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Lagerfeld kommt nach Hamburg Mode­Star eröffnet Geschäft an den Großen Bleichen Seite 7
MONTAG, 23. MÄRZ 2015 / NR. 69 / 13. WOCHE / 67. JAHRGANG / 1,40 EURO
UNABHÄNGIG, ÜBERPARTEILICH
Russen-Botschafter
droht Dänemark
mit Atomraketen
HAASENBURG­SKANDAL
Kinderbetreuer vor Gericht
HSV am Abgrund:
Aus für Zinnbauer
Warnung vor Beitritt zum Nato­
Schutzschirm. Kopenhagen
sieht „rote Linie“ überschritten
:: Empörung in Dänemark: Der russische Botschafter in
Kopenhagen hat Dänemark damit gedroht, das Land könne Ziel von Atomraketen werden, wenn es sich am Raketenschutzschild der Nato beteilige.
In einem Beitrag für die Tageszeitung „Jyllands-Posten“ schrieb Botschafter Michail Vanin, Dänemark sei
sich anscheinend über die Konsequenzen nicht im Klaren, sollte es sich dem
geplanten Abwehrschirm anschließen.
„Wenn dies passiert, werden dänische
Marineschiffe Ziele russischer Atomraketen“, schrieb Vanin. Dänemark hatte
vor einigen Monaten angekündigt, eine
Fregatte mit einem Radar für den Raketenschutzschild auszustatten. Damit,
so Diplomat Vanin, riskiere das skandinavische Land, von Russland „als Feind
betrachtet zu werden“.
Dänemarks Außenminister Martin
Lidegaard wies Vanins Äußerungen als
„inakzeptabel“ zurück. Der Botschafter
habe damit eine „rote Linie“ überschritten. „Russland weiß sehr gut, dass
der Nato-Raketenschutzschild defensiv
und nicht auf sie gerichtet ist“, sagte
der Minister.
Der Schutzschild war ursprünglich
zur Abwehr von Raketen aus „Schurkenstaaten“ wie dem Iran erdacht worden. Die Nato hatte Russland zur Kooperation beim Aufbau dieses Systems
eingeladen. Moskau hatte das abgelehnt und betrachtet das System als
gegen sich gerichtet. (dpa/HA)
Annette Bätjer
DÄNEMARK 15,00DKR / C3390A
10013
4 190339 001406
Redaktion 040­347 22261
dpa
James Last will nach Wacken
:: Es ist seine Abschiedstournee: Am Donnerstag kommt Bandleader James Last in die O2 World. Im
Abendblatt spricht er über seine Karriere und den Wunsch, beim Heavy Metal Open Air in Wacken aufzutreten.
HAMBUR G
ST R E I T U M D O RA HEY ENN
Hamburgs Linke tief gespalten
IOC-Mitglied: Hamburg hat
gute Chancen auf Olympia
:: Manche
Delegierte
sprachen von Betrug am Wähler, andere von einem Unfall und Denkzettel:
Die überraschende Ausbootung von
Spitzenkandidatin Dora Heyenn bei
der Besetzung der neuen Fraktionsspitze hat auf dem Linken-Landesparteitag
für hitzige Diskussionen gesorgt.
HAMBUR G
>> >> Seite 2 Kommentar Seite 8 Bericht
POLITIKER­EHE
Die Wulffs lassen sich scheiden
Hansestadt offiziell als Kandidatenstadt gekürt. Minister de Maizière: Wer diese Bewerbung schlagen will, muss eine Menge tun
:: Das ist ein großer
Auftrag an Hamburg. Die Hansestadt
soll 52 Jahre nach den Sommerspielen
1972 in München Olympia wieder nach
Deutschland holen. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des
Deutschen Olympischen Sportbundes
(DOSB) in der Frankfurter Paulskirche
votierten alle 101 Delegierten mit ihren
410 Stimmen für eine Bewerbung
Hamburgs für die Spiele 2024 oder
2028. Die muss jetzt bis zum 15. September dieses Jahres beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in
Lausanne (Schweiz) offiziell hinterlegt
werden. Kosten der Anmeldung: rund
150.000 US-Dollar. Ein Rückzug wäre
danach zu jedem Zeitpunkt möglich.
F R A N K F U RT
Von Turnern sagt man, sie können
überhaupt nicht laufen. Und wer nicht
laufen kann, dem sollte auch das Fußballspielen schwerfallen. Schön, dass
die Leistungsturnerin Lea Miemietz aus
Seevetal so ziemlich alle Regeln gebrochen hat, als sie am Sonnabend Weltmeister-Trainer Joachim Löw im
ZDF-„Sportstudio“ an der Torwand besiegte. Miemietz: ein Treffer. Löw: null.
Dabei hatte er vor der Sendung
noch zu der 16-Jährigen gesagt, er müsse sie wohl schlagen. Löw hat einen Ruf
zu verteidigen, zehnmal schoss er bereits auf die grüne Wand in Mainz.
Lea Miemietz wusste gar nicht,
dass sie sich beworben hatte. Ihr Vater
Jörg hatte das Video an das „Sportstudio“ geschickt, auf dem Lea ein Kunststück zeigt. Nach einem Wettkampf
hatte sie nur lockeres Turntraining.
Mit einer Freundin baute sie einen Parcours auf. Sie musste mit einem Ball in
der Hand auf ein Sprungbrett zulaufen,
von dort auf ein Trampolin hüpfen und
dann nach einem Vorwärtssalto auf
eine Weichmatte im Flug den Ball in
einen Basketballkorb werfen. Hat geklappt. Sie schickte ihrem Vater ein Video per WhatsApp, erst kurz vor der
Sendung verriet er ihr, dass sie im
Fernsehen auftreten soll. Auch ihre
beiden Brüder waren baff. Der passionierten Klavierspielerin schicken jetzt
wildfremde Menschen auf Facebook
Nachrichten und gratulieren. An diesem Montag dürfte es am Gymnasium
Hittfeld kein anderes Thema geben als
die Löw-Bezwingerin. (ryb)
BAN D L EA D E R B E I M O P E N A I R?
>> >> Seite 13 „... weil ich das witzig finde“ dpa
RAINER GRÜNBERG
Siegerin über Löw
>> >> Seite 7 Die Misshandlungsvorwürfe
Jetzt soll Sportdirektor Peter Knäbel den Verein vor dem
Abstieg retten. Er hat kaum Trainer­Erfahrung. Seite 19
KO PENHAGEN
MENSCHLICH
GESEHEN
:: Mehr als
ein Jahr nach Schließung der Brandenburger Haasenburg-Heime muss sich
morgen einer der Betreuer wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. In den Heimen waren auch schwer
erziehbare Kinder und Jugendliche aus
Hamburg untergebracht worden.
HAMBUR G/POTSDAM
„Das ist eine wirklich besondere
Entscheidung, weil sie einstimmig getroffen wurde, und sie ist ein großer
Vertrauensbeweis“, sagte Hamburgs
Bürgermeister Olaf Scholz (SPD). „Diese einstimmige Entscheidung des
Sports ist eine Ermutigung für das im
Herbst anstehende Olympia-Referendum.“ Den Termin der Volksabstimmung will der Senat nach Rücksprache
mit den Olympiaskeptikern von
(N)Olympia und den Olympiagegnern
der Linken festlegen. Für ein Datum
vor dem 15. September spräche, dass
noch kein Geld ausgegeben und keine
Vorfestlegung getroffen wurde, für
einen späteren Zeitpunkt, dass weit
mehr Informationen über Konzept und
Kosten vorlägen. Scholz sagte: Ich bin
sicher, dass wir auch den einen oder an-
deren Skeptiker noch überzeugen können.“ Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gab sich optimistisch: Wer die deutsche Bewerbung
schlagen wolle, müsse eine Menge tun.
„Also, keine Angst vor Mitbewerbern
wie Rom, Paris oder Istanbul. Sollen
die doch mal Angst vor Hamburg kriegen.“ Olympia tue Deutschland gut,
aber er sage auch „ohne falsche Bescheidenheit: Olympia in Deutschland
tut auch der Welt gut.“
Am Dienstag beraten der DOSB
und Hamburg über das weitere Vorgehen, die Gründung der Bewerbungsgesellschaft und Präferenzen beim Segelstandort. Kandidaten sind Warnemünde, Travemünde und Kiel. Bereits am
Sonntagnachmittag führten DOSBPräsident Alfons Hörmann und Sport-
senator Michael Neumann in Hamburg
weitere vorbereitende Gespräche.
„Deutschland hat mit Hamburg
eine gute Chance, die Spiele zu bekommen“, sagte IOC-Mitglied Gian-Franco
Kasper, 71, der „Bild am Sonntag“. Für
das langjährige IOC- und DOSB-Ehrenmitglied Walther Tröger, 86, ist die
Entscheidung über den Ausrichter
2024 „völlig offen. Für mich gibt es keinen Favoriten und auch keine Stadt,
der sich das IOC aufgrund zahlreicher
voriger Bewerbungen verpflichtet fühlen könnte“, sagte er dem Abendblatt.
Eine deutsche Bewerbung habe beim
IOC immer eine Chance, „jetzt gilt es,
das starke Hamburger Konzept in der
Sportwelt bekannt zu machen“.
>> >> Seite 2 Leitartikel Seite 10/11 Olympia­Berichte
Tsipras heute bei Merkel – reicht
das Geld nur noch zwei Wochen?
Partei von Nicolas Sarkozy
gewinnt Wahl in Frankreich
:: Kurz vor dem
heutigen Besuch des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in
Berlin sind neue Einzelheiten über die
dramatische Finanzlage des Landes bekannt geworden. Die EU-Kommission
geht laut „FAS“ davon aus, dass Athen
nur noch bis zum 8. April über genügend Geld zur Begleichung seiner fi-
PARIS
B E R L I N/AT H E N
nanziellen Verpflichtungen verfügt.
Danach werde die Lage als „kritisch“
eingeschätzt. Die griechische Regierung will binnen Kurzem konkrete Reformschritte vorweisen, um neue Milliardenhilfen der Euro-Partner zu erhalten. Ein wichtiger Punkt ist das
Eintreiben ausstehender Steuern.
>> >> Seite 3 Merkel setzt auf Entspannungspolitik
::
Die konservative Partei
UMP hat Prognosen zufolge die erste
Runde der Départementswahlen in
Frankreich gewonnen. Die Partei des
früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy
kam demnach auf 31 Prozent, die
rechtsextreme Front National erreichte 24,5 Prozent. An dritter Stelle folgten die Sozialisten von Präsident François Hollande mit 19,7 Prozent.
:: Die vom deutschen Frühromantiker
Novalis stammende Einschätzung, dass
jeder Engländer eine Insel sei, ist angesichts des insularen Charakters von
Britannien natürlich unfassbar geistreich. Unter historischen wie genetischen Aspekten betrachtet, sind Engländer aber keineswegs isolierte Eilande.
Es gab einfach zu viele Invasoren,
die, vermutlich von der ruhmvollen britischen Küche angelockt, den Kanal
überquerten. Und die sich, in Ermangelung anderer Freizeitangebote, den hei-
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Was der Engländer
für Liebe hält,
reicht gerade aus, um die
Rasse fortzupflanzen.
William Somerset Maugham
CHEFREDAKTEURE IM INTERVIEW
Bezahlen für „Spiegel Online“?
:: Das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ prüft für
sein Onlineangebot ein Bezahlmodell.
Noch 2015 wolle man „erste Konzepte
ausprobieren“, sagten die neuen Chefredakteure dem Abendblatt.
HAMBUR G
VON M E N SC H ZU M E N SC H
Hier helfen wir
Der Front National von Marine Le
Pen galt als Favorit. Die Sozialisten hatten auf eine hohe Wahlbeteiligung gehofft, um die Rechtsextremen zu bremsen. Sie lag bei rund 51 Prozent und damit um sechs Prozent höher als vor vier
Jahren. Am kommenden Sonntag finden die Stichwahlen statt.
>> >> Seite 4 Konservative überholen die Rechten
:: Was geschieht mit Ihrer Spende?
Hier stellen wir Projekte der Abendblatt-Initiativen „Kinder helfen Kindern“ und „Von Mensch zu Mensch“
vor. Heute: Eine behinderte Frau erhielt einen Zuschuss für eine dringend
benötigte Gleitsichtbrille, die von der
Krankenkasse nicht bezahlt wurde.
WETTER
Eine Montagsdemonstration
:: So geht ein perfekter Auf-
takt in die neue Woche.
Freundlicher Wechsel von
Sonne und Wolken, 11 Grad.
Große Studie der Universität Oxford zeigt: Jeder weiße Engländer ist von seinen Erbanlagen her zu einem Drittel deutsch
mischen Töchtern auf das Zutraulichste näherten. Das gilt für die wilden Wikinger ebenso wie für die Legionäre
Cäsars.
Doch diese beiden Gruppen hinterließen überraschend geringe Spuren im
>> >> Seite 28 Gute Zeiten, schlechte Zeiten dpa
>> >> Seite 16 „Unser Ziel: bezahlter Journalismus“
Gene aus Germany
THOMAS FRANKENFELD
:: Ende einer Ehe: AltBundespräsident Christian Wulff und
seine Frau Bettina haben laut „BamS“
gemeinsam die Scheidung eingereicht.
Geheiratet haben dagegen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine.
HANNOVER
britischen Genpool. Bei den Wikingern
und ihrer Neigung zu starken Getränken darf man vermuten, dass sie meist
breit wie getretener Quark waren; was
sich hinderlich auf erfolgreiches Paarungsverhalten ausgewirkt haben dürfte. Und bei den Römern war es wohl so
ähnlich wie bei den Sowjetsoldaten in
DDR-Zeiten: Sie kamen einfach nicht
raus aus den muffigen Kasernen.
Ganz anders dagegen bei den Angeln und Sachsen. Die norddeutschen
Krieger, die zwischen 400 und 500
nach Christus scharenweise rübermachten, gingen nach Dienst derart enge Verbindungen zu den Landestöch-
tern ein, dass die heutige weiße britische Bevölkerung fast ein Drittel
deutsche Gene besitzt. Das ergab eine
Studie der Universität Oxford, die über
20 Jahre hinweg erstellt wurde.
Diese Genanalyse wirft ein versöhnliches Licht auf jenes Ereignis, das
die deutsch-britischen Beziehungen
mehr als die beiden Weltkriege belastet
hat: das Wembley-Tor und seine Folgen. Wenn die Briten zu einem Drittel
Deutsche sind, dann sind wir doch auch
zu einem Drittel Weltmeister von 1966.
Und Jogis Mannen könnten künftig
viereindrittel Sterne auf dem Trikot
tragen.
Das ausführliche Wetter auf
>> >> Seite 27
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