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Das Kreuz der Jugend - Kirchenzeitung Köln

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9/15
27. Februar
1,85 Euro
Das
Kreuz
der
Jugend
Seite 10
www.kirchenzeitung-koeln.de
INHALT / MEINUNG
IN DIESER WOCHE
vom 27. 2. bis 5. 3. 2015
Ein Dom für 27 Euro?
Fragen und Antworten
zum Finanzbericht
Seite 4
Musiktage������������������������������������������������������� Seite 7
Bibel-Teilen������������������������������������������������������ Seite 16
Impressum������������������������������������������������������� Seite 17
Regionale Berichte������������������������������������������ Seite 33
Sprechen Sie Kirchisch?��������������������������������� Seite 45
Bischofskonferenz������������������������������������������ Seite 48
(Karikatur: Plaßmann)
Wohin steuert das Abendland?
Böse Stiefmütter?
Im Märchen ja.
Doch sind Stiefmütter
wirklich böse?
Seite 52
Titelbild: „Das Kreuz der Jugend.
Ein GlaubensZeichen neu gesehen“
lautet der Titel einer Ausstellung im
Kreismuseum in Zons. Schülerinnen
des Kunstleistungskurses des
Erzbischöflichen Gymnasiums
Marienberg in Neuss haben nicht nur die
gezeigten Werke geschaffen, sondern in
Zusammenarbeit mit dem Museum die
Präsentation konzipiert. Lesen Sie dazu
die Seiten 10 und 11. (Foto: Boecker)
2 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
In der Öffentlichkeit scheint sich das Phänomen Pegida inzwischen fast von allein erledigt
zu haben. Von den Plätzen wird es verschwinden und es brauchen auch keine Brücken- oder
Kirchenbeleuchtungen mehr ausgeschaltet zu
werden. Doch die Frage bleibt, ob damit auch
die Probleme dieser Protestbewegung aus der
Welt geschafft sind. Zwar haben nicht wenige
Meinungsbildner es weitgehend geschafft, pauschal die Teilnehmer als Flüchtlingshasser und
Rechtsnationale vorzuführen. Doch die hinter
den Protesten steckende Verdrossenheit und
fragenden Ängste lösen sich dadurch nicht auf.
Erst recht nicht, wenn drangsalierende Protestgegner den anderen das Recht auf Meinungsfreiheit nehmen.
Nach dem Zerwürfnis der führenden Pegidaleute bleibt aus dem unerledigten Themenwust für Christen die der Pegida namensgebende Angst des Nachdenkens wert.
Besteht wirklich die Gefahr einer Islamisierung des Abendlandes? Könnte aus der Protestbewegung eine Reformbewegung für das europäische Christentum werden?
Das historisch christlich geprägte Abendland kann nur durch eine Verteidigung der
eigenen Werte vor angeblicher Islamisierung
„gerettet“ werden. Das Christentum verliert
seine Kraft, wenn es nicht gelebt wird. Europas Öffentlichkeit wird längst nicht mehr
von christlichen Kräften geprägt. Es gibt die
Rede vom abwesenden Gott, weil sein Wort
nicht nur in der politischen Öffentlichkeit,
sondern auch bei einem Großteil der Bürger
kein Echo mehr findet.
Der persönlich gelebte Glaube ist eines
der letzten Tabus in unserer aufgeklärten
Gesellschaft. Ist es nicht angesichts leerer
werdender Kirchen und der üblichen weitverbreiteten Antihaltung gegen alles Religiöse für Christen an der Zeit, sich nicht länger verschämt zu verstecken, sondern kraftvoll und öffentlich zum christlichen Glauben zu stehen?
Ein Auswahl- und Beliebigkeitschristentum ist nicht trag- und leistungsfähig. Es ist
wohl geeignet, Torschlussängste auszulösen.
Erich Läufer
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
KIRCHE UND WELT
Kanzlerin beim Papst
Einladung zum Besuch in Deutschland
VATIKANSTADT. „Ich hatte die Freude und
Gelegenheit, Papst Franziskus die Agenda unserer G7-Präsidentschaft vorzustellen“, sagte
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach
ihrer Privataudienz bei Papst Franziskus in
Rom. Die Gesprächsthemen dieser zweiten Privataudienz bei Franziskus binnen zwei Jahren
erschienen auf den ersten Blick überraschend:
Die Bundeskanzlerin, derzeit eine Schlüsselfigur der Weltpolitik, spricht mit dem Papst über
eine Initiative zur Impfung von 300 Millionen
Kindern in Afrika und die Förderung von Frauen. So berichtete sie es zumindest selbst anschließend. Auch um Armutsbekämpfung und
den Klimawandel sei es gegangen, ebenfalls
wichtige Themen ihrer G7-Agenda. Erst ganz
am Schluss ihrer rund fünfminütigen Stellungnahme nennt sie den Ukraine-Konflikt.
Was alle Journalisten von ihr hören wollen, sagt Merkel nicht: ob sie den Papst nach
Deutschland eingeladen hat. Regierungssprecher Steffen Seibert ließ dies später auf Nachfrage offen. Aus dem Vatikan kam schließlich
am Samstagabend die Bestätigung. Doch damit beginnen die Spekulationen erst: Soll der
Papst etwa zum Reformationsjubiläum 2017
kommen?
Einiges deutet darauf hin, dass die Kanzlerin mit ihrem Besuch beim Papst zeigen wollte, dass sie nicht nur die kühle Machtpolitikerin
ist, als die sie vor allem im Ausland oft beargwöhnt wird. Dafür spricht auch das ungewöhnliche Begleitprogramm. So traf sie am Freitagabend in der deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl mit deutschen Kirchenvertretern und
Wissenschaftlern zusammen, darunter Kardinal Walter Kasper, der bisweilen als „Theologe
des Papstes“ bezeichnet wird, sowie einem der
führenden Fachleute für die Prävention sexuellen Missbrauchs in der Kirche.
Unüblich war auch, dass der offizielle
Empfang mit der Kanzlerin am Sitz der katholischen Gemeinschaft Sant‘Egidio im römischen Ausgehviertel Trastevere stattfand.
Sant‘Egidio engagiert sich im interreligiösen
und ökumenischen Dialog und in der Obdachlosenhilfe, vermittelte aber etwa auch den Friedensschluss im Bürgerkrieg in Mosambik. In
dem Saal, in dem der Vertrag 1992 unterzeichnet wurde, sagte Merkel deutliche Worte zum
Ukraine-Konflikt: Man müsse „Aggressionen“
auch beim Namen nennen.
Zwei Weltakteure
Kein Zufall war wohl auch, dass die Bundesregierung Merkels Besuch beim weltweiten Sympathieträger Franziskus für eine Social-Media-Premiere nutzte. Am Freitag schaltete sie ihre Facebook-Seite frei. Dort zeigt
ein Video, wie Merkel von Erzbischof Georg
Gänswein empfangen wird und, eskortiert von
Schweizergardisten, durch den Apostolischen
Palast schreitet.
Jenseits von Pizza und G7 gilt der Besuch
Merkels Beobachtern als weiterer Beleg dafür, dass der Papst als weltpolitischer Akteur wieder eine größere Rolle spielt. Dazu
passt, dass Franziskus im September als erster Papst überhaupt vor dem US-Kongress in
Washington spricht. Zu den wenigen Politikern, denen diese Ehre bislang zuteil wurde,
gehört auch - Angela Merkel.
Thomas Jansen
ZITAT
Auszug aus der Predigt von Dr. Stefan
Heße anlässlich seiner Verabschiedung
als Generalvikar des Erzbischofs von
Köln am Sonntag im Dom:
. . . Ich glaube, dass in der Kirche jedes
Amt nicht nur den Amtsträger prägt, sondern umgekehrt: Der Amtsträger prägt
auch das Amt. Er bringt seinen Charakter, seinen persönlichen Stil, seine Note
in das Amt ein. Das habe ich in den vergangenen Jahren versucht. Ich bin aber
der Meinung, dass dieser Gedankengang
noch zu kurz greift. Es geht nicht nur um
das Zueinander von Amt und Person, sondern jeder einzelne Christ, jede einzelne
Christin lebt davon, dass sie zu allererst
Jesus Christus repräsentiert.
. . . Wir Christen brauchen keine Schilder vor uns herzutragen, nach dem Motto: Je suis chrétien – Ich bin Christ. Jeder Einzelne von uns ist ein Sakrament für
Christus, ist ein Zeichen Christi selbst. Wir
sind getauft, damit wir als Christen Christus gegenwärtig setzen können. Genau
das ist mir in diesen Tagen als wichtig
aufgegangen. Es kommt darauf an, dass
in jedem Ich das Du Gottes lebendig wird
und aufscheint – und das nicht im Sinne
des Machens oder des Herstellens, damit
wären wir heillos überfordert, sondern
aus der Kraft der Sakramente im Sinne
des Darstellens.
. . . Ich muss Ihnen heute gestehen,
dass ich in den vergangenen paar Jahren die ein oder andere Herausforderung
zu bestehen hatte. Aber ehrlich gesagt:
Die Aufgaben waren irgendwie zu bewältigen. Es gab Menschen, die ich um Rat
fragen konnte. Für mich als Priester war
in den vergangenen drei Jahren die größte Herausforderung, meinen persönlichen
Draht zu Jesus Christus zu halten, an ihm
dran zu bleiben, ihn nicht vor lauter Aufgaben und Terminfülle zu vernachlässigen,
sondern wirklich aus der Freundschaft zu
Jesus Christus Kraft zu schöpfen. Diese
Freundschaft muss Tag für Tag lebendig
gehalten werden, wie eine Freundschaft
zwischen Menschen. Dafür braucht es
Zeit, dafür braucht es eine gewisse Ruhe,
einen gewissen Raum und eine gewisse
Luft. Dies immer wieder zu finden und im
Alltag zu erhalten, das war oft nicht leicht.
Aber ich durfte die Erfahrung machen:
Wenn du genau darauf setzt und wenn du
das im Blick behältst, dann wird alles andere zu bewältigen sein. Das gibt mir Mut
für Hamburg.
Den vollständigen Text finden Sie unter
➔➔ www.kirchenzeitung-koeln.de
Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde am Samstag von Papst Franziskus zu einer Privataudienz empfangen. (Foto: KNA)
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15 www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 3
4 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de (Foto: Klein)
Ein Dom für 27 Euro?
IM BLICKPUNKT
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
IM BLICKPUNKT
Mit der Veröffentlichung des Finanzberichtes für das
Jahr 2013 hat das Erzbistum Köln einen neuen Weg zu
mehr Transparenz beschritten (siehe Kirchenzeitung
vom 20. Februar). In Medien, in sozialen Netzwerken
und an der Hotline wurde der Bericht diskutiert.
Einige der Fragen hat Siegbert Klein mit den
ent­sprechenden Antworten zusammengestellt.
Warum werden erst jetzt die Zahlen für 2013
präsentiert?
Die erstmalige Aufbereitung der Zahlen und
Daten für einen ausreichend erläuterten und
verständlichen Finanzbericht benötigt ihre
Zeit. Hier musste das Bistum auch lernen,
wie mit den besonderen Bedingungen unter
HGB-Standards umzugehen ist. Auch musste der Prozess mit unterschiedlichsten Gremien abgestimmt werden. Der Bericht für
2014 soll zügig erstellt werden. Angestrebt
ist, ihn bis zum Jahresende vorzulegen.
Was unterscheidet die Bilanz des Erzbistums Köln von denen in Limburg, Essen und
Osnabrück?
Verschiedene Bistümer haben bereits Bilanzen publiziert. Allerdings folgen nicht alle
den gleichen Standards. In Köln hat man
entschieden, einen neutralen Standard zu
übernehmen. Das Erzbistum bilanziert freiwillig nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und nicht nach eigenen Regeln
zur Rechnungslegung. Der Jahresabschluss
gründet somit ausschließlich auf bekannten,
vom HGB vorgegebenen Bilanzierungs- und
Be-wertungsregeln und Grundsätzen, um ein
Höchstmaß an Glaubwürdigkeit zu gewährleisten.
Warum werden der Bistumshaushalt und
der des Erzbischöflichen Stuhls zusammen
dargestellt?
Der Finanzbericht umfasst in erster Linie
den Jahresabschluss des Erzbistums und des
Erzbischöflichen Stuhls. Beide Körperschaften werden seit Jahrzehnten buchhalterisch
gemeinsam geführt. Alle Erträge des Erzbischöflichen Stuhls fließen unmittelbar in
den Bistumshaushalt ein. Damit sind auch
Leitung und Kontrollorgane beider Körperschaften identisch. Der Kirchensteuerrat
beschließt den Haushalt, der beide Körperschaften umfasst. Es gibt also keinen „Schattenhaushalt“. Eine Unterscheidung gibt es
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
praktisch nur im Grundbuch, in dem Immobilien konkret einem Rechtsträger zugeordnet werden müssen.
Im Finanzbericht fehlen die Finanzen der
Pfarrgemeinden. Müssten nicht alle Kirchenfinanzen zusammen betrachtet werden?
Die Kirchengemeinden sind eigene Rechtsträger, die grundsätzlich selbstständig entscheiden und ihre eigene Vermögensverwaltung haben. Jede Gemeinde gibt jährlich
Einsicht in ihren Jahresabschluss. In der Vergangenheit ist diese Offenlegung auf wenig
Interesse gestoßen.
In den letzten Jahren wurden auch in den
Pfarreien erhebliche Anstrengungen unternommen, die Buchführung zu modernisieren. Jedoch sind die Gemeinden dabei unterschiedlich weit. Die Kirchengemeinden
arbeiten daran, ihre Abschlüsse in Form von
Bilanzen besser aufzubereiten und verständlich darzustellen. So ist geplant, dass in den
nächsten Jahren auch die Kirchengemeinden
nach und nach ihre Jahresabschlüsse in standardisierten Berichten präsentieren. Das Erzbistum unterstützt diesen Prozess zu mehr
Transparenz. Letztlich entscheiden darüber
aber die einzelnen Gemeinden.
Das Erzbistum muss doch Informationen
über das Vermögen einer jeden Pfarrgemeinde haben. Warum kann man nicht eine
Summe nennen?
Grundsätzlich gilt, dass jede Kirchengemeinde als eigenständige Körperschaft des
öffentlichen Rechts selbstständig handelt.
Daher kann das Erzbistum nicht einfach in
die Entscheidungen der einzelnen Kirchengemeinde eingreifen. Es gibt zwar eine Aufsicht, aber keine direkten Einflussmöglichkeiten. Vergleichbar ist das mit der Situation im Land Nordrhein-Westfalen. Im Haushalt des Landes werden weder die Haushalte
der Städte, Gemeinden oder Kreise im Land
NRW berücksichtigt. Dafür ist jede Körperschaft selbstverantwortlich. Vergleichbar ist
so auch das Verhältnis zwischen dem Erzbistum Köln und seinen zugehörigen Pfarrgemeinden und Einrichtungen. Wie in einem
Bundesland die Haushalte der Kommunen
nicht addiert werden können, so ist das auch
im Bistum mit den Haushalten der Pfarrgemeinden.
Festzuhalten ist, die Pfarrgemeinden stellen freiwillig ihre Buchführung von einfacher auf doppelte um, um Abschlüsse zu erhalten, die aussagekräftiger sind als reine
Ein- und Ausgabenrechnungen. Man muss
aber berücksichtigen, dass hier viel Arbeit
durch Ehrenamtler mit begrenzten Ressourcen erfolgt. Die Umstellung wird aber nach
und nach vollzogen.
Ist das Erzbistum Köln reich?
Reich ist ein schwer zu bestimmender Begriff. Das Erzbistum Köln hat ein großes
Vermögen und jedes Jahr bringen die Kirchenmitglieder über die Kirchensteuer viel
Geld auf, mit dem die kirchliche Arbeit finanziert wird. Etwa 60 000 Menschen arbeiten im Erzbistum, in den Gemeinden sowie
in Einrichtungen der Kirche wie Bildungswerken, Beratungsstellen, Krankenhäusern
und Schulen. Diese Einrichtungen bringen
im Gegensatz zu Unternehmen zum allergrößten Teil keinen Ertrag. Sie dienen der
Seelsorge und der Sozialarbeit. Sie kosten
Geld für den laufenden Betrieb und für ihren Erhalt.
Regelmäßig Geld für Erhaltung und Unterhalt benötigen auch die zahlreichen Kulturgüter im Besitz der Kirche. Sie gelten
zwar als gesellschaftliche und ideelle Reichtümer. Im Haushalt sind sie mit Kosten behaftet.
Aber braucht das Erzbistum Köln ein so großes Vermögen?
Das vorhandene Vermögen ist größtenteils
zweckgebunden, wenn man in die Bilanz
schaut. Es ist kein „eigenes Geld“. Denn es
umfasst beispielsweise die eigenen kirchlich
genutzten Immobilien, die gebraucht wer-
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 5
IM BLICKPUNKT
Auf der Bilanzpressekonferenz des Erzbistums Köln präsentierten Generalvikar Stefan Heße (ernannter Erzbischof von Hamburg) und Finanzdirektor Hermann J. Schon (Mitte) die
Wirtschaftszahlen des Bistums von 2013 und Dompropst Norbert Feldhoff (links) den Haushalt der Hohen Domkirche und des Metropolitankapitels. (Foto: Klein)
den, um Begegnung möglich zu machen und
die seelsorgerischen und karitativen Einrichtungen zu betreiben. Und Rücklagen decken
unter anderem die künftigen Verpflichtungen in der Altersvorsorge der Mitarbeiter, Instandhaltungskosten und gleichen Schwankungen des Kirchensteueraufkommens aus.
Dies ist notwendig, damit kirchliche Arbeit
nachhaltig gelingen kann. Auch damit Menschen, die die Hilfe der Kirche benötigen,
eine verlässliche Perspektive haben. Die umfangreichen Ressourcen des Erzbistums bilden die Grundlage für die kirchliche Arbeit.
Jeden Tag gibt das Erzbistum rund 2 Millionen Euro für konkrete Hilfe und Beratung in über 100 Beratungsstellen, in mehr
als 650 Kindergärten für 41 000 Kinder oder
für Caritas-Projekte und die Gemeindeseelsorge aus.
Warum ist dann aber der Kölner Dom nur
27 Euro wert?
Wie soll man den Kölner Dom bewerten?
Niemand will ihn verkaufen oder abreißen
und neu aufbauen. Also lässt sich kein Handelswert ermitteln. Buchhalterisch ist ein
solches Gebäude wertlos. Da das so ist, sind
auch die Grundstücke, die zum Dom gehören, trotz ihrer exzellenten Lage im Stadtzentrum nichts wert. Die Immobilie Dom ist
finanztechnisch wertlos, auch wenn für den
Erhalt des Bauwerks jährlich Millionenbeträge ausgegeben werden. Was übrigens eine
Immobilie nicht attraktiver macht.
Damit der Dom in seinem eigenen Haushalt nicht unberücksichtigt bleibt, wird er
mit sogenannten 27 „Erinnerungseuros“ in
den Büchern geführt: Je einen Euro für die
26 Parzellen, die zum Dom gehören, und ein
Euro für den Dom selbst.
Die Kirche hat doch Kunstschätze von enormem Wert. Wie werden diese bewertet?
Die Kunstgegenstände in Kirchen und im
6 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Museum Kolumba betrachtet die Kirche
nicht als Vermögen, das verwertbar wäre.
Niemand käme auf die Idee, eine Monstranz
zu verkaufen, um eine Renovierung der Kirche zu finanzieren. Auch ist ein Verkauf von
Kunstwerken aus Kirchen nicht gewollt und
vom Bistum erlaubt. So lässt sich ähnlich
wie beim Dom kein Vermögenswert festlegen. Der religiöse und kulturelle Wert dieser
Gegenstände steht außer Zweifel.
In der Ertragsrechnung wird ein Gewinn von
59 Millionen Euro ausgewiesen. Wie kommt
er zustande und was geschieht mit dem
Geld?
Der Überschuss im Jahr 2013 war nicht geplant, sondern die positive Folge der guten
wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Mehr Beschäftigung ergibt mehr Kirchensteuer. Das war nicht vorhersehbar.
Mit kurzfristig mehr Geld klug umzugehen, ist eine Herausforderung. Es dürfen keine neuen Verpflichtungen entstehen,
weil absehbar ist, dass in wenigen Jahren
die Einkünfte aus der Kirchensteuer deutlich zurückgehen werden wegen der demografischen Entwicklung. Das Erzbistum hat
die zusätzlichen Gelder in Rücklagen geführt
und in Investitionen beispielsweise in Bildungseinrichtungen, Kindertagesstätten und
Schulen, um diese auszubauen, zu modernisieren und damit zukunftsfähig zu machen.
Wie viel Kirchensteuer zahlt der durchschnittliche Steuerzahler?
Statistisch zahlt jedes Mitglied der knapp
über 2 Millionen Katholiken im Bistum jährlich etwa 278 Euro Kirchensteuer. Bei einer
Erwerbsquote von 46 Prozent in NordrheinWestfalen sind das etwa 561 Euro pro katholischem Steuerzahler. Legt man die allgemeine Steuerstatistik in NRW zugrunde, dann
versteuert über die Hälfte der Steuerzahler
unter 25 000 Euro im Jahr. Diese erbringen
geschätzt etwa 5 Prozent des Kirchensteueraufkommens. Etwa 10 Prozent des Steueraufkommens kommt von schätzungsweise
von 0,1 Prozent der Kirchensteuerzahler.
Passt ein so großes Vermögen im Erzbistum
zum Anspruch des Papstes an eine „arme
Kirche“?
Die Mittel, die das Erzbistum Köln besitzt,
werden in Gemeinden und in soziale Projekte investiert wie beispielsweise Beratungsstellen, Caritasarbeit oder Projekte der Weltkirche. Eine Kirche, die in dieser Weise ihre
Mittel nutzt, kommt dem Anspruch des Papstes nach.
Im 70-seitigen Finanzbericht für das Jahr
2013 fehlt der testierte Jahresabschluss.
Warum wird dieser nicht veröffentlicht?
Der formale Abschluss für das Jahr 2013 ist
wesentlich kompakter als der veröffentlichte Finanzbericht. Inhaltlich gibt es keine Abweichungen. Die veröffentlichte Version enthält zusätzlich umfangreiche Erläuterungen,
um das Zahlenwerk zu verstehen und einordnen zu können. So gesehen schafft der vorliegende Finanzbericht mehr Transparenz.
Der testierte Abschluss kann jederzeit im
Generalvikariat eingesehen werden.
INFO
Der jetzt veröffentlichte Finanzbericht
für das Jahr 2013 und alle verabschiedeten Haushaltspläne können auf einer eigenen Internetseite eingesehen
werden. Dort finden Sie auch umfangreiche Unterlagen und Erklärungen zu
den Finanzen des Erzbistums Köln und
deren Verwendung.
➔➔ www.kirchensteuer-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
ERZBISTUM aktuell
Schulübergreifend gesungene Passion
Abschlusskonzert der Erzbischöflichen Musiktage
ALTENBERG. Vier von fünf Solisten, die am
Sonntag zum Abschluss der 25. Erzbischöflichen Musiktage Händels Johannes-Passion
sangen, haben selbst mehrfach an dieser Werkwoche der erzbischöflichen Schulen teilgenommen. „Als diese vor 25 Jahren vom damaligen
erzbischöflichen Schulrat Dr. Paul Schroembges und Domkapellmeister Eberhard Metternich ins Leben gerufen wurde, war nicht abzusehen, dass sich die Veranstaltung so lange
als gemeinsames Projekt aller SekundarstufenSchulen halten würde“, sagt Winfried Krane,
Leiter der Musikschule des Kölner Domchores,
die seit 21 Jahren die Musiktage organisiert.
„Im Gegensatz zum Erzbischöflichen Sportfest, das es damals noch gab, sollten die Teil-
nehmer miteinander und nicht gegeneinander
antreten.“ Ein besonderes Miteinander gab es
diesmal beim Abschlusskonzert im Altenberger
Dom, da zum Jubiläum neben rund 100 Schülerinnen und Schülern auch ehemalige Teilnehmer mit von der Partie waren, die inzwischen in
der Domkantorei Köln oder der Kölner Domkapelle musizieren. Beide Ensembles sind vor 20
Jahren aus ehemaligen Teilnehmern der Musiktage gegründet worden. „Gesungenes Gotteslob als gemeinsames Projekt – schulübergreifend“, fasst Krane die Zielsetzung der Musiktage zusammen. „Musikalische und religiöse
Begegnung Gleichgesinnter, Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen – oft auch über die
KB
Schulzeit hinaus.“
Handwerkszeug für
Öffentlichkeitsarbeit
KÖLN. Alle Menschen befähigen, die
sich Tag für Tag für ihren Glauben und
die Kirche engagieren, dies in der Öffentlichkeit gut und kompetent zu tun
– das ist Ziel des Diözesantags Öffentlichkeitsarbeit, der am Samstag, 28.
März, 9 bis 17 Uhr im Maternushaus
stattfindet unter dem Motto „Glauben # weitersagen“. In 16 Workshops
soll das Handwerkszeug vermittelt
werden, wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit effizient und gut bewerkstelligt werden kann. Besonders Ehrenamtliche aus den Gemeinden, die
Pfarrbriefe oder Webseiten gestalten,
Öffentlichkeitsarbeit organisieren und
Pressearbeit betreiben, sollen von den
Angeboten profitieren, die vom Schreiben und Texten, über Bild- und Plakatgestaltung bis hin zur Erstellung von
Webseiten und den Möglichkeiten der
Sozialen Netzwerke reichen. Den Einführungsvortrag hält Hannelore Bartscherer, Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln. Mehr
Informationen gibt es unter Telefon
(02 21) 16 42 36 38 oder im Internet.
Anmeldungen sind möglich bis zum 15.
März – da einige der Workshops aber
schon ausgebucht sind, sollten Interessierte nicht zu lange zögern.
KB
➔➔ www.dioezesantag.de
Bewegter Oasentag im Grünen
Im Altenberger Dom führten die Teilnehmer der erzbischöflichen Musikwoche am Sonntag Händels Johannes-Passion auf –
gemeinsam mit ehemaligen Teilnehmern, die heute in der Kölner Domkantorei oder der Domkapelle musizieren. (Foto: Becker)
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
BONN. Die Natur erleben, Ruhe und
Balance finden, Zeit für sich haben –
darum soll es bei dem „Oasentag im
Grünen“ gehen, der unter der Überschrift „Eine Reise zu mir selbst“ am
Mittwoch, 27. Mai, 10 bis 17 Uhr in
Haus Venusberg stattfindet. Veranstalter sind der DjK Sportverband Diözesanverband Köln und die Altenpastoral
des Erzbistums. Theologin Judith Göd
und Daniela Otto, Referentin für Kirche & Sport, laden zu einer Mischung
aus Bewegungsangeboten im Freien,
Entspannungsübungen und spirituellen Impulsen ein. Die Teilnahme kostet
35 Euro inklusive Verpflegung. Nähere
Informationen und die Möglichkeit zur
Anmeldung gibt es unter Telefon (02 21)
99 80 84 0 oder per E-Mail an info@djkdvkoeln.de.KB
➔➔ www.djkdvkoeln.de
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 7
ERZBISTUM aktuell
Von Künstlern und Propheten
Prälat Sauerborn: Kunst unverzichtbar für eine Kirche im Umbruch
KÖLN. Mystische Klänge in der romanischen
Basilika St. Kunibert. Die Musik des weltweit bekannten estnischen modernen Komponisten Arvo Pärt verzauberte das Pontifikalamt zum Auftakt des „Aschermittwochs
der Künstler“ in Köln – zum ersten Mal
mit dem neuen Kölner Erzbischof Kardinal
Rainer Maria Woelki. Er zog in seiner Predigt überraschende Parallelen zwischen den
Künstlern heute und den biblischen Propheten. „Ich denke, es fällt einem Künstler –
auch wenn er nicht an Gott glaubt – vermutlich gar nicht so schwer, sich dem Propheten
Joel verbunden vielleicht sogar verwandt zu
fühlen.“ Denn ihr ständiger Begleiter sei die
Einsamkeit in einer gleichgültigen Welt, die
den Ruf nach Gerechtigkeit nicht hören will.
Dem Leben Sinn geben
Doch Propheten wie Künstler könnten
nicht anders, als ihre Finger in schmerzende Wunden zu legen und das auszudrücken,
was sie zuinnerst berührt, auch wenn sie dafür Unverständnis und Ablehnung erfahren
müssen. Kardinal Woelki erinnerte auch an
den Mythos Sisyphos von Albert Camus und
würdigte Künstler wie Propheten, die jeden
Tag auf Neue versuchten, mit ihrem Wirken
dem Leben trotz seiner Absurdität Sinn zu
geben. In der modernen Kunst sieht Kardinal Woelki nicht einen Gegner, sondern einen Verbündeten. Künstler illustrierten zwar
nicht mehr biblische Geschichten, aber sie
befänden sich weltweit auf der Suche nach
Sinn und einer besseren Welt.
Im Anschluss an die Messe in St. Kunibert lud der Erzbischof traditionell zu einem
lockeren Empfang mit Fastenessen ins Maternushaus ein. Für viele ergab sich so die
Möglichkeit, mit ihm kurz ins Gespräch zu
kommen.
Künstlerseelsorger Prälat Josef Sauerborn
begrüßte Woelki bei der Akademie am Nachmittag: „Es ist für mich eine große Freude,
dass Sie unter uns sind, weil die zeitgenössische Kunst unverzichtbar für eine Kirche
im gewaltigen Umbruch ist.“ In einem launig-klugen Vortrag brachte Benediktinerpater und Philosophieprofessor Elmar Salmann
die Klangsphären der Stille des Komponisten
Arvo Pärt in Beziehung mit dem Verhältnis
von Kunst und Religion, musikalisch begleitet von der Pianistin Iris von Zahn. Woelki
bekräftigte zum Schluss der Akademie, dass
„das Unsagbare, das unerhörte Schweigen,
in jedem Menschen wohne“, und dankte Pater Salmann für die Tiefe und Schönheit seiner Gedanken und Worte.
Bewegend und inspirierend
Im Anschluss konnten die Gäste durch
die aktuelle Ausstellung „playing by heart“
im erzbischöflichen Kunstmuseum Kolumba bummeln oder sich der Führung von Direktor Dr. Stefan Kraus anschließen. Das
Abendkonzert „Gesprochen für die Ewigkeit“ in der Kölner Basilika St. Maria im
Kapitol mit Werken von Arvo Pärt, der dieses Jahr 80 Jahre alt wird, bildete den Abschluss eines bewegenden wie inspirierenden
Aschermittwochs der Künstler.
Birgitt Schippers
Impressionen vom Aschermittwoch der Künstler finden Sie
auf der Seite 19.
„Wer Menschen ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken“
Kardinal Woelki predigt bei ökumenischer Passionsandacht
Aufmerksam hörte Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, der Predigt von Kardinal Woelki bei
der ökumenischen Passionsandacht in der Düsseldorfer Johanneskirche zu.
(Foto: Becker)
8 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
DÜSSELDORF. „Jeder Tod ist ein Tod des
menschgewordenen Gottes. Das ist die Lektion, die es in der Passionszeit zu begreifen gilt“, predigte Kardinal Rainer Maria
Woelki Samstagabend bei der ökumenischen Passionsandacht in der Düsseldorfer
Johanneskirche. „Wer Menschen im Mittelmeer ertrinken lässt, lässt Gott ertrinken –
jeden Tag, tausendfach. Wer Menschen in
Lagern zu Tode quält, quält Gott zu Tode –
tausend- und abertausendfach. Wer nur für
die Menschen Medikamente und Impfstoffe
entwickelt, die an Zivilisationskrankheiten
leiden, der lässt andere in ärmeren Ländern
verenden, lässt Gott verenden.“
Woelki feierte die gemeinsame Andacht,
die eine lange Tradition hat, zusammen mit
Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Die Auferstehung Jesu zeige, dass das Heil Gottes nicht
am Kreuz ende oder aufhöre, wenn das Leben aus den Fugen gerate oder zur Neige
gehe, erklärte Woelki. „Nichts und niemand
kann uns von ihm trennen.“ Das sei kein billiger Trost – „es ist das einzige, was uns niemand nehmen kann.“
KB
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
ERZBISTUM aktuell
Der Papst als Sympathieträger
Erzbistum Köln auf Berufsinformationsmesse „Einstieg“
KÖLN. „Viele sind erstaunt, dass die katholische Kirche hier auf einer allgemeinen Berufsinformationsmesse vertreten ist“, sagt
Theresa Lorenz, Referentin für Berufungspastoral im Erzbistum Köln. Die Reaktionen
der Schüler, die am Freitag und Samstag zur
Ausbildungs- und Studienmesse „Einstieg“
gegangen und am Stand des Erzbistums Köln
vorbeigekommen sind, seien aber zum allergrößten Teil positiv ausgefallen. „Vielleicht
auch, weil der Papst so ein Sympathieträger
ist“, mutmaßt Lorenz. „Den Papp-Aufsteller Franziskus wollten jedenfalls auch andere Aussteller schon für ein Foto haben.“ Sehr
vielfältig waren die Anliegen, mit denen junge Leute an den Messestand kamen. „Manche
fragen nach Perspektiven für Frauen in der
Kirche, andere erkundigen sich gezielt nach
einem Studium der Theologie oder der Sozialen Arbeit“, sagt Lorenz. „Manche wollen
wissen, ob wir auch Berufe haben für NichtKatholiken, andere interessieren sich speziell
für den karitativ-sozialen Bereich und manche
KB
erzählen einem ihr halbes Leben.“ Diakon Manfred Jansen war einer derer, die am Stand des Erzbistums auf der Berufsorientierungsmesse „Einstieg“ für
einen Beruf in der Kirche warben.
(Foto: Becker)
Pfarrer will sich Missbrauchsvorwürfen stellen
Bitte um Entschuldigung / Stellungnahme von Kardinal Woelki
KÖLN. Der vom Erzbistum Köln entpflichtete Erftstädter Pfarrer Winfried Jansen will sich
nun doch den Missbrauchsvorwürfen stellen.
Inzwischen haben zwei weitere Frauen gegen
den 73-Jährigen Anschuldigungen zu Fällen
aus den 70er- und 80er-Jahren erhoben, heißt
es in einer gemeinsamen Erklärung des Pfarrers und des Erzbistums. Darin entschuldigte
sich der Geistliche erstmals bei den Betroffenen. Zugleich prüft die Staatsanwaltschaft
Köln Strafanzeigen unter anderem gegen
Kardinal Rainer Maria Woelki, die im Zusammenhang mit dem Umgang des Erzbistums mit dem suspendierten Geistlichen gestellt wurden.
Jansen kündigte laut Erklärung an, er
werde sich „dem weiteren kirchlichen Verfahren in Bezug auf die langjährigen sexuellen Grenzverletzungen gegenüber Kindern
und Jugendlichen, die ihm zur Last gelegt
werden, stellen“. Noch vor einer Woche hatte er durch eine Vertrauensperson bestreiten
lassen, dass es zu „sexuell motivierten Körperkontakten und Berührungen“ mit der Belastungszeugin, einem damals neunjährigen
Mädchen, gekommen sei.
Jetzt räumte der Priester laut Erzbistum
nach einer Anhörung zu den Vorwürfen ein,
er sehe „nach und nach, dass mein damali-
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
ges Verhalten für die betroffenen Kinder und
Jugendlichen sexuell grenzverletzend war“.
Ihm sei klar, dass er sich mit dem Vorgefallenen weiter auseinandersetzen müsse. „Auch
meine Gemeinde bitte ich um Entschuldigung dafür, dass mein Verhalten zu großer
Unruhe und zu emotionaler Erschütterung
geführt hat“, heißt es in der von dem seit 2.
Februar Suspendierten und dem Personalchef des Erzbistums, Pfarrer Stephan Weißkopf, unterzeichneten Erklärung.
„Nach bestem Wissen und Gewissen“
Gegen die Suspendierung hatte es in der
Gemeinde anhaltende Proteste gegeben. Die
Staatsanwaltschaft Köln bestätigte auf Anfrage, dass jeweils Strafanzeigen gegen Kardinal Woelki sowie gegen den Pressesprecher
des Erzbistums, Christoph Heckeley, und
Generalvikar Stefan Heße gestellt wurden.
Derzeit prüfe die Behörde, ob sie überhaupt
zur Aufnahme von Ermittlungen berechtigt
oder verpflichtet sei und ob zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen
einer verfolgbaren Straftat feststellbar seien,
sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn.
„Es berührt mich, wie sehr die Gemeinde
zu ihrem Pfarrer gestanden hat“ sagte Kardinal Woelki in einem Pressegespräch. „Das
zeigt, welche gute, engagierte Arbeit er über
die Jahre dort als Seelsorger geleistet hat.
Deshalb kann ich auch die spontane Solidarisierung mit ihm menschlich sehr gut verstehen.“ Er spüre den Zwiespalt und die Zerrissenheit vieler Gemeindemitglieder, erklärte der Erzbischof. „Ihr Schmerz tut auch mir
persönlich sehr weh.“
Andererseits habe es die Vorwürfe gegeben, die man sehr sorgfältig und in Ruhe
geprüft habe. „Wir haben die bischöflichen
Leitlinien angewandt, die in solchen Fällen
gelten und die das Verfahren transparent und
überprüfbar machen“, so Woelki. Mit Rücksicht auf die Opfer habe man nicht alles offenlegen können, was über die damaligen
Vorgänge bekannt sei. „Der Opferschutz hat
an dieser Stelle für uns Vorrang“, erklärte der
Kardinal. „Da muss ich es dann eben aushalten, dass ich beispielsweise wegen Verleumdung oder Rufmord angezeigt werde. Nicht,
dass mich so etwas begeisterte. Das Entscheidende ist für mich aber, dass wir uns verantwortlich, den Leitlinien entsprechend und
nach bestem Wissen und Gewissen verhalten
haben.“KNA/KB
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BERICHT
K
Legosteine, die Karosserie eines Modellautos, zwei Modellautotüren, zwei Wasserfarbenmalkästen und eine Glasplatte: Das sind
die Bestandteile, aus denen Caroline Keulertz
ihr Kreuz gestaltet hat. Die junge Frau, die von
sich selbst sagt, dass sie als Kind immer in Museen und Ausstellungen gehen wollte, „um bei
Das
aum ein Museum hätte einen geeigneteren Raum für eine Ausstellung mit
Kreuzen zur Verfügung stellen können
als das Kreismuseum in Zons: Unter
der frisch restaurierten ältesten Kalkstuckdecke mit einer Weihnachtsszene im Rheinland präsentiert das Haus in dem
mittelalterlichen Städtchen am Rhein 52 Kreuze aus den unterschiedlichsten Materialien.
„Vom Alpha bis zum Omega – von der Geburt
im Stall bis zum Tod am Kreuz. So schließt
sich hier in diesem Raum der Kreis“, sagt Museumsdirektorin Angelika Riemann, die stolz
und glücklich ist, diese Ausstellung mit Arbeiten junger Künstlerinnen in ihrem Haus präsentieren zu können. Geschaffen wurden die
eindrucksvollen Exponate von 14 jungen Frauen. Angeregt durch ihren
Kunstlehrer Olaf Gruschka
haben sich die Schülerinnen
des Kunstleistungskurses am
Erzbischöflichen Gymnasium Marienberg in Neuss
über mehrere Wochen hinweg auf eine abenteuerliche
Reise in die Welt der Kunst
begeben. „Abenteuerlich“
deshalb, weil die Schülerinnen in der Wahl ihrer Materialien und der Ausdrucksform
ihrer Vorstellungen völlig frei waren. Entstanden sind Plastiken: aus Draht, Strohhalmen,
Werkzeugen, Handys, Glas, Gips, Kleiderbügeln oder Malkästen. Daneben finden sich
Fotografien und Zeichnungen Auch Schüler
des Erzbischöflichen Kardinal-Frings-Gymnasiums in Bonn haben sich mit der Thematik „Kreuz“ auseinandergesetzt. Was dabei geschaffen wurde, können Besucher des Museums auf einer Videowand verfolgen.
„Moderne Dokumente des Glaubens jenseits des Wortes zu formulieren“ war der Ansatz, mit dem sich die Schülerinnen an die
Arbeit gemacht haben. Kunstlehrer Gruschka: „Die Mitglieder der beiden Leistungskurse nahmen sich des Symbols ,Kreuz‘ an, um
es mit den Mitteln der Kunst zu reflektieren,
zu durchdenken.“ Die gezeigten Kreuze seien Produkte „künstlerischen Denkens innerhalb eines erweiterten Symbolbegriffs und keine Artikulation religiöser Praxis“, so Gruschka.
So unterschiedlich die künstlerischen Ausdrucksformen der Schülerinnen sind, so unterschiedlich sind – naturgemäß – auch die Interpretationsansätze. „Kunst lebt davon, dass
ihre Künstler den Zeitgeist ihrer Epoche infrage stellen, die Künstler also quer denken, um
die unbedachten und leichtfertigen Erklärungsmuster ihrer Zeit zu zerstören. Wir konkurrieren in unserer Ausstellung nicht mit Kunstwerken, die in ihrer Vollkommenheit den Vorschein
des Absoluten darstellen. Wir experimentieren
mit den Möglichkeiten, Ausdrucksformen für
das Symbol Kreuz zu finden“, sagte die Schülerin Lea Kalup bei der Eröffnung der Ausstellung in ihrer Ansprache.
kästen, Legos und Modellautoteile. „Gipsstudie“ haben Lisette Küttner und Caroline Kaspar ihr Kreuz betitelt. Ihnen sei die christliche
Interpretation ihres Kreuzes, das aus Gips
und Erde geschaffen wurde, wichtig. Vor dem
Trocknen des Materials drückten die beiden
Künstlerinnen einen Christus-Korpus verkehrt
herum in die Erde-Gips-Masse und erzeugten
so einen Abdruck des Gekreuzigten. „Christus
ist nicht da aber trotzdem ist er erkennbar“, lautet die Botschaft ihres Kunstwerkes.
Für Museumsleiterin Angelika Riemann
und Annakarenina Hahn, wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Museum und Kuratorin der
Ausstellung, war die Zusammenarbeit mit den
Schülerinnen „höchst spannend“. Als Olaf
Gruschka anfragte, ob sich das Museum vorstellen könne, Arbeiten des
Leistungskurses zum Thema „Das Kreuz der Jugend.
Ein GlaubensZeichen neu
gesehen“ zu präsentieren,
habe man sofort zugestimmt.
Schon sehr früh ist der Gedanke entstanden, die jungen
Künstlerinnen in die Erarbeitung der Konzeption und den
Aufbau der Ausstellung einzubeziehen. „Wir haben seitens des Museums keine Vorgaben über Größe und Anzahl der Exponate
gemacht“, sagt Riemann. Umso erstaunter seien sie gewesen, als am Tag der Anlieferung ein
Kunstwerk nach dem anderen ins Haus getragen wurde. „Gerechnet haben wir mit Zeichnungen und Malereien, dass aber so viele Exponate aus so unterschiedlichen Materialien
existieren, hat uns sehr freudig überrascht“, so
Hahn. „Es war ein sehr spannender Prozess, gemeinsam mit den Schülerinnen zu der Erkenntnis zu kommen, dass in einer Ausstellung das
Ganze zählt und trotzdem jedes einzelne Objekt seine Würde bekommen muss“, beschreibt
Hahn die Herausforderung. Die große Kreativität, die seitens der Schülerinnen entwickelt
wurde, sei faszinierend gewesen. So hätten die
Schülerinnen für drei riesige Zeichnungen – für
die es an den Wänden keinen Platz gab – eine
Stellwand entwickelt, die mitten im Raum aufgestellt wurde.
Was das Besondere am Kunstunterricht in
der Schule ist und in der Ausstellung in den historischen Räumen des Kreismuseums sichtbar
wird, hat Lisette Küttner so beschrieben: „Für
mich persönlich bedeutet Kunst eine Form der
Artikulation, aber auch einen Ausgleich zu anderen Anforderungen, die ich zu erfüllen habe.
Anders als in den meisten Schulfächern gibt
es kein bestimmtes, definiertes Richtig oder
Falsch. Jeder hat die Möglichkeit eine Aufgabenstellung auf seine Art zu erfüllen, ohne sich
verbiegen zu müssen. Dass unsere Arbeiten
jetzt im Museum gezeigt werden, erfüllt uns
Robert Boecker
mit Stolz.“ Zu Recht.
der Jugend
Kreuz
den Bildern zu wohnen“ und für die die Museumswärter in ihren schwarzen Anzügen den
schönsten Beruf der Welt haben, hat sich dafür
entschieden, ihrem Kreuz einen „Design-Charakter“ zu verleihen. Sie ist davon überzeugt:
„Künstler sind sensible Beobachter von Zeitströmen. Sie fangen das Signal auf und wandeln es um in Bilder, Töne, Texte“ – oder Mal-
10 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
➔➔ www.kreismuseumzons.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
BERICHT
Glaubenszeichen neu gesehen: Kreismuseum in Zons zeigt Arbeiten von Schülerinnen Erzbischöflicher Schulen
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
Bildunterzeilen (im Uhrzeigersinn): „Design-Charakter“:
Kreuz aus Farbkästen, Lego und Modellauto.
Geschlossener Kreis: Kreuzausstellung unter der ältesten
Kalkstuckdecke des Rheinlands mit der Weihnachtsszene.
Vier Schülerinnen des Erzbischöflichen Gymnasiums
Marienberg in Neuss diskutieren wenige Stunden vor der
Eröffnung die Präsentation der Werke. Zusammen mit der
Kuratorin der bis zum 1. April in Zons gezeigten Ausstellung
haben die Schülerinnen das Ausstellungskonzept erarbeitet.
Man sieht Christus nicht, aber man ahnt ihn. Kreuz aus Gips
und Erde.
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SONNTAG
Zweiter Fastensonntag
ERSTE LESUNG: In jenen Tagen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Gott sprach:
Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du
liebst, Isaak, geh in das Land Morija, und bring
ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne,
als Brandopfer dar.
Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham den Altar und
schichtete das Holz auf. Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer, um
seinen Sohn zu schlachten.
Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel
her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier
bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht
gegen den Knaben aus, und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, dass du Gott fürchtest;
du hast mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten.
Als Abraham aufschaute, sah er: Ein Widder hatte sich hinter ihm mit den Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den
Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als
Brandopfer dar.
Der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu und sprach: Ich
habe bei mir geschworen - Spruch des Herrn:
Weil du das getan hast und deinen einzigen
Sohn mir nicht vorenthalten hast, will ich dir Segen schenken in Fülle und deine Nachkommen
zahlreich machen wie die Sterne am Himmel
und den Sand am Meeresstrand. Deine Nachkommen sollen das Tor ihrer Feinde einnehmen.
Segnen sollen sich mit deinen Nachkommen
alle Völker der Erde, weil du auf meine Stimme
gehört hast.
Gen 22,1-2.9a.10-13.15-18
ZWEITE LESUNG: Ist Gott für uns, wer ist dann
gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht
verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben
– wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann
sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben
ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt
zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
Röm 8,31b-34
EVANGELIUM: In jener Zeit nahm Jesus Petrus,
Jakobus und Johannes beiseite und führte sie
auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er
wurde vor ihren Augen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf
Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien
vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie
redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass
wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er
wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn
sie waren vor Furcht ganz benommen.
Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten
auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das
ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, verbot
er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den
Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei:
von den Toten auferstehen.
Mk 9,2-10
Lesungen der Woche
Lesejahr B
Wochentagslesungen: Zweite Fastenwoche
Stundengebet: Zweite Woche
Sonntag, Zweiter Fastensonntag: L 1: Gen
22,1-2.9a.10-13.15-18; L 2: Röm 8,31b-34;
Ev: Mk 9,2-10.
Montag: L: Dan 9,4b-10; Ev: Lk 6,36-38.
Dienstag: L: Jes 1,10.16-20; Ev: Mt 23,1-12.
Mittwoch, hl. Kasimir: L: Jer 18,18-20; Ev:
Mt 20,17-28.
Donnerstag: L: Jer 17,5-10; Ev: Lk 16,19-31.
Freitag, hl. Fridolin von Säckingen: L: Gen
37,3-4.12-13a.17b-28; Ev: Mt 21,33-43.45-46.
Samstag, hl. Perpetua und hl. Felizitas: L: Mi
7,14-15.18-20; Ev: Lk 15,1-3.11-32.
Vor den Augen von Petrus (links), Jakobus und Johannes (rechts) wird Jesus verklärt. Neben ihm sind die Propheten Moses (links) und Elias (rechts) „himmlische Zeugen“ des Bekenntnisses Gottes zu seinem „geliebten Sohn“. Bild aus der Kirche am Berg der Verklärung.
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Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
SONNTAG
Verklärung meint, dass das Hintergründige aufleuchtet. Hier geht es darum, was christliche Existenz ausmacht: Ich darf mein Leben in einem anderen Licht betrachten. Unser Bild zeigt
Pilger bei einem gemeinsamen Gebet in einer der „Freiluft-Kapellen“ auf dem Berg der Verklärung.
(Fotos: Raspels)
Gott ist ein Wagnis
Die Frucht des Gebets: Das Wissen, Gott nimmt mich an
D
as Evangelium führt uns der Überlieferung nach nicht nur auf den Berg Tabor,
sondern an einen der Ursprungsorte jüdisch-christlicher Glaubenserfahrung – das
Katharinenkloster auf dem Sinai. Die dortige Kirche ist der Verklärung Christi geweiht
und befindet sich am Ort des Dornbuschs,
aus dem Mose den geheimnisvollen Gottesnamen vernahm: „Ich werde der sein der ich
sein werde“ (Ex 3,14). Oberhalb des Klosters, am Eingang einer Höhle des Gottesberges Horeb, erfährt der Prophet Elias, dass
Gott weder in Sturm, Erbeben noch Feuer zu
finden ist sondern als ein sanfter, unaufdringlicher Hauch (1 Kön 19,11f.).
Beides sind Ur-Erfahrungen: Gott will
als Wagnis verstanden wissen: Ich kann ihn
für mich nicht abstrakt klären, sondern muss
mich auf ihn einlassen. Elias musste viel mit
Gott ringen und erlebte seinen Weg mit ihm
als ein Auf und Ab. Aber wirklich an ihn heran komme ich nur in der Stille. Der Weg Jesu
kann nur vor diesem Hintergrund begriffen
werden.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
Verklärung meint, dass das Entscheidende, das Hintergründige aufleuchtet. Hier geht
es nicht um ein einmaliges und außergewöhnliches Ereignis, sondern um eine Manifestation dessen, was christliche Existenz
ausmacht: Ich darf mein Leben in einem anderen Licht betrachten. Das bedeutet nicht,
dass Ereignisse ihren Ernst oder ihre Schwere verlieren oder dass alles perfekt und schön
sein muss. Es geht darum, sich in Zeiten des
Gebets und der Betrachtung dem göttlichen
Licht zu stellen.
Gebet meint in diesem Sinne, mich Gott
auszusetzen, ihm mein Leben hinzuhalten,
so wie es ist. Dabei geht es zunächst nicht
um eine konkrete Absicht, was sich ändern
oder was alles passieren müsste. Ich darf alles vor Gott bringen, so wie es ist: Freude
und Dank, aber auch Trauer, Enttäuschung,
Fragen und Klagen.
Das ist schwieriger als es klingt, verlangt
es doch eine große Ehrlichkeit vor mir selbst.
Die große Frucht dieses Gebetes ist, dass wir
uns vor Gott so angenommen wissen dürfen,
wie wir sind; dass das zählt, was ist und nicht
das, was sein sollte. In diesem Sinne sollen
wir auf Jesus hören: Den stillen Zuspruch
der Annahme. Auch wenn das zunächst sehr
leer und wenig erscheint – diese Verunsicherung braucht es –, tun sich neue Möglichkeiten auf.
Ich kann jede Zeit meines Lebens als Gottes Zeit erkennen lernen. Vordergründige
menschliche Maßstäbe verlieren ihre Gültigkeit: Ich brauche mich nicht bewerten und
beurteilen zu lassen. Es zählt, wer ich für
Gott bin. Darin verklärt sich mein Leben.
Meik Schirpenbach
Unser Autor, Pfarrer Dr.
Meik Schirpenbach, ist
Stadtjugendseelsorger
von Bonn und Pfarrvikar im der Pfarrei St.
Petrus in Bonn.
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ZUM GEISTLICHEN LEBEN
(Foto: Misereor)
Gott und Gold
Neues Misereor-Hungertuch von chinesischem Künstler
I
ch möchte mit meiner Kunst den Kern der
christlichen Botschaft sichtbar machen“, so
der Künstler Professor Dao Zi aus Beijing/
China, der auf Reispapier das neue Misereor
Hungertuch gestaltet und sich dabei von den
Versen der Bergpredigt hat inspirieren lassen:
„Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz.“
Wie viel ist genug . . .
Jeder Mensch möchte sich so entfalten, wie
es ihm möglich ist und ihm aufgrund seiner
Menschenwürde zusteht. Wie sollten wir leben,
damit alle „gut leben“ können? Dieses 20. Misereor-Hungertuch unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch Reduktion auf wenige
Formen und Farben. Es ermöglicht einen meditativen Zugang.
Die Bergpredigt ist Jesu Bild von der veränderten Welt, in der ein gutes Leben für alle gelingen kann. Der schillernde Gesteinsbrocken
verkörpert das Gold in vielerlei Prägung, nach
dem Menschen verlangen und dem sie sich verschreiben – einem Götzen mit magischer Anziehungskraft. Menschliche Unersättlichkeit
hat Wasser, Erde und Himmel grau gefärbt. Das
Gold symbolisiert aber auch Christus: Er ist der
Stein des Anstoßes, der zum Eckstein wird. Er
ist der Stein, an dem wir uns stoßen, weil er eine
Entscheidung fordert: Wem dienst du? Gott
oder dem Gold? Um das leuchtende Gold sind
kleine Goldkörner wie Tupfen verstreut: Gott
hat mit der Schöpfung reichlich Güter in unsere Verantwortung gegeben. Offenkundig ist für
14 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
alle genug da. Wie viel ist genug für mich? Wie
viel ist genug für meine Kinder, meine Eltern?
Wie viel ist genug für die Fischer auf den Philippinen? Bin ich zufrieden mit diesem „Genug“? Wie viel Besitz ist notwendig für (m)ein
glückliches und zufriedenes Leben?
. . . für ein gutes Leben?
Damit das Leben der Armen im Süden (und
Norden) eine Zukunft hat, sind wir eingeladen,
nachzudenken über Lebensstil und Lebenshaltungen, in denen Lebensqualität nicht mit Konsumqualität verwechselt wird. Denn es gilt: Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott - oder
Misereor
dein Abgott. Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
ZUM GEISTLICHEN LEBEN
Hören – Hinhören – Innewerden
Eine Fastenübung zur rechten Zeit?
G
utes Hören ist kein Kinderspiel, sondern
eine hohe Kunst“, schrieb vor Jahren Albrecht Goes. Wirkliches Hören oder besser gesagt, Zuhören oder Hinhören ist in unserer lauten Welt zur Rarität geworden. Unablässig prasselt ein Überangebot an Hörbarem
auf uns ein. Es wimmelt nur so von Sprechern,
Rednern und Schwätzern. Selbst die Kirche ist
manchmal davon betroffen. Ein kritischer Beobachter meinte, oft leide die praktizierte Religion in ihren Versammlungen, Räten und Runden an einer Art „Wortdurchfall“. Was scheinbar mühelos aufgenommen wird, führt schnell
zum stumpfen Durcheinander. Ohne Stille und
bewusstes Schweigen werden die Ohren auf
Dauer ruiniert. Wir hören nicht mehr hin.
Nun sind Gesicht und Gehör die beiden
Sinne, die uns helfen, sich in der Welt zurecht
zu finden und richtig einzubringen. Das Verlangen, in erster Linie unserem Sehvermögen
Nahrung zu geben, ist groß. In der Regel verliert dabei das Gehör in der modernen visuellen
Medienwelt. Richtiges Hören verlangt, eingeübt zu werden, sonst wird das Psalmwort uns
zu schaffen machen: „Sie haben Ohren und hören doch nicht“ (Ps 115) und auch Paulus merkt
im Römerbrief an: „Sie haben Ohren, die nicht
hören bis auf den heutigen Tag“ (Röm 11,8).
Sinn ein Hörender zu werden. Vielleicht ist es
eine moderne Fastendisziplin? Hören, Hinhören, Innewerden – erst dieser Dreiklang löst das
Gewirr auf, das von draußen unaufhörlich auf
uns eindringt.
Und wem hören wir zu, wenn wir hinhören?
Bei Martin Buber steht: „Oben und unten sind
aneinander gebunden. Wer mit den Menschen
reden will, ohne mit Gott zu reden, dessen Wort
vollendet sich nicht; aber wer mit Gott reden
will, ohne mit dem Menschen zu reden, dessen
Wort geht in die Irre.“
Die Bibel beschreibt, wie der junge Samuel die Weisung für sein künftiges Leben nicht
von Eli, seinem Lehrer, sondern aus dem Hinhören auf das Wort, das Gott zu ihm spricht,
empfängt. Abraham schlägt nicht in den Geschichts- und Weisheitsbüchern seines Landes nach, um zu wissen, wie es mit ihm weitergehen soll. Er hört unter dem Sternenhimmel
der Steppe das an ihn gerichtete Gotteswort. Er
ist jemand, der hinhört, der zuhört und seiner
Wahrnehmung folgt.
Dabei denke ich daran, dass im Alten Testament die Propheten manchmal mit Stummheit geschlagen werden, weil das Volk sich die
Ohren verstopft, um nicht zu hören. Wir wissen das von Ezechiel, von Jesaja und auch vom
Propheten Amos. Weil das Sprechen Gottes
nicht aufhört, müssen wir uns im Hören üben.
Der Verstand sammelt Wissen. Das Hinhören
Erich Läufer
schenkt Weisheit. Das Herz muss mithören
Richtiges Hören bedarf einer gewissen
Wachsamkeit. Sowohl wenn gepredigt wird,
während eines Vortrages, im öffentlichen Dialog, im Gespräch von Mensch zu Mensch. Es
funktioniert nur mit bewusst wachen und offenen Sinnen. In dem was wir hören muss das
Unerhörte, das Niegehörte mitgehört werden.
„Ich bin gemeint“ sollte deshalb beim Zuhören
im Bewusstsein stehen. Das Herz muss mithören. Nur so wird aus dem Hören ein tiefergehendes Hinhören.
Manchmal denke ich, erst muss ein gewisses
Dickicht vor unseren Herzen weggeräumt sein,
ehe wir wirklich hinhören und etwas wahrnehmen. Dann erst verbindet sich das Hören auch
mit „tatbereiten Händen und wegbereiten Füßen“. Anders ausgedrückt – ich habe dann zugehört, wenn es mich getroffen hat. Wenn es
mich beunruhigte und dienstwillig machte, bereit zum Verzicht, willens zum Gespräch oder
Besuch. Vom richtigen Hören geleitet, stelle
ich fest: Hier ist etwas. Es könnte diese oder
diese Bedeutung haben. Ich liefere mich dem
aus, was ich wahrnehme und stelle mich dem,
was ich höre. Ich kann es ablehnen und klären,
ob es etwas mit mir zu tun hat.
Es bedarf freilich der Übung, um in diesem
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
Hieronymus leiht dem Engel sein Ohr, um das Gotteswort zu hören. Bild aus Bologna vom Beginn des 17. Jahrhunderts.
(Fotos: Läufer)
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KIRCHE UND THEOLOGIE
Mehrheitsentscheidungen sind nicht zulässig
Orthodoxe Patriarchen bekräftigen ihre gemeinsame Konzilsplanung für 2016
S
owohl der Ökumenische Patriarch von
Konstantinopel, Bartholomaios I., als auch
der Moskauer Patriarch Kyrill I. haben die
Abhaltung des Panorthodoxen Konzils im Jahr
2016 bekräftigt. Bartholomaios I. erklärte vor Journalisten in Brüssel, das
Konzil werde zu Pfingsten
2016 stattfinden, wie die
in Wien ansässige Stiftung
„Pro Oriente“ berichtete.
Als Tagungsort ist die historische Irenenkirche in Istanbul vorgesehen, in der
381 das Zweite Ökumeni- Patriarch Bartholo­
maios I. (Foto: Ras)
sche Konzil getagt hatte.
Kyrill I. referierte seinerseits vor der russisch-orthodoxen Bischofskonferenz in Moskau über das bevorstehende Konzil. Das Bischofskonzil des Moskauer
Patriarchats hatte sich 2013 ausdrücklich dafür ausgesprochen, dass beim Panorthodoxen
Konzil nur Entscheidungen im Konsens aller
autokephalen – selbstständigen – Kirchen getroffen werden sollen. Mehrheitsentscheidungen seien nicht zulässig. Vor den Bischöfen bedauerte Kyrill I., dass die eigens eingerichtete
interorthodoxe Zentralkommission zur Vorbereitung des Panorthodoxen Konzils bisher nur
einmal zusammengetroffen sei.
Besorgt äußerte sich der Moskauer Patriarch darüber, dass vom Ökumenischen Patriarchat keine Einladung an die „Orthodoxe Kirche der Tschechischen Länder und der Slowakei“ zur Teilnahme ergangen sei. Die Wahlvorgänge in der Kirche von Tschechien/Slowakei
werden von Konstantinopel derzeit nicht akzeptiert, auf Grund der Beschlüsse vom März
des Vorjahrs ist aber die Beteiligung und Zustimmung aller autokephalen orthodoxen Kirchen bei der Vorbereitung des Panorthodoxen
Konzils zwingend vorgeschrieben. „Wenn man
bedenkt, dass das bevorstehende Panorthodoxe Konzil der Welt die Einheit der Orthodoxie
vor Augen führen soll, muss dieses Problem so
bald wie möglich gelöst werden“, so Kyrill I.
Als thematische Schwerpunkte des Panorthodoxen Konzils werden unter anderem die
Frage der Autokephalie (Selbstständigkeit)
der Kirchen in neu entstandenen Staaten – wie
Mazedonien oder der Ukraine, aber etwa auch
Abchasien –, die Organisation der mittlerweile weltweiten orthodoxen Diaspora, die Beziehungen mit den anderen christlichen Kirchen,
die ethischen und sozialen Fragen der Gegenwart oder die Reform des liturgischen Kalenders genannt.
Ein weiteres Thema könnte die orthodoxe
Position zu Diakoninnen sowie zur Frauenordination allgemein sein. Jüngst fand dazu in Saloniki/Griechenland eine Studientagung statt.
Sie verwies auf das Panorthodoxe Konzil. Vor
allem die kirchliche Tradition spräche gegen
Diakoninnen. Mindestens bis zu einem Konzil bleibe, so Metropolit Athanasios Papas von
Chalzedon, die von Protestanten, Anglikanern
und Altkatholiken eingeführte Frauenordination eine Belastung für den orthodoxen Dialog
KNA/BR
mit diesen Kirchen. Verbinden und Teilen
Gemeinschaft im Wort im Erzbistum Köln – Bibel-Teilen (Teil 1)
A
schermittwoch. Kalte Asche wird auf
meine Stirn gedrückt und es erschallt
eine laute Priesterstimme: „Kehr um und
glaub an das Evangelium!“. Versehen mit dem
„Rheinischen Sakrament“ kehre ich zurück in
die Bank. „Kehr um und glaub an das Evangelium!“, „Kehr um und glaub an das Evangelium“, „Kehr um…!“ Annähernd zweihundertmal höre ich diesen Ruf im Rahmen dieses Abendgottesdienstes und denke bereits zu
Beginn dieses Ritus: „Wie geht das ‚glauben
an das Evangelium?‘ “
Szenenwechsel. Ein warmer Tagungsraum,
stickig, überhitzt; knapp zwanzig Erwachsene sitzen auf Stühlen und halten dicke Bücher
in der Hand. Vor ihnen liegen Hefte in Kreuzform aufgereiht, Prospekte, die ein sogenanntes „Pastoralkonzept“ enthalten. Einer beginnt
mit einem Gebet, Christus anzusprechen und
bittet um dessen Gegenwart im Wort. Ein
zweites Gebet dankt für das Zusammensein,
um sich mit dem Wort Gottes in einen Dialog
zu begeben und mit den anderen in der Gruppe über den eigenen Glauben auszutauschen.
Das Bibel-Teilen eines Pfarrgemeinderates,
der sich zu einer Klausurtagung in eines der
erzbischöflichen Tagungshäuser zurückgezogen hat, beginnt.
Gemeinsam üben sie die sieben Schritte des Bibel-Teilens, um in die Diskussionen
und Überlegungen als Delegierte der Pfarrgemeinde den einzubeziehen, der uns in der
Taufe seinen Geist geschenkt hat und uns alle
seitdem für immer mit unserem Namen ruft:
Gott! Sein Wort, sein Geist, sein Sohn sind
unsere Orientierung – behaupten wir (immer)!
Der Alltag. Das Pfarrleben, unsere Kirche
sieht anders aus: ein Betrieb, eine Organisation. Wir mit uns beschäftigt, jede und jeder auf
sich gestellt. Die Kirche als Ganzes in der rapiden Veränderung – ein Hauch von Erosion.
Kaffeepause. Im Tagungsraum der PGRKlausur werden die Fenster aufgerissen und
frische Luft hereingelassen. Dann beginnt die
nächste Runde mit einem Rückblick auf die
Bibel-Teilen-Übung: „Wir möchten in unserem Pfarrgemeinderat Jesus in die Mitte stellen – wer will sich mit mir dazu Gedanken
machen?!“ „Das Bibel-Teilen ist nicht funktional.“ „Ich bin leer! Wofür brenne ich?“
„Wenn wir so miteinander sprechen, beten,
hören, schweigen, teilen, besprechen und zusammen sind – dann ist das mehr als nur Organisieren und Abarbeiten!“ „Was tun wir für
die Menschen um uns herum? Ich möchte gerne ein Trauer-Café anbieten. Wer hilft mit?“
Der Pfarrgemeinderat ist verwandelt. Gemeinsam mit Gottes Wort – sozusagen mit
der Bibel in der Hand – hat er seine Sitzungs-
16 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
routine samt eingefahrenen Mustern verlassen und neue Wege entdeckt. Ich begreife:
Sich mit dem Wort Gottes verbinden, meinen
Glauben teilen, konkret in der Christusgemeinschaft vor Ort handeln – so geht Kirche
weiter. „Kehr um und verbinde Dich mit dem
Josef Schäfers
Evangelium!“
Josef Schäfers ist
Ansprechpartner des
Nationalteams „Kleiner
Christlicher Gemeinschaften“
(KCG). Als Regionalreferent
in der Gemeindepastoral
des Stadtdekanats Köln
ist er unter Stadtdekanat
Köln / Nationalteam
„KCG“, Kardinal-Frings-Str. 12, 50668
Köln, Telefon (02 21) 16 00 34 44, Mobil
(01 72) 21 43 86 2, E-Mail gemeindepastoral@stadtdekanat-koeln.de erreichbar.
Veranstaltungshinweis „Gemeinschaft im Wort“:
„connect & share. Gemeinschaft im Wort,
Erzbistum Köln“ findet am Freitag, 13. 3., von 17 bis
20 Uhr im Priesterseminar Köln, Kardinal-FringsStraße 12, statt. Bitte bringen Sie Ihre Bibel mit.
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
LESERBRIEFE
Tief verletzt
Zu „Was darf Satire“ in Nr. 3/15, Seiten 4-5
Die Karikaturen von Herrn Thomas Plaßmann
kenne ich nur aus Kirchenzeitungen. Diese fand
ich nie verletzend und Religionen schlecht machend. Das war und ist aber leider nicht überall
so. Schon die Nazis betrieben mit Karikaturen
Volksverhetzung gegen die Juden und die katholische Kirche. In der heutigen Zeit wurde
das ausgeweitet, wobei auch vor tieferen religiösen Inhalten nicht Halt gemacht wird. Davon
fühlte ich mich in meinem Glauben tief verletzt.
Allgemein bildete sich mit dem Anspruch der
Meinungsfreiheit eine Atmosphäre in den Medien, der Öffentlichkeit, gegen die der Einzelne
machtlos ist. Dazu sagte der Autor und Büchner-Preisträger Martin Mosebach: Die Gotteslästerung sei zur lässigen Attitüde oder kalkulierten Spielerei verkommen. Blasphemie sei,
wenn sie sich nicht gegen den Propheten richte,
vollständig risikolos. Glaubensinhalte von Religionen sollten von Satire ausgespart werden.
Darüber kann nur in ausgewogenen Gesprächskreisen diskutiert werden.
Anton Kucken, Düsseldorf
Kein Tatsachenbericht
Zu „Simpel zusammengekürzt“ in Nr. 6/15, Seite 53
Wie der Artikel schön beschreibt, ist das Buch
Jona im Alten Testament eine wunderbare literarische Quelle von erstaunlichem Inhalt. Erstaunliche Symbolik, voll theologischem Tiefgang, was sich erst bei tieferem Nachdenken erschließt. Offensichtlich will der Verfasser auch
„dem Dümmsten“ die Symbolisierung klarmachen, wenn er einen Menschen drei Tage in einem großen Fisch unversehrt belässt. Man kann
sich erinnert fühlen an literarische Werke von
Karl May, wunderbar moralisch, ethisch, anständig ausgerichtete Geschichten im Indianerleben, nur er war zuvor nie da. Dass dieses
großartige, mehrseitige Buch Jona nicht komplett in eine Fünf-Minuten-Lesung der Messliturgie eingepasst werden kann, darf doch nicht
wundern. Wenn Lesungen nicht Bibeltexte verKirchenzeitung
für das Erzbistum Köln
Herausgeber: Der Erzbischof von Köln
Chefredakteur: Robert Boecker
Redaktion: Siegbert Klein (Chef vom Dienst), Kathrin Becker,
Tobias Glenz, Helmut Pathe, Bernhard Raspels, Almud Schricke
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27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
kürzen (simpel?) würden, würde der Gottesdienstbesuch gewiss noch weiter reduziert werden. Kritikfähig ist wohl, wenn der Hinweis unterbleibt, dass es sich hier nicht um einen historischen Tatsachenbericht handelt, wie es sich
dem unbefangenen Leser zunächst darstellt,
sondern um eine theologische Lehr-Erzählung.
Reinhard Hartmann, Neuss
Nicht nur ich bin der Meinung, man sollte manche Lesungen des Alten Testamentes von Ballast befreien, wenn wieder einmal das archaische Bild eines gewalttätigen und strafenden
Gottes gezeichnet wird. Oder wollen wir uns
dem oftmals blutrünstigen Gottesbild des Islam
anschließen, der zwar teils einen barmherzigen Gott verkündet – alle Suren des Korans beginnen „Im Namen Allahs, des Erbarmers, des
Barmherzigen“ –, aber teils auch einen gewalttätig unbarmherzigen. In der Sure 47,4 heißt es
beispielsweise: „Und wenn ihr die Ungläubigen
trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein
Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann
schnüret die Bande . . . “ Drängt sich einem da
nicht als Parallele die Tötung der Erstgeborenen
der Ägypter durch Gott beim Paschafest der Israeliten drastisch auf (Exodus 12,12)? Für mich
ist die Wandlung des Gottesbildes zu dem eines
primär barmherzigen, liebenden, allgütigen Vaters erst im Neuen Testament erfolgt.
Paul Kalbhen, Gummersbach
Schule im Würgegriff
Zu: „Ohne Weitsicht und Konzept“ in Nr. 6/15,
Seite 2
Seit mindestens vier Jahrzehnten muss ich als
mittlerweile pensionierter Schulmeister mit
ansehen, wie Schule sich im Würgegriff von
Links- und Wirtschaftsideologen windet, doch
deren ehernem Griff nicht zu entkommen vermag. Obwohl diese verbissenen Besserwisser
sich zueinander doch wie Feuer und Wasser verhalten, entsteht durch ihr gleichzeitiges Wirken
das Paradoxon, dass Schule den Feuertod erleidet, während sie gleichzeitig ertränkt wird. Auf
der Strecke ist das geblieben, was eigentlicher
Auftrag der Schule ist, nämlich die Weitergabe
von Bildung und Kulturtechniken in solchem
Maße, wie das ihrer Klientel, den Schülern, sowohl vonnöten als auch vermittelbar ist. Natürlich müssen Lehrinhalte von Zeit zu Zeit hinterfragt werden. Sonst wüchse der Stoff ins Uferlose oder bliebe hinter der Zeit zurück. Nordrhein-westfälische Schulpolitik erschöpft sich
allerdings bis heute im strukturellen Reformismus mit dem Ergebnis, dass die alte Volksschule in Sachen Lesefähigkeit, Rechtschreibung
und Rechnen mehr geleistet hat, als mancher
Absolvent des heutigen Gymnasiums in diesen
Fertigkeiten vorzuweisen hat.
Horst M. Paffen, Monheim
Verändertes Weltbild
Zu: „Die Türen offenhalten“ in Nr. 8/15, Seite 2
Dürfen wiederverheiratete Geschiedene die
Kommunion empfangen? Diese Frage stellt
sich offenbar den Bischöfen der Frühjahrsvollversammlung in Hildesheim.
Die Frage, die ich mir stelle, ist: Wird ein
Kommunizierender vor Empfang der Kommunion sich dergestalt outen, dass er sagt: Ich bin
ein wiederverheirateter Geschiedener? Doch
wohl eher nicht! Ich bin mir daher nicht sicher,
ob die Bischofskonferenz nicht von weltfremden beziehungsweise falschen Annahmen ausgeht.
Ist dies aber überhaupt wichtig, wenn ich
daran denke, dass Jesus Gefallene und Sünder
aufgenommen hat? Sollte nicht seine Einstellung die Maxime unseres Denkens und Handelns sein? Dies betrifft nicht nur wiederverheiratete Geschiedene oder Gläubige, die in unüblichen Gemeinschaften zusammenleben.
Ich glaube eher, dass wir unseren Glauben
dem allgemein veränderten Weltbild anpassen müssen und dies sollte die große Aufgabe der Bischofskonferenz sein. Traditionen
zu bewahren, aber nicht in Stein zu hauen.
Letztendlich ist die große Herausforderung,
die junge Generation, die andere Lebensvorstellungen hat, an die Kirche heranzuführen.
Mir hilft kein Bischof oder Priester, der an
überholten Statuten festhält.
Ulrich Rohsiepe, Ratingen
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BÜCHER
Vorlesegeschichten mit
Zeitangaben und Impulsen
Die lange Jagd nach „Doktor Tod“
Die Mutter aller römischen
Reiseführer
Wer zwischen Sachbüchern oder Romanen
gelegentlich nach kurzen Erzählgeschichten sucht, ob für sich selbst oder für einen
Nachmittagstreff, wird bei Rita Kusch fündig. Sie kann erzählen.
Alltägliches und Nachdenkliches,
Fröhliches
und Besinnliches aus unseren Lebensbereichen
greifen ihre Vorlesegeschichten auf. Die sind
eine Fundgrube für Gruppen- oder Gemeindeveranstaltungen.
Hilfreich: Jede Geschichte ist mit der genauen Vorlesezeit
markiert und bietet zusätzlich einen Impuls für Gespräche über das Vorgelesene
und Gehörte. Die Autorin ist evangelische
Pfarrfrau aus der norddeutschen Tiefebene
und schildert nicht nur Erinnerungen, sonEL
dern auch konkrete Erlebnisse.
Das Buch liest sich wie ein Krimi. Aber es ist
die Dokumentation einer spannenden Recherche, um wenigstens die Hinterlassenschaft eines der meistgesuchten NS-Verbrecher aufzuspüren. Man nannte ihn „Doktor Tod“ oder
auch „Schlächter von Mauthausen“. Der SSArzt Dr. Aribert Heim, berüchtigt wegen seiner
unvorstellbaren Grausamkeiten an Häftlingen,
führte trotz aller Fahndung nach dem Krieg zunächst ein glänzendes bürgerliches Leben als
Gynäkologe, ehe er, kurz vor seiner Verhaftung
1962, als Muslim getarnt, in Kairo untertauchte und dort später auch
starb. In der klugen Recherche geht es vorrangig allein um Wahrhaftigkeit und
nicht um Rache. Das macht
das Buch über den Einzelfall hinaus wichtig, weil es
schildert, wie die Fluchtwege der NS-Verbrecher
funktionierten.EL
Rom – kaum eine andere Weltstadt hat im Laufe der Zeit sich eine solche Vielzahl von baulichen Jahresringen zugelegt wie die Stadt der
Kaiser und Päpste. Wen wundert es da, dass zu
allen Zeiten die Besucher wissen wollten, was
sie dort sehen. Etwa um
1140 entstand der älteste bekannte Rom-Reiseführer „Mirabilia Urbis
Romae – die Wunderwerke der Stadt Rom“,
geschrieben von einem
päpstlichen Kleriker namens Benedikt. Zu dieser
Zeit stand noch nicht der Petersdom, wie man
ihn heute kennt, der Papst residierte im Lateran,
davor das Reiterbild des Mark Aurel, das heute
auf dem Kapitol zu sehen ist. Dem Autor geht
es vor allem darum, die antiken Orte zu erklären. Noch heute kann man mit seinem Führer
überraschende und unbekannte Ansichten der
BR
„Ewigen Stadt“ entdecken. Rita Kusch: Es glockt schon. Vorlesegeschichten für die
Gemeinde, Gütersloher Verlagshaus, 176 Seiten, ISBN 9783-579-06193-1, 12,99 Euro.
Nicholas Kulish/Souad Mekhennet: Dr. Tod. Die lange Jagd
nach dem meistgesuchten NS-Verbrecher, Verlag C.H.
Beck, 350 Seiten, ISBN 978-3-406-67261-3, 24,95 Euro.
Mirabilia Urbis Romae – Die Wunderwerke der Stadt Rom.
Herder Verlag. 176 Seiten, Latein-Deutsch, viele Abbildungen und Kommentare. ISBN 978-3-451-30931-1. 26 Euro.
18 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
kultur
Aschermittwoch
der Künstler
Messe – Musik – Begegnung – Akademie – Ausstellung
Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki bei der Segnung der Asche mit Weihwasser während der Eucharistiefeier in St. Kunibert.
Pater Professor Dr. Elmar Salmann OSB sprach zu
„Klangsphären der Stille. Resonanzen des Unerhörten zwischen Kunst und Religion“.
Im Maternushaus: Künstler im Gespräch mit dem Erzbischof.
Der Figuralchor Köln unter Leitung von Professor Dr. Richard Mailänder. 27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
(Fotos: Robert Boecker)
Beim Erhalt des Aschekreuzes.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 19
MEDIEN
RELIGIÖSE SENDUNGEN IM FERNSEHEN
Wort des Bischofs
Das „Wort des Bischofs“ ist eine Beitragsreihe von „domradio.de“ und Partnern. An Feiertagen, am Sonntag und zu
besonderen Anlässen wendet sich Kardinal Rainer Maria Woelki mit einer VideoBotschaft an die Gläubigen. Regelmäßige
Sendeplätze sind: domradio.de (Radio):
sonntags jeweils um 8 Uhr und 18 Uhr.
domradio.de und erzbistum-koeln.de (Internet, Facebook, Youtube): sonntags 8
Uhr. TV Partnersender (EWTN, Bibel
TV): nach der Messe, gegen 11 Uhr.
HÖRFUNK
Radio Vatikan
Empfang im Internet über www.radiovatikan.de.
Im Radio: 16.00 und 18.00 auf Radio Horeb; 19.00
auf domradio.de.
Täglich Nachrichten. Sonntag Reden über Gott
und die Welt. Dienstag Radioakademie. Papst Franziskus – Das zweite Jahr. Ein Rückblick von Stefan
von Kempis. Täglich auch: 7.30 Lateinische Messe. 16.00 und 20.20 Nachrichten/Magazin. 17.00
Vesper. 20.40 Lateinischer Rosenkranz.
Radio Horeb
Sonntag 10.00 Messe. Werktags 9.00 Messe. Täglich 16.00 und 18.00 Radio Vatikan.
Lokalradio
Sonntags von 8.00 bis 9.00 Magazin der Kirchen
„Himmel und Erde“. Montag bis Freitag 5.45,
Samstag 6.15 Augenblick mal.
WDR 2
Sonntag 7.45 Hör mal – Kirche in WDR 2. Werktags 5.55 Kirche in WDR 2.
WDR 3
Samstag 18.05 Vesper. Sonntag 8.30 Lebenszeichen. Nicht nur Opfer und Bittsteller! Zwei Geschichten vom Überleben sexueller Gewalt. 9.05
Geistliche Musik. Werktags 7.50 Kirche in WDR
3. Choral und Ansprache.
WDR 4
Werktags 8.55 Kirche in WDR 4.
WDR 5
Sonntag 8.40 Das Geistliche Wort. 9.20 Diesseits
von Eden. Die Welt der Religionen. 10.00 Katholischer Gottesdienst aus der St. Johannes Kirche Merkstein in Herzogenrath. Es predigt Pfarrer
Heinz Intrau. 22.05 Lebenszeichen. Werktags 6.55
Kirche in WDR 5.
Werktags
8 bis 9 Uhr, domradio.de und EWTN (Satellit Astra, Frequenz 12460 MHz): Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner Dom.
21.15 bis 21.45 Uhr, Bibel TV: „Mensch,
Gott!“: Kriminell aus Überzeugung.
23.15 bis 0 Uhr, Phoenix: Ich war doch erst
13.
Samstag, 28. Februar
14.55 bis 15 Uhr, Bayerisches Fernsehen
(BR): Glockenläuten. Aus der Stadtpfarrkirche in Eggenfelden.
17.30 bis 18 Uhr, EWTN: Vaticano. Magazin.
18.20 bis 18.50 Uhr, WDR FS: Hier und
Heute: Endlich vierzehn!
18.30 bis 19.30 Uhr, EWTN: Gottesdienst.
Übertragung aus der Marienbasilika in Kevelaer.
23.35 bis 23.40 Uhr, ARD: Das Wort zum
Sonntag.
Montag, 2. März
8.30 bis 8.55 Uhr, ARTE: X:enius – Was
macht unsere Kinder chronisch krank?
18 bis 18.30 Uhr, Phoenix: Auf Kosten der Alten. Was in Pflegeheimen schief läuft.
22.25 bis 23 Uhr, 3sat: Kreuz und Quer: Die
liebe Familie.
23 bis 23.55 Uhr, 3sat: Kreuz und Quer: Liebe oder Tod.
Sonntag, 1. März
7.15 bis 7.30 Uhr, BR: Schätze der Welt –
Erbe der Menschheit. Die Kathedrale von
Reims.
8.15 bis 8.45 Uhr, SWR FS: Menschen unter
uns. Hummer oder Wurstbrot: Zwei Gastgeber am Bahnhof Zoo.
9 bis 9.30 Uhr, ZDF: Sonntags. TV fürs Leben.
9.30 bis 10.15 Uhr, ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Kirche St. Peter und Paul in
Dessau.
10 bis 11.30 Uhr, domradio.de und EWTN:
Gottesdienst. Übertragung aus dem Kölner
Dom.
12 bis 12.30 Uhr, EWTN: Angelus mit Papst
Franziskus.
12.05 bis 13.05 Uhr, SWR FS: Der Letzte
seines Standes? Der Turmuhrbauer aus Rothenburg / Der Glockengießer aus der Eifel.
14.45 bis 15 Uhr, Bibel TV: Bibellesen.
16.15 bis 16.45 Uhr, WDR FS: Schluss mit
lustig – Drei Kinder werden erwachsen.
17.30 bis 18 Uhr, ARD: Gott und die Welt.
Mujib – Ohne Eltern auf der Flucht.
20 bis 20.15 Uhr, Bibel TV: Andacht.
Deutschlandfunk
Werktags 6.35 Morgenandacht. Sonntag 6.10
Geistliche Musik. 8.35 Am Sonntagmorgen. Religiöses Wort. „Dem Leiden und der Liebe Stimme
geben“ – Vom Beten in allen Lebenslagen. 10.05
Evangelischer Gottesdienst. Montag bis Freitag
9.35 Tag für Tag. Mittwoch 20.10 Aus Religion und
Gesellschaft.
Südwest-Rundfunk 2
Samstag 19.05 Geistliche Musik. Sonntag 7.55
Lied zum Sonntag. 8.03 Kantate. 12.05 Glauben.
Warum tust du dir das an? Ehrenamt im Hospiz.
Werktags 7.57 Wort zum Tag.
20 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
domradio.de
Gottesdienste
Sonntag, 1. März, 10 Uhr: Kapitelsamt
aus dem Kölner Dom.
Werktags, 8 Uhr: Gottesdienst aus dem
Kölner Dom live unter www.domradio.de.
Tagesevangelium
Von Montag, 2., bis Samstag, 6. März,
spricht Pfarrer Jürgen Doetsch von der
Apostolischen Nuntiatur Gedanken zum
Tagesevangelium.
Mittwoch, 4. März
9 bis 9.30 Uhr, Bibel TV: Alpha und Omega.
10.30 bis 12 Uhr, EWTN: Mittwochs-Audienz
des Papstes.
19 bis 19.45 Uhr, BR: Stationen. Dokumentation – Kabarettist und Krisenhelfer. Unterwegs
mit Christian Springer.
21 bis 21.45 Uhr, Phoenix: Sünden an den
Sängerknaben. Die Akte Regensburger Domspatzen.
Donnerstag, 5. März
8.30 bis 8.55 Uhr, ARTE: X:enius – Späte Eltern. Wie lange lässt sich ein Kinderwunsch erfüllen?
18 bis 18.30 Uhr, Phoenix: Haiti – Hilfe, Hoffnung, Wut.
18.30 bis 19.15 Uhr, Phoenix: Die geheime
Macht der Jesuiten.
Freitag, 6. März
11.30 bis 12 Uhr, 3sat: Besonders normal. Die
verletzte Familie – Hannahs langer Weg.
12 bis 12.30 Uhr, 3sat: Immer zugedröhnt!
Mein Kind ist abhängig.
12.05 bis 12.50 Uhr, ARTE: Indien – Das Geschäft mit dem Tempelhaar.
12.30 bis 13 Uhr, 3sat: Mein Kind will sterben.
21.55 bis 22.50 Uhr, ARTE: Fasten und Heilen. Altes Wissen und neueste Forschung.
Weltweit
„Femizid – Vom Einsatz gegen Gewalt
an Frauen“ ist das Thema bei domradioWeltweit (Mo., 2.3., 10 bis 12 Uhr).
Beratung
Um „Obst und Gemüse im Glas“ geht es
bei domradio-Beratung (Do., 5.3., 10 bis
12 Uhr).
Reise
Mit der Frage „Was eigentlich ist ein Urlaubserlebnis?“ beschäftigt sich domradio-Reise (Fr., 6.3., 10 bis 12 Uhr).
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
MEDIEN
Hexenkommissar Herrenberger (Axel Milberg) ist von Johannas (Silke Bodenbender) Schuld überzeugt und verhört sie
unnachgiebig.
(Foto: ZDF/Alfons Kowatsch)
Fanatismus und Missgunst
Spannende Rekonstruktion der Hexenprozess-Ära
G
erade die Nüchternheit des Beginns lässt
die Drastik des Folgenden umso wirkungsvoller hervortreten: Der junge Arzt Cornelius
Weinmann (Mark Waschke) kehrt von Wien,
dessen Fortschrittlichkeit er so sehr schätzt, zurück nach Bamberg, in das um 1630 von Ferne der eiskalte Wind des Dreißigjährigen Krieges weht. Auf seinem Ritt in die Heimat, wo er
den sterbenden Vater noch einmal sehen soll,
durchquert er gefrorene Äcker, die Ernte ist
zerstört. Eine Strafe Gottes, meint ein Bauer –
nein, der Fluch der Hexen, hält eine Frau dagegen...
Der Spielfilm „Die Seelen im Feuer“ zeigt
die Atmosphäre aus Reaktion, rückständi-
gem Glauben und Missgunst, die in der Stadt
herrschten, und rekonstruiert auf spannende
Weise die Ära der Hexenprozesse.
„Die Menschen waren damals so sicher,
dass Hexen existieren, wie wir es heute etwa
von Vitaminen sind“, sagt Sabine Weigand in
der im Anschluss ausgestrahlten Dokumentation „Hexenwahn“, die mit vielen Vorurteilen
über die Prozesse und Hinrichtungen aufräumt.
So oblag die Prozessführung nicht etwa der Inquisition der Kirche, sondern weltlichen Gerichten, und nicht etwa das Mittelalter, sondern
vielmehr die frühe Neuzeit waren in Deutschland die schlimmste Phase der Verfolgungen.
ZDF, Mo., 2.3., 20.15 bis 22.35 Uhr
„So lange Du da bist“
Die Brücke von Remagen
„Meine größte Angst ist, dass meine Mutter
stirbt und ich alleine in der Wohnung bin.“ So
formuliert ein Kind, dessen Leben seit Jahren
von der Krankheit eines Elternteils bestimmt
wird, seine Hilflosigkeit. Die Seele des Elfjährigen ist von der viel zu frühen intensiven Begegnung mit dem Tod gezeichnet, auch wenn
sich alle in seiner Umgebung bemühen, die
Last von seinen Schultern zu nehmen.
Die Filmemacherin Mechthild Gassner begleitete über mehrere Monate zwei Familien, in
denen die Mutter oder der Vater unheilbar erkrankt ist. Ihre Reportage „So lange Du da bist
– Wenn Kinder kranke Eltern haben“ läuft in
der Reihe „37 Grad“. Im Film verbringen die
Erkrankten die letzten Stunden im Kreis der Familie. Die Angehörigen spenden den Kindern
Trost und versuchen, ihnen den Tod als selbstverständlichen Teil des Lebens nahezubringen.
ZDF, Di., 3.3., 22.15 bis 22.45 Uhr
Die Dokumentation erzählt mit eindrucksvollem Archivmaterial und den Erinnerungen von deutschen und amerikanischen Zeitzeugen eine dramatische Geschichte, die sich
vor genau 70 Jahren am Rhein abgespielt hat.
WDR FS, Fr., 6.3., 20.15 bis 21 Uhr
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
Entlang der Rur
Ein Fluss, drei Länder, sechs Reisetage: Tamina
Kallert macht bei „Wunderschön!“ eine Radtour entlang der Rur – von der Quelle im belgischen Hohen Venn, durch die Rureifel ganz
im Westen von Nordrhein-Westfalen bis in die
Niederlande, wo das Flüsschen in Roermond
in die Maas mündet. Sie fährt durch idyllische
Täler und ausgedehnte Wälder, passiert riesige
Talsperren und besichtigt kleine Städtchen.
WDR FS, So., 1.3., 20.15 bis 21.45 Uhr
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KLEINANZEIGEN
22 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
ERZÄHLUNG
A
ndrea schlenderte zwischen den Ständen des Marktes herum, kaufte hier
ein bisschen buntes Gemüse, dort pralle Äpfel aus Südtirol; für ihren Singlehaushalt brauchte sie ohnehin nicht
viel. Danach ging sie zu den Ständen, die Kleidung, Ramsch und Kurzwaren anboten. Hier
konnte man schicke Sachen kaufen, die nicht
so teuer waren wie in den Geschäften der Stadt.
Sorgfältig sah sie sich jeden Pullover, jede Bluse an, stellte aber bald fest, dass gerade die Waren, die ihr gefielen, für sie zu teuer waren.
„Sehen Sie mal, junge Frau“, die nette Marktfrau hielt ihr gerade den Pullover einladend vor
die Nase, den sie so gern gekauft hätte. Verlangend schielte sie noch einmal auf das wunderschöne Teil, dann schüttelte sie den Kopf, den
ungnädigen Blick der Dame ignorierend.
„Na, wenigstens noch ein schönes Buch sollte drin sein“, dachte sie und strebte dem Stand
zu, wo man sogenannte „alte Schätzchen“ aus
dem Antiquariat kaufen konnte. Als Büchernärrin nahm sie diese preiswerten Ausgaben gern mit.
Schon länger suchte sie einen Band mit Werken klassischer Dichter, aber diese Bücher waren für sie meist unerschwinglich.
Vielleicht
fand sie ihn hier? Doch wie
sie auch stöberte, Buch für
Buch begutachtete, dieses
Mal gab es nichts, was sie
hätte begeistern können. Da
gab es Titel wie „Wie findet
man sein inneres Gleichgewicht“ oder „Küssen macht
gesund“ oder „Was schenke
ich Pappi?“ und Ähnliches.
„Tschüss, Eichendorff, Rilke
und Mörike“, sagte sie leise
und ging. Sie setzte sich am
Rande des Marktes auf eine
Bank im Grünen, wo sie den
Trubel vor sich betrachtete
und den vielfältigen Geräuschen lauschte – mit Tränen
in den Augen.
Ein junger Mann – er
musste ungefähr in ihrem
Alter sein – nahm neben ihr
Platz. Anscheinend hatte er
das richtige Buch gefunden,
denn er blätterte neugierig
darin herum und versenk-
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
te sich kurz darauf in den Text. Andrea seufzte. Heute war kein Glückstag für sie. Der junge
Mann schaute auf. „Sorgen?“, fragte er.
Sie zuckte die Achseln. „Na ja, ich wollte
auch ein Buch kaufen, habe aber nichts Richtiges gefunden. Mir sind im Augenblick selbst
preiswerte Bücher zu teuer. Als kleine Organistin muss man sich manches Schöne verwehren.“ Sie seufzte noch einmal ausgiebig.
Der junge Mann lächelte ihr zu. „Ich bin
auch Musiker. Gebe Klavierstunden und spiele hin und wieder die Orgel in unserer Kirche,
wenn der Organist mal nicht anwesend ist. Außerdem bin ich noch Küster.“
„Da sind Sie ja auch nicht gerade ein Krösus.
Trotzdem haben Sie heute wohl das Richtige
gefunden.“ Er nickte. „Ich bin sehr genügsam.
Wenige Dinge machen mich manchmal schon
glücklich. Nehmen Sie die Natur. Sie ist für alle
da und kostet nichts. Gucken Sie mal, da hinten dieser herrliche Kastanienbaum! Bald wird
er wieder in Blüte stehen. Meine Augen können
sich nicht satt sehen an ihm. Für mich ist er ein
Geschenk.“ „Wenn man es so sieht. . .“, sagte
Andrea nach einer Weile des Nachdenkens.
Er hielt ihr sein aufgeschlagenes Büchlein
hin. „Lesen Sie, was Sokrates schon damals gesagt hat: ‚Wie viele Dinge gibt es doch, die man
gar nicht braucht!‘ Dieser Satz passt ja gerade
recht gut.“ Sie schwieg.
„Ich leihe Ihnen das Buch gerne aus“, meinte er und hielt ihr seine Visitenkarte hin, „ich
lese im Allgemeinen schnell. Geben Sie mir
Ihre Adresse auch?“ Das Glücksgefühl in ihrem
Herzen trieb ihr die Röte in die Wangen.
Als gehörten sie zusammen, schlenderten sie
noch mal durch das Gewühl des Marktes. „Man
braucht tatsächlich nicht viele materielle Dinge
zum Glücklichsein“, dachte sie, „etwas Anderes ist viel wichtiger.“ Sie sah zu ihrem Begleiter auf. „Ich las eben Ihren Namen, Ralf Wissmann. Aber ich nenne Sie anders.“
Er lachte zu ihr herunter. „Und wie?“ „Sokrates – weil Sie so weise sind.“ Gabriele Lins
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AUS DEM ERZBISTUM
Kompositionswettbewerb neu aufgestellt
Vertragsunterzeichnung zu „Musica Sacra“
PULHEIM. Der internationale Kompositionswettbewerb Musica Sacra wird zukünftig durch das Erzbistum Köln und den
Freundeskreis der Abtei Brauweiler getragen. Die Vertragsunterzeichnung fand am
Samstag in der Abtei Brauweiler zwischen
Jan Szyma, Präsident des Gaude Mater Festivals, Pawel Lukaszewski, Vorsitzender der
Musica Sacra Association Warschau und
Jürgen Rüttgers, Vorsitzender des Freundeskreises der Abtei Brauweiler statt.
Intention des Wettbewerbs ist es, an
geistliche Musik heranzuführen und jungen Komponisten die Möglichkeit zu geben, ihre Werke vorzustellen. Die Musikstücke werden nicht nur prämiert, sondern an
mehreren Orten aufgeführt. In Zukunft wird
der WDR diese Konzerte mitschneiden. Der
Schott Verlag bringt die Werke in der dafür
neu geschaffenen Reihe „Ausgezeichnete
Kompositionen“ heraus.
Getragen wurde der Wettbewerb lange Zeit vom Gaude Mater Festival, dem
größten Kulturfestival Polens. Durch einen
Wechsel im Amt des Bürgermeisters wurden die Mittel für den Wettbewerb gekürzt.
Durch den Einsatz des Erzbistums Köln und
des Freundeskreises Abtei Brauweiler kann
der internationale Wettbewerb nun weitergeführt werden.
Zum diesjährigen Kompositionswettbewerb wurden 69 Arbeiten von Komponisten
aus 13 Nationen, von Argentinien bis zu den
USA, eingereicht. PEK
Der Kompositionswettbewerb Musica Sacra ist gesichert: In Brauweiler unterzeichneten Monsignore Markus Bosbach für
das Erzbistum Köln, Dr. Jürgen Rüttgers (Freundeskreis der Abtei Brauweiler), Jan Szyma (Gaude Mater Festival) und
Pawel Lukazewski (Musica Sacra Association) (von links) einen entsprechenden Vertrag. (Foto: Boecker)
KLEINANZEIGEN
Briefmarken für Kinder in Not
9.2. KiTa Tigermaus, Bergheim. Paula Lutschinski, Dormagen. Fam. Hermes, Hürth.
Maria Mund, Ratingen. Pfarrei St. Thomas
Morus, Mettmann. Kikue Higo, Düsseldorf. Rosi Hallew, Düsseldorf. Josef Mundt,
Swisttal. Jonas Franken, Much-Hardt. Käthe u. Otto Müller, Overath. U. Hochkirchen, Kerpen.
Gertrud Schmitz, Kalenborn. Willi Kohnen, Leverkusen. 10.2. Helene Brase, Königswinter. Elisabeth Kolvenbach, Buchholz. Kfd St. Maximin, Wülfrath, Düssel. Anna u. Tobias Strobel. M. Lehmann, Düsseldorf.
Ursula Diefenthal, Köln. Roswitha Brausch, Wuppertal. M. Unger, Köln. Maria Thoma, Köln. Rudolf Recker, Bonn. Richard u. Renate Lanzerath, Bad Münstereifel. Gudrun Beils, Leichlingen. 12.2. Christa Kremeier, Hilden. Elisabeth Nerger, Hürth. Käthe Heider,
Köln. Barbara Tophofen, Meerbusch. Anton Riemer,
Hückeswagen. Elisabeth Gobbers, Düsseldorf. Marg.
Frings, Bornheim. Ursula Mörs, Brühl. Margarete
Haas, Much. Hubert Moritz, Bornheim. Adalhild Goebel, Leverkusen. 17.2. R. Buchsbaum, Bonn. Margret Terhardt, Grevenbroich. M. Bruns, Köln. Bernhard
Schwarz, Köln. Hildegard Kreutzberg, Roisdorf. Änni
Sauermann, Scheel-Lindlar. Marianne Lammersen,
Düsseldorf. Hubertus-Apotheke, Elsdorf. Helios-Klinik, Wipperfürth. Margareta Neubert, Düsseldorf.
Allen Sammlern sei herzlich gedankt. Bitte schicken
Sie Ihre Briefmarken an die Kirchenzeitung für das
Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln.
24 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Schwerpunkt Inklusion
NEUSS, DORMAGEN UND
GREVENBROICH:
Thilo Zimmermann,
Telefon (0 21 31) 46 10 27
Jugendwerke im Rhein-Kreis neu aufgestellt
KREISDEKANAT. Die Katholischen Jugendwerke (KJW) Rhein-Kreis Neuss haben sich in
den vergangenen beiden Jahren neu aufgestellt.
Sie gründeten mit den KJW in Düsseldorf und
dem Erzbistum Köln die Katholische Jugendagentur (KJA) Düsseldorf gGmbH und übertru-
Thomas Kaumanns ist Vorsitzender der KJW Rhein-Kreis
Neuss.
(Foto: ZIM)
gen ihre Jugendhilfeeinrichtungen auf sie. Seitdem sind die KJW-Aktiven von der Erft für die
Arbeit der KJA mitverantwortlich und sitzen in
Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat.
Thomas Kaumanns aus Neuss, der Vorsitzende,
zog jetzt eine erste Bilanz. „Die neue Struktur
war erforderlich geworden, um das große Angebot für Kinder und Jugendliche auf eine professionelle und sichere Basis zu stellen“, sagt
er. Kaumanns‘ Stellvertreter ist Olaf Reinartz,
als weiteres Vorstandsmitglied arbeitet Heidrun
Steinwartz.
Erster Schwerpunkt der KJW-Spitze ist die
Inklusion, das gemeinsame Lernen und Leben von Menschen mit und ohne Behinderung.
„Auch in der Kinder- und Jugendarbeit der Gemeinden, Verbände oder offenen Einrichtungen
können Behinderungen dazu führen, dass nicht
alle an den Angeboten teilnehmen können. Besonders tragisch ist das mit Blick auf die spirituellen Bedürfnisse von behinderten Menschen”,
so Kaumanns. In einem ersten Schritt wurden
die Akteure der kirchlichen Jugendarbeit befragt, wie es in ihrem Umfeld um die Inklusion
steht. Auf der Grundlage dieser Analyse sollen
konkrete Projekte folgen.
ZIM
Gute Stube für Frimmersdorf
Neues Gemeindezentrum geplant
FRIMMERSDORF. Die Gemeinde St. Martin kommt ihrem neuen Pfarrzentrum näher.
„Dank des milden Winters geht es mit großen
Schritten voran“, freut sich Carola Uebber, die
Geschäftsführerin des Kirchenvorstands. Auf
der Baustelle zwischen Kirche und Pfarrhaus
entsteht soeben nach den Plänen des Architekturbüros Schmale aus Hemmerden ein barrierefreier Komplex mit einem 70 Quadratmeter
großen Saal, der durch die Nutzung angrenzender Räume auf 125 Quadratmeter erweitert werden kann. „Das neue Gemeindezentrum schafft
die Bedingungen für kulturelles Leben im Süden der Stadt Grevenbroich“, sagt Uebber. So
werden die Räume künftig von den kirchlichen
Gruppierungen aus Frimmersdorf und Neurath
gemeinsam genutzt. Frauengemeinschaften,
Seniorenstübchen, Chorgemeinschaft, Spielgruppe, Krabbelgruppe, Jugend und Messdiener freuen sich schon. Aber nicht nur sie:
Schließlich hatte das aktuelle Dorfentwicklungskonzept gezeigt, dass Treffpunkte im Ort
fehlen. Deshalb soll das Haus auch Vereinen
und Privatpersonen zur Miete angeboten werden. Außerdem sind künftig Kooperationen mit
Bildungseinrichtungen aufgrund der ansprechenden Räume möglich. Das Gebäude soll
Ende des Jahres eröffnet werden.
ZIM
So soll das neue Gemeindezentrum neben dem Frimmersdorfer Pfarrhaus von 1731 aussehen.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
BÜDERICH. Eine neue Führungsspitze
hat der Kirchenchor „Cäcilia“ der Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist.
Nach 34 Jahren stellte Erika Beier das
Amt der Vorsitzenden zur Verfügung.
Mit ihr trat auch ihr Stellvertreter Horst
Helten zurück. Als neue Vorsitzende
wurde Liesel Czerwinski gewählt, als
Stellvertreterin Uschi Gerhards. Beide wollen den Chor gemeinsam mit
den Vorstandsmitgliedern Lilli Breitler, Ruth Schmitz und Birgit Egbers sowie unter Leitung von Johannes Maria Strauss zu neuen Ufern führen.
Für das Osterhochamt in St. Mauritius
wird gerade die Messe „Lob und Dank
sei Gott“ einstudiert, die Willy Trapp
auf Basis alter englischer Bläsersätze für Chor und mit deutschen Texten
arrangiert hat. Die Proben finden donnerstags ab 19.30 Uhr im Jugendheim
„Oase“ an der Düsseldorfer Straße
statt.
NEUSS. Einen neuen Kursus für ehrenamtliche Sterbebegleiter bieten der ambulante Hospizdienst „Cor
unum“ und das Augustinus-Hospiz an.
Ab März können sich Interessierte in
dem kostenfreien Seminar über fünf
Monate zum Hospizhelfer ausbilden
lassen. Abgerundet wird das Angebot durch ein Praktikum, damit die erworbenen Fähigkeiten unter Anleitung
von examinierten Fachkräften erprobt
und erweitert werden können. Ein Informationsabend beginnt am Donnerstag, 5. März, um 18 Uhr in den Räumen
des Hospizdienstes „Cor unum“, Augustinusstraße 46. Näheres unter Telefon (0 21 31) 91 68 15.
NEURATH. Ein herzliches Dankeschön
hat die ökumenische Hilfsgruppe für
die Flüchtlinge in Neurath all jenen gesagt, die Kleidung, Lebensmittel, Hausratswaren und Spielzeug gespendet
haben. Die daraus entstandene „Nichtnur-Kleiderkammer“ im Pfarrhaus St.
Lambertus ist ab sofort mittwochs und
freitags von 9 bis 11.30 Uhr nicht nur für
Flüchtlinge, sondern für alle Bedürftige geöffnet. Das nächste Treffen der
Hilfsgruppe, zu dem alle Interessierten
eingeladen sind, beginnt am Donnerstag, 12. März, um 16 Uhr im Pfarrhaus.
(Repro: ZIM)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 33
AUS DEM ERZBISTUM
DÜSSELDORF:
Ronald Morschheuser,
Fax (0 21 73) 96 79 98
HEERDT. Bis zum 29. März zu sehen ist
die Ausstellung „Zeitkante – Utopia“ in
der „Bunkerkirche“ St. Sakrament Am
Handweiser. Dabei stellen Mitglieder
des Vereins Düsseldorfer Künstlerinnen (VDK) gemeinsam mit Gastkünstlerinnen Werke zur Frage „Wenn Krieg
und Terror heute die Realität bestimmen, sind Frieden und Freiheit dann nur
noch eine Utopie?“ aus. Die Ausstellung ist samstags und sonntags von 15
bis 17 Uhr geöffnet.
DÜSSELDORF/METTMANN. Die Düsseldorfer in der Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen (KMF) im
Bund Neudeutschland laden zu einem
Einkehrtag ein. Am Sonntag, 8. März,
treffen sie sich im Caritas-Altenstift in
der Schumannstraße 2-4 in Mettmann.
Beginn ist um 10 Uhr. Dann referiert
die Theologin Dr. Astrid Heidemann
zur Frage „Buddhismus – Herausforderung für das Christentum?“ Um 14.15
Uhr folgt die Mitgliederversammlung,
gegen 16 Uhr wird gemeinsam Eucharistie gefeiert. Nähere Auskünfte, auch
für interessierte Gäste, bei Dr. Eduard
Korte unter Telefon (02 11) 24 14 49.
FLINGERN/DÜSSELTAL. Die Katholische und die Evangelische Kirche
in Flingern und Düsseltal haben eine
„Ökumenische Flüchtlingsberatung“
eingerichtet. Die Offene Sprechstunde
am Vinzenzplatz 1 ist montags von 9 bis
11 Uhr sowie mittwochs und donnerstags jeweils von 11 bis 13 Uhr. Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin Hanna
Konietzny ist aber auch unter Telefon
(01 51) 55 36 39 14 erreichbar.
Junior-Journalisten gesucht
Internet-Portal von jungen Menschen für Gleichaltrige
BENRATH/URDENBACH. Der Kirchengemeindeverband Benrath/Urdenbach hat beim
Kommunizieren nicht nur seine erwachsenen
Pfarrangehörigen im Blick. Er möchte auch die
jüngeren gezielt ansprechen. Das Besondere daran: Dabei sollen nicht etwa Erwachsene zu den
Jungen und Mädchen sprechen, sondern junge
Autoren zu ihren Altersgenossen. „Wir finden
es besser, wenn Junioren ihre Themen aus ihrer eigenen Sicht darstellen“, so die 14-jährige
Sina Heiser und ihre zehnjährige Freundin Karen Schürmeyer aus dem Kirchengemeindeverband. Die Schülerinnen kennen sich nicht nur
als Nachbarinnen, sondern auch von diversen
Jugendfahrten und als Ministrantinnen. Ihre
Idee: Eine regelrechte Junior-Redaktion, die für
das Internet-Portal schreibt, zeichnet, fotografiert oder malt. „Bestimmt nehmen wir in unserem Alter Pfarrfeste oder besondere Messen
anders wahr, als das Ältere tun“, so Sina Heiser, die in Hilden die Erzbischöfliche Theresienschule besucht. Karen Schürmeyer ergänzt:
„Und Kinder schreiben einfach anders als Erwachsene.“ Sie geht auf das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Benrath. Bei ihren
Vätern Christian Heiser und Wolfgang Schürmeyer liefen die Mädchen offene Türen ein.
Karen Schürmeyer (links) und Sina Heiser.
(Foto: RM)
Der Softwareentwickler und der Spezialist für
Finanz- und Rechnungswesen gehören dem
Redaktionsteam an, das die Materialien für das
Online-Portal liefert. Deshalb rufen Sina Heiser
und Karen Schürmeyer alle acht- bis 16-jährigen Benrather und Urdenbacher zum Mitmachen auf. Wer Interesse hat, kann sich unter
redaktion@kkbu.de melden.
RM
➔ www.katholiken-benrath-urdenbach.de
Themenwoche: Leben mit Depressionen
Gesprächsrunde und „Wohlfühlabend“
RHEINBOGEN. „Wenn Schatten auf die Seele
fallen. Leben mit Depressionen“ ist die Überschrift der „CREDO“-Themenwoche zur Fastenzeit in der Seelsorgeeinheit Düsseldorfer
Rheinbogen. „Wir erleben, dass die Zahl der
von Depressionen Betroffenen – als Patient
oder als Angehöriger – enorm ist“, so Pastoralreferent Martin Kürble. Hilf- und Sprachlosigkeit seien groß, „deswegen möchten wir Auf-
MÖRSENBROICH/RATH. Rund 50 Sängerinnen und Sänger sowie eine Band
werden am ersten Märzwochenende die Musikopera „Judit“ von Peter Krawczack (Text) und Odilo Klasen (Musik) aufführen. Premiere ist am
Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr im Pfarrzentrum von St. Josef am Rather Kirchplatz. Am Sonntag, 8. März, findet um 17
Uhr eine weitere Aufführung im Pfarrzentrum von St. Franziskus-Xaverius
am Mörsenbroicher Weg statt. Eintrittskarten gibt es in den Pfarrbüros
und bei den Ensemblemitgliedern.
Klinikpfarrer Professor Dr. Wolfgang Reuter.
34 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: RM)
klärungsarbeit leisten, indem wir mit Menschen
ins Gespräch treten, die hierüber aus eigener
Erfahrung etwas zu sagen haben“. Am Montag, 9. März, ist der von Depressionen geplagte Diakon und Kabarettist Willibert Pauels zu
Gast. Am Dienstag, 10. März, spricht Professor
Dr. Wolfgang Reuter. Der Priester ist auch Psychoanalytiker und Koordinator der Behinderten- und Psychiatrieseelsorge in Düsseldorf sowie dem Rhein-Kreis Neuss. Am Mittwoch, 11.
März, tritt der Psychiater Dr. Michael van Kampen, der unter anderem im Düsseldorfer Bündnis gegen Depression tätig ist, auf. Den Abschluss der Gesprächsrunde im Gemeindezentrum St. Maria in den Benden am Dechenweg
macht Buchautor Viktor Staudt, der nach einem
Suizidversuch, bei dem er sich vor einen Zug
warf, beide Beine verlor. Beginn ist jeweils
um 20 Uhr. Mit einem „Wohlfühl-Abend“
am Freitag, 13. März, ab 20 Uhr im „maxhaus“ geht die „CREDO“-Themenwoche zu
Ende. Dabei wollen Spitzenkoch Oliver Neuhoff und Mitglieder der Düsseldorfer Symphoniker „Leib und Seele verwöhnen“. Informationen und Anmeldungen im Internet.
RM
➔ www.meinegemein.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Viel zu tun beim Antrittsbesuch
HILDEN, LANGENFELD, MONHEIM:
Ronald Morschheuser,
Kardinal Woelki nahm Taufen und Aufnahmefeier vor
Fax (0 21 73) 96 79 98
KREIS METTMANN/HILDEN. Mehr als beteiligt sich rege am Gemeindeleben. Die
500 Menschen begrüßten Erzbischof Kardi- jetzt offiziell aufgenommenen Brüder Johan
nal Dr. Rainer Maria Woelki bei seinem „An- (zehn Jahre) und Christian (sieben) gehen
trittsbesuch“ im Kreis Mettmann: Dazu ka- demnächst zur Erstkommunion und wollen
men sie in die Kirche St. Konrad im Hildener Messdiener werden.
Süden. „Es war schön zu sehen, wie unkomZum Jahreswechsel waren sie schon mit
pliziert und flexibel unser neuer Erzbischof den Hildener Sternsingern von Haus zu Haus
ist“, so der Kreisdechant und Pfarrer an St. gezogen.
RM
Jacobus, Monsignore
Ulrich Hennes. „Denn
der Kardinal war sofort
bereit, die eigentlich für
diesen Tag vorgesehene
Taufe von drei Kindern
und die Aufnahmefeier
für zwei syrisch-orthodoxe Kinder in die katholische Kirche in die
Messe zu integrieren.“
Seit eineinhalb Jahren lebt das Ehepaar
Anni und Karam Kawmi mit seinen beiden
Söhnen schon in Hilden. Der Asylstatus der
Familie ist mittlerwei- Kardinal Woelki mit den Brüdern Christian und Johan (sieben und zehn Jahre alt) samt
(Foto: Privat)
le anerkannt; und sie deren Eltern Karam und Anni Kawmi.
Große christliche Frauen
Veranstaltungsreihe widmet sich einzigartiger Biografien
KREIS METTMANN. „Die großen christli- rum von St. Peter und Paul, Ratingen. Das
chen Frauen beeindrucken mich persönlich im- vielseitige Programm nähert sich Bertha von
mer wieder. Deshalb habe ich schon im vergan- Suttner auf mehreren Ebenen: mit eigenen
genen Jahr eine Veranstaltungsreihe dazu um- Texten und einem Vortrag der Journalistin
gesetzt“, sagt Julia Krebel, Leiterin des Katho- und Buchautorin Caroline Vongries, Szenen
lischen Bildungswerks im Kreis Mettmann. und Lesung aus Briefen und Tagebuch-AufAuch in diesem Jahr möchte die Reihe „der Le- zeichnungen durch die Schauspielerin Judith
benskunst großer Frauen begegnen“ und sich Kruder und klassischer Musik von Ansgar
mit den Biografien dieser Frauen auseinander- Wallenhorst am Klavier und Martin Römer
setzen. Am Freitag, 27. Februar, wird sich um am Violoncello.
MM
18 Uhr in der Bücherei
St. Dionysius, Monheim,
ein kulinarisch-literarisches Angebot mit Hildegard von Bingen beschäftigen. Am 9. März
wird Felicitas Thelle um
19 Uhr im Pfarrsaal von
St. Suitbertus, Ratingen,
einen Vortrag zu Theresa von Ávila halten. Höhepunkt der Reihe ist die
Veranstaltung zu Bertha von Suttner am Donnerstag, 12. März, um Die Autorin Caroline Vongries wird unter anderem einen Vortrag zu Bertha von Suttner
(Foto: N.F. Kruse)
19 Uhr im Pfarrzent- halten.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
METTMANN, RATINGEN:
Maximilian Moll,
Telefon (02 02) 96 31 19 49
LANGENFELD. „Mittendrin statt außen
vor“ ist das Motto eines Kochkurses,
den der SkF Langenfeld in Zusammenarbeit mit der örtlichen Volkshochschule
anbietet. An sieben Abenden wird Wissenswertes rund ums Kochen gelernt
und ausprobiert. Krönender Abschluss
ist das Pfarrfest in St. Martin Richrath Anfang Juni, bei dem die Gruppe eine Probe
ihres erworbenen Könnens präsentieren
wird. Eine Förderung der Aktion Mensch
ermöglicht, dass die Teilnahme am zweiwöchentlich stattfindenden Kochkurs nur
20 Euro kostet. Nähere Informationen
und Anmeldungen unter Telefon (0 21 73)
39 47 6-0.
HILDEN. Zu einem Fastenessen lädt der
Ortsausschuss St. Jacobus am Sonntag, 1. März, ein. Es beginnt nach der
9.30-Uhr-Familienmesse in der Pfarrkirche an der Mittelstraße. Treffpunkt ist die
Fußgängerzone vor dem Gotteshaus, neben dem gerade (die Kirchenzeitung berichtete) das neue Pfarrzentrum „Atrium
St. Jacobus“ entsteht.
HOCHDAHL. Zum Thema „Schuld und
Sühne“ haben Heidelberger Inhaftierte
einen „Gefängnisaltar“ geschaffen. Anstelle eines Hungertuchs wird er während der Fasten- und Passionszeit bildnerische und spirituelle Anregung für die
Gemeinde St. Franziskus von Assisi sein.
Aufgestellt wird er in der Sandheider Kirche Heilig Geist an der Brechtstraße. Die
Predigten in den samstags um 18 Uhr gefeierten Vorabendmessen bringen Altar
und Thema der Gemeinde näher.
ANGERLAND. Ein Wochenende unter der
Leitung von Pater Martien Jilesen zum
Thema „Haben und Sein“ vom 20. bis zum
22. März findet in Kerpen-Horrem statt.
Anhand einiger Texte wird untersucht,
was an und im Leben auf der „Habenseite“ steht und was auf der „Seinseite“.
Information und Anmeldung bei Maria
Kleist unter Telefon (0 21 02) 3 45 03 oder
mariakleist@gmx.de
METTMANN. Noch bis Sonntag, 1. März,
sammeln die Jugendlichen der Gemeinde
St. Lambertus Pfandflaschen. Mit dem Erlös wird das Projekt der Kleinen Schulen
in Port-au-Prince, Haiti, unterstützt.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 35
AUS DEM ERZBISTUM
REMSCHEID UND SOLINGEN:
Michael Möller,
Telefon (0 21 91) 34 05 37
WUPPERTAL: Helmut Pathe,
Telefon/Fax (02 02) 8 54 08
LENNEP. Der Kreis „Familie Aktiv“ lädt
am Sonntag, 1. März, zum Sonntagscafé
im Pfarrheim ein. Ab 11 Uhr spielt das Saxophonquartett „Klappensalat“. Die Musiker gestalten um 9.45 Uhr die Familienmesse in St. Bonaventura mit.
LENNEP. „Der sanfte Rebell – Franz von
Assisi“ steht am Montag, 2. März, im Mittelpunkt der Hasenberger Gespräche.
Pfarrer Hans-Jürgen Roth referiert um
19.30 Uhr im Gemeindezentrum Hasenberg, Höhenweg 2-4.
SOLINGEN. Der nächste Impuls zur Fastenzeit findet am Montag, 2. März, um
19.30 Uhr im Franziskussaal des Clemenszentrums, Goerdeler Straße, statt. Thema
ist „Neue geistliche Gemeinschaften, Entwicklungen und Perspektiven heute“.
WUPPERTAL. Das neue Gräberfeld für
die Sternenkinder auf dem Friedhof an
der Schützenstraße wird am Freitag, 6.
März, um 14 Uhr durch Weihbischof Dr.
Dominikus Schwaderlapp gesegnet. Das
Gräberfeld wurde dem Verein der Sternenkinderambulanz in der Pfarrei St. Antonius kostenfrei zur Verfügung gestellt
und von einer Künstlerin aus dem Oberbergischen gestaltet. Ermöglicht wurde
dies durch zahlreiche Sponsoren. Nachdem das alte Gräberfeld voll belegt war,
haben die betroffenen Eltern und Angehörigen einen neuen würdigen Ort bekommen, wo ihre Kinder bestattet und betrauert werden können.
Für Frieden und Toleranz
Christliche Gemeinden setzen Zeichen
REMSCHEID. 600 Teilnehmer machten lingen ist, war das Plakat, das syrische
sich an diesem Abend auf den Weg, für Frie- Flüchtlinge hochhielten und sich für die
den und Toleranz ein Zeichen zu setzen. Aufnahme in der bergischen Stadt bedankDas Stadtdekanat Remscheid, der Kirchen- ten.
kreis Lennep, die evangelisch-freikirchliche
Als Abschluss wurde ein Friedensgebet in
Gemeinde und die Ökumenische Initiative Remscheids größter und voll besetzter KirLüttringhausen hatten dazu eingeladen. Mit che, der Lutherkirche, gebetet.
MÖ
Stadtdechant Thomas
Kaster, Superintendent
Hartmut Demski und
Pfarrer André Carouge
an der Spitze, zog dieses lebendige Zeichen
für Frieden und Toleranz durch die Remscheider Innenstadt.
Der Stadtrat hatte
seine Sitzung so beendet, dass auch Oberbürgermeister Burkhardt
Mast-Weisz eine Ansprache halten konnte.
Ein Zeichen dafür,
dass die Stadt Remscheid auf dem richtigen Weg im Umgang Pfarrer André Carouge (von links), Stadtdechant Thomas Kaster und Superintendent
(Foto: MÖ)
mit den vielen Flücht- Hartmut Demski führten den Zug an.
„Eine Institution geht“
Stephan Schöne 36,5 Jahre Küster und Pfarramtssekretär
OBERBARMEN. „Für Herrn Schöne war es
nicht einfach nur ein Job, sondern ein Stück
weit auch Berufung“, so Pfarrer Ulrich Lemke am Ende der Messe in St. Johann Baptist
ELBERFELD. Den Bilderzyklus „Abendessen“ von Anke Büttner präsentiert die Katholische Citykirche ab sofort in der Basilika St. Laurentius. Er besteht aus vier
Einzelbildern, die Bezug nehmen auf das
Letzte Abendmahl, und ist bis zum 26.
März ausgestellt.
WUPPERTAL. Die KGI Fides-Stelle Wuppertal – katholische Wiedereintrittstelle –
lädt zu einer Sprechstunde für wiederverheiratete Geschiedene ein. Sie findet statt
am Donnerstag, 5. März, um 14.30 Uhr im
Katholischen Stadthaus, Laurentiusstraße 7. Pastoralreferent Dr. Werner Kleine steht als Gesprächspartner zur Verfügung. Er ist in der Zeit auch unter Telefon (02 02) 42 96 96 74 zu erreichen.
Pfarrer Ulrich Lemke (links) machte deutlich, dass mit
Stephan Schöne „eine Institution geht“.
(Foto: MM)
36 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
bei der Verabschiedung von Stephan Schöne. Der ging nach 36,5 Jahren als Küster und
Pfarramtssekretär in den Ruhestand. Zu Beginn machte Lemke deutlich, „dass wir das
feiern, wofür Herr Schöne viele Jahre gearbeitet hat“. Am 1. Oktober 1978 begann
Schöne seine Arbeit in St. Johann Baptist.
Hier lernte er auch seine Frau kennen, die er
1983 heiratete.
Als Höhepunkte bezeichnete er selbst
„den Weltjugendtag sowie die Altar- und die
Orgelweihe“. „Auch die Bürozeiten bleiben
mir in guter Erinnerung“, so Schöne.
Da die Dienstwohnung in der Krühbusch
zu klein wurde, zog er 1998 an die Grenze
Wuppertals und gehörte seitdem zumindest
privat zum Bistum Essen. „Seither habe ich
zwei Bischöfe. Einen dienstlichen und einen
privaten“, erklärte Schöne.
Beim anschließenden Empfang wurde unter anderem die in der Pfarrgemeinde beliebte und bekannte „traditionelle kfd-Litanei“
gesungen. Zum Ende machte Schöne die Zusage, der Gemeinde „in der ein oder anderen
ehrenamtlichen Tätigkeit erhalten zu bleiben“.
MM
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Klagemauer in der Taufkapelle
OBERBERGISCHER KREIS UND
ALTENKIRCHEN:
Heike Cosler,
Telefon (01 71) 3 60 96 14
Familiensonntage sind beliebt
MORSBACH. „Die Familiensonntage sind ein werden alle Zettel im Osterfeuer verbrannt und
großer Erfolg“, erklärte Pfarrer Tobias Zöller. die Gebete steigen zum Himmel empor.“ An„Die Kirche ist heute doppelt so gut besucht schließend gab es ein Beisammensein im Gerwie an normalen Sonntagen.“ Zöller setzt auf trudisheim. Die Messdienerleiter hatten Wafeine kindgerechte Glaubensverkündung. Im feln gebacken. Am Palmsonntag, 29. März, finFamiliengottesdienst sprach er mit den Jungen det der nächste Familiensonntag mit Segnung
und Mädchen über das Beten. „Über das Gebet der Palmzweige statt. Am 17. Mai gibt es nach
treten wir in Kontakt zu Christus“, erklärte er. der Familienmesse eine Dorfrallye. Weitere InDie Kinder wussten, dass das „Vater Unser“ das formationen bei Pfarrer Zöller unter Telefon
wichtigste Gebet ist. „Wir bringen unsere Sor- (0 22 94) 9 08 18 70.
HC
gen vor Gott und beten
auch für andere“, so der
Pfarrer. In der Taufkapelle war eine Klagemauer
errichtet. „Die könnt ihr
euch nach dem Gottesdienst einmal anschauen. Die Klagemauer ist
eine Gebetsstätte in Jerusalem. Die Gläubigen
schreiben ihre Gebete, Wünsche und Sorgen auf kleine Zettel und
stecken sie in die Ritzen
der Mauer. Das könnt ihr
auch tun“, ermunterte sie
(Foto: HC)
der Pfarrer. „An Ostern Viel zu tun hatten die Messdienerleiter am Waffelstand.
Leben mit Menschen in Not
Familie aus der Gemeinschaft Papst Johannes XXIII. eingeladen
REICHSHOF-ECKENHAGEN. Seit etwa ei- die Mutter. „Wir haben uns für ein dauerhaftes
nem Jahr lebt die Familie aus der Gemeinschaft und verlässliches Leben mit Menschen in NotPapst Johannes XXIII. aus Italien in Reichs- situationen entschieden.“ Die Kapelle in jedem
hof-Eckenhagen. „Wir sind auf Einladung von „Familienhaus“ bildet das Herz des Gebäudes.
Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp Hier wird täglich das Laudes und die Vesper genach Deutschland gekommen“, erzählte Pat- betet. Die Gemeinschaft Papst Johannes XXIII.
ricia Arrigoni. „Wir sind die erste Familie, die wurde 1968 von Don Oreste Benzi gegründet
hier in Deutschland lebt“, sagte sie. „Weihbi- und ist seit 2004 als Internationale Vereinigung
schof Schwaderlapp hat uns eingeladen, uns von Laien päpstlichen Rechts anerkannt. Nieum junge alleinerziehende Mütter zu kümmern derlassungen sind in 35 Ländern.
HC
und diese in unsere Familie aufzunehmen, um ➔ www.apg23.org
ihnen den Wiedereinstieg
in die Gesellschaft zu erleichtern.“ Die „Casa de
Familia“, das „Familienhaus“, in der die italienische Familie gemeinsam mit den jungen Müttern in Eckenhagen leben wird, bietet dazu eine
gute Gelegenheit. „Vorbild ist das Urmodell
allen Gemeinschaftslebens, die Familie mit
zwei Elternteilen und ei(Foto: HC)
genen Kindern“, sagte Familie Arrigoni in ihrer Hauskapelle.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
LINDLAR. In der Kapelle des Herz-Jesu-Krankenhauses findet am Sonntag,
1. März, um 17 Uhr ein „Konzert zur Fastenzeit“ statt. Es erklingen Passagen aus
der Johannes-Passion von J. S. Bach und
Orgelwerke verschiedener Epochen mit
Mario Ahlborn (Tenor) und Martin Außem
(Orgel).
GUMMERSBACH. Eine sechstägige Pilgerreise zur Muttergottes von Altötting
in Bayern beginnt am Sonntag, 14. Juni.
Kreisdechant Pfarrer Christoph Bersch
wird diese Wallfahrt begleiten. Information und Anmeldung im Pastoralbüro St.
Franziskus unter Telefon (0 22 61) 2 21 97.
MORSBACH. Die Kölner Kantorei singt
am Sonntag, 1. März, um 17 Uhr in der Kirche St. Gertrud unter der Leitung von Georg Hage. Auf dem Programm steht das
„Stabat Mater – O quam tristis et afflicta“.
Zudem sind zwei Werke von Knut Nystedt
zu hören.
ALTENKIRCHEN. „Frauen – Esprit. Begegnung. Zeit. Geschenk. Ich.“ Unter diesem Motto findet am Samstag, 7. März,
eine Veranstaltung für Frauen statt. Beginn ist um 14.30 Uhr in Weyerbusch im
Raiffeisen-Zentrum. Information und Anmeldung bei Schwester Barbara Schulenberg unter Telefon (0 26 81) 3 35.
WALDBRÖL. Eine Messe mit Krankensalbung findet am Dienstag, 3. März, um
14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Mariä
Himmelfahrt in Wiehl statt. Im Anschluss
an den Gottesdienst gibt es ein Beisammensein im Pfarrheim. Information und
Anmeldung im Pfarrbüro unter Telefon
(0 22 62) 75 14 03.
BERGNEUSTADT. Ein Taizé-Gebet beginnt am Freitag, 13. März, um 19 Uhr in
der Altstadtkirche mit dem Einsingen. Ab
19.30 Uhr folgt das Taizé-Gebet, zu dem
der ökumenische Ausschuss einlädt.
LINDLAR. Erzbischof Kardinal Rainer
Maria Woelki hat Kreisjugendseelsorger Pfarrer Norbert Fink zum 15. Mai zum
Pfarrverweser im Seelsorgebereich Lindlar ernannt. Pfarrer Fink übernimmt dieses Amt zusätzlich zu seiner Aufgabe als
Kreisjugendseelsorger.
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aus dem erzbistum
Rheinisch-Bergischer Kreis:
Siegbert Klein,
Mobil (01 77) 6 12 20 10
Leverkusen:
Kathrin Becker,
Mobil (01 62) 9 40 70 14
BERGISCH GLADBACH. „Atempause 10
nach 12“ heißt ein Angebot der Pfarrei
St. Laurentius. Jeden Samstag in der Fastenzeit lädt das Team der Citypastoral der
Pfarrei um 12.10 Uhr in die Pfarrkirche ein
zum Innehalten und einen Moment der
Ruhe zu genießen. Die Auszeit mit Texten, Musik und Stille dauert 15 Minuten.
Ungewohntes Bild: Männer in der Küche. Nach zwei Stunden Gemüse putzen und schneiden kann der Backofen in Betrieb
(Foto: KL)
genommen werden.
BERGISCH GLADBACH. Kardinal Rainer
Maria Woelki feiert am Sonntag, 1. März,
die Familienmesse um 11 Uhr in St. Laurentius. Anschließend ist ein Treffen im
benachbarten Laurentiushaus.
Männer kochen für ihre Frauen
ODENTHAL. Der Chor CANTAMUS und
der Kinder- und Jugendchor gestalten die
Familienmesse am Sonntag, 1. März, um
10.15 Uhr in St. Pankratius.
RÖSRATH. Kisten mit Zucchinis, Tomaten,
Auberginen und Kartoffeln standen im Augustinushaus und warteten auf geschickte Hände,
die sie zubereiteten. Die Kolpingsfamilie von
St. Nikolaus von Tolentino hatte Männer eingeladen, für ihre Frauen zu kochen. „Dies bieten
wir mit Erfolg seit sechs Jahren an“, so Vorsit-
LEVERKUSEN. Ein Fußballturnier für alle
Ministrantinnen und Ministranten des
Stadtdekanats findet am Samstag, 21.
März, ab 11 Uhr in der Sporthalle Bergisch
Neukirchen statt. Gespielt wird in den drei
Altersstufen neun bis zwölf Jahre, 13 bis
16 Jahre und ab 17 Jahre. Anmeldungen
werden bis 14. März in der Jugendkirche
Leverkusen angenommen. Informationen
gibt es per E-Mail an dekan-cup@minislev oder im Internet.
➔➔ www.minis-lev.de
LEVERKUSEN. Ein Seminar für Trauernde
startet am Montag, 2. März, im Kirchencafé der CityKirche in der Breidenbachstraße 9. Bis zum 8. Juni gibt es insgesamt
acht Treffen jeweils montags von 17 bis 19
Uhr. „Während dieser Zeit kann gemeinsam nach Antworten gesucht werden,
Unbeantwortbares beklagt werden und
erste Schritte können getan werden, die
eigene Lebensuhr wieder in einen Rhythmus zu bringen“, heißt es in der Ankündigung. Nähere Informationen gibt es bei
Diakon Joachim Fuhrmann unter Telefon
(02 14) 31 20 44 22.
LEVERKUSEN. „Zeigt Euch! Warum wir
den Glauben nicht verstecken dürfen“ ist
das Thema beim Einkehrtag der Schützenbruderschaften des Bezirksverbandes Rhein-Wupper Leverkusen mit ihrem
Präses Prälat Erich Läufer am Sonntag,
1. März, um 9.30 Uhr in St. Maurinus,
Lützenkirchen.
Kolpingsfamilie lädt zum griechischen Essen
zender Martin Grün. Dieses Mal waren es acht
Männer, die sich an die Zubereitung eines umfangreichen griechischen Essens wagten, das
Günter Schäfer zusammengestellt hatte. Pünktlich nach vier Stunden standen Salate, Gemüse und Lammkeulen auf dem festlich gedeckten
Tisch. Die Ehefrauen waren begeistert. KL
Fahrende Liebesgeschichte
Marienschule Opladen beteiligt sich an Aktion „KuleSmart“
OPLADEN/OVERATH. „Wann hat man denn
schon mal die Chance, ein Auto zu bemalen?“
Für Anaïs Thiessen war schnell klar, dass sie
mitmachen möchte bei der Aktion „KuleSmart“ des Seniorendienstes GrünerSchirm.
Gebrauchtwagen wurden dafür aufgekauft,
Karosserieteile ausgebaut, weiß grundiert
und den acht Schulen, die sich an dem Wett-
bewerb beteiligen wollten, zur Verfügung
gestellt. Außerhalb der Unterrichtszeit haben Thiessen und neun ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Stufe zehn der
Marienschule Opladen zusammen mit den
Lehrerinnen Lore Peiffer-Klinger und Lena
Schäfer erarbeitet, wie sie „ihren“ Smart
bemalen wollen: mit einer Liebesgeschichte im Comic-Stil von
Roy Lichtenstein. Am
Samstag wurde aus
der Theorie Realität:
In einer Mehrzweckhalle in Overath-Untereschbach haben die
Schulteams die Pinsel geschwungen. Die
Smarts werden nun
wieder
zusammengebaut und für einen
guten Zweck versteigert. Welches Auto am
schönsten geworden
ist, darüber kann bei
Facebook abgestimmt
Für ein Foto hat das Team der Marienschule Opladen kurz die Arbeit an „seinem“ Smart werden.KB
unterbrochen.
(Foto: KB) ➔➔ www.kulesmart.de
38 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.deAusgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Erster Blick von außen
Weihbischof Puff schon vor Visitation im Seelsorgebereich
ASBACH. „Eine Visitation ist kein Kontrollbe- und ein Seil aus Limbach für die Verbundensuch“, beruhigte Weihbischof Ansgar Puff die Kir- heit untereinander, und Rosen aus Windhagen
chenbesucher in St. Laurentius, „und auch keine als Zeichen einer blühenden Gemeinde. All dies
Fortbildung, als wüsste ich es besser, wie hier al- zeigte die Vielfalt im Seelsorgebereich.
les gehen muss.“ Vom 3. bis 11. März wird Puff
„Ich freue mich schon darauf, Sie demnächst
den Seelsorgebereich Rheinischer Westerwald be- bei den verschiedenen Gelegenheiten wieder
suchen – am Wochenende feierte er im Vorfeld der zu sehen“, betonte der Weihbischof, der sich
Visitation mit den Gläubigen in St. Laurentius ein nach dem Gottesdienst noch Zeit für Gespräche
Pontifikalamt. „Eine Visitation ist ein gemeinsa- nahm.
CG
mes Hinschauen auf Jesus
Christus“, erklärte er. „Da
ist manchmal ein Blick
von außen ganz gut.“ Zur
Gabenbereitung brachten
Vertreter der sechs Ortspfarreien Gaben, mit denen sie sich vorstellten –
unter anderem Getreide
und Brot aus Buchholz als
Zeichen für die engagierten Christen, die zu einem
Brot werden, ein Erntekorb aus Oberlar, der an
das traditionelle Erntedankfest erinnerte, ein
Netz aus der kleinsten
(Foto: CG)
Gemeinde, Ehrenstein, Eine Vertreterin aus Windhagen überreichte dem Weihbischof Rosen.
„Hände hoch und her mit Kuchen“
Vorschulkinder spielen Theater mit echter Schauspielerin
HANGELAR. „Vor fünf Jahren konnten wir wochen für eine Rolle entschieden. Das Spiel
das noch selbst machen“, so Barbara Els, Leite- mache den Kindern ungeheuren Spaß, erklärin des Familienzentrums St. Anna. Doch mitt- tet Torres. Doch nicht nur darum gehe es: der
lerweile seien die Aufgaben in den Kitas zu Zusammenhalt unter den Kindern wachse, die
vielfältig. Gemeint war damit die jährliche The- Sprachförderung und das Sozialverhalten würateraufführung, die zu den regelmäßigen grup- den gefördert. Die Kinder lernten sich selbstpenübergreifenden Aktivitäten für spezielle Al- bewusst darzustellen. Im späteren Schulleben,
tersgruppen zählt. Durch Zufall lernte das Team etwa bei Referaten, komme ihnen das zuguvor drei Jahren die Schauspielerin und Theater- te. Räuber Rattes „Hände hoch und her mit Kupädagogin Julia Torres kennen, die jetzt schon chen, her mit Süßkram und Gebäck“ klang jezum dritten Mal in zwei Projektwochen mit denfalls schon sehr selbstbewusst.
CG
den Vorschulkindern ein
Theaterstück erarbeitete
und einstudierte. In diesem Jahr war es „Räuber Ratte“ frei nach dem
gleichnamigen Bilderbuch von Axel Scheffler und Julia Donaldson.
Sie probte, unterstützt
von den Erzieherinnen
Andrea Wingenfeld und
Monika Botset, mit allen
Kindern alle Rollen ein,
bevor die Kinder sich ge(Foto: CG)
gen Ende der Projekt- Mit viel Einfühlungsvermögen spielten die Kinder ihre Rollen.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
EITORF, HENNEF, KÖNIGSWINTER,
NEUNKIRCHEN, SIEGBURG,
SANKT AUGUSTIN UND
TROISDORF:
Christa Gast,
Telefon (0 22 44) 46 85
SANKT AUGUSTIN. Pater Johannes Füllenbach SVD (Foto), in der englischsprachigen Welt als Father John Fuellenbach
bekannt, feierte jetzt
in Sankt Augustin seinen 80. Geburtstag.
Füllenbach
wurde
in Wied, Kreis Neuwied, geboren, machte zunächst eine Gärtnerlehre und trat als
Spätberufener in den
Steyler Missionsorden ein. Er lehrte Fundamentaltheologie auf den Philippinen,
war Dozent in Washington und in Chicago, bevor er zum Kursdirektor der Erneuerungskurse der Steyler Missionare in Nemi bei Rom ernannt wurde und
an der Gregoriana fundamentaltheologische Vorlesungen in englischer Sprache
hielt. Er war Referent in Dutzenden Erneuerungskursen verschiedenster Orden in
Rom und ein gefragter Redner für Erneuerungskurse und Katechetische Institute
weltweit. Neben seiner Vorlesungs- und
Vortragstätigkeit entstanden zahlreiche
Publikationen in englischer Sprache, die
in viele Sprachen übersetzt wurden.
WARTH. Erste Hilfe am Kind lehrt Torsten Kalkbrenner bei einem Kindernotfalltraining im Familienzentrum Liebfrauen, Frankfurter Straße 5, am Samstag, 7.
März, von 9 bis 13 Uhr. Anmeldung wird
erbeten bis 27. Februar an info@kindernotfall-training.de.
UCKERATH. „Taste the Waste. Wie gehen wir mit den Früchten unserer Erde
um?“ heißt es beim Film- und Diskussionsabend mit dem Filmautor Valentin Thurn, zu dem der Ökumenekreis am
Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Der offene
Raum“ ins Pfarrheim, Lichstraße 17, einlädt.
RHEIDT. Zur Begegnung mit Philip Oprong
Spenner, ehemaliger Straßenjunge aus
Nairobi und jetzt Lehrer in Hamburg, lädt
die „Initiative für PUNDO“ am Mittwoch,
4. März, um 19.30 Uhr ins Pfarrheim ein.
Spenner wurde in Deutschland bekannt
durch sein Buch „Move on up. Ich kam
aus dem Elend und lernte zu leben“.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 39
AUS DEM ERZBISTUM
BAD MÜNSTEREIFEL, EUSKIRCHEN
UND ZÜLPICH: Anja Krieger
Telefon (0 22 51) 5 51 36
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
EUSKIRCHEN. Ein ökumenischer Gottesdienst für pflegende Angehörige findet
am Sonntag, 1. März, um 18.30 Uhr in der
Kapelle des Marien-Hospitals statt. Zusammen mit Caritas und Diakonie laden
Krankenhauspfarrer Michael Nolten und
Krankenhauspfarrerin Sabine Hekmat
ein. Während des Gottesdienstes stehen
Mitarbeiterinnen zur Verfügung, die sich
um die kranken Angehörigen kümmern.
Interessierte, die für die Gottesdienstzeit
eine Pflegehilfe benötigen, melden sich
bei der Caritas-Pflegestation unter Telefon (0 22 51) 70 00 23. oder beim Diakonischen Werk unter (0 22 51) 92 90 11.
VEYTAL. Alle Frauen des Seelsorgebereiches sind zur Sternwallfahrt nach Lessenich eingeladen. Am Dienstag, 10. März,
ist Treffpunkt jeweils um 14 Uhr an der
Pfarrkirche St. Pantaleon in Satzvey, am
Kriegerdenkmal in Wachendorf und an
der ehemaligen Volksbank in Antweiler.
Um 15 Uhr wird Messe in St. Stephanus
in Lessenich gefeiert, anschließend ist ein
Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus. Informationen gibt das Pfarrbüro in
Kommern unter Telefon (0 24 43) 69 59.
EUENHEIM. Im Alter von 80 Jahren ist
Pfarrer i. R. Johannes Zensus gestorben.
Der Geistliche wurde in Bergheim-Oberaußem geboren und 1961 in Köln zum
Priester geweiht. Von 1973 bis 1987 wirkte
er in der Gemeinde St. Brictius als Pfarrer.
Zuletzt war Zensus in der Gemeinschaft
der Gemeinden Hellenthal/Schleiden tätig. Die Beisetzung fand auf dem Friedhof
in Euenheim statt.
MECKENHEIM. Ein sechsteiliger Kurs
zum Kochen kurdischer Spezialitäten beginnt am Mittwoch, 4. März, um 17 Uhr im
Familienzentrum Johannesnest, Gelsdorfer Straße 17. Anmeldung unter Telefon
(0 22 25) 9 92 40 beim Caritas-Fachdienst
Integration und Migration.
WORMERSDORF. Einen neuen Jugendtreff haben das Jugendzentrum Live St.
Martin und die Stadt Rheinbach in der
Obersakristei der Kirche eingerichtet. Er
ist donnerstags von 15 bis 20 Uhr für Interessierte im Alter von sechs bis 18 Jahen geöffnet.
➔ www.live-st-martin.de
Die Teilnehmer des „DialogTag 46 Fragen“.
(Foto: AK)
Intensiver Dialog
Beitrag des Kreiskatholikenrates zur Familiensynode
KREISDEKANAT EUSKIRCHEN. Beim „DialogTag 46 Fragen“ hat sich der Katholikenrat
im Kreisdekanat Euskirchen (KKR) in der Bildungsstätte Haus Maria Rast mit den 46 Fragen
des Vatikans zur Ehe- und Familienpastoral befasst. Der Fragenkatalog dient der Vorbereitung
der Familiensynode 2015 im Oktober dieses
Jahres in Rom (die Kirchenzeitung berichtete).
Knapp 20 Frauen und Männer tauschten sich
intensiv und auch kontrovers aus. KKR-Vorsitzender Heribert Winter: „Die erarbeiteten Ant-
worten werden bei der anstehenden KKR-Vorstandssitzung verabschiedet und an den Diözesanrat im Erzbistum Köln weitergeleitet.“ Von
der Familiensynode in Rom erhofften sie sich
nennenswerte Ergebnisse, „aber vorher sollten
sich auch Gremien und Verbände auf Diözesanebene mit den Fragen auseinandersetzen“.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Professor Dr. Holger Dörnemann, Leiter des Referats
Ehe- und Familienpastoral im Erzbistum. AK
➔ www.kreiskatholikenrat.eu
Zwei Millionen für Neubau
Kita nach Provisorium in neuen Räumen am alten Platz
RHEINBACH. Ein über siebenmonatiges Provisorium ist für den Kindergarten St. Helena
zu Ende gegangen. Nachdem das alte Gebäude
abgerissen und eine neue Kita errichtet worden
ist, erfreuen sich jetzt die Kinder, Eltern und das
Betreuerinnenteam um Leiterin Claudia LöwerLenau an modernen, hellen und funktionalen
Räume für die drei Gruppen und das Personal.
Fast zwei Millionen Euro investierten das Erzbistum Köln und die Stadt Rheinbach in den
Neubau. Während der Bauzeit war der Kindergarten provisorisch im Gymnasium St. Joseph
untergebracht. Dazu mussten sie von der Lauffenberstraße im Süden zum Stadtpark im Norden Rheinbachs umziehen. „Aber dank der Mithilfe aller hat es keine Probleme gegeben“, freut
sich Löwer-Lenau.
Schulleiter Hans Rieck vom Erzbischöflichen Gymnasium war sofort bereit, schnell und
unbürokratisch zu helfen, stellte zwei Klassenräume zur Verfügung
und siedelte die Kantine
um, damit die Kleinen im
Erdgeschoss beisammen
waren. Dennoch war
nicht Platz für alle. Eine
Notgruppe fand im benachbarten Kindergarten
Liebfrauenwiese Aufnahme. Der neue Kindergarten St. Helena verfügt
nun über 700 Quadratmeter auf zwei Etagen.
Die offizielle Eröffnung
mit Segnung und Einweihung der neuen Kita
ist am Samstag, 25. ApIn ihren neuen hellen Räumen fühlen sich die Kinder sichtlich wohl.
(Foto: ES) ril, um 11 Uhr.
ES
40 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Auf Tuchfühlung mit dem Leben
Programm zur Fastenzeit im Bonner Münster
BONN. „UND WOHIN LEBST DU?“ Unter kundungen „Auf Tuchfühlung mit dem Leben“
diesem Leitwort steht die Fastenzeit am Bonner mit dem Künstler selbst, ein Atelierbesuch bei
Münster, deren Inhalt erstmals von zwei großen Michael Franke sowie der Abend „Lebenslust
Fastentüchern im Kirchenraum bestimmt wird, und Lebensfrust – Wie die Lebensfreude wiedie zum Nachdenken anregen wollen. Stadtde- dergefunden wird“ sein. Bei Letzterem werden
chant Monsignore Wilfried Schumacher, der die Sopranistin Stefania Adomeit und Diakon
Bonner Künstler Michael Franke und die Di- Willibert Pauels im Gespräch mit WDR-Moderektorin des LVR-Landesmuseums, Dr. Gab- rator Wolfgang Zimmer im Bistro ENTE von
riele Uelsberg, stellten das Programm und die den Höhen und Tiefen ihres Lebens erzählen.
Fastentücher „Porta I“, das die Orgel verhüllt,
BBW
und „Porta II“ für den Hochaltar vor. Beglei- ➔ www.bonner-muenster.de/fastenzeit2015
tet wird die Zeit der Vorbereitung auf das Osterfest von besonderen
Gottesdiensten,
einer
Fastenpredigtreihe mit
anschließendem
Austausch, dem Morgengebet „Mit Segen in den
Tag“,
eucharistischer
Anbetung in der Krypta,
Feiern der Versöhnung
und Gesprächsangeboten an einem besonderen Rastplatz in der BaDie Direktorin des LVR-Landesmuseums, Dr. Gabriele Uelsberg (von links), Künstler
silika.
Höhepunkte werden Michael Franke und Stadtdechant und Münsterpfarrer Monsignore Wilfried Schumacher
(Foto: BBW)
dabei die Fastentuch-Er- bei der Vorstellung des Programms.
Ein Schultag mit Freya Klier
Schülerinnen begegnen DDR-Bürgerrechtlerin
HERSEL. Mit dem Appell an die junge Generation, das Schicksal aller unter der
Unterdrückung in Diktaturen Leidender nicht
zu vergessen, sondern sich aktiv für die Freiheit einzusetzen, endete ein außergewöhnlicher
Schultag an der Ursulinenschule. Dazu hatte
Schulleiter Karl Kühling die ehemalige DDRBürgerrechtlerin Freya Klier eingeladen. Die
Autorin und Filmemacherin präsentierte den
künftigen Abiturientinnen der Ursulinenschule
und Abiturienten des Colloquium Josephinum
ihren Film „Die Vergessenen. Tod, wo andere
Urlaub machen“. Darin erzählt sie vier Flucht-
geschichten von DDR-Bürgern nach, die über
Bulgarien fliehen wollten. Drei davon scheiterten. Zum Abschluss las sie aus ihrem 1987 verfassten Werk „Abreiß-Kalender. Ein deutschdeutsches Tagebuch.“ Klier überzeugte als unbeugsame und engagierte Frau. Die Abiturientinnen des Faches Geschichte lernten eine
Zeitzeugin kennen, die viele im Unrechtssystem der DDR Wirkenden entlarven und analysieren konnte. Mit dem Besuch der Bürgerrechtlerin wurde die Reihe „USH trifft…“
fortgesetzt, die 2011 mit dem Besuch von
Hans Dietrich Genscher begonnen hatte. ES
Aufmerksam verfolgten die Schüler die Ausführungen der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
BONN: Beate Behrendt-Weiß,
Telefon (0 22 26) 1 55 43
BORNHEIM, MECKENHEIM UND
RHEINBACH: Erhard Schoppert,
Telefon/Fax (02 28) 32 22 55
BONN. Eine Spende in Höhe von 500
Euro konnte die Bahnhofsmission vom
Handarbeitskreis der Emmauskirche
entgegennehmen. Das Geld ist der Erlös aus dem Verkauf von handgefertigten Produkten beim Adventsbasar der
evangelischen Gemeinde und kann in
der Einrichtung auf Gleis 1 des Hauptbahnhofs – in Trägerschaft von Caritas
und Diakonie – gut gebraucht werden.
BONN-ENDENICH. In St. Maria Magdalena gibt es in der Fastenzeit an jedem
Sonntag um 19 Uhr mit „Meine Zeit“
ein besonderes musikalisches Angebot, bevor um 19.30 Uhr die Abendmesse mit Fastenpredigt beginnt. Jeden
Dienstag gibt es um 19.15 Uhr „Lichtblicke“ – meditative Abendgebete mit Impulsen junger Theologen.
BONN. Zu einem Abend „Explodiert der
Nahe Osten? Christen zwischen Flucht
und Heimat“ lädt der Bund katholischer
deutscher Akademikerinnen am Donnerstag, 5. März, um 19. 30 Uhr ins Katholische Bildungswerk, Kasernenstraße 60, ein. Referent ist Matthias Kopp,
Nahost-Kenner und Pressesprecher
der Deutschen Bischofskonferenz.
BONN-BAD GODESBERG. Bei einem
Besuch am Erzbischöflichen Clara-FeyGymnasium hat sich Weihbischof Ansgar Puff mit Schulleitung, Eltern und
Schülerschaft zum Austausch getroffen. Besondere Beachtung fand dabei
die an der Schule stattfindende Taufkatechese, die aktuell wieder junge Menschen auf das Taufsakrament vorbereitet. Die Schüler hingegen waren vor
allem vom Lebensweg und der Einstellung des ehemaligen Sozialarbeiters
beeindruckt.
BONN-RHEINVIERTEL. An allen Fastensonntagen lädt die Kirche von Bad
Godesberg um 18 Uhr zur Sonntagabendmesse mit Predigtreihe in die
Herz-Jesu-Kirche,
Beethovenallee,
ein. Die Reihe mit Dechant Dr. Wolfgang Picken zu Grundfragen des Glaubens steht unter dem Titel „Schlagworte“ und wird wieder von einer Kunstinstallation im Altarraum begleitet.
(Foto: USH)
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 41
AUS DEM ERZBISTUM
BEDBURG, BERGHEIM, KERPEN,
PULHEIM, BRÜHL, ERFTSTADT,
FRECHEN, HÜRTH, WESSELING:
Benedikt Boecker,
Telefon (01 77) 8 77 24 94
benedikt.boecker@outlook.de
RHEIN-ERFT-KREIS. Das Katholische
Bildungswerk Rhein-Erft-Kreis bietet
eine Führung durch normalerweise unzugängliche Bereiche des Kölner Doms
an. Der Rundgang verläuft unter anderem auf dem äußeren Laufgang im
Dachbereich in rund 40 Metern Höhe
und in verschiedenen zugänglichen
Teilen unter den Domdächern. Außerdem findet ein Gang über die Triforien im Innenbereich mit dem Blick von
oben in das Innere des Domes statt.
Zum Schluss wird der Vierungsturm
bestiegen. Die Führung findet am Mittwoch, 13. Mai, um 17.45 Uhr statt. Eine
Teilnahme ist erst ab 16 Jahren möglich. Anmeldung und weitere Informationen unter Telefon (0 22 71) 4 79 00
oder via E-Mail an info@bildungswerkrhein-erft-kreis.de.
PULHEIM-STOMMELN. Drei Schülerinnen der Jahrgangsstufe 13 und ein
Schüler der Klasse zehn der Papst-Johannes-XXIII.-Schule haben im Rahmen des internationalen Comeniusprojekts ihre Partnerschule in Taranto (Apulien) besucht. An dem Treffen
nahmen auch Schüler weiterer Partnerschulen aus England, Polen und
Tschechien teil. Die Jugendlichen setzten sich eine Woche lang intensiv mit
der Kultur ihres Gastlandes auseinander. Überwältigt waren die Jugendlichen aber nicht nur von den vielen unterschiedlichen Eindrücken, sondern
vor allem von der Gastfreundschaft
und Herzlichkeit der italienischen Gastfamilien. Der Kontakt zu den Familien
fiel den Schülern aus Stommeln leicht.
Denn neben Englisch lernen sie auch
Italienisch als weitere Fremdsprache
in der Schule.
HÜRTH. Das Hospiz Hürth bietet ein
Kochangebot für Trauernde an. In einem schönen Umfeld soll ein Menü gekocht werden und anschließend gemeinsam gegessen werden. Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, 26.
März, um 18. Uhr im Pfarrhaus in HürthKendenich, Ortshofstraße 14. Um eine
Anmeldung wird unter Telefon (0 22 33)
9 85 89 30 bis spätestens Sonntag, 15.
März, gebeten. Die Kosten betragen
fünf Euro pro Person.
Eucharistie – Prophetinnen – Sintflut
Bilder von Sieger Köder in St.-Rochus-Kirche
KERPEN-TÜRNICH. „Wege in der Fastenzeit“ lautet der Titel einer Ausstellung
mit Bildern des jüngst verstorbenen Künstlers und Priesters Sieger Köder in der St.Rochus-Kirche. Die Präsentation findet bis
Sonntag, 8. März, statt. Sie wurde von der
Gemeinde in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Rhein-Erft-Kreis organisiert.
Die Werke sind nach Schwerpunkten installiert. Neben dem sogenannten Bensberger
Kreuzweg, beschäftigten sich die Bilder am
Altar mit dem Thema Eucharistie. Außerdem
stellte die Frauengemeinschaft (kfd) zum
Thema „Prophetinnen“ die Kunstobjekte von
Köder zusammen. Hierzu findet am Montag, 2. März, eine Veranstaltung mit dem Titel „Die weibliche Stimme Gottes“ statt. Dabei handelt es sich um einen Vortrag der Diplom-Theologin Eva-Maria Will zu den „Spuren weiblicher Prophetie in der Bibel“. Einen
weiteren Schwerpunkt bildet ein einziges
Bild, welches besonders Kinder ansprechen
soll. Es stellt die Sintflut dar.
Die Ausstellung kann täglich von 16.30
Uhr bis 18.30 Uhr besichtigt werden. Das
Programm bis zum Ende der Ausstellung
Sieger Köders Bilder sind bis zum 8. März täglich von 16.30 Uhr
bis 18.30 Uhr in der St. Rochus-Kirche zu sehen. (Foto: BB).
kann auf der Internetseite des katholischen
Bildungswerks Rhein-Erft-Kreis eingesehen
werden.
BB
➔ www.bildung.erzbistum-koeln.de/bw-rhein-erft-kreis
„Kunst und Spiritualität“
Kunstprojekt „] leer [“ während der Fastenzeit
ERFTSTADT/NIEDERAUSSEM.
Das
Kunstprojekt „] leer [“ des Künstlers Gerhard
Pelzer findet bis Montag, 6. April, sowohl in
Bergheim-Niederaußem als auch in ErftstadtLechenich statt. In Vorbereitung auf das Osterfest haben die Mitglieder der Pfarrgemeinden
mit dem Künstler ein Projekt begonnen, das
Kunst und Spiritualität verbinden soll. „Die
Fastenzeit hat sehr viel mit dem Thema Leere zu tun“, so Pelzer. „Leere drückt zum Beispiel die Gottverlassenheit Jesu an Karfreitag
aus. Das leere Grab am Ostersonntag hingegen bringt Hoffnung und Rettung. Es herrscht
eine ständige Spannung zwischen Leere und
Fülle.“ Während des Projektes finden zahlreiche Veranstaltungen in beiden Gemeinden
statt. So kann in der St.
Paulus-Kirche in Niederaußem jeden Dienstag und Donnerstag von
9.30 Uhr bis 12.30 Uhr
dem Künstler über die
Schulter geschaut werden. Hier gibt es einen
spirituellen Tagesimpuls. Anschließend arbeitet der Künstler am
„Kreuzweg“, welcher
zu Beginn des Projekts
lediglich aus weißen
Leinwänden
besteht.
Ein Programmflyer liegt
Künstler Gerhard Pelzer mit den symbolischen Markierungen des Projekts „] leer [“. in den Pfarrkirchen aus.
(Foto: BB)
BB
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Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Dreigestirn macht reichen Fischfang
KÖLN: Felicitas
Rummel-Volberg,
Telefon (02 21) 87 88 55
Rund 200 000 Euro für Flüchtlingskinder gesammelt
FLITTARD. Ein bunter Schwarm Fische hat
sich in der Kirche St. Hubertus eingefunden.
Die zahlreichen Fische, die in einem Netz im
Altarraum hängen, stammen aus der Aktion des
Kölner Dreigestirns 2015, das zu Beginn seiner Amtszeit den Verein „Laachende Hätze“
gegründet hat. Jeder Fisch steht für eine eingegangene Spende. Prinz Holger I. (Kirsch),
Bauer Michael Müller und Jungfrau Alexandra (Sascha Prinz) wollten damit Kölner Flüchtlingskindern helfen und haben zum Ende ihrer
Amtszeit mehr als 200 000 Euro gesammelt –
vorrangig während der Karnevalssitzungen.
Über dieses gute Ergebnis freut sich auch Dechant Michael Cziba, Pfarrer von St. Hubertus,
der gleichzeitig als „Feldhillije“ bei der Flittarder KG fungiert, aus der das Trifolium stammt.
Er sieht die Aktion mit den Fischen auch als
„Reminiszenz an das alte Fischerdorf Flittard“
und freut sich über den reichen Fischfang. Das
Dreigestirn, selber alle Familienväter, weiß,
dass gerade die Kinder unter der Flucht leiden.
„Unser Ziel war es, die Kinder zu erfreuen und
ihnen schöne Erinnerung zu bereiten“, so die
Karnevalisten. Schirmherr der Aktion ist Pfarrer Franz Meurer aus Höhenberg/Vingst, der
auch die Verteilung der Spenden vornimmt. Für
jede getätigte Geldspende wanderte ein buntverzierter Fisch mit dem jeweiligen Betrag bedruckt ins Netz. Mittlerweile haben sich dort
rund 100 Fische eingefunden. Der Verein
bleibt bestehen und will auch in Zukunft den
KÖLN. Die katholische charismatische
Laiengemeinschaft, die Markus-Gemeinschaft, an St. Aposteln veranstaltet am
Freitag, 6. März, von 19 bis 22 Uhr, einen
Segnungs- und Versöhnungsgottesdienst
in St. Aposteln. Den Auftakt bildet eine
Messe, danach spenden mehrere Priester das Sakrament der Beichte. Außerdem stehen Segnungsteams bereit für
das persönliche Fürbittgebet.
Das Netz mit bunten Fischen in St. Hubertus. (Foto: RUM)
rund 5000 Flüchtlingen in Köln helfen. Nicht
nur Geld ist willkommen, gut erhaltenes Spielzeug, Bekleidung und auch aktive Mitarbeit –
zum Beispiel bei der Hausaufgabenhilfe oder
Vorlesestunden – können eingebracht werden.
Nach dem Notwendigsten wollen die Karnevalisten Integration durch Sport, Bewerbungstraining und Tagesausflüge ermöglichen. Sachspenden können direkt bei Pfarrer Meurer, Telefon (02 21) 87 21 76, abgegeben werden. RUM
➔ www.laachende-haetze.de
Begleitung und Unterstützung
Katholische Familienbildung legt neues Programm vor
DEUTZ/MÜLHEIM. Begegnung, Austausch,
Informationen, gemeinsames Leben und Erleben – das alles findet sich in zahlreichen Veranstaltungen und Kursen, die die Katholische
Familienbildung in vier Familienforen anbietet. Die Kurse sollen helfen, den Lebensalltag
und das Leben mit Kindern zu gestalten. „Die
Ansprüche an die elterliche Verantwortung
für die Kindererziehung sind in unserer komplexen Welt sehr hoch. Daher brauchen Eltern Unterstützung und Begleitung“, erläuterte
Ruth Differdange, Geschäftsführerin der Familienbildung, bei der Vorstellung des neuen Programms. So gibt es besonders für junge Eltern
ein großes Kursangebot. Beliebt sind außerdem
die Bewegungs- und Rhythmik-Kurse für Eltern und Kinder. Doch auch ältere Interessenten sind angesprochen. Im Bereich Beruf und
Gesellschaft gibt es etwa Kurse zur Qualifizierung für Tagesmütter. Auch wer noch nie an der
Nähmaschine gearbeitet hat, erhält in Näh-
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
kursen eine gute Einführung und lernt schnell,
eigene Kleidung zu nähen.
RUM
➔ www.familienbildung-koeln.de
Claudia Mandl-Ehmann (rechts) zeigt den Kursteilnehmerinnen
das Nähen.
(Foto: RUM)
IMMENDORF. „Da wunderten sich seine
Jünger, dass er mit Frauen sprach“, so
lautet das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends, zu dem die Kolpingsfamilie Köln Rund um Immendorf am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr einlädt. Der Referent Günter Stein, Pfarrvikar in der Gemeinde Heilige Drei Könige, möchte mit
den Besuchern zu diesem Thema ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung findet
im Jugendheim St. Blasius, Brühler Landstraße 425, in Meschenich statt.
KÖLN. Das Domforum lädt Interessierte
dazu ein, unter dem Motto „Programmänderung“ ihre Mittagspause auf andere
Art zu nutzen. Angeboten werden in der
Fastenzeit montags bis donnerstags um
13 Uhr im Cinema Domforum wechselnde Kurzfilme, die rund 20 Minuten dauern
und zur persönlichen Auseinandersetzung anregen sollen. Wer möchte, kann
sich im Anschluss beim mitgebrachten
Pausenbrot über den Film austauschen.
➔ www.domforum.de
LINDENTHAL. Die Kirche St. Johannes
der Täufer feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Festjahr gibt
es unterschiedliche Veranstaltungen. Die
nächste findet am Dienstag, 3. März, um
19.30 Uhr statt. Professor Dr. Peer Abilgaard hält einen Vortrag mit Musik zum
Thema „Resignation und Resilienz – Warum gehen Menschen mit ihren Schicksalsschlägen so verschieden um?“
KÖLN. Der Malteser Hilfsdienst (MHD)
bildet ab dem 18. April Menschen zu Demenzbegleitern aus. In 40 Unterrichtsstunden lernen die Teilnehmer, Demenzkranke zu verstehen. Der Kurs dauert
bis zum 17. Juni und findet an den Wochenenden und Abenden statt. Informationen unter Telefon (02 21) 94 97 60 14.
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 43
BERICHT
In der Fußwaschung zeigt sich Jesu Liebe
Internationaler ökumenischer Weltgebetstag der Frauen am 6. März
T
raumstrände, Korallenriffe, Lebensfreude sowie eine ethnische
und konfessionelle Vielfalt: das bieten die 700 Inseln der Bahamas. Der
Inselstaat zwischen den USA, Kuba
und Haiti ist ein wirtschaftlich erfolgreiches, touristisches Sehnsuchtsziel.
Aber das vermeintliche Paradies hat
mit Problemen zu kämpfen: extreme
Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und eine hohe Gewalt gegen
Frauen und Kinder. Diese Sonnenund Schattenseiten beleuchten Christinnen der Bahamas in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2015. Rund
um den Erdball wird dieser am Freitag, 6. März, in ökumenischen Gottesdiensten gefeiert.
„Lasst uns reden“
Das Schwerpunktland des Weltgebetstages 2015 weist eine der höchsten Vergewaltigungsraten weltweit auf.
Häusliche Gewalt gegen Frauen und
Kinder ist auf den Bahamas an der
Tagesordnung. In kaum einem anderen Land der Welt haben Teenager so
früh Sex; jede vierte Mutter ist jünger als 18 Jahre. Die christlichen Frauen der bahamaischen WeltgebetstagsBewegung benennen mutig all diese
Schattenseiten ihrer Heimat. Ihr Got-
Das Bild mit dem englischen Originaltitel „Blessed – Gesegnet“ der Künstlerin Chantal
E.Y. Bethel stammt aus ihrem Zyklus „In the spirit – Im Geiste“. Die Mitglieder des bahamaischen Weltgebetstagskomitees haben es als Titelbild für den Weltgebetstag 2015
ausgewählt. Für sie preist das Bild auf farbenfrohe Art Gottes segensreiche Liebe und
ihre Heimat. Der Flamingo ist ein bahamaisches Wappentier. Die Künstlerin Chantal E.Y.
Bethel erläutert: „Die Flamingos neigen sich hinunter zu den Füßen Christi, denn in
dieser tatkräftigen Haltung der Ergebenheit finden sich Vergebung, Frieden und Liebe.“
(Foto: Weltgebetstag der Frauen - Deutsches Komitee)
44 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
tesdienst „Begreift ihr meine Liebe?“
macht zugleich Hoffnung auf Gerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft
und ermutigt zum Einsatz gegen geschlechterspezifische Gewalt.
Im Zentrum des Gottesdienstes
zum Weltgebetstag 2015 steht die Bibelstelle aus dem Johannesevangelium
(13,1-17), in der Jesus seinen Jüngern
die Füße wäscht. Hier wird für die bahamaischen Weltgebetstags-Frauen
Gottes Liebe erfahrbar. Gerade in einem von Armut und Gewalt geprägten
Alltag braucht es tatkräftige Nächstenliebe auf den Spuren Jesu Christi.
Ein wichtiges Zeichen dafür werden
die Gottesdienstkollekten setzen, die
Frauen und Mädchen weltweit unterstützen. Darunter ist auch eine Medienkampagne für Jugendliche des „Bahamas Crisis Centre“: Unter dem Titel
„Let’s talk – Lasst uns reden!“ klärt sie
auf und kämpft gegen sexuelle Gewalt
an Mädchen und jungen Frauen.
Der Weltgebetstag ist eine große,
weltweite Basisbewegung christlicher
Frauen. Der Gottesdienst zum Weltgebetstag wird jedes Jahr von Frauen
unterschiedlicher christlicher Konfessionen aus einem anderen Land vorbereitet. Auch in vielen Gemeinden
des Erzbistums Köln versammeln
sich Frauen an diesem Tag zum Gottesdienst.
➔➔ www.weltgebetstag.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
LESERFORUM
Willkommen bei der „Hausgemeinschaft Christi“
Sprechen Sie Kirchisch? (Folge 20) – Was meint eigentlich „Kirche“
A
lso, jetzt hören Sie aber auf! Was Kirche
ist, weiß doch jedes Kind!“ Wirklich? Die
Kinder in unserer Grundschule würden
jedenfalls zuerst mal auf das Gebäude zeigen.
Ihre Eltern würden mit großer Mehrheit von
„der Institution“ anfangen, die ihnen Kirchensteuer „abknöpft“ oder mit anderen unerfreulichen Dingen zum Problem geworden ist. Warum? Zumindest, weil ihnen das in der öffentlichen – veröffentlichten – Meinung ständig
nahe gelegt wird.
Vor einigen Jahren hatte ich eine kleine Arbeitsgemeinschaft von engagierten, meist jüngeren Gemeindemitgliedern zusammengerufen. Wir wollten überlegen, wie wir in unserem
Ort das Image der Kirche verbessern könnten.
Wollen Sie wissen, was unser erstes Ergebnis
war? Das Wort „Kirche“ möglichst wenig benutzen! Es ist in Deutschland bei vielen wie
ein Schwamm, vollgesaugt mit negativen Eigenschaften, ob zu Unrecht oder zu Recht.
Was heißt ursprünglich Kirche? Das Wort
kommt mal wieder aus dem Griechischen:
„Kyriake“ ist die dem „Kyrios“ – „Herrn“ –
gehörende! Man muss noch „oikia“ ergänzen, also: Die IHM gehörende „Hausgemeinschaft“. Der Eigentümer dieser (Haus-) Gemeinschaft ist also der HERR, den wir zu
Beginn jeder Messfeier als den Gastgeber begrüßen: „Kyrie eleison. Herr erbarme dich.“
Im Jahr 2014 war in unserer Stadt eine Kirche wegen umfangreicher Instandsetzungen
monatelang unbenutzbar. Wir mussten uns in
dem recht kleinen Pfarrsaal zusammenfinden.
Ich habe das genossen. Und viele mit mir. Wir
erlebten, dicht, zuweilen zu dicht, was Kirche
ist.
Einer meiner Lieblingssätze zum
Thema lautet: „Wenn heute Nacht – was
Gott verhüten möge – durch ein Erdbeben sämtliche Kirchen im Rheinland
zusammenbrächen, würde die Kirche
keineswegs zusammenbrechen!“ Vielleicht sogar im Gegenteil . . . Aber das
wollen wir nicht wünschen.
Die Freunde und Verehrer des Jesus von Nazareth – noch ohne eigene Versammlungsräume – haben ihm
schon sehr bald nach seiner Kreuzigung
den Titel verliehen, den der Kaiser in
Eine frohe Glaubens-Gemeinschaft versammelte sich beispielsweise während des Weltjugendtags 2005 in Köln. Kirche ist
die lebendige „zum Herrn gehörende Hausgemeinschaft“. (Fotos: Ras)
Rom für sich beanspruchte. Stolz und provokativ sagten sie: Wir gehören einem anderen
HERRN, nicht diesem in Rom. Im Brief des
Apostels Paulus an seine Lieblingsgemeinde in Philippi/Nordgriechenland können Sie
das nachlesen (Phil 2,6f). Ein großartiges urchristliches Gemeindelied, leider ohne Noten.
Nein, wir können und wollen das Wort „Kirche“ nicht entsorgen!
Vielleicht sollten wir aber statt dessen öfter von der „Gemeinschaft der Jesus-Freunde“ oder der „Hausgemeinschaft Christi“ oder
vom „Netzwerk der Christen“ reden?!
Das Wichtigste aber ist vermutlich, dass wir
mehr und mehr zu leben versuchen, wie es zu
seinen Freunden und Verwandten passt. Wir
haben zur Zeit gute Chancen zu einem Neustart, weil unser eigentlicher Oberhirte, dieser
„Kyrios“, uns in Rom und Köln bewegende
Gerhard Dane
Stellvertreter besorgt hat.
Welche Gedanken fallen Ihnen zum Wort „Kirche“ ein? Wie benutzen Sie das Wort? Schreiben Sie an Redaktion Kirchenzeitung für das
Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln
oder redaktion@kirchenzeitung-köln.de
Unser Autor,
Monsignore
Gerhard Dane,
ist Pfarrvikar im
Seelsorgebereich
Stadt Bedburg.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
www.kirchenzeitung-koeln.de | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | 45
AUS DEM ERZBISTUM
Über 60 Erwachsene sagen „Ich bin bereit“
Zulassung zur Taufe gefeiert
Gebet für die ermordeten
koptischen Christen in Libyen
KÖLN. Zum Gebet für die ermordeten koptischen Christen in Libyen lädt die Sankt
Georg-Initiative für Soziales und Kulturelles zusammen mit der Koptisch-Orthodoxen Gemeinde von Düsseldorf und anderen
Partnern am Sonntag, 1. März, 14.30 Uhr
ein. Auf der Kölner Domplatte sollen auf
Knien das „Vaterunser“ und ein Friedensgebet gebetet werden. „Wir müssen unsere Solidarität zeigen für die Menschen in Syrien,
im Irak, in Libyen und Nigeria, die von der
Terror-Organisation IS ermordet, vergewaltigt, verschleppt und missbraucht werden“,
KB
heißt es in der Ankündigung. ➔➔ http://www.antiochia.eu/koptischechristen/gebet
Besinnungstag für
Ordensfrauen
KÖLN. „Kirche ist der Ort, wo wir die von Gott geschenkte Gemeinschaft leben. Kirche kann es nur im Miteinander und Füreinander
geben, nicht im Nebeneinander und erst recht nicht im Gegeneinander.“ Das gab Kardinal Rainer Maria Woelki den über 60
Männern und Frauen mit auf den Weg, die am Samstag in St. Aposteln ihre Zulassung zur Taufe erhielten. Rund ein Jahr haben
sich die Bewerber darauf vorbereitet und sich vom taufenden Priester oder ehrenamtlichen Begleitern aus der Gemeinde in den
Glauben, in Lebensart und Gemeindesein der Katholiken einführen lassen. In der Osternacht oder der österlichen Zeit werden sie
nun in ihren Heimatgemeinden getauft, gefirmt und anschließend zum Sakrament der Eucharistie geführt. (Foto: Becker)
KERPEN. Unter dem Motto „Die Wüste im
Leben Jesu und in unserem Leben“ findet
am Montag, 9. März, 9.30 bis 17 Uhr ein
Besinnungstag für Ordensfrauen statt im
Exerzitien- und Bildungshaus der Salvatorianerinnen in Kerpen-Horrem. Referent
ist Domdechant Monsignore Robert Kleine. Schwester Arntrudis Becker ADJC, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ordensfrauen im Erzbistum Köln, bittet um
Anmeldung bis zum 2. März bei Schwester Gerlinde Mersch SDS, Höhenweg 51,
50169 Kerpen, E-Mail: gerlinde.mersch@
KB
salvatorianerinnen.de. ➔➔ www.ordensfrauen-im-erzbistum-koeln.de
KLEINANZEIGEN
46 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
„... bevor ich es nicht mehr regeln kann!“
Vorsorge als Thema für die ganze Familie
U
nter dem Motto „Vorsorge – ein Thema für
die ganze Familie“ findet am Montag, 9.
März, 9 bis 18 Uhr im Hotel Park Inn Köln
City-West der achte Kölner Vorsorge-Tag statt.
Thematisiert werden dort alle Aspekte der privaten Vorsorge, die bereits frühzeitig geregelt
werden können und sollten. „Jede Vorüberlegung, die schließlich verbindlichen Charakter
annimmt, kann eine große Entlastung für alle
Generationen der Familie darstellen, weil die
persönlichen Gedanken und Vorstellungen des
Einzelnen nicht im Unklaren bleiben, sondern
konkret in die Tat umgesetzt werden können“,
sagt Josef F. Terfrüchte vom Verein Senioren
Servicedienste Köln.
In 15 Fachvorträgen (siehe Programm unten) werden am Vorsorge-Tag die wichtigsten
Themen und Fragen empfehlenswerter Vorsorgeüberlegungen behandelt und um Auskünfte
der Experten an den Infoständen von fünfzehn
Ausstellern ergänzt. Die Veranstaltung kann
von jedermann bei freiem Eintritt besucht werden. „Oftmals verhindert die Scheu, sich mit
dem eigenen Ende auseinanderzusetzen, die
Niederschrift einer eigenen Patientenverfügung oder die Festlegung von Vorsorgevollmachten“, so Terfrüchte.
Ein Thema, das auf dem Informationstag
behandelt wird, ist zum Beispiel die Betreuungsverfügung, die für den Fall gedacht ist,
dass eine vom Gericht bestellte gesetzliche Betreuung notwendig wird. „Die Betreuungsverfügung stellt also eine essenziell wichtige Re-
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
In 15 Fachvorträgen werden verschiedene Aspekte des Themas Vorsorge näher erläutert.
gelung der Daseinsvorsorge dar – ebenso wie
das Verfassen eines rechtmäßigen Testaments,
um den Nachlass zu regeln“, sagt Terfrüchte.
„Hierzu sind außerdem steuerliche Aspekte relevant, die unter Umständen wert sind, näher
betrachtet zu werden.“
Auch der Wunsch nach einer würdigen
Bestattung und Grabpflege bedeute für viele Menschen die Verwirklichung der Selbstbestimmung über den Tod hinaus. Außerdem
werden auf dem Vorsorge-Tag thematisiert:
Unterstützung durch die Stadt Köln in sozia-
len Notlagen, Elternunterhalt, Stiftungen, Notrufsysteme, Sicherheit in Bus und Bahn und
Schutz vor Einbruch-Diebstahl. Einen neuen
Service bietet der Vorsorge-Tag in diesem Jahr
durch den kostenlosen Hörtest im sogenannten Hörmobil. „Ziel der Veranstaltung ist, dass
der gut informierte Besucher zu Hause in aller Ruhe und Gelassenheit die notwendigen
Entscheidungen in die Wege leiten und entspannt einen selbst bestimmten Lebensabend
verbringen kann“, so Terfrüchte. „Entscheiden Sie selbst – bevor andere entscheiden.“
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KIRCHE UND WELT
Koch, Marx und Bode Tote bei IS-Angriff auf
fahren zur Synode nach Rom christliche Dörfer in Syrien
HILDESHEIM. Die katholischen Bischöfe
haben ihre drei Delegierten für die kommende Weltbischofssynode zu Familienfragen gewählt. Neben dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, werden
auch der Vorsitzende der Pastoralkommission,
der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode,
und der Familienbischof, der Dresdner Bischof
Heiner Koch, an der Bischofsversammlung in
Rom teilnehmen. Das teilte Marx am Dienstag
in Hildesheim mit. Als Vertreter wurden der
Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der Jugendkommission der Bischöfe, und der Münsteraner Weihbischof Wilfried
Theising bestimmt. Die Ordentliche Weltbischofssynode zur Familienpastoral findet vom
KNA
4. bis 25. Oktober im Vatikan statt.
AL-HASAKA. Bei einem Angriff der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) auf christliche Dörfer im nordostsyrischen Gouvernement Al-Hasaka sind offenbar vier Christen einer assyrisch-christlichen Miliz getötet
worden. Das berichtete der christliche Pressedienst „Aina“. Demnach war es in der Region
zu Kämpfen zwischen IS sowie kurdischen
und christlichen Truppen gekommen. Dutzende assyrische Christen wurden nach AinaAngaben entführt. Bei dem Angriff am Montag seien zudem mehrere Kirchen zerstört
worden, darunter die Kirche von Tell Hormiz,
die zu den ältesten des Landes gehöre. Die
Region mit 35 assyrisch-christlichen Dörfern
war den Angaben zufolge bereits wiederholt
KNA
Ziel von IS-Angriffen.
Genug Unterschriften für
Volksinitiative zu G9-Rückkehr
DÜSSELDORF. Die Initiative für die Rückkehr zum Abitur nach neun Gymnasialjahren
in Nordrhein-Westfalen, „G9-jetzt NRW“,
hat die für eine Volksinitiative gesetzlich vorgeschriebene Mindestzahl von 66 000 Unterschriften erreicht. Bis jetzt hätten 66 322
Personen unterschrieben, sagte der Leiter
der Aktion, Marcus Hohenstein, der „Rheinischen Post“ am Dienstag. Die Aktion läuft
noch bis Samstag. Zwar müssen die Unterschriften noch geprüft werden, doch Hohenstein zeigte sich sehr zuversichtlich, dass das
Quorum erreicht wird. In diesem Fall muss
sich der Landtag mit dem Gesetzentwurf von
„G9-jetzt“ für eine Festschreibung des Abiturs nach neun Jahren in NRW befassen.
KNA
Kein Staat im Staate
Bischöfe sprechen bei Frühjahrsvollversammlung über Kirchenasyl
HILDESHEIM. Im Streit um das Kirchenasyl
hat Kardinal Reinhard Marx erneut zu „verbaler Abrüstung“ und verantwortlichem Handeln aufgerufen. Es gehe beim Kirchenasyl
darum, „in Grenzfällen“ noch einmal über die
Situation der Flüchtlinge nachzudenken, sagte
der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag in Hildesheim zum Auftakt
der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Bischöfe.
Die Kirche wolle kein Staat im Staate sein,
betonte Marx. Das Kirchenasyl dürfe auch
nicht dazu missbraucht werden, um die Asylfrage grundsätzlich zu lösen. Es sei aber auch
gut für den Staat, wenn schwierige Fälle noch
einmal überprüft werden könnten. Der Erfolg
gebe den Kirchen Recht; in 90 Prozent der
Kirchenasylfälle werde eine erneute Überprüfung durchgeführt.
Scharfe Kritik aus der Politik
Die stark steigende Zahl der Kirchenasylfälle begründete der Münchner Erzbischof mit
den insgesamt steigenden Flüchtlingszahlen.
Die „Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche“ hatte am Montag
mitgeteilt, dass die Zahl der Kirchenasyl-Fälle deutlich gestiegen sei. Derzeit gebe es 226
Kirchenasyle mit mindestens 411 Personen.
Im Vergleich zum Vormonat bedeutet dies
ein Plus von 13 Prozent. Die Steigerung seit
Anfang 2014, als die Arbeitsgemeinschaft 34
Kirchenasyle zählte, beträgt rund 500 Prozent.
Bundesinnenminister Thomas de Maizie-
Einzug in den Hildesheimer Dom zum Eröffnungsgottesdienst der Frühjahrsvollversammlung.
re (CDU) hatte die Praxis des Kirchenasyls
zuletzt scharf kritisiert und den Kirchen vorgeworfen, sie versuchten sich über staatliches Recht zu stellen. Beim Kirchenasyl nehmen Gemeinden oder Ordensgemeinschaften
von Abschiebung bedrohte Asylbewerber auf.
In dieser Woche treffen sich bei einem Spitzengespräch Kirchenvertreter mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Migration und
Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt.
Wie Marx weiter mitteilte, hoffen die Bischöfe auf einen Papstbesuch in der Bundesrepublik „in absehbarer Zeit“. Papst Franziskus
sei, auch wegen seines eigenen Deutschlandaufenthalts, sehr aufgeschlossen für die deutsche Sprache und Kultur, sagte der Konferenzvorsitzende.
48 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
(Foto: KNA)
Mit Blick auf die Kirchenfinanzen sieht
Marx die katholische Kirche auf einem guten
Weg zu mehr Transparenz. Allerdings gebe es
in den 27 katholischen Bistümern sehr unterschiedliche Traditionen und Wege des Wirtschaftens, sodass eine einheitliche und vergleichbare Offenlegung der Finanzen schwierig sei, sagte der Münchner Erzbischof. Entscheidend sei aber, dass die Kirche zeige, was
mit dem Geld gemacht werde, und dass sie
nachhaltig und verantwortungsvoll damit umgehe. Das Erzbistum Köln hatte vergangene
Woche erstmals eine vollständige Aufstellung
seines Vermögens veröffentlicht (siehe auch
Seiten 4 bis 6). Zahlreiche weitere Bistümer
wollen in den kommenden Jahren folgen.
KNA
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
AUS DEM ERZBISTUM
Scharnier zwischen Caritas und Gemeinde geölt
Flüchtlinge und Lotsenpunkte Themen bei Tagung der Caritasbeauftragten
KÖLN. „Die Caritasbeauftragten in den Seelsorgebereichen – oft Diakone, manchmal Pastoralreferenten, manchmal Pfarrvikare – haben zusammen mit den Fachberatern Gemeindecaritas
in unserem Verband eine Scharnierfunktion zwischen Caritas und Gemeinde“, erklärt Klaus Fengler, Referent des Diözesancaritasverbandes. Diese „Scharniere“ zu ölen war Ziel einer
Tagung, die vergangene Woche im erzbischöflichen Priesterseminar stattfand. Schwerpunktthemen waren dabei die Aktion „Neue Nachbarn“ beziehungsweise das diözesane Konzept zur
Begrüßung und Unterstützung von Flüchtlingen sowie „Lotsenpunkte als diakonische Orte der Kirche für die Menschen“.
(Foto: Becker)
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Ausstellung zur Notschlafstelle verlängert
KNECHTSTEDEN. „Das große Interesse und die vielen Rückmeldungen zu diesem schwierigen Thema
haben uns überzeugt.“ So begründet Pater Konrad Breidenbach,
Mitglied der Ausstellungskommission in Knechtsteden, die Verlängerung der Ausstellung „,Warten
auf den Augenblick Gottes‘. Notel – Notschlafstelle und Krankenwohnung für obdachlose Drogenabhängige“ bis Ostermontag, 6.
April. Viele Besucher der Ausstellung, die anlässlich des 25-Jährigen
der Kölner Notschlafstelle Notel im
Kreuzgang des Kloster Knechtsteden zu sehen ist, seien noch ein
zweites Mal gekommen, um Sachspenden für die Drogenabhängigen abzugeben, berichtet Breidenbach. Hygieneartikel wie Duschlotion seien ebenso willkommen wie
haltbare kalorienreiche Lebensmittel, etwa Nussnougatcreme. Auch
schwarzer Tabak sei sehr begehrt.
Die Sachspenden werden zum Osterfest an die Gäste des Notels weitergegeben. Die Ausstellung ist
täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist kostenfrei.
KB
Tausende gebrauchter Spritzen sind in den vergangenen 25 Jahren von den Gästen des
Notels abgegeben worden. In der Ausstellung ist ein großer Behälter mit Spritzen, die Teil der
Lebenswirklichkeit von Drogenabhängigen sind, zu sehen. (Foto: Boecker)
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
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SCHÖNES ZUHAUSE
Alles rund ums Ei
Festliches
Ostermenü
Festliche Rezeptvorschläge für ein Ostermenü, mit dem man Familie oder
Freunde überraschen und trotzdem Zeit
für seine Gäste haben kann, gibt es in
diesem Kochkurs „Spezial“.
Eier sind kleine Wunderwerke der Natur
– die ganze Vielfalt ihrer Verwendungsmöglichkeiten wird in diesem Kurs
präsentiert. Ob kleine Snacks, deftige
Hauptgerichte, Nachspeisen oder feines
Backwerk ... alle Rezeptideen sind von
Hobbyköchen leicht umzusetzen.
Montag, 16. März, 19 bis 22 Uhr
Familienbildungsstätte Ratingen
Telefon (0 21 02) 1 53 86 51
Samstag, 28. März, 15 bis 18.45 Uhr
ASG-Bildungsforum, Düsseldorf
Telefon (02 11) 1 74 00
Frühlingserwachen
zur Osterzeit
Kulinarische Frühlingsboten wie frische Kräuter, erster Spargel oder zartes
Gemüse erfreuen Gaumen und Geist.
In diesem Kurs gibt es neue Rezepte
quer durch das reichhaltige Angebot
der Saison – von einfach und raffiniert
bis traditionell und ausgefallen.
Dienstag, 10. März, 18.30 bis 22.15 Uhr
FamilienForum Deutz/Mülheim, Köln
Telefon (02 21) 88 04 40
Österliche Gourmetküche
mit Lamm
Hefehasen und
Möhrenkuchen
Beim Backspaß für Eltern mit ihren
Kindern ab vier Jahren kann man traditionelle Rezepturen und Neues aus der
Osterbackstube kennenlernen und ausprobieren.
Das Lamm steht bei diesem Kurs im
Mittelpunkt. Die Teilnehmer bekommen Tipps für die Zubereitung von feinem Lammfleisch – auch im Alltag –
und gezeigt, wie man stressfrei ein (Oster-)Menü planen und zubereiten kann.
Samstag, 14. März, 9.30 bis 12.30 Uhr
Anton-Heinen-Haus, Bergheim
Telefon (0 22 71) 4 79 00
Montag, 9. März, 18.15 bis 22 Uhr
Haus der Familie, Wipperfürth
Telefon (0 22 67) 85 02.
Pralinen und Schokolade
für das Osterfest
In diesem Kurs lernen Teilnehmer die
Kunst, Schokolade selbst herzustellen
und im Handumdrehen Pralinen für
Groß und Klein zu machen, die auch
eine schöne Geschenkidee sind. Gearbeitet wird dabei mit naturbelassenen
Zutaten, vitamin- und mineralstoffreich und ohne Industriezucker: Genuss statt Kalorienbombe.
Gäste stressfrei bewirten
Um die Frage „Gäste stressfrei bewirten, wie geht das?“ geht es in diesem
Kurs unter dem Motto „Vorbereitung
leicht gemacht“. Es werden Planungsschritte vom Einkauf über Vor- und Zubereitung bis zum Servieren aufgezeigt
anhand eines Ostermenüs für zwölf
Personen.
Mittwoch, 25. März, 19 bis 22 Uhr
Familienbildungsstätte Bonn
Telefon (02 28) 94 49 00
Samstag, 21. März, 14.30 bis 19.45 Uhr
Haus der Familie, Euskirchen
Telefon (0 22 51) 9 57 11 20
50 | Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln | www.kirchenzeitung-koeln.de
Ausgabe 9/15 | 27. Februar 2015
KLEINE KIRCHENZEITUNG
Eine tolle Aussicht
Im Evangelium am Sonntag erleben die Jünger Jesu Unglaubliches
M
ama, was machst Du da?“ – „Ich probiere ein neues Rezept aus. Willst Du
mal in den Kochtopf schauen?“ Mama
nimmt den Kleinen, der noch nicht über den
Herdrand gucken kann, auf den Arm. Mit der
anderen Hand hebt sie den Deckel des Kochtopfs. Ein wunderbarer Geruch steigt auf und
unter dem Dampf wird ein herrlicher Braten
sichtbar. „Mmmh, ich möchte jetzt davon essen.“ Doch in diesem Augenblick schließt sich
der Deckel wieder. „Nein, später“, sagt die
Mama. „Das Essen ist noch nicht fertig. Aber
verrate Deiner Schwester noch nicht, was es
gibt.“
Natürlich. Im Evangelium des kommenden
Sonntags geht es nicht um Essen, gute Gerüche oder Kochrezepte. Und doch: Wenn Du
Dich in die kleine Küchengeschichte einfühlen kannst, in die Neugier des kleinen Kindes,
in das tiefe Wohlgefühl, wenn der Deckel aufgeht und in das Staunen über das, was es sieht
– dann bist Du nah bei dem, was der Evangelist Markus erzählt. Schon lange Zeit gehen
die Freunde Jesu mit ihm umher. Sie haben
seine Worte gehört. Sie haben erlebt, wie er
Kranke geheilt und Menschen von bösen Einflüssen befreit hat. Und er hat davon gesprochen, dass er sterben, aber am dritten Tag von
den Toten auferstehen werde. Doch gerade da-
Zum Ausmalen: Jesus und seine Jünger auf dem Berg Tabor.
27. Februar 2015 | Ausgabe 9/15
runter konnten sie sich weder etwas vorstellen
noch konnten sie es glauben. Noch keiner ist
von den Toten zurückgekommen. Der Vorhang
unseres begrenzen Lebens versperrt uns die
Aussicht auf das, was nach dem Tod kommt.
Und nun erhalten drei der Freunde Jesu
die Gelegenheit, für einen kurzen Augenblick
sozusagen hinter diesen Vorhang blicken zu
dürfen. Wie die Mutter das Kind hochheben
muss, damit es überhaupt etwas sehen kann,
nimmt Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit
auf einen Berg. Berge stehen mit ihrer beeindruckenden Höhe und Unerschütterlichkeit in
der Bibel oft für Gott.
Den Jüngern wird ein Blick
in den Himmel gewährt
In Israel gibt es nun auf dem Weg zwischen
dem See Gennesaret und Jerusalem einen solchen auffälligen Berg: den Tabor. Hier wird
zwar kein Topfdeckel hochgehoben. Aber mit
einem Mal und für einen kurzen Augenblick
dürfen die drei Jünger mehr sehen als den Menschen Jesus von Nazaret, der ja vermutlich äußerlich nicht anders aussah als sie selbst.
Statt in einem von der Wanderung staubigen Gewand steht er auf einmal in blendendem
Weiß da. Und bei ihm sehen sie den Propheten
Elija, von dem erzählt wird, dass er viele Jahrhunderte vor Jesus direkt in den Himmel aufgenommen wurde. Und auch den großen Mose,
der vor mehr als tausend Jahren Israel durch die
Wüste geführt hat und ebenfalls auf einem Berg
die Tafeln mit den Zehn Geboten empfangen
hat, dürfen sie sehen. Mit anderen Worten: Den
lebenden Jüngern wird ein Blick in den Himmel gewährt, wie es sein wird, wenn Jesus nach
seiner Kreuzigung von den Toten auferstanden
sein wird. Sie dürfen sehen, was wir an Ostern
feiern und worauf wir nur hoffen dürfen, ohne
schon sehen zu können: endgültiges Leben
über den Tod hinaus in der Herrlichkeit Gottes.
Einen solchen Augenblick möchten die drei
Jünger natürlich am liebsten festhalten. Aber
der Vorhang schließt sich wieder – so wie der
Topfdeckel bei der Mutter. Es ist noch zu früh.
Aber mit der guten Aussicht lässt sich besser leben. Die Jünger und damit auch wir haben eine
Ahnung bekommen, dass unser Leben ein wunderbares Ziel hat. Damals verbot Jesus seinen
Freunden, davon weiter zu erzählen. Erst sollte sich die Ankündigung von Tod und Auferstehung Jesu erfüllen, ehe die Botschaft in die
Welt hinausgeht. Da dies geschehen ist – und
das feiern wir an Karfreitag und Ostern –, geht
seitdem die Botschaft in die Welt hinaus.
Gunther Fleischer
(Bild: www.bibelbild.de)
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FAMILIE
Im Märchen symbolisieren sie oft
das Böse, den Gegensatz zur lieben,
leiblichen Mutter. Und auch heute
steht der Begriff „stiefmütterlich
behandeln“ noch dafür, mit anderen
Menschen schlecht umzugehen.
Doch sind Stiefmütter wirklich
„böse“? Tobias Glenz sprach mit
Diplom-Psychologin Katharina
Grünewald über das Thema.
Grünewald ist selbst Stiefmutter und
betreibt in Köln eine Beratungspraxis
für sogenannte Patchworkfamilien.
Jüngst ist ihr Ratgeber „Glückliche
Stiefmutter“ erschienen.
Woher kommt eigentlich der Mythos
von der „bösen Stiefmutter“?
Grünewald: Wenn man
von der „bösen Stiefmutter“ spricht, hat man immer ein Märchenbild vor
Augen. Sei es Aschenputtel, Hänsel und Gretel oder
Schneewittchen. Aber diese
Märchen sind ja Geschichten, die aus dem Alltag der
Menschen vor Jahrhunder- Katharina Grünewald.
ten überliefert wurden. Und (Foto: Jurga Graf)
dass sich das Bild der „bösen Stiefmutter“ bis heute hält, zeigt eigentlich,
dass da auch immer schon irgendwas dran war.
Trotzdem würden Sie diesem Bild für
heute widersprechen?
Grünewald: Man muss sich die Situation immer genau angucken. Stiefmütter, die in meine
Praxis kommen, haben wenig mit den „Hexen“
aus den Märchen zu tun. Sie treten mit viel Liebe und Herzblut an und wollen in ihrer Situation alles richtig machen. Sie kommen mit der
Frage: Wie geht denn eigentlich „Stiefmutter
in gut“? Da wird es schwierig. Was hier nämlich psychologisch passiert: Wenn man „Stiefmutter in gut“ möchte, hat man als Abgrenzung
das Bild der bösen Stiefmutter vor Augen und
will das auf keinen Fall. Man geht direkt auf
die andere Seite und orientiert sich unbewusst
am Bild der lieben, guten Mutter. Da haben die
Frauen als Vorbild durchaus die eigene Mutter oder ein idealisiertes Bild aus Büchern oder
Filmen oder auch die Muttergottesgestalt: auf-
opferungsvoll, hingebungsvoll, leidenschaftlich um die Kinder kümmern. Diesen Weg wollen sie dann unbedingt beschreiten.
Und das klappt nicht?
Grünewald: Nein, das ist nämlich genau der
Weg, der zur „bösen Stiefmutter“ führt. Je richtiger man es machen will, je klarer man das
Bild der guten Mutter vor Augen hat, umso
mehr tritt man zum Beispiel in Konkurrenz zur
leiblichen Mutter der Kinder und will auf jeden
Fall „besser“ sein – das nenne ich „Mütterfalle“. Und umso mehr verpflichtet man sich einem Rollenbild und hat für seine eigenen Bedürfnisse und Gefühle keinen Platz mehr. Man
lässt also nur noch dieses Bild im Alltag Regie führen und kommt selbst zu kurz. Und dieses Zu-kurz-kommen ist der Ursprung für das
„Gemeine“, wenn man es so ausdrücken will.
Ein Teil in uns sagt: „Wo bleib ich? Ich bin
auch noch da.“ Und das führt im Extremfall zur
egoistischen, eigennützigen Stiefmutter.
Was sind denn typische Konflikte in Familien mit Stiefmutter?
Grünewald: Oft hat die Stiefmutter das Gefühl, für den Partner nicht die Nummer 1 zu
sein. Der Mann hat nun mal seine Kinder. Und
viele Väter ändern sich heute in ihrer Rolle:
Sie wollen ihre Kinder mehr sehen, mehr für
sie da sein. Die Stiefmutter kann also gar nicht
in allen Belangen Nummer 1 sein. Allein chronologisch gesehen waren die Kinder ja zuerst
da. Und da kommt es zur Konkurrenz mit den
Stiefkindern. Die Stiefmutter tappt in die „Prinzessinnenfalle“: Sie will alles tun, was von ihr
erwartet wird, und sie kann es dann kaum ertragen, dass der Partner nicht sie belohnt, sondern diese „unverschämte, dreiste Tochter“. Sie
wird hochgehoben und der Vater sagt zu ihr:
„Du bist meine Prinzessin!“ Die Stiefmutter
steht da mit diesem kindlichen Part in sich, hat
doch alles richtig gemacht, kommt aber nicht
zum Zug und fühlt sich zurückgesetzt.
Welche Probleme kennen Sie aus Ihrer
Beratung noch?
Grünewald: Oft sind es Verhaltensauffälligkeiten der Kinder. Sie machen Probleme, lügen
zum Beispiel permanent. Ich gehe allerdings
davon aus, dass das Verhalten der Kinder immer auch Sinn macht: dass ihr Verhalten vielleicht der Schlüssel zur Lösung eines dahinterliegenden Problems ist. Das weiß man natürlich nicht direkt, dem gehe ich in der Beratung nach. Man darf auch nicht vergessen, dass
die Kinder in der Situation genauso Probleme
haben wie die Stiefmutter. Zum Beispiel stehen sie in einem Loyalitätskonflikt zwischen
Stief- und leiblicher Mutter. Häufig höre ich
in der Beratung auch von Schwierigkeiten mit
der Ex-Frau; gerade wenn der Partner es nicht
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Böse Stiefmü
Spieglein, Spieglein an der Wand...: In Märchen wie Schneewittchen spiel
schafft, sich mit seiner Ex so auseinanderzusetzen, dass da Klarheit herrscht. Oft springt dann
die Stiefmutter ein. Oder sie ärgert sich, dass
Absprachen nicht eingehalten werden. – Insgesamt gibt es einfach viele Kommunikationsprobleme.
Und was raten Sie bei diesen verschiedenen Konflikten?
Grünewald: Oft läuft es darauf hinaus, dass
wir in der Beratung Beziehungs- und Kommunikationsrituale einüben. Also wie man
zum Beispiel Absprachen einhält oder wie
man eine Familienkonferenz – auch mit den
Kindern – macht und Problemlösegespräche
durchführt. Häufig mache ich die Erfahrung,
dass die ganze Familie traumatisiert ist, wenn
Menschen sich getrennt haben. Alle Beteiligten wollen, dass so eine Trennung nie wieder
passiert. Trennung wird dann oft gleichgesetzt
mit Auseinandersetzung. Das ist fatal. Wenn
man nicht mehr streiten, sich nicht mehr auseinanderetzen kann, weil der Gedanke vorherrscht: Wenn ich mich streite, kommt es zur
Trennung. Somit ist mein Hauptansatzpunkt
der Beratung, dass man wieder streiten lernt –
Auseinandersetzung wagen statt Trennung riskieren. Es gibt auch die Fälle, in denen zwar
geredet wird, aber die Art und Weise geringschätzend und verletzend ist. Das ist natürlich
genauso problematisch wie keine Kommunikation.
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FAMILIE
liche Mutter, die einem gegenüber den Stiefkindern die Show stiehlt. In jedem Fall kommt
die Stiefmutter aus der Konkurrenzsituation
heraus, wenn sie sich auf sich selbst konzentriert: Was ist meins, was sind meine Maßstäbe?
Denn die Antwort „Du bist die Schönste hier“
reicht ja oft nicht, weil es eben noch Schneewittchen gibt. Heute herrscht bei vielen ein
Perfektionsanspruch: „Ich kann gut organisieren, gut kochen, ...“ reicht dann nicht; man erwartet in allen Belangen die Beste zu sein. Das
kriegt man aber nicht hin und dessen muss man
sich bewusst werden.
Mehrmals haben Sie jetzt die leibliche
Mutter erwähnt. Wie sollte denn das
Verhältnis zwischen ihr und der Stiefmutter
sein?
Grünewald: Es ist natürlich toll, wenn es
freundschaftliche Gefühle gibt. Das ist auch für
die Kinder gut. Aber es kann auch einen wertschätzenden Umgang geben, ohne dass Mutter
und Stiefmutter miteinander telefonieren oder
sich treffen. Man muss nicht viel Kontakt haben, aber man sollte anerkennen, was die leibliche Mutter tut und leistet, und diese Wertschätzung den Kindern gegenüber deutlich machen.
mütter?
(Foto/Bearbeitung: Glenz)
In Ihrem Buch schreiben Sie vom „Spagat zwischen Beziehung und Erziehung“.
Was ist damit gemeint?
Grünewald: Viele Stiefmütter leiden darunter, dass sie keine Erziehungsberechtigung haben. Die haben nur die leiblichen Eltern. Und
es wird deutlich, dass sich die Stiefmutter durch
diesen Umstand zurückgesetzt fühlt. Sie sind ja
oft diejenigen, die den Haushalt führen und die
Kinder versorgen. Dann schmeißen aber zum
Beispiel die Kinder ihre Schultaschen einfach
in den Flur. Und die Stiefmutter erlebt das als
persönlichen Angriff. Sie hätte nun gerne einen
Hebel, womit man die Kinder zum Aufräumen
verdonnern kann. Aber man hört in der Situation leicht: „Du hast mir gar nichts zu sagen, du
bist nicht meine Mutter!“
Was kann die Stiefmutter in dem Fall tun,
wo doch die „rechtlichen Grundlagen“
fehlen?
Grünewald: Es hängt immer von der Beziehung
zum Kind ab. Wenn die Stiefmutter persönliche
Autorität zeigt, merkt das Kind schnell: „Oh,
der ist es ernst. Wenn ich mit ihr auskommen
will, bin ich gut beraten, wenn ich das nächste
Mal meine Sachen wegräume.“ Oder aber das
Kind empfindet die Stiefmutter als Eindringling, als störend: Dann wird es gerade das nicht
tun. Von wegen: „Das hier ist mein Haus...“ Daran hat die Stiefmutter oft zu knabbern.
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Was können Sie in dieser Situation empfehlen?
Grünewald: Es gibt kein Patentrezept, aber
wiederum kann Kommunikation helfen. Im
Gespräch können die Logik des Kindes wie
auch die Logik der Stiefmutter nachvollzogen werden. Also kann sich auch ein Verständnis für die Stiefmutter entwickeln: Was sind
ihre Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte? Was
will sie? Oftmals ist in einer Trennungssituation nämlich das Bild von den armen Kindern
sehr präsent – wie bei Hänsel und Gretel. Aber
wenn nur diese Situation beleuchtet wird, rückt
die Situation der Stiefmutter in den Hintergrund. Sie kommt gar nicht in die Lage, ihre
eigenen Bedürfnisse zu artikulieren.
Stichwort Hänsel und Gretel. In Ihrem
Ratgeber orientieren sich Ihre Tipps –
passend zum Ursprung des Bildes von der „bösen Stiefmutter“ – an Märchen. Wie kann denn
beispielsweise das Vorbild „Schneewittchen“
einer Stiefmutter helfen?
Grünewald: Wie bei Schneewittchen stehen
auch heute viele Stiefmütter – im übertragenen
Sinn – vor dem Spiegel und fragen: „Wer ist
die Schönste im ganzen Land?“ Und sie warten
auf die Antwort: „Du bist die Schönste.“ Aber
es gibt Konkurrenz: Schneewittchen, in dem
Fall die Stiefkinder, die einem gegenüber dem
Partner die Show stehlen. Oder aber die leib-
Sie schließen Ihr Buch mit einem Plädoyer für die „neue Stiefmütterlichkeit“.
Was muss man sich darunter vorstellen?
Grünewald: Es ist wirklich Zeit, die Stiefmutter aus diesem bösen Bild herauszuholen. Und
es gibt so viele Chancen: Die Stiefmutter ist oft
die Einzige im System Familie, die nicht blind
vor Liebe ist. Die Kritik, die sie oft hat, die
dann als gemein und hart empfunden wird, hat
daher häufig einen wahren Kern. Ich nenne das
„produktive Distanz“ zum Familiengeschehen:
Man hat einen umfassenden Blick und sieht
mehr. Es sollte der Stiefmutter außerdem möglich sein, einen inneren Freiraum zu halten. Der
ist ganz wichtig, um eigene Bedürfnisse und
Gefühlswelten wahrzunehmen. Dieses Prinzip
der Selbstfürsorge ist für die ganze Familie von
Bedeutung. Nach dem Motto: „Geht‘s mir gut,
dann kann ich mich auch glücklich um andere kümmern.“ Das ist ja auch im christlichen
Glauben formuliert: „Liebe deinen Nächsten
wie dich selbst.“
➔➔ www.patchworkfamilien.com
Katharina Grünewald,
Glückliche Stiefmutter.
Geht´s mir gut, geht´s
allen gut. Kreuz Verlag.
ISBN 978-3-451-613234. 192 Seiten, 14,99 Euro.
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RÄTSEL
Spannende Geschichtsstunde aus der Vogelperspektive
Gewinnen Sie mit „NRW von oben“ einen Heimatfilm der besonderen Art
M
anchmal muss man die Dinge mit etwas
Abstand betrachten, um klarer zu sehen
– was die Geschichte des Landes NordrheinWestfalen und seiner Besiedelung angeht, hilft
dabei die Dokumentation „NRW von oben“.
In zweimal 45 Minuten zeigt die Produktion
des Westdeutschen Rundfunks aus der Vogelperspektive wie aus Dörfern Städte wurden,
wie diese über die Jahrhunderte hinweg gewachsen sind, welch uralten Routen unsere
Verkehrswege folgen und dass sich auf manchem Acker schicksalsträchtige Begegnungen abspielten. Beeindruckende Luftaufnahmen erzählen von Krieg und Zerstörung, von
Aufbau und Neubeginn, von Wandel und Beständigkeit. Die Dokumentation wird so zum
Heimatfilm der besonderen Art und lädt ein,
Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu betrachten und Neues zu entdecken.
Wer eines von vier „NRW von oben“Exemplaren gewinnen möchte (zweimal
DVD, zweimal Blu-ray), schicke das Lösungswort des Kreuzworträtsels zusammen
mit seiner Adresse bis zum 5. März an die
Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln, Ursulaplatz 1, 50668 Köln oder aber per E-Mail
an redaktion@kirchenzeitung-koeln.de. Viel
Glück!KB
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BUNTE SEITE
Sie: „Als ich aus dem Fenster sah, graute der
Morgen!“ Er: „Dem Morgen.“
Frau Eberhardt: „Mein Mann und ich haben
ein gemeinsames Bankkonto.“ Frau Krause:
„Gibt es da kein Durcheinander?“ Frau Eberhardt: „Nein, er zahlt ein und ich hebe ab...“
Im Restaurant. „Nun mein Herr, wie war das
Steak?“ – „Erstklassig – und ich sage das als
Profi.“ – „Ach, Sie sind Metzger?“ – „Nein,
Schuhmacher.“
Erfolgloser Mittelstürmer: „Ich bin im Himmel!“ Petrus: „Wie hast du das Tor gefunden?“
Der angetrunkene Fahrer säuselt: „Ich habe
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„He Kumpel, nützt die Dauerakupunktur eigentlich was?!“
(Cartoon: Jakoby)
nur Tee getrunken!“ Darauf der Polizist:
„Dann haben Sie mindestens 1,8 Kamille!“
te, er möchte doch gerne mal wissen, von
welchem Idioten ich eigentlich abstamme...“
„Papi, heute hat mein Klassenlehrer nach dir
gefragt!“ – „Ach ja, wirklich?“ – „Ja, er sag-
„Mein Hund hat keine Beine!“ – „Und was
tust du mit ihm?“ – „Um die Häuser ziehen.“
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BERICHT
Zum letzten Mal predigte Stefan Heße am Sonntag während der Vesper im Dom als Generalvikar von der historischen Kanzel. Auszüge aus der Predigt auf Seite 3. (Fotos: Boecker)
Szenen eines Wechsels
Generalvikar Heße verabschiedet / Generalvikar Meiering ernannt
Am Ende der Vesper überreichte Kardinal Woelki seinem neuen Generalvikar Dr. Dominik Meiering die Ernennungsurkunde.
Treffen sich die Eltern zweier Generalvikare: Eltern Heße (links), rechts die Meierings.
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Heße bekam von Woelki einen Bischofsstab geschenkt.
Vor dem Empfang im Maternushaus übergab Heße seinem Nachfolger seinen Generalschlüssel.
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