabischen Emirate und Kuwait ihre Botschaften dorthin verlegt.
Nachdem Saudi-Arabien bereits am
Samstag Dutzende ausländische Diplomaten aus der Stadt gebracht
hatte, holte gestern ein chinesisches
Kriegsschiff chinesische Diplomaten und Auswanderer aus Aden ab.
Auch die Vereinten Nationen brachten inzwischen Mitarbeiter außer
Landes. (rtr)
A N ZE I G E
Tausende Tunesier
protestieren gegen Terror
TUNIS — Rund 20.000 Menschen ha-
ben gestern in Tunis der Opfer des
blutigen Terroranschlags auf das tunesische Nationalmuseum vor
knapp zwei Wochen gedacht. In
Sprechchören riefen die Menschen
unter anderem „Freies Tunesien,
Terrorismus raus“, um ein Zeichen
gegen Extremismus zu setzen. Tausende tunesische Flaggen wurden in
den Straßen geschwenkt.
Ziel des Trauermarsches war das
Bardo-Nationalmuseum. Extremisten hatten dort vor knapp zwei Wochen 21 Menschen getötet. Die meisten Opfer waren ausländische Urlauber. Die Terrormiliz Islamischer
Staat bekannte sich zu der Tat. An
dem Marsch nahmen neben führenden tunesischen Politikern auch
Frankreichs Präsident François Hollande, Italiens Premier Matteo Renzi
und Bundesinnenminister Thomas
de Maizière (CDU) teil. De Maizière
sagte, die Tat vom 18. März sei „nicht
allein ein Angriff auf die Stabilität
Tunesiens, sondern auch eine Bedrohung für die internationale Gemeinschaft“.
Unmittelbar vor dem Trauertag
hatten tunesische Spezialeinheiten
bei einem Antiterroreinsatz im südtunesischen Kafsa neun Extremisten getötet. (dpa)
Zeugin im NSU-Fall
plötzlich gestorben
Todesursache noch unklar – Frau fühlte sich bedroht
STUTTGART — Eine 20-jährige Frau,
die als Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss des Stuttgarter
Landtags ausgesagt hatte, ist aus bislang ungeklärter Ursache gestorben.
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft
in Karlsruhe gestern mitteilten, fand
ihr Lebensgefährte sie am Samstagabend mit einem Krampfanfall in
ihrer Wohnung. Die Ärzte hätten
das Leben der jungen Frau nicht
mehr retten können.
Bei der Toten soll es sich um eine
Ex-Freundin von Florian H. handeln, einem ehemaligen Neonazi,
der im Herbst 2013 in einem Wagen
in Stuttgart verbrannt war. Florian
H. soll angeblich gewusst haben,
wer die Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn getötet hat.
Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass Florian H. Selbstmord
beging.
Der Mord an der Polizistin wird
den Terroristen des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) zugerechnet. Am Tag seines Todes sollte
H. eigentlich noch einmal von der
Polizei befragt werden. Die 20-Jährige hatte als Zeugin im NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart in
nichtöffentlicher Sitzung ausgesagt,
weil sie erklärt hatte, sie fühle sich
bedroht.
Dem NSU werden neun Morde
an Migranten türkischer und griechischer Herkunft sowie die Ermordung der aus Thüringen stammenden jungen Polizistin Kiesewetter
angelastet. Außerdem sollen mindestens zwei Bombenanschläge und
14 Raubüberfälle auf das Konto der
Rechtsterroristen gehen. Das Trio
Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und
Beate Zschäpe flog erst im Herbst
2011 auf, als sich Mundlos und
Böhnhardt – nach einem Bankraub
von der Polizei umzingelt – umbrachten. Zschäpe legte daraufhin
im letzten Unterschlupf des Trios in
einer Zwickauer Wohnung Feuer.
Sie und vier mutmaßliche Unterstützer aus der rechten Szene stehen
seit Mai 2013 vor Gericht.
In mehreren Bundesländern – darunter auch Sachsen – gingen inzwischen Landtags-Untersuchungsausschüsse der Frage nach, warum der
NSU über Jahre von Geheimdiensten und Polizei unbehelligt morden
konnte. Vor allem am Verfassungsschutz, der Informanten im Umfeld
des NSU gehabt haben soll, gibt es
heftige Kritik. (dpa/hr)
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WIRTSCHAFT
Montag, 30. März 2015
NACHRICHTEN
BÖRSENWOCHE
Herumeiern
vor Ostern
FAHRDIENST
Uber will legalen
Service starten
VON BARBARA SCHÄDER
BERLIN — Der
umstrittene Chauffeur-Dienst Uber will nicht aufgeben und spätestens im Sommer in
Deutschland einen legalen Service
starten. Dieser Fahrdienst solle von
Fahrern übernommen werden, die
über einen Personenbeförderungsschein verfügten, berichtet die
„Wirtschaftswoche“. Das Unternehmen finanziere seinen Freizeitchauffeuren den Erwerb des
Scheins, wie Uber-Deutschland-Manager Fabien Nestmann sagte. Auch
übernehme man die Kosten für die
Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer, wenn sich die Fahrer
als Taxi- und Mietwagenunternehmer lizenzieren lassen wollten. Die
US-Firma hat nach eigenen Angaben in Deutschland etwa 50.000
Kunden und rund 1600 Fahrer. Beim
Service „UberPop“ bieten Privatleute
mit ihren Autos über eine HandyApp ihre Fahrdienste an. Das Frankfurter Landgericht hatte dies für
wettbewerbswidrig erklärt. (dpa)
KONJUNKTUR
Verbraucher geben
2015 mehr Geld aus
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FOTO: JENS BÜTTNER/DPA
Milchkühe stehen in einem Melkkarussell beisammen.
Das Ende der Milchquote
ESSEN — Bei den Verbrauchern in
Deutschland sitzt das Geld angesichts niedriger Inflation und spürbarer Lohnerhöhungen derzeit locker. Nach Einschätzung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für
Wirtschaftsforschung (RWI) wird
der private Konsum in diesem Jahr
sogar noch stärker steigen als 2014
und damit die Konjunktur weiter
anschieben. „Das RWI prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg
des privaten Konsums von 2,6 Prozent – das wären 1,4 Prozentpunkte
mehr als 2014“, sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn der „Wirtschaftswoche“. Hauptgründe dafür
seien steigende Beschäftigtenzahlen
und hohe Lohnabschlüsse. (dpa)
Übermorgen wird eines
der wichtigsten Instrumente der EU-Agrarpolitik
abgeschafft: die Milchquote. Sie war vor 31 Jahren
eingerichtet worden, um
die Überproduktion einzudämmen. Ihre Bedeutung
hat sie längst verloren, sagen Wissenschaftler.
EINZELHANDEL
CHEMNITZ — Als die Europäische Ge-
Supermarkt-Fusion
droht zu scheitern
meinschaft 1984 die Einführung der
Milchquote beschloss, sorgten
„Milchseen“ und „Butterberge“ für
Schlagzeilen. Die Bauern produzierten in den 1970er- und 80er-Jahren
viel mehr Milch als in der EU verbraucht wurde. Ein Grund dafür waren hohe Interventionspreise. So sei
es für die Erzeuger damals sehr attraktiv gewesen, in die Milchproduktion zu investieren, erläutert Sascha Weber vom Braunschweiger
Thünen-Institut für Marktanalyse.
Um Angebot und Nachfrage wieder
ins Gleichgewicht zu bringen, wurde die Milchquotenregelung eingeführt.
Interventionspreise sind von der
EU festgelegte Mindestpreise, die
eingerichtet wurden, um den Binnenmarkt vor zu großen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt
zu schützen. Immer dann, wenn diese Mindestpreise nicht erreicht wurden, kaufte die EU Produkte zum In-
BERLIN — Die umstrittene Fusion der
Supermarktketten von Edeka und
Tengelmann droht einem Medienbericht zufolge zu scheitern. Wie
das Nachrichtenmagazin „Focus“
berichtet, lehnt das Bundeskartellamt auch das bislang weitreichendste Kompromissangebot von Edeka
ab. Demnach beantragte der Handelsriese nur noch die Übernahme
von rund 350 Kaiser’s- und Tengelmann-Läden und nicht mehr wie ursprünglich von 451 Filialen. Für eine
Einigung mit den Wettbewerbshütern hat Edeka nicht mehr viel Zeit.
Die verlängerte Prüffrist der Behörde läuft bis zum 7. April. Edeka und
Tengelmann hatten vor kurzem
neue Zusagen beim Kartellamt eingereicht. Davor hatte die Behörde
Bedenken gegen die Übernahmepläne angemeldet und deutlich gemacht, dass sie das Vorhaben nach
altem Stand untersagen würde. (rtr)
EINKOMMEN
Chefgehälter von
Strategie abhängig
BERLIN — Die Vorstandsgehälter in
den wichtigsten börsennotierten
Unternehmen hängen zunehmend
von der langfristigen Entwicklung
des Unternehmen ab. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Geschäftsberichte aller 30 Dax-Konzerne aus
dem vergangenen Jahr, die von der
Managementberatung Kienbaum
für die „Welt am Sonntag“ erstellt
wurde. Nachhaltige Unternehmensführung wird demnach für die Brieftaschen der Manager immer wichtiger. Machten im Jahr 2008 langfristige Boni im Schnitt 17,6 Prozent der
Vorstandsvergütungen aus, hat sich
der Anteil seitdem mehr als verdoppelt: 2014 bestanden die Vorstandsvergütungen der Untersuchung zufolge im Schnitt zu 40,5 Prozent aus
erfolgsabhängigen Boni, die erst
nach drei, fünf oder mehr Jahren
ausgezahlt werden. (dpa)
VON JAN-DIRK FRANKE
terventionspreis auf. In den vergangenen Jahren hatte die EU die Interventionspreise jedoch immer weiter
abgesenkt. Weil sich die Preisniveaus in der EU und auf dem Weltmarkt dadurch angenähert haben,
spüren auch die Bauern hierzulande
stärker, wenn sich die Bedingungen
auf dem Weltmarkt ändern. „Ausdruck findet dieser Mechanismus in
den seit 2007 zu beobachtenden
stärkeren Preisschwankungen auf
dem Milchmarkt“, schreibt Weber.
Von „Milchseen“ und Butterbergen ist längst keine Rede mehr. Das
letzte Mal seien im Jahr 2009 „umfänglich Milchpulver und Butter
aufgekauft“ worden, berichtet Weber. „Da kamen aber viele Faktoren
zusammen“, fügt er hinzu. Den Wegfall der Milchquote hält er für richtig. „Ihren ursprünglichen Zweck
hat sie längst nicht mehr erfüllt“,
meint er. Ihre angebotsbeschränkende Funktion habe die Quote verloren, weil sie EU-weit zuletzt nicht
mehr ausgeschöpft wurde. Zudem
habe die EU auf dem weltweiten
Milchmarkt Marktanteile an andere
Erzeugerländer wie den USA, Australien und Uruguay verloren – eben
weil die Produktion bislang begrenzt war.
Auch der Deutsche Bauernverband befürwortet das Ende der Regulierung. „Tatsache ist, dass die
Milchquote nicht zu stabilen Erzeugerpreisen führte und der Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter
vorangeschritten ist“, heißt es. Genauso sieht es das Bundesagrarministerium. In den 31 Jahren habe es
Schwankungen beim Rohmilchpreis von bis zu 20 Cent je Kilogramm gegeben. Die Anzahl der
Milchviehhalter im Land sei in dem
Zeitraum von 369.000 auf 77.000 gesunken – ein Rückgang von 79 Prozent. Im Klartext: Das Höfesterben
konnte auch die Quote nicht aufhalten. .
„Die Entwicklung zeigt: Staatliche Markteingriffe wie die Milchquote sind auf Dauer keine Lösung
und angesichts des globalisierten
Marktes auch nicht mehr realistisch“, stellt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU)
fest. Preise und Erzeugungsmengen
sollten durch die Marktbeteiligten –
also Handel, Verarbeiter und Erzeuger – und nicht durch politische Entscheidungsträger festgelegt werden,
so Schmidt.
„Staatliche Markteingriffe wie die
Milchquote sind
auf Dauer keine
Lösung“
Christian Schmidt Bundesminister
Auch Sachsens Landwirte sind wohl
überwiegend optimistisch gestimmt. „Mehrheitlich höre ich positive Signale“, sagt Manfred Uhlemann, Hauptgeschäftsführer beim
Landesbauernverband. Es gebe aber
natürlich auch Betriebe, die in dem
Wegfall eine gewisse Bedrohung sehen. Sie befürchteten, dass nun auch
in Zeiten niedriger Milchpreise
Landwirte ihre Milchproduktion er-
höhen und damit weiterer Druck
auf die Preise entsteht. „Insgesamt
überwiegen jedoch die Vorteile. Den
Betrieben, die wachsen wollen,
bleibt mehr Geld erhalten, betont
Uhlemann. Mit der Größe habe das
nichts zu tun, das hänge vielmehr
von der Struktur der Betriebe ab.
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirte (AbL), die eher kleinere Betriebe vertritt, sieht das freilich anders: Fest stehe, dass die Abschaffung der Quote einseitig das
Wachstum von Milchviehbetrieben
verbillige, weil diese Betriebe nun
nicht mehr vor der Frage stünden,
ob sie zusätzliche Quoten erwerben
oder Strafabgaben riskieren wollen,
schreibt die AbL. „Überhaupt nicht
verbilligt wird dagegen die Milcherzeugung für diejenigen Betriebe, die
im Wachstumswettlauf nicht mitmachen und daher für die preissenkenden Überschüsse im Markt auch
nicht verantwortlich sind“, erklärt
AbL-Vizechef Ottmar Ilchmann. Er
fordert die bäuerlichen Erzeuger
auf, sich mit „Qualitätsmilch“ von
der allgemeinen Masse abzusetzen.
In der Gesellschaft wachse der
Wunsch nach einer qualitativ hochwertigen Milchviehhaltung.
Sich auf den regionalen Markt zu
konzentrieren, darin sieht auch
Wissenschaftler Weber eine Chance
für kleinere Erzeuger. Zugleich erwartet er langfristig eine steigende
Nachfrage nach Milchprodukten
auf dem Weltmarkt – zum einen,
weil die Bevölkerungszahlen steigen, zum anderen, weil sich eine
wachsende Mittelschicht in Schwellenländern dafür interessiert. Er
geht davon aus, dass die deutsche
Milchproduktion steigen wird.
u Beginn der neuen Handelswoche richten sich die Augen
der Börsianer wieder einmal
auf Griechenland. Denn die Regierung in Athen hat versprochen,
noch vor Ostern ihre lang erwarteten Reformvorschläge vorzulegen.
Die Euro-Partner und der Internationale Währungsfonds (IWF) machen
die Auszahlung weiterer Milliardenhilfen davon abhängig, dass Griechenland überzeugende Pläne für eine Sanierung der Staatsfinanzen
und eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit seiner darbenden
Wirtschaft vorlegt. Denn für Griechenland wird die Zeit knapp. Eine
Staatspleite scheint durchaus möglich.
Für Nervosität an den Aktienmärkten sorgt seit Tagen außerdem
der Konflikt auf der arabischen
Halbinsel. Kriegerische Auseinandersetzungen sind meist Gift für die
Finanzmärkte. Die vom weltgrößten Öl-Exporteur Saudi-Arabien angeführte Militäraktion gegen die
Huthi-Rebellen im Jemen sorgte vergangene Woche zudem für einen
sprunghaften Anstieg der Ölpreise.
Mit knapp 60 Euro pro Barrel (159
Liter) sind die Kurse im historischen
Vergleich aber noch immer sehr
niedrig. Denn seit die USA mittels
Fracking Öl aus Schiefergestein
pressen, ist die weltweite Fördermenge von Rohöl deutlich gestiegen.
Bei den Inflationsraten für
Deutschland und die Eurozone, die
am Montag und Dienstag veröffentlicht werden, erwarten Analysten
wegen des nach wie vor billigen Öls
nur wenig Bewegung. Die Teuerungsraten dürften weiter nahe Null
liegen und damit die Europäische
Zentralbank (EZB) darin bestärken,
weiter Milliarden in die Wirtschaft
zu pumpen. Die Notenbank hatte
Anfang März mit dem umstrittenen
Kauf von Staatsanleihen begonnen
mit dem Argument, angesichts der
niedrigen Inflationsrate einem Abgleiten in die Deflation vorbeugen
zu müssen.
Vor Deflationsgefahren warnte
am Sonntag auch die chinesische
Notenbank. Mit einer Teuerungsrate von zuletzt 1,4 Prozent ist die
Volksrepublik von fallenden Preisen
zwar noch weit entfernt, die Warnung macht aber deutlich, wie stark
die nachlassende Dynamik der chinesischen Wirtschaft die Eliten des
Landes verunsichert. Investoren
weltweit dürften deshalb am Mittwoch auf den neuesten Einkaufsmanager-Index aus Peking schauen, der
Auskunft über die Auftragslage der
großen Staatsbetriebe gibt.
Es könnte vor Ostern also noch
einmal rundgehen – allerdings nur
bis Donnerstag. Denn Karfreitag
sind nahezu alle großen Börsen
weltweit, von New York bis Hongkong, geschlossen.
Dem Mittelstand fließen Fördermittel zu langsam
Forschung ist teuer. Viele
Mittelstands-Unternehmen aus Sachsen sind deshalb auf Fördermittel angewiesen. Doch die Bewilligung dauert oft zu lange.
VON CHRISTOPH ULRICH
CHEMNITZ/LEIPZIG — Forschung und
Entwicklung sind entscheidend für
den wirtschaftlichen Erfolg. Davon
sind in Sachsen und Sachsen-Anhalt
94 Prozent der mittelständischen
Unternehmen überzeugt. Das geht
aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft
PwC hervor. „Die Studie zeigt auch
für Sachsen und Sachsen-Anhalt,
dass die Wirtschaft vom Fortschritt
lebt. Überraschend viele Unterneh-
men haben Interesse am Thema Forschung und Entwicklung“, sagte
Jens Berger, PwC-Partner und Leiter
der PwC –Niederlassung in Leipzig
mit rund 150 Mitarbeitern.
Um die hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung aufzubringen, setzt der Mittelstand auf
Fördermittel. 92 Prozent der Firmen
aus der Region haben in den letzten
drei Jahren Förderanträge gestellt,
73 Prozent sogar fünf oder mehr Anträge. Die Mehrzahl der Unternehmen (87 Prozent) lässt sich extern
beraten, um einen besseren Überblick über die Fördermöglichkeiten
zu bekommen. Wichtigste Partner
sind dabei der PwC-Studie zufolge
die Industrie- und Handelskammern, Berufsverbände, Bankberater
und unabhängige Unternehmensberater. „Wegen der Vielzahl von
Förderthemen und Programmen
sind Berater wichtig. Die Ergebnisse
der Studie zeigen, dass sich das Zu-
Ein Forscher des Life Science Inkubators in Dresden.
sammenspiel von Unternehmen,
Beratern und Fördermittelgebern
gut eingespielt hat“, erklärte Berger.
Sämtliche Unternehmen teilten
mit, dass sich der Einsatz für die Fördermittelanträge zumindest teilweise gelohnt hat. 51 Prozent gaben an,
dass zwischen der Hälfte und drei
FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/DPA
Viertel ihrer Fördermittelanträge bewilligt wurden. Die Höhe der Fördergelder entsprach für 93 Prozent
meist der beantragten Summe. Kritisiert wurde von den Unternehmen
allerdings die zu langsame Bürokratie. 74 Prozent gaben an, dass der
Zeitraum zwischen Antragstellung
und Bewilligung für die Vorhaben
oft zu lang ist. Im Schnitt investierten die befragten Unternehmen
rund 16 Prozent vom Gesamtumsatz in Forschung und Entwicklung.
„Unternehmen müssen häufig noch
viel zu lange auf die Bewilligung ihrer Förderanträge warten. Die daraus resultierende fehlende Planungssicherheit ist nach wie vor ein
großes Innovationshemmnis für
viele Unternehmen, die solche Vorhaben teuer vorfinanzieren müssen“, sagte Peter Bartels, Vorstand
und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei
PwC.
Bei der Studie wurden bundesweit knapp 700 Unternehmen mit
einem Jahresumsatz zwischen
50 Millionen und 500 Millionen
Euro Jahresumsatz befragt. Für die
regionale Auswertung in Sachsen
und Sachsen-Anhalt gaben 52 Unternehmen Auskunft.
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8 Freie Presse
AUS ALLER WELT
Montag, 30. März 2015
Copilot kannte Absturzort
NACHRICHTEN
Moik-Würdigung fehlte
Rekordflieger
in ISS-Station
eingetroffen
MÜNCHEN — Die ARD hat in einer Erklärung bedauert, dass bei der LiveÜbertragung des „Musikantenstadl“
aus dem österreichischen Oberwart
am Samstagabend die Würdigung
des verstorbenen früheren Moderators Karl Moik am Schluss fehlte.
Durch ein technisches Problem sei
kurz vor Ende der Sendung die Leitung nach Deutschland und in die
Schweiz abgeschaltet worden. Die
vollständige Sendung soll aber in
der Mediathek abrufbar sein. (dpa)
US-Kooperation mit
Russland wird ausgebaut
BAIKONUR/HOUSTON — Zur ersten ein-
ERFURT/BERLIN — Ein Ende der Masernwelle in Berlin ist nicht in Sicht,
und auch in Thüringen sieht es
schlecht aus. Dort stieg die Zahl der
Infektionen sprunghaft an. Bis zum
Freitag seien in dem Freistaat 52 Masernfälle bekanntgeworden, erklärte
das Sozialministerium. Hintergrund
ist der Masern-Ausbruch an einer Erfurter Schule. (dpa)
GEWONNEN?
Gewinnzahlen
Lotto am Samstag
6, 7, 26, 27, 30, 46
Superzahl: 4
Spiel 77: 9550826
Super 6: 570789
Ein französischer Bergungshelfer untersucht die Überreste des Germanwings-Airbusses A320. Der Copilot Andreas L. führte den Absturz der Maschine nach
FOTO: GONZALO FUENTES/REUTERS
aktuellen Erkenntnissen absichtlich herbei.
Euro-Jackpot
Ziehung vom 27. März: 3, 26, 31, 33, 50
Eurozahlen: 3, 9
Andreas L. flog offenbar
schon als Jugendlicher in
der Region des Absturzes.
Seine genauen Motive sind
noch immer unklar.
Glücksspirale
Endziffer(n): 2: 10 ¤, 56: 20 ¤, 544:
50 ¤, 2803: 500 ¤, 94365: 5000 ¤,
601831, 453580: 100.000 ¤, 7309339,
2714828: monatl. Sofortrente 7500 ¤
VON RALF E. KRÜGER
Tele-Bingo
Vier Ecken: B4, B5, B7, B9, B11, B14, B15
I21, I25, I27
N31, N34, N35, N37, N41
G47, G50, G53, G54, G57, G60
O61, O68, O70, O71, O74, O75
Das Kreuz: I23, I24, N33, G 51
Der Rahmen: B2, N38, N40, N45, G59,
O64, O67, O72, O73
Full House: B10, I28, I29, N42, N43,
O62, O66
HANNOVER — Der Eintrag auf der
Homepage des französischen Segelflugparadieses Puimuisson deutet
den Beginn eines Lebenstraumes an:
„Wir freuen uns mit Sylvain: Er tritt
seinen Traumberuf als Pilot bei Ryanair an.“ Der von Deutschen mitbetriebene Flugplatz liegt nur wenige
Kilometer Luftlinie von dem Ort
entfernt, an dem andere Lebensträume endeten: der Absturzstelle von
Flug 4U9525 mit 150 Menschen an
Bord, die im zerklüfteten Bergmassiv den Tod fanden. Kaum eine Woche nach dem verhängnisvollen
Crash in den französischen Alpen
konzentriert sich die plausibelste
These zur Ursache bisher auf eine
mögliche Verzweiflungstat des jungen Copiloten, auch wenn es weiterhin viele Fragen gibt.
Je mehr Mosaiksteinchen sich ins
bizarre Puzzle einfügen, umso er-
Keno
Ziehung vom 28. März: 3, 4, 9, 14, 15,
19, 20, 24, 27, 28, 34, 36, 41, 44, 50, 57,
62, 66, 69, 70
Zusatzlotterie Plus 5: 77978
Ziehung vom 29. März: 6, 7, 8, 13, 15, 16,
21, 28, 29, 30, 33, 39, 40, 46, 51, 57, 58,
61, 63, 65
Zusatzlotterie Plus 5: 96806
Alle Angaben ohne Gewähr
schreckender wird das Gesamtbild
rund um den abgestürzten Airbus
A320. In seinem verhängnisvollen
Sinkflug kam der Airbus auch Europas größtem Atomforschungszentrum in Cadarache relativ nahe. Es ist
eine strategisch wichtige Einrichtung, in der mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigt sind. Der Einflug
in die umgebende Sperrzone LF-P 10
ist streng verboten. Ein Drohnenflug über der Anlage, auf der zur Zeit
der neue Fusionsreaktor Iter entsteht, hat die Betreiber schon aufgeschreckt. Ob der am Unglückstag
aufgestiegene Mirage-Kampfjet daher nur für Such- oder auch Abwehrzwecke unterwegs war, ist bislang nicht geklärt. Der Funkkontakt
zum Airbus war während des Fluges
abgebrochen.
Dem jungen Copiloten aus Montabaur muss der Luftraum in der Absturzregion bekannt gewesen sein.
Er war in seiner Jugend dort unterwegs. Daran erinnern sich Flieger
aus der Gegend. Einrichtungen wie
der kleine Flugplatz Sisteron oder
das Segelflugzentrum Puimuisson
liegen gleich um die Ecke. Sie bieten
traumhafte meteorologische Bedingungen, die jedes Jahr deutsche Piloten in Scharen in die Provence locken. Unter ihnen sind auch zahlrei-
che junge Menschen, die von einer
Fliegerkarriere träumen.
Wer sich zum Pilotenberuf hingezogen fühlt, der legt oft die Grundlage mit kleinen Schritten. Das Segelfliegen ist meist der Einstieg – so
wie bei Andreas L. Unklar blieb bisher, welche gesundheitlichen Probleme ihn zuletzt plagten. Es dürften
gravierende Probleme gewesen sein
– mit dem Potenzial, seinen Lebenstraum zu zerstören. Denn der Pilotenberuf ist nur ein Beruf auf Zeit –
bis zum nächsten Eignungstest. Die
regelmäßigen Gesundheitstests sind
Bruchlandung in Kanada
Ein weiterer Zwischenfall mit einem
Airbus A320 ereignete sich am Samstagabend kanadischer Ortszeit auf
dem Flughafen Halifax. Das Flugzeug
prallte zunächst bei der Landung hart
auf und kam dann von der Piste ab.
Von den 133 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern wurden mindestens 23 verletzt, jedoch niemand lebensbedrohlich. Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar. Zum Zeitpunkt der Landung herrschte dichtes
Schneetreiben. Nach zunächst nicht
offiziell bestätigten Berichten riss die
Maschine möglicherweise beim Anflug eine Stromleitung um. (dpa)
ebenso gründlich wie die Leistungschecks im Simulator. Immer wieder
auf die Probe gestellt, hört eine Pilotenausbildung im Grunde nie auf.
Manche Piloten können Tage vor ihrer nächsten Prüfung kaum schlafen
vor Aufregung. Medizinische Auffälligkeiten können für immer das berufliche Aus bedeuten.
Die Untersuchung des Unglücks
steht erst am Anfang, betonen die
Ermittler und warnen vor voreiligen
Schlüssen. Erst die Datenfülle der
zweiten, bis Sonntag nicht gefundenen Blackbox, des Flugdatenschreibers, wird Klarheit geben, warum
der Airbus acht Minuten lang in einen stabilen Sinkflug ins Chaos
überging. Nach ersten Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Marseille
hatte der Copilot den Bordcomputer
dafür entsprechend programmiert.
Doch auch der Datenrekorder wird
keine einwandfreien Hinweise geben können, wie es um die Psyche
des Copiloten wirklich stand. Das
Verhalten eines Menschen an einer
kritischen Schwelle vorherzusehen,
ist auch für Airlines schwer, selbst
wenn sie mit regelmäßigem Training die Wahrscheinlichkeit einer
guten Selbstdisziplin und erfolgreichen Teamarbeit im Cockpit zu erhöhen versuchen. (dpa)
EIN NASA-VIDEO zum Start
des Raumschiffs können Sie
aufrufen, wenn Sie den Code
mit dem Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/iss3003
LEUTE HEUTE
Justin Bieber (21), Popstar, wird
von seinem Chauffeur im kanadischen Toronto verklagt. Der Fahrer
verlangt nach einer
angeblichen Schlägerei in seinem Auto laut US-Medienberichten Schadenersatz. Bei dem Vorfall 2013 habe ihm
Bieber in einem
Streit um die Musik-Lautstärke bei
der Fahrt auf den Hinterkopf geschlagen. (dpa)
FOTO: GUILLAUME HORCAJUELO/DPA
Masernwelle in Thüringen
jährigen Mission in der Internationalen Raumstation ISS sind zwei
Raumfahrer auf dem Außenposten
der Menschheit eingetroffen. Der
Russe Michail Kornijenko und der
Amerikaner Scott Kelly sollen es somit doppelt so lange in der engen
Station rund 400 Kilometer über der
Erde aushalten wie üblich. Die
Raumkapsel Sojus TMA-16M brachte die beiden sowie den Russen Gennadi Padalka in der Nacht zum
Samstag nach sechs Stunden Flugzeit vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe zur
ISS. Neben dem neu angekommenen Trio arbeiten auf der ISS derzeit
eine Italienerin, ein Russe und ein
US-Amerikaner.
Nach der erfolgreichen Reise zur
Raumstation kündigten Russland
und die USA eine Fortsetzung ihrer
Zusammenarbeit im All an – auch
über die bis 2024 geplante Nutzung
der ISS hinaus. „Roskosmos und die
Nasa werden zusammen an einem
Programm für eine künftige Raumstation arbeiten“, sagte der Roskosmos-Chef Igor Komarow. Nasa-Chef
Charles Bolden erklärte: „Russland
und die USA wollen auch bei einem
möglichen Flug zum Mars kooperieren.“
Der Bau der Raumstation ISS begann 1998. Neben den USA und
Russland arbeiten an dem Projekt
auch zehn europäische Staaten sowie Japan und Kanada mit. (dpa/fp)
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REICHENBACHER ZEITUNG
Freie Presse
Montag, 30. März 2015
MOMENT MAL
Kleiner Dreh
Am Wochenende haben wir wieder an
der Uhr gedreht. Mit der Umstellung
auf die Sommerzeit wurde uns zwar
eine Stunde Schlaf geraubt. Doch dafür ist es abends länger hell, eine
Wohltat für Leute, die nicht um 17
Uhr aus dem Büro verschwinden
können. Wieso eigentlich stellen
wir im Herbst die Uhren wieder zurück? Damit es um 16 Uhr schon
stockfinster ist und wir in unsere
Kalte-Jahreszeit-Depression verfallen dürfen? Ich wäre dafür, die Sommerzeit einfach das ganze Jahr über
zu belassen. Mehr Licht bedeutet
mehr ausgeglichene Leute, Einfach
allen wäre geholfen mit diesem kleinen (Nicht-mehr)-Dreh. (rdl)
NACHRICHTEN
SITZUNG
Rechte Störer
beim Runden Tisch
PLAUEN/REICHENBACH — Eine
Beratung des Runden Tisches für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage ist
am Freitag in Plauen von Personen
aus der rechten Szene gestört worden. Die ungebetenen Gäste, die als
Vertreter der 2013 gegründeten Neonazi-Partei „Der III. Weg“ gelten,
wurden von Ulrike Weyer, Superintendentin des Kirchenbezirks Plauen, zu dem auch Reichenbach,
Netzschkau und Mylau gehören,
zum Gehen aufgefordert. Die Beratung wurde in einen anderen Raum
verlegt, so Teilnehmer. In der Superintendentur war gestern telefonisch
niemand zu erreichen. (nd)
BUNDESSTRASS E
Unfall: Schaden
von 10.000 Euro
LENGENFELD — Bei dem Auffahrunfall am Freitag auf der Bundesstraße
94 in Lengenfeld ist ein Schaden in
Höhe von etwa 10.000 Euro entstanden. Das hat die Polizei gestern gemeldet. Für etwa eine halbe Stunde
war die Bundesstraße 94 nach dem
Unfall auf der Polenzstraße gesperrt
gewesen. Die 32-jährige Fahrerin eines Volkswagens war gegen 14.35
Uhr auf einen vor ihr verkehrsbedingt haltenden Skoda aufgefahren.
Der Skoda wurde anschließend gegen einen davor stehenden VW geschoben, so die Polizei gestern zum
Unfallhergang. (lk)
VERKE HR
Gegen Auto
gestoßen und weg
MYLAU — Ein
Autofahrer ist am
Samstag in Mylau gegen einen geparkten Skoda gestoßen und weggefahren, ohne sich um das Begleichen
des Schadens zu kümmern. Das hat
die Polizei gestern gemeldet. Der Unfall ereignete sich gegen 22.45 Uhr
auf der Netzschkauer Straße. Der
Unfallverursacher hatte den Außenspiegel des Skoda beschädigt. Der
Schaden: etwa 300 Euro. (lk)
HINWEISE erbittet das Polizeirevier Auerbach, Telefon 03744 2550.
SITZUNG
Stadträte beraten
zu Straßenreinigung
NETZSCHKAU — Die
Stadträte von
Netzschkau wollen bei ihrer morgigen Versammlung, die 19 Uhr im
Rathaus beginnt, über die Neufassung der Satzung der Straßenreinigung in Netzschkau befinden. Eine
Bürgerfragestunde steht ebenfalls
auf der Tagesordnung, wurde aus
der Stadtverwaltung mitgeteilt.
Über den Ankauf eines Salzsilos sowie über die Beschaffung eines Kassenautomaten für das Freibad soll
zudem entschieden werden wie
über Pläne bezüglich eines Lagerplatzes im Ortsteil Brockau. (lk)
Heute von 10 - 12 Uhr
für Sie am Telefon:
HEIKE MANN
03744 8276-15245
red.auerbach@freiepresse.de
Seite 9
Waldkirchen hofft auf neue Glocken
Nur eine kleine Bronzeglocke darf im Turm der Kirche noch läuten. Das soll
noch in diesem Jahr anders
werden. 140.000 Euro
werden dafür benötigt.
VON SILVIA KÖLBEL
WALDKIRCHEN — Die beiden Eisen-
hartgussglocken der Waldkirchener
Kirche dürfen seit sechs Jahren
nicht mehr läuten. Sie haben Läuteverbot, weil sie kaputt sind. Mit ihren Schwingungen würden sie die
Statik und damit die Bausicherheit
des gesamten Glockenturms gefährden. Nur die einzige kleine Bronzeglocke des Geläuts erklingt noch.
Für die Waldkirchener Gemeinde
endet noch in diesem Jahr die Zeit
des Wartens auf die Sanierung. Die
Kirche bekommt zwei neue Bronzeglocken und damit wieder ein vollständiges Dreiergeläut sowie einen
neuen Glockenstuhl. Pfarrer Frank
Pauli hofft, dass schon zur Weihnachtszeit das vollständige Geläut
erstmals erklingen kann.
Nur eine Notlösung
Zu den Eisenhartgussglocken kam
die Kirche in den 1950er-Jahren. Die
Bronzeglocken der Kirche wurden
jeweils während der beiden Weltkriege eingeschmolzen, bis auf die
eine kleine. Sie stammt noch aus der
Glockenerneuerung der Jahre
1924/25. Bronze ist das für Glocken
am besten geeignete Material. Pauli
beschreibt den Unterschied: „Der
Klang ist voller, wärmer, angenehmer.“ Eisenglocken waren eine Notlösung. Auch der Glockenstuhl aus
Stahl sei nicht ideal. Er überträgt die
Schwingungen aufs Mauerwerk. Ei-
ne Schädigung des Turmes ist nicht
ausgeschlossen und somit ist Stahl
das Material der zweiten Wahl. Der
neue Glockenstuhl wird aus Eichenholz gefertigt. Holz nimmt die
Schwingungen besser auf. Eiche sei
zudem langlebig. „Rund 300 Jahre
und mehr kann dieser neue Glockenstuhl an seinem Platz bleiben
und damit etwa genau so lang, wie
die Bronzeglocken. Der neue Glockenstuhl hat einiges zu tragen. Die
drei Bronzeglocken werden rund
zwei Tonnen auf die Waage bringen.
45.000 Euro bereits gespendet
Die Eisenglocken haben mit ihren
60 Jahren die Verschleißgrenze erreicht. Wie dieser Verschleiß aussieht beschreibt Pfarrer Pauli: „Dort,
wo der Klöppel anschlägt, springen
Metallteile ab. Es bilden sich Risse
oder sogar Sprünge.“ Auch die Zwischendecke, auf der der Glockenstuhl steht, bedarf einer Erneuerung. Der Pfarrer: „Die neue Decke
wird aus Stahlbeton gefertigt. Das ist
ein dauerhaftes und haltbares Material, dass gleichzeitig der statischen
Festigkeit dient.“
Pauli hofft, dass die LandkreisVerwaltung möglichst bald die Baugenehmigung für die Erneuerung
des Glockenstuhls erteilt und die Arbeiten noch im Frühjahr beginnen
können. Die Mitglieder des städtischen Technischen Ausschusses haben ihre Zustimmung bereits erteilt.
Jetzt gilt es nur noch, die Finanzierung zu sichern. Etwa 140.000 Euro
wird die Kirchgemeinde für die Bauarbeiten benötigen. Pauli: „40.000
Euro steuert das Landeskirchenamt
Dresden bei. Aus dem eigenen Haushalt entnehmen wir 35.000 Euro.
45.000 Euro sind bereits an Spenden
eingegangen. Von der Denkmalbehörde bekommen wir trotz Antragstellung leider nichts. Auch andere
Förderprogramme kommen für uns
FOTO: FRANKO MARTIN
Der Turm der Kirche in Waldkirchen soll wieder ein dreistimmiges Geläut erhalten.
nicht infrage. Also bleibt nur, auf die
Spendenbereitschaft der Bürger zu
hoffen.“ Der Pfarrer hofft, dass möglichst viele Menschen die Bedeutung der Kirche für ein Dorf, für das
die christliche Einrichtung namensgebend ist, erkennen und mitwirken wollen, am Projekt, dass Bestand
haben soll für mindestens 300 Jahre.
Pauli: „Das bedeutet zwar, dass wir
zum 750. Dorfjubiläum eine Baustelle hier haben, aber das ist nicht
schlimm, man soll ruhig sehen, dass
es hier vorwärtsgeht.“
Die Eisenglocken die außer
Dienst gestellt sind, werden nicht
verschrottet. „Das sind geweihte Gegenstände. Die können wir entweder ausstellen oder vergraben“, beschreibt der Pfarrer die kirchlichen
Gepflogenheiten. Die Waldkirchener haben sich für das Ausstellen neben der Kirche entschieden.
Pfarrer Frank Pauli trägt die Pläne für das Vorhaben in einem dicken Aktenordner unterm Arm. Gehen die Pläne auf, entsteht ein neuer hölzerner GloFOTO: SILVIA KÖLBEL
ckenstuhl, in dem Glocken aus Bronze Platz finden.
A N ZE I G E
„Region für Junge
attraktiver machen“
JU-Chef Schäfer: Das Vogtland steht im Wettbewerb
Die Junge Union Vogtland (JU) hat
angeregt, jungen Leuten, die in die
Region ziehen, ein Willkommensgeld zu zahlen. JU-Chef Paul Schäfer
forderte nach Veröffentlichung dramatischer Zahlen zur Vergreisung
der Region mehr Ideen, gegen den
demografischen Wandel anzusteuern. Uwe Selbmann sprach mit dem
21-jährigen Falkensteiner, der an der
TU Dresden studiert.
Freie Presse: Herr Schäfer, Sie
haben ein Willkommensgeld für
junge Leute vorgeschlagen, die
hier ihren Hauptwohnsitz anmelden. Was steckt dahinter?
Paul Schäfer: Die Idee stammt aus
Studentenstädten. Dresden zum Beispiel zahlt 150 Euro, wenn man dort
Paul Schäfer
Der 21-jährige Falkensteiner ist Vorsitzender der Jungen Union
im Vogtland.
FOTO: M. HENNEBACH/ARCHIV
seinen Hauptwohnsitz nimmt. Die
Stadt profitiert dann von höheren
Zuweisungen, die sich nach der Einwohnerzahl richten.
Der Vorschlag passt aber nicht
zur aktuellen Finanzlage im
Vogtlandkreis ...
Nicht zum Landkreis, aber so
etwas könnte auch Sache der
Städte und Gemeinden sein. Wenn
kein Willkommensgeld, dann vielleicht ein kostenloses Kita-Jahr, um
junge Familien anzulocken. Aller
Anfang ist schwer, aber es gibt
Möglichkeiten, die Region für
Junge attraktiver zu machen.
Entstünde da nicht schnell ein
Wettbewerb wie auf dem Transfermarkt beim Fußball?
Der Wettbewerb ist schon da. Bad
Wörishofen unterstützt junge Familien beim Kauf von Wohneigentum
mit 5000 Euro pro Kind. Ideen und
Möglichkeiten gibt es viele.
In einer Mitteilung zum Thema
schreiben Sie, „immer mehr junge Leute wandern ab“. Das ist
durch die Zahlen des Landratsamtes allerdings nicht belegt.
Das entspricht der Erfahrung in
meinem Umfeld. Viele Gleichaltrige
gehen zum Studium und kommen
kaum zurück. Mit einer Prämie würde mancher sicher länger überlegen.
Warum will Politik immer alles
mit neuem Geld der Steuerzahler
regeln? Entscheidend sind doch
vor allem Arbeits- und Lebensbedingungen, die die Region bietet.
Natürlich. Deshalb unterstützen wir
auch die aktuellen Diskussionen für
einen Familienpass, für flexiblere
Nahverkehrsangebote und bessere
ärztliche Versorgung.
Sie antworten schon so geschmeidig wie ein alter Polit-Profi...
....echt? Tut mir leid.
...deshalb mal politischer gefragt: Manches von dem, was Sie
kritisieren, ist ja Ergebnis der
CDU-Politik in Sachsen, zum
Beispiel der Behördenabbau.
Gibt es Initiativen der Jungen
Union, das umzukehren?
Aktuell nicht. Unser nächster Landestag findet Mitte April statt. Zur
Demografie wird dort immer wieder
diskutiert. Für die JU Vogtland ist
das ein Hauptanliegen.
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10 Freie Presse
RAT & HILFE
NOTRUF
Polizei 110
Feuerwehr und Rettungsdienst 112
Giftnotruf 0361 730730
ALLGEMEINMEDIZIN
Für alle Orte des Vogtlandkreises:
19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, 116117
AUGENARZT
Rodewisch: 19 - 7 Uhr, Rufbereitschaft, DM Viola Bemme,
03744 212040, 0171 6511078
KINDERARZT
Rodewisch: 18 - 22 Uhr,
DM Regine Stark, Wernesgrüner Straße 1 a, 0172 3792370
Ab 22 Uhr Rettungsstelle Klinikum
Obergöltzsch Rodewisch, 03744
36171115 oder Notfallambulanz der
Kinderklinik Greiz, 03661 463850
APOTHEKEN
Reichenbach: Sonnen-Apotheke,
Albert-Schweitzer-Straße 1,
03765 12121, 03765 62394
TIERARZT
Reichenbach: Dr. Auerswald,
03765 63804
Auerbach: Kleintierklinik Vogtland
Dr. Roland Zeißler, Kaiserstraße 66,
03744 212471
VERANSTALTUNGEN
Reichenbach: Hospizverein Vogtland,
Nordhorner Platz 3, Trauercafé, Treff
für Trauernde, wo erzählt, geschwiegen, zugehört, sich erinnert, geweint,
aber auch gelacht werden kann,
15 - 17 Uhr, 03765 612888
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 30. März 2015
Feuerwehr zeigt neue Technik
Gartenabfall:
Verbrennen
ab April
Die Jugendfeuerwehr hat
in Schönbach demonstriert, was mit moderner
Ausstattung möglich ist.
Das in Dienst gestellte Auto kommt bei Feuer und
Hochwasser zum Einsatz.
Bis 24 . April Anmeldung
von Höhenfeuern
VON PETRA STEPS
SCHÖNBACH — Bei einem Tag der offenen Tür hat die Freiwillige Feuerwehr im Neumarker Ortsteil Schönbach am Samstag ihr neues Löschfahrzeug in Dienst gestellt. Zu Beginn wurde dabei der Opfer des Absturzes des Germanwings-Airbus in
den französischen Alpen gedacht.
Dabei erinnerte Bürgermeister Ralf
Fester (FDP) auch an die vielen freiwilligen Helfer von Feuerwehren
und anderen Hilfsorganisationen,
die ihre Arbeit vor Ort unter schwierigsten Bedingungen leisten. Mit
Beifall drückten die Feuerwehrleute
und Gäste ihre moralische Unterstützung für diese Einsatzkräfte aus.
„Das letzte Feuerwehrauto wurde
1980 in Dienst gestellt.“
Frank Riedel Ortswehrleiter
„Es ist ein positives Signal für Neumark, dass die Schönbacher Wehr
dieses neue Fahrzeug bekommt. Ich
hoffe jedoch, dass es mehr zu
Ron Bergner, Max Schirmer und Jan Bergner (von links) führten einen Löschangriff, einen Hochwasser-Einsatz und
FOTO: FRANKO MARTIN
die Beleuchtungseinrichtung vor.
Übungszwecken als zu Einsätzen gebraucht wird“, sagte der Bürgermeister. „Ich bin seit langem wieder ein
Wehrleiter in Schönbach, der ein
Fahrzeug in Empfang nehmen darf.
Das letzte Feuerwehrauto wurde
1980 in Dienst gestellt“, sagte Ortswehrleiter Frank Riedel. Ihm sei ein
großer Stein vom Herzen gefallen,
weil er das Tragkraftspritzenfahrzeug Wasser (TSF-W) mit dieser
passgerechten Ausstattung übernehmen darf. Damit können die
Wehrmitglieder sicherer und unter
besseren Bedingungen arbeiten.
Dinge, die bisher kompliziert waren,
können jetzt problemlos erledigt
werden. Riedel nannte das mobile
Anstauen von Löschwasser oder die
Beleuchtung von Einsatzstellen.
Schon vor der offiziellen Übergabe hatte das Auto seine Jungfernfahrt. In der Nacht gegen 2.30 Uhr
rückten die Feuerwehrleute in Richtung Postfrachtzentrum aus, wo die
Brandmeldeanlage ausgelöst worden war. Allerdings handelte es sich
um einen Fehlalarm.
Das Löschfahrzeug wurde bereits
im Januar geliefert. Mit der offiziellen Übergabe hat die Wehr auf wärmeres Wetter gewartet, damit die
Schönbacher das Auto in Ruhe unter die Lupe nehmen und ihre Fragen stellen können. Kreisbrandmeister Gerd Pürzel betrachtet das
TSF als eine gute Investition, als Anerkennung für die Leistung der
Wehr und als Ansporn für die Zukunft. Gemeindewehrleiter Steffen
Herold sagte, dass es sich bei dem
Tragkraftspritzenfahrzeug nicht um
ein Prestigeobjekt für die Feuerwehr
handelt, sondern um ein notwendiges Utensil zum Schutz der Bürger.
Um zu zeigen, was das Fahrzeug
kann, starteten drei Mitglieder der
Jugendfeuerwehr eine Vorführung.
Jan und Ron Bergner sowie Max
Schirmer demonstrierten einen
kleinen Löschangriff sowie den Aufbau von Stromversorgung und
Lichtmasttechnik. Außerdem zeigten sie, wie man ein Wasserbecken
auspumpt. In der Gemeindejugendfeuerwehr sind sieben Kinder und
Jugendliche aus Schönbach, insgesamt gehören der Jugendfeuerwehr
22 Mitglieder an. Die Jugendlichen
wurden bereits an dem neuen Fahrzeug geschult. Es wird auch künftig
für die Ausbildung genutzt, weil es
etwas kleiner als die Neumarker
Fahrzeuge ist. Die Jugendlichen haben so keine Mühe, die Gerätschaften zu erreichen.
Der Tag der offenen Tür endete
mit dem gemütlichen Beisammensein am Gerätehaus.
REICHENBACH — Pflanzliche Abfälle
dürfen ab April ausnahmsweise im
Garten verbrannt werden. Mitarbeiter des Ordnungsamtes der Reichenbacher Stadtverwaltung kontrollieren das ordnungsgemäße Verbrennen der Abfälle stichprobenartig,
hat Rathaus-Pressesprecherin Heike
Keßler mitgeteilt.
Die Verwertung von Pflanzenabfällen, beispielsweise das Kompostieren, oder die Entsorgung im Wertstoffhof Schneidenbach haben jedoch Vorrang, so Keßler. Pflanzenabfälle können nur verbrannt werden,
wenn eine anderweitige Nutzung
oder Entsorgung nicht möglich oder
nicht zumutbar sei. Zur Grüngutentsorgung soll auch die Straßensammlung genutzt werden, die vom
13. bis zum 24. April stattfindet, beauftragt vom Vogtlandkreis. Dabei
können ohne Gebühren oder Anmeldung gebündelter Baum- und
Strauchschnitt, Baumstümpfe und
-stämme mit einer Länge von maximal zwei Metern und einem Durchmesser von maximal 20 Zentimetern abgegeben werden. Loses Grüngut oder Grüngut in Säcken werden
nicht entsorgt.
Nach der Sächsischen Pflanzenabfallverordnung ist das Verbrennen werktags, einschließlich samstags, von 8 bis 18 Uhr, aber maximal
nur zwei Stunden am Tag, möglich.
Sonn- und feiertags ist das verboten.
Die am 30. April stattfindenden
Höhenfeuer sind dem Reichenbacher Ordnungsamt bis spätestens
24. April schriftlich anzumelden, informierte Keßler zudem. (lk)
Programm maßgeschneidert für Lengenfeld
Frauenkirchen-Kantor
Matthias Grünert aus
Dresden hat die Klangwelt
des 19. Jahrhunderts in der
Aegidiuskirche vorgestellt.
Er spendete der dortigen
Orgel viel Lob.
VON PETRA STEPS
LENGENFELD — Es war der Auftritt eines sympathischen, talentierten
und erfahrenen Musikers, den die
Gäste der Lengenfelder Aegidiuskirche am Freitagabend erlebten: Matthias Grünert, Kantor der Dresdner
Frauenkirche, hatte für das erste
Lengenfelder Orgelkonzert des Jahres einen Mix mit Kompositionen
des 19. Jahrhunderts ausgesucht.
Neben geistlicher Musik von Joseph Gabriel Rheinfelder oder Felix
Mendelssohn Bartholdy erklangen
fast schon Gassenhauer wie „Der
Schwan“ von Camille Saint-Saëns
und kurze Stücke englischer Komponisten.
Die meisten Besucher hatten auf
der Empore Platz genommen, um
der zwischen 2007 und 2009 restaurierten Jehmlich-Orgel und dem Organisten nahe zu sein. Dort waren
sie vor Konzertbeginn Zeuge eines
ratlosen Blickes auf die Schalter neben der Orgel. Kantor Jochen Härtel,
der das Instrument wie seine Westentasche kennt, kam dem Gast zu
Hilfe und schaltete die Orgel ein.
„Ich hatte Angst, dass ich die Glocken anstelle“, gestand der Frauenkirchen-Kantor zur Freude der Besucher.
Die Glocken erklangen kurz danach und läuteten das Konzert ein,
bei dem sich Grünert in vollkommener Einheit mit dem Instrument
zeigte. Dabei zelebrierte er die leisen
Töne und gab den lauteren, schnellen Passagen den rechten Schwung.
Nicht nur das Zuhören machte
Spaß, sondern auch das Zuschauen,
vor allem als Grünert bei der Zugabe
Matthias Grünert hat für sein Konzert in der Lengenfelder Kirche die genau
FOTO: FRANKO MARTIN
zum Jehmlich-Orgel passende Musik ausgesucht.
mit dem zweiten Satz aus Mendelssohns zweiter Orgelsonate zur
Höchstform auflief. Er hatte dafür
das zweite Manual angekoppelt,
nachdem er vorher nur einmanualig musiziert hatte.
„Es hat mich gefreut, an diesem
hervorragenden Instrument Musik
maßgeschneidert für diese Orgel
spielen zu dürfen“, sagte er nach
dem Applaus, den er mit der Königin der Instrumente hinter sich teilte. Immer wieder verneigte er sich
vor der Orgel und richtete den Blick
auf das Prospekt.
Nach dem Konzert gab es viele
Dankesworte von Gästen und kurze
Gespräche. „Die Orgel ist klanglich
toll, man fühlt sich zurückversetzt
ins 19. Jahrhundert, wo die Welt
noch in Ordnung war“, so Grünert.
Beim Spielen fühle er die Bälge und
Ventile, die für die Ewigkeit gebaut
sind, genau wie die Kirche, die ihm
eine Spur zu groß für Lengenfeld erscheint, jedoch an seinen früheren
Wirkungsort Greiz oder an die Elsterberger Kirche erinnert. „Das
drückt Reichtum, Stolz und Können
aus“, sagte er und lenkte auf seine
zweite Leidenschaft: „Die Orgel ist
ein edles Ding, so etwas wie Hausmannskost, auch wenn der Begriff
leider negativ besetzt ist, so wie Sauerbraten und grüne Klöße“,
schwärmte er.
Grünerts nächstes größeres Projekt ist eine Orgelarena in Franken,
wie sie in Sachsen 2007 stattfand. 25
Orgeln erklingen an vier Tagen im
Mai im Fränkischen Weinland. Bei
dem Wort Weinland fallen dem
Kantor nicht nur die fränkischen
Weine ein. Schon jetzt freut er sich
auf Spargel und Kalbsschnitzel
» www.orgelarena.de
dazu.
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REICHENBACHER ZEITUNG
NACHRICHT
AKTION
„Jazzkantine“
öffnet im April
Schüler aus Estland
treffen Reichenbacher
LENGENFELD/GREIZ — Die aus Lengen-
feld stammende Künstlerin Tanja
Pohl setzt die Veranstaltungsreihe
„Jazzkantine“ ab 18. April in ihrem
Atelier an der Genossenschaftsstraße 23 in Greiz fort. Die Jazzmusiker
Günter Heinz, Hartmut Dorschner
und Heribert Dorsch treten ab
19 Uhr auf. Weitere Veranstaltungen finden im Mai, Juni und September statt, hat die Malerin angekün» www.tanja-pohl.com
digt. (lk)
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KALENDERBLATT
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Vor 10 Jahren
PARKEN PER HANDY — Noch im Jahr
2005 soll es in Auerbach möglich
sein, die Parkgebühren per Handy zu
bezahlen. Der vogtländische Nahverkehrsverband testet eine neue
Technik. Wenn der Test erfolgreich
verläuft, soll das Bezahlen mit dem
Mobiltelefon auch in anderen Kommunen möglich werden. In einigen
deutschen Städten wie Berlin und
Saarbrücken ist Handy-Parken bereits im Angebot. Zehn Jahre später
macht die Technik noch sehr viel
mehr möglich.
Vor 50 Jahren
NEUE ZAHNSTATION — Im Haus Num-
mer 7 an der Otto-Nuschke-Straße 7
ist für die Bevölkerung des Gebietes
Lengenfeld eine neue Zahnstation
eingerichtet worden. Es handelt sich
um eine Außenstelle der zahnärztlichen Abteilung der Poliklinik Reichenbach. In dem neu eingerichteten Gebäude werden Patienten in
zwei Zahnarztpraxen behandelt. Außerdem befinden sich in dem Bau
noch ein zahntechnisches Labor
und eine staatliche Arztpraxis. Die
alte Außenstelle der Poliklinik an
der Poststraße wird ebenfalls in eine
staatliche Arztpraxis umgewandelt
und im zweiten Quartal 1965 mit einem Arzt besetzt.
Vor 100 Jahren
FEUERWEHR NEU AUFGESTELLT — Der
Stadtrat Plauen hat die Liste der zum
Feuerlöschdienst
verpflichteten
Einwohner neu aufgestellt. Die liegt
während der ersten acht Apriltage
im Rathaus aus. Mit einer Abgabe
von einem halben Prozent des anlagepflichtigen Einkommens, jedoch
nicht weniger als 5 Mark, kann man
sich von dieser Pflicht freikaufen.
Verpflichtet sind alle männlichen
Bürger ab dem 25. Lebensjahr bis
zum 30. Lebensjahr, die in der Stadt
geboren und wohnhaft sind, oder
sich seit mehr als zwei Jahren darin
aufhalten. (pa)
WIR GRATULIEREN
Reichenbach: Renate Fuchs 82 Jahre,
Erna Hascher 86 Jahre, Dieter Hoyer
88 Jahre, Rosa lange 90 Jahre, Siegfried Müller 85 Jahre, Anna Seidel
94 Jahre, Regina Tennstedt 80 Jahre.
Rotschau: Dieter Gruschwitz 75 Jahre. Mylau: Hans Brucksch 81 Jahre,
Renate Fuchs 71 Jahre, Klaus Voigt
73 Jahre. Netzschkau: Ursula Müller
73 Jahre, Anneliese Kuhn 74 Jahre,
Traute Zäbisch 78 Jahre.
Brockau: Adolf Wolf 76 Jahre.
Dungersgrün: Christoph Rehn 72 Jahre. Lengenfeld: Ingeburg Höpner 90
Jahre, Eva Lamz 75 Jahre, Kurt Werlich 84 Jahre Waldkirchen: Gerhard
Dittrich 79 Jahre Plohn: Renate
Grimm 82 Jahre. Neumark: Reiner
Bätz 70 Jahre, Peter Golle 72 Jahre.
Cunsdorf: Ingrid Neczas 70 Jahre.
BLITZTIPPS
Heute: Plauen, Hammerstraße,
Europaratstraße, Lindemannstraße;
Mylau, Reichenbacher Straße, Lengenfelder Straße Richtung Mühlwand;
Rodewisch, Kohlenstraße; Neuensalz,
B 173.
Morgen: Plauen, Neundorfer Straße,
Lützowstraße, verkehrsberuhigter
Bereich; Treuen, Veitenhäuser; außerorts B 173 Abzweig Gospersgrün;
Falkenstein, Friedrich-Engels-Straße;
Klingenthal, Auerbacher Straße.
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s s s s Das gemeinsame Chorkonzert der Schüler war der Höhepunkt im Besuchsprogramm.
Junge Menschen aus
dem Baltikum und aus
dem Vogtland standen
gemeinsam auf der Bühne.
Für das kommende Jahr
wurden die Reichenbacher
zum Besuch nach Tallinn
eingeladen.
VON PETRA STEPS
REICHENBACH — Um viele Erlebnisse
reicher hat am Wochenende eine
Gruppe von Gymnasiasten des deutschen Gymnasiums Tallinn (Estland) mit ihren Lehrerinnen die
Heimreise angetreten. Die Schüler
weilten eine Woche lang auf Einladung des Reichenbacher GoetheGymnasiums in der Region. Die Gäste hatten Dresden und Leipzig besichtigt, sich mit den Reichenbacher
Gymnasiasten getroffen und die
Schule besucht.
Chöre zeigen ihr Können
Den Austausch hatte die Gymnasiums-Lehrerin Ingrid Pietzsch initiiert, die zuerst in Reichenbach tätig
war und jetzt in Tallinn unterrichtet. Sie konnte diesmal nicht mit
nach Reichenbach kommen, weil
sie zu einem Kongress in Kanada
weilt. Die Gäste waren zum zweiten
Mal in Reichenbach, die Reichenbacher Schüler im letzten Jahr in Tallinn. Sie sind für 2016 erneut in die
estnische Hauptstadt eingeladen.
Bewährt hat sich bei den Schülerbegegnungen der Austausch der
Chöre. Das wurde bei dem einstündigen Programm am Freitagabend
in der Mensa des Schulteils Friedensschule vom Reichenbacher Gymnasium deutlich. Estnische und deutsche Schüler zeigten Proben ihres
Könnens. Höhepunkt war der gemeinsame Auftritt der Chöre, bei
dem man nur an den unterschiedlichen Farben der Schals erkennen
konnte, wer zu welcher Schule gehörte. Die deutschen Schüler sangen
ein estnisches Volkslied genau so engagiert mit wie die estnischen Schüler „Sah ein Knab’ ein Röslein steh’n“.
Zuvor hatten die Gäste einen
breiten Querschnitt ihres umfangreichen Volksliedguts vorgetragen.
Die Reichenbacher Schüler erfreuten das Publikum neben den Chordarbietungen mit Sketchen der
Sprechergruppe oder solistischen
Auftritten. Milena Zöhke hatte dafür Elias Störr angekündigt, der auf
dem Klavier eine Etüde von Chopin
spielte. Hanna Gruschwitz präsentierte ein Gitarrensolo, und Annarosa Junker erfreute mit dem Gesang
von Gershwins „I got Rhythm“.
Schulleiter Lutz Niepold bedankte sich bei den Chorleitern, Sabine
FOTO: FRANKO MARTIN
Scurt und Thomas Herrmann, sowie
allen, die sich um die Gäste und das
Programm gekümmert hatten.
Auch die Eltern, die Gastkinder aufnahmen, wurden erwähnt: „Das ist
leider nicht mehr so häufig, wie wir
es uns wünschen, dabei sind die Begegnungen gut, um andere Sichtweisen kennenzulernen und zu sehen, wie gut die Jugend sich versteht.“ Am Wochenanfang habe
man noch ein wenig gefremdelt. Am
Freitagabend kam dann der Trennungsschmerz bei der Feier nach
dem Konzert auf. Die Esten wären
gern noch länger geblieben und in
die Berge gefahren, denn Felsen etwa
haben sie in ihrer Heimat nicht.
Blick in Containerdorf
Nach dem Konzert hatte der Schulleiter das Containerdorf auf dem
Schulhof der Friedensschule geöffnet. Es wurde wegen der Bauarbeiten am Schulteil Ackermannstraße
aufgestellt und beherbergt die Abiturstufe. Skeptischen Blicken der Eltern und jüngeren Schüler folgte die
einhellige Meinung, dass die Container von außen schlimmer aussehen
als von innen. Kaum einer der Besucher hatte so helle, geräumige Klassenzimmer im zweigeschossigen
Bau vermutet. In einem Raum wurde sogar ein Musikzimmer eingerichtet. Eine Schülerin fand die Toiletten besser als im Altbau der Friedensschule.
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Alle „Neuen“ übernommen
Die Kreishandwerkerschaft hat am Samstag im
Sparkassen-Hauptgebäude
am Komturhof in Plauen
20 jungen Männern nach
erfolgreicher Lehre die
Zeugnisse überreicht.
einer Truhe verwahrt wurde. Eine
solche Truhe stand auch am Samstag vor den versammelten jungen
Männern – aber nur zur Dekoration.
„Nicht lügen bei
geöffneter Lade!“
Jürgen Petzold Kreishandwerkerschaft
VON PETER ALBRECHT
REICHENBACH/PLAUEN — Es sind An-
lagenmechaniker, Elektroniker, Metallbauer, Feinwerkmechaniker und
Zerspanungsfacharbeiter aus Reichenbach, Plauen, Triebel, Treuen,
Falkenstein, Markneukirchen und
Klingenthal: 20 junge Männer haben am Samstag ihre Gesellenbriefe
erhalten. Nach der Lehre mit bestandener Abschlussprüfung wurden sie
nun „freigesprochen“. So lautet der
früher verwendete Begriff dafür,
dass die Lehrburschen vom Meister
entlassen wurden.
Damit schieden sie auch aus deren Familienverband aus und traten
in ein Lohnverhältnis zur Werkstatt
ein. Es folgte zu früheren Zeiten der
Eintrag in das Gesellenbuch, das in
„Bei geöffneter Lade darf nicht gelogen werden“, erinnerte Jürgen Petzold, Hauptgeschäftsführer der
Kreishandwerkerschaft Vogtland
mit Blick auf die geöffnete Truhe
scherzhaft.
Aber gelogen wurde sowieso
nicht. Die jungen Gesellen und deren Meister freuten sich wirklich –
die Gesellen über den Gesellenbrief
und die Meister über neue Fachkräfte. „Es sind alle von ihren Betrieben
übernommen worden“, sagte Kreishandwerksmeister Mario Kahl in
seiner Festansprache.
Zu den Newcomern gehörte auch
Metallbauer Toni Thiele aus Triebel.
Dieser will dem von mehreren Rednern an diesem Vormittag vorgetragenen Wunsch nachkommen, in
der Region zu bleiben. Das hatten
sich nicht nur der Hauptgeschäftsführer und der Kreishandwerksmeister, sondern auch der stellvertretende Landrat Rolf Keil (CDU) sowie der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz, Dietmar Mothes, erbeten. Die Region braucht
Fachkräfte, sagten sie.
„In ein paar Jahren werde ich den
Meisterbrief machen“, kündigte der
20-Jährige Toni Thiele indes an, der
nach eigenen Angaben ein gutes
Verhältnis zu seinem Chef hat.
Das beste Zeugnis konnte Feinwerkmechaniker Marko Müller von
der KMW Engineering GmbH Klingenthal mit einem Gesamt-Notendurchschnitt von 2,3 vorweisen. Für
seine guten Leistungen soll er von
der Kreishandwerkerschaft im Betrieb noch ausgezeichnet werden.
Für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung sorgten
die beiden 15-jährigen Schülerinnen
der Musikschule Vogtland in Auerbach, Luise Skupch und Lena-Sophie Sturm. „Eine hervorragende
Stimme“, lobte Vize-Landrat Keil.
Die Mädchen wollen später aber
nicht Musikerin werden, sondern
nach dem Schulabschluss vielleicht
im sozialen Bereich arbeiten.
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12/13 Freie Presse
VOGTLANDSPORT
Montag, 30. März 2015
DAS THEMA: FINALE DER SPORTLERUMFRAGE 2014 IN MARKNEUKIRCHEN
Kraftakt Sportgala begeistert Stargäste und Publikum
Gleich zwei Wiederholungstäter gehören zu den Vogtlandsportlern 2014. Bei den Frauen gab es für Eisschnellläuferin Denise Roth bereits zum fünften Mal den Siegerpokal. In der Mannschaftswertung sicherten sich die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen den Titel.
Leichtathlet Sebastian Hendel hingegen konnte seinen Erfolg bei den Männern nur schwer glauben. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Britta Steffen, Fabian Hambüchen und Hasan Salihamidzic.
LENKS LETZTE GALA
Ehrenplakette
Landrat Tassilo Lenk gehört eigentlich
zum Inventar der Vogtland-Sportgala.
Vor fast 20 Jahren hat er die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Am Samstag jedoch zum
letzten Mal. Lenk scheidet im Sommer
aus seinem Amt aus, 2016 wird sein
Nachfolger zu Ulrike von der Groeben
und Volkhardt Kramer auf die Bühne
kommen. Für sein Engagement für
den Sport im Vogtland wurde Lenk
während der Gala von Landessportbund-Präsident Ulrich Franzen mit
der Ehrenplakette des Verbandes ausgezeichnet. Versprochen hat Lenk bereits, dass er im nächsten Jahr als Besucher wiederkommt.
MARKNEUKIRCHEN — Organisator Volk-
hardt Kramer hat sich bei der 19. Auflage der Vogtland-Sportgala am Samstagabend in der Musikhalle Markneukirchen einen langersehnten Traum
erfüllt: Schwimm-Olympiasiegerin
Brita Steffen gehörte zu den prominenten Stargästen, die er in diesem
Jahr ins Vogtland locken konnte. „Das
wollte ich schon ganz lange und habe
es oft probiert. Jetzt hat es endlich geklappt“, freute sich der Auerbacher.
Und stand zunächst einige Sekunden
fast andächtig neben Steffen auf der
Bühne der Musikhalle – so als könne
er gar nicht glauben, dass die 31-Jährige wirklich der Einladung gefolgt war.
Geld
Gleich zum Auftakt des Abends hielt
Tassilo Lenk gemeinsam mit Marko
Mühlbauer, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Vogtland, den großen Spendenscheck in die Kameras
der Fotografen. 100.000 Euro fließen in
diesem Jahr auf das Konto der Stiftung
Sporthilfe im Vogtland. 3,8 Millionen
Euro hat diese in den vergangenen Jahren bereits erhalten.
Für Landrat Tassilo Lenk war es die letzte Sportgala als Schirmherr. Mit Moderatorin Ulrike von der Groeben ist er seit vielen Jahren per Du.
Überraschung
Da war selbst der sonst nie um Worte
verlegene Tassilo Lenk für einen Moment sprachlos. Auf dem großen Bildschirm der Musikhalle war Ulrike von
der Groeben im RTL-Nachrichtenstudio zu sehen. Neben ihr Kollege Peter
Kloeppel und beide haben nur ein
Thema – die endende Amtszeit von
Landrat Lenk. Der Einspieler war eine
gelungene Überraschung der Moderatorin. Und er machte deutlich, dass die
Vogtland-Sportgala für sie nicht einfach nur ein Auftrag unter vielen ist.
Noch immer steige jedes Jahr bei der
Anreise mit jedem Kilometer in Richtung Vogtland die Vorfreude auf den
Abend, bekannte von der Groeben
gleich zu Beginn.
fast verreckt“, sagte der 27-Jährige, der
ebenfalls seit Jahren auf der Wunschliste der Gala-Organisatoren stand
und vor dem sich Volkhardt Kramer
wohl auch deshalb verneigte.
VON ANIKA HEBER UND MONTY
GRÄßLER (TEXTE) SOWIE CHRISTIAN
SCHUBERT UND HARALD SULSKI (FOTOS)
Die drei Männer von Stone & Fire beeindruckten mit ihren kraftvollen Darbietungen und ihrer Feuershow.
Stargast trifft bekanntes Gesicht
Nicht mehr wegzudenken von der
Sportgala hingegen ist RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben. Gewohnt
fröhlich und herzlich führte sie gemeinsam mit Volkhardt Kramer zum
mittlerweile 17. Mal durch den Abend,
der mit einem vierstündigen Programm von den Gästen viel Ausdauer
verlangte. Die hatten die drei Männer
von Stone & Fire, die mit Feuershow
und Steine zerschlagen für große Augen bei vielen Zuschauern sorgten.
Ulrike von der Groeben traf auf der
Bühne auf zahlreiche bekannte Gesichter. Dazu gehörten die Rollschuhartisten des Sportensemble Chemnitz
ebenso wie einige der ausgezeichneten Sportler. Frauen-Siegerin Denise
Roth und Björn Kircheisen als Zweitplatzierten der Männerwertung kennt
von der Groeben noch aus deren Zeit
als Nachwuchssportler. Die Ehrung
der besten Talente der Region stand
traditionell zum Auftakt des Programms an. Nachdem im vergangenen Jahr Lokalmatador und Leichtathlet Lucas Jakubczyk den 30 Mädchen
und Jungen sowie zwei Mannschaften
ihre Pokale überreichte, war am Sams-
Turner Nick Klessing, der seine Karriere beim TV 1840 Falkenstein begann, zeigte sein Können am Barren. Der 17-Jährige hat es bereits bis in die Männer-Bundesliga
geschafft und kam am Samstag direkt vom Junioren-Länderkampf nach Markneukirchen.
tag eine frischgebackene Weltmeisterin dafür verantwortlich.
Erst Ende Februar hatte Bahnradsprinterin Kristina Vogel in Frankreich erfolgreich ihren Titel verteidigt.
In Markneukirchen sorgte zunächst
vor allem ihr Kleid für anerkennende
Blicke beim Moderatoren-Duo und
dem Publikum: bodenlang, strahlend
blau und mit einem aufregenden Rückenausschnitt. Die 24-Jährige genoss
die Aufmerksamkeit und zeigte auf
der Bühne erst einmal eine Extradrehung: „Wir Sportlerinnen können
auch feminin sein. Ich liebe Röckchen
und High Heels.“ Mindestens genauso
ein Blickfang war das bordeauxrote
Kleid ihrer Schwester Sabine, die als
Begleitung mitgekommen war. „Das
ist eigentlich mein Kleid. Ich habe die
beiden mal bei einem Weltcup in Mexiko gekauft. Und so sieht jeder gleich,
dass sie zu mir gehört“, erzählte Kristina Vogel mit einem Lachen. Für sie
vollkommen überraschend traf sie zur
Sportgala sogar ein bekanntes Gesicht
– René Weise betreute sie viele Jahre
als Sprinttrainer an der Sportschule
Cottbus. Heute wohnt er mit seiner Lebensgefährtin und ehemaligen Radsportlerin Claudia Seidel in Plauen,
kümmert sich gemeinsam mit ihr um
Talent Mirjam Kuhn. Die 16-jährige
Mountainbikerin vom Vogtland Bike
Verein gehörte zu den ausgezeichneten Nachwuchssportlerinnen.
Talisman stets dabei Mannschaftstitel krönt erfolgreichen Tag
Eisschnellläuferin Denise Roth zum wiederholten Mal vorn
Im vergangenen Jahr nicht einmal unter den Nominierten und nun Vogtlandsportlerin 2014 – was klingt wie
eine große Überraschung, konnte Eisschnellläuferin Denise Roth ganz
pragmatisch erklären: „Ich mag die
Veranstaltung unglaublich und will
unbedingt dabei sein. Vor einem Jahr
war ich aber genau zu der Zeit im Urlaub, deshalb habe ich gesagt, dass
mich keiner nominieren soll.“ Bereits
zum fünften Mal nach 2008, 2009,
2010 und 2012 durfte die Mylauerin
den Siegerpokal entgegennehmen.
Wie bei jeder Gala fehlte auch diesmal
nicht die Kette mit dem kleinen silberne Schlittschuh, den Denise Roth als
Talisman immer trägt. Das Geschenk
ihrer Eltern begleitet sie seit mehr als
Ein kleiner silberner Schlittschuh begleitet seit vielen Jahren Eisschnellläuferin Denise Roth als Talisman.
einem Jahrzehnt. „Mir hilft es, ich
glaube daran“, erzählte die Olympiateilnehmerin von Sotschi.
Noch immer lebhaft im Gedächtnis
sind die Winterspiele ebenfalls bei Ulrike Gräßler. Die Klingenthaler Skispringerin hatte sich über viele Jahre
dafür eingesetzt, dass auch die Frauen
bei Olympia starten dürfen. Durch eine Erkrankung geschwächt, reichte es
für sie selbst bei der Premiere zwar
nicht für eine Medaille in Russland.
Dafür wählten die Vogtländer sie auf
Rang 2 bei der Sportlerumfrage. Es
könnte nicht die letzte Topplatzierung gewesen sein, denn Ulrike Gräßler will bis zu Olympia 2018 weiter
machen.
Von der Auszeichnung völlig überrascht wurde Leichtathletin Bianca
Schenker vom LAV Reichenbach. 2014
war für die Geherin das mit Abstand
erfolgreichste Jahr ihrer Karriere. Bei
der Senioren-Weltmeisterschaft holte
sie sich im 3000-Meter-Bahngehen sowie über 10 Kilometer auf der Straße
die Goldmedaille, bei den Deutschen
Meisterschaften setzte sie sich über 20
Kilometer auf der Straße und 5000 Meter auf der Bahn gegen die teils deutlich jüngere Konkurrenz bei den Frauen durch. Bei der Sportlerwahl wurde
sie dafür mit Platz 3 belohnt. Die Auszeichnung ist zugleich Ansporn für
die Zukunft. Die muss Bianca Schenker aktuell nach einem Bandscheibenvorfall mit viel Geduld angehen. In
diesem Jahr wird sie deshalb kaum ins
Wettkampfgeschehen eingreifen können. „Ich hoffe aber, dass es mit dem
Sport weitergeht. Mal schauen, wie es
Ende des Jahres aussieht.“ (aheb)
Plauener Wasserballer sind erneut Team des Jahres – SV 04 Oberlosa und VfB Auerbach ebenfalls unter den Top 3
Es war der von vielen erwartete Ausgang bei der Entscheidung zur Mannschaft des Jahres 2014 im Vogtland:
Mit mehr als 600 Stimmen Vorsprung
bei der Publikumswahl und dem
ebenfalls eindeutigen Votum der Fachjury haben die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen ihren Erfolg aus
dem Vorjahr wiederholen können.
Auch wenn sie um ihre Favoritenrolle
wussten, gerechnet hätte das Team damit nicht unbedingt. „Wir sind ja noch
immer eine Randsportart, deshalb
macht uns das besonders stolz. Für die
Titelverteidigung haben wir viel getan“, sagte Routinier Stephan Roßner.
Nach dem Aufstieg in die B-Gruppe
der Bundesliga schafften es die Plauener gleich auf Rang 5 unter den acht
Teams und sicherten sich in der Zwischenrunde anschließend den Klassenerhalt. Der Auszeichnung am
Abend bot der Mannschaft zugleich
den perfekten Rahmen, ihren Auswärtssieg in Potsdam zu feiern. Kurz
nach 17 Uhr waren die Vogtländer
dort mit dem 9:7-Erfolg aus dem Becken gestiegen und hatten sich
schnell auf den Weg nach Markneukirchen gemacht.
Direkt vom Spiel kamen auch die
Handballer des SV 04 Oberlosa. Für
den Sachsenligist waren die mit dem
Pokal und den Medaillen für Platz 2
überreichten Bierfässer aber eher zur
Frustbewältigung geeignet. Gegen
Hoyerswerda hatte es für die Mannschaft eine bittere 23:27-Heimniederlage gegeben. Und so konnte sich
Christoph Märtner nicht richtig über
die Auszeichnung freuen. „Momentan
ist trotzdem ein Scheißtag für uns“,
Auch Britta Steffen, die als Stargast
ihren Einsatz bei der Ehrung der Männer hatte, konnte auf der Bühne etwas
fachsimpeln. Schließlich fühlt sich
der Plauener Flossenschwimmer Malte Striegler, der es in der Gesamtwertung aus Publikumsabstimmung und
Fachjury-Votum auf Rang 3 schaffte,
im Wasser mindestens genauso wohl
wie die Doppelolympiasiegerin von
2008. Während der 21-Jährige aber anfangs als Schwimmer unterwegs war,
hat sich Steffen in der Vergangenheit
nie mit den Flossen ausprobiert. Die
nach dem Karriereende mehr vorhandene Freizeit nutzt sie, um ganz neue
Sportarten zu lernen. „Neben meinem
Masterstudium versuche ich mich ge-
rade im Kung-Fu“, verriet sie den rund
1000 Gästen in der Musikhalle.
In der herrsche eine schöne Bierzeltatmosphäre, scherzte Turn-Ass Fabian Hambüchen und gab unumwunden zu, als Student abends des öfteren
die Kneipenszene in Köln zu erkunden. Dort ist er seit dem Wechsel der
Studienrichtung von Sport-Management zur Sportwissenschaft anzutreffen. Er strebt jetzt eine Trainer-Karriere an, „weil ich es einfach liebe, in der
Turnhalle zu sein“. Um eine Aufnahmeprüfung fürs Studium kam der
Olympia- und WM-Medaillengewinner nicht herum. „Dass ich beim Turnen ran musste, war natürlich Weltklasse, aber beim Schwimmen bin ich
Hambüchen verzichtet auf Turnen
Einen kleinen Vorgeschmack auf
Hambüchens Trainer-Laufbahn bekamen die Gala-Gäste geboten, da mit
Nick Klessing auch der aktuell erfolgreichste vogtländische Turner auf der
Bühne stand. Der 17-Jährige, der einst
beim TV 1840 Falkenstein begann,
turnt inzwischen in der Männer-Bundesliga und kam direkt von einem Junioren-Länderkampf aus Berlin, wo er
Bronze im Sprung gewonnen hatte.
Der Vogtländer zeigte einen Teil seiner
Barren-Kür und erhielt von Hambüchen dafür gute Noten. Der Trainer in
spé konzentriert sich vorerst noch
weiter auf seine eigene Karriere. Nach
Bronze und Silber bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 soll es
2016 Gold werden. Eine Verletzung
käme da aktuell zur unpassenden Zeit
und so verzichtete Hambüchen auf
das Vorturnen am eigens aufgebauten
aber leicht wackeligen Reck.
Autogramm- und Fotowünsche
hingegen erfüllte er gern. Logistisch
praktisch an der äußeren Tischreihe
platziert, mussten auch Kristina Vogel
und Britta Steffen immer wieder den
Stift zücken. Bei den prominenten
Sportlern ging es entspannt zu. Für etwas Verwirrung sorgte nur Ex-Bayern
Fußballer Hasan Salihamidzic, den
weder Kristina Vogel noch Fabian
Hambüchen auf Anhieb erkannten.
Nach dem Ende seiner Karriere ist er
heute unter anderem Markenbotschafter des FC Bayern. Und musste
sich von Ulrike von der Groeben – die
bekennender Gladbach-Fan ist – die
Standardfrage anhören: Wann denn
die Bayern mal nicht Meister werden.
NACHWUCHSEHRUNG
Über die Auszeichnung der besten Nachwuchssportler und -mannschaften wird „Freie Presse“
morgen ausführlich berichten.
STIMMEN
Andreas Oberlein, Vizepräsident
des SV Coschütz: „Mir hat der Abend
wieder sehr gut gefallen. Es ist für unseren Vereinsvorstand eine Ehre, hier
dabei sein zu können und unter Sportlern zu feiern. Das Programm war
lang, aber auch sehr abwechslungsreich. Ich fand es in Ordnung. Und
meine Frau hat sich gefreut, dass sie
kurz mit Ulrike von der Groeben ins
Gespräch kam. Sie ist ein großer Fan
von ihr.“
Britta Steffen, Schwimm-Olympiasiegerin und sportlicher Stargast:
„Die Medien sind Fluch und Segen. Sie
werden dich feiern und sie können
dich in den Boden treten.“
Radsportler unter sich: Stargast und Weltmeisterin Kristina Vogel (links) ist ein
Vorbild von Mountainbike-Talent Mirjam Kuhn.
Uwe Schröter, Vereinsvorsitzender
des LAV Reichenbach: „Wir sind
stolz, dass es zwei unserer Athleten bei
der Umfrage unter die Top 3 geschafft
haben. Das ist eine schöne Anerkennung auf der einen Seite und natürlich auch Ansporn, weiterhin dranzubleiben, auf der anderen.“
Turn-Ass Fabian Hambüchen musste fleißig Autogramme schreiben. Auch
Schwimmerin Fabienne Zeglin wollte eines vom Weltmeister.
Das Ergebnis der Wahl zum Vogtlandsportler des Jahres 2014
Frauen
1. Platz
Denise Roth
TSV Vorwärts
Mylau
2. Platz
3. Platz
Ulrike Gräßler
VSC Klingenthal
Bianca Schenker
LAV Reichenbach
2. Platz
3. Platz
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Denise Roth
Ulrike Gräßler
Bianca Schenker
Isabella Laböck
Cassandra Wappler
Sissy Belter
Michaela Ebert
Anne Klier
Anja Jakob
Michelle Taubert
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
Verein
Sportart
TSV Vorwärts Mylau
VSC Klingenthal
LAV Reichenbach
VSC Klingenthal
JV Ippon Rodewisch
VSV Eintr. Klingenthal
1. VRV Plauen
LATV Plauen
VSC Klingenthal
TSG Rodewisch
Eisschnellauf
Skispringen
Leichtathletik
Snowboard
Judo
Boxen
Radsport
Leichtathletik
Leichtathletik
Gewichtheben
Verein
Sportart
LAV Reichenbach
BSP Klingenthal
TC Nemo Plauen
Treuener LV
Germania Markneukirchen
SC Plauen 06
Schützengilde Oelsnitz
KSV Pausa
Triathlon Team Vogtland
AC Atlas Plauen
Leichtathletik
3
Nord. Kombination 3
Flossenschwimmen 8
Leichtathletik
12
Ringen
12
Schwimmen
13
Sportschießen
13
Ringen
14
Triathlon
15
Gewichtheben
17
2
4
8
9
12
13
13
15
15
18
1450
537
475
433
471
529
398
458
250
139
1
2
4
7
5
3
8
6
9
10
Votum
Fachjury
1
2
4
2
7
10
5
9
6
8
Männer
1. Platz
Sebastian Hendel
LAV Reichenbach
Dichtes Gedränge herrscht auf der Bühne traditionell bei der Ehrung der erfolgreichsten Mannschaften des Vogtlandes. Wie
bereits im vergangenen Jahr durften am Samstag die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen den Siegerpokal mit nach
Hause nehmen. Überreicht wurde der von Ex-Bayern-Fußballer Hasan Salihamidzic (vorn links).
fand er im Gespräch mit Ulrike von
der Groeben deutliche Worte. Die Erfolge aus dem Vorjahr aber können
sich sehen lassen.
Als Aufsteiger in die Sachsenliga sicherten sich die Oberlosaer auf Anhieb Tabellenrang 3, zudem gewann
das Team den Sachsenpokal und qualifizierte sich für die erste Runde im
DHB-Pokal. „Die Ehrung heute war ein
schöner Abschluss für 2014. Das ist damit abgehakt. Ich hoffe, dass es den
Jungs Schwung gibt für den Aufstiegskampf“, so Christoph Märtner. Er
selbst kann seine Mannschaft derzeit
nur von außen unterstützen. Nach
einem Kreuz- und Außenbandriss im
Januar fällt Märtner noch bis Ende des
Jahres aus. Farbmäßig schienen sich
Hand- und Wasserballer abgesprochen zu haben: Fast alle Spieler beider
Teams zeigten sich in schwarzen Hemden und T-Shirts. Dass sie dem SVV
den Titel im nächsten Jahr streitig machen könnten, glaubt Christoph Märtner nicht: „Wenn die Wasserballer so
weiter machen, haben wir keine
Chance. Das ist schon große Klasse.“
Während die beiden erstplatzieren
Mannschaften mit voller Kapelle auf
die Bühne in der Musikhalle kamen,
wurden die auf Platz 3 gewählten Regionalliga-Kicker des VfB Auerbach von
den verletzten oder gesperrten Spie-
lern vertreten. Der Rest musste aufgrund des gestrigen Spiels beim Berliner AK früh ins Bett. Neu-Trainer Michael Hiemisch war mitgekommen,
zog es aus Respekt vor seinem Vorgänger Andreas Richter, der den VfB in der
Vorsaison auf Platz 7 führte, aber vor,
die Ehrung quasi als Zuschauer im
Saal zu verfolgen. Den Pokal nahm Kapitän Steffen Vogel in Empfang. Er ist
guter Dinge, was den Klassenerhalt
betrifft. „Ich denke, wir sind jetzt auf
einem guten Weg.“ Vielleicht gab es ja
auch noch einen Tipp von Hasan Salihamidzic, mit dem sich die VfB-Fußballer noch auf der Bühne fotografieren ließen. (aheb/tyg)
Björn Kircheisen
BSP Klingenthal
Malte Striegler
TC Nemo Plauen
2. Platz
3. Platz
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Sebastian Hendel
Björn Kircheisen
Malte Striegler
Christoph Lange
Justin Müller
Felix Eigel
Aron Fläschendräger
Maximilian Schwabe
Kai Schönbeck
Marcel Hinkelmann
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
866
848
493
472
280
792
530
419
207
246
1
2
5
6
8
3
4
7
10
9
Votum
Fachjury
2
1
3
6
4
10
9
7
5
8
Mannschaften
1. Platz
SV Vogtland
Plauen
Wasserball
SV 04 Plauen
Oberlosa
Handball
VfB Auerbach
Fußball
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
SVV Plauen
SV 04 Plauen Oberlosa
VfB Auerbach
VfB Lengenfeld
KSV Pausa
1. Bgl. Schützengilde Oelsnitz
SG Grün-Weiß Mehltheuer
VSV Medizin Plauen
SG Waldkirchen
Homesquad Plauen
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
Sportart
Wasserball
Handball
Fußball
Tischtennis
Ringen
Sportschießen
Kegeln
Sitzball
Faustball
Basketball
Männer
Männer
Männer
Frauen
Männer
Männer
Männer
Mixed
Männer
Männer
2
4
8
10
10
11
13
14
18
19
1208
594
488
542
423
590
321
359
326
162
1
2
5
4
6
3
9
7
8
10
Votum
Fachjury
1
2
3
6
4
8
4
7
10
9
Die Sportler des Jahres 2014 im Vogtland wurden wie in den Vorjahren nach dem dualen System ermittelt. Das heißt, dass die per Tippschein oder im Internet abgegebenen
Stimmen der Sportanhänger und der Fachjury jeweils zu 50 Prozent ins Endergebnis einfließen. Bei gleicher Platzziffer gibt das Ergebnis bei der Medienwahl den Ausschlag.
Der Jury gehören Vertreter des Kreisportbundes, Landratsamtes und der Vogtländischen Medien an.
Tilo Steiner
Ulrich Franzen, Präsident des Landessportbundes Sachsen: „Ich bin
begeistert von der Gala und finde es
fantastisch, dass für alle Ehrungen ein
prominenter Pate zur Verfügung steht.
Man kann nur staunen, wie es immer
wieder gelingt, Top-Stars hierherzubekommen. Sehr gefreut hat mich, so
viele sportbegeisterte Vogtländer im
Saal zu sehen, denn man muss ja doch
die eine oder andere Stunde aushalten.
Ich sehe das als große Wertschätzung
für die geehrten Sportler.“
Fotos: Foto Winkler, Imago, Carsten Steps (2), Getty Images, Ellen Liebner
Nick Klessing, Bundesliga-Turner
und gebürtiger Vogtländer: „Es war
natürlich schon cool, mit Fabian Hambüchen auf der Bühne zu stehen. Ich
habe ihn voriges Jahr bei der Vorbereitung auf die Europameisterschaft kennengelernt. Er ist wirklich genauso
ein lockerer Typ, wie das bei der Gala
auch rübergekommen ist.“
Vater staunt doppelt
Sebastian Hendel schickt Video-Grüße aus New York
Udo Hendel wurde am Samstag gleich
doppelt überrascht: Erst durfte der
Trainer und Vater von Umfragesieger
Sebastian Hendel vom LAV Reichenbach den Pokal für ihn in Empfang
nehmen. Dann verriet der in New York
studierende Sohnemann per VideoBotschaft, dass er schon seit Tagen Bescheid wusste, wie die Wahl ausgegangen war. „Ich würde zu gern das Gesicht meiner Eltern bei der Verkündung des Siegers sehen, denn ich habe
ihnen das Ganze bis zum Schluss verschwiegen“, ließ der 19-Jährige im
selbst gedrehten Einspiel-Film wissen.
Hendel senior bestätigte: „Wir haben
Basti drei Tage zuvor extra gefragt, ob
er was gehört hat. Da sagte er Nein und
meinte, wir sollen uns einfach einen
schönen Abend machen.“
Obwohl Sebastian 2014 mit dem
deutschen Meistertitel über 5000 m
sowie der WM- und EM-Teilnahme in
der U 20 sein erfolgreichstes Jahr hingelegt hatte, rechneten offenbar beide
Hendels nicht mit Platz 1. „Ich hätte
nicht gedacht, dass ich gegen Björn
nach seiner Superleistung in Sotschi
eine Chance habe“, sagte der Leichtathlet. Am Ende fiel die Entscheidung
zwischen ihm und dem in Klingenthal trainierenden Kombinierer Björn
Kircheisen hauchdünn aus. Der Reichenbacher vereinte 24 Stimmen
mehr auf sich, die letztlich den Ausschlag gaben. Udo Hendel war stolz:
„Es ist eine tolle Belohnung für ein
Jahr, in dem Basti ja auch noch Abitur
gemacht und das Studium begonnen
hat.“ Das Ziel für dieses Jahr ist abgesteckt: Der Vogtlandsportler 2014 will
sich für die U-23-EM qualifizieren.
Björn Kircheisen, dessen Freundin
und Snowboarderin Isabella Laböck
ihn nach einer Sprunggelenk-OP auf
Krücken begleitete, bewies nach elfmal Silber bei Olympia und WM Routine im Umgang mit Platz 2. Sein Blick
ist auf Olympia 2018 gerichtet, „wenn
es die körperliche Verfassung zulässt“.
Der 31-Jährige kündigte an, öfter mal
einen Weltcup auszulassen und sich
auf die Höhepunkte zu konzentrieren.
Apropos Weltcups: Mit einem kompletten Medaillensatz an einem Wochenende ließ 2014 Flossenschwimmer Malte Striegler aus Plauen aufhorchen. Er wurde Umfragedritter. „Ich
freue mich, es gleich mit der ersten
Nominierung unter die Top 3 geschafft zu haben“, sagte er. (tyg)
Trainer Udo Hendel nahm für seinen
Sohn und Schützling Sebastian den
Siegerpokal in Empfang.
12/13 Freie Presse
VOGTLANDSPORT
Montag, 30. März 2015
DAS THEMA: FINALE DER SPORTLERUMFRAGE 2014 IN MARKNEUKIRCHEN
Kraftakt Sportgala begeistert Stargäste und Publikum
Gleich zwei Wiederholungstäter gehören zu den Vogtlandsportlern 2014. Bei den Frauen gab es für Eisschnellläuferin Denise Roth bereits zum fünften Mal den Siegerpokal. In der Mannschaftswertung sicherten sich die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen den Titel.
Leichtathlet Sebastian Hendel hingegen konnte seinen Erfolg bei den Männern nur schwer glauben. Überreicht wurden die Auszeichnungen von Britta Steffen, Fabian Hambüchen und Hasan Salihamidzic.
LENKS LETZTE GALA
Ehrenplakette
Landrat Tassilo Lenk gehört eigentlich
zum Inventar der Vogtland-Sportgala.
Vor fast 20 Jahren hat er die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Am Samstag jedoch zum
letzten Mal. Lenk scheidet im Sommer
aus seinem Amt aus, 2016 wird sein
Nachfolger zu Ulrike von der Groeben
und Volkhardt Kramer auf die Bühne
kommen. Für sein Engagement für
den Sport im Vogtland wurde Lenk
während der Gala von Landessportbund-Präsident Ulrich Franzen mit
der Ehrenplakette des Verbandes ausgezeichnet. Versprochen hat Lenk bereits, dass er im nächsten Jahr als Besucher wiederkommt.
MARKNEUKIRCHEN — Organisator Volk-
hardt Kramer hat sich bei der 19. Auflage der Vogtland-Sportgala am Samstagabend in der Musikhalle Markneukirchen einen langersehnten Traum
erfüllt: Schwimm-Olympiasiegerin
Brita Steffen gehörte zu den prominenten Stargästen, die er in diesem
Jahr ins Vogtland locken konnte. „Das
wollte ich schon ganz lange und habe
es oft probiert. Jetzt hat es endlich geklappt“, freute sich der Auerbacher.
Und stand zunächst einige Sekunden
fast andächtig neben Steffen auf der
Bühne der Musikhalle – so als könne
er gar nicht glauben, dass die 31-Jährige wirklich der Einladung gefolgt war.
Geld
Gleich zum Auftakt des Abends hielt
Tassilo Lenk gemeinsam mit Marko
Mühlbauer, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Vogtland, den großen Spendenscheck in die Kameras
der Fotografen. 100.000 Euro fließen in
diesem Jahr auf das Konto der Stiftung
Sporthilfe im Vogtland. 3,8 Millionen
Euro hat diese in den vergangenen Jahren bereits erhalten.
Für Landrat Tassilo Lenk war es die letzte Sportgala als Schirmherr. Mit Moderatorin Ulrike von der Groeben ist er seit vielen Jahren per Du.
Überraschung
Da war selbst der sonst nie um Worte
verlegene Tassilo Lenk für einen Moment sprachlos. Auf dem großen Bildschirm der Musikhalle war Ulrike von
der Groeben im RTL-Nachrichtenstudio zu sehen. Neben ihr Kollege Peter
Kloeppel und beide haben nur ein
Thema – die endende Amtszeit von
Landrat Lenk. Der Einspieler war eine
gelungene Überraschung der Moderatorin. Und er machte deutlich, dass die
Vogtland-Sportgala für sie nicht einfach nur ein Auftrag unter vielen ist.
Noch immer steige jedes Jahr bei der
Anreise mit jedem Kilometer in Richtung Vogtland die Vorfreude auf den
Abend, bekannte von der Groeben
gleich zu Beginn.
fast verreckt“, sagte der 27-Jährige, der
ebenfalls seit Jahren auf der Wunschliste der Gala-Organisatoren stand
und vor dem sich Volkhardt Kramer
wohl auch deshalb verneigte.
VON ANIKA HEBER UND MONTY
GRÄßLER (TEXTE) SOWIE CHRISTIAN
SCHUBERT UND HARALD SULSKI (FOTOS)
Die drei Männer von Stone & Fire beeindruckten mit ihren kraftvollen Darbietungen und ihrer Feuershow.
Stargast trifft bekanntes Gesicht
Nicht mehr wegzudenken von der
Sportgala hingegen ist RTL-Moderatorin Ulrike von der Groeben. Gewohnt
fröhlich und herzlich führte sie gemeinsam mit Volkhardt Kramer zum
mittlerweile 17. Mal durch den Abend,
der mit einem vierstündigen Programm von den Gästen viel Ausdauer
verlangte. Die hatten die drei Männer
von Stone & Fire, die mit Feuershow
und Steine zerschlagen für große Augen bei vielen Zuschauern sorgten.
Ulrike von der Groeben traf auf der
Bühne auf zahlreiche bekannte Gesichter. Dazu gehörten die Rollschuhartisten des Sportensemble Chemnitz
ebenso wie einige der ausgezeichneten Sportler. Frauen-Siegerin Denise
Roth und Björn Kircheisen als Zweitplatzierten der Männerwertung kennt
von der Groeben noch aus deren Zeit
als Nachwuchssportler. Die Ehrung
der besten Talente der Region stand
traditionell zum Auftakt des Programms an. Nachdem im vergangenen Jahr Lokalmatador und Leichtathlet Lucas Jakubczyk den 30 Mädchen
und Jungen sowie zwei Mannschaften
ihre Pokale überreichte, war am Sams-
Turner Nick Klessing, der seine Karriere beim TV 1840 Falkenstein begann, zeigte sein Können am Barren. Der 17-Jährige hat es bereits bis in die Männer-Bundesliga
geschafft und kam am Samstag direkt vom Junioren-Länderkampf nach Markneukirchen.
tag eine frischgebackene Weltmeisterin dafür verantwortlich.
Erst Ende Februar hatte Bahnradsprinterin Kristina Vogel in Frankreich erfolgreich ihren Titel verteidigt.
In Markneukirchen sorgte zunächst
vor allem ihr Kleid für anerkennende
Blicke beim Moderatoren-Duo und
dem Publikum: bodenlang, strahlend
blau und mit einem aufregenden Rückenausschnitt. Die 24-Jährige genoss
die Aufmerksamkeit und zeigte auf
der Bühne erst einmal eine Extradrehung: „Wir Sportlerinnen können
auch feminin sein. Ich liebe Röckchen
und High Heels.“ Mindestens genauso
ein Blickfang war das bordeauxrote
Kleid ihrer Schwester Sabine, die als
Begleitung mitgekommen war. „Das
ist eigentlich mein Kleid. Ich habe die
beiden mal bei einem Weltcup in Mexiko gekauft. Und so sieht jeder gleich,
dass sie zu mir gehört“, erzählte Kristina Vogel mit einem Lachen. Für sie
vollkommen überraschend traf sie zur
Sportgala sogar ein bekanntes Gesicht
– René Weise betreute sie viele Jahre
als Sprinttrainer an der Sportschule
Cottbus. Heute wohnt er mit seiner Lebensgefährtin und ehemaligen Radsportlerin Claudia Seidel in Plauen,
kümmert sich gemeinsam mit ihr um
Talent Mirjam Kuhn. Die 16-jährige
Mountainbikerin vom Vogtland Bike
Verein gehörte zu den ausgezeichneten Nachwuchssportlerinnen.
Talisman stets dabei Mannschaftstitel krönt erfolgreichen Tag
Eisschnellläuferin Denise Roth zum wiederholten Mal vorn
Im vergangenen Jahr nicht einmal unter den Nominierten und nun Vogtlandsportlerin 2014 – was klingt wie
eine große Überraschung, konnte Eisschnellläuferin Denise Roth ganz
pragmatisch erklären: „Ich mag die
Veranstaltung unglaublich und will
unbedingt dabei sein. Vor einem Jahr
war ich aber genau zu der Zeit im Urlaub, deshalb habe ich gesagt, dass
mich keiner nominieren soll.“ Bereits
zum fünften Mal nach 2008, 2009,
2010 und 2012 durfte die Mylauerin
den Siegerpokal entgegennehmen.
Wie bei jeder Gala fehlte auch diesmal
nicht die Kette mit dem kleinen silberne Schlittschuh, den Denise Roth als
Talisman immer trägt. Das Geschenk
ihrer Eltern begleitet sie seit mehr als
Ein kleiner silberner Schlittschuh begleitet seit vielen Jahren Eisschnellläuferin Denise Roth als Talisman.
einem Jahrzehnt. „Mir hilft es, ich
glaube daran“, erzählte die Olympiateilnehmerin von Sotschi.
Noch immer lebhaft im Gedächtnis
sind die Winterspiele ebenfalls bei Ulrike Gräßler. Die Klingenthaler Skispringerin hatte sich über viele Jahre
dafür eingesetzt, dass auch die Frauen
bei Olympia starten dürfen. Durch eine Erkrankung geschwächt, reichte es
für sie selbst bei der Premiere zwar
nicht für eine Medaille in Russland.
Dafür wählten die Vogtländer sie auf
Rang 2 bei der Sportlerumfrage. Es
könnte nicht die letzte Topplatzierung gewesen sein, denn Ulrike Gräßler will bis zu Olympia 2018 weiter
machen.
Von der Auszeichnung völlig überrascht wurde Leichtathletin Bianca
Schenker vom LAV Reichenbach. 2014
war für die Geherin das mit Abstand
erfolgreichste Jahr ihrer Karriere. Bei
der Senioren-Weltmeisterschaft holte
sie sich im 3000-Meter-Bahngehen sowie über 10 Kilometer auf der Straße
die Goldmedaille, bei den Deutschen
Meisterschaften setzte sie sich über 20
Kilometer auf der Straße und 5000 Meter auf der Bahn gegen die teils deutlich jüngere Konkurrenz bei den Frauen durch. Bei der Sportlerwahl wurde
sie dafür mit Platz 3 belohnt. Die Auszeichnung ist zugleich Ansporn für
die Zukunft. Die muss Bianca Schenker aktuell nach einem Bandscheibenvorfall mit viel Geduld angehen. In
diesem Jahr wird sie deshalb kaum ins
Wettkampfgeschehen eingreifen können. „Ich hoffe aber, dass es mit dem
Sport weitergeht. Mal schauen, wie es
Ende des Jahres aussieht.“ (aheb)
Plauener Wasserballer sind erneut Team des Jahres – SV 04 Oberlosa und VfB Auerbach ebenfalls unter den Top 3
Es war der von vielen erwartete Ausgang bei der Entscheidung zur Mannschaft des Jahres 2014 im Vogtland:
Mit mehr als 600 Stimmen Vorsprung
bei der Publikumswahl und dem
ebenfalls eindeutigen Votum der Fachjury haben die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen ihren Erfolg aus
dem Vorjahr wiederholen können.
Auch wenn sie um ihre Favoritenrolle
wussten, gerechnet hätte das Team damit nicht unbedingt. „Wir sind ja noch
immer eine Randsportart, deshalb
macht uns das besonders stolz. Für die
Titelverteidigung haben wir viel getan“, sagte Routinier Stephan Roßner.
Nach dem Aufstieg in die B-Gruppe
der Bundesliga schafften es die Plauener gleich auf Rang 5 unter den acht
Teams und sicherten sich in der Zwischenrunde anschließend den Klassenerhalt. Der Auszeichnung am
Abend bot der Mannschaft zugleich
den perfekten Rahmen, ihren Auswärtssieg in Potsdam zu feiern. Kurz
nach 17 Uhr waren die Vogtländer
dort mit dem 9:7-Erfolg aus dem Becken gestiegen und hatten sich
schnell auf den Weg nach Markneukirchen gemacht.
Direkt vom Spiel kamen auch die
Handballer des SV 04 Oberlosa. Für
den Sachsenligist waren die mit dem
Pokal und den Medaillen für Platz 2
überreichten Bierfässer aber eher zur
Frustbewältigung geeignet. Gegen
Hoyerswerda hatte es für die Mannschaft eine bittere 23:27-Heimniederlage gegeben. Und so konnte sich
Christoph Märtner nicht richtig über
die Auszeichnung freuen. „Momentan
ist trotzdem ein Scheißtag für uns“,
Auch Britta Steffen, die als Stargast
ihren Einsatz bei der Ehrung der Männer hatte, konnte auf der Bühne etwas
fachsimpeln. Schließlich fühlt sich
der Plauener Flossenschwimmer Malte Striegler, der es in der Gesamtwertung aus Publikumsabstimmung und
Fachjury-Votum auf Rang 3 schaffte,
im Wasser mindestens genauso wohl
wie die Doppelolympiasiegerin von
2008. Während der 21-Jährige aber anfangs als Schwimmer unterwegs war,
hat sich Steffen in der Vergangenheit
nie mit den Flossen ausprobiert. Die
nach dem Karriereende mehr vorhandene Freizeit nutzt sie, um ganz neue
Sportarten zu lernen. „Neben meinem
Masterstudium versuche ich mich ge-
rade im Kung-Fu“, verriet sie den rund
1000 Gästen in der Musikhalle.
In der herrsche eine schöne Bierzeltatmosphäre, scherzte Turn-Ass Fabian Hambüchen und gab unumwunden zu, als Student abends des öfteren
die Kneipenszene in Köln zu erkunden. Dort ist er seit dem Wechsel der
Studienrichtung von Sport-Management zur Sportwissenschaft anzutreffen. Er strebt jetzt eine Trainer-Karriere an, „weil ich es einfach liebe, in der
Turnhalle zu sein“. Um eine Aufnahmeprüfung fürs Studium kam der
Olympia- und WM-Medaillengewinner nicht herum. „Dass ich beim Turnen ran musste, war natürlich Weltklasse, aber beim Schwimmen bin ich
Hambüchen verzichtet auf Turnen
Einen kleinen Vorgeschmack auf
Hambüchens Trainer-Laufbahn bekamen die Gala-Gäste geboten, da mit
Nick Klessing auch der aktuell erfolgreichste vogtländische Turner auf der
Bühne stand. Der 17-Jährige, der einst
beim TV 1840 Falkenstein begann,
turnt inzwischen in der Männer-Bundesliga und kam direkt von einem Junioren-Länderkampf aus Berlin, wo er
Bronze im Sprung gewonnen hatte.
Der Vogtländer zeigte einen Teil seiner
Barren-Kür und erhielt von Hambüchen dafür gute Noten. Der Trainer in
spé konzentriert sich vorerst noch
weiter auf seine eigene Karriere. Nach
Bronze und Silber bei den Olympischen Spielen 2008 und 2012 soll es
2016 Gold werden. Eine Verletzung
käme da aktuell zur unpassenden Zeit
und so verzichtete Hambüchen auf
das Vorturnen am eigens aufgebauten
aber leicht wackeligen Reck.
Autogramm- und Fotowünsche
hingegen erfüllte er gern. Logistisch
praktisch an der äußeren Tischreihe
platziert, mussten auch Kristina Vogel
und Britta Steffen immer wieder den
Stift zücken. Bei den prominenten
Sportlern ging es entspannt zu. Für etwas Verwirrung sorgte nur Ex-Bayern
Fußballer Hasan Salihamidzic, den
weder Kristina Vogel noch Fabian
Hambüchen auf Anhieb erkannten.
Nach dem Ende seiner Karriere ist er
heute unter anderem Markenbotschafter des FC Bayern. Und musste
sich von Ulrike von der Groeben – die
bekennender Gladbach-Fan ist – die
Standardfrage anhören: Wann denn
die Bayern mal nicht Meister werden.
NACHWUCHSEHRUNG
Über die Auszeichnung der besten Nachwuchssportler und -mannschaften wird „Freie Presse“
morgen ausführlich berichten.
STIMMEN
Andreas Oberlein, Vizepräsident
des SV Coschütz: „Mir hat der Abend
wieder sehr gut gefallen. Es ist für unseren Vereinsvorstand eine Ehre, hier
dabei sein zu können und unter Sportlern zu feiern. Das Programm war
lang, aber auch sehr abwechslungsreich. Ich fand es in Ordnung. Und
meine Frau hat sich gefreut, dass sie
kurz mit Ulrike von der Groeben ins
Gespräch kam. Sie ist ein großer Fan
von ihr.“
Britta Steffen, Schwimm-Olympiasiegerin und sportlicher Stargast:
„Die Medien sind Fluch und Segen. Sie
werden dich feiern und sie können
dich in den Boden treten.“
Radsportler unter sich: Stargast und Weltmeisterin Kristina Vogel (links) ist ein
Vorbild von Mountainbike-Talent Mirjam Kuhn.
Uwe Schröter, Vereinsvorsitzender
des LAV Reichenbach: „Wir sind
stolz, dass es zwei unserer Athleten bei
der Umfrage unter die Top 3 geschafft
haben. Das ist eine schöne Anerkennung auf der einen Seite und natürlich auch Ansporn, weiterhin dranzubleiben, auf der anderen.“
Turn-Ass Fabian Hambüchen musste fleißig Autogramme schreiben. Auch
Schwimmerin Fabienne Zeglin wollte eines vom Weltmeister.
Das Ergebnis der Wahl zum Vogtlandsportler des Jahres 2014
Frauen
1. Platz
Denise Roth
TSV Vorwärts
Mylau
2. Platz
3. Platz
Ulrike Gräßler
VSC Klingenthal
Bianca Schenker
LAV Reichenbach
2. Platz
3. Platz
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Denise Roth
Ulrike Gräßler
Bianca Schenker
Isabella Laböck
Cassandra Wappler
Sissy Belter
Michaela Ebert
Anne Klier
Anja Jakob
Michelle Taubert
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
Verein
Sportart
TSV Vorwärts Mylau
VSC Klingenthal
LAV Reichenbach
VSC Klingenthal
JV Ippon Rodewisch
VSV Eintr. Klingenthal
1. VRV Plauen
LATV Plauen
VSC Klingenthal
TSG Rodewisch
Eisschnellauf
Skispringen
Leichtathletik
Snowboard
Judo
Boxen
Radsport
Leichtathletik
Leichtathletik
Gewichtheben
Verein
Sportart
LAV Reichenbach
BSP Klingenthal
TC Nemo Plauen
Treuener LV
Germania Markneukirchen
SC Plauen 06
Schützengilde Oelsnitz
KSV Pausa
Triathlon Team Vogtland
AC Atlas Plauen
Leichtathletik
3
Nord. Kombination 3
Flossenschwimmen 8
Leichtathletik
12
Ringen
12
Schwimmen
13
Sportschießen
13
Ringen
14
Triathlon
15
Gewichtheben
17
2
4
8
9
12
13
13
15
15
18
1450
537
475
433
471
529
398
458
250
139
1
2
4
7
5
3
8
6
9
10
Votum
Fachjury
1
2
4
2
7
10
5
9
6
8
Männer
1. Platz
Sebastian Hendel
LAV Reichenbach
Dichtes Gedränge herrscht auf der Bühne traditionell bei der Ehrung der erfolgreichsten Mannschaften des Vogtlandes. Wie
bereits im vergangenen Jahr durften am Samstag die Bundesliga-Wasserballer des SVV Plauen den Siegerpokal mit nach
Hause nehmen. Überreicht wurde der von Ex-Bayern-Fußballer Hasan Salihamidzic (vorn links).
fand er im Gespräch mit Ulrike von
der Groeben deutliche Worte. Die Erfolge aus dem Vorjahr aber können
sich sehen lassen.
Als Aufsteiger in die Sachsenliga sicherten sich die Oberlosaer auf Anhieb Tabellenrang 3, zudem gewann
das Team den Sachsenpokal und qualifizierte sich für die erste Runde im
DHB-Pokal. „Die Ehrung heute war ein
schöner Abschluss für 2014. Das ist damit abgehakt. Ich hoffe, dass es den
Jungs Schwung gibt für den Aufstiegskampf“, so Christoph Märtner. Er
selbst kann seine Mannschaft derzeit
nur von außen unterstützen. Nach
einem Kreuz- und Außenbandriss im
Januar fällt Märtner noch bis Ende des
Jahres aus. Farbmäßig schienen sich
Hand- und Wasserballer abgesprochen zu haben: Fast alle Spieler beider
Teams zeigten sich in schwarzen Hemden und T-Shirts. Dass sie dem SVV
den Titel im nächsten Jahr streitig machen könnten, glaubt Christoph Märtner nicht: „Wenn die Wasserballer so
weiter machen, haben wir keine
Chance. Das ist schon große Klasse.“
Während die beiden erstplatzieren
Mannschaften mit voller Kapelle auf
die Bühne in der Musikhalle kamen,
wurden die auf Platz 3 gewählten Regionalliga-Kicker des VfB Auerbach von
den verletzten oder gesperrten Spie-
lern vertreten. Der Rest musste aufgrund des gestrigen Spiels beim Berliner AK früh ins Bett. Neu-Trainer Michael Hiemisch war mitgekommen,
zog es aus Respekt vor seinem Vorgänger Andreas Richter, der den VfB in der
Vorsaison auf Platz 7 führte, aber vor,
die Ehrung quasi als Zuschauer im
Saal zu verfolgen. Den Pokal nahm Kapitän Steffen Vogel in Empfang. Er ist
guter Dinge, was den Klassenerhalt
betrifft. „Ich denke, wir sind jetzt auf
einem guten Weg.“ Vielleicht gab es ja
auch noch einen Tipp von Hasan Salihamidzic, mit dem sich die VfB-Fußballer noch auf der Bühne fotografieren ließen. (aheb/tyg)
Björn Kircheisen
BSP Klingenthal
Malte Striegler
TC Nemo Plauen
2. Platz
3. Platz
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
Sebastian Hendel
Björn Kircheisen
Malte Striegler
Christoph Lange
Justin Müller
Felix Eigel
Aron Fläschendräger
Maximilian Schwabe
Kai Schönbeck
Marcel Hinkelmann
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
866
848
493
472
280
792
530
419
207
246
1
2
5
6
8
3
4
7
10
9
Votum
Fachjury
2
1
3
6
4
10
9
7
5
8
Mannschaften
1. Platz
SV Vogtland
Plauen
Wasserball
SV 04 Plauen
Oberlosa
Handball
VfB Auerbach
Fußball
Platz Name
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
SVV Plauen
SV 04 Plauen Oberlosa
VfB Auerbach
VfB Lengenfeld
KSV Pausa
1. Bgl. Schützengilde Oelsnitz
SG Grün-Weiß Mehltheuer
VSV Medizin Plauen
SG Waldkirchen
Homesquad Plauen
Medienwahl
Platzziffer Stimmen Platz
Sportart
Wasserball
Handball
Fußball
Tischtennis
Ringen
Sportschießen
Kegeln
Sitzball
Faustball
Basketball
Männer
Männer
Männer
Frauen
Männer
Männer
Männer
Mixed
Männer
Männer
2
4
8
10
10
11
13
14
18
19
1208
594
488
542
423
590
321
359
326
162
1
2
5
4
6
3
9
7
8
10
Votum
Fachjury
1
2
3
6
4
8
4
7
10
9
Die Sportler des Jahres 2014 im Vogtland wurden wie in den Vorjahren nach dem dualen System ermittelt. Das heißt, dass die per Tippschein oder im Internet abgegebenen
Stimmen der Sportanhänger und der Fachjury jeweils zu 50 Prozent ins Endergebnis einfließen. Bei gleicher Platzziffer gibt das Ergebnis bei der Medienwahl den Ausschlag.
Der Jury gehören Vertreter des Kreisportbundes, Landratsamtes und der Vogtländischen Medien an.
Tilo Steiner
Ulrich Franzen, Präsident des Landessportbundes Sachsen: „Ich bin
begeistert von der Gala und finde es
fantastisch, dass für alle Ehrungen ein
prominenter Pate zur Verfügung steht.
Man kann nur staunen, wie es immer
wieder gelingt, Top-Stars hierherzubekommen. Sehr gefreut hat mich, so
viele sportbegeisterte Vogtländer im
Saal zu sehen, denn man muss ja doch
die eine oder andere Stunde aushalten.
Ich sehe das als große Wertschätzung
für die geehrten Sportler.“
Fotos: Foto Winkler, Imago, Carsten Steps (2), Getty Images, Ellen Liebner
Nick Klessing, Bundesliga-Turner
und gebürtiger Vogtländer: „Es war
natürlich schon cool, mit Fabian Hambüchen auf der Bühne zu stehen. Ich
habe ihn voriges Jahr bei der Vorbereitung auf die Europameisterschaft kennengelernt. Er ist wirklich genauso
ein lockerer Typ, wie das bei der Gala
auch rübergekommen ist.“
Vater staunt doppelt
Sebastian Hendel schickt Video-Grüße aus New York
Udo Hendel wurde am Samstag gleich
doppelt überrascht: Erst durfte der
Trainer und Vater von Umfragesieger
Sebastian Hendel vom LAV Reichenbach den Pokal für ihn in Empfang
nehmen. Dann verriet der in New York
studierende Sohnemann per VideoBotschaft, dass er schon seit Tagen Bescheid wusste, wie die Wahl ausgegangen war. „Ich würde zu gern das Gesicht meiner Eltern bei der Verkündung des Siegers sehen, denn ich habe
ihnen das Ganze bis zum Schluss verschwiegen“, ließ der 19-Jährige im
selbst gedrehten Einspiel-Film wissen.
Hendel senior bestätigte: „Wir haben
Basti drei Tage zuvor extra gefragt, ob
er was gehört hat. Da sagte er Nein und
meinte, wir sollen uns einfach einen
schönen Abend machen.“
Obwohl Sebastian 2014 mit dem
deutschen Meistertitel über 5000 m
sowie der WM- und EM-Teilnahme in
der U 20 sein erfolgreichstes Jahr hingelegt hatte, rechneten offenbar beide
Hendels nicht mit Platz 1. „Ich hätte
nicht gedacht, dass ich gegen Björn
nach seiner Superleistung in Sotschi
eine Chance habe“, sagte der Leichtathlet. Am Ende fiel die Entscheidung
zwischen ihm und dem in Klingenthal trainierenden Kombinierer Björn
Kircheisen hauchdünn aus. Der Reichenbacher vereinte 24 Stimmen
mehr auf sich, die letztlich den Ausschlag gaben. Udo Hendel war stolz:
„Es ist eine tolle Belohnung für ein
Jahr, in dem Basti ja auch noch Abitur
gemacht und das Studium begonnen
hat.“ Das Ziel für dieses Jahr ist abgesteckt: Der Vogtlandsportler 2014 will
sich für die U-23-EM qualifizieren.
Björn Kircheisen, dessen Freundin
und Snowboarderin Isabella Laböck
ihn nach einer Sprunggelenk-OP auf
Krücken begleitete, bewies nach elfmal Silber bei Olympia und WM Routine im Umgang mit Platz 2. Sein Blick
ist auf Olympia 2018 gerichtet, „wenn
es die körperliche Verfassung zulässt“.
Der 31-Jährige kündigte an, öfter mal
einen Weltcup auszulassen und sich
auf die Höhepunkte zu konzentrieren.
Apropos Weltcups: Mit einem kompletten Medaillensatz an einem Wochenende ließ 2014 Flossenschwimmer Malte Striegler aus Plauen aufhorchen. Er wurde Umfragedritter. „Ich
freue mich, es gleich mit der ersten
Nominierung unter die Top 3 geschafft zu haben“, sagte er. (tyg)
Trainer Udo Hendel nahm für seinen
Sohn und Schützling Sebastian den
Siegerpokal in Empfang.
14 Freie Presse
FAMILIEN-OSTER FEST
Junge Eselsstute
wird getauft
HIRSCHFELD — Babsi, Berta oder Brö-
selchen? Oder ganz anders? Bis
zum Ostersamstag haben Tierfreunde Zeit, sich einen Namen für
die Eselsstute auszudenken, die
zum Fest im Tierpark Hirschfeld
getauft werden soll. Die Namensgebung soll auch in diesem Jahr einer der Höhepunkte beim beliebten Familienfest sein.
Das kleine Grautier kam in der
Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag auf die Welt. Maria wäre
deshalb ein schöner Name für das
Mädchen, doch das B als Anfangsbuchstabe ist vorgegeben, sagt
Tierparkleiterin Ramona Demmler: „Weibliche Tiere bekommen
den gleichen Anfangsbuchstaben
wie die Mutter, bei männlichen
Tieren richtet sich der Name nach
dem Vater.“ Da die Eselsmama Betty heißt, wird es also eher eine Berta als eine Maria. Das Tier wird
während der Tierparade am Ostersamstag getauft. „Die Namensvorschläge nehmen wir an der Bühne
entgegen“, sagt Ramona Demmler.
Möglicherweise ist der Esel
nicht das einzige Tier, das einen
Namen erhält. Zur Parade am ab 16
Uhr gibt es Tiere zu sehen, die sich
bisher noch nicht an die Öffentlichkeit gewagt haben, sondern zunächst im Schutz der Wochenstube aufgewachsen sind. (sth)
DAS FAMILIENOSTERFEST beginnt am
Samstag, 4. April, 14 Uhr im Tierpark
Hirschfeld. Neben einem Programm gibt es
die Möglichkeit zu Ponykutschfahrten.
BÜHNE
Zwickau: Theater in der Mühle, Gewandhausstraße 7, Frau Müller muss weg, Schauspiel von Lutz Hübner, ab 12 Jahre, 19.30 Uhr,
0375 274114647
Chemnitz: Schauspielhaus, Zieschestraße
28, Figurentheater, Brüderchen und Schwesterchen, Märchen nach den Brüdern Grimm,
für Kinder ab 4 Jahren, 9.30 Uhr;
Ostflügel, Ein Sportstück, von Elfriede Jelinek,
Produktion des TheaterJugendClubs, 20 Uhr,
0371 6969710
KINDER UND FAMILIE
Plauen: Fanprojekt Plauen, Dobenaustraße
9, Offener Jugendtreff, 9-15 Uhr
Jugendzentrum Oase, Dr.-Karl-Gelbke-Straße
1, Oase-Keller, offener Treff und bring & eat,
15-20 Uhr; O-Ton-(studio), 17 Uhr
Kinder- und Jugendhaus eSeF, Seminarstraße 4, Kinderzentrum, Töpfern, 14-18 Uhr; Jugendzentrum, Fußball in der Halle (ab 10 Jahre), 18 Uhr
Landeskirchliche Gemeinschaft, Fabrikstraße 6, Offener Treff für Kinder von sieben bis
zwölf Jahre zum Spielen, Lesen, Basteln, 1618 Uhr
Mehrgenerationenhaus, Am Albertplatz 12,
Babygruppe, (ab 3 Monaten), 10 Uhr; ElternKind-Sport, 15.30 Uhr
Stadt-Galerie, Postplatz 1, Osterspaß: Bastwerkstatt „Design & Faszination“, 10-18 Uhr;
Osterspaß: Basteln und Malen in der Osterhasenwerkstatt, 14-17 Uhr
Treff „Quartier 30“, Bahnhofstraße 30, Zumba Kids, 16.45 Uhr; Zumba, 18 Uhr
Auerbach/V: Jugendhaus City-Treff, Breitscheidstraße 33, Sporttreff in der Halle, 1719 Uhr, 03744 308686
Schülerfreizeitzentrum, A.-Schubert-Straße
19, Offener Treff, 12-18 Uhr
Chemnitz: Botanischer Garten, Leipziger
Straße 147, Tropenhaus, 14. Schmetterlingsschau: Fliegende Edelsteine - Exotische
Schmetterlinge im Freiflug, 13-18 Uhr,
0371 3301365
Über 30 Arbeiten stellt
der Malzirkel des Plauener
Kunstvereins derzeit im
Quartier 30 an der Plauener Bahnhofstraße aus.
VON RENATE GÜNTHER
PLAUEN — Eine neue Ausstellung ist
noch bis zum 3. Juni im Quartier 30
an der Plauener Bahnhofstraße 30
zu bewundern. Sie zeigt eine kleine
Auswahl von Bildern, die von
17 Mitgliedern des Malzirkels vom
Kunstverein Plauen-Vogtland geschaffen worden sind, sagte Leiterin
Susanne Söllner-Burr zur Ausstellungseröffnung. Jeder Künstler entschied selbst, welche Bilder er präsentieren wollte. Die sind nun im
großen Raum der Einrichtung im
Erdgeschoss rundum an den Wänden zu betrachten.
Dem Besucher stachen zur Vernissage am vergangenen Donnerstag die farbenfrohen, bunten Aquarelle von Brigitte Schmidt besonders
ins Auge. Die Frau liebt die Natur so
sehr, dass sie mit Leidenschaft zu
Pinsel und Farbe greift, um Blumen
und Gräser in all ihrer Farbenpracht
zu zeigen. Tausende Farbtupfer vereinen sich zu einer wahren Sinfonie
aus Naturschönheit. Beispiele: die
Bilder Sommerwiese und Mohnblumenfeld. Für Glaskugeln in verschiedenen Varianten hatte hingegen Sieglinde Schönfelder ein Faible, während Christina Graulich die
Plauener Markuskirche bemerkenswert fand. Siegfried Bachmann bevorzugte die Talsperre Pöhl und Herbert Winter die Plauener Altstadt
und das Gebiet Alter Teich. Märchenhaftes kam von Susanne Söllner-Burr, ebenso eine Acrylmalerei,
auf der Alantblätter in vielfachen
Grüntönen zu sehen sind.
MALZHAUSKINO
SCHLAGER
DIA-REISEREPORTAGE
Doku über Familie
von Architekten
Monika Martin singt
Lieder: „Mit dir“
Madeira: Hauch des
ewigen Frühlings
PLAUEN — Eine Dokumentation über
die Architekten-Dynastie Böhm
gibt’s heute und morgen im Kino im
Malzhaus zu sehen. Der inzwischen
95-jährige Gottfried Böhm gilt als einer der bedeutendsten Architekten
des 20. Jahrhunderts und steht für
skulpturale, puristische Bauten aus
Beton, Stahl und Glas. Seine Söhne
Stephan, Peter und Paul treten in seine Fußstapfen. Filmbeginn ist jeweils 20 Uhr. (sasch)
PLAUEN — Die
BAD ELSTER — Reisefotograf Jan Hü-
Ellefeld: Fahrbibliothek, Grundschule,
9.30-11 Uhr
Falkenstein: Tiergarten, Allee 9, 188 verschiedene Tiere, Tropenhaus mit 77 Tieren in
39 verschiedenen Arten, 10-16 Uhr, 03745 5421
Jößnitz: Grundschule, Gerhart-Hauptmann-Straße 6, Keramikkurs, 12-17 Uhr
Klingenthal: Tierpark, Amtsberg 22, Einheimische Tiere und exotische Wildtiere, 10-16 Uhr,
037467 22397
Kürbitz: Fahrbibliothek, Elsterbrücke,
15.15-16 Uhr
Markneukirchen: Kinder- und Jugendtreff, Wernitzgrüner Straße 38, Offener Treff,
13.30-19.30 Uhr
Oelsnitz: Jugendzentrum „Halle“, Alte Reichenbacher Straße 27, Tanzkurs, 8 bis 12 Jahre,
15-16 Uhr; Tanzkurs, 13 bis 18 Jahre, 16.3018 Uhr
Pausa: Jugendclub, Paul-Scharf-Straße,
Spielpunkt mit Osterhasenschatzsuche, Freizeitangebot des Kinderland Plauen, 15 – 18 Uhr
Kinderzentrum „Goldene Sonne“, RudolfBreitscheid-Platz 1, Offener Treff, 13-18 Uhr
Reichenbach: Kinder- und Jugendzentrum „Lila Pause“, Museumstraße 2a, Rätselspaß, wer wird Rätselkönig, 15 Uhr
Reuth: Fahrbibliothek, Bahnhof, 1313.45 Uhr
Tobertitz: Fahrbibliothek, Dorfplatz, 1414.30 Uhr
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Brigitte Schmidt, Gisela Bergmann und Susanne Söllner-Burr (von links) zeigen ihre prächtigen Werke bei einer neuen Ausstellung.
Bei der Vernissage nicht dabei,
aber mit drei Werken vertreten, war
Beate Strauch. Blaudistel, Wolkenbildung und die Rentzschmühle waren die Themen, denen sich die
Plauenerin in ihren Aquarellen widmete. Bernd Schmiedl entschied
sich für eine beeindruckende Szene
unter dem Titel „Birkenwald“.
Quartiermanagerin Sandra Dathe betonte, dass das Quartier 30 an
der Plauener Bahnhofstraße immer
für die Kunst offen sei. Sowohl die
Kursteilnehmer im Haus als auch
Besucher von außerhalb können
sich nun noch bis 3. Juni am Schaffen der Laienkünstler erfreuen. Den
Malzirkel im Plauener Kunstverein,
Schlagersängerin
Monika Martin lädt morgen um
17.30 Uhr in den Elster Park ein. Es
ist eine Entdeckungsreise durch all
ihre neu entstandenen Lieder, auf
die sie die Freunde ihrer Musik gerne mitnehmen will. Das aktuelle Album hat die Sängerin „Mit dir“ getauft. Und das mit einem bestimmten Grund. Während ihres Auftrittes
wird sie dieses Geheimnis ganz sicher lüften. (sasch)
AUSSTELLUNGEN
Plauen: Vogtlandkonservatorium, Theaterplatz 4, „Im Unruhestand“, Werke von Wilhelm
Mühsam, 10-18 Uhr
Annaberg-Buchholz: Erzgebirgsmuseum
mit Besucherbergwerk, Große Kirchgasse 16,
Neu: Markenzeichen - Annaberger Zinn, verschiedene Erzeugnisse von der Ersterwähnung
der Annaberger Zunft der Kandelgießer im
Jahr 1574 bis zu Produkten des letzten Zinngießermeisters Oswald Gerber, der 1936 starb,
10-17 Uhr, 03733 23497
Manufaktur der Träume, Buchholzer Str. 2,
Uthmannsche Nachfahren - Der Kunstschnitzer
Paul Schneider, 10-18 Uhr; Ströhersche Sammlung erzgebirgischer Volkskunst aus über vier
Jahrhunderten, 10-18 Uhr, 03733 19433
Rathaus, Markt, „Frauen der Reformation in
der Region“, Wanderausstellung mit Rollups
von zwölf Frauen aus dem „Mutterland der Reformation“ sowie weiteren Ausstellungstafeln
über die Lebensbedingungen von Frauen des
16. Jahrhunderts; musikalische Umrahmung
durch die Kreismusikschule Erzgebirge, 918 Uhr, 03733 4250
Bad Schlema: Kulturhaus „Aktivist“,
Bergstraße 22, Kreativausstellung „Allerlei von
Has` und Ei“, es werden über 2500 Ostereier
gezeigt, welche in 35 Handwerkstechniken
künstlerisch gestaltet wurden, 9-17 Uhr,
03771 29020
Beierfeld: Sächsisches Rot-Kreuz-Museum, August-Bebel-Straße 73, Deutsch-tschechische Ausstellung, „Die Nachwuchsarbeit des
Tschechischen Roten Kreuzes von 1921 bis in
FOTO: RENATE JUDEK
Bis zum Ostersamstag haben Tierfreunde Zeit, sich einen Namen für
die Eselsstute (links) auszudenken,
die im Tierpark Hirschfeld getauft
werden soll. Da die Eselsmama
(Mitte) Betty heißt, muss der Name
mit B beginnen.
FOTO: RALPH KÖHLER
Montag, 30. März 2015
Farbtupfer vereinen sich zur Sinfonie
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VORSCHAU
WOHIN
die Gegenwart“, 9-12 Uhr, 03774 509333
Cranzahl: „Alte Färberei“ - Räuchermann-Museum, Dorfstraße 44, 1. Räuchermann-Museum, gezeigt werden 2000 dampfende Figuren, 10-17 Uhr, 037342 7688
Kurort Oberwiesenthal: Turm des Fichtelberghauses, Vierenstraße 11, FichtelbergPanorama, auf 20 großformatigen Tafeln wird
die Region auf ca. 50 km um den Berg herum
beschrieben u.a. Bergbau, Besiedlung sowie
Flora und Fauna, außerdem Fotografien des
tschechischen Fotografen Petr Miksicek, 918 Uhr, 037348 78102
Wiesenthaler K3, Karlsbader Straße 3, Gipfelstürmer - ein Thal erobert die Welt, Stadt- und
Wintersportgeschichte des Ortes sowie Wissenswertes über Anton Günther und William
Wauer, 10-16 Uhr, 037348 155050
Leubnitz: Schloss, Am Park 1, „Bahn und Natur“, Ölbilder von Jürgen Batschik aus Leubnitz,
9-13 Uhr
Markneukirchen: Catgut, Gewerbepark 18,
Dies und Das, gestaltet vom Maltreff Bad Elster,
8-16 Uhr
Hüttels Musikwerkausstellung Wohlhausen, Hauptstraße 10, Mechanische Musikinstrumente, von der Singvogelspieldose bis zur
großen Karussellorgel, 9.30-16 Uhr
Mehltheuer: Kleinstes Musikinstrumenten-Museum, Hohe Straße 9, 1500 Raritäten
inklusive 350 historischer Musikinstrumente,
Vorführung mechanischer Musikinstrumente,
Schauwerkstatt für Zupf-, Streich- und Zungeninstrumente, 9-12 Uhr, 037431 4159
Morgenröthe-Rautenkranz: Raumfahrtmuseum, Bahnhofstraße 4, Deutsche Raumfahrtausstellung, 10-17 Uhr, 037465 2538
Neudorf: Suppenmuseum, Karlsbader Straße 164, Geschichte der „edlen Löffelspeise“
und des Suppenzubehörs, 10.30-15.30 Uhr,
037342 16045
Oelsnitz: Zoephelsches Haus, Grabenstraße
31, Sonnen-painting mit der Sonne malen,
Wolfram Hentschel, Meißen, 9-16 Uhr
Schwarzenberg: Eisenbahnmuseum,
Schneeberger Straße 60, Dampf- und Dieselloks, zu sehen ist u. a. eine Werkstatt mit
Schmiedefeuer und eine alte Ölausgabe im
Lokschuppen, letzter Einlass 30 min. vor
Schließzeit, 10-14 Uhr, 0173 7862248
Zwickau: Hochschulbibliothek, Klosterstraße 7, Frühlingserwachen - Landschaften und
Stillleben, Malereien von Christian Siegel,
8.30-22 Uhr, 0375 5361250
KINO
Plauen: Capitol Filmtheater, Bahnhofstr. 33,
03741 1469050; Asterix im Land der Götter,
14.30 Uhr; Cinderella, 14.15, 17 Uhr;
Der Nanny, 14.15, 17, 20 Uhr;
Die Bestimmung - Insurgent 3D, 17, 20 Uhr;
Die Trauzeugen AG, ab 12 J, 20 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr;
Focus, ab 12 J, 20.15 Uhr; Home - Ein smektakulärer Trip, 14.15 Uhr; Home - Ein smektakulärer
Trip 3D, 14.15, 17 Uhr;
Honig im Kopf, ab 6 J, 14.15 Uhr;
A N ZE I G E
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FOTO: ELLEN LIEBNER
von Susanne Söllner-Burr und Beate
Strauch gegründet, gibt es seit 2001.
Die Mitglieder treffen sich am ersten
Donnerstag des Monats im Weisbachschen Haus oder in der Natur.
Ausgestellt haben sie bisher im Rathaus Ostrov (Tschechien), im Pirker
Bahnhof, im Malzhaus und in der
Galerie Forum K.
bler nimmt die Besucher seiner DiaReportage morgen, 19.30 Uhr im Königlichen Kurhaus mit auf die Insel
mit dem Hauch des ewigen Frühlings: Madeira, das portugiesische
Archipel im Atlantik. Hübler nahm
sich 60 Tage Zeit für Touren zwischen Steilküsten und Bergketten,
zwischen der Hauptstadt Funchal
und weitverzweigten Levadas (Wasserkanälen). Karten: 10 Euro. (hagr)
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J,
19.45 Uhr; Shaun das Schaf, 14.30, 17 Uhr;
SpongeBob Schwammkopf, 14.30 Uhr;
The Boy Next Door, ab 16 J, 20.15 Uhr;
The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben, ab 12 J, 17.15, 20.15 Uhr;
Traumfrauen, ab 12 J, 17.15 Uhr;
Verstehen Sie die Béliers?, 17.15 Uhr
Malzhaus, Alter Teich 7 - 9, 03741 15320;
Die Böhms - Architektur einer Familie, 20 Uhr
Greiz: UT 99, Thomasstr. 6, 03661 629111;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr;
Asterix im Land der Götter 3D, 14.30 Uhr;
Cinderella, 14.30, 17.30 Uhr;
Der Nanny, 14.45, 17.15, 20.15 Uhr;
Fifty Shades of Grey, ab 16 J, 20 Uhr;
Fünf Freunde 4, ab 6 J, 17.15 Uhr;
Home - Ein smektakulärer Trip 3D, 14.45,
17.30 Uhr;
Kingsman: The Secret Service, ab 16 J, 20 Uhr
Markneukirchen: Harmonie-Lichtspiele,
Erlbacher Str. 4, 037422 2637;
American Sniper, ab 16 J, 20 Uhr
Schleiz: Neues Kino im Hörsaal, Löhmaerweg 2, 03663 422805; Der Nanny, 17, 20 Uhr
SONSTIGES
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Plauen: Alaunbergwerk „Ewiges Leben“,
Reichsstraße (gegenüber Commerzbank),
Plauen unter Tage erleben, telefonische Voranmeldung: 03741 529426
Schaustickerei, Obstgartenweg 1, Vorführungen an Stickmaschinen, 10-17 Uhr,
03741 443187
Klingenthal: Vogtland-Arena, Falkensteiner Straße 133, Besichtigung, 10-17 Uhr,
037467 280860
Schöneck: Bürgerhaus, Kirchstraße 7, Stricken für alle, 14 Uhr
Syrau: Drachenhöhle, Höhlenberg 10, Einzige Schauhöhle Sachsens, in 16 m Tiefe gibt es
unterirdische Schönheiten wie Sinterschmuck,
kristallklare Seen und Lehmkegel an den Höhlenwänden, 10-16 Uhr, 037431 3735
Zwickau: Hotel Pränzkow, Salutstraße 51,
Montagsskat des Grand Ouvert Zwickau,
18 Uhr, 0375 453800
REICHENBACHER ZEITUNG
Montag, 30. März 2015
Freie Presse
15
Joey Kelly bringt Blut der Fans ins Wallen
NACHRICHTEN
RETTUNGSEINSATZ
Kind und Mann
bei Unfall verletzt
PLAUEN — Wegen eines Verkehrsun-
falls mussten am Samstagnachmittag in Plauen ein siebenjähriges
Kind sowie ein 32-jähriger Mann in
der Rettungsstelle versorgt werden.
Wie die Polizei gestern berichtete,
war eine 45-Jährige mit ihrem Wagen der Marke Honda auf der Oelsnitzer Straße stadtauswärts unterwegs. An der Einmündung Fichtestraße fuhr sie aus Unachtsamkeit
auf einen vor ihr haltenden Ford auf
und stieß diesen auf einen davor stehenden Kia. Im Ford wurden das
Kind und der 32-jährige Beifahrer
leicht verletzt. Das Fahrzeug musste
abgeschleppt werden. Der Schaden:
etwa 8000 Euro. (nd)
MOPED-DIE BSTAHL
Markant: Statt Tank
eine Volvic-Flasche
TREUEN — Ein Moped mit einem un-
gewöhnlichen Tank ist in der Nacht
zum Samstag, zwischen 2 und 2.30
Uhr, an der Johann-Sebastian-BachStraße in Treuen gestohlen worden.
Das Moped S 51 hat einen nach unten gebogenen Lenker, fällt aber besonders durch seinen Tank auf: Den
regulären Kraftstoffbehälter ersetzt
eine Volvic-Mineralwasser-Flasche,
meldete die Polizei. (fak)
HINWEISE Polizei Auerbach, Telefonruf
03744 2550.
KURZ GEMELDET
Zwangsgeld eingefordert
PÖHL — Das Anwesen rund um das
ehemalige Umspannwerk in Herlasgrün ist noch immer nicht gesichert.
Obwohl das Landratsamt den Eigentümer dazu aufforderte, kam dieser
bisher seiner Pflicht nicht nach. Deshalb ist ein Zwangsgeld festgesetzt
worden. Der Bescheid ist dem Eigentümer zugegangen. Darüber informierte jetzt Pöhls Bürgermeisterin
Daniela Hommel-Kreißl. (sasch)
Etwa 5000 Besucher
haben am Wochenende
in Plauen das erste
„Freiträumer“-Festival von
Weltenbummler Mario
Goldstein erlebt. Eine
Neuauflage des Festivals
für Menschen mit Fernweh
ist bereits in Sicht.
Von welchem großen
Abenteuer träumen Sie?
VON SABINE SCHOTT (TEXT)
UND ELLEN LIEBNER (FOTOS)
Jana Ksionsko und Thomas Hagenau,
verliebtes Paar aus Schleiz.
PLAUEN — Für Begeisterungsstürme
hat Joey Kelly gesorgt. Er war am
Samstagabend der Publikumsmagnet bei Mario Goldsteins erstmals
ausgerichtetem „Freiträumer“-Festival, bei dem Abenteurer und Weltenbummler von aufregenden Touren berichteten. Bevor Joey Kelly mit
seiner Live-Reportage beginnen
konnte, wurde er von vielen Fans belagert. Er gab unzählige Autogramme und verewigte sich mit Handabdrücken in Ton.
Das nur 1,72 Meter kleine ehemalige Mitglied der fahrenden und singenden Kelly-Family ist, was die
Ausdauer und die Belastungsfähigkeit angeht, ein Großer. Das machte
sein Vortrag deutlich. Kelly war einer von insgesamt neun weit gereisten Referenten. Mit farbgewaltigen
Bildern und emotionaler Musik trafen diese den Nerv der insgesamt
5000 Zuschauer. Manch ein Besucher hatte sich gleich für mehrere
Vorträge einen „Freiträumer“-Pass
geholt. Mit der Resonanz sehr zufrieden zeigten sich Initiator Mario
Goldstein und sein Team: „Wir würden das Festival gern etablieren und
könnten uns schon 2016 eine Neuauflage vorstellen.“
Die Veranstaltung lockte nicht
nur Abenteurer, sondern auch Familien an. Die Ungethüms aus Klingenthal zum Beispiel. Ihre Art von
Freiheit: Zelten und Wandern. Bevor
die Kinder Fritz (6) und Emma (8)
Jana Ksiosko und Thomas Hagenau: „Wir haben die Karten zu Martin
Engelmanns Live-Reportage über Peru gewonnen. Es war traumhaft und
mit Herz erzählt, aus der Sicht eines
Rucksacktouristen. So sind wir auch
gern unterwegs. Unsere Sehnsuchtsorte sind aber doch noch woanders,
nämlich in Asien und Ozeanien. Dort
wollen wir unbedingt bald mal hin.“
Joey Kelly (vorn) heißt eigentlich José Maria. Er ist nicht nur Sänger und Extremsportler, sondern auch Unternehmer.
Am Samstagabend war er beim „Freiträumer“-Festival umringt von Fans und Medien.
auf der Welt waren, hat das Ehepaar
zu Fuß die Zugspitze erklommen –
das haben die beiden Vogtländer mit
Joey Kelly gemeinsam. Der war 2010
innerhalb von 18 Tagen von Wilhelmshaven im Norden zum höchsten Berg Deutschlands marschiert.
Auf den etwa 900 Kilometern ernährte er sich von dem, was am Wegesrand wuchs. Bei Familie Ungethüm gab’s normale Kost. „Wir haben mit Australien noch ein Traumziel“, verriet Papa Thomas. „Oder eine Afrika-Rundreise“, ergänzte Mama Silke. Die Kinder freuten sich indes auf den Regenwald-Vortrag.
Fritz: „Dort lebt mein Lieblingstier,
die Anakonda.“
Jannis und Mario Gruner, Vater und
Sohn aus Plauen.
Die Abenteurer-Familie aus Klingenthal (von links): Fritz, Thomas, Emma und
Silke Ungethüm. Sie hatten Karten für den Regenwald-Vortrag.
Jannis und Mario Gruner: „Wir haben uns im vergangenen Jahr schon
einen Reisetraum erfüllt. Da waren
wir mit unserem umgebauten Bus in
der Türkei. Eine Woche lang sind wir
an den Küsten entlang gefahren und
später mit der Fähre über den Bosporus. Landkarten hatten wir keine,
sondern uns nach GPS gerichtet.
Demnächst wollen wir Norwegen auf
die gleiche Art zu erkunden.“
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KULTUR
Freie Presse
NACHRICHTEN
THEATERTREFFEN
Montag, 30. März 2015
Die radikale Bauerntochter
Ein wahrer
Repräsentant
des freien
Denkens
Jelinek-Stück
zur Eröffnung
BERLIN — Elfriede Jelineks Stück „Die
Schutzbefohlenen“ wird am 1. Mai
das 52. Theatertreffen in Berlin eröffnen. Nicolas Stemann lässt in seiner
Inszenierung vom Thalia Theater
Hamburg Lampedusa-Flüchtlinge
mit Profi-Darstellern auftreten. Das
Festival will sich dieses Jahr ausführlich dem Thema Flüchtlinge, Asyl
und Einwanderungspolitik widmen: Am 2. Mai ist ein Thementag
geplant. Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin reagierte mit
dem Stück auf Ereignisse aus dem
Winter 2012/2013. Asylsuchende
besetzten damals die Wiener Votivkirche. Der Vorverkauf für das renommierte Theaterfestival (bis 17.
Mai) beginnt am 11. April. (dpa)
Vom Kürschner zum
Bestsellerautor:
Uwe Timm wird heute 75
VON ULF HEISE
» www.berlinerfestspiele.de
AUSSTELLUNG
Pechstein und
Schmidt-Rottluff
GREIFSWALD — Unter dem Titel „Zwei
Männer – ein Meer“ eröffnete das
Pommersche Landesmuseum in
Greifswald gestern eine große Sonderausstellung zur Künstlergruppe
„Brücke“. Im Mittelpunkt der Bilderschau stehen die beiden Maler Max
Pechstein (1881–1955) und Karl
Schmidt-Rottluff (1884–1976), wie
Museumskuratorin Birte Frenssen
mitteilte. Die „Brücke“, im Juni 1905
in Dresden gegründet, gilt als Wegbereiterin des deutschen Expressionismus. Pechstein und SchmidtRottluff hatten über 20 Jahre lang jeden Sommer an der Kurischen Nehrung und in Pommern verbracht.
Gezeigt wird die Schau bis 28. Juni,
Di.–So. 10–18 Uhr, Do bis 21 Uhr, Ostermontag und Pfingstmontag
10–18 Uhr. (epd)
» pommersches-landesmuseum.de
„ SPECTRE“
Millionen sehen
ersten Bond-Trailer
LONDON — Ein erster Trailer zum
neuen James-Bond-Film „Spectre“
hat Spekulationen über die Handlung des Agenten-Thrillers angeheizt. Die Macher des 24. Bond-Films
stellten die eine Minute und 37 Sekunden lange Sequenz in der Nacht
zum Samstag ins Netz, übers Wochenende wurde der 007-Trailer bereits millionenfach angeklickt. Der
Film soll am 5. November im Kino
starten, er wird zurzeit noch gedreht. (dpa)
DEN TRAILER können Sie
aufrufen, wenn Sie den QRCode mit Tablet oder Smartphone scannen.
» www.freiepresse.de/spectre
Jeanne (Maria Schubert) wird Charles (Stefan Migge) ermutigen, ihr die Führung der französischen Truppen zu überlassen. Der Thronanwärter, der sich allzu gern jeglicher Verantwortung verweigert, versucht, seinen ambitionierten
FOTOS (2): DIETER WUSCHANSKI/THEATER
jungen Gast mit einem Kartenspiel abzulenken.
Marcus (Marko Bullack) gerät in die
Fänge von Felix (Christoph Radakovits) – Szene aus „Zerstörte Seele“.
in den Wänden ermöglichen – eine
beinahe unangenehm wirkende voyeuristische Position. In einem sich
langsam steigernden Dialog fechten
die beiden Männer einen Kampf aus,
den keiner von beiden gewinnen
kann. Christoph Radakovits als sich
exzessiv in Rachegefühle steigernder Felix und Marko Bullack als zunächst in falscher Biografie getarnter Marcus ziehen den Betrachter in
ein beklemmendes, von Alexander
Flache psychologisch vielschichtig
inszeniertes Kammerspiel, das keine
Erlösung bietet. Der angehende Pädagoge Peterhanwahr, der mit diesem
eindringlichen Text den Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik
2015 gewann, hat einige Volten in
die Täter-Opfer-Konstellation eingebaut und lässt auch Marcus’ Dilemma erkennen – ohne es zu entschuldigen. Ein hartes Stück – für die Mi-
» www.theater-chemnitz.de
gewohnte Ordnung aus den Fugen
geraten. Diese Stille erzählt sehr viel.
Jeder braucht für seine Zwecke ein
anderes Bild, das die Jungfrau in der
Öffentlichkeit abgeben soll. Die folgende Gerichtsverhandlung mit eingefügten Rückblenden auf Jeannes
Leben und darauf, wie sie durch
himmlische Stimmen zu einem
durchsetzungsstarken Wesen wird,
hat allerdings ihre Längen: viel Text,
wenig Handlung.
Maria Schubert weiß in der
Hauptrolle restlos zu überzeugen.
Die flatternden Finger ihrer anfangs
unschuldig-zarten, fast zerbrechlichen Jeanne, weichen immer mehr
derben Schritten einer selbstbewussten jungen Frau, die andere
nicht nur in Bann zieht, sondern
auch zu manipulieren versteht. Da
wirkt sie nicht mehr nur trotzig,
sondern kompromisslos, ja radikal
im Verfolgen ihres Ziels.
Gedanken an religiösen Fanatismus klingen an, aber Koca folgt
nicht zuletzt Jean Anouilhs Intension, der seinen Stücken stets auch
unterhaltsame Züge verlieh. Anlässe zum Lachen bieten sich wiederholt, in der Figurenzeichnung ebenso wie etwa in der schon ins Sarkastische umkippenden Krönungsszene des französischen Dauphins, dem
die Geliebte die Krone einfach eher
lustlos auf den Kopf wirft. Stefan
Migge ist als nur schief auf dem
Thron sitzender, mutloser Charles
eine Wucht. An beiden Abenden
war sehr gute Schauspielkunst zu
erleben, und jedes Mal gab es langen
Beifall.
nachlässig gekleideten Hanswurst
mit Bravour und großer Klappe, um
derbe und bauernschlaue Kommentare ist die Haushälterin nie verlegen – zum großen Vergnügen der
Zuschauer.
Zwischen den einzelnen Szenen
wird amerikanischer Teenie-Pop gespielt, wie „Hot N Cold“ von Katy
Perry, hier zeigt sich, dass auch beim
Dresdner Publikum ein gesunder
Mitklatschreflex existiert. Der Rollentausch und die Umsetzung ist in
sich relativ schlüssig, wenn auch absurd. Es bleibt nicht bei Äußerlichkeiten, schließlich müssen erste
Dates absolviert, Zahnpasta für Japan beworben und ein Cheerleaderwettbewerb gewonnen werden – bis
zum Happyend.
Das Chemnitzer Schauspiel wartete am Wochenende mit gleich zwei neuen
Inszenierungen auf.
Leichte Kost bekommen
die Zuschauer da nicht
aufgetischt.
VON UTA TRINKS
CHEMNITZ — Gericht gehalten wurde
jetzt im Chemnitzer Schauspielhaus
– zwei Mal. Am Freitagabend erlebte
auf der kleinen Bühne im Ostflügel
„Zerstörte Seele“ seine Uraufführung – ein Stück, in dem das Missbrauchsopfer Felix seinem Peiniger
Marcus nach Jahren wiederbegegnet
und über ihn richtet. Und am Samstag wurde in der Premiere von
„Jeanne oder Die Lerche“ der Fall jenes mutigen Mädchens vor einem
Tribunal verhandelt, das als Jungfrau von Orléans zum Mythos wurde. Beides keine gefällige Wochenendunterhaltung.
Heikel das Thema, das Jan Peterhanwahr mit seinem Stück „Zerstöre Seele“ auf die Experimentalbühne
bringt. Und Petra Linsel, die für Bühne und Kostüme verantwortlich
zeichnet, verstärkt dieses Gefühl:
Für die beiden Darsteller hat sie einen hölzernen Würfel in die Mitte
des Raums gestellt. Die Zuschauer
bleiben draußen, suchen sich mit
Hockern einen Platz drumherum
und sehen nur, was Aussparungen
men wie für die Zuschauer gleichermaßen eine Herausforderung.
Eine Herausforderung für alle ist
auch Jeanne d’Arc, die Bauerntochter, der 1431 wegen Ketzerei der Prozess gemacht wird. William Shakespeare, George Bernard Shaw, Friedrich Schiller, Bertolt Brecht – sie und
andere haben sich dem Mythos um
die Jungfrau von Orleans zu nähern
versucht. Für Chemnitz nun hat
sich Bogdan Koca Jean Anouilhs
„Jeanne oder Die Lerche“ vorgenommen – ein Werk, das sich unverklärt
mit dem Stoff befasst. Der polnische
Regisseur findet zu Beginn ein starkes Bild: Jeanne im Kerker, am Boden liegend. Alle anderen Figuren
treten heran und blicken lange, sehr
lange auf dieses hilflos wirkende
Ding im weißen Hemd. Das ihnen
aber offenbar Unbehagen bereitet.
Angst, Skepsis, mit ihr könnte die
Die Stücke
„Zerstörte Seele“ führt zwei Männer, 22 und 47 Jahre alt, zusammen,
die sich schon einmal begegnet sind.
Das sich entwickelnde Gespräch deutet bald darauf hin, dass einer vor
Jahren den anderen sexuell missbrauchte. Die Situation scheint klar zu
sein, aber dann ändert sich der Blickwinkel auf den Fall. Die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschieben
sich ...
„Jeanne oder Die Lerche“ zeigt ein
Gerichtsverfahren wegen Ketzerei gegen Jeanne d’Arc. In dessen Verlauf
wird das Leben der französischen Na-
tionalheldin in Rückblenden nachgespielt – auch ihre durch göttliche
Stimmen manifestierte Berufung zur
Retterin ihres Vaterlandes vor den
englischen Besatzern im Hundertjährigen Krieg. Weil sie sich weigert, ihre
Taten zu bereuen, wird sie zu lebenslanger Haft verurteilt. Sie widerruft –
und widerruft abermals und landet
auf dem Scheiterhaufen. (ut)
Nächste Aufführungen „Zerstörte
Seele“ im Ostflügel 3. April, 20 Uhr.
„Jeanne oder Die Lerche“ 3. April,
19.30 Uhr. Kartentel.: 0371/4000430.
Rollentausch im Sitcom-Stil
In Dresden werden in der
rasanten Körperwechselkomödie „(K)ein guter
Tausch“ mit Bürger Lars
Dietrich zwar alte Brötchen aufgebacken, aber es
ist dennoch ein amüsanter
Genre-Beitrag zu sehen.
VON SARAH HOFMANN
DRESDEN — „Ich wünschte, du hättest
einmal meine Probleme.“ Ob bei
Shakespeare oder in amerikanischen Teenie-Komödien, der Rollentausch ist ein willkommenes dramaturgisches Mittel, um ebenso komische wie vermittelnde Plots zu spinnen.
Am Freitagabend wurde in der
bis auf den letzten Platz besetzten
Dresdner Comödie ein Stück uraufgeführt, das sich diesem Topos widmet: „(K)ein guter Tausch“. Geschrieben wurde es von dem aus
Chemnitz stammenden Intendanten des Hauses, Christian Kühn. Und
der stellte sich dabei nicht ungeschickt an. Anstatt das Rad neu zu
erfinden, greift er sich aus vorhandenen Stoffen das Beste heraus, mischt
es mit Slapstick und überdreht-sympathischen Figuren und bringt mit
dem Schauspieler sowie Komiker
Bürger Lars Dietrich noch etwas
Star-Appeal hinein. Die neue Komödie birgt zudem das Zeug für weitere
Inszenierungen in sich.
Die Handlung spielt sich über die
Dauer von zwei Tagen in einer
durchdesignten Wohnung ab. Darin
wird Bürger Lars Dietrich als Vater
Tom Lohan von seiner Arbeitskollegin, dem blonden Gift Sophia (unausstehlich und fatal verkörpert von
Julia Klavonn) fast vergewaltigt,
während Teenietochter Kim und ihre Freundin Jazz den Raum für ihr
Cheerleadertraining im sexy Dress
nutzen, kichern und kreischen. Die
beiden erteilen dabei eine Lektion in
Sachen Jugendsprech und fordern
mehr Lockerheit mit Sprüchen wie
„bleib cremig“ und „chill mal deine
Basis“.
Das Salz des Stücks und auch seine Erdung bringt die Schauspielerin
Walfriede Schmitt ein. Meist betrunken, arbeitsscheu und dreist, treibt
ihre Haushälterin Lu das Geschehen
immer wieder auf die Spitze. Ihre
Rolle weist deutliche Parallelen zur
Figur der Berta in der amerikanischen Kult-Sitcom „Two and a half
Man“ auf. Auch Schmitt spielt den
Das Stück
Teenie wird zum Spießer-Papa:
Tom Lohan steht kurz vorm Karrieresprung und ist genervt vom Stress auf
Arbeit und der Anarchie zuhause.
Tochter Kim steckt in den Wirren der
Pubertät. Vater und Tochter gehen
sich gehörig auf die Nerven. Durch einen Zauber tauschen sie ihre Rollen
und müssen sich für einen Tag nicht
nur mit einem neuen Körper arrangieren, sondern auch mit dem Chaos
im Leben des anderen. (saho)
Rollentausch per Voodoostein: Bürger Lars Dietrich als Vater Tom und Hannah Baus als Tochter Kim.
FOTO: ROBERT JENTZSCH/THEATER
Nächste Aufführungen morgen und
am Mittwoch, jeweils 19.30 Uhr. Kartentelefon: 0351/866410.
» www.comoedie-dresden.de
BERLIN — Nichts prägte Uwe Timms
Existenz einschneidender als die
68er-Studentenbewegung. Noch immer betrachtet er sie als den „großen
demokratischen Modernisierungsschub in der Bundesrepublik“. Zwei
wichtige Romane widmete er dieser
turbulenten Ära: „Heißer Sommer“
und „Kerbels Flucht“. Doch keines
dieser Bücher machte ihn populär.
Der Weg zum Ruhm bahnte sich erst
mit seinem Kinderbuch „Rennschwein Rudi Rüssel“ an, das verfilmt wurde. Kurz darauf landete er
mit der Novelle „Die Entdeckung
der Currywurst“ den entscheidenden Erfolg.
Zur Welt kam Uwe Timm heute
vor 75 Jahren in Hamburg. Nach
dem Besuch der Volksschule absolvierte er eine Kürschnerlehre und
trat 1958 in den familieneigenen
Pelzladen ein, der sich als hoch verschuldet erwies. Der Tod des Vaters
zwang ihn dazu, das Geschäft zu sanieren. Auf dem zweiten Bildungsweg erwarb er das Abitur und studierte in München sowie Paris Philosophie und Germanistik. Aus dieser
Zeit datiert seine Freundschaft mit
Benno Ohnesorg, dessen Erschießung ihn in seinem Engagement für
den Sozialistischen Deutschen Studentenbund bestärkte. 1973 schloss
sich Timm der DKP an. Bis 1981
harrte er in der Partei aus, dann löste
er die Mitgliedschaft auf. Besonders
arg störte ihn die Tatsache, dass seine Genossen „nie ein kritisches Verhältnis zur DDR entwickelten“.
Uwe Timm
Schriftsteller
FOTO: DAVID EBENER/DPA
Rund ein Jahrzehnt betreute Uwe
Timm die legendäre „Autorenedition“. 1978 schlitterte er dabei in eine
schwere Krise, denn der Bertelsmann Verlag, unter dessen Dach die
autonome Reihe erschien, weigerte
sich, den Roman „Die Herren des
Morgengrauens“ von Peter O. Chotjewitz zu publizieren, denn der Autor sympathisierte unumwunden
mit der terroristischen „Rote Armee
Fraktion“. Das führte dazu, dass Uwe
Timm mit dem Projekt zum Athenäum Verlag wechselte, der 1982 allerdings Bankrott anmeldete.
Seither gehört Uwe Timm zu den
Aushängeschildern des Verlages
Kiepenheuer & Witsch. Von extremen Positionen verabschiedete er
sich längst. Was der Repräsentant
des freien Denkens heute beklagt, ist
eine „neue Arroganz“ der Deutschen, deren Ursachen für ihn im
Wuchern von Privatschulen und
Privatuniversitäten stecken. Auch
eine wiederkehrende Verspießerung
beobachtet er misstrauisch.
Uwe Timm, der in München und
Berlin lebt, zeigt sich noch immer in
Topform. Davon zeugt eine Sammlung von Essays, die er sich selbst
zum Geburtstag schenkte. Darin sinniert er über sensible Themen wie
„Kunst und Handwerk“ oder „Mythos und Erzählen“. Die interessanteste Frage, die er aufwirft, heißt:
„Kann man Schreiben lernen?“ Die
Antwort lautet klar und eindeutig:
„Nicht erlernbar ist die sprachliche
Potenz, die jemand mitbringen
muss, nicht die Radikalität und die
Verstörung, die Anlass für das
Schreiben sind und nicht das, was
man Phantasie nennt.“ Jenseits davon gibt es für Uwe Timm indes
durchaus etwas, das man zu trainieren vermag, nämlich Disziplin.
BUCHTIPP Uwe Timm: „Montaignes Turm.
Essays“. Kiepenheuer & Witsch. 184 Seiten.
16,99 Euro. ISBN 978-3-462-04743-1.
SPORT AM MONTAG
Freie Presse
Montag, 30. März 2015
Erzgebirgsrallye
Ehepaar Petra
und Ruben Zeltner wiederholt
Vorjahreserfolg
Seite S6
Seite S1
FUSSBALL
EM-Qualifikation
Gruppe D: Georgien - Deutschland 0:2 (0:2)
Georgien: Loria - Lobjanidse, Kwerkwelia, Amisulaschwili (I4. Dwali), Kaschia, Nawalowski Kobachidse, Kankawa (V), Macharadse (V/
63. Kenia), Okriaschwili (46. Tschanturia/V) Mtschedlidse.
Deutschland: Neuer - Rudy, Boateng, Hummels, Hector - Schweinsteiger (V), Kroos Müller (86. Schürrle), Özil, Reus - Götze
(87. Podolski).
SR.: Turpin (Frankreich), Zuschauer: 54.549
(ausv.), Tore: 0:1 Reus (39.), 0:2 Müller (44.).
Schottland - Gibraltar 6:1 (4:1).
1. Polen
4 3 1 0 15: 2 10
2. Schottland
5 3 1 1 11: 5 10
3. Deutschland
5 3 1 1 9: 4 10
4. Irland
4 2 1 1 10: 3
7
5. Georgien
5 1 0 4 4: 9
3
6. Gibraltar
5 0 0 5 1:27 0
NACHRICHT
LAUFSPORT
Debütant stiehlt
Favoriten die Show
BERLIN — Ein Debütant hat den Favoriten beim 35. Berliner Halbmarathon die Show gestohlen: Der 21 Jahre alte Äthiopier Birhanu Legese
gewann das Rennen gestern in
59:45 Minuten vor dem zeitgleichen
Kenianer David Kogei. Bester Deutscher war Steffen Uliczka (SG TSV
Kronshagen/Kieler TB) auf Platz 15
nach 1:04:16 Stunden. Nicht gut lief
es dagegen für Arne Gabius (Marathon Hamburg). Aufgrund von
Bauchmuskelkrämpfen musste er
das Rennen nach 13 km unterbrechen. Später joggte Gabius, der den
deutschen Rekord brechen wollte,
nach 1:21:18 Stunden auf Platz 301
ins Ziel. Cynthia Kosgei aus Kenia
gewann bei den Frauen in 70:52 Minuten vor ihrer Landsfrau Elizabe
Cherono (70:56) und der Schwedin
Isabellah Andersson (71:31). Melina
Tränkle (LG Karlsruhe) war beste
deutsche Läuferin auf Platz acht in
75:34 Minuten. (dpa)
ZITAT DES TAGES
„Wir haben mit
dem Sieg eine
Duftmarke gesetzt.“
Rallye-Pilot Ruben Zeltner nach dem
achten Erfolg bei der Erzgebirgsrallye
PERSONALIEN
FOTO: AXEL HEIMKEN/DPA
David Jarolim hat sich von seinem
langjährigen Verein Hamburger SV
in einem Spiel aktiver und ehemaliger Fußball-Profis verabschiedet. Die
Begegnung verlor
das HSV-AllstarTeam gegen das aus
früheren tschechischen Profis bestehende Jarolim-Dream-Team mit 5:7.
Der Publikumsliebling trug zwischen
2003 und 2012 das Trikot des HSV
und bestritt dabei 342 Spiele. Der
29-fache tschechische Nationalspieler ist heute Sportdirektor des Erstligisten FK Mlada Boleslav in seiner
Heimat. Als seinen Traum bezeichnet der 35-Jährige, einmal Trainer
des Bundesligisten HSV zu sein.
FOTO. GETTY IMAGES
Max Verstappen hat auch bei seinem zweiten Grand Prix einen Rekord gebrochen. Der Niederländer
ist mit 17 Jahren und 180 Tagen der
jüngste Rennfahrer,
der in der Formel 1
Punkte holte. Der
Toro-Rosso-Pilot belegte beim Großen
Preis von Malaysia
den siebten Platz.
Er löste damit Daniil Kwjat in dieser
Bestenliste ab: Der
Russe hatte mit 19 Jahren und 324
Tagen ebenfalls in einem Toro Rosso
seine ersten WM-Zähler erreicht.
Beim Auftakt in Australien hatte
Verstappen schon die Bestmarke als
jüngster
Grand-Prix-Teilnehmer
aufgestellt. (dpa)
Außenverteidiger Jonas Hector, der sein Pflichtspieldebüt für Deutschland feierte, im Zweikampf mit dem Georgier Giorgi Chanturia.
FOTO: DAVID MDZINARISHVILI/REUTERS
DFB-Team springt so hoch wie es muss
Die deutsche FußballNationalmannschaft hat
den Pflichtsieg in Georgien eingefahren. Marco
Reus und Thomas Müller
waren wieder die Experten für wichtige Treffer.
VON JENS MENDE
UND KLAUS BERGMANN
TIFLIS — Mit weltmeisterlicher Souveränität hat die deutsche FußballNationalmannschaft die Pflichtaufgabe im Hexenkessel von Tiflis erledigt. Das überlegene DFB-Team
sprang so hoch wie es musste und
bezwang in seinem 900. Länderspiel
gestern Außenseiter Georgien mit
2:0 (2:0) und hat damit die Aufholjagd in der Qualifikation zur Fußball-EM eingeleitet. Der gefährliche
Marco Reus (39. Minute) und Tho-
mas Müller (44.) sorgten vor 54.549
Zuschauern in der ausverkauften
Boris Paichadze Dinamo Arena für
Erleichterung bei Joachim Löw.
„Wir mussten das Spiel unbedingt gewinnen, das war klar. Mit
der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Danach haben wir das Ergebnis
ein bisschen verwaltet und viele
Chancen liegen lassen“, sagte der
Bundestrainer. „Wir haben zu null
gespielt, das war gut. Es ist schwer
gegen einen Gegner, der tief steht.
Im Grunde ist es okay, dass wir
drei Punkte haben. Wir müssen uns
noch verbessern, gerade für die
nächsten Aufgaben. Aber wie haben
noch Zeit und ich bin guter Dinge“,
sagte Bastian Schweinsteiger nach
seinem ersten Länderspiel seit dem
WM-Finale.
Torwart Manuel Neuer erinnerte
an die Ausgangslage in der Gruppe
D: „Georgien ist nicht der Maßstab,
aber wir hatten etwas nachzuholen,
nach den Ergebnissen, die nicht so
gut waren.“ Schon bei der nächsten
Pflichtaufgabe am 13. Juni in Faro
gegen Gibraltar könnte die DFBAuswahl den von Löw ausgegebenen Tabellenplatz eins erobern und
als Spitzenreiter in den heißen Fußball-Herbst mit den Duellen um die
zwei fixen EM-Tickets gegen die
Konkurrenten Polen, Schottland
und Irland gehen.
Gegner mit Defensiv-Riegel
Gleich auf sieben Positionen veränderte Löw die Weltmeister-Auswahl
im Vergleich zum 2:2 im Holper-Test
gegen Australien. Und im bewährten Spielsystem – mit einer ViererAbwehrkette, in der Hoffenheims
Sebastian Rudy auf rechts und Kölns
Jonas Hector links bei seinem
Pflichtspieldebüt zum Einsatz kamen – wurden die Georgier von Beginn an unter Druck gesetzt.
Das Heim-Team von Trainer Kachaber Zchadadse hatte eine klare
Ausrichtung mit fünf Akteuren im
Defensivverbund. Diesen Riegel galt
es, mit schnellem Spiel und viel
Geduld zu knacken. Als Erster versuchte sich Reus (5.). Sein leicht abgefälschter Schuss ging an die Latte.
Müllers (13.) Flachschuss nach einem Eckball ging vorbei. Mario Götze (26.) verfehlte nach einer RudyHereingabe.
Reus (29.) hätte sich schon nach
dem schönsten Angriff über Hector
und Götze belohnen können, verzog
aber aus kurzer Distanz. Als sich der
WM-Siegtorschütze dann durch die
georgische Abwehr durchwuselte,
sprang der Ball zu Reus, der zur Führung einschoss – seinem neunten
Tor im DFB-Trikot und dem siebten
in einem Pflichtspiel. Das einseitige
Spiel fand seine logische Fortsetzung mit dem zweiten Tor durch
Müller, der nach Özil-Vorarbeit flach
einschoss und sich mit seinem fünften Qualifikationstor hinter den
Engländer Danny Welbeck auf Platz
zwei der europäischen Torschützenliste setzte. Zur Halbzeit war die
Mini-Hoffnung der Georgier auf eine Sensation gegen den Weltmeister
dahin – ein aufdringlicher Fan ließ
sich nicht stoppen und küsste Kapitän Jaba Kankawa auf dem Weg in
die Kabine die Füße.
Aufdringliche Fans
Nach der Halbzeit fehlte es dem
DFB-Team zunächst an Entschlossenheit und Konzentration, das
ermutigte die Georgier zu mehr Offensivdrang. Die souveräne Defensivzentrale mit Boateng und Hummels konnte der 126. der Weltrangliste aber nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen. Ein bisschen Hektik gab
es auch noch, als sich die Kapitäne
Schweinsteiger und Kangawa nach
einem Gerangel im Georgien-Strafraum Stirn an Stirn gegenüber standen. Schiedsrichter Clement Turpin
aus Frankreich zeigte beiden Streithähnen die Gelbe Karte. Georgiens
Fans waren weiterhin begeistert –
mehr als ein halbes Dutzend zum
Glück freundliche Flitzer wurde
gezählt, auch nach dem Abpfiff
noch. (dpa)
Unfall-Drama an der Nordschleife
Auf dem Nürburgring ist
ein Zuschauer getötet
worden. Der MotorsportBund verhängte darauf für
die GT3-Rennwagen ein
Startverbot.
NÜRBURG — Nach dem schockieren-
den Unfall-Tod eines Zuschauers bei
einem Langstreckenrennen auf dem
Nürburgring hat der Deutsche
Motorsport-Bund vorerst ein Startverbot für die GT3-Rennwagen auf
der legendären Nordschleife verhängt. „Wir können und wollen
nach einem Unfall dieser Art nicht
zur Tagesordnung übergehen“, sagte
DMSB-Generalsekretär Christian
Schacht in einer Pressemitteilung.
Die Sicherheit der Teilnehmer und
insbesondere der Zuschauer müsse
oberste Priorität haben.
Trotz des vom Weltverband FIA
vorgeschriebenen Fangzaunes war
am Samstag beim hochkarätigen
Rennen auf der Nordschleife ein
Auto in die Zuschauer geflogen und
hatte einen 49 Jahre alten Niederländer getötet. Zwei weitere Zuschauer
wurden bei dem Unfall verletzt.
Auch Nissan-Pilot Jann Mardenborough, der im Strecken-Abschnitt
„Flugplatz“ die Kontrolle über seinen Boliden verloren hatte, musste
im Krankenhaus behandelt werden.
Der Brite, der über alle notwendigen
Lizenzen und Zulassungen verfügt
habe, und die beiden verletzten
Zuschauer konnten das Hospital
wieder verlassen, teilte Mardenboroughs Rennstall mit.
Der Nissan-Rennstall sprach von
einer „Tragödie“. Es sei „unfassbar
traurig, dass heute ein Zuschauer
sein Leben bei unserer Leidenschaft
verloren hat“, schrieb Mercedes-Fahrer Jan Seyffarth, der bei dem Rennen von der Pole Position gestartet
war. „Mir fehlen immer noch die
Worte“, bekannte DTM-Champion
Marco Wittmann von BMW. Die
Polizei und die Staatsanwaltschaft
Koblenz begannen am Samstag mithilfe eines Gutachters mit den
Ermittlungen zum genauen Unfallhergang. Der Unfallwagen wurde
von der Polizei sichergestellt.
Das Drama auf dem Nürburgring
hatte sich knapp eine Stunde nach
dem Start ereignet. Bilder zeigen,
wie das Auto mit der Nummer 23
kurz vor einer Rechtskurve komplett abhebt, sich in der Luft prak-
tisch senkrecht aufstellt und dann
gegen einen Reifenstapel kracht.
Von dort flog der Wagen offenbar
über den FIA-Sicherheitszaun in die
Zuschauer. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und nicht wieder
gestartet. In der 38-jährigen Historie
der Serie hatte es zuvor nie Unfälle
gegeben, bei denen Zuschauer verletzt wurden.
Von der Sofort-Entscheidung des
DMSB dürften maßgeblich auch die
kommenden Rennen auf der Nordschleife betroffen sein. Die werksunterstützten Wagen von Aston Martin, Audi, Bentley, BMW, Mercedes
und Nissan fallen in die vorläufig gesperrte Kategorie. Ihr Start am
12. April beim Qualifikationslauf
für das 24-Stunden-Rennen auf dem
Nürburgring (16./17. Mai) ist nun
mehr als fraglich. (dpa)
So sah der Nissan des Briten Jann
Mardenborough nach dem Unfall
aus.
FOTO: ANDREAS WINKLER/DPA
S2 Freie Presse
FUSSBALL
EM-Qualifikation
Gruppe A: Kasachstan - Island 0:3 (0:2),
Tschechien - Lettland 1:1 (0:1), Niederlande Türkei 1:1 (0:1)
1. Tschechien
5 4 1 0 11: 6 13
2. Island
5 4 0 1 12: 2 12
3. Niederlande
5 2 1 2 11: 6
7
4. Türkei
5 1 2 2 6: 8
5
5. Lettland
5 0 3 2 2:11 3
6. Kasachstan
5 0 1 4 4:13 1
Gruppe B: Israel - Wales 0:3 (0:1), Andorra Bosnien-Herzeg. 0:3 (0:1), Belgien - Zypern
5:0 (2:0)
1. Wales
5 3 2 0 7: 2 11
2. Israel
4 3 0 1 9: 5
9
3. Belgien
4 2 2 0 12: 1
8
4. Zypern
5 2 0 3 9:10 6
5. Bosnien-Herzeg.
5 1 2 2 5: 6
5
6. Andorra
5 0 0 5 2:20 0
Gruppe C: Mazedonien - Weißrussland 1:2
(1:1), Slowakei - Luxemburg 3:0 (3:0), Spanien - Ukraine 1:0 (1:0)
1. Slowakei
5 5 0 0 11: 2 15
2. Spanien
5 4 0 1 14: 3 12
3. Ukraine
5 3 0 2 6: 2
9
4. Weißrussland
5 1 1 3 4:10 4
5. Mazedonien
5 1 0 4 5:12 3
6. Luxemburg
5 0 1 4 3:14 1
Gruppe E: England - Litauen 4:0 (2:0, Slowenien - San Marino 6:0 (1:0), Schweiz - Estland
3:0 (2:0)
1. England
5 5 0 0 15: 1 15
2. Schweiz
5 3 0 2 11: 3
9
3. Slowenien
5 3 0 2 10: 4
9
4. Litauen
5 2 0 3 3:10 6
5. Estland
5 1 1 3 1: 5
4
6. San Marino
5 0 1 4 0:17 1
Gruppe F: Nordirland - Finnland 2:1 (2:0),
Rumänien - Färöer 1:0 (1:0)
1. Rumänien
5 4 1 0 7: 1 13
2. Nordirland
5 4 0 1 8: 4 12
3. Ungarn
4 2 1 1 4: 3
7
4. Finnland
5 1 1 3 5: 7
4
5. Färöer
5 1 0 4 2: 7
3
6. Griechenland
4 0 1 3 1: 5
1
Gruppe G: Liechtenstein - Österreich 0:5
(0:2), Moldau - Schweden 0:2 (0:0), Montenegro - Russland abgebrochen
1. Österreich
5 4 1 0 10: 2 13
2. Schweden
5 2 3 0 7: 3
9
3. Russland
4 1 2 1 6: 3
5
4. Montenegro
4 1 2 1 3: 2
5
5. Liechtenstein
5 1 1 3 1:11 4
6. Moldau
5 0 1 4 2: 8
1
Gruppe H: Aserbaidschan - Malta 2:0 (1:0),
Kroatien - Norwegen 5:1 (1:0), Bulgarien Italien 2:2 (2:1)
1. Kroatien
5 4 1 0 15: 2 13
2. Italien
5 3 2 0 8: 4 11
3. Norwegen
5 3 0 2 7: 8
9
4. Bulgarien
5 1 2 2 6: 7
5
5. Aserbaidschan
5 1 0 4 4:11 3
6. Malta
5 0 1 4 1: 9
1
Gruppe I: Albanien - Armenien 2:1 (0:1)
1. Dänemark
4 2 1 1 6: 4
7
2. Albanien
4 2 1 1 4: 5
7
3. Portugal
3 2 0 1 2: 1
6
4. Serbien
3 1 1 1 5: 4
1
5. Armenien
4 0 1 3 3: 6
1
NACHRICHTEN
FUSSBALL
Uefa: Mehr Macht
und Geld für Vereine
BERLIN — Die europäischen Fußball-
Spitzenvereine erhalten zukünftig
mehr Macht und mehr Geld. Die
Vereinigung der Top-Clubs (ECA)
soll zwei Plätze in der Exekutive der
Europäischen Fußball-Union (Uefa)
erhalten, einer der beiden Sitze ist
für den ECA-Präsidenten Karl-Heinz
Rummenigge vorgesehen. Der Vorstandschef des FC Bayern München
wäre dann neben DFB-Präsident
Wolfgang Niersbach der zweite
deutsche Vertreter in dem dann auf
18 Mitglieder aufgestockten UefaGremium. Außerdem sollen die Vereine bei der EM 2020 insgesamt 200
Millionen Euro an Abstellgebühren
erhalten, was das Doppelte im Vergleich zur Euro 2012 und sogar
mehr als bei Weltmeisterschaften
wäre. Den Bericht der „Bild am
Sonntag“ wollte die ECA zwar gestern nicht im Detail bestätigen,
gleichwohl habe es aber eine Vereinbarung mit der Uefa gegeben, wie
die ECA mitteilte. (dpa)
FUSSBALL U19
In letzter Minute
Sieg gegen Irland
SANDHAUSEN — Die deutsche U19-
Nationalmannschaft hat in der EMQualifikation einen wichtigen Sieg
in der letzten Minute gegen Irland
gefeiert. Jonas Föhrenbach vom Fußball-Bundesligisten SC Freiburg rettete dem Titelverteidiger mit seinem
Tor in der zweiten Minute der Nachspielzeit den 3:2 (0:0)-Erfolg. Nadiem
Amiri (52.), Angreifer von Bundesligist 1899 Hoffenheim, und Lucas
Cueto (82.) vom 1. FC Köln erzielten
die weiteren Tore. Zuletzt hatte die
deutsche Auswahl gegen die slowakischen Junioren 1:1-Remis gespielt.
Morgen trifft die U19-Auswahl des
DFB auf Tschechien. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt für
die Europameisterschafts-Endrunde. (dpa)
SPORT
Montag, 30. März 2015
Holland in Not: Niederlande
bangt um EM-Teilnahme
Hiddink. „Aber so könnte das am Ende der Qualifikation noch ein sehr
wichtiger Punkt sein.“
Immerhin braucht sich der
68-Jährige offenbar noch keine Sorgen über eine sofortige Entlassung
zu machen. Der niederländische
Verband hatte ihm erst im Herbst
das Vertrauen ausgesprochen. Und
auch seine Spieler rücken nicht von
ihm ab. „Wir stehen hinter Guus
Hiddink“, sagte Georginio Wijnaldum nach dem Spiel gegen die Türkei. Und auch Kapitän Wesley Sneijder betonte: „Dieser Punkteverlust
liegt nicht am Bondscoach. Hiddink
muss mit den Mitteln arbeiten, die
er hat.“
Die EM-Qualifikation
bleibt für die „Elftal“ eine
einzige Enttäuschung.
Daran ändert auch ein
spätes Tor des Schalker
Stürmers Klaas-Jan
Huntelaar zum 1:1-Remis
gegen die Türkei nichts.
VON SEBASTIAN STIEKEL
AMSTERDAM — Klaas-Jan
Huntelaar
wusste auch lange nach dem Abpfiff
noch nicht, ob er sich nun freuen
oder ärgern sollte. Der Torjäger von
Schalke 04 hatte den Niederlanden
gerade durch sein Tor in der Nachspielzeit ein glückliches 1:1 (0:1) gegen die Türkei gerettet. Aber jedem
bei den Oranjes war klar, dass dieser
Treffer viel zu wenig war für die hohen Ansprüche eines Weltmeisterschafts-Dritten. Nicht genug, um
den Anschluss an die Spitze der vermeintlich so leichten EM-Qualifikationsgruppe A wieder herstellen zu
können. Und erst recht nicht genug,
um den umstrittenen Bondscoach
Guus Hiddink aus der medialen
Schusslinie zu ziehen.
„Oranje blamiert sich erneut“,
schrieb die Zeitung „De Volkskrant“
gestern. „Die Niederlande leben
noch, aber laufen schwankend Richtung Frankreich“. Fünf Punkte Rückstand hat der große Favorit dieser
Gruppe jetzt auf einen der beiden direkten Qualifikationsplätze für die
EM 2016. Hiddinks „Elftal“ konnte
am Samstagabend in Amsterdam
nicht einmal die Steilvorlage nutzen, die Tabellenführer Tschechien
ihr wenige Stunden zuvor beim 1:1
gegen Lettland geliefert hatte. „In
der Kabine haben wenige gelacht.
Ich auch nicht“, sagte Bas Dost. Der
Stürmer vom VfL Wolfsburg feierte
nach Einwechselung in der 63. Minute sein Länderspiel-Debüt.
Und Huntelaar? Der BundesligaProfi war einer der wenigen, die
noch Zuversicht versprühten an
diesem nächsten enttäuschenden
Abend. „Wir haben wirklich nicht
„Wir müssen nicht
glauben, dass wir
immer noch zur
Spitze von Europa
gehören.“
Guus Hiddink Nationaltrainer Niederlande
Die Niederländer Martins Indi (links) und Daley Blind mussten gegen die Türkei, hier Mehmet Topal, kämpfen, um sich zumindest einen Punkt gegen die
Türkei zu sichern.
FOTO: IMAGO
gut gespielt. Aber aus so einem Spiel
noch einen Punkt mitzunehmen, ist
ein Bonus“, meinte er. Damit lag der
Schalker in etwa auf einer Linie mit
seinem heftig kritisierten Coach.
„Wenn wir dieses Spiel verloren hätten, hätten wir auch alle Hoffnungen auf die EM verloren“, meinte
Vordergründig ist das ein Hinweis
auf die wichtigen Ausfälle bei den
Niederländern vor diesem Spiel. Arjen Robben von Bayern München
und Robin van Persie von Manchester United sind die beiden bekanntesten Spieler zurzeit verletzt. Hinzu
kommt aber noch, dass Hiddink
längst nicht mehr eine so große Auswahl an Weltklasse-Spielern zur
Verfügung hat wie viele seiner Vorgänger.
Wichtige Profis wie Huntelaar
und Sneijder sind mittlerweile jenseits der 30. „Wir müssen nicht glauben, dass wir immer noch zur Spitze
von Europa gehören“, sagte Hiddink.
„Man muss die Dinge realistisch sehen.“ Morgen treffen die Niederländer in einem Freundschaftsspiel auf
Spanien – eine andere Fußball-Großmacht, die sich zurzeit in einem Umbruch befindet. „Natürlich kriege
ich diese Mannschaft noch hin. Ich
weiß nur noch nicht genau, wie“,
meinte Hiddink. (dpa)
DFB-Gegner
Schottland
feiert 6:1-Sieg
Gibraltar gelingt erstes Tor
in der EM-Qualifikation
GLASGOW — Deutschlands Gruppengegner Schottland hat in der EMQualifikation einen mühelosen Sieg
gegen Gibraltar gefeiert. Im Hampden Park von Glasgow gewann die
Mannschaft von Trainer Gordon
Strachan gestern gegen den großen
Außenseiter mit 6:1 (4:1). Shaun
Maloney in der 18. und 34. Minute
jeweils vom Elfmeterpunkt, Dreifach-Torschütze Steven Fletcher
(29./78./90.) und Steven Naismith
(39.) trafen für die schottische Fußball-Nationalmannschaft.
Dem Außenseiter gelang dennoch Historisches: Lee Casciaro gelang in der 20. Minute mit dem Ausgleich zum 1:1 das erste PflichtspielTor überhaupt für Gibraltar. Der
Qualifikations-Neuling bleibt aber
Letzter der Gruppe D mit null Punkten und nun 1:27 Toren. Schottland
und Weltmeister Deutschland haben jeweils zehn Punkte auf dem
Konto. Gibraltar ist im Juni nächster
Gruppen-Gegner der Mannschaft
von Bundestrainer Joachim Löw.
Vor dem zweiten Spiel der deutschen Gruppengegner machten
Anhänger schon bei der Anreise
Schlagzeilen. Eine Gruppe polnischer Fußballfans randalierte auf
dem Flug zur Partie Irland gegen
Polen in Dublin so massiv, dass der
Kapitän der Maschine mit einer Notlandung drohte. Wie der polnische
Nachrichtensender „TVP Info“ gestern berichtete, musste diese Drohung des Piloten allerdings nicht
umgesetzt werden. Die Maschine
landete wie geplant in der irischen
Hauptstadt.
Stattdessen erschienen nach der
Landung irische Polizisten an Bord
der Maschine und führten die sechs
Randalierer aus Polen in Handschellen ab, sodass die Männer das Spiel
verpassten. Sie seien beim Start des
Flugzeugs in Warschau bereits angetrunken gewesen und hätten während des Fluges Bordpersonal und
andere Passagiere angepöbelt und
beschimpft. Das Ergebnis der Partie
zwischen den stärksten deutschen
Gruppengegnern Polen und Irland
stand gestern zu Redaktionsschluss
noch nicht fest. (dpa)
HSV sortiert Stars aus
Englands Hoffnungsträger mit Blitztor
Van der Vaart und Janssen müssen im Sommer gehen
Der 21-jährige Harry Kane trifft bei seinem Länderspieldebüt nach 79 Sekunden
HAMBURG — Beim abstiegsbedrohten
LONDON — 79 Sekunden – länger
brauchte Englands neuer Wunderstürmer Harry Kane nicht, um auch
in seinem ersten Länderspiel für die
Three Lions zu treffen. Der 21-Jährige erzielte am Freitagabend in der
EM-Qualifikation das Tor zum
4:0-Endstand gegen Litauen. Nach
29 Treffern in 43 Partien für den Premier-League-Club Tottenham Hotspur ging damit Kanes Aufstieg vom
Reservisten zum Hoffnungsträger
des englischen Fußballs auch im Na-
Hamburger SV hat das Ausmisten
für die kommende Saison begonnen. Der Club wird sich nach dem
Ende der bislang so enttäuschend
verlaufenen Spielzeit von mehreren
Spitzenverdienern trennen.
Prominenteste Namen sind Rafael van der Vaart und Marcell Jansen.
Aber auch Ivo Ilicevic und Gojko Kacar müssen sich nach einem neuen
Verein umsehen. Ihre zum Saisonende auslaufenden Verträge werden
nicht verlängert. „Es gibt immer mal
Zeitpunkte, da ist es besser, getrennte Wege zu gehen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer.
Die Kontrakte der Innenverteidiger Heiko Westermann und Slobodan Rajkovic enden ebenfalls. „Bei
Heiko und Slobodan ist das aktuell
noch offen, da haben wir die Entscheidung vertagt und es den Spielern genauso mitgeteilt“, sagte Beiersdorfer. (dpa)
Harry Kane
Englischer
Nationalspieler
FOTO: IMAGO
tionaldress weiter. „Kane wird sofort
zum Helden“, schrieb der „Telegraph“ am Samstag und hielt fest:
„Er ist ein Segen für England.“ Die
„Daily Mail“ machte den Senkrecht-
starter, den die Spurs in der vergangenen Saison gerne noch verkauft
hätten, zu „Prinz Harry“. Auch Nationalcoach Roy Hodgson geriet nach
Kanes Debüt ins Schwärmen: „Seine
Geschichte hat etwas von einem
Märchen“.
Dieses Märchen begann im November. Damals erzielte das SpursEigengewächs sein erstes Liga-Tor.
Mittlerweile sind es 19 – damit hat
er genauso oft getroffen wie Chelseas Superstar Diego Costa. (dpa)
Montenegro droht nach Skandalspiel harte Strafe
Nach den Ausschreitungen
im Spiel gegen Russland
sieht Montenegro den
Fußball im eigenen Land
vorerst schon am Ende.
Daran ändert auch ein
erstes Geständnis nichts.
PODGORICA — Nach dem Skandal von
Podgorica muss der Fußball in Montenegro trotz eines ersten Geständnisses mit drakonischen Strafen
rechnen. Nach der Unterbrechung
der Partie infolge des Wurfs eines
Feuerwerkskörpers auf den russischen Torwart Igor Akinfejew nach
wenigen Sekunden und dem späteren Abbruch durch den deutschen
Referee Deniz Aytekin hat Gegner
Russland bereits Protest eingelegt.
Die Zeitung „Vijesti“ prophezeite das
Ende des Fußballs in Montenegro
„als zivilisierter Sport; wenigstens
auf absehbare Zeit“.
„Es ist eine Schande“, sagte Nationaltrainer Trainer Branko Brnovic.
Auch er war sichtlich erschüttert,
nachdem die Partie in der 67. Minute beim Stand von 0:0 für beendet erklärt werden musste. Nach einem
verschossenen Elfmeter durch Russlands Roman Schirokow flogen erneut Gegenstände aufs Spielfeld des
Gradski Stadions am Freitagabend.
„Die Uefa wird zunächst die Berichte des Spieldelegierten und des
Schiedsrichters abwarten, ehe ein
Disziplinarverfahren eröffnet wird“,
hieß es in der offiziellen Mitteilung
der Europäischen Fußball-Union.
Russlands Nationalcoach Fabio
Capello kritisierte, dass nicht schon
nach der Verletzung von Keeper
Akinfejew die Partie abgebrochen
wurde. Er war nach nur 20 Sekunden von dem Feuerwerkskörper am
Kopf getroffen worden. Akinfejew
musste ins Krankenhaus, er erlitt eine Nackenblessur und kleinere
Brandverletzungen. Der mutmaßliche Werfer gab seine Tat lokalen Medienberichten zu, nachdem er zuvor
eindeutig auf Videoaufzeichnungen
identifiziert worden sein soll.
Der 25-Jährige entschuldigte sich
„bei dem verletzten Mann, seinem
Fußballverband sowie auch unserer
Elf und beim ganzen Staat. Erst jetzt
habe ich die Folgen des Feuerwerkwurfs begriffen.“
Der Generalsekretär des Fußballverbandes von Montenegro, Momir
Von den gefährlichen Feuerwerkskörpern traf einer den russischen Torwart
Igor Akinfejew.
FOTO: STANISLAV KRASILNIKOV/IMAGO
Djurdjevac, gab dem Staat die
Schuld. Dieser habe bei den Hooligans versagt. Schon acht Jahre gebe
es ein Gesetz gegen Gewalt bei
Sportveranstaltungen. Doch seitdem sei noch niemand für die regelmäßigen Ausschreitungen bestraft
worden. (dpa)
SPORT
Montag, 30. März 2015
S3
Entscheidung fällt in Schlussviertelstunde
FUSSBALL
Regionalliga Nordost
22. Spieltag:
FSV Zwickau - TSG Neustrelitz 1:0 (0:0)
Berliner AK 07 - VfB Auerbach 3:1 (2:0)
Union Berlin II - Viktoria 89 Berlin 2:3 (1:2)
Schiedsrichter: Schmickartz (Berlin), Zuschauer: 266, Tore: 0:1 Özcin (7.), 0:2 Austermann
(23.), 1:2 Henning (39.), 2:2 Henning (56.),
2:3 Özcin (70.).
Germania Halberstadt - Hertha BSC II 1:1
(0:0)
Schiedsrichterin: Blumenthal (Pritzwalk), Zuschauer: 433, Tore: 1:0 Teixeira Rebelo (70.),
1:1 Syhre (84.)
SV Babelsberg 03 - BFC Dynamo Berlin 0:0
Schiedsrichter: Herde (Dresden, Zuschauer:
3811, Gelb-Rote Karten: Prochnow (Babelsberg/71./ Handspiel).
Wacker Nordhausen - 1. FC Magdeburg 0:5
(0:3)
Schiedsrichter: Burda (Berlin), Zuschauer:
4203, Tore: 0:1 Puttkammer (6.), 0:2 Hammann (8.), 0:3 Hebisch (33.), 0:4 Fuchs (56.),
0:5 Beck (68.).
1. FSV Zwickau
2. FC Magdeburg
3. Nordhausen
4. Berliner AK
5. CZ Jena
6. Hertha BSC II
7. BFC Dynamo (N)
8. Neustrelitz
9. SV Babelsberg
10. Halberstadt
11. Union Berlin II
12. Bud. Bautzen (N)
13. VfB Auerbach
14. VFC Plauen
15. Vikt. Berlin
16. Meuselwitz
Freie Presse
22
22
22
22
21
22
21
22
22
22
22
21
21
21
22
21
37:9
51:20
39:28
34:26
37:26
39:30
25:23
28:26
24:22
27:35
36:43
18:26
19:44
11:34
20:38
22:37
47
45
40
39
34
32
32
29
26
26
24
24
22
19
18
17
NACHRICHTEN
FRAUENFUSSBALL
VfL Wolfsburg peilt
Titelverteidigung an
MALMÖ — Die Fußball-Frauen des VfL
Wolfsburg bleiben in der Champions League weiter auf Kurs Titelverteidigung. Nach dem 1:1 im Viertelfinalhinspiel gegen den schwedischen Meister FC Rosengård reichte
dem VfL im Rückspiel in Malmö ein
3:3 (1:2) zum Einzug ins Halbfinale.
Zweifache Torschützin für den VfL
war Alexandra Popp. Die Nationalspielerin erzielte das 1:0 (4.) für die
Niedersachsen und sorgte mit ihrem
Treffer zum 3:2 (81.) für die Vorentscheidung. Das dritte Wolfsburger
Tor markierte Babett Peter (55.) Zuvor hatten Rosengårds Marta (24.)
und die Chemnitzerin Anja Mittag
(42.) die Partie gedreht. Der 3:3-Ausgleich durch Sara Bjork Gunnarsdóttir (90.+3) hatte keine Auswirkung
mehr. Die Frauen des 1. FFC Frankfurt stehen nach einem 7:0-(2:0)Rückspielsieg gegen Bristol Academy WFC aus England ebenfalls im
Halbfinale. (dpa)
2. FUSSBALL-BUNDESLIGA
VfR Aalen hofft auf
Rückgabe der Punkte
AALEN — Der VfR Aalen hofft im
Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga auf einen Erfolg am Grünen
Tisch. Er sei optimistisch, dass die
Deutsche Fußball Liga den Abzug
von zwei Punkten wegen Verstößen
gegen eine Lizenzierungsauflage
rückgängig machen werde, sagte
VfR-Geschäftsführer Carl Ferdinand
Meidert gestern. „Die Entscheidung
war inhaltlich fehlerhaft“, sagte
Meidert, ohne dies präzisieren zu
wollen. Gegen das Urteil, dem finanziell angeschlagenen Tabellen-16.
zwei Punkte abzuziehen, hatte der
Club Einspruch erhoben. Der VfR
rechnet mit einer zeitnahen Entscheidung des Ligaverbands. (dpa)
THÜRINGEN-POKAL
Jena und Meuselwitz
bestreiten Finale
RUDOLSTADT — Der FC Carl Zeiss Jena
steht im Finale des Fußball-Landespokals Thüringen. Das Team von
Trainer Volkan Uluc setzte sich gestern im Halbfinale mit Mühe beim
Oberligisten Einheit Rudolstadt mit
2:1 (1:1) durch. Im Endspiel wartet
nun der ZFC Meuselwitz, der gegen
den Landesligisten FSV 06 Ohratal
mit 2:0 (0:0) weitergekommen war.
In Rudolstadt musste Jena lange
bangen. Nach der Führung durch Becken (17.) gelang dem Gastgeber der
Ausgleich (38.). Erst ein Treffer von
Eismann (77) machte den Favoritensieg klar. Meuselwitz hatte ein Doppelpack von Torunarigha (61./67.)
zum Finaleinzug gereicht. (dpa)
Der Chemnitzer FC ist
durch ein 2:0 (0:0) beim
FSV Budissa Bautzen in
das Sachenpokal-Finale
eingezogen.
VON KNUT BERGER
BAUTZEN — Dem Chemnitzer FC sind
gestern im Bautzener Dauerregen
die Felle nicht davon geschwommen. Vielmehr hat der Drittligist im
Halbfinale des Fußball-Sachsenpokals die Auswärtshürde beim FSV
Budissa Bautzen übersprungen und
den Regionalligisten 2:0 (0:0) bezwungen. Der Finalgegner wird am
Ostermontag zwischen dem FC
Oberlausitz Neugersdorf und dem
FSV Zwickau ermittelt. Vor 1401 Zuschauern dauerte es allerdings bis
zur Schlussviertelstunde, bis sich
der Drittligist durchsetzen konnte.
Die Tore für den CFC erzielten Tom
Scheffel und Anton Fink.
„Wir wussten,
dass uns hier eine
ordentliche Gegenwehr erwartet.“
Tom Scheffel CFC-Spieler
Der Chemnitzer Tom Scheffel (2.v.r.) trifft zum 0:1. Bautzens Torhüter Jakub Jakubov kann das Tor nicht verhindern.
Dass die Himmelblauen dabei kein
Meisterstück ablieferten, wusste
nach dem Abpfiff auch Trainer Karsten Heine „Wir haben vor allem in
der 1. Halbzeit zu langatmig sowie
ohne Bewegung und Druck agiert.
In der zweiten Halbzeit lief es besser.
Es ging aber auch nicht ums Schönspielen, sondern ums Weiterkommen. Und das ist uns am Ende verdient gelungen“, sagte der CFCCoach. Wie zu erwarten, gestaltete
sich die Partie nicht zu einem Höhepunkt der sächsischen Fußballgeschichte. Vielmehr war das Geschehen vom Anpfiff weg in ein enges
taktisches Korsett gepresst. Der Regionalligist mischte Beton an und
agierte zu Beginn mit einer FünferAbwehrkette, die die eigene Strafraumgrenze abschirmte. Chemnitz
versuchte zwar, bei etwas mehr
Spielanteilen diesen Verband zu
knacken, doch die Versuche verdienten weder das Prädikat „Geeignet“ noch „Einfallsreich“. So dauerte
es bis zur 32. Minute, bis sich Ralf
Minge auf der Tribüne des schmucken Stadions Müllerwiese den ersten Schuss der Chemnitzer, der von
Philip Türpitz getreten jedoch deutlich über die Latte ging, notierte.
Ansonsten konnte der Sportdirektor
von Dynamo Dresden, dem nächsten Heimspielgegner der Himmelblauen in der dritten Liga, seinen
Stift in der Tasche lassen. Zwar wurde Anton Finks Versuch im letzten
Moment noch abgeblockt, doch insgesamt war es viel zu wenig, was die
Heine-Elf bis zur Pause bot. Die Gäste behielten ihre defensive Grundordnung bei, vermochten es bis zum
Seitenwechsel jedoch nicht, vor
dem Gehäuse von CFC-Torhüter
Philipp Pentke für Unruhe zu sorgen.
Im zweiten Durchgang änderte
sich bis auf das Wetter, der Regen
nahm an Intensität zu, kaum etwas.
In der 54. Minute verfehlte Frank
Löning per Kopf knapp das Bautzener Gehäuse, ein Freistoß von Anton
Fink stellte für den gegnerischen
Torhüter kein Problem dar. Auch
wenn Chemnitz nun engagierter
zur Sache ging, wurde die Anzahl
der gelungenen Aktionen des Drittligisten kaum größer. Dafür kamen
immer wieder Einträge auf der Liste
der Fehlpässe hinzu. Schließlich war
es Abwehrspieler Tom Scheffel, der
eine Viertestunde vor dem Abpfiff
aus dem Gewühl heraus das 1:0 besorgte. „Es war in der Situation ein
richtiges Getümmel vor dem Budissa-Kasten. Mein Ball sprang dann
FOTO: PICTURE POINT / S. SONNTAG.
vom Oberschenkel eines Gegenspielers ins Tor“, sagte der Torschütze.
Dass es in Bautzen für ihn und seine
Teamkollegen kein Spaziergang
wurde, sei dem Abwehrspieler
schon vor dem Anpfiff klar gewesen.
„Wir wussten, dass uns hier eine
ordentliche Gegenwehr erwartet“,
versicherte Scheffel. Fink sorgte mit
dem 2:0 für die Entscheidung.
STATISTIK: CFC: Pentke - Scheffel (V), Endres (V), Conrad, Lorenzoni - Stenzel, Danneberg - Türpitz (82. Kehl-Gomez), Fink, Ofosu Löning (75. Ziereis)
SR.: Albert (Muldenhammer), Tore: 0:1 Scheffel (75.), 0:2 Fink (85), Zuschauer: 1401.
Auerbach auswärts weiter ohne Sieg
Magdeburg bleibt dran
Fußball-Regionalliga: VfB verliert 1:3 beim Berliner AK – Ehrentor durch Aiyegbusi
Fußball-Regionalliga: 5:0-Sieg bei Wacker Nordhausen
BERLIN — Der VfB Auerbach bleibt in
NORDHAUSEN — Der 1. FC Magdeburg bleibt dem FSV Zwickau in der
Regionalliga Nordost auf den Fersen.
Im Spitzenspiel siegten die Elbestäder mit 5:0 (3:0) bei Wacker Nordhausen. Die ambitionierten Thüringer müssen damit ihre Hoffnungen
auf den Aufstieg begraben.
Die Begegnung im Albert-KuntzSportpark war im Prinzip bereits
nach acht Minuten entschieden.
der Fußball-Regionalliga weiterhin
ein gern gesehener Gast. Nach der
gestrigen 1:3-Niederlage beim Berliner AK warten die Vogtländer weiter als einziges Team auf einen Auswärtssieg. VfB-Trainer Michael Hiemisch ärgerte sich vor allem über
das Auftreten in der ersten Halbzeit.
„Die Körpersprache hat überhaupt
nicht gepasst“, monierte er.
Nachdem Corbin-Ong (38.) nach
einem Freistoß und Benyamina (45.)
mit einem verwandelten Elfmeter
die Gastgeber in Führung gebracht
hatten, keimte beim VfB nach der
Pause Hoffnung auf. Nachdem der
BAK fast ein Eigentor fabrizierte
und Wild nur die Latte getroffen
hatte, erzielte Aiyegbusi nach Vorarbeit von Schuch den Anschlusstreffer (73.). Als Benyamina kurz darauf
jedoch einen Abspielfehler mit dem
3:1 für Berlin (77.) bestrafte, war das
Spiel gelaufen. (masc/tyg)
STATISTIK Auerbach: Ebersbach - Hampf/V,
Rau/V, Grossert/V, Lambach - Jedinak (54.
Kötzsch), Müller - Aiyegbusi, Paradies, Wild Schuch (82. Melkonyan). Tore: 1:0 Corbin-Ong
(38.), 2:0 Benyamina (45./Elfmeter) 2:1 Aiyegbusi (73.), 3:1 Benyamina (77.). Schiedsrichter: Unger (Nordhausen). Zuschauer: 404.
Nach einer Ecke köpfte FCM-Innenverteidiger Steffen Puttkammer den
Ball zur 1:0-Führung wuchtig in die
Maschen (6.). Zwei Minuten später
traf Nico Hammann mit einem
schönen Weitschuss von der linken
Seite. Anschließend war Nordhausen von der Rolle. Nicolas Hebisch
(33.), Lars Fuchs (56.) und Christian
Beck (68.) schraubten das Ergebnis
weiter in die Höhe. (fp)
Siebenter Streich von Oliver Genausch
Der Stürmer schoss Regionalliga-Tabellenführer
FSV Zwickau zu einem
knappen 1:0-Sieg gegen
die TSG Neustrelitz.
ZWICKAU — Der FSV Zwickau hat sei-
ne Ambitionen auf den Gewinn des
Titels in der Fußball-Regionalliga
Nordost mit einem knappen 1:0-Sieg
gegen die TSG Neustrelitz untermauert. Dabei tat sich der Meisterschaftsanwärter Nummer 1 gegen
den amtierenden Regionalligameister schwer. „Wir haben Mist gespielt
und mit Glück gewonnen“, sagte
Oliver Genausch kurz nach dem Abpfiff treffend.
Der Stürmer sorgte mit einer gelungenen Einzelaktion für das goldene Tor des Tages, als er nach einem Einwurf am schnellsten schaltete, von links nach innen zog und
dann aus 20 Meter zum 1:0 einschoss (75.). Für den Ex-Dresdener
war es der siebente Treffer, damit ist
er der derzeit beste Zwickauer Tor-
schütze. Eine etwas unübersichtliche Situation nutzten die Gastgeber
kaltblütig aus. „Es gab klar einen
Pfiff des Schiedsrichters und der Ball
war noch nicht im Aus. Wir dachten
es gibt Freistoß für uns. Zwickau hat
die Gunst der Stunde genutzt“,
meinte TSG-Trainer Andreas Petersen, der trotzdem nicht unzufrieden
war. „Wir haben mehr als eine Duftmarke hinterlassen und den Tabellenführer voll gefordert.“ FSV-Innenverteidiger Robert Paul (30), der
sein 101. Punktspiel für die Westsachsen absolvierte, sagte: „Wenn
wir nicht so ein Tor gemacht hätten,
wäre uns keines gelungen. Positiv
war, dass wir defensiv wieder hundert Prozent konzentriert spielten
und so gut wie nichts zuließen. Solche Spiele müssen wir auch erst einmal gewinnen. Offensiv war es nicht
zwingend genug, was wir geboten
haben.“
Die Gäste spielten im Sportforum „Sojus 31“ unbekümmert und
befreit auf und bestätigten den Aufwärtstrend der vergangenen Monate. Im elften Spiel mit dem ehemaligen Magdeburger Coach Petersen an
das Neustrelitz defensiv sehr stark
ist und sehr ordentlich Fußball spielen kann. Nach den Höhepunkten
der letzten Wochen haben wir uns
extrem schwer getan gegen einen
starken Gegner“, resümierte FSVTrainer Torsten Ziegner. (rr)
STATISTIK: FSV Zwickau: Unger - P. Göbel
(V), Mai, Paul, Christoph Göbel - Wachsmuth
(63. Grandner) - Luge (63. Röhr), Schlicht
(V/77. Stiefel), Frick, Zimmermann - Genausch
(V).
Schiedsrichter: Prager (Gera), Zuschauer:
2089, Tor: Genausch (75.).
„Vortänzer“ Oliver Genausch feiert den Sieg inmitten seiner Temakameraden.
FOTO: RALPH KOEHLER/PROPICTURE
der Linie, bezogen sie in Zwickau
erst ihre zweite Niederlage seit Anfang November. Beim FSV kam erst
nach der Einwechslung von Philipp
Röhr nach über einer Stunde wesentlich Schwung ins Spiel. „Wir
sind überglücklich. Wir wussten,
S4 Freie Presse
SPORT
FORMEL 1
Grand Prix von Malaysia
2. WM-Lauf in Sepang: 1. Vettel (Heppenheim/Ferrari) 1:41:05,793 h, 2. Hamilton
(ENG) 8,569 s zur., 3. Rosberg (Wiesbaden/
beide Mercedes) 12,310, 4. Räikkönen (Ferrari) 53,822, 5. Bottas (beide FIN) 1:10,409
min zur., 6. Massa (BRA/beide Williams)
1:13,586, 7. Verstappen (NED) 1:39,065, 8.
Sainz jr. (ESP/beide Toro Rosso), 9. Kwjat
(RUS), 10. Ricciardo (AUS/beide Red Bull) 14.
Hülkenberg (Emmerich/Force India) alle 1 Rd.
zur.; Stand: 1. Hamilton 43 Punkte, 2. Vettel
40, 3. Rosberg 33, 9. Hülkenberg 6; Team: 1.
Mercedes 76, 2. Ferrari 52, 3. Williams 30.
RALLYE
Montag, 30. März 2015
Franzose Alexis Masbou mit Paukenschlag
Für das Saxoprint RTGTeam von Dirk Heidolf gab
es beim ersten Rennen
der neuen WM-Saison in
Doha einen Auftakt nach
Maß: Ein Neuling triumphierte in der Moto3.
VON WOLFGANG WIRTH
ADMV Rallye Erzgebirge
Endstand: 1. R. Zeltner/P. Zeltner (Lichtenstein) Porsche 997 1:17:08,6 h, 2. Wallenwein/Kopczyk (Stuttgart/Heilbronn) Skoda Fabia 4,9 s zur., 3. Mohe/Hirsch (Crottendorf/
Tannenberg) Renault Clio 3:09,7 min zur., 4. J.
Szeja/M. Szeja (POL) Subaru Impreza 3:13,2,
5. Ramonat/Center (Trusetal/Radebeul) Mitsubishi Lancer 3:36, 6. Geist/Glatzel (Wohlmuthausen/Affalterbach) BMW M3 5:11,2.
FUSSBALL
Oberliga
Chemnitzer FC II - FC Neugersdorf 0:3 (0:2)
CFC II: Tittel - Ney, Wolny, Mattern (V), Einsiedel - Berger (53. Hadamus), Cecen - Pekdemir,
Hunger - Glasner (V), Kießling.
Schiedsrichter: Raue (Jena); Tore: 0:1 Nezmar (34.9, 0:2 Heineccius (44.), 0:3 Berg
(85.); Zuschauer: 65. (dw)
FC Eisenach - FCE Aue II 0:1 (0:0)
FCE II: Seidel - Klemm, E. John, Lehnard,
Troschke - Hauck, Kunert (90. L. John), Koch
(54. Merkel), A. Dartsch - Baars, Bär (79. Kameraj). SR.: Müke (Calbe); Tor: 0:1 E. John
(63.); Zu.: 173.
Landesliga
BSC Freiberg - PSV Dresden 5:1 (4:0)
BSC: Weiß - Mehner, Löbel, Otto, Richter Müller, Krause, Erler (59. Berndt), Schäfer
(66. Fischer) - Thomas, Sensfuß (82. Krondorf). SR.: Eckart (Döbeln); Tore: 1:0 Löbel
(15.) , 2:0 Schäfer (30.); 3:0 Thomas (35.);
4:0 Müller (42.); 5:0 Krause (66.); 5:1 Gommlich (75.); Zu.: 137.
VfB Empor Glauchau - NFV Görlitz 6:1 (3:0)
Glauchau: Schmidt - Wagner, Fischer, Tiepelt,
Groß - Weise, Jordan - Spranger, Hölzel (74.
Rothe), Jäger I (83. Jäger II) - Pfoh (V).
SR.: Mörschke (Delitzsch); Tore: 1:0 Groß
(5.), 2:0 Spranger (24.), 3:0 Groß (34.), 4:0
Pfoh (57.); 4:1 Marx (61.); 5:1, 6:1 Pfoh (73.;
85.); Zu.: 114 (luhi)
FSV Zwickau II - FCI Leipzig 1:2 (1:0)
FSV II: Kallisch - T. Baumann, Trehkopf (V),
Franke, Albustin - Wölfel (V) - Bylicki (V), Keller, Morosow (V), Langner (80. Adamczewski/V). SR.: Biastoch (Großröhrsdorf); Tore:
1:0 Bylicki (29.); 1:1 Garcia (78.), 1:2 Druschky (83.); Zu.: 46 (rr)
Landesklasse
Staffel West
FC Lößnitz – Tanne Thalheim 3:2 (0:1)
SR: Breidel (Zöblitz). Tore: 0:1 Krulis (19.),
1:1 Werneke (46.), 2:1, 3:1 Gräßler (54./73.),
3:2 Rechner (80.). Zu.: 150. Rot: Wetzel
(Thalheim/70.).
VFC Plauen II – Fortuna Plauen 1:1 (0:0)
SR: Erler (Bergen). Tore: 0:1 Richter (57.),
1:1 Freimann (86.). Zu.: 135.
BSV Gelenau – Schneeberg 0:2 (0:2)
SR: Schubert (Chemnitz). Tore: 0:1 Trültzsch
(2.), 0:2 Schumann (25.). Zu.: 75.
VfB Chemnitz – Motor Marienberg 0:0
SR: Martin (Brand-E.). Zu.: 65.
Rapid Chemnitz – FC Stollberg 1:0 (0:0)
SR: Görke (Naunhof). Tor: Grube (55.). Zu.:
110.
Reichenbach – TSV Crossen 3:0 (1:0)
SR: Conrad (Narsdorf). Tore: 1:0 Einsiedel
(43.), 2:0 Demmler (63./Strafstoß), 3:0 Petzoldt (90.). Zu.: 180. Gelb-Rot: Sachs (Crossen/72.).
Lok Zwickau – Rabenstein 0:1 (0:0)
SR: Beckert (Annaberg-B.). Tor: Kisser 68.).
Zu.: 40.
Ifa Chemnitz – Germ. Chemnitz 0:2 (0:2)
SR: Baldauf (Falkenau). Tore: 0:1 Hennig
(11.), 0:2 Schwanitz (41.). Zu.: 85.
Staffel Mitte
Gröditz – Germania Mittweida 1:1 (0:0)
SR: Nitzsche (Dippoldiswalde). Tore: 1:0
Großmann /76.), 1:1 Ryssel (78.). Zu.: 110.
Gelb-Rot: Nehrig (Gröditz/86.).
SV Lichtenberg – Pirna-Copitz 1:2 (0:1)
SR: Weiß (Dresden). Tore: 0:1 Berthold (20.),
1:1 Kokott (74.), 1:2 Kleber (79.). Zu.: 150.
(jz)
A N ZE I G E
DOHA/HOHENSTEIN-ERNSTTHAL —
Chef Dirk Heidolf jubelte mit Tränen in den Augen überschwänglich,
war außer sich vor Freude: Der Franzose Alexis Masbou, der in Doha
beim Großen Preis von Katar das erste WM-Rennen für das erste Saxoprint RTG-Team in der Moto3-Klasse
absolvierte, sorgte mit seinem Sieg
für eine Riesenüberraschung.
„Das war einfach
mega-genial.“
Dirk Heidolf Teamchef
„Eine Glanztat, eine Superleistung,
ich bin einfach hin und weg, sprachlos. Das war einfach mega-genial“,
konnte der Hohenstein-Ernstthaler
seine Empfindungen unmittelbar
nach der Entscheidung kaum in
Worte fassen. Für sein am Sachsenring ansässiges Team war es bereits
3598466-10-1
probiere es mal – und da hat es geklappt. Übrigens, im Vorjahr fuhr
ich hier schon die schnellste Runde
– ein gutes Training.“ Der 27-Jährige
Honda-Pilot aus Albu gewann in Katar mit 0,027 s Vorsprung vor dem
Italiener Enea Bastianini. Es war der
zweite Grand-Prix-Sieg für den 1,65
Meter großen und 57 Kilogramm
leichten Franzosen. Im Vorjahr
konnte er das Rennen im tschechischen Brünn für sich entscheiden.
Den Auftakt nach Maß komplettierte mit Rang fünf der Brite John
McPhee, der die zweite Saison für
die Sachsen unterwegs ist. „Ich habe
mich lange Zeit zurückgehalten. Es
lief erst nicht so, wie ich es wollte.
Ich habe aber den Anschluss nicht
verloren und konnte am Ende noch
acht Plätze nach vorn fahren. Das
gibt Selbstvertrauen und Optimismus für die nächsten Rennen“, sagte
der 20-Jährige. „Das Ergebnis von
unseren beiden Piloten bestätigt
auch die Philosophie von Saxoprint
RTG, in diesem Jahr mit Honda weiterzumachen. Wir erhalten von dort
alle Unterstützung für unsere Maschinen, denn wir fahren noch mit
dem Vorjahresmodell. Das hat im
ersten Rennen gut geklappt und wir
konnten noch 350.000 Euro sparen“,
skizzierte Heidolf die Situation.
Mit einem deutschen Sieg ging
danach die Moto2-Klasse zu Ende:
Jonas Folger aus Schwindegg verwies den Belgier Xavier Simeon mit
über fünf Sekunden Vorsprung auf
den zweiten Rang. Für den 21-jährigen Bayer war dies der erste Sieg in
der Klasse. Valentino Rossi gewann
in der Königsklasse MotoGP. Der
neunmalige Weltmeister aus Italien
setzte sich vor seinen Landsmännern Andrea Dovizioso und Andrea
Iannone durch. Titelverteidiger
Marc Márquez aus Spanien musste
sich mit Rang fünf begnügen. Der
Zahlinger Stefan Bradl verfehlte auf
Platz 16 die Punkteränge. (mit dpa)
RADSPORT
Radsport: Deutsche Starter beim Klassiker Gent-Wevelgem ohne Chance – Schwierige Bedingungen
Australier Porte
siegt in Katalonien
WEVELGEM — Eine Woche nach sei-
BARCELONA — Radprofi Richie Porte,
nem Triumph von Sanremo war
Radprofi John Degenkolb beim belgischen Klassiker in Wevelgem gestern chancenlos. Den Sieg bei der
77. Auflage von Gent-Wevelgem
holte sich der 38-jährige Italiener Luca Paolini aus der russischen Katusha-Equipe im Alleingang vor dem
Niederländer Nikki Terpstra. Vorjahressieger Degenkolb, der am Freitag beim E3 Harelbeke gestürzt war,
musste sich nach 240 Kilometern
mit einem Platz im geschlagenen
Fahrerfeld zufrieden sein.
Luca Paolini
Funktion
FOTO: JULIEN WARNAND/DPA
Die entscheidende Phase des Rennens begann rund 50 Kilometer vor
dem Ziel, als sieben Fahrer auf der
Verfolgung des Ausreißers Jurgen
Roelandts waren. Das Hauptfeld hatte zu diesem Zeitpunkt mit mehre-
FUSSBALL
Oberliga Süd
Cottbus II
TV Bernburg (N)
FC Eisenach (N)
Chemnitzer FC II
CZ Jena II
VfL Halle
RB Leipzig II (N)
Sandersdorf
ren Minuten Rückstand quasi schon
aufgegeben. Roelandts wurde 18 Kilometer vor dem Ziel gestellt, seine
Verfolger machten die Entscheidung unter sich aus. Dabei zeichneten sich die Etixx-Quick Step-Fahrer
nicht gerade durch taktische Raffinesse aus. Im Finale waren sie zu
zweit. Trotzdem konnten sie gegen
Paolini, der sechs Kilometer vor dem
Ziel davonfuhr, nichts ausrichten.
Degenkolb war mit der Euphorie
seines Sieges bei Mailand-Sanremo,
aber auch mit dem Schrecken des
Sturzes nach Gent gekommen. Er-
war mit oberflächlichen Verletzungen davongekommen. Zumindest in
Roubaix hofft der Wahl-Frankfurter
noch einmal auf den großen Coup.
Im Vorjahr war er im nordfranzösischen Kohlerevier auf Platz zwei gefahren. Die Strecke gestern war gespickt mit neun Steigungen. Die
letzte auf den Kemmelberg lag
34 km vor dem Ziel. Zahlreiche
Kopfsteinpflaster-Passagen, Regen
und niedrige Temperaturen machten das Rennen zusätzlich schwer.
Paolini hatte einen Sturz und einen
Radwechsel weggesteckt. (dpa)
- SSV Markranstädt 1:0
- Lok Leipzig (A)
0:3
- FCE Aue II
0:1
- FC Neugersdorf
0:3
- Dyn. Dresden II
2:1
- RW Erfurt II
1:2
- Schott Jena
4:0
- Rudolstadt
verl.
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58:15
44:15
38:23
29:17
36:44
27:27
34:27
30:28
26:25
22:25
27:50
28:40
24:41
23:36
23:38
18:36
- Thalheim
- Fort. Plauen (N)
- Schneeberg
- Marienberg
- FC Stollberg (A)
- Crossen
- Rabenstein
- Germ. Chemnitz
1. Rapid Chemnitz
2. Reichenbach
3. VfB Chemnitz (A)
4. FC Lößnitz
5. Marienberg
6. Crossen
7. Rabenstein
8. Germ. Chemnitz
9. Gelenau (N)
10. Schneeberg
11. FC Stollberg (A)
12. Lok Zwickau
13. VFC Plauen II
14. Thalheim
15. Fort. Plauen (N)
16. Ifa Chemnitz (N)
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49:29
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31:23
37:30
40:34
30:30
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33:30
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30:36
24:27
27:29
30:37
18:27
25:39
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Markkleeberg
Döbeln
Heidenau (A)
Freiberg (N)
Kamenz
VfB Glauchau (N)
FSV Zwickau II
Hohenstein-E.
- Riesa
- Bischofswerda
- Chemie Leipzig (N)
- PSV Dresden (N)
- Eilenburg
- Görlitz
- FCI Leipzig
- FC Grimma
1. Bischofswerda
2. Chemie Leipzig (N)
3. FCI Leipzig
4. Eilenburg
5. FC Grimma
6. Riesa
7. Görlitz
8. Freiberg (N)
9. Heidenau (A)
10. Hohenstein-E.
11. FSV Zwickau II
12. VfB Glauchau (N)
13. Markkleeberg
14. Kamenz
15. Döbeln
16. PSV Dresden (N)
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4:0
5:1
0:1
6:1
1:2
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41:24
32:16
41:21
26:24
30:23
37:37
27:27
27:28
29:27
38:47
30:32
19:27
19:67
17:59
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Landesklasse Mitte
Dorfhain
Freital
Lommatzsch
Gröditz
Wesenitztal
Lichtenberg
Possendorf
1. Pirna-C.
2. Mittweida
3. Großenhain
4. Coswig
5. Sebnitz
6. Possendorf
7. Freital
8. Gröditz
9. Bannewitz
10. Wesenitztal
11. Lichtenberg
12. Dorfhain
13. Meißen
14. Lommatzsch
Frauen, 19. Spieltag: Buxtehude - Leverkusen 28:27 (15:15), Oldenburg - Trier 34:24
(19:12), Thüringer HC - Blomberg-L. 31:20
(14:11), Metzingen - Berlin 29:22 (15:8), Koblenz/W. - Bietigheim 23:23 (9:12), Leipzig Celle 36:24 (16:11), Göppingen - Bad Wildungen 19:22 (10:15).
1. Buxtehuder SV
582: 471 34: 4
2. Thüringer HC
609: 449 33: 5
3. HC Leipzig
582: 510 29:11
4. TuS Metzingen
539: 457 27:11
5. VfL Oldenburg
580: 519 26:12
6. HSG Blomberg-Lippe 539: 499 23:15
7. Bayer Leverkusen
545: 532 23:15
8. Füchse Berlin
523: 531 15:23
9. HSG Bad Wildungen
489: 590 13:27
10. SG BBM Bietigheim
471: 521 12:26
11. Frisch Auf Göppingen 478: 520 10:28
12. VL Koblenz/Weibern 464: 540 9:29
13. SVG Celle
436: 550 8:30
14. DJK/MJC Trier
453: 601 6:32
Männer, 27. Spieltag: Minden - HannoverBurgdorf 31:22 (16:12), RN Löwen - Gum-
mersbach 29:24 (17:11), Bergischer HC Flensburg-H. 36:31 (14:13), Friesenheim Melsungen 29:35 (14:18), Göppingen - Lemgo 28:27 (14:13), Erlangen - Kiel 22:36
(10:22), Magdeburg - Lübbecke 26:32
(12:18), Bietigheim - Wetzlar 28:25 (15:13).
1. THW Kiel
863: 663 50: 6
2. Rhein-Neckar-Löwen 845: 677 50: 6
3. Flensburg-Handewitt 814: 700 41:15
4. SC Magdeburg
839: 763 40:16
5. Frisch Auf Göppingen 791: 789 34:24
6. MT Melsungen
838: 775 33:23
7. Füchse Berlin
730: 744 28:26
8. HSV Hamburg
770: 755 28:28
9. VfL Gummersbach
785: 803 27:31
10. HSG Wetzlar
741: 742 25:31
11. Bergischer HC
763: 815 25:31
12. Hannover-Burgdorf
805: 833 25:33
13. Balingen-Weilstetten 666: 728 24:30
14. TuS N-Lübbecke
771: 794 22:34
15. GWD Minden
740: 791 20:36
16. TSG Friesenheim
709: 817 19:37
17. TBV Lemgo
827: 854 18:40
18. HC Erlangen
704: 806 16:42
19. SG BBM Bietigheim
739: 891 11:47
RADSPORT
MOTORRAD
Katalonien-Rundfahrt
Grand Prix von Katar
Bundesliga
Landesliga
- Coswig
- Bannewitz
- Großenhain
- Mittweida
- Sebnitz
- Pirna-C.
- Meißen
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
17
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0:4
1:0
1:1
1:1
1:3
1:2
2:0
36:13
36:12
44:11
37:17
27:15
41:25
27:25
37:33
30:34
24:35
17:39
14:45
20:55
17:48
41
36
35
35
33
32
31
24
19
19
14
9
8
4
6. Etappe (194,1 km): 1. Tschernezki (RUS/
Katusha), 2. Alaphilippe (FRA/Quick Step), 3.
Paterski (POL/CCC), 4. Soler (ESP/Movistar),
5. Hivert (FRA/Bretagne), 6. van Garderen
(USA/BMC) alle 4:42:47 h, 98. Fröhlinger
(Freiburg/Giant), 129. Schumacher (Nürtingen/CCC) beide 8:19 min zur.; 7. Etappe
(126,6 km): 1. Valverde (ESP/Movistar), 2.
Coquard (FRA/Europcar), 3. Tschernezki, 4.
Pantano (COL/IAM), 5. Hardy (FRA/Cofidis), 6.
Rojas (ESP/Movistar) alle 2:47:33 h, ... 82.
Schumacher 4:20 min zur., 107. Fröhlinger
6:32; Endstand: 1. Porte (AUS/Sky)
30:30:30 h, 2. Valverde 4 s zur., 3. Pozzovivo
(ITA/Ag-2-r) 5, 4. Contador (ESP/Saxo) 7, 5.
Uran (COL/Quick Step) 18, 6. Aru (ITA/ Astana) 27, ... 113. Schumacher 1:22:09 h zur..
Gent-Wevelgem
239,1 km: 1. Paolini (ITA/Katusha) 6:20:55 h,
2. Terpstra (NED/Quick Step), 3. Thomas
(GBR/Sky) beide 11 s zur., 4. Vandenbergh
(Quick Step) 18, 5. Debusschere (Soudal) 26,
6. Vanmarcke (alle BEL/NL-Jumbo) 40, ... 25.
Ciolek (Pulheim/MTN), 29. Knees (Euskirchen/Sky) beide 6:54 min zur..
der vor zwei Wochen bereits bei
Paris - Nizza erfolgreich war, hat als
erster Australier die KatalonienRundfahrt gewonnen. Der 30-Jährige wehrte sich erfolgreich gegen die
letzten Attacken vor allem des Spaniers Alejandro Valverde. Porte siegte nach sieben Etappen mit vier
Sekunden Vorsprung vor Valverde,
der sich gestern den letzten Tagessieg in Barcelona nach 126,6 Kilometern sicherte. Im schweren Finale
musste achtmal der Hausberg
Montjuic erklommen werden. (dpa)
EISKUNSTLAUF
HANDBALL
1. RB Leipzig II (N)
2. FC Neugersdorf
3. SSV Markranstädt
4. Lok Leipzig (A)
5. Cottbus II
6. FCE Aue II
7. Chemnitzer FC II
8. RW Erfurt II
9. VfL Halle
10. CZ Jena II
11. FC Eisenach (N)
12. Dyn. Dresden II
13. TV Bernburg (N)
14. Sandersdorf
15. Schott Jena
16. Rudolstadt
FC Lößnitz
VFC Plauen II
Gelenau (N)
VfB Chemnitz (A)
Rapid Chemnitz
Reichenbach
Lok Zwickau
Ifa Chemnitz (N)
%
%&&!#& , , %)$
&)!) /// / / "+*
der dritte Grand-Prix-Erfolg. Im Vorjahr hatte Efrén Vázquez die ersten
beiden zwei Siege geholt. Gestern
belegte der Spanier, der jetzt für Leopard (ehemals Kiefer) Platz vier.
Heidolf lobte dabei die kluge
Fahrweise seines Schützlings. „Alexis war immer vorn im Zwölferzug
mit dabei. Plötzlich tauchte er unter,
nur Platz neun. Aber er sollte vor
dem Endspurt die Reifen nochmals
schonen. Das hat er prima gemacht“,
berichtete der Sachse. Der überwältigte Alexis Masbou meinte strahlend: „Ich wusste nicht, wie ich es
mit dem Gewinnen mache, da ich an
vielen vorbei musste. Ich dachte,
Italiener Luca Paolini triumphiert im Alleingang
Landesklasse West
" / '* / "+
FOTO: DPA
Alexis Masbou vom Hohenstein-Ernstthaler Saxoprint RTG-Team an der Spitze des Feldes der Moto3-Klasse.
1. WM-Lauf in Losail/Dohta:
Moto-3: 1. Masbou (Frankreich) 38:25,424
min, 2. Bastianini (Italien) 0,027 s zur, 3. Kent
(England) 0,142, 4. Vazquez (Spanien) 0,288,
5. McPhee (England/alle Honda) 0,693, 6. Viñales (Spanien/Husqvarna) 0,765, 7. Quartararo (Frankreich) 0,772, 8. Antonelli (beide
Honda) 0,773, 9. Bagnaia (beide Italien/Mahindra) 0,909, 10. Binder (Südafrika) 1,317,
... 14. Öttl (Ainring/beide KTM) 2,504; Stand:
1. Masbou 25 Punkte, 2. Bastianini 20, 3.
Kent 16, 4. Vazquez 13, 5. McPhee 11, 6. Viñales 10, ... 14. Öttl 2.
Moto-2: 1. Folger (Schwindegg) 40:18,532
min, 2. Simeon (Belgien) 5,051 s zur., 3. Lüthi
(Schweiz) 12,123, 4. Rins (Spanien) 12,202,
5. Morbidelli (Italien) 14,385, 6. Kallio (Finnland) 14,413, 7. Cortese (Berkheim) 14,471,
8. Zarco (alle Kalex) 18,541, 9. Rossi (beide
Frankreich/Tech 3) 20,914, 10. Baldassarri
(Italien/Kalex) 21,336, 16. Schrötter (Pflugdorf/Tech 3) 34,561, 21. Alt (Nümbrecht/Suter) 1:15,596 min zur.; Stand: 1. Folger 25
Punkte, 2. Simeon 20, 3. Lüthi 16, 4. Rins 13,
5. Morbidelli 11, 6. Kallio 10, 7. Cortese 9.
Weltmeisterschaft
in Shanghai: Damen: 1. Tuktamyschewa
(RUS) 210,36, 2. Miyahara (JPN) 193,60, 3.
Radionowa (RUS) 191,47, 4. Gold 188,96, 5.
Wagner (beide USA) 185,01, 6. Hongo (JPN)
184,58, 23. Schott (Essen) 127,56; Herren:
1. Fernández (ESP) 273,90 Punkte, 2. Hanyu
(JPN) 271,08, 3. Ten (KAZ) 267,72, 4. Brown
(USA) 248,29, 5. Nguyen (CAN) 242,59, 6. Ge
(UZB) 234,89, 29. Liebers (Berlin) 54,28.
EISHOCKEY
DEL
Play-offs, HF, 1. Spieltag: Mannheim - Wolfsburg 5:4 n. V. (0:1, 2:3, 2:0), Ingolstadt - Düsseldorf 1:2 n. V. (0:1, 0:0, 1:0); 2. Spieltag:
Wolfsburg - Mannheim 3:5 (3:2, 0:1, 0:2),
Düsseldorf - Ingolstadt 2:5 (0:0, 2:4, 0:1).
BASKETBALL
Bundesliga
Frauen, Play-offs, Viertelfinale, 1. Spieltag:
Herne - Freiburg 67:69 (36:28), Wasserburg Marburg 65:46 (39:22), Saarlouis - Halle
77:67 (40:25), Donau-Ries - RotenburgScheeßel 72:58 (44:32).
2. Bundesliga Pro A
Männer, 30. Spieltag: Chemnitz - Hamburg
85:58 (39:28), Baunach - Gießen 73:65
(31:35), Ehingen - Würzburg 53:74 (19:34),
Essen - Vechta 72:69 (30:36), Paderborn Cuxhaven 79:64 (47:27), Kirchheim - Heidelberg 76:97 (41:50), Nürnberg - Gotha 89:74
(50:37), Jena - Leverkusen 92:69 (47:33).
1. Würzburg Baskets
2526:2072
56
2. Nürnberger BC
2535:2209
44
3. Gießen 46-ers
2257:2083
42
4. Science-City Jena
2508:2365
36
5. BIG Gotha
2202:2069
34
6. USC Heidelberg
2343:2380
34
7. ETB Baskets Essen
2208:2160
32
8. Hamburg Towers
2257:2354
30
9. FC Baunach
2397:2335
28
10. SC Rasta Vechta
2176:2275
24
11. VfL Kirchheim
2387:2514
24
12. BV Chemnitz 99
2202:2304
24
13. Giants Leverkusen
2139:2271
20
14. Cuxhaven Bas-Cats 2119:2466
20
15. Paderborn Baskets 2043:2206
19
16. Erdgas Ehingen
2148:2384
12
SPORT
Montag, 30. März 2015
NACHRICHTEN
BASKETBALL
Freie Presse
„Grande Seb“ lässt Ferrari jubeln
Amanda Davidson
trainiert Chem-Cats
der Chem-Cats haben nach dem
Klassenerhalt in der Bundesliga vor
zwei Wochen die wichtigste Personalie
geklärt.
Amanda Davidson (Foto) beendet
ihre Karriere als
Spielerin
und
wird Trainerin des
Chemnitzer Erstligisten. Die 31-jährige US-Amerikanerin hatte seit 2013 für die „Katzen“
gespielt. Insgesamt ist sie schon ein
Jahrzehnt sportlich in Europa unterwegs. Die deutschen Stationen von
Davidson als Korbjägerin waren vor
Chemnitz Nördlingen und Marburg.
Die neue Bundesligasaison beginnt
Ende September. (jz)
FOTO: KRISTIN SCHMIDT/ARCHIV
OSTFILDERN — Die
VOLLEYBALL
Gegen Spitzenreiter
keine Chance
CPSV: Franke, Espig, Sohr, Voss, Herklotz,
Glaser, Nitsche, Machold, Walkenhorst, Brandt
EISHOCKEY
FOTO: FAZRY ISMAIL/DPA
Nach seinem ersten Sieg für Ferrari wusste Sebastian Vettel nicht wohin mit seinen Emotionen.
Was für ein Coup von
Sebastian Vettel. Überraschend feierte der Heppenheimer im zweiten
Einsatz für Ferrari seinen
ersten Sieg. Danach übermannten den Deutschen
die Emotionen.
Ingolstadt schafft
den Ausgleich
VON ELMAR DREHER
DÜSSELDORF/WOLFSBURG — Titelver-
SEPANG — Mal heulte Sebastian Vet-
teidiger ERC Ingolstadt hat in der
Halbfinalserie der DEL gegen die
Düsseldorfer EG den Ausgleich geschafft. Der Überraschungsmeister
der Vorsaison setzte sich gestern mit
5:2 beim rheinischen Traditionsverein durch. Topfavorit Adler Mannheim schaffte unterdessen dank einer erneuten Aufholjagd einen weiteren Schritt auf dem Weg ins Finale. Der sechsmalige deutsche Champion siegte 5:3 bei den Grizzly
Adams Wolfsburg und entschied damit auch das zweite Halbfinal-Duell
in der Best-of-Seven-Serie für sich. In
Düsseldorf stand das Duell kurz vor
dem Abbruch. Wegen Arbeiten am
Eis begann das Schlussdrittel vor
12.373 Zuschauern erst mit einer
Verspätung von rund 85 Minuten.
Die Eisfläche war zu dünn, in einem
Loch kam Werbung zum Vorschein.
Auch während des zweiten Drittels
gab es eine Unterbrechung. (dpa)
tel vor Freude und Ergriffenheit, mal
lachte er aus vollem Herzen. Mal
babbelte er auf hessisch frisch drauf
los, dann bedankte er sich bewegt
mit seinen ersten Italienisch-Brocken. Nach seinem historischen Triumph wusste der sonst so kontrollierte Ferrari-Neuling nicht mehr so
richtig, wohin mit seinen Emotionen. „Das ist ein phänomenaler Tag,
das ist etwas ganz besonderes. Ich
bin unglaublich stolz“, jubelte der
vierfache
Formel-1-Weltmeister
nach seinem Coup beim Großen
Preis von Malaysia. „Da wird nicht
nur ein Traum wahr, da werden
mehrere Kindheitsträume wahr.“
Viel schneller als allgemein für
möglich gehalten und auch von ihm
persönlich erwartet, konnte Vettel
schon beim zweiten Saisonlauf die
Mercedes-Dominanz brechen. Auftaktsieger Lewis Hamilton musste
sich mit Rang zwei vor seinem
Teamkollegen Nico Rosberg begnügen. Kimi Räikkönen rundete als
Vierter das Traumergebnis für Ferrari ab.
Ferrari-Held Michael Schumacher hatte seinen ersten Sieg für die
Scuderia erst im siebten Einsatz am
2. Juni 1996 in Barcelona geschafft.
„Sein Auto war damals aber sicher
nicht so gut wie unseres heute“,
nahm Vettel sein Jugend-Idol in
Schutz. Auf die Frage, ob er nun eine
ebensolche Erfolgsserie wie der Rekord-Weltmeister und Rekordsieger
für möglich halte, lächelte Vettel.
„Michaels Fußstapfen sind sehr
groß“, sagte er angesichts der sieben
WM-Titel seines Kumpels, darunter
fünf für Ferrari in Serie.
Vettels erster Sieg mit der Scuderia ist aus mehreren Gründen ein
ganz besonderer: Für ihn und Ferrari
endete in Sepang eine lange Leidenszeit. Davor hatte der Heppenheimer
letztmals beim Saisonfinale am 24.
November 2013 in Sao Paulo gewonnen. „Letztes Jahr war nicht gut für
mich“, erinnerte er an die enttäuschende Vorsaison. Ferraris letzter
Triumph lag noch weiter zurück:
Fernando Alonso setzte sich im Mai
2013 in Barcelona durch.
Kein Wunder, dass direkt nach
dem Triumph und später in der Box
ausgelassene Stimmung herrschte
und der erste Champagner vergossen wurde. „Fantastico“, jubelte
Teamchef Maurizio Arrivabene
nach dem insgesamt 222. Formel-1Sieg und adelte den neuen FerrariStar: „Grande Seb“.
Vettel wies dieser ganz besondern
Premiere auch einen ganz besonderen Stellenwert zu. „Das wird mir bis
zum Lebensende im Gedächtnis
bleiben“, sagte er nach seinem insgesamt 40. Grand-Prix-Gewinn. Dies
erklärt Vettels emotionalen Ausnahmezustand: Nachdem er seine Mechanikercrew fast erdrückt hatte,
schnappte er sich eine gelbe FerrariFahne und schmückte damit seine
rot lackiertes Sieges-Göttin namens
„Eva“. Später setzte er auf hessisch
einen einzigen verbalen Seitenhieb
gegen die geschlagenen Silberpfeile:
„Me hawwe se ferdisch gemachd.“
Zu Überheblichkeit war Vettel
aber trotz aller Ausgelassenheit
nicht zumute „Die nächsten Rennen
werden komplett anders. Mercedes
setzt nach wie vor die Pace“, sagte er
zur prinzipiellen Kräfteverhältnis.
„Ich hoffe natürlich, dass ich die
WM gewinnen kann. Das ist unser
Ziel. Aber heute muss man den Tag
genießen.“ In Sepang war das Rennen schon nach vier Runden entschieden: Nach einer frühen SafetyCar-Phase bogen beide Silberpfeile
zum Reifenwechseln in die Box. Vettel blieb draußen und hatte mit seiner Zwei-Stopp-Strategie im Gegensatz zu den jeweils dreimal haltenden Mercedes-Fahrern Hamilton
und Rosberg Erfolg. (dpa)
VETTELS ITALIENISCHEN
JUBEL können Sie sich anhören, wenn Sie diesen Code mit
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» www.freiepresse.de/vettel-in-rot
KOMMENTAR
Beginn
einer Ära?
VON SEBASTIAN SIEBERTZ
sebastian.siebertz@freiepresse.de
E
in Deutscher jubelt in Ferrari-Rot. Reflexartig werden
Vergleiche zwischen Sebastian Vettel und Michael Schumacher
hervorgeholt. Doch erst in einigen
Jahren lässt sich die Frage beantworten, ob der Heppenheimer wie Schumacher eine Ära prägen kann –
nicht aber nach einem Sieg.
Vieles spricht jedoch schon nach
zwei Rennen dafür, dass Vettel im
ersten Jahr bei Ferrari um die Weltmeisterschaft mitfährt. Angesichts
der vermeintlichen Mercedes-Dominanz war das vor dem Wochenende
in Malaysia undenkbar. Der Sieg des
Deutschen war kein Glücksfall. Der
Ferrari schonte die Reifen, die Strategen in der Box wählten die richtige
Taktik und Vettel setzte es fehlerfrei
um. Die Qualität des Autos bestätigt
der vierte Platz von Teamkollege Kimi Raikkönen – und das trotz einer
Reifenpanne. Nichts spricht dagegen, dass es in den nächsten Rennen
für die Scuderia schlechter läuft. Vettel hat so eine Chance, Mercedes den
WM-Titel streitig zu machen – und
damit Kapitel eins der Ära VettelFerrari zu schreiben.
Bellscheidt: Es hat alles gestimmt
Basketball: Chemnitzer Niners gewinnen zum Saisonabschluss nach starker Leistung gegen Hamburg mit 85:58
Die Pro-A-Liga-Basketballer der BV
Chemnitz sicherten sich mit einem klaren 85:58 (40:28)-Erfolg
über Hamburg auch sportlich den
Klassenerhalt, der schon zuvor
feststand. Hendrik Bellscheidt der
2013 nach Chemnitz kam, war diese Saison in allen 30 Partien dabei
und gehörte zu den Stützen des
Teams. Am Sonnabend steuerte
der 24-Jährige acht Punkte bei. In
der gesamten Spielzeit markierte
er 222 Zähler. Mit dem gebürtigen
Essener sprach Jens Zeidler.
Freie Presse: Glückwunsch zu
diesem starken Auftritt. Es war
wohl sogar die beste Saisonleistung der Niners.
Hendrik Bellscheidt: Danke! Es
stimmte dieses Mal alles, sowohl die
Offense als auch die Defense. Die
Rückschlag
im Kampf um
den Aufstieg
2. Handball-Bundesliga:
Zwickau verliert auswärts
CHEMNITZ — Die Basketballerinnen
CHEMNITZ — Die Volleyballdamen
des Chemnitzer PSV haben ihr letztes Heimspiel in der 2. Bundesliga
gegen den Tabellenführer Straubing
mit 0:3 (16:25, 25:27, 7:25) verloren.
Damit war es den CPSV-Volleys, die
bereits zuvor als Absteiger feststanden, nicht vergönnt, sich nach 14
Jahren Bundesligazugehörigkeit mit
einem Sieg von den eigenen Fans zu
verabschieden. „Trotz zweier Satzbälle hatten wir nie eine Chance für
einen. Wir waren ausschließlich in
der Verteidigung gefangen“, resümierte Trainer Falk Stöhr. Der Coach
erkannte deshalb auch an, dass sein
Team dem favorisieren Kontrahenten in allen Belangen unterlegen
war. (mith)
S5
Fans waren einfach spitze. Das hat
richtig Spaß gemacht. Schade, dass
es dieses Jahr nicht immer so bei uns
lief. Das war noch einmal ein richtig
geiler Saisonabschluss. Respekt an
die Fans.
Stichwort Zuschauer. Zum vierten Mal war die Halle mit mehr
als 2600 Besuchern ausverkauft.
Was sagen Sie dazu?
Die Atmosphäre kenne ich ja schon
vom letzten Jahr. Da war es schon
verrückt. Nicht nur, dass die Halle
ausverkauft ist, dieser Lärm – einfach unglaublich. Und die Leute wissen ganz genau, wann sie uns unterstützen müssen. Das ist der Hammer.
Die Mannschaft lag am Anfang
2:9 zurück. Sind Sie etwas unruhig geworden?
Da war schon etwas Druck da. Der
Protest der Paderborner (Anmerkung d. A.: Chemnitz gewann am
„grünen Tisch“, weil das Spiel wegen
technischer Probleme zu spät begann) kann ja noch erfolgreich sein.
Wir haben aber gesagt, dass wir uns
nicht nervös machen lassen dürfen.
Nach ein paar unglücklichen Pfiffen
gegen uns und einigen überhasteten
Aktionen sind wir dann ins Spiel zurückgekommen.
Haben Sie die Nachrichten zum
Urteil in der Woche beeinflusst?
Es ist schmerzlich für Paderborn.
Aber so sind nun mal die Regeln.
Wir haben gesagt, dass wir die Sache
sportlich entscheiden wollen und
das Urteil nicht brauchen, damit die
Leute aufhören zu reden. Wir waren
in der gleichen Situation wie vorher.
Daran hatte sich nichts geändert.
Wir wollten das Spiel gewinnen.
Wir sehen die nächsten Tage
aus? Trainieren Sie noch einmal?
Jetzt ist Pause. Wir unternehmen
ganz sicher noch etwas mit der
Mannschaft. Dann trennen sich die
Wege. Die Amerikaner wollen auf
jeden Fall nach Hause. Ich fahre
ebenfalls heim. Ich war auch schon
länger nicht mehr bei meiner Familie.
Wie geht es mit Ihnen und Chemnitz weiter?
Mein Vertrag ist so, dass ich nächste
Saison noch bei den Niners bin. Das
heißt, wenn der Verein mich noch
möchte.
Ein Vertrag bis 2016 bedeutet,
dass sich alle auf Hendrik Bellscheidt in der nächsten Spielzeit
freuen können.
Und Hendrik Bellscheidt freut sich
auch auf Chemnitz.
Hendrik Bellscheidt in Aktion.
FOTO: ANDREAS SEIDEL
BV: Wilson (14), Matthews (16), Mixich (1),
Richter, Heide (2), Calvin (18), Simon (6), Bassl,
Osborne (1), Knutson (14), Bellscheidt (8), Cardenas (5).
Zweitliga-Handballerinnen des BSV Sachsen Zwickau haben beim TV Nellingen
deutlich mit 25:32 (12:21) verloren.
Durch die Niederlage büßten die
Muldestädterinnen ihren zweiten
Tabellenplatz ein. Drei Spieltage vor
Saisonende ist Zwickau jetzt Dritter,
mit einem Punkt Rückstand zu Borussia Dortmund, allerdings auch
dem schlechteren Torverhältnis.
Die Weichen in Ostfilden waren
früh gestellt. Die Gäste legten einen
Fehlstart hin: Erst in der 8. Minute
erzielte Stefanie Pruß das erste Tor
für Zwickau. Es sollte das einzige bis
zum 8:1 (11.) bleiben. „Wir hatten
am Anfang Riesenchancen, haben
sie aber alle verballert“, ärgerte sich
Trainerin Daniela Filip. „Wir haben
einfach das Tor nicht getroffen. Das
hat bei uns total auf die Psyche geschlagen.“ Nach 20 Minuten war der
Rückstand bereits auf zehn Tore angewachsen (16:6). In der Abwehr
fehlte das Miteinander, das gegen
Neckarsulm der Schlüssel zum Erfolg war. In der zweiten Halbzeit
kämpfte sich Zwickau wieder heran.
Zehn Minuten vor Schluss betrug
der Abstand bloß noch vier Tore
(26:22). „Wir haben hinten umgestellt mit Stefanie Pruß als vorgezogene Spitze. Da kamen die Nellinger
richtig ins Schleudern“, erklärte Daniela Filip. „Aber wir sind immer
wieder beim Abschluss gescheitert –
von Außen, vom Kreis, beim Gegenstoß frei vor der Torhüterin. Das ist
für mich unerklärlich. Zudem haben zwei Siebenmeter verworfen.“
Das Restprogramm des BSV umfasst Aufsteiger TSV Haunstetten
(H), den HC Rödertal (A) und zum
Abschluss den Spitzenreiter SGH
Rosengarten-Buchholz (H). (tc)
STATISTIK BSV: Kurzke (1); Starcek (2/1),
Aleksandraviciute (6), Kallenberg, Kracht (1),
Stein (3/2), Martinkova (1), Hopp (1), Pruß (4),
Bachrata (5), Choinowski (1). Zuschauer: 700.
Siebenmeter: TVN 5/4, BSV 5/3. Zeitstrafen:
TVN 4, BSV 8 Minuten. Schiedsrichter: Thiyagarajah/Thiyagarajah (Gummersbach)
Erzgebirger
bezwingen
Angstgegner
2. Handball-Bundesliga:
Aue besiegt Rostock 38:27
LÖßNITZ — Handball-Zweitligist EHV
Aue landete in der Neuauflage des
traditionsreichen Duells mit dem
HC Empor Rostock einen verdienten, in seiner Höhe aber etwas überraschenden 38:27 (17:14)-Heimsieg.
„Rostock ist ja für uns so etwas wie
ein Angstgegner. Abgesehen von
den ersten Minuten zeigten unsere
Jungs ein tolles Spiel“, resümierte
EHV-Manager Rüdiger Jurke nach
dem Schlusspfiff erleichtert und
und zufrieden. Zunächst gerieten
die Erzgebirger schnell in Rückstand, in der 8. Minute hieß es 0:6.
Die unter den 1600 Zuschauern aufkommende Unruhe verflüchtigte
sich jedoch schon bis zur Pause. Die
Auer fanden immer besser ins Spiel,
nach ihrer gelungenen Aufholjagd
gingen sie in der 22. Minute durch
einen Treffer von Jan Faith erstmals
in Führung. Und diese gaben sie bis
zum Ende nicht mehr ab. Eine starke Deckungsarbeit war vor allem
entscheidend, dass der EHV viele
Konter starten und erfolgreich abschließen konnte. So wuchs der Vorsprung in der zweiten Halbzeit stetig an und erreichte mit elf Treffen
den höchsten Stand. (wf)
STATISTIK EHV: Musil, Petursson, Schäfer,
Meinhardt (8/3), Roch, Mägi (3), Sigtryggsson
(8), Sommer (10), Faith (2), Gunnarsson (2),
Mazur, Runarsson (2), Sigthorsson (2), Paraschiv (1); Siebenm.: EHV: 4/3; HCE: 3/2;
Strafm.: EHV: 4, HCE: 4; Zu.: 1600; SR.:
Arndt/Kobilke (beide Biederritz)
S6 Freie Presse
SPORT
Montag, 30. März 2015
Ehepaar gelingt der achte Streich
NACHRICHTEN
AUSZEICHNUNG
Vogtländer ehren
Sportler des Jahres
MARKNEUKIRCHEN — Eisschnellläuferin Denise Roth vom TSV Vorwärts
Mylau, Leichtathlet Sebastian Hendel vom LAV Reichenbach und die
Bundesliga-Wasserballer des SVV
Plauen sind die Vogtlandsportler des
Jahres 2014. Sie wurden am Samstagabend vor rund 1000 Gästen bei
einer Gala in der Musikhalle Markneukirchen ebenso geehrt wie die
besten Nachwuchssportler der Region. Für die Auszeichnung hatten die
Organisatoren erneut Top-Stars des
deutschen Sports gewinnen können. Neben Schwimmerin Britta
Steffen und Turn-Ass Fabian Hambüchen standen Bahnrad-Weltmeisterin Kristina Vogel und Ex-BayernFußballer Hasan Salihamidzic als Paten auf der Bühne. Der Landessportbund Sachsen nutzte den Anlass,
um den im Sommer aus seinem Amt
scheidenden Landrat Tassilo Lenk
(CDU) mit der Ehrenplakette zu
würdigen. (aheb/tyg)
VOLLEYBALL
Berliner Dritte der
Champions League
BERLIN — Gastgeber Berlin Volleys
A N ZE I G E
KONTAKTE
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Ruben Zeltner überraschte seine Ehefrau Petra während der Siegerehrung auf dem Stollberger
Markt mit einer Sektdusche.
Die Lokalmatadoren
Ruben und Petra Zeltner
aus Lichtenstein gewannen
die 52. Erzgebirgsrallye.
Rund 30.000 Zuschauer
kamen an die Strecke.
VON WOLFGANG WIRTH
STOLLBERG — Petra Zeltner ließ
gleich zweimal binnen kurzer Zeit
einen Freudenschrei auf dem Marktplatz von Stollberg los. Zuerst gab es
diesen Glücksausbruch, nachdem
feststand, dass sie gemeinsam mit
ihrem Ehegatten Ruben im 400 PS
starken Porsche 997 GT3 erneut die
Erzgebirgsrallye gewonnen hatte.
Danach traf sie während der Siegerehrung unvorbereitet eine kalte
Champagner-Dusche ihres Mannes,
zudem ein Gaudi für die mehreren
Tausend Zuschauer, die am Sonnabendabend abschließend das
Geschehen verfolgten.
Spannung bis zuletzt
Die 52. ADMV-Rallye-Erzgebirge bot
den insgesamt 30.000 Besuchern
das, was die „Erze-Fans“ erwartet
hatten: einen spannenden Kampf
um jeden Zentimeter bis zur letzten
Minute. Die Lichtensteiner vollbrachten dabei das Kunststück, zum
achten Mal bei der traditionellen
Rallye zu triumphieren. „Dieser Sieg
Bei der Eiskunstlauf-WM
in Shanghai gewannen der
Spanier Javier Fernandez
und die Russin Elisaweta
Tuktamyschewa erstmals
die Titel im Einzel.
VON BRITTA KÖRBER
nŽƒQ—êގ‚nÔ -?ÅÅjÞj‰M ‰ÅÎ wÚÂ
w?ÅÎ ?j .W†?™aÎ?Îj™ ä× †?Mj™²
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SHANGHAI
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Ðoˆ|Ê = æ¥ÉÉoÊÕÊÕoo ˆ.
Der Crottendorfer Carsten Mohe meistert mit Beifahrer Alexander Hirsch im Renault Clio R3T die
Wertungsprüfung in Jahnsdorf.
FOTOS: ANDREAS KRETSCHEL (2)
mit 4,9 Sekunden Vorsprung, um
überschwänglich jubeln zu können.
Eine heikle Situation hatte das
Ehepaar zuvor auch in der Nähe von
Gelenau zu überstehen. „Ich bin auf
einer Plattenstraße an eine zu scharfe Kante gekommen und schlitzte
dabei den Hinterreifen auf“, schilderte Ruben Zeltner und fügte
hinzu: „Wir verloren fast 50 Sekunden zu Wallenwein.“ Als der
Schaden behoben war, konnte er auf
dem Weg nach Grünhain dann wieder mächtig Gas geben und die Führung zurückerobern.
Der zweite Lauf im Rahmen der
ADAC-Rallye-Masters gestaltete sich
für den Crottendorfer Carsten Mohe
und seinen Co-Piloten Alexander
Hirsch aus Tannenberg im 225 PS
Renault Clio R3T zu einem besonderen Erlebnis. Überall an der Strecke
erhielt das Duo als erfolgreichste
„Fronttriebler-Crew“ besonders viel
Applaus von den Fans. Mit 200 PS
weniger erreichte das Team hinter
Zeltner und Wallenwein sogar den
dritten Platz und den Klassensieg in
der Division 4.
Kurs verlangt Piloten alles ab
Halten konnten einige Starter ihre
Fahrzeuge auf den anspruchsvollen
Pisten des Erzgebirges nicht. Über
30 Piloten schieden vorzeitig aus
und sahen so den Zielstrich in Stollberg nur von weitem. Unfälle gab es
wenige, sie alle liefen ohne Perso-
nenschaden ab. Pech hatte auch Ron
Schumann aus Limbach-Oberfrohna, der lange Zeit Platz drei behauptete. Er musste wegen eines Reifenschadens in der zehnten von 13 Prüfungen seinen Boliden abstellen.
Von den Assen aus der Region fehlte
der Oelsnitzer Peter Corazza wegen
einer Erkrankung (Grippe) ganz, der
Zwickauer Maik Stölzel schied
wegen eines technischen Defektes
bereits am ersten Tag aus.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem
Verlauf der Rallye. Eine zuverlässige
Mannschaft mit über 700 Helfern
brachte die ,Erze‘ gut über die
Bühne“, zog Organisationschef
Wolfgang Kießling aus Zwickau ein
positives Fazit.
Lokalmatador nach „Heimspiel“ glücklich – Großes Lob für das Team und die Organisatoren
Rallye-Pilot Carsten
Mohe aus Crottendorf eroberte mit
Rang drei die Führung in der Masters-Klasse. Mit dem
42-Jährigen sprach
Wolfgang Wirth.
loten Alexander Hirsch natürlich toll,
dass wir die Masters-Führung erobern
konnten. Das macht uns stolz.
Freie Presse: Der Eindruck täuscht
sicher nicht, dass Sie derzeit sehr
zufrieden sind?
Carsten Mohe: Nach diesem Wochenende stimmt das absolut, da gibt es
keine Zweifel. Es war eine tolle Rallye
mit superschönen Wertungsprüfungen. Es ist für mich und meinen Co-Pi-
Die Erzgebirgsrallye fing für Sie
aber problematisch an. Was war
passiert?
Gleich auf der ersten Prüfung in
Oberdorf begann das Theater. Auf
dem Rundkurs habe ich mich
verbremst und 15 Sekunden verloren.
Damit hatten wir am zweiten Tag eine
schwierige Ausgangsposition.
Dann begann die Mohe-Aufholjagd.
Sind Sie die anderen Wertungsprüfungen einfach schneller und ohne
Fehler gefahren?
So einfach ist das nicht. Wir fahren in
der Division 4 mit einem frontgetriebenen Renault. Aber auf der Hatz
nach Beutha–Raum konnten wir etwa
20 Sekunden gutmachen. Ich habe es
fast nicht geglaubt: Auf Schotter und
bergauf ging es tatsächlich nur noch
nach vorn. Dabei hatten wir gegenüber der Spitze mit weniger PS viel
weniger Dampf unter der Haube.
Ihr Renault Clio lief also super, da
hat auch Ihre Mannschaft erneut
eine gute Arbeit geleistet?
Zweifelsohne. Die Truppe ist einmalig.
Ich kann mich auf jeden verlassen, da
sind Fachleute am Werk. Ich kann sie
alle in höchsten Tönen nur loben.
Sie sind in Crottendorf zu Hause,
also ein echter Erzgebirger. Was
macht die Heim-Rallye so reizvoll
für die Fahrer und Fans?
Da gibt es viele Gründe, es ist eben
alles dabei: schnelle, aber auch sehr
enge Passagen, lange Geraden und
spitze Kurven. Das schöne sind auch
die Kämpfe quasi an den Hauswänden
entlang – wie das in Grünhain oder
Oberdorf der Fall ist. Das macht Spaß
beim Fahren, aber auch der Fan kann
hautnah dabei sein. Man spürt, die
Organisatoren geben sich immer sehr
viel Mühe, dass alles in die Reihe
kommt. Schließlich gibt es das Spektakel schon 52 Jahre. Vor heimischer
Kulisse fahre ich besonders gern.
Wintersport-Exot findet in Toronto sein Glück
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ist für uns einfach grandios und ein
ganz besonderer. Es war ein harter
Kampf über zwei Tage, der Abstand
betrug oft nur ein oder zwei Sekunden“, berichtete der 56-Jährige vom
Zweikampf mit dem Stuttgarter
Mark Wallenwein und dessen
Co-Piloten Stefan Kopczyk (Heilbronn) im Skoda Fabia S2000. Auf
den letzten beiden Wertungsprüfungen in Oberdorf und Jahnsdorf
wurde es nochmals eng. Diese gewann der Schwabe, obwohl er auf
den vergangenen elf Etappen meistens hinter Zeltner einkam. „Der
viele Schotter war dort Gift für unseren Hecktriebler“, meinte der Mann
vom Sachsenring. Er verlor dabei einige Zeit, doch am Schluss reichte es
FOTO: ANDREAS KRETSCHEL
hat mit dem dritten Platz in der
Champions League nach einem 3:2
(25:21, 19:25, 25:20, 26:28, 23:21)
gegen den achtfachen polnischen
Meister Belchatow den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert. „Das ist ein unglaublicher Tag
für die gesamte Mannschaft, eine Belohnung für die Arbeit über Jahre“,
meinte Trainer Mark Lebedew. Zum
Sieger krönte sich der sechsfache
russische Meister Zenit Kasan, gegen
den die Berliner im Halbfinale verloren hatten. Im Endspiel besiegte die
hochkarätig besetzte Mannschaft
den polnischen Club Resovia Rzeszow mit 3:0 (25:22, 25:23, 25:21). Insgesamt 18.600 Zuschauer verfolgten
das erstmals in Deutschland ausgetragene Final-Four-Turnier. (dpa)
— Kein Osterhase aus
Schokolade war vor Javier Fernandez sicher. Gut gelaunt, mampfend
und mit viel Charme überstand der
erste spanische Eiskunstlauf-Weltmeister die 60-minütige Pressekonferenz um Mitternacht in Shanghai.
„Die Goldmedaille übersteigt meine
höchsten Träume. Wissen Sie, meine erste kleine Trainingshalle in Madrid ist heute ein Restaurant“, erklärte der Wintersport-Exot und sorgte
für lustige Momente. Mit einer Liebeserklärung an seine japanische
Freundin Miki Ando beendete Fern-
andez die unterhaltsame Fragestunde: „Sie ist eine zweimalige Weltmeisterin, sie hilft mir und ein Stück
der Medaille gehört ihr.“ Wegen der
Affinität zu Asien und seines großen
Show- und Sprungtalents nahmen
es ihm die 17. 000 Zuschauer im Oriental Sports Center auch nicht übel,
dass er als „Barbier von Sevilla“ erstmals Olympiasieger und Trainingskollege Yuzuru Hanyu übertrumpfe.
Hunderte von Teddybären prasselten für den Japaner auf das Eis,
obwohl der Titelverteidiger nach
Knöchelproblemen nicht fehlerfrei
lief. Nicht viel weniger Begeisterung
löste danach der Energie-geladene
dreimalige Europameister mit seinen gestandenen zwei Höchstschwierigkeiten aus. Die beiden
Kumpel lagen sich hinterher vor
Freude in Armen. Kurios war die
Situation wieder einmal für
Ex-Weltmeister Brian Orser, der an
der Bande mit beiden mitfieberte.
„Mein Coach ist wie mein Vater,
mein Freund und mein Feind. Er
bringt mir Medikamente, wenn ich
krank bin und kocht für mich. Aber
wenn ich nicht trainiere, wird er
richtig böse“, erzählte Fernandez.
Der Anhänger von Real Madrid verließ früh seine Heimat Richtung
Toronto. Wie einst die Koreanerin
Yuna Kim und zuletzt Hanyu soll
Orser ihn zum Olympiasieger 2018
machen. „Ich versuche, diesen schönen Sport in Spanien zu entwickeln
selbst darin zu wachsen“, sagte der
bescheidene 23-Jährige.
Der Spanier Javier Fernandez kann
sein Glück kaum fassen.
Die Russin Elisaweta Tuktamyschewa
gewinnt ihren ersten WM-Titel.
FOTO: TATYANA ZENKOVICH/DPA
FOTO: EPA/TATYANA ZENKOVICH/DPA
Peter Liebers schaute genau hin,
wie der willensstarke Südeuropäer
triumphierte. „Er leidet sehr“,
berichtete seine Trainerin Viola
Striegler über den Berliner, der nach
einem völlig verpatzten Kurzprogramm sein Repertoire in der Kür
nicht mehr zeigen durfte. Mehrmals
im Jahr nimmt der 26-Jährige
Choreographie-Unterricht in Toronto, steht gemeinsam mit Fernandez
und Hanyu auf dem Eis.
Ein Blackout wie bei dem Olympia-Achten Liebers kann passieren,
unentschuldbar ist dagegen das
deutsche Gesamtergebnis in China
mit ausschließlich vorletzten Plätzen. Debütantin Nicole Schott kam
auch nur auf Platz 23, darf allerdings
in ihrer ersten internationalen
Saison noch nicht mit der Spitze um
die neue Weltmeisterin Elisaweta
Tuktamyschewa verglichen werden. Beide sind 18 Jahre alt, doch die
Russin erhält eine ganz andere Ausbildung, muss nicht täglich zur
Schule, hat eine weitaus härtere
Konkurrenz im eigenen Land. (dpa)
LOKALSPORT
Montag, 30. März 2015
NACHRICHTEN
TISC HTENNIS
VfB Lengenfeld geht
in Leipzig leer aus
LEIPZIG — In der Tischtennis-Regionalliga der Frauen hängt die rote Laterne nach der gestrigen 0:8-Niederlage in Leipzig weiterhin in Lengenfeld. Für die VfB-Frauen hingen bei
der zweiten Mannschaft des LTTV
Leutzscher Füchse die Trauben ohne
die Spitzenspielerin Lucie Drobna
von vornherein recht hoch. Im Doppel unterlagen Merkerova/Svadlenka knapp mit 2:3. In den Einzeln
zeigten die Leipzigerinnen ihre Stärke. Zdenka Merkerova unterlag der
Bundesligaspielerin und Landestrainerin von Sachsen-Anhalt, Linda
Renner, knapp mit 2:3. Auch die weiteren Einzel gingen an die Gastgeberinnen. Am 11. April empfängt Lengenfeld zum letzten Heimspiel das
Team aus Schwabhausen. (cag)
VOLLEYBALL
14. Saisonsieg krönt
FSV-Erfolgsspielzeit
REICHENBACH — Die
Volleyballerinnen des FSV Reichenbach haben am
Samstag die Bezirksliga-Saison mit
dem 14. Sieg im 16. Spiel abgeschlossen. Die Mannschaft bestätigte mit
einem 3:0 beim Tabellendritten
Chemnitz-Harthau den Gewinn des
Vizemeistertitels. Das Spiel war nur
im ersten Satz umkämpft. Der 25:4Kantersieg im dritten Durchgang
kostete FSV-Trainer Frank Sommer
eine Runde bei der abendlichen
Vogtlandsportgala. Auch in der Bezirksklasse der Männer gaben die
Reichenbacher Teams eine gute Figur ab. Oberreichenbach kam nach
einem 3:0 gegen Glauchau und einem 0:3 im Derby gegen Göltzschtal
am Ende auf Platz 4, während sich
der VSV Eintracht mit 3:0-Siegen gegen Wildenfels und Oelsnitz II noch
auf Rang 6 verbessern konnte. (tyg)
HANDBALL
Mylau wird vorzeitig
Vogtlandmeister
MARKNEUKIRCHEN — Mit einem vor
allem in dieser Höhe überraschenden 32:17-Erfolg bei der SG Neptun
Markneukirchen haben die Handballer des HV Fortschritt Mylau/Reichenbach die Meisterschaft in der
Kreisliga praktisch entschieden. In
der Bezirksliga hatte der VfB Lengenfeld gestern keinen Grund zur
Freude. In einem vom An- bis zum
Abpfiff umkämpften Heimspiel gegen den HV Fortschritt Mittweida
mussten die Vogtländer eine 31:32Niederlage hinnehmen. (tyg)
Freie Presse
Elfmeter stellt Weichen für RFC
Reichenbach bleibt Spitzenreiter Chemnitz in der
Fußball-Landesklasse auf
den Fersen. Gestern fuhr
die Elf einen 3:0-Erfolg
gegen den starken Aufsteiger TSV Crossen ein.
S7
Plauener
Wasserballern
gelingt eine
Überraschung
Bundesligist gewinnt in
Potsdam – Gastgeber zu
Hause lange ungeschlagen
VON MICHAEL KLEIN
VON OLAF MEINHARDT
REICHENBACH — Der Reichenbacher
FC holt im Spitzenkampf der Landesklasse die Maurerkellen raus:
Beim gestrigen 3:0-Heimsieg gegen
Neuling Crossen stand zum dritten
Mal in Folge hinten die Null. Das Resultat täuscht aber darüber hinweg,
dass es für den RFC ein hartes Stück
Arbeit war, die Rand-Zwickauer auf
die Verliererstraße zu bringen. Die
Hausherren mussten sich daher gestern in Geduld üben.
Standards sorgen für Gefahr
Crossen war lange Zeit gleichwertig,
stand vor allem vor der Pause tief,
um bei Ballgewinn schnelle Konter
zu fahren. Nur die Torgefahr hielt
sich in Grenzen, was am Ende auch
den Unterschied beider Kontrahenten ausmachte. Dennoch besaß der
TSV die erste Chance, als Ottos
Hechtkopfball nur knapp am Dreiangel vorbeizischte. Wer weiß, was
passiert wäre, hätte Crossen getroffen. Doch der RFC ließ sich auch von
dieser Szene nicht beeindrucken,
sondern suchte selbst sein Heil in
der Offensive.
Reichenbach hatte mehr Ballbesitz, versuchte es aber zu sehr und zu
oft durch die zugebaute Mitte.
Chancen aus dem Spiel heraus gab
es in der ersten Hälfte keine. Dafür
nach Standards: Als Seidels Eckball
(23.) in den Strafraum fiel, war Papkalla im Gestocher zur Stelle, traf
aber einen auf der Torlinie stehen-
Martin Einsiedel zieht ab. Der Reichenbacher Offensivspieler brachte mit seinem zweiten Tor innerhalb einer Woche
FOTO: FRANKO MARTIN
seine Mannschaft kurz vor der Pause gegen Aufsteiger Crossen in Führung.
den Gästespieler. Als es auf eine
Nullnummer zur Pause hinauszulaufen schien, fiel die Führung. Ausgangspunkt war ein Freistoß aus
dem linken Halbfeld. Diesen zog Particke hoch auf den Elfmeterpunkt,
wo sich Einsiedel nach oben
schraubte und zum 1:0 einköpfte.
Sein Treffer war so etwas wie der
„Dosenöffner“ für einen tollen
Schlagabtausch nach Wiederbeginn. Crossen spielte dabei gefällig
mit – aber nur bis zum Strafraum.
Die RFC-Abwehr ließ wirklich
nichts anbrennen. Demgegenüber
verpassten es die Schützlinge von
Stefan Persigehl, die Sache frühzeitig für sich zu entscheiden. Papkalla
schoß freistehend den Keeper an
(53.), bevor Meyer (57.) die Kugel an
die rechte Torstange donnerte – es
war zum Haareraufen. Ein aus Sicht
der Gäste umstrittener Foulstrafstoß
(Meyer fiel im Zweikampf) stellte
die Weichen. Zwar parierte der Crossener Tormann Demmlers Schuss,
doch als der Ball von dessen Körper
über die Linie sprang, hatte der RFC
ganz einfach Glück.
Petzold trifft in Nachspielzeit
Der Gast gab sich zwar nicht geschlagen, doch verlief die Partie ereignisarm bis in die Schlussminute.
Ausnahme: Gelb-Rot für Sachs in der
73. Minute nach wiederholten Foulspiel. In der Nachspielzeit setzte der
RFC sogar noch einen drauf. Einsiedel betätigte sich auf der linken
Außenbahn als exzellenter Flankengeber. Den in den Rücken der TSVAbwehr gezogenen Ball brachte der
eingewechselte Petzoldt mit dem
Kopf im Netz unter. Es war die letzte
Aktion. Für Petzold wie auch für
Demmler waren es an diesem regnerischen Nachmittag die jeweils ersten Saisontore.
Da zeitgleich Tabellenführer Rapid Chemnitz gegen Stollberg die
Oberhand behielt (1:0), bleibt ganz
oben alles beim Alten. Mit einem
Punkt weniger geht der RFC in zwei
Wochen nach der Osterpause die
restlichen neun Runden an.
STATISTIK RFC: Seyfarth, Seidel (V), Meyer
(84. Landmesser), R. Persigehl (62. Petzold),
Einsiedel, Particke, Gärtner, Papkalla (72. Nötzel), Joost, Gorschinek, Demmler. Tore: 1:0
Einsiedel (44.), 2:0 Demmler (63./Foulelfmeter), 3:0 Petzoldt (90.+1). Schiedsrichter:
Conrad (Großbothen). Zuschauer: 180.
Vogtländer gut dabei
Zwei Titel gewonnen
Fußball: Platz 2 und 3 beim Oldieturnier in Zwickau
Ringen: Plauener und Markneukirchener siegreich
ZWICKAU — Beim
GELENAU — Nachwuchsringer Friedrich Fouda vom ASV Plauen hat sich
am Samstag in seiner Gewichtsklasse den Mitteldeutschen Meistertitel
in der A-Jugend erkämpft. Im erzgebirgischen Gelenau setzte er sich
souverän durch. Kevin Drehmann
vom KSV Pausa kehrte mit einer Silbermedaille zurück. Im Limit bis
100 kg gab es mit Franz Richter aus
Markneukirchen nur einen weite-
Hallenfußballturnier des Kreisverbandes Zwickau
gestern in der Sporthalle Mosel belegte die Ü-60-Mannschaft der Göltzschtalauswahl mit nur einem Punkt
Rückstand auf das siegreichen Team
der Auswahl Franken den zweiten
Platz (13 Punkte). Punktgleich mit
der Göltzschtalauswahl wurde das
Team Vogtländer Dritter. Die weiteren Platzierungen der Vogtländer
beim anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Europacupspiele der BSG
Sachsenring Zwickau 1975/76 mit
dem Erreichen des Halbfinales stattfindenden Turniers: Reichenbacher
FC (5. Platz/4 Punkte), Auswahl
Plauen (6./3) und SG Pfaffengrün
(7./1). Peter Oheim (Team Vogtländer) wurde als bester Spieler und
Horst Fröber (Göltzschtalauswahl)
als bester Torschütze geehrt. (tau)
ren Starter. Der Germania-Athlet
setzte sich klar 14:0 durch und trug
anschließend mit Fouda noch einen
Freundschaftskampf aus. Dieser
blieb lange spannend, erst am Ende
setzte sich Richter durch. In Gelenau dabei waren auch Julian Jahn,
Janko Hergenhahn, Cedric Riedel,
Jonas Valtin (alle ASV) und Tobias
Knittel, Chris Militzer sowie Nils
Buschner (alle KSV Pausa). (rjö)
POTSDAM — Zum Abschluss der Vorrunde in der B-Gruppe der Wasserball-Bundesliga ist dem SVV Plauen
eine Überraschung gelungen. Die
Vogtländer gewannen am Samstag
bei Tabellenführer OSC Potsdam 9:7.
Die Leistung ist umso bemerkenswerter, da die Brandenburger im eigenen Becken seit 18 Spielen ungeschlagen waren. „Dieses Resultat
hätten wir im Voraus nicht erwartet.
Heute hatten wir in der ersten Hälfte
einen sehr guten Lauf, bei dem alles
klappte und der rückblickend spielentscheidend war. Dieser Ausgang
ist extrem wichtig für die Moral und
das Selbstbewusstsein der Mannschaft. Wir haben uns gezeigt, wozu
wir in der Lage sind“, war SVV-Coach Jörg Neubauer mit der Leistung
seiner Mannschaft voll zufrieden.
Die Gäste setzen Potsdam gleich
zu Beginn unter Druck und hatten
sich bis zum Ende des ersten Viertels
eine 3:0-Führung herausgespielt.
Das unbekümmerte, aber bestimmte Auftreten der Plauener deckte
sich mit den Prämissen ihres Trainers: „Wir fuhren befreit nach Potsdam, da wir wussten, dass es nichts
zu verlieren gibt.“ Die NeubauerJungs nutzten die erkämpften Chancen konsequent und leisteten auch
in der Verteidigung eine saubere Arbeit. Kam doch mal ein Ball durch,
verzweifelten die Gastgeber am wiederholt überragend aufgelegten
SVV-Schlussmann Mihaly Peterfy.
Der reaktionsschnelle Ungar parierte mehrere Großchancen und sogar
einen 5-Meter-Strafwurf.
Die Hausherren ließen sich jedoch nicht entmutigen und starteten in der zweiten Hälfte eine
schnelle Aufholjagd. Im dritten
Viertel kamen sie bis auf 5:8 heran.
Die Plauener hingegen waren mittlerweile durch viele Herausstellungen belastet. „Gegen Ende wurde es
ziemlich eng für uns. Wir haben versucht, das Spiel durch taktische
Maßnahmen über die Zeit zu retten“,
so Jörg Neubauer. Als Tabellendritter nach der Vorrunde treffen die
Plauener in den Playoffs nun auf den
Sechsten der A-Gruppe, den SV
Cannstatt. Die erste Partie im Modus
Best-of-five findet am 11. April statt.
TENNIS
Herren 40 freuen
sich über Staffelsieg
ZWICKAU
— Die Herren-40-Mannschaft des VTC 1892 Reichenbach
hat am Samstag in Zwickau auch
das letzte Saisonspiel der Winterrunde im Tennis gewonnen und damit den Bezirksmeistertitel ins Vogtland geholt. Die Reichenbacher gaben in der Besetzung René Rommer,
Andreas Grünwald, Burkhard Fritz
und Jürgen Hanzlik gegen den TC
Frankenberg weder im Einzel noch
im Doppel ein Spiel ab und gingen
so als 12:0-Sieger vom Platz. Hinter
Reichenbach belegten in der sechs
Mannschaften starken Staffel der
ETC Crimmitschau und Ifa Chemnitz die Ränge 2 und 3. (rupp)
WASSERBALL
U-17-Team unterliegt
im Viertelfinale
HILDESHEIM — Die U-17-Wasserballer
des SVV Plauen haben den Einzug
ins Halbfinale um die Deutsche
Meisterschaft verpasst. Das Team
unterlag am Samstag im Rückspiel
Hellas Hildesheim 8:15 und tritt
nun in der Runde um die Plätze 5 bis
8 an. Nach dem Unentschieden in
der Vorwoche konnte das Team von
Trainer Torsten Schmidt die Partie
lange Zeit ausgeglichen gestalten.
Erst zum Ende des dritten Viertels
zogen die Gastgeber. (jeel)
Neumarker bleiben 2015 weiter ohne Niederlage
Die SpVgg gewann in der
Fußball-Vogtlandklasse das
Derby gegen Netzschkau.
Einen Achtungserfolg verbuchte der SV Coschütz.
SpVgg Heinsdorfergrund – Wacker Plauen
0:5 (0:1). Tore: 0:1 Theilig (37./Eigentor), 0:2
Chr. Schneider (51.), 0:3 Felkel (63.), 0:4, 0:5
Heintze (70., 88./Elfmeter); SR: A. Wehner
(Wernesgrün); Zuschauer: 70; Reserven: 0:3.
Der Krösus der Spielklasse war
für die ersatzgeschwächten Heinsdorfer eine Nummer zu groß. Ausgerechnet ein Eigentor leitete das Debakel ein. Bis dahin stand die Spielvereinigung hinten gut, konnte aber
90 Minuten lang keine Entlastung
schaffen. Eine zwingende Torchance
besaß der Gastgeber auf seinem alten Platz nicht. Nach dem Seitenwechsel machte Wacker alles klar.
Den Endstand besorgte Torjäger
Heintze mit seinen Saisontreffern
Nummer 14 und 15. (ckn)
SV Coschütz – SG Unterlosa 1:1 (0:1). Tore:
0:1 Hommel (4./Elfmeter), 1:1 Ulinski (51.); SR:
Hoyer (Werda); Zuschauer: 110; Reserven: 2:1.
Bis zur Halbzeit gab keiner einen
Pfifferling auf die Coschützer. Nur
der zuletzt beim 3:8-Debakel beim
1. FC Wacker Plauen patzende Torwart Niemand hielt seine Farben im
Rennen. Nur in der vierten Minute
musste er sich bei einem Elfmeter
geschlagen geben. Die schwache
Chancenverwertung sollte sich für
die Unterlosaer nach dem Wechsel
rächen. Im Zentrum schraubte sich
Ulinski nach einem Eckstoß am
höchsten und köpfte zum Ausgleich
ein. Die Freude darüber währte nur
kurz. Schiek erlitt einen Schien- und
Wadenbeinbruch. Nach 28 Minuten
Unterbrechung wurde weitergespielt. Coschütz drängte auf das
Siegtor, wobei Petzold die beste
Chance dafür vergab. (grub)
SpVgg Neumark – TSV Nema Netzschkau
2:0 (1:0). Tore: 1:0, 2:0 T. Herrmann (41., 82.);
SR: Wilhelm (Rotschau); Rot: Schwarz
(Netzschkau, 60., Schiedsrichterbeleidigung);
Zuschauer: 125; Reserven: 4:1.
Neumark bleibt 2015 weiter unbesiegt und hat den Klassenerhalt
fast perfekt. Bei den Gästen werden
die Sorgenfalten nach der zweiten
Niederlage in Folge ohne eigenen
Treffer wieder größer. Obwohl sich
beide Teams zwischen den Strafräumen keine großen Vorteile erarbeiteten, war die Spielvereinigung wesentlich gefährlicher. Bereits nach
vier Minuten rettete der Gästeschlussmann mit einer gedanken-
schnellen Parade gegen Herrmann.
Noch vor der Pause fiel das 1:0. Einen
Eckball von Sommer köpfte Herrmann ein. Nach der Pause schwächte sich der Gast selbst. Schwarz sah
Rot wegen Beleidigung. In Unterzahl wirkte der TSV sogar mutiger.
Pech hatte Leubner, als sein 20-Meter-Freistoß an den Balken klatschte
(70.). Als Herrmann in den Schlussminuten zum zweiten Mal traf, war
die Sache für Neumark klar. (bres)
WEITER SPIELTEN
VFC Adorf – Concordia Plauen 4:1 (0:0).
Tore: 1:0 Schneider (49.), 2:0 Polster (51.), 3:0
Gündel (78.), 3:1 Glauß (81.), 4:1 Jäckel (83.);
SR: Joram (Eichigt); Zuschauer: 65; Reserven:
0:7.
Weischlitz – Wernitzgrün 1:2 (0:2). Tore:
0:1, 0:2 Polster (11., 42./Elfmeter), 1:2 Kaiser
(50./Elfmeter); SR: Roth (Lauterbach); Rot:
Laux (Wernitzgrün, 48., Notbremse); Zuschauer: 90; Reserven: 6:0.
Straßberg – Bobenneukirchen 4:1 (4:0).
Tore: 1:0 Kleber (12.), 2:0 Palatzke (19.), 3:0
Reinhold (24./Elfmeter), 4:0 Kleber (31.), 4:1
Neubert (64.); SR: Poller (Rempesgrün); Zuschauer: 83; Reserven: 4:1.
Traktor Lauterbach – VfL Reumtengrün 1:2
(1:1). Tore: 1:0 Pietracz (13.), 1:1 Meisel (19.),
1:2 Ficker (77.); SR: Langner (Kottengrün); Zuschauer: 45; Reserven: 3:1.
In den ersten 45 Minuten sahen
die Zuschauer ein ausgeglichenes
Spiel mit leichten Feldvorteilen für
die Gastgeber. Lauterbachs frühe
Führung beantwortete Reumtengrün nur sechs Minuten später.
Nach einem Eckstoß für die Heimelf
in der 60. Minute parierte der Reumtengrüner Keeper den Schuss von
Jürgensen hinter der Linie. Schiedsrichter Langner gab den Treffer nach
Rücksprache mit seinem Assistenten aber nicht. Lauterbach versuchte erneut zum Torerfolg zu kommen, wurde jedoch nicht belohnt.
Stattdessen gelang den Gästen bei einen Konter der 2:1-Siegtreffer durch
Torjäger Ficker. (path)
Der Neumarker Verteidiger Sebastian Herrmann (rechts) kommt in dieser
Szene gegen Nema-Kicker Tristan Giegold einen Tick zu spät. Sein Bruder
Toni Herrmann sicherte jedoch dem Gastgeber den Sieg.
FOTO: FRANKO MARTIN
S8 Freie Presse
LOKALSPORT
FUSSBALL
Vogtlandklasse Frauen
Großfriesen
- Rotschau
1. Erlbach
2. Pfaffengrün/Zobes
3. Großfriesen
4. Taltitz/Leubnitz
5. VfB Auerbach
6. Oelsnitz
7. Wernesgrün
8. Coschütz
9. Rotschau
10. Eichigt
Sp
13
12
13
13
13
13
13
13
12
13
12:0
Tore
73:11
39:22
56:16
34:15
36:38
25:27
35:46
19:40
7:75
19:53
Vogtlandliga Männer
Syrau
- Lengenfeld
VfB Auerbach II - Kottengrün
Neustadt
- Wernesgrün
Stahlbau Plauen - Irfersgrün
Rodewisch
- Grünb.-Falkenst.
Schöneck
- Schreiersgrün
Werda
- Oelsnitz
1. Kottengrün
2. Oelsnitz
3. Neustadt
4. Schreiersgrün
5. Werda
6. Grünb.-Falkenst.
7. Rodewisch
8. Syrau
9. Lengenfeld
10. Stahlbau Plauen
11. Irfersgrün
12. VfB Auerbach II
13. Schöneck
14. Wernesgrün
Sp
17
18
17
18
18
18
17
17
18
18
18
18
18
18
Tore
53:19
45:31
48:21
47:36
37:22
33:35
48:31
31:38
30:47
25:39
18:41
38:28
21:47
22:61
Vogtlandklasse Männer
Neumark
- Netzschkau
Coschütz
- Unterlosa
Weischlitz
- Wernitzgrün
Straßberg
- Bobenneukirchen
Heinsdorfergrund - Wacker Plauen
Lauterbach
- Reumtengrün
Adorf
- Concordia Plauen
1. Wacker Plauen
2. Unterlosa
3. Reumtengrün
4. Neumark
5. Wernitzgrün
6. Straßberg
7. Adorf
8. Weischlitz
9. Coschütz
10. Concordia Plauen
11. Netzschkau
12. Heinsdorfergrund
13. Lauterbach
14. Bobenneukirchen
Sp
18
18
18
18
17
18
17
18
18
17
18
18
18
17
Tore
62:19
47:28
34:30
33:27
31:25
31:40
32:30
29:33
27:31
27:34
27:33
20:32
19:24
17:50
Kreisliga Männer Staffel 1
Weißensand
- Eintr. Auerbach
Morgenröthe-R. - Brunn
Rebesgrün
- Treuen
Ellefeld
- Muldenhammer
Rempesgrün
- Rotschau
Wildenau
- Pfaffengrün
R’bacher FC II
- Bergen
1. Ellefeld
2. Treuen
3. Rotschau
4. Bergen
5. R’bacher FC II
6. Wildenau
7. Morgenröthe-R.
8. Brunn
9. Rebesgrün
10. Eintr. Auerbach
11. Muldenhammer
12. Pfaffengrün
13. Rempesgrün
14. Weißensand
Sp
18
18
17
17
18
17
16
16
17
17
18
18
17
18
Tore
54:19
40:21
72:22
34:13
44:28
43:27
44:34
35:36
36:37
24:43
17:51
16:55
22:64
23:54
Kreisliga Männer Staffel 2
Erlbach
- Plauen Nord
Oelsnitz II
- Eichigt
Lok Plauen
- Großfriesen
Mühltroff
- Triebel
Leubnitz
- Klingenthal
Jößnitz
- Kürbitz
Tirpersdorf
- Ranch Plauen
1. Mühltroff
2. Lok Plauen
3. Jößnitz
4. Tirpersdorf
5. Ranch Plauen
6. Kürbitz
7. Erlbach
8. Leubnitz
9. Oelsnitz II
10. Plauen Nord
11. Klingenthal
12. Triebel
13. Großfriesen
14. Eichigt
Sp
18
18
18
18
18
18
17
18
17
18
18
18
18
18
2:2
3:3
3:1
3:0
2:3
3:1
0:1
P
44
36
34
32
31
31
29
21
20
19
16
13
9
9
2:0
1:1
1:2
4:1
0:5
1:2
4:1
P
45
35
31
29
29
26
25
23
22
21
20
20
16
8
2:2
4:2
1:3
2:0
1:4
3:0
1:2
P
44
39
38
35
33
32
28
26
20
15
8
8
7
5
1:1
3:2
2:1
1:0
0:0
4:1
0:0
Tore
38: 9
41:27
43:22
32:20
32:27
28:35
33:27
29:23
27:27
22:42
26:27
27:43
20:28
22:63
1. Kreisklasse Männer Staffel 1
Limbach
- SpuBC 90 Plauen
Taltitz
- Reuth
Zobes
- Dorfstadt
Ruppertsgrün
- VFC Reichenbach
Rothenkirchen
- Trieb
Post Plauen
- Bad Elster
P
42
36
31
28
26
24
23
21
21
21
18
17
16
3
0:4
4:3
1:2
0:1
2:0
3:1
Tore
54:22
42:18
37:23
32:26
37:40
22:36
36:29
25:32
27:36
19:37
18:36
20:34
P
33
31
29
20
19
18
17
13
13
13
12
5
1. Kreisklasse Männer Staffel 2
Großzöbern
- Brunn II
Pausa
- Elsterberg
Grünb./Falkenst. II - Markneukirchen
Fortuna Plauen II - Bad Brambach
Sp Tore
1. Bad Brambach
13
32:16
2. Pausa
13
34:24
3. Fortuna Plauen II
13
34:27
4. Großzöbern
13
23:31
5. Brunn II
13
24:35
6. Grünb./Falkenst. II
13
28:30
7. Elsterberg
13
22:26
8. Markneukirchen
13
18:26
0:3
2:1
2:3
2:2
P
28
24
22
17
14
13
13
13
1. Taltitz
2. SpuBC 90 Plauen
3. Dorfstadt
4. Reuth
5. Post Plauen
6. Limbach
7. Ruppertsgrün
8. Trieb
9. Rothenkirchen
10. VFC Reichenbach
11. Zobes
12. Bad Elster
Sp
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
14
P
35
27
24
24
21
18
13
10
7
6
Montag, 30. März 2015
Gute Noten für die Vogtlandmeisterschaft
Die Turner des TV Falkenstein und der SG Tobertitz
haben beim Höhepunkt
am Samstag in Treuen die
meisten Titelträger gestellt.
Das Fazit fiel insgesamt –
mit ganz wenigen Abstrichen – sehr positiv aus.
Die Vogtlandmeister
VON RALF WENDLAND
Lisa Freitag steuerte in der AK 14/15
Gold für den TSV Plauen bei.
TREUEN — Die Vogtlandmeister im
Turnen stehen seit Samstag fest. Die
Zweifeld-Sporthalle in Treuen erlebte dabei einen wahren Wettkampfmarathon, denn dort wurden einmal mehr die Titelkämpfe für alle
Altersklassen ausgetragen. Am Start
waren 114 Sportler aus acht vogtländischen Vereinen. Die Ausrichter
vom TV 1843 Treuen zeigten sich
zufrieden. Was Vereinschefin Liane
Seifart besonders freut: „In den
jüngsten Jahrgängen haben wir die
meisten Teilnehmer.“
Die Vogtlandmeisterschaft galt
zugleich als Qualifikation für die Bezirksmeisterschaft. Bei der starten
die jeweils besten Acht jeder Altersklasse. Uwe Wetstein von der SG Tobertitz ist neuer Vorsitzender des
Turnkreises Vogtland. Er zieht ein
positives Resümee: „Es ist ein gelungener Wettkampf. Man sieht schon
sehr gute Leistungen. Jeder Verein
hat seine Talente.“ Was Wetstein begrüßen würde ist, wenn wieder ein
paar mehr Jungs den Weg zum Turnen finden würden: „An der Stelle
sind die Vereine eher dünn besetzt.“
Elain Thoß vom TV 1840 Falkenstein hat in der AK 12/13 weiblich
Pflicht den Titel geholt. Die Zwölfjährige, die erstmalig bei dieser
Für die SG Tobertitz hat unter anderem Moritz Grimm einen Titel erturnt. Er
bekam bei den Jungs der AK 10/11 die besten Noten.
FOTOS: RALF WENDLAND (3)
Elain Thoß vom TV Falkenstein siegte in der Pflicht der AK 12/13.
Meisterschaft ganz vorn steht, ist bescheiden: „So stark war meine Altersklasse nicht besetzt. Es ging mit
der Konkurrenz.“ Ihr Lieblingsgerät
ist der Stufenbarren, wo sie mit einer
Wertung von 9,15 richtig punkten
konnte. Ebenfalls zum Falkensteiner Team gehört Colin Kratzer,
und auch er ist stolz auf seinen Vogtlandmeister-Titel in der AK 12/13
Pflicht. Der Elfjährige meint: „Es ist
sieg erturnt. Die Plätze 2 und 3 gingen an Teams des TSV Plauen, TSV
Nema Netzschkau und TV Ellefeld.
In der Kür-Übung der AK 11 gewann
die Mannschaft der SG Jößnitz.
Annemarie Voigt, die Abteilungsleiterin Turnen beim TV Ellefeld, ist
mit der Leistung ihrer Schützlinge
soweit zufrieden: „Für den Trainingsstand, den die Sportler haben,
können wir zufrieden sein. Die Akti-
gut gelaufen, besonders am Barren.
Es hat Spaß gemacht und ich bin
froh, dass ich dabei sein konnte.“
Elke Roth gehört zum TrainerTeam des TV 1840 Falkenstein: „Der
Wettkampf war erfolgreich für uns.
Wir haben einige Platzierungen erreicht und die Qualifikation für den
Bezirk.“ Im Pflichtbereich der AK 7,
AK 8/9 und AK 10/11 haben die Falkensteiner zudem den Mannschafts-
Oelsnitz ist die Mannschaft der Stunde
Der SV Merkur fuhr in der
Fußball-Vogtlandliga den
sechsten Sieg in Folge ein.
Dagegen ließ Spitzenreiter
Kottengrün erneut Federn.
Die größte Überraschung
gelang dem VfB Schöneck.
VfB Auerbach II – SV Kottengrün 3:3 (2:1).
Tore: 1:0 Kramer (7.), 2:0 Herold (8.), 2:1 Stöhr
(18.), 3:1 Löser (59.), 3:2, 3:3 Wiegand (60.,
84.); SR: Gäbler (Rodewisch); Zuschauer: 127;
Reserven: 1:3.
Mit einem blauen Auge kam Spitzenreiter Kottengrün davon. Die abstiegsbedrohten Hausherren brachten den Favoriten an den Rand der
Niederlage. Nach einem frühen
Doppelschlag schien Auerbach auf
der Siegerstraße. Stöhrs Anschluss
brachte Kottengrün heran, aber Löser baute den VfB-Vorsprung wieder
auf zwei Tore aus. „Am Ende hat die
Erfahrung den Unterschied gemacht“, blickt Auerbachs Trainer
Singer auf die Schlussphase zurück,
in der erst Kottengrüns Routinier
Wiegand auf 2:3 verkürzte. Kurz darauf fehlte Sturm die Abgeklärtheit
für die Vorentscheidung zugunsten
des VfB. Statt des 4:2 fiel doch noch
der Treffer zum 3:3. Von Eckstein
über Wemme zu Wiegand – das Kottengrüner Trio ehemaliger Auerbacher sorgte für den Endstand. (masc)
jetzt besser im Spiel. In der Endphase hatte VfB-Torjäger Herzog das
Siegtor auf dem Fuß, scheiterte aber
am glänzend reagierenden Zöphel.
Pech hatte Wolf in der Nachspielzeit, als er nur die Latte traf. (mict)
SG Neustadt – Grün-Weiß Wernesgrün 3:1
(1:0). Tore: 1:0 Bettsack (10./Elfmeter), 2:0
Faktor (47.), 3:0 Stock (60.), 3:1 Siska (79.); SR:
Blöthner-Teichmann (Coschütz); Zuschauer:
78; Reserven: 7:2.
Neustadt hat das Rennen um den
zweiten Platz aufgenommen. Dosek
besaß zwar die erste Großchance für
die Gäste, die aber in der Folge harmlos blieben. Nach Bettsacks verwandelten Elfmeter war Neustadt Herr
im Haus, ohne Tore nachzulegen.
Wernesgrüns Keeper Weidlich hielt
einige Male großartig. Die Vorentscheidung fiel nach dem Wechsel.
Danach schaltete die SG zurück.
Wernesgrün kam durch Siska per
Kopf zum Ehrentreffer und war mit
dem Ergebnis gut bedient. (stef)
Stahlbau Plauen – BSV Irfersgrün 3:0
(2:0). Tore: 1:0 Bär (16.), 2:0 Jentsch (39.), 3:0
Bär (70.); SR: Balczuweit (Lengenfeld); Zuschauer: 22; Reserven: 1:1.
Einen ganz wichtigen Sieg landete Stahlbau gegen den Tabellennachbarn im Abstiegskampf. Plauen
spielte im ersten Abschnitt richtig
gut. Aufgrund der Chancenvorteile
– unter anderem scheiterte Bär noch
am Pfosten – war die 2:0-Führung
hochverdient. Nach der Pause hatten die Gastgeber das Glück des
Tüchtigen. Der Stahlbau-Keeper verhinderte mehrfach den Anschlusstreffer. Bär stellte mit seinem zweiten Tor die Weichen auf Sieg. BSVKapitän Stuckenbrock setzte danach einen Strafstoß an den Pfosten.
SG-Spielertrainer Jentsch: „Jetzt können wir uns im nächsten Auswärtsspiel in Wernesgrün ganz aus der
Abstiegszone verabschieden.“ (kare)
VfB Schöneck – SV Fronberg Schreiersgrün
3:1 (1:0). Tore: 1:0 Kreul (20.), 1:1 Fahrenholz
(58.), 2:1 Hopf (79.), 3:1 Richter (85.); SR: Sonnemann (Muldenhammer); Zuschauer: 15; Reserven: 3:3.
Schöneck fuhr einen unerwarteten, aber verdienten Sieg ein. Zu Beginn investierte der VfB mehr ins
Spiel und ging in Führung. Kreul
verletzte sich jedoch dabei schwer
und musste ins Krankenhaus. In der
SC Syrau – VfB Lengenfeld 2:2 (2:2). Tore:
1:0 Wolf (13.), 2:0 Schaller (21.), 2:1 T. Rudolph
(28.), 2:2 P. Rudolph (31.); SR: Heinz (Jößnitz);
Zuschauer: 49; Reserven: 1:2.
Die Heimelf startete furios. Wolf
schlug den Ball von der Mittellinie
aufs Gästetor. Der Lengenfelder Keeper verschätzte sich, und die Kugel
ging vom Innenpfosten ins Tor. Syrau machte weiter Druck. Nach einem Freistoß stieg Schaller am
höchsten und köpfte zum 2:0 ein.
Die Heimelf versäumte es nachzulegen. Stattdessen führte ein Torwartfehler zum Anschluss. Nur drei Minuten später gelang Rudolph per Heber der Ausgleich. Lengenfeld war
Kaum ein Durchkommen durch Merkurs Defensive gab es gestern für die
Werdaer Gastgeber. Hier versucht FC-Kicker Manuel Strobel (links) am Oelsnitzer Manuel Wunderlich vorbeizuziehen.
FOTO: HARALD SULSKI
Folgezeit ließen die Gäste einige
Chancen liegen. Nach dem Wechsel
traf Fahrenholz unhaltbar zum 1:1.
In der Schlussviertelstunde verwandelte Hopf einen Freistoß direkt, ehe
Richter nach guter Vorarbeit von
Witt den Sieg sicherte. (mame)
Pflicht: AK 7 weiblich: Alma Wierick
(TV Falkenstein). AK 7 männlich: Karl
Jacob (TV Ellefeld). AK 8/9 weiblich:
Yvonne Espig. AK 8/9 männlich: Johann Hopf (beide TV Falkenstein). AK
10/11 weiblich: Leonie Walther. AK
10/11 männlich: Moritz Grimm (beide
SG Tobertitz). AK 12/13 weiblich: Elain
Thoß. AK 12/13 männlich: Colin Kratzer (beide TV Falkenstein).
Kür: LK 4 bis 11 Jahre weiblich: Emma
Scherzer (SG Jößnitz). LK4 12/13 Jahre weiblich: Leonie Netzsch. LK4 14/
15 Jahre weiblich: Josephin Leidel.
LK4 16/17 Jahre weiblich: Anneliese
Seidel (alle TV Falkenstein). LK4 18+
Jahre weiblich: Tabitha Fischer (TSV
Nema Netzschkau). LK3 bis 11 Jahre
weiblich: Nelly Brust. LK3 12/13 Jahre
weiblich: Nathalie Schubert (beide SG
Jößnitz). LK3 14/15 Jahre weiblich:
Lisa Freitag (TSV Plauen). LK3 16/17
Jahre weiblich: Larissa Armbruster
(SG Jößnitz). LK3 18+ Jahre weiblich:
Juliane Mergner (TSV Plauen). LK4 13
Jahre und jünger männlich: Martin
Bendig. LK4 14/15 Jahre männlich:
Delias Kießlin. LK3 16/17 Jahre männlich: Pascal Fock. LK2 12/13 Jahre
männlich: Johannes Wetstein (alle SG
Tobertitz. LK4 50-54 Jahre männlich:
Dieter Anders (SG Kürbitz). LK3 45-49
Jahre männlich: Mike Wetstein (SG Tobertitz).
ven haben wirklich ihr Bestes gegeben. Mehr ist derzeit nicht drin. Es
ist schwierig mit dem Training,
wenn Übungsleiter fehlen.“
Für jene Sportler, die sich in
Treuen qualifiziert haben, geht es
bei den Bezirksmeisterschaften weiter. Der Wettkampf für die Pflichtturner startet am 25. April in Annaberg, die Kürturner sind am 2. Mai in
Chemnitz gefordert.
Sprinterin holt
EM-Silber im
Doppelpack
Leichtathletik: Heike
Martin überzeugt in Polen
TORUN — Mit zwei Silbermedaillen
FC Werda – Merkur Oelsnitz 0:1 (0:0). Tor:
Chr. Hirsch (61.); SR: Brinkel (Chemnitzer
PSV); Zuschauer: 60; Reserven: 3:1.
Oelsnitz behielt glücklich die
Oberhand und setzte damit seinen
Lauf fort. Werda stand sehr gut und
ließ kaum Tormöglichkeiten zu. In
der 22. Minute musste der Gästekeeper erstmals ernsthaft eingreifen, als
Strobel abzog. Nach der Pause erhöhte Merkur den Druck, blieb aber
weiter ohne Erfolg. In der 67. Minute war es dann Christian Hirsch, der
eine Unachtsamkeit ausnutzte und
per Flachschuss traf. Werda versuchte danach noch einmal alles, doch
der starke Oelsnitzer Torwart Thoß
blieb immer Sieger. (fp)
1. FC Rodewisch – Grünbach-Falkenstein
2:3 (2:2). Tore: 1:0 Wolf (10.), 1:1 Lehmann
(24.), 1:2 Frank (42./Elfmeter), 2:2 Wolf (45.),
2:3 Ebersbach (63.); SR: Vogt (Treuen); GelbRot: Andrs (Grünbach-Falkenstein, 42.),
Ebersbach (Grünbach-Falkenstein, 85.); Zuschauer: 81; Reserven: 7:1.
Der 1. FC Rodewisch kämpft vergeblich gegen seinen Heimfluch an.
Von den letzten fünf Pflichtspielen
daheim gingen vier verloren. Dabei
begann die Partie trotz Personalsorgen verheißungsvoll. Früh hämmerte Wolf das Leder aus 20 Metern in
die Maschen. Lehmann glich für
Grünbach eine Viertelstunde später
aus. Mit der zweiten Chance gingen
die Gäste vier Minuten vor der Pause
sogar in Führung. Frank war vom
Punkt erfolgreich. In dieser Phase
schwächten sich die Gäste selbst –
Andrs sah gelb-rot. Mit dem Pausenpfiff schlenzte Wolf einen Freistoß
zum 2:2 ins Tor. Damit keimte wieder Hoffnung beim Gastgeber auf,
der auch im zweiten Durchgang auf
das Grünbacher Gehäuse anrannte.
Das Tor machten aber die Gäste
durch Ebersbach. Sie entführten
glücklich die drei Punkte. (migra)
und einem neuen deutschen Altersklassenrekord ist gestern Heike Martin vom Treuener LV von der Hallen-Europameisterschaft der Leichtathleten aus dem polnischen Torun
zurückgekehrt. Die 42-Jährige hatte
gleich bei ihrem ersten Einsatz für
Furore gesorgt, als sie in 7,84 s über
Heike Martin
Leichtathletin des
Treuener LV
FOTO: PRIVAT
60 m den deutschen Rekord in der
Altersklasse W 40 verbesserte. „Das
hat mich sehr gefreut, weil die alte
Bestmarke aus dem Jahr 2000 datiert
und demzufolge schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.“ Im Endlauf
fehlten der gebürtigen Plauenerin
zwei Hundertstelsekunden zu Gold.
Die hatte sie schon am Start liegen
lassen, weil sie nach einem Fehlstart
besonders vorsichtig agierte, um
nicht disqualifiziert zu werden.
Über 200 m war sie nach Platz 5 im
Vorlauf letztlich mit Silber vollauf
zufrieden. „Das war das Maximale,
was von der Bahn 2 aus drin war“,
sagte Heike Martin, auch wenn sie
zuletzt bei der Deutschen Meisterschaft in 26,32 s noch schneller als
in Torun (26,78 s) war. Insgesamt fiel
ihr Fazit der Titelkämpfe durchweg
positiv aus. „Landschaft und Hotel
waren sehr schön, die Leute alle
freundlich. Das hat gepasst“, sagte
die Sprinterin, die im August versuchen wird, auch bei der Weltmeisterschaft in Frankreich nach einer
Medaille zu greifen. „Das ist mein
Wunschtraum“, sagt sie. „Aber ob er
umzusetzen ist, hängt natürlich
auch davon ab, welche Konkurrenz
aus Übersee anreist.“ (tyg)
KIND & KEGEL
Freie Presse
Montag, 30. März 2015
Fernsehen
Ein Porträt der
Verteidigungsministerin Ursula
von der Leyen
Seite A3
Seite A1
Kindermund tut Wahrheit kund
NACHRICHTEN
GESUNDHEIT
Feucht-kalte Luft
gegen Pseudokrupp
Starker, bellender Husten bei Kindern kann auf Pseudokrupp hindeuten. Auch hörbares Einziehen der
Luft beim Einatmen kann ein Indiz
für diese Atemwegserkrankung
sein. Häufig treten die Beschwerden
abends oder nachts und meist nach
Erkältungen auf, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Bei Pseudokrupp ist die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und
der Stimmbänder entzündet und angeschwollen. Kalte und feuchte Luft,
etwa durch das offene Fenster, kann
die Atemnot lindern. (dpa)
PSYC HOLOGIE
Patchwork-Eltern
wollen Perfektion
In Patchwork-Familien setzen sich
Erwachsene häufig sehr stark unter
Druck, dass das Familienleben gelingen muss. Das kann eine Art Rechtfertigung sein. Die letzte Beziehung
ist gescheitert, doch in der neuen Familie wird es besser – so die Hoffnung. Enttäuschungen sind dann
häufig vorprogrammiert, berichtet
die Zeitschrift „Kinder“. Um den
Druck loszuwerden, können sich Eltern vornehmen, nach dem Motto
zu handeln: „Wir probieren es mal
und tun unser Bestes.“ (dpa)
INTERNET
Altersangaben
in Apps zweifelhaft
In Download-Plattformen für Apps
können Kinder auf ungeeignete Angebote stoßen. Deshalb kümmern
Eltern von Kindern bis zwölf Jahren
sich um die Installation geeigneter
Apps am besten selbst. Das empfiehlt die Initiative „Schau hin!“. Außerdem sollten sich Eltern nicht auf
die Alterskennzeichnung verlassen,
mit der Google Spiele und andere
Apps in seiner Download-Plattform
Play Store ab 1. Mai international
versehen will. Sie sollten die Angebote selbst prüfen. (dpa)
RE ISEN
Neue Suchmaschine
für Familienhotels
Eine neue Webseite will Urlaubern
bei der Suche nach kinderfreundlichen Hotels helfen. Derzeit sind
über 350 Hotels in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien und anderen Ländern gelistet. Es stehen
knapp 100 Suchkriterien zur Verfügung. Ziel der Seite sei es, eine möglichst umfassende Datenbank mit
europäischen Familienhotels aufzubauen, sagt Betreiber Erwin Oberascher. Hoteliers können ihre Häuser
kostenlos präsentieren. (dpa)
» www.kinderhotel.info
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&)!) /// / / "+*
3598456-10-1
andere zu nehmen.“ Diese Fähigkeit
beginne etwa im Vorschulalter, die
Psychologin nennt ein Beispiel: „Da
war beispielsweise ein fünfjähriges
Mädchen, das auf gar keinen Fall
wollte, dass seine Mutter sich oben
ohne an einem Strand sonnt, es war
kein FKK-Strand. Sie hat bemerkt,
dass andere am Strand bekleidet
sind und wollte nicht, dass sich ihre
Mutter bloßstellt.“
Bettina Schuhrke ist überzeugt:
Sämtlichen möglicherweise peinlichen Situationen, in denen Kinder
etwas ausplaudern, kann man nicht
vorbeugen. „Da müsste man sich
mit seinen Aussagen und seinem
Verhalten ja ständig kontrollieren.“
Wenn so etwas passiert, sei es wichtig, dass die Eltern reflektieren:
Warum ist mir das überhaupt peinlich? Dann sollten sie mit dem Kind
darüber sprechen und ihre Gefühle
erklären.
Es ist oft peinlich, man will
im Erdboden versinken.
Doch Kindern plaudern
alles aus – gerne und laut.
Wie richtig reagieren?
VON CHRISTIANE LÖLL
„Ist das die hässliche Kleid, von das
du gesprecht hast, Mami?“ oder
„Meine Mama blutet aus der Scheide! Deine auch?“: Diese für sie peinlichen, vom Kindermund ausgeplauderten Sätze hat die Berliner Bloggerin „Das Nuf“ ins Netz gestellt. „Ich
habe nichts zu verbergen... . Wie
falsch dieser Satz ist, das wird einem
erst klar, wenn man ein flüssig sprechendes Kind im Kindergartenalter
hat“, schreibt sie im Beitrag „Mama
Leaks“. Denn spätestens ab da habe
man keine Geheimnisse mehr vor
anderen Eltern oder dem Kindergartenpersonal. Details über Toilettengänge oder Meinungen über
unliebsame Verwandte – kleine Kinder reden über vieles und sie tun es
ohne Scham. Doch vielleicht sind
die Eltern daran gar nicht so unschuldig? Lachen sie nicht auch
gern über niedliche Versprecher ihrer Kleinen?
Aber wie reagiert man in solchen
unangenehmen Situationen? Die
Bloggerin hat auch damit ihre Erfahrungen gesammelt und schreibt:
„Ich hielt mich für besonders schlau
und dachte, ach, wenn ich so tue als
ob ich nichts gehört habe, dann
muss ich die Frage nicht beantworten. Das führte aber nur dazu, dass
Kind 3.0 lauter nachhakte: ,IS DAS
DIE HÄSSLISCHE KLEID? MAMAAAAA?‘ Ich errötete und antwortete: Was? Nein! Was meinst du
denn? Hm? Dabei fiel mir auf, dass
meine Stimme schon etwas überbetont fragend, schon leicht ins hysterische abgleitend klang. Ich packte
Kind 3.0 also ohne Schuhe und verließ fluchtartig die Garderobe.“
Doch wann verstehen Kinder,
dass man über bestimmte Sachen
vielleicht nicht mit jedem spricht?
Noch flüstert der Sohn. Reagiert Mama nicht, spricht er lauter.
Im Alter von fünf bis sechs Jahren
verstehen Kinder noch nicht viel
vom Hüten von Geheimnissen, sagt
der Pädagoge Michael Schnabel.
Aber: „Interessanterweise unterscheiden Kinder in diesem Alter
schon zwischen schönen und
schlimmen Geheimnissen.“
Schamgefühl als Lernprozess
Untersuchungen aus den 1990erJahren zeigten demnach, dass jüngere Kinder der Ansicht sind, über
schlimme Geheimnisse müsse man
reden. „Diese Offenheit und das damit verbundene Vertrauen darf
nicht enttäuscht werden. Vielmehr
sollten Eltern ihren Kindern immer
wieder erklären, dass das Gespräch
über schlimme Geheimnisse sogar
überlebenswichtig ist“, erklärt
Schnabel, ehemals wissenschaftli-
cher Mitarbeiter am Staatsinstitut
für Frühpädagogik in München.
Beim Ausplaudern von Details
über Geschmacksfragen der Eltern
geht es aber wohl nicht um den Unterschied zwischen guten und
schlechten Geheimnissen. Es geht
wohl eher um den Lernprozess, den
Kinder durchlaufen: Was ist gesellschaftlich akzeptiert, was ist Privatsphäre und was nicht? Und auch die
Entwicklung von Schamgefühlen
hat etwas damit zu tun, ob Kinder
vor anderen über die Körperhygiene
ihrer Mama oder ihres Papas reden.
„Wenn Kinder etwas aus der Familie ausplaudern, dann ist es wohl
in den meisten Fällen so, dass die Eltern sie nicht extra gewarnt haben,
das nicht weiterzuerzählen“, sagt
Professorin Bettina Schuhrke von
der Evangelischen Hochschule
FOTO: ALIMDI.NET/M3
Darmstadt. Die Psychologin hat unter anderem zu den Themen familiäre Schamregeln geforscht.
„Kinder haben eine andere Perspektive als Erwachsene: Sie verstehen noch nicht die komplizierten
Regeln, dass etwas vor manchen Personen okay ist und vor anderen
nicht.“ Schuhrke und Kollegen hatten vor mehreren Jahren in einer
Studie 41 Familien befragt, und dabei gesehen, dass Kinder zwischen
vier und sieben Jahren ein Gefühl
von Selbstscham entwickeln, etwa
was die eigene Nacktheit oder Toilettengänge angeht.
„Nachdem sie diese Selbstscham
entwickelt haben, kommt auch
noch etwas dazu, das wir die Fähigkeit zur Fremdscham nennen, also
sich stellvertretend für andere zu
schämen, aber auch Rücksicht auf
Keine Redeverbote
Das sieht der Erziehungsberater Ulrich Gerth aus Mainz ähnlich:
„Kommt es zu einer peinlichen Situation in der Kita, weil das Kind zum
Beispiel ausplaudert, dass man die
Mutter eines anderen Kindes nicht
mag, dann liegen die Karten auf dem
Tisch.“ In dieser Situation sollten die
Erwachsenen offen damit umgehen.
Mit dem Kind zu schimpfen, wäre
falsch. Der Vorsitzende der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung
plädiert dafür, so wenig Geheimniskrämerei wie möglich in der Familie
zu betreiben. „Ich denke nicht, dass
man Kindern sagen sollte: ,Das
bleibt unter uns‘. Es sollte keine Redeverbote geben.“
Und wenn es wirklich etwas sei,
was erst einmal in der Familie bleiben sollte, dann sei es wohl besser,
das erst einmal unter den Eltern zu
besprechen. Gerth empfiehlt außerdem einen kritischen Blick auf das
eigene Verhalten: „Es gibt viele Situationen, wo in Anwesenheit der
Kinder über drollige Situationen,
Versprecher, Sprüche oder Fehler
von ihnen gelacht wird. Das ist den
Kindern oft nicht recht und sie fühlen sich unwohl.“ (dpa)
Keine Lust mehr auf Opa und Oma
Großeltern kommen in eine schwierige Situation, wenn ihre heranwachsenden Enkel nicht mehr so oft bei ihnen sein wollen
Noch nie war eine Großelterngeneration so fit. Oma und Opa erleben
mit, wie die Enkel heranwachsen,
sind oft eng ins Familienleben eingebunden. Viele Kinder genießen
das Zusammensein: Oma und Opa
haben Zeit, sind vertraut und lassen
manches durchgehen. Doch dann
kommt der Tag, an dem die mittlerweile zu Teenagern herangewachsen Enkel plötzlich keine Lust mehr
auf die sonntägliche Kaffeerunde
bei Oma und Opa haben. Was tun?
Sich nun zurückzuziehen, weil
die Enkel offenbar kein Interesse
N
un ist es amtlich: Mein Kleiner ist 16 und das Wort
„Kleiner“ verbietet sich von
selbst. 16 – das ist irgendwo zwischen Kind und Erwachsensein,
zwischen eigenständig und schutzbedürftig. Doch wie sollte sein Geburtstag aussehen? Für eine Kinderfeier war er zu alt. Für eine „OldieParty“ (nur reden und essen) war er
noch zu jung.
Ich habe – wie immer – einen Zitronenkuchen für ihn gebacken –
mit einer großen „16“ oben drauf.
Das ist quasi Tradition. Auch bunte
Pappteller mit lachenden Nilpferden mussten sein (mein Kleiner –
Pardon, Jüngster – hat diese Tiere
immer besonders gemocht).
Pünktlich um Mitternacht gab’s
ein Küsschen, und auch der schön
gedeckte, bunte Tisch hat dem
frischgebackenen 16-Jährigen gut
gefallen. Von seinem großen Bruder
mehr an gemeinsamen Aktivitäten
haben, wäre der falsche Weg, sagt Familienberater Jan-Uwe Rogge aus
Bargteheide bei Hamburg. Eine über
die Jahre gewachsene Beziehung
zwischen Großeltern und Enkeln
bleibe auch in der Pubertät stabil,
nur zeigten das die Enkel vielleicht
nicht mehr so offen wie als kleine
Kinder. In der Pubertät verschieben
sich die Interessen. „Die Enkel sind
dann für die Großeltern oft wichtiger, als es umgekehrt der Fall ist“,
sagt Familiensoziologin Corinna
Onnen. „Während viele Großeltern
nach wie vor großen Wert auf einen
engen Kontakt legen, rücken sie für
die Enkel mehr in den Hintergrund,
da sind Gleichaltrige wichtiger.“
„Die Großeltern repräsentieren
die Wurzeln. Sie zeigen, woher man
kommt und was möglich ist“, sagt
Rogge. Denn die Älteren haben viel
erlebt, blicken manchmal auch auf
einen Lebensweg mit Umwegen zurück: „Als Jugendlicher kann man
nur in die Welt hinausziehen, wenn
man weiß, wie man mit Stürmen
klar kommt“, sagt Rogge. „Großeltern können den Enkeln genau das
UNTER UNS
Baumarkt statt Blumen
GRIT STRIETZEL
ÜBER GESCHENKE FÜR DEN „SCHRAUBER“
grit.strietzel@freiepresse.de
bekam er ein Geschenk, das ihn
doch sehr verwunderte. Denn im
aufwändig verpackten Karton steckten ein paar oberhässliche Handschuhe im Pandabären-Look – und
das zum Frühlingsanfang! Mein
Großer (19) lachte sich halb kaputt,
als er das verdutzte Gesicht seines
Bruders sah. Es dauerte ein paar Sekündchen bis dieser bemerkte, dass
in den tierischen Handschuhen
noch ein Gutschein für eine wasserdichte Mopedabdeckung steckte.
Viele Geschenke drehten sich um
die in hundert Einzelteile zerlegte
Simson, die im Keller darauf wartet,
wieder ein Ganzes zu werden. Und
deshalb entschieden sich einige Gäste für Baumarkt statt Blumen, um
dem „Schrauber“ mit notwendigem
Handwerkszeug eine Freude zu machen. Nun haben wir praktische
Zangen für Drähte, Kabel und anderes Gedöns, aber auch einen Strommesser, damit kontrolliert werden
kann, ob denn auch was fließt.
Doch es gab auch Verluste: Mein
kleiner Neffe (fast 5) hielt mir etwas
vor die Nase, als er ankam und sagte:
„Guck mal!“ Ein kleiner Milchzahn
zeigen.“ Möglicherweise finden sie
mit ihren Ratschläge sogar mehr Gehör als die Eltern: „Die Schwellen,
die wir Alten setzen, können die Jugendlichen manchmal eher akzeptieren“, ist Schriftsteller Peter Härtling überzeugt. Der Großvater von
acht Enkeln erzählt in seinem Buch
„Hallo Opa – Liebe Mirjam“, wie sich
ein Großvater und seine 14-jährige
Enkelin via E-Mail über ihr Leben,
über Träume, Probleme, Sehnsüchte
und Erwartungen austauschen.
„Großeltern sind sehr nützlich für
die jungen Leute“, sagt Härtling.
„Wenn die Jugendlichen Konflikte
mit ihren Eltern ausfechten, können
sie Schiedsleute sein. Sie sind nicht
so unmittelbar verletzbar.“
Dass man sich ständig sieht, sei
dabei gar nicht unbedingt erforderlich, findet der Autor: „Eine gewisse
Distanz kann sogar sehr hilfreich
sein: Sie trägt dazu bei, dass man
Atempausen gewinnt.“ Dass der pubertierende Enkel keine Lust mehr
auf den Sonntagnachmittag bei
Oma hat, heißt nämlich noch lange
nicht, dass er von den „Alten“ nichts
mehr wissen will. (dpa)
war im Auto herausgefallen. Ich
wollte einen Witz machen und fragte, ob der Papa zu schnell gefahren
wäre. Doch mein zweiter Neffe verneinte ernst: „Er hat eine Banane mit
Stein gegessen.“ Komisches Obst haben die in Bayern ...
Größte Geburtstagsherausforderung blieb aber, ein gemeinsames
Ausflugsziel zu finden. Bei einer Altersspanne von vier bis 19 Jahren ein
debattenreiches Unterfangen ohne
Einigung. Also habe ich entschieden, dass wir zu den frei fliegenden
Schmetterlingen fahren. Und wer
hätte es gedacht: Alle Räuber amüsierten sich prächtig. Zwischen behaarten Spinnen und verpuppten
Raupen gab es viel zu entdecken.
Und als der Tierpfleger noch einen
Gecko in seine Hand nahm und diesen am Bauch streichelte, da standen
alle vier Jungs da und staunten. Was
will man mehr!
ERZIEHUNG
Taschengeld
pünktlich zahlen
Kinder sollten frühestens mit zehn
Jahren ein monatliches Taschengeld
bekommen. Denn erst dann sind sie
in der Lage, einen ganzen Monat mit
ihrem Geld zu haushalten. Darauf
weist die Zeitschrift „Familie & Co“
hin. Jüngeren Kindern geben Eltern
am besten einen wöchentlichen Betrag. Spätestens wenn Kinder in die
Grundschule kommen, sollten sie
Taschengeld bekommen. Dadurch
lernen sie, den Wert von Dingen einzuschätzen und Geld einzuteilen.
Das Taschengeld sollte pünktlich
ausgezahlt werden und nicht an Bedingungen – etwa gute Zensuren –
geknüpft werden. Auch die Streichung des Taschengelds als Strafe ist
nicht sinnvoll. (dpa)
A2 Freie Presse
ROMAN & RÄTSEL
G
ute Idee“, sagte Jean-Jacques.
„Machen Sie das. Und sie sollen auch Sanitäter mitbringen, die auf beiden Seiten zur Verfügung stehen, hier und vor der Höhle.“
Bruno hatte sich schon mit Albert von der Feuerwehr in Verbindung gesetzt und fragte ihn, ob er
mit einem seiner großen Einsatzfahrzeuge ausrücken könne.
„Ja? Dann komm bitte so schnell
wie möglich zur Gouffre. Wir sind
hinter einem Geiselnehmer her, der
möglicherweise bewaffnet ist. Du
könntest deine Spritze anlegen auf
jeden, der rauskommt, abgesehen
natürlich von mir, Sergeant Jules
und Jean-Jacques. Und bring deine
Rettungssanitäter mit.“
Bruno führte die beiden Männer
durch die Kapelle und sah, dass der
Einstieg unter dem Altar verschlossen war. Möglich, dass der Graf sie zu
täuschen und nicht durch den Tunnel zu fliehen versuchte, sondern
sich irgendwo auf dem Plateau versteckt hielt. Doch diesen Gedanken
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Martin Walker (aus dem Englischen von Michael Windgassen)
Femme fatale
© 2013 by Diogenes Verlag AG Zürich – Folge 143
31
ließ Bruno gleich wieder fallen. Der
Graf ging wahrscheinlich davon
aus, dass niemand seinen Fluchtweg
kannte. Vorsichtig und darauf gefasst, unter Beschuss genommen zu
werden, schob Bruno den schweren
Stein zur Seite und öffnete den
Schacht über der dunklen, stillen
Krypta.
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Sie leuchteten den Raum mit beiden
Lampen ab und vergewisserten sich,
dass die Krypta leer war, ehe Bruno
seine Lampe Jean-Jacques gab und
mit der Pistole in der Hand über die
Leiter abstieg. Unten angekommen,
ließ er sich die Lampe herunterwerfen und strahlte damit die Stufen an,
die, wie er sich erinnerte, in den Felskessel führten. Jean-Jacques und Jules hatten, füllig wie sie waren, große Mühe, sich durch die Lücke unter
dem Altar zu zwängen. Bruno leuchtete weiter hinunter und machte
sich dann mit angelegter Pistole auf
den Weg. Die Taschenlampe hielt er
weit von sich weg für den Fall, dass
jemand auf die Lichtquelle zu schießen versuchte.
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und im Online-Shop der „Freien Presse“.
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verflüchtigen würde. Gleich würden sie den langen, glatten Stollen
erreicht haben, der ihm beim ersten
Mal wie eine Pipeline vorgekommen war und wo es keinerlei Deckung gab und ein guter Schütze
mit einem einzigen Schuss leicht
zwei Mann gleichzeitig niederstrecken konnte. Selbst Querschläger
würden erheblichen Schaden anrichten.
Bruno schaltete seine Lampe aus
und forderte Jules flüsternd auf, seine ebenfalls zu löschen. Jean-Jacques
flüsterte er zu, er solle zurückbleiben, und schlich auf den Eingang
der Pipeline zu. Am Boden kauernd
und mit einer Hand an der Felsendecke abgestützt, spähte er um die
Ecke in den langen Schacht. Die Nackenhaare richteten sich ihm auf,
als ihm einfiel, dass sich der Schacht
auch zur anderen Seite hin fortsetzFortsetzung folgt
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zu tappen, während schon an der
nächsten Ecke der bewaffnete Gegner lauern mochte. Doch er schüttelte den Gedanken ab und redete
sich ein, dass der Graf wahrscheinlich keine Waffe trug. Trotzdem, er
durfte kein Risiko eingehen, denn
der Graf hatte ein unschuldiges
Mädchen in seiner Gewalt. Wäre er
allein gewesen, hätten sie von beiden Seiten Tränengas in den Tunnel
pumpen können, bis er blind und
röchelnd nach Luft geschnappt hätte und nach draußen gekrochen wäre. Theoretisch wäre das immer
noch möglich, überlegte er. Tränengas war nicht tödlich, und ein junges
Mädchen hätte sich schnell wieder
erholt. Doch dann rief er sich in Erinnerung, dass die Höhle viel zu
groß war und das Tränengas sich
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Als alle drei den engen Felskessel
erreicht hatten, zog Bruno, um möglichst leise auftreten zu können, seine Schuhe aus, verknotete die
Schnürriemen und hängte sie sich
um den Hals. Jules folgte seinem Beispiel. Jean-Jacques trug Slipper, die
er sich hinter den Hosenbund steckte.
„Passen Sie auf die Stalagmiten
am Boden auf“, flüsterte Bruno und
schlich auf Socken weiter, dem
Lichtkegel seiner Taschenlampe folgend. In seinem Rücken schnaufte
Jean-Jacques so laut, dass er ihm am
liebsten den Mund zugehalten hätte. Jules strahlte den Commissaire
von hinten an, der einen riesigen
Schatten über Bruno warf.
Was für eine Idiotie, dachte Bruno, durch diesen finsteren Tunnel
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Montag, 30. März 2015
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3598461-10-1
FERNSEHEN & RADIO
Montag, 30. März 2015
IM RADIO
KONZERT
Mit dem Tango
durch die Zeiten
Freie Presse
A3
Von der Leyen eckt an
jet bestens: Schon 2012 hatte sie mit
der damaligen, ebenfalls vom WDR
produzierten Nahaufnahme „Die
Story im Ersten: Merkels streitbare
Ministerin“ hinter die oft so glatte,
scheinbar perfekt kontrollierte Fassade blicken wollen. Was sie nun in
45 Minuten präsentiert, ist das Ergebnis von über einem Jahr Kameraarbeit. Die preisgekrönte Autorin
(unter anderem: Deutscher Fernsehpreis 2008) begleitete Ursula von der
Leyen bei ihrem Einzug in die zuvor
so abgeschottete Männerwelt des
Berliner Bendlerblocks, in dem das
Verteidigungsministerium residiert.
Wieder einmal bestand eine der Aufgaben darin, mit dem dynamischen
Arbeitstempo der Politiker mitzuhalten – und sich dabei nicht blenden zu lassen von dem geschickt kalkulierten Medienbild, das von der
Leyen von sich zeichnen lässt.
Die Arbeit mit der Bundeswehrreform ist mehr nur als das Abarbeiten an einem monströsen Aktenkoloss, sondern wieder einmal der Versuch eines ganz großen Wurfs: Von
der Leyen trat an, die Truppe zu einem tatsächlich „familienfreundlichen“ Arbeitgeber zu machen. Sie
setzte auf Themen wie Teilzeitarbeit
und den Kita-Ausbau, die ihr aus ihren bisherigen Stationen im Familien- und Arbeitsministerium vertraut waren. Doch dann erst wurde
das wahre Ausmaß der Bundeswehr-Probleme erkennbar: Noch ist
gar nicht absehbar, wie weit die Ausrüstungsdefizite wirklich gehen.
Mit der Berufung der Unternehmensberaterin Katrin Suder zur
Staatssekretärin für Rüstungsprojekte wollte sich von der Leyen Luft
verschaffen. Für Irritationen sorgte
die Top-Personalie trotzdem.
Gesine Enwaldt gelang es nicht
nur, möglichst nah an der Machtpolitikerin zu bleiben. Sie spricht auch
mit Soldaten, von der Leyen-Kritikern und Polit-Beobachtern. Wichtigste Interviewpartnerin ist Katrin
Suder, die sich einem Gespräch über
die neue Rolle der Bundeswehr –
und ihrer Frontfrau – stellt. (tsch)
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DEUTSCHLANDFUNK 21.05 UHR
Hauptsache Tango! Die vier Musiker vom
Cuarteto Sol Tango spielen, was ihnen gefällt – angefangen bei Tanzmusik aus den 20er-Jahren bis hin
zum sogenannten Tango Nuevo,
den Astor Piazzolla maßgeblich geprägt hat. Außergewöhnlich ist die
kammermusikalische
Besetzung
des Quartetts mit Geige, Cello, Klavier und Bandoneón. Zu hören ist
ein Konzert, das am 10. März 2015 in
Köln aufgezeichnet wurde. (fp)
Gesine Enwaldt hat in einer über einjährigen Langzeitbeobachtung Ursula
von der Leyen als Verteidigungsministerin begleitet.
VON RUPERT SOMMER
Wegen Raubmordes werden im Jahre 1860 die Eltern
des 13-jährigen Pavel und seiner
10-jährigen Schwester Milada verurteilt. Der Vater zum Tode, die Mutter
zu zehn Jahren Kerker. Die Kinder
werden der Obhut des Dorfes übergeben. Die Gutsherrin nimmt sich
des Mädchens an. Pavel dagegen
wird bei dem Gemeindehirten untergebracht. Mit der Kraft des Trotzes und der Hilfe des Lehrers, des
einzigen Vorurteilsfreien im Ort, beschließt Pavel, sich eine unabhängige Existenz aufzubauen. „Das Gemeindekind“ ist ein Hörspiel nach
dem Roman von Marie von EbnerEschenbach. (fp)
ARD 22.45 UHR Den herablassenden
Spitznamen „Eisernes Röschen“, der
Ursula von der Leyen im Berliner Politbetrieb lange anhing, hört man
immer seltener. Unumstrittener ist
die durchsetzungsstarke Karrierepolitikerin, die oft als eine der wenigen
Vertrauten der Kanzlerin gilt, deswegen nicht geworden. Vermutlich ist
es der Ernst der Weltlage, der Spötter
ausbremst. Nachdem eine weitere
Vereisung der Fronten in einem neuen Kalten Krieg droht und die Bundeswehr – wieder einmal – eine radikal geänderte Rolle finden muss, lastet noch mehr Verantwortung auf
den Schultern der ersten deutschen
Verteidigungsministerin. Plötzlich
muss von der Leyen längst ausgemusterte Panzer dienstbereit halten
– und die Versorgungsprobleme
wachsen weiter. Das Langzeit-Porträt „Frontfrau – Deutschlands erste
Verteidigungsministerin“ von Gesine Enwaldt versucht sich der Politikerin persönlich zu nähern, und das
gelingt durchaus – auch in Tagen
hoher Anspannung.
Die Filmemacherin kennt ihr Su-
,!
HÖRSPIEL
Ein Leben als
„Gemeindekind“
MDR FIGARO 22 UHR
Gegenwind ist sie gewohnt: Ursula von der Leyen lässt sich die Arbeit des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Calw
vorführen.
FOTO: WDR
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A4 Freie Presse
RATGEBER
Montag, 30. März 2015
ANDERS HEILEN: TEIL 5 – HOMÖOPATHIE
Die Kraft der Kügelchen
Mehr als jeder zweite Deutsche hat bereits Erfahrungen mit Globuli gemacht.
Ob sie auch wirken, ist heftig umstritten.
nen, sind Globuli genau richtig – sie
bringen den entscheidenden Anstoß.“ Genauso wichtig sei aber auch
das Mitwirken der Patienten: „Nur
zwei Kügelchen schlucken, das
funktioniert nicht.“ Die Ärztin klärt
immer auch über eine gesunde Lebensweise auf – wie man sich richtig
ernährt und möglichst viel bewegt.
Nur bei sehr wenigen Krankheiten sei auch die Homöopathie
machtlos. Das trifft auf strukturelle
Schäden wie Narben zu oder auf Diabetiker Typ 1, deren Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Bei degenerativen Erkrankungen könne die Homöopathie zumindest dazu beitragen, dass der Prozess
verzögert wird oder Patienten mit
weniger Schmerzmitteln auskommen, betont Sybille Seyffert.
VON STEFFEN KLAMETH
Sie sind kleiner als ein Millimeter
und sollen Wunder bewirken: Globuli. In der Praxis von Dr. Katharina
Tost stehen die Kügelchen, abgefüllt
in Miniaturfläschchen, zu Hunderten im Schrank. Abgegeben werden
sie nur in den buchstäblichen homöopathischen Dosen – doch das
immer häufiger. „Immer mehr Menschen suchen nach einer Alternative zu chemischen Medikamenten“,
sagt die Kinderärztin, die sich nach
ihrer elfjährigen klassischen Ausbildung noch einmal drei Jahre auf
dem Gebiet der Homöopathie weiterbildete. Heute leitet sie zugleich
den Landesverband im Deutschen
Zentralverein
homöopathischer
Ärzte. Etwa 200 Mediziner gehören
ihm an. Daneben gibt es eine große
Zahl weiterer Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung sowie
Heilpraktiker. Trotzdem müssen Patienten, sofern es sich nicht um
Akutfälle handelt, in der Regel Monate auf einen Termin warten.
Die Methode: Similia similibus curentur – Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden. Dieser Leitspruch geht auf Samuel Hahnemann zurück. Der gebürtige Meißner war Arzt und Chemiker und entdeckte 1790 das Ähnlichkeitsprinzip. „Wir behandeln Patienten mit
dem gleichen Mittel, das bei gesunden Menschen die ähnlichen Symptome hervorruft“, erklärt Katharina
Tost. Beispiel Zwiebel: Beim Schälen
tränen die Augen und tropft die Nase. Daher wird die Zwiebel in der
Homöopathie häufig bei Schnupfen
verwendet – allerdings nicht im ursprünglichen Zustand, sondern in
Form von Globuli.
Denn dies ist ein weiteres wichtiges Merkmal der Homöopathie: Die
Mittel werden in deutlich abgeschwächter Form abgegeben, in sogenannten Potenzen. Die Herstellung ist eine Wissenschaft für sich.
Dabei gilt das Paradoxon: Je geringer
die Konzentration des Wirkstoffs,
desto größer soll die Wirksamkeit
sein. Ein Mittel mit D30-Potenz
wirkt demnach zwei bis drei Tage,
eine D200-Potenz dagegen vier Wochen. „Bei den höheren Potenzen ist
zwar kein Molekül des Ausgangsstoffs mehr nachweisbar, dafür findet aber eine Energieübertragung
statt“, sagt die Heilpraktikerin Sybille Seyffert. Sie hat sich nach dem
medizinischen Staatsexamen der
Naturheilkunde zugewandt und
führt eine Praxis in Dresden. Außerdem hält sie häufig Vorträge, vornehmlich zur Homöopathie in der
Geburtshilfe und bei Kindern.
Die Behandlung: Am Anfang steht
immer eine Anamnese. Bei akuten
Husten, Schnupfen, erhöhte Temperatur: Im Februar hatte die Grippe den elfjährigen Benjamin (M.) erwischt. „Ich wollte nichts riskieren und bin mit ihm
zu unserer Homöopathin, Frau Dr. Tost, gefahren“, erzählt Heike Franke (l.). Die Ärztin verordnete zwei Globuli, bereits am Abend ging es dem Jungen
besser. Etwas anderes hatte die zweifache Mutter aus Stollberg, OT Raum im Erzgebirge nicht erwartet: „Seit 16 Jahren vertraue ich der Homöopathie.“Schon seit Jahren litt die Töpferin unter Ischias-Beschwerden, doch weder Rückentraining noch Schmerztabletten halfen. Da bekam sie den Tipp,
FOTO: KAIROSPRESS
sich in der Praxis von Dr. Tost vorzustellen. Statt Schmerztabletten bekam sie Globuli – und wurde ihren Ischias los.
Erkrankungen dauert sie 20 bis
30 Minuten, bei chronischen Patienten nimmt sich Dr. Tost zwischen
anderthalb bis zweieinhalb Stunden
Zeit – je nachdem, ob es sich um Kinder oder Erwachsene handelt. „Dabei gehe ich ganzheitlich vor, erfrage sowohl körperliche als auch seelische Beschwerden.“ Auch Sybille
Seyffert legt großen Wert auf eine
ausführliche Beratung, bei der die
Lebensgeschichte des Patienten eine
zentrale Rolle spiele.
Mithilfe von Nachschlagewerken und einem Computerprogramm suchen sie aus der Fülle
möglicher Wirkstoffe genau jenen
heraus, der im konkreten Fall zu den
festgestellten Symptomen passt. Allein bei Asthma gäbe es mehrere
hundert Varianten zur Auswahl. Je
präziser also der Befund, desto zielsicherer das Medikament. Bei Katharina Tost und Sybille Seyffert erhalten
die Patienten stets zwei Kügelchen,
in anderen Praxen können es auch
mal drei bis fünf sein. Diese werden
im Abstand von 15 Minuten gelutscht. Manchmal kommen auch
Tropfen zum Einsatz, in seltenen
Fällen Tabletten oder Salben.
Doch damit ist es auch schon getan: „Am nächsten Tag erkundige
ich mich bei den Patienten, wie es
ihnen geht“, sagt Dr. Tost. Hat sich eine Besserung eingestellt, ist alles
gut. Wenn nicht, bespricht die Ärztin mit den Patienten bzw. Eltern
noch einmal alle Symptome und
sucht nach einer Alternative. Erst
wenn auch der zweite oder dritte
Versuch fehlschlägt – was sehr selten vorkomme –, verschreibt sie
auch mal ein klassisches Medika-
ment: „Bei einer schweren Nasennebenhöhlenentzündung kann auch
mal ein Antibiotikum in Betracht
kommen.“
Keinesfalls sollten Patienten die
Globuli häufiger oder in großer Zahl
einnehmen, warnt die Ärztin. Sie
wählt stets Potenzen, die nicht mehr
als eine Gabe erfordern. Sybille Seyffert behandelt viele Patienten mit
Eine Frage der Potenz
Die Basis jedes Globulus sind sogenannte Ursubstanzen wie Pflanzen,
Tiere, Tiergifte, Säuren, Mineralien
und Metalle – darunter selbst so gefährliche Stoffe wie Quecksilber.
Die Herstellung sollte grundsätzlich
per Hand erfolgen und ist im Homöopathischen Arzneibuch genauestens
vorgeschrieben. Zunächst wird die Ursubstanz zerkleinert und zerrieben
beziehungsweise gelöst.
Anschließend beginnt das Potenzieren: Ein Zehntel oder ein Hundertstel
der Ursubstanz wird mit der Trägersubstanz (Milchzucker) im Verhältnis
1:10 vermengt – man erhält die Potenz D1 (Zehntel) oder C1 (Hundertsel). Diese Mischung wird wieder im
Verhältnis 1:10 mit der Trägersubs-
tanz gemixt – es entsteht die Potenz
D2 bzw. C2. Nach der dritten Verdünnung wird anstelle des Zuckers eine
Alkohol-Wasser-Lösung benutzt und
auf das Zuckerkügelchen getropft. So
soll die Potenz D24 einem Tropfen auf
den Inhalt des Atlantiks entsprechen.
Übrigens: Bereits ab C12 ist in der Mischung kein Molekül des Ausgangsstoffes mehr nachweisbar.
Nach jeder Verdünnung wird das
Gemisch zehn Mal verschüttelt oder
verrieben, und zwar immer wieder in
einem neuen Gefäß. Dies ist die eigentliche Potenzierung. Durch das
kräftige Schütteln und oder druckvolle Verreiben soll Energie von außen
zugeführt werden – mit dem Ziel, die
arzneiliche Wirkung Schritt für Schritt
zu entfalten. (rnw)
chronischen Erkrankungen und
verordnet in diesen Fällen Globuli
in höheren Potenzen, „weil diese ihre Wirkung über einen längeren
Zeitraum entfalten.“ Nach etwa vier
Wochen bestellt sie die Patienten
wieder und kontrolliert die Wirkung. „Erst an der Reaktion sehen
wir, ob wir das richtige Mittel gewählt haben.“ Einig sind sich die
Spezialisten, dass die Kügelchen keinesfalls ein Leben lang geschluckt
werden sollten.
Wer sich mit den Besonderheiten
der Homöopathie auskennt, kann
sich Globuli auch selbst in der Apotheke besorgen. Unzählige Bücher
geben Tipps für die richtige Wahl.
Für die homöopathische Hausapotheke werden vor allem die Potenzen C12 und C30 empfohlen.
Die Möglichkeiten: Grundsätzlich
sind Globuli für jeden geeignet, vom
Baby bis zum Greis. Selbst Tiere und
Pflanzen, so Katharina Tost, würden
inzwischen damit behandelt. Nebenwirkungen seien allenfalls bei
längerer Einnahme möglich. Auch
bei Krebs könnten homöopathische
Mittel eine Heilung bewirken oder
zumindest die Nebenwirkungen einer Chemotherapie mildern. „Wenn
Selbstheilungskräfte wirken kön-
Die Kosten: Die Gebührenordnung
lässt Ärzten einen gewissen Spielraum. Für die gründliche Erstanamnese verlangt Dr. Tost 157 Euro, bei
Kindern 112 Euro. In Akutfällen beläuft sich die Rechnung auf etwa
40 Euro. Die Medikamente sind dabei inbegriffen. In der Apotheke kosten Globuli zwischen zwölf und
20 Euro je zehn Gramm.
Bei Heilpraktikerin Sybille Seyffert zahlen Patienten für die zweistündige Erstanamnese 185 Euro
(Kinder 145 Euro). Folgekonsultationen kosten 85 Euro, Telefonberatungen ab 20 Euro.
Alle großen gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für
Erstanamnese, Medikamentenauswahl und Beratungen; allerdings ist
das häufig an bestimmte Vertragsärzte gebunden. Kinder bis zwölf
Jahre haben einen gesetzlichen Anspruch auf Kostenerstattung für homöopathische Arzneimittel; bei Jugendlichen und Erwachsenen gelten von Kasse zu Kasse verschiedene
Regelungen. Wer häufig zum Homöopathen geht, kann mit Wahltarifen (z. B. „Natur“ bei der AOK plus)
Geld sparen.
Die Wirksamkeit: Kaum eine andere alternative Heilmethode ist bislang so häufig auf ihre Wirksamkeit
untersucht worden wie die Homöopathie. Es gibt viele Studien, die den
Nutzen der Lehre belegen – und genauso viele, die alles für Humbug erklären. Australische Forscher haben
mehr als 1800 Studien ausgewertet.
Das Fazit: „Es gibt keine Erkrankungen, bei denen Homöopathie nachweisbar wirksam ist.“
Jeder Homöopath kann unzählige Beispiele erfolgreicher Behandlungen nennen. Kritiker schreiben
dies jedoch nicht den Globuli, sondern dem Placebo-Effekt zu – was
Fachleute wie Dr. Tost wiederum
mit dem Argument wegwischen,
warum die Kügelchen denn dann
auch bei Babys und Tieren wirkten.
Wir müssen die Natur wieder besser verstehen lernen
Aus Leserbriefen zur „Freie Presse“-Ratgeber-Serie „Anders heilen“ zitiert – Widersprüchliche Sicht von Patienten und Ärzten
Gute Erfahrungen gemacht
Mit großem Interesse haben wir Ihren Artikel gelesen. Es ist bewundernswert, dieses Thema überhaupt
in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir
selbst haben großartige Erfahrungen mit der Augendiagnose erleben
können. Einer unserer Söhne hatte
ein Wachstumsproblem. Um ihm
zu helfen, sind wir damals in das
Kinderkrankenhaus in Stuttgart gefahren. Sie haben den Jungen, damals ca. 12 Jahre alt, untersucht. Uns
sagte man, dass er 1,76 cm groß werden könnte. Warum er nicht wuchs,
konnte man uns nicht sagen.
Da uns das nicht befriedigt hat,
haben wir in der Apotheke nachgefragt, wo es einen Heilpraktiker gibt.
Da wurde uns ein Herr in Kirchheim/Teck genannt. Der Herr wollte
nicht wissen, warum wir kommen,
sondern er hat ihn vor sein Augenmikroskop gesetzt und die Augen
betrachtet. Er fragte dann: „Trinkt er
viel und ist ab und zu das Bett nass“?
Er trank anders als seine drei Brüder,
nur Saft mit Wasser verdünnt. Die
Antwort des Heilpraktikers: Seine
Nieren arbeiten nicht richtig. Er hat
uns dafür etwas verschrieben.
Christian O. Gruhl, Dresden
Schulmediziner üben Kritik
Vor einigen Jahren hatte ich ein gesundheitliches Problem im HNOBereich. Nach längerer Behandlung
mit Cortison (welches allerdings das
Problem nicht beseitigte) wurde mir
zur OP geraten. Nur diese sollte mir
helfen. Glücklicherweise habe ich
zu diesem Zeitpunkt schon nach Alternativen gesucht. Ein HNO-Arzt
mit homöopathischer Ausrichtung
hat das Übel mit Globuli beseitigt.
Seitdem habe ich mit Homöopathie,
Osteopathie und Kinesiologie sehr
gute Erfahrungen gemacht und
möchte dies nicht mehr missen.
Leider werden von der Pharmaindustrie und vielen Schulmedizinern
diese alternativen Methoden verteufelt. Ist vielleicht sogar verständlich:
Eine Flasche Globuli kostet maximal zehn Euro und reicht sehr lange.
Damit kann man natürlich nichts
verdienen!
Kerstin Irmscher, Oberlungwitz
Natur besser verstehen lernen
Wir brauchen zu diesen Themen eine vorurteilsfreie Diskussion für eine bessere gesundheitliche Betreuung. Sie haben in der der ersten Folge schon darauf hinweisen lassen,
dass die Universitätsmedizin und
die Naturheilkunde zusammenkommen müssen, da beide Komponenten ihr Potenzial haben. Allerdings ist es dabei wichtig, der Natur-
heilkunde endlich den Platz einzuräumen, der ihr gebührt. Wir Menschen sind Teil der Natur in ihrer Gesamtheit. Dies müssen wir wieder
besser verstehen lernen. Und das erfordert in wesentlichen Teilen auch
ein anderes Denken und eine teilweise andere wissenschaftliche
Sicht auf diese Themen.
Ekkehard Bleidistel, Grünhainichen
Heilpilze ohne Nebenwirkungen
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) kennt den Einsatz von
Heilpilzen schon seit über 2 000 Jahren. Sehr positiv einzuschätzen ist
der Umstand, dass es bei der Einnahme von Heilpilzen im Gegensatz zu
den „chemischen Bomben“ der
Schulmedizin zu keinen Nebenwirkungen kommt. Gemäß der FünfElemente-Theorie der TCM werden
die meisten Heilpilze als tonisie-
rend, entgiftend, regulierend und
ausgleichend eingeordnet. Die positive Wirkung dieser Pilze beruht im
Wesentlichen auf ihren Inhaltsstoffen. So können bei den häufig auftretenden „Zivilisationskrankheiten“ wie Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und Allergien wie in
der Begleitung und Prävention von
Krebstherapien unterstützend eingesetzt werden. Sie regulieren das
Immunsystem, wirken vorzeitigen
Alterungsprozessen entgegen und
wirken beruhigend auf die Psyche.
J. Scholz, Görlitz
So nötig wie ein Kropf
Ihre Artikelserie zu „Naturheilverfahren“ ist so nötig wie ein Kropf.
Jetzt haben alle Impfgegner, Vorsorgeverweigerer, Ärztebasher und Esoterikanhänger wieder Wasser auf ihren Mühlen und wissen, wohin sie
sich wenden können, wenn es um
„Entscheidungen fürs Leben geht“
(Zitat). Naturheilverfahren ist nicht
Naturheilverfahren. Aber was bisher vorgestellt wurde, sind reine
Glaubenslehren, deren Heilerfolge
auch mit Schulmedizin und Psychotherapie erzielbar sind. Kann ein
normal gebildeter Mensch glauben,
dass seine Muskulatur eine Substanz in einem Glasröhrchen „bewerten“ kann? Die Stimmen der Kritiker
sind knapp gehalten, veraltet und
stammen nicht von kompetenter
Seite.
Dr. med. Hannelore Vulturius,
Chemnitz
LESERBRIEFE sind die persönliche Meinung der Schreiber und entsprechen nicht
unbedingt der Auffassung der Redaktion. Wir
behalten uns vor, Zuschriften sinnwahrend zu
kürzen.
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