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Zusatzeinheiten > Geld-Segen?
7. Vernetzung
Thematisch liegt die Verbindung mit dem Lutherdekadethema „Reformation und die eine Welt“ nahe.
Denkbar ist auch die Verbindung zu Erntedank oder zum Weltspartag (30. Oktober), der häufig in Grundschulen Anlass zu unterschiedlichen Aktionen ist.
Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
„Mein Gott, warum hast du mich
verlassen?“
Wenn ich nicht mehr weiterweiß
Doris Dirwald
8. Weiterführende Materialtipps
Rudolf Seitz, Vom Blau, das teilen lernte, Seelze 2001
Rainer Osinger, Papa Hoppe gibt nicht auf, Treuchtlingen 2010
Papa Hoppe hat wenig Geld, aber viel Zeit. Diese Zeit schenkt er seiner Familie, die erfährt, dass sie miteinander viel erleben können, das fast nichts
kostet und ihr Leben reich macht.
Wolfgang Urach, Kasperle und die Teufelsbrille, in: entwurf, Religionspädagogische Mitteilungen, rpz Stuttgart, Heft 3/2006, auch unter
http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?14608
Lieder:
Mein Gott, das muss anders werden (LJ 598, KG 194)
Es ist genug für alle da (Reinhard Horn, Einfach nur so, Lippstadt 2011,
Nr. 19)
Geht einer auf den anderen zu (Kikihits 42)
Jesus, das ist alles (Daniel Kallauch, Die Schatzbibel, Haiterbach-Beihingen 2012; Nr. 17)
Steh auf (KKL 135, LHE 312)
Wir teilen die Äpfel aus (LJ 647, ML B82)
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1. Sonntag: „Ich bin ausgeschüttet wie Wasser“
Psalm 22
Von Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit
2. Sonntag: „Tears in Heaven“
Psalm 56,9
Keine Träne ist umsonst geweint
3. Sonntag: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft“
Jesaja 40,31
Gottes Kraft verleiht Flügel
1. Grundgedanke der Einheit
Naturkatastrophen, Unfälle, Verbrechen, Krankheiten oder andere Bedrohungen brechen scheinbar unvermittelt über uns herein. Zunächst dominieren Gefühle wie Ohnmacht, Hilflosigkeit und Trauer. Später kommen
dann noch Wut und Zorn hinzu. Weinen, sich verkriechen, fliehen – dies
sind erste Reaktionen. Dabei wissen wir einfach nicht mehr weiter. Wie
kann es weitergehen? Damit taucht dann auch immer wieder die große
Frage auf: „Wieso kann Gott das alles zulassen?“ Die Frage, weshalb so
viel Leid und Ungerechtigkeit entstehen kann, hat schon immer die Menschen beschäftigt. Bereits Kindergartenkinder stellen diese Frage.
Siehe dazu auch
die Einheit "Hiob
und die große
Frage", S. 383
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Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
2. Die biblischen Texte
Die Psalmen zeigen in großer Intensität, wie schwer es Menschen fällt,
dass sie nicht alles in der Hand haben. Verzweifelt vertrauen sie sich angesichts schwerer Erkrankungen, Naturkatastrophen oder gar Verbrechen
Gott an und bitten um seine Hilfe. Wenn geklagt oder sogar angeklagt
werden kann. beginnt ein neuer Weg, der aus der Hilflosigkeit, Angst und
Ohnmacht herausführt. Letztlich ist dies zutiefst seelsorglich und hat eine
tröstende Botschaft: Gott begleitet uns in guten und in schweren Zeiten,
teilt unsere Trauer mit uns und freut sich dann über die Rettung.
Psalm 56,9
Psalm 22
Das heißt nicht, dass den Menschen, die auf Gott setzen, kein Haar gekrümmt wird oder alle Katastrophen vor ihrer Tür halt machen. Es heißt
aber, dass die „Tage des Elends“ bei Gott gezählt sind. Der Mensch, der
auf Gott setzt und glaubt, ist nicht dem Bösen preisgegeben oder der Willkür ausgeliefert. Er darf alles herausschreien und weinen, denn Gott achtet
auf seine Tränen und sammelt sie in seinem Krug. In Krügen wurde zur Zeit
des Psalmisten etwas ganz Kostbares, Wasser, aufbewahrt.
Unter allen Psalmen, die in tiefster Not und Bedrängnis entstanden sind,
ist der Psalm 22 der gewaltigste. Er lässt uns in die Hölle der größten
Verlassenheit hineinblicken. Vielfach wird er auch als „Karfreitagspsalm“
bezeichnet, denn bei Matthäus und Markus betet Jesus diesen Psalm am
Kreuz. Doch ist er aber keinesfalls nur ein Ausdruck der Gottverlassenheit,
sondern zeigt auch ein tiefes Vertrauen in Gott, der selbst noch in der Einsamkeit und Hilflosigkeit am Kreuz bei ihm ist.
Der Psalm gliedert sich in drei Strophen. Die Verse 2-12 sind ein Aufschrei
der Klage. Eine abgrundtiefe Angst wird in den Versen 13-22 beschrieben.
In den Versen 23-32 ist der Durchbruch der Hoffnung zu spüren.
Bereits am Anfang der ersten Strophe stellt der Beter eine „Warum-Frage“.
Sein Schicksal deckt sich nicht mit seinen Wünschen. Ihm ist die Gemeinschaft mit Gott wichtig, doch scheint Gott ihn nicht zu hören. Diese scheinbare Verlassenheit wiegt für ihn umso schwerer, als er dadurch auch zum
Gespött der anderen (gottlosen) Menschen geworden ist. Für ihn ist damit
eine Lebensverbindung durchschnitten worden.
In der zweiten Strophe wird es noch schlimmer: Wie Wasser wird sein Leben ausgeschüttet! Hinter seinem Verderben stehen menschliche Widersacher. Es scheinen unheimliche Mächte zu sein, die mit Tieren verglichen
werden. In einem letzten Seufzer wendet sich der Beter an Gott: „... hilf
entrinnen!“. Damit leuchtet ein Licht der Hoffnung auf.
Der Durchbruch der Hoffnung erfolgt unvermittelt und überraschend. Mit
der Gewissheit, dass er erhört worden ist, ist auch der schreckliche Zustand der Gottverlassenheit beendet und ein Hoffnungslicht entzündet
worden. Dieses Licht wird von Vers zu Vers heller, weil Gott dem Beter eine
Zukunft geschenkt hat, seine Gerechtigkeit ans Licht gebracht hat.
Verfolgung und Anfeindung sind die zentralen Themen des Psalms 56.
Nicht jeder wird dem in diesem Maß ausgesetzt wie der Beter. Doch in
seine Lage hineinversetzen können wir uns alle. Wir wissen sehr wohl, was
Menschen einander antun oder uns an Naturkatastrophen widerfahren
kann. Die Bitte gegen Gegner und Feinde vorzugehen, liegt so nahe. Erst
recht, wenn man sich ihnen hilflos ausgeliefert fühlt. Der Psalmist hat die
Zuversicht, dass dennoch jemand da ist, der ihn tragen kann und der seine
Tränen ernst nimmt.
Es ist scheinbar paradox: Gerade wenn einer sich mit seiner Angst hingibt
und loslässt, hat er die Chance davon loszukommen. Bei dem, was er
dann tut, bekommt er wieder festen Boden unter die Füße.
Jesaja 40,31
Ein kümmerlicher kleiner Haufen von älteren Männern, Frauen und Kindern
sitzt an den Wassern von Babylon im Exil. Müde, resigniert und hoffnungslos sind sie, als Jesaja zu ihnen spricht: „Die auf den Herrn harren, kriegen
neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.“
Sie sollen neue Kraft auf dem Lebensweg, auf dem Weg der Verantwortung
und der Menschenfreundlichkeit bekommen. Sie werden gestärkt, auch in
dem, was sie entmutigt und hilflos gemacht hat, neue Kräfte zu entwickeln.
Sie werden auf Adlerflügeln getragen, sodass sie über Abgründe hinweggleiten können. Dies ist ein Sinnbild für Gottes Kraft, die er uns schenkt.
Er lässt uns nicht in Abgründe fallen. Wir sind getragen und zugleich frei.
Psalm 22 macht Mut, die Welt ungeschminkt zu sehen.
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Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
3. Glaubens- und Lebenswelten von Kindern begegnen
5. Entfaltung in einem Gottesdienst
Katastrophenmeldungen gehören fast schon zum Alltag in unseren Medien. Viele sind in der großen weiten Welt geschehen. Wir nehmen sie mit
Interesse und Distanz wahr. Doch plötzlich sind wir mitten drin, weil...
Falls uns nur ein Gottesdienst zu Verfügung steht, binden wir alle drei Texte
ein. Der Schwerpunkt in der Gestaltung liegt aber auf Psalm 56,9.
... die Eltern eines Freundes einen Verkehrsunfall hatten.
... eine Freundin beim Baden im Urlaub verunglückt ist.
... sich ein Mitschüler umgebracht hat.
... Mama an Krebs erkrankt ist.
Diese Liste lässt sich viel weiter fortsetzen. Wir stehen oft hilflos und fast
ohnmächtig solchen Situationen gegenüber. Deshalb wollen wir sie möglichst von den Kindern fernhalten. Kann so etwas nicht das Vertrauen und
den Glauben zerstören?
Im Kindergottesdienst muss Raum sein, sich solchen Situationen spontan
zu stellen. Es darf kein Tabu-Thema geben, denn die Kinder möchten ihre
Ängste und Fragen loswerden. Kinder wissen sehr wohl, dass das Leben
auch im Vertrauen auf Gott nicht immer „rosarot“ ist.
Die Eltern von Philipp hatten einen schweren Verkehrsunfall. Im Religionsunterricht erzählt er davon. Daraufhin fragt ihn Lisa: „Was ist denn nun mit
Gott?“ Philipps Antwort ist einfach: „Der kann doch nichts dafür. Ich kann
aber zu ihm beten, dass alles wieder gut wird.“
4. Entscheidungen auf dem Weg zu den Gottesdiensten
In den Gottesdiensten sollte nichts „glattgebügelt“ werden. Das heißt, dass
auch die schwierigen Gefühle wie Angst, Zorn, Hilflosigkeit, Ohnmacht, ...
ausgesprochen und vor Gott gebracht werden dürfen.
zu dieser Methode
siehe Infobox S. 61
Einen größeren zeitlichen Rahmen kann dabei dem „Theologisieren“ eingeräumt werden. Die Mitarbeitenden sollten sich bewusst sein, dass nicht
alles vorgeplant werden und es zu ungewöhnlichen Fragen kommen kann:
„Wo sind die Toten jetzt?“ oder „Warum lässt Gott Erdbeben zu?“
Alle Menschen, die trauern oder Angst haben, brauchen Geborgenheit.
Auch das Gefühl, dass sie mit ihren Tränen gehalten und mit ihrer Wut
verstanden werden, gehört in den Gottesdienst.
Schwierige emotionale Themen und Fragen stehen im Mittelpunkt dieser
Reihe. Durch Liturgie, Theologisieren und Erzählen gehen wir im Gottesdienst einen Weg vom Aussprechen über das Vorbringen zum Ablegen.
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Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Aussprechen
Mit einem Psalmgebet nach Psalm 22 sprechen wir unsere Not aus.
Als Kehrvers dient der Liedruf : „Aus der Tiefe rufe ich zu dir“
Gott, kann ich zu dir beten?
Hörst du mich?
Ich rufe und schreie!
Keiner kommt und hilft mir.
Aus der Tiefe ...
Ich rufe, wenn es hell ist.
Eine Antwort höre ich nicht,
auch nicht in der Nacht,
wenn mich die Bilder quälen.
Aus der Tiefe ...
Ich wende mich zu dir.
Verlass mich nicht, mein Gott.
Erhör doch ... (konkreten Anlass einfügen)
Komm, Gott, und hilf mir.
Aus der Tiefe ...
Vorbringen
Wir erzählen einander von unserer Not: In einem Korb liegen aus Tonpapier
ausgeschnittene Papiertränen bereit. Auf diese Tränen wird aufgeschrieben oder gemalt, was unser Herz beschwert. Im Fürbittengebet wird dies
vor Gott gebracht.
Ablegen
Wir haben unsere Not, unsere Fragen und unsere Trauer vor Gott gebracht.
Nun können wir sie „getrost“ ablegen: Vor dem Altar stehen ein großer
Krug und eine weite Schale, die mit stilisierten Papierblüten gefüllt ist. Auf
diese Blüten wurde ein Trostwort oder einfach „Du hast meine Tränen in
einen Krug gesammelt und bewahrst sie sicher.“ kopiert.
In den Krug werden unsere Papiertränen hineingelegt. Als Stärkung für den
Weg in unseren Alltag nehmen wir eine Blüte aus der Schale mit.
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Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
Zusatzeinheiten > "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?"
6. Entfaltung im wöchentlichen Gottesdienst
7. Vernetzung
Ich bin ausgeschüttet wie Wasser
Mit den einzelnen Bausteinen der Einheit lassen sich auch gemeinsame
Rituale für Kinder und Erwachsene entwickeln. Bei größeren Umweltkatastrophen oder Unfällen ist es gut, wenn alle Generationen zusammen sich
ihrer Ohnmacht und Trauer stellen und sie vor Gott bringen.
Der Psalm 22 bietet uns eine Vielzahl von Bildern an. Jüngere Kinder schlafen schlecht, wenn ein Monster unter ihrem Bett liegt. Die Älteren empfinden
vielleicht eher körperliche und konkrete seelische Schmerzen als Bedrohung.
So gestalten wir den Psalm 22 bildhaft: Eine lange Papierbahn (z.B. Endrolle einer Zeitungsdruckerei) wird auf dem Boden des Gottesdienstraumes
ausgerollt. Buntes Tonpapier, Scheren, Kleber und Malstifte liegen bereit.
Wilde Tiere, Ungeheuer, alles, was uns Angst macht, wird auf die Papierbahn gemalt und geklebt.
Anschließend werden Blätter, auf die der Text des Liedes „Gott ist mein
Heil, mein Licht“ geschrieben worden ist, um den gestalteten „Psalm“ herumgelegt. Zum Abschluss wird das Lied gesungen, dabei werden Teelichter angezündet und auf die Blätter gestellt. Denn Licht macht unser Dunkel
hell und mildert dadurch die Angst.
8. Weiterführende Materialtipps
Lieder:
Aus der Tiefe rufe ich zu dir (Sagt Gott 21)
Gott ist mein Heil, mein Licht (s.o.)
Alles, was mich bedrückt (LH 80)
Du verwandelst meine Trauer (LH 64, LJ 508)
In Gottes Hand, Psalmübertragung zu Psalm 139 (Sagt Gott neu 68)
Ingo Baldermann, Wer hört mein Weinen? - Kinder entdecken sich
selbst in den Psalmen, Neukirchen-Vluyn 1995
Ingo Baldermann, Ich werde nicht sterben, sondern leben – Psalmen
als Gebrauchstexte, Neukirchen-Vluyn 1990
Beate Leßmann, Mein Gott, mein Gott ... – Mit Psalmworten biblische
Themen erschließen, Ein Praxisbuch für Schule und Gemeinde, Neukirchen-Vluyn 2002
Rainer Oberthür / Alois Mayer, Kinder fragen nach Leid und Gott,
München 2008
Tears in heaven
Der Gottesdienstablauf ist im Wesentlichen wie im monatlichen Entwurf. Das
Psalmgebet kann durch einen anderen Psalm (z.B. Psalm 139) ersetzt werden.
Regine Schindler, Im Schatten deiner Flügel – Die Psalmen für Kinder,
Düsseldorf 2005
Pierre Stutz, Mein Leben kreist um Dich – Mit Psalmen die eigene Mitte
finden, München 2009
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft
Wir haben einen weiten Weg hinter uns. Ein weiter Weg liegt noch vor uns.
Wegzehrung und Stärkung bekommen wir, indem wir ein „Trostbrot“ zusammen essen. Dazu wird das Lied „Du verwandelst meine Trauer“ gesungen.
„Trostbrot“
125 g Magerquark, 4 EL Milch, 4 EL Öl, 1 Ei, 75 g Zucker, 250 g Mehl,
Salz, Zimt, Weinsteinpulver (oder Backpulver)
Die Zutaten zügig miteinander verkneten, zu zwei flachen Broten formen
und bei 175 °C backen.
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